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Ihr_joeVolljährigkeit geprüft
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Baden-Württemberg


Die Welt ist eine Bühne. Nur... das Stück ist schlecht besetzt. Oscar Wilde

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:28.05.17 13:34 IP: gespeichert Moderator melden


Hey HeMaDo,

ich finde Deine Geschichte auch lesenswert!
Hab doch Deine Fingerübungen als Anreiz gesehen mehr von Dir lesen zu wollen.

Ich werde auch weiter mitlesen, seh das als besonderes Kompliment an, da sie weder meiner Veranlagung entspricht noch "böse" genug ist.

Ich werde es auch selten kommentieren, Du sollst nur wissen, dass Du mich als Leser gewonnenen hast.

Es gibt hier viele Geschichten, zu denen ich mehr schreibe, das hängt vom Thema ab. Es gibt hier nur wenige Autoren, die so hochwertig schreiben.

Genug gelobt, liebe Grüße nach Kassel,
da sah ich den ersten Star Trek-Film (1979) im Kino, nach dem Besuch der Dokumenta, zusammen mit meiner Herrin,
vielen Dank an Dich Ihr_joe



Toleranz beginnt dort, wo das eigene Weltbild aufhört. (Amandra Kamandara)

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HeMaDo
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:03.06.17 20:56 IP: gespeichert Moderator melden


Da ich Probleme mit meinem Rechner hatte, ist es heute etwas später geworden und ich werde es auch nicht schaffen, heute die Geschichte über das Schloss Fähenberg fortzusetzen.

Ich möchte mich hier auch mal bei allen bedanken die die Geschichte kommentiert haben. Das Lob welches ich hier bekommen habe spornt natürlich an weiter zu schreiben.


@Ihr_joe,
Zitat

Ich werde auch weiter mitlesen, seh das als besonderes Kompliment an, da sie weder meiner Veranlagung entspricht noch \"böse\" genug ist.

Das freut mich zu lesen. Vielen Dank.

Die Dokumente ’79, da bin ich gerade in der Schule gekommen. Das war, wenn ich mich richtig erinnere die, wo Boys diesen riesigen Haufen Basaltsteine auf dem Friedrichsplatz liegen hatte, die auch heute noch überall in der Stadt herum stehen und immer noch gelegentlich für Diskussionen sorgen. ;-)


HeMaDo



Liste der Charaktere von "Neue Horizont...oss Fähenberg"

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HeMaDo
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:03.06.17 20:56 IP: gespeichert Moderator melden


Besuche


Vivians Comm begann leise eine Melodie zu spielen und zu vibrieren. Sie öffnete die Augen und räkelte sich wohlig in Veras Armen. Sie genoss diese paar Minuten am Morgen zwischen Schlafen und Wachen, wenn sie die Nähe ihrer Herrin spürte, sich an sie schmiegte, ihren Duft auf nahm und ihren Atem auf ihrer Stirn spürte. Vorsichtig und leise, um Vera nicht zu wecken, stand sie auf, ging ins Nebenzimmer wo sie ein Handtuch auf den Sitz des Ergometers legte und sich darauf nieder ließ. Nackt wie sie war begann sie zu treten. Nach einer guten halben Stunde stand sie verschwitzt auf und hatte beinahe das Eineinhalbfache ihres Solls abgearbeitet. Zufrieden ging sie ins Bad, wo sie sich die Zähne putzte und sich duschte. Nachdem sie sich abgetrocknet hatte nahm sie Veras Zahnbürste aus dem Schrank und legte diese auf deren Becher. Die Tube mit der Zahncreme stellte sie daneben. Zwar hatte ihr die Herrin schon mehrmals gesagt, sie brauchte das nicht zu tun doch Vivian mochte solche kleinen Gesten und wollte darauf auch nicht verzichten.

In der Küche deckte sie den niedrigen Frühstückstisch und drapierte einige der bunten, getrockneten, nach Vanille duftenden Holzstücke auf dem Tisch, die sie aus der Schale von der Fensterbank genommen hatte und wartete auf Vera. Als diese verschlafen aus dem Schlafzimmer kam stand sie auf und gestikulierte „Schönen guten Morgen meine Herrin.“ und lächelte sie an.
Vera nahm sie in die Arme, gab ihr einen Kuss und nahm auf ihrem Sitzkissen Platz. „Dir auch einen guten Morgen meine Süße.“ sagte sie. Vivian kniete sich neben sie und sie begannen zu essen.
„Ich hab gesehen wie viel du heute geradelt hast. Nimm dir doch noch ein halbes Brötchen.“ sagte Vera und strich ihr über die Wange. Vivian bedankte sich, lehnte aber ab. Sie wusste, das sie nur noch fünf Pfund abnehmen musste und wollte das bis zum Ende des Jahres geschafft haben.

„Was hast du denn heute vor?“ fragte Vera.
Vivian sah auf und erklärte ihr das sie sich mit Rebecca verabredet hatte um ihr das Gelände zu zeigen. Sie wollten Trish besuchen und vielleicht noch zum See gehen.
Vera war froh darüber das Vivian den Tag über mit Rebecca zusammen war. Sie mochte es nicht sonderlich wenn Vivian alleine unterwegs war, da sie sich immer ein wenig Sorgen um sie machte. Sie war zwar schon 25 aber war manchmal einfach zu sorglos und vergaß oft die Zeit wenn sie anfing sich mit jemandem zu unterhalten. Besonders bei Trish passierte das regelmäßig. Daher hatte sie Vivians Comm vor einem halben Jahr so eingestellt, daß sie es jederzeit orten konnte, nachdem sie zusammen mit mehreren Anderen einen ganzen Abend lang nach ihr gesucht hatte. Sie hatten sie mitten im Wald auf einem Baumstumpf sitzend gefunden, wo sie einige Vögel dabei beobachtet hatte wie diese ihre Junge fütterten.

Kurz vor zehn verabschiedete Vivian sich von Vera und verließ die Wohnung.

- - -

Vom Vibrieren ihres Comms wachte Rebecca auf und schaute sich verschlafen um. Die Oktobersonne schien durch die Vorhänge des Fensters und tauchte das Zimmer in ein goldenes Licht. Langsam stand sie auf und ging ins Badezimmer. Mittlerweile hatte sie den Dreh raus, wie sie den Keuschheitsgürtel nach dem Toilettengang reinigen und trocknen musste, so daß ihr dies keine großen Probleme mehr bereitete. Sie ging in ihr Zimmer zurück, wo sie das Nachthemd aus zog und den Schlüssel für den Gürtel aus dem Kasten neben ihrer Tür heraus nahm. Auf ihrem Comm begann ein Timer 15 Minuten rückwärts zu zählen. Schnell zog sie den Gürtel aus und ging duschen. Als sie sich gründlich abgetrocknet hatte zog sie den Gürtel wieder an, der sich mittlerweile garnicht mal mehr so ungewohnt anfühlte und steckte den Schlüssel zurück in den Kasten. Der Timer war bei genau 5 Minuten stehen geblieben, genau wie die letzten zwei Tage auch.

Sie zog eine beige Tunika mit eng anliegenden Ärmeln an, trocknete ihre Haare und schaute im Spiegel ob auch alles richtig saß. Sie rückte den Gürtel der Tunika gerade und ging dann nach unten in die Küche wo sie das Frühstück zubereitete und Kaffee aufsetzte. Im Esszimmer deckte sie den Tisch und holte dann die Brötchen aus dem Verteiler. Ein paar Minuten vor acht stellte sie die Kaffeekanne auf den Tisch und stellte sich neben die Tür zum Flur.

Pünktlich um acht kam Andrea im Morgenmantel hinein. Rebecca knickste und begrüßte sie mit einem „Schönen guten Morgen Herrin.“
„Danke, dir auch einen schönen guten Morgen Rebecca.“ sagte Andrea „Wie hast du geschlafen?“
„Danke gut Herrin, es war nur ein wenig, nun ja, frustrierend.“ Frustrierend war gar kein Ausdruck. Zwar hatte sie sich mittlerweile halbwegs an den Gürtel gewohnt doch würde sie ihn zumindest nachts liebend gerne aus ziehen können.
Andrea lachte kurz „Das kann ich mir vorstellen. Aber du sollst ihn ja auch nicht auf Dauer die Nacht über tragen, nur so lange, bis du dich daran gewöhnt hast.“
„Ja Herrin.“ sagte Rebecca und hielt ihr den Stuhl.
Sie frühstückten gemeinsam und unterhielten sich während dessen über verschiedene Dinge, überwiegend Belanglosigkeiten. „Nach dem Abräumen lässt du mir bitte ein Bad ein und legst meine Kleider heraus. Während dessen kannst du mein Bett machen. Danach hast du Frei.“ sagte Andrea. „Weißt du schon, was du heute tun wirst?“
„Ich habe mich mit Vivian verabredet. Sie wollte mir das Gelände zeigen. Sie sagte mir das der See ziemlich interessant ist. Außerdem wollten wir zu Trish gehen.“
Andrea lachte kurz. „Ja, der See kann ziemlich interessant sein. Aber von Trish lass dich besser zu nichts überreden, sie ist manchmal ein wenig exzentrisch.“
„Ich verstehe.“ sagte Rebecca. Sie frühstückten fertig, dann stand Rebecca auf und räumte den Tisch ab während Andrea nach oben ging.

Nachdem sie den Tisch abgeräumt und das Geschirr in die Spülmaschine geräumt hatte, ging Rebecca nach oben und ließ Andrea ein heißes Bad ein. Dann ging sie in den großen, begehbaren Kleiderschrank und suchte deren Sonntagsgarderobe heraus. Sie hoffte, alles richtig gemacht zu haben als sie die Sachen auf den stummen Diener hängte. Doch Andreas Anweisungen diesbezüglich waren recht klar und so fand sie schnell alles nötige. Sie klopfte an die Schlafzimmertür und wartete bis Andrea heraus kam. Sie hielt ihr die Badezimmertür auf und knickste. Dann ging sie ins Schlafzimmer und begann das Bett zu machen. Sie nahm die Decke vom Bett, zog das Laken glatt und schüttelte die Kissen auf die sie ordentlich aufs Bett zurück legte.

Als sie die Bettdecke aufschüttelte polterte es als etwas zu Boden fiel und unters Bett rollte. Nachdem sie die Decke aufs Bett gelegt hatte, fand sie einen großen, blauen Vibrator unterm Bett. Eigentlich wäre es wohl ihre Aufgabe gewesen diesen sauber zu machen und in den Nachttisch oder wo auch immer Andrea ihn aufzubewahren pflegte zurück zu legen. Doch das ging ihr ein wenig zu weit. Also holte sie ein kleines Handtuch aus dem Ankleidezimmer, bückte sich unters Bett, fische den Vibrator mit dem Handtuch heraus und legte ihn eingewickelt in dieses auf den kleinen Tisch im Ankleidezimmer. Sie warf noch einmal einen Blick auf die Kleidung die sie zurecht gelegt hatte und ging dann zurück in ihr Zimmer wo sie sich frisch machte und zog sich dann um.

Obwohl die Sonne heute vom Himmel strahlte, fehlte dieser die Kraft die Luft großartig zu erwärmen. Also zog sie ein langes Unterhemd an bevor sie eine Safrangelbe Tunika mit weiten Ärmeln aber recht Engen Bündchen an zog. Dann schlüpfte sie in ihre Sandalen und ging nach unten. Sie verließ das Haus und ging die wenigen hundert Meter zu dem Wohnblock in dem Vivian wohnte. Als sie die Lobby betrat, wurde sie von zwei strohblonden Serva beinahe umgerannt.

„Entschuldigung.“ sagten die Beiden nachdem sie ihr Platz gemacht hatten und hinaus gehen wollten. Eine der Beiden, sie war einen halben Kopf kleiner als sie selbst und hatte ein ziemlich schmales Gesicht, kam ihr irgend wie bekannt vor.
Sie schaute den beiden hinter her und überlegte, wo sie diese Frau schon mal gesehen hatte. Sie beschloss Vivian zu fragen ob sie sie kannte.

Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, das sie noch ein wenig Zeit hatte, also setzte sie sich in die Lobby, nahm ein Pad. Als sie es einschaltete zeigte es neben einem Eingabefeld zwei Logos. Das eine davon, den Kreis mit den drei geschwungenen Linien und dem H kannte sie bereits, das zweite Logo einer Firma namens MarEmy hingegen war ihr vollkommen unbekannt. Sie tippte darauf und bekam sofort einen Katalog angezeigt. Es standen mehrere Produktgruppen zur Auswahl die Namen wie vestis, alligo oder orbis trugen. Anscheinend hatte jemand einfach Begriffe in eine andere Sprache übersetzt. Vermutlich spanisch, italienisch oder vielleicht auch Latein. So gut kannte sie sich mit Sprachen nicht aus. Sie selbst sprach nur englisch, wie beinahe jeder auf der Welt und deutsch sowie einige Bruchstücke französisch die sie damals in Straßburg in der Schule aufgeschnappt hatte. Sie musste leise lachen als sie an Miss Wilhelmina, ihre Lehrerin dachte, die oftmals in Inuipaq, der Sprache der Inuit in Alaska, ihrer Heimat, zu sprechen begann wenn sie besonders wütend war.

Als sie sich die Produkte in dem Katalog an sah, bemerkte sie, das es der selbe Katalog war, den Nin ihr an ihrem ersten Tag hier gezeigt hatte. Sie blätterte ihn durch und betrachtete die dort gezeigten Sexspielzeuge eher oberflächlich. Als sie jedoch die Kategorie „obsera“ auswählte, schaute sie aufmerksam die dort gezeigten Produkte an. Es handelte sich um Keuschheitsgürtel, wie sie selbst einen trug. Dabei stellte sie fest, daß sie selbst offenbar nur das Basismodell trug und war erstaunt darüber, was es dort alles für Zubehörteile gab. Einige schienen ihr sehr interessant, während sie bei anderen inständig hoffte, das Andrea nicht auf die Idee kam diese in ihren Gürtel einbauen zu lassen.

Sie bemerkte vor sich eine Bewegung und schaute auf. Vor ihr stand Vivian und begrüßte sie indem sie „Guten Morgen“ gestikulierte.
„Hallo Vivian.“ sagte sie und stand auf. „Bevor ich es wieder vergesse, ich bin hier gerade von zwei Blondinen umgerannt worden. Eine der beiden kam mir irgend wie bekannt vor. Vielleicht ein Stückchen kleiner als du, ziemlich dünn.
Vivian machte die Geste für Serva. „Ja.“ sagte Rebecca.
Vivian seufzte und holte eine Karte und einen Stift aus der Tasche ihrer Tunika. „Das könnte Larissa gewesen sein.“ nachdem Rebecca gelesen hatte wischte Vivian das geschriebene weg und schrieb „Sie gehört zu Johanna. Sie ist letzten Samstag aus Straßburg gekommen.“
Rebecca dachte einen Moment lang nach bis ihr tatsächlich ein fiel wo sie diese Frau gesehen hatte. Es war tatsächlich in der Schule gewesen als sie unter großem Protest der Ärzte einfach einen Tag lang das Krankenhaus verlassen hatte und in die Schule gefahren war wo sie sich einen Ableger von Sarahs Rosenstock geholt hatte, der leider nicht angegangen war. Sie saß dort mit einer anderen Frau zusammen auf einer der Bänke im Garten. An diese andere Frau konnte Rebecca sich aus irgend einem Grund allerdings besser erinnern. Ob das an deren kupferroten Haaren gelegen hatte oder den Sommersprossen, konnte sie allerdings beim besten Willen nicht sagen. Sie erinnerte nur, das diese Frau irgend etwas an sich hatte, was damals ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte und dafür sorgte daß sie sich auch jetzt noch recht gut an dieses Gesicht erinnern konnte.

Rebecca kniff kurz die Augen zusammen und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf Vivian. Diese hielt ihr gerade grinsend eine Karte vors Gesicht auf der stand „Ich hab gestern meine Lehrerin getroffen. Sie wohnt auch hier“ stand auf der Karte.
„Das freut mich.“ sagte Rebecca. „Unterrichtet sie hier an der Schule?“
Vivian schrieb einen neuen Text auf die Karte „Sie ist hier Schulleiterin.“
„Schulleiterin?“ fragte Rebecca „Isabella?“
Nun schaute Vivian sie überrascht an und nickte. Darauf hin grinste Rebecca breit. „Wir waren zusammen in der Schule.“ erklärte sie lachend.
Auch Vivian lachte nun, machte aber schnell wieder ein ernstes Gesicht. „Erzähl ihr bitte nicht, das ich dein Auto kaputt gemacht hab. Herrin Vera hat schon gesagt sie will ihr erzählen was ich alles anstelle.“ schrieb sie auf die Karte und hielt sie Rebecca hin.
Nun lachte Rebecca laut los. „Keine Angst, ich erzähle ich nichts davon. Ich werde ihr sagen das du dir nie etwas zu Schulden hast kommen lassen und die anständigste Serva überhaupt bist.“ sagte sie.
Darauf verdrehte Vivian die Augen und streckte ihr die Zunge heraus.
„Auch nicht recht?“ fragte Rebecca belustigt.
Vivian schrieb „Lieber nicht, das glaubt sie nie.“
Lachend ging Rebecca aus der Lobby und Vivian folgte ihr. „So, du wolltest mir doch den See zeigen und zu Trish wollten wir auch gehen. Am Besten wir gehen wohl zuerst zu Trish.“
Vivian nickte, steckte den Stift und die Karten ein und ging die Straße entlang voraus.

Während sie gemütlichen Schrittes die Straße entlang spazierten versuchte Vivian Rebecca etwas zu erklären, was diese aber nicht verstand, da sie die Gesten einfach noch nicht kannte. Vivian wollte wieder Stift und Karte heraus holen doch Rebecca meinte das es besser wäre, wenn sie versuchen würde es ihr so zu erklären. „Dabei lerne ich wahrscheinlich besser dich zu verstehen, auch wenn es sicher anstrengender ist.“
Darauf hin nickte Vivian und versuchte ihr zu erklären was sie meinte. Bis Rebecca begriffen hatte, das der Weg der auch zu Andreas Haus führte der Weg war auf dem man zum Sportplatz kommt, standen die Beiden gerade vor einer Brücke durch die Schlucht unter der leise der Fluss entlang floss. Nun holte Vivian doch die Karte hervor und schrieb etwas darauf.
„Herrin Vera hat gesagt, das du singen kannst.“ las Rebecca.
„Ja, kann ich. Und ich soll dir was vor singen?“ fragte sie schmunzelnd.
Vivian nickte heftig.
„Was soll ich denn singen? Die Susanne aus Figaros Hochzeit oder vielleicht etwas von Puccini?“ Vivian runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf. Sie wischte die Schrift auf der Karte weg und schrieb „Halleluja?“
„Von Händel?“ fragte Rebecca amüsiert. Sie war von der beinahe kindlichen Begeisterung fasziniert die Vivian für manche Dinge aufbrachte.
Diese schüttelte energisch den Kopf und schrieb nur „Cohen“ auf die Karte.
Rebecca überlegte kurz, sie kannte mehrere Versionen von dem Lied und entschied sich für die bekannteste. Sie stellte sich in die Mitte der Brücke, räusperte sich und sang ein lang gezogenes A.
Nun wurde ihr klar, warum Vivian gerade hier gefragt hatte. Die Akustik in dieser Schlucht war zwar alles Andere als optimal aber ziemlich einzigartig. Der Ton hallte von den Felswänden in einem lang gezogenen Echo zurück und wurde zudem vermutlich weit durch die Schlucht getragen. Sie atmete einmal tief durch und begann zu singen.

Sie sang laut und obwohl Sie schon länger nicht geübt hatte erklang ihre Stimme voll und klar durch das Tal. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich voll und ganz auf das Lied. Nachdem Sie das letzte Halleluja gesungen hatte öffnete Sie die Augen. Vivian stand mit offenem Mund neben ihr und schaute sie an. Eine Träne war ihre Wange herunter gelaufen.
„Ich hoffe, es hat dir gefallen, ich habe schon länger nicht mehr geübt.“ Vivian nickte begeistert und gestikulierte ein „Danke.“
„Gern geschehen.“ sagte Rebecca lächelnd worauf hin Vivian Sie umarmte. Dann gingen sie langsam weiter.

- - -

„Also wenn ich das richtig sehe, dann ist Frau Renger gegen 23 Uhr 30 alleine los gefahren um eine Störung zu beseitigen. Frau Holtz hat bestätigt, das die Störung gegen 23:50 beseitigt war. Frau Renger hat sich darauf hin allerdings nicht bei ihr gemeldet, wie sie es eigentlich hätte tun sollen. Darauf hin ist Frau Holtz gegen 0 Uhr 15 selbst los gefahren um nach ihr zu suchen. Sie hat vorher ihre Vorgesetzte Frau Milo angerufen und ihr den Vorfall gemeldet. Frau Holtz hat Frau Renger allerdings nicht gefunden und wollte darauf hin wieder nach oben gehen. Dabei hat sie Frau Rengers Werkzeuggürtel gefunden der auf dem Geländer der Treppe hing.“ fasste der Kommissar seine Notizen zusammen. Er stand zusammen mit Emylia und Danielle vor der Stahltür in der Felswand. Emylia schaute ihn mit unbewegtem Blick an während Danielle, die Vorgesetzte von Nadine, aufgelöst von einem Bein aufs Andere trat und eine Zigarette nach der anderen rauchte.
„Die Spurensicherung hat neben dem Bachlauf das Comm von Frau Renger gefunden. Außerdem gab es Blutspuren die offenbar von ihr stammen, aber das muss im Labor noch überprüft werden. So wie ich das sehe, ist sie auf der Treppe ausgerutscht als sie nach oben gehen wollte und dabei mit dem Gürtel am Geländer hängen geblieben. Der Gürtel ist aufgerissen und sie ist den Schacht herunter gefallen, neben dem Bachlauf aufgeschlagen wo sie ihr Comm verloren hat und dann in den Bach gerutscht und in die Höhlen getrieben.“ Er warf dem anderen Mann der bei ihnen stand einen fragenden Blick zu.
Dieser sagte darauf hin „Also ob wir die Frau je finden werden bezweifele ich. Die Höhlen erstrecken sich über mehrere Quadratkilometer und der Bach kommt irgend wo weiter nördlich wieder ans Tageslicht. Aber wo genau kann man nicht sagen. Ich vermute, er ist genau so weit verzweigt wie die Höhlen. Das Gebiet auf dem er an die Oberfläche tritt könnte 20 ungefähr Kilometer weit entfernt sein. Da gibt es zig kleinere Quellen, aber keine groß genug als das ein Mensch durch die Öffnungen passen würde.“

„Gibt es denn garkeine Möglichkeit sie zu finden?“ fragte Emylia. Sie hatte, seit man sie um ein Uhr nachts aus dem Bett geholt hatte nicht geschlafen und so mischte sich eine tiefe Müdigkeit zu ihrer Bestürzung über den Unfall.
„Wenn man einen Marker hier ins Wasser gibt, könnte man vielleicht sehen, wo genau der Bach überall ans Tageslicht kommt, aber wenn sie irgend wo in einem unterirdischen Becken oder an einer Verengung fest steckt, wird sie selbst dann nicht wieder an die Oberfläche kommen, wenn es eine größere Quelle geben sollte. Außerdem dauert es vermutlich mehrere Wochen bis das Wasser von hier bis zu dem Gebiet geflossen ist, wo es wieder ans Tageslicht kommt. Zudem gibt es zwischen hier und diesem Gebiet mehrere Brunnen aus denen Trinkwasser gewonnen wird.“ erklärte der Mann, ein von der Polizei dazu gerufener Geologe der sich mit den Höhlen in dieser Gegend recht gut auskannte.

„Dann müssen Sie die Taucher noch mal da rein schicken. Sie kann doch nicht einfach so verschwunden bleiben verdammt noch mal.“ rief Emylia aus.
„Frau Kroll, die Taucher waren insgesamt fast acht Stunden da unten. Aber diese Höhlen sind so verzweigt, das man Jahre lang tauchen könne, ohne jemanden zu finden der hier in den Bach fällt.“
„Verdammt!“ schrie Emylia und schlug mit der Faust fest gegen die Stahltür so das zwei der Polizeitaucher die gerade heraus kamen zusammenzuckten.
„Frau Kroll,“ sagte der Kommissar „so wie ich das sehe, war das ein bedauerlicher Unfall. Soweit ich das beurteilen kann sind alle Vorschriften eingehalten worden. Der Staatsanwalt wird wohl sicher noch eine Untersuchung einleiten aber dabei wird wohl auch nichts anderes bei heraus kommen.“
Emylia nickte nur knapp und wandte sich dann an Linda, ihre Sekretärin die die ganze Zeit über still in der Nähe gestanden hatte. „Ich will das da morgen Abend überall Fangnetze hängen.“
„Hör mal, das entspricht alles den Vorschriften. Sie ist ausgerutscht, sowas kann einfach passieren.“ sagte Linda ruhig.
„Die Vorschriften sind mir doch scheiß egal!“ schrie Emylia sie an „Wenn ich da Fangnetze haben will, kommen da Fangnetze hin, hast du das verstanden? Und bis die da hängen will ich da niemanden mehr drinne sehen!“
Linda nickte nur knapp, sie wusste, das es im Moment sinnlos war mit Emylia zu diskutieren. Sie machte sich Notizen auf einem Pad und ging dann zurück zu dem Wagen mit dem sie her gekommen war.

Sie fuhr ein Stück weit und hielt, als sie außer Sichtweite war am Straßenrand an. Aus ihrer Tasche holte sie ein Comm und tippte eine Nummer ein. Es dauerte etwas bis der Anruf angenommen wurde. „Bis morgen muss der neue Durchgang zu sein. Und seht zu, daß das Kabel verschwindet das euch verraten hat ihr Amateure. Wenn sowas noch mal passiert, können wir hier einpacken,“ sagte sie und beendete das Gespräch ohne auf eine Antwort zu warten und fuhr dann weiter. In ihrer Wohnung machte sie sich einen Kaffee und ein paar Brote zum Frühstück. Sie legte sich auf die Couch und sah sich in aller Ruhe einen Film an.

- - -

„Wie siehst du denn aus?“ Julia schaute Mara amüsiert an während diese den Frühstückstisch deckte. Sie selbst war im Gegensatz zu Mara hellwach und ausgeruht. Den Mann den sie gestern Abend mit nach hause genommen hatte, hatte sie gleich nach dem Aufstehen hinaus komplimentiert.
„Entschuldigung Herrin.“ sagte Mara leise „Aber ich bin ziemlich spät eingeschlafen.“
„Soso. Hatte ich nicht gesagt, das du um Mitternacht los fahren solltest?“
„Das bin ich doch Herrin. Aber Heike und Anke und Rolf und Flo haben mich gebeten, sie noch nach hause zu fahren.“
„Ich verstehe. Ich kenne die Strecke, dann dürftest du so gegen halb eins hier gewesen sein und hast wahrscheinlich um eins im Bett gelegen. Eigentlich sollte man wegen drei Stunden Schlaf die einem fehlen nicht so dermaßen müde sein.“
„Ja Herrin, ich habe ungefähr um eins im Bett gelegen. Aber da habe ich noch nicht geschlafen.“ sagte Mara. Es war ihr klar, das es nichts brachte irgend etwas ab zu streiten.
„Und wann bist du dann eingeschlafen?“
„Das weiß ich nicht so genau.“
„Also wenn du noch so lange gelesen hast, dann sollte ich dir das wohl besser verbieten.“
Mara setzte sich ihr gegenüber an den Tisch „Ich habe nicht gelesen.“ sagte sie leise und senkte den Kopf.
„Und was bitte hast du dann gemacht?“ Julia schaute sie nun streng an worauf hin Mara leise und unverständlich etwas murmelte. „Entschuldige bitte, aber ich habe dich nicht verstanden Mara.“
Mara schaute sie verzweifelt an worauf hin Julia fragend den Kopf hob.
„Ich habe die Spielzeuge die Sie mir gegeben haben ausprobiert.“ sagte Mara noch immer sehr leise und mit rotem Kopf.
„Welches?“ wollte Julia nun wissen. Sie fragte sich, womit Mara sich wohl dermaßen lange hatte amüsieren können. Sie nahm ihre Tasse und trank einen Schluck Kaffee.
„Alle.“ sagte Mara nun noch leiser worauf hin Julia sie mit großen Augen an sah und zu lachen begann. „Du machst keine halben Sachen, oder?“ fragte sie, noch immer lachend.

Den Rest des Frühstücks über schwieg Mara und vermied es Julia an zu sehen. Diese schaute gelegentlich schmunzelnd zu ihr. Eigentlich tat sie ihr ja leid, wie sie so verschämt und mit roten Ohren da saß. Schuld war sie ja im Endeffekt selbst gewesen als sie ihr diese Spielzeuge gegeben und ihr gesagt hatte, sie sollte sie mal ausprobieren. Aber daß sie es so übertreiben würde, konnte sie ja nicht ahnen.

Nachdem sie fertig gefrühstückt hatten und Mara die Zeitung aus dem Briefkasten geholt hatte, trank Julia noch eine Tasse Kaffee und las die Zeitung während Mara den Tisch ab räumte und alles sauber machte.
„Eigentlich wollte ich dir heute ja frei geben.“ sagte Julia als Mara fast fertig war mit Spülen. „Aber ich glaube, es ist besser, wenn du dich noch mal hin legst und ausschläfst.“
Mara nickte nur und wollte nach oben gehen. Sie hätte sowieso nicht gewusst, was sie an einem freien Tag tun sollte. Da kam es ihr gerade recht, daß sie noch etwas ausschlafen konnte.
Julia stand auf und ging zu ihr. „Du brauchst dich nun wirklich nicht zu schämen. Sowas passiert jedem mal. Das ist überhaupt nichts schlimmes. Nur übertreib es einfach nicht so.“ sagte sie und nahm Mara in den Arm. „Und wenn du jetzt hoch gehst, dann wird auch wirklich geschlafen. Und von den Spielsachen lässt du so lange die Finger. Verstanden?“
Mara nickte und ging nach oben nachdem Julia die Umarmung gelöst hatte.

- - -

„Guten Morgen.“ rief Rebecca durch die offen stehende Tür doch es kam keine Antwort. Sie schaute sich in dem Raum um und betrachtete die Bilder an der Wand. Alle zeigten Figuren die aus irgend welchen japanischen Comics zu stammen schienen aber keines davon hätte sie als Jugendfrei eingestuft. Auf vielen der Bilder waren Tentakel ein Hauptelement. Vivian schaute sich kurz um, fasste sie am Ärmel und deutete grinsend auf eines der Bilder. Rebecca betrachtete es etwas genauer als ihr lieb war. Auch auf diesem Bild sah sie eine junge Frau, gezeichnet im Mangastil und mehrere Tentakel „Bist du das etwa?“ fragte sie erstaunt worauf hin Vivian grinsend nickte.
Vivian machte einige Gesten von denen sie nur wenige verstand. Trotzdem konnte sie den Sinn erraten. „Harmlos?“ fragte sie „Und was bitte ist dann nicht mehr harmlos?“ wollte sie wissen.
Vivian zog sie mit sich durch die nächste Tür in einen schmalen Flur. Dort schlug sie fest mit der geballten Faust gegen eine Tür und öffnete diese. Sofort schlug den Beiden das laute Kreischen eines Werkzeuges entgegen. Der ganze Raum war in Staub gehüllt und eine Gestalt saß an einem Tisch und bearbeitete irgend etwas mit dem Werkzeug. Vivian hob ein Stück Plastik auf, welches auf dem Boden lag und warf es nach der Gestalt. Darauf hin wurde das Werkzeug aus geschaltet und die Gestalt stand auf und drehte sich zu ihnen um.
„Ach du Schande.“ entfuhr es Rebecca als die Gestalt auf sie zu kam.
Die Gestalt, Rebecca konnte unmöglich beurteilen ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte, trug einen dunkelblauen, aufgeblähten Gummianzug und eine Maske die den gesamten Kopf umhüllte. Zu dem Anzug führte ein dicker, von der Decke hängender Schlauch und um den Sichtschirm der Maske herum leuchteten mehrere helle, weiße Lampen die offenbar dazu dienten das Gesichtsfeld auszuleuchten.
Bei jedem Atemzug der Gestalt konnte man deutlich hören daß es der Person in diesem Anzug recht schwer zu atmen.
Sie bewegte die Hände und machte einige Gesten worauf hin Vivian Rebecca zurück zog und die Tür wieder schloss.

„Was bitte war das denn?“ fragte Rebecca erstaunt.
„Das ist Trish. Sie zieht sich um und kommt dann.“ schrieb Vivian auf eine Karte und zog Rebecca mit sich in einen anderen Raum. Hier gab es einen Tisch und einige Stühle sowie eine kleine Küchenzeile. Vivian deutete Rebecca, sich zu setzen und setzte Wasser auf. Sie holte eine Kanne aus einem Schrank, gab einige Löffel Tee in ein Teesieb welches sie in die Kanne legte. Als das Wasser kochte, goss sie den Tee auf und holte drei Tassen aus dem Schrank welche sie auf den Tisch stellte. Sie wartete eine Weile ab, holte das Teesieb aus der Kanne heraus und stellte diese auf den Tisch.

Die Beiden tranken Tee und warteten. Gute Zehn Minuten später öffnete sich eine Tür und eine junge Frau kam herein. Sie ging zu Vivian und baute sich mit in die Hüften gestemmten Armen vor ihr auf. „Wie oft muss ich dir noch sagen, das du nicht einfach so da rein kommen sollst. Der Staub ist nicht gesund verdammt noch mal. Du sollst klingeln wie jede Andere auch!“ fuhr sie Vivian an.
Diese machte einige Gesten von denen Rebecca nur wenig verstand.
„Red keinen Blödsinn. Lucy ist nicht böse. Bloß weil du einmal mitbekommen hat, wie sie mir den Hintern versohlt hat heißt doch nicht, das sie böse ist. Und das sie damals mit dir geschimpft hat, daran bist du doch selber Schuld.“

Die Frau hatte feuerrot gefärbtes, schulterlanges, glattes Haar mit weißen Strähnen und ein schmales Gesicht. Sie trug, wie Rebecca erstaunt fest stellte, lediglich einen Keuschheitsgürtel, der aber nicht aus Stahl sondern aus einem schwarzen Material mit einem Gewebemuster gefertigt war. Um ihren Hals trug sie ein breites Halsband aus Leder mit mehreren Ösen daran. Die Ringe um ihre Hand- und Fußgelenke waren aus dem selben Material gefertigt wie der Keuschheitsgürtel und wiesen ebenfalls mehrere Ösen auf. Von ihrem Halsband führte eine Kette zum Boden wo sie an einem Wagen befestigt war der in einer Schiene im Fußboden lief. Diese Schiene, so stellte Rebecca fest, führte durch den Raum und verzweigte sich an mehreren Stellen so das die Frau sich, wenn auch etwas umständlich im gesamten Raum bewegen konnte.

Vivian machte noch einige Gesten und schien sich zu entschuldigen.
„Schon gut. Aber tu das einfach nicht mehr. Das ist absolut nicht gesund. Ich trage diese Maske nicht ohne Grund wenn ich da drinne arbeite. Verstanden?“ sagte die Frau.
Nachdem Vivian nickte wandte sie sich zu Rebecca. „Entschuldige bitte. Aber das musste einfach sein. Ich bin Trish.“ sagte sie weitaus freundlicher und reichte Rebecca die Hand.
„Hallo, ich bin Rebecca.“ sagte diese und schaute unverhohlen auf die nackten Brüste die sich genau in ihrer Augenhöhe befanden.
„Entschuldige.“ sagte Trish. „Aber ich merke das garnicht mehr.“ Sie trat einen Schritt zurück und setzte sich auf den freien Stuhl. „Lucy lässt mich im Haus nichts an ziehen.“ Sie nahm die dritte Tasse, füllte sich Tee ein und trank einen Schluck. „Du, der ist ganz schön stark.“ sagte sie zu Vivian. Diese zuckte mit den Schultern und trank ebenfalls einen Schluck.
„Und du bist Lucys Serva?“ fragte Rebecca
„Nein, ich bin Lucys Sub wenn man es genau nimmt.“ sagte Trish lachend.
Rebecca schaute sie ungläubig an. „Und das alles?“ sie deutete auf Trishs spärliche Kleidung.
„Wir haben eine Übereinkunft getroffen mit der wir beide gut leben können. Das ist eben unsere Art.“
Während Rebecca noch immer etwas ungläubig zu Trish sah machte Vivian einige Gesten.
„Ja, das machen wir noch irgend wann. Aber jetzt holst du bitte noch mal zwei Tassen, es kommt noch jemand.“ sagte Trish. Sie stand auf und stellte sich vor die Tür während Vivian zum Schrank ging und zwei weitere Tassen heraus holte. Die Tür öffnete sich und drei Frauen kamen herein. Trish ließ sich vor einer der Drei auf die Knie fallen und küsste deren Füße. Vivian wich vor dieser Frau zurück und stellte sich neben Rebecca an die Wand. Nachdem Trish wieder aufgestanden war kam die Frau zu Rebecca und begrüßte sie mit einem Handschlag. „Hallo, ich bin Lucy.“ sagte sie freundlich. Dann ging sie zu Vivian und reichte ihr ebenfalls die Hand. Vivian nahm zögernd die Hand und begrüßte sie ebenfalls.
„Dann macht ihr mal. Ich lass euch wieder alleine.“ sagte Lucy und ging wieder hinaus.
Sowohl Rebecca als auch die beiden Frauen, es waren die beiden Blondinen die sie vorhin beinahe umgerannt hatten, schauten etwas erstaunt zu Trish.
„Was denn?“ fragte diese lachend. „Wenn schon pervers, dann auch richtig.“

Sie gab den beiden Frauen die Teetassen und stellte alle miteinander vor. Die Beiden hießen Frida und Larissa. Es stellte sich heraus, das Frida Isabellas Serva war. Rebecca bat sie, Isabella von ihr zu grüßen, was diese gerne tun wollte.

Die Fünf plauderten miteinander während sie den Tee tranken und erzählten sich von der Schule die sie alle, außer Trish miteinander verband. Diese übersetzte Vivians Gebärden für die Anderen da sie die einzige war, die sie wirklich verstand. Als sie den Tee ausgetrunken hatten sagte Trish „So, ihr seid ja nicht zum Kaffeekränzchen hier sondern weil ich euch um etwas bitten möchte.“ Während Vivian breit grinste schauten die Anderen sie fragend an. „Ich bin Künstlerin und verdiene damit meine Brötchen. Und ich wollte euch bitten, Teil eines Kunstwerkes zu werden.“
„Wie meinst du das denn?“ wollte Frida wissen und sprach damit aus, was alle dachten.
„Ganz einfach. Es gibt ungefähr 200 Serva hier auf dem Gelände. Und außer denen die noch neu hier sind, also auch euch, sind bis jetzt alle Teil dieses Kunstwerks.“
„Du willst uns malen?“ fragte Larissa worauf hin Vivian anfing zu lachen und den Kopf schüttelte.
„Nicht direkt malen, eher etwas anderes.“ sagte Trish. „Ich will eure Körper. Oder besser gesagt einen Teil davon.“ Sie stand auf und führte sie durch den Flur in einen großen, hellen Raum der mehrere Schaufenster hatte die sich zur Straße hin öffneten. Sie steckte einen Stecker in die Steckdose neben der Tür und kurz darauf begann es hinter einem Vorhang zu plätschern.Sie ging zu dem Vorhang und hielt ihn mit einer Hand „Das ist mein großes Kunstwerk, das soll in zwei Jahren auf einer großen Kunstausstellung ausgestellt werden. Bis da hin will ich so viele Serva wie nur möglich sammeln und mit ein bauen.“ erklärte sie nicht ohne Stolz.
Angesichts der Bilder in dem anderen Raum vermutete Rebecca daß es irgend etwas mit Tentakeln sein würde und war auf alles gefasst. Doch als Trish den Vorhang zur Seite zog blieb ihr, wie auch Frida und Larissa der Atem weg.

Staunend betrachteten die Drei Trishs Kunstwerk mit offenen Mündern.
„Sind die echt?“ fragte Larissa die als Erste ihre Sprache wieder gefunden hatte.
„Genau so echt, wie die, die man im Laden kaufen kann.“ sagte Trish. „Fast naturgetreu, lebensgroß und aus garantiert lebensmittelechtem Silikon.“ erklärte sie. Frida trat vor das etwa einen Meter hohe und gut zwei Meter breite Kunstwerk und betrachtete es eingehend. In quadratischen Kunststoffplatten steckten künstliche Vaginas wie es sie in jedem Sexshop zu kaufen gab. Aus jeder plätscherte Wasser heraus welches nach unten hin immer mehr wurde und in einem regelrechten Wasserfall schließlich in einem Becken landete in dem bestimmt eben so viele Dildos herum schwammen.
Rebecca begann zu lachen. Sie hatte zwar eher Tentakel erwartet, aber so etwas überraschte sie nun auch nicht mehr besonders.
„Und du willst unsere auch da dran hängen?“ fragte Frida ungläubig.
„Ich mache einen Abguss und davon werden dann genau 50 Stück hergestellt. Das lässt Frau Kroll in der Fabrik machen. Eine kommt an die Wand und die restlichen werden während der Kunstausstellung verkauft.“ erklärte Trish. „Und wenn die 50 nicht reichen sollten, werden noch mehr hergestellt. Und am Ende gibt es eine Rangliste, welche sich am besten verkauft hat.“
„Verkauft?“ fragte Frida ungläubig. „An Männer?“
Nun begann auch Larissa zu lachen. „Ich finde das eine gute Idee.“ sagte sie „Die sind jedenfalls nicht so verklemmt wie du.“ Sie hatte Mühe den Satz zu Ende zu bringen und lachte dann lauthals weiter.
„Und wenn ich das nicht möchte?“ wollte Frida wissen.
„Deine Herrin hat schon ihr Einverständnis dazu gegeben. Also liegt es nur noch an dir.“
„Na, die hat ja gut reden, sie ist ja die Herrin und hängt nicht da. Die sehen nicht tausend Leute auf irgend einer Ausstellung.“ sagte Frida.
„Deine Herrin ist auch eine Serva. Sie hat schon zugestimmt, genau so wie Maja. Außerdem sind das garkeine tausend Leute.“ sagte Trish worauf hin Frida sie erleichtert ansah, bis Trish fort fuhr „Vor ein paar Jahren waren ungefähr eine Million Besucher auf der Ausstellung.“ Nun schaute Frida sie skeptisch an.
„Und Emylia hängt auch an dieser Wand?“ wollte Rebecca wissen.
„Sie hat mir schlimmste Strafen angedroht für den Fall daß das an die Öffentlichkeit kommen sollte.“ sagte Trish lachend.
Rebecca musste lachen und sagte „Na dann. Was muss ich machen?“
„Jetzt garnichts. Ich muss das erst vorbereiten. Ich würde euch dann anrufen.“
„Also ich bin auch dabei.“ sagte Larissa und schaute grinsend zu Frida.
„Na, meinetwegen. Aber wehe das erfährt jemand.“ sagte Frida nun.
„Das erfährt niemand. Nur jemand der weiß, das du hier wohnst wird sich das denken können, wenn er die Ausstellung besucht. Wo die Originale her kommen steht auf einer großen Schautafel.“ sagte Trish grinsend.

Die fünf unterhielten sich noch eine ganze Weile bis Frida gehen musste. Larissa blieb noch eine Weile und musste dann ebenfalls gehen.

„Wenn ihr wollt, können wir noch einen Tee trinken. Dann muss ich zum Essen kommen.“ sagte Trish. Rebecca stimmte zu und so setzte Vivian noch einmal Tee auf, während Trish den Raum verließ. Beim gehen zog sie den kleinen Wagen in der Schiene hinter sich her, was sie kaum zu behindern schien. Als Vivian das Teesieb aus der Kanne nahm kam auch Trish wieder. Sie trug großen, flachen, länglichen Pappkarton bei sich den sie auf den Tisch stellte. „Der Prototyp ist fertig.“ sagte sie zu Vivian. Ich hab ihn gestern bekommen. Funktioniert genau so wie wir das haben wollen. Vivian sah sie an und hüpfte begeistert auf und ab während sie darauf wartete, das Trish den Karton öffnete. Diese hob den Deckel und Vivan wollte den Inhalt heraus holen doch Trish klopfte ihr auf die Finger „Vorsichtig. Das ist nur der Prototyp. Der ist ein wenig empfindlich.“ Sie schlug das weiße Seidenpapier bei Seite und gab so den Blick auf den Inhalt des Kartons frei.
Rebecca schaute in den Karton und obwohl sie hier bereits mit vielem rechnete war sie doch ein wenig erstaunt jetzt tatsächlich einen ungefähr eineinhalb Meter langen, schwarzen Tentakel mit Saugnäpfen an einer Seite zu sehen.
„Das gehört wahrscheinlich auch zu irgend einem Kunstwerk?“ fragte sie.
„Nein, das gehört zu einem Kostüm.“ sagte Trish. „Damit wollen wir auf eine Convention gehen. Das ist eine Messe bei der es um Comics geht, hauptsächlich um japanische Mangas und alles was dazu gehört.“
Vivian gestikulierte etwas doch wieder verstand Rebecca nur einen Teil dessen was sie sagen wollte. Vivian rollte mit den Augen als Rebecca sie fragend an sah und Trish erklärte „Wir wollen da nächstes Jahr zusammen hin gehen und uns verkleiden. Das gehört zu unseren Kostümen.“ Sie nahm den Tentakel aus dem Karton und legte ihn auf den Tisch. Mit einer Klemme befestigte sie das Ende am Tisch und wickelte ein Kabel ab welches aus diesem heraus ragte. Am Ende dieses Kabels befand sich eine Art Spange die sie sich auf den Kopf zog wie eine Haarspange. Darauf hin erwachte der Tentakel zum Leben und begann sich lautlos zu bewegen. Das Ende bewegte sich auf Rebecca zu und wand sich um deren Arm. Es zog sich immer enger um ihr Handgelenk, so das sie schon angst hatte, er würde tiefe Abdrücke hinterlassen. Rebecca schaute zu Trish und schüttelte den Kopf. Sofort zog sich der Tentakel zurück und fiel schlaff und leblos auf den Tisch, als diese die Spange vom Kopf nahm.
„Und der kommt an eure Kostüme dran?“ wollte Rebecca wissen.
„An jedes Kostüm kommen acht Stück davon, zwei Meter lang und mit funktionierenden Saugnäpfen. Aber bis die fertig sind dauert es noch eine Weile. Aber mit dem hier können wir schon mal maß nehmen für die Kostüme und auch ausprobieren wie sie funktionieren.“ erklärte Trish.
Vivian gestikulierte wieder etwas. Darauf hin gab Trish ihr die Spange. „Aber vorsichtig. Das braucht ein wenig Übung.“
Sofort als Vivian die Spange auf dem Kopf hatte erwachte der Tentakel wieder zum Leben. Er begann wild hin und her zu schlagen und traf eine leere Teetasse die darauf hin vom Tisch rollte und laut klirrend zerbrach. Vivian nahm die Spange vom Kopf und legte sie mit spitzen Fingern auf den Tisch. Sie warf Trish einen entschuldigenden Blick zu. „Macht nichts. Das ist mir auch passiert als ich es das erste Mal probiert habe.“ sagte diese.

„Und damit wollt ihr auf eine Messe gehen auf der auch kleine Kinder rum laufen?“ fragte Rebecca ungläubig.
„Kleine Kinder? Höchstens Jugendliche. Außerdem ist das hier die Jugendfreie Version.“ gab Trish grinsend zurück.
„Ach? Und wie sieht die nicht jugendfrei Version aus?“
„Die sieht etwas anders aus. Weniger Saugnäpfe, glibberiger und sie kann eine Flüssigkeit abgeben.“ sagte Trish lachend.
„Na, ich kann mir denken, was man damit macht.“ sagte Rebecca und schüttelte den Kopf. „Das ist wohl eher was für Leute mit ganz speziellen Vorlieben.“
„Für Leute wie mich?“ Trish lachte als sie das sagte. „Vielleicht, wer weiß.“ sie zwinkerte Rebecca zu.
Vivan gestikulierte etwas und Trish sagte „Ja, ich weiß. Auch für Leute wie dich. Sie findet es schade, das Vera damit nichts anfangen kann.“
Vivian nickte und machte einen Schmollmund.

Sie tranken den Tee aus und verabschiedeten sich von Trish. Dann gingen sie in Richtung Zentrum.
„Also das war wirklich eine ganz schön seltsame Vorstellung. Sowas hätte ich jetzt nicht erwartet.“ sagte Rebecca „Ich glaube, jetzt brauch ich erst mal was ordentliches zu Essen.“
Vivian gestikulierte etwas wo von Rebecca nur „Essen“ und „dort“ verstand. Sie konnte sich den Zusammenhang zusammenreimen und fragte „Du willst im Zentrum was essen gehen?“ Darauf hin nickte Vivian. Sie kamen kurze Zeit später beim Zentrum an wo sie in die Kantine gingen. Sie setzten sich an einen Tisch am Fenster und sahen sich die Karte an. Für Vivian bedeutete ordentlich daß sie sich einen großen gemischten Salat und ein Mineralwasser mit Zitrone bestellte während Rebecca sich, nicht ohne schlechtes Gewissen ihr gegenüber, Empanadas und eine große Limo bestellte.

Nach dem Essen war es bereits zu spät um noch zum See zu gehen. Vivian hatte Rebecca erklärt, daß es dort wohl ganz sicher länger dauern würde. Also beschlossen die Beiden den See beim nächsten Mal zu besuchen. Rebecca fuhr mit der Bahn zurück zu Andreas Haus während Vivian beschloss noch etwas zu laufen.

Sie lief zuerst zum See, bog dann auf eine schmale Nebenstraße ab und lief diese mit gutem Dauerlauftempo entlang. Die Straße ging etwas unterhalb des Zentrums vorbei und folgte von dort aus dem Fluss bis zum Wasserfall. Dort bog sie wieder auf eine größere Straße und folgte dieser bis kurz vor die Rückseite des Wohnblocks. Sie umrundete diesen einmal und wurde dann langsamer um wieder zu Atem zu kommen. Vor dem Eingang sah sie zwei Frauen stehen die sich unterhielten und lachten. Eine davon war ihr gänzlich unbekannt, sie trug ein langes, weites Kleid mit großem Blumenmuster. Als die Beiden auf standen und sich herzlich umarmten erkannte sie, das die andere Frau ihre Herrin war. Mit großen Augen sah sie die Fremde in einen Kleinwagen steigen den sie hier noch nie gesehen hatte und davon fahren. Ihre Herrin winkte der Fremden hinter her und ging dann ins Haus. Vivian ging nun ebenfalls langsam zum Haus, lief die vier Stockwerke im Treppenhaus nach oben und betrat die Wohnung, wo sie von Vera freudig begrüßt wurde.
„Hallo mein Schatz, schon fertig?“ fragte Vera.
Vivian gestikulierte „Ja Herrin, wir waren nur bei Trish und Rebecca ist schon nach Hause gefahren. Ich bin noch etwas gelaufen.“
„Das freut mich. Ich bin stolz auf dich. Balde hast du es ja geschafft.“ Sie hakte einen Finger in den Ring an Vivians Halsband, zog sie ins Wohnzimmer wo leise Musik lief, öffnete langsam den Gürtel ihrer Tunika und schob ihr diese von den Schultern. Dann küssten Sie sich lange und innig während Vera sich ihrer Kleider entledigte ohne den Kuss zu unterbrechen. Sie schob Vivian auf die Couch und begann sie zu streicheln und zu liebkosen. Es dauerte nicht lange, da hatte Vivian die Frau die sie eben mit Vera zusammen gesehen hatte vergessen und die Beiden fielen in ein lang andauerndes Liebesspiel.

- - -

„Aufwachen.“ sagte eine Stimme direkt neben ihrem Kopf sanft. Mara öffnete die Augen und sah in das Gesicht von Anke. Oder war es Heike?
Sie richtete sich schnell auf, legte sich dann sofort wieder hin und zog sich die Decke bis an den Hals. „Wie kommst du denn hier her?“ fragte sie erstaunt.
„Wir sind zum Essen hier.“ sagte die Frau. „Ich soll dich fragen, ob du mit essen willst oder weiter schlafen möchtest. Julia hat gesagt, das du nicht so gut geschlafen hast. Wenn du nicht willst, dann lassen wir dir was übrig.“
„Danke. Ich glaube, ich hab jetzt lange genug geschlafen.“ sagte Mara und wollte auf stehen. Doch dann besann sie sich eines Besseren und blieb lieber unter der Decke.
„Prima. Dann zieh dich an und komm dann runter.“ sagte die Frau und verließ das Zimmer.

Mara wartete bis sie die Schritte auf der Treppe hörte und stand dann auf. Sie hatte sich heute Morgen einfach aus gezogen und nackt ins Bett fallen lassen. Sie war sofort eingeschlafen und konnte sich nicht daran erinnern, sich zugedeckt zu haben. Auch die ganzen Spielzeuge die sie nicht einmal aus dem Bett geräumt hatte, lagen nun auf dem Nachttisch. Sofort schoss ihr das Blut ins Gesicht, denn ihr war bewusst, daß Anke, oder Heike, diese gesehen haben musste. Schnell zog sie ihre Tunika an und ging dann ins Bad um sich frisch zu machen. Dann ging sie nach unten. Als sie die Küche betrat hörte sie Stimmen und Lachen aus dem Wohnzimmer. Als sie dieses betrat rief jemand „Ahh, es lebt.“ Alle Anwesenden lachten darauf hin. Am Esstisch saßen neben Julia auch Rolf, Flo, Heike und Anke. Alle waren im Gegensatz zu gestern Abend eher brav gekleidet. Rolf und Flo trugen zu ihren weißen Hemden sogar Krawatten und sahen nicht mehr aus wie Rocker sondern eher wie brave Söhne. Auch Heike und Anke machten in ihren adretten Kleidern eher den Eindruck artige Töchter zu sein als Rockerbräute.

Mara ging zum Tisch, knickste und sagte „Guten Tag.“
„Mensch, den Quatsch lass bei uns aber mal.“ sagte Rolf, Mara erkannte ihn an der fehlenden Narbe. „Setz dich einfach und gut ist.“
„Na, ausgeschlafen?“ fragte Julia.
Mara nickte nur. Sie war noch immer etwas erstaunt darüber die Vier hier zu sehen und vor Allem war sie über deren Kleidung erstaunt.
„Dann lasst uns mal anfangen.“ sagte Julia und hob den Warmhaltedeckel von einer Platte. Darunter kam ein großer Braten zum Vorschein um den herum jede Menge Gemüse lag. „Kleiner, würdest du bitte?“
Rolf nahm ein großes Tranchiermesser und schnitt den Braten. Er legte jedem eine große Scheibe auf den Teller während Flo, der ihm schräg gegenüber saß das Gemüse auf den Tellern verteilte. Selbst Mara musste sich nichts selbst nehmen, da Heike, oder Anke, die Kartoffelspalten verteilte und die Andere der Beiden die Soße herum reichte.
„Dann lasst es euch schmecken.“ sagte Flo und alle begannen zu essen.
Während sie aßen entspann sich eine angeregte Unterhaltung. Irgend wann führte diese Unterhaltung zum gestrigen Abend und Julia erfuhr so auch von dem Vorfall mit dieser Sabine. Sie war nicht sehr begeistert von dem was passiert war, fand aber Gefallen daran wie die Männer deren Freund betrunken gemacht und ihm einige Ratschläge gegeben hatten die dieser offenbar sehr interessiert aufgenommen hatte.

