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  Das Reich der Megara (Neuauflage)
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AlfvM
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:21.10.18 20:12 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Prallbeutel,
lass uns nicht wieder solange warten, die Geschichte ist nach wie vor klasse. ich bin gespannt ob Leda dem Fremden glaubt.
Vielen Dank.
VLG ALf
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:21.10.18 22:18 IP: gespeichert Moderator melden


Wunderbar,die Fortsetzung !Man hält es kaum aus bis du den nächsten Teil veröffentlichst....und die Szenen und Ideen der grausamen Frauen bei der Sklavenbehandlung sind ganz nach meinem Geschmack....
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prallbeutel Volljährigkeit geprüft
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:03.11.18 18:38 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder zurück in der Gegenwart:

„Lass uns absitzen“, sagte Ceres und nahm ihr Pferd an den Zügeln. Sie führte das Tier zu einer jungen Birke und band es fest. Phoibe machte es ihr nach. Schließlich stieg auch der Jüngling von seinem Rappen. Kichernd verschwanden die Damen allgemach im Gebüsch des Ufers. Nereus folgte ihnen neugierig durch dichtes Schilf. Zunächst verlor er sie aus den Augen, doch dann fand er sie an einem feinen Sandstrand. „Komm schon her“, lockte Ceres ihn und strich sich durch ihr langes, glänzendes Haar. Der Jüngling kam auf sie zu, aber Ceres verschwand in den Fluten des Flusses. „Komm rein! Es ist herrlich erfrischend!“ Nereus wirkte unsicher. Der Fluss bildete die Grenze zum gefährlichen Ostreich. Auf der anderen Seite des Wasserarms war er als Mann nur ein wertloser Sklave. Rechtlos und vogelfrei. Selbst hier war es schon riskant, denn es hieß, dass Reiterinnen aus dem Osten die Gegend nach einsamen Wanderern durchstreiften, die sie entführten und auf Sklavenmärkten in den Siedlungen verkauften.

Phoibe schlüpfte aus ihrem Kleid und sprang ebenfalls ins Wasser. Für kurze Zeit war ihr wunderbarer weiblicher Leib für den Jüngling zu erblicken. Nereus schaute den Damen begehrlich hinterher. Sollte er es wagen? Was war schon dabei? Weit und breit war niemand hier. Er überlegte nicht mehr lange und zog sich rasch seinen Wams und die Beinkleider aus und folgte den beiden Badenixen spritzend ins kühle Nass. Die drei vergnügten sich im Fluss und alberten herum.

Plötzlich war Hufgetrappel zu hören. Das Trio erschrak. „Schnell! Ins Schilf!“, rief Phoibe alarmiert, und die beiden anderen folgten ihr hastig durchs brusthohe Wasser, alle zogen sich hastig ihre Kleider an und wrangen ihr Haar aus. Keinen Augenblick zu früh gingen sie in Deckung hinter den grünen Blättern, denn direkt darauf erschien ein Reitertrupp aus bewaffneten Soldatinnen, die in den Fluss trabten. Die Reiterinnen trugen dicke Lederrüstungen, die zusätzlich mit Metallplättchen verstärkt waren. Jede hatte ein Schwert auf dem Rücken geholstert. Zu ihrer Armierung zählten noch ein Bogen, ein Dolch, eine Peitsche und ein langer Wurfspieß.

Nereus, Phoibe und Ceres stellten fest, dass sich nur etwa 30 Schritt von ihnen entfernt eine Furt befand, über die die Kolonne das westliche Ufer erreichte. „Abgefeimte Wilderer“, flüsterte Ceres. „Sie suchen Freie für die Sklavenmärkte…“ Nereus wagte kaum zu atmen. Seine Angst ließ ihn zittern. Sein Langmut war beinahe erschöpft. Das Dröhnen der Hufe wich lautem Platschen des Wassers, doch die Speere klirrten weiterhin an den Rüstungen und Steigbügeln. Plötzlich drehte sich eine Kavalleristin um und pfiff schrill und laut, so dass die anderen sechs Pferde stehen blieben. Offenbar hatte die Soldatin etwas bemerkt. SIE bemerkt…

