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Blackrubberhorse
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Du hast alle Waffen die du brauchst- jetzt kämpfe!

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:23.07.17 18:17 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo,

die Gefühlswelt und das Eintauchen in das 'Pony-Sein' von Mara ist wirklich genial beschrieben- so wie die bisherigen Storys von dir. Ich freu mich jedes Mal auf das Erscheinen einer weiteren Fortsetzung von dir...
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FriedetVolljährigkeit geprüft
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Enger geht immer

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:23.07.17 18:22 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo,
Deine Fortsetzung - genial, wie immer.

eine Frage: Warum hast du die Charaktrer nicht hier gepostet? Viele verpassen sie deshalb. Ich hab das auch nur durch Zufall gefunden.

Hier der Link: http://kgforum.org/display_5_2414_95844.html

Viele Grüße
Friedet
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HeMaDo
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:23.07.17 19:47 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

Ich freu mich jedes Mal auf das Erscheinen einer weiteren Fortsetzung von dir...

Zitat

Deine Fortsetzung - genial, wie immer.

Danke.
Sowas motiviert mich, weiter zu schreiben und hier zu posten.

Zitat

eine Frage: Warum hast du die Charaktrer nicht hier gepostet? Viele verpassen sie deshalb. Ich hab das auch nur durch Zufall gefunden.

Du hast Recht. Aber wenn ich diese Liste irgend wo mitten in der Geschichte einstelle, muß man noch mehr suchen als wenn diese bei den Diskussionen steht, daher habe ich das sein lassen.


Aber ich versuche, sie in der Signatur zu verlinken, dann sollte sie unter jedem Teil schnell zu finden sein.



HeMaDo




[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 23.07.17 um 20:18 geändert

Liste der Charaktere von "Neue Horizont...oss Fähenberg"

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Ihr_joeVolljährigkeit geprüft
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Die Welt ist eine Bühne. Nur... das Stück ist schlecht besetzt. Oscar Wilde

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:23.07.17 20:36 IP: gespeichert Moderator melden


Dann bleibt mir nichts anderes übrig...
Muss Dich noch weiter motivieren.
Die Pony Abhandlung, einschließlich aller Zweifel, das Wollen und die Freude, fand ich einfach genial beschrieben, da ich bei so was keine Erfahrung habe (noch?), konnte ich mich fast als solches fühlen.

Danke
Ihr_joe
Toleranz beginnt dort, wo das eigene Weltbild aufhört. (Amandra Kamandara)

SM-Stories: Mein Schatz ... eine Fm Geschichte ohne KG
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HeMaDo
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:29.07.17 21:21 IP: gespeichert Moderator melden


»Wie soll es denn nun weiter gehen?« Kati schaute verunsichert zu Nadine, die ihr gerade den Verband gewechselt und mit einem guten Schluck Wodka die Wunde an der Schulter desinfiziert hatte. Katis Schreie hatte sie dabei mit einem Verbandspäckchen erstickt das sie ihr kurzerhand ungeöffnet in den Mund gestopft hatte.
»Du schläfst noch eine Runde und dann fahren wir noch mal zu dem Schacht. Vielleicht gibt es da doch noch eine Möglichkeit raus zu kommen. Am ersten Schacht sehe ich keine Möglichkeit. Da wimmelt es nur so von Aufseherinnen.«
»Woher weißt du das denn so genau?«, wollte Kati wissen.
»Ganz einfach, ich hab mir deine Klamotten geborgt und war da. Mir passen sie immerhin.«
»Meine Klamotten? Hab ich deswegen nichts an?«
Nadine nickte lediglich und deutete auf die Aufseheruniform die zum Trocknen über einem Stuhl hing.
»Du hast mich ausgezogen?«, Kati schaute sie etwas verunsichert an.
»Wie hätte ich die Sachen denn sonst anziehen können?« Nadine rollte mit den Augen. »Du hättest sie übrigens ruhig mal waschen können, da war mein Overall ja nach vier Wochen noch sauberer. Die Hose stand fast von alleine.«
»Hast du… Ich meine hast du mit mir...«, druckste Kati herum.
Wieder rollte Nadine mit den Augen. »Meine Güte, was für ein Problem hast du denn? Was hätte ich denn machen sollen? Du warst bewusstlos. Denkst du auch mal an was Anderes?«
»Entschuldige bitte.«, sagte Kati kleinlaut und wollte aufstehen.
»Was hast du vor? Bleib mal besser liegen.«
»Ich wollte mich wieder anziehen.«
»Aber nicht bevor du dich geduscht hast. So wie du stinkst hast du das seit mehr als vier Wochen schon nicht mehr gemacht.«
»Entschuldige.« Kati saß auf dem Bett und vermied es Nadine anzusehen. »Aber das Wasser ist so kalt.«
»Nun stell dich mal nicht so an. Meinst du denn, mir hat das Spaß gemacht mit dem kalten Wasser? Wenn du aufstehen kannst, dann geh duschen, vorher bekommst du die Sachen nicht. Und wenn du willst, das ich dir nochmal den Verband wechsele, das mach ich vorher auch nicht.«, fuhr Nadine sie lauter als sie es eigentlich wollte an.
»Ja.«, sagte Kati kleinlaut, stand langsam auf und ging zur Dusche. ’Da hat jetzt nur noch ein Herrin oder sowas gefehlt.’, dachte Nadine. Sie schaute Kati hinterher die zur Dusche ging und fragte sich, ob ein normaler Mensch tatsächlich so viele Rippen besaß.
Während Kati unter beständigem Quieken und Prusten duschte, machte Nadine auf der Herdplatte einen Topf voll Wasser warm und bereitete einen Beutel Brei zu.

»Wie alt bist du eigentlich?«, Nadine schaute zu Kati, die sich ein kleines Handtuch vor die Scham haltend und zitternd aus der Dusche kam. »So hab ich mich nicht angestellt als ich zehn war.«
»Du hast mit zehn kalt duschen müssen?«, fragte Kati bibbernd, während sie sich versuchte, mit dem winzigen Handtuch gleichzeitig abzutrocknen und ihre Scham zu bedecken.
»Mein Vater hat als selbstständiger Softwareentwickler gearbeitet. Wir hatten entweder nicht viel Geld, und wenn mal etwas Geld übrig war, hatte er keine Zeit. Wir sind trotzdem jedes Jahr an die Nordsee gefahren. Aber entweder im Frühjahr oder im Spätherbst. Meistens weil es billiger war als in der Saison. Ich hab trotzdem immer im Meer gebadet. Und das war bestimmt kälter als das Wasser hier.«, erzählte Nadine. Währenddessen verteilte sie den Brei auf zwei Tellern und gab einen davon Kati. Diese hatte es endlich geschafft, sich abzutrocknen und zog sich die Aufseheruniform wieder an.

Nachdem sie gegessen hatten, wollte Nadine sich noch mal Katis Verletzungen an sehen. Sie setzte sich ihr gegenüber und wollte die ziemlich durchnässte Kompresse die sie mit Heftpflaster an Katis Stirn befestigt hatte ansehen. Diese zuckte zusammen und drehte sich weg, als Nadine sie ihr abziehen wollte. Nadine schaute sie kopfschüttelnd an, zog sie zu sich und hielt ihren Kopf fest. »Mund auf. So wie du rum schreist, hört uns sonst noch jemand.«, sagte Nadine und stopfte ihr wieder das Verbandspäckchen in den Mund. Sie hielt weiter Katis Kopf und zog mit einem Ruck die Kompresse ab. Kati biss fest auf das Päckchen und quiekte. Nadine schüttete etwas von dem Wodka auf eine saubere Kompresse und tupfte die Wunde aus, worauf hin Kati erneut quiekte. Erst als Nadine ihr eine neue Kompresse auf die Wunde geklebt hatte, beruhigte sie sich wieder. Nadine nahm ihr das Päckchen aus dem Mund.
»Aua.«, sagte Kati mit vorwurfsvoller Stimme. »Das hat wehgetan.«
»Das tut noch mehr weh, wenn es sich entzündet.«, gab Nadine zurück und ließ Kati wieder los. »Also stell dich mal nicht so an.«
»Und jetzt?«, wollte Kati wissen.
»Jetzt ziehst du dich wieder aus.« Nadine hatte einen der Verbandskästen aus den Wagen mit genommen. Diesen hatte sie offen auf dem Tisch liegen und holte noch ein Päckchen Kompressen heraus.
Kati schaute sie mit einer Mischung aus Entsetzen und Resignation an während sie ihre Hose aufknöpfte.
»Was wird das denn? Du sollst die Jacke ausziehen, damit ich mir deinen Arm nochmal ansehen kann. Der Verband ist ganz nass und muss gewechselt werden.«
»Oh.«, sagte Kati und schloss die Hose wieder. »Ich dachte, du wolltest...«
»Meine Fresse, du hast echt ein Problem.«, unterbrach Nadine sie.
Endlich hatte Kati die Jacke ausgezogen und Nadine konnte ihr den durchnässten Verband abnehmen. Dies ging glücklicherweise ohne größeres Geschrei und so trocknete sie die Wunde mit einer Kompresse und verband diese wieder.
»Das war’s.«, sagte sie. Sie starrte auf Katis Brüste, während diese sich wieder anzog. »Wenn du fertig bist, dann fahren wir wieder zum Schacht. Ich will mich da noch mal umsehen.«
»Ist das nicht gefährlich? Was ist, wenn da noch was runter fällt?«
»Hast du eine bessere Idee?« Nadine warf einen fragenden Blick zu Kati, die nur den Kopf schüttelte.
»Siehst du? Dann los.«, sagte Nadine und packte sich eine Stofftasche die auf dem Tisch lag, setzte sich das Nachtsichtgerät auf und fasste Kati an der Hand. Sie zog diese hinter sich her aus dem Schutzraum heraus und leuchtete mit einer Lampe den Gang entlang. Als sie die halbe Strecke bis zum ersten Durchgang gegangen waren, schaltete Nadine die Lampe aus und das Nachtsichtgerät ein. »Leise jetzt.« flüsterte sie.

Sie kamen schnell beim Durchgang an, den Nadine leise öffnete und Kati hindurch zog. Ebenso leise verschloss sie die Tür wieder hinter sich und schob mit dem Fuß etwas Staub vor die Tür. Ohne Licht zu machen, setzte sie Kati in den Wagen und schnallte sie auf dem Beifahrersitz an, bevor sie selbst einstieg, sich anschnallte und los fuhr.
»Willst du kein Licht machen?«, fragte Kati.
»Nein. So sehe ich mehr.«, erklärte Nadine.

»Festhalten.«, sagte Nadine und fuhr unmittelbar darauf um eine Kurve. Kati hielt sich schon die ganze Zeit über krampfhaft fest. Ohne etwas zu sehen war es für sie der blanke Horror. Durch die offenen Fenster fühlte sie den Fahrtwind der ihr durchs Gesicht wehte und spürte jede Kurve doch sie bemühte sich, keinen Ton von sich zu geben.

Nach einer gefühlt unendlich langen Fahrt hielt Nadine den Wagen an und stieg aus. Kati fragte sich, was jetzt passieren würde. Dann hörte sie metallisches Quietschen und ein lautes Rattern. Kurz darauf fuhr der Wagen weiter, aber blieb nach einigen Metern bereits wieder stehen. Wieder stieg Nadine aus und wieder waren diese Geräusche zu hören.
»Augen zu!«, rief Nadine von irgend wo her. Kati presste beide Hände auf die Augen. Von irgend wo her fluchte Nadine lauthals.
»Ist alles in Ordnung?«, rief Kati.
»Ja, du kannst die Augen aufmachen. Ich hab nur vergessen, das Nachtsichtgerät auszuschalten.«
Langsam nahm Kati die Hände von den Augen und öffnete diese wieder. Sie befanden sich in der Kammer mit dem Förderschacht. Das Bild welches sich ihr zeigte, war geprägt von bloßer Zerstörung. Die Hälfte des Gerüstes war zerstört, überall lagen Stahlteile herum und ein großer Haufen Schrott lag direkt am Fuß des Schachtes. Der Schacht selbst war durch das nun fehlende Gerüst als großes, dunkles Loch in der Decke zu erkennen. Einige der Lampen hingen von den Resten des Gerüstes herab, andere waren einfach abgerissen. Doch es gab noch genug Lampen um die Kammer in ein gespenstisches Licht zu hüllen.

Nadine ging die Treppen bis in die dritte Ebene hinauf und blieb vor einigen Stahlträgern stehen die auf den Gitterrosten herum lagen. Mit einer Lampe leuchtete sie in den Schacht hinein. Kati folgte ihr langsam. Sie schaute sich die Stelle an, an der sie gestanden hatte, als die Tür sie getroffen hatte. Dort fehlten einige der Gitterroste und das Geländer war an der Stelle in zwei Hälften geteilt. Das Ende eines armdicken Stahlseiles lag ein Stück tiefer auf den Resten der dicken Träger die das Gerüst bildeten.

»Also wenn wir eine Leiter hätten, und bis da oben hin kämen, könnten wir im Schacht nach oben klettern. Da gibt es sogar Tritte.«, rief Nadine.
»Wie lange brauchen wir um da hoch zu klettern?«, fragte Kati entgeistert.
Nadine schaute nach oben und dachte kurz nach. »Also wenn ich für 20 Meter fünf Minuten brauche, das hier sind 822 Meter. Verdammt, ich hab keinen Taschenrechner.«
»Drei Komma vier zwei fünf Stunden.« sagte Kati abwesend. Während sie in den Schacht schaute.
»Was?«
»822 durch 20 sind 41,1. Mal 5 sind 205,5 Minuten. Durch 60 sind das 3,425 Stunden.« sagte Kati.
»Wow. Woher kannst du das denn?«
»Keine Ahnung. Ich kann eben gut Kopfrechnen. Ich schaffe es sogar die dritte Wurzel im Kopf zu ziehen. Aber das ist auch schon alles was ich kann. Selbst zum klauen bin ich zu doof.«
»Zum Klauen?«
»Na, was denkst du denn, warum ich im Gefängnis war. Bestimmt nicht wegen einem Rechenduell.«, sagte Kati mit einem schiefen Grinsen.
Auch Nadine musste darauf hin lachen.

Noch immer schauten die Beiden in den Schacht. »Also wenn wir da drauf kommen, bräuchten wir nur eine ungefähr drei Meter lange Leiter um an die Tritte zu kommen. Und dann bräuchten wir Seile um uns fest zu machen. Sonst fallen wir runter. Und 800 Meter tief auf diesen Schutthaufen zu fallen stelle ich mir nicht sehr angenehm vor.«
»Ich weiß, wo so eine Leiter ist.«, sagte Kati.
»Wo denn? Irgendwo bei den Aufseherinnen?«
»Nein, da vorne, gleich hinter dem Durchgang.«, sagte Kati. Sie ging die Treppen herunter. Nadine schaute noch eine Minute in den Schacht und folgte ihr dann. Als Kati am Durchgang angekommen war, hatte sie sie eingeholt. Sie öffneten die Tür und gingen hindurch. Kati leuchtete mit einer Lampe an die Wand. »Da ist sie.«
Nadine folgte dem Lichtkegel und sah eine schwere Gittertür. Ein Schild über dieser verkündete ’Rettungs- und Wetterschacht 4, 822m Tiefe’. Hinter diesem Gitter konnte Nadine tatsächlich eine Leiter sehen. Diese war in einem etwa eineinhalb Meter durchmessenden Schacht befestigt der schräg nach oben führte. An der Oberseite des Schachtes befand sich eine etwa vier Zentimeter breite Metallschiene die wie ein C geformt war. In dieser Schiene hingen mehrere kleine Wagen.
»Kati.«
»Ja?«, fragte diese wegen Nadines Tonfall leicht misstrauisch.
»Du bist selten dämlich.«
»Ich weiß. Aber da kann ich auch nichts für, das ist eben so. Tut mir leid.« sie schaute eine Weile schweigend die Leiter an. »Wieso bin ich denn nun schon wieder so dämlich? Was hab ich denn falsch gemacht?«
»Ich weiß nicht? Vielleicht weil du seit wer weiß wie vielen Wochen nach einen Fluchtweg suchst, und dauernd dran vorbei gelaufen bist? Oder weil du mich an diesem blöden Förderlift hast herumbasteln lassen?« Nadine schaute sie unverwandt an »Wenn ich noch länger nachdenke, fällt mir sicher noch mehr ein.«
»Tut mir leid.« Kati schaute Nadine kurz an und wandte sich dann ab.
Nadine ging zu ihr, nahm sie in die Arme und versuchte sie zu beruhigen. Mit ihrem Ärmel versuchte sie ihr die Tränen weg zu wischen. »Komm, hör auf zu weinen. Sag mir lieber, wie lang der Schacht ist.«
»Woher soll ich das denn wissen?«, schniefte Kati. Sie hatte sich an Nadines Schulter gelehnt und begann erneut zu weinen.
»Wenn wir 822 Meter tief sind und der Schacht hier genau im schrägen Winkel nach oben verläuft, wie lang ist der dann?«, hakte Nadine nach doch Kati zuckte nur mit den Schultern.
»822 im Quadrat sind?«
»675684.«
»Ähm, ok. Mal zwei? Merk dir die Antwort. Und zieh die Wurzel daraus.«
»Eintausendeinhundertzweiundschzig Komma...«
»Die Nachkommastellen brauchen wir glaube ich nicht.«
»Und weiter?«, fragte Kati.
»Jetzt wissen wir, das wir etwas mehr als einen Kilometer weit da rauf müssen.«
»Woher denn das?«
Nadine schüttelte den Kopf. »Hast du doch gerade gesagt. Weißt du denn garnichts mehr aus der Schule?«
»Ich hab doch gesagt, das ich nur gut im Kopfrechnen bin. Formeln und sowas konnte ich mir noch nie merken.« Wieder fing Kati an zu schniefen. »Meinst du denn, wenn ich besser in der Schule gewesen wäre, hätte ich klauen müssen?«
»Du hättest Serva werden sollen. Denn wäre dir das hier auf jeden Fall erspart geblieben.«
»Vielleicht. Aber wer will schon eine Serva die so doof ist?«
»Komm schon, so doof bist du doch garnicht.«
»Hast du doch eben selber noch gesagt.«
»Tut mir leid.« Nadine löste die Umarmung und schaute sie verlegen an. »Komm, wir fahren zurück, suchen uns alles zusammen, was wir brauchen können und schlafen. Ich glaube, das da«, sie deutete auf den Schacht »wird ganz schön anstrengend werden.«
Sie gingen zurück in die Kammer mit dem zerstörten Aufzug, wo Nadine noch einmal die Elektrowagen durchsuchte. Sie fand mehrere Sicherheitsgeschirre, von denen sie zwei in den Wagen legte mit dem sie hergekommen waren. Außerdem suchte sie alle Verbandskästen und fand auch noch drei Pappschachteln mit Vakuumverpackten Notrationen Diese waren zwar schon seit mehreren Jahren abgelaufen aber das war besser als garnichts. Sie brachten alles in den Wagen. Dann schaltete Nadine das Licht aus und dann fuhren sie los.