Nach dem Essen schlug Julia vor, ein Spiel zu spielen und fragte Mara, ob sie dieses kannte. Als diese verneinte sagte Rolf „Dann räumt ihr Drei Frauen ab und wir beide erklären Mara wie das geht.“
„Ja ja,“ sagte Julia „Ihr erklärt ihr wahrscheinlich auch gleich wie man am besten mogelt.“
„Ach Mama, wie kommst du denn darauf, wir würden mogeln? Wir sind einfach besser als ihr.“ sagte Flo lachend.
„Mama?“ fragte Mara als Julia zusammen mit Anke und Heike den Tisch ab räumte und sie zusammen mit Flo einen großen Holzkoffer vom Schrank holte.
„Hast du das nicht gewusst?“ fragte Flo, was Mara verneinte.
„Ja, sie ist unsere Mutter.“ sagte Rolf lachend. „Hast du denn die Ähnlichkeit nicht bemerkt?“
„Naja, ihr Bart ist nicht so voll wie unserer, da sieht man das nicht so gut.“ sagte Flo mit todernstem Gesicht, worauf hin Mara laut lachen musste.

Mara hatte sich bereits gefragt, was wohl in diesem Koffer sein könnte den sie jedes mal sah, wenn sie im Wohnzimmer war. Nun erfuhr sie es. Es waren jede Menge sechseckige Holzteile aus denen sich das Spielfeld zusammen setzte, welche allesamt geschnitzt oder auf ähnliche Weise bearbeitet und bemalt waren. Dazu jede Menge verschiedene Spielfiguren und eine große Menge unterschiedlicher Karten. Während die Beiden das Spiel auf dem Esstisch aufbauten den Julia mit ihren beiden Schwiegertöchtern abgeräumt hatte erklärten sie Mara die Regeln und nebenbei auch, daß sie das gesamte Spiel in der Firma in der sie arbeiteten selbst hergestellt hatten.

Es dauerte eine ganze Weile bis Mara die Regeln begriffen hatte, obwohl die Beiden ihr diese anhand von Beispielen erklärten. Diese waren recht umfangreich aber im Grunde genommen doch ziemlich einfach und als die drei Frauen aus der Küche kamen war das Spielfeld aufgebaut und Mara hatte die Regeln wie sie hoffte begriffen.

Als alle wieder am Esstisch saßen begannen sie zu spielen. Das dauerte bis in den frühen Abend. Zwischendurch holte Heike eine Art Pudding mit vielen unterschiedlichen, gehackten Nüssen aus der Küche und gab jedem eine große Schüssel davon. Rolf und Flo langten ordentlich zu und ließen sich sogar noch einen Nachschlag geben während die Frauen bereits nach der ersten Schüssel mehr als satt waren.

„Ihr habt ihr doch eure fiesen Tricks bei gebracht.“ schimpfte Julia und sah Rolf und Flo böse an.
„Das würden wir doch nie machen Mama.“ erwiderte Flo. „Entweder du bist einfach zu schlecht oder Mara ist zu gut.“
„Anfängerglück.“ sagte Mara und schaute entschuldigend zu Julia.
Diese grinste breit „Nicht schlimm, dann gibt es noch jemandem dem ich dabei nicht das Wasser reichen kann. Ich habe mich damit schon abgefunden. Aber das du gleich so gut abschneidest hätte ich nicht erwartet.“
Mara hatte den zweiten Platz hinter Rolf belegt. Heike und Anke belegten zusammen den vierten Platz und Julia war das Schlusslicht.

Zusammen räumten sie das Spiel in den Koffer und beendeten den Abend. Rolf und Flo sowie die beiden Frauen, Mara glaubte sie mittlerweile auseinander halten zu können, verabschiedeten sich.
„Machst du bitte noch die Küche bevor du ins Bett gehst?“ fragte Julia. Das war natürlich trotz der Formulierung als Frage eine Anweisung die keine Widerrede duldete und so ging Mara in die Küche, räumte die Spülmaschine aus und auch gleich wieder ein. Sie wischte noch alles und ging dann ins Wohnzimmer um Julia zu sagen, das sie fertig war und nun hoch ging.

Julia hatte den Fernseher eingeschaltet und sah sich einen Film an. Erst als Mara neben der Couch stand bemerkt sie, was dort für ein Film lief. Es war ein ziemlich harter Porno bei dem sich mehrere Frauen und Männer miteinander vergnügten, was auch in Großaufnahme gezeigt wurde.
„Raus!“ rief Julia gepresst vom Sofa her.
Mara lief wie so oft in letzter Zeit rot an, knickste und stotterte eine Entschuldigung. Schnell verließ sie das Wohnzimmer und ging nach oben.
’Das wird bestimmt ärger geben’ dachte Mara als sie unter die Dusche ging.

Als sie nackt, nur mit einem Handtuch bekleidet, aus der Dusche kam saß Julia auf dem Sessel und schaute zu ihr herüber.
„Hallo Mara, setz dich bitte.“ sagte sie und deutete auf die Couch.
„Ja Herrin.“ sagte Mara leise mit schuldbewusster Mine und setzte sich.
„Das, was du eben gesehen hast, solltest du eigentlich nicht sehen. Ich dachte, du wärst schon längst hoch gegangen.“ sagte Julia und schaute sie direkt an.
Mara senkte den Blick „Entschuldigung Herrin. Das wird nie wieder vorkommen.“
„Ach? Wird es das nicht?“ Julia schaute sie nun ein wenig belustigt an. „Interessant. Wie willst du das verhindern?“
Mara hob den Blick und schaute sie nun fragend an.
„Mara, das wird sicher noch öfter passieren. Deswegen bin ich hier, um mit dir darüber zu reden. Mir war das nämlich mindestens genau so peinlich wie dir. Und dein Bedröppeltes Gesicht sagt mir, daß das richtig war. Was hast du denn gedacht, was jetzt passiert?“
„Das… das sie mich bestrafen weil… weil...“
„Blödsinn. Warum sollte ich? Weil du ins Wohnzimmer gekommen bist? Hab ich dir das irgend wann verboten? Das wäre mir neu.“
Mara schüttelte nur den Kopf.
„Ich meine, wenn du das willst, wir können meinetwegen gerne in den Laden gehen, da liegt alles rum, was dafür nötig ist.“ nun warf Julia ihr einen fragenden Blick zu.

Mara schaute sie nur an und schüttelte den Kopf. Sich freiwillig bestrafen zu lassen obwohl ihre Herrin das anscheinend garnicht vor hatte wäre ihr nie in den Sinn gekommen. In der Schule war sie gerade zwei mal wirklich bestraft worden. Beide Male hatte sie die eigentlichen Strafen nicht als wirklich schlimm empfunden. Viel schlimmer fand sie, was dabei in ihr selbst vorgegangen war. Anstatt daß die Schmerzen sie übermannten fühlte sie sich seltsam frei und leicht, ganz so als ob sie in ihrem Eigenen Körper nur Zuschauerin war. Was sie als noch viel verwirrender empfand war die Erregung die sie danach empfunden hatte. Das erste Mal, als sie ausgepeitscht worden war weil sie mehrere Bilder von Miss Vitória zerstört hatte, hatte sie es sogar fertig gebracht sich als sie im Krankenzimmer alleine war, selbst zu befriedigen obwohl ihr der Rücken unerträglich schmerzte. Vielleicht auch genau deswegen. Doch diese Seite in ihr selbst machte ihr Angst. Sie wollte diesen Teil von sich selbst am liebsten nie wieder sehen. Doch jetzt, bei dem Gedanken daran von Herrin Julia bestraft zu werden, machte sich wieder diese Erregung in ihr breit. Sie fragte sich, ob sie verrückt war und wieso das passierte. Vor Schreck über sich selbst schloss sie die Augen und versuchte diese Gedanken ab zu schütteln. Sie kniff die Augen fest zusammen. Doch es blieb das unbestimmte Gefühl sich selbst fremd zu sein.

„Mara?“ Julias Stimme brachte sie in die Realität zurück. „Mara? Ist alles in Ordnung?“
Erstaunt registrierte sie, das Julia ihr gegenüber auf dem Tisch saß, ihre Hand auf ihrer Schulter hatte und sie schüttelte.
„Ja Herrin. Es ist alles in Ordnung.“ sagte sie, noch immer etwas verwirrt.
„Mensch Mara, jag mir doch nicht so einen Schrecken ein. Ich kann ja verstehen das du Angst hast, bestraft zu werden. Aber dafür bestimmt nicht.“ sagte Julia. „Aber damit das klar ist, wenn du wirklich was anstellst wird dir das bestimmt nicht erspart bleiben.“
„Ich verstehe Herrin.“ sagte Mara mit rauer Stimme. Ihr Hals fühlte sich entsetzlich trocken an und sie musste einige Male schlucken bis das besser wurde.

Julia schüttelte den Kopf. Isabella hätte ihr ruhig erzählen können daß Mara solche Angst vor Strafen hatte. „Pass auf, es wird sich nicht vermeiden lassen, daß du das gelegentlich zu sehen bekommst. Ich bin eine Frau und wir machen das einfach gelegentlich, auch mal im Wohnzimmer, in der Küche oder wo anders. Und wir beide sind erwachsene Menschen, daher denke ich nicht, das es nötig ist, meine Gewohnheiten was das angeht zu ändern. Rücksichtnahme beruht immer auf Gegenseitigkeit. Ich werde damit nicht anfangen wenn du in der Nähe bist, aber dafür erwarte ich von dir, das du, wenn du das doch mitbekommen solltest, einfach wieder gehst und später noch mal kommst. Und umgekehrt gilt das eben so. In Ordnung?“
Mara dachte kurz darüber nach. Sie würde sicher nicht anfangen, an sich herum zu spielen, wenn die Herrin in der Nähe wäre. „In Ordnung Herrin.“ sagte sie.
„Prima. Dann geh jetzt langsam mal ins Bett.“ Julia stand auf und ging die Treppe herunter.
Mara blieb noch einige Minuten so sitzen und ging dann in ihr Schlafzimmer wo sie sich ein Nachthemd anzog und sich ins Bett legte.

- - -

Obwohl sie eigentlich noch frei hatte, hatte Rebecca zum Abendessen Gulasch gekocht zu dem es Rotkohl und Kartoffeln gab und auch den Nachtisch nicht vergessen. Dies würde ihr sicher nicht noch einmal passieren. Danach ging sie auf ihr Zimmer und beschloss etwas Musik zu hören und zu lesen.
Doch sie konnte sich nicht richtig auf das Buch konzentrieren. Zwar rutschte sie nicht mehr dauernd hin und her aber richtig an den Keuschheitsgürtel gewöhnt hatte sie sich noch immer nicht. Zwar drückte er nirgendwo und störte sie auch nicht beim Gehen aber es war immer noch ein ungewohntes Gefühl und die Tatsache das sie durch diesen dauernd erregt war machte es nicht besser. Zu gerne würde sie sich nun selbst berühren, sich streicheln und ihre Lust endlich befriedigen doch jedes mal wenn ihre Hände zwischen ihre Beine wanderten verhinderte der Stahl des Gürtels dies. Frustriert ging sie ins Badezimmer wo sie sich kalt duschte. Das half jedoch auch nur für kurze Zeit. So nahm sie ein Buch, ging ins Bett und las etwas. Dabei ließ sie beide Hände wie ein artiges Mädchen über der Bettdecke. Ungewohnt früh schlief sie ein. Das Buch fiel auf den Boden und blieb offen dort liegen.


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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:11.06.17 14:02 IP: gespeichert Moderator melden


Nadines Kopf schmerzte infernalisch und sie fühlte sich als sei sie komplett in Watte gepackt. Alles fühlte sich irgend wie unwirklich an. Sie versuchte sich zu erinnern, was passiert war. Nur langsam kam die Erinnerung wieder. Sie wollte nach dem fehlerhaften Schalter sehen. Dann erinnerte sie sich an das Kabel welches von diesem weg führte. Sie war diesem Kabel gefolgt und hatte diese seltsamen Kisten gesehen und irgend etwas hatte sie am Kopf getroffen.

Lag sie auf der Krankenstation? Sie öffnete die Augen doch sie konnte nichts sehen. Nur ein schwacher Lichtschein am unteren Rand ihres Sichtfeldes war zu erkennen. Sie versuchte sich zu bewegen doch weder ihre Arme noch die Beine wollten ihr gehorchen. Sie spürte einen Widerstand gegen die Bewegungen. War sie etwa an ein Bett gefesselt? Was sie bewegen konnte, waren ihre Finger und die Zehen, aber selbst den Kopf konnte sie weder drehen noch nicken. Ihr war kalt und sie hatte das dringende Bedürfnis auf die Toilette gehen zu müssen.
„Hallo?“ rief sie. Ihre Kehle schmerzte dabei. „Ist da jemand?“
Niemand antwortete. Sie rief noch einmal. Wieder schmerzte ihre Kehle. Dann hörte sie Schritte näher kommen. Diese hörten sich nicht an als ob sie in einem Krankenzimmer war, eher wie in einer Halle oder einem anderen, großen Raum. „Hallo?“ fragte sie in die Dunkelheit.

„Na, da ist wohl jemand wach geworden.“ hörte sie eine Stimme neben sich.
„Ja, wo bin ich hier? Was ist passiert?“ fragte sie mit rauer stimme.
„Scheint so.“ sagte eine andere Stimme von der anderen Seite. „Schau mal, ich glaub, wir müssen sie mal leer machen.“
„Ja, scheint so. Machst du das noch schnell?“ fragte die erste Stimme.
„Hallo?“ fragte Nadine „Was ist denn hier los.“
Wieder ertönte die erste Stimme. „Wenn sie nicht die Fresse hält, dann knebel sie einfach.“
„Ja, mach ich gerne.“ sagte die zweite Stimme.
„Das kann ich mir vorstellen daß dir sowas Spaß macht. Aber spiel nicht zu doll mit ihr. In drei Stunden kommt der Transporter. Dann will ich, das sie fertig verpackt ist damit sie hier weg kommt und der Platz wieder frei ist. Wir bekommen danach noch eine neue Lieferung.“
„Keine Angst, ich mach nicht lange, nur bis es mir reicht.“
„Dann viel Spaß.“ Schritte entfernten sich und es war wieder Still.

’Spielen? Verpacken? Transporter? Was soll das alles?’ Nadine bekam es mit der Angst zu tun. War sie garnicht in einem Krankenhaus? „Hallo?“ fragte sie leise.
Sie spürte eine Berührung am Kopf und wollte zurück weichen doch das ging nicht. Ihren Kopf konnte sie keinen Millimeter bewegen. Irgend etwas wurde ihr von den Augen genommen und sie sah im hellen Schein einer Lampe den Umriss eines Kopfes direkt vor ihrem Gesicht.
„Nur damit das klar ist, du gehörst jetzt uns. Und nachher wirst du weg gebracht und für uns arbeiten. Du kannst nichts dagegen machen. Also finde dich damit ab. Und bis du weg gebracht wirst, werden wir beide vielleicht noch ein wenig Spaß haben.“ sagte die Frau. Langsam gewöhnten ihre Augen sich an das Licht und sie konnte die Frau vor sich erkennen. Zumindest konnte sie sehen, das es eine Frau war. Doch sie konnte nur ihre Augen und die Lippen sehen, der Rest des Gesichtes steckte in einer glänzenden, schwarzen Maske die den ganzen Kopf bedeckte.
„Meine Kollegin weiß wo ich bin. Es dauert nicht lange und dann wird jemand nach mir suchen.“ begehrte Nadine auf und zerrte an ihren Fesseln.
„Meinst du?“ fragte die Frau und lachte höhnisch. „Vergiss es. Die Polizei ist gerade weg gefahren. Man hat deinen Werkzeuggürtel am Geländer gefunden und dein Comm beim Bach. Du bist ausgerutscht, in den Bach gefallen und mitgerissen worden. Und aus den Höhlen in die der Bach fließt, wird deine Leiche nie wieder auftauchen und deine Familie ist über deinen tragischen Unfall informiert worden. Warum musstest du auch so neugierig sein? Dein Pech würde ich sagen.“
Nadine sah die Frau entsetzt an. Was war hier los? Das kann doch nicht wahr sein.
„Was passiert jetzt mit mir?“ fragte sie nun ängstlich.
„Was soll ich sagen?“ wieder dieses höhnische Lachen „Du wirst für uns arbeiten und außerdem werden wir unseren Spaß mit dir haben. Mehr brauchst du nicht zu wissen. Und wenn du jetzt noch ein Wort sagst, dann...“
Nadine schrie laut auf weil ein stechender Schmerz durch ihren Unterleib fuhr. Sie zuckte und wand sich vor Schmerzen in ihren Fesseln hin und her.
„passiert das. Und wenn du nicht tust, was wir dir sagen, passiert das ebenfalls. Also sei schön artig, dann passiert dir auch nichts.“
Tränen liefen ihre Wange herab und sie zitterte am ganzen Körper vor Angst und schmerzen.
Wieder dieser brennende Schmerz. Wieder bäumte sie sich auf.
„Tut mir leid, das war glatt gelogen. Wenn wir Lust dazu haben, passiert das auch wenn du artig bist. Und mit wir meine ich in den nächsten zwei Stunden mich. Also, tu was ich dir sage, dann könnte es sein, daß mir andere Sachen mehr Spaß machen, die nicht so unangenehm für dich sind.“ und wieder dieses höhnische Lachen.

„Aber jetzt mache ich dich erst mal sauber.“ sagte die Frau. „Denk dran, kein Ton.“
ohne ab zu warten wandte die Frau sich von Nadine ab und ging fort. Nadine blinzelte die Tränen weg und versuchte sich um zu schauen. Während sie sich aufgebäumt hatte, hatten sich offenbar die Fesseln gelöst die ihren Kopf hielten. So konnte sie diesen ein klein wenig heben und schaute an sich herab. Das erste was sie sah, waren ihre Brüste. Nein, eigentlich konnte sie diese nicht sehen, denn sie steckten in Schalen aus einem schwarzen Material und nur ihre Nippel schauten heraus. Sie drehte den Kopf ein wenig und konnte sehen, das ihre Arme mit breiten Bändern irgend wo fest gemacht waren. Weiter unten, an ihren Handgelenken sah sie ebenfalls dieses schwarze Material. Es lag wie ein sehr breite Armbänder um ihre Handgelenke und hielt diese unverrückbar fest.

„Na, ist da jemand neugierig?“ Da war wieder diese Frau. Sie zog das breite Band welches um ihre Stirn lag fester so das ihr Kopf wieder fest auf die Unterlage gezogen wurde. Dann schob sie einen Monitor auf einem Gestell in ihr Blickfeld und neigte ihn so, das sie ihn gut sehen konnte.
„Wenn du so neugierig bist, dann zeige ich dir mal ein wenig.“ Die Frau hielt nun eine Kamera in der Hand und richtete sie auf Nadine. Auf dem Monitor konnte sie nun sich selbst sehen wie sie mit weit abgespreizten Armen und breitbeinig auf dem Gestell lag. Ihre Brüste steckten in einem BH aus schwarzem Material der, wie sie eben schon gesehen hatte, nur ihre Nippel frei ließ. Sie trug eine Art Unterhose aus dem selben Material welche ihre Scham komplett umschloss. Mehrere Schläuche kamen aus dieser Unterhose heraus und führten irgend wo hin. Auch um ihre Fußgelenke trug sie breite Bänder aus diesem Material.

„So. Genug gesehen.“ sagte die Frau. Sie legte die Kamera bei Seite und ging an eine Art Schaltpult. Sofort spürte Nadine wie etwas in ihren After floss. Auch der Druck auf ihre Blase nahm nun noch mehr zu. Wimmernd lag sie da und konnte dem nichts entgegen setzen.
„Du bekommst jetzt einen Einlauf und deine Blase wird gespült. Das ist vielleicht ein klein wenig unangenehm.“ sagte die Frau mit einem breiten Grinsen. „Aber das ist nicht mein Problem. In den nächsten Tagen wirst du dich daran gewöhnen.“
Plötzlich begann der Gürtel zu vibrieren, wodurch der Druck in ihrem Darm und ihrer Blase noch verstärkt wurde. Doch noch etwas passierte, ohne daß sie sich dagegen wehren konnte, sie spürte daß dieses Vibrieren sie über alle maßen erregte. Diese Erregung baute sich immer weiter auf bis sie es kaum noch aus hielt ohne sie jedoch zum erlösenden Höhepunkt zu bringen.
Genau so plötzlich wie es begonnen hatte, hörte dieses Vibrieren auf und auch der Druck in ihrer Blase und ihrem Darm verschwand.
„Das scheint dir ja richtig zu gefallen.“ ertönte die Stimme der Frau wie aus weiter Ferne. „Dann machen wir das am Besten gleich noch mal.
Wieder spürte sie wie sich in ihr der Druck aufbaute und dieses Vibrieren begann. Dieses Mal trat die Frau neben sie und berührte ihre Seite. Sie beugte sich zu ihr und drückte ihren Lippen auf Nadines. Die Erregung machte sich wieder in ihr breit und so wehrte sie sich nicht als die Zunge der Frau zwischen ihre Lippen drang und mit ihrer eigenen zu spielen begann. Doch dann zog diese sich zurück und wieder löste sich der Druck in ihr und das Vibrieren hörte auf. Sie spürte nur noch eine Leere in ihrem Unterleib als alles wieder aufgehört hatte.

„Wie du gesehen hast, kann der Gürtel nicht nur bestrafen sondern auch belohnen. Und da du dich ja so für unsere Transportkisten interessierst, gebe ich dir jetzt die Gelegenheit, diese einmal genauer zu betrachten. Natürlich von innen.“ die Frau trat zwischen Nadines Beine und zog die Schläuche aus der Unterhose, die sie eben als Gürtel bezeichnet hatte. „Wenn du artig bist und tust, was ich dir sage, dann wird dir nichts passieren, solltest du allerdings auch nur den Versuch machen weg zu laufen oder eine andere Dummheit anstellen wollen, dann weißt du ja, was passiert.“ Nun löste die Frau das Band welches Nadines Kopf hielt. „Hast du das verstanden?“
Nadine schaute sie mit tränen in den Augen an und konnte nur nicken. Auf keinen Fall wollte sie noch einmal diesen Schmerz spüren müssen.
„Dann mache ich dich jetzt los. Du bleibst liegen.“ nun löste die Frau die Bänder um ihren Oberkörper und die Arme, ging dann nach unten und löste auch die Beinfesseln.
„Aufstehen!“ befahl sie ihr. Nadine versuchte langsam auf zu stehen. Sie setzte einen Fuß auf den Boden und dann den anderen. Sie richtete sich auf und stand nun mit zitternden Beinen neben der Liege. Die Frau fasste sie unsanft am Arm und zog sie mit sich. Nach wenigen Schritten kamen sie an eine Kiste. Diese war etwa zwei Meter lang und gut einen Meter breit und hoch. Die Oberseite war zur Seite geklappt und neben der Kiste stand eine Art Podest.
„So, rein mit dir.“ befahl die Frau doch Nadine schüttelte nur mit dem Kopf. Sie wollte nicht in diese Kiste. Doch dir Frau hob mit der feien Hand drohend eine Art Fernbedienung. Sofort kletterte Nadine auf das Podest und schaute in die Kiste. In dieser gab es eine Einlage aus gelbem Schaumstoff der einen Ausschnitt in Form eines Menschen hatte. Zögernd setzte Nadine einen Fuß in die Kiste, dann den anderen und legte sich in diese Aussparung. Flehend sah sie die Frau an doch diese nahm vollkommen unbeeindruckt einen Schlauch, den sie an dem Gürtel befestigte.
„Ich wünsche dir eine angenehme Reise.“ sagte die Frau mit einem sarkastischen Ton in der Stimme und schloss den Deckel der Kiste. Dieser senkte sich über Nadine. Sie konnte noch sehen, das in dem Deckel ebenfalls gelber Schaumstoff war der sich nun auf sie nieder senkte und dann umgab sie Dunkelheit. Sie hörte das Klicken von Verschlüssen und ein leises Brummen setzte ein. Voller Verzweiflung versuchte sie sich zu befreien. Sie versuchte den Schaumstoff weg zu kratzen doch so weich dieser war, so stabil war er auch. Sie hörte ein Klopfen auf dem Deckel und spürte wie sie in die Senkrechte gebracht wurde. Dann hörte sie ein leises Zischen und sie spürte ihre Sinne schwinden.

- - -

„Schon wieder.“ sagte Isabella leise und deutete zur Tür. Durch den schmalen Spalt zwischen Boden und Tür war ein Lichtschein zu sehen und ein Schatten, der sich hin und her bewegte.
Maja richtete sich auf und schaute ebenfalls zur Tür. „Ich frage mich ja immer noch, was in ihr vor geht.“
„Ach? Das fragst du mich? Du hast das fast ein halbes Jahr lang gemacht bevor du dich rein getraut hast, da solltest du das doch besser wissen.“ sagte Isabella noch immer leise.
„Willst du sie nicht einfach rein holen?“
„Und dann? Sollen wir uns die Kleider vom Leib reißen und eine wilde Orgie veranstalten?“
Bei diesen Worten musste Maja sich ein Lachen verkneifen. „Besser nicht. Aber mich würde ja interessieren, was du damals gedacht hast.
Isabella sah sie nachdenklich an. „Ich habe mich gefragt, wann du dich endlich traust.“
„Und du hast dir nicht manchmal gewünscht, mich einfach rein rufen zu können?“ Maja sah Isabella eindringlich an.
„Natürlich habe ich mir das. Aber mit Freiwilligkeit hat das dann garnichts mehr zu tun.“
„Blödsinn. Ich hätte immer noch nein sagen können, wenn du von dir aus irgend was versucht hättest.“
„Werd mal nicht frech.“ Isabella setzte ein breites Grinsen auf.
„Sonst was? Versohlst du mir dann den Hintern?“ Maja richtete sich auf, kniete sich auf alle Viere und streckte ihr den nackten Hintern entgegen und wackelte provozierend mit diesem vor ihrem Gesicht herum.
„Komm, lass den Quatsch. Lange kann ich das da“ sie deutete zur Tür „nicht mehr mit ansehen.“
„Wenn es ja nur das wäre.“ sagte Maja als sie sich wieder hin legte und bei Isabella ankuschelte.
„Du hast es also auch gesehen?“
„Die verstohlenen Blicke und die verheulten Augen morgens?“ Isabella sah sie nun ernst an „Das ist doch wohl kaum zu übersehen. Sie kann so stark tun wie sie will aber das ist so offensichtlich, das sie das kaum verstecken kann.“
„Sie kann einem ja schon ganz schön leid tun.“ Maja seufzte leise.
„Ist es nur das?“ fragte Isabella mit hochgezogener Augenbraue.
„Und bei dir?“ Maja lehnte den Kopf an Isabellas Schulter.
„Los, sag ihr, sie soll rein kommen.“
„Ich denke, es ist besser, wenn du das machst. Immerhin bist du die Herrin hier.“
„Manchmal habe ich das Gefühl, daß das irgend wie an mir vorbei gegangen ist.“ sagte Isabella grinsend. Dann atmete sie einmal tief ein, stand auf und ging leise zur Tür. Fridas Schatten war schon seit einer Weile genau vor der Tür zu sehen und bewegte sich nicht.

Frida lehnte am Türrahmen, hatte die Knie bis unters Kinn angezogen und wusste mal wieder nicht, was sie tun sollte. Wie schon die Tage zuvor überlegte sie, ob es nicht einfach besser war zurück in ihr Zimmer zu gehen und sich ins Bett zu legen. Sie bemerkte nicht, das sich die Klinke lautlos herunter bewegte. Erst als sich die Tür langsam öffnete und ihr den Halt nahm, so das sie beinahe in den Raum fiel, sah sie auf. Sie sah Isabella die ihr die Hand entgegen streckte. Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und hob langsam ihre Hand. Zitternd griff sie nach der ihr entgegengehaltenen Hand und stand auf.



Überraschung mit Hindernissen


Während der nächsten zwei Wochen lebte Rebecca sich langsam ein und sie wurde im Umgang mit all den Neuen Dingen die sie noch lernen musste immer sicherer. Nach einer Weile hatte sie begriffen wie alles funktionierte und auch daran daß sie den Keuschheitsgürtel nur morgens zum Duschen ablegen durfte hatte Sie sich gewöhnt. Sie wurde immer entspannter und mit der Zeit fand Sie sich gut in die Routine ein, die Herrin Andrea ihr abverlangte. An den Wochenenden ging sie viel spazieren und schloss auch einige Freundschaften, unter anderem mit Larissa und Frida. Auch mit Trish verstand sie sich blendend und sie konnte Vivians Gebärdensprache immer besser verstehen und mittlerweile auch selbst, wenn auch noch recht holprig, in Gebärden reden.
Das Einzige was weniger erfreulich war, war das Gespräch mit ihrer Mutter, welches sie viel zu lange aufgeschoben hatte. Als sie ihr erklärte, das sie eine Stelle als Serva angenommen hatte reagierte diese nur mit Unverständnis und Rebecca beendete wütend das Gespräch als ihre Mutter ihr vorwarf ihrer Tochter egal zu sein. Rebecca lief lange in ihrem Wohnzimmer auf und ab, bis Herrin Andrea herein kam die sich im Kaminzimmer aufgehalten hatte und über die dauernden Schritte wunderte die sie von oben hörte.

Es klopfte an der Tür und Herrin Andrea trat ein. Rebecca knickste und wunderte sich, warum ihre Herrin sie um diese Zeit noch aufsuchte, denn diese hatte Rebeccas Räume bisher nur einmal in der Woche betreten um sich davon zu überzeugen das hier alles ordentlich und sauber war. Sie fragte Rebecca, was denn los sei. Diese war noch immer ziemlich aufgewühlt und erzählte, den Tränen nahe vom Gespräch mit ihrer Mutter.
„Ich kann dich nur zu gut verstehen Rebecca.“ sagte Andrea. Rebecca schaute sie verständnislos an. Wie sollte eine Herrin verstehen was in ihrem Kopf vor ging? Woher wollte sie denn wissen, was eine Serva fühlte?

Andrea bemerkte Rebeccas zweifelnden Blick. „Komm mit, ich möchte dir etwas zeigen.“ sie ging aus dem Zimmer und Rebecca folgte ihr in ihr Schlafzimmer. „Setz dich.“ sagte Andrea und wies auf den Stuhl vor ihrem Frisiertisch. Rebecca knickste und setzte sich wortlos. Andrea öffnete den Schrank in den Rebecca morgens nach dem Bettenmachen mittlerweile des Öfteren diverse Spielzeuge einräumen musste. Sie fragte sich, was nun passieren würde und befürchtete schon, das Andrea nun von ihr verlangen würde mit ihr zu schlafen. Andrea stützte sich auf ihren Stock, ging vor dem Schrank in die Knie und holte von ganz unten etwas heraus. Es war eine einfache, flache Pappschachtel, etwa 25 mal 25 Zentimeter groß und gut fünf hoch. Andrea stand auf und legte die Schachtel auf den Frisiertisch.
„Das ist es, was ich dir zeigen möchte. Mach sie auf.“
Rebecca hob den Deckel der Schachtel an, legte diesen bei Seite und schlug das Seidenpapier auf welches den Inhalt schützte. Mit offenem Mund betrachtete sie den Inhalt der Schachtel. Es war das Halsband einer Serva. Es hatte vorne einen Ring der zeigte, das seine Trägerin unfrei war. Der Verschluss war offenbar mit einem Laserschneider oder etwas ähnlichem geöffnet worden.
„Ich sagte doch, ich verstehe, wie es dir geht.“ sagte Andrea.
„Sie waren eine Serva Herrin?“ Rebecca sah sie fragend an.
„Nein Rebecca. Ich bin eine Serva.“ sie betonte das „bin“ eindringlich. „Wenn man das Halsband einmal getragen hat, begleitete es einen immer, auch wenn man es irgend wann einmal ablegt, so wie ich. Ich bin noch immer stolz darauf, was ich bin, auch wenn ich es nun nicht mehr trage.“
Rebecca schaute verwirrt zu ihrer Herrin.

Mit ruhiger Stimme begann Andrea zu erklären. „Ich bin, wie jede andere Serva zur Schule gegangen und wurde versteigert wie jede andere Serva. Der Mann der mich kaufte verliebte sich in mich und auch ich verliebte mich in ihn. Eines Tages bat er mich, ihn zu heiraten, ich sagte natürlich sofort ja. Und obwohl, oder vielleicht auch gerade weil ich noch immer eine Serva war führten wir eine glückliche Ehe. Irgend wann fuhren wir zusammen zu seinen Eltern. Es war schon spät am Abend und kurz bevor wir dort an kamen, kam uns ein anderes Fahrzeug entgegen. Der Fahrer war betrunken und kam ins Schleudern.“ sie seufzte leise „Mein Mann lag mehrere Wochen lang im Koma aus dem er nicht mehr aufgewacht ist. Der andere Fahrer starb noch in seinem Auto.“ sie seufzte traurig bei der Erinnerung an diesen Abend. „In seinem Testament hatte mein Mann verfügt, das ich frei gelassen werden soll. Er hat mir ein kleines Vermögen hinterlassen von dem ich seit dem gut lebe und mir das hier“ sie deutete mit einer ausladenden Bewegung vage in den Raum „alles leisten kann.“
„Das tut mir leid Herrin.“ sagte Rebecca leise.
„Papperlapapp. Du bist die letzte der das leid tun müsste. Ich wollte dir das erzählen, damit du weißt, das ich verstehe, wie es dir geht.“ sie kam auf Rebecca zu und umarmte sie herzlich. „Jetzt geh in dein Zimmer und schlaf. Morgen hast du dich wieder beruhigt und es geht dir sicher besser. Und wenn du jemanden zum Reden brauchst, kannst du jederzeit zu mir kommen.“
„Vielen Dank Herrin.“ Rebecca stand auf, knickste und ging zurück auf ihr Zimmer.

- - -

Rebeccas Laune besserte sich bald wieder und nach ein paar Tagen war das Gespräche mit ihrer Mutter vergessen. Es hatte sich ergeben das sie sich jeden Sonntag nach dem Mittagessen mit einigen anderen Frauen traf, unter anderen gehörten auch Vivian und Trish, die schon eine Weile befreundet waren zu dieser Runde. Sie trafen sich an diesem Sonntag im Zentrum, wo sie sich zum Tanzen verabredet hatten. Rebecca, die wieder einmal Probleme mit ihrem Rücken hatte, saß am Tisch und schaute den Anderen zu als Trish zu ihr kam. „Sag mal, kommt ihr eigentlich auch zur großen Feier in zwei Wochen?“ fragte sie Rebecca.
„Was denn für eine Feier?“ sie schaute Trish fragend an.

„Na ja, zum Oktobervollmond natürlich.“ die anderen Frauen kamen zum Tisch und setzten sich.
„Was ist denn daran so besonders? Und was passiert da?“ wollte Rebecca wissen.
Trish schaute sie ernst an „Die Winternacht ist ein Fest der modernen Hexen. Alle Frauen versammeln sich splitterfasernackt um ein riesiges Feuer, tanzen und feiern und geben sich einer einzigen, großen Orgie der Lust einander hin.“ erklärte sie mit geheimnisvoller Stimme.
Rebecca starrte sie unverwandt an „Also ich glaube nicht, daß das was für mich ist und ob ich bei sowas mitmachen möchte.“
Neben ihr begann Vivian laut zu lachen. Auch die Anderen fielen in das Gelächter mit ein. Auch Trish konnte nicht mehr an sich halten und fiel in das Gelächter mit ein.
Kelly beruhigte sich als erste wieder. „Die Winternacht ist eines der drei großen Feste die wie hier feiern. Einige Bands machen Musik und alle tanzen, sind fröhlich und es gibt ein riesiges Buffet. Und die Chefin hält eine Ansprache. Das Fest geht bis zum nächsten Morgen. Es kommen auch viele Freunde und Verwandte. Also nichts mit großer Orgie.“

„Stimmt, die findet zur Walpurgisnacht auf dem Berg statt.“ gestikulierte Vivian und grinste breit.
„Nehmt die Neue doch mal ordentlich auf den Arm.“ sagte Rebecca und machte einen Schmollmund. Aber auch sie musste lachen.

„Es gibt hier drei große Feste. Das eine ist das Sommerfest, dann die Winternacht und der Neujahrsball, der ist etwas formeller, da kommen alle in tollen Abendkleidern und es wird Walzer und Tango getanzt und so. Aber dazu muss man eine Einladung bekommen.“ fügte Trish hinzu. „Ich war da noch nie.“ sie machte ein bedauerndes Gesicht.
„Na, als Serva werd ich doch wahrscheinlich auch nicht dazu eingeladen, oder?“ Rebecca sah sie fragend an.
„Wieso denn nicht? Das hat damit nichts zu tun, man muss aber jemanden haben, von der man eingeladen wird. Und das sind nur die Chefin und die Abteilungsleiterinnen. Und die Meisten werden auch nicht zwei mal hintereinander eingeladen. Außerdem kommen viele Gäste, meistens Kunden der Firma und so“ sagte Kelly.
„Ich glaube, die Winternacht ist auch viel lustiger als der Ball, da freu ich mich riesig drauf.“ gestikulierte Vivian. Rebecca musste kaum noch nachfragen wenn sie redete.

Die Frauen redeten und tanzten noch eine Weile und als es Zeit wurde, zu gehen, verabschiedeten sie sich von einander. Trish und Rebecca hatten ein Stück weit den selben Weg und unterhielten sich noch bis sie sich an der Abzweigung die zu Andreas Haus führte verabschiedeten.

„Ich bin wieder zu Hause Herrin.“ Rebecca meldete sich bei Andrea zurück, die im Salon saß und las.
Andrea musterte sie und fragte „Was amüsiert dich denn so?“ als Rebecca unwillkürlich an Trishs Beschreibung der Winternacht denken musst und sich vorstellte wie Andrea nackt um ein großes Feuer tanzte.
„Verzeihung Herrin, aber Trish hatte mir eine ziemlich alberne Geschichte über die Winternacht erzählt, daran musste ich gerade denken.“
„Ich verstehe, Vermutlich hat sie mal wieder die Geschichte erzählt, das alle nackt ums Feuer tanzen und eine große Orgie begehen.“ Auch Andrea lächelte nun.
„Ja Herrin, genau das war es was sie gesagt hatte.“
„Geh jetzt zu Bett, morgen muss ich in die Stadt und ich möchte, das du mich fährst.“
Rebecca knickste „Gerne Herrin. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.“ obwohl sie gerne hier war freute sie sich darauf, mal wieder raus zu kommen und andere Leute zu sehen. Sie ging in ihr Zimmer, duschte sich und las noch etwas im Bett.

- - -

Vivian hatte einen weiteren Weg zu gehen als die anderen Frauen. Als sie zu Hause an kam, klopfte sie wie üblich um Vera zu sagen, das sie zurück war. Aus der Küche hörte sie gerade noch, wie ihre Herrin sagte „Du, ich muss Schluss machen, Vivian ist grade heim gekommen.“ eine fremde Frauenstimme sagte noch „Dann bis bald Süße.“
Vivian war sich sicher das Vera sie über alles liebte, sie hörte es von ihr beinah jeden Tag und war überzeugt das sie es auch genau so meinte, doch dieser Gesprächsfetzen machte ihr Sorgen. Sie ging in die Küche, wo sie mit Staunen sah daß Vera am Herd stand und kochte, der Tisch war bereits gedeckt und eine Schüssel belgische Pommes Frites stand darauf.
„Guten Abend meine Herrin“ gestikulierte Vivian.
„Hallo mein Schatz.“ sagte Vera fröhlich. „Nimm Platz, das Fleisch ist gleich fertig.“
Vivian kniete sich auf ihren Platz und tatsächlich stellte Vera eine Schüssel Buttergemüse und einen Teller mit Schnitzel auf den Tisch. Dann setzte sie sich zu Vivian. „Herzlichen Glückwunsch, du hast es tatsächlich geschafft. Du hast nicht nur die zehn Pfund abgenommen sondern sogar fünfzehn. Und das auch noch viel früher als ich dachte. Und zur Feier des Tages gibt es heute mal was anständiges für dich.“ Sie schaute Vivian lächelnd an. Ihr Blick verriet, wie stolz sie auf Vivian war und wie sehr sie sich darüber freute.
Vivian freute sich ebenfalls darüber und lächelte ihre Herrin an. Sie aßen gemeinsam und Vivian genoss es, endlich wieder etwas richtiges essen zu dürfen. Es schmeckte herrlich doch sie hatte schon lange nicht mehr so viel gegessen. So war sie bereits satt nachdem sie ein halbes Schnitzel, eine Hand voll Pommes Frites und eine große Portion Gemüse gegessen hatte.
„Was ist denn? Schmeckt es dir nicht? Es gibt noch Nachtisch.“ Vivian schaute sie gespielt beleidigt an.
„Tut mir leid Herrin, aber ich bin wirklich satt. Das war für mich ganz schön viel.“ gestikulierte Vivian.
Vera streichelte ihre Wange. „Dann gibt’s den Rest eben morgen. Komm, wir räumen noch schnell auf und gehen dann ins Bett.“
Vivian nickte und half ihr ab zu räumen. Dann gingen sie gemeinsam ins Bett. Vera nahm Vivian von hinten in die Arme und zog sie ganz nah zu sich.
Vivian lag noch wach als ihr Veras gleichmäßiges Atmen verriet, das diese schon schlief. Sie dachte über das nach, was sie gehört hatte als sie herein gekommen war. Sie schlief nach einer ganzen Weile ein, hatte aber einen ziemlich unruhigen Schlaf.

- - -

Drei Wochen nach ihrem ersten Besuch bei Trish lud diese Rebecca ein um wie besprochen die Abgüsse zu nehmen. Dazu hatten sich auch Frida und Larissa bei ihr eingefunden. Sie standen in einer Werkstatt in Trishs Atelier um einen Stuhl herum wie es ihn auch beim Frauenarzt gab.
„So, wer will denn nun zuerst?“ fragte Trish in die Runde.
„Bei mir wirst du wohl Probleme haben.“ sagte Rebecca lachend, öffnete ihre Tunika und zeigte ihr ihren Keuschheitsgürtel.
Trish beugte sich herunter und betrachtete diesen. „Gut, dann fangen wir mit dir an.“ sagte sie grinsend und deutete auf den Stuhl.
Rebecca legte ihre Tunika ab und setzte sich in den Stuhl. Die Beine legte sie in die dafür vorgesehenen Schalen und auch für die Arme gab es solche Schalen.
„Das ist vielleicht jetzt ein bisschen doof, aber ich hab es Andrea versprochen.“ sagte Trish und trat neben Rebecca. Sie legte ein sehr breites Band welches an der Schale befestigt war um Rebeccas Arm und ehe diese protestieren konnte, war sie auch schon um den Stuhl herum gegangen und fixierte auch ihren anderen Arm mit einem Band.
„Hee, was soll das denn?“ rief Rebecca erstaunt aus.
„Ich sag ja, ich musste es Andrea versprechen.“
„Und was bitte? Erstens habe ich diesen Gürtel an und zweitens werde ich ganz bestimmt nicht anfangen mich hier vor euch allen zu befingern!“ rief Rebecca aus.
Doch Trish fixierte nun auch ihre Beine auf die selbe Weise. Dann holte sie eine kleine Schachtel aus einer Schublade und holte daraus einen Schlüssel hervor. Sie trat zwischen Rebeccas Beine und schloss den Gürtel auf. „Das ist wie im Krankenhaus. Ich hab einen Generalschlüssel.“ sagte Trish grinsend als sie Rebecca den Gürtel ab nahm.

Diese fühlte sich ein wenig überrumpelt und schämte sich, nun so nackt vor Frida und Larissa zu liegen und sich dermaßen zu präsentieren. „Na warte, das zahl ich dir irgend wann heim!“ drohte sie Trish.
„Damit muss ich wohl leben.“ sagte Trish fröhlich und ging zum Tisch wo sie zwei Eimer öffnete die dort standen. Mit zwei Schöpfkellen füllte sie die Masse die sich darin befand in eine Schüssel. Sie rührte die Masse kräftig mit einem Holz um und stellte die Schüssel dann in einen runden Behälter. Sie drückte einen Knopf und ein Zischen kam aus dem Behälter. Eine Minute später ertönte ein Piepsen. Sie öffnete den Behälter und holte die Schüssel heraus. Sie nahm diese, setzte sich auf einen Hocker und rollte damit zwischen Rebeccas Beine. „Bereit?“ fragte sie.
„So bereit wie es eben geht.“ sagte Rebecca und konnte nicht anders als über diese für sie ziemlich groteske Situation zu lachen.
„Prima. Das Zeug ist zwar vorgewärmt aber immer noch etwas kühl.“ sagte Trish und begann damit, die Masse sorgfältig auf Rebeccas Scham und darum herum zu verteilen. Sie achtete darauf, die Masse überall zu verteilen, auch zwischen ihren großen und kleinen Schamlippen, um den Kitzler herum und auch in ihre Vagina drückte sie die Masse. Rebecca war das recht unangenehm und die Masse war tatsächlich recht kühl. Als Trish die Masse überall verteilt hatte verteilte sie den Rest der Masse noch gleichmäßig und lehnte sich dann zurück. „Das muss jetzt zehn Minuten aushärten, dann kann ich es abnehmen.“ sagte sie.
„Und was soll ich so lange machen?“ fragte Rebecca.
„Das Selbe wie ich. Abwarten. Ich kann auch nichts machen bis die fest ist. So bekomm ich das Zeug nicht von den Händen ab.“ sagte Trish, rollt mit dem Hocker zur Wand und lehnte sich dort an.
Frida und Larissa, die das alles interessiert angesehen hatten kicherten und setzten sich dann auf den Tisch.
„Na lacht ihr beide nur, ihr kommt auch noch dran.“ sagte Rebecca.

In diesem Moment öffnete sich die Tür und eine Serva kam herein. Sie war etwas kräftig gebaut, hatte kurzes, rotes Haar und leuchtend grüne Augen. Sie knickste und sagte „Schönen guten Morgen zusammen.“
Die Anderen begrüßten sie freundlich und sie setzte sich neben Frida auf den Tisch die sich bei ihr an lehnte. Rebecca sagte „Hallo, ich bin Rebecca, tut mir ja leid, das ich dich nicht begrüße aber irgend wie sind mir gerade die Hände gebunden.“
„Hallo Rebecca, ich bin Maja.“ sagte die Frau und winkte ihr zu.

„Na, das ich dich mal so sehe hätte ich auch nicht gedacht.“ sagte eine Stimme in der Tür.
Rebecca drehte den Kopf und sah in ein breit grinsendes Gesicht. „Isabella?“ rief sie aus.
„Wen hast du denn erwartet? Den Schneemann?“ fragte Isabella grinsend. „Also dich so zu sehen ist ja irgend wie verlockend.“
„Na, danke. Musstest du ausgerechnet jetzt kommen?“ fragte Rebecca.
Larissa war zu Isabella getreten und begrüßte sie mit einem Knicks und einem „Guten Morgen Miss.“
Isabella erwiderte den Gruß und umarmte Larissa.

Eine Weile herrschte Schweigen bis es von irgend wo her piepste. Nun setzte Trish sich wieder auf und begann damit sich die Masse von den Händen zu ziehen. Als sie die erste Hand frei hatte, hatte sie einen extrem gut sitzenden Handschuh in der Hand. Die Masse war nun offenbar fest aber sehr dehnbar und auch ziemlich weich. Auch von der anderen Hand löste Trish nun die fest gewordene Masse. Auf ihren Händen blieb nichts davon zurück. „So, ich ziehe jetzt einfach mal dran.“ sagte sie und beugte sich wieder zwischen Rebeccas Beine. Sie löste den Abguss von den Rändern her und zog vorsichtig daran. Mit einem leisen Schmatzen und einem „Plopp“ löste sich der Abguss, was Frida und Larissa mit einem Kichern quittierten.
„Jaja, lacht ihr nur.“ sagte Rebecca trocken. „Mal sehen wer gleich lachen wird.“
„Genau, hört auf zu gackern ihr Hühner und gebt mir lieber mal den Gürtel.“ sagte Trish lachend. Larissa reichte ihr Rebeccas Gürtel den diese ihr wieder an legte.
„Sag mal, kannst du nicht vergessen, den abzuschließen?“ fragte Rebecca.
„Tut mir ja leid, aber sowas mach ich nicht.“ meinte Trish grinsend und verschloss den Gürtel mit einem druck aufs Schloss welches mit einem deutlich hörbaren Klicken einrastete, worauf hin Rebecca leise seufzte. Trish packte den Schlüssel zurück in die Schachtel und diese in die Schublade. Dann löste sie sie die Fesseln und Rebecca stand auf und zog ihre Tunika wieder an. Sie ging zu Isabella und die Beiden umarmten sich.
Isabella fasste Rebecca an den Schultern und schaute sie von oben bis unten an. „Siehst ganz schön fertig aus.“
„Na, danke auch, sowas will man von seiner Mitschülerin hören die man ewig nicht mehr gesehen hat.“ sagte Rebecca und verzog das Gesicht.
„Ja, seit ungefähr einem halben Jahr nicht mehr.“ antwortete Isabella lachend.

„Wer ist denn als nächstes dran?“ unterbrach Trish die Unterhaltung der Beiden.
„Das bin ich.“ sagte Isabella. „Dann können wir erwachsenen raus gehen und die Kinder allein spielen lassen.“ sie grinste breit in die Runde, zog ihre Hose und die Unterhose aus und setzte sich in den Stuhl. Trish wollte ihr die Arme fesseln doch Isabella sagte „Das lassen wir mal besser. Ich werd garantiert nichts machen.“
„Na gut, wie Sie meinen.“ sagte Trish „Aber die Beine wären wirklich hilfreich.“
Isabella nickte. Widerstandslos ließ sie sich die Beine fest binden und Trish mischte erneut eine Schüssel voll von der Masse an. Feixend beobachtete Rebecca nun wie sie diese zwischen Isabellas Beinen verteilte.

Nachdem auch Isabellas Abguss fertig war stand diese auf, zog sich wieder an und die Beiden gingen nach draußen und stellten sich unter dem Vordach unter, da es seit mittlerweile drei Tagen ununterbrochen nieselte. Die Beiden unterhielten sich über die Schule, über Isabellas neue Stelle und über Rebeccas Anstellung bei Andrea.
„Weißt du was? Komm uns doch morgen besuchen.“ Isabella holte ein Päckchen Zigarillos aus der Tasche und hielt es Rebecca hin. Diese nahm sich einen und ließ ihn sich von Isabella anstecken.
„Wie war das? Eine Dame raucht nicht?“ fragte Rebecca mit einem süffisanten Grinsen im Gesicht.
„Wenn es unbedingt sein muss, dann Zigarillos.“ beendete Isabella den Satz den sie von Miss Wilhelmina des Öfteren zu hören bekommen hatten, wenn diese sie mal wieder im Garten hinter dem Schuppen erwischt hatte.

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„Du siehst so nachdenklich aus.“ Kira hatte ihren Vater schon die ganze Zeit über nicht aus den Augen gelassen. Irgend wie spürte sie, das ihn etwas sehr beschäftigte.
Bernd sah von seinem Teller auf und blickte in die fragenden Augen seiner Tochter. Er straffte sich ein wenig und schaute sich kurz um. So früh an diesem Sonntag Morgen waren sie noch die einzigen Gäste in dem kleinen Café, welches sich ein wenig abseits der Innenstadt befand. „Ich sollte dir das eigentlich nicht sagen.“ er sah sich noch einmal um. „Paul und Inge, das sind Kollegen von mir. Sie haben einen Fall bei dem sie ein paar Probleme hatten. Jedenfalls, bei ihren Nachforschungen sind sie auf etwas gestoßen was sie sich nicht erklären konnten. Bei bestimmten Richtern bekommen gerade junge Frauen oft eine ziemlich hohe Strafe. Es geht meistens nur um Kleinigkeiten wie Gelegenheitsdiebstähle und solche Dinge. Aber als wir uns gemeinsam mal die Strafmaße von diesen und anderen Richtern angesehen haben, ist uns aufgefallen, das sie im Schnitt eineinhalb mal so hohe Strafen verhängen als die Anderen. Manchmal ist es weniger aber in manchen Fällen auch fast doppelt so viel.“
„Warum erzählst du mir das alles? Ich dachte, du darfst nicht über deine Arbeit mit mir reden.“
„Ich darf keine Einzelheiten über konkrete Fälle ausplaudern. Aber das hier ist gar kein Fall sondern eine Auffälligkeit, sonst nichts. Aber warum ich dir das überhaupt erzähle,“ er machte eine kurze Pause und seufzte leise „der Richter der Mara verurteilt hat, gehört auch zu diesen Richtern.“
Nun war es an Kira, ihren Vater erstaunt anzusehen. Sie brachte kein Wort heraus.
„Es gibt da noch eine andere Auffälligkeit. In den letzten zehn Jahren sind mehrere Frauen verschwunden, die von diesen Richtern verurteilt wurden.“
„Wie? Verschwunden? Sie können doch nicht einfach so weg sein.“ Kira war deutlich verwirrt.
„Nein, nicht einfach so weg. Es waren ausnahmslos Frauen die das Gefängnis gewählt haben. Nachdem sie ihre Strafen abgesessen hatten, hatte sich keine dieser Frauen bei ihren Sozialhelfern gemeldet. Und es gab auch keine Hinweise darüber, wo hin sie gezogen sein konnten.“
„Vielleicht wollten sie einfach nur irgend wo anders neu anfangen?“ fragte Kira.
„Wenn es nur ein paar wenige Frauen wären, wäre das sicher nicht auffällig. Bei etwas mehr könnte ich noch an einen Zufall glauben, aber bei gut der Hälfte?“
Kira musste schlucken. „Was ist mit den Frauen die Serva geworden sind?“
Bernd sah die Besorgnis in Kiras Blick „Da scheint es nichts Außergewöhnliches zu geben.“ versuchte er sie zu beruhigen. „Die wenigen Frauen die jetzt bereits frei sind, haben sich alle bei ihren Sozialhelfern gemeldet. Und auch die Herrschaften derer die es noch nicht sind, sind sauber.“ versuchte er sie zu beruhigen. Er hatte selbst Angst gehabt auch in dieser Richtung etwas auffälliges zu finden und war selbst erleichtert gewesen als er nach einigen Anrufen nichts Auffälliges heraus finden musste.
„Ich verstehe.“ sagte Kira. Sie schien etwas beruhigt zu sein. „Ich dachte schon...“
Bernd unterbrach Kira indem er seine Hand auf ihr Handgelenk legte und schaute aus dem Fenster.