Ceres und Phoibe duckten sich noch weiter in die Schilfblätter. Aber die fremde Soldatin ritt langsam genau auf sie zu und zog ihr Langschwert, das in der Sonne glänzte. Nereus spürte sein Herz gegen die Rippen schlagen. Sein Puls raste. Er haderte mit dem Schicksal. Sollte sein Leben als freier Mann heute zuende gehen? Ceres knickte einen dicken Halm einer Bambuspflanze ab und drückte den Jüngling unter Wasser. Sie reichte ihm das Ende des Rohrs, durch das er atmen konnte. Nereus begriff, was er tun sollte und klammerte sich am Boden des Flusslaufes an einer Schlingpflanze fest, um nicht an die Oberfläche zu treiben. Aber was war mit dem Wasser? Ihm wurde ganz blümerant. Es war so klar wie aus der feinsten Quelle, und die Sklavenjägerin musste den Untergetauchten trotzdem bemerken…

Doch Phoibe scharrte im letzten Augenblick mit den Füßen und schob sie durch den Schlick am Boden, der braun aufwirbelte. Jetzt war die Soldatin nur noch drei Schritte entfernt. Mit ihrem Schwert schob sie einige Schilfblätter zur Seite und betrachtete die beiden Damen, die im brusthohen Wasser standen. „Wer seit ihr?“, wollte die Gerüstete wissen, deren harte Gesichtszüge von einem ebenso harten Leben erzählten. Phoibe antwortete: „Auch Ihr seied uns gegrüßt, Holde und Edle auf dem stolzen Rosse. Wir sind nur zwei Maiden, die im Grenzdorf wohnen“, und zeigte auf das östliche Ufer, „und erfrischen uns im Fluss.“ Die Soldatin betrachtete auch Ceres und die Umgebung argwöhnisch, als dünkte sie, dass irgendwas hier faul war. „Seid ihr allein?“ Phoibe entgegnete lapidar: „Ja, Reitersfrau.“

Die Berittene steckte ihr Schwert schabend zurück in die Scheide und meinte streng: „Es ist gefährlich für junge Damen im Grenzgebiet. Recken aus dem Vereinten Reich könnten euch Böses antun. Mannsbilder jenseits des Flusses wissen die Unantastbarkeit des Weibes nicht alle zu schätzen. Hier seid ihr Freiwild für dreckige Halunken. Tunlich ist es, die Grenze zu meiden.“ Damit drehte sie ihr Ross so kraftvoll, dass es aufbäumte, und die beiden Damen vor dem wiehernden Tier und dem aufpeitschenden Wasser zurückschreckten.

Der Trupp ritt davon - ins Vereinte Reich. Sie hatten ihre Beute noch nicht aufgegeben. Nereus war nicht bemerkt worden, sonst hätten sie nicht viel Federlesens mit ihm gemacht. Ceres nahm eine Handvoll Wasser und blies sie in das obere Ende des Rohrs.
Prustend und hustend kam Nereus an die Oberfläche und sah sich panisch nach den Reiterinnen um; doch da war niemand außer seinen beiden Bekannten, die über seinen Gesichtsausdruck kicherten. Ceres winkte der längst verschwundenen Grenztruppe nach.
„Gehabt Euch wohl, ihr blöden Weibsstücke!“

„Komm“, lockte Phoibe ihn und ließ sich in den Arm nehmen. Der Jüngling genoss die Berührung der schlanken Taille, dann rutschten seine Hände zu den weiblichen Hüften. Und dann spürte er plötzlich die Hand der jungen Dame an seinem Gemächt. Erneut befreiten sie sich von ihrer Wäsche. Phoibe streichelte über das Lustfleisch des Burschen und brachte Nereus damit traumhafte Gefühle, die er bisher nicht gekannt hatte. Natürlich hatte er sich selbst schon oft dort angefasst. Er wusste auch, wie ein Mann sich selbst befriedigte, wie er seinen Samen von sich gab; aber dass eine weibliche Hand solche intensiven Empfindungen, süßer als jede Spezerei, auslösen konnte… Das hätte er niemals gedacht.