»Was ist denn mit den Anderen?«, wollte Kati wissen, nachdem sie den Wagen am Durchgang abgestellt hatten.
»Was soll mit denen sein? Wenn wir hier raus kommen, gehen wir zur Polizei, dann sollen die sich darum kümmern.«, sagte Nadine.
Kati wollte gerade die Tür öffnen, doch Nadine hielt sie zurück.
»Was denn?«, fragte Kati.
»Hörst du das nicht?« Sie legte das Ohr an die Tür. Dann schob sie Kati bei Seite und öffnete diese vorsichtig einen Spalt. Sie schaute durch diesen hindurch und schloss die Tür leise wieder.
»Scheiße.« sagte sie leise.
»Was ist denn los?«, fragte Kati besorgt.
»Da ist die Hölle los. Ich glaube, die suchen jemanden. Da ist alles hell erleuchtet und jede Menge Aufseherinnen rennen da rum.«
»Meinst du die suchen nach uns?«
Nadine schaltete ihre Lampe an. »Wer weiß. Vielleicht haben sie den Notfallraum gefunden. Dann haben wir ein Problem.«
»Ich habe Angst.«. Wieder fing Kati an zu schniefen.
»Meine Fresse, jetzt reiß dich endlich mal zusammen. Los zurück in den Wagen.«, sagte Nadine.
Kati setzte sich wieder auf den Beifahrersitz und Nadine wollte los fahren. Sie schaute noch einmal kurz zu Kati und wollte gerade die Lampe ausschalten.
»Was hast du denn da?«, fragte sie.
Kati gab ihr das gefaltete Stück Papier welches die Form einer Blume hatte.
Nadine entfaltete es. Auf dem Papier stand etwas geschrieben. ’Wenn ihr abhauen könnt, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dazu. Ansonsten versteckt euch irgendwo und hofft, das ihr nicht gefunden werdet.’
»Wo hast du das her?«, fragte Nadine.
»Das lag eben vor der Tür.«, sagte Kati.
»Kati.«, sagte Nadine langgezogen und setzte den Wagen in Bewegung.
»Ich weiß, ich bin blöd.«
»Das hast du gesagt.« Nadine schaltete das Nachtsichtgerät an und fuhr so schnell sie konnte zurück zu dem Förderschacht. Dort öffnete sie das Tor und stellte den Wagen zu den anderen. Sie lief zum Lichtschalter und schaltete das Licht ein. Sie nahm eines der Sicherheitsgeschirre und gab es Kati, eines davon zog sie sich selbst an. Dann nahm sie eine Wasserflasche und knotete sie an einen überstehenden Riemen des Geschirres. Das Selbe machte sie mit der Lampe. Eines der Pakete mit den Notfallrationen steckte sie unter die Gurte des Geschirres. Dann half sie Kati, das Geschirr ebenfalls anzuziehen die damit sichtlich Probleme hatte. Wortlos befestigte sie eine zweite Wasserflasche und die zweite Lampe an Katis Geschirr und steckte auch ihr eine der Notfallrationen unter das Geschirr. Das Nachtsichtgerät behielt sie auf dem Kopf.
»Ich hätte gerne noch mehr mitgenommen, vor Allem was warmes zum Anziehen, aber ich fürchte, darauf müssen wir wohl verzichten.«, sagte Nadine und schaute sich noch einmal kurz um.
»Und jetzt?«, fragte Kati.
»Jetzt machen wir, das wir hier weg kommen.« Nadine schaltete das Licht aus und das Nachtsichtgerät ein. Sie tippte auf die Taste die den Ladezustand anzeigte. Die Batterie hatte noch Strom für gut Sechs Stunden. Sie fasste Kati an der Hand und zog sie durch das Tor in den Stollen zurück. Sie drückte auf den Schalter der das Tor schloss und ging mit Kati zu dem Rettungsschacht. Das Gitter ließ sich mit etwas Mühe aufklappen. »Los, mach Licht an und dann rein mit dir.«, sagte sie. Nachdem Kati einige Stufen nach oben geklettert war, folgte sie ihr und zog das Gitter wieder zu. An der Schiene die an der Decke entlang lief, griff sie einen der kleinen Wagen und prüfte diesen. Sie schob ihn nach oben und hakte das freie Ende der Leine an Katis Gurt dort ein. Am zweiten Wagen hakte sie ihren eigenen Gurt ein.
»Was ist das?«, wollte Kati wissen.
»Das ist eine Absturzsicherung. Nach oben kann man sie leicht ziehen und ohne Last rollt der Wagen auch selbst wieder nach unten. Aber wenn du fällst, blockiert dein Gewicht die Bremse in dem Wagen und du kannst nicht weit fallen.«, erklärte Nadine. »So, und jetzt mach deine Lampe an und kletter los.«
Kati begann schnell zu klettern doch Nadine hielt sie auf. »Nicht so schnell. Sonst bist du zu schnell aus der Puste. Schön gleichmäßig aber nicht trödeln.«

- - -

Rebecca betrachtete sich im Spiegel. Alles in Allem fand sie ihren Körper ganz in Ordnung. Mit ihren 34 Jahren sah die trotz ihrer Narben recht gut aus, wie sie fand. Nur an einigen Stellen machten sich einige Fettpölsterchen bemerkbar. Sie fragte sich, ob sie vielleicht anfangen sollte etwas zu trainieren um diese wieder los zu werden. Zwar machte sie auch weiterhin die Übungen die sie von ihren Therapeuten gezeigt bekommen hatte, doch diese waren nur dafür da um beweglich zu bleiben und durch ihre Verletzungen nicht noch mehr eingeschränkt zu werden als sie es jetzt schon durch ihre Schmerzen war. Zum Abnehmen waren diese Übungen gänzlich ungeeignet.

Während sie sich so im Spiegel betrachtete, sie trug nichts außer dem Keuschheitsgürtel, bemerkte sie neben der Tür ein grünes Leuchten.
’Was bezweckt sie eigentlich mit diesem blöden Gürtel?’, fragte sich Rebecca. Und jetzt auch noch dieses Korsett, welches mittlerweile im Schrank stand. Was wollte sie damit bezwecken? Wollte sie sie noch mehr einsperren als sie es in diesem Gürtel ohnehin schon war? Rebecca war sich darüber im Klaren, daß sie dieses Korsett, wenn sie es einmal trug, nicht mehr selbst ausziehen konnte. War es vielleicht nur ein Vorwand, daß damit ihr Rücken angeblich entlastet werden sollte? Doch das konnte sie sich nicht vorstellen. Denn bei der letzten Anprobe gestern hatte sie tatsächlich so etwas wie eine Verbesserung empfunden. Aber selbst wenn es so war, konnte das dennoch ein Vorwand sein, sie noch weiter einzusperren.

Wollte Andrea ihr damit vielleicht zeigen, wer die Herrin war und daß sie über Rebeccas Körper und sogar über ihre Lust bestimmen konnte? Doch wenn das so war, warum begnügte sie sich dann mit den Spielzeugen, die Rebecca beinahe jeden Morgen in Andreas Bett fand? Warum sagte sie ihr nicht einfach, sie solle in ihr Schlafzimmer kommen? Oder wollte sie vielleicht, daß sie selbst darum bat? Daß sie vielleicht irgend wann sogar darum bettelte?

Rebecca war sich ganz sicher, daß es dazu nie kommen würde. Und wenn es ihr zu viel wurde, konnte sie im Gegensatz zu den meisten anderen Serva einfach kündigen und gehen.
Doch wollte sie das überhaupt? Erschreckt stellte sie fest, daß dieser Gedanke ihr auf eine seltsame Art und Weise sogar zu gefallen schien. Es gefiel ihr, daß jemand über sie bestimmte, ihr sogar vorschreiben konnte, wann sie Lust empfinden durfte, sich berühren durfte und wann nicht. Sie erschrak über diesen Gedanken. War das wirklich sie selbst, die das dachte?
Ja, sie war immer noch sie selbst. Dies war etwas, was ihr niemand nehmen konnte.

Doch stimmte das wirklich? Sie musste zugeben, daß sie sich in den letzten Wochen und Monaten verändert hatte. Sie war viel ruhiger und ausgeglichener als sie es je zuvor in ihrem Leben gewesen war. Sie war entspannter und machte sich viel weniger Sorgen als früher. Selbst die wenigen Gespräche mit ihrer Mutter regten sie nicht mehr so auf. Im Gegenteil, auch diese Gespräche verliefen ruhiger und mit viel weniger Streit. Beim letzten Gespräch hatte Sie ihrer Mutter sogar gesagt, das sie sie gerne hatte, Worte die ihr früher nie über die Lippen gekommen wären.

- - -

»Fertig?«, rief Julia von unten.
»Einen Moment noch bitte Herrin.«, rief Mara zurück. Sie betrachtete sich im Spiegel. Die Stiefel, die sie nun trug, passten zwar wie angegossen doch sie waren alles Andere als unauffällig. Über den angeformten Hufen war das Leder dunkelblau und das Logo eines großen Sportartikelherstellers prangte auf ihrem halben Unterschenkel. Auch die weißen Schnürsenkel passten so garnicht. Doch sie waren offenbar sehr gut gepolstert und es gab sogar eine eingebaute Federung die man mit einem Pumpball anpassen konnte. Die knappe Sporthose und der ebenso knappe Sport-BH trugen ebenfalls das Logo des Sportartikelherstellers. Nur das Geschirr, welches sie trug war noch das Selbe wie am Sonntag wenn man davon absah, daß sie kein Kopfgeschirr trug. Dieses brauchte sie beim morgendlichen Laufen nicht zu tragen. Sie nahm die Handschuhe und ging nach unten, wo Herrin Julia bereits wartete. Diese hatte den Sulky bereits aus dem Schuppen heraus geholt. Mara stellte sich zwischen die Anzen und Julia befestigte diese an den Ringen des Korsetts. Die Zügel befestigte sie an Ringen die sich in Brusthöhe am Korsett befanden. Sie half Mara, die Handschuhe anzuziehen und befestigte das dünne Stahlseil der Bremse an einem Ring in der Mitte des Korsetts. Dann stieg sie auf und ließ die Peitsche knallen. Mara lief sofort los. Auch ohne das Herrin Julia ihr anzeigen musste, wohin sie laufen sollte, lief sie in Richtung Park. Nach der Brücke bog sie links ab und lief dann geradeaus bis zum Schlossgarten, links am Schloss vorbei auf die Straße, um den Sportplatz herum bis zum Schloss und dort wieder in den Schlossgarten. Auf der anderen Seite des Parks lief sie bis zum Teich, umrundete diesen und lief dann den Weg am Graben entlang zurück bis nach Hause.

Heute fiel es ihr schon wesentlich leichter als gestern, diese Strecke mit der zusätzlichen Last durch den Sulky und ihre Herrin zu laufen. Sie schaffte es, die fünf Kilometer in weniger als einer Dreiviertelstunde zu laufen und war noch relativ entspannt als sie wieder zu Hause ankamen. Doch Herrin Julia zog nach rechts, als Mara in die Einfahrt zurück laufen wollte. So lief sie gerade aus weiter, über die Straße, sie Querstraße entlang bis zur Hauptstraße. Dort musste Mara nach links laufen bis zum Supermarkt. Dort dirigierte Julia sie auf den Parkplatz und stieg ab.
»Ich gehe schnell Brötchen holen. Du wartest so lange hier.«, sagte sie.
Mara überlegte kurz und trat grinsend einmal mit dem Fuß auf. Julia lachte darauf hin und ging in die Bäckerei die sich neben dem Supermarkt befand. Sie kam kurz darauf mir einer Tüte zurück, stieg auf und gab Mara das Signal zum weiter laufen. Sie umrundeten den Block und kamen dann von der anderen Seite zum Haus, wo Mara dann endlich auf den Hof lief und von Julia los gemacht wurde.

Nachdem Mara sich geduscht und angezogen hatte, deckte sie den Esstisch, wo sie gemeinsam mit Julia frühstückte. Während Mara den Tisch nach dem Frühstück abräumte, las Julia in der Zeitung.
Pünktlich um acht Uhr gingen beide nach unten und öffneten die Läden.

- - -

»Ich kann nicht mehr.«, sagte Kati erschöpft und blieb einfach stehen. Sie drehte sich um und setzte sich auf die Leiter.
»Komm schon, wir haben schon mehr als die Hälfte geschafft.«, sagte Nadine. Doch auch sie fühlte sich erschöpft und könnte sicher eine Pause vertragen.
»Ich schaffe das nicht.«, sagte Kati »Geh ohne mich weiter.«
»Soweit kommt’s noch. Wir haben das zusammen angefangen und wir bringen das auch zusammen zu Ende. Wenn ich mich nicht verschätzt habe, kommen wir balde wieder zu einer Nische, da machen wir Pause. Versprochen.« Sie ging eine Stufe weiter und schob Kati zum Weiterklettern an. Nur widerwillig drehte diese sich um und kletterte weiter.
Nadine drückte auf die Taste an der Lampe. Diese zeigte noch eine Zeit von 20 Minuten an. Danach würde auch diese ausgehen. Sie hoffte, daß sie bis dahin tatsächlich eine der Nischen erreichen würden und daß es dort eine Steckdose gab an der sie die Lampen nachladen konnten. Ansonsten gab es nur noch das Nachtsichtgerät welches noch genug Energie für ungefähr vier Stunden hatte. Aber es würde verdammt anstrengend werden, so die Leiter zu steigen und auch noch auf Katis Schritte zu achten.

Nach etwa einer viertel Stunde, die Ladeanzeige der Lampe zeigte noch genau fünf Minuten Restzeit an, erreichten sie eine Nische im Schacht. Nadine tippte Kati an und schob sie in diese Nische herein. Diese war etwa zwei Meter tief und genauso breit und hoch. Sie löste die Karabiner der Sicherheitsgeschirre von den Wagen und klemmte diese in der Schiene fest. Sie hatte herausgefunden, daß diese Wagen ohne Belastung tatsächlich von selbst nach unten rollten. Dies wollte sie auf keinen Fall riskieren. Zumal Kati bereits mehrmals abgerutscht war und nur durch die Bremse davor bewahrt worden war, mit Nadine zusammen zu stoßen.

Ein verrostetes Blechschild an der Wand gab an, daß es nur noch 200 Meter bis zur Oberfläche waren. An der hinteren Wand der Nische befand sich tatsächlich eine Lampe, doch diese leuchtete nur noch schwach vor sich hin. Dennoch schaltete Nadine die eigene Lampe aus um deren Batterie zu schonen. Es dauerte eine Weile bis sich ihr Augen an das schwache Licht gewöhnt hatten. Kati hatte sich einfach auf den nackten Felsen gelegt und war bereits eingeschlafen.

Nadine trank einen Schluck Wasser und öffnete ihre Notration. In einem silbernen Päckchen waren Kekse eingeschweißt. Sie öffnete dieses Päckchen und schaute, was noch alles in dem Beutel zu finden war. Sie fand mehrere kleine Aluminiumbehälter deren Aufschrift verkündete, das sich Marmelade, Streichkäse und sogar Schmierwurst darin befanden. Sie öffnete Wahllos einen der Behälter und brach einen der Kekse in der Mitte durch. Diesen nahm sie zu Hilfe um einige der Kekse mit Aprikosenmarmelade zu bestreichen. Satt war sie danach zwar noch lange nicht, aber sie hoffte, daß es reichen würde bis sie an der Oberfläche angekommen waren.

Ihre Augen hatten sich mittlerweile an das schwache Licht gewöhnt. Also suchte sie nach einer Steckdose zum Aufladen der Lampe, doch eine solche war nirgendwo zu finden. Das Kabel, welches zu dieser führte, kam direkt aus dem Schacht.
»Komm, scheiß drauf.«, sagte sie zu sich selbst. Sie durchsuchte Katis Hosentaschen nach dem Taschenmesser welches sie auch schnell fand. Mit dem Schraubenzieher öffnete sie die Lampe an der Wand und schaute sie sich kurz an. Sie Rollte das Ladekabel der Handlampe aus und schnitt kurzerhand den Stecker ab. Sie legte die blanken Adern frei und versuchte diese an den Anschlüssen der Wandlampe anzuschließen, ohne einen Schlag zu bekommen. Dies gelang ihr nach einigen Versuchen auch halbwegs, doch sowie man an dem Kabel ziehen würde, würde sich die lose Verbindung sofort lösen. Dies nahm sie allerdings in Kauf und stellte die Handlampe so, daß sie halbwegs sicher stand. Dann nahm sie den Karabiner ihres Sicherheitsgeschirres und hakte diesen in Katis Geschirr ein. Sie trank noch einen Schluck und legte sich dann neben Kati. Den Kopf legte sie auf ihren Arm und versuchte, zu schlafen.

- - -

Nadine wachte auf, weil etwas an ihrer Nase berührte. Sie öffnete die Augen und sah erst einmal nichts. Doch sie spürte einen leichten Luftzug an ihrem Kinn und versuchte zu erfassen, was das war, ohne sich zu bewegen. Langsam bemerkte sie, was das war. Kati war zu ihr gerutscht, hatte ihre Arme fest um sie geschlungen und das Gesicht an ihres gelehnt, so daß Katis Wange ihre Nasenspitze berührte.
’Also das geht doch etwas zu weit.’, dachte Nadine und wollte etwas zur Seite rutschen. Doch Kati hielt sie fest umklammert und sie spürte eine Bewegung die von Kati ausging. Sie fragte sich, was das sollte und schloss die Augen. Sie war neugierig, was Kati wohl jetzt tun würde.

Als Kati die Augen öffnete, kitzelten ihre Wimpern Nadines Wange.
»Danke.«, flüsterte Kati leise und löste die feste Umarmung. Sie rutschte etwas zurück und setzte sich umständlich auf.
’Wofür bedankt sie sich?’, fragte sich Nadine. Doch im Grunde genommen war ihr das im Moment auch egal. Sie streckte sich, öffnete die Augen und setzte sich Kati gegenüber an die Wand.
»Gut geschlafen?«, fragte sie Kati.
»Ja, sehr gut sogar. Danke.« Kati deutete auf die Kekse die auf dem Boden in ihrer Verpackung lagen. »Darf ich bitte was essen?«
Nadine reichte ihr die Kekse. »Schmierwurst, Marmelade oder Streichkäse?«, fragte sie.
»Den Käse bitte.«, sagte Kati. Nadine gab ihr das Schälchen mit dem Streichkäse und beobachtete sie beim Essen.

»Bereit?«, fragte Nadine und schaute sich in der Nische um. Außer einigen Folienstücken und vier Schälchen erinnerte nichts mehr daran, daß sie hier gewesen waren. Nachdem Kati die Kekse aufgegessen hatte, hatte Nadine auch die zweite Packung Kekse geöffnet und diese mit Kati geteilt. Im Gegensatz zur ersten Packung waren diese Kekse allerdings gesüßt. Zusammen mit der Schmierwurst war das eine recht seltsame Mischung, aber das machte weder Nadine noch Kati etwas aus. Danach hatten sie sich noch die kleine Tafel Schokolade geteilt die sich in dem Paket befunden hatte.
Kati kletterte auf die Leiter und wollte los klettern.
»Halt!«, rief Nadine »Erst da einhaken.« Nadine deutete auf die Absturzsicherung. Kati hakte ihren Karabiner in den ersten der beiden Wagen ein und ging los. Dabei löste sie allerdings den zweiten Wagen der mit einem leisen Rattern nach unten rollte. Nadine leuchtete mit der Lampe in die Richtung in der der Wagen verschwunden war und schaute ihm hinterher.
»Kati!«, rief sie langgezogen.
Diese hatte ebenfalls mit offenem Mund dem Wagen hinterher geschaut. Nun leuchtete Nadine ihr direkt ins Gesicht und sah, daß ihre Augen glitzerten und eine Träne ihre Wange herunter lief. »Es tut mir leid.«, sagte Kati leise.
»Wie kann ein einzelner Mensch nur so ungeschickt sein?«, fragte Nadine und hakte den Karabiner von Katis Geschirr aus dem Wagen. Sie hakte ihren eigenen Karabiner ein, nahm die Leine von Katis Geschirr und hakte den Karabiner in ihrem eigenen Geschirr ein. Dann kletterte sie los. Nachdem sie drei Stufen geklettert war spürte sie einen Zug an ihrem Geschirr. Sie drehte sich um und Kati begann nun ebenfalls zu klettern. So kamen sie etwas langsamer voran als zuvor, doch ohne Sicherung wollte sie Kati lieber nicht weiter klettern lassen. Aber auch sie selbst wollte auf diese nicht verzichten.

Schweigend kletterten die Beiden Frauen die Leiter hinauf, bis nach einer guten Stunde ein Schild mit der Aufschrift ’Tiefe: 100m’ auftauchte.
»Wir haben es balde geschafft.« sagte Nadine. Hinter sich hörte sie nur gelegentlich ein leises Schniefen.
Sie schaute den Schacht hinauf und konnte Licht erkennen.
»Es dauert nicht mehr lange. Da vorne ist Licht.«, sagte sie zu Kati. Das Licht welches sei sahen, gab den Beiden die Hoffnung balde hier heraus zu kommen und sie kletterten schneller. Doch als sie auf ungefähr 25 Meter an das Ende des Schachtes heran gekommen waren, blieb Nadine plötzlich stehen. »Du wartest hier. Wenn die herausgefunden haben, wo wir hin sind, dann könnten es sein, daß uns da oben jemand erwartet.« Sie löste den Karabiner von Katis Leine und hakte diesen in dem Wagen der Absturzsicherung ein. Den Karabiner ihres eigenen Geschirres löste sie aus dem Wagen und kletterte alleine weiter.

Als sie am Ende des Schachtes angekommen war, befand sie sich vor einem großen Lüfter, der den Schacht abschloss. Zu ihrer Linken sah sie allerdings eine Stahltür in deren Mitte sich ein großes Rad befand. Vorsichtig hob sie den Kopf und schaute durch den stehenden Flügeln des Lüfters hindurch. Was sie sah, gefiel ihr garnicht. Sie konnte einen Zaun erkennen und die Hälfte eines Wohn- oder Bürocontainers. Auf einer von Gras bewachsenen Fläche vor dem Container standen drei Männer rauchend herum. Diese trugen schwarze Kleidung, ähnlich wie die Aufseherinnen im Bergwerk. Allerdings hatten diese keine Viehtreiber oder Peitschen sondern trugen Maschinenpistolen. Was sie noch sah, war allerdings noch schlimmer. In einem Gestell standen mehrere mannshohe, gelb rot gestreifte Gasflaschen. Auf jeder dieser Flaschen prangten zwei gelbe Dreiecke mit schwarzem Rand. In einem dieser Dreiecke befand sich ein schwarzes X, in dem anderen ein Flammensymbol.
An einer dieser Flaschen befand sich am Ventil ein roter Schlauch, der in ihre Richtung führte. Sie schaute sich um und sah, daß dieser Schlauch an dem Rahmen des Lüfters vorbei führte und auf ihrer Seite endete.

Langsam und so leise wie möglich kletterte sie wieder nach unten, bis zu Kati gelangte.
»Wir haben ein Problem.«, sagte sie leise und erklärte Kati, was sie gesehen hatte.
Diese fing wieder an zu weinen. »Die wollen uns umbringen.«
»Ich glaube nicht. Ich vermute, das in den Flaschen sowas wie ein Betäubungsmittel ist. Aber so viele Flaschen wie da stehen, sind die nicht wegen uns hier. Wahrscheinlich reicht die Menge Gas, die da drinne ist um alle im Bergwerk entweder zu betäuben oder zu töten. Und so wie die da rum stehen, warten sie nicht auf uns. Und wenn doch, sind sie ziemlich schlampig.«, sagte sie leise.

Kati schaute sie fragend an.
»Ich muss einen Moment überlegen.« Sie schloss die Augen und dachte nach.
»Ich gehe wieder nach oben. Du bist so lange Still und gibst keinen Mucks von dir. Verstanden?«, sagte sie zu Kati. Diese nickte lediglich. Langsam und möglichst leise kletterte Nadine wieder nach oben und beobachtete die Männer. Sie konnte die Unterhaltung der Männer hören die sich ganz offenbar darum drehte, was diese Männer vorhatten, wenn sie wieder in die Stadt kamen.