Auf dem Gehweg, genau vor dem Fenster sah er einen Mann und eine Frau die sich offenbar heftig stritten. Nun hob der Mann seine Rechte und schlug fest auf die Frau ein. Diese hob die Hände vor das Gesicht um sich zu schützen.
„Ruf sofort die Polizei“ sagte Bernd als er bereits aufgesprungen war und aus dem Café stürmte.
Kira sah fassungslos nach draußen und sah, was dort passierte. Die Frau war in die Knie gegangen und versuchte noch immer sich mit den Händen vor den Schlägen zu schützen. Kira nahm ihr Comm aus der Tasche, tippte darauf und sagte „Notruf Polizei.“ Das Wappen der Polizeibehörde erschien auf dem Bildschirm und eine Stimme fragte nach der Art des Notfalles. Kira berichtete, was sich gerade zutrug und nannte die Adresse.
„Bleiben Sie, wo Sie sind.“ sagte die Stimme und das Gespräch war beendet.
Draußen holte der Mann erneut aus, doch Bernd fasste seine Hand als diese weit nach hinten gestreckt war und zog sie kräftig nach unten so das der Mann das Gleichgewicht verlor und rücklings auf dem Boden landete. Mit einer schnellen Handbewegung drehte er den Mann auf den Rücken und drückte sein Knie zwischen dessen Schulterblätter.
Kira stand auf und ging zur Tür.
„Hey, Sie müssen noch bezahlen.“ sagte der Kellner als Kira das Café verlassen wollte. Doch diese deutete nur nach draußen.
„Was ist das denn?“ fragte der Kellner entgeistert.
„Ich weiß nicht genau, aber der Mann hat die Frau geschlagen. Ich habe gerade die Polizei gerufen.“ sagte Kira.
„Bleib drinne!“ rief ihr Vater ein wenig außer Atem. Der Mann wehrte sich offenbar heftig.
Der Kellner lief an Kira vorbei nach draußen und setzte sich kurzerhand auf die Beine des Mannes. Nun, da dieser offenbar Bewegungsunfähig war, ging Kira nach draußen zu der Frau die zusammengekauert auf dem Gehweg hockte und half dieser auf. „Kommen Sie mit.“ sagte sie, fasste ihren Arm und zog sie in das Café.
„Sind Sie verletzt?“ fragte sie die zitternde Frau.
Diese schüttelte den Kopf und begann zu weinen. Kira schob sie zu einem der Tische und setzte sie auf einen Stuhl. Sie setzte sich neben sie und legte den Arm um ihre Schultern.
„Bitte, ich will nicht wieder zu ihn müssen. Ich kann doch nichts dafür, das ich nicht kochen kann.“ sagte die Frau schluchzend. Nun erst bemerkte Kira das Halsband der Frau.
Sie schaute nach draußen und sah wie zwei Polizeiwagen eintrafen. Sie legten dem sich noch immer heftig wehrenden Mann Handschellen an und begannen erst dann Fragen zu stellen als dieser endlich still blieb. Statt dessen schien er nun die Beamte, Kiras Vater sowie den Kellner anzuschreien und deutete mit einer abfälligen Bewegung auf das Fenster hinter den die beiden Frauen gerade saßen.

Während die Polizisten draußen offenbar die drei Männer befragten, kam eine Polizistin herein und begann Kira und die Frau zu befragen, was passiert wer und scannte ihre ID-Chips. Die Frau, sie hieß Melissa und war die Serva des Mannes, konnte nicht kochen, was der Mann allerdings immer wieder ignorierte und sich danach über das Essen beschwerte. Dieses Mal war er offenbar sehr wütend darüber und so hatte der Streit begonnen. Es stellte sich heraus, das er auch sonst recht gewalttätig war.

Draußen sah Kira, daß die Polizisten dem Mann etwas zur Unterschrift vorlegten und ihr Vater schüttelte einem von ihnen die Hand, während die anderen Beiden den Mann noch immer fest hielten.

Die Polizistin hatte alles aufgenommen und ging nun nach draußen, wo sie sich mit ihren Kollegen unterhielt. Darauf hin wurde der Mann recht unsanft in eines der Polizeiautos gesetzt. Als diese wieder ab fuhren kamen Bernd und der Kellner zurück ins Café wo dieser hinter seinen Tresen ging, zwei Gläser mit einer goldgelben Flüssigkeit füllte und mit Bernd anstieß. Der Kellner machte, während sich die Beiden unterhielten, vier Tassen Kaffee und kam dann mit Bernd zusammen an den Tisch.

Melissa sah auf als sich die Beiden setzten und schaute dann nach draußen. „Vielen Dank.“ sagte sie leise und schaute auf. Sie schien sichtlich erleichtert, das ihr Herr nicht mehr zu sehen war. Wortlos legte Bernd einen Zettel auf den Tisch und die beiden Frauen begannen zu lesen. Was dort stand war offenbar ziemlich eilig geschrieben worden und am Ende befanden sich vier Unterschriften, eine davon war die von Bernd. Es handelte sich um einen Kaufvertrag in dem der Mann Melissa offenbar an Bernd verkauft hatte. Zwei der Polizisten hatten als Zeugen unterschrieben.

„Was ist das?“ fragte Melissa leise.
Bernd, der sich langsam beruhigt hatte, erklärte das der Mann so wütend über den Vorfall war, das er Melissa, die er als Auslöser für diesen Vorfall sah, nicht mehr haben wollte und daraufhin gesagt hatte : „Wenn Sie sie so in Schutz nehmen dann plagen Sie sich doch mit ihr rum.“ Bernd hatte daraufhin nicht lange überlegt sondern sich von einem der Polizisten etwas zu Schreiben geben lassen und einen Kaufvertrag aufgesetzt. Auf die Frage nach dem Preis hatte der Mann nur geschrien : „Von mir aus können Sie sie geschenkt haben.“ Bernd hatte darauf hin als Kaufpreis 100 Dollar eingesetzt und ihm diese in die Hand gedrückt. Er hatte den Polizisten auf die Frage ob Melissa nicht eine Anzeige erstatten sollte erklärt, daß das nicht nötig sei, da das Schlagen einer Serva ein sogenanntes Offizialdelikt sei und sie daher sowieso ermitteln müssten.

Melissa, die nun langsam begriff, was passiert war, schaute Bernd an, stand auf und kniete sich vor diesen. Aus ihrer Tunika holte sie etwas hervor und hielt es Bernd auf ihren flach ausgestreckten Händen hin. Bernd schaute fragend auf den Gegenstand bis Kira sich zu ihm beugte und ihm zuflüsterte „Ich glaube, sie erwartet, daß du sie ihr anlegst.“
„Eine Leine? Ich glaube nicht daß das wirklich nötig ist.“ sagte Bernd ein wenig erstaunt. Sowas hatte er weder irgend wo gelesen noch hatte Kira ihm davon erzählt.
„Nein, ist es wohl auch nicht.“ sagte Kira leise.
Melissa schaute zu ihm auf und bedankte sich noch einmal leise. Bernd deutete ihr, sich wieder zu setzen. Nachdem sie den Kaffee getrunken hatten, machte er sich mit Kira und Melissa auf den Weg nach Hause nachdem der Kellner darauf bestanden hatte, daß das Frühstück, der Whisky und der Kaffee aufs Haus gingen.


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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:12.06.17 14:27 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo,
Also ich muss schon sagen, dass ich von Deinen Geschichten beeindruckt bin. Sie entwickeln sich langsam, aber es baut sich ein Geflecht auf. Das gilt für beide Geschichten. Die Arbeit, die dahinter steckt, zwei Geschichten parallel zu entwickeln kann ich gut beurteilen. Und die dann noch zu verbinden, das ist toll. Dazu bist Du echt produktiv.
Natürlich bin ich gespannt, wie es mit Mara weitergeht, besonders, was es mit dem Buch auf sich hat. Dazu die neue Entwicklung bei Kira. Und welche Rolle spielt die Saray, von der ich vermute, dass es Isabellas verschwundene Klassenkameradin Sarah ist. Das Geschehen unter Horizons dürfte auch spannend werden. Wie passt die Verräterin Linda da rein?
Der einzige Punkt, den ich nicht verstanden habe ist, warum Isabella und Emilia ein Flugzeug Richtung Fähenberg genommen haben. Horizons ist bei Leipzig und Fähenberg bei Dresden. Das sind kaum 100km.
Wie lange muss Maja eigentlich noch Serva bleiben, oder habe ich das überlesen? Wenn sie 30 Jahre bekommen hat, sind das sicher noch 15 - 18 Jahre. Ne lange Zeit

Aber das wird sich sicher alles klären. Ich freue mich auf jede weitere Folge. Bitte mach weiter so.

Dein
Friedet.
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:12.06.17 21:16 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Fridet,



Zitat

Die Arbeit, die dahinter steckt, zwei Geschichten parallel zu entwickeln kann ich gut beurteilen. Und die dann noch zu verbinden, das ist toll. Dazu bist Du echt produktiv. 

Hier muss ich ganz ehrlich gestehen, das ich den aktuellen Teil von Schloss Fähenberg unter einem gewissen Zeitdruck geschrieben habe, da ich vorletzte Woche gewisse Probleme mit dem PC hatte und in der letzten Woche auch privat mehr als üblich eingebunden war. Aber zwei Teile wollte ich auf keinen Fall ausfallen lassen.


Zitat

Sie entwickeln sich langsam, aber es baut sich ein Geflecht auf. Das gilt für beide Geschichten.

Für „Neue Horizonte 2“ gibt es eine Hintergrundhandlung, die irgend wann auch zum Abschluss kommen wird.
Wie ich das mit dem Schloss mache, habe ich noch garnicht wirklich vor Augen. Aber auch da habe ich gewisse Ideen für eine Rahmenhandlung, die allerdings noch garnicht richtig ausentwickelt ist.
Im Grunde genommen hatte ich mir vorgenommen, dort unabhängige Geschichten aufzubauen die sich um verschiedene Ideen drehen, die auf Horizons und Umgebung so nicht möglich sind, ohne noch wesentlich mehr Charaktere mit einzubringen.


Zitat

Natürlich bin ich gespannt, wie es mit Mara weitergeht, besonders, was es mit dem Buch auf sich hat. Dazu die neue Entwicklung bei Kira. Und welche Rolle spielt die Saray, von der ich vermute, dass es Isabellas verschwundene Klassenkameradin Sarah ist. Das Geschehen unter Horizons dürfte auch spannend werden. Wie passt die Verräterin Linda da rein?

Dazu möchte ich hier eigentlich nichts sagen, denn das würde sicher darauf hinaus laufen, einiges vorweg zu nehmen ;-)


Zitat

Der einzige Punkt, den ich nicht verstanden habe ist, warum Isabella und Emilia ein Flugzeug Richtung Fähenberg genommen haben. Horizons ist bei Leipzig und Fähenberg bei Dresden. Das sind kaum 100km. 

Google Maps sagt mir daß es auf der Straße knapp 190km sind. Horizons liegt (laut meiner Karte) ein gutes Stück südwestlich von Leipzig. Luftlinie sind das ungefähr 140km.

Es hat zwei Gründe, das die Beiden geflogen sind: zum Einen ist Emylia ein wenig exzentrisch wenn es um sowas geht und zum Anderen wollte ich das Flugzeug einfach schon mal probefliegen, da es wohl nicht zum letzten Mal benutzt wird. (Ich wollte es einfach mit rein bringen ;-) )


Zitat

Wie lange muss Maja eigentlich noch Serva bleiben, oder habe ich das überlesen? Wenn sie 30 Jahre bekommen hat, sind das sicher noch 15 - 18 Jahre. Ne lange Zeit

Hier hast du mich echt kalt erwischt. Ich habe zwar Karten von Horizons, Grundrisspläne von diversen Gebäuden und eine mittlerweile riesige Exceltabelle in der alle nötigen und zum Teil auch unnötigen Fakten zu dem Charakteren, der Handlung und den Schauplätzen stehen, aber das Alter, wann die Frauen Serva geworden sind, steht da garnicht drinne…
Das werde ich gelegentlich verbessern müssen.

Ich habe das jetzt gerade einfach festgelegt und sage, sie muss noch 21 Jahre lang Serva bleiben.


HeMaDo





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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:17.06.17 18:25 IP: gespeichert Moderator melden


Wie lange sie bereits hier war wusste Nadine nicht zu sagen. Sie saß auf einer Pritsche die sie mit zwei anderen Frauen teilte und aß ihre Ration Brei mit bloßen Fingern. Längst hatte sie sich damit abgefunden, ebenso wie mit dem Loch im Boden das allen 60 Frauen hier in diesem Stollen für ihre Notdurft diente und an die Tatsache daß sie sich nur mit dem Wasser welches an den grob aus dem Gestein gehauenen Wänden herab floss, notdürftig waschen konnte.

„Im Grunde genommen tun wir der Gesellschaft sogar einen Gefallen wenn wir euch hier her bringen, dann liegt ihr niemandem auf der Tasche und tut sogar noch was nützliches.“ hatte die Aufseherin gesagt als man sie zusammen mit neunzehn anderen Frauen in den Aufzug gesteckt und in das Bergwerk gebracht hatte. Seit dem hatte sie kein Tageslicht mehr gesehen.

Man hatte sie aus der Kiste gezerrt in der sie hier her gebracht worden war und sie musste sich zusammen mit mehreren anderen Frauen in einer alten Fabrikhalle in einer Reihe aufstellen. Die meisten Scheiben der Halle waren zerbrochen und einige Scheinwerfer tauchten die ganze Szenerie in ein gespenstisches Licht. Der nackte Betonboden war mit Schmutz und Scherben übersät und die Stahlträger welche die Halle stützten waren mit einer dicken Schicht Rost überzogen.

„Wo bin ich hier? Ich sollte doch entlassen werden.“ rief eine der Frauen und wollte weg laufen. Doch die Aufseherinnen packten sie an den Haaren und zerrten sie zu einem der Stahlträger wo sie sie mit Hilfe schwerer Ketten anbanden. Sie schlugen mehrmals mit einer Peitsche auf sie ein bis sie zitternd und wimmernd an dem Träger stand.
„Wenn nicht nicht wollt, daß mit euch das selbe passiert, dann haltet ihr alle den Mund!“ hatte eine der Aufseherinnen gesagt.
Sie waren an der Reihe der Frauen vorbei gegangen und nachdem sie sich alle angesehen hatten, wurden zwei von ihnen weg gebracht. Die Anderen wurden einzeln in einen kleinen Raum geführt der früher vermutlich einmal eine Umkleide gewesen war. Nadine hatte in Anbetracht des eben gesehenen nicht einmal über die Möglichkeit nachgedacht sich zu wehren, ihre Angst davor ebenso ausgepeitscht zu werden war größer als der Drang einen wahrscheinlich erfolglosen Fluchtversuch zu unternehmen.

Als Nadine in den Raum hinein gestoßen wurde, kamen sofort zwei andere Aufseherinnen auf sie zu, zerrten sie unsanft auf eine Liege und hielten sie fest. Eine weitere Aufseherin hatte ihr den Keuschheitsgürtel abgenommen. „Den brauchst du nachher nicht mehr.“ sagte sie lachend und warf ihn in eine große Kiste in der bereits mehrere davon lagen. Dann hatte man ihr einen Overall gegeben den sie anziehen musste und ein Paar dicke Wollsocken. Zum Schluss bekam sie noch ein Paar Arbeitsschuhe und wurde dann durch eine andere Tür in einen weiteren Raum gebracht wo man ihr eine Eisenschelle um das linke Handgelenk legte an der ein Halbring angeschweißt war. Mit einer Zange wurde die Schelle dann vernietet. Als man sie aus diesem Raum heraus stieß wurde sie wieder von zwei Aufseherinnen gepackt und zu einer Reihe Frauen gebracht die an einer Wand standen. Eine der Aufseherinnen nahm das Ende einer Kette und hake es in den Ring an der Schelle ein.

Sie stand nun mit neun anderen Frauen angekettet in einer Reihe die alle die selben Sachen trugen wie sie selbst. An der gegenüberliegenden Wand standen ebenfalls zehn Frauen genauso zusammengekettet an der Wand. Eine Aufseherin ging an der Reihe auf und ab und schlug mit einer Peitsche eine der Frauen die fragte, was das denn alles sollte.
„So, alle zusammen, dann lasst uns mal anfangen.“ sagte eine der Aufseherinnen. Sie nahm eine Sprühdose von einem Tisch und ging zu der ersten der angeketteten Frauen. Unsanft fasste sie diese an der Schulter und drehte sie so, das sie mit dem Gesicht zur Wand stand. Mit der Sprühdose sprühte sie eine Nummer auf den Overall. Dies wiederholte sie bei allen Frauen in der Reihe.

0487 stand auf ihrem Overall wie sie mittlerweile wusste. Hier unten machte sich niemand die Mühe, die Frauen irgendwo anzuketten oder einzusperren. „Wenn ihr weglaufen wollt, tut euch keinen Zwang an. Es gibt nur den einen Weg nach oben und der ist gut bewacht. Aber wer nicht arbeitet, bekommt auch kein Essen, es ist also eure Entscheidung.“ hatte die Aufseherin gesagt, als man sie in den Stollen gebracht hatte in dem die Betten standen.

Nadine legte sich auf die Pritsche und drehte sich mit dem Gesicht zur Wand. In acht Stunden würden die Aufseherinnen kommen, sie wecken und zusammen mit den Anderen wieder in den Stollen bringen in dem sie mit schweren Bohrgeräten Löcher in die Schachtwand bohren mussten. Während sie schliefen wurden die Löcher mit Sprengstoff gefüllt und das Stück Wand wurde weg gesprengt. Während der nächsten Schicht mussten sie das Gestein mit Schaufeln auf flache Transportwagen laden und dann weitere Löcher bohren.

Es war ihnen verboten worden miteinander zu reden. Und jede, die sich nicht daran hielt machte Entweder mit der Peitsche oder mit dem Viehtreiber, einem etwa 20 Zentimeter langen Stab der äußerst schmerzhafte Elektroschocks austeilte, Bekanntschaft.
Obwohl sie sich jeden Tag auf Neue vornahm, sich nicht klein kriegen zu lassen, begann sie leise zu weinen als das Licht ausgeschaltet wurde. Sie wusste nicht, wie lange sie das hier noch durchhalten würde. Doch lange würde sie es wohl nicht mehr schaffen stark genug zu bleiben um das alles zu überstehen. Wenn sie wenigstens mit jemandem reden könnte. Das erzwungene Schweigen war für sie das Schlimmste hier. Die Arbeit in dem Stollen war zwar schwer aber auszuhalten und das Essen war ausreichend und schien auch genug Kraft zu geben. Sie hatte vor zwei Schichten erstaunt festgestellt, daß sie sogar kräftiger geworden war und sich die Muskeln an ihren Armen gefestigt hatten, die früher kaum vorhanden waren. Doch das Schweigen, sich nicht mit anderen unterhalten zu können war es was sie nicht mehr lange aushalten würde.

Nun lag sie weinend auf der Pritsche und wartete darauf endlich einzuschlafen als sich jemand neben sie setzte. Sie hörte ein „Pssst“ und jemand fasste sie an die Schulter. Sie zuckte unter der Berührung leicht zusammen. Doch dann begann die Person damit ihren Arm zu streicheln und drehte sie mit sanftem Nachdruck um. Die Person zog sie weiter zu sich bis ihr Gesicht an etwas weichem lag. Sie roch etwas, was sie seit langem nicht mehr gerochen hatte. Seife. Die Person war frisch gewaschen oder trug zumindest saubere Wäsche. Sie wollte sehen wer das war doch die absolute Dunkelheit hier in dem Stollen ließ nicht zu, daß sie etwas erkennen konnte. Doch sie genoss die Berührungen und die Nähe zu einem anderen Menschen.

Nadine war unfähig sich zu bewegen. Sie hatte Angst davor, was nun passieren würde doch die Person legte nun ihre Hand in Nadines Nacken und begann sie sanft dort zu kraulen. So lag sie eine ganze Weile da und wagte es nicht, sich zu bewegen.
„Iss das“ flüsterte ihr jemand ins Ohr und drückte ihr etwas vor die Lippen. Nur zögernd öffnete sie den Mund und etwas wurde ihr in diesen hinein gesteckt. Schokolade. Zartbitterschokolade stellte sie erstaunt fest. Mit geschlossenen Augen ließ sie das Stück Schokolade in ihrem Mund zergehen. Sie war dankbar für die Abwechslung und wollte diesen Geschmack auf jeden Fall so lange genießen wie es nur ging. Die Person kraulte weiter ihren Nacken und irgendwann schlief sie erschöpft ein.

Als sie aufwachte weil das Licht eingeschaltet wurde, fühlte sie sich ungewohnt gut. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen als sie die Papierschüssel mit ihrer Ration Brei von der Aufseherin bekam. Der Geschmack der Schokolade stieg in ihrer Erinnerung hoch und sie stellte sich vor wie es wäre, wenn dieser Brei danach schmecken würde.

- - -

’Nur noch diese paar Bücher einräumen dann sieht das schon viel besser aus.’ dachte Mara und begann die letzten Stapel von den den Tischen zum Regal zu bringen und einzuräumen. Sie hatte versucht die Bücher so gut es ging thematisch zu sortieren. Dazu war sie gestern den halben Tag über in der Unibibliothek und hatte sich dort die Themenbereiche notiert nach denen dort sortiert wurde. Einige konnte sie gleich wieder verwerfen denn Bücher über so wissenschaftliche Themen wie Quantenphysik oder neurolinguistische Programmierung gab es im Antiquitätenladen nicht. Dafür jedoch gab es Bücher über verschiedene esoterische Themen wie Kartenlegen oder Astrologie. Doch auch solche Themenbereiche gab es in der Bibliothek der Uni, welche zum Glück nur wenige Minuten Fußweg von Julias Haus entfernt lag.

Da Sonntag war, befanden sich nur wenige Studenten in der Bibliothek und so nutzte Mara auch die Gelegenheit um ein wenig zu stöbern. Um so mehr wunderte sie sich, das eine junge Frau sie nach einigen Stunden ansprach. „Sie sehen nicht so aus als wollten Sie ein Buch ausleihen.“ sagte die Frau zu Mara die erschrocken zusammen zuckte, da sie sich gerade in einen der Kataloge der Bücherei vertieft war. Mara drehte sich herum und blickte in die strahlend blauen Augen der jungen Frau. Die blonden Haare hatte sie zu einem streng wirkenden Knoten zusammengebunden. Mara war ein wenig verwirrt denn sie war so in den Katalog vertieft, daß sie nicht einmal bemerkt hatte wie die Frau näher gekommen war.
„Nein, ich bin eigentlich hier weil ich die Bücher im Laden sortieren will.“ sagte sie, nachdem sie ihre Fassung wiedererlangt hatte.
„Ich verstehe. Also wollen Sie hier nur kiebitzen.“ sagte die Frau.
Mara nickte wortlos und fürchtete bereits daß die Frau sie hinauswerfen würde. Doch diese lachte und sagte „Das kommt öfter vor als Sie denken. Wenn Sie möchten, kann ich ihnen ja eine Liste mit allen Themengebieten geben. Wir haben zwar bei weitem nicht alle hier aber die vereinheitlichte Liste mit allen Erklärungen braucht man doch gelegentlich mal.“
„Gerne, vielen Dank.“ sagte Mara schüchtern.
„Kein Problem, Übrigens, ich bin Astrid.“
„Hallo, ich bin Mara.“
„Freut mich, dich kennen zu lernen. Komm, wir gehen ins Büro, da hab ich die Liste.“
Astrid begann damit, Mara die Vor- und Nachteile der verschiedenen Sortierungen zu erklären. Sie erklärte, das es vor Erfindung des Buchdrucks üblich war, die handgeschriebenen Bücher nach Größen zu sortieren, was es natürlich nur für Eingeweihte überhaupt möglich machte, ein bestimmtes Buch halbwegs schnell zu finden. Später wurden Bücher dann alphabetisch nach Titel sortiert und erst später kam eine Sortierung nach Kategorien und Genres auf, die im Laufe der Zeit vereinheitlicht wurden. „Die Gutenbergbibel ist so wahrscheinlich ziemlich oft im Regal hin und her gewandert. Erst stand sie ziemlich weit links weil sie so groß war und heute steht sie in der Kategorie ’Fiktion’.“ erklärte sie lachend als sie das Büro erreichten. Astrid holte ein dickes Buch aus einem Regal und gab es Mara.
„Das ist die Liste?“ fragte diese erstaunt über das recht große und dicke Buch.
„Ja. Da stehen zu allen Themenbereichen, Kategorien und Genres ausführliche Erklärungen. Aber keine Angst,“ sie schlug zielstrebig eine Seite auf „hier ist die eigentliche Liste. Die Erklärungen brauchst du wahrscheinlich nur, wenn du ein Buch nicht einordnen kannst.“
Mara nickte verstehend.
„Warte, ich mach uns mal einen Kaffee. Ich interessiere mich sehr für alte Bücher. Das Meiste was je geschrieben wurde ist ja mittlerweile digitalisiert und niemand braucht mehr Papier in die Hand zu nehmen. Aber ein Buch in der Hand zu halten ist, finde ich, viel schöner als es auf einem Pad zu lesen.“ sie machte einen recht verträumten Eindruck bei diesen Worten.

Während Astrid den Kaffee kochte schaute Mara sich die Liste genauer an.
„Was mache ich denn, wenn ich ein Buch habe, das ich nicht lesen kann? Ich habe einige bei denen ich nicht mal die Schrift kenne.“ fragte Mara als Astrid ihr den Kaffee hingestellt hatte und sich zu ihr setzte.
„Was ist es denn für eine Schrift?“ fragte Astrid interessiert.
„Ich weiß nicht. Sie sieht komisch aus. Zum Teil ganz normale Buchstaben aber auch ganz komische Zeichen.“
„Kannst du mal ein Beispiel aufschreiben?“ Astrid schien sehr interessiert und gab Mara einen Zettel und einen Stift.
„Ich kann mich nur noch an dieses eine Wort erinnern.“ sagte Mara und schrieb auf : ’Εyένη’
Astrid schaute eine Weile auf die Buchstaben. „Bist du sicher, daß der zweite Buchstabe richtig ist?“ fragte sie „Wenn das kein gamma sondern ein lambda wäre, würde es sogar einen Sinn ergeben.“
Mara schaute sie fragend an. „Ich weiß nicht, aber es kann sein, daß es etwas anders aussah.“
Astrid schrieb das Wort noch einmal auf : ’Ελένη’ und Mara schaute es sich an. „Ja, ich glaube, so könnte das sein.“
Astrid lachte. „Das ist Griechisch. Was da steht heißt buchstabengetreu Eleni. Es könnte entweder Ellen heißen oder eher Helénē , vielleicht auch Helena oder Helen.“
„Woher weißt du sowas?“ fragte Mara erstaunt.
„Ich habe alte Sprachen studiert.“ erklärte Astrid. „Ist das der Titel von einem Buch?“ fragte sie interessiert.
„Nein, das steht unter einem Bild. Ganz hinten auf den letzten Seiten.“
„Ich verstehe. Was ist das denn für ein Buch?“ irgend etwas schien Astrids Aufmerksamkeit zu erregen.
„Ich glaube, das Format nennt man Foliant. Es ist ziemlich dick und mit Leder eingeschlagen. Es sieht ziemlich alt aus.“ Mara meinte ein Funkeln in Astrids Augen zu erkennen.
„Das würde ich mir gerne mal ansehen, wenn ich darf. Wo sagtest du, ist dein Laden?“ fragte sie.
„Oh, das ist nicht mein Laden. Er gehört meiner Herrin. Ich bin nur gerade dabei die Bücher zu sortieren weil sie alle vollkommen ungeordnet in den Regalen stehen.“ Mara erklärte Astrid, wo der Laden war.

Sie tranken den Kaffee aus und dann musste Astrid wieder an die Arbeit gehen. Sie trug das Buch welches sie Mara gegeben hatte noch auf einem Pad ein und scannte ihren ID-Chip. Dann verließen sie das Büro und Mara ging zurück nach Hause.

- - -

Die Hälfte der Bücher war eingeräumt und nach der Liste die sie von Astrid bekommen hatte sortiert. Mara hatte sich dazu entschlossen, die Bücher nach den Kategorien zu sortieren und entsprechende Schilder aus dickem Papier angefertigt die sie mit Reißzwecken an die Regale heftete. Sie räumte gerade einen Stapel Bücher ein als sie draußen ein Auto hörte. Ein blick auf die Uhr ließ sie erstarren. Es war bereits nach 18 Uhr und eigentlich sollte jetzt schon das Essen auf dem Tisch stehen. Sie schaute nach draußen und erkannte daß Julias Auto auf der Straße stand. In diesem Moment hörte sie auch schon die Haustür und kurz darauf die Schritte ihrer Herrin auf der Treppe.

Mara erbleichte als sie ihren Namen hörte der laut ins Treppenhaus gerufen wurde. Sie schloss den Laden ab und ging mit zitternden knien in den Flur. Als sie die Treppe hinauf ging stand ihre Herrin mit in die Hüften gestemmten Händen und ziemlich wütendem Blick auf dem Absatz.
„Kannst du mir mal sagen, was mit dem Essen ist? Warum ist das noch nicht fertig?“ schrie sie Mara an. „Ich habe den ganzen Tag über kaum was gegessen und habe Hunger. Ich habe dir extra gesagt, das ich gegen 18 Uhr zurück bin und dann auf jeden Fall etwas essen will.“
Mara schaute sie entsetzt an. So wütend hatte sie Julia noch nie gesehen. „Ent… Entschuldigung Herrin. Ich… ich… ich habe die Zeit vergessen weil ich die Bücher eingeräumt habe.“ sagte sie leise und mit gesenktem Blick.
„Stotter hier nicht so rum. Wenn du einen Fehler gemacht hast, steh gefälligst dazu.“ schrie Julia mit hochrotem Kopf. „Von irgend welchen Entschuldigungen werde ich auch nicht satt.“
Mara schaute mit Tränen in den Augen zu ihr hoch. „Es tut mir leid Herrin.“
„Ach hör auf dich dauernd zu entschuldigen. Besorg uns lieber was zu essen.“ Julias schien sich langsam zu beruhigen. „Geh in den Imbiss an der Ecke. Ich nehme ein großes Schnitzel mit Rahmsauce und Bratkartoffeln und dazu einen gemischten Salat. Was du willst, musst du selber wissen. Und jetzt steh hier nicht so rum sondern beeil dich lieber.“
Mara knickste, drehte sich auf dem Absatz herum und lief knapp 200 Meter bis zu dem Imbiss. Sie bestellte Julias Schnitzel und für sich selbst einen großen Salat und die Bratkartoffeln die hier wirklich sehr gut schmeckten. Nach einer viertel Stunde war sie wieder zurück.

In der Küche nahm sie das Essen von den Plastiktellern und legte es so ordentlich es ging auf richtige Teller. Sie nahm Besteck und Gläser die sie ins Wohnzimmer an den Esstisch brachte und stellte mit zitternden Händen den Teller vor Julia, die die Ellenbogen auf den Tisch gestützt und das Gesicht in die Hände gelegt hatte. Dann stellte sie sich neben Julia und knickste „Bitte sehr Herrin.“ sagte sie leise und mit belegter Stimme.
„Setz dich Mara.“ sagte Julia leise. Sie richtete sich auf und wischte sich mit den Händen übers Gesicht. Sie begann zu essen und gab Mara ein Zeichen ebenfalls anzufangen.
Das Essen verlief ungewöhnlich schweigsam und Mara war deutlich anzumerken daß sie angst hatte. Sie stocherte mehr in ihrem Essen herum als das sie es aß. Selbst die Bratkartoffeln die sie sonst so gerne aß schmeckten ihr im Moment nicht.

„Es tut mir leid, das ich dich vorhin so angeschrien hatte.“ sagte Julia nachdem sie endlich fertig gegessen hatte. „Ich hatte heute einen wirklich schlimmen Tag und bin einfach nur fertig. Dauernd haben die mich warten lassen und das für Untersuchungen die immer nur ein paar Minuten gedauert haben. Und dann kamen auch noch laufend irgend welche Notfälle rein die sie vorgezogen hatten. Und das alles auf leeren Magen und ich durfte nicht mal was essen. Dreimal haben die mir Blut abgenommen.“
„Sie waren im Krankenhaus?“ fragte Mara mit belegter Stimme und schaute Julia groß an.
„Komm du mal in mein Alter, dann geht dir das auch nicht besser. Wenn man alle Vorsorgeuntersuchungen zusammenlegt, braucht man wenigstens nur einmal im Jahr sowas mitzumachen.“ gab Julia zur Antwort.
Mara nickte nur wortlos, worauf hin Julia sich vorbeugte und Mara über die Wange streichelte. „Ich wollte dich wirklich nicht so erschrecken, aber ich war wirklich ziemlich sauer. Ich hatte dich deswegen heute Morgen extra gebeten das Essen für 18 Uhr fertig zu machen.
„Entschuldigung Herrin, es tut mir leid.“ sagte Mara. Es stimmte, Julia hatte ihr heute Morgen nicht nur einmal eingeschärft das Essen für 18 Uhr fertig zu machen und sogar noch einmal gesagt, daß das heute wirklich wichtig war, bevor sie weg gefahren war. Sie schluckte bevor sie weiter sprach Ihr war klar, daß sie einen großen Fehler begangen hatte. „Das hätte nicht passieren dürfen.“
Julia sah auf und schaute ihr in die Augen. Mara versuchte dem Blick auszuweichen und senkte den Blick so das sie auf ihren leeren Teller schaute.
„Auch wenn es mir bei dir nicht leicht fällt.“ sagte Julia leise und mehr zu sich selbst. Dann hob sie die Stimme „Geh bitte in den Keller. Ich komme gleich nach.“

Mara stand auf, knickste wortlos und ging langsam die Treppe hinab. Im Keller ging sie in den Raum den Julia als ihr Spielzimmer bezeichnete. Sie war bisher nur zweimal hier gewesen um zu putzen und Staub zu wischen. Dieser Raum mit seinen verschiedensten Möglichkeiten jemanden zu fesseln und den vielen Schlaginstrumenten die an den Wänden hingen bereitete ihr großes Unbehagen, gerade jetzt wo sie ahnte, was ihr blühte. Sie öffnete mit zitternden Händen die Tür und stellte sich in die Mitte des Raumes, drehte sich zur Tür, kreuzte die Hände im Nacken und wartete.

Julia wartete bis die Tür hinter Mara ins Schloss fiel und legte das Gesicht in die Hände. Sie atmete tief ein und aus und schloss die Augen während sie langsam von 100 an rückwärts zählte. Dann stand sie langsam auf und ging in den Keller. Bevor sie die Tür zum Spielzimmer öffnete, straffte sie sich und atmete noch einmal tief durch.

Mara stand in der Mitte des Zimmers und wartete auf sie. Sie ging zum um sie herum zu dem Strafbock der im hinteren Teil des Raumes stand und brachte die Platte auf der der Oberkörper zu liegen kam in die Waagerechte und schob die beiden Beinstützen zusammen. So fixierte sie alles und rief Mara zu sich. Diese kam mit zögernden Schritten auf sie zu.
„Zieh dich bitte aus und knie dich dann hier her.“ Julia musste sich sehr bemühen, ihre Stimme fest und energisch klingen zu lassen. Sie beobachtete Mara wie sie die Bluse, den Rock und zum Schluss die Unterwäsche ablegte und übertrieben sorgfältig auf die Querstange des Fesselgestells legte. Zwar war Julia klar, das Mara zeit Schinden wollte, doch sagte sie nichts und blieb geduldig stehen bis Mara nackt vor ihr stand. Sie deutete auf den Strafbock und Mara kniete sich auf die Beinstützen. Langsam beugte sie sich vor bis ihr Oberkörper auf der mit weichem Schaumstoff und Leder bespannten Platte lag. Julia bewunderte Mara insgeheim dafür wie gefasst sie schien als sie sich auf den Bock legte.

Sie überlegte kurz ob sie Mara mit zählen lassen sollte doch entschied sich dagegen. Sie wollte es ihr nicht noch schwerer machen, immerhin war dies das erste Mal, daß sowas überhaupt nötig war. Mara drehte den Kopf zur Seite und legte ihn auf das Leder der Platte. Nach kurzem überlegen entschied Julia sich dagegen Mara zu fesseln, statt dessen nahm sie ihre Hände und führte sie zu den eisernen Griffen welche sich an den mittleren Stützen befanden. Dann holte sie eine fingerdicke Rolle aus Gummi und hielt sie Mara vor den Mund. Mara öffnete den Mund und nahm die Rolle zwischen die Zähne. Dann wollte sie den Kopf zur Wand drehen doch Julia wollte ihr dabei ins Gesicht sehen, also fasste sie sie sanft aber nachdrücklich am Kopf und drehte ihn zurück in die andere Richtung.

Nun ging Julia zum Schrank und suchte nach einem bestimmten Teil. Sie fand es in einer Schublade und rollte den breiten Riemen, den sie sich extra hatte anfertigen lassen aus. Er war etwas länger als einen Meter und hatte die Breite einer Hand. Er besaß keine Schnallen und bestand nur aus weichem Leder und Polstermaterial. Als sie sich umdrehte fiel ihr Blick auf Maras Kleider. Sie wollte nicht, daß sie diese wieder anziehen musste, aber sie auch nicht nackt durchs Haus laufen lassen, also holte sie noch schnell ein großes Handtuch aus einem anderen Schrank welches sie auf dem Tisch zurecht legte. Nun stellte sie sich neben Mara und warf ihr einen fragenden Blick zu den diesen mit einem leichten Nickten beantwortete und dann die Augen fest zusammen kniff.

Julia hatte lange geübt um diesen Riemen so zu halten das er gerade und flach auftraf. Ohne weiter abzuwarten holte sie aus und schlug, zuerst nicht all zu fest, auf Maras Rücken, knapp unterhalb der Schulterblätter. Diese zuckte zusammen und kniff die Augen noch fester zusammen. Ein leises Stöhnen war von ihr zu hören.

Mara lag angespannt auf dem Bock und erwartete den nächsten Schlag. Langsam spürte sie wie sich ihre Gedanken auflösten und ein wohliges Gefühl durchflutete sie. Sie spürte die nächsten Schläge wie durch Watte gedämpft und ihre Anspannung wich einer tiefen, inneren Ruhe. Sie entspannte sich und ihre Angst löste sich auf und zerfaserte wie Nebel unter der Sonne. Ihr wurde warm und sie hörte auf zu denken, sie spürte nur noch diese Wärme.

Nach dem fünften Schlag, sie hatte bei jedem Male ein wenig fester geschlagen, bemerkte Julia eine Veränderung bei Mara. Die Anspannung die sie eben noch gezeigt hatte war gewichen und es schien ihr als sei Mara nun sehr entspannt. Maras Augen waren nun ebenfalls nicht mehr ängstlich zusammengekniffen sondern sogar leicht geöffnet und ihr Gesicht machte, genau wie der Rest ihres Körpers, einen sehr entspannten Eindruck. Julia schaute einen Moment in Maras Gesicht als ihr klar wurde, was hier vor sich ging.
Der nächste Schlag war scheinbar zu lange ausgeblieben und sie sah, das Mara die Augen langsam öffnete. Dabei bemerkte sie einen verklärten Blick der in weite Ferne zu schweifen schien. Sofort setzte sie zum nächsten Schlag an der Mara eine leises Keuchen entlockte. Sie schlug weiter und wollte nach dem zehnten Schlag aufhören. Sie fand, daß das mehr als genug war doch offenbar war Mara in eine andere, ganz eigene Welt abgedriftet und ihre Augen waren glasig.

Mara fühlte sich leicht und frei, fast so als ob sie schweben würde. Sie spürte wie das Leder ihren Rücken sanft streichelte und jede dieser Berührungen brachte sie weiter weg von dem was sie umgab. Sie spürte das Leder auf dem sie lag schon eine ganze Weile nicht mehr sondern nur noch das Streicheln des Riemens auf ihrem Rücken. Und noch etwas spürte sie. Mit jeder Berührung auf ihrem Rücken floss eine sanfte Welle der Erregung durch ihren ganzen Körper. Diese bisher ungekannte Erregung staute sich um sie herum auf, war so dicht, daß sie sie beinahe greifen konnte doch zu weit entfernt als das sie sie erreichen konnte.

Julia änderte ihr Konzept als sie Sah wie Mara auf die Schläge mit dem weichen Lederriemen reagierte. Sie schlug nun nur noch sehr locker zu und verlangsamte den Rhythmus ein wenig. Jedes fünfte Mal schlug sie ein wenig fester zu, was Mara jedes Mal ein leises Stöhnen entlockte. Innerlich grinsend machte Julia weiter. Mittlerweile war sie bei dreißig Schlägen angekommen und machte sich langsam Sorgen, doch Maras stöhnen wurde immer intensiver und fordernder, also machte sie trotz ihrer leichten Bedenken weiter. Nach fünf weiteren Schlägen war sich Julia klar, daß sie das hier langsam zu einem Ende bringen musste. Zwar zeigte Maras Haut nur eine starke Rötung aber sie hatte keine Ahnung, wie oft diese sowas schon erfahren hatte. Sie setzte den nächsten Schlag nun ein wenig fester an und steigerte die eingesetzte Kraft mit jedem weiteren Schlag ein wenig.

Die Welle baute sich immer weiter um sie herum auf, es kam ihr vor als würde sie in einem tiefen Tal liegen und diese glitzernde welle um sie herum türmte sich immer höher auf. Langsam kroch die Welle immer dichter auf sie zu, schlug über ihr zusammen und senkte sich dann auf sie herab, nahm sie in sich auf und drang in sie ein, riss das letzte Stück ihrer selbst weit von ihr weg und ließ sie mit ihrer Lust und ihrer Erregung alleine in ihrem Körper zurück, die sie übermannten und auch noch den letzten Gedankenrest fort trugen.

Mara reagierte wie Julia es erwartet hatte und stöhnte und keuchte immer lauter. Beim vierzigsten Schlag war es endlich soweit das sie mit einem lauten, anhaltenden Stöhnen und verdrehten Augen ganz deutlich erkennbar einen Höhepunkt hatte. Julia schlug noch zwei mal fest zu, was Mara zu einem weiteren Höhepunkt trieb und ließ das Leder danach ein paar Mal nur noch ganz leicht auf ihren Rücken klatschen.

Wieder strömte die Welle auf sie ein, schneller und mächtiger als die Erste, riss sie mit sich und raubte ihr alle Sinne. Sie bestand nur noch aus ihrer eigenen Lust und ihrer Erregung die sich in ihr ausbreiteten und sie übermannten bis ihr schwarz vor Augen wurde und ihre Sinne sie mit sich alleine ließen.
Nur langsam kamen ihre Gedanken zurück. Die glitzernde Welle verebbte und brachte sie langsam zurück, ließ sie auf dem nun nicht mehr kalten Leder liegen. Ihre Sinne kehrten zurück, einer nach dem Anderen. Sie spürte das Leder unter sich, die Wärme die von diesem ausging. Sie nahm dessen Geruch in sich auf, hörte das leise Ticken der Uhr an der Wand, das leise Knistern des Leders unter sich. Sie sah verschwommene Umrisse des Raumes, spürte einen leichten Lufthauch auf ihrem Rücken. Sie spürte wie die feinen Härchen auf ihren Armen sich aufrichteten. Sie schmeckte das Gummi in ihrem Mund und spürte wie etwas an ihrem Kinn entlang lief.

Julia legte den Riemen bei Seite und zog sich einen Hocker heran. Sie setzte sich neben Mara und beobachtete sie ganz genau. Es dauerte eine ganze Weile bis sie endlich die Augen öffnete und blinzelte. Doch anstatt etwas zu sagen beobachtete Julia sie einfach weiter und wartete. Dann nahm sie ein Tuch aus der Tasche und wischte Mara sanft den Speichel ab der aus ihrem Mundwinkel lief. Sie fasste die Gummirolle und nahm sie ihr aus dem Mund. Dabei schaute sie in Maras Augen die ein zufriedenes Leuchten ausstrahlten.

„Na, wieder da?“ fragte Julia leise. Mara wollte sich aufrichten doch Julia hielt sie an der Schulter und sagte „Bleib noch etwas liegen. Ich hole dir ein Glas Wasser.“ Sie stand auf, ging zum Schrank in dem immer eine Flasche Wasser stand und schenkte etwas davon in ein Glas welches sie Mara vorsichtig an die Lippen setzte. Diese trank ein wenig davon wobei das Meiste jedoch daneben ging. Mit dem Tuch wischte Julia das daneben geflossene Wasser weg.
„Wie geht’s dir?“ fragte sie.
Mara sah sie lächelnd an „Gut Herrin.“ sagte sie leise.
„Das dachte ich mir.“ meinte Julia „Also eine Strafe war das wohl nicht.“ Sie holte eine Sprühflasche und begann Maras Rücken einzusprühen. „Das ist gut für die Haut.“
„Danke Herrin.“ sagte Mara noch immer sehr leise. Langsam richtete sie sich auf und setzte sich.
Julia holte das Handtuch und legte es ihr vorsichtig um die Schultern. Dann half sie Mara aufzustehen und führte sie langsam nach oben.

Sie setzte sie auf die Couch im Wohnzimmer, legte ihr eine Decke über und setzte sich neben sie. Mit einem leichten Grinsen musterte sie Mara. „Sag mal, war daß das erste Mal?“
Mara schüttelte den Kopf und begann von der Schule zu erzählen wo sie wegen einiger Bilder die sie zusammen mit zwei Mitschülerinnen heruntergeworfen hatte bestraft worden war und etwas ähnliches erlebt hatte. Langsam kehrte sie komplett in die reale Welt zurück und schaute Julia fragend an. „Was war das?“ fragte sie.
„Du bist geflogen.“ begann Julia zu erklären.

Bis in den späten Abend hinein unterhielte sich die Beiden und Julia versuchte Mara so gut es ging zu erklären, was passiert war und das sie sich davor nicht zu fürchten brauchte. Sie erkannte, das Mara eine gewisse Angst davor hatte, was in ihr vorging und versuchte ihr diese zu nehmen. Irgend wann fielen Mara die Augen zu und Julia legte sie auf die Couch, deckte sie zu und ging selbst ins Bett.

- - -

Am Freitag vor dem Fest, kurz nach dem Mittagessen, rief Andrea Rebecca zu sich in den Salon.
„Ich habe hier etwas für dich.“ sie zeigte auf eine Pappschachtel, etwa doppelt so groß wie ein Schuhkarton.
„Vielen Dank Herrin, was ist es denn?“
„Mach doch auf, dann siehst du es.“ sagte Andrea schmunzelnd.
Rebecca knickste, kam zum Tisch und öffnete die Schachtel. Sie faltete das Seidenpapier zur Seite und fand eine königsblaue Tunika. Diese war mit weißen Stickereien reich verziert. Staunend betrachtete sie den schönen Stoff.
„Probier sie bitte einmal an.“ sagte Andrea.
Dies ließ sich Rebecca nicht zwei mal sagen, entkleidete sich und zog diese Tunika an. Sie besaß vorne eine breite, doppelte Reihe weißer Knöpfe die vom Hals bis zur Hüfte reichte. Die untere Hälfte war weit geschnitten wie ein Abendkleid. Der Kragen lag eng an ihrem Hals und besaß eine weiße, breite Ziernaht. Die Ärmel waren bis zu den Ellenbogen eng geschnitten und weiteten sich von da ab bis zu den Handgelenken so das die Spitzen fast bis zu den Knien reichten. Schmale Bänder, welche an den Handgelenken befestigt wurden, hielten die Ärmel am Platz. Ein ebenfalls reich bestickter Gürtel vervollständigte die Tunika.
„Vielen Dank Herrin, aber wo für denn?“ fragte Rebecca erstaunt.
„Morgen ist doch Winternacht. Und da sollst du doch nicht in einer einfachen Tunika herum laufen. Gefällt sie dir?“
„Vielen Dank Herrin, sie ist herrlich.“ Sie schaute an sich herab und strich über den weichen Stoff der sich an ihre Haut schmiegte.
„Es freut mich, das sie dir gefällt. Aber nun zieh sie wieder aus. Sie ist für deine Arbeit hier etwas unpraktisch und außerdem soll sie ja nicht schmutzig werden.“
„Ja Herrin.“ Rebecca knickste lächelnd, nahm den Gürtel ab und öffnete bedächtig die beiden Knopfreihen. Sie legte die Tunika sorgfältig zurück in die Schachtel und schloss diese wieder. Dann zog sie die andere Tunika wieder an.
„Bring sie nach oben und komm dann bitte ins Büro, ich habe etwas zu Schreiben.“ Obwohl es viel länger dauerte als jemandem Nachrichten zu schicken bevorzugte Andrea Briefe auf Papier. Diese schrieb sie auf einem Pad und Rebecca schrieb sie sauber in ihrer klaren und deutlichen Handschrift auf Papier. Dann unterschrieb Andrea und Rebecca faltete sie, steckte sie in Umschläge und verschickte sie.

Nach dem Abendessen, nachdem Rebecca den Tisch abgeräumt hatte, sagte Andrea „An deinen Gürtel scheinst du dich ja bereits sehr gut gewöhnt zu haben.“
Rebecca war ein wenig verwirrt über diese Aussage und drehte sich zu ihr. „Ja Herrin, ich merke ihn kaum noch, aber es ist immer noch sehr unangenehm, dauernd so erregt zu sein und nichts dagegen tun zu können.“
„So unangenehm scheint es dir ja nicht zu sein.“ Andrea schmunzelte als sie das sagte.
„Wie meinen Sie das Herrin?“
„Wenn es dir wirklich so unangenehm wäre, wäre dir aufgefallen, das seit gut einer Woche jeden Abend das grüne Licht an dem Kasten leuchtet in dem sich der Schlüssel befindet.“ Andrea lachte als sie Rebeccas erstaunten Blick sah. „Räum noch die Küche auf und geh dann auf dein Zimmer. Ich wünsche dir eine gute Nacht.“ sie zwinkerte Rebecca zu.
„Vielen Dank Herrin, ich wünsche Ihnen auch eine gute Nacht.“ Rebecca knickste und ging in die Küche. Es dauerte nicht lange dann war diese wieder ordentlich aufgeräumt. Das Geschirr würde sie morgen früh aus der Maschine nehmen und einräumen. Sie tippte noch die Bestellung für morgen in ein Pad. Sie hatte sich angewöhnt, alle Bestellungen zusammen mit frischen Brötchen für den nächsten Morgen zu ordern, so daß alles zum Frühstück da war. Als sie fertig war ging sie auf ihr Zimmer.

Dort angekommen zog sie sich aus, ging ins Bad und duschte sich ausgiebig. Dann setzte sie sich im Bademantel auf ihre Couch und suchte einen Film aus den sie sich ansehen wollte. Wie jeden Abend in der letzten Zeit begann sie sich zu streicheln, fuhr mit den Händen über ihre Brüste und zwirbelte ihre Knospen. Dabei stöhnte sie leise auf, fuhr mit den Fingern über ihren Bauch nach unten und wurde von dem kalten Stahl des Gürtels daran gehindert sich Befriedigung zu verschaffen. Ihre Erregung war heute stärker als die Tage zuvor. Sie stand auf, ging in ihr Schlafzimmer und tatsächlich leuchtete dort an dem Schlüsselkasten das grüne Licht. Zögernd öffnete sie den Kasten und nahm den Schlüssel heraus. Mit diesem ging sie zurück ins Wohnzimmer. Sie öffnete den Gürtel und legte ihn ab.
Es war ein ungewohntes Gefühl ohne den Gürtel auf der Couch zu sitzen, sonst nahm sie ihn ja nur ab, wenn sie morgens duschte und das war nur für zehn Minuten.
Wieder begann sie sich zu streicheln und stellte fest, das es zwischen ihren Beinen feucht wurde. Sie rieb sich über die Schamlippen und kostete dieses Gefühl aus, welches ihr nun schon so lange vorenthalten war. Langsam ließ sie ihren Finger zwischen die Schamlippen gleiten und streichelte sich weiter. Mit der anderen Hand streichelte sie abwechselnd ihre Brüste. Es dauerte nicht lange und sie kam laut stöhnend in einem heftigen Höhepunkt, der ihr die Sinne raubte. Sie schrie ihre Lust heraus und rollte den Kopf von einer Seite zur Anderen. Doch sie hörte nicht auf sondern streichelte sich weiter und stöhnte laut auf als ein weiterer Höhepunkt sie überrollte den sie laut heraus stöhnte. Erschöpft aber glücklich und entspannt blieb sie noch eine weile mit geschlossenen Augen liegen bis ihre Beine nicht mehr zitterten.

Dann setzte sie sich wieder auf die Couch und schaute sich den Film weiter an von dem sie die erste Hälfte kaum mitbekommen hatte. Doch sie musste feststellen, daß ihr etwas fehlte. Sie war über sich selbst erstaunt als sie feststellte, daß es der Gürtel war. Sie hätte ihn sicher die Nacht über nicht anlegen brauchen doch es war tatsächlich so, daß sie das Metall auf ihrer Haut vermisste. Sie legte den Gürtel wieder an, verschloss ihn und legte den Schlüssel zurück in den Kasten. Das grüne Licht erlosch und sie fragte sich, wann es das nächste mal wieder leuchten würde.

Erst jetzt wurde ihr bewusst, das Herrin Andrea vermutlich mit bekommen hatte, das sie den Schlüssel genommen hatte. Bei dem Gedanken daran das diese genau wusste, was sie gerade getan hatte spürte sie wie ihr das Blut ins Gesicht schoss. Sie sah sich den Film zu Ende an und legte sich dann ins Bett wo sie schnell einschlief.

- - -

Am Samstag Morgen wachte Vivian früher als sonst auf, weil irgend etwas ungewöhnlich war. Es dauerte ein paar Sekunden bis sie bemerkte das sie alleine im Bett lag. Sie schaute auf ihr Comm und sah, das sie noch eine halbe Stunde Zeit bis zum Aufstehen hatte. Doch sie wurde unruhig und konnte nicht mehr schlafen. Also stand sie auf und verließ das Schlafzimmer. Aus der Küche hörte sie Veras Stimme. Auch eine andere Stimme konnte sie hören, es war die Stimme der fremden Frau welche sie schon mehrmals gehört hatte. Die Beiden unterhielten sich fröhlich und sie hörte, das an Veras Stimme etwas anders war, konnte sich allerdings nicht erklären, was das war. Sie wollte nicht lauschen doch sie hörte das die fremde Frau ihre Herrin immer wieder „Süße“ nannte. Leise ging sie zurück ins Schlafzimmer und von dort ins Nebenzimmer wo sie sich auf das Ergometer setzte und begann sich wie eine Wilde ab zu strampeln. Ein seltsames Gefühl machte sich in ihrer Brust breit und einige Tränen liefen ihre Wangen hinab. Als sie hörte wie die Schlafzimmertür geöffnet wurde wischte sie schnell ihre Tränen ab und trat in ihrem gewohnten Tempo weiter.
„Du bist schon wach?“ fragte Vera sie als sie sie auf dem Ergometer strampeln sah.
„Guten Morgen Herrin.“ gestikulierte Vivian ohne mit dem Treten aufzuhören, dann schaute sie wieder nach vorne und Biss die Zähne zusammen. Nachdem sie ihre Zeit abgestrampelt hatte ging sie ins Schlafzimmer wo Vera bereits auf sie wartete. Sie nahm Vivian in die Arme und gab ihr einen langen Kuss. „Ich habe etwas für dich mein Schatz.“ sagte sie und zeigte aufs Bett. Dort lag eine herrliche Tunika. Sie war lang und schwarz, vorne rot abgesetzt und hatte weite Trompetenärmel. Der Gürtel war auf einer Seite schwarz und auf der anderen rot. Außerdem hatte sie einen breiten Kragen der fast bis zu den Schultern reichte.
„Für mich Herrin?“ fragte Vivian.
„Na, für wen denn sonst? Geh dich duschen und dann ziehst du sie mal an. Ich will doch sehen wie meine Liebste darin aus sieht.“ sie stellte sich hinter Vivian, legte die Arme um sie und küsste ihren Nacken. Vivian schloss die Augen und genoss die Berührungen. Langsam beruhigte sie sich wieder.
„Du sollst doch heute die Schönste sein auf dem Fest.“ flüsterte Vera ihr ins Ohr. Vivian hielt ihre Hände fest und lehnte ihren Kopf an Veras.
„So mein Schatz, jetzt ab unter die Dusche.“ Vera gab Vivian einen leichten Klaps auf den nackten Po als diese ins Bad ging.