Bald konnte er sich kaum noch zurückhalten und hungerte danach, sein „Schwert“ in Phoibes Weiblichkeit einzutauchen, aber die junge Dame neckte ihn und spielte mit ihm Fangen. Ceres half dabei, den Jüngling fast um den Verstand zu bringen, berührte ihn in seinem Schoß, flüsterte ihm Liebesbekundungen in die gespitzten Lauscher und knabberte an seinem Ohrläppchen. Der frivole Reigen des nackten Trios hätte einen Betrachter sich verwundert die Augen reiben lassen.

Endlich kehrten die Damen an den Strand zurück und ließen sich in den feinen Sand fallen. Nereus folgte ihnen mit „erhobenem Schwert“, das wild in der Luft wackelte und endlich sein Verlangen stillen wollte. Mittlerweile war sie zur Drangsal geworden, die unbefriedigte Lust. Phoibe ließ sich aber immer noch nicht besteigen. Stattdessen setzte sie sich auf den verdutzten und schwer atmenden Nereus. Die junge Dame wiegte sich hin und her und nestelte an Nereus Lenden, bis sein Stab in sie eindrang. Nereus ächzte laut auf. Das musste das Paradies sein!

Phoibe kicherte leise und bewegte ihre Hüften in einem Takt, den Nereus immer näher an den Gipfel der Lust brachte. Doch kurz bevor er seinen Samen vergießen konnte, stand Phoibe auf und drehte sich herum, schob ihren Po immer höher auf die Brust des Jünglings und keuchte: „Zuerst wirst du zeigen, wie du mit deiner Zunge umgehen kannst…“

Nereus wusste nicht so recht, was sie meinte. Umglimpf überkam ihn heiß, ob des Unwissens. Aber er sah die süße nasse Weiblichkeit genau vor seinen Augen und ahnte instinktiv, was sie von ihm forderte. Ceres beobachtete schmunzelnd, wie Phoibe sich immer verkrampfter an Nereus Unterschenkeln festkrallte und ihre Augen genießerisch schloss. Die Luft schien vor Spannung zu knistern wie bei einem Frühlingsgewitter, und dann kam es der heißblütigen Lady: Phoibe stöhnte jammernd auf, und der Bursche fürchtete schon fast, er habe etwas falsch gemacht, doch ihr zufriedenes Seufzen ließ ihn seinen Irrtum schnell erkennen.

Nereus platzte fast vor Erregung. Während er Phoibe verwöhnt hatte, hatte Ceres mit ihren Händchen geschickt über sein Gemächt gestreichelt. So zart, so schön, so intensiv…
Ihre Fingerspitzen strichen über seine Männlichkeit, dass es ihm wohlig durch den gesamten Körper schauderte. Doch jetzt genoss Phoibe ganz alleine ihr Vergnügen und kostete es bis zum Letzten aus. Nereus lag noch hilflos und zur Untätigkeit bestimmt unter ihr und fühlte dabei eine süße Pein, als Ceres plötzlich rief: „Schnell ins Wasser! Der Trupp kommt zurück!“

Phoibe und Nereus eilten in die kühlen Fluten, zogen sich aber zuvor irritierenderweise ihre Kleider an. Der Schreck und der kalte Fluss ließen die Steifigkeit des Jünglings, der den Maiden folgte, in sich zusammenfallen. Ängstlich sah sich Nereus um, doch da war niemand zu sehen oder zu hören. Stattdessen kam Ceres von hinten und umfasste Nereus Lenden und spielte mit seiner Männlichkeit, die sofort wieder erwachen wollte. Doch was war das? Er fühlte da etwas Hartes. „Was ist das?“ wollte er wissen. Die Damen kicherten. „Das ist ein Keuschheitsgürtel für Männer.“