»Ich gehe wieder rein.«, sagte einer der Drei mit einem starken osteuropäischen Akzent.
»Gute Idee. Ich geh auch wieder rein.«, sagte der zweite Mann mit akzentfreier Stimme.
Die Beiden gingen auf den Container zu und gingen hinein. Der Dritte blieb allerdings draußen stehen. Nach einer Weile fing er an herumzulaufen. Nadine hoffte, daß er auch zu dem Container gehen würde doch er verschwand aus ihrem Sichtfeld und kam kurze Zeit später wieder. Er ging weiter und verschwand erneut aus ihrem Sichtfeld, nur um einige Minuten später erneut aufzutauchen.

Langsam begann es zu dämmern. Doch noch immer ging der Mann dauernd hin und her.
Nach einer ganzen Weile, es mussten mittlerweile zwei oder mehr Stunden vergangen sein, sah Nadine wie die Tür des Containers geöffnet wurde. Einer der Männer kam mit einer Flasche in der Hand heraus.
»Hey Wassiliev komm rein. Die Chefin hat gerade angerufen. Sie haben sie gefunden.«, sagte der Mann, es war derjenige, der ohne Akzent sprach.
»Das wurde auch langsam Zeit. Ich hab doch gesagt, hier kommen die nicht hoch. Das ist viel zu weit um hoch zu klettern.«, sagte der Mann der draußen geblieben war. Er nahm die Flasche von dem anderen Mann entgegen, trank einen Schluck und ging mit ihm zusammen in den Container. Durch das gekippte Fenster konnte Nadine sehen, wie die Drei sich an einen Tisch setzten und tranken und sie konnte gedämpft Musik hören die aus dem Container kam.

Sie stieg ein paar Stufen zurück bis zu der Tür und versuchte, diese zu öffnen. Sie war ziemlich erstaunt, daß sich das Rad ohne ein Geräusch drehen ließ. Langsam schob sie die Tür auf und schaute heraus. All zu viel konnte sie allerdings nicht erkennen, da es bereits zu dunkel war. Sie klappte das Nachtsichtgerät herunter und schaltete es ein. Nun konnte sie besser sehen und schaute sich um so gut es ging. Doch wirklich heraus traute sie sich nicht.
Zu ihrer Rechten konnte sie sehen, daß die Tür sich in einer massiven Felswand befand. Der große Lüfter befand sich hingegen in einem kleinen Vorsprung aus Beton, so das sie sich in einer Ecke zwischen diesem Vorsprung und dem Fels befand. Links von sich sah sie einen Geländewagen. Nicht einen dieser Pseudogeländewagen den irgend welche Möchtegerntypen immer fuhren um anzugeben, sondern einen richtigen, geländegängigen Wagen mit großer Bodenfreiheit und Reifen mit groben Profil. Der Zaun führte im rechten Winkel von der Felswand aus einige Meter gerade aus weg, machte einen Knick nach rechts, verlief hinter dem Container her und machte wieder einen Knick bis zur Felswand. Das Areal welches von dem Zaun umschlossen wurde war ungefähr zwanzig mal zwanzig Meter groß. Sie fragte sich, wo das Tor in diesem Zaun war und entdeckte dieses hinter dem Geländewagen.

Das Tor würde sie vermutlich nicht öffnen können ohne daß die Männer die sich im Container aufhielten etwas davon merkten. Doch irgend wie mussten sie hier raus kommen. Sie wagte sich weiter vor und schaute um die Ecke des Vorsprunges herum. Dort fand sich allerdings nur die Felswand und eine freie Rasenfläche.

Ein lautes, mehrstimmiges Lachen ließ sie aufschrecken. Sie schaute zum Container und konnte erkennen daß alle drei Männer sich noch in diesem befanden. Neben dem Container sah sie einige kurze Balken liegen und hatte eine Idee. Sie schloss so leise es ging die Tür und versuchte dann den Schlauch der von der Gasflasche zu dem Lüfter führte aus diesem heraus zu ziehen. Da er nur lose neben der Umrandung durch gesteckt war, ging das ziemlich einfach. Mit dem Ende des Schlauches ging sie geduckt zu dem Container und nahm einen der Balken. Durch das gekippte Fenster konnte sie nun sehen, daß die Männer bereits die dritte Flasche öffneten und diese herum reichten. Offensichtlich waren bereits alle drei ordentlich angetrunken. Das sollte es ihr einfacher machen ihren Plan in die Tat umzusetzen, ohne in Gefahr zu geraten. So leise es ging stellte sie den Balken unter die Türklinke des Containers und drückte ihn fest. Wenn jetzt einer der Männer heraus wollte um zu rauchen oder vielleicht um auszutreten, dann hatte sie ein großes Problem.

Nun nahm sie den Schlauch und als keiner der Männer zum Fenster sah, steckte sie ihn langsam zwischen Fenster und Rahmen hindurch. Schnell lief sie zu den Gasflaschen und drehte das Ventil der Flasche an der der Schlauch angeschlossen war langsam auf. Plötzlich veränderte sich die Stimmung im Container. War diese eben noch recht ausgelassen, klangen die Männer nun eher aufgeregt, beinahe panisch. Sie drehte das Ventil an der Flasche so weit auf es ging und konnte durch das Fenster eine gelbliche Wolke sehen die von dem Schlauch ausging. Sie hoffte, daß das Gas schnell genug wirken würde, so daß die Männer keine Gelegenheit mehr haben würden, die Fenster zu öffnen. Doch dann hörte sie einen Schuss und neben sich ein leises Geräusch als die Kugel im Gras einschlug. Sie hörte noch einen Schuss und spürte eine leichte Berührung am Oberarm. Schnell versteckte sie sich hinter den Gasflaschen. Sie schaute sich ihren Arm an und erkannte ein Loch im Ärmel ihres Overalls. Sie war erschrocken aber auch erleichtert, daß die Kugel offenbar nur den Ärmel erwischt hatte. Sie erwartete noch weitere Schüsse doch als diese ausblieben schaute sie hinter den Gasflaschen hervor. Sie bemerkte sofort zwei Löcher in der Scheibe. Doch von den Männern fehlte jede Spur.
Erst als sie nah am Fenster stand, sah sie diese auf dem Boden liegen. Schnell entfernte sie sich wieder von dem Fenster und drehte das Ventil der Gasflasche zu. Dann ging sie zu der Tür in der Felswand und schaute hinein. Mit dem Nachtsichtgerät konnte sie Kati deutlich sehen die auf der Leiter hockte.
»Kati, komm rauf. Schnell. Beeil dich.«, rief sie. Eine gewisse Euphorie hatte sich in ihr breit gemacht. Sie sah Kati die Leiter hinauf klettern. Als sie endlich oben angekommen war rief sie »Los mach schnell, ich weiß nicht, wie lange das Zeug wirkt. Wir müssen so schnell es geht von hier weg.
»Was riecht hier so komisch?«, fragte Kati.
»Ich habe das Gas in den Container geleitet.«, erklärte Nadine. Sie schaute Kati grinsend an und spürte ein leichtes Schwindelgefühl.
»Ist alles in Ordnung mit dir?«, fragte Kati. Sie schien aus irgend einem Grund besorgt zu sein.
»Ja, alles in Ordnung.«, sagte sie. Dann wurde ihr schwarz vor Augen.

- - -

»Sag mal, ziehst du das Teil auch irgendwann wieder aus?« Julia schaute breit grinsend zu Mara.
»Was meinen Sie Herrin?«, fragte diese und schien ehrlich erstaunt.
Julia ging zu ihr und zog an den langen, roten Haaren, welche aus dem Bund von Maras Hose heraus schauten. »Das Teil meine ich. Du trägst es schon den ganzen Tag. Als du es heute Morgen beim Laufen getragen hast, hab ich mir ja noch nichts bei gedacht. Aber es ist Mittag.«
Mara schaute zu Julia und ihre Gesichtsfarbe glich sich langsam ihrer Haarfarbe an. Sie hatte als sie eben im Bad war, offenbar vergessen die Haare des Schweifs wieder ordentlich in die Hose zu stecken, so das einige davon oben heraus schauten.

Tatsächlich trug sie den Plug mit dem Pferdeschweif bereits seit gestern Abend. Es hatte sie einiges an Mühe und noch wesentlich mehr Überwindung gekostet, den mit zweieinhalb Zentimetern Durchmesser eigentlich recht kleinen Plug mit reichlich Gleitmittel in ihrem Hintern zu versenken. Es hatte nicht wirklich wehgetan als sie ihn gegen ihren in dieser Hinsicht noch jungfräulichen Schließmuskel gedrückt hatte und dieser sich langsam weitete. Doch es war ein sehr seltsames und unangenehmes Gefühl als dieser sich immer mehr dehnte. Als dann die dickste Stelle des Plugs überwunden war und sich ihr Schließmuskel plötzlich um das dünne Stück schloss hatte sie leise aufgeschrien. Nicht vor Schmerz sondern mehr vor Schreck und Erregung.

So etwas hätte sie vorher nie getan. Sich etwas in ihren Hintern zu stecken hatte für sie etwas verrufenes, unanständiges. Doch dann musste sie feststellen, daß vieles von dem was sie an den letzten Abenden getan hatte genauso in diese Kategorie fiel und kurzentschlossen den Plug und ihren Hintern großzügig mit Gleitmittel eingeschmiert.

Nachdem sie sich wieder beruhigt hatte, war sie nackt zum Spiegel gegangen und hatte sich eingehend betrachtet. Der Schweif hatte eine ähnliche Farbe wie ihr eigenes Haar. Eigentlich sah das garnicht mal schlecht aus, hatte sie sich gedacht. Sie hatte mit dem nackten Hintern gewackelt und grinsend beobachtet, wie der Schweif der ihr fast bis zu den Knöcheln reichte, hin und her schwang. Es war ein zwar seltsames, aber durchaus angenehmes Gefühl. Zwar hatte sie seitdem ständig das Gefühl aufs Klo zu müssen doch daran hatte sie sich erstaunlich schnell gewöhnt.

Wie eigentlich an jedem Abend der letzten zwei Wochen hatte sie die elektrische Zahnbürste genommen, die sie in ihrer Nachttischschublade verstaut hatte und sich damit befriedigt bis sie leise stöhnend gekommen war und war danach sofort eingeschlafen. Am Morgen hatte sie den Plug zwar heraus nehmen und reinigen müssen, doch nach dem Toilettengang hatte sie ihn wieder eingeführt. ’Das passt doch eigentlich ganz gut zum Laufen mit dem Sulky.’, hatte sie gedacht. Doch dann hatte sie ihn auch nach dem Duschen wieder eingeführt und unter der Hose versteckt. Offenbar hatte Herrin Julia doch mitbekommen, daß sie ihn noch trug.

»Hallo, ich habe dich was gefragt.«, sagte Julia noch immer grinsend.
»Entschuldigung Herrin, ich war gerade in Gedanken.«
»Ich habe dich gefragt, ob du den auch mal wieder raus nehmen willst.«, sagte Julia. »So ganz ohne Probleme ist das nämlich nicht, wenn du den so lange trägst.«
»Es fühlt sich gut an Herrin.«, sagte Mara abwesend. Es dauerte einen Moment, bis sie begriff, was Julia gesagt hatte. »Was meinen Sie mit Problemen?«
»Was habe ich getan?«, fragte Julia theatralisch »Ich habe ein Monster erschaffen.« Sie grinste noch immer. »Mit Problemen meine ich, daß du vielleicht besser gründlich aufs Klo gehst, nachdem du ihn raus genommen hast.«
Es dauerte einen Moment, bis Mara verstand, was sie meinte. Sie wollte sofort ins Bad gehen, doch Julia hielt sie zurück. »Am Besten wartest du, bis du wirklich musst. Und vielleicht solltest du das hier essen.« Sie holte eine Tafel Schokolade aus einer Schublade, brach diese in zwei Hälften und gab Mara eine davon. Diese nickte nur verstehend.

»So, jetzt mal ab nach unten mit dir. Heute ist nicht viel los, da kannst du mal beide Läden übernehmen, während ich schon mal meine Sachen für morgen raus suche. Wir fahren morgen um 17 Uhr los. Bis dahin möchte ich, das du deine Sachen auch gepackt hast. Bitte nur ein paar Tuniken und Unterwäsche. Und natürlich, was du sonst noch so brauchst, Duschsachen, Handtücher, Zahnbürste und so.«
»Ja Herrin.«, sagte Mara und wollte nach unten gehen.
»Warte mal. Eins muss ich dir noch sagen.«
»Ja Herrin?«
»Ich habe nichts gegen deine innige Beziehung zu deiner elektrischen Zahnbürste.« Bei diesen Worten wurde Mara erneut knallrot. »Aber wenn du nochmal einer Kundin erzählst, sie soll die mal versuchen, obwohl sie schon einige Teile in der Hand hat und damit zur Kasse kommt, dann stelle ich den Strafbock ins Schaufenster, binde dich nackt da drauf und lasse dich den stärksten Vibrator ausprobieren, den ich im Laden habe. Und zwar einen ganzen Tag lang.«
Mara schaute sie entsetzt an. »Entschuldigung.«, stammelte sie. »Ich wollte doch nicht, daß sie alles wieder zurück legt. Ich dachte, sie würde sich die zusätzlich kaufen.«
Julia schaute Mara an. Sie merkte, daß sie mit dieser Drohung zu weit gegangen war. Anscheinend dachte Mara, daß sie das wirklich ernst meinte. Schnell ging sie zu ihr und nahm sie in den Arm.
»Entschuldige Mara. Das war doch nicht ernst gemeint.«, sagte sie und wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht. »Ich wollte dir keine Angst machen.«
Mara hob den Kopf und schaute sie mit verweinten Augen an. »Wirklich nicht?«, fragte sie leise.
»Nein Mara, wirklich nicht.«, sagte Julia »Aber tu sowas bitte nicht noch mal. In Ordnung?«
Mara nickte und löste sich aus der Umarmung. Sie wischte sich die Tränen ab und fragte noch einmal »Wirklich nicht?«
»Nein Mara, das würde ich nie machen. Wirklich nicht.«
»Sie würden mich mit der Peitsche schlagen, oder?«
Julia schaute sie an und musste lachen. »Nein, belohnen würde ich dich dafür ganz bestimmt auch nicht.«
Mara schaute sie kurz an und nun musste auch sie lachen.
Erleichtert sah Julia sie an. »Jetzt mach aber, das du nach unten kommst, der Laden sollte schon längst wieder auf sein.«
»Ja Herrin.«, sagte Mara und knickste. »Vielen Dank Herrin.« Sie ging schnell nach unten und öffnete den Laden.

Sie brach sich ein Stück der Schokolade ab und legte den Rest unter den Tresen. Während sie genüsslich die Schokolade kaute und auf Kundschaft wartete, betrachtete sie abwesend den Strafbock. Langsam ging sie auf diesen zu und legte sich darauf. Sie fragte sich, wie es wäre, hier drauf gefesselt zu sein. Herrin Julia würde das zwar ganz sicher machen, wenn sie sie darum bitten würde doch etwas an dieser Vorstellung schien ihr falsch. Wie so oft in den letzten Tage hatte sie das unbestimmte Gefühl, daß irgend etwas fehlte, ohne genau zu wissen, was das sein sollte.



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FriedetVolljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:30.07.17 15:14 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo,

Also die Entwicklung bei Mara ist wirklich super. Aber auch bei Isabella und Frida gab es ja schon in der vorigen Folge unerwartete Neuigkeiten. Es wäre interessant, wenn die alle mal zusammenkämen.

Und Nadine? ein ganz spannender Krimi.

Und ich schaue auf den Kalender... Noch eine Woche bis zur nächsten Folge. grins

Vielen Dank

Friedet
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HeMaDo
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:05.08.17 18:01 IP: gespeichert Moderator melden


Da ich im Moment etwas eingespannt bin, gibt es heute mal nur hier einen neuen Teil. Trotz Problemen beim Posten ohne zu stückeln.

WEDER REGEN NOCH SCHNEE ODER DIE DUNKELHEIT DER NACHT KANN DIESE BOTEN VON IHRER PFLICHT ABHALTEN

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Nadine hatte Schmerzen. Ihr Kopf schien jeden Moment explodieren zu wollen. Außerdem fror sie. Besonders ihr Arm fühlte sich sehr kalt an. Ihre Kehle war trocken und sie hatte Hunger und vor allem Durst. Sie öffnete die Augen und sofort spürte sie einen stechenden Schmerz in ihrem Kopf. Sie stöhnte leise. Als sie die Hand hob, schmerzte ihr Arm. Doch sie zwang sich dazu, die Hand vor die Augen zu legen und diese zu öffnen. Langsam nahm sie die Hand herunter und wurde wieder geblendet. Sie versuchte eine Weile sich an das helle Licht zu gewöhnen. Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, bis sie ihre Augen öffnen konnte ohne daß es schmerzte.

Wo war sie? Sie wollte sich umsehen, doch ihr Kopf schmerzte bei jeder Bewegung. Dennoch drehte sie diesen ganz langsam. Sie befand sich in einem Auto.
Was war passiert? Sie war in dem Bergwerk und wollte mit Kati flüchten. Sie waren eben noch den Schacht hinauf geklettert. Wo war Kati? Wieso war sie nicht hier?
Langsam kehrte die Erinnerung zurück. Sie hatte die Wachposten mit ihrem eigenen Gas betäubt und hatte dann Kati gerufen, dann endete ihre Erinnerung. Hatten sie sie erwischt? Wollten sie sie zurück bringen? Aber warum war sie dann ganz alleine in diesem Auto?
Sie versuchte, sich aufzusetzen. Wieso lag sie auf der Rückbank? Jede Bewegung schmerzte. Wenn die Aufseher sie erwischt hatten, musste sie fliehen solange diese noch dachten, sie würde bewusstlos hier liegen. Unter großen Schmerzen öffnete sie die Tür. Sie wollte aus dem Auto klettern. Doch sie verlor das Gleichgewicht und fiel. Ihr Arm schmerzte als sie auf diesen fiel. Ein Schmerzensschrei entfuhr ihr. Sie versuchte, weg zu kriechen.

Jemand kam auf sie zu gerannt, stellte sich vor sie. Sie erkannte die schwarze Uniform der Aufseherinnen, die schwarzen Stiefel.
»Bitte, lassen Sie mich einfach gehen.«, sagte sie leise. Sie klammerte sich an die Hose der Frau und wollte sich aufrichten. »Bitte, ich sage auch niemandem was.«
»Was willst du niemandem sagen?«
Diese Stimme. Sie kam ihr vertraut vor. Langsam hob sie den Kopf.
»Warum bist du nicht im Auto geblieben?«
Wieder diese Stimme. Die Frau beugte sich zu ihr, fasste sie an den Schultern. Ein stechender Schmerz durchfuhr ihren Arm. Sie schrie vor Schmerzen.
»Komm, steh auf. Hilf mir. Du bist zu schwer.«
Langsam kam ein Gesicht in ihr Blickfeld. Sie sah kurze, braune Haare und braune Augen. »Kati?«, fragte sie.
»Wer denn sonst? Komm schon, steh auf. Du bist zu fett Frau. Mach doch gefälligst mit!«
Es kostete sie einiges an Kraft, mit Katis Hilfe aufzustehen und sich wieder in den Wagen zu setzen.

»Hast du mich vorhin fett genannt?«, fragte Nadine.
Kati hatte ihr etwas Wasser gegeben und das Päckchen mit den Keksen aus der Notration geöffnet. Nun ging es ihr schon wesentlich besser. Zwar hatte sie noch leichte Kopfschmerzen und auch ihr Arm schmerzte noch. Aus irgend einem Grund hatte Kati diesen verbunden und ein Teil des Ärmels war abgeschnitten.
»Entschuldige.«, sagte Kati verschämt. »Es war gestern Abend schon schwer genug, dich in das Auto zu zerren.«
Langsam dämmerte Nadine, was passiert war. Sie musste selbst etwas von dem Gas eingeatmet haben und bewusstlos geworden sein. Kati bestätigte ihr diese Vermutung als sie erzählte, was danach passiert war. Sie hatte es mit großer Mühe geschafft, Nadine auf die Rückbank des Wagens zu zerren und das Tor geöffnet. Als sie versucht hatte, mit dem Auto weg zu fahren, zum Glück steckte der Schlüssel, waren die Männer anscheinend aufgewacht. Kati hatte darauf hin die Gasflasche wieder aufgedreht und diese, nachdem der Mann am Fenster wieder bewusstlos geworden war, zugedreht. Danach hatte sie das Ventil nur ein kleines Stück aufgedreht, in der Hoffnung, daß das Gas die Männer so eine Weile bewusstlos halten würde.

Sie hatte es nach einigen Versuchen tatsächlich geschafft, das Auto in Bewegung zu setzten und bis hier her zu fahren. Doch die Batterie hatte nicht all zu lange gereicht. Als es hell geworden war, hatte Kati dann gesehen, daß Nadine am Arm blutete und diesen Verbunden. Dazu hatte sie den Ärmel des Overalls abgeschnitten.