- - -

Rebecca war noch ein wenig aufgewühlt von gestern Abend. Sie stellte fest, daß die Erlösung nach so langer Zeit in diesem Gürtel sehr schön war und die Wirkung dessen was sie gestern Abend getan hatte noch immer anhielt.

Nachdem sie einige Briefe für Andrea geschrieben hatte machte sie einige Brote zu Mittag und brachte sie ihrer Herrin ins Büro.
„Leg mir bitte das silberne Kleid und passende Wäsche dazu heraus. Ich würde ja gerne auch die passenden Schuhe an ziehen aber ich glaube mit hohen Absätzen sollte ich besser nicht herum laufen. Ich bin sicher, du findest welche, die zu dem Kleid passen.“ sagte Andrea.
Rebecca knickste und ging nach oben um die Sachen heraus zu legen. Es dauerte nicht lange bis Andrea nach oben kam. Rebecca half ihr wie gewohnt beim Anziehen. „Jetzt geh nach oben und zieh dich um, wir wollen doch nicht zu spät kommen.“
„Ja Herrin“ sagte Rebecca, sie war ein wenig aufgeregt als sie sich umzog und ihre Haare kämmte. Sie war schon lange nicht mehr auf irgend einem Fest gewesen. Sorgfältig kämmte sie ihre Haare und prüfte mehrmals im Spiegel ihr Aussehen. Als sie zufrieden mit sich war ging sie in die Halle wo Andrea bereits auf sie wartete. Rebecca öffnete ihr die Tür. Auch die Tür des Elektrowagens hielt sie ihr auf, setzte sich ans Steuer und sie fuhren zum Zentrum. Dort angekommen gingen sie gleich in den großen Festsaal, in dem sich bereits einige Leute versammelt hatten. An der hinteren Wand stand eine große Bühne und in einem kleineren Nebenraum war ein großes Buffet aufgebaut. Auch einige Stehtische standen dort bereit. Alles war sehr liebevoll mit Blumen und bunten Bändern dekoriert und überall leuchteten kleine Lämpchen die alles in ein gemütliches Licht tauchten.

- - -

„Vivian, geh bitte noch mal nach oben und hol mir meinen blauen Schal.“ sagte Vera als sie bereits im Foyer waren. Vivian knickste und lief noch einmal nach oben. Es dauerte eine Weile bis sie den Schal fand. Sie nahm ihn und lief wieder nach unten. Vor dem Haus stand ein Kleinwagen und ihre Herrin unterhielt sich mit der fremden Frau, die sie schon einmal gesehen hatte. Sie gab der Frau einen Blumenstrauß, umarmte sie lange und gab ihr einen Kuss. Dann setzte sich die Frau in den Kleinwagen und fuhr fort.

Vivian starrte entsetzt zu ihrer Herrin, und spürte heiße Tränen ihre Wangen hinab laufen. Ohne nach zu denken rannte sie los, warf den Schal auf den Boden und lief so schnell sie konnte die Straße entlang. Sie achtete nicht darauf, das Vera hinter ihr her rief sondern lief einfach weiter. Nachdem die Straße eine Biegung machte bog sie auf die Ringstraße ab und rannte zum nächsten Tor. Als sie dort angekommen war hatte sie es geschafft die Lederbänder zu öffnen die ihr Comm an ihrem Arm hielten. Sie warf es auf den Boden als sie durch das offene Tor rannte. Die Wachen riefen ihr etwas hinter her doch sie lief einfach weiter.


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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:24.06.17 19:04 IP: gespeichert Moderator melden


Während Andrea sich lachend mit einer anderen Frau unterhielt und den schön geschmückten Saal lobte stand Rebecca neben ihr und schaute sich um. In einer kleinen Gruppe sah sie Trish, Larissa und Johanna, die ihr zuwinkten. Sie winkte zurück und schaute sich weiter um.

Plötzlich spürte sie wie jemand von hinten ihre Schultern fasste und sie schüttelte. Sie drehte sich um und sah Vera an die atemlos vor ihr stand. Ihr Makeup war durch ihre Tränen verlaufen und auch sonst machte sie einen schlimmen Eindruck denn sie zitterte am ganzen Körper und ihr Gesicht sah ein wenig eingefallen aus. „Vera, was ist denn los?“ fragte sie besorgt.
„Hast Du Vivian gesehen?“ fragte Vera atemlos.
„Nein, bisher noch nicht.“ entgegnete Rebecca. Sie sah wie aufgeregt Vera war und sie wusste sofort, daß irgendetwas nicht stimmte. „Was ist denn passiert?“ fragte sie.
Auch Andrea hatte nun gemerkt das etwas nicht stimmte und sich um gedreht. Sie fasste Vera an den Schultern, schüttelte sie und fragte energisch „Vera, was ist denn los?“
„Meine Schwester hat mir den Ring meiner Großmutter gezeigt und ich hab ihr den Strauß gegeben. Und dann ist Vivian runter gekommen und weg gelaufen. Und jetzt finde ich sie nirgendwo.“ sagte Vera wobei sie immer wieder von lautem Schluchzen unterbrochen wurde. Rebecca holte ein Glas Wasser und gab es Vera.
„Wo war sie denn zuletzt?“ fragte Andrea.
„Ich weiß es nicht. Sie ist nach Süden gelaufen, aber dann habe ich sie aus den Augen verloren.“ Vera bekam nun kaum noch Luft.
Andrea fuhr Vera mit der Hand über die Wange. „Beruhige dich erst mal.“ sagte sie. Dann tippte sie auf ihr Comm und sagte „Wo ist Vivian?“ Auf dem Comm erschien eine Karte des Geländes und ein Punkt markierte die Stelle wo Vivian sich auf hielt.
„Rebecca, sie ist an Tor zwei. Fahr da bitte hin und schau nach, was los ist.“
„Ja Herrin.“ sagte Rebecca, hob den Saum ihrer Tunika und ging so schnell sie konnte nach draußen. Vor dem Eingang standen mehrere Elektrowagen. Sie setzte sich in den erst besten hinein und fuhr zum Tor. Dort war Vivian jedoch nicht zu sehen. „Herrin Andrea,“ sagte sie in ihr Comm „Hier ist sie nicht.“
„Sie muss aber da sein. Das System hat sie doch genau da geortet.“
Rebecca sah sich um und fand auf der Straße ein Comm liegen. „Hier liegt nur ihr Comm.“ sagte sie und beendete das Gespräch. Dann ging sie zu den Wachen am Tor.
„Habt ihr Vivian gesehen?“ sie beschrieb sie so gut es ging.
„Hier ist vor einer halben Stunde ein Mädchen durch gekommen, sie ist da lang gerannt. Schwarze Tunika und sah ziemlich verheult aus.“ sagte eine der Wachen.
„Warum habt ihr sie nicht auf gehalten?“ schrie Rebecca sie an.
„Entschuldige mal, wir passen auf, das keiner rein kommt und nicht das niemand raus geht.“
Rebecca seufzte, setzte sich in den Wagen und fuhr durchs Tor in die Richtung die die Wache ihr gezeigt hatte.
Sie überlegte wie viel Vorsprung Vivian wohl haben konnte. Sie wusste, das Vivian ziemlich schnell und ausdauernd laufen konnte und schätzte ihren Vorsprung auf ungefähr vier bis fünf Kilometer. Also sollte sie sie mit dem Elektrowagen in ungefähr sechs bis sieben Minuten eingeholt haben.
Sie tippte auf ihr Comm „Herrin Andrea, Vivian hat ihr Comm weg geworfen und ist durchs Tor raus. Ich fahre ihr hinter her.“

- - -

’Sie hat eine Freundin’ diese Worte waren es, die Vivian die ganze Zeit durch den Kopf gingen. Nachdem sie an den Wachen vorbei gelaufen und außer deren Sichtweite war hatte sie sich auf einen Stein am Straßenrand gesetzt, den Kopf in die Hände gelegt und hemmungslos geweint.

Sie fragte sich, wie es nun weiter gehen sollte. Sie war sich sicher, das Vera sie demnächst wohl verkaufen würde. Wenn sie eine andere Freundin hatte, würde sie wohl nicht bei ihr bleiben dürfen. Außerdem wollte sie das auch garnicht. Sie wollte nicht mit ansehen müssen, wie ihre Herrin eine andere Frau küsste und mit ihr ins Bett ging. Nach einer Weile stand sie auf und ging mit zitternden knien einfach weiter ohne zu wissen, wo hin sie eigentlich gehen sollte.

Nach gut einem Kilometer kam sie an den Parkplatz. Sie kannte diesen Ort. Hier war sie zusammen mit Vera oft gewesen. Im Sommer waren sie von hier aus wandern gegangen. Sie bog von der Straße ab und ging über den Parkplatz zu dem Wanderweg. Diesen ging sie weinend entlang und kam nach hundert Metern zu der Brücke. Hier hatten sie im Sommer oft zusammen gestanden und hatten das Wasser beobachtet welches unten in der Schlucht über die großen Felsen floss. Langsam setzte sie sich mitten auf der Brücke vor das Geländer und ließ die Füße hindurch hängen, wie sie es jedes Mal getan hatte wenn sie mit Vera hier gewesen war.

Der Fluss war der selbe der auch durch das Gelände floss, hatte Vera damals erklärt. Es war der Selbe Fluss der auch durch den kleinen See floss an dessen Strand sie damals gelegen hatten. Die Erinnerung traf sie wie ein Messer in die Brust.

- - -

Sie hatten damals am Strand in der Sonne gelegen und sich gegenseitig mit Sonnencreme eingecremt. Vera hatte ihr dabei besonders gründlich das Gesicht eingecremt. Mit geschlossenen Augen hatte sie die Berührungen ihrer Herrin genossen als sie merkte daß ein Schatten auf ihr Gesicht fiel. Als sie die Augen geöffnet hatte, sah sie Veras Gesicht nur wenige Zentimeter vor ihrem eigenen. Diese näherte sich ihr ganz langsam. Als sich ihre Lippen an diesem Tag das erste mal trafen hatte sie vor Aufregung gezittert und nicht gewusst, was sie tun sollte.
Sie hatten sich an diesem Tag noch viele Male geküsst. Als sie dann eng umschlungen im Wasser standen und sich Veras Hand ihren Weg in ihren Bikini gebahnt hatte, hatte sie es einfach zugelassen und die Berührungen und die Gefühle die diese Berührungen bei ihr auslösten mit geschlossenen Augen genossen. Atemlos und mit zitternden Knien hatte sie eine ganze Weile in Veras Armen gelegen und sich im Wasser treiben lassen.

Nun brach ihr diese Erinnerung das Herz. Nie wieder würde sie Veras Lippen auf ihren eigenen spüren, nie wieder ihre Hände auf ihrem Körper fühlen. Sie hielt sich mit zitternden Händen an den Stäben des Geländers fest während ihre Beine in Richtung Wasser hingen. Den Kopf hatte sie an eine der Stangen gelehnt und folgte mit dem Blick ihren Tränen die in Richtung Fluss fielen bis sie so klein waren, das sie sie nicht mehr sehen konnte.

- - -

Rebecca fuhr so schnell es ging die Straße entlang. Selbst wenn Vivian die ganze Zeit über gelaufen wäre, hätte sie sie schon längst eingeholt haben müssen. Als die Straße auf die Landstraße mündete war sie sich sicher, daß Vivian es nicht geschafft haben konnte in dieser Zeit bis hier her zu laufen.
Sie tippte auf ihr Comm und sagte „Herrin Andrea“
„Hallo Rebecca, hast du sie gefunden?“ meldete diese sich.
„Nein, ich bin jetzt an der Einmündung zur Landstraße. Aber so weit kann sie garnicht gekommen sein. Aber ich habe vorhin einen Parkplatz gesehen. Da werde ich mal nachschauen.“
„In Ordnung. Ich habe Emylia Bescheid gesagt. Sie hat schon die halbe Wachmannschaft losgeschickt.“ Dann fügte sie ganz leise „Ich hoffe, daß ihr nichts passiert ist.“ hinzu.
„Das hoffe ich auch Herrin.“ sagte Rebecca. Sie wendete den Wagen und fuhr die Straße zurück bis zu dem Parkplatz. In der Ferne sah sie auf der Straße die Lichter mehrerer schwerer Wagen näher kommen. Das musste die Wachmannschaft sein. Doch auf diese wollte sie nicht warten. Also fuhr sie auf den Parkplatz und stieg aus. Sie sah sich um und sah einen Wanderweg der vom Parkplatz aus in Richtung Wald führte. Sie überlegte kurz ob sie nach Vivian rufen sollte. Doch das würde wohl kaum Sinn machen. Zum Einen hätte Vivian sowieso nicht antworten können und zum Anderen wusste Rebecca auch nicht, ob diese das überhaupt wollte.

Nach gut hundert Metern sah sie, das der Weg über eine lange Brücke führte. Mitten auf der Brücke sah sie eine Gestalt an deren Rand hocken. Sie ging näher und erkannte Vivians blonde Haare sofort wieder. Entsetzt ging sie auf sie zu bis sie erleichtert feststellte, daß sie vor dem Geländer saß und nicht herunter fallen konnte. Langsam ging sie auf Vivian zu die sie nicht zu bemerken schien und kniete sich neben sie.

Sie weinte Herzzerreißend, schaute sie an und deutete auf das Wasser welches weit unter ihnen durch die Schlucht floss. Sie wusste sofort, was sie ihr mit dieser Geste sagen wollte und faste sie fest an den Schultern. „Wenn du das machst, werde ich nie wieder ein Wort mit dir reden.“ sagte sie energisch. Erleichtert stellte sie fest daß diese Worte offenbar Wirkung zeigten. Vivian drehte sich zu ihr um und fiel ihr schluchzend in die Arme.

„Kannst du mir mal sagen, was eigentlich los ist?“ fragte sie so ruhig es ihr möglich war.
Vivian machte einige Gesten, doch diese waren zu schnell und zu undeutlich als das Rebecca sie hätte deuten können.
„Bitte Vivian, langsamer. Ich verstehe kein Wort.“
Vivian wiederholte ihre Gesten doch Rebecca verstand nur „Herrin“ und „andere Frau“ sowie „Blumen“.
„Sie hat einer anderen Frau Blumen gegeben?“ fragte sie, worauf hin Vivian nickte und ein weiterer Weinkrampf sie schüttelte.
„Komm, wir fahren zurück. Dann will ich wissen, was los ist.“
Vivian schüttelte energisch den Kopf und gestikulierte lange. Wieder verstand Rebecca nur die Hälfte aber sie konnte sich ungefähr zusammen reimen was sie ihr sagen wollte.
„Vera hat sich mit einer anderen Frau getroffen?“ Vivian nickte „Und sie hat sie umarmt?“ Wieder ein Nicken. „Und die Frau hat sie Süße genannt?“ Wieder nickte Vivian. „Und heute hat sie ihr Blumen gegeben und sie geküsst?“ Wieder ein nicken und ein weiterer Weinkrampf.
Rebecca tippte etwas in ihr Comm. Sie hatte nach dem was Vera und Vivian gesagt hatten eine ungefähre Ahnung, was passiert war.
Die Antwort, die kurze Zeit später auf ihrem Comm erschien bestätigte ihre Vermutung zum größten Teil.

„Du Dussel.“ sagte sie zu Vivian, die sie mit großen Augen an sah. „Die Frau ist Veras Schwester.“ Sie nahm Vivian in die Arme und streichelte ihr den Rücken. Langsam beruhigte Vivian sich und schaute sie mit großen Augen an. Nur langsam hörte sie auf zu weinen. „Ich sage schnell Bescheid und dann fahren wir wieder zurück. In Ordnung?“ daraufhin nickte Vivian nur.

Rebecca stand auf, fasste Vivian an den Händen und half ihr ebenfalls auf. Sie ließ Vivians Hand erst los, als diese im Wagen saß und angeschnallt war.

Rebecca ging ein paar Meter vom Wagen weg und tippte auf ihr Comm.
„Vera, wir kommen jetzt zurück. Ich hab ihr nur gesagt, das es deine Schwester war. Den Rest erzählst du ihr am Besten selbst. Und sei ihr bitte nicht böse.“
„Nein, das bin ich sicher nicht.“ Veras Stimme war schwach und leise. „Ich bin so froh, das ihr nichts passiert ist.“
„Das sind glaube ich alle. Bis gleich.“ Rebecca ging zurück zum Wagen, setzte sich ans Steuer und fuhr zurück. Während der Fahrt gab sie Vivian ihr Comm, das sie aufgesammelt hatte. „Zieh das lieber wieder an.“
Vivian nickte und legte das Comm wieder an.
Auf dem Rückweg hielt Rebecca neben einem der Wagen der Wachmannschaft er ihnen gerade entgegen kam und sagte Bescheid, daß sie Vivian gefunden hatte. Die Wache sagte ihren Kolleginnen Bescheid und sie beendeten die Suche.

Als die Beiden zurück ins Zentrum kamen war nur noch Andrea zu sehen. „Vera und ihre Schwester sind da hinten, sie macht sich gerade frisch.“ sagte sie.
Rebecca ging zu Andrea und flüsterte ihr etwas ins Ohr. „Entschuldigung Herrin.“ sagte sie laut.
Andrea lachte. „Schon in Ordnung, dafür erlaube ich dir das mal. Wir warten da vorne. Sag du Judith noch Bescheid.“
Rebecca ging zu Vera und ihrer Schwester. „Hallo, du bist Judith?“ Diese nickte und sah ziemlich erleichtert aus. Auch ihr flüsterte sie etwas ins Ohr. Judith strahlte und nickte aufgeregt.

Danach ging Rebecca auf die Bühne. Dort war eine junge Frau gerade damit beschäftigt einige Instrumente aufzubauen, Rebecca schätzte sie auf höchstens Anfang 20. Diese Frau trug eine schwarze Jeans, nietenbesetzte schwere Stiefel, ein schwarzes T-Shirt und darüber ein kurzes, pinkes Tutu. Um ihre Hüfte hatte sie eine eiserne Kette geschwungen und trug auch an den Handgelenken eben solche Ketten. Ihre pechschwarzen Haare standen ihr wild vom Kopf. „Du spielst Gitarre?“ fragte sie die Frau. Dieses nickte nur und sah sie fragend an.
„Kennst Du Halleluja?“
„Von Händel?“ fragte die Frau erstaunt.
Rebecca war überrascht, daß diese Händel überhaupt kannte und musste lachen „Nein, Cohen.“
„Ja, das kenne ich. Wieso?“
„Weil du das gleich spielen wirst. Singen werde ich.“
„Wieso das denn?“
„Das siehst du gleich.“ Rebecca deutete auf Andrea die mit Vivian von der einen Seite vor die Bühne ging und auf Vera die mit ihrer Schwester von der anderen Seite kam. „Darum.“
Die Frau winkte eine zweite Frau herbei und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Diese grinste breit, hüpfte aufgeregt herum, und ging zu einem Koffer aus dem sie eine eine Violine hervor holte.

Vivan ließ sich von Herrin Andrea einfach führen. Diese hatte sie fest an den Schultern gefasst und schob sie einfach vor die Bühne. „Hier bleibst du einfach stehen Mädchen.“ Vivian nickte nur und gehorchte. Sie sah das ihre Herrin mit einem Strauß roter Rosen auf sie zu kam. Sie trug kein Makeup mehr und hatte offenbar geweint. Die fremde Frau ging hinter ihr her und hielt etwas hinter ihrem Rücken. Dann stand Vera vor ihr, kniete sich vor ihr nieder und gab Vivian den großen Blumenstrauß. „Vivian, ich bin dir nicht böse daß du weg gelaufen bist. Ich hab einiges falsch gemacht und deshalb hast du geglaubt, ich hätte eine andere Freundin.“ Darauf hin nickte Vivian schwach. „Das tut mir so leid. Ich liebe dich doch über alles. Und ich weiß auch nicht, ob ich das jemals wieder gut machen kann.“ Vera zitterte und eine Träne lief ihre Wange hinab. „Vivian, ich liebe dich über alles.“ sie schluckte und machte eine lange Pause. Bevor sie weiter sprach schluckte sie noch einmal. „Vivian, willst du mich heiraten?“ sie schaute ihr in die Augen und sah ein sehr ängstlich aus. Vivian wurde schwindlig und sie schwankte, doch jemand hielt sie an den Schultern fest. Tränen liefen ihr übers Gesicht. Sie wolle etwas sagen doch ihre Arme waren wie gelähmt. Sie sah Vera an und konnte nur nicken.
Die Frau die Vera ebenfalls an den Schultern fest hielt, gab ihr eine kleine Schachtel die sie öffnete und einen Ring heraus nahm. Vera fasste Vivians Linke und schob ihr den Ring auf den Finger.
Die Frau half Vera auf und einen Moment später lagen sich die Beiden weinend in den Armen.
Jemand begann laut zu klatschen, andere fielen ein und einen Moment später klatschten alle umstehenden laut.

Musik begann zu spielen und jemand sang. Vivian erkannte das Lied, es war Halleluja. Die Beiden drehten sich zur Bühne und lauschten Arm in Arm Rebeccas Stimme.
Als das Lied zu Ende war sagte Rebecca „Es gibt vieles, was man auf der Schule lernt, aber auch einiges, was man dort nicht lernt. Und was ich dort nicht gelernt habe ist, ob es sich gehört, das ich Euch Beiden als Erste gratuliere, aber das ist mir gerade recht egal. Deshalb gratuliere ich Euch Beiden ganz herzlich und wünsche Euch viel Glück und das Eure Ehe nicht so holprig wird, wie Eure Verlobung.
Wieder klatschten alle. Auch Herrin Andrea und Judith gratulierten den Beiden. Diese umarmte Vivian und sagte „Hallo Vivian, ich bin Judith, Veras Schwester. Es tut mir leid, daß wir so geheimnisvoll getan haben, aber Vera wollte dich heute überraschen. Ich glaube ja, das ist ihr trotzdem noch ganz gut gelungen.“ Vivian nickte. „Ich hoffe, du bist Vera und mir nicht böse.“ Vivian schüttelte den Kopf, sah sie an und umarmte sie noch einmal.

Die Meisten hatten mitbekommen, was passiert war und waren erleichtert, daß alles ein so gutes Ende gefunden hatte. Alle unterhielten sich blendend, Musik spielte und das Buffet wurde eröffnet. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Vera und Vivian setzten sich etwas abseits und redeten lange.
Rebecca folgte Andrea und bediente sie. Als sie gerade mit einem Glas Sekt zurück kam sagte Andrea „Jetzt ist mal genug, du musst nicht dauernd um mich herum schwirren wie eine Gouvernante. Geh tanzen oder etwas essen. Du hast genug Freunde hier. Unterhalte dich und werd etwas lockerer.“
Rebecca knickste „Ja Herrin, vielen Dank.“ sie ging zu erst zum Buffet und bediente sich dort.
„Du hast vorhin wirklich großartig gesungen.“ sagte Judith, die auf einmal neben ihr stand.
„Vielen Dank. Ich wusste, das Vivian dieses Lied sehr gerne mag. Und die Freude wollte ich den Beiden einfach machen, nach dem, was heute passiert ist.“
„Ich glaube, das ist dir gelungen.“ sagte Judith lächelnd. „Die Beiden haben sich wirklich sehr gefreut. Kennst du sie schon länger?“
„Wie man´s nimmt. Vivian war nach den Wachen die Erste, die mich begrüßt hat als ich hier angekommen bin“ Rebecca sah zu den Beiden die noch immer auf der Bank saßen und sich unterhielten. Sie seufzte leise. „Ein schönes Paar.“
„Ja, das sind sie.“ Judith lächelte. „So einen romantischen Antrag hätte ich auch gerne bekommen. Mein Mann hat in einem Fastfoodrestaurant um meine Hand angehalten. Den Ring hatte er in einem Burger versteckt und mir ist ein Stück vom Zahn abgebrochen als ich darauf gebissen habe.“
Rebecca sah sie einen Moment lang an, fiel dann aber in ihr Lachen mit ein.
„Aber egal, wir sind jetzt seit gut zehn Jahren glücklich verheiratet.“ fügte Judith hinzu.
Rebecca seufzte tief „Den Antrag hat Gabriel mir auf einer Feier zum Semesterende auf dem Campus gemacht. Er hatte nichtmal an einen Ring gedacht.“
„Du bist verheiratet?“ Judith sah sie erstaunt an.
„Nein, schon lange nicht mehr. Wir haben festgestellt, daß wir einfach nicht zusammen passten. Aber wir verstehen uns noch immer recht gut.“ erklärte Rebecca.

Judith merkte, daß ihr das Thema nich sehr behagte. „Sag mal, singst du heute noch mehr?“ fragte sie um das Thema zu wechseln.
Rebecca schüttelte den Kopf. „Nein, das vorhin war ja auch nicht geplant.“

„Warum eigentlich nicht? Die Freude könntest du uns ruhig machen. Du hast so toll gesungen, da wollen alle sicher noch mehr hören.“
Rebecca drehte sich zu der Frau um die sich hinter sie gestellt hatte und musterte sie von oben bis unten. Sie trug ein elegantes Abendkleid und ihre braunen Haare waren streng nach hinten und zu einem langen Zopf gebunden Sie grinste Rebecca aus ihren rehbraunen Augen an.
„Wie siehst du denn aus? So ordentlich angezogen erkennt man dich ja fast garnicht wieder.“ auch Rebecca grinste nun breit und ging um die Frau herum während Judith zum Buffet ging.

Nachdem sich die Beiden eine Weile umrundet hatten ging Rebecca auf die Frau zu und umarmte sie herzlich und fest, was die Frau erwiderte. „Schön dich wiederzusehen.“ sagte Rebecca und gab Emylia ungeniert einen Kuss auf den Mund.
„Lass das, ich bin immerhin verheiratet.“ sagte Emylia lachend.
Rebecca löste die Umarmung und trat einen Schritt zurück. „Aber Isabella vorschlagen das wir zusammen ziehen sollen. Was soll deine Frau denn dazu sagen?“
„Das hat sie dir erzählt?“
„Wo ist sie eigentlich?“ fragte Rebecca.
Emylia schaute sich kurz um und deutete auf die Tanzfläche wo Isabella mit einer ziemlich jungen Blondine eng umschlungen tanzte.
„Das ist aber nicht ihre Frau, oder?“ fragte Rebecca erstaunt.
„Das ist Frida Nyberg, die zukünftige Erbin des Nybergkonzerns. Sie ist Isas Serva.“ erklärte Emylia lachend. „Irgendwie scheinen die Drei sich arrangiert zu haben.“
„Ich glaube ich habe sie letztens bei Trish gesehen.“ sagte Rebecca nachdenklich.
„Hat sie dich auch überredet, für ihr Kunstwerk Modell zu stehen?“
„Ja, hat sie. Du sollst ja auch irgendwo da verewigt sein.“
„Ich habe ihr angedroht, das ich ihr persönlich den Kopf abreiße wenn jemand erfahren sollte, wo ich da hänge.“
„Ich schau das nächste Mal genauer hin, wenn ich da bin.“ Rebecca setzte ein breites Grinsen auf „Vielleicht erkenn ich dich da ja wieder, wer weiß.“
„Wenn du das schaffst, dann bekommst du von mir eine ganze Kiste 28 Jahre alten Scotch.“
„Ich trinke sowas zwar nur selten aber das Angebot nehme ich an. Hand drauf.“
Emylia schlug grinsend ein.

Das Fest dauerte noch bis in die frühen Morgenstunden hinein und alle tanzten, aßen und tranken und hatten ihren Spaß. Rebecca tanzte sowohl mit Vera als auch Vivian die sich beide herzlich bei ihr bedankten. Erst gegen drei Uhr morgens machte Rebecca sich auf den Weg nach Hause wo sie sich umzog und sofort ins Bett fiel.

Schlechte Nachrichten


Mara war auf dem Weg zur Bibliothek und hielt das Buch, welches Astrid ihr geliehen hatte unter dem Arm. Sie betrat die Bibliothek und ging zum Tresen.
„Hallo, was kann ich denn für Sie tun?“ fragte die ältere Frau zwar freundlich aber ein wenig enerviert.
„Hallo, ich wollte zu Astrid. Sie hat mir das Buch hier geliehen. Ich wollte sie noch etwas dazu fragen.“ sagte Mara.
„Zu Astrid? Das wird nicht gehen. Aber vielleicht kann ich Ihnen ja weiterhelfen.“
„Ist sie heute nicht hier?“ hakte Mara nach. Diese Frau war ihr nicht sehr sympathisch. „Wann ist sie denn wieder da?“
„Astrid wird nicht mehr her kommen.“ sagte die Frau und beugte sich zu Mara bevor sie leise weiter sprach. „Eigentlich darf ich das ja garnicht verraten, aber am Dienstag war die Polizei hier und hat sie mitgenommen, einfach so.“ die Frau sah sich kurz um bevor sie weiter sprach „Sie soll irgendwo eingebrochen sein. Sie ist soweit ich das mitbekommen habe gestern schon verurteilt worden. Man hat sie auf die Schule geschickt.“ wieder schaute die Frau sich kurz um „Wenn Sie mich fragen, irgend was stimmt da nicht. So schnell geht das doch normalerweise garnicht. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen daß sie irgend wo eingebrochen sein soll. Das traue ich ja vielen zu, aber Astrid niemals.“
„Auf die Schule?“ rief Mara aus.
Die Frau hielt einen Finger vor die Lippen. „Leise.“ sagte sie energisch „Am Mittwoch waren dann jede Menge Polizisten hier und haben das Büro durchsucht. Einen der Beamten kenne ich recht gut. Er hat mir verraten, das sie irgend ein bestimmtes Buch suchen. Irgend einen uralten Folianten den sie gestohlen haben soll. Aber bisher ist der wohl noch nicht aufgetaucht.“
Wieder wollte Mara etwas sagen. Doch dieses Mal hatte sie sich unter Kontrolle „Einen Folianten?“ fragte sie leise.
„Das ist ein Buch, etwa so groß,“ sie zeigte Mara mit den Händen die Größe „meistens auf Pergament geschrieben und in Leder eingebunden.“
Mara wusste nur zu genau, was ein Foliant war. Doch das wollte sie der Frau nicht auf die Nase binden. Deshalb gab sie einfach das Buch zurück. Die Frau trug es aus und Mara verabschiedete sich. Auf dem Heimweg dachte sie über Astrid nach. Zwar hatte sie sie nur einmal gesehen und mit ihr gesprochen und kannte sie sie nicht wirklich, doch daß sie irgendwo eingebrochen sein sollte, konnte sie sich nicht vorstellen. Sie fragte sich, was für einen Folianten die Polizisten wohl gesucht hatten. Ihr fiel das Buch ein, welches im Laden in der Vitrine lag, doch das konnte ja nicht sein, dieses Buch war ja schon lange Zeit im Laden gewesen.

- - -

„Mara, selbst wenn sie hier wäre, darf ich dir das nicht sagen.“ Chris Stimme hatte sich kaum merklich verändert. „Ich darf ja nicht einmal ihrer Familie sagen, daß sie hier ist, dir darf ich das erst Recht nicht sagen, du kennst die Regeln doch genauso wie ich.“
„Ich verstehe.“ sagte Mara nachdenklich. Also war sie tatsächlich in Straßburg. „Hast du von den Anderen etwas gehört?“ wechselte sie das Thema.
„Nein, leider nicht. Du bist die Erste die sich mal meldet. Aber in ein paar Wochen muss ich das erste Mal auf eine andere Schule. Du weißt schon, für die Ausbildung zur Lehrerin. Miss Wilhelmina hat dafür gesorgt das ich auf Miss Isabellas Schule komme. Wenn du möchtest, grüße ich sie und Frida von dir.“
„Sehr gerne.“ sagte Mara. „Wie ist es denn so als Lehrerin?“ wollte sie wissen.
„Eigentlich ganz in Ordnung. Aber ich kann jetzt verstehen warum Miss Isabella so ungern andere Schlägt. Das ist wirklich nicht leicht.“ Chris seufzte leise „Aber wenn ich Frida erwische, der würde ich gerne mal eine gehörige Tracht verpassen.“ fügte sie grimmig hinzu.
„Wieso das denn?“ fragte Mara ein wenig erstaunt.
„Du erinnerst dich daran daß sie immer Hundefutter gegessen hatte? Sie hat das in Näpfe getan und in den Schränken versteckt. Und die neuen Schülerinnen haben das natürlich beim Einräumen gefunden. Du glaubst garnicht, was ich für Probleme hatte denen das zu erklären.“
Mara lachte laut auf als sie das hörte.
„Mir war garnicht so zum Lachen.“ sagte Chris. „Florentine, eine meiner Schülerinnen hat das gesehen und ist schreiend weggelaufen. Wir haben sie gerade noch am Tor erwischt. Also wenn ich Frida in die Finger bekomme, dann kann sie vielleicht was erleben.“
Chris beruhigte sich schnell wieder „Und wie geht es dir? Ich hoffe, du bist wenigstens immer anständig.“ Mara konnte Chris grinsen beinahe durchs Comm hören.
„Naja, bis jetzt musste mich Herrin Julia nur einmal bestrafen.“ gab Mara ein wenig geknickt zu.
„Oha, was hast du denn angestellt?“ wollte Chris wissen.
„Ich hab das Abendessen vergessen.“ sagte Mara ein wenig verlegen.
„Ohje. Was ist passiert?“
„Sie hat mich geschlagen.“ sagte Mara noch immer ziemlich kleinlaut.
„Das war doch wohl zu erwarten.“ Noch immer war Chris deutlich hörbar am Grinsen. „Aber mach dir nichts draus, was sind schon ein paar Schläge? Da bist du ja auch selbst Schuld. Und ich denke mal, daß du das so schnell nicht wieder vergessen wirst.“
„Nach den 50 Schlägen mit dem Lederriemen sicher nicht.“ sagte Mara. Sie war ein wenig abwesend als sie an diesen Abend dachte.
„Fünfzig?“ rief Chris entsetzt aus. „Wegen einem vergessenen Abendessen? Ist deine Herrin so streng? Das geht doch mal garnicht. Am Besten ich sage das Miss Wilhelmina. Die kann dir da raus helfen.“
„Was?“ rief Mara. Chris Worte brachten sie schlagartig ins Hier und Jetzt zurück. „Nein. So war das nicht. Sie ist garnicht so streng. Sie ist sogar ganz nett. Und es gefällt mir hier.“ Mara versuchte Chris zu erklären, was Julia ihr vor fast einer Woche erklärt hatte und das sie ihr eigentlich gerade mal zehn Schläge geben wollte, bis sie gemerkt hatte, was mit ihr passiert ist.
„Sie hat mir angeboten, wenn ich das nochmal haben möchte, dann brauch ich sie nur zu fragen. Und wenn ich mir wieder was zu Schulden kommen lasse will sie mich statt mich zu schlagen lieber im Geschäft auf den Pranger binden.“ schloss Mara ihre Erklärung ab.
„Sie hat einen Pranger im Geschäft? Was ist das denn für ein Laden?“ fragte Chris erstaunt.
„Sie hat einen Sexshop. Und ich hab den Antiquitätenladen, da kann ich machen was ich will hat sie gesagt.“
„Du hast einen eigenen Laden?“
„Naja, eigentlich gehört der ihrer Schwester. Aber die ist weggezogen und ich verkaufe da und bin dafür verantwortlich. Aber wenn sie nicht da ist, muss ich in dem anderen Laden auch aushelfen.“ erklärte Mara.
„Au weh.“ sagte Chris. Wieder war sie deutlich hörbar am Grinsen „Schmerzgeil und dann in einem Sexshop arbeiten. So gut hätte ich das auch mal.“
„Ich finde das garnicht so toll. Das macht mir ganz schön Angst.“
„Das gibt sich schon mit der Zeit.“ sagte Chris lachend.
Mara verabschiedete sich von Chris und bat sie noch einmal alle zu grüßen die sie sehen würde, dann beendete sie das Gespräch. Sie hatte erfahren, was sie wissen wollte und mit Chris zu sprechen hatte ihr gut getan. Nachdenklich schlug sie einen Nagel in die Wand und hängte eine der Uhren auf.

- - -

„Auch du brauchst garnicht so zu grinsen.“ Isabella schlug mit der Gerte fest auf den Tisch der neben der Eingangstür stand. Die acht Frauen standen in einer Reihe vor ihr im Schlafsaal und kicherten und grinsten. Bis auf Frida trugen alle noch Alltagskleidung.
Schlagartig kehrte Ruhe ein. Wenigstens bemühten sie sich alle sich ordentlich hin zu stellen. Sie schauten mehrmals zu Frida und versuchten sich genau so wie sie hin zu stellen.
„So, und jetzt wo wir alle in dieser intimen Runde zusammen sind, da sind eure Schränke.“ Isabella deutete mit der Gerte auf die Reihe Schränke an der Wand neben sich. „In zehn Minuten sind alle eure Sachen da eingeräumt.“ rief sie. Sofort kam eine gewisse Unruhe auf und die Frauen begannen ihre Taschen auszupacken. Lediglich Frida tat, was Isabella erwartet hatte, zog ihre Tunika aus und stellte sich nackt vor ihr Bett.
„Soso, es gibt also nur eine hier, die weiß, was ’alle Sachen’ bedeutet.“ rief Isabella und musste ein Grinsen unterdrücken. Genau so hatte sie sich das vorgestellt.
Die Frauen sahen alle mehr oder weniger entsetzt zu Frida die mit hinter dem Rücken verschränkten Armen und leicht auseinandergenommenen Beinen vor dem Bett stand. Auch Frida schien sich sehr zusammen reißen zu müssen um nicht zu grinsen. Isabella zwinkerte ihr zu. „Na los, was ist denn? Die Sachen die ihr an habt auch noch.“ rief sie den Anderen zu.
Es dauerte einige Sekunden bis sie begriffen hatten, was sie von ihnen wollte. Dann gingen sie zögernd zu ihren Schränken, zogen sich aus und räumten auch die Sachen die sie bis eben noch getragen hatten in die Schränke ein und stellten sich vor ihre Betten. Doch anstatt sich ordentlich hin zu stellen versuchten die Meisten ihre Scham und ihre Brüste mit den Händen zu bedecken. Isabella ging langsam die Reihe ab und schaute die Frauen eindringlich an. Außer Frida hatte nur eine sich ordentlich hingestellt und grinste breit.
„Was gibt’s den da zu grinsen Kira?“ fragte sie drohend.
„Entschuldigung Miss.“ sagte die Frau und versuchte ein ernstes Gesicht zu machen.
Isabella nahm das wohlwollend zur Kenntnis. Doch ganz so einfach wollte sie sie nicht davon kommen lassen. „Was soll das denn sein?“ fragte sie und deutete mit der Gerte auf Kiras Haare. „Ich hoffe ja, das lässt sich raus waschen, das sieht einfach furchtbar aus.“ Während der Ansatz einen natürlichen blonden Ton hatte, war der Rest ihrer Haare in einem grellen feuerrot gefärbt.
„Nein Miss, leider nicht.“ sagte Kira.
Isabella schüttelte den Kopf und korrigierte Kiras Haltung indem sie mit der Gerte ihre Beine ein Stück weiter auseinander drückte und ihre Arme etwas nach unten wies. Dann ging sie weiter zu der nächsten Frau. Mit der Gerte schob sie mit sanftem Nachdruck die Arme der Frau nach unten „Ich nehme an, alle Anwesenden hier haben schon mal eine nackte Frau gesehen. Du kannst also die Arme ruhig nach hinten nehmen. Es wird dir niemand etwas wegschauen.“
Als die Frau nur zögernd die Arme nach hinten nahm, holte Isabella mit der Gerte aus und ließ sie schnell gegen ihre Tunika schlagen. Ihr Bein nahm sie genau im richtigen Moment zur Seite so das es ein recht lautes Geräusch gab als die Gerte auf den Stoff traf. Sofort nahm die junge Frau die Arme hinter den Rücken. „Na also, geht doch.“ sagte sie. „Das sieht doch schon ganz gut aus. Aber da“ sie deutete mit der Gerte auf die Scham der Frau „will ich in einem halben Jahr keinen Urwald mehr sehen.“
Die nächste Frau nahm zögernd die Hände hinter den Rücken als Isabella sich vor sie stellte.
„Was ist das denn?“ fragte Isabella laut „Da hat wohl jemand einen Juwelier überfallen.“ Sie deutete mit der Gerte auf die Scham der Frau. In den Schamlippen steckten je vier silberne Ringe und auch am Kitzler blitzte ein Ring hervor. Die Umstehenden begannen zu kichern und schauten zu der Frau.
„Ruhe! Da gibt es nichts zu lachen.“ rief Isabella und warf einen Blick zu Frida die gerade genauso rot im Gesicht wurde wie die Frau vor Isabella und einen Blick nach unten warf. Auch bei ihr blitzten mehrere Ringe zwischen den Schamlippen hervor. „Auch sowas will ich später hier nicht mehr sehen.“ ein leichter Schmerz erinnerte sie beim Gehen daran daß sie seit zwei Tagen ebenfalls solche Ringe trug.

Eigentlich hatte sie sich vehement weigern wollen aber Frida hatte es irgendwie geschafft sie doch dazu zu überreden. Als sie bei Trish waren und sie gesehen hatte, daß es Frida anscheinend überhaupt nicht weh tat, hatte sie sich von den Beiden breit schlagen lassen und seit dem selbst sechs Ringe zwischen den Beinen.
„Maja gefällt sowas. Ich glaube sie würde sich freuen wenn wir ihr die auf ihrem Geburtstag zeigen.“ hatte Frida gesagt. Natürlich hatte sie selbst schon mitbekommen wie Maja sich entsprechende Bilder angesehen hatte. Trish hatte gute Arbeit geleistet und sie hatte kaum etwas gespürt als sie ihr die Löcher gestochen hatte. Doch nun spürte sie einen leichten Schmerz beim Laufen. „Das geht balde weg. In zwei bis drei Wochen ist das komplett verheilt. Früher hätte das doppelt so lange gedauert.“ hatte sie gesagt.

Sie räusperte sich. „Serva sollten sowas nur tragen wenn das mit ihren Herrschaften abgesprochen ist und die das auch erlauben.“ sagte sie und ging zur nächsten Frau.

Als sie bei Frida an kam lächelte diese sie an. Hier hatte sie erwartungsgemäß nichts zu bemängeln. Die Piercings konnte sie kaum ansprechen, war sie selbst es doch gewesen, die diese erlaubt hatte. Also ließ sie sich Fridas Hände zeigen. Auch ihre Fingernägel waren blitzblank sauber und die Haare ordentlich gekämmt. „Sieht ja alles ganz gut aus.“ sagte sie.
„Vielen Dank Herrin.“ sagte Frida lächelnd.

Isabella stellte sich in der Mitte der Reihe vor die Frauen. „So, die nächsten drei Tage werdet ihr hier nicht behandelt wie Schülerinnen sondern ihr seid Schülerinnen. Ihr werdet genau das Selbe machen wie alle Anderen auch. Ihr werdet das selbe Essen, ihr werdet die selben Übungen machen und ihr werdet euch genauso kleiden. Wenn ihr nach den drei Tagen immer noch Serva werden wollt, dann werden wir uns in ungefähr einem halben Jahr wiedersehen. Aber eines möchte ich noch dazu sagen. In anderen Schulen ist es üblich, das freie Schülerinnen“ sie schaute zu Kira und der neben ihr stehenden Frau „anders behandelt werden. Statt der Gerte gibt es andere Methoden um jemandem zu zeigen das sie etwas falsch macht.“ sie machte eine kurze Pause „Hier gibt es das nicht.“ sagte sie, wobei sie zwischen den Worten eine kurze Pause machte. „Jede Schülerin, egal ob sie freiwillig hier ist oder nicht, selbst wenn sie oder ihre Eltern dafür bezahlen das sie hier ist oder sie ein Stipendium bekommen hat, muss dazu einwilligen genauso behandelt zu werden wie jede Andere auch. Das heißt, wenn jemand was ausgefressen hat, ist die Strafe der Wahl die Peitsche oder in ganz schlimmen Fällen der Keller. Es wird hier niemand geschont werden bloß weil ihre Eltern eine Menge Geld dafür bezahlen daß sie hier ist. Also richtet euch schon mal drauf ein, daß es in den nächsten drei Tagen genauso gehandhabt wird. Wer das nicht möchte weiß wo die Tür ist. Aber denkt immer daran, es gibt genug Frauen, die es sich nicht aussuchen können ob sie hier sein wollen, die sich nicht aussuchen können ob sie die Gerte zu spüren bekommen wollen oder nicht. Und auch die haben es bisher alle überstanden.“
Sie drehte sich zur Tür und ging hinaus. Doch als sie bereits in der Tür stand, winkte sie Frida noch mal zu sich.

„Danke daß du das machst.“ sagte sie als Frida bei ihr auf dem Flur stand.
Frida winkte ab. „Das mach ich doch gerne. Hauptsache ich bin auf Majas Geburtstag wieder zu Hause. Ich will doch wissen, wie sie darauf reagiert.“
„Na, das interessiert mich allerdings auch. Ich frage mich ja immer noch, wie du es geschafft hast, mich dazu zu überreden.“
Frida beugte sich zu ihr und flüsterte ihr etwas ins Ohr.
„Ich dich auch.“ sagte Isabella. Bevor sie ging hob Frida den Kopf und schürzte die Lippen, woraufhin Isabella zu ihr ging und ihr einen Kuss gab.
„Danke Herrin.“ sagte Frida lächelnd.
Auch Isabella musste nun lächeln. „Ich wünsch dir noch einen schönen Abend. Lass dir keine Löcher in den Bauch fragen.“
„Ich versuche es.“ sagte Frida und wollte gerade wieder zurück in den Schlafsaal gehen.
„Warte, ich hab hier noch was für dich.“ sie nahm eine Papiertüte die bisher neben der Tür gestanden hatte und gab Frida diese.
Diese schaute hinein und holte eine verschweißte Plastiktüte heraus. Grinsend öffnete sie diese und roch an den kleinen, bunten Getreidebröckchen in Form kleiner Knochen. „Sind die echt oder gekauft?“
„Das sind die echten aus Straßburg. Die hat Chris dir geschickt. Sie kommt in ein paar Wochen her weil sie einen Kurs hier belegt. Ich soll dich schön grüßen. Du wüsstest schon an was die dich erinnern sollen.“ Ohne eine Antwort abzuwarten gab Isabella Frida noch einen Kuss und ging dann.

Mit nachdenklichem Blick schaute sie hinter Isabella her. Sie zuckte mit den Schultern, nahm sich eine Hand voll von den Getreidebröckchen und steckte sich einige davon in den Mund. Kauend und mit der Tüte unter dem Arm ging sie in den Schlafsaal zurück.

„Was isst du denn da?“ fragte eine der Frauen „Ich hab seit heute Morgen kaum was gegessen. Der Speisewagen in der Bahn hat gefehlt und ich hab auch keine Zeit gehabt, wo anders was zu essen.“
Frida hielt ihr die Tüte hin. „Bitte, bedien dich.“ sagte sie kauend. „Sind echt lecker.“ Sie genoss den Geschmack der Stückchen den sie schon vermisst hatte.
Die Frau nahm sich eine kleine Hand voll der Stückchen aus der Tüte und steckte sich einige davon in den Mund. Dann erst schaute sie auf die restlichen Stückchen in ihrer Hand und ihr Gesicht wurde bleich. Sie schaute sich hektisch um und wollte irgend wo hin laufen.
„Da hinten.“ sagte Frida und deutete auf die Tür zum Waschraum. Sofort lief die Frau los und man konnte hören wie sie spuckte. Danach war die Toilettenspülung zu hören.

Eine andere Frau kam auf Frida zu. „Wir haben uns schon mal gesehen.“ sagte sie. „Ich bin Kira.“
Frida überlegte kurz und reichte ihr die Hand. „Du hast mir damals einen ganz schöne Schrecken eingejagt. Ich hatte echt Angst, das Mara wegen dir etwas blödes macht.“ sagte Frida vorwurfsvoll. „Wie kommt’s daß du jetzt hier bist?“
„Miss Isabella hatte mich damals auf einen Kaffee eingeladen und mit mir geredet. Ich weiß jetzt, daß das eine ganz schöne Dummheit war. Sie hat mir angeboten, nach der Oberschule hier her zu kommen.“
„Verstehe. Hast du Mara denn schon getroffen?“
„Nein, sie wollte mir die Nummer ihrer Herrin erst nach einem Jahr geben.“
Frida wollte noch sagen, das sie dann selbst in der Schule wäre, schwieg aber lieber. Sie hatte von Isabella erfahren, wie sehr Kira sich darauf freute, ihre Schwester wieder zu sehen.

Die anderen Frauen kamen nun zu ihr und alle stellten ihr Fragen die Frida eine nach der Anderen beantwortete.
Die Toilettenspülung ging noch einmal und man hörte Wasser im Waschbecken rauschen. Die Frau die eben dort verschwunden war kam mit bleichem Gesicht heraus und ging zu Frida „Danke, jetzt hab ich wirklich Hunger.“ sagte sie und schaute Frida resigniert an.
Frida schaute auf die Uhr „In einer halben Stunde gibt’s Abendessen.“
„Bis dahin bin ich verhungert.“ sagte die Frau und seufzte theatralisch. „Wie kannst du sowas überhaupt essen?“ sie deutete auf die Plastiktüte die Frida auf dem Tisch abgestellt hatte.
„In Straßburg in der Schule haben wir das alle gegessen. Die Herrin auch.“ erklärte Frida, woraufhin die Umstehenden entsetzte Gesichter machten.
„Immer?“
„Nein, nur einmal. Außerdem, ich find es schmeckt lecker.“ sagte Frida und nahm sich noch eine Hand voll, woraufhin die Frau sich abwandte.

Als es Zeit wurde zum Essen zu gehen ging Frida zur Tür und wollte gerade voran gehen als eine der Frauen fragte „Sollten wir uns nicht lieber etwas anziehen?“
Frida schaute an sich herab, zuckte mit den Schultern, ging zum Schrank und zog ihre Tunika an. Sie wartete bis die anderen ihre Tuniken und Schuhe angezogen hatten und ging selbst barfuß voran.



[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 25.06.17 um 19:32 geändert

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:01.07.17 22:37 IP: gespeichert Moderator melden


„Das sind Nicky und Maxine, meine Töchter.“ sagte Emylia und deutete auf die große Bühne. Sie war gerade dabei Rebecca und Isabella das Bergwerk zu zeigen. Sie standen in einer riesigen Kaverne in der vor einer großen Bühne einige dutzend Stuhlreihen aufgebaut waren. Auf der Bühne waren zwei junge Frauen gerade dabei mehrere Instrumente aufzubauen. Es waren die selben beiden Frauen, welche drei Tage zuvor Gitarre und Violine gespielt hatten als Rebecca für Vivian und Vera gesungen hatte.

„Das ist der Konzertsaal“ hatte sie erklärt. Nun gingen sie zwischen den Stühlen hindurch zur Bühne.
„Du hast Kinder? Wie alt warst du da?“ fragte Isabella erstaunt. Sie kannte die Beiden Mädchen aus der Schule und wusste, das sie gerade erst wieder zurück gekommen sein mussten.
„Ja, ich habe Kinder. Drei an der Zahl. Als die Beiden geboren wurden war ich wahrscheinlich 16.“ sie nahm demonstrativ die Finger zu Hilfe „Ja, genau 16.“
Rebecca schaute sie fragend an.
„Ich habe die Beiden adoptiert. Ich hab sie dabei erwischt, wie sie mir meine Tasche klauen wollten. Nicky habe ich noch festhalten können. Aber Maxine wollte ihre Schwester nicht alleine lassen und ist zurück gekommen. Ich hab dann versucht sie von der Straße zu bekommen, hat ja auch geklappt.“ erklärte Emylia den Beiden.
Rebecca schaute sie eindringlich an und wartete vergeblich darauf daß sie den fehlenden Teil ihrer Erklärung noch hinzufügte. „Hast du nicht gerade was von drei Kindern gesagt?“ fragte sie schließlich.

Emylia warf ihr einen verlegenen Blick zu bevor sie weiter sprach. „Ich war damals gerade mal 16 und eine verzogene Rotzgöre ohne jedes Gefühl für Verantwortung und nur auf mein eigenes Vergnügen bedacht. Ich weiß nicht mal wer der Vater ist. Ich war stockbesoffen und hätte mich wahrscheinlich nicht mal an meinen eigenen Namen erinnert. Bettina ist bei meinen Eltern aufgewachsen und studiert mittlerweile Medizin. Leider hat sie voll mitbekommen was für ein Arschloch ich damals war. Und als ich gemerkt habe, was ich alles für Fehler gemacht habe, war es schon zu spät. Das hat dazu geführt, das wir bis heute kein all zu gutes Verhältnis zueinander haben.

„Verstehe.“ sagte Isabella und schaute sich in dem riesigen Raum um. „Was ist eigentlich so besonderes hier?“ fragte sie um von dem Thema abzulenken.
Nun war es an Emylia ein wenig erstaunt zu wirken. Sie musste sich auf den plötzlichen Themenwechsel erst einstellen. „Stell dich doch mal auf die Bühne und sing was.“ sagte sie nach ein paar Sekunden zu Rebecca.
Rebecca überlegte nicht lange und ging die schmale Treppe zur Bühne hinauf. Sie stellte sich vor das Mikrofon welches dort stand und klopfte darauf. Doch anscheinend war dieses nicht eingeschaltet.
„Nee, ohne Verstärkung.“ rief Emylia ihr zu.
Rebecca überlegte einen Moment und begann die Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte zu singen.

