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  Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung)
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 Autor Eintrag
Moira
Sklavenhalterin

im wilden Südwesten


♥ slave to love ♥

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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:11.02.18 23:15 IP: gespeichert Moderator melden


ICH persönlich mag ja an dieser Story das "Nebulöse"!

Sachlich-fachlich bis
flach-platt die Worte *****, ***** und ***** zu gebrauchen für Körperteile, Praktiken, Toys, Erklärungen etc. können viele andere AUCH,

sie mit Stil und Niveau, dennoch gedanklich unmissverständlich und VOLLEROTISCH zu benennen, begabt sowie präzise und eloquent genug zu sein, bleibt dem feinen gedanklichen und sprachlichen Gespür und Talent EINZELNER vorbehalten!



PS:
ja,
das
war
ein


LOB!
FRAU und männchen verlassen gemeinsam das Haus. Sie: "Hast Du alles?" er - nimmt IHRE Hand - und sagt leise: "Jetzt - JA!"
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gag_coll
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:12.02.18 06:04 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
ICH persönlich mag ja an dieser Story das \"Nebulöse\"! Sachlich-fachlich bis flach-platt die Worte *****, ***** und ***** zu gebrauchen für Körperteile, Praktiken, Toys, Erklärungen etc. können viele andere AUCH, sie mit Stil und Niveau, dennoch gedanklich unmissverständlich und VOLLEROTISCH zu benennen, begabt sowie präzise und eloquent genug zu sein, bleibt dem feinen gedanklichen und sprachlichen Gespür und Talent EINZELNER vorbehalten!
Nur ein Wort: Dankefürdiesesschöneskompliment
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gag_coll
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:12.02.18 06:08 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Du schreibst mal wieder in einer anderen Liga wie die meisten hier!
Es war einfach nur toll.
Ein dickes dickes Dankeschön für Deine Mühen und schreib fleißig weiter in dem Stil.
Danke für das Lob... Es ist mir Ansporn, auf meiner Linie weiter zu schreiben...
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*Gozar*
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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:12.02.18 20:14 IP: gespeichert Moderator melden


!!!Wohl wahr Moira wohl wahr!!!
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gag_coll
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  RE: Der Mantel der Studentin - Kapitel 5 - Entdeckungen - Teil Zwei von Acht Datum:13.02.18 05:53 IP: gespeichert Moderator melden


Der Mantel der Studentin
Kapitel 5 - Entdeckungen - Teil Zwei von Acht
Autor: Karl Kollar

Als Julia aus dem Bad kam, fiel ihr Blick sofort auf das Bett. Frauke hatte ihr den Lackrock bereitgelegt sowie drei Oberteile zur Auswahl. Julia begutachtete die Sachen. Es war zum einen ein blaues Lacktop mit Spaghetti-Trägern, dann ein schlichtes gelbes T-Shirt und eine aufwendig gearbeitete weiße Bluse mit langen Ärmeln. Natürlich waren alle aus dem faszinierenden Lack-Stoff. Sie musste nicht lange überlegen, dann entschied sie sich für die weiße Bluse. Diese passte besonders gut zu dem schwarzen Rock.

Und natürlich schloss sie auch den Rock vollständig, als sie sich auf den Weg zur Küche machte. Nur auf der Treppe zog sie sich den Reißverschluss ein wenig auf. Aber selbst dabei achtete sie darauf, dass sie keine unnötige Beinfreiheit hatte.

Und sie fühlte sich sehr wohl dabei, und sie war sogar stolz, dass sie sich so genau an ihr Ehrenwort halten konnte. Denn sie hatte schon lange keine Probleme mehr damit, dass der Rock ihr nur noch Schritte im Zentimeterbereich erlaubte.

Doch heute fand sie es fast ein wenig lästig, denn es kostete Zeit, mit dem Rock unterwegs zu sein.

Frauke stand an der Spüle, und als sie Julia erblickte, musste sie lächeln. »Ich war mir eigentlich sicher, dass du dich für das T-Shirt entscheiden würdest.«

Julia lächelte, während sie langsam zu dem Tisch hin trippelte. »Gefällt es dir trotzdem?« Sie setzte sich an den Tisch und blickte auf die Sachen, die Frauke ihr bereitgestellt hatte.

»Ja, natürlich.« Frauke nahm die Kanne und schenkte Julia den Kaffee ein.

»Schade, dass du schon gefrühstückt hast.« Julia suchte Fraukes Blick. »Aber magst du dich trotzdem zu mir an den Tisch setzen? Ich hätte da noch ein paar Fragen.«

Frauke hatte ein ungutes Gefühl, als sie der Bitte nachkam und sich zu Julia setzte.