Nadine ließ sich von Kati die Notration geben und sie teilten sich diese und die letzte halbe Flasche Wasser. Danach ging es Nadine bereits wesentlich besser. Sie beschlossen, den nun nutzlosen Wagen einfach stehen zu lassen und zu Fuß weiter zu gehen, nicht jedoch ohne diesen noch gründlich durchsucht zu haben. Im Kofferraum fanden sie eine Jacke und eine schwere Weste. Nadine wollte Kati die Jacke geben doch diese bestand darauf, daß Nadine diese anziehen sollte, weil ihrem Overall ja ein Ärmel fehlte.
So gingen sie den Feldweg auf dem sie sich befanden entlang und kamen kurze Zeit später zu einer Ortschaft. Ein heruntergekommenes Schild zeigte, daß dieser Ort Леоновичи hieß. Im Ort trafen sie auf eine Frau, die die Beiden ziemlich erstaunt an sah. Offenbar verirrten sich nicht viele Fremde in dieses kleine Nest.
»Entschuldigung, wir suchen die Polizei.«, sprach Nadine diese an.
Die Frau sah sie noch immer erstaunt an. Obwohl angeblich jeder Mensch auf der Welt englisch lernte, verstand diese sie offenbar nicht.
»Polizei.«, sagte Nadine langsam, in der Hoffnung, daß die Frau verstand, was sie wollte.
Noch immer schaute die Frau sie unverwandt an. »Politsiya nicht gut. Ist bestochen. Politsiya machen nichts.« sagte die Frau. Also hatte sie sie doch verstanden. Aber diese Tatsache wunderte sie auch nicht besonders. »Kommen mit zu Priester.« Die Frau winkte ihnen zu folgen.
»Wir brauchen keinen Priester. Wir leben noch und heiraten wollen wir auch nicht.«, sagte Nadine, die die Institution der Kirche noch nie richtig verstanden hatte.
»Nicht Heiraten. Reden.«, sagte die Frau und deutete ihnen nochmals mit zu kommen.
Den Beiden blieb nichts anderes, als der Frau zu folgen, bis sie an eine kleine, aber sehr schöne Kirche kamen. Diese stach aus den umliegenden Häusern heraus, da sie in einem hellen Blau angemalt war und mit ihrem goldenen Zwiebelturm Nadines Vorstellung nach genau dem Klischee einer russischen Kirche entsprach. Die Frau führte sie zu einem Seiteneingang und klopfte laut an die Tür.

Ein Mann kam heraus, der überhaupt nicht Nadines Vorstellung eines Priesters entsprach. Er trug eine weite Jogginghose, eine dazu passende Jacke und Filzpantoffeln. Er schaute zu der Frau und redete auf diese ein. Es dauerte einige Sätze bis die Frau seinen Redefluss unterbrochen hatte und ihm offensichtlich erklärte, daß die Beiden zur Polizei wollten.
»Sie wollen zur Polizei? Ich fürchte, die wird ihnen hier nicht helfen, wenn ihnen nicht gerade eine Ziege oder eine Kuh gestohlen wurde. Mehr kommt hier an Straftaten kaum vor. Was wollen Sie denn eigentlich dort?«
Die Frau nickte dem Priester zu, verabschiedete sich und ging.
Dann begannen Nadine und Kati zu erklären, was sich in dem Bergwerk zutrug und das sie geflüchtet waren. Die Tatsache, daß sie die drei Männer betäubt und deren Auto gestohlen hatten, ließen sie dabei allerdings aus. Der Mann bat sie hinein und führte sie in seine Küche in der ein großer Holzofen eine gemütliche Wärme spendete.
»Entschuldigen Sie, aber meine Frau ist gerade Arbeiten. Ich kann ihnen leider nur einen Tee anbieten, den bekomme ich gerade noch hin.«, sagte er und begann auf einem elektrisch beheizten Samowar eine Kanne Tee zuzubereiten. Er ließ sich berichten, was die Beiden im Bergwerk erlebt hatten und wie sie dort hin gelangt waren.
Er erklärte den Beiden, daß die örtliche Polizei allerdings kaum etwas unternehmen würde, wobei Nadine allerdings den Verdacht hatte, daß er etwas verschwieg. Doch er bot ihnen an, sie später, wenn seine Frau kam, sie mit dem Wagen nach Minsk zu bringen, wo sie zur Polizei gehen könnten. Doch Nadine lehnte dankend ab und bat darum, jemanden anrufen zu können. Der Mann holte ein Comm und gab es Nadine, doch sie hatte in diesem Moment überhaupt keine Ahnung, wen sie überhaupt anrufen sollte.

- - -

»Schon wieder eine langweilige Spätschicht.« Mareike, saß gelangweilt auf ihrem Stuhl und las ein Buch. Sie sah auf und schaute zu Claudia, die es sich vor dem Pult bequem gemacht hatte.
»Verstehe schon, all zu gesprächig bist du nicht.«, sagte Claudia und schaltete den Monitor vor sich auf eine andere Ansicht. Sie überlegte, ob sie die Leistung des Wasserkraftwerkes erhöhen sollte, genug Wasser dazu führte der Fluss um diese Jahreszeit. Sie schaute auf die Anzeigen, welche die gerade benötigte Leistung und die erzeugte Leistung auflisteten und entschied sich dagegen. Vielleicht später, wenn es dunkel wurde und alle das Licht anschalteten. Sonst müsste sie das mit den Technikern der Kraftwerke abstimmen, da im Moment nicht genug Leistung benötigt wurde.
In diesem Moment klingelte das Comm vor ihr. Aus Gewohnheit schaute sie auf die Nummer. Der Anruf kam nicht von hier. Im Gegenteil, der Nummer nach kam er sogar von sehr weit weg. Wahrscheinlich hatte sich wieder einmal jemand verwählt. Sie mochte solche Anrufe, da sich daraus bereits das ein oder andere Mal interessante Unterhaltungen ergeben hatten. Sie setzte die Kopfhörer auf und nahm das Gespräch an. »Leitwarte Horizons, Holtz.«, meldete sie sich.
»Claudia?«, fragte eine Frauenstimme.
»Ja, Claudia Holtz, was kann ich für Sie tun?«
»Du glaubst garnicht, wie froh ich bin, dich zu hören. Egal wie, du musst uns hier abholen. Es ist dringend.«
Zwar kam ihr die Stimme nur zu bekannt vor, doch das war unmöglich. Nadine war vor mehr als einem Monat verunglückt und vor zwei Wochen für tot erklärt worden.
»Und wen bitte soll ich abholen und wo?«
»Ich bin es, Nadine.«, sagte die Stimme.
Claudia erbleichte und begann zu zittern. »Hören sie mir jetzt ganz genau zu!«, schrie sie in das Mikrofon. »Das ist ein verdammt schlechter Scherz, den sie sich da mit mir erlauben. Wir beenden dieses Gespräch jetzt. Und sollten Sie es wagen, sich noch einmal hier zu melden, werde ich die Polizei anrufen.«
Darauf hin herrschte Stille und sie hörte nur jemanden atmen. »Claudia, ich bin es wirklich.« sagte die Frau. Du beschwerst dich dauernd darüber, daß ich immer die Füße auf den Tisch lege, von dem du noch essen willst.«
Nun war Claudia eine Weile sprachlos. »Nadine? Bist du das wirklich?« fragte sie nachdem sie ihre Sprache wieder gefunden hatte.
»Ja, ich bin es. Wirklich. Die Nummer ist die einzige, die ich mir merken kann. Claudia, egal wie, du musst mich hier abholen. Ich bin in« es gab eine kurze Pause während der sie offenbar mit jemand anderem sprach. »Ich bin hier in Leonovichi, das ist in der Nähe von Minsk. Bitte, lass dir was einfallen.«
»Minsk? Das Minsk in Sibirien oder so? Was um alles in der Welt machst du da?«
»Minsk ist in Russland. Wie ich hier her komme, das erkläre ich dir später. Ich bin hier in der Kirche. Ich schicke dir gleich die Adresse. Bitte, es ist wirklich dringend.«
»Du bist wo? In der Kirche? Was machst du denn da?«
»Was soll ich in einer Kirche wohl machen? Ich heirate und brauche dich als Trauzeugin.«
Claudia glaubte zwar Nadines Sarkasmus heraus zu hören, fragte aber lieber noch einmal nach »Du heiratest? Ernsthaft?«
»Nein, ganz bestimmt nicht.« fuhr Nadine sie an. »Aber der Priester ist anscheinend der Einzige hier, der mich versteht.« Sie klang ziemlich ungeduldig. »Ich schicke dir jetzt die Adresse. Bitte sieh zu, das du uns hier irgend wie weg holen kannst. Wenn es sein muss, klau dir eins der Flugzeuge.«
»Ich sehe zu, was ich machen kann. Ich melde mich dann bei dir.«
»Claudia, ich danke dir.«, sagte Nadine und beendete das Gespräch.

Claudia schaute noch immer ungläubig auf das Comm. Noch während sie das Comm anstarrte, piepste es. Sie tippte auf das Display und eine Adresse erschien. Gleich darauf piepste es noch einmal und ein Bild wurde angezeigt. Es zeigte tatsächlich Nadine vor einer blau angemalten Kirche mit Zwiebelturm. Sie trug einen schmutzig beigen Overall dem ein Ärmel fehlte. An ihrem Arm konnte Claudia einen Verband erkennen an dem eindeutig Blut zu sehen war.
Krampfhaft überlegte sie, was sie tun konnte.

»Wenn ihnen noch irgend was einfällt, dann melden Sie sich sofort bei mir.«, hatte die Chefin damals gesagt.
»Mareike, ich muss weg.«, sagte Claudia zu ihrer äußerst verwirrt drein schauenden Kollegin, während sie das Bild und die Adresse auf ihr Comm übertrug. »Wenn irgend was ein sollte, ruf die Bereitschaft an.« Claudia zog ihre Jacke über und verließ die Warte. So schnell sie konnte, verließ sie das Gebäude und rannte an Halle vier vorbei zum Verwaltungsgebäude. Ohne sich mit den beiden Frauen am Empfang aufzuhalten, lief sie zu den Aufzügen und drückte die Taste. Es dauerte nur einige Sekunden bis die Tür des mittleren Aufzuges zur Seite glitt. Sie drückte den Knopf für den achten Stock und wartete. Nach einer Weile glitt die Tür wieder zur Seite und entließ sie in den Flur. Hier oben war sie noch nie gewesen. Angeblich sollte hier großer Luxus herrschen, doch davon war nichts zu sehen. Auf dem Boden lag der selbe, harte Teppich wie in den anderen Etagen in denen sie bereits gewesen war. Sie folgte dem Flur bis sie an die Tür vor Kopf kam. Ein Schild zeigte ihr, daß sie richtig vermutet hatte.

’Dr. Emylia Maria Kroll, Geschäftsführerin’ stand auf dem Schild. Darunter in ebenso großen Buchstaben ’Linda Pawlak, Sekretärin’
Sie klopfte an die Tür und wartete bis jemand »Herein« rief und öffnete die Tür.
»Hallo, was kann ich für Sie tun?«, fragte die Frau mit den blonden Locken die in diesem riesigen Raum vor einem nicht minder großen Schreibtisch saß und sie fragend ansah.
»Nadine, also Frau Renger, sie lebt. Sie hat mich eben angerufen. Aus irgend einem Dorf in Russland. Frau Kroll hatte mir gesagt, ich soll ihr sofort Bescheid sagen, wenn mir noch was einfällt oder irgend etwas ist.«, sagte Claudia aufgeregt.
»Beruhigen Sie sich erst einmal. Frau Kroll hat im Moment keine Zeit. Am Besten erklären Sie mir erst einmal, was passiert ist.«
Claudia versuchte, sich zu beruhigen und erzählte der Frau dann von dem Anruf. Sie erklärte ihr, daß sie sicher war, daß dieser Anruf kein übler Scherz war, wie sie selbst zuerst geglaubt hatte.
»Und diese Frau, die sich für Frau Renger ausgegeben hatte, hat gesagt Sie sollten sie abholen? Das erscheint mir schon ein wenig seltsam. Wie können Sie sich denn so sicher sein, daß das überhaupt Frau Renger war?«
»Ich bin mir ganz sicher. Sie hat mir ein Bild geschickt. Hier.« Claudia zeigte der Frau das Bild.«
»Ich denke, das Bild sollten wir erst einmal genau untersuchen. Nicht daß es sich um eine Betrügerin handelt, jemand der einfach nur ein Bild von Frau Renger genommen und bearbeitet hat.«
»Nein.«, rief Claudia aus. »Sie hat mir etwas gesagt, was nur sie wissen konnte und niemand anderes. Ich bin mir sicher, daß sie es ist. Außerdem kenn ich ihre Stimme. Wir haben immerhin ein paar Jahren lang zusammen gearbeitet.«
»Ich kann ja verstehen, daß sie sich Sorgen machen. Und wenn es wirklich Frau Renger ist, dann werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um sie zurück zu holen. Aber vorher müssen wir ganz sicher sein, daß sie es auch tatsächlich ist. Am Besten, Sie geben mir die Adresse und das Bild und erzählen niemandem etwas von diesem Anruf, wir wollen doch niemandem falsche Hoffnung machen. Wir werden das alles genau untersuchen und entsprechend handeln.«, sagte die Frau ruhig.
Claudia nickte resigniert, hier konnte sie offenbar wirklich nicht mehr tun. Anscheinend wollte diese Frau alles tun um sie los zu werden. Würde die Chefin wirklich Nachforschungen anstellen lassen? Da war sie sich jetzt nicht mehr so sicher. Sie legte das Comm an den Bildschirm des Computers auf dem Schreibtisch und wollte die Adresse und das Bild auf diesen wischen, als sie die Tür hinter dem Schreibtisch öffnete.
»Was ist denn hier los Linda?« fragte die Chefin erstaunt.
»Frau Kroll, ich habe eben einen Anruf von Frau Renger bekommen. Sie lebt und sie ist irgendwo in Russland.«
Während die Chefin sofort auf sie zu kam, schien ihre Sekretärin sehr verärgert zu sein. Doch das machte Claudia nichts aus. Sie erzählte noch einmal von dem Anruf und warum sie sich so sicher war, daß die Anruferin tatsächlich Nadine war. Sie zeigte Frau Kroll das Bild .

»Linda, bitte sag alle meine Termine für heute ab. Ich fliege nach Russland.«, sagte Frau Kroll. Sie fasste Claudia am Arm und zog sie mit sich zu dem Aufzug der sich direkt in dem Raum befand. ’Einen eigenen Aufzug hat auch nicht jeder.’, dachte Claudia als sie nach unten fuhren.
»Ich brauche schnell vier Frauen vom Sicherheitsdienst am Flugfeld.«, sagte die Chefin nachdem sie ihr Comm angetippt hatte.

- - -

»Was soll das heißen, ihr wisst nicht, wo sie hin gekommen ist? Was seid ihr für Versager?«, schrie Linda in ihr Comm. »Findet das heraus und sagt den Kunden, daß sie irgend wo in Russland ist. So viele Kunden können wir da ja nicht haben.«
»Nein, ich weiß nicht, wo das genau ist. Ich konnte die Adresse nicht sehen. In dem Moment, wo mir diese blöde Kuh die Adresse geben wollte ist meine Chefin raus gekommen. Ich weiß nur, daß sie irgend wo ist, wo es eine blaue Kirche gibt.« Wütend beendete Linda das Gespräch und lief wie ein Tiger vor ihrem Schreibtisch im Kreis herum während sie angestrengt nachdachte. Dann nahm sie ihr Comm und tippte eine Nummer ein.
»Ich bin’s, Linda. Packt alles ein, ihr müsst hier verschwinden. Und zwar schnell.«
»Nein, ich bleibe hier und versuche den Schaden zu begrenzen. Die Frauen schafft nach Berlin oder meinetwegen nach Timbuktu. Hauptsache weg von hier!«
»Ja, ich weiß, wie lange sowas dauern kann. Wenn ich richtig liege, haben wir gerade mal ein paar Stunden Zeit. Alles was bis dahin nicht weg ist, bleibt hier.«
Noch immer wütend beendete sie auch dieses Gespräch, setzte sich in ihren Stuhl und schloss die Augen. Als sie sich endlich etwas beruhigt hatte, ging sie Emylias Terminkalender durch und sagte deren heutigen Termine ab.

- - -

Seid dem sie Claudia angerufen hatte, waren bereits gute drei Stunden vergangen, ohne daß diese sich gemeldet hatte. Nadine machte sich langsam Sorgen, ob sie es wirklich schaffen könnte hier her zu kommen. Der Priester hatte ihnen zwar angeboten, die Nacht hier verbringen zu können, doch alleine hatten weder sie noch Kati eine große Chance, hier weg zu kommen. Noch wollte Nadine die Hoffnung nicht aufgeben, doch langsam wurde ihr etwas mulmig zumute.

Dann hörte sie ein Geräusch, welches immer lauter wurde. ’Ein Flugzeug’ Schoss es ihr durch den Kopf. Sie sprang auf und lief nach draußen. Tatsächlich, ein pechschwarz lackiertes Frachtflugzeug näherte sich, umkreiste die Kirche einmal und setzte denn zur Landung auf der großen Wiese an, die sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befand. Als vier schwarz gekleidete Frauen mit gezogenen Waffen aus der sich öffnenden Frachtluke sprangen und sich umschauten, stockte ihr der Atem. ’Aufseherinnen’, fuhr es ihr durch den Kopf und sie wollte bereits in die Kirche Laufen um zusammen mit Kati aus dem Hintereingang flüchten, als zwei weitere Frauen aus stiegen und auf die Kirche zu kamen.

Eine der Frauen, sie trug eine Jeans, schwere Stiefel und trotz des recht kalten Wetters ein schwarzes T-Shirt, hatte braune Haare die offen im Wind wehten. Die Andere, sie hatte ebenfalls Braune Haare, die allerdings zu einem Zopf gebunden waren, trug graue Arbeitskleidung und sah sich aufgeregt um.
»Claudia!« schrie Nadine erleichtert und rannte auf die beiden Frauen zu. Sie sprang ihrer Kollegin förmlich um den Hals. »Ich wusste, daß du mich nicht im Stich lässt.«, sagte sie. Tränen der Erleichterung rannen ihre Wangen hinab.

Die andere Frau umrundete sie langsam und warf einen Blick auf ihr Pad, während die vier bewaffneten sich sichtlich entspannten, sich aber dennoch weiterhin aufmerksam umsahen.
»Nadine, das ist Frau Kroll, Frau Kroll, das ist Nadine, Entschuldigung, Frau Renger. Und ich bin mir ganz sicher, daß sie es wirklich ist.« stellte Claudia sie einander vor.
»Frau Renger, jetzt würde mich aber doch mal brennend interessieren, was passiert ist und wieso sie ausgerechnet in Weißrussland wieder auftauchen.«, sagte Frau Kroll und reichte ihr die Hand, nahm ihr Pad und hielt es hoch. »Darf ich?«, fragte sie.
Nadine nickte, worauf hin ihr die Chefin das Pad an den rechten Oberarm hielt. Doch nichts passierte. Frau Kroll hielt ihr das Pad noch einmal an den Arm doch auch dieses Mal piepste es nicht. Darauf hin hielt Frau Kroll ihren Arm fest und hob den Ärmel an.
»Da hat jemand tatsächlich ganze Arbeit geleistet. Ihr ID-Chip ist entfernt wurden.«, sagte sie und ließ die Reste des Ärmels von Nadines Overall wieder los. »Dann eben auf die altmodische Art.«, sagte sie und hielt ihr das Pad hin. Auf dem Pad war eine stilisierte Hand abgebildet an deren Fingerspitzen sich gelbe Kreise befanden.

Nadine legte ihre Hand auf das Pad und einer nach dem Anderen wurden die Kreise grün. Ihr Bild erschien darauf hin auf dem Pad und auch einige andere Daten. Unter der Tabelle stand in rot das Wort ’VERSTORBEN’.
»Ich glaube, das müssen wir ändern.«, sagte Frau Kroll. Sie schien sichtlich erleichtert, als sie das sagte. »Am Besten, wir fliegen gleich los. Sie haben sicher einiges zu erzählen. Außerdem denke ich, daß sie auch gerne wieder unter die Lebenden möchten.« Frau Kroll deutete mit einer Handbewegung auf die große Frachtklappe des Flugzeuges.

»Das geht nicht. Kati muss auch mit. Sie kann doch nicht hier bleiben.«, sagte Nadine und deutete auf die Kirche.
»Kati?«, fragte Frau Kroll.
»Wir sind zusammen aus dem Bergwerk geflohen. Ohne sie wäre ich ganz bestimmt nicht da raus gekommen.«
»Dann wollen wir sie mal abholen.« Frau Kroll winkte den Bewaffneten zu, sie zu begleiten und ging mit Nadine und Claudia zusammen zu der Kirche.

»Wo ist denn Kati?«, fragte Nadine den Priester als sie in der Küche standen.
»Ihre Freundin hat mich gebeten, baden zu dürfen. Ich zeige ihnen wo das ist.«, sagte der Mann.
»Sie ist nicht meine Freundin. Jedenfalls nicht so.«, entgegnete Nadine.
»Oh, Entschuldigung. Aber ich hatte den Eindruck. Ich wollte Sie nicht beleidigen.« Der Priester führte sie durch einen kurzen Flur zu einer Tür.
Nadine klopfte an und ging ohne eine Antwort abzuwarten hinein. Kati lag tatsächlich in einer großen, modernen Badewanne in der sich jede Menge Schaum befand und nur ihr Gesicht schaute mit einem zufriedenen Lächeln und geschlossenen Augen aus diesem heraus.