Sie bemerkte nicht, das die beiden jungen Frauen hinter ihr sich zuwinkten. Maxine nahm ihre Gitarre und Nicky setzte sich an das Schlagzeug welches halb aufgebaut da stand.
Rebecca konnte deutlich hören wie die Akustik in dieser Kaverne ihre Stimme selbst ohne Mikrofon bis in die hinterste Ecke trug und als leises Echo zurück warf. Sie war nur einen kleinen Moment lang verwirrt als das Mikrofon eingeschaltet und ihre Stimme nun wesentlich lauter durch die Kaverne schallte. Als Emylia grinsend nickte wurde ihr klar, daß diese etwas im Schilde führte. Doch in diesem Moment klangen drei Akkorde in A-dur durch die Kaverne. Bereits nach diesen drei Akkorden erkannte sie ’Highway to Hell’, sie versuchte noch etwas weiter zu singen, gab aber nach den nächsten Akkorden auf und wartete auf den Einsatz. Sie nahm das Mikrofon aus dem Ständer und begann zu singen.

„Mama, ich glaube, du bist raus.“ rief Nicky von der Bühne nachdem der Schlussakkord verklungen war.
„So einfach werd ich ausgebootet?“ rief Emylia gespielt beleidigt.
„Wenn sie jetzt noch ein Instrument spielt, wirst du es schwer haben.“ fiel Maxine ein.
„Mach jetzt ja keinen Mist Rebecca.“
„Lasst mal gut sein, ich habe nicht vor, in einer Band zu singen. Ich hab genug Anderes zu tun.“ sagte Rebecca. „Außerdem lässt mich Herrin Andrea bestimmt nicht dauernd bei euch mit singen.“ Rebecca ging von der Bühne und stellte sich zu Isabella und Emylia. „Tut mir leid, aber ihr werdet noch eine Weile mit Emylia zurecht kommen müssen.“
„Schade, hat trotzdem Spaß gemacht mal einen echten Profi zu hören.“ sagte Maxine, woraufhin Nicky einen Tusch auf dem Schlagzeug spielte.
„Na, wartet, wir sehen uns heute Abend ja noch ihr Beiden.“ sagte Emylia.

Die Drei verließen den Konzertsaal und gingen zurück zu dem Elektroauto mit welchem sie gekommen waren. Sie stiegen ein und Emylia fuhr weiter in den Stollen hinein.
„Hier ist unser zweites Lager.“ sie deutete zu einer schweren Stahltür durch die ohne Probleme zwei LKW hindurch gepasst hätten.
„Und das hast du alles aufgebaut?“ wollte Isabella wissen.
„Wo denkst du hin? Das Meiste war schon fertig als wir das Gelände übernommen haben. Wir mussten lediglich ein wenig Farbe nehmen und alles wieder hübsch machen.“
„Und wo geht’s da hin?“ Isabella deutete auf einen nur spärlich beleuchteten Stollen.
Emylia trat auf die Bremse „Das zeig ich euch nachher. Du weißt doch, das Beste kommt zum Schluss.“ sagte sie geheimnisvoll und fuhr weiter. Vor einem weiteren schweren Stahltor blieb sie stehen und stieg aus. Sie ging zu einer einfachen Stahltür, hielt ihr Comm vor das Schloss und öffnete diese. „Das hier ist einer der wichtigsten Bereiche auf dem ganzen Gelände.“ Nachdem sie eingetreten waren schloss sich die Tür hinter ihnen und eine weitere Tür öffnete sich. Sie standen in einem großen Raum in dem unzählige Schaltschränke standen. In jedem der Schränke leuchteten und blinkten mehrere kleine Lämpchen. „Das ist unser Rechenzentrum. Wir kaufen keine Rechenleistung von anderen ein sondern halten alles nötige selbst bereit.“ langsam ging sie zu einer Reihe Schränke die zwar bis unter den Rand mit Geräten voll gestellt waren, die aber alle noch ausgeschaltet schienen.

„Rebecca, als du an deinem ersten Tag hier warst, erinnerst du dich daran als Nin gesagt hatte, ich könnte keine Behörde kaufen?“
Rebecca nickte. Nur zu gut erinnerte sie sich daran als Emylia aus Nins Büro gestürmt war. „Ja, Ich wusste damals allerdings nicht, daß du das warst. Anscheinend warst du mir da einen Schritt voraus.“
„Entschuldige, ich war damals wirklich sauer. Ich hatte dich zwar sofort erkannt, aber so wollte ich dir auf keinen Fall gegenüber treten.“ nun deutete sie auf die noch ausgeschalteten Rechner „Das dürfte euch beide interessieren. Ich habe es tatsächlich geschafft, eine Behörde zu kaufen. Jedenfalls einen Teil davon. In drei Wochen werden wir anfangen alle Datenbestände über alle Serva hier her zu überspielen und zum Jahreswechsel werden wir alle Verwaltungsaufgaben die Serva betreffen übernehmen. Die eigentlichen Vorgänge bleiben zwar weiterhin beim Amt aber die Datenverarbeitung und alles was nach außen hin passiert übernehmen wir ab nächstem Jahr.“
„Wozu das alles?“ wollte Isabella wissen.

„Wozu? Um die Vorgänge in den Ämtern zu modernisieren. Damit man nicht eine Stunde im Amt sitzen muss um eine Serva anzumelden. Und damit man nicht drei Tage lang warten muss bis endlich eine Adressänderung erfolgen kann. Wir haben einen Beratervertrag mit dem Zentralamt abgeschlossen und gehen nach und nach jedes einzelne Amt durch, sehen wo neues Personal nötig ist und wie sich die einzelnen Vorgänge verbessern lassen. Das alles spart dem einzelnen Bürger jede Menge Zeit und dem Staat einen Haufen Geld. Außerdem, Isabella, wann war das letzte Mal jemand bei dir und hat nachgesehen ob es Maja und Frida auch gut geht? Und wann sollte das eigentlich passieren?“
„Eigentlich sollte das einmal im Jahr passieren, aber bisher war noch niemand bei mir.“ antwortete Isabella.
„Siehst du? Genau sowas wollen wir damit abstellen. Wenn die Vorgänge selbst schneller werden, bleibt Personal frei welches diese Aufgaben übernehmen kann. Und wo es nötig ist, haben wir durch den Beratervertrag die Möglichkeit zusätzliches Personal einzustellen. Dann müssen wir hoffentlich weniger Schlagzeilen über Serva lesen die von ihren Herrschaften verprügelt oder misshandelt werden. Ich meine, zum Glück kommt sowas ja doch nicht all zu oft vor, aber selbst die wenigen Fälle sind zu viel.“
“Du meinst, meine Chefin darf mich dann nicht mehr misshandeln und muss mir ein ordentliches Gehalt zahlen?“ fragte Isabella grinsend.
Emylia schaute zu ihr und bedachte sie mit einem verärgerten Blick. „Ich misshandele dich gleich mal. Du bist frei und kannst selbst auf dich aufpassen. Außerdem kannst du dich über dein Gehalt ja wohl nicht beschweren. Wenn du dir zwei Serva leisten kannst, kann das ja so schlecht nicht sein.“ Auch Emylia musste nun grinsen.
„Hey, ich werd es dieses Jahr nicht mal schaffen dreimal Urlaub zu machen. Wir müssen uns auf zweimal beschränken.“
„Wenn es dir darum geht, meine Familie hat ein paar Ferienhäuser an ziemlich schönen Ecken. Die stehen sowieso die meiste Zeit leer, wenn du willst, kann ich dir da aushelfen. Du müsstest nur den Flug zahlen. Aber wenn dir das noch zu viel ist, du weißt ja wo du eine Pilotin findest, die dich hin bringen kann.“ sagte Emylia. „Und wenn ich keine Zeit habe, Rebecca kann auch fliegen.“
Isabella und Rebecca sahen sich grinsend an und mussten dann lachen
Nun erst begriff Emylia. „Komm, hör auf mich zu verarschen.“ sagte sie ein wenig verärgert. Ihr war anzusehen daß sie dieses Angebot ernst meinte und nicht gemerkt hatte, das Isabella sie auf den Arm genommen hatte.

„Und wo geht’s da hin?“ fragte Rebecca als sie wieder im Wagen saßen. Sie deutete auf das große Stahltor. Es machte den Eindruck bereits seit geraumer Zeit nicht mehr geöffnet worden zu sein.
„Das ist ein Bereich vom Bergwerk der noch leer steht. Da ist im Moment garnichts drinne. Und weiter hinten geht es zum Wasserkraftwerk, aber das ist von der anderen Seite aus auch zugänglich.“ Emylia machte ein recht besorgtes Gesicht.
„Was ist los?“ fragte Rebecca die Emylias Stimmungswandel bemerkt hatte.
„Vor ein paar Wochen hat es einen Unfall gegeben. Eine Technikerin ist beim Wasserkraftwerk verunglückt. Sie ist auf einer Treppe ausgerutscht und in einen unterirdischen Bach gefallen. Wir haben sie nicht mehr gefunden. In den Höhlen kommen selbst Taucher nur langsam voran und es kann niemand sagen wie groß diese Höhlen überhaupt sind.“ Sie schaute einige Sekunden Lang auf das große Tor und schüttelte dann den Kopf. „Kommt, lasst uns weiter fahren.“ sagte sie. In ihrer Stimme war so etwas wie Trotz zu hören.
Isabella und Rebecca sahen sich kurz an. Sie konnten sehen, wie sehr dieses Thema Emylia belastete.

Emylia wendete den Wagen und fuhr zurück. Es dauerte einige Minuten dann schien sie sich wieder gefasst zu haben. Sie fuhr jedoch nicht direkt zurück zum Ausgang sondern lenkte den Wagen in den spärlich beleuchteten Stollen „So, jetzt kommt das Beste.“ sagte sie geheimnisvoll und hielt vor einem weiteren Tor. Sie tippte auf ihrem Comm und dieses öffnete sich. Dann fuhr sie weiter und hinter ihnen fiel das Tor mit einem durchdringenden, dumpfen Geräusch ins Schloss. Einige Meter weiter gab es ein weiteres Tor welches sich gerade öffnete. Auch dieses schloss sich hinter ihnen.
„Während des Krieges wurden hier Panzer gebaut. Absolut Sicher gegen Luftangriffe und wenn beide Tore geschlossen sind ist das Ganze hier eine uneinnehmbare Festung. Hier haben an die 3000 Leute gearbeitet. Es gab sogar eigene Unterkünfte und Vorräte für ein ganzes Jahr.“ erklärte Emylia während sie an mehreren großen Durchgängen vorbeifuhren.
Sie fuhren eine ganze Weile weiter. Einmal bog Emylia in einen der Durchgänge ein und blieb in einer riesigen unterirdischen Halle stehen. Die Halle war so groß, das die Scheinwerfer des Wagens nicht bis ans andere Ende reichten.
„Was passiert mit den Räumen hier?“ wollte Isabella wissen.
„Garnichts. Wenn der Lagerraum mal nicht mehr reichen sollte, dann können wir hier her ausweichen. Aber das Lager auf der anderen Seite sieht genauso aus wie dieser Teil und ist noch nicht mal zu einem Bruchteil voll. Und so wie es aussieht, wird sich das in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Aber der Vorteil ist, daß das Ganze hier massives Grundgestein ist und dadurch so gut wie keine Wartungskosten anfallen. Selbst wenn man nichts hier macht, sieht es in hundert Jahren noch fast genauso aus wie jetzt.“ Emylia wendete den Wagen und fuhr dann weiter den Stollen entlang.

„Wir sind jetzt einen guten Kilometer weit vom Eingang entfernt.“ sagte Emylia und hielt vor einem vergleichsweise kleinen Tor. „Das hier ist mein ganz privater Spielplatz.“ erklärte sie und öffnete das Tor mit einem ganz normalen Schlüssel. Sie trat ein und Isabella und Rebecca folgten ihr in einen dunklen Gang von dem lediglich drei Türen abzweigten. Sobald die Tür hinter ihnen ins Schluss fiel, schaltete sich die Beleuchtung ein und sie öffnete die linke Tür.
Der Raum in dem sie sich befanden war gut zehn Meter lang und breit und an der gegenüberliegenden Wand befanden sich eine Unmenge Bildschirme, Rebecca zählte zwölf kleinere Monitore die um einen riesengroßen Monitor herum gruppiert waren. In der Mitte des Raumes standen auf einfachen Tischen mehrere Computer. Emylia schaltete einen davon an und setzte sich. Sie deutete Isabella und Rebecca, sich ebenfalls zu setzten. Es dauerte einen Augenblick bis der Computer bereit war. Sie tippte auf ein Symbol auf dem Bildschirm und sofort erwachten die Monitore an der Wand zum Leben. Jeder von ihnen, zeigte das Bild eines Raumes. Jeder dieser Räume war anscheinend unterschiedlich ausgestattet. Es gab Räume die einem Krankenzimmer glichen, solche die wie Umkleiden aussahen aber auch Räume in denen irgendwelche Maschinen standen. Besonders ein Raum fiel Rebecca ins Auge. In diesem war eine Treppe zu sehen die zu eine Art Graben führte der am Ende des Blickfeldes eine Biegung machte und durch die Wand führte.

„Was ist das alles?“ fragte Isabella erstaunt.
Statt einer Antwort tippte Emylia auf dem Bildschirm des Computer herum und auf dem größten Monitor an der Wand erschien das Bild eines Raumes in dem sich mehrere Waschbecken und Duschen befanden. Ein paar Handgriffe später begann sich in dem Raum hinter einer vorgezogenen Wand etwas zu bewegen. Mehrere riesige Tentakel schossen hinter der Wand hervor und bewegten sich tastend und suchend im Raum umher.
„Die sehen aus wie der den Trish für ihr Kostüm hatte.“ sagte Rebecca nachdem sie den ersten Schreck überwunden hatte.
„Die Technik ist die selbe. Aber für Trishs Tentakel mussten wir uns schon was einfallen lassen. Die müssen über Batterien versorgt werden, während die hier direkt am Stromnetz hängen. Aber dafür sind die hier auch ungleich stärker.“ erklärte Emylia und tippte erneut auf dem Bildschirm herum worauf hin die Tentakel sich wieder zurückzogen.
„Und was bitteschön soll das Ganze?“ hakte Isabella noch einmal nach.
„Das ist wie gesagt mein privater Spielplatz. In jedem Raum gibt es ein oder mehrere solche Überraschungen. Selbst wenn du weißt, daß das Ganze nur eine Art Geisterbahn ist, wenn du einmal da drinne bist und den Ausgang suchen musst, ist das ziemlich aufregend. Außerdem sind da drinne mehrere Entwicklungen verbaut die noch im Prototypenstadium stecken.“ Emylia drehte sich auf ihrem Stuhl zu Isabella um „Das Ganze ist eine Art Geisterbahn der perversesten erotischen Spielarten.“ sagte sie grinsend. „Die Tentakel waren übrigens Trishs Idee. Der Schleim“ sie tippte noch einmal auf dem Bildschirm herum und auf dem Monitor erschien der Raum mit dem Graben in Großaufnahme „war Johannas Idee. Sie mag sowas anscheinend.“ Plötzlich begann der Graben sich mit einem leuchtend grünen, zähflüssigen Schleim zu füllen der immer höher stieg. „Mit schwachen elektrischen Feldern kann man die Viskosität von dem Zeug einstellen. Von fast wie Wasser bis Wackelpudding. Da durch zu kommen kann ganz schön anstrengend sein.“

Mit einer Mischung aus Faszination und Entsetzen starrten Isabella und Rebecca auf den großen Bildschirm und beobachteten wie der Schleim in mehreren Bodenabflüssen wieder verschwand.
„Und wer geht da freiwillig rein?“ wollte Rebecca wissen.
„Ich zum Beispiel. Oder Trish. Helen war auch schon mal drinne. Und einige Andere ebenfalls. Das ist zwar alles vermutlich ziemlich seltsam aber wer auf solche Sachen steht, dem macht das schon Spaß.“
„Das scheint mir aber nur ein recht einmaliges… ähm, vergnügen zu sein.“ sagte Isabella. „Wer einmal da drinne war, weiß doch wie es weiter geht.“
„Überhaupt nicht. Je nachdem, wer hier sitzt, ist das jedes Mal anders. Wer von Euch möchte denn mal?“ Emylia schaute die Beiden mit einem breiten Grinsen im Gesicht an.
„Danke, aber nein danke.“ sagte Rebecca. Auch Isabella schüttelte den Kopf und lehnte das Angebot ab.
„Ihr wisst ja garnicht, was euch entgeht.“ sagte Emylia lachend.
„Danke, aber ich habe erstens gerade ein paar Schülerinnen zur Probe hier und außerdem, in drei Tagen hat Maja Geburtstag, da will ich schon wieder zu Hause sein.“ sagte Isabella.

Emylia schaltete mit einem Tippen die Bildschirme aus und die Drei machten sich auf den Weg zurück zum Ausgang. Während der Fahrt über schwiegen Isabella und Rebecca und ließen sich das gerade gesehene noch einmal durch den Kopf gehen.

„Sie ist verrückt geworden.“ sagte Isabella als sie und Rebecca nach Hause gingen.
„Wieso?“ wollte Rebecca wissen. „Mal ganz ehrlich, so schlimm finde ich das nun auch wieder nicht. Und sie ist damit ja anscheinend nicht alleine. Solange sie niemanden dazu zwingt, lass sie doch. Außerdem, ich darf dich mal an deine eigenen Worte erinnern: ’Pervers bist du erst, wenn du niemanden mehr findest, der mit machen will.’ oder irre ich mich da?“ Sie schaute Isabella grinsend an.
„Jaa jaa. Schon gut, erinnere mich nicht mehr daran. Was ich nur komisch finde ist, daß sie ein so großes Gebäude mitten in einem alten Bergwerk nur dafür gebaut hat.“
Rebecca musste wieder lachen „Ich gehe mal stark davon aus, daß sie das nicht nur aus reinem Eigennutz gebaut hat. Wahrscheinlich ist das sowas wie der Giftschrank der Entwicklungsabteilung hier. Vermutlich kommt sowas in ein paar Jahren auf den Markt. Und dann kannst du davon ausgehen, daß das ziemlich viele Leute kaufen werden.“

Sie kamen an dem Wohnblock vorbei in dem Isabella wohnte „Wie auch immer. Hier wohne ich. Mal sehen, ob Maja zu Hause ist. Seit wir hier wohnen ist sie ziemlich oft unterwegs. Heute steht glaube ich, der Kochclub auf dem Programm. Dann gibt’s immer irgend welchen exotischen Gerichte zu essen. Bin gespannt, was es heute gibt.“ sagte Isabella schmunzelnd.
„Sag mal, Emylia hatte mir erzählt, daß du noch eine Serva hast? Kommt da keine Eifersucht auf?“
„Warum denn? Wir haben uns lange drüber unterhalten und uns arrangiert. Das einzige Problem ist im Moment, daß das Bett zu klein ist.“ sagte Isabella grinsend. „Aber so kuschelig find ich das eigentlich viel schöner.“
„Na, dann wünsch ich euch viel Spaß.“ Rebecca lachte. Sie verabschiedeten sich und Rebecca ging weiter zu Andreas Haus.

- - -

„Los aufstehen faule Bande“ schrie Isabella in den Schlafsaal. Keine der Frauen hatte den Gong zum Wecken gehört. Sie ging an der Reihe Betten vorbei und hieb kräftig mit ihrer Gerte auf die Bettdecken, was jedes mal einen lauten Knall verursachte. Die Frauen schreckten bei dem Geräusch auf und waren schnell aus ihren Betten gesprungen. Lediglich Frida war bereits von dem Gong aufgewacht und stand in ihren Sportsachen vor dem Bett. Amüsiert beobachtete sie die anderen Frauen die hektisch in ihren Schränken nach den Sportsachen suchten.
„Oh Mann, muss das sein?“ fragte eine der Frauen verschlafen während sie sich die Turnhose anzog.
Isabella ging zu ihr und schrie „Es ist fünf Minuten nach dem Aufstehen. Alles Andere interessiert nicht.“
Die Frau kniff die Augen zusammen und beeilte sich mit dem anziehen. Keine drei Minuten später standen alle mehr oder weniger munter vor ihren Betten und Isabella ging die Reihe entlang bis sie vor einer Frau stehen blieb. „Ich weiß ja nicht, wo man eine Turnhose so anzieht, aber hier solltest du sie schon mal richtig herum anziehen. Das sieht einfach albern aus.“ sagte sie trocken. Schnell zog die Frau die Hose aus, krempelte sie um und zog sie wieder an.
„Nachdem es endlich alle geschafft haben sich auch richtig anzuziehen, können wir ja los gehen.“ sagte sie und öffnete die Tür. Die Frauen folgten ihr und liefen ihr hinterher.

Nachdem sie eine gute halbe Stunde gelaufen waren kamen sie an einem Wohnblock vorbei. Isabella lief voran und blieb vor der Wiese neben dem Parkplatz stehen. Die Frauen ließen sich erschöpft auf die Wiese fallen und wollten sich ausruhen doch Isabella rief „Was wird das denn wenn´s fertig ist?“ rief Isabella. „Hier wird sich nicht ausgeruht. Jetzt will ich ein paar Liegestütze sehen.“ Die Frauen begannen zögernd mit Liegestützen. Nach einer Weile rief Isabella „Das müssen wir aber noch üben. Jetzt alle aufstehen und macht mir den Hampelmann.“
Die Frauen stöhnten leise, standen auf und machten Hampelmänner.
„Körperliche Fitness ist als Serva einfach wichtig.“ begann Isabella zu dozieren. „Aber auch, das ihr eure Haltungen kennt und beherrscht. Abgesehen vom normalen Knien, welches bei einer Serva das Sitzen ersetzt, gibt es drei Grundhaltungen.“ sie erklärte den Frauen der Reihe nach die drei Grundhaltungen und die Handzeichen die die Herrschaften machen konnten um sie dazu aufzufordern, diese einzunehmen. Die erste war das Knien mit soweit wie möglich gespreizten Beinen, wobei die Hände mit der Handfläche auf den Beinen liegen mussten, diese Haltung mussten sie einnehmen wenn die Herrschaft auf den Boden zeigte. Die zweite Haltung, das Stehen mit leicht gespreizten Beinen und hinter dem Rücken verschränkten Armen musste bei erhobenem Zeigefinger eingenommen werden. Wenn Zeige- und Mittelfinger erhoben wurden, mussten sie sich präsentieren, was wie das Stehen war, nur daß die Hände im Nacken verschränkt wurden.

Diese Haltungen ließ Isabella die acht Frauen mehrmals üben bis sie bei Allen halbwegs zufrieden damit war.
„Hier werdet ihr zu den drei Grundhaltungen auch noch zwei weitere Haltungen lernen, nämlich Knien mit hinter dem Rücken verschränkten Armen.“ sie deutete mit drei Fingern auf den Boden und die Frauen knieten sich hin. Wieder ging Isabella die Reihe ab und korrigierte die Haltung. Auch bei Frida musste sie hier korrigierend eingreifen indem sie ihre Schultern mit der Gerte soweit es ging nach hinten drückte.
„Das Präsentieren und das Knien mit den Armen auf dem Rücken, hat jemand eine Ahnung, warum das so gemacht wird?“ fragte Isabella in die Runde, doch keine der Frauen antwortete.
„Ganz einfach, wenn ihr eure Schultern so weit es geht nach hinten nehmt, werden eure Brüste weit nach vorne gedrückt und stehen schön vor.“ sagte sie „Das hilft zwar nicht bei allen, aber bei denjenigen die mehr als nur Körbchengröße A haben sieht man deutlich den Unterschied.“
Einige der Frauen kicherten leise.
„Ruhe, hier wird nicht über Andere gelacht. Und die Einzige, die hier Witze macht, bin ich!“ sagte sie in etwas schärferem Tonfall. Dann deutete sie mit dem Finger auf den Boden. Die Frauen begriffen schnell was sie wollte und nahmen die Hände auf die Beine. „In den meisten anderen Schulen lernen Serva, daß das Präsentieren auch dazu da ist, eine Strafe zu empfangen. Aber warum sollte man so eine eigentlich recht ansehnliche Position mit sowas belasten, wenn es dazu eine eigene gibt?“ sie hielt die Hand, flach ausgestreckt, nach unten. Wieder war es Frida, die die neue Position zuerst einnahm. Sie beugte sich so weit nach vorne, bis ihre Stirn den Boden berührte und kreuzte dann die Hände vor sich auf dem Boden. So kniete sie mit weit nach oben gestrecktem Hintern und fast flachem Rücken vor Isabella. Auch hier bemühten sie die Anderen es ihr nachzumachen.

Isabella stellte sich neben Frida und flüsterte so leise, daß nur sie es hören konnte „Denk dran, keinen Ton.“ Darauf hin nickte Frida kaum merklich und Isabella hieb ihr mit der Gerte auf den ausgestreckten Hintern. Frida zuckte zwar leicht zusammen, gab aber keinen Ton von sich. Auf ihrem Hintern hatte sich sofort ein roter Striemen gebildet.

Nun ging Isabella zu der nächsten Frau und schlug ihr ebenfalls auf den Hintern, aber bei weitem nicht so fest wie bei Frida. Dennoch schrie die Frau laut auf und wollte aufstehen.
„Schön so bleiben.“ sagte Isabella ruhig und hielt ihr die Gerte in den Nacken und drückte sie wieder zu Boden. Dies wiederholte sie bei den anderen sechs Frauen ebenfalls. Sie mussten alle Positionen noch mehrmals üben, wobei jede der Frauen beim einnehmen der Strafposition einen leichten Klaps auf den Allerwertesten bekam. Lediglich Frida hatte, als sie zurück zur Schule liefen mehrere deutlich sichtbare Striemen auf dem Rücken und dem Hintern. Als sie im Schlafsaal angekommen waren warf Isabella Frida einen fragenden Blick zu, den diese lächelnd mit einem Nicken beantwortete.

„Was war das denn?“ wollte eine der Frauen, sie hieß Nora, von Frida wissen.
„Was meinst du?“ fragte Frida nach während sie in den Waschraum gingen.
„Na, sie hat dich ja ganz schön ran genommen. So wie du sieht von uns Anderen keine aus.“
„Ach das meinst du. Ich kenne das nicht anders. Wahrscheinlich wollte sie euch nicht verschrecken.“ sagte Frida lachend.
„Nicht verschrecken? Machst du Witze? Das hat weh getan.“ fiel Grace ein die sich gerade unter die Dusche stellte.
„So schlimm kann das doch garnicht gewesen sein.“ sagte Frida und lachte „Bei euch sieht man ja nicht mal was. Aber ihr habt euch ganz schön angestellt. Als ich in der Schule war, durften wir die Positionen so lange üben bis keine mehr einen Ton von sich gegeben hatte.“

Die Frauen duschten sich und gingen zurück in den Schlafsaal wo sie ihre Tuniken anzogen. Gemeinsam gingen sie in den Speisesaal und frühstückten. Danach ging es zurück in den Schlafsaal wo sie auf Isabella warteten.

- - -

„Ich muss heute in die Stadt um etwas zu erledigen.“ sagte Andrea nach dem Frühstück.
„Soll ich Sie fahren Herrin?“ fragte Rebecca.
„Das ist nicht nötig. Ich fahre heute selbst. Aber du hast heute einen Termin bei Johanna und Doktor Valen.“ Sie holte etwas aus ihrer Tasche und gab es Rebecca. Es war der Schlüssel zu ihrem Keuschheitsgürtel. „Den wirst du nachher brauchen. Ich gehe davon aus, daß ich mich auf dich verlassen kann.“ sagte Andrea schmunzelnd.
Rebecca schaute sich den Schlüssel an „Ja Herrin, Sie können sich auf mich verlassen.“ sagte sie und steckte den Schlüssel ein. Dann begann sie damit, den Tisch abzuräumen.

Für den Weg zur Fabrik hatte sie sich einen Elektrowagen genommen und hielt vor dem Tor welches das Fabrikgelände vom restlichen Gelände trennte. Die Wache kam auf sie zu und fragte, was sie wollte.
„Ich habe einen Termin bei Doktor Valen und Frau Davids.“ sie zeigte der Wache den Eintrag auf dem Comm.
„Stellen Sie den Wagen da vorne ab. Es kommt gleich jemand um sie abzuholen.“ sagte die Wache freundlich.
Rebecca bedankte sich und stellte den Wagen in einer Parkbucht ab, dann ging sie zurück zum Tor. Es dauerte nicht lange, dann kam Johanna mit einem Wagen angefahren und Rebecca wurde hineingelassen. Sie stieg zu Johanna in den Wagen und begrüßte sie mit einem „Guten Morgen.“
„Dir auch einen guten Morgen Rebecca.“ sagte Johanna.
„Was soll denn heute passieren?“ wollte Rebecca wissen.
„Das weißt du nicht?“ Johanna schmunzelte. Sie kannte Andrea gut genug um zu ahnen, daß sie Rebecca nichts gesagt hatte. Diese schüttelte lediglich den Kopf und stieg zu ihr in den Wagen. Sie fuhren an der Verwaltung und einer der großen Hallen vorbei zu einem kleineren, dreistöckigen Gebäude.

Sie betraten das Gebäude und kamen in einen kleinen Empfangsbereich den sie schnell durchschritten und in einen kurzen Flur gingen. Der Raum den sie nun betraten sah aus wie eine Mischung aus einem Behandlungszimmer bei einem Arzt, einem Chemielabor und einer Schreinerwerkstatt. Auf diversen Labortischen lagen verschweißte Beutel mit unbekanntem Inhalt, auf einem anderen Tisch lag eine Stichsäge und ein elektrischer Schrauber neben einigen Holzlatten.
„Was ist das denn hier?“ fragte Rebecca erstaunt. Sie betrachtete einige Mischbehälter und eine Bohrmaschine an der ein großer Quirl befestigt war, wie man ihn in der Küche benutze.
„Das hier ist mein Labor. Hier entwickele ich alles Mögliche. Aber bei dir geht’s um was anderes. Komm, zieh dich schon mal aus. Rosalie ist gleich hier. Hast du deinen Schlüssel dabei?“
Rebecca gab Johanna den Schlüssel welchen sie von Andrea bekommen hatte und zog ihre Tunika aus.

Nun musste sie sich auf ein kleines Podest stellen und sich an zwei Stangen festhalten die neben diesem in Reichweite ihrer Arme in Boden und Decke befestigt waren. Johanna kam mit einem länglichen Plastikteil zu ihr und drückte es vorne auf die Oberseite des Hüftbandes ihres Keuschheitsgürtels. Mit einem Klicken rastete es dort ein. Nun holte sie ein zweites Plastikteil welches ähnlich aussah und ließ es auf der Rückseite des Keuschheitsgürtels einrasten. Sie richtete es noch etwas aus und schien dann zufrieden zu sein.
Nun kam sie mit einer großen Sprühflasche zu Rebecca. „Keine Angst, das ist nur Babyöl. Das brauchen wir damit die Formenmasse sich leichter ablösen lässt. Die hält sich sonst an jedem noch so kleinen Härchen fest und das tut beim Abnehmen tierisch weh. Glaub mir, das weiß ich aus Erfahrung.“ Anstatt sie jedoch mit dem Öl einzusprühen stellte sie die Flasche neben sie auf den Boden. In diesem Moment öffnete sich die Tür und eine Mittfünfzigerin in einem weißen Kittel kam zu ihnen.
„Hallo, Ich bin Rosalie Valen. Du bist Rebecca?“
„Rebecca Winter. Hallo“
„Schön. Du kannst mich Rosalie nennen. Wo tut’s denn weh?“ fragte sie.
„Im Moment nirgendwo. Ich bewege mich im Moment eigentlich genug und habe keine monotonen Belastungen.“ sagte Rebecca.
„Schade eigentlich.“ sagte Rosalie.
„Bitte?“ Rebecca sah sie leicht verärgert an.
„Entschuldige. Aber das würde es ein wenig einfacher machen, die richtigen Stellen zu finden.“ erklärte sie.
„Was denn für Stellen?“ wollte Rebecca wissen.
Rosalie schaute sie kurz an. „Dir hat niemand gesagt, worum es geht?“
„Leider nein. Ich würde das allerdings gerne wissen.“

Rosalie warf Johanna einen kritischen Blick zu. Dann begann sie zu erklären, daß sie ein Stützkorsett anfertigen wollten, welches Rebeccas Rücken bei eintöniger Belastung entlasten aber auch die Muskeln trainieren sollte und diese dazu zu bringen sich nicht zu versteifen. Dazu mussten an bestimmten Stellen an Rebeccas Rücken Luftpolster angebracht werden die nachher in das Korsett eingearbeitet werden würden.

Sie begann damit, Rebeccas Rücken zu untersuchen und abzutasten. Dabei ließ sie sich von ihr die Stellen zeigen an denen es schmerzte. Mit Hilfe der Krankenakte und einer anatomischen Tafel wurden dann kleine, verschiedenfarbige Markierungen aus Kunststoff auf ihren Rücken und ihre Vorderseite geklebt. Sie schaute sich alles noch einmal genau an und schien mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein.
„Sag mal, wo wir schon mal dabei sind, möchtest du auch eine schmalere Taille haben? Oder etwas mehr Oberweite?“ fragte sie mit ernstem Gesichtsausdruck.
„Wie soll das denn gehen?“ wollte Rebecca wissen. Sie fühlte sich so zugeklebt nicht gerade sonderlich wohl.
„Naja, für die Oberweite könnten wir ein paar Polster mit einarbeiten. Dann hat zumindest das fertige Stützkorsett eine halbe Körbchengröße mehr. Und für eine Schmale Taille können wir noch Luftpolster mit einarbeiten die man langsam so anpassen kann, das deine Taille mit der Zeit schmaler wird.“ sagte sie grinsend.

Nun musste auch Rebecca lachen. „Lieber nicht. Ich habe so schon genug Ärger mit meinem Rücken, da muss das nicht auch noch sein.“
„Dann eben nicht.“ Auch Rosalie musste nun lachen. Sie holte zwei Klebepads von einem Tisch und kam damit zu Rebecca zurück. „So, jetzt muss ich dir mal an die Brüste gehen.“ sagte sie und begann zog die Klebefolie von einem der Pads ab. Ohne abzuwarten hob sie Rebeccas linke Brust und klebte das Pad darunter so das diese ein wenig angehoben wurde.
„Muss das sein?“ fragte Rebecca überrascht.
„Tut mir leid, aber ja, das muss sein. Wenn wir das nicht machen, werden die nachher eingequetscht. Das tut nach einer Weile dann ziemlich weh.
„Verstehe. Aber kann ich das bitte selbst machen?“
„Nein, das geht nicht. Wenn du dich jetzt bewegst, dann verrutscht alles wieder und wir können noch mal von Vorne anfangen. Und ich glaube nicht, daß du dazu große Lust hast.“
„Ehrlich gesagt nicht. Bitte.“ Rebecca gab sich geschlagen und ließ die Ärztin machen.
Diese klebte nun auch unter ihre rechte Brust ein Klebepad und trat zwei Schritte zurück. „Johanna, was denkst du? Ist das gerade?“ fragte sie.
Johanna trat zu ihr und schaute sich Rebecca eingehend an. Dann zog sie ein Gerät von der Decke herunter welches aussah wie eine Lampe. Sie schaltete es ein und auf Rebeccas Körper erschienen mehrere rote Linien. Sie richtete das Gerät aus und drehte an mehreren Einstellknöpfen so das die Linien genau waagerecht und senkrecht liefen.

„Sieht gut aus. Ich denke das können wir so lassen.“ sagte Rosalie.
„Prima. Dann die noch.“ sagte Johanna, nahm zwei runde Plastikteile vom Tisch und ging zu Rebecca. „Die müssen auch noch angebracht werden.“ sagte sie und hielt die Teile Rebecca hin, so daß sie sie genau sehen konnte.
„Na meinetwegen. Wenn es sein muss.“ sagte Rebecca, worauf hin Johanna ihr die beiden Teile, sie waren kreisrund, flach und etwa 5 Zentimeter im Durchmesser, auf die Brustwarzen klebte.
„So. Das war’s jetzt aber wirklich.“ sagte Johanna. „Aber jetzt kommt der unangenehme Teil.“
„Wie? Das war noch nicht unangenehm genug?“ Rebecca musste wieder lachen. Diese ganze Situation kam ihr reichlich grotesk vor.

„Jetzt müssen wir das Ganze noch fixieren und abnehmen. Danach bist du fertig. Aber sei froh, daß du schon den Gürtel trägst. Sonst müssten wir dir den auch noch anpassen.“ erklärte Johanna. Sie nahm nun die Sprühflasche und begann Rebeccas Oberkörper mit dem Öl einzusprühen. Dann holte sie ein Gerät aus einer Ecke hervor das aussah wie ein riesiger Staubsauger. Sie schaltete das Gerät ein und es fing leise an zu brummen. Sie nahm den Schlauch von einem Halter herunter und richtete ihn auf Rebecca.
„So, wenn ich es dir sage, dann musst du leicht einatmen und die Luft 30 Sekunden lang anhalten.“ sagte sie „Und jetzt bitte nicht erschrecken. Das wird laut und ein wenig kalt.“ Sie drückte auf einen Schalter am Ende des Schlauches. Darauf hin spritzte eine grünliche Masse aus diesem heraus auf Rebeccas Oberkörper. Diese Masse war wirklich reichlich kühl doch da sie vorgewarnt war blieb sie ruhig stehen. Johanna sprühte Rebeccas gesamten Oberkörper vom Kinn bis zum Hüftband des Gürtels dick mit dieser Masse ein und achtete darauf auch wirklich jede Stelle zu erreichen. Dann schaltete sie das Gerät aus und sie sagte „So, jetzt bitte einatmen und die Luft anhalten.“ Rebecca atmete ein und hielt die Luft an. Johanna drückte auf eine Stoppuhr die quälend langsam die 30 Sekunden zurück zählte. Als die Zeit abgelaufen war durfte Rebecca wieder atmen. Nun drückte Johanna einige Holzleisten zur Stabilisierung der Form auf die ausgehärtete Masse und trug eine weitere Schicht auf.

Johanna erklärte ihr, daß die Masse nun noch einige Minuten aushärten muss und sie sie ihr dann abnehmen würden. Nach ungefähr zehn Minuten holten sie eine Art Messer und einen dünnen Blechstreifen aus einer Schublade. „So, jetzt schön stillhalten bitte.“ Sie führte den Blechstreifen unter ihrem Arm hinter die nun gummiartige Masse und legte dann das Messer darauf. Sie zog langsam das Messer bis zum Ansatz des Keuschheitsgürtels durch die Masse und zog den Blechstreifen heraus. Das Selbe wiederholte sie auf der anderen Seite und schnitt dann mit einem anderen Messer die dort überstehende Masse ab.

Mit Rosalies Hilfe zog Johanna einmal kräftig an der Stelle wo der Schnitt entlang lief und die hintere Hälfte löste sich von Rebeccas Rücken ab. Sie nahm den Schlüssel und steckte ihn in das Schloss des Gürtels. Mit einem Klicken öffnete sich die Verriegelung mit der das Plastikteil im Hüftband verriegelt war und die Beiden konnten die hintere Hälfte abnehmen. Auf die selbe Weise nahmen die Beiden auch die vordere Hälfte ab. Alles was die Ärztin auf Rebeccas Körper geklebt hatte, befand sich nun im inneren der Form.

„So, eine Rebeccaform.“ sagte Johanna lachend als sie die beiden Hälften zusammen hielt. „Wenn du willst, kannst du dich wieder anziehen.“
Dies ließ Rebecca sich nicht zweimal sagen und zog ihre Tunika wieder an.
„In zwei Tagen ist alles Fertig zur Anprobe.“ sagte Johanna und Rebecca verabschiedete sich.

- - -

Johanna nahm noch einige Maße und brachte die Form dann zu Weberei. Dort würde sie zuerst ausgegossen werden und dieses Positiv dann an bestimmten Stellen mit einem weichen Schaum beklebt werden. Darauf kamen dann die Luftpolster und zum Schluss würde alles mit Kohle- und Kevlarfasern umwebt werden. Diese würden dann mit einem Harz laminiert werden welches unter einem Vakuum aushärten musste.

Morgen würde sie das fertige Korsett abholen und die letzten Kleinigkeiten anpassen können. Sie schaute auf die Uhr, nahm ihre Sachen und ging dann nach Hause wo Larissa anscheinend gerade dabei war, das Wohnzimmer auf den Kopf zu stellen. Die Sessel lagen verkehrt herum auf der Couch und diese war zusammen mit dem Couchtisch an die Wand geschoben während die Hälfte des Teppichs unter einer dicken Schicht Schaum verschwunden war. Larissa war allerdings nirgendwo zu sehen, allerdings konnte Johanna aus Richtung Schlafzimmer den Staubsauger hören. Sie rief ein paar Mal laut Larissas Namen in Richtung des Durchgangs, diese reagierte allerdings nicht. Wahrscheinlich war der Staubsauger zu laut. Also stellte sich Johanna in die Tür zum Wohnzimmer und wartete. Es dauerte eine gute viertel Stunde bis Larissa mit dem Staubsauger bewaffnet aus dem Flur kam. Sie sah Johanna und stellte den Staubsauger ab.
„Was wird das denn, wenn’s fertig ist?“ fragte Johanna lachend und deutete auf den eingeschäumten Teppich.
„Entschuldigung Herrin.“ stammelte Larissa „Ich hätte nicht gedacht, daß Sie so früh nach Hause kommen. Ich mache das sofort weg.“
„Kein Grund zur Panik Larissa. Wäre nur schön, wenn du mir den Weg ins Büro frei machst.“
„Ja Herrin. Ich beeile mich.“ sagte Larissa und bevor Johanna noch etwas sagen konnte, hatte Larissa auch schon den Staubsauger eingeschaltet und begann sich einen Weg durch den Schaum zu bahnen. Es dauerte einige Minuten bis der Weg vom Eingang an der Küche vorbei ins Büro vom Schaum befreit war. Larissa stellte den Staubsauger aus und kniete sich vor sie hin. „Tut mir leid Herrin. Aber ich dachte, ich könnte mal den Teppich richtig sauber machen. Immer nur saugen ist doch auch nicht das Wahre.“ sagte Larissa mit gesenktem Kopf.
„Ist doch in Ordnung. Du konntest ja nicht wissen, das ich so früh heim komme.“ Johanna ging ins Büro und schaute noch mal zur Tür heraus. „Mach alles wieder ordentlich Kleine. Aber lass dir Zeit und mach es lieber ordentlich als schnell. Wäre doof, wenn du das nochmal machen müsstest, bloß weil du jetzt hektisch wirst. Wenn du fertig bist, sag mir Bescheid, dann gehen wir essen.“

„Ja Herrin.“ sagte Larissa und knickste. Als Johanna die Tür hinter sich geschlossen hatte, begann sie damit, den Teppich gründlich abzusaugen und stellte danach die Möbel wieder an ihre ursprünglichen Plätze. Nach gut zwei Stunden stand sie mitten im Wohnzimmer und betrachtete ihr Werk. Die Hälfte des Teppichs die sie heute fertig gemacht hatte unterschied sich deutlich von der noch unbehandelten Hälfte. Aber das würde wohl bis morgen warten müssen. Sie brachte den Staubsauger zurück in den Abstellraum und klopfte dann an die Tür zum Büro.
„Herein.“ sagte Johanna von drinnen und Larissa trat ein und stellte sich neben die Tür. Sie wartete, bis Johanna sie ansprach.
„Fertig?“ fragte Johanna.
„Ja Herrin, den Rest werde ich morgen machen müssen.“
„Dann komm bitte noch mal fünf Minuten her. Dann gehen wir essen.“
„Gerne Herrin.“ sagte Larissa Sie kniete sich neben Johanna und wartete bis diese sich mit ihrem Schreibtischstuhl zu ihr drehte. Sie hatte die Schuhe und die Socken bereits abgestreift, also fasste Larissa ihren Fuß und begann diesen zu massieren.
Johanna schloss die Augen und genoss diese Massage.

Larissa massiere Johannas Fuß so wie diese es gerne hatte. Ein lächeln glitt ihr übers Gesicht als sie die Füße betrachtete und sie erinnerte sich an gestern Abend als die Herrin ihr nur mit den Füßen wahre Freudenstürme bereitet hatte. Langsam aber fest fuhr sie mit den Händen den Fuß entlang über die Waden bis zum Knie und wieder zurück. Sie legte den Fuß der Herrin vorsichtig auf ihr Bein und fasste den anderen Fuß.

Larissa wusste, daß ihre Herrin gerne etwas ganz anderes als nur diese Massage hätte, aber bisher hatte sie sich noch gescheut das zu tun. Noch musste sie mit sich kämpfen, doch sie fragte sich, was eigentlich so schlimm daran sein sollte. Sie wusste, das ihre Herrin es gerne hätte, sie aber nie dazu zwingen würde. Wahrscheinlich würde sie sie nicht einmal mehr danach fragen, nachdem sie es vor drei Wochen so vehement abgelehnt hatte. Doch was sprach eigentlich dagegen? Sie wusste genau, worauf das hinauslaufen würde und sie musste vor sich selbst zugeben, daß sie sich das insgeheim ja sogar wünschte. Sie hatte sich lange darüber mit den Anderen unterhalten und wusste daher das die Meisten fast gleichberechtigt von ihren Herrinnen behandelt wurden. Lediglich Trish war bei ihrer Freundin noch unfreier als jede Serva es sein könnte. Und das was Trish erzählte faszinierte sie mehr als sie es vor sich selbst zugeben wollte.

Sie hatte in den letzten Wochen nicht nur die gesamte Wohnung von oben bis unten gründlich geputzt sondern hatte auch viel Zeit zum Lesen gehabt. Und das, was sie gelesen hatte, hatte sie zunehmend fasziniert und je mehr sie darüber las, umso mehr wusste sie, daß sie es selbst so wollte. Nicht nur in ihrer Phantasie sondern sie wollte es wirklich erleben. Sie wollte Johanna gehören. Nicht nur als Serva. Sie hatte die letzten Tage mit sich selbst gerungen und immer wieder Argumente gefunden die dagegen sprachen. Doch mit jedem Gegenargument wurde ihr Wunsch nur noch stärker.

Während sie den anderen Fuß von Herrin Johanna, ihrer Herrin, massierte fasste sie einen Entschluss. Sie hatte vor ein paar Tagen dieses Bild gesehen was sie nicht mehr los ließ. Sie war sich vollkommen sicher, das Richtige zu tun. Langsam beugte sie sich vor und öffnete ohne zu zögern ihren Mund. Sie legte die Lippen um die Zehen ihrer Herrin und begann diese mit der Zunge und den Lippen zu massieren und zu liebkosen. Sie fragte sich, was daran denn nun so schlimm sein sollte, daß sie sich vor ein paar Wochen so standhaft dagegen ausgesprochen hatte. Sie schloss die Augen und sog langsam den Duft ihrer Herrin ein. Dieser war zwar ungewohnt aber überhaupt nicht so unangenehm wie sie es sich vorgestellt hatte. Langsam fuhr sie mit der Zunge zwischen den Zehen ihrer Herrin entlang als diese plötzlich den Fuß zurück zog.

„Was bitte soll das denn Larissa?“ fragte Johanna leise. Sie hatte gespürt, daß etwas anders war und ihre Augen geöffnet. Als sie sah, was Larissa da machte hatte sie sofort den Fuß zurück gezogen und sah nun in ihrem Gesicht eine gewisse Enttäuschung. Sie spürte, daß sich etwas verändert hatte.

„Bitte Herrin.“ sagte Larissa leise, fast flehentlich und schaute sie aus ihren Stahlgrauen Augen an.
Johanna spürte daß in diesem Moment irgend etwas mit Larissa passierte. Zwar konnte sie noch nicht erkennen, was das war und was diese Veränderung überhaupt verursacht hatte, doch im Grunde genommen war es ja genau das, was sie sich selbst ja wünschte. Aber in diesem Moment wusste sie nicht, ob sie es begrüßen sollte oder ob es nicht viel zu schnell ging. Dennoch ließ sie sich auf diesen Moment ein und legte den Fuß sacht auf Larissas Bein. Diese fasste langsam, fast zögernd ihren Fuß und hob ihn mit beiden Händen an. Dann beugte sie sich vor und legte die Lippen erneut um ihre Zehen. Johanna ließ es einfach geschehen und beobachtete mit welcher Hingabe Larissa ihren Fuß mit dem Mund verwöhnte. Nach einer Weile ließ sie jedoch von ihrem Fuß ab. Sie beugte sich noch weiter vor bis ihr Kopf auf dem Boden lag. Larissa fasste ihren Fuß und hob ihn an. Johanna ließ auch das geschehen. Auch als Larissa ihren Fuß auf ihrem Kopf absetzte und die Hände auf den Boden legte und diese kreuzte wagte sie sich nicht zu bewegen. Sie sah das Lächeln auf Larissas Gesicht, war sich aber nicht sicher ob das, was hier passierte richtig war. Natürlich, das war genau die Richtung welche sie selbst auch wollte, aber Larissa war gerade einmal sechs Wochen hier und hatte sich noch nicht einmal richtig eingelebt.

Nach einer Weile fiel es Johanna immer schwerer den Fuß der auf Larissas Gesicht lag soweit zu halten, daß er nicht mit dem vollen Gewicht auflag. Also nahm sie ihn herunter und setzte ihn auf den Boden. Sie befahl ihr aufzustehen und sich fertig zu machen. Als Larissa das Zimmer verlassen hatte, zog sie sich die Socken und die Schuhe wieder an und ging ins Wohnzimmer wo sie wartete. Als Larissa aus dem Schlafzimmer kam, verließen sie zusammen die Wohnung, fuhren mit dem Aufzug nach unten und gingen ins Zentrum wo sie zu Abend aßen.

- - -

„Was habt ihr denn erwartet?“ Frida saß im Schneidersitz auf ihrem Bett und sah den Anderen zu wie sie sich reichlich erschöpft die noch schmerzenden Beine mit einer klaren Flüssigkeit einrieben. Die letzten zwei Stunden lang hatten sie alle bewegungslos vor einer langen Wand voller Spiegel gekniet und sich dabei selbst betrachten können.
„Na du hast ja anscheinen keine Probleme gehabt.“ sagte Kira „Das geht ganz schön in die Beine.“
„Reine Übungssache. Und die bekommt ihr genug wenn ihr wirklich Serva werden wollt.“ sagte Frida ruhig. Sie hatte eine Plastiktüte neben sich liegen und knabberte die kleinen Getreidestückchen in Knochenform.
Während die Anderen sich stöhnend in die Betten legten und die Beine bewegten hatte Kira sich zu Frida gesetzt. „Wie war Mara in der Schule?“ fragte sie unvermittelt.
„Ich habe ihr Zeugnis nicht gesehen, falls du das meinst. Aber sie hat durchgehalten und sich vor nichts gedrückt. Ich glaube, sie ist ziemlich zäh.“
Kira hob nur kurz den Kopf.
„Warum willst du in die Schule?“ wollte Frida wissen.
„Ich weiß auch nicht so genau. Aber ich denke, es ist das Richtige. Studieren kann ich danach doch immer noch.“
„Erinnre mich nicht daran.“ sagte Frida. „Wenn das neue Semester anfängt soll ich auch studieren.“
„Was ist daran denn so schlimm? Sei doch froh, des deine Herrin dir das erlaubt.“
„Erlaubt? Das war die Bedingung dafür daß ich überhaupt hier sein darf.“ Frida schaute ein wenig resigniert aus.
„Das verstehe ich nicht. Ich dachte, sie hätte dich gekauft.“
Frida schüttelte den Kopf „Nein. Ich bin an die Schule gegangen damit ich nicht studieren musste. Und als ich im Probemonat bei ihr und Maja war, da habe ich mich das erste Mal wirklich wohl gefühlt. Also hab ich sie gefragt ob sie mich als ihre Serva nehmen will. Ich hab mich für fünf Jahre sozusagen verpflichtet. Aber ich wusste nicht, das sie mit meinen Eltern gesprochen hat. Und jetzt muss ich doch noch anfangen zu studieren.“
„Sowas nenne ich dumm gelaufen.“ Kira konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.
„Ja. Aber so macht mir das eigentlich nicht mal was aus. Das ich hier bin ist das Beste, was ich mir denken kann.“




[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 02.07.17 um 21:52 geändert

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HeMaDo
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Kassel


Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:09.07.17 19:51 IP: gespeichert Moderator melden


Nadine wachte auf als das Licht eingeschaltet wurde. Schweigend ging sie zum Eingang des Stollens wo die Aufseherinnen in ihren schwarzen Anzügen und den Gesichtsmasken aus dünnem Stoff mit dem Wagen standen und holte sich ihr Frühstück ab. Wie immer bestand es aus einem zähen, geschmacklosen Brei und einer Flasche Wasser die ziemlich seltsam schmeckte. Sie setzte sich auf ihr Bett und aß den Brei wie schon die ganze Zeit zuvor mit bloßen Fingern. Sie trank einen Schluck Wasser und holte dann den Stein unter ihrem Bett hervor um einen weiteren Strich an der Wand zu machen. Vierzig Schichten lang war sie bereits hier. Wenn jede Schicht aus acht Stunden arbeiten und acht Stunden Ruhe bestand, war das fast ein ganzer Monat den sie bereits hier war. Sie hatte mittlerweile die Hoffnung aufgegeben das jemand nach ihr suchen würde und fragte sich, wie lange sie hier bleiben musste und was danach mit ihr geschehen würde. Sie war sich sicher das sie noch ewig hier würde arbeiten müssen. Wahrscheinlich würde nicht einmal ein Unfall sie erlösen können. Sie hatte vor etwa zehn Schichten mitbekommen wie eine der Frauen einen Unfall hatte bei dem sie von einem Stein getroffen wurde, der sich beim Bohren gelöst hatte. Ihr Arm sah ziemlich schlimm aus aber die Aufseherinnen hatten sie weg gebracht und nach drei Schichten kam sie frisch gewaschen und mit einem Verband am Arm wieder zurück. Sie hatte mehrere Schichten lang nur leichte Arbeiten übernehmen müssen und als der Arm anscheinend ganz verheilt war wurde sie noch einmal weg gebracht, war aber zum Anfang der nächsten Schicht wieder zurück gebracht worden.

Gelegentlich kam es vor, das eine der Frauen eine oder zwei Schichten lang fehlte. Die Aufseherinnen schienen das nicht zur Kenntnis zu nehmen oder davon zu wissen. Jedoch waren alle diese Frauen zu Beginn der nächsten Schicht wieder in ihren Betten, waren frisch gewaschen und trugen saubere Overalls.

Sie ging zu dem Loch im Boden um ihre Notdurft zu verrichten und wusch sich dann mit dem Wasser welches die Felswand herab lief und putzte sich die Zähne. Dann war es soweit. Die drei Pritschenwagen fuhren vor und die Aufseherinnen kamen in den Stollen um sie zur Arbeit zu scheuchen.

Während der letzten Schicht hatten die Frauen die letzten Löcher in den Felsen gebohrt und mussten nun das heraus gesprengte Gestein auf die Loren laden. Sie trugen einfache Staubmasken und eine der Frauen war dazu abgestellt, das Lose Gestein mit einem Wasserschlauch zu befeuchten um den Staub wenigstens etwas einzudämmen. Nach Ende der Schicht war gut die Hälfte des Gesteins weggeschafft und sie wurden zurück in ihren Stollen gebracht. Müde aß Nadine ihren Brei und trank das Wasser. Kurz nachdem sie gegessen hatte rief die Aufseherin in den Stollen hinein, daß in fünf Minuten das Licht ausgehen würde. Sie ging noch einmal zum Loch in der Ecke. Gerade als sie zum Bett zurück kam, ging das Licht aus. Sie legte sich hin und deckte sich mit der stinkenden, kratzigen Wolldecke zu.