Es dauerte einige Zeit, bis Julia zu reden begann. »Frauke, wie ist das mit dem Keuschheitsgürtel? Ich soll mich dafür entscheiden.« Sie stellte ihre Tasse ab. »Was würdest du mir raten?«

Frauke war einigermaßen überrumpelt. Julia schien sich schon ernsthaft mit der Frage befasst zu haben. »Du solltest dich ja erst entscheiden, wenn du ihn probiert hast.«

»Ja, das weiß ich.« Julia konnte nicht verhindern, dass sie in diesem Moment etwas ungeduldig klang. »Aber du, du trägst ihn. Was würdest du sagen, wenn du an meiner Stelle wärst?«

»Nun, er ist nicht unangenehm und ist kaum zu spüren.« Sie wollte trotz aller Verpflichtungen Hegels gegenüber zu Julia fair sein. »Aber du kannst dich dann gar nicht mehr berühren, dessen solltest du dir bewusst sein.«

»So wie letzte Nacht?« Julia blickte Frauke fast etwas verliebt an. »Ich wusste gar nicht, dass ich so oft kommen kann.«

Frauke war erleichtert. Das Gespräch nahm eine Wendung, die ihr vielleicht sogar ein paar zusätzliche Pluspunkte einbringen konnte. »Du hast es genossen?«

»Es war schön, nichts dagegen machen zu können und es einfach nur zu genießen.« Julia lehnte sich zurück.

»Es hat dir sofort gefallen?« Frauke war sich nicht sicher, ob es die richtige Frage war, doch sie war sehr neugierig, wie Julia diese Folternacht wohl empfunden hatte.

Julia blickte auf. »Nein, am Anfang war ich viel zu nervös. Erst nach dem dritten Orgasmus konnte ich mich richtig fallen lassen.« Sie wunderte sich, woher sie die Worte nahm.

»Dann wirst du mit dem Keuschheitsgürtel auch keine Schwierigkeiten haben.« Frauke war erleichtert. »Nur die Körperhygiene ist ein wenig umständlich, aber dabei werde ich dir helfen.«

»Warum wollte Carolin wohl unbedingt so einen Gürtel tragen?« Julia war verwundert.

»Ich glaube, es hängt mit den Engeln zusammen.« Frauke begann ein wenig zu schwitzen, denn sie fühlte, wie dünn das Eis wurde.

Julia blickte kurz auf die Liste, die Frauke schon bereit gelegt hatte. »Schaffen wir das alles? Ich wollte auch noch lernen. Nachdem er mir schon Tipps gegeben hat, was in der Prüfung dran kommt.«

Frauke runzelte die Stirn. »Hättest du das nötig, auf diese Weise zu schummeln?«

»Nein, sicher nicht.« Julia war nachdenklich. »Aber käme das wirklich als Schummeln herüber?«

»Was hat er dir denn gesagt?« Frauke ärgerte sich ein wenig über ihre Frage, doch jetzt musste sie sich ihr stellen.

»Letztendlich ist es das Thema dieses Semesters.« Julia schien über diese Begegnung mit ihrem Professor noch einmal nachzudenken. »Außerdem hat er mir nicht gesagt, was dran kommt. Er hat nur Fragen gestellt, die auffällig alle in die selbe Richtung gehen.«

»Du möchtest also lernen, wenn du den Handschuh trägst?« Frauke hoffte, die Worte richtig interpretiert zu haben.

»Immerhin wären es ja nur zehn Minuten.« Julia zuckte mit den Schultern. »Aber was sollte ich während der Zeit auch sonst machen?«

»Naja, du trägst ja auch noch die Perle.« Frauke warf ebenfalls einen Blick auf die Liste, obwohl sie den Inhalt mittlerweile schon gut kannte. »Und die Uniform sollen wir auch ausprobieren.«

Julia blickte noch einmal auf die Liste. »Was schätzt du, wie viel Zeit wird uns bleiben, wenn wir das alles machen wollen?«

Frauke gab sich nachdenklich. »Vielleicht eine Stunde, mehr sicher nicht.«

»Und wenn wir Sachen parallel machen?« Julia griff die Stimmung auf. »Perlen und Handschuhe lassen sich sicher zusammen tragen.«

»Sicher, das ist schon richtig.« Frauke lehnte sich zurück. »Aber ich sehe noch eine andere Möglichkeit, wie wir Zeit sparen können.«

»An was denkst du?« Julia blickte sehr interessiert auf die Dienerin.

Frauke blickte die Studentin verlegen an. »Wir könnten bei den einzelnen Abschnitten optimieren, wenn du ordentlich mitmachst und dich nicht dumm anstellst.« Sie hielt den Atem an, denn sie wusste nicht, wie Julia auf diesen doch eher frechen und belastenden Vorschlag reagieren würde.

»Versprochen, ich werde mich nicht dumm anstellen.« Julia blickte kurz auf die Liste. »Aber du musst mir auch helfen.«

»Das werde ich machen, versprochen.« Insgeheim war sie über die Art und Weise, wie Julia reagiert hatte, sehr erleichtert.

»In welcher Reihenfolge machen wir das?« Julia fixierte wieder die Liste.

»Ich dachte, dass wir mit den Perlennetz anfangen.« Frauke räusperte sich. »Das dürfte insgesamt am längsten dauern.«

»Weil ich mich zu Beginn dumm anstelle?« Julia wollte zeigen, dass sie mitdachte.

»Nein, so hatte ich das nicht gemeint.« Frauke lachte. »Das Geschirr anzulegen ist kompliziert, weil du es machen musst, ohne sehen zu können, was du tust.«

»Na dann lass uns doch anfangen.« Julia stand auf und begann, den Tisch abzuräumen.