»He, aufwachen Schlafmütze.«, sagte Nadine leise. Als Kati sich nicht rührte, suchte sie unter dem Schaum Katis Schulter und tippte sie an. »Aufwachen.«, sagte sie noch einmal.
»Das ist herrlich.«, sagte Kati als sie Nadine erkannte. »Das habe ich schon so lange nicht mehr gemacht.«
»Das freut mich für dich. Aber wir müssen los. Meine Chefin ist hier um uns ab zu holen und nach Hause zu bringen.« Eigentlich hatte Nadine erwartet, daß Kati sich bei dem Begriff ’zu Hause’ freuen würde, doch statt dessen meinte sie, Tränen in ihrem Gesicht sehen zu können. Bevor sie jedoch danach fragen konnte, tauchte Kati unter und kam mit tropfnassen Haaren wieder aus dem Schaum heraus. Ein Geräusch ließ erkennen, daß sie den Stöpsel aus dem Abfluss gezogen hatte und das Wasser durch diesen Floss.
»Ich bin dann draußen.«, sagte Nadine und wollte gerade gehen.
»Nein, nicht.«, rief Kati aus. Nadine schaute sie fragend an. »Ich meine, wenn du mir beim Abtrocknen helfen könntest, dann geht es sicher schneller.«
Nadine rollte mit den Augen. ’Was konnte diese Frau denn überhaupt alleine?’, fragte sie sich und musste innerlich grinsen.

Während Kati sich abduschte hatte Nadine sich höflich umgedreht, doch nun konnte sie nicht mehr umhin sie an zu sehen. Sie frottierte ihr den Rücken und half ihr, nachdem diese sich selbst die Vorderseite abgetrocknet hatte, auch mit ihren Haaren. Wie durch Zufall berührte sie Katis feste Brust mit dem Unterarm als diese sich umdrehte. Am liebsten hätte sie diese in die Hand genommen und wäre auch gerne mit den Fingern über ihre weit vorstehenden Nippel gegangen. Sie schloss kurz die Augen und schüttelte diesen Gedanken ab. Wie kam sie nur wieder darauf? Das musste sicher mit den Muskelpräparaten zu tun haben die, wie Kati sagte, im Essen gewesen waren und solche Nebenwirkungen hatten.
Schnell half sie ihr in die Aufseherinnen-uniform und ging dann von ihr gefolgt in die Küche. Doch dort war niemand zu sehen. Sie gingen nach draußen, doch vor der Tür stand nur eine der Wachen. Nadine erkannte nun, daß diese zwar bewaffnet waren, diese Waffen allerdings nur Taser waren, die einen Menschen schlimmstenfalls bewusstlos machen würden. Kati schrie laut auf als sie die Frau sah, versteckte sich hinter Nadine und klammerte sich an ihren Arm.

»Keine Angst, das ist keine Aufseherin.«, sagte Nadine zu Kati und wandte sich an die Frau. »Entschuldigung, aber die Aufseherinnen im Bergwerk hatten ähnliche Uniformen an.«, sagte sie.
»Kein Problem.«, sagte die Frau. »Die Chefin und Frau Holtz sind mit dem Priester in der Kirche.«
Nadine bedankte sich und ging, gefolgt von Kati zum Haupteingang der Kirche. Kati achtete dabei darauf, möglichst viel Abstand zu der Wache zu halten und hielt sich an Nadines Arm fest.

Als die Beiden den Hauptraum der Kirche betraten, standen Frau Kroll und Claudia zusammen mit dem Priester vor dem Altar und schienen diesen zu bewundern. Kati tat etwas, womit Nadine nicht gerechnet hatte. Sie ging langsam vor, kniete vor dem Kreuz und bekreuzigte sich. Dann stand sie auf und kam gleichzeitig mit Nadine bei dem Priester an. Kati bedankte sich bei diesem herzlich für das Bad und stellte sich wieder hinter Nadine.

»Dann können wir gehen?«, fragte Frau Kroll.
Nadine nickte und zusammen verließen sie die Kirche. Frau Kroll nahm mehrere Geldscheine aus der Hosentasche und steckte sie in den Opferstock. Zusammen gingen sie zu dem Flugzeug und betraten dieses durch die Frachtraumtür. Sie setzten sich und mussten sich anschnallen. Zwei der Wachen gingen nach vorne ins Cockpit und kurz darauf heulten die Triebwerke auf, das Flugzeug hob senkrecht ab und beschleunigte spürbar.

Während des Fluges mussten Nadine und Kati, die noch immer recht eingeschüchtert aussah, ausführlich berichten, was sich seit Nadines Entführung zugetragen hatte. Frau Kroll war offenbar sehr erbost, als sie von den geheimen Räumen erfuhr die sich offenbar unter Horizons befanden. Nachdem Nadine und Kati ihre Ausführungen geendet hatten, nahm sie ihr Comm und führte mehrere Gespräche, während die beiden Wächterinnen ihnen etwas zu Essen aus der Bordküche brachten. Da Beide seit langem schon nichts ordentliches mehr gegessen hatten, langten sie ordentlich zu und aßen mehrere Portionen des Fertigessens, welches im Vergleich zu dem Brei im Bergwerk und erst recht den Notrationen ein echtes Festmahl für beide war.

Zwei stunden später, es war bereits dunkel, erreichten sie Horizons. Aus dem Fenster konnten sie eine Unmenge an blinkenden blauen Lichtern erkennen die an mehreren Stellen des Geländes zusammen standen. Einige Bereiche waren in helles Flutlicht getaucht und auf der Zufahrtsstraße kamen noch mehr Fahrzeuge an, darunter auch einige Reisebusse. Als sie sich im Landeanflug befanden, erkannten sie mehrere Lastwagen die vor einem der Tore standen und von Wagen mit Blaulichtern umstellt waren.

Sofort als das Flugzeug gelandet war, kam ein Kleinbus angefahren der das Logo von Horizons trug. Die Wächterinnen begleiteten die Vier Frauen zu diesem Bus, der sie sofort in das Verwaltungsgebäude brachte, wo alle vier von mehreren Polizisten befragt wurden. Nadine und Kati mussten alles, was sie Frau Kroll während des Fluges erzählt hatten, noch einmal erzählen. Dann musste Nadine den Beamten den Eingang zu dem Teil des Bergwerkes zeigen in dem sie bewusstlos geschlagen worden war. Da die Stelle die den Versorgungstunnel mit dem ehemaligen Bergwerk verband zugemauert war, musste diese Mauer erst wieder eingerissen werden. Erst als es bereits Morgen wurde, wurden die Beiden in Gästewohnungen gebracht, da Nadines Wohnung bereits geräumt und ihre Sachen irgend wo eingelagert waren, wo sie endlich schlafen konnten.

- - -

Bereits gestern Abend hatte Mara ihre Sachen gepackt und die Reisetasche zu Herrin Julias Koffer in den Flur gestellt. Da es erst um 17 Uhr losgehen sollte, sollten die Läden bis 15 Uhr geöffnet bleiben. So saß Mara hinter dem Tresen des Antiquitätenladens und schaute sich wie so oft in letzter Zeit den Folianten an. Irgend etwas an diesem Buch war seltsam. Und wieso war Astrid genau dann verhaftet worden, als sie diese nach diesem Buch fragen wollte. Sie hatte das Buch aufgeschlagen vor sich liegen und betrachtete sich dieses eingehend. Irgend etwas an dieser Abbildung kam ihr bekannt vor. Sie hatte das Pad neben das Buch gelegt und ein Foto von diesem Bild gemacht. Dieses hatte sie zur Suche verwendet, kam jedoch nur auf Bilder von Zellkernen. Doch nun wusste sie wenigstens, warum ihr dieses Bild so bekannt vorkam. Es hatte tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit den Bildern aus dem Biologieunterricht in der Schule in denen der Zellkern abgebildet war.

Sie blätterte wahllos weiter und fand eine Seite auf der offenbar Jahreszahlen und Ereignisse aufgelistet waren. Einige dieser Jahreszahlen kamen ihr bekannt vor, doch wie sollte ein so altes Buch Ereignisse beinhalten die erst wenige hundert Jahre zurück lagen? Sie blätterte weiter bis sie auf eine Jahreszahl stieß, die ihr aus der Schule für Serva nur zu bekannt war. Miss Isabella hatte sie nach genau dieser Jahreszahl gefragt. 2181. Sie hatte damals vollkommen unsinnig geantwortet, daß in diesem Jahr Marvin Donant Präsident wurde, was natürlich vollkommener Blödsinn gewesen war. Doch das anschließende Gelächter hatte dafür gesorgt, daß sie diese Jahreszahl so schnell wohl nicht wieder vergessen würde.

Auch die anderen Jahreszahlen kamen ihr recht bekannt vor und so gab sie diese Wahllos in das Pad ein. Sie bekam das Bild der ersten Schule für Serva zu sehen. Ein Gruppenfoto zeigte die zwölf Frauen die als erste jemals zu Serva ausgebildet wurden. Sie betrachtet dieses Bild und stutzte. Sie legte ein Lesezeichen in den Folianten und blätterte zur letzten Seite. Das war sie, sie war sich ganz sicher. Die Frau die als Ελένη in dem Buch abgebildet war, befand sich auch auf diesem Gruppenfoto auf dem sie lächelnd und winkend in die Kamera schaute.

Auf dem Gruppenfoto standen die Namen der Frauen. Helen, stand dort. Und es war unverkennbar die selbe Frau. Sie erkannte sie mit ihrer hellen Haut, den leuchtenden Augen und den pechschwarzen Haaren eindeutig wieder. Doch konnte das sein? Sie blätterte zu der Seite mit den Jahreszahlen und fand den Namen dort wieder. Den Text konnte sie zwar nicht entziffern aber die Jahreszahl die davor stand lag gerade einmal fünf Jahre zurück. 2415, stand dort vor dem Text in dem der Name der Frau mehrmals erwähnt war. Doch konnte das sein? Wenn dieses Buch höchstens fünf Jahre alt war, wie konnte dann das Bild einer Frau mit diesem Datum in Zusammenhang gebracht werden die bereits vor mehr als 200 Jahren in der ersten Schule für Serva gewesen war? Irgend etwas an diesem Buch war einfach nur seltsam, fand sie. Sie verfluchte die moderne Technik und fragte sich, warum es für Altgriechisch keinen Übersetzer auf dem Pad zu finden gab. Man hatte ihr erzählt, daß die Pads mit der entsprechenden Zugriffsberechtigung Zugang zu allen möglichen Datenbanken und Diensten hatten. Vielleicht lag es daran, daß sie keine Berechtigung dafür hatte, einen solchen Dienst zu benutzen.

Während sie noch darüber grübelte, ob sie Herrin Julia danach fragen sollte, rief diese aus dem Flur nach ihr. Sie legte das Pad bei Seite und schloss den Laden ab, bevor sie zu Herrin Julia in den Laden ging.

»Mara, die Kundin möchte einmal sehen, wie das hier aussieht. Könntest du das bitte noch einmal anziehen?«, fragte Herrin Julia sie. Mara warf einen Blick auf das Teil. Es war bereits das dritte Mal daß sie dieses Teil vorführen sollte. Jedes Mal hatte Herrin Julia sie gefragt, ob es ihr auch wirklich recht war. Auch dieses Mal stellte sie ihr diese Frage, die sie gerne bejahte. Sie mochte dieses Teil und hätte es liebend gerne auch einmal ohne den hautfarbenen Body angezogen den sie sich aus dem Schrank holte und in der Umkleide anzog. Vorsichtshalber klebte sie eine Slipeinlage in den Schritt des Bodys, denn die Peinlichkeit daß sich an diesem wie beim ersten Mal eindeutige Flecken zeigten wollte sie sich ersparen.

So trat sie vor ihre Herrin und knickste, wie üblich. »Ich bin bereit Herrin.«, sagte sie und hob die Arme. Julia schaute sie kurz an und auf ihr Nicken hin begann diese ihr den Harness anzulegen. Zuerst waren die Arme an der Reihe. Julia zog ihr die Riemen über die Arme so daß diese von den Handgelenken an alle fünfzehn Zentimeter von einem breiten Lederriemen umschlossen waren, den Julia ordentlich fest zog. Dann kamen die Beine an die Reihe, die kurz darauf ebenfalls in einem engen Geflecht von Riemen steckten die sich im selben Abstand um ihre Beine wanden. Danach folgte das Brustgeschirr welches in Form eines Pentagramms über ihren Oberkörper gelegt wurde. Die beiden Riemen welche oberhalb und unterhalb ihrer Brüste lagen hoben diese weit an und drückten sie zudem fest zusammen. Zum Schluss kam das Unterkörpergeschirr an die Reihe, welches sich mit dem breiten Schrittgurt fest zwischen ihre Beine legte. Julia verband diese Geschirrteile mit den entsprechenden Schnallen und zog alles sehr fest an.
»Herrin?«, fragte Mara und suchte Julias Blick.
Diese verstand und holte den Knebel aus dem Schrank. Bereitwillig öffnete Mara den Mund und ließ sich den Gummiball hineinstecken. Julia pumpte diesen kräftig auf und nahm den Pumpball dann ab.

Die Kundin hatte sich alles genau angesehen und fragte nun nach den Möglichkeiten die dieses Geschirr bot. Wie das letzte Mal auch, führte Julia der Kundin die Möglichkeiten ausführlich vor. In dem Moment als Julia ihr mit nur einem einzigen Handgriff die Arme fest auf dem Rücken fixierte kam die Kundin auf Mara zu und fuhr ihr über die Seite. Mara warf einen hilfesuchenden Blick zu Julia und gerade noch rechtzeitig half diese ihr, sich hin zu knien und hielt sie an den Schulterriemen fest.

Als Mara wieder zu sich kam, lag sie an den Strafbock gelehnt auf dem Boden. Die Kundin war bereits gegangen und Julia kam zu ihr.
»Na, alles klar?«, fragte diese schmunzelnd.
Mara nickte lediglich, denn obwohl der Knebel nicht mehr in ihrem Mund war, brachte sie keinen Ton heraus.
»Die Kundin war genauso beeindruckt von den Möglichkeiten wie du auch. Sie hat zwei Stück in verschiedenen Größen bestellt.«, sagte Julia, noch immer schmunzelnd, als sie Mara die Wasserflasche an den Mund setzte. Mara trank einige Schlucke. Danach fühlte sie sich wieder kräftig genug, sich auf den Strafbock zu setzen, wo Julia ihr aus dem Geschirr half.
»Geh bitte nach oben duschen. Und danach isst du eine Kleinigkeit. Aber bitte nicht zu viel. Du kannst dann meinetwegen etwas fernsehen. Bis Flo und Rolf kommen, übernehme ich deinen Laden mit.«
»Danke Herrin.«, sagte Mara, knickste unbeholfen und ging nach oben.

Sie hatte geduscht und sich in der Küche zwei Brote geschmiert, die sie nun auf der Couch sitzend aß. Sie fühlte sich müde aber entspannt und sehr gut. Anscheinend würde sie das wohl für den Rest ihres Lebens begleiten, dachte Mara über das vorhin geschehene nach. Jedes Mal wenn sie dieses Geschirr trug oder als sie mit Katja im Garten Pony gespielt hatte, war es immer wieder passiert, aber nie wieder so intensiv wie vor einigen Wochen, als Herrin Julia sie wegen des vergessenen Abendessens ausgepeitscht hatte. Herrin Julia hatte ihr angeboten, das gerne zu wiederholen, doch davor fürchtete Mara sich etwas. Nicht vor der Peitsche und den Schmerzen, diese hatte sie bereits nach dem dritten Schlag kaum noch gespürt. Sie hatte Angst davor, was damals mit ihr passiert war. Es war so intensiv gewesen daß sie Angst hatte, daß wenn es noch einmal passierte, sie nicht mehr zurück in die Realität finden würde und sie für immer in dieser Welt gefangen blieb. Doch vielleicht wäre das ja garnicht so schlimm, überlegte sie. Dort gab es nichts, was ihr Sorgen bereitete, nichts wovor sie sich fürchten musste. Alles war ein einziges Hochgefühl, wie sie es noch nie zuvor erlebt hatte. Über diesen Gedanken schlief sie ein.

»Hey Dornröschen, Aufwachen.«, sagte jemand und schüttelte sie an der Schulter.
»Ich will nicht Dornröschen sein,«, murmelte Mara verschlafen. »der blöde Prinz hat sie garnicht wach geküsst sondern sie im Schlaf missbraucht. Sie ist erst neun Monate später aufgewacht von den Wehen als sie ein Kind bekommen hat.«
»Meine Fresse, wo hast du das denn her?«, fragte Flo lachend. »Mit solchen Geschichten bist du garantiert der Hit auf jedem Kindergeburtstag.«
Langsam richtete Mara sich auf. »Das habe ich in einem Buch gelesen in dem beschrieben wurde, wie Märchen wirklich passiert sind und was nach dem Happy End noch so alles passiert ist. Aschenputtel musste ihren Prinzen nach der Hochzeit bei den bösen Elfen suchen und retten.«
»Und sowas liest du?« Flo reichte ihr die Hand und half ihr auf. »Klingt auf jeden Fall interessant. Komm, eure Sachen sind schon alle im Taxi. Jetzt fehlst nur noch du.«
»Danke.«, sagte Mara und folgte Rolf. »Die Bücher sind unten im Laden, wenn du willst, kannst du sie sicher gerne mal lesen.«
»Na, mal sehen ob meine Mama mir das erlaubt. Ich bin doch so ein zartes und sensibles Kind.«
Mitten auf der Treppe blieb Mara stehen, schaute Flo an und begann lauthals zu lachen. Auch dieser konnte nicht mehr ernst bleiben und erst als sie am Taxi waren, schafften sie es, sich zu beruhigen.

»Worüber lacht ihr denn so?«, fragte Julia als die beiden in den Kleinbus stiegen.
Flo erzählte, was Mara ihm gerade erzählt hatte, worauf hin die anderen ebenfalls lachen mussten.

»Wo fahren wir denn überhaupt hin?«, wollte Mara wissen nachdem sie bereits eine halbe Stunde unterwegs waren.
»Da hin.« Flo zeigte auf ein großes Gebäude. Das Taxi fuhr direkt vor einen großen Eingangsbereich und hielt dort. In einiger Entfernung konnte Mara ein Flugzeug erkennen, welches sehr tief flog und hinter dem Gebäude verschwand. Mara schaute nach oben und erkannte über den Türen des Gebäudes den Schriftzug ’Flughafen’.
»Nein!«, rief sie laut aus, so das alle sich zu ihr um drehten. »Ich gehe in kein Flugzeug!«
»Mara!«, sagte Julia streng »Was soll das denn? Anders kommen wir nun mal nicht nach London.«
»Bitte nicht. Wir können doch mit dem Auto fahren.« Mara war kreidebleich geworden und krallte sich im Sitz fest.
»Das wird wohl schlecht gehen. England ist, wie du sicher weißt eine Insel.«, sagte Julia ruhig.
»Dann… dann… dann können wir doch mit dem Schiff fahren.« Mara wollte auf keinen Fall dieses Taxi verlassen.
»Komm schon Mara, was soll denn passieren?«, versuchte Anke sie zu beruhigen. »Flugzeuge sind so sicher, die fallen nicht einfach vom Himmel.«
Darauf hin wurde Maras Gesicht noch bleicher als zuvor. »Ich will nicht abstürzen.« Sie schüttelte energisch den Kopf.
»Steigt schon mal aus, ich mache das.«, sagte Julia zu den Anderen. Diese stiegen aus und holten die Koffer und Taschen aus dem Kofferraum und luden sie auf einen Gepäckwagen.
»Mara, komm jetzt bitte. Der Flug ist schon gebucht und ich kann dich doch nicht alleine zu Hause lassen.« Julia öffnete den Gurt mit dem Mara noch immer angeschnallt war.
»Nein, ich will nicht fliegen.« sagte Mara energisch. »Ich kann doch die paar Tage alleine bleiben. Ich verspreche auch, das ich nichts anstellen werde.«
»Das würde ich auch nicht von dir erwarten Mara. Aber jetzt ist es dazu zu spät. Du hättest vorher mal etwas sagen sollen.« Julia war noch immer die Ruhe in Person.
»Ich wusste doch nicht, das wir fliegen.«
Julia schloss die Augen. »Du hast recht. Ich habe vollkommen vergessen dir das zu sagen. Ich gebe zu, daß das meine Schuld ist. Aber wie gesagt ist es jetzt zu spät dazu.«
»Bitte Herrin. Wenn der Flug so viel kostet, dann geben Sie mir einfach kein Taschengeld mehr. Aber bitte nicht fliegen.« Mara war verzweifelt.
»Mara, jetzt reicht es. Es tut mir wirklich leid, daß du solche Angst hast. Und hätte ich das gewusst, hätte ich mir etwas anderes einfallen lassen. Aber nun ist es nun mal zu spät dazu. Ob du willst oder nicht, du kommst jetzt mit. Hast du verstanden?«
Mara schüttelte energisch den Kopf.
»Wir fliegen nur mit einem Flugzeug. Auch wenn du noch so große Angst davor hast, das ist nichts gefährliches. Das kann ich dir versichern. Ich bin schon so oft geflogen und lebe immer noch.«
»Bitte nicht Herrin.«, flüsterte Mara und stemmte sich gegen den Sitz als Julia ihre Hand nahm und aus dem Taxi ziehen wollte.
Julia ließ ihre Hand los. »Und wenn wir dich tragen müssen, du kommst jetzt mit. Und wenn du weiter so einen Aufstand machst, dann werde ich dich wirklich im Schaufenster auf den Bock fesseln.«, sagte Julia mittlerweile ein Wenig verärgert. »Ich verspreche auch, daß du nur dieses eine Mal mit fliegen musst. Aber dieses Mal geht es einfach nicht mehr anders. Und jetzt komm endlich raus.«
Mara schaute sie an und erkannte sofort, daß es ihr ernst war. Langsam kroch sie aus dem Taxi und folgte den Anderen mit zitternden Beinen.