„Keinen Ton.“ flüsterte ihr jemand ins Ohr nachdem sie bereits fast eingeschlafen war. Die Decke wurde ihr weggezogen und jemand fasste sie am Arm und zog sie aus dem Bett. Sie wollte fragen, was das alles sollte, doch sie wollte nicht schon wieder Bekanntschaft mit dem Viehtreiber machen, also schwieg sie während sie durch den Stollen geführt wurde. Mehrere Türen wurden geöffnet und wieder verschlossen. Nach kurzer Zeit änderten sich die Geräusche der Umgebung und es kam ihr vor, als sei sie in einem wesentlich kleineren Raum. Sie hörte ein kratzendes Geräusch und kurz darauf einen dumpfen Schlag hinter sich.

„Mach die Augen zu.“ sagte die Stimme.
Wieso sollte sie die Augen schließen? War es denn nicht schon dunkel genug hier? fragte sie sich.
In diesem Moment wurde es hell um sie herum und sie nahm die Hände vors Gesicht um nicht geblendet zu werden. Langsam öffnete sie die Augen wieder und nahm die Hände herunter. Langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Licht und sie erkundete mit ihren Augen den Raum in dem sie sich befand. Er war gut zehn Meter lang und halb so breit. An einer der Längswände standen mehrere Stühle, sie zählte zehn Stück die dicht beieinander standen. Davor gab es einen Tisch der aussah als hätte er schon mal bessere Zeiten gesehen. Die Platte wies einige tiefe Kratzer und riefen auf. Auf der anderen Seite standen drei Betten. Nur auf einem davon gab es Bettzeug welches sogar ziemlich sauber aussah. Ihr gegenüber, im hinteren Bereich des Raumes gab es eine kleine Nische welche mit einer Plastikfolie verschlossen war. Dahinter konnte sie das Plätschern von Wasser hören. Sie drehte sich um und sah eine schwere Stahltür welche mit zwei schweren drehbaren Griffen verriegelt waren. Einer dieser Riegel war mit einer Latte verkeilt. Neben der Tür standen rechts und links zwei Stahlschränke.

Vor sich sah sie eine Gestalt die einen schwarzen Overall trug und ein seltsames Gerät auf dem Kopf hatte. ’Ein Nachtsichtgerät’ schoss es ihr durch den Kopf.
„Hallo 487, ich bin 102. Du kannst mich Kati nennen.“ sagte die Gestalt und nahm das Nachtsichtgerät vom Kopf.
Nadine wollte etwas sagen, doch es kam ihr nur ein Krächzen von den Lippen. Sie räusperte sich und versuchte noch einmal zu sprechen. „Hallo. Ich bin Nadine.“ sagte sie noch immer krächzend. Obwohl ihr die Kehle beim Sprechen schmerzte, war es eine Wohltat, die eigene Stimme wieder hören und benutzen zu dürfen.
„Du stinkst.“ sagte Kati. „Am Besten, du gehst dich erst mal duschen.“ sie schob Nadine durch den Raum, zog die Plastikfolie beiseite und schob sie dann in die Nische hinein.
„Tut mir leid, aber es gibt hier unten kein warmes Wasser.“ hörte sie Katis Stimme.

’Duschen. Nichts lieber als das.’ dachte sich Nadine und zog sich aus. Sie schaute sich um. Gegenüber der Folie stand ein niedriger Stahlschrank auf dem einige kleine Handtücher lagen und in der Ecke gab es eine Dusche. Es war keine richtige Dusche sondern lediglich ein Eimer mit einigten Löchern am Boden der an der Decke hing. Mit einigen Blechstücken wurde das Wasser welches aus der Decke floss in diesen Eimer geleitet aus dem es heraus tropfte.

Im Moment war ihr egal wie die Dusche aussah und daß das Wasser recht kalt war. Sie ging unter die Dusche und begann sich zu waschen. Auf einem Vorsprung lag ein Stück Seife mit welchem sie sich gründlich wusch. Es war eine richtige Wohltat endlich den Dreck der letzten 40 Schichten abwaschen zu können.

Nach einer gefühlten Ewigkeit verließ Nadine die Dusche. Sie nahm einige der Handtücher und trocknete sich ab. Dann ging sie aus der Dusche heraus.
„Wie fühlt es sich an?“ fragte die Frau die an einer Wand lehnte und hielt ihr einen sauberen Overall hin, den Nadine schnell anzog.
„Sauber.“ sagte Nadine leise. „Wo bin ich hier eigentlich?“
„Setz dich bitte.“ sagte die Frau, Nadine schätzte sie auf höchstens Mitte 20. Sie war einen Kopf kleiner als sie selbst und hatte kurze, braune Haare. Unter ihrem schwarzen Overall konnte Nadine eine beeindruckende Oberweite erkennen.
Es war ihr bewusst daß egal was diese Frau von ihr wollte, sie kaum eine Chance gegen sie haben würde. Vermutlich hatte sie irgendwo einen Viehtreiber versteckt, also verzichtete Nadine auf jede Widerrede und setzte sich auf einen der Stühle.

Die Frau gab ihr eine Tasse und setzte sich ebenfalls. „Tut mir leid, ich habe weder Milch noch Zucker, aber dafür ist der Kaffee auch nicht besonders stark. Ich klaue mir ab und zu zwar etwas frisches Pulver aber normalerweise muss ich mit dem Kaffeesatz aus den Maschinen der Aufseherinnen leben.“ sagte sie.
„Ich verstehe nicht ganz?“ sagte Nadine. „Wer sind Sie? Und was haben Sie mit mir vor?“
„Du kannst mich Kati nennen. Bevor ich dir alles erkläre, kann ich dir noch was anbieten? Kekse, Brot, Obst, Sex, Dosenfleisch oder Wodka? Jedenfalls denke ich, daß es Wodka ist.“
„Was?“ entfuhr es Nadine laut.
„Ich weiß nicht, ob es wirklich Wodka ist. Auf jeden Fall ist es ziemlich stark.“
„Was?“ wiederholte Nadine sich und schaute verwirrt zu Kati. „Hast du mir gerade Sex angeboten?“
Kati vermied es Nadine anzuschauen. „Schau dich mal an. Du bist einen guten Kopf größer als ich und hast die letzten paar Wochen Muskelaufbauende Präparate bekommen und die Muskeln auch trainieren können. Bevor du über mich herfällst biete ich es dir also lieber freiwillig an.“
„Wieso sollte ich das tun?“ nun war Nadine endgültig verwirrt. Diese Frau hatte sie eben mit einem Nachtsichtgerät aus ihrem Bett geholt und hatte Angst daß sie über sie herfallen würde. Sie fragte sich wer hier eigentlich das Sagen hatte. Doch aus irgend einem Grund schien ihr das Angebot sogar recht verlockend.
„Du wärst nicht die Erste. Die Meisten hier unten sind schon mehr als ein halbes Jahr hier und irgendwie ist das eine Nebenwirkung der Muskelpräparate die hier alle bekommen. Ich muss mir mein Essen von den Aufseherinnen klauen, da ist das Zeug nun mal nicht drinne. Und wenn ich frage, habe ich wenigstens auch was davon.“ Kati grinste verlegen.
„Ich frage mich gerade, wer von uns Beiden hier verrückt ist.“ sagte Nadine und schaute sich Kati genauer an. Trotz ihrer wirklich beeindruckenden Oberweite erschien sie ihr eher schmächtig und schwach. Vermutlich war sie tatsächlich ein leichtes Opfer. „Was willst du eigentlich von mir?“
„Ich brauche Hilfe.“ Kati schaute sie nun beinahe flehend an. „Ich will hier raus und alleine schaffe ich das nicht.“
„Und wie soll ich dir dabei helfen? Ich habe doch selbst keine Chance hier raus zu kommen.“
„Vielleicht nicht alleine. Aber wenn ich jemanden finde, der das hier lesen kann, gibt es immerhin eine kleine Chance.“ Sie reichte Nadine eine zerfledderte Mappe mit Papieren. „Ich kann das nicht lesen. Für mich ist das alles komplett sinnloses Gekritzel. Und die Anderen die ich in den letzten vier Monaten aus dem Stollen geholt habe hatten auch keine Ahnung von sowas.“
Nadine öffnete die Mappe und schaute sich die Papiere an. „Das sind Schaltpläne von irgend welchen Maschinen.“ sagte sie nach einem kurzen Blick auf die Papiere.
„Du kannst das lesen?“ Katis Gesichtsausdruck änderte sich schlagartig. Sie wirkte beinahe euphorisch. „Das habe ich bei dem zweiten Förderschacht gefunden.“
Nun wurde Nadine hellhörig. Doch irgend etwas in ihr riet zur Vorsicht. Sollte es so einfach sein, hier heraus zu kommen? Sie fragte sich, ob das Ganze nicht vielleicht eine Falle war.

„Ich weiß nicht, ob ich das wirklich so genau lesen kann.“ log Nadine. „Aber bevor ich mir das ansehe will ich wissen, was für ein Spiel du hier spielst und was du alles weißt. Und ich will wissen, wieso du gerade mich geholt hast.“ Langsam kam ihr Gehirn welches sie die letzten Wochen kaum gebraucht hatte wieder in Gang und sie begann zu überlegen was das alles sollte.

Kati begann zu erzählen und Nadine versuchte aufmerksam zuzuhören. Kati war vor acht Monaten aus dem Gefängnis entlassen worden wo sie vier Jahre wegen kleineren Delikten verbracht hatte. Sie wollte nicht in die Schule, da sie Angst davor hatte acht Jahre als Serva dienen zu müssen. Der Richter hatte sie zu acht Jahren verurteilt aber nach vier Jahren sollte sie bereits entlassen werden. Der Transporter brachte sie allerdings nicht in ihre Heimatstadt sondern hier her und sie musste im Bergwerk arbeiten. Sie wollte fliehen und hatte sich im Dunkeln aus dem Stollen geschlichen. Sie hatte sich mehrere Tage lang vor den Aufseherinnen versteckt und sich bei diesen ein wenig zu Essen gestohlen. Dann hatte sie diesen Raum hier entdeckt der ziemlich weit abseits lag. Der Raum war offenbar früher eine Art Schutzraum gewesen in dem die Bergleute im Notfall Schutz suchen konnten. Außerdem gab es genug Lebensmittel um eine ganze Weile hier aushalten zu können.

Von hier aus hatte sie das Bergwerk durchstreift und war dabei auf einen zweiten Förderschacht gestoßen bei dem sie auch die Pläne gefunden hatte. Doch sie hatte nicht die geringste Ahnung, wie man diesen Förderkorb zum Laufen bringen konnte.
„Und wieso denkst du, jemand von den Gefangenen könnte dir helfen?“ wollte Nadine wissen „Und was passiert, wenn die Aufseherinnen merken, das jemand fehlt?“

„Ich habe bei den Aufseherinnen ein Pad geklaut. Ich dachte, ich kann damit Hilfe rufen, aber es hat keine Verbindung zum Netz. Aber damit kann ich jemanden für ein paar Tage krank melden. Und bei 180 Frauen hier unten muss doch irgendjemand dabei sein, der diese Pläne lesen kann.“ Sie machte eine kurze Pause und schaute Nadine mit einem hoffnungsvollen Blick an „Bitte, wenn du mir hier raus helfen kannst, ich tue alles was du willst. Aber ich will nicht mehr hier unten eingesperrt sein.“ Sie schaute Nadine eindringlich an „Bitte, ich tue wirklich alles was du willst wenn wir hier raus kommen. Wenn du willst, gebe ich dir das auch schriftlich.“

Aus irgend einem Grund ahnte Nadine, daß sie es wirklich ernst meinte. Doch sie war immer noch ein wenig misstrauisch. „Gibt es noch ein Nachtsichtgerät?“
„Nein, ich habe nur das eine.“
In Nadines Kopf begann es zu Arbeiten. Sie überlegte fieberhaft ob sie Kati helfen sollte und ob es das Risiko eventuell entdeckt zu werden wert war. „Wie lange noch bis meine Schicht wieder anfängt?“ fragte sie.
„Was?“ Kati schaute sie verwirrt an.
„Wann muss ich wieder aufstehen?“
„In ungefähr vier Stunden.“ sagte Kati nachdem sie auf ein Pad geschaut hatte welches bisher auf dem Tisch gelegen hatte.
„Ich muss nachdenken. Wie lange kannst du mich hier behalten ohne daß es auffällt?“
„Höchstens vier Schichten.“
„Ich weiß nicht, ob das reicht. Am Besten du bringst mich zurück in den Stollen und holst mich in drei Schichten nochmal hier her. Bis dahin habe ich lange genug Zeit gehabt zum Nachdenken.“
„Ich soll dich zurück bringen? Aber ich dachte, wenn du diese Pläne lesen kannst, könnten wir versuchen hier raus kommen.“
„Ich hatte auch mal gedacht, ich könnte alles sofort und ohne nachzudenken machen. Aber genau das hat mich hier her gebracht. Du bringst mich zurück und holst mich in drei Schichten wieder her. Und solange hältst du dich zurück und passt auf, nicht erwischt zu werden. Verstanden? Du bist schon viel länger hier als ich. Da wirst du dich noch so lange gedulden können.“ Nadine fragte sich, woher sie die Energie nahm, so energisch zu sein. Sie wollte sich keine falschen Hoffnungen machen doch alleine die Hoffnung daß es eine Möglichkeit geben könnte hier raus zu kommen gab ihr neue Kraft.

Sie ging zu der Dusche und holte ihre Schuhe. Kati gab ihr noch ein Paar saubere Socken und brachte sie ohne Zwischenfall zurück in den Stollen und in ihr Bett. Der Gestank den sie in den letzten Wochen garnicht mehr wahrgenommen hatte stieg ihr in die Nase. Doch sie zwang sich dazu sich mit der speckigen Decke zuzudecken und die Augen zu schließen. ’Ich hätte das Angebot annehmen sollen. So schlecht sieht sie nicht aus und ihre Oberweite ist wirklich beeindruckend.’ dachte sie sich noch bevor sie einschlief.

- - -

Rebecca hatte sich mittlerweile sehr gut eingelebt und sie bereute es nicht im Geringsten diese Stelle angenommen zu haben. Nur gelegentliche Gespräche mit ihrer Mutter trübten ihre Laune. Doch diese besserte sich jedes mal nach wenigen Tagen wieder.
Alles was passierte, geschah mittlerweile in einer ruhigen Routine die Rebecca sehr genoss. Sie musste sich über nichts große Gedanken machen. Bald würde der Winter kommen und alles unter einer tiefen Schneedecke begraben, doch im Moment wollte die Sonne anscheinend allen noch einmal eine Freude machen und strahlte an diesem Morgen zwischen den grauen Wolken hindurch, die am Himmel hingen wie eine Androhung des kommenden Winters.

Sie stützte sich auf den Besen und hielt sich den Rücken. Seit sie hier war hatte sie kaum noch Schmerzen. Nur ihr Bein tat hin und wieder weh wenn sie sich bückte. Anscheinend tat es ihr gut das sie immer wieder zwischen stehenden und sitzenden Arbeiten wechselte. Aber das Fegen der Einfahrt bereitete ihr jede Woche aufs Neue einige Probleme.
Sie schaute die Einfahrt hinauf, den größten Teil hatte sie bereits geschafft. Es waren nur noch ungefähr fünf Meter bis zur Straße zu fegen. Sie streckte den Rücken durch und setzte ihre Arbeit fort.
Es dauerte nicht all zu lange bis sie es endlich geschafft hatte die Einfahrt komplett zu fegen. Sie ging zurück zum Haus und betrat dieses durch die Kellertür. In dem Raum hinter dieser lehnte sie den Besen an die Wand. Dann zog sie Mantel und Stiefel aus. Sie ging die Treppe hinauf in die Küche. Dort beschloss sie die Spülmaschine noch aus zu räumen und schon mal die Bestellung für den morgigen Tag auf zu geben. Als sie damit fertig war traf sie in der Halle auf Andrea. Sie knickste und sagte „Die Einfahrt ist fertig. Ich würde dann im Kaminzimmer die Bücher abstauben.“
„Warte einen Moment.“ hielt Andrea sie auf.
Rebecca blieb stehen, drehte sich zu Andrea und fragte „Ja Herrin?“

„Rebecca, wir werden in einer Woche für ein paar Tage verreisen.“ sagte Andrea. „Außerdem habe ich hier etwas, was du dir ansehen musst.“ sie gab Rebecca ein Pad. Rebecca nahm das Pad und schaute sich das teilweise ausgefüllte Formular an.
„Ich möchte, daß du damit heute noch zu Alia gehst um das fertig zu machen. Außerdem hast du heute Nachmittag einen Termin bei Johanna.“
„Zur Anprobe nehme ich an?“ wollte Rebecca wissen.
„Genau.“ sagte Andrea. „Seh bitte zu, das für nächste Woche das violette Abendkleid fertig ist. Ansonsten brauchen wir nur einfach Alltagskleidung.“

Rebecca ging nach oben um Andreas Garderobe schon mal zu sichten. Einige Teile, unter anderem Andreas Abendkleid und auch einige ihrer Tuniken, schickte sie zur Reinigung. Dann zog sie sich um und ging zu Andrea um sich abzumelden. Diese war gerade im Salon und sprach lachend mit jemandem am Comm. Sie nickte lediglich als Rebecca zu ihr kam. Diese ging nach draußen wo es mittlerweile leicht nieselte und fuhr mit dem Elektrowagen zu dem Flugfeld am südlichen Rand des Geländes. Dort suchte sie Alias Büro und klopfte.

Es dauerte nicht einmal eine Stunde bis sie zusammen mit Alia die Formalitäten erledigt hatte. Nun durfte sie ganz offiziell die hier untergebrachten Frachtflugzeuge fliegen und hatte einen fertigen und genehmigten Flugplan auf dem Pad. Zusammen schauten sie sich noch das Flugzeug an. Es war zwar ein Frachtflugzeug aber im Frachtraum waren fünf sehr große und bequeme Sitze eingebaut worden. Es gab sogar eine kleine Küche und eine Bar sowie ein kleines aber voll ausgestattetes Bad samt Dusche. Auf dem Boden lag ein weicher Teppich und selbst die Kabinenwände waren mit weichem Stoff verkleidet. Das Ganze war sogar noch luxuriöser als ein Privatjet.
„Fehlt nur noch ein Pool.“ sagte Rebecca lachend als sie das Flugzeug betrachtete.
„Das ist keine so gute Idee. Als wir die Maschine umgebaut hatten, gab es den sogar. Aber dann gab es Turbulenzen und das ganze Wasser mitsamt der Chefin drinne ist im Passagierabteil herum geschwappt. Wir mussten die Maschine dann auf Sizilien abholen weil die Bordelektronik versagt hatte. So sauer wie damals hab ich die Chefin selten erlebt.“ berichtete Alia breit grinsend. „Und seit dem gibt es keinen Pool mehr in Flugzeugen.“
„Ich verstehe.“ sagte Rebecca lachend. Sie stellte sich Emylia vor wie sie nass und nackt mitsamt mehreren hundert Liter Wasser in der Kabine herum flog.

Die beiden unterhielten sich noch eine ganze Weile. Als es dann Zeit zum Mittagessen war verabschiedete Rebecca sich von Alia. Als sie aus dem Hangar kam in dem das Flugzeug stand, war aus dem leichten Nieselregen ein kräftiger Dauerregen geworden. Sie lief so schnell es ging zum Wagen und fuhr ins Zentrum wo sie in der Kantine eine Kleinigkeit aß. Danach fuhr zur Fabrik wo sie wieder von Johanna am Tor abgeholt wurde.

„So, alles fertig hoffe ich mal.“ sagte Johanna als sie Rebecca das Stützkorsett zeigte welches auf einem Ständer in ihrer Werkstatt stand.
Rebecca schaute sich das riesige Teil gründlich an. Es war mattschwarz lackiert und hatte an allen Rändern schmale Streifen aus Edelstahl.
„Das sieht ja ganz schön furchteinflößend aus.“ meinte Rebecca und klopfte auf das Plastik.
„Wenn man es so hier stehen sieht muss ich dir recht geben. Zieh dich bitte mal aus, dann kannst du es anprobieren.“
Rebecca legte die Tunika ab und ließ sich von Johanna erklären, wie sie es anzulegen hatte. Zuerst musste sie die Rückenhälfte in das Hüftband des Keuschheitsgürtels einhängen und sich dann an die Wand lehnen. Dann gab Johanna ihr das Vorderteil welches sie ebenfalls in das Hüftband einrasten musste. Die beiden Hälften mussten nun einfach zusammengedrückt werden. Mit einem Klicken rasteten die Verschlüsse ein die die beiden Hälften zusammen hielten.
„Das fühlt sich garnicht mal so schlimm an.“ sagte Rebecca nachdem sie sich ein wenig bewegt hatte und in der Werkstatt herum gelaufen war. Sie ging nun zu einem großen Spiegel der in einer Ecke des Raumes stand und betrachtete sich eingehend.

Das Vorderteil reichte ihr bis knapp unters Schlüsselbein so daß ihre Brüste komplett von dem Plastik umschlossen waren. Irgendwie erschienen ihr diese ein wenig größer. Auch ihre Taille erschien ihr nun ein wenig schmaler, aber sie hatte nicht das Gefühl daß diese irgendwie eingeengt war. Selbst ihr Nabel war in dem Kunststoff abgebildet. Darunter gab es drei leicht eingerückte Felder.

Das Rückenteil reichte ihr in die selbe Höhe wie das Vorderteil und die Arme waren recht knapp ausgeschnitten, ohne daß jedoch deren Bewegungsfreiheit eingeschränkt war. Am oberen Rand des Korsetts gab es mehrere kleine Vertiefungen. Rebecca wollte wissen, wofür diese waren.
„Warte, ich zeig es dir. Ist wahrscheinlich sowieso am Besten, wenn du es gleich komplett anprobierst.“ sagte Johanna und ging zu einem Tisch auf dem noch zwei Teile lagen. Diese waren ebenfalls mattschwarz lackiert. Sie holte die beiden Teile und drückte das Erste hinten auf Rebeccas Schultern die nun hinten mitsamt ihrem Nacken komplett verdeckt waren. Das zweite Teil legte sie ihr vorne auf die Schulter. Es reichte ihr bis übers Kinn, so das gerade einmal die Lippen noch frei lagen. Auch diese beiden Teile mussten angedrückt werden bis die entsprechende Verschlüsse mit einem Klicken einrasteten. Nun war Rebecca von der Taille an aufwärts bis zum Kinn komplett in Plastik verpackt. Lediglich die Arme waren noch frei beweglich. Sie konnte den Oberkörper keinen Millimeter weit bewegen und auch den Hals konnte sie weder drehen noch neigen. Selbst sprechen fiel ihr etwas schwer, wie sie feststellen musste.

„Eigentlich wollte ich dir ja ein anderes Oberteil anfertigen lassen. Da geht das Halskorsett bis über die Nase. Aber Andrea hat gemeint, das würde so reichen.“ erklärte Johanna grinsend.
„Na, danke, sowas muss ich nicht haben. Aber wo hast du denn die Maße überhaupt her? Die Form hast du doch nur bis zur Schulter genommen.“
„Wir haben den Scan aus deiner Akte genommen. Normalerweise machen wir das immer so. Aber bei dir mussten noch die ganzen Luftpolster mit rein, da ging das nicht.“ erklärte Johanna. Sie bat Rebecca, sich zu setzen und holte ein Pad vom Tisch. „So, jetzt müssen wir ausprobieren ob alles funktioniert.“
Sie tippte auf dem Pad herum und Rebecca spürte daß die Luftpolster in ihrem Rücken sich vergrößerten. „Uff.“ da bekomme ich ja kaum noch Luft.“ stöhnte sie.
„Das ist gleich vorbei. Entschuldige bitte. Aber das muss leider sein. Morgen passt Rosalie die Programme an und dann kannst du das Teil anziehen.“ Mit einem leisen Zischen entwich die Luft aus den Polstern.
„Nun noch das EMS. Das sind leichte Elektroschocks, die deine Muskeln aktivieren. Wenn es anfängt, weh zu tun, sag bitte Bescheid. Das sind jetzt sieben Muskelgruppen die wir testen müssen.“ Johanna tippte wieder auf dem Pad herum und sofort machte sich ein leichtes Kribbeln in Rebeccas Schulterbereich bemerkbar das jedoch stetig stärker wurde.
„Au.“ sagte sie. „Jetzt fängt es an, weh zu tun.“
„Gut, das war Nummer eins.“ sagte Johanna. Es folgten noch sechs weitere Bereiche die so getestet werden mussten. Der Ablauf war jedes Mal der Selbe, zuerst spürte Rebecca nur ein leichtes Kribbeln, dann fühlte sie die Muskeln in diesem Bereich zucken bis es schließlich schmerzhaft wurde.

„So, das war’s aber auch schon. Jetzt können wir dir das Teil schon wieder ausziehen. Wie gesagt, Rosalie macht noch alles fertig, dann ist das Korsett bereit.“
Rebecca war erleichtert, diese Prozedur hinter sich zu haben und war froh als Johanna ihr das Korsett ab nahm. Sie zog ihre Tunika an und fragte, ob sie fertig war.
„Ja, wir sind heute fertig. Wie hat sich das angefühlt?“ wollte Johanna wissen.
„Es geht. Anfangs war es ja noch angenehm. Aber nachher hat es richtig weh getan. Und ob mir diese Luftpolster gefallen weiß ich ehrlich gesagt nicht so recht.“
„Das ändert sich. Die werden nachher auch nicht alle zur gleichen Zeit aktiviert. Die sollen nur deinen Rücken stützen und deine Muskeln unterstützen und aktivieren. Vor allem, wenn du lange sitzen musst. Und die Stromstöße werden auch bei weitem nicht so stark werden.“ versuchte Johanna sie zu beruhigen. „Übrigens, wenn du möchtest, das kann man auch in den Keuschheitsgürtel einbauen, da haben die Stromstöße noch eine ganz andere Wirkung. Wenn du willst, red ich mal mit Andrea.“

Rebecca schaute sie mit leicht zusammengekniffenen Augen an. „Danke, aber das lassen wir mal besser. Mir langt der den ich habe schon.“
Johanna lachte. „So schlimm ist das doch garnicht, oder? Vermutlich hast du dich doch schon dran gewöhnt, oder?“
„Ehrlich gesagt schon. Jedes Mal wenn ich ihn abends ausgezogen hab, hat mir später irgendwas gefehlt und ich hab ihn wieder angezogen. Das Einzige was mich eben stört ist, daß ich nicht selbst bestimmen kann, wann ich ihn ausziehen kann.“
„Verstehe. Aber ich denke, da will Andrea sich auch nicht reinreden lassen.“
„Nein, vermutlich nicht. Aber ich hab mich dran gewöhnt. Und irgend wie find ich das auch garnicht mal so schlimm.“ Rebecca wunderte sich über ihre eigenen Worte. „Aber wenn du das Herrin Andrea erzählst, kannst du was erleben.“ fügte sie schnell hinzu.
„Willst du mir drohen?“ fragte Johanna lachend.
„Ich hab es zumindest versucht.“ gab Rebecca zu. „Aber tu mir den Gefallen, das muss sie wirklich nicht wissen.“
„Keine Angst, ich schweige wie ein Grab.“

Die Beiden unterhielten sich noch ein paar Minuten, dann verabschiedete Rebecca sich und ging nach Hause wo sie damit anfing, das Abendessen zuzubereiten. Nach dem Abendessen ging Herrin Andrea in den Salon während Rebecca noch die Küche in Ordnung brachte und alles aufräumte. Sie machte nun endlich die Bestellung für den nächsten Tag fertig und klopfte dann an die Tür zum Salon. Nach einem „Herein.“ trat sie ein, stellte sich neben die Tür und wartete.

Andrea führte über ihr Comm ein Gespräch mit irgend jemandem. Sie sah kurz auf und fragte Rebecca was sie wollte.
„Ich bin soweit fertig Herrin. Ich gehe jetzt nach oben.“
„Tu das Rebecca.“ sagte Herrin Andrea und schien leicht abwesend. „Ich wünsche dir eine gute Nacht.“
„Ihnen auch eine gute Nacht Herrin.“ sagte Rebecca und ging in ihr Zimmer. Dort sah sie, das die grüne Lampe an der Kiste leuchtete, in der der sich Schlüssel für ihren Keuschheitsgürtel befand.

Sie hatte einige sehr eindeutige Filme in der Liste gefunden. Einen davon sah sie sich an. Zwar hatte dieser Film im Gegensatz zu den meisten Anderen sogar eine richtige Handlung doch von dieser hatte sie nur wenig mit bekommen. Als der Film zu Ende war ging sie äußerst befriedigt ins Bad und duschte ausgiebig. Bevor sie jedoch ins Bett ging, legte sie den Gürtel wieder an. Es war wirklich sehr ungewohnt für sie diesen nicht zu tragen. Sie hatte einmal versucht, ohne diesen zu schlafen doch dies fühlte sich so seltsam an, daß sie Probleme hatte einzuschlafen.

Wenn sie genauer darüber nachdachte, musste sie vor sich selbst zugeben, daß sie es sogar ziemlich erregend fand, den Gürtel zu tragen und nicht zu wissen, wann sie ihn wieder einmal ausziehen durfte.

- - -

Als Rebecca die Werkstatt verlassen hatte, schickte Johanna die Daten von ihrem Pad zu Rosalie und schob den Tisch mit Rebeccas Korsett zur Seite. Morgen würde sie die fertigen Programme aufspielen und noch einmal testen.
Nun holte sie einen anderen Tisch vor, der bisher an der Wand gestanden hatte. Sie zog das Tuch von dem Korsett welches auf dem Gestell stand und betrachtete es sich eingehend. Sie überlegte, ob das Schwarz wirklich so passend war, doch dann sagte sie sich, daß sie das später noch ändern könnte. Dieses Korsett und der dazugehörende Vollkeuschheitsgürtel, der nicht nur aus Hüft- und Schrittband bestand sondern Scham und die Pobacken komplett umschließen würde und nur eine ovale Öffnung im Bereich des Afters hatte, waren wesentlich kleiner und schmaler als Rebeccas. Sie holte das Teil welches vorhin aus der Weberei gekommen was und befestigte es auf den Schultern des Korsetts. Dieses Halskorsett reichte vorne bis über die Nase. Hinten ging es in einer sanften Rundung bis in die Höhe der Ohren, die wie auch die Augen frei bleiben würden. Sie holte ein kleines Schleifgerät aus dem Schrank, setzte sich die fremdbelüftete Staubmaske auf und schaltete die Absaugung über der Werkbank ein. Mit einem weißen Stift zeichnete sie die Konturen von Larissas Lippen nach und gab mit einem Zirkel rundherum einen Zentimeter dazu. Dann schnitt sie diesen Bereich sorgfältig aus und entgratete ebenso sorgfältig die scharfen Kanten. Als der Ausschnitt keinerlei scharfe Kanten und Ecken mehr aufwies, rührte sie ein wenig Harz an und pinselte die Kanten des Ausschnittes damit ein.

Es würde mindestens eine Stunde dauern bis das Harz ausgehärtet war und sie das weiche Silikonprofil einkleben und die Druckknöpfe für den Mundverschluss anbringen konnte. Also setzte sie sich an den Schreibtisch und schaltete den Computer ein. Auf dem Bildschirm erschien Larissas Scan und sie öffnete die Dateien des Keuschheitsgürtels, des Korsetts und des Halskorsetts.

Emylia wollte neue Ideen haben. Und die hatte sie. Sie vergrößerte einen Ausschnitt und begann im Bereich der Schulter eine Lage Kunststoff über den Scan zu legen. Es dauerte wesentlich länger als eine Stunde bis sie das Schultergelenk so an das Korsett und das Halskorsett angepasst hatte daß es sich frei bewegen ließ. Sie kopierte die Konstruktion und fügte sie spiegelverkehrt auf der anderen Seite ein. Langsam näherte sie sich dem, wie sie ihre Idee im Geiste vor sich sah. Morgen würde sie die Gelenke für die Ellenbogen konstruieren. Diese waren wesentlich einfacher hoffte sie, da diese normalerweise ja nur in eine Bewegungsrichtung zuließen.

’Hoffentlich gefällt das Larissa genauso gut wie mir.’ dachte sie sich. Zwar würde sie es für eine Vorführung sicher anziehen werden doch es wäre schade um die ganze Arbeit wenn sie es danach nicht wenigstens gelegentlich tragen würde. Aber bis es soweit ist, wird noch eine ganze Menge Arbeit einfließen müssen.

- - -

„Habe ich etwas falsch gemacht Herrin?“ Mara stand neben dem Esstisch und hatte das Abendessen aufgetischt. Doch Julia hatte nur ein kleines Stück Huhn gegessen und den Reis und das Gemüse nur probiert.
„Tut mir leid Mara, aber ich habe heute keinen großen Appetit. Es schmeckt wirklich köstlich aber ich kann im Moment nichts essen. Tu mir den Gefallen und pack es in den Kühlschrank wenn du gegessen hast. Dann geh bitte in dein Zimmer.“
„Ja Herrin.“ sagte Mara leise. Sie war ein wenig enttäuscht weil sie sich heute wirklich große Mühe gegeben hatte. Sie wollte auf keinen Fall noch einmal dafür bestraft werden daß das Essen nicht fertig war wenn Herrin Julia aus der Klinik kam. Doch sie sah, das es ihrer Herrin wirklich nicht gut zu gehen schien.
„Kann ich irgend etwas für Sie tun Herrin?“ fragte Mara als Julia aufstand und ins Wohnzimmer gehen wollte.
„Nein Mara, wirklich nicht. Ess bitte und räum hier auf. Und dann geh bitte in dein Zimmer.“ Julia ging ohne sich um zu drehen ins Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch.

Mara nahm sich ein Stück Fleisch, etwas Reis und Gemüse und begann zu essen. Sie fragte sich, was mit Herrin Julia los war. Sie hatte vor nicht ganz zwei Wochen noch gesagt, daß sie nur einmal im Jahr in die Klinik zur Untersuchung müsste, doch heute war sie schon wieder den ganzen Tag dort gewesen und war vor zwanzig Minuten recht niedergeschlagen wieder gekommen.
Mara räumte den Tisch ab und packte das Essen in Plastikdosen die sie in den Kühlschrank stellte. Dann reinigte sie die Arbeitsplatte und die Spüle. Im Wohnzimmer sprach Herrin Julia mit jemandem über das Comm. Doch Mara bekam von dem Gespräch nichts mit, da sie ziemlich leise redete. Mara klopfte laut an die offene Tür und wartete bis Herrin Julia sich ihr zu wandte.
„Ich gehe nach oben Herrin.“ sagte sie „Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht.“
„Danke Mara, die wünsche ich dir auch. Bis morgen.“ sagte Julia und wandte sich wieder ihrem Gespräch zu. Mara knickste und ging nach oben. Sie duschte sich und zog das Nachthemd an. Dann ging sie in ihr Zimmer. Auf dem Nachttisch lag ein neues Spielzeug aus Herrin Julias Laden, Vermutlich hatte diese es heute morgen bereits dort hin gelegt, wie sie es schon mehrmals getan hatte. Doch heute hatte Mara nicht die geringste Lust, es auszuprobieren. Ihr ging der Gesichtsausdruck ihrer Herrin nicht aus dem Kopf als diese nach Hause gekommen war. Sie versuchte sich abzulenken und nahm das Buch welches sie heute Mittag angefangen hatte zu lesen als sie im Laden war. Irgendwann schlief sie ein und das Buch blieb aufgeschlagen auf der Bettdecke liegen. Sie schlief diese Nacht sehr unruhig und hatte sehr beunruhigende Träume die sie mehrmals aufschrecken ließen.

- - -

„Guten Morgen Peter.“ Yanna verbeugte sich tief vor ihm nachdem sie ihm die Tür des Autos aufgehalten hatte.
„Guten Morgen Yanna. Wie kommt es, das wir uns hier treffen und nicht im Palast?“ fragte Peter und hielt der jungen Frau die Hand hin um ihr auf zu helfen.
„Irgend wann werde ich die Sarai bitten müssen, mich dafür zu bestrafen. Aber nicht heute. Sie darf von diesem Treffen nichts erfahren. Noch nicht.“ sie ging voraus, am Brandenburger Tor vorbei zu einem kleine Café. Sie führte ihn in die hinterste Ecke und hielt ihm den Stuhl während er sich setzte.
„Also, warum bin ich hier?“ wollte Peter wissen, nachdem auch Yanna Platz genommen hatte.
„Die Polizei sucht nach etwa 250 Frauen die zwar aus dem Gefängnis entlassen wurden aber nie bei ihren Sozialhelfern angekommen sind.“ begann Yanna ohne Umschweife.
„Und was hat sie damit zu tun?“
„Nichts. Naja, fast nichts. In einigen der Transportern, welche die Frauen nach Hause bringen sollten, war unsere Ware. Wir nutzen einige der Gefängnisse als Verladestellen. Da sucht niemand nach solchen Dingen. Aber die Polizei hat auf ihrer Suche nach den Frauen auch einen Teil unserer Ware gefunden. Jetzt sind sie auch uns auf der Spur.“
Eine Kellnerin kam an den Tisch und Yanna bestellte sich ein kleines Frühstück. Peter nahm dies ebenfalls.
„Außerdem haben wir erfahren das einige Anwälte ebenfalls etwas herausgefunden haben. Einer davon ist der Vater einer von Isabellas Schülerinnen. Ich habe jemanden bei ihm eingeschleust. Die Frau muss noch sieben Jahre als Serva dienen. Sie wird, wenn bei uns alles den Bach runter geht, dort bleiben. Da ist sie in Sicherheit und außerdem, kann sie auch für den Schutz des Mannes sorgen.“
Die Kellnerin brachte die Teller mit dem Essen und einen Korb frischer Brötchen. Peter belegte sich eines davon mit Schinken und begann zu essen. Nach ihm fing auch Yanna an zu essen.
„Das ist ja alles schön und gut, aber was habe ich damit zu tun? Ich bin Politiker. Und wenn man herausfinden sollte, das ich mit der Sarai in Verbindung stehe, ist meine Karriere zu Ende, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat.“
„Das weiß ich. Und sie weiß das ebenfalls. Was denken Sie denn, warum wir uns so lange schon nicht mehr gemeldet haben? Die Sarai ist nur um das Wohl derer besorgt die ihr am Herzen liegen. Wir wollen niemanden in irgend etwas hinein ziehen.“ sagte Yanna leise.
„Um das wohl derer die ihr am Herzen liegen?“ wiederholte Peter Yannas Aussage „Und was ist mit gewissen Gegenständen die unter das Gesetz über Waffen und Technik zur Kriegsführung fallen?“
„Von irgend etwas muss man leben. Die Sarai würde niemals mit Waffen oder Drogen handeln. Und diese Gegenstände sind nunmal die Grundlage unserer Geschäfte.“ sagte Yanna ruhig.
„Eine recht zweifelhafte Doppelmoral wie ich finde. Aber gut, ich nehme an, das wird irgendwann einmal ein Ende haben.“ sagte Peter.
„Ich weiß. Und wir wissen auch, das Sie dieses Ende irgendwann herbeiführen wollen. Und genau darum möchte ich Sie bitten. Sie wollen der Polizei sowieso irgend wann einmal einen Tipp geben, wo sie uns finden können.“ Yanna warf einen kurzen Blick zu Peter. „Schauen Sie nicht so, wir wissen, daß sie das irgend wann tun müssen. Uns ist vollkommen klar, daß Sie uns bisher nur deshalb decken weil wir einige Leute in Sicherheit bringen konnten und das auch tun werden, so lange es geht. Ich möchte Sie darum bitten, genau das zu tun, nämlich mich an die Polizei ausliefern.“
„Bitte?“ Peter ließ das Brötchen sinken in welches er gerade hinein beißen wollte. „Jetzt?“
„Nein, nicht jetzt, erst wenn wir genug Beweise gegen diese Bande haben und auch deren Hintermänner kennen. Und erst dann, wenn die Sarai ebenfalls in Sicherheit ist.“
„Die Sarai? Wenn das alles passiert, sollte sie eine der ersten sein, die im Gefängnis verschwindet.“ sagte Peter. Seine Stimme klang härter als er das eigentlich gewollt hatte.
„Das werde ich nicht zulassen. Wenn ich dafür töten muss, daß das nicht passiert, ist mir das genauso recht, wie wenn ich dafür selbst sterben muss. Entweder Sie helfen mir dabei meine Herrin in Sicherheit zu bringen oder ich muss das selbst tun. Und ich fürchte, wenn ich das tue, wird es mehr unbeteiligte treffen als wenn Sie das tun.“
Peter dachte einen Moment lang nach. „Und wie soll das passieren? Wenn sie einfach so verschwindet, wird es früher oder später irgend jemanden geben, der Fragen stellt und sie zu suchen beginnt.“
„Es gibt keine Sarai, wie Sie sich denken können. Und Sarah Martino ist vor 18 Jahren in Straßburg im Rhein ertrunken. Es gibt lediglich eine Unbekannte, die einen großen Schmugglerring anführt. Und diese Frau wird in ihrem Palast verbrennen wenn die Polizei ihr auf die Schliche kommt. Sobald meine Herrin in Sicherheit ist, wird die Polizei mich gefangen nehmen. Ich werde gestehen, daß ich ihre Stellvertreterin bin und ins Gefängnis gehen. Vielleicht auch in die Schule, wenn die Richter das zulassen, aber nicht bevor sie in Sicherheit ist.“
„Ich verstehe. Und wie soll das nun passieren? Und vor Allem, wann?“
„Das wie, kann ich ihnen noch nicht genau sagen. Aber es wird passieren, nachdem der Palast abgebrannt ist.“
„Ich verstehe. Und wann genau soll ich der Polizei Bescheid geben?“ Pater trank einen großen Schluck Kaffee.
„Ich werde ihnen rechtzeitig Bescheid geben.“
„In Ordnung, ich werde tun, was ich kann, aber versprechen werde ich nichts. Aber eine Frage noch, warum soll die Sarai nichts von diesem Gespräch wissen?“
„Können Sie sich das nicht denken? Sie würde genauso handeln wie ich. Sie würde zuerst versuchen ihre Dienerinnen in Sicherheit zu bringen bevor sie an sich selbst denkt. Und genau das will ich nicht. Ich will nicht, daß sie sich für uns opfert. Sie hat nicht nur für Mich sehr viel getan.“
Peter nickte lediglich und die Beiden beendeten schweigend ihr Frühstück. Es war alles gesagt, was gesagt werden musste. Nachdem sie aufgegessen hatte, verließ Yanna das Café.

- - -

„Hattest du nicht gesagt, daß du nicht kochen kannst?“ Kira schaute verschlafen zu Melissa die gerade die Brötchen aus dem Ofen holte und in einen Korb legte.
„Brötchen aufbacken ist ja noch lange nicht kochen.“ sagte Melissa und stellte Kira eine Tasse Kaffee auf den Tisch. „Hier, bitte sehr, mit viel Milch.“
„Danke.“ sagte Kira und trank einen Schluck.
„Erzähl, wie war es in der Schule?“ fragte Melissa neugierig.
„Es war schon ein wenig anstrengend. Aber es hat mir gefallen. Nicht das wir jeden Morgen eine ganze Stunde laufen mussten und das wir mit einer Gerte geschlagen worden sind war auch nicht so toll. Aber ich glaube schon, daß es das Richtige für mich ist. Ich werde da auf jeden Fall hin gehen. Ganz ehrlich? Ich finde daß so eine Tunika schon ziemlich schick aussieht.“ Kira grinste als sie den letzten Satz sagte.
„Ich möchten ja am liebsten nichts anderes mehr anziehen. Alleine im Winter mit Unterwäsche herumlaufen finde ich schon ziemlich komisch.“ sagte Melissa und zwinkerte ihr zu „Aber du hast Recht, daß ich nicht mehr jeden Morgen laufen muss, finde ich garnicht mal so schlimm.“
„Schade, ich hatte gedacht, wir könnten morgens zusammen laufen gehen bis ich in die Schule gehe.“ sagte Kira.
„Willst du schon mal Trainieren?“
Kira nickte und trank einen weiteren Schluck Kaffee. Sie nahm sich ein Brötchen und schmierte es sich mit Marmelade.
Melissa lachte erneut „Dann kannst du ja auch gleich die Haltungen üben. Kontrollieren kann ich sie ja, aber das mit der Gerte werde ich ganz bestimmt nicht machen.“
„Das kann ja Papa machen.“ sagte Kira und musste lachen.

„Was soll ich machen?“ Bernd war gerade die Treppe herunter gekommen und setzte sich im Bademantel an den Tisch.
Kira beobachtet ihn einen Moment und verdrehte die Augen „Kannst du das nicht lassen? Dazu habt ihr doch die ganze Nacht Zeit gehabt. Beim Essen muss das doch wirklich nicht sein.“
„Was meinst du denn?“ fragte Bernd leicht verwundert. „Ich mache doch garnichts.“
„Na, du ziehst Melissa mit den Augen aus. Und erzähl mir nicht, ihr hättet heute Nacht das Licht ausgemacht.“
Bernd schaute verlegen auf sein Brötchen und widmete der Butter die er darauf schmierte sehr große Aufmerksamkeit. „Ich weiß garnicht, wovon du redest.“
Kira grinste breit und schaute zu Melissa die von ihrem Brötchen auf sah und sagte „Was hast du denn dagegen? Das ist doch ganz normal. Jeder tut das.“
„Schon. Aber muss das unbedingt so laut sein daß ich nicht schlafen kann? In einem Halben Jahr bin ich in der Schule, dann stört mich das nicht mehr, aber ich muss mich auch mal auf meine Prüfungen vorbereiten. Und dazu gehört halt, das ich nachts ausschlafen kann.“ sagte Kira leicht pikiert.
„Ich verstehe. Auf deine Prüfungen vorbereiten. So nennt man das also.“ sagte Bernd und verkniff sich ein breites Grinsen.
„So nennt man was?“ wollte Kira wissen.
„Na, wenn ihr euch so auf die Prüfungen vorbereitet, wenn Dominique hier ist, dann hoffe ich ja, daß du vorher schon genug gelernt hast.“
Nun wurde Kira rot im Gesicht. „Du hast das mitbekommen? Du lauschst doch nicht etwa an meiner Tür? Oder?“
„Nein.“ sagte Bernd. Nun schaffte er es nicht mehr, sein Grinsen zu verbergen. „Aber wenn hier im Wohnzimmer fast die Lampen von der Decke fallen wenn ihr Beiden in deinem Zimmer seid und lernt, dann ist das doch schon offensichtlich.“
„Oh Mann, das war einmal.“ sagte Kira. „Wir sind vom Bett gefallen. Sowas passiert halt mal.“
„Ach ja? Einmal? Eine ganze Woche lang? Jeden Nachmittag? So oft kann man doch garnicht vom Bett fallen.“
„Schon gut, ich sage ja schon nichts mehr.“ Kira lehnte sich in ihren Stuhl, kreuzte die Arme und sah ihren Vater beleidigt an. Dieser grinste nur und aß sein zweites Brötchen.


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 11.07.17 um 23:07 geändert

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:10.07.17 12:16 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo,

wie immer verschlinge ich Deine Stories.

Gib mir doch einen Tipp, wo ich die Werkstatt von Johanna finde.
Ich möchte auch mal so ein Korsett tragen und die Enge spüren.....

Danke auch an die anderen Autoren!

Bis zum nächsten Teil
jonnyf

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:10.07.17 18:31 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo jonnyf,

freut mich, daß dir meine Geschichten gefallen.


Zitat

Gib mir doch einen Tipp, wo ich die Werkstatt von Johanna finde.

Ich fürchte, diese Werkstatt gibt es so nicht. Aber die Abläufe sind schon halbwegs realistisch.
Jeder geschickte Modellbauer der mit Glas- oder Kohlefaserlaminat arbeitet, könnte sowas theoretisch hin bekommen. Eventuell könnte sowas auch ein Bootsbauer, die arbeiten auch viel mit Laminaten.

Ich selbst habe sowas früher auch mal gemacht, allerdings in wesentlich kleinerem Maßstab und nicht am lebenden Objekt.

Aber das jetzt genau zu erklären bedarf eher eines neuen Treads (wohl am Besten unter der Kategorie "selbstgebaut") ;-)


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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:11.07.17 11:30 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo,

deine Erfahrungen habe ich im Flugmodelbau auch gemacht.

Da stell ich mir mal vor was passiert wenn "versehentlich" das Korsett am "Model" nicht mehr abzulösen ist.

Ich denke wir sollten jetzt die anderen Leser nicht unbedingt dazu animieren.

Ich freu mich schon auf den nächsten Teil
jonnyf
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:15.07.17 21:15 IP: gespeichert Moderator melden


Frida lag neben Maja und hatte das Bein über Majas Knie gelegt. Ihr Fuß lag zwischen Majas Füßen und Isabellas Fuß lag auf ihrem eigenen.
„Das ist ein ganz tolles Geburtstagsgeschenk.“ sagte Maja. Sie hatte die Ringe die sich Isabella und Frida hatten stechen lassen ausgiebig bewundert und auch sehr intensiv ausprobiert. Nun lagen alle Drei reichlich erschöpft aneinander gekuschelt im Bett.
„Wir haben noch eine Überraschung für dich.“ sagte Isabella. Sie drehte sich kurz zu ihrem Nachttisch. Sie nahm die kleine Schachtel aus der Schublade und gab sie Maja. Diese nahm ihre Arme unter den Köpfen der Beiden heraus und rutschte etwas nach oben. Sie lehnte sich an den Kopfteil des Bettes und schaute sich das Päckchen an. „Was ist das?“ fragte sie.
Isabella beugte sich über Majas Bauch und gab Frida einen Kuss, bevor sie sich aufrichtete. „Mach es doch auf.“ sagte sie.
Auch Frida richtete sich auf. Sie wollte unbedingt Majas Gesichtsausdruck sehen wenn sie das Päckchen öffnete. Sie warf einen grinsenden Blick zu Isabella als Maja die gelbe Schleife aus Stoff öffnete und den Deckel von der Schachtel hob.
„Sind die für mich?“ fragte Maja. Man konnte deutlich sehen, wie sehr sie sich über die sechs kleinen silbernen Ringe freute, die in der Schachtel lagen.
„Natürlich sind die für dich.“ sagte Frida. „Wenn du willst, können wir heute noch zu Trish gehen.“
Auch Isabella grinste breit.
„Schade, das wird wohl nicht gehen. Bis nachher die Gäste kommen, sind nur noch drei Stunden und wir müssen doch noch alles fertig machen. Der Tisch muss gedeckt werden und außerdem muss das Essen vorbereitet werden. Es sind noch nicht alle Kuchen fertig und Kaffee muss auch gekocht werden.“ sagte Maja leicht enttäuscht.
„Dann geht ihr Beiden doch zu Trish, ich mache das schon.“ sagte Frida.
„Kommt doch garnicht in Frage.“ sagte Maja bestimmt. „Ich möchte daß du auch dabei bist.“
„Maja hat recht.“ sagte Isabella. „Das sollten wir schon zusammen machen. Du gehörst schließlich genauso dazu.“
Beide beugten sich zu Frida und zogen sie zu sich heran. Die Drei legten die Köpfe zusammen und küssten sich eine ganze weile bis es an der Tür klingelte.
„Jetzt schon?“ fragte Frida und schaute auf den Wecker der gerade mal halb zwölf Uhr Mittags zeigte. „Ich dachte die kommen alle erst gegen drei?“
„Gehst du bitte aufmachen?“ fragte Isabella „Es ist sowieso Zeit aus dem Bett zu kommen.“
„Ja Herrin.“ sagte Frida. Sie gab beiden noch einen Kuss und stand auf. Sie zog sich schnell eine Tunika über und ging zum Aufzug. Ohne zu fragen drückte sie den Knopf um diesen freizugeben.
Als sie sah, daß der Aufzug nach oben kam, stellte sie sich neben die Tür und wartete bis dieser angekommen war. Die Tür öffnete sich und eine Stimme sagte ein wenig schüchtern „Schönen guten Tag, ich soll hier die Schulleiterin treffen.“
„Heute?“ fragte Frida ein wenig missmutig. Sie war froh gewesen das ihre Herrin an Majas Geburtstag nicht arbeiten musste. Sie wusste, das Maja sich sehr darauf gefreut hatte, daß sie den Tag zusammen und mit ihren Freunden und ihrer Familie verbringen würden und nun kam irgend jemand und wollte etwas von ihrer Herrin als Schulleiterin.

Eine Frau mit schulterlangen, braunen Haaren kam aus dem Aufzug. Sie trug eine beige, einfache Tunika, hatte eine Reisetasche in der Hand schaute sich etwas schüchtern um. Frida musterte die Frau und trat einen Schritt zurück.
„Chris!“ rief sie laut und umarmte ihre ehemalig Mitschülerin kräftig.
„Frida.“ rief Chris. Sie erwiderte die Umarmung ebenso kräftig und schien recht erleichtert sie zu sehen.
„Chris, schön dich zu sehen.“ sagte Frida „komm rein. Die Tasche lass einfach im Flur stehen.“ sie fasste Chris an der Hand und zog sie ins Wohnzimmer. In diesem Moment kam Isabella nackt aus dem Durchgang zum Schlafzimmer. „Ach du meine Fresse.“ sagte sie, drehte sich auf dem Absatz um und ging zurück ins Schlafzimmer.
Chris schaute ihr ungläubig hinterher. „Sag mal, hatte sie eben wirklich da unten Ringe oder hab ich mich da verguckt?“
Frida musste laut lachen. „Wo schaust du denn auch hin?“ Sie trat einen Schritt zurück und öffnete ihre Tunika. Chris schaute sie noch ungläubiger an, nachdem sie diese wieder korrekt geschlossen hatte. „Du auch?“
Frida nickte lachend.
„Wo bin ich hier denn hin geraten?“ fragte sie und schüttelte den Kopf.
„Das ist Majas Geschenk.“ sagte Frida noch immer lachend. „Sie hat heute Geburtstag.“
„Heute?“ fragte Chris.
„Ja. Heute.“
„Ohje. Ich hab nicht mal ein Geschenk. Ich hab bloß dir was mit gebracht.“
„Was? Mir? Wieso denn das? Ich freue mich auch so, dich wieder zu sehen.“ gab Frida zurück.
„Das geb ich dir besser später.“ meinte Chris grinsend. „Wir Beide müssen uns sowieso noch unterhalten.“
„Wieso? Was ist denn los?“ fragte Frida neugierig.
„Ich sage nur Hundefutter.“ meinte Chris.
Darauf hin brach Frida in lautes Gelächter aus.
„So witzig haben meine Schülerinnen das nicht gefunden. Es hat ganz schön gedauert, bis ich sie wieder beruhigt habe und ihnen klar machen konnte, das sie kein Hundefutter an der Schule bekommen.“ sagte Chris ernst.