»Aber das machen wir in deinem Zimmer.« Frauke fasste mit an.

»Muss ich mich dafür umziehen?« Julia blickte kurz an sich herunter.

»Für das Perlennetz?« Frauke dachte kurz nach. »Nein, warum fragst du?«

Julia lächelte verstohlen. »Ich würde gern viel von Carolin ausprobieren.«

Frauke grinste. »Das geht aber von unserer Zeit ab.«

»Na dann.« Julia trippelte zur Tür. »Lass uns anfangen.«

»Für den Handschuh wäre es günstig, wenn du ein kurzärmeliges Oberteil tragen würdest.« Sie blickte auf die Bluse, die Julia trug.

»Dann werde ich mich gleich umziehen.« Julia war schon fast aus der Küche heraus. »Dann verlieren wir nach dem Perlennetz nicht so viel Zeit.«

Frauke runzelte die Stirn. Es gab ihr einen Stich, als sie Julias Ehrgeiz bemerkte. Doch sie wusste, dass sie dieses Streben auf keinen Fall unterdrücken durfte. »Ich bin gleich bei dir.«



Julia ging zum ersten Mal mit wirklich klopfendem Herzen in ihre Wohnung. Sie war aufgeregt, denn sie spürte die Lust, aber auch die Last, die mit Carolins Leben offensichtlich verbunden war.

Die Orgasmen, die sie letzte Nacht bekommen hatte, waren mehr als intensiv gewesen, und sie wusste, dass sie so etwas zum ersten Mal erleben durfte. Es hörte einfach nicht auf, und sie kam immer immer wieder. Fast die halbe Nacht schwebte sie auf einer Wolke von Glück und Geborgenheit, und das Nachthemd und die Riemen, die sie zusätzlich auf dem Bett festhielten, waren eher wie Vertraute zu sehen.

Sie hatte sich früher schon berührt und auch zum Höhepunkt gestreichelt, doch das war nichts im Vergleich zu dieser Nacht.

Sie stutzte. Ob sie es wohl wieder erleben durfte, und ob sie Frauke von ihren Gefühlen erzählen durfte? Noch war sie sich nicht sicher, was sie von dieser seltsamen Dienerin zu halten hatte. Doch sie hatte ihr zu dieser gewaltigen Nacht verholfen, und deswegen war Julia bereit, ihr ein wenig das Herz zu öffnen.

Es hatte ihr einen Stich ins Herz gegeben, als sie erfahren hatte, dass Frauke ihr Geschenk nicht annehmen durfte. Sie hätte zwar gern gewusst, warum das so war, doch sie ahnte andererseits, dass etwas Trauriges zum Vorschein kommen würde, und davor wollte sie sich und Frauke bewahren.

Auf dem Bett lagen noch die anderen beiden Oberteile, und Julia musste nicht lange überlegen. Sie zog sich die Bluse aus und griff zu dem Lacktop, um sich dieses anzuziehen. Normalerweise hätte sie ihr nächster Weg zum Spiegel geführt, doch heute war sie dafür viel zu aufgeregt.

Als Frauke Julias Wohnung betrat, trug sie einen Puppenkopf, etwas zu Schreiben und einen Block. Sie ging zu der Sitzecke und stellte die Sachen auf den kleinen Tisch, dann drehte sie sich zu Julia um. »Hast du vorher noch Fragen?«

Julia blickte Frauke verwundert an.

Frauke schmunzelte. »Du bist so schwer zu verstehen, wenn du die Perle im Mund hast.«

»Ich hatte gestern kurz ein wenig Schmerzen im Kiefer.« Fast unbewusst versuchte Julia, das Unvermeidliche noch etwas hinaus zu zögern. »Ansonsten war das Tragen gar kein Problem.«

Frauke gab sich verständnisvoll. »Naja, nach einer gewissen Zeit machen sich die Muskeln im Kiefer bemerkbar.«

»Was kann man dagegen machen?« Julia wurde immer nervöser.

»Immer mal wieder den Ball im Mund tragen und gleich darauf wieder ablegen.« Frauke lächelte »Immer nur kurze Tragezeiten.« Sie selbst hatte damals damit überhaupt keine Probleme gehabt.

»Das könnte ich ja beim Lernen machen.« Julias Stimme zitterte.

»Du musst dabei nur auf deinen Speichel aufpassen.« Frauke hatte Julias Stimmung bemerkt.

»Warum?« Die Studentin blickte auf.

»Wenn der Mund offen steht, dann kannst du nicht schlucken.«

»Ja und?« Sie hatte in ihrer Nervosität die Zusammenhänge noch nicht erkannt.

»Der Speichel sammelt sich im Mund und wird herauslaufen.« Frauke hatte sich wegen des Sabberns damals immer furchtbar geschämt.

»Oh.« Julia keuchte. »Dann muss ich die Lippen fest um die Perle schließen.«

»Du solltest halt aufpassen, dass du die Bücher nicht voll tropfst.« Frauke seufzte. »Aber heute sollten wir etwas anderes machen.«

»Und zwar?« Julia blickte Frauke neugierig an.

»Du solltest in der Lage sein, dir das Perlennetz selbst anzulegen.« Frauke ging zum Schrank und holte ein Perlennetz heraus. »Das müssen wir üben.« Sie reichte Julia das Netz.