Es dauerte nicht lange bis sie nach der Abfertigung zum Terminal gingen. Julia hatte in einer Apotheke im Flughafengebäude noch Beruhigungstabletten gekauft und Mara gleich zwei davon gegeben. Anke und Heike liefen neben ihr und stützten sie als sie mit den wenigen anderen Passagieren durch die Brücke liefen die an das Flugzeug heran gefahren war. Die Stewardess brachte sie zu ihren Sitzen, sie hatten drei Reihen für sich, wo Julia sich an den Fensterplatz setzte und Mara neben sich nahm, so daß diese am Gang saß. Julia hatte sich wieder beruhigt und redete auf Mara ein um diese zu beruhigen.

Der Pilot machte seine Ansage und erklärte, daß der Flug ungefähr eineinhalb Stunden dauern würde. Dann setzte sich das Flugzeug in Bewegung. Mara schaute an Julia vorbei aus dem Fenster und sah das Gras neben der Startbahn vorbeiziehen. Sanft hob das Flugzeug ab, doch als Mara erkannte, daß sie in der Luft waren, wurde ihr schwarz vor Augen.


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 19.08.17 um 07:40 geändert

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:05.08.17 20:37 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder ein schöner Teil.

Bitte vergiss aber nicht den Teil hier nochmal zu posten wenn es wieder geht.

Bei Pastebin werden die Texte die als Gast geschrieben werden nur 30 Tage gespeichert


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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:05.08.17 22:10 IP: gespeichert Moderator melden


Wenn es hier wieder geht, werde ich das nachholen.
Standardmäßig werden die Texte dort nie gelöscht. Die 30Tage hab ich selbst eingestellt. So lange sollte es (hoffentlich) nicht dauern, hier wieder alles ins Reine zu bringen.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:12.08.17 12:09 IP: gespeichert Moderator melden


»Es tut mir leid, daß das heute alles so umständlich ist.«, sagte die Technikerin die mit Rebecca zusammen um das Flugzeug ging. Sie schauten sich alles genau an, überprüften die Triebwerke und zogen an verschiedenen Stellen Sicherungsbolzen heraus, die mit großen roten Stoffbändern gekennzeichnet waren.
»Was ist denn eigentlich los?«, wollte Rebecca wissen. »Auf dem ganzen Gelände fahren Polizeiwagen herum und überall stehen bewaffnete Beamte.«
»Ich glaube, das hat irgendwas mit der Technikerin zu tun, die vor ein paar Wochen verunglückt ist. Aber so genau weiß ich das auch nicht. Die haben mitten in der Nacht alle Hangars durchsucht, genauso wie die Flugzeuge. Sogar meine Werkstatt haben die auf den Kopf gestellt. Ich denke in den nächsten Tagen werden wir das alles erfahren. Dann gibt es sicher ein Rundschreiben dazu.«, sagte die Technikerin.

»Soll das so sein?« Rebecca deutete auf ein Messgerät hinter einer offenen Klappe, welches anzeigte, daß die Wasserstofftanks randvoll gefüllt waren. »Für zwei Stunden reichten doch ein paar hundert Kilo.«
»Ja, das soll so sein. Anweisung von oben. Kein Flugzeug fliegt hier ab, wenn die Tanks nicht randvoll sind.«
Rebecca hakte den Punkt auf der Checkliste ab und schloss die Klappe.
»Seit eines der Flugzeuge auf Zypern notlanden musste, weil die Pilotin zu wenig Treibstoff getankt hatte dürfen die nur noch mit vollen Tanks abfliegen.«, erklärte die Technikerin.

Nachdem die beiden die Runde um das Flugzeug beendet hatten und Rebecca ein halbes Dutzend Stoffstreifen mit den entsprechenden Sicherungsbolzen daran in der Hand hielt, bedankte diese sich bei der Frau und stieg durch die Frachtluke in das Flugzeug, wo Andrea bereits angeschnallt in einem der Sessel saß.
»Ist alles in Ordnung?«, wollte sie wissen.
»Ja Herrin, es ist alles bereit.«
»Dann mach die Tür zu und lass und los fliegen.«, sagte Andrea und las auf ihrem Pad weiter.

Rebecca setzte sich auf den Pilotensessel und steckte das Pad mit der Checkliste in die dafür vorgesehene Halterung. Sie kontrollierte die restlichen Punkte der Checkliste und startete die Triebwerke. Obwohl sie schon länger nicht mehr geflogen war, den kurzen Rundflug mit einer der hier angestellten Pilotinnen vor ein paar Tagen zählte sie nicht wirklich dazu, fühlte sie sich sofort wieder heimisch in dem kleinen Cockpit. Mit einem Schalter schloss sie die Frachtraumtür und schaltete dann das Navigationssystem ein, welches die meisten Aufgaben an Bord übernahm.

Beim Tower holte sie sich die Freigabe zum Start und ließ das Flugzeug aus dem Hangar rollen. Dann drückte sie die Schubhebel weit nach vorne und das Flugzeug beschleunigte so stark, daß sie in den Sitz gedrückt wurde. Schon nach wenigen dutzend Metern hob das Flugzeug ab und stieg in den Himmel. Es war immer wieder ein überwältigendes Gefühl, zu sehen wie unter ihr alles kleiner wurde. Sie zog am Steuerknüppel und flog den Wolken entgegen. Es dauerte nicht lange, dann hatte sie die Wolkendecke durchbrochen und sie konnte im Westen die Sonne sehen die bereits tief am Horizont stand. Sie fuhr das Fahrwerk ein und schaltete das ’Anschnallen’ Zeichen in der Kabine aus.

Sie würden ungefähr zwei Stunden lang unterwegs sein. Das Einzige was ihr Sorgen bereitete war ihr Rücken. So lange Sitzen war etwas, von dem ihr die Ärzte im Krankenhaus abgeraten hatten. Sie hoffte, daß das Korsett welches sie bereits seit heute Morgen trug hielt was Johanna versprochen hatte. Der Autopilot hielt das Flugzeug auf Kurs und würde sich melden, wenn sie beim Landeanflug auf London wieder etwas tun musste. Während des Fluges musste sie lediglich das Radar im Auge behalten und gelegentlich die Instrumente kontrollieren.

Aus dem Fenster blickend sah Rebecca gelegentlich Lücken in den Wolken und konnte auf die Landschaft schauen. Früher hatte sie diesen Anblick immer genossen. Sie war gerne geflogen. Gerade nachts, wenn sie die Lichter der Städte unter sich sah oder auf dem Meer die Schiffe, fühlte sie sich frei und fern von allen anderen Dingen.

Während Rebecca aus dem Fenster sah, vor sich konnte sie bereits die Küste erkennen, klopfte es an der Cockpittür und Andrea trat ein. Sie hatte zwei Tassen Kaffee dabei und setzte sich in den Sitz des Copiloten. Eine der Tassen reichte sie Rebecca.
»Wie fühlt es sich an?«, fragte Andrea und klopfte mit den Fingerknöcheln auf das Korsett.
»Ich habe bis jetzt keine Probleme mit dem Rücken. Das scheint wirklich zu funktionieren.«
»Das freut mich. Wenn du mal aufstehen möchtest, übernehme ich hier so lange.«
Rebecca bedankte sich und trank ihren Kaffee. Danach stand sie auf und überließ Andrea das Cockpit für eine Weile. Als sie zurück kam, waren sie bereits über Rotterdam.
»Noch ungefähr eine halbe Stunde, dann sind wir da.«, sagte Andrea und deutete auf den Bildschirm mit der Kartenansicht. Ich möchte dich aber bitten, es bei der Landung etwas ruhiger angehen zu lassen als beim Start.«, sagte Andrea schmunzelnd.
»Entschuldigung Herrin. Das kommt nicht mehr vor.«
»Schon gut, ist ja nichts passiert. Ich werde noch etwas lesen.« Andrea stand auf und verließ das Cockpit wieder.

Der Rest des Fluges und auch die Landung verliefen ohne besondere Ereignisse. Nach der Landung wurde sie direkt in einen Hangar gelotst, wo sie das Flugzeug verließen. Es war vereinbart, daß das Flugzeug am Montag wieder aufgetankt bereit stehen würde. Vor dem Hangar wartete bereits ein Taxi, welches sie zu Andreas Bruder bringen würde.

Rebecca hatte früher eine Zeit lang in London gelebt und hätte gerne mehr gesehen, doch da es bereits dunkel war, fiel die Aussicht entsprechend bescheiden aus. Nach einer guten halben Stunde erreichten sie das Haus von Andreas Bruder, das sich in einem ruhigen Vorort in Osten Londons befand. Ob das noch ein Ortsteil von London war oder bereits ein eigenständiger Ort, hatte Rebecca nicht mitbekommen. Das Taxi hielt vor einem großen, zweistöckigen Haus mit einer großen Veranda. Ein breiter Fußweg führte von der Zufahrt zu dem Haus. Dieser war mit kleinen Laternen gesäumt, so das man deutlich den gepflegten Rasen erkennen konnte.

Andrea klingelte bereits an der Haustür, während Rebecca noch damit beschäftigt war Andreas Koffer und ihre Reisetasche zum Haus zu bringen. Die Tür öffnete sich und eine Mann schaute heraus. Er bat Andrea herein und hielt auch für Rebecca die Tür auf, die sich knicksend bei ihm bedankte. Andrea und der Mann begrüßten sich herzlich mit einer langen Umarmung. Eine Frau war mittlerweile dazu gekommen, die Andrea ebenso herzlich begrüßte.
»Das ist Rebecca. Ich habe euch bereits von ihr erzählt. Rebecca, das ist Gordon, mein Bruder Und das ist Julia, meine Schwester.«
»Herzlich willkommen.« begrüßte Gordon sie. Er kam auf sie zu, nahm ihr die Koffer ab und stellte sie vor eine Treppe. »Ich habe schon viel von Dir gehört. Nach dem, was meine Schwester so erzählt, kann Alice sich eine Scheibe von dir abschneiden.« Er reichte ihr die Hand und klopfte ihr freundschaftlich auf die Schulter. Rebecca war das ein wenig unangenehm, doch wollte sie bei einer so freundlichen Begrüßung natürlich nicht protestieren.
»Das hat er über Mara auch gesagt.«, lachte Andreas Schwester Julia. »Hallo Rebecca, freut mich, dich endlich kennen zu lernen.«, sagte sie und begrüßte sie ebenfalls mit Handschlag.
»Wo ist sie eigentlich?«, fragte Andrea.
»Oh, sie hat Flugangst. Rolf und Flo mussten sie aus dem Flugzeug tragen.« Julia lachte, aber es war kein Bisschen Häme in ihrem Lachen zu erkennen. »Sie ist oben, ich habe ihr gesagt, sie soll sich ausruhen, es geht ihr nicht all zu gut. Ehrlich gesagt, mache ich mir ein wenig Sorgen um sie.«
»Ist es so schlimm?«, wollte Andrea wissen.
»Leider ja. Ich weiß nicht, wie das auf dem Rückflug werden soll. Rolf und Flo wollen ja mit ihren Frauen noch eine Woche in London bleiben.«
»Schade, ich hätte sie gerne kennen gelernt. Aber ich denke, da ist morgen ja noch genug Gelegenheit.«, sagte Andrea. »Aber jetzt würde ich gerne meine Neffen begrüßen. Und natürlich meine Schwägerin.«. Andrea schaute zu Gordon.
»Natürlich. Ich nehme an, du hast dich im Flugzeug bereits frisch gemacht.«, sagte dieser.
»Selbstverständlich.«, sagte Andrea »Rebecca, bring bitte die Koffer nach oben und mach dich ebenfalls etwas frisch, dann komm auch nach unten.«
»Ja Herrin.«, sagte Rebecca und knickste.

Gordon schaute sie kurz an. »Vorbildlich muss ich sagen.« Er winkte kurz und eine junge Frau kam auf sie zu. Sie hatte bisher in einer Ecke gestanden und war Rebecca garnicht aufgefallen.
»Das ist Alice.«, sagte Gordon. »Alice, helf Rebecca mit dem Gepäck und zeig ihr das Zimmer.«
Die Frau, sie trug eine einfache Tunika, wie sie auch in den Schulen getragen wurde und ein einfaches Halsband mit vorne angebrachtem Ring, knickste. »Ja, Master Gordon.«, sagte die Frau, knickste noch einmal, nahm Andreas Koffer und ging die Treppe hinauf. Rebecca nahm ihre Tasche und folgte ihr.

Alice führe Rebecca in ein geschmackvoll eingerichtetes Gästezimmer in dem zwei Betten standen, ein großes, französisches mit geschwungenem Kopfteil welches kunstvolle Schnitzereien aufwies und komplett in weiß gehalten war und ein einfaches aber dennoch gemütlich aussehendes Bett welches nur halb so breit war und an der Wand unter einem Fenster stand.
Alice warf Andreas Koffer achtlos auf das große Bett.
»Hee, pass doch auf mit dem Koffer.« sagte Rebecca.
Alice drehte sich zu ihr und sagte »Was schert es dich denn, sind doch sicher nicht deine Sachen da drinne.«
»Na und?« gab Rebecca verärgert zurück. »Trotzdem macht man sowas nicht. Hast du sowas in der Schule nicht gelernt?«
»Scheiß auf die Schule, da bin ich zum Glück seit einem Jahr raus. Und tu du mal nicht so als ob du als Freie« Sie spuckte das Wort regelrecht aus »stolz drauf bist auf diesen Mist.«, sie fasste sich an den Hals und zerrte an ihrem Halsband als ob sie es abreißen wollte.
»Ich bin verdammt stolz darauf.«, sagte Rebecca lauter als sie es eigentlich wollte. Die Art dieser Frau machte sie wütend. »Diesen Mist wie du es nennst habe ich mir zwei Jahre lang hart erarbeiten müssen. Und bloß weil ich als freie an der Schule war heißt das noch lange nicht, das ich es leichter hatte als die Anderen. Ganz im Gegenteil.« Rebecca redete sich in Rage »Ich habe mehr einstecken müssen als die Anderen und ich bin ganz genau so behandelt worden. Also halt dich mal ein Bisschen zurück.« jetzt schrie Sie beinahe. Am liebsten hätte sie Alice gezeigt wie man als »Freie« in der Schule behandelt wurde wenn man Gleichbehandlung wollte.
»Ach lass mich doch mit dem Mist in Ruhe. Ich mache meine Arbeit und gut ist.« Alice ging hinaus und warf die Tür laut ins Schloss. Kopfschüttelnd stand Rebecca im Zimmer und sah zur Tür.
»So eine Kröte.« sagte Rebecca laut und begann Andreas Kleider ordentlich in den Schrank zu räumen. Dann nahm sie ihre eigenen Sachen und räumte auch diese ein.
»Was war denn hier los?« Andrea stand plötzlich hinter ihr. »Wir haben jemanden schreien gehört.
Rebecca drehte sich um und knickste. »Verzeihung Herrin, das war ich.« sagte Sie kleinlaut. »Diese Alice, ich kann sie nicht aus stehen. Sie hat ihren Koffer einfach aufs Bett geworfen und versucht mich zu beleidigen.«
»Das scheint ihr ja ganz gut gelungen zu sein.« Andrea lachte. »Mach dir deswegen keine Sorgen. Gordon hat anscheinend schon bedauert, sie gekauft zu haben. Sie muss ein richtiges Schätzchen sein diese Alice.«
»Der würde ich beibringen wie man sich benimmt.«, murmelte Rebecca leise vor sich hin. Sie war wütend darüber wie diese Frau sich ihr gegenüber benahm.
Wieder lachte Andrea »Das kann ich mir gut vorstellen.« Sie ging zu Rebecca und strich ihr über die Wange. »Mach dich frisch und zieh sich um, dann kommst du nach unten zum Dinner.«
»Ja Herrin.«, sagte Rebecca die noch ziemlich aufgeregt war wegen Alice.
Andrea wandte sich zum Gehen, blieb aber noch einmal stehen. »Bevor ich es vergesse,«, sie hielt auf einmal den Schlüssel zu Rebeccas Gürtel in der Hand, ging zu ihr, öffnete ihre Tunika und löste mit dem Schlüssel das Korsett vom Gürtel. »das wirst du erst Montag wieder benötigen.«
»Vielen Dank Herrin.«, sagte Rebecca. Sie legte das Korsett ab und legte die beiden Hälften in den Kleiderschrank. Dann machte sie sich frisch und zog sich eine schöne Tunika an. Sie entschied sich dagegen, Schuhe zu tragen und ging barfuß nach unten.

Sie trat aus der Eingangshalle in ein Zimmer in dem sich ein großer, ordentlich gedeckter Esstisch befand. Die Anderen saßen bereits am Tisch.
»Rebecca, komm herein.«, sagte Andrea. Rebecca knickste und ging zu ihr. »Würdest du Alice helfen aufzutragen?«
»Sehr gerne Herrin.« Rebecca lächelte. Es freute sie, so viele Leute bedienen zu können. Seit der Schule hatte sie dazu keine Gelegenheit mehr gehabt.
»Ich würde Mara auch bitten, euch zu helfen,«, sagte Julia. »aber sie liegt noch in unserem Zimmer und schläft. Der Flug war wohl wirklich nichts für sie. Wahrscheinlich wird sie bis morgen Früh schlafen.«
»Das macht nichts.«, sagte Rebecca. »Ich bin sicher, wir schaffen das auch zu zweit.« Sie knickste und ging zu Alice, die sie mit einem verärgerten Blick bedachte. Diese ging ohne auf Rebecca zu warten in die Küche und begann lieblos einen großen Braten zu zerlegen und das Fleisch förmlich auf die Teller zu werfen. Rebecca schüttelte nur den Kopf als sie sah, wie lieblos Alice die Sauce auf die Teller kippte.

Auf einer Fensterbank sah Rebecca einen Topf Rosmarin stehen. Sie zupfte vorsichtig einige Zweige ab und legte diese so ordentlich es ging, auf das in der Sauce ertränkte Fleisch.
»Na, willst dich wohl einschleimen, Freie.«, sagte Alice als sie das sah.
»Das habe ich garnicht nötig. Es ist einfach schöner so.« Rebecca versuchte trotz Alice Art ruhig zu bleiben, was ihr auch halbwegs gelang.
Als alle Teller fertig angerichtet waren, brachten die Beiden diese nach draußen an den Tisch. Alice stellte ihrem Herrn und ihrer Herrin die Teller vor, wobei sie sich einfach zwischen diese stellte. Rebecca schüttelte innerlich den Kopf und stellte die nächsten Teller ordentlich von rechts vor die Gäste, wobei sie darauf achtete, daß sich das Fleisch immer auf der rechten Seite befand. Als alle ihre Teller hatten, stellte Rebecca sich zu Alice neben die Küchentür und wartete.

Während alle aßen, winkte Andrea Rebecca zu sich und bat sie, ihr noch ein Glas Wein einzuschenken. Andreas Tischnachbarin, eine junge Frau, die der ihr gegenüber sitzenden Frau zum Verwechseln ähnlich sah, beugte den Kopf zu Andrea, worauf hin sie Rebecca bat, auch dieser nach zu schenken.

Balde bediente sie alle am Tisch sitzenden. Es war zwar etwas anstrengend aber dennoch bereitete es ihr große Freude so viele Leute bedienen zu können. Alice stand unterdessen noch immer neben der Küchentür und bediente lediglich ihre Herrschaften.

»Ihr könnt jetzt abräumen und dann auch mal etwas essen.«, sagte Gordon, nachdem alle gegessen hatten. Wieder stellte sich Alice zwischen ihre Herrschaften und nahm beide Teller auf einmal, während Rebecca darauf achtete immer von links abzuräumen. Das Abräumen ging natürlich schneller das das Auftischen von statten und balde waren wieder fast alle Teller in der Küche, bis auf die Beiden, die Alice gerade hatte fallen lassen. Mit einem Handfeger kehrte sie die Scherben zusammen, tat dies allerdings nicht besonders sorgfältig, was zur Folge hatte, daß Rebecca balde einige davon in der Fußsohle stecken hatte.

Nachdem alles abgeräumt war, bat sie Andrea, sie kurz zu entschuldigen.
»Was ist denn los?«, wollte diese wissen.
Rebecca sagte ihr, daß sie wohl einige Scherben im Fuß hatte. Auf dem Boden hinterließ sie beim Gehen einige Tropfen Blut.
»Geh schnell nach oben, ich komme gleich nach.«, sagte Andrea.
»Das ist nicht nötig Herrin, ich bin sicher gleich wieder hier.«
»In Ordnung, aber wenn etwas sein sollte, ruf bitte nach mir.« Andrea hatte das Blut auf dem Boden bemerkt. »Und zieh dir bitte was an die Füße.«
»Ja Herrin.«, sagte Rebecca, knickste und ging nach oben.

In dem Zimmer angekommen, ging sie sofort ins Badezimmer und holte sich mit einer Pinzette laut fluchend zwei ziemlich lange und spitze Porzellansplitter aus ihrer Fußsohle. Sie wusch sich die Füße und klebte Pflaster auf die Wunden. Dann zog sie ihre Sandalen an und ging wieder nach unten, wo sie in der Küche selbst etwas aß. Im Esszimmer angekommen sah sie, daß mittlerweile alle aufgestanden und ins Nebenzimmer, ein geräumiges Wohnzimmer, gegangen waren. Alice, die gerade das restliche Geschirr abräumte, sah sie an und grinste breit. Rebecca ließ sich jedoch nichts anmerken und wollte ihr helfen, den Tisch ab zu räumen. Doch Andrea kam herein und rief sie ins Wohnzimmer, wo sie sie bei Seite nahm und fragte, ob alles in Ordnung war.
»Ja Herrin, es sind nur zwei kleine Stiche. Es geht schon wieder.«
»Gut, das beruhigt mich. Stell dich am Besten dort zur Bar.«
Rebecca stellte sich neben die Zimmerbar und begann balde, den Anwesenden Getränke einzuschenken, wobei sie jedes Mal lächelnd knickste.