„Das habe ich ihr auch gesagt, als sie mir das erzählt hat. Da mische ich mich aber nicht ein. Du bist jetzt Lehrerin und kannst das selber.“ sagte Isabella, die nun angezogen aus dem Schlafzimmer kam.
Chris ging zu ihr, knickste und sagte „Guten Tag Miss Isabella.“
„Hallo Chris. Das brauchst du hier nicht zu machen. In der Schule ist es angebracht, aber nicht hier.“ sie ging zu Chris und umarmte sie „Schön dich wieder zu sehen.“

„Was wird das denn hier? Ich dachte, ihr Beiden wolltet anfangen den Kuchen fertig zu machen und den Tisch decken. So wir das nie alles rechtzeitig fertig.“ Maja war aus dem Schlafzimmer gekommen und schaute grinsend in die Runde.
„Sei du mal bloß froh, daß du heute Geburtstag hast.“ sagte Isabella grinsend. „Außerdem wären wir schon längst fertig, aber du musstest ja unbedingt dein Geschenk ausprobieren.“
Maja lachte, knickste vor Isabella und sagte „Entschuldige Herrin. Aber das war einfach zu verlockend. Und euch hat es ja auch Spaß gemacht, oder wollt ihr das etwa abstreiten?“
„Ich streite garnichts ab.“ sagte Isabella noch immer grinsend. „Du kennst Chris noch?“
„Sicher doch.“ sagte Maja und wandte sich zu Chris. „Hallo Chris, schön dich wieder zu sehen.“
„Hallo Maja. Ich wünsch dir alles gute zum Geburtstag.“ sagte Chris und knickste vor ihr. „Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich dir ein Geschenk mit gebracht.“
„Das macht doch nichts. Ich nehme an, du willst dich mit Isabella unterhalten. Frida und ich gehen solange in die Küche. Wir müssen uns langsam mal beeilen, sonst wird das heute nichts mehr bis der Besuch kommt.“ Sie fasste Frida an der Hand und ging mit ihr in die Küche, wo die Beiden sofort anfingen alles vorzubereiten. Frida holte eine Schale Erdbeeren aus dem Kühlschrank und wusch diese, bevor sie diese halbierte und auf einen fertigen Boden legte.
„Hee, die sind für den Kuchen, wenn du dauernd welche klaust, hab ich ein Problem.“ sagte Frida und zog die Schale aus Majas Reichweite.
„Was denn? Erdbeeren im Winter bekommt man nun mal nicht so einfach. Und ich liebe Erdbeeren.“ sagte Maja lachend.
„Was meinst du denn, warum ich die sonst besorgt habe? Ich hätte mehr kaufen sollen, jetzt hab ich wirklich nicht mehr genug für den Kuchen.“ sagte Frida schmollend und holte eine Banane aus dem Obstkorb. Sie schälte diese und schnitt sie in fingerdicke Scheiben die sie in die Mitte des Bodens legte. Sie nahm eine der letzten Erdbeeren und hielt sie Maja hin. Diese schnappte danach doch Frida zog sie schnell zurück und steckte sie sich mit einem provozierenden Blick zwischen die Zähne. Mit offenem Mund und der Erdbeere zwischen den Zähnen grinste sie Maja an. Diese kam zu ihr und legte ihre Hand fest in Fridas Nacken. Sie zog sie zu sich heran und drückte ihre Lippen auf Fridas. Dabei biss sie ein großes Stück der Erdbeere ab und gab Frida einen langen Kuss. „Dankeschön.“ sagte sie nachdem sie das Stück gegessen hatte. „So schmecken die sogar noch viel besser.“
„Stimmt.“ sagte Frida und leckte sich die Lippen. Dann ließ sie einige Blätter Gelatine aufquellen und gab nebenher etwas Wasser und einige Löffel Zucker in einen kleinen Topf. Dazu gab sie einige Tropfen Zitronensaft, etwas rote Lebensmittelfarbe und die Flüssigkeit von den Erdbeeren die sie gestern Abend schon gezuckert hatte.
„Was wird das denn? Warum nimmst du nicht einfach fertigen Tortenguss?“ fragte Maja als sie mit einem Stapel Teller an ihr vorbei ging.
„Das schmeckt so viel besser.“ erklärte sie Maja. Sie drückte die Gelatine aus und gab sie ebenfalls in den Topf. Nachdem der Inhalt des Topfes warm war und sich alles aufgelöst hatte, nahm sie einen Löffel und gab den nun fertigen Guss über den Erdbeer-Bananenkuchen und stellte diesen in den Kühlschrank.
„Wie viele von den Rührkuchen brauchen wir eigentlich?“ wollte sie wissen.
„Ich denke, zwei reichen.“ gab Maja zurück.
Frida holte die Zutaten aus den Schränken und rührte zwei Portionen Teig an, in eine davon gab sie einen Löffel Kakaopulver um ihr einzufärben. Dann schüttete sie jeweils die Hälfte des Teiges in zwei Backformen und gab dann den restlichen Teig aus der jeweils anderen Schüssel dazu. Die beiden Formen stellte sie in den Ofen und räumte dann wieder auf.

„Hee, Finger weg. Die sollten auf die Sahneschüsseln.“ sagte Frida als Maja sich eine weitere Erdbeere stibitzte.
„Tja, dann hat der Besuch eben Pech gehabt.“ sagte Maja grinsend und nahm die letzte Erdbeere aus der Schale. „Möchtest du auch eine?“ fragte sie Frida und hielt ihr diese hin.
„Ess du die mal. Ich weiß doch wie sehr du sei magst.“
„Ach komm schon, ich wette, du hast noch garkeine davon gegessen.“ sagte Maja und hielt ihr die Erdbeere hin.
„Danke.“ sagte Frida und wollte mit dem Mund nach der Erdbeere schnappen. Doch dieses Mal zog Maja die Hand zurück so das Frida nun ins Leere biss. Schnell nahm sie die Hand herunter, nahm diese unter ihre Tunika und zeigte Frida demonstrativ die nun leere Hand.
„Komm, hol sie dir.“ sagte sie lachend.
Frida schaute sie kurz an, grinste, kniete sich vor Maja auf den Boden und steckte den Kopf unter ihre Tunika. Mit der Zunge fischte sie die Erdbeere zwischen Majas Schamlippen hervor.

„Na, so ungefähr hab ich mir euer Backen ja vorgestellt.“ sagte Isabella die auf einmal mit Chris in der Küche stand.
Frida kam sofort unter Majas Tunika hervor und hielt Isabella die Erdbeere hin, die sie zwischen den Zähnen hielt.
„Da sag ich nicht nein.“ sagte Isabella und legte die Lippen auf Fridas. Sie schnappte sich die Erdbeere mit der Zunge und zerbiss sie demonstrativ.
„Lecker, Erdbeere mit Maja. So gefällt mir das.“ sagte sie, holte das Kaffeebesteck und verschwand im Esszimmer.
Frida machte einen Schmollmund und schaute ihr nach.
„Na, prima, jetzt hast du doch keine abbekommen.“ sagte Maja lachend. Sie nahm einige Tassen und brachte sie ebenfalls nach draußen.

„Was war das denn? Du und Miss Isabella und Maja? Wie kommt das denn?“ fragte Chris, die mit Isabella in die Küche gekommen war erstaunt.
„Naja, das hat sich irgendwie so ergeben.“ sagte Frida mit rotem Kopf und setzte Wasser für den Kaffee auf.
„Von wegen einfach so ergeben.“ Isabella war in die Küche zurück gekommen. Sie nahm einen Stapel Stoffservietten und gab diese Chris. „Hier, falt die mal bitte. Sie hat jeden Abend vor der Schlafzimmertür gehockt und sah morgens aus wie durch die Mangel gedreht. Nach zwei Wochen konnten wir das nicht mehr mit ansehen und haben sie einfach rein geholt.“
Frida schaute betreten zu Boden. „Komm schon Süße, ist doch in Ordnung.“ Isabella ging zu Frida, nahm sie in die Arme und strich ihr durch die Haare.

Gegen 15 Uhr kamen dann die ersten Gäste. Isabella hatte Frida zwar gesagt, sie brauchte heute nicht zu bedienen, dennoch nahm Frida diese Aufgabe sehr ernst. Chris, die von Maja eingeladen worden war, half Frida dabei, so daß diese sich auch mit den Anderen unterhalten konnte.

Erst in den späten Abendstunden gingen die letzten Gäste und auch Chris verabschiedete sich, da sie morgen ja in der Schule sein musste, wo sie den ersten Teil ihrer Ausbildung zur Lehrerin absolvieren sollte.

„Das war ein schöner Tag. Ich danke euch Beiden.“ sagte Maja, als die Drei endlich im Bett lagen. Sie beugte sich über Isabella die mit dem Gesicht zu ihr auf der Seite lag, gab Frida einen Kuss und legte den Arm auf ihren Rücken. Isabella zog sie noch näher zu sich heran und so schliefen die Drei eng umschlungen ein.

- - -

Die Decken rochen nach dem heutigen Tag frisch nach Seife und sie selbst fühlte sich auch sauber und frisch. Zu Beginn der Schicht waren sie nicht wie üblich mit den Transportern in den Stollen gefahren worden sondern mussten sich in einer Reihe an der Wand des Stollens aufstellen. Die Aufseherinnen hatten ihnen befohlen, sich auszuziehen und die Sachen alle auf einen Haufen zu werfen. Dann wurden mehrere Eimer und vier große Bottiche hereingebracht die die Aufseherinnen mit warmem Wasser füllten. Vier der Frauen mussten die Overalls und die Socken in diesen Bottichen waschen und vier weitere zogen die Decken von den Betten und mussten diese ebenfalls waschen. Drei weitere wurden mit Eimern und Handbürsten dazu abgestellt, die Ecke mit dem Loch im Boden zu putzen während die restlichen Frauen, ebenfalls mit Handbürsten, auf den Knien den Boden schrubben mussten. Nach und nach wurden je drei Frauen von vier Wärterinnen abgeholt und kamen eine gute halbe Stunde später zurück.

„486, 487 und 488, mitkommen.“ rief eine der Aufseherinnen. Nadine und die beiden Anderen ließen die Bürsten fallen und folgten der ersten Aufseherin so nackt wie sie waren durch den Stollen. Die drei anderen Aufseherinnen gingen mit Viehtreibern bewaffnet hinter ihnen her. Es dauerte eine Weile bis sie zu einer grauen Stahltür kamen. Sie wurden durch diese Tür geschoben und fanden sich in einem gekachelten Raum wieder. „Ihr habt jetzt zehn Minuten Zeit, euch zu duschen.“ sagte eine der Aufseherinnen. Sie gab jeder der Frauen ein Stück Seife und drehte an einem Ventil in der Wand neben der Tür und aus zwei großen Brausen an der Decke dieses Raumes strömte warmes Wasser. Sofort fingen die drei Frauen an sich gründlich zu waschen. Nachdem die Aufseherin das Wasser wieder abgestellt hatte, bekam jede ein großes Handtuch zum Abtrocknen. Dann wurden sie aus dem Raum wieder heraus geführt. Nadine schaute sich noch einmal um, zu gerne wäre sie noch unter der Dusche geblieben. Obwohl sie sich gründlich gewaschen hatte fühlte sie sich noch immer schmutzig und staubig. Die Aufseherinnen brachten sie weiter in den Stollen hinein zu drei Türen. Jede von ihnen musste durch eine dieser Türen gehen.

Die Aufseherin schob Nadine in den weiß gefliesten Raum hinein. Im hinteren Bereich gab es einen Vorhang der über die gesamte Breite ging. Was Nadines Aufmerksamkeit aber viel mehr erregte war der Stuhl in der Mitte des Raumes. Es war ein Stuhl wie es ihn beim Frauenarzt gab. Komplett mit Schalen für die Arme und Beine. Die Aufseherin schob sie zu diesem Stuhl. „Setzen!“ befahl sie. Nur zögerlich setzte Nadine sich auf den Stuhl und wurde sofort mit breiten Lederbändern festgeschnallt. Nicht nur an Armen und Beinen, die Aufsehern schnallte sie mit einem weiteren Riemen auch am Bauch fest. Einen weiteren Riemen legte sie ihr über die Stirn so daß sie sich nicht einen Millimeter mehr bewegen konnte. „Du wirst nur mit ja oder nein antworten wenn du gefragt wirst.“ sagte die Aufseherin und ging aus dem Raum.

Nadine versuchte, sich umzusehen doch das Einzige was sie sehen konnte war eine weiße Wand und die Tür.
„Deine Nummer?“ fragte eine Stimme hinter ihr.
„487“ sagte Nadine leise.
„Irgend welche Beschwerden? Tut dir irgendwas weh?“ fragte die Frau hinter ihr.
„Nein.“ antwortete Nadine.
„Gut. Dann wollen wir dich mal untersuchen. Du hast doch nichts dagegen?“ fragte die Frau die nun neben sie trat grinsend. Darauf hin sagt Nadine nichts. Selbst wenn sie nein gesagt hätte, hätte das vermutlich nichts genutzt. Die Frau begann sie am ganzen Körper abzutasten und mit einem Stethoskop abzuhorchen. Sie klopfte ihr mit einem kleinen Hämmerchen an verschiedene Stellen und pikte ihr mit dem spitzen Ende des Hämmerchens in die Handflächen und die Fußsohlen, was Nadine unwillkürlich zusammenzucken ließ. Die Frau trug einen weißen Kittel und betrachtete sich Nadine nun eingehend. Dann trat sie zwischen Nadines Beine und drückte ihr ein kaltes Gel aus einer Tube zwischen ihre Schamlippen und verrieb es gründlich bis in ihre Scheide hinein. Dann schob sie ihr etwas in ihre Scheide hinein und zwinkerte ihr zu. Nadine beobachtete die Frau die nun eine Art Fernbedienung in die Hand nahm und auf dieser herum drückte. Sofort begann es zwischen ihren Beinen heftig zu vibrieren. Nadine schaute die Frau mit großen Augen an. „Das gehört nicht zur Untersuchung. Aber wir Ärztinnen haben beschlossen, es euch etwas leichter zu machen, zumindest einmal im Monat. Also, genieß es einfach die nächste halbe Stunde. Ich mache derweil mal weiter.

Nadine fragte sich, was das alles sollte. Sollte sie jetzt hier vor dieser Frau vielleicht sogar noch einen Höhepunkt bekommen? Doch sie spürte tatsächlich daß sie bereits ziemlich erregt war. Sie schloss die Augen und versuchte einfach sich zu entspannen. Nach einer Weile gelang ihr das auch und ihre Erregung steigerte sich immer weiter bis diese sich in einem heftigen Orgasmus entlud. Wäre sie nicht festgeschnallt gewesen hätte sie sich vermutlich hin und her gewälzt und sich aufgebäumt, doch die Lederriemen verhinderten effektiv jede Bewegung. So wand sie sich nur ein wenig in den Fesseln und stöhnte ihre Lust laut aus sich heraus.

Nachdem der Höhepunkt abgeklungen war spürte sie ein leichtes Stechen im Arm. Sie öffnete die Augen und sah aus den Augenwinkeln, daß die Frau ihr Blut ab nahm. Sie hoffte, daß sie ihr den Vibrator herausnehmen würde oder ihn zumindest abschaltete, doch die Frau tat nichts dergleichen. Stattdessen ging sie aus Nadines Sichtbereich heraus. Sie spürte bereits wie ihre Erregung erneut zunahm als die Frau erneut zu ihr kam und damit begann ihr die Haare unter den Armen mit einer Maschine zu scheren. Als sie damit fertig war, trat sie erneut zwischen Nadines Beine und begann nun auch noch damit, ihre Schamhaare zu scheren. Die Berührung brachte Nadine zu einem weiteren heftigen Höhepunkt, den sie stöhnend über sich kommen ließ.

Auch nachdem die Frau damit fertig war Nadines Schamhaare zu scheren nahm sie den Vibrator nicht heraus. Satt dessen stellte sie sich neben sie und begann damit, sie am ganzen Körper zu streicheln. Besonders ihre Brüste bedachte sie sehr intensiv mit ihren Berührungen. Noch zwei mal kam Nadine sehr heftig und als die Frau endlich den Vibrator ausschaltete und aus ihr heraus zog fühlte sie sich schwach aber äußerst entspannt. Mit einem nassen Lappen wusch die Frau ihre Scham und die Innenseite ihrer Beine, trocknete sie ab und rieb sie mit einer Creme gründlich ein.

„So, gleich kommt die Aufseherin und holt dich wieder ab. Bis dahin entspann dich noch etwas.“ sagte die Frau und verschwand aus Nadines Blickfeld.

Es dauerte noch eine ganze Weile bis die Aufseherin kam, sie abschnallte und ihr befahl aufzustehen. Mit etwas wackeligen Beinen folgte Nadine ihr und wurde zusammen mit den anderen Beiden wieder in den Schlafstollen zurück gebracht. Dort musste sie sofort wieder die Bürste nehmen und weiter den Boden schrubben. Dadurch daß dieser aus nur grob geglättetem Fels bestand war das eine sehr mühselige Arbeit, aber immer noch besser als Löcher in den Fels zu bohren oder Schutt in die Wagen zu schaufeln.

Irgendwann waren die Decken und die Overalls gewaschen und getrocknet. Offenbar gab es wohl irgend wo einen oder mehrere Wäschetrockner denn als die Sachen zurück kamen waren sie noch ziemlich warm. Sofort mussten die Frauen sich wieder anziehen und die Decken auf die Betten legen. Dann war es auch schon soweit, das der Wagen mit dem Essen kam. Es gab wie üblich den Geschmacklosen Brei und eine große Flasche seltsam schmeckendes Wasser. Aber heute gab es zusätzlich für jede noch einen Apfel und einen Becher heißen Früchtetee. Nadine kam das nach den letzten Wochen wie ein Festmahl vor und genoss jeden einzelnen Bissen.

„In zehn Minuten geht das Licht aus. Macht euch Bettfertig.“ rief eine der Aufseherinnen in den Stollen hinein. Nadine hatte sich angewöhnt, vorm zu Bett gehen noch mal zu dem Loch in der Ecke zu gehen, um das nicht im dunkeln tun zu müssen. Dann legte sie sich in ihr Bett. Es dauerte nicht lange und das Licht wurde gelöscht.

Von irgend wo her hörte sie ein leises Stöhnen welches langsam lauter wurde. Ihr war klar, was hier passierte. Entweder hatte jemand mit sich selbst Spaß oder es lagen zwei der Frauen in einem Bett und schliefen miteinander. ’Sollen sie ruhig ihren Spaß haben.’ dachte sich Nadine.
Plötzlich kam jemand mit einer grellen Taschenlampe in den Raum und leuchtete alle Betten ab. Der Lichtstrahl der Lampe blieb auf eines der Betten gerichtet in dem tatsächlich zwei Frauen nackt zusammen lagen.
Die Aufseherin lachte. „Macht gefälligst leiser, der Alarm geht sonst wieder los.“ rief sie und verschwand wieder.
Kurze Zeit später ging das Stöhnen wieder los, dieses Mal jedoch ziemlich leise, fast als ob Diejenige eine Decke vor dem Mund hatte, was vermutlich sogar der Wahrheit ziemlich nahe kam.
„Psst.“ hörte sie direkt neben sich und jemand fasste sie am Arm. Sie fühlte nach der Person und tastete sie ab. Sie spürte ziemlich große und feste Brüste. Doch in diesem Moment fasste die Person ihre Hände und zog sie aus dem Bett. Sie wurde durch mehrere Türen geführt und als sie hinter sich ein dumpfes Geräusch hörte sagte Kati daß sie die Augen schließen sollte.
Dieses Mal war Nadine darauf gefasst und schloss die Augen. Langsam öffnete sie diese wieder und fand sich in dem selben Raum wieder wie vor drei Schichten. Kati war gerade dabei, sich das Nachtsichtgerät vom Kopf zu ziehen und schaute sie mit einem verlegenen Grinsen an. „Jetzt kannst du das gerne machen. Wenn du willst, ziehe ich mich auch vorher aus.“ sagte sie
„Bitte was?“ fragte Nadine verwirrt.
Statt einer Antwort kam Kati auf sie zu, fasste ihre Hände und legte diese auf ihre Brüste.
Nadine verdrehte die Augen und nahm die Hände von Katis festen Brüsten.
„Was denn? Gefallen sie dir nicht?“ fragte Kati und sah ein wenig enttäuscht aus.
„Sag mal geht’s dir zu gut? Ich denke, wenn wir hier raus wollen, haben wir wichtigeres zu tun.“ sagte Nadine. „Außerdem habe ich heute irgendwie genug bekommen.“
„Genug? Wo von?“ wollte Kati wissen.

Nadine erzählte ihr davon, was in der letzten Schicht geschehen war und von der Untersuchung durch die Ärztin.
„Ja, aus irgend einem Grund wollen die nicht, daß jemand krank wird.“ erklärte Kati. „Aber warum weiß ich nicht. Es wäre ein Leichtes einfach jemanden der nicht mehr arbeiten kann irgend wo in einen verlassenen Stollen zu stecken und verrotten zu lassen. Aber stattdessen päppeln sie alle wieder auf und untersuchen sie jeden Monat einmal. Wer weiß, was die nachher mit uns vorhaben wenn der Stollen fertig ist.“
„Wenn er fertig ist? Ich dachte die wollen irgendwelche Mineralien aus dem Gestein haben.“
„Das habe ich am Anfang auch gedacht. Aber ich habe vor ein paar Wochen ein paar der Aufseherinnen belauscht. Die Edelsteine sind wohl nur ein Nebengeschäft. Die Stollen sollen irgend wo hin führen. Und soweit ich das mitbekommen habe, sollen die in ungefähr sechs Monaten fertig sein.“
„Und wo hin bitte sollen die gehen? Was läuft hier für ein Ding?“ Nadine war nun neugierig geworden.
„Ich hab doch keine Ahnung. Die Aufseherinnen haben aber von jemandem namens Minsk geredet. Die wollen in ihrer freien Woche alle zu dem gehen.“
„Minsk? Die Stadt?“
„Eine Stadt? Das könnte auch sein.“
Nadine setzte sich. Sie erinnerte sich, irgend etwas im Zusammenhang mit Minsk gelesen zu haben. Als ihr einfiel, was das war, zählte sie eins und eins zusammen und schaute zu Kati. „Sag mal hast du denn überhaupt keine Ahnung? Liest du keine Zeitung?“ fragte sie.
„Wovon soll ich keine Ahnung haben? Und Zeitungen gibt es hier unten keine.“ Kati sah ein wenig entnervt aus.
„Vor zwei Jahren hast du auch keine Zeitung gelesen? Ich dachte im Gefängnis gibt es sowas.“
„Wieso denn? Habe ich irgend was verpasst?“ Kati schaute sie nun fragend an.
„Vier Milliarden Dollar.“ sagte Nadine. „Du hast vier Milliarden Dollar in Gold verpasst.“
Kati schaute Nadine mit großen Augen an. „Und die sind hier im Bergwerk?“
Nadine schüttelte den Kopf. „Nein, die sind ganz bestimmt nicht hier in diesem Bergwerk. Dann würden die sich sicher nicht die Mühe machen einen Stollen zu graben. Vor ungefähr zwei Jahren stand das ganz groß in allen Zeitungen. Die haben einen Teil des Goldvorrates der Europäischen Staatengemeinschaft in ein verlassenes Bergwerk in der Nähe von Minsk geschafft. Alles unter den größten Sicherheitsvorkehrungen. Angeblich kommt nicht mal eine Maus auf das Gelände.“
Nun setzte sich Kati ebenfalls und sah Nadine grinsend an. „Dann werden wir reich?“

Nadine schaute sie unverwandt an. „Reich?“ rief sie aus. „Reich? Bist du eigentlich komplett bescheuert? Wir sind tot wenn die das fertig bringen. Und zwar alle hier. Glaubst du etwa ernsthaft, die rechnen nicht damit das sich jemand dahin durch gräbt? Die werden ohne mit der Wimper zu zucken auf alles schießen, was sich bewegt.“ Nadine ließ den Kopf auf den Tisch sinken.

Sie schüttelte den Kopf und setzte sich gerade hin. „Wenn wir Pech haben, haben die schon gemerkt, daß irgend was nicht stimmt. Die werden merken wenn irgend jemand in der Nähe eines riesigen Tresors mit Sprengstoff rum hantiert. Und dann werden sie wissen wollen, wo das her kommt und irgendwann dieses Bergwerk hier finden. Verdammte Scheiße, wir müssen hier so schnell wie möglich weg.“
Kati sah Nadine betreten an. „Und was sollen wir jetzt machen?“

„Gib mir mal die Pläne her.“ sagte Nadine. „Und dann meldest du mich krank, damit die nicht nach mir suchen.“
Kati holte die Pläne aus einem der Schränke neben der Tür und legte sie Nadine hin. Diese begann sofort sich die Zeichnungen und Schaltpläne anzusehen während Kati auf dem Pad herum tippte.
„Ich habe dich für vier Tage abgemeldet. Du bist im Krankenrevier weil du dir die Hand verstaucht hast.“ sagte Kati.
„Du hattest doch Kaffee hier.“ sagte Nadine während sie die Pläne studierte. Sofort ging Kati in die Duschecke und begann auf einer Herdplatte Wasser zu kochen. Es dauerte ungefähr zwei Stunden bis Nadine sich einen Überblick verschafft hatte. „Du kannst nicht zufällig kyrillisch lesen?“
Kati, die die ganze Zeit über neben Nadine gesessen hatte, beugte sich neben ihr zu den Plänen und schaute darauf. Die Pläne selbst waren zwar in englisch verfasst aber eine menge handgeschriebener Notizen waren in kyrillischer Schrift geschrieben. Das Wort прочь stand an mehreren Stellen in den Plänen.
„Nein, tut mir leid.“
„Ich muss mir das ansehen. Außerdem brauchen wir Werkzeug. Wie lange brauchen wir bis zu dem anderen Förderschacht?“
„Alleine brauche ich ungefähr drei Stunden bis da hin. Aber du hast kein Nachtsichtgerät.“
„Hast du keine Lampen?“
„Doch, aber die benutze ich nicht so gerne. Dann hab ich immer Angst, die Aufseherinnen könnten mich sehen.“
„Wieso eigentlich nur Aufseherinnen? Wieso sind keine Männer hier?“ sprach Nadine ihre Gedanken aus.
„Ich weiß auch nicht.“ Kati war über diesen plötzlichen Themenwechsel ein wenig erstaunt. „Aber manchmal kommen auch Männer runter. Die untersuchen die Steine und vermessen irgendwas. Das hab ich mitbekommen bevor ich abgehauen bin.“

Nadine stand auf „Sag mal hast du ein Klo hier?“
„Ich hab nur einen Eimer.“ Kati deutete in die Ecke mit der Dusche.
Nadine ging in die Ecke und legte sich, als sie zurück kam in das einzige Bett auf dem einige Decken lagen.
„Hast du nicht gesagt, wir müssen so schnell wie möglich hier weg? Außerdem ist das mein Bett.“ protestierte Kati.
„Erstens bin ich müde. Normalerweise würde ich jetzt schlafen. Außerdem, wird es auf ein paar Stunden nicht ankommen. Und zweitens sind da noch Betten frei.“
„Ich habe aber keine Decken mehr.“
Nadine verdrehte die Augen. „Dann leg dich eben mit dazu.“
Kati sah Nadine eine Weile unverwandt an und legte sich dann zu Nadine ins Bett. Blieb aber ganz nah an der Kante liegen.
„Meine Güte, stell dich doch nicht so an. Vorhin wolltest du dich noch für mich ausziehen.“ Sie legte den Arm um Katis Bauch und zog sie zu sich heran. Sie deckte sich und Kati zu und schloss die Augen.

Irgendwann wachte Nadine von einem Geräusch auf. Sie öffnete langsam die Augen und sah, das Kati sich an sie gekuschelt hatte und leise weinte. Sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte. Doch sie legte die Hand auf Katis Rücken und begann sie zu streicheln.
„Ich habe Angst.“ sagte Kati leise schluchzend. „Ich will hier endlich raus.“
Nadine wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihr ging es ja selbst nicht besser. Also streichelte sie Kati einfach weiter, bis diese sich nach einer ganzen Weile ein wenig beruhigt hatte.
„Bitte helf mir, hier raus zu kommen. Ich mache auch alles was du willst.“ sagte sie leise.
„Das hast du schon einmal gesagt. Und wenn ich will, gibst du mir das sogar schriftlich.“ sagte Nadine und lachte leise.
„Wieso lachst du mich aus? Ich meine das wirklich ernst. Ich will einfach nur noch hier raus kommen. Dann kannst du alles mit mir machen was du willst.“ sagte Kati mit weinerlicher Stimme.
„Hör mal, wenn ich sowas wollte, hätte ich mir schon vor ein paar Jahren eine Serva kaufen können.“ Nadine ahnte, in welche Richtung dieses Gespräch gehen würde wenn sie jetzt nicht gegensteuerte. „Ich bin nun mal kein besonders geselliger Mensch.“

Nadine blieb noch eine Weile liegen, schob Kati aber dann aus dem Bett und stand selbst auf. „Wir brauchen Wasser und was zu Essen. Außerdem brauche ich was zum Schreiben und das Pad. Und Lampen brauchen wir auch. Hast du Werkzeug?“
Wortlos holte Kati zwei große Flaschen die sie auf den Tisch legte. Dazu legte sie eine Schüssel und zwei silbrig glänzende Beutel. Dann holte sie einige Blätter deren Rückseiten unbeschrieben waren und einen Bleistift. Dazu legte sie noch zwei kleine und eine große Zange, drei Schraubenzieher sowie ein Taschenmesser welches sie aus der Hosentasche holte und zwei Handlampen. Dann nahm sie einen großen Stoffbeutel und legte ihn ebenfalls auf den Tisch.
„Was ist das?“ fragte Nadine und deutete auf die Beutel.
„Das ist der Brei den es zu Essen gibt. Das reicht für ungefähr vier Portionen. Ich mag das Zeug eigentlich nicht. Was Anderes hab ich aber nicht was wir mitnehmen können.“
„Egal, das muss reichen. Aber das Werkzeug ist doch wohl ein schlechter Scherz, oder?“
„Leider nein. Mehr hab ich nicht gefunden.“
„Na, meinetwegen.“ Nadine nahm eine der Lampen und gab Kati den Beutel und die zweite Lampe.
Kati steckte das Pad in eine Tasche ihres Anzugs. „Wir müssen bis zum ersten Durchgang mit dem Nachtsichtgerät gehen. Danach können wir Licht machen.“
„Meinetwegen.“ sagte Nadine. „Dann los. Wenn wir noch warten, haben wir auch nichts davon.“

Kati nahm das Nachtsichtgerät welches auf einem der Stühle lag und mit einem Kabel an einer Steckdose steckte. Es zeigte das die Batterie voll aufgeladen war die für etwa 24 Stunden reichen würde. Auch die Lampen waren voll aufgeladen und würden ebenso lange halten. Sie nahm noch ein Stück Seil aus einem der Schränke und gab es Nadine.
„Was soll ich damit?“
Kati band ihr das eine Ende ums Handgelenk. Das andere Ende band sie um ihr eigenes.
„Na toll, jetzt hast du mich an der Leine.“ sagte Nadine lachend.
„Wenn du willst, kannst du mir das nachher um den Hals binden, dann hast du mich an der Leine. Aber im Dunkeln ist es besser, wenn ich dich führe.“ sagte Kati. Nadine sah ihr an, daß sie das vollkommen ernst meinte und musste grinsen.
„Ich mache jetzt das Licht aus.“ sagte Kati und setzte sich das Nachtsichtgerät auf.
Sie schaltete das Licht aus und öffnete die Tür. „Wir müssen leise sein. Weiter vorne im Stollen sitzen manchmal zwei Aufseherinnen wenn das Licht an ist.“ Sie zog Nadine hinter sich her während sie durch den Stollen ging.
Nach einer Weile hörte Nadine wie sie eine Tür öffnete. Kati zog sie durch diese hindurch und schloss sie wieder. Dann schaltete sie die Lampe an.
„Hier kommen die Aufseherinnen nie her.“ sie schob mit dem Schuh etwas Staub direkt vor der Tür zu einem Haufen zusammen.
„Gut, dann gib mir die Lampe. Du hast ja das Nachtsichtgerät.“
Kati gab Nadine die Lampe und löste in deren Schein das Seil von ihrem Handgelenk. Dann wand sie es sich um den Hals.
„Was soll das denn?“ fragte Nadine.
„Damit wir uns nicht verlieren.“ sagte Kati ernst.
Nadine schüttelte den Kopf. Sie wollte ihr jetzt nicht widersprechen und folgte ihr.

Der Stollen war groß genug das man mit einem Auto, wahrscheinlich sogar mit einem Kleinlaster hindurch fahren konnte und so kamen sie recht gut voran. Nach einer ganzen Weile, Nadine hatte die Schritte gezählt und war bei ungefähr 8000 Schritten angekommen, gabelte sich der Stollen. Der Stollen zur Rechten war etwas kleiner als der Andere. Kati ging den linken Weg.

„Sag mal, ich hab dich das letzte Mal schon gefragt, warum du ausgerechnet mich mit genommen hast.“ sagte Nadine.
Kati blieb kurz stehen und sah sie an. Dann ging sie weiter und sagte „Das war komisch. Ich hatte schon acht Frauen aus den Schlafstollen geholt. Aber niemand konnte mir bei dem Plan helfen. Und als ich dich geholt habe, da lag da die Papierblume auf deinem Bett.“
„Eine Blume?“ nun blieb Nadine stehen und sah sie an als sei sie verrückt geworden.
„Ja, eine Blume. Aus Papier gefaltet. Genau wie damals auf dem Koffer mit dem Nachtsichtgerät.“
„Was? Das war nicht in dem Schutzraum?“
„Nein, in dem Schutzraum habe ich nur die Lampen gefunden. Ich bin durch die Stollen gegangen und habe nach einem Weg nach draußen gesucht. Und als ich mich vor einer der Aufseherinnen verstecken musste bin ich in eine Nische gekrochen. Als die Aufseherin weg war, habe ich im Stollen was weißes liegen sehen. Das war auch eine Blume aus Papier. Die lag auf dem Koffer mit dem Gerät. Ohne die Blume hätte ich den Koffer niemals gesehen.“
„Du willst mich doch verarschen. Das hieße ja, jemand wollte daß du das Gerät findest. Und daß du ausgerechnet mich mit nimmst.“
„Ich weiß nicht. Aber vor dem Durchgang wo wir eben durch sind, habe ich auch so eine Blume gefunden. Sonst wäre ich nie da durch gegangen und hätte den zweiten Schacht nie gefunden.“
Nadine ging weiter und zog Kati einfach mit. Sie dachte darüber nach was es mit dieser Blume wohl auf sich hatte.

„Als du mir die Schokolade gegeben hast, war das auch wegen so einer Blume?“ fragte sie nach einer Weile.
„Schokolade?“ Kati sah sie fragend an. „Ich habe dir keine Schokolade gegeben. Ich würde sonst was tun um mal wieder Schokolade zu essen.“
„Verstehe.“ sagte Nadine. Sie fragte sich, ob es da einen Zusammenhang gab.

Irgendwann kamen sie an ein großes Tor, groß genug für ein Auto. In der gemauerten Wand befand sich neben dem Tor noch eine Tür. Kati öffnete diese und sie gingen hindurch.
„Jetzt ist es nicht mehr weit.“ sagte sie und deutete nach vorne.
Die Zwei beschleunigten ihre Schritte und kamen nach wenigen Minuten ans Ende des Stollens. Sie befanden sich mitten in einer hohen Halle wieder, die aus dem Felsen gehauen worden war.

Staunend leuchtete Nadine in der Halle umher. Direkt ihnen gegenüber befand sich ein riesiges Gestell aus blau lackierten Stahlträgern. Breite Treppen führten links an diesem Gestell entlang nach oben. In dem Gestell befanden sich in drei Etagen große Gittertüren. An den Wänden gab es zwar mehrere Lampen die jedoch nicht eingeschaltet waren. Nadine verfolgte mit dem Lichtkegel der Lampe die Kabel die zu den Lampen führten bis sie einen gelben Schaltschrank fand an dem alle diese Kabel zusammen liefen. Sie ging zu diesem und suchte nach dem Lichtschalter. Tatsächlich waren einige der Schalter mit einem Lampensymbol gekennzeichnet. Sie drückte auf einen dieser Schalter doch nicht passierte. Auch bei den anderen Schaltern passierte nichts. Sie drückte der Reihe nach auch die anderen Schalter bis auf einmal irgend wo rasselnd ein Motor anlief und ein leichter Luftstrom zu spüren war. Sie drückte den Schalter noch einmal und der Luftstrom versiegte.
„Das hab ich auch schon versucht. Aber der Fahrstuhl läuft trotzdem nicht.“ sagte Kati.
„Der wird von hier auch nicht angeschaltet. Gib mir mal den Schraubenzieher.“ sagte sie zu Kati die da stand und sie beobachtete.
„Was hast du vor?“
„Ich will Licht machen. Los, gib schon her. Und nimm endlich das blöde Seil von deinem Hals ab. Sonst erdrosselst du dich noch.“
Kati holte einen Schraubenzieher aus der Tasche und gab ihn Nadine, dann löste sie den Knoten des Seiles und nahm es sich ab. Nadine hebelte mit dem Schraubendreher die Tür des Schaltschrankes auf und leuchtete hinein. Sie fand mehrere Reihen Sicherungen, doch die meisten davon waren kaputt oder fehlten. Sie schraubte eine der ganzen Sicherungen aus der Halterung und schraubte diese in eine andere Halterung hinein. Wieder drückte sie auf die Schalter mit den Lampensymbolen und einige der Lampen gingen an. Sie tauchten die Halle in ein spärliches Licht. Sie suchte noch eine weitere ganze Sicherung und drehte sie in eine weitere Halterung. Sofort gingen weitere Lampen an.

„So gefällt mir das schon besser.“ sagte Nadine und schaute sich noch einmal in der Halle um. Sie war wirklich riesig, mindestens drei Stockwerke hoch. Und an einer Seite standen mehrere Elektroautos und sogar ein kleiner Radlader. „Warum fährst du nicht damit?“ fragte sie Kati.
Diese schaute ein wenig verlegen. „Ich hab doch keinen Führerschein.“
„Du hast was?“ Nadine schüttelte den Kopf. „Du willst mir sagen, hier stehen Autos rum und du nimmst sie nicht, weil du keinen Führerschein hast? Du hattest wer weiß wie lange Zeit, zu probieren wie man diese Dinger fährt und hast es nicht gemacht weil du keinen Führerschein hast? Wie bescheuert bist du eigentlich?“
Kati schaute sie noch immer verlegen an und nickte.
„Du hast sie doch nicht mehr alle.“ sagte Nadine kopfschüttelnd. „Wen bitteschön interessiert das hier?“

Kopfschüttelnd ging Nadine die Treppe nach oben und schaute sich alles gründlich an. Auf der obersten Etage fand sie einen weiteren Schaltschrank. Dessen Türen standen weit offen und sie konnte erkennen daß dort einige Teile ausgebaut waren. „Bring mir mal den Plan her.“ rief sie Kati zu die noch immer unten stand und zu ihr schaute. Sie kam die Treppe hinauf und gab Nadine den Plan.
„Sag mal weinst du?“ fragte Nadine als sie Katis Gesicht sah.
Diese wandte sich von ihr ab und wischte sich mit dem Ärmel durchs Gesicht.
Nadine seufzte leise und ging zu Kati. Sie drehte sie um und nahm sie in den Arm. „Sag jetzt bitte nicht, das du weinst weil ich gesagt hab, du hast sie nicht mehr alle.“
„Ich hab halt nicht dran gedacht, daß das hier egal ist.“ sagte Kati leise und schniefte.
„Komm schon, so war das doch nicht gemeint.“ Nadine streichelte ihren Rücken und versuchte sie zu beruhigen. „Komm, ist alles wieder gut. Das kommt nicht wieder vor.“

Als Kati sich endlich wieder beruhigt hatte, ließ Nadine sie gehen. Sie nahm den Plan und suchte einige Blätter heraus. Zwischendurch warf sie immer wieder einen Blick in den Schaltschrank.
„Ich weiß jetzt, was das Wort was überall im Plan steht heißt.“ sagte sie. „Das heißt sowas wie ’weg’.“
„Woher weißt du das? Ich dachte, du kannst kein Russisch?“
„Ganz einfach.“ sagte Nadine resigniert. „Weil alle Teile bei denen im Plan dieses Wort steht, weg sind.“
„Und jetzt?“
„Jetzt brauch ich ein paar Minuten zum Nachdenken.“ Nadine setzte sich aufs obere Ende der Treppe und schaute sich den Plan an. Immer wieder blätterte sie die Seiten um und fuhr mit dem Finger die Linien nach.

Irgend wann stand sie auf und ließ sich von Kati das restliche Werkzeug und das Pad geben. Dann ging sie zu dem Schaltschrank und begann damit, die noch vorhandenen Kabel heraus zu bauen. Sie warf immer wieder einen Blick in den Plan und klemmte die Kabel an anderen Stellen wieder an. „Hast du ein Kabel das man an das Pad anschließen kann?“ fragte Nadine.
„Ich hab nur das hier. Das ist zum aufladen.“
„Bestens.“ Nadine nahm ihr das Kabel aus der Hand, schnitt es mit dem Taschenmesser in der Mitte durch und legte die Enden der einzelnen Leitungen frei.
„Spinnst du? Dann können wir das nicht mehr aufladen.“ fragte Kati entsetzt.
„Stell dich nicht so an. Wenn das funktioniert, brauchen wir das Pad nicht mehr. Und wenn es nicht funktioniert, dann flicke ich es wieder. Aber dann haben wir ein ganz anderes Problem.“ Sie nahm das abgeschnittene Ende und klemmte zwei der Leitungen aus dem Kabel an einem gut fingerdicken, grünen Kabel an und steckte den Stecker in das Pad. Das Display des Pads flackerte kurz auf und zeigte dann ein neues Bild.
„VERBUNDEN“
stand nun auf dem Pad. Daneben befanden sich mehrere Auswahlfelder.
„Was ist das?“ wollte Kati wissen.
„Das sind Netzwerkknoten. Das Ganze hier ist eine verteilte Steuerung. Sowas altes hab ich zwar schon seit der Ausbildung nicht mehr gesehen aber ein Bisschen was ist noch hängen geblieben.
Sie begann damit, mehrere der grünen Kabel freizulegen und diese ebenfalls mit dem bereits zusammengeklemmten Kabeln zu verbinden, worauf hin immer mehr Auswahlfelder auf dem Pad erschienen.
„Qapla´!“ rief Nadine aus als das Pad wieder ein anderes Bild zeigte.
Kati sah sie entgeistert an. „Was war das denn?“
„Entschuldige. Das kommt aus einer uralten Fernsehserie. Ich hab doch gesagt, ich bin kein sehr geselliger Mensch. Anstatt mich mit anderen Menschen herumzuplagen schaue ich mir lieber abends solche Serien an.“ sagte Nadine entschuldigend. Sie deutete auf das Pad. „Irgend wo steht ein Knoten auf dem alle Schaltpläne gespeichert sind. Das Pad hat die automatisch bekommen als ich es angeschlossen habe.“ Sie widmete sich wieder dem Pad und tippte einige der Schaltflächen an.

„Ich kann nur hoffen, das тормоз sowas wie Automatik heißt.“ sagte sie mehr zu sich selbst.

Kati rührte während dessen in einer Schüssel das Pulver aus einer der beiden Beutel mit etwas Wasser zu einem dicken Brei an. Sie ging zu Nadine zurück und gab ihr die Schüssel. Abwesend begann Nadine den Brei mit bloßen Fingern zu essen während sie weiterhin Kabel umklemmte und auf dem Pad herum tippte. „Warum steht hier eigentlich alles auf russisch? Wollten die nicht, daß es jeder lesen kann?“ überlegte Nadine laut.
„Ich habe aber auch einen Löffel.“ sagte Kati, nachdem Nadine ihr die nur noch halbvolle Schüssel wieder gegeben hatte.
„Das sagst du mir jetzt?“
„Entschuldigung.“
„Schon gut. Schau dich bitte mal um ob du irgendwo einen Schalter findest mit dem man den Förderkorb hier runter holen könnte.“
Mit der Schüssel in der einen und dem Löffel in der anderen Hand ging Kati zu den Gittertüren und schaute sich um.

„Hier ist ein Schalter. Da steht ’rufen’ drauf.“ sagte sie als sie in der mittleren Etage stand. „Ich drücke mal drauf.“
„Nein!“ rief Nadine. Doch da war es schon zu spät. Im Schaltschrank gab es einen lauten Knall und einen Blitz und sie sprang vor Schreck einen Meter weit zurück. Vor der obersten Gittertür blieb sie liegen und hörte in der Stille ein Geräusch aus dem Schacht. Sie hörte genauer hin und hörte erst ein Rauschen, dann ein immer lauter werdendes Rumpeln. Doch plötzlich hörte sie ein anderes Geräusch. Es klang wie eine sehr sehr tiefe Klaviersaite die man unter voller Spannung durchschneidet. Die Erkenntnis was da gerade passierte traf sie wie ein Schlag. „Kati, weg da!“ schrie sie. „Lauf.“
Sie rappelte sich auf und rannte die Treppe hinunter. Im Laufen sah sie, das Kati noch immer vor der Gittertür stand und sich nicht bewegte. Sie sah Nadine an wie ein Kaninchen eine Schlange anschaut.

Nadine drehte sich um, lief die Treppe wieder nach oben und rannte zu Kati. Doch als sie gerade auf der mittleren Etage ankam wurde aus dem Rumpeln schlagartig ein ohrenbetäubender Lärm als der Förderkorb auf dem Boden aufschlug und unter lautem Kreischen zerbarst. Die Geräusche als Metall auf Metall rieb gingen durch Mark und Bein und überall flogen kleine und große Metallteile durch die Gegend. Das Gestell mit der Treppe erzitterte und Nadine wurde zu Boden gerissen. Doch sie raffte sich so schnell es ging wieder auf. Die Tür vor der sie Kati stehen sah, wurde von einem Metallteil aufgestoßen und traf Kati an der Schulter, die von dem Schlag durch die Gegend geschleudert wurde, gegen das Geländer flog und vor diesem liegen blieb. Die Geräusche verstummten langsam bis auf ein sich stetig wiederholendes Knallen und Schaben.

So schnell sie konnte lief Nadine zu Kati, fasste sie unter den Armen und zog sie gerade noch rechtzeitig vor der nun leeren Türöffnung weg. Nur einen Augenblick später schlug das zerfledderte Ende des armdicken Stahlseiles genau an der Stelle auf den Boden wo Kati eben noch gelegen hatte, riss einen Teil des Gitterrostes weg und blieb dort liegen. Das Geländer an dieser Stelle war vom Ende des Seiles einfach in zwei Hälften geteilt worden. Sie sah zu Kati und war erleichtert, diese noch rechtzeitig weggezogen zu haben. Doch als sie sie genauer ansah, stockte ihr der Atem. Katis Gesicht war voller Blut und auch an der Schulter befand sich eine blutende Wunde.





[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 17.07.17 um 20:34 geändert

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*Gozar*
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:16.07.17 09:12 IP: gespeichert Moderator melden


*KREISCH*

Du kannst doch jetzt nicht aufhören!

*fingernägelkau*

Mach bloß schnell weiter!

Ähm "BITTE" meine ich

hihi
*smile*

War grade so im Lesefieber.

Aber mal ehrlich.
Die Storry ist echt klasse. Schreib bitte schnell weiter.

Gruß Gozar
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FriedetVolljährigkeit geprüft
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Enger geht immer

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:17.07.17 04:39 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo,

Da kann ich mich nur den Worten von Gozar anschließen.

Wie soll man diese Story bewerten? mir fällt nur WOW ein. Du baust eine Wahnsinns Spannung auf. Echt klasse.

Auch ich kann immer nur mit Spannung auf die nächste Folge hoffen.

Danke

Friedet

Honi soit qui mal y pense!
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ZwergleinVolljährigkeit geprüft
Sklavenhalter

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alles kann - nichts muss

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:17.07.17 12:45 IP: gespeichert Moderator melden


Ich hatte gestern Abend noch 3 mal einen längeren Kommentar geschrieben.
Aber jedesmal kam nur "ERROR"
darum mache ich es jetzt ganz kurz und bedanke mich nur für die tolle Fortsetzung.

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Gruß vom Zwerglein
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Ihr_joeVolljährigkeit geprüft
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Die Welt ist eine Bühne. Nur... das Stück ist schlecht besetzt. Oscar Wilde

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:17.07.17 22:26 IP: gespeichert Moderator melden


Nicht KREISCH!

Das ist ja Folter, eine Kreide kratzt auf der Tafel, die Haut wird zur Gänsehaut!

Nein, das ist es nicht! Nicht für mich.
Aber spannend und schön geschrieben

Ich mag es nach wie vor, auch wenn es nicht unbedingt meine Neigungen anspricht, deshalb fühl Dich gebauchpinselt!
(Aber nur wenn du so was magst...)

Danke Ihr_joe

Toleranz beginnt dort, wo das eigene Weltbild aufhört. (Amandra Kamandara)

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:18.07.17 19:24 IP: gespeichert Moderator melden


Es tut mir ehrlich leid, aber der Cliffhanger musste leider sein. Ich hätte sonst diesen Teil nie fertig bekommen.

Ich hoffe doch, daß ich die Spannung noch eine Weile aufrecht halten kann. So ganz am Ende ist diese Geschichte ja noch nicht, auch wenn ich bereits einige Texte geschrieben habe, die noch in der ferneren Zukunft liegen und sogar den Epilog schon fertig habe. ;-)
(Ob ich den genau so übernehme, steht allerdings noch nicht fest)


Zitat

Ich mag es nach wie vor, auch wenn es nicht unbedingt meine Neigungen anspricht, deshalb fühl Dich gebauchpinselt!

Danke. Aber bitte mit einem nicht zu weichen Pinsel, ich bin kitzlig. ;-)

Ich muss ganz ehrlich zugeben, daß einiges was ich in meinen beiden aktuellen Geschichten schreibe, auch nicht unbedingt meinen Neigungen entspricht. Dennoch lese ich sowas gerne und schreibe auch gerne darüber. Für mich muss es halt passen. Dann macht es auch nichts, wenn ich das im realen Leben so nicht gut finden würde. Es ist eben eine Geschichte, da geht einfach mehr als im realen Leben. ;-)


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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:22.07.17 10:08 IP: gespeichert Moderator melden


„Schau nicht so ungläubig. Ich war auch mal jünger.“ sagte Julia lachend, während Mara die Fotos betrachtete.

Es war Sonntag Morgen und die Beiden saßen am Esstisch und hatten gerade gefrühstückt.
„Damals war ich richtig gut.“ Julia tippte auf das Pad auf dem das nächste Bild erschien. Es zeigte zwei junge Frauen die auf einem Siegerpodest standen und einen großen Pokal hoch hielten. Eine davon trug ein ähnliches Geschirr wie es in Julias Laden im Schaufenster zu bewundern war. Sie hatte lange, blonde Haare und bei genauerem Hinsehen erkannte Mara, daß es sich tatsächlich um Julia handelte.
„Das war ’95. Eines der ersten Rennen nachdem das offiziell als Sportart anerkannt wurde.“
Die nächsten Bilder zeigten Julia bei verschiedenen Rennen wo sie meistens als eine der Ersten die Ziellinie überquerte. Dann erschien ein Ausschnitt aus einer Zeitung. Das Bild dazu zeigte Julia mit zwei eingegipsten Beinen in einem Rollstuhl. Die Überschrift fragte reißerisch ob daß das Ende ihrer Karriere gewesen sei.
„Tja, im Grunde genommen war es das tatsächlich.“ Julia seufzte leise.
„Was ist passiert?“ wollte Mara wissen.
„Das war ’98. Wir waren die ganze Saison über ziemlich erfolgreich gewesen. Es war das Abschlussrennen einer ganzen Serie. Ein anderes Team war die ganze Saison über andauernd hinter uns zurück geblieben. Die Jockey hieß Anna Reich.“ sie zeigte Mara das Bild einer jungen schwarzhaarigen Frau „Sie haben es nie geschafft schneller zu sein als wir. Aber in dem Abschlussrennen wollte sie es allen zeigen. Sie hat allerdings nicht Fair gespielt. Sie hat uns auf der Zielgeraden geschnitten und mich dabei mit dem Rad erwischt. Ich bin gestürzt und habe mir beide Beine gebrochen.“
„Und dann?“ fragte Mara.
„Ich habe noch zwei Jahre lang als Jockey weiter gemacht. Aber Audrey war nie so schnell wie ich. Sie war einfach zu klein und ich zu groß und schwer. Dann habe ich den Sport an den Nagel gehängt.“
Die nächsten Bilder zeigten Julia nun mit kurz geschnittenen Haaren als Jockey anstatt als Pony.
„Hier, das war Audrey vor zwei Jahren. Die Frau neben ihr ist ihre Nichte.“ Sie zeigte ein weiteres Bild auf dem drei Teams mit ihren Trainerinnen zu sehen waren und deutete auf das Team welches auf dem zweiten Platz auf dem Podest stand.
„Und die Anderen?“ Mara deutete auf die beiden anderen Team. „Sie sehen aus als würden sie sich gleich an den Kragen gehen.“
Julia lachte. „Ja, das kann gut sein. Das hier“ sie deutete auf das Team welches auf dem dritten Platz stand „ist Annas Tochter. Tamara. Sie ist genauso rücksichtslos wie Anna es damals war.“ Die kleine und zierliche Frau mit den schwarzen Reiterhosen hatte kurze schwarze Haare und eine gewisse Ähnlichkeit mit der Frau die Julia ihr eben gezeigt hatte. Mara deutete auf die Frau die als Jockey auf dem ersten Platz stand. „Die sieht ihr aber auch verdammt ähnlich.“
„Sie ist ebenfalls Annas Tochter. Ich hatte sie damals auch kennen gelernt. Im Gegensatz zu ihrer Schwester ist sie aber überhaupt nicht unfair und rücksichtslos. Sie ist ein ganz anderer Mensch.“
„Sie ist eine Serva?“ fragte Mara erstaunt nachdem sie sich das Bild näher betrachtet hatte.
„Ja und? Was spricht denn dagegen?“
„Als Pony kann ich mir das ja noch vorstellen. Aber als Jockey?“ Mara war etwas verwirrt.
„Na und? Das Ganze ist ein Freizeitsport. Mehr oder weniger jedenfalls. Auch wenn manche das ziemlich intensiv betreiben. Und wenn der Herr oder die Herrin das erlauben, was spricht dagegen? So gefährlich wie damals ist das schon lange nicht mehr. Heute gibt es Notbremsen die verhindern das das Pony unter den eigenen Wagen kommt und die Regeln sind ziemlich streng geworden. Wer andere gefährdet wird ziemlich schnell gesperrt.“

Mara trank einen Schluck Kaffee und schaute sich noch einige Bilder an. „Das würd ich auch mal gerne probieren.“ sagte sie leise, mehr zu sich selbst.
Julia schaute auf die Uhr und warf dann einen Blick aus dem Fenster. „Dann los. Ab in den Laden, ich helfe dir beim Anziehen. Den Tisch räumen wir nachher ab.“
Mara schaute sie verwirrt an. „Ich ähm… Das war doch garnicht so… Ähm, jetzt?“ Sie hatte nicht gemerkt, daß sie das laut ausgesprochen hatte.
„Klar, warum denn nicht? Das Wetter ist noch einigermaßen angenehm, frieren wirst du also nicht. Los, auf mit dir. Wenn es dir Spaß macht, machen wir das jeden Morgen anstelle deines Morgenlaufs. Dann hab ich wenigstens auch einen Grund, mit zu kommen und muss nichtmal laufen.“ sagte Julia lachend während sie auf stand. Sie wartete bis Mara ebenfalls aufgestanden war und schob sie durch die Küche, ins Treppenhaus bis in den Laden wo sie Mara sagte, sie solle sich ausziehen.
Mara protestierte zwar aber Julia sagte „Komm schon, du bist jetzt wie lange hier? Sechs Wochen? Langsam solltest du doch mitbekommen haben, daß man von draußen nur die Schaufenster sehen kann.“
Mara ergab sich in ihr selbst herbeigerufenes Schicksal und legte die Tunika ab. Die beiden Kugeln, die seit gestern Abend in ihrer Scheide steckten wollte sie lieber nicht erwähnen. Sie hatte sie gestern Abend ausprobieren wollen und war irgendwann eingeschlafen. Ihr Körper hatte sich anscheinend an diese Kugeln, die eigentlich schon recht groß waren, die Nacht über gewöhnt und erst als sie am Esstisch saß hatte sie den kleinen Silikonring welcher zum Herausziehen gedacht war wieder gespürt. Sie war froh, die Fernbedienung dafür auf ihrem Nachttisch liegen gelassen zu haben.