Nereus sah an sich hinunter und stieg aus dem Wasser, um besser untersuchen zu können, was er da trug. Sein Gemächt war eingesperrt! Ceres hatte es wohl schnell aus der Satteltasche ihres Zossen geholt. „Macht das wieder ab!“, verlangte er. Aber die Damen schwammen, bereits kleiner werdend, ans östliche Ufer. Dort stiegen sie aus dem Fluss und hielten etwas hoch. „Hol dir doch den Schlüssel!“, rief Ceres hinüber. Nereus rief zurück: „Hört auf mit euren Neckereien! Ich habe genug! Kommt zurück! Schnell! Bevor euch jemand sieht!“

Aber Ceres und Phoibe machten es sich am Ufer bequem und legten sich in die wohltuende Sonne. Nereus schnaufte. Das gab es doch nicht! Diese Weiber! Sollte er hier warten? Irgendwann mussten sie zurückkommen. Oder sollte er hinüberschwimmen und sie über das Knie legen? Er spürte neben seinem Ärger auch eine unglaubliche Erregung, wie er sie noch nie empfunden hatte. Und dieser Keuschheitsgürtel war sehr stabil, hatte er bereits festgestellt. Ohne Schlüssel war da nichts zu machen.

Nereus war unsicher, was er tun sollte. Doch ihm war schnell klar: Er musste aus diesem Keuschheitsgürtel wieder raus! Er zog sich schnell an, sah sich noch einmal um, und sprang dann in die Fluten, um zu den beiden Damen hinüberzueilen. Ceres und Phoibe trennten sich und liefen in entgegengesetzter Richtung das Ufer entlang. Als Nereus den östlichen Strand erreicht hatte und aus dem Wasser stieg waren die jungen Ladys schon über 150 Schritt von ihm entfernt.

Wem sollte er nun nachlaufen? Wer hatte seinen Schlüssel? Egal, dachte Nereus. Wenn er erst mal die Eine gefangen hatte, würde die Andere schon herbeieilen. Langsam war das alles kein Jux oder amouröses Abenteuer mehr für ihn. Schließlich setzte er sich der Gefahr aus, von Reiterinnen des Ostreiches erwischt zu werden. Nereus entschied sich für Phoibe und sprintete den sandigen Strand links entlang. Schnell kam er näher und näher, denn Phoibe musste mit gerafften Röcken laufen, um nicht zu stolpern.

Endlich hatte er sie erreicht und umfasste sie von hinten. „Gib mir sofort den Schlüssel“, forderte er. Wie vermutet, antwortete sie: „Ceres hat ihn. Lass mich los, du Rüpel!“ Nereus drehte sich zu Ceres um, die über 300 Schritt entfernt stand, und rief ihr zu: „Komm her! Ich habe deine Freundin gefangen.“ Aber was machte Ceres? Sie stieg ins Wasser und wollte wohl zurück ans Westufer. Nichts lieber als das, dachte Nereus und folgte ihr ins Wasser. Aber Phoibe rief ihn zurück: „Komm zu mir! ICH habe den Schlüssel.“

Nereus war verwirrt. Die Damen wollten ihn wohl zum Narren halten. Er stand unschlüssig im Wasser und kehrte zu Phoibe zurück. Inzwischen hatte Ceres die Pferde erreicht, band sie los und führte sie an der Furt ans Ostufer. Der Keuschling marschierte wütend zu Phoibe zurück und schüttelte sie, als sie nur kicherte: „Ceres hat ihn.“ Nereus war zornig: „Gebt mir endlich den Schlüssel!“ Die zweite Lady näherte sich mit den Pferden und rief: „Hey! Wage es nicht noch einmal Hand an Phoibe zu legen! Wir sind zwei feine Damen aus dem Ostreich, und wenn du uns nicht hörig sein willst, dann müssen wir Gewalt anwenden.“