Julia nahm es in die Hand und blickte etwas unsicher auf die vielen Riemen. »Ich habe es ja schon einmal getragen, aber ich weiß noch nicht, wie man es anlegen muss.«

»Deswegen habe ich diesen Perückenständer organisiert, an dem wir das üben können.« Frauke zeigte auf den Kopf auf dem Tisch. Zusammen gingen sie zum Tisch und setzen sich.

»Wäre es nicht sinnvoller, dass gleich auf dem Kopf zu machen?« Julia runzelte die Stirn. »Wir wollen doch Zeit sparen.«

Doch Frauke wischte den Einwand beiseite. »Du sollst ja sehen können, wie die Riemen verlaufen und wo die Schnallen sind.«

»Ja, das leuchtet ein.« Sie nahm das Netz und legte es über den Perückenkopf.

»Du kannst dich an der Perle orientieren. Sie gehört in den Mund.« Frauke schaute fasziniert zu, als Julia versuchte, das Riemengewirr zu sortieren. »Als erstes solltest du den Hauptriemen schließen. Mach ihn so fest, dass es beginnt unangenehm zu werden, und gehe dann ein Loch zurück.«

Julia hatte die Schnalle schnell gefunden und genauso schnell geschlossen. »Kommt jetzt erst der Riemen unter dem Kinn oder der über dem Kopf?«

»Du solltest erst den Y-Riemen über den Kopf festmachen.« Frauke zeigte auf das entsprechende Lederband. »Das ist auch der Schwierigste.«

»Warum ist das schwierig?« Julia hatte die betreffenden Riemen sofort gefunden und geschlossen.

»Naja, dir ist schon bewusst, dass du es blind machen musst.« Frauke lächelte angespannt. »Du kannst ja nicht hinter deinen Kopf schauen.«

»Ja stimmt.« Erst jetzt erkannte Julia die Zusammenhänge.

»Deswegen kannst du das so üben.« Frauke wurde zunehmend nervöser.

»Ich könnte mich vor den Spiegel stellen.« Julia blickte sich im Zimmer um. »Dann könnte ich es doch sehen?«

»Ja, das könnte helfen.« Insgeheim hatte Frauke mit diesem Einwand gerechnet. »Aber du solltest es auch können, wenn kein Spiegel verfügbar ist.«

»Klar.« Julias Stimme zitterte deutlich.

»Aber es ist auch wichtig, den richtigen Sitz des Netzes zu prüfen.« Frauke rief die Sätze ab, die sie sich vorbereitet hatte. »Der Riemen, der über die Stirn läuft, sollte genau in der Mitte deines Gesichtes verlaufen. Und die beiden seitlichen Riemen sollten beide mit der selben Spannung getragen werden, weil sonst das Netz leicht verrutscht. Und nichts sieht schlechter aus, als wenn das Netz nicht ordentlich auf den Kopf sitzt.«

»Ja, verständlich.« Julias Hände zitterten, während sie die Riemen auf dem Kopf korrigierte.

»Und wenn du einen Spiegel zur Verfügung hast, dann solltest du dort dein Aussehen noch einmal prüfen.« Frauke holte tief Luft. »Für die Funktionalität ist es eigentlich unwichtig, aber wenn der Riemen nicht mittig auf der Stirn sitzt, sieht es falsch und ungepflegt aus.«

»Ungepflegt?« Julia runzelte die Stirn.

»Du hast recht, 'ungepflegt' ist das falsche Wort.« Frauke blickte fasziniert auf Julias Hände. »Eher nachlässig. Es ist ein Zeichen davon, dass du dich nicht um dein Aussehen kümmerst.«

»Ja, du hast recht, darauf sollte ich immer achten.« Sie wusste allerdings nicht, was die Zukunft diesbezüglich bringen würde. Doch sie wagte auch nicht, danach zu fragen, weil sie ahnte, dass sie die diesbezügliche Antwort nicht wissen wollte. Zumindest noch nicht.

Sie stand auf, holte die anderen mitgebrachten Sachen von der Kommode und legte sie vor Julia auf den Tisch.

Die Studentin hielt in ihren Bewegungen inne und blickte verwundert auf das Schreibzeug. »Wofür ist der Block?«

Frauke lächelte. »Damit du etwas aufschreiben kannst, wenn du die Perle trägst.«

»Verständlich.« Doch dann stutzte sie und blickte auf. »Frauke, wie kann ich mich denn dann verständlich machen, wenn ich dazu auch den Handschuh trage? Wie hat Carolin das gehandhabt?«

»Das weiß ich nicht.« Frauke seufzte leicht. »Aber du hast recht, mit Perle und Handschuh kannst nicht mehr so gut kommunizieren.«

»Aber was, wenn ein Notfall vorliegt?« In diesem Moment zeigte Julia echte Besorgnis. Es war zuerkennen, dass sie sich gedanklich schon mit der Zukunft vertraut gemacht hatte.