Julia reichte ihr aus einem der Regale ein flaches Päckchen. „Hier, die Größe sollte dir passen. Außerdem denke ich, die Farbe passt auch.“
Mara öffnete die Folie und zog einen Stretchanzug heraus der tatsächlich eine ähnliche Farbe aufwies wie ihre Haare. Schnell zog sie diesen an. An den Ärmeln und Beinen besaß der Anzug Schlaufen aus Stoff, die ein Hochrutschen verhindern sollten und die Farbe ging zu den Händen und Füßen hin in einen dunkleren Ton über. Lediglich der Kopf und der Hals blieben in diesem Anzug frei.

Dann holte Julia einen großen Schuhkarton aus einem Regal. „Die sollten dir passen, sind deine Größe.“
Mara öffnete den Karton auf dem das Logo eines großen Sportartikelherstellers prangte und fand ein Paar knielange Stiefel aus dunklem Leder. Sie zog die Stiefel an und fragte sich, wie man darin laufen sollte. Sie zwangen die Füße in eine sehr steile Haltung, noch bevor sie sie überhaupt geschnürt hatte. Dies übernahm Julia und so wurden ihre Unterschenkel langsam zusammengeschnürt und die Füße waren danach so fest fixiert, daß sie diese keinen Millimeter mehr rühren konnte.
„Und?“ fragte Julia.
„Ich weiß nicht, ich kann die Füße nicht bewegen und sie sind ziemlich eng Herrin.“
„Das soll so sein. Sonst kann es passieren, daß du umknickst. Und das tut weh.“ erklärte Julia. „Versuch mal zu gehen.“
Mara stand auf und ging ein wenig wackelig durch den Laden. Doch nach ein paar Runden hatte sie sich an die doch recht ungewöhnliche Gangart zu der sie durch die nun steifen Fußgelenke gezwungen wurde gewöhnt.
„Geht doch ganz gut.“ meinte Julia „Das sind zwar keine Stiefel für Rennen aber sie sind trotzdem gut gepolstert und gefedert. Die soll man ja schon mal den ganzen Tag anbehalten können, oder auch mal länger.«
„Die sehen toll aus.“ sagte Mara nach einem Blick n den Spiegel.
„Und sie passen sogar farblich zum Anzug. Außerdem, hast du schon mal was billiges hier im Laden gesehen? Ich verkaufe schließlich keinen Ramsch sondern nur erstklassige Qualität.“ Julia zwinkerte ihr zu „Vielleicht fahren wir ja irgend wann mal zu der Firma die sie herstellt. Meine Schwester wohnt da auf dem Gelände. Nächste Woche wirst du sie ja kennen lernen, wenn wir zu meinem Bruder fahren.“
„Zu ihrem Bruder?“ Mara war ein wenig überrascht von dieser Aussage.
„Hatte ich das nicht erzählt? Entschuldige, das ist wohl durch die ganze Aufregung die ich wegen der Klinik hatte untergegangen. Gordon hat nächsten Samstag Geburtstag. Das wird jedes Mal ein großes Familientreffen. Gordon und seine Frau sind natürlich da, einige unserer Vettern werden kommen und Andrea wird mit ihrer Serva da sein. Sie soll sehr nett sein habe ich mir sagen lassen. Rolf und Flo werden natürlich auch mit kommen. Aber die werden wohl mit ihren Frauen noch eine Woche länger da bleiben.“ erklärte Julia.
„Ich verstehe.“ sagte Mara.
Während sie sprach hatte Julia einen Haufen Lederteile aus einem Regal genommen und auf dem Strafbock welcher immer noch mitten im Laden stand ausgebreitet. Sie holte ein Teil von dem Haufen welches aus mehreren großen Lederteilen bestand, welche mit Riemen verbunden waren und legte es Mara an. Es war eine Art Korsett aus schwarzem Leder, welches so geformt war, daß es gut auf Maras Bauch lag. Unten lief es spitz zu und reichte bis über Maras Scham. Oben reichte es bis direkt unter ihre Brüste und als Julia es ihr anlegte und die breiten Lederriemen in ihrem Rücken verschloss wurden diese weit hoch gehoben. An den Seiten befanden sich mehrere stabile D-Ringe.
„Ist das nicht viel zu viel?“ fragte Mara als sie im Spiegel ihre nun weit hochstehenden und extrem betonten Brüste sah die von dem dünnen Stretchanzug kaum verdeckt wurden. Ihre Nippel standen spitz hervor und zeichneten sich sehr deutlich ab.
„Daß soll schon so sein. Das ist auch eigentlich nichts zum Laufen. Aber wenn es nirgendwo drückt, dann geht das.“ Ungeniert fasste Julia an den oberen Rand des Korsetts und ging mit den Fingern zwischen Maras Brust und das Leder. „Könnte sogar noch etwas höher gehen. Aber dann bräuchtest du eins mit Brustschalen.“
Mara fragte sich, wie das wohl aussehen würde. Doch sie fand, daß es so schon sehr gewagt aussah und fragte sich, ob sie so etwa nach draußen gehen sollte.
Julia nahm den letzten Riemen, der noch zwischen ihren Beinen baumelte, legte ihn zwischen diesen hindurch nach hinten und zog ihn fest an, so daß er stramm auf ihrer Scham saß. Mara stöhnte leise denn durch den Druck spürte sie nun die beiden großen Kugeln in ihrer Scheide sehr intensiv.
Julia schien das nicht zu bemerken und nahm zwei breite Bänder von dem Bock die sie an der Seite des Korsetts befestigte und um ihre Oberschenkel legte. „Nicht erschrecken, ich muss das Band unter dem Schrittband durch ziehen.“ sagte Julia. Sie fasste unter das stramm angezogene Schrittband und zog ein ebenso breites Lederband darunter. Die Berührung entlockte Mara ein weiteres leises Stöhnen. Mit einem schelmischen Grinsen befestigte Julia das Lederband an den Oberschenkelbändern so daß diese gerade hingen und zog diese fest.

„So, einfache Handschuhe oder lieber einen Monohandschuh?“ fragte Julia, worauf hin Mara sie fragend ansah.
„Das ist ein Monohandschuh.“ Julia zeigte ihr ein großes Stück Leder mit vielen Schnallen und Riemen. „Du nimmst die Arme auf den Rücken, etwa so.“ sie fasste Maras Arme und zog sie mit sanftem Nachdruck auf ihren Rücken, so daß die Schultern weit nach hinten gezogen wurden. „Und dann kommt der Handschuh um beide Arme und wird fest geschnallt.“ Julia drückte Maras Arme noch weiter zusammen bis ihre Ellenbogen sich fast berührten. „Tut dir das nicht weh?“
„Nein Herrin, das geht noch.“ sagte Mara.
„Du scheinst ganz schön gelenkig zu sein. Wenn es anfängt weh zu tun sag bitte Bescheid.“ Sie hielt Maras Ellenbogen zusammen und drückte ihre Oberarme langsam immer weiter zusammen bis Mara leicht stöhnte.
„Ich bin beeindruckt. Das hätte ich dir nicht zugetraut. Ich glaube, wenn du das lange genug aushältst, dann ist der Monohandschuh sicher kein Problem für dich.“ sagte sie.
Sie ließ Maras Arme wider gehen. „Ich glaube trotzdem, es ist besser, das ein anderes Mal zu versuchen.“ sagte sie nachdenklich „Wenn du fällst, kannst du dich so nicht abfangen, das ist zu gefährlich.“ Sie holte ein Paar Handschuhe vom Stapel und hielt Mara diese hin. Diese streckte die Arme aus und ließ sich die flachen Fäustlinge anziehen die ihre Finger zusammen hielten und somit komplett nutzlos machten. Dann legte sie ihr die Arme auf den Rücken und führte ihre Hände zusammen bis die Handschuhe sich berührten und mit einem leichten Ruck zusammen hielten. Sie nahm noch ein Band welches sie ihr um die Ellenbogen legte und fest anzog so daß diese sich fast berührten. Auch dieses Band schnappte mit einem leichten Ruck zusammen.
„Da sind starke Magnete drinne. Sie halten die Hände zwar zusammen aber wenn du kräftig dran ziehst, dann gehen sie auseinander.“ erklärte sie Mara.
Nun holte sie ein Geschirr aus etwa zwei Zentimeter breiten Riemen und legte dieses um Maras Kopf. Ihre Haare führte sie zwischen zwei Riemen hindurch nach hinten so daß diese in einem schmalen Streifen an ihrem Hinterkopf unter dem Geschirr hervor kamen. Im Spiegel konnte Mara sehen, daß ihre Haare nun tatsächlich aussahen wie die Mähne eines Pferdes.

„Jetzt fehlt nur noch der Schweif.“ sagte Mara grinsend als sie sich im Spiegel betrachtete.
„Oh, stimmt, den hab ich ganz vergessen.“ Julia ging zwischen die Regale und holte zwei Teile hervor. Diese sahen beide aus wie der Schweif eines Pferdes. „Welchen hättest du denn gerne? Den Plug oder den zum Anstecken an den Schrittriemen?“ fragte sie grinsend.
„Lieber den zum Anstecken. Sowas“ Mara deutete mit dem Kinn auf den Plug den Julia in der Rechten hielt „hatte ich noch nie. Ich glaube nicht, daß das was für mich ist.“
„In Ordnung. Du kannst ihn dir nachher ja mal zum probieren mit hoch nehmen.“
„Danke, lieber nicht Herrin.“
„Auch gut. Deine Entscheidung.“ Julia legte den Plug mit dem Schweif mit einem grinsen auf den Bock und heftete den anderen Schweif an den Schrittriemen, was Mara erneut ein leises Stöhnen entlockte.

Nun befestigte Julia noch eine Trense an dem Kopfgeschirr und klappte zwei Lederplatten nach vorne so daß Mara nur noch geradeaus schauen konnte. Die Trense, eine etwa fingerdicke Stange aus einem weichen Material, steckte sie Mara in den Mund und befestigte sie auf der anderen Seite. Dann befestigte sie noch Zügel an beiden Seiten der Trense. Sie zog Mara daran noch einmal vor den Spiegel. Diese betrachtete sich eingehend. Was sie sah war nicht mehr sie selbst sondern hatte tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Pony. Durch die gestreckten Füße und die Hufe unter den Stiefeln war sie gute 15 Zentimeter größer und überragte Julia so ein gutes Stück. Auch ihre Brüste erschienen ihr nun viel größer. Außerdem waren diese durch die nach hinten gestreckten Schultern zusätzlich weit vor gestreckt und das Korsett zwang sie in eine gerade Haltung. Ihre zur Mähne gebundenen Haare und der Schweif der von der Farbe her fast perfekt passte vervollständigten den Eindruck eines Ponys noch. Es gab nur zwei Dinge, die sie an ihrem Anblick störten, zum Einen war das die Tatsache, daß sie durch die Trense den Mund nur mühsam komplett schließen konnte und ihr zudem das Schlucken schwer fiel, wodurch ihr bereits jetzt der Sabber aus den Mundwinkeln lief und zum Anderen ihre Sommersprossen, die sie gerne kaschiert hätte.

„Wie gefällst du dir?“ fragte Julia nachdem Mara sich eine ganze Weile im Spiegel betrachtet hatte.
Mara versuchte etwas zu sagen, doch dies gelang ihr überhaupt nicht verständlich.
„Tja, Ponys sprechen halt nicht sondern wiehern eigentlich, aber das lassen wir besser mal und du bist einfach Still.“ sagte Julia zwinkernd.
Mara versuchte den Kopf so zur Seite zu legen daß sie sich den Sabber an der Schulter abwischen konnte, was ihr allerdings auch nur schwer gelang.
„Auch das gehört dazu. Das Abwischen lass besser, das sieht so garnicht nach Pony aus.“ sagte Julia. „Komm, dann holen wir mal den Sulky.“ Sie zog an den Zügeln und zog Mara durch den Flur zur Haustür. Als diese erkannte, daß es ins Freie gehen sollte, versuchte sie allerdings stehen zu bleiben aber Julia zog unbeeindruckt weiter. Doch Mara weigerte sich nach draußen zu gehen. Es war immerhin Sonntag und am Haus kamen um diese Uhrzeit wegen des noch recht angenehmen Wetters einige Spaziergänger vorbei.

Julia hakte die Zügel kurzerhand an einen Haken in der Wand und verschwand noch einmal kurz im Laden. Sie kam mit einer langen Reitpeitsche zurück und drohte Mara mit dieser. Als sie sich noch immer weigerte nach draußen zu gehen gab Julia ihr damit einen leichten Klaps auf den Hintern. Sofort setzte Mara sich in Bewegung und ging nach draußen. Julia führte sie zur Einfahrt und hakte die Zügel an einen Pfosten des offenen Tores ein so das Mara auf jeden Fall von jedem gesehen werden konnte, der vorbei kam.

Julia streichelte ihr über den Kopf und fragte „Alles in Ordnung?“
Sofort fühlte Mara sich ein wenig sicherer und nickte.
„Gut. Wenn irgend was nicht in Ordnung ist, trittst du einfach dreimal auf, dann mache ich die Trense los, dann können wir reden. Ok?“
Wieder nickte Mara und Julia verschwand Richtung Schuppen.

Tatsächlich kamen einige Leute am Haus vorbei. Die Meisten schauten kurz zu ihr und gingen dann ohne etwas zu sagen weiter. Eine Minute später kam eine Frau am Haus vorbei und blieb stehen. Sie betrachtete Mara eingehend und kam dann zu ihr. Mara erkannte Katja wieder, die Studentin die ein paar Tage nachdem Mara hier her gekommen war beim Aufbau der Möbel geholfen hatte und nebenbei auch noch in der Disco als Bedienung arbeitete.
„Oh, was für ein schöner Fuchs.“ sagte sie und kraulte Maras Kopf. „Hast du denn auch einen Namen?“
„Sie heißt Sunrise.“ kam von hinten. Mara und Katja drehten sich um und sahen Julia mit einem leichten Sulky an kommen, den sie hinter sich her zog.
„Ein schöner Name, passt zu der Mähne.“ Katja kraulte Mara, oder besser Sunrise, weiter den Kopf. „Sie sieht hübsch aus deine Sunrise. Kann sie auch Kunststücke?“
Julia lachte. „Wir sind doch noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung. Sie muss erst mal laufen lernen.“
„Ich verstehe.“ sagte Katja und ging um Mara, nein Sunrise, herum. Sie fasste ihr an die Arme. „Wow, so eng schafft Amber das aber nicht. Und die übt das schon ein paar Jahre.“
„Ja, da hast du Recht. Da kann Sunrise auch stolz drauf sein, das einfach so zu schaffen.“ sagte Julia während sie die Zugstangen des Sulky mit Karabinern an Sunrise Korsett befestigte. „Was hältst du denn davon, Amber her zu holen, dann können die Beiden ja ein wenig miteinander spielen.“ Sie deutete auf die Wiese hinter dem Haus.
„Ich glaube, Amber hat im Moment sowieso grad nichts zu tun. Das ist eine gute Idee.“ Katja grinste breit. „Das kann aber eine Weile dauern.“
„Das macht nichts. Wir fahren derweil eine Runde und ich zeige Sunrise wie ein richtiges Pony an den Zügeln läuft.“
„Prima, so in einer Stunde wieder hier?“
„In Ordnung. Bis später.“ Julia winkte Katja hinterher.
Mara fragte sich, wer Amber wohl sein mochte. Der Name klang auf jeden Fall weiblich. Wahrscheinlich eine Freundin von Katja.
Während Mara noch in Gedanken war war Julia zu ihr gekommen und fasste sie an der Schulter. „Alles noch in Ordnung?“ fragte sie, worauf hin Mara nickte.
„Gut. Denk dran, dreimal auftreten wenn was nicht in Ordnung ist. Und fürs nächste Mal: einmal auftreten heißt ja, zweimal nein. Verstanden?“
Mara wollte erst nicken, besann sich dann aber und stampfte einmal auf.
„Prima. Dann erkläre ich dir mal wie das mit den Zügeln geht. Wenn ich an den Zügeln ziehe, drehst du den Kopf ja in die Richtung in die ich ziehe. Und genau in diese Richtung läufst du.“
Mara trat einmal auf.
„Das hier“ sie schnalzte einmal leicht mit den Zügeln die sie noch immer in der Hand hielt „heißt schneller oder loslaufen. Und das“ sie zog leicht an den Zügeln „heißt langsamer. Wenn ich etwas fester ziehe heißt das anhalten.“
Wieder trat Mara einmal auf zum Zeichen daß sie verstanden hatte.
„Da das jetzt geklärt ist, können wir ja los.“ Julia setzte sich in den Sulky. Erstaunlicherweise war dieser so gut austariert, daß Mara nur einen leichten Zug nach unten auf den Zugstangen spürte.

Julia schnalzte einmal mit den Zügeln. Es dauerte eine Sekunde, bis Mara begriffen hatte, was Julia wollte, dann ging sie los. Doch dann zog Julia Maras Kopf nach links in Richtung Tor. Mara blieb stehen und trat zweimal heftig auf. So wollte sie nicht nach draußen auf die Straße oder gar in den Park laufen. Julia holte kurzerhand mit der Peitsche aus und gab Mara damit einen leichten Schlag auf den Hintern. Doch Mara trat wieder zweimal auf und schüttelte den Kopf. Wieder schlug Julia mit der Peitsche zu und schnalzte mit den Zügeln. Doch Mara blieb stehen. Sie wollte auf keinen Fall, daß jeder sie so sehen konnte. Sie trat dreimal auf. Sofort stieg Julia ab und kam zu ihr.

Sie sah Mara besorgt an als sie ihr die Trense aus dem Mund nahm.
„Ich kann das nicht Herrin. Da kann mich doch jeder so sehen.“ sagte Mara sofort als sie die Trense los war.
„Ist das für dich so schlimm?“
„Entschuldigung Herrin.“ sagte Mara leise.
Julia trat näher zu ihr und nahm sie in den Arm. „Ich habe das damals vor hunderten Menschen gemacht. Da hat sich niemand dran gestört. Und Amber läuft im Sommer auch ziemlich oft mit dem Sulky durch den Park. Ich weiß, das sich hier sicher niemand daran stören wird. Und ganz ehrlich? Ich würde das auch gerne mal wieder machen.“ sie ließ Mara los und legte die Hand auf ihre Wange. „Ich mache dir einen Vorschlag. Wir fahren in den Park und wenn du dich unwohl fühlst, drehst du einfach um. Ist das in Ordnung?“
Nach einem kurzen Zögern nickte Mara und öffnete den Mund.
„Brave Sunrise.“ sagte Julia lächelnd und befestigte die Trense wieder. Sie streichelte ihr noch einmal über die Wange und setzte sich wieder auf den Sulky. Sie schnalzte kurz mit den Zügeln und Mara ging langsam los, aus dem Tor hinaus und in Richtung Park. Bereits nachdem sie die Brücke überquert hatten, kamen ihnen einige Leute entgegen die hier spazieren gingen. Niemand schien Anstoß daran zu finden daß Mara hier als Pony verkleidet einen Sulky zog. Einer der Spaziergänger schaute kurz hinter den Beiden her und ging dann weiter.

Julia zog Maras Kopf nach links als der Weg sich gabelte und sie fuhren den Weg am Graben entlang. Auf diesem Weg war niemand zu sehen und Julia schnalzte zweimal mit den Zügeln. Mara begann daraufhin zu laufen und fing an, sich daran zu gewöhnen so herum zu laufen. Nach einigen Metern kamen ihnen wieder einige Leute entgegen. Sie machten Platz, sagten aber nichts. So liefen sie eine Weile und mit jeder Begegnung mit Spaziergängern oder Fahrradfahrern wurde Mara ein wenig sicherer. Nur einmal, kurz bevor sie das Ende des Grabens vor dem Schlossgarten erreicht hatten, rief ein Spaziergänger „Hey, nicht so schnell, das ist doch keine Rennbahn hier.“ hinter ihnen her. Doch Mara störte sich nicht daran. Sie überlegte, daß sie ja garnicht Schuld daran war sondern daß es Herrin Julia war, die das Tempo vorgab.

Als der Weg vor dem Schlossgarten eine Biegung machte, wollte Mara diesem folgen. Doch Julia zog sofort an den Zügeln bis Mara stehen blieb. Sie stieg ab und ging zu ihr.
„Und? So schlimm?“ fragte sie.
Mara trat zweimal auf.
„Na also.“ Julia streichelte ihr noch einmal über die Wange. „Aber jetzt muss ich mal was erklären. Du sollst einfach nur genau in die Richtung laufen, in die deine Nase zeigt, nicht dem Weg folgen. Die Richtung gebe ich vor und nicht du. Verstanden?“
Dieses Mal trat Mara nur zögernd einmal auf. Sie war sich nicht sicher ob das eine gute Idee war und warf Julia einen zweifelnden Blick zu.
„Ich kann schon verstehen, daß dir das schwer fällt. Aber so funktioniert das nun mal. Auf der Rennbahn ist das was Anderes, da erwarte ich sogar eine gewisse Eigeninitiative, aber hier sollst du dich einfach fallen lassen und tun, was ich dir vorgebe.“ Julia dachte kurz nach. „Das ist ungefähr so wie vor zwei Wochen als ich dich ausgepeitscht hab. Du sollst nicht mehr nachdenken oder entscheiden sondern dich einfach fallen lassen und das tun was ich dir sage. Meinst du, du schaffst das?“
Mara sah sie an und zuckte zögernd mit den Schultern. Auf Kommando das Denken abschalten, wie sollte das denn funktionieren?
„Pass auf, ich helfe dir dabei.“ Julia nahm das Tuch welches sie als Schal um den Hals trug ab, faltete es mehrmals längs zusammen und hielt es Mara vor die Augen. Diese schüttelte den Kopf, sie wollte nicht blind durch die Gegend laufen.
„Ich verspreche dir, ich werde aufpassen. Du musst auch nicht schnell laufen. Da kann garnichts passieren.“ versuchte Julia sie zu beruhigen. Sie hielt es Mara wieder vor die Augen. Dieses Mal ließ Mara sie gewähren. Julia band ihr das Tuch vor die Augen. Sofort war es um Mara herum dunkel. Sie spürte einen leichten Ruck als Julia in den Sulky stieg. Dann spürte sie ein leichtes Rucken an der Trense.

Mara ging ganz langsam los, wobei sie die Füße relativ weit anhob um nicht zu stolpern. Eine Weile geschah garnichts, doch dann wurde an der Trense gezogen und ihr Kopf nach rechts gedreht. Langsam ging sie in eben diese Richtung bis der Zug nachließ. So ging es eine ganze Weile. Gehen, ein Zug an der Trense, in irgend eine andere Richtung gehen, geradeaus gehen, immer weiter bis Mara die Orientierung vollkommen verloren hatte. Ein paarmal änderte sich der Untergrund, war er anfangs noch fest, so wurde er mal weicher, mal wieder fester. Die Geräusche änderten sich, mal waren die Stimmen der Menschen um sie herum klar und deutlich hörbar, mal klangen sie etwas gedämpft. Mitten im Gehen spürte sie wieder einen leichten Ruck an der Trense. Sie sollte irgend etwas tun. Aber was war das? Wieder ein leichter Ruck. Sie erinnerte sich und ging etwas schneller. Wieder ein Zug an der Trense, sie folgte dem und ging nach rechts, wieder ein leichtes Rucken, sie ging noch schneller. Der Untergrund änderte sich wieder, das gehen fiel ihr schwerer. Dann ein leichter Zug an der Trense, sie ging langsamer. Noch immer fiel ihr das Gehen schwer und auch der Sulky ließ sich nun schwerer ziehen. Noch ein Zug, dieses Mal stärker. Sie ging langsamer, blieb stehen, der Zug ließ nach. Ein Rucken, sie ging einen Schritt und sofort wieder ein Zug, sie blieb stehen. Jetzt spürte sie ein Rucken an ihren Seiten. Jemand fasste sie an der Schulter.

„Na, war das so schwer?“
Was war das? War sie gemeint? Es war eine Frage. Jemand hatte sie etwas gefragt.
„Mara?“
Das war ihr eigener Name. Langsam, fast schleichend kamen ihre Gedanken zurück. Sie schüttelte leicht den Kopf.
„Mara? Ist alles in Ordnung?“
Sie musste Antworten. Auftreten, sie musste auftreten. Sie trat einmal mit dem Fuß auf.
Die Berührung an der Schulter verschwand.

Julia löste das Tuch um Maras Kopf und nahm es ihr von den Augen. „Das hat doch prima funktioniert.“ sagte sie. Mara wandte den Kopf zu ihr und nickte.
Julia warf ihr einen zufriedenen Blick zu. „Schau mal nach vorne.“
Mara wandte den Kopf nach vorne. Keine 20 Zentimeter vor ihrem Kopf befand sich ein runder Pfosten. Wäre sie nur einen Schritt weiter gegangen, wäre sie unweigerlich genau davor gelaufen.
„Ich hab doch gesagt, ich passe auf.“ sagte Julia. „Du hast aber auch schnell begriffen.“ Sie holte etwas aus ihrer Tasche, wickelte es aus der Folie und steckte es Mara in den Mund. Das runde Stück löste sich langsam auf und sie schmeckte etwas fruchtig süßes. ’Traubenzucker’ fuhr es ihr durch den Kopf ’mit Erdbeergeschmack’. In ihrem Mund sammelte sich immer mehr Speichel den sie durch die Trense nur schwer schlucken konnte. Sie spürte, wie ihr dieser an den Mundwinkeln langsam hinaus lief, also versuchte sie so gut es ging den Mund zu schließen, was ihr allerdings auch nur schwer gelang.
„So, dann lass uns langsam mal zurück fahren.“ sagte Julia. „Meinst du, du findest den Weg?“
Mara hatte nicht die geringste Ahnung, wo sie sich befand. Der einzige Anhaltspunkt war der Sand in dem sie stand, sie schaute sich um und erkannte, daß sie auf einem Kinderspielplatz stand. Auf einem hölzernen Klettergerüst in einiger Entfernung stand ein kleines Kind und schaute gebannt zu ihr herüber. Sie trat zweimal auf um zu sagen daß sie den Weg nicht kannte.
„Na gut, dann lass uns mal los. Amber wird balde da sein.“ sagte Julia und wollte sich in den Sulky setzen. Mara trat zweimal auf.
„Was ist denn Mara?“
Mara schaute Julia an und schloss demonstrativ die Augen.
„Ich soll dir die Augen wieder verbinden?“
Mara trat einmal kräftig auf.
„Na, wenn du meinst.“ sagte Julia lachend. Sie zog das Tuch aus ihrer Tasche, faltete es wieder zusammen und band es Mara vor die Augen.

Sie spürte wieder einen leichten Ruck als Julia sich in den Sulky setzte. Dann wurde die Trense nach hinten gezogen. Sie wusste, daß sie noch vor dem Pfosten stand und ging vorsichtig einige Schritte rückwärts bis sie einen Ruck in der Trense spürte und sie langsam vorwärts ging. Der Kopf wurde nach links gezogen und sie folgte diesem Zug. Der Untergrund änderte sich, statt dem Sand spürte sie nun Gras unter den Hufen, kurz darauf war sie wieder auf dem Weg und ein erneuter Ruck an der Trense ließ sie schneller gehen.

Wieder folgte sie einfach dem Zug der Zügel und ging schnell immer weiter. Irgendwann, Mara hatte ihr Zeitgefühl vollkommen verloren, spürte sie einen Zug an der Trense. Sie ging langsamer und blieb schließlich stehen. Während der Rückfahrt hatte sich ihre Welt komplett verändert. Alles um sie herum war nebensächlich geworden und ihre Konzentration galt nur noch den Kommandos die sie durch die Zügel bekommen hatte und dem Laufen. Die Stimmen der Leute an denen sie vorbei lief nahm sie kaum noch wahr, genauso wenig wie die anderen Geräusche um sich herum.

Einfach nur laufen und reagieren, über nichts mehr nachdenken. Nur noch der Moment zählte. Ihre Gedanken verstummten und stattdessen begann sie die Kugeln zu spüren die sie seit gestern Abend tief in ihrer Scheide trug. Bei jedem Schritt schienen sie größer zu werden, nahmen mehr Platz in ihr und in ihrem Denken ein. Eine starke Erregung ging von ihrer Mitte aus und nahm sie immer mehr ein. Doch jetzt wurde an den Zügeln gezogen und sie lief langsamer, bis sie stehen blieb.

Einen Moment später wurde ihr das Tuch von ihren Augen abgenommen. Sie brauchte eine Weile bis sie wieder klar sah und ihre Gedanken zurück kehrten. Jemand streichelte ihr über den Kopf.
„Brave Sunrise.“ sagte jemand. „Das hast du ja schon ganz gut gemacht.“
Sie spürte mehr als sie sah, daß die Zugstangen von ihrem Korsett gelöst wurden. Jemand nahm ihr die Trense aus dem Mund und gab ihr etwas aus einer Flasche zu trinken. Gierig trank sie die Flüssigkeit.
„Alles in Ordnung?“ fragte jemand?
Sunrise trat einmal mit dem Huf auf.
„Möchtest du aufhören?“
Nun trat sie zweimal energisch auf. Sie wollte noch nicht zurück, wollte dieses Gefühl weiter auskosten.
Die Trense wurde ihr wieder vor den Mund gehalten, bereitwillig öffnete sie diesen und ließ sich die Trense wieder einsetzen. Sie wurde am Zügel am Haus vorbei in den Garten gezogen wo bereits ein weiteres Pony stand und in ihre Richtung gelaufen kam als es sie sah.
„Hallo Amber.“ sagte Julia zu der Frau. Sie trug einen glänzenden, schwarzen Ganzkörperanzug und darüber ein Geschirr aus knallrotem Leder. Ihre Mähne glänzte in der Sonne in einem dunklen Blond und ihr Schweif in dem selben Farbton schwang bei jedem Schritt hin und her. Julia streichelte ihr über den Kopf, worauf hin Amber sich um drehte. Sie trug keine Handschuhe und hielt die Arme demonstrativ nach oben. Darauf hin schaute Julia sich kurz um und nahm von der Bank neben der Eingangstür ein rotes Lederteil. Sie legte Amber den Monohandschuh um die Arme, legte die langen Riemen über ihre Schultern und befestigte diese hinten an dem Leder. Dann begann sie in aller Ruhe die Schnürung zu binden und langsam immer enger zu ziehen bis Amber nervös mit den Hufen zu scharren begann.

„Amber, das ist Sunrise.“ sagte Julia und zog diese am Zügel zu sich. „Sunrise, das ist Amber.“
Über Maras Gesicht glitt ein Lächeln als sie Katja erkannte. Katja, besser gesagt Amber, nickte weit ausholend, wobei ihre Mähne vor und zurück schwang.
„Dann lass ich euch mal ein paar Minuten alleine.“ sagte Julia und verschwand im Haus. Amber schaute Sunrise kurz an und begann durch den Garten zu laufen. Sunrise schaute ihr kurz hinterher und folgte ihr dann. Amber lief durch den Garten auf eine rot und weiß bemalte Obstkiste zu, die mitten im Gras lag und sprang darüber. Sunrise tat es ihr gleich und schon bald entspann sich ein regelrechtes Wettrennen über die auf der Wiese verteilten Obstkisten.

Wieder schwanden Maras Gedanken und sie ging in diesem Spiel voll auf. Die beiden Kugeln die tief in ihr steckten machten sich erneut bemerkbar und ihre Erregung wuchs langsam aber stetig an. Gerade als sie wieder über eine Kiste gesprungen war, sie hatte es gerade geschafft, Amber zu überholen, steigerte sich ihre Erregung ins unermessliche und ein heftiger Höhepunkt machte sich in ihr bereit sie zu überrollen. Sie ging immer langsamer, kreiste dabei mit dem Becken und kam kurz darauf laut stöhnend. Sie ging in die Knie und ließ ihr Becken weiter kreisen. Langsam sank sie auf die Knie und einen Moment später berührte ihre Stirn den Boden als sie sich zuckend und zitternd dem Höhepunkt hingab und ihr Becken weiter kreisen ließ.

Sie öffnete ihre Augen als sie spürte, daß jemand sie an der Seite anstupste. Sie richtete sich langsam auf und schaute zur Seite. Dort stand Amber und schaute sie besorgt an. Irgend wie schaffte diese es wortlos zu fragen ob alles in Ordnung war. Sunrise konnte im Moment nur nicken und schloss die Augen. Langsam stand sie wieder auf. Doch sie schwankte und musste sich an Amber lehnen, die anscheinend begriffen hatte, was gerade passiert war und sie mit einem breiten Grinse bedachte.

Amber lief ein Stück voraus, nachdem Sunrise sich wieder beruhigt hatte und deutete ihr mit einem Kopfschwung, ihr zu folgen. Sie liefen noch einige Runden durch den Garten, über die Hindernisse bis Julia wieder aus dem Haus kam. Sie pfiff kurz und deutete den Beiden, zu ihr zu kommen.
„So Sunrise, wie wäre es denn, wenn Amber dir mal zeigt, wie ein Pony richtig läuft?“ fragte sie.
Sunrise schaute erst zu ihr, dann zu Amber und trat dann einmal mit dem Huf auf.

Während Julia Sunrise am Zügel fest hielt nickte sie Amber zu, die mit einem gleichmäßigen Schritt die Wiese umrundete. Dabei hob sie die Beine bei jedem Schritt so weit an, daß die Oberschenkel beinah waagerecht und die Unterschenkel im rechten Winkel dazu standen. Bei jedem Schritt machte sie einen kleinen Sprung bevor sie den Huf wieder auf den Boden setzte. So kam sie zwar sehr langsam aber auch äußerst elegant voran.

„Jetzt du Sunrise.“ sagte Julia, nahm ihr die Zügel ab und gab ihr einen leichten Klaps mit der Peitsche. Sunrise versuchte genauso elegant zu gehen doch ganz gelang ihr das nicht. Julia, die neben ihr ging schlug ihr bei jedem Schritt leicht unter den Oberschenkel während sie Amber folgte. Nach einer ganzen Weile sagte Julia „Stop.“ Beide, Amber und Sunrise blieben stehen und bekamen von Julia ein Stück Traubenzucker. „Das habt ihr toll gemacht.“ sagte sie und wandte sich an Sunrise „Ich bin erstaunt, wie schnell du lernst.“ sie strich ihr mit der Hand über den Kopf.

„Trab.“ rief Julia und Amber lief los. Schneller als eben, mit ähnlich hoch ausholenden Schritten aber ohne den kleinen Sprung bei jedem Schritt sondern mit dem hinten stehenden Fuß weit ausholend. Während Amber im Kreis lief stupste Julia Sunrise mit der Peitsche an. Diese zögerte kurz, lief dann aber hinter Amber her und bemühte sich, ihre Schritte nachzuahmen. So liefen die Beiden eine ganze Weile im Kreis um Julia herum die mit der Peitsche immer mal wieder leicht unter Sunrises Oberschenkel schlug um ihr anzuzeigen daß sie die Beine höher nehmen sollte.

Nach einer ganzen Weile, Julia ließ die Beiden gelegentlich zwischen langsamen Gehen und schnelleren Laufen wechseln, kam Sunrise aus der Puste und wurde irgendwann langsamer und ließ sich auch durch leichtes Antreiben mit der Peitsche nicht mehr dazu bewegen, schneller zu laufen. Julia rief die Beiden zu sich und nahm ihnen die Trensen heraus. Sie gab beiden etwas aus der Flasche zu trinken und gab ihnen ein Stück Traubenzucker. Dann steckte sie ihnen die Trensen wieder in die Münder und legte ihnen die Zügel an. Mit diesen führte sie die Beiden zur Wand des Schuppens und hakte die Zügel in einen Haken an der Wand. Sie räumte die bemalten Obstkisten in den Schuppen und ließ die Beiden dann einfach stehen. Sunrise schaute fragend zu Amber als Julia sich in ihr Auto setzte und weg fuhr. Sie machte sich sorgen, daß sie hier bis zum Abend oder gar noch länger stehen bleiben sollte. Doch Amber blieb einfach ruhig stehen und warf ihr ein Lächeln zu. Wieder schaffte sie es Sunrise ohne Worte klar zu machen, daß sie sich keine Sorgen machen zu brauchte. Nun blieb auch Sunrise ruhig stehen und wartete einfach. Sie warf einen Blick zu dem Haken in der Wand und erkannte, daß sie sich ohne Probleme leicht hätte setzen können. Doch noch versuchte sie sich, in Geduld zu üben. Kurze Zeit später begann Amber aufgeregt mit dem Huf zu scharren und schaute zur Einfahrt. Sunrise folgte ihrem Blick und sah Julia von der Einfahrt her zurück kommen. Sie stellte eine Papiertüte auf die Bank neben der Haustür und kam dann in ihre Richtung. Doch statt zu ihnen ging sie in den Schuppen und kam kurz darauf mit einem langen Seil wieder heraus. Amber scharrte nun noch aufgeregter mit den Hufen auf dem Boden.

Julia nahm Amber die Zügel ab und hakte statt dessen das Seil in ihr Geschirr ein. Sie zog sie mit sich auf die Wiese und steckte einen langen Stab tief in den Boden an dem sie das andere Ende des Seiles befestigte. Aus der Hosentasche zog sie eine kleine Fernbedienung heraus, gab Amber einen Klaps auf den Hintern und diese lief los. Julia drückte auf der Fernbedienung und Amber machte einen kurzen Sprung, ohne jedoch ihren Lauf zu unterbrechen.

Nun ging Julia zu Sunrise und nahm auch ihr die Zügel ab. Sie begann damit, ihr das Kopfgeschirr aus zu ziehen.
„Alles in Ordnung Mara?“ fragte sie.
Obwohl die Trense nicht mehr in ihrem Mund war, trat Mara einmal kräftig auf.
„Du kannst wieder sprechen Mara.“ sagte Julia lachend. „Aber ich glaube, bis du wieder weit genug hier bist, dauert es noch eine Weile. Sie streichelte Maras Kopf als sie Maras Haare vorsichtig aus dem Kopfgeschirr zog und legte dieses bei Seite. Dann nahm sie ihr die Handschuhe und den Riemen um die Ellenbogen ab und führte ihr die Arme nach vorne. Nun begann sie damit ihr auch das große Geschirr aus zu ziehen und half ihr danach auch aus den Stiefeln.
„Komm, nimm deine Sachen und geh mal hoch, dich duschen. Scheint dir ja wirklich Spaß gemacht zu haben.“ sagte Julia und deutete auf Maras Schritt. Der Stretchanzug wies einen riesigen, feuchten Fleck dort auf. Errötend nickte Mara als sie diesen bemerkte.
Julia fasste sie am Arm und führte sie ins Haus.
Mara warf Julia einen fragenden Blick zu und sah dann zu Amber die noch immer ihre Runden drehte. Dann fiel ihr ein, daß sie ja wieder sprechen konnte. „Was ist denn mit Amber? Kommt die nicht mit rein Herrin?“ fragte sie.
„Also über deinen exzessiven Gebrauch des Wortes Herrin sollten wir bei Gelegenheit mal miteinander reden.“ sagte Julia „Nein, Amber bleibt noch eine Weile draußen. Sie hat jetzt auch erst mal eine Weile ihren Spaß bei der Sache, solange sie läuft.“ erklärte sie grinsend und wedelte mit der Fernbedienung die sie Mara vors Gesicht hielt.
„Verstehe.“ sagte Mara und musste nun auch grinsen als ihr klar war, was Julia meinte.
„So, jetzt aber unter die Dusche mit dir. Du bist ganz verschwitzt. Bei dem Wetter ist es nicht gut, so rum zu laufen. Zieh dir danach eine Tunika an und komm wieder her.“
„Ja Herrin.“ sagte Mara und knickste. Dann ging sie nach oben, duschte ausgiebig und entfernte auch mit einiger Mühe die beiden Kugeln die noch immer in ihr steckten. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich wieder vollkommen menschlich fühlte. Am liebsten hätte sie noch länger Pony gespielt. Nachdem sie sich gründlich abgetrocknet hatte zog sie eine etwas dickere Tunika an und ging wieder nach unten.

Draußen roch es nach Rauch und neben der Haustür stand ein Grill in dem echte Holzkohle brannte. Auf dem Rost lagen bereits mehrere Stücke Fleisch und Bratwürste sowie einige runde Teile die wie flache Buletten aussahen, jedoch überwiegend gelblich aussahen und rote und grüne Stückchen aufwiesen. Neben dem Grill stand ein Campingtisch auf dem mehrere Flaschen, Pappbecher und Teller, zwei Schüsseln mit Salat sowie ein Korb mit Baguette standen.

„Nimm Platz und trink etwas. Das Essen dauert noch eine Weile.“ sagte Julia die auf der Bank saß und eine Flasche Bier in der Hand hielt.
Mara nahm sich einen Pappbecher und schenkte sich Limo ein.
„Was ist denn mit Katja… ich meine Amber. Wie lange soll sie denn noch weiter machen?“ fragte Mara als sie sich neben die Bank kniete.
„Sie hält sicher noch eine ganze Weile durch. Aber spätestens in einer Stunde lasse ich sie sich umziehen, schließlich muss sie morgen ja wieder zur Uni.“ sagte Julia und trank einen Schluck. „Aber ich hab sie schon mal eine ganze Woche als Pony gehalten.“ sagte Julia.
„Eine ganze Woche?“ fragte Mara ungläubig.
„Ja, sie wollte ja eigentlich drei Wochen, die ganzen Ferien über. Aber das war mir dann doch etwas zu lange. Sie war richtig enttäuscht als ich ich das Geschirr abgenommen habe.“

Die beiden saßen eine Weile schweigend da und beobachteten Amber wie sie gelegentlich langsamer wurde, auf die Knie ging und dann leise stöhnend und zuckend für einen Moment knien blieb. Doch sie richtete sich jedes Mal wieder auf und lief weiter. In ihrem Gesicht konnte man deutlich sehen, wie ihr das gefiel.
Julia stand gelegentlich auf und drehte das Fleisch welches auf dem Grill lag um.
„Wieso eigentlich so viel Herrin?“ fragte Mara und deutete auf den Grill.
„Du weißt doch, eine Stadt kann noch so groß sein, aber sie bleibt immer noch ein Dorf. Irgendwer wird auf jeden Fall balde vorbei kommen wenn er das hier riecht.“ sagte sie.

Tatsächlich fuhr eine viertel Stunde später ein Wagen auf den Hof und zwei Polizisten kamen um die Ecke. Mara stand erschrocken auf, doch Julia hielt sie an der Schulter und deutete ihr, sich wieder hin zu knien.
„Hallo Robert.“ sage sie gelassen. „Eine neue Kollegin?“
„Hallo Julia, das ist Pamela. Sie ist vor ein paar Wochen von der Polizeischule gekommen. Pamela, das ist Julia, sie begeht regelmäßig Brandstiftung und außerdem Umweltverschmutzung und Geruchsbelästigung.“ sagte der Polizist grinsend, nahm sich eine Flasche alkoholfreies Bier die er mit einer zweiten Flasche öffnete und setzte sich neben Julia auf die Bank. Die junge Polizistin schaute verwirrt zu ihm bis Julia aufstand und einen Campingstuhl holte und ihr aufstellte.
„Setz dich und nimm dir was zu trinken, unsere Pause hat gerade angefangen.“ sagte der Polizist zu seiner Kollegin und deutete auf den Stuhl.
„Ich verstehe.“ sagte die Frau, nahm ihre Mütze ab, nahm einen Becher Limo und setzte sich.
„Ich sag doch, auch eine Großstadt ist nur ein Dorf.“ sagte Julia mit einem Grinsen im Gesicht.

„Ich nehme an, die Wurst ist mal wieder von Lajos?“ fragte der Polizist.
„Sicher doch. Aber erzähl das ja nicht Amber.“ erwiderte Julia mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Mara hatte dem Ganzen erstaunt zugesehen und sah Julia nun fragend an.
„Ganz einfach, Lajos kommt aus einem kleinen Nest in der Nähe von Miskolc, das ist im ehemaligen Ungarn. Er macht die beste Pferdebratwurst in der Stadt. Und wenn Katja erfährt, daß ich hier Pferdewurst brate, dann wird sie ziemlich sauer. Sie isst ja nur diese Gemüsebratlinge. Solltest du übrigens auch mal probieren, die sind ziemlich lecker.“ erklärte Julia. „Übrigens, ich glaube, du solltest sie mal langsam her holen, das Essen ist gleich soweit.“

Während Mara zu Amber ging und das Seil von dem Stab los machte, schaltete Julia mit der Fernbedienung deren Freudenspender aus und Mara führte Amber zu Julia. Diese nahm ihr den Monohandschuh und das Kopfgeschirr ab und sie setzte sich auf die Bank.

Julia fragte alle, was sie essen wollten und Mara gab jedem das Gewünschte mit einem Knicks, wie sie es gelernt hatte. Von den beiden Polizisten hielt sie jedoch immer ein wenig Abstand und vermied es, ihnen in die Augen zu sehen. Als alle etwas zu Essen hatten, durfte sie sich selbst ebenfalls etwas nehmen. Sie probierte ein kleines Stück Fleisch und einen Gemüsebratling, nahm sich Salat dazu und etwas Sauce. Dann begann sie zu essen. Dabei sah sie immer wieder etwas misstrauisch zu den beiden Beamten die sich lachend mit Julia und Katja unterhielten.

„Du scheinst keine guten Erfahrungen mit der Polizei gemacht zu haben.“ sagte die Polizistin plötzlich zu Mara gewandt.
Diese druckste etwas herum und verschluckte sich an einem Bissen Salat.
„So wie du uns ansiehst, nehme ich an, du bist nicht freiwillig in der Schule gewesen?“ fragte der Polizist, was Mara mit einem Nicken beantwortete.
„Keine Sorge, wir tun dir nichts.“ sagte er. „Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Schule wesentlich besser ist als das Gefängnis, wenn es darum geht jemanden wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Ich habe noch keine Serva verhaften müssen. Leute die aus dem Gefängnis kommen aber schon so einige. Ich finde die Regel, daß die alten Akten gesperrt werden garnicht so schlecht. Bei den Sozialprognosen die Serva haben finde ich es gut, das niemand sehen kann, warum eine Frau in die Schule gekommen ist. Also mir ist es auch vollkommen egal, was du mal angestellt hast. Wenn deine Zeit um ist, hast du jedenfalls bessere Chancen wieder ein normales Leben anzufangen als jemand der im Gefängnis war. Wie lange hast du denn bekommen?“
„25 Jahre.“ sagte Mara leise.
„Autsch, das ist verdammt lange, aber ich hab das Gefühl, so lange Strafen werden in den letzten Jahren immer häufiger. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Straftaten so viel schlimmer geworden sind, irgend was läuft da gewaltig falsch.“ sagte er. „Ich nehme an, vor zehn Jahren hättest du höchstens halb so lange bekommen.“ er schaute ein wenig verärgert aus. „Ich nehme an, einen ordentlichen Anwalt hast du auch nicht gehabt, oder?“
Mara schüttelte nur den Kopf.
„Dacht ich mir. Ganz ehrlich, sowas kotzt mich regelrecht an.“ er schaute kurz alle an. „Entschuldigung die Damen, aber sowas muss einfach mal gesagt werden. Er zuckte kurz mit den Schultern. „Irgend was läuft da gewaltig falsch. Ich wette meine Mütze, das die meisten solcher Fälle, wenn man sie mit einem ordentlichen Anwalt noch mal aufrollt, ganz anders entschieden würden.“ Er trank einen Schluck Bier und aß weiter seine Bratwurst.

Trotz des kleinen Ausbruches des Polizisten wurde es noch ein recht entspannter Nachmittag. Mara fragte sich zwar, ob er nicht vielleicht sogar recht hatte, aber sie mache sich darum keine großen Gedanken. Sie war nun mal die nächsten 25 Jahre Serva aber das machte ihr im Grunde genommen auch nicht viel aus. Es gefiel ihr hier bei Herrin Julia. Sie hatte es auf jeden Fall besser als noch vor drei Jahren als sie auf der Straße gelebt hatte. Und vielleicht sogar auch besser als zu Hause, wo sie immer hinter Kira anstehen musste. Zwar würde sie diese gerne wieder sehen, glaubte aber daran, daß das auf jeden Fall irgend wann passieren würde.

Die beiden Polizisten standen nach einer stunde auf und wollten gehen. „Pamela, ich glaube, die mündliche Verwarnung solltest du aussprechen. Wenn ich das mache, gibt das nur wieder viel Papierkram.“ sagte der Mann.
„Ich verstehe schon.“ sagte die Polizistin grinsend. Als ihr Kollege sich verabschiedet hatte und bereits auf dem Weg zum Wagen war sagte sie „Frau Gibbs, hiermit verwarne ich Sie wegen des unerlaubten Feuers und der Geruchsbelästigung.“
„Ich kann leider nicht versprechen, daß das nicht wieder vor kommt.“ sagte Julia grinsend.
„Dann werden wir uns wahrscheinlich beim nächsten Mal wieder sehen.“ die Polizistin tippte zum Gruß an ihre Mütze und verabschiedete sich freundlich bevor sie ihrem Kollegen folgte.
„Das kann ich nur begrüßen.“ sagte Julia „Es muss ja alles seine Ordnung haben. Einen schönen Tag noch.“

Nachdem die Beiden wieder weg gefahren waren, packte Julia den Grill weg nachdem sie die Kohle mit Wasser gelöscht hatte und Mara half Katja das Geschirr aus zu ziehen. Danach brachte sie das restliche Essen und das Geschirr nach oben in die Küche und half Julia beim Aufräumen.

Nachdem auch Katja sich verabschiedet hatte ging sie mit Julia ins Wohnzimmer wo sie es sich auf der Couch beziehungsweise im Sessel gemütlich machten und einen Film an sahen, bis es für Mara Zeit wurde, ins Bett zu gehen.

Sie lag noch eine ganze Weile wach und dachte über den Tag nach. Sie fragte sich, ob das jetzt ewig so weiter gehen sollte, daß sie aus irgend welchen Gründen alles um sich herum vergessen sollte, sei es nun weil sie ausgepeitscht würde oder weil sie Pony spielte. Einerseits machte es ihr irgend wie Angst. Wieso passierte ihr das immer wieder? Andererseits fand sie auch Gefallen daran. Es war als würde sie in eine ganz andere Welt abtauchen in der nichts wichtig war und sie sich keine Sorgen machen musste. War das vielleicht der Grund, warum Katja sich sogar eine ganze Woche lang als Pony halten ließ und das sogar noch länger wollte?

Es gefiel ihr hier bei Herrin Julia. Die Arbeit im Laden machte ihr Spaß, sogar in Herrin Julias Laden kannte sie sich bereits etwas besser aus und irgend wann würde sie sich sicher gut genug auskennen um alleine in beiden Läden arbeiten zu können. Sie hatte in den letzten Wochen so einige Leute kennen gelernt und außer dieser Sabine die in der Disco so ausgerastet war, waren das alles freundliche und nette Leute. Sogar die beiden Polizisten heute waren sehr nett gewesen.

Aber tief in ihrem Innern spürte sie, daß da irgend etwas fehlte. Sie konnte nicht einmal für sich selbst sagen, was das war, doch da war irgend etwas von dem sie wusste, daß es fehlte. Darüber grübelnd fiel sie irgend wann in einen tiefen schlaf.

- - -

Nadine wachte auf als sie ein leises Stöhnen hörte. Sie drehte sich um und sah daß Kati sich versuchte zu bewegen. „Bleib liegen.“ sagte sie und hielt diese an der unverletzten Schulter.
Kati hatte endlich die Augen geöffnet und schaute sich verwirrt um als sie bemerkte, daß sie wieder in dem Schutzraum waren. „Was ist passiert?“ fragte sie mit schwacher Stimme.

Nadine stand auf und holte eine Flasche Wasser. Sie half Kati, sich aufzurichten und gab ihr etwas zu trinken. „Als du auf den Schalter gedrückt hast, ist irgendwas schief gegangen. Der Förderkorb ist wahrscheinlich von ganz oben runter gefallen und das Seil ist gerissen. Das hätte dich beinah erschlagen.“ begann Nadine zu berichten. „Ich konnte dich gerade noch weg ziehen. Aber du hast die Tür an den Kopf gekriegt als der Korb unten aufgeschlagen ist. Und irgend ein Teil hat dich an der Schulter getroffen. Du hast eine Platzwunde an der Stirn und eine Schnittverletzung am Arm. Nichts schlimmes, wie es aussieht. Ich vermute, du bist ohnmächtig geworden als du die Tür an den Kopf gekriegt hast.“
Kati schaute sich noch einmal um „Und warum bin ich wieder hier?“
„Soll ich dich wieder zu dem Schacht bringen und dich da hin legen?“ fragte Nadine trocken. „Wenn es dir da bequem genug ist, wir können sofort los.“
„Nein!“ rief Kati aus und hielt sich die Hand vor die Augen. Sie kniff diese für einen Moment zusammen. „Hast du mich hier her getragen?“
„An dir ist zwar kaum was dran aber so verrückt bin ich dann doch nicht. Ich hab einen der Wagen genommen und dich bis zum Durchgang gefahren. Den Rest hab ich dich dann aber doch tragen müssen.“ Nadine war aufgestanden und schob das Bett auf dem sie gelegen hatte wieder an die Wand. Sie holte einen Stuhl und setzte sich neben Katis Bett. „Hier, iss das, dann geht es dir gleich besser.“ sie gab Kati ein Stück Schokolade und steckte sich selbst ebenfalls etwas davon in den Mund.
„Danke.“ sagte Kati leise und aß die Schokolade.

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 24.07.17 um 16:43 geändert

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