»Rebecca, Andrea hat gesagt, du kannst ganz wunderbar singen. Würde es dir etwas ausmachen uns etwas vorzusingen?«, fragte Gordon sie, während sie ihm einen Whisky einschenkte.
»Wenn die Herrin nichts dagegen hat, gerne.«, sagte Rebecca.
Andrea schaute kurz herüber und nickte. Sie und Gordon einigten sich auf ein Lied, welches sie gut kannte. Er nahm sie mit auf die andere Seite des Raumes und setzte sich an das Klavier welches dort stand. Er begann zu spielen und Rebecca zu singen. Die Anderen hörten aufmerksam zu und nachdem sie geendet hatte, klatschten sie laut Beifall. Es freute Rebecca, daß es den Anderen so gut gefallen hatte.

Nach und nach begannen die Anderen Rebecca in ihre Unterhaltungen mit einzubeziehen. Andrea hatte nichts dagegen und so wurde auch Rebecca langsam etwas lockerer.

Alice stand die ganze Zeit stumm neben der Tür zum Esszimmer und brachte den Gästen gelegentlich kleine Knabbereien. Jedes Mal wenn Rebecca zu ihr sah, hatte sie den Eindruck, daß diese ihr wohl am liebsten noch mehr Teller vor die Füße geworfen hätte, so war Rebecca froh, nun die Sandalen zu tragen.

Erst als es schon recht spät war, beendete Gordon als Hausherr den Abend, worauf hin sich alle in ihre Zimmer zurück zogen. Auch Andrea und Rebecca gingen nach oben, wo Rebecca ihrer Herrin beim Umziehen half und danach selbst unter die Dusche ging. Zwar war es recht ungewohnt im selben Zimmer wie ihre Herrin zu schlafen, dennoch fiel Rebecca balde in einen tiefen, festen Schlaf.

- - -

Mara wachte auf weil sie starke Kopfschmerzen hatte.
Sie war erst wieder aufgewacht als das Flugzeug zur Landung ansetzte. Als es auf der Landebahn aufsetzte und ein kräftiges Ruckeln durch die Maschine ging, schrie sie laut auf und klammerte sich an die Armlehnen ihres Sitzes. Sie schaffte es nicht, alleine aus dem Flugzeug zu gehen, so das Rolf und Flo sie zwischen sich nahmen und hinaus trugen. Erst als das Taxi vor einem großen Haus mit einem gepflegten Garten ankamen, schaffte sie es, alleine zu gehen und wurde von Herrin Julia gleich nach oben in ein Zimmer gebracht und musste sich dort ins Bett legen. Sie bekam von Julia eine Tablette, bevor diese ging. Sie dachte mit Grauen daran, am Montag noch einmal in ein Flugzeug steigen zu müssen. Über diese Gedanken war sie dann irgendwann eingeschlafen.

Nun lag sie im Bett und hörte jemanden singen. Sie kannte dieses Lied. ’Country Roads’ war eines ihrer Lieblingslieder. Als Kind dachte sie immer, das Lied hieße ’Country Rose’, bis sie irgend wann lesen lernte und den Text verstand. Von ihrer Mutter wusste sie, daß dieses Lied bereits mehrere hundert Jahre alt war. Sie kannte mehrere Versionen dieses Liedes doch die Stimme die es hier sang bewegte sie sehr. So schön hatte sie dieses Lied noch nie vorher gehört. Diese Frau sang im Laufe des Abends noch mehrere Lieder und sie lauschte gebannt dieser Stimme, bis sie irgend wann wieder einschlief.

Als sie erneut aufwachte, war es noch sehr dunkel im Zimmer. Es dauerte eine Weile bis sich ihre Augen an das schwache Licht, welches durch die herunter gelassenen Rollläden herein fiel, gewöhnt hatten und sie realisierte, daß sie nicht zu Hause war sondern in London, in einem fremden Haus, bei fremden Leuten und ihre Herrin zu alledem nur wenige Schritte entfernt in ihrem Bett lag. Bei diesem Gedanken fühlte sie sich ein wenig unwohl, doch damit würde sie die nächsten Tage wohl leben müssen.

Sie überlegte, ob sie liegen bleiben oder Herrin Julia aufwecken sollte. Doch dann beschloss sie, daß sie, wenn sie schon nicht mit Herrin Julia mit dem Sulky laufen sollte, zumindest alleine eine Stunde laufen könnte. Wozu hatte sie schließlich sonst ihre Sportsachen einpacken sollen? Sie stand leise auf und fand ihre Tasche am Fußende des Bettes auf dem Boden liegen. Natürlich hatte noch niemand die Sachen ausgepackt, immerhin wäre das ihre Aufgabe gewesen. Sie beschloss, dies nach dem Duschen zu tun, wenn Herrin Julia wach war. Nun zog sie ihre Sportsachen an. Eigentlich wollte sie auch noch den Pferdeschweif tragen aber Herrin Julias Anweisung, keine Spielzeuge mit zu nehmen, war sehr eindeutig gewesen. So verließ sie in normalen Laufschuhen, der knappen Sporthose und dem SportBH welche sie bereits in der Schule getragen hatte, das Zimmer. Sie ging durch einen Flur, von dem mehrere Türen ab gingen bis zu einer Treppe. An diese erinnerte sie sich wieder. Herrin Julia hatte sie gestern Abend sofort nach ihrer Ankunft hier herauf gebracht.

Unten angekommen befand sie sich in einer geschmackvoll eingerichteten Eingangshalle. Auf dem dunkel gefliesten Boden lagen mehrere Teppiche, die mit dem Rest der Einrichtung gut zusammen passten.

Die Haustür war nicht abgeschlossen, so verließ sie das Haus und ging den gepflegten Kiesweg entlang durch den Vorgarten bis zur Straße. Dort wandte sie sich nach links und begann zu laufen.
Auf einmal kam ihr der Gedanke, was wäre, wenn die Haustür nur von innen zu öffnen wäre. Doch dann würde sie eben klingeln müssen, dachte sie sich und machte sich keine weiteren Gedanken darüber. Aus reiner Gewohnheit achtete sie beim Laufen nicht auf die Umgebung und lief immer weiter, bis die Straße einen Knick machte. Sie folgte dieser und kam kurz darauf an einen Verkehrskreisel mit ziemlich vielen Zufahrten. Um diesen verlief der Fußweg ebenfalls im Kreis und sie nahm einfach den dritten Weg, weil hier der Fußweg besonders breit war.

- - -

Rebecca wachte auf, weil das Comm sich bemerkbar machte. Sie hatte es bisher noch nie geschafft, von selbst aufzuwachen. Sie schüttelte die Hand um das Vibrieren auszuschalten und überlegte, was sie tun sollte. Liegenbleiben kam für sie nicht in Frage. Also beschloss sie, sich frisch zu machen und wie es sich gehörte, dieser Alice in der Küche zu helfen, das Frühstück zuzubereiten, auch wenn sie keine besondere Lust hatte, dieser zu begegnen. Mit einem großen Maß an Widerwillen verließ sie das Zimmer und ging die Treppe hinunter, in das Esszimmer in dem der Tisch bereits halbwegs ordentlich gedeckt war in die Küche. Doch hier war, genau wie in der Halle und dem Esszimmer noch alles dunkel. Also beschloss sie, damit anzufangen das Frühstück auf den Tisch zu stellen. Sie fand zwar einige Gläser mit verschiedenen Brotaufstrichen, darunter auch englische Orangenmarmelade. Sie hatte diese einmal probiert und beschlossen sie genauso wenig zu mögen wie die meisten andren Köstlichkeiten der englischen Küche.

Ein wenig missmutig suchte sie in den Schränken nach anderen Lebensmitteln, wurde jedoch abgesehen von einem Schrank voller Gewürze, von denen sie auf Horizons nicht einmal zu träumen wagte, nicht fündig. Was sie allerdings fand, war Alice. Diese lag auf einer dünnen Matte in der Ecke zwischen zwei Schränken, zugedeckt lediglich mit einer dünnen Wolldecke, die bestimmt schon bessere Tage gesehen hatte. Neben ihr lag, zu einem Haufen aufgetürmt, eine ziemlich lange, eiserne Kette, deren Ende an einem Ring um ihren Fuß befestigt war. Das andere Ende ging zu einem massiven Haken der neben dem Schrank im Boden verankert war.
’Wer tut jemandem denn sowas an?’, fragte sie sich entsetzt. Alice hatte ihren Kopf auf ihre zusammengerollte Tunika gelegt und schlief noch friedlich. Ihr Ärger über Alice schwand ziemlich schnell, als sie diese so da liegen sah und sie hatte ein schlechtes Gewissen, sie wecken zu wollen. Doch so ganz konnte sie die Aktion mit den Tellern gestern Abend nicht vergessen und so überwand sie ihr Mitleid und so kniete sie sich vor sie und schüttelte sie sacht an der Schulter.

Sofort sprang Alice auf und stand nackt vor ihr. Aus irgend einem Grund musste sie an die Geschichte von Dornröschen denken, die einer von Andreas Neffen gestern Abend in einer ganz anderen, überhaupt nicht romantischen Version erzählt hatte. Alice hatte am ganzen Körper blaue Flecke, einige schon älter, andere anscheinend noch recht frisch. Außerdem konnte sie mehrere Striemen erkennen die ganz sicher von einer recht schweren Peitsche stammten oder von einem Rohrstock. Einige dieser Striemen waren aufgeplatzt und an ihren Rändern hatte sich Wundschorf gebildet.
’Wer tut einem Menschen sowas nur an?’, fragte sie sich.
»Hey, was starrst du mich so an, Freie?« Alice spuckte dieses Wort förmlich aus.
»Wer hat das denn getan?«, war alles, was Rebecca trotz dieser unfreundlichen Anrede heraus brachte.
»Da bist du doch dran Schuld. Bloß weil du nicht aufpassen kannst, wo du hin trittst.«, fuhr Alice sie an. Sofort war das meiste Mitleid welches sie eben noch für Alice empfunden hatte, wie weggeblasen. »Also, was willst du?«
»Ich wollte dir eigentlich dabei helfen, das Frühstück zuzubereiten. Aber hier gibt es ja nicht mal Brot. Und meine Herrin isst jeden Morgen frische Brötchen.«, gab Rebecca härter als sie es eigentlich wollte, zurück.
»Wenn deine blöde Herrin unbedingt Brötchen haben will, dann geh doch welche holen. Dann kannst du dich schön einschleimen.«, sagte Alice, die gerade dabei war, ihre Tunika anzuziehen.
»Wie redest du denn über andere Leute?«, fragte Rebecca aufgebracht.
»Das ist doch meine Sache, wenn es dir nicht passt, dann geh hoch zu deiner Herrin und leg dich wieder zu ihr ins Bettchen. Dann kannst du dich schön weiter bei ihr einschleimen.«, sagte Alice, streckte die Zunge heraus und machte mit dieser eine recht eindeutige Bewegung.

Rebecca schaute sie wütend an. Am liebsten hätte sie ihr jetzt eine runter gehauen. Doch dann war sie auch nicht besser, als derjenige, der ihr dies angetan hatte. Sie atmete tief durch und fragte dann »Und wo bitte kann ich Brötchen kaufen?«
»Woher soll ich das wissen? Dann musst du eben einen Brotshop suchen.«, gab Alice zur Antwort und wandte sich von ihr ab.
Rebecca wollte noch etwas sagen, ließ es dann aber lieber bleiben. Sie tippte das Wort Brotshop auf ihrem Comm ein und bekam mehrere angezeigt. Sie wählte den nächsten aus, dieser war weniger als einen Kilometer entfernt. Sie beschloss, zu diesem zu gehen und dort Brötchen zu kaufen. Als sie das Haus verließ war sie froh, Alice in den nächsten zwanzig Minuten nicht sehen zu müssen. Sie hielt sich eigentlich für einen recht umgänglichen Menschen, doch Alice hatte es innerhalb von nicht einmal einem halben Tag geschafft, daß sie ihr am liebsten eine gescheuert hätte, daß ihr Sehen und Hören vergangen wäre.

Auf dem Weg zu dem Brotshop schaffte sie es, sich einigermaßen zu beruhigen. Sie überschlug, wie viele Brötchen sie wohl brauchen würde. Da waren zuerst einmal sie selbst und Herrin Andrea, ihre beiden Neffen und deren Frauen, Herrin Andreas Schwester und deren Serva, die sie noch nicht zu Gesicht bekommen hatte sowie Andreas Bruder, seine Frau, sein Sohn und Alice. Wenn jeder zwei Brötchen essen würde, dann bräuchte sie 24 Brötchen.

Sie war jetzt schon zweimal an dem Haus vorbei gegangen, welches das Comm ihr angezeigt hatte, doch an dieser Adresse war ganz bestimmt kein Laden. Als ihr jemand entgegen kam, beschloss sie, diese Frau einfach zu fragen. Diese trug sehr knappe Sportkleidung und hatte langes, lockiges Haar welches im Schein einer Straßenlaterne feurig rot leuchtete. Als sie auf diese Frau zu kam bemerkte sie, daß diese ziemlich niedergeschlagen aussah.
»Entschuldigung, können Sie mir helfen?«, fragte die Frau, bevor sie selbst etwas fragen konnte.
Rebecca musste lachen. »Entschuldigen Sie, aber das wollte ich Sie auch gerade fragen. Ich glaube nämlich, ich habe mich hier etwas verirrt.«
Die Frau schaute sie nun noch niedergeschlagener an. »Ich hab mich auch verirrt. Ich wollte Laufen und bin irgendwo auf dem Rückweg falsch abgebogen.«
»Na prima, ich suche hier seit ein paar Minuten einen Brotshop, der hier angeblich sein soll. Ich bin Rebecca.« Sie reichte der Frau die Hand.
Diese gab ihr daraufhin die Hand. »Mara.«, sagte sie. »Einen Bäcker hab ich eben in der Querstraße gesehen.«, sie deutete auf die Straße die hier abzweigte.«
»Schön.«, sagte Rebecca und grinste. »Du hast mir geholfen und jetzt helf ich dir. Deine Herrin heißt Julia Gibbs?«
»Woher weißt du das?«, fragte Mara erstaunt.
»Weil meine Herrin die Schwester deiner Herrin ist.«, sagte Rebecca grinsend.
Erleichtert sah Mara sie an. »Dann weißt du, wie ich zurück komme?«
»Sicher weiß ich das. Ohne das Comm wäre ich nie aus dem Haus gegangen.«, sie hielt Mara das Handgelenk hin an dem sie ihr Comm trug. »Dann lass uns mal zu dem Bäcker gehen, dann können wir zurück.«
Mara nickte knapp und ging neben ihr her.

»Sag mal, hab ich dich schon mal irgendwo gesehen?«, fragte Rebecca als sie auf dem Rückweg waren und biss in ihr Milchbrötchen. Die Verkäuferin hatte den Beiden jeweils eines davon geschenkt, nachdem Rebecca dreißig Brötchen gekauft hatte.
»Ich weiß nicht.«, sagte Mara und biss in ihr Brötchen. »Aber ich glaube nicht. Ich bin erst vor ein paar Wochen zu Herrin Julia gekommen, vorher war ich in der Schule in Straßburg.«
Rebecca blieb unter einer Laterne stehen und musterte Mara eingehend. Sie betrachtete ihre Sommersprossen eingehend, welche in ihrem Gesicht kleine Inseln bildeten. »Straßburg, richtig. Ich kann mir zwar oft keine Namen merken aber Gesichter vergesse ich meistens nicht so schnell. Du hast mit einer Blondine auf der Bank im Garten gesessen als ich mir einen Ableger von Sarahs Rosenstrauch geholt habe. Und dann, als ich mit Isa am Lehrertisch gesessen hab, hast du dauernd zu mir rüber geschaut.«, sagte Rebecca grinsend.
»Miss Isabella? Du kennst sie? Dann warst du die Frau mit den Krücken und dem Gipsbein?«, fragte Mara. Sie erinnerte sich an diesen Tag und an den Blick, den diese Frau, Rebecca, ihr damals zugeworfen hatte und wie sehr dieser Blick sie fasziniert hatte.

Während sie weiter gingen, unterhielten sie sich über die Schule. Rebecca erzählte Mara, was sie während der Schulzeit alles angestellt hatte. Als sie am Haus ankamen, stand Andreas Bruder vor der Haustür und schaute zu ihnen. Als dieser ins Haus rief und Herrin Andrea und Herrin Julia heraus kamen, verging beiden das Lachen. Ihre beiden Herrinnen sahen alles Andere als glücklich aus. Beide machten äußerst verärgerte Gesichter.

»Was denkst du dir eigentlich dabei, einfach so abzuhauen?« Julia war äußerst verärgert und fasste Mara an der Schulter.
»Es tut mir leid Herrin.«, sagte Mara »Ich wollte laufen und habe mich irgendwie verirrt.«
»Was? Auch noch verirrt?« Julia schüttelte sie kräftig »Bist du denn wahnsinnig?«
»Entschuldigung Herrin.«, sagte Mara kleinlaut und mit gesenktem Kopf.

»Und was ist mit Dir Rebecca? Wir warten schon seit einer guten halben Stunde, daß ihr wieder auftaucht. Von dir hätte ich eigentlich etwas mehr Vernunft erwartet.«, sagte Herrin Andrea. Sie war bei weitem nicht so außer sich wie Julia.
»Entschuldigung Herrin. Ich hatte Brot gesucht und keines gefunden. Da habe ich im Comm nach einem Bäcker gesucht weil ich Brötchen kaufen wollte. Dabei habe ich Mara getroffen.«, erklärte Rebecca ruhig. Sie wusste, daß sie eigentlich Herrin Andrea hätte fragen müssen und war sich darüber im Klaren, daß das nicht ohne Folgen bleiben würde.
»Ich verstehe.«, sagte Andrea noch immer relativ ruhig. »Und was hättest du gemacht, wenn du kein Comm gehabt hättest?«
Rebecca schaute sie ernst an. »Wahrscheinlich Pfannkuchen.« Daraufhin lachte Andrea und auch einige der Anderen die sich mittlerweile in der Halle eingefunden hatten, fielen in das Lachen mit ein.

»Trotzdem bist du ohne mir Bescheid zu sagen, weg gegangen.«, sagte Andrea ernst. »Du weißt, was das heißt?«
Alice stand neben der Tür zum Esszimmer und versuchte vergeblich, ihr Grinsen zu verbergen.
»Ja Herrin.«, sagte Rebecca und stellte sich breitbeinig in die Mitte des Raumes, legte die Haare über ihre Schulter nach vorne und verschränkte die Arme hinter dem Nacken.

»Nicht hier.«, sagte Gordon. »Macht das bitte draußen.« Er hatte die ganze Zeit über nur still zugehört und deutete auf eine Tür die offenbar in den Garten führte.
Julia fasste Mara an der Schulter und schob sie zu dieser Tür. Rebecca, die Andrea folgte, bemerkte daß Julia offenbar recht sanft dabei vorging, was sie nicht gerade erwartet hatte.

Draußen auf einer großen Rasenfläche stand ein Gestell über dem man wohl normalerweise Teppiche ausklopfte. ’Wie passend.’, dachte sich Rebecca und ging auf dieses Gestell zu. Sie zog ihre Tunika aus, faltete sie ordentlich zusammen und stellte sich unter dieses Gestell. Sie umfasste die Querstange mit beiden Händen und stand nun etwas Breitbeinig und nur mit ihrem Keuschheitsgürtel bekleidet dort. In diesem Moment war sie recht froh darüber, den Gürtel zu tragen.
»Rebecca, es gibt nichts dagegen einzuwenden, daß du Brötchen holen wolltest. Aber weg zu gehen, ohne Bescheid zu sagen ist absolut inakzeptabel.«, sagte Andrea.
Alice, die sich ihr genau gegenüber vor einen Schuppen gestellt hatte, grinste noch immer breit.
»Ja Herrin. Ich entschuldige mich dafür.«, sagte Rebecca gefasst. Sie wusste, wenn das hier kein Wettbewerb im fest zuschlagen war, dann würde sie die Schläge leicht überstehen. Sie blickte stur gerade aus und hielt Alices Blick. Als der erste Schlag ihren nackten Hintern traf, verzog sie keine Mine. Auch bei den nächsten Schlägen riss sie sich zusammen so gut es ging. Zwar schmerzte ihr Hintern bereits nach dem fünften Schlag ziemlich stark, doch sie hatte Herrin Andrea richtig eingeschätzt. Als sie Alices Grinsen sah, rang sie sich ein Lächeln ab.