»Gut das du mich daran erinnerst.« Frauke holte tief Luft. »Drei mal 'kurz', ein bis zwei mal hintereinander.«

Julia war verwundert. »Wie, drei mal kurz?«

»Egal was. Klopfen, aufstampfen, stöhnen.« Frauke wusste, wie wichtig diese Vereinbarung war. »Es gilt als Notsignal, und es wird sich dann sofort jemand um dich kümmern.«

»Wie passiert das?« Julia runzelte die Stirn.

»Zunächst wird dir die Perle abgenommen, damit du dich äußern und sagen kannst, was dich bewegt.« In diesem Moment konnte sich die Dienerin sehr gut in Julia hineinversetzen.

»Egal was?« Julia blieb im gleichen Tonfall.

Frauke zögerte etwas. »Nun, es sollte schon ein ernster Grund vorliegen.«

»Woher soll ich wissen, ob es wirklich ein Notfall ist?« Julia fragte das Naheliegende.

»Mache dir darüber keine Gedanken.« Frauke seufzte wieder. »Wichtig ist vor allem, dass deine Gesundheit nicht gefährdet wird.«

»Hat Carolin es oft benutzt?« Julia dachte wieder an ihr Vorbild, dem sie nacheifern wollte.

»Das weiß ich nicht.« Frauke streichelte unbewusst den Perückenkopf, der noch das Netz trug. »Außerdem wirst du selten beides tragen.«

»Es sei denn ich bin besonders ehrgeizig.« Julia lächelte verlegen.

Frauke seufzte erneut. »Aber jetzt lass uns anfangen, sonst verbummeln wir zuviel Zeit.«


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  RE: Der Mantel der Studentin - Kapitel 5 - Entdeckungen - Teil Drei von Acht Datum:16.02.18 06:15 IP: gespeichert Moderator melden


Der Mantel der Studentin
Kapitel 5 - Entdeckungen - Teil Drei von Acht
Autor: Karl Kollar

»Jetzt veräppelst du mich aber?« Frauke blickte verwundert auf Julias Kopf, der jetzt von dem Perlennetz geschmückt war.

Julia stutzte und blickte Frauke verwundert an. Dann griff sie sich den Block und schrieb darauf. »Warum? Was habe ich falsch gemacht?«

»Das ist es ja eben.« Frauke war mehr als erstaunt. »Nichts. Du hast es genau richtig gemacht.«

Wieder griff Julia zum Stift. »Du hast doch gesagt, dass ich mich nicht dumm anstellen soll, und dass ich mich beeilen soll, weil wir viel vorhaben.«

Frauke war verblüfft. »Magst es dir noch mal anlegen? Dann könnten wir diesen Punkt als sehr gut erledigt abhaken.« Sie griff zu dem Spiegel, den sie ebenfalls mitgebracht hatte, und reichte ihn Julia.

Julia war sehr fasziniert, als sie den Ball in ihrem Mund und die Riemen über ihr Gesicht sah. Ihre Augen leuchteten.

Frauke streichelte ihr sanft über den Kopf.

Julia lächelte um den Ball in ihrem Mund. Sehr zielstrebig öffnete sie sich das Geschirr und nahm es sich ab. Dann blickte sie Frauke triumphierend an. »Es ist doch einfacher, als es zuerst aussieht.« Sie sprach nicht weiter, sondern legte sie das Geschirr gleich noch einmal an.

Frauke kam es vor, als ob es jetzt sogar etwas schneller als beim ersten Mal war. »Perfekt.«

Julia versuchte ein Lächeln, dann nahm sie sich das Netz wieder ab. »Dann können wir diesen Punkt abhaken?« Sie reichte Frauke den Stift.

»Oh, das darfst du auch gern selbst aufschreiben.« Frauke war über die gute Leistung mehr als erfreut.

Julia wunderte sich etwas. »Musst du mich nicht kontrollieren?« Sie griff zur Liste und mit einer feierlichen Geste setzte sie hinter das Perlennetz einen Haken.

»Doch schon, ich soll auf dich aufpassen.« Frauke lächelte. »Aber ich bin mir sicher, dass du nicht schummeln wirst.«

»Danke für das Vertrauen.« Julia fühlte in sich eine weitere Verpflichtung wachsen. Sie ahnte, dass Hegels ihr vertrauten, und dass sich dieses Vertrauen jetzt auch auf Frauke erweiterte. Sie nahm sich vor, dieses Vertrauen ebenfalls nicht zu enttäuschen. »Und das Notsignal darf ich jederzeit benutzen.«

»Jederzeit, wenn ein ernster Grund vorliegt.« Frauke lehnte sich kurz zurück.

»Und wenn ich mich täusche?« Julia wollte ganz sicher gehen.

»Mach dir darüber keine Gedanken und folge einfach deinem Herzen.« Frauke wiederholte die Worte, die ihr selbst gesagt worden waren. »Wenn du meinst, dass es wichtig ist, oder wenn du echte Schmerzen verspürst, dann melde dich. Das ist ganz wichtig.«

»Dann könnten wir weiter machen?« Julia warf einen Blick auf die Liste.

»Was meinst du?« Frauke fragte es, obwohl sie Julias Blick gesehen hatte.

»Mit der Liste.« Julia zeigte auf den zweiten Eintrag. »Das nächste wäre ja der Trainingshandschuh.«

»Darauf bin ich auch sehr gespannt.« Frauke lächelte. »Ich könnte wetten, dass du ihn ganz geschlossen tragen kannst.« Doch dann wurde sie unerwartet sehr ernst. »Du musst mir unbedingt etwas versprechen.«

»Und das wäre?« Julia war der Stimmungswechsel sofort aufgefallen.

»Du meldest dich sofort, wenn es weh tut.« Frauke blickte Julia ernst an. »Und zwar ganz ehrlich. Es ist in dem Moment gleichgültig, was Hegels von dir erwarten.«

Julia erkannte, dass Frauke sich in diesem Moment auf ihre Seite zu schlagen schien. »Ich verspreche es.«

Insgeheim fragte sie sich, was wohl noch alles auf sie warten würde. Sie war immer mehr bereit, Carolins Weg fortzusetzen. Denn sie ahnte, dass es ein aufregender Weg sein würde.

Frauke nahm sich den Block zur Hand und begann etwas darauf zu schreiben. Als sie Julias verwunderten Blick sah, lächelte sie. »Hier sollen wir den Zeitraum eintragen, in dem du den Handschuh getragen hast inklusive Start- und Endzeit.«

»Warum denn das?« Julia runzelte jetzt auch noch die Stirn. »Kontrollieren sie uns?«

»Nein... Ja... Nein...« Frauke stotterte ein wenig. »Es geht um deine Gesundheit. Sie möchten einen Überblick bekommen, wann du den Handschuhe wie lange getragen hast.«

»Das hört sich irgendwie wichtig an.« Die Studentin war sichtlich beeindruckt.

»Ja, das ist es auch.« Frauke hoffte, das die Worte, die Hegels ihr mitgegeben hatten, die richtige Wirkungen haben würden. »Carolin hat das immer mehr gesteigert, haben sie mir gesagt. Zu Anfang werden sich deine Muskeln schon nach fünf bis zehn Minuten bemerkbar machen.«

Julia dachte kurz nach. »Und was wird von mir erwartet? Welche Zeitspanne muss ich schaffen?«

»Vor allem ist wichtig, dass du es langsam steigerst.« Frauke grinste innerlich, denn Julia reagierte genauso wie vorhergesagt. »Sonst machst du dir die Muskeln irreparabel kaputt.« Sie machte eine Pause, um ihre Worte wirken zu lassen. »Aber die Besten schaffen zwischen zwei und drei Stunden. Spätestens dann muss unbedingt eine Pause gemacht werden.«

»Beim Lernen brauche ich meine Arme ja ohnehin nicht.« Julia schien schon weiter zu denken.

»Zum Umblättern?« Frauke legte den Stift wieder weg.

»Ja das stimmt allerdings.« Sie stutzte kurz. »Ich habe schon öfters mit der Nase umgeblättert, weil ich zu faul war, meine Hände zu bewegen. Ich glaube, dass läßt sich ausbauen.« Ihre Augen leuchteten.

»Aber das waren deine eigenen Bücher?« Frauke runzelte die Stirn.

»Ja, das stimmt.« Julia schmunzelte. »Du hast recht. Mit den kostbaren Büchern aus der Bibliothek sollte ich das lieber nicht machen.«

»Du wolltest doch auch beim Lernen die Perle tragen.« Frauke war sich unsicher, ob sie es ansprechen sollte.

»Und die High Heels wollte ich auch tragen.« Sie zögerte. »Ich glaube, dass wird so nichts. Ich muss mir dafür einen Plan machen.«

Frauke lächelte etwas unsicher. Ihr Blick fiel mehr oder weniger beabsichtigt auf den Trainingshandschuh.

»Du hast Recht.« Julia war dem Blick gefolgt. »Jetzt ist erst einmal der Handschuh dran. Müssen wir das anlegen auch erst an einer Puppe üben?«

»Nein.« lachte Frauke. »Im Gegensatz zu dem Perlennetz kannst du dir den Handschuh nicht selbst anlegen. Dafür brauchst du immer Hilfe.«

»Eigentlich schade.« Julia fiel in das Lachen ein.

»Du bist gern unabhängig?« Die Dienerin blickte Julia etwas verwundert an.

»Ich habe schnell gelernt, mich nicht auf andere zu verlassen.« Mit etwas Wehmut dachte sie an ihre Vergangenheit, in der sie schon öfters selbst für ihr Glück kämpfen musste.

»Für das erste Mal sollten fünf Minuten reichen.« Frauke schrieb wieder etwas auf den Zettel, auf dem bisher nur die Überschrift stand: 'Tragezeiten des Trainingshandschuhs'

»Nur?« Julia sah ein wenig enttäuscht aus. »So viel habe ich gestern schon geschafft.«

Frauke blickte Julia nur an.

»Schon gut, das machen wir.« Julia gefiel der Gedanke, sich Frauke zum Teil unterordnen zu dürfen. Sie stand auf und nahm sich die schon bereitliegende Lederhülle. »Der Handschuh ist etwas schwerer.« Sie blickte Frauke verwundert an.

»Kein Wunder! Die Verschlüsse sind ja auch doppelt vorhanden, und er ist auch überall doppellagig gearbeitet.« Frauke gab ihre eigenen Erfahrungen wieder. »Für das Training muss er nicht schön aussehen, sondern nur robust sein.«

Julia horchte auf. »Es gibt dann also auch schöne Handschuhe?« Sie hatte das Wort 'schöne' extra betont.