Entweder schlug Herrin Andrea mittlerweile fester zu oder es machte sich bemerkbar, daß sie immer nur auf ihren Hintern zielte und somit oft die selbe Stelle traf. Sie spannte die Arme an, versuchte den Schmerz weg zu atmen und zwang sich dazu, weiter zu lächeln. Alice war ihr Grinsen mittlerweile aus dem Gesicht gewichen und Rebecca meinte sogar, etwas wie Mitleid in ihrem Blick zu erkennen. Die letzten drei Schläge hielt sie aus, ohne das Gesicht zu verziehen, doch als Andrea zu ihr kam, fühlte sie sich etwas schwindelig.
»Gut gemacht, der hast du es gezeigt.«, flüsterte Andrea ihr zu und nickte in Alices Richtung die nun mit steinerner Mine am Schuppen stand.
»Vielen Dank Herrin. Ich verspreche, daß das nicht wieder vorkommen wird.«, sagte Rebecca leise.
»Zieh dich wieder an und stell dich neben sie.« Andrea warf ihr einen leicht besorgten Blick zu. »Und denk immer dran, stur lächeln und winken.«
Bei diesem Spruch musste Rebecca grinsen, Miss Wilhelmina hatte ihn des Öfteren gebraucht, wenn es etwas unangenehmes zu tun gab. »Ja Herrin. Vielen Dank.«, sagte sie noch einmal leise und stellte sich neben Alice, wobei sie ihr noch einmal ein breites Lächeln zuwarf. Diese schaute nun ebenfalls stur gerade aus. Andrea steckte sich einen Zigarillo an und stellte sich ebenfalls vor den Schuppen.

Nun musste sich Mara nackt unter das Gestell stellen. Ihre Hände wurden mit breiten Lederriemen an diesem fest gebunden. Sie wusste, was nun passieren würde und schaute relativ gefasst gerade aus. Doch wirklich gefallen tat es ihr nicht, daß so viele Leute dabei zu sahen.
»Entspann dich Mara.«, sagte Herrin Julia und nickte ihr zu.
»Ja Herrin.«, sagte Mara und schloss die Augen. Sie wollte wenigstens vermeiden, daß alle ihr dabei in die Augen sahen.

»Du bist weg gegangen, ohne Bescheid zu sagen. Dafür bekommst du nun zwanzig Schläge mit der Peitsche.«, sagte Herrin Julia. Mara stellte sich gerade hin und versuchte, sich so gut es ging zu entspannen.

’20 Schläge mit der Peitsche? Das übersteht sie niemals.’, dachte Rebecca und schüttelte fast unmerklich den Kopf. Sie sah, daß Julia Gordon die Peitsche gab und schaute fassungslos zu Herrin Andrea. Auch diese schüttelte den Kopf, sagte aber nichts. ’Was ist das für eine tolle Herrin, die nichtmal in der Lage ist, eine Strafe, die sie verhängt hat, auch selbst durchzuführen.’, fragte sich Rebecca.
Bereits beim ersten Schlag zuckte Mara stark zusammen und ging in die Knie. Lediglich ihre angebundenen Hände verhinderten, daß sie fiel. Auch bei den nächsten Schlägen zuckte Mara zusammen und sank jedes Mal in die Knie. Bereits beim siebten Schlag hing sie nur noch unter dem Gestell und nur die Lederriemen verhinderten daß sie zusammen sackte. Ihre Augen waren geschlossen und der Kopf war ihr auf die Brust gesunken. Rebecca hatte den Eindruck daß sie bereits jetzt nicht mehr viel mit bekam.

Gordon wartete zwischen den Schlägen nun mehrere Sekunden ab, die Rebecca wie eine Ewigkeit vorkamen. »Herrin, das übersteht sie nie.«, sagte sie leise zu Andrea ohne den Blick von Mara abzuwenden.
»Was soll ich tun? Julia hat das so angeordnet, da kann er jetzt nicht einfach aufhören.«, erwiderte Andrea ebenso leise.
»Herrin, ich kann das nicht mehr mit an sehen.«, sagte Rebecca. Sie spürte eine Träne ihre Wange hinab laufen. Ob vor Zorn oder Mitleid oder vor beidem, konnte sie sich selbst nicht erklären.
Als Mara beim neunten Schlag kaum noch reagierte, sagte sie »Entschuldigung Herrin.« Sie öffnete ihre Tunika, ließ diese im Gehen einfach fallen und stellte sich hinter Mara, fasste die Querstange des Gestells mit beiden Händen und wartete.

Gordon sah ein wenig ratlos zu Julia, dann zu Andrea. Beide nickten lediglich, also machte er weiter. Die Peitsche schmerzte viel mehr als der Stock. Doch Rebecca schaute stur gerade aus zu Andrea.

Alice schaute dem Ganzen nur noch schweigend mit zusammen gekniffenem Mund zu und schloss bei jedem Schlag die Augen. So etwas dummes hätte sie nie im Leben getan und war froh, nicht selbst dort zu stehen, so wie letzte Nacht, als sie wegen der heruntergefallenen Teller ausgepeitscht wurde und sie dann noch einige Stunden dort hängen musste.

Nach fünf Schlägen musste Rebecca sich sehr zusammen reißen um nicht laut zu schreien. Ein weiterer Schlag traf ihren Rücken und sie sackte kurz zusammen. Doch sie hielt sich eisern an der Querstange fest, da Mara sonst die nächsten Schläge wieder abbekommen hätte, die noch immer regungslos an der Stange hing. Sie biss sich auf die Zunge und hielt auch die letzten fünf Schläge durch. Andrea schaute sie ernst an und nickte, als der letzte Schlag sie traf. Rebecca glaubte, Stolz in ihrem Blick erkennen zu können. Als Gordon die Peitsche weg legte, atmete Rebecca tief durch. Sie hatte einen metallischen Geschmack im Mund und ihre Zunge schmerzte. Sie schluckte das Blut herunter, ließ die Stange gehen und stellte sich gerade hin. Langsam ging sie auf Herrin Andrea zu, hob die Tunika auf und zog diese vorsichtig an. »Herrin, darf ich bitte nach oben gehen?«, fragte sie Andrea.
»Ich komme sofort nach.«, sagte diese und nickte.
Wie in Trance ging Rebecca auf die Hintertür zu, wobei sie versuchte, gerade zu gehen. Als sie die Halle durchquerte, blieb sie stehen und ihr wurde schwarz vor Augen.

- - -

Rebecca öffnete langsam die Augen. Ihr Rücken brannte wie Feuer und auch ihre Zunge schmerzte und war geschwollen. Etwas verschwommen nahm sie ein Gesicht wahr. Sie blinzelte und schaute in ein Paar graue, von Sommersprossen umgebenen Augen die sie besorgt ansahen.
»Wie geht’s Dir?«, fragte Rebecca, als sie Mara erkannte und wollte sich aufrichten.
»Schön liegen bleiben.«, hörte sie Andreas Stimme von der anderen Seite. Sie drehte den Kopf, sah jedoch nur das Leder der Couch. Also drehte sie den Kopf wieder zurück und blickte erneut in Maras Augen. Eine Gänsehaut fuhr ihr über den Rücken, was zur Folge hatte, daß sie wieder an die Schmerzen erinnert wurde und leise stöhnte.
»Wieso hast du das getan?«, fragte Mara leise.
»Du hast schon bewusstlos in den Riemen gehangen. Wer weiß, was passiert wäre, wenn er dich weiter geschlagen hätte.«

»Denkt dran, ordentlich eincremen. Wir gehen dann mal. Ihr findet uns im Wohnzimmer, wenn etwas sein sollte.«, hörte Rebecca Andreas Stimme. Diese sagte irgend etwas, worauf hin sie ein gedämpftes, mehrstimmiges Lachen hörte, bevor eine Tür geschlossen wurde.

»Das kann jetzt etwas weh tun.«, sagte Mara und begann ihren Rücken mit einer Creme einzureiben. Diese kühlte ihren Rücken und ihren Hintern und linderte ihre Schmerzen. Lediglich wenn sie die frischen Striemen berührte, schmerzte es und Rebecca sog jedes mal scharf die Luft ein.
»Ich war nicht bewusstlos.«, sagte Mara, während sie Rebeccas Hintern eincremte.
»Ach nein? Das sah aber ganz danach aus. Du hast dich ja kaum noch gerührt.«, sagte Rebecca und war ein wenig verwundert über diese Aussage.
»Nein. Ich war irgendwie weggetreten. Aber ich hab noch alles mit bekommen.«, verbog Mara die Wahrheit ein wenig.
Rebecca hatte eine leise Ahnung . Sie stützte sich auf die Arme und schaute Mara an. »Dann war das garkeine Strafe für dich?«
Mit einem verlegenen Grinsen meinte Mara »Naja, spätestens heute Abend im Bett wird es das sicher. Aber bis dahin geht es noch.«
»Dann hätte ich mir das Ganze sparen können? Ich hatte mit wirklich Sorgen gemacht und gedacht, daß du das nicht überstehst.«. sagte Rebecca mit leicht vorwurfsvoller Stimme.
»Das tut mir leid, ich wollte das doch nicht.«, sagte Mara und deutete auf Rebeccas Rücken. »Aber trotzdem vielen Dank, daß du mir helfen wolltest.«
»Jederzeit gerne wieder.«, sagte Rebecca und grinste schief. Sie richtete sich langsam auf und setzte sich leise stöhnend hin.
»Bleib doch liegen.«, sagte Mara.
»Das geht schon.«, erwiderte Rebecca während sie sich im Raum um sah. Mara gab ihr ein Glas Wasser, welches sie trank, während sie sich im Raum um sah. Der Raum hatte in etwa die Größe des kleinen Salons zu Hause und war auch ähnlich eingerichtet, wenn auch etwas moderner. Den Tisch hatte jemand bei Seite geschoben, so daß Mara, die vor der Couch kniete, mehr Platz hatte. Sie warf einen blick auf die Uhr über der Tür und sah, daß es bereits Mittag war. Hatte sie so lange hier gelegen?

»Bist du schon öfter geschlagen worden?«, fragte Mara um das Schweigen zu brechen.
»Wie kommst du denn darauf?« Rebecca sah sie etwas erstaunt an.
»Du hast so viele Narben auf dem Rücken und vorne auch.«, sagte Mara etwas verlegen als Rebeccas Blick sie traf.
»Nein, das war was anderes. Wenn du es genau wissen willst, das war ein Stuhl.«
»Hattest du deshalb überall Gips als du in der Schule warst?« Mara betrachtete Rebecca eingehend. Irgend etwas faszinierte sie an dieser Frau. Trotz dem sie hier nackt auf der Couch saß und offenbar noch immer Schmerzen hatte, strahlte sie eine ungewöhnliche Ruhe und Selbstsicherheit aus, die sich auf sie selbst zu übertragen schien.
»Ja, ich bin aus dem Krankenhaus abgehauen um wenigstens mal einen Tag lang meine Ruhe zu haben.«, sagte Rebecca. »Also bin ich in die Schule gefahren um mich mit Isa zu unterhalten. Wir waren damals in der selben Klasse.«
»Was ist denn passiert, daß du im Krankenhaus warst?«, fragte Mara, während sie Rebecca noch ein Glas Wasser gab.
»Das ist eine lange Geschichte. Die möchte ich im Moment nicht aufrollen.«, sagte Rebecca.
»Ich verstehe.« Mara musterte Rebecca von oben bis unten.

»Und bei dir? Wenn das keine Strafe war, was war es denn sonst?«, wollte Rebecca wissen.
»Ich glaube, das war wegen dem Flugzeug. Sie wusste ja nicht, daß ich Flugangst habe. Und ich wusste nicht, das wir mit dem Flugzeug her kommen würden.«
»Und deswegen hat sie dich so bestraft?«
Mara schüttelte den Kopf. Sie ging näher zu Rebecca und redete nun sehr leise: »Ich weiß nicht wieso, aber dabei fühle ich mich frei und muss über nichts nachdenken. Es fühlt sich an wie… wie… wie schweben. Das macht mir zwar ziemlich Angst, wenn ich darüber nachdenke, und das ist auch erst das dritte Mal, daß das passiert ist aber irgendwie gefällt es mir auch.« Sie schaute Rebecca an als erwarte sie, daß sie sie als verrückt bezeichnen würde.
Doch diese nickte und sagte »Verstehe. Das schaffe ich leider nicht. Aber so lassen sich Strafen auch ganz gut ertragen nehme ich an.«
»Nicht, wenn die Herrin das weiß. Sie hat mir schon gesagt, daß sie mich so nicht bestraft.«

»Na, wieder wach?«, erklang Andreas Stimme hinter Rebecca. Sie schaffte es immer wieder irgendwo zu erscheinen, ohne daß man etwas mit bekam.
»Ja Herrin, ich glaube, es geht wieder.« Rebecca war aufgestanden und knickste vor ihr.
»Dann zieh du dir bitte mal was an und dann kommt ihr Beiden raus.«
»Ja Herrin.«, sagte Rebecca und war bereits dabei sich ihre Tunika anzuziehen, als Andrea den Raum verließ.

Die Anderen saßen und standen im Wohnzimmer und unterhielten sich als die Beiden herein kamen.
»Na ihr Beiden? Geht’s wieder einigermaßen?«, fragte Gordon.
»Danke, es geht so.«, sagte Rebecca. Ein wenig Ärger schwang in ihrer Stimme mit, doch Gordon überhörte das einfach.
»Das beruhigt mich, wirklich. Ich wünschte ja, Alice wäre ein wenig so wie ihr Beiden.« Er bemaß die Beiden mit einem leicht resignierenden Blick bevor er weiter sprach. »Aber jetzt mal was Anderes. Wir haben hier noch 25 Brötchen übrig. Zu einem full english breakfast passen die nun mal einfach nicht.« Rebecca schaute ihn verstehend an. Nun war ihr klar, warum es lediglich Weißbrot im Haus gab. Sie fragte sich, warum Alice, ihr das nicht gesagt hatte und warf dieser einen verärgerten Blick zu. »Ich würde sagen, da ihr Beiden die Brötchen besorgt habt, ist es auch an euch, sie wieder los zu werden.«, fuhr Gordon fort.
Mara schaute ihn groß an. Sie sah sich schon dabei zwölf Brötchen essen zu müssen. Selbst wenn sie diese trocken zu den Mahlzeiten essen müsste, würde das mindestens zwei Tage dauern. »Sollen wir die etwa alle aufessen?«, fragte sie.
Gordon lachte. »Das könnte dir so passen. Dann bin ich am Ende noch Schuld, wenn ihr Beiden kugelrund werdet. Nein, von hier aus sind es ungefähr fünf Minuten Fußweg bis zum Teich. Da könnt ihr die Enten füttern. Die freuen sich um diese Jahreszeit darüber.« Er erklärte den Beiden den Weg dort hin und schickte sie dann nach oben um sich etwas warmes an zu ziehen.

Als die Beiden ins Wohnzimmer zurück kamen, gab Gordon ihnen zwei Papiertüten mit den Brötchen. Die beiden wollten gerade gehen da rief Julia, die sich bisher im Hintergrund gehalten hatte, sie zurück.
»Da Rebecca ja das Comm hat, kann sie sich nicht so leicht verlaufen. Aber Mara hat ihres ja zu Hause gelassen. Daher würde ich gerne dafür sorgen, daß ihr Beiden zusammen bleibt.« Ohne eine Antwort abzuwarten ging sie auf die Beiden zu. Bevor Mara überhaupt realisiert hatte was los war, klickte es an ihrem rechten Handgelenk und sie hatte eine Handschelle an diesem hängen. Mit einem weiteren Klicken hatte auch Rebecca eine Handschelle am linken Handgelenk. Nun waren beide mit einer etwa einen halben Meter langen Kette aneinander gekettet.

»Ich hab doch gesagt, daß sie mich noch dafür bestrafen wird, daß ich ohne zu fragen weg gegangen bin.«, sagte Mara resigniert, nachdem sie über die Straße gegangen waren und den geschotterten Weg erreicht hatten, der zum Teich führte.
Rebecca blieb auf dem Weg stehen und drehte sich lachend zu Mara. »Toll, du wirst bestraft und ich muss es ausbaden.« Sie hob ihre Hand und wackelte mit dem Arm so daß die Kette klimperte.
»Tut mir leid. Ich wollte dich da bestimmt nicht mit hinein ziehen.«
»Schon gut. Ist ja nur für ein paar Stunden.«, sagte Rebecca und ging weiter. Mara blieb nichts anderes übrig, als neben ihr her zu gehen.
Nach guten zehn Minuten waren sie am See angelangt. Sie gingen ein wenig am Ufer entlang und warfen Stückchen der Brötchen in Richtung der Enten, die auf dem Teich schwammen. Nach einigen Metern kamen sie an eine Bank. Rebecca setzte sich auf diese und deutete Mara, ebenfalls Platz zu nehmen.
»Das geht doch nicht. Ich bin eine Serva.«, sagte Mara und wollte sich neben die Bank knien.
»Also erstens werde ich bestimmt nicht knien, dann kannst du einen Krankenwagen rufen weil ich nicht mehr aufstehen kann. Und zweitens, wer erzählt denn so einen Quatsch? Solange deine Herrin nicht anwesend ist, kannst du genauso sitzen wie jeder Andere auch.«
»Miss Isabella hat uns das gesagt. Eine Serva kniet sich hin, wenn es möglich ist.«
Rebecca starrte Mara einen Moment lang an. »Da ich das nicht kann, ist es dir im Moment«, sie hob ihren linken Arm »auch nicht möglich. Ich glaube, ich muss nächste Woche mal mit Isa reden und sie fragen, was das denn soll. Miss Wilhelmina hat uns das jedenfalls so nicht beigebracht.«

Sie warfen eine Weile schweigend kleine Brötchenstücke ins Wasser und beobachteten die Enten die sich um diese Stückchen stritten.
»Rufst du sie öfter an?«, fragte Mara unvermittelt.
»Was?«, fragte Rebecca, die zuerst nicht verstand, was Mara wollte. »Ach so. Nein, eigentlich nicht. Wir frühstücken ab und zu mal an den Wochenenden zusammen.«
»Wie das denn? Ich dachte, Miss Isabella ist irgendwo Schulleiterin.«
»Ja, ist sie. Die Schule ist auf Horizons, da wo auch Herrin Andrea und ich wohnen.«
»Verstehe.«, sagte Mara und wollte nach der Tüte greifen die sie zwischen sich und Rebecca gestellt hatte. Dabei berührte ihre Hand die von Rebecca. Schnell zog sie die Hand zurück. »Entschuldige.«, sagte sie.
Doch Rebecca schaute sie nur kurz an und lächelte.

Sie hatten balde die Hälfte der Brötchen an die Enten verfüttert und diese dabei beobachtet, wie sie sich schnatternd um jedes Stückchen stritten.
Rebecca schaute gelegentlich zu Mara. Sie fand deren Sommersprossen süß und schaute fasziniert zu, wie diese sich zu kleinen Inseln zusammenfanden, jedes Mal wenn Mara das Gesicht bewegte.
»Gestern Abend habe ich jemanden singen gehört.«, sagte Mara unvermittelt. Sie schaute etwas abwesend den Enten zu.
»Ja. Hat es dir gefallen?«
»Ja, das war schön. Ich mag Country Roads. Weißt du, wer das war?«
»Ja, weiß ich.«, sagte Rebecca schmunzelnd. »Vielleicht singt sie heute Abend ja wieder, wenn du sie nett fragst.«
Mara wandte den Kopf zu Rebecca und schaute ihr dadurch direkt in die Augen. »Ich kann doch nicht einfach jemanden darum bitten mir was vorzusingen. Das gehört sich doch nicht.«
Rebecca erwiderte den Blick. Diese grauen Augen faszinierten sie. »Warum denn nicht?«, fragte sie nach einem viel zu langen Moment. »Aber es reicht auch, wenn du mich fragst.«
»Dich?« Mara schaute sie etwas erstaunt an. »Das warst du?«
»Ja, das war ich.« sagte Rebecca schmunzelnd. »Ich hatte eine Zeit lang Gesangsunterricht. Und irgendwie ist das an mir hängen geblieben.«
Die Beiden warfen nach und nach die Brötchen in den Teich. Rebecca schaute gelegentlich zu Mara und stellte fest, daß diese jedes Mal den Blick verschämt auf den Teich richtete, wenn sich ihre Blicke trafen.


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 19.08.17 um 07:41 geändert

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Chrissi1Volljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:12.08.17 13:39 IP: gespeichert Moderator melden


Oh, bahnt sich da etwa was zwischen Mara und Rebeca an?
Sie haben ja ein paar Tage Zeit sich kennen zu lernen.

Ich danke dir für die tolle Fortsetzung und wünsche dir ein schönes Wochenende.

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FriedetVolljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:12.08.17 15:14 IP: gespeichert Moderator melden


Hi,
Wieder eine tolle Fortsetzung. Vielleicht kann Rebecca ja Mara ihre Flugangst nehmen. Wäre toll.

Gordon scheint ein eher extremer Herr zu sein. Man sieht bei Alice, wie eine übertriebene Härte bei Alice das Falsche bewirkt. Schade.

Schreib weiter so, es ist einfach klasse.

Friedet
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Roger_Rabbit
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:17.08.17 20:45 IP: gespeichert Moderator melden


Die Links zu externen Hostern lasse ich aus gegebenen Anlass stehen, möchte aber um Vervollständigung der Geschichte nach der Fehlerbehebung im Forum bitten. Danke.
Auf Wiederlesen

Detlev
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HeMaDo
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:17.08.17 20:49 IP: gespeichert Moderator melden


Die Texte bei Pastebin werden nach 30 Tagen automatisch wieder gelöscht. Ich hoffe ja, daß bis dahin hier alles wieder läuft. Eine andere Möglichkeit sehe ich im Moment leider nicht.

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HeMaDo
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Kassel


Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:17.08.17 20:50 IP: gespeichert Moderator melden


Wenn alles wieder läuft, werde ich die Links entfernen und die Texte hier wie gehabt einstellen.

HeMaDo



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