»Die schönen Handschuhe wirst du sicher noch kennen lernen. Jetzt lass uns erst einmal mit diesem hier anfangen.« Frauke nahm Julia den Handschuh aus der Hand und fingerte etwas daran herum. »Hier ist unter der Schnürung noch eine Lage extra Leder, damit es nicht zu Druckstellen auf der Haut kommt.«

»Wie vorsorglich.« Julia konnte nicht verhindern, dass sie ironisch klang. »Lass uns anfangen.« Sie legte ihre Arme auf den Rücken. »Meinst du, du bekommst ihn ganz geschlossen? Ich glaube, dass würde Hegels sehr freuen.«

Obwohl sich Frauke über diesen Ehrgeiz sehr freute, musste sie Julia doch bremsen. »Das ist der Trainingshandschuh, den du oft tragen wirst. Er sollte vor allem bequem sitzen.«

Nur langsam begriff Julia, was Frauke soeben gesagt hatte, und obwohl es ihr eigentlich schon klar war, wollte sie es noch einmal hören. »Was heißt das, 'oft tragen'?« Ohne das es ihr selbst bewusst war, nahm sie ihre Arme wieder nach vorn und strich sich die Haare aus dem Gesicht.

»Nun, Carolin hat ihn sehr oft getragen, natürlich immer mit ausreichenden Pausen.« Frauke gab wieder, was sie zu wissen glaubte.

»Stimmt, ich habe ja schon viele der Möbel gesehen.« Sie blickte sich kurz um. »Es war mir immer sofort klar, wo Carolin jeweils gesessen hatte.« Dass die Möbel in ihrem Zimmer alle diese seltsame Lehne hatten, war ihr schon so vertraut, dass es ihr erst jetzt wieder ins Auge fiel.

»Wenn ich Madame dann bitten dürfte?« Frauke hielt den Handschuh auf Höhe von Julias Händen.

Julia lächelte angespannt, dann legte sie ihre Arme wieder auf ihren Rücken. »Ich bin schon gespannt.« Sie keuchte, als sie erste Berührungen ihrer Haut mit dem Leder verspürte.

»Der Handschuh würde wieder herunter rutschen.« In Fraukes Stimme klang etwas Verlegenheit. »Ich glaube, ich lege dir erst die Halteriemen an.«

Die Studentin sah fasziniert an sich herunter und sah, wie sich langsam das Kreuz über ihrer Brust bildete. Sie keuchte vor innerer Anspannung.

Frauke glaubte, Julias Gedanken zu erkennen. »Es gibt auch noch Handschuhe mit einem anderen Verlauf der Riemen. Die sind dann für die geübten Mädchen, weil man sie noch viel strenger schnüren kann.«

»Na dann.« Julia war in diesem Moment nicht in der Lage, an die Zukunft zu denken. Sie war viel zu sehr in der Gegenwart und von dem Handschuh gefangen.

»Ich beginne jetzt mit der Schnürung«, sagte Frauke mit leiser Stimme, nachdem sie einige Momente auf Julias Rücken hantiert hatte.

»Wie weit wirst du schnüren?« Julia hatte Schwierigkeiten, sich klar zu äußern. »Und was hast du bis eben gemacht?«

»Du bist sehr neugierig.« Es reizte die Dienerin, Julia ein wenig zu necken. »Ich habe die Trageriemen wie vorgesehen festgeschnallt. Du kannst dir das gleich im Spiegel ansehen.« Sie versuchte ihre Stimme etwas strenger klingen zu lassen. »Und jetzt halte bitte deine Arme still.«

Julia hatte den Wechsel des Tonfalls durchaus bemerkt, und obwohl sie davon nicht beeindruckt war, spürte sie doch, dass es einfacher für Frauke sein würde, wenn sie sich nicht mehr bewegte.



»So, fertig. Ich muss nur noch die überstehende Schnur aufwickeln.« Die Dienerin klang sehr erleichtert. »Und um auf deine andere Frage zu antworten, er ist ganz geschlossen.«

»Aber...« Julia hatte Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden. »Er sitzt doch völlig locker.« Um dies zu demonstrieren, drückte sie ihre Arme aneinander.

»Ja, du hast recht, so geht das nicht.« Sie blickte etwas ratlos auf Julias Arme. »So macht das Training keinen Sinn.«

»Was machen wir nun?« Julia drehte sich um und blickte Frauke erwartungsvoll an.

»Ich bewundere dich.« Sie überhörte die Frage der Studentin. »Ich wäre froh gewesen, wenn ich ihn wenigstens so hätte tragen können.«

Zunächst war Julia stolz, erst nach kurzer Zeit realisierte sie, was Frauke eigentlich gesagt hatte. »Musstest du den Handschuh auch tragen? Warum du?«

Frauke wurde verlegen, denn sie hatte sich verplappert. Es war ausgemacht, dass sie Julia nichts von ihren eigenen Versuchen sagen sollte, deswegen suchte sie eine Ablenkung. »Ich habe Carolin, obwohl ich sie nicht mehr kennenlernen durfte, bewundert, und ich war neugierig. Ich wollte wissen, ob ich das auch können würde.«

»Und konntest du es?« Julia war fasziniert, eine neue Seite der Dienerin kennenzulernen.

»Selbst wenn ich jemand gefunden hätte, der mir damit geholfen hätte, hätte ich es nicht geschafft.« Sie ärgerte sich über ihren Fauxpas und hoffte, dass Julia nicht weiter nachhaken würde. »Ich schau mal, ob er sich noch etwas enger schnüren lässt.«

»Ja bitte.« Julia war dankbar, dass Frauke anscheinend ihrem Ehrgeiz etwas nachgab. »Es fühlt sich schön an.«

Frauke keuchte. »Was haben deine Brüder nur mit dir angestellt, dass du so gelenkig bist?«

»Erinnere mich bitte nicht an die alten Zeiten.« Julia seufzte. Sicher, sie war früher sicher eine Nervensäge gewesen, und sie hatte stets den Ehrgeiz gehabt, sich gegen ihre Brüder zu behaupten. Und auch das spielerische Fesseln der Arme auf den Rücken hatte sie damals mit stoischer Ruhe ertragen, auch wenn es nur Kindereien waren.

Früher hatte sie auch einmal vom Ballett geträumt, wie fast jedes junge Mädchen, und manchmal ganz heimlich hatte sie sich auf den Dachboden geschlichen, um dort in der kleinen Kammer vor dem großen aber zerbrochenen Spiegel zu tanzen. Im Nachhinein musste sie darüber lachen, denn natürlich war ihr schon damals klar gewesen, dass dieser Traum nie in Erfüllung gehen würde.

Aber eines hatte sie von beiden Ereignissen ihrer Kindheit behalten, ihre Gelenkigkeit. Und doch hätte sie nie gedacht, wofür sie jetzt diese Fähigkeiten brauchen konnte.

»Nein, so geht es einfach nicht.« Frauke fluchte leise.

»Was meinst du?« Julia wurde aus ihren Gedanken gerissen. »Warum?«

»Ich habe ihn wirklich ganz geschlossen, und er sitzt immer noch sehr locker.« Sie ärgerte sich, dass sie sich so sehr verschätzt hatten.

»Was machen wir jetzt?« Julia zog die Stirn in Falten.

»Für Notfälle haben Hegels mir eine Nummer hinterlassen, unter der sie zu erreichen sind, falls irgendwelche Probleme auftauchen sollten.« Sie nahm das Smartphone aus der Tasche, dass sie ihr für genau diese Zwecke gegeben hatten.

»Willst du sie bei der Hochzeit stören?« Der Tonfall der Studentin zeigte, wie wenig ihr dieser Gedanke gefiel.

»Nein, das nicht. Aber ich könnte ihnen eine Nachricht schicken.« Frauke gab wieder, was sie diesbezüglich mit Hegels ausgemacht hatte. »Und sie würden bei passender Gelegenheit eine Antwort schicken.«

»Bitte lass es uns versuchen.« Julia bekam auf einmal leuchtende Augen. »Es wäre schön, wenn wir die Zeit so gut wie möglich nutzen könnten.«

Frauke nahm das Handy zur Hand und tippte einige Zeit darauf herum. Schließlich legte sie es wieder weg. »Jetzt müssen wir die Antwort abwarten.«



Julia hielt es nicht einmal eine Minute aus. »Gibt es nicht etwas, was wir schon tun könnten?«

»Als nächstes wollte ich dir die Gymnastik-Übungen zeigen.« Frauke ging zur Kommode und holte den entsprechenden Zettel. »Schau sie dir schon einmal an.«

Julia blickte neugierig auf den Zettel und hatte nach einem kurzen Moment erkannt, was die jeweiligen Skizzen aussagten. »Wenn du mir den Handschuh abnimmst, dann kann ich sie gleich einmal ausprobieren.«

»Ist Ehrgeiz eigentlich ansteckend?« Frauke lachte, während sie die Riemen öffnete und der Handschuh langsam zu Boden fiel. Sie bückte sich, um ihn wieder aufzuheben.

»Danke.« Julia übersah die Spitze in Fraukes Worten, blickte stattdessen sehr konzentriert auf das Blatt und führte nacheinander die einzelnen Übungen aus. »Sie sind ja leicht zu merken.« Sie lächelte vorsichtig.



Nach einigen Übungen zeigte ein kurzes Piepen die Ankunft einer Nachricht an. Frauke nahm das Telefon zur Hand und schaute darauf.

Julias hielt in ihren Bewegungen inne. »Was sagen sie?« Ihre Stimme zitterte ein wenig.

Frauke blickte auf. »Sie sagen, wir sollen gleich mit dem strengen Handschuh beginnen.«

»Carolin hatte mehrere Trainingshandschuhe?« Julia fragte das Naheliegende.

»Natürlich.« Frauke ging zur Tür. »Sie musste es ja auch nach und nach trainieren.

Julia nickte nur.

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  RE: Der Mantel der Studentin (überarbeitete Fassung) Datum:19.02.18 15:34 IP: gespeichert Moderator melden


Tolle Geschichte! Warte gespannt auf die Fortsetzung!
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