Nereus glaubte seinen Ohren nicht trauen zu dürfen. „Was hast du gesagt? Ihr habt mich in eine Falle gelockt, ihr Megären!“ Er war sprachlos. Doch dann erwachte er aus seiner Starre und griff nach seinem Pferd und stieg eilig auf. „Her mit dem Schlüssel! Und dann werde ich wieder über die Grenze reiten.“ Die beiden Fräuleins stiegen ebenfalls auf und gaben ihren Rössern die Sporen. Im Galopp rasten sie nach Osten, lachend und jubelnd davon. Nereus folgte ihnen mit donnernden Hufen.

Der Kavallerietrupp, der vor einiger Zeit die Furt nach Westen genommen hatte, kam zurück. Im Schlepptau liefen im Trab vier nackte Männer hinter einer Reiterin her, die ihre Beute an vier Lassos gebunden hatte. Das Qartett lief stolpernd und erschöpft hinter dem Ross her, während die Reiterin stolz im Sattel saß und keinen Gedanken an die Mühen der Männer verschwendete. Es waren reisende Burschen gewesen, die von den Soldatinnen an ihrem Lagerfeuer überrascht und überwältigt worden waren. In Windeseile mussten die Überfallenen sich ihrer Kleidung entledigen. Es ging ganz schnell: die Hände auf den Rücken gefesselt, ein Seil um den Hals. Und schon waren sie auf der Abreise ins Ostreich wie schlachtreifes Vieh.

Das Handwerksburschenquartett hatte alle Warnungen vor der gefährlichen Grenzregion in den Wind geschossen und musste nun die bitteren Konsequenzen tragen. Die Abenteuerlust hatte sie zu der leichtsinnigen Reise verführt. Ihr Schicksal würde es werden, auf einem Sklavenmarkt verkauft zu werden und fortan entweder von Sonnenaufgang bis –untergang auf einem Feld zu schuften, oder sie würden sich als Liebesdiener in einem Harem einer reichen Lady für das Vergnügen der Dame auf oder vor einem Diwan räkeln und ihren Mann stehen, wenn es der Herrin danach gelüstete. Vielleicht würde sie auch eine Senatorin für den Kriegsdienst erwerben. Sie konnten als Träger von Ausrüstung, als Späher oder als erste Angriffsfront verwendet werden. Aber ihre Freiheit und das Vereinte Reich würden sie nie wieder sehen.

Nereus, Phoibe und Ceres bekamen von all dem nichts mit. Sie galoppierten immer noch wild ins Landesinnere, der kleinen Ansiedlung entgegen, in der die beiden Damen mit einigen Arbeitssklaven lebten. Nereus folgte ihnen naiv in einigen hundert Schritten Distanz. Er blendete alle Gefahr aus; nur der Schlüssel zu seiner Männlichkeit war ihm noch wichtig. An etwas anderes konnte er gar nicht denken.

Nach einem halbstündigen Ritt erreichten die Damen ihren kleinen Hof. Die Rösser hatten vor Anstrengung Schaum vor dem Maul und waren nass geschwitzt. Ceres und Phoibe sprangen aus ihren Sätteln und eilten ins Haus. „Ein wilder Mann aus dem Vereinten Reich verfolgt uns! Nehmt ihn gefangen“, rief Phoibe den beiden Sklaven zu, die im Haus den Boden fegten. Nur wenige Momente später war das Pferd von Nereus zu hören. Der Jüngling sprang ab und stürmte ins Haus. Nun würde er es den beiden frechen Gören zeigen! Doch kaum hatte er die Hütte betreten, warfen sich die beiden Sklaven auf den Eindringling und überwältigten ihn. Jetzt trauten sich auch die beiden Hausherrinnen hinter einem Paravent hervor. Nereus wehrte sich heftig, aber gegen die beiden muskulösen Leibeigenen hatte er keine Chance.

Sie verdrehten ihm die Arme hinter seinem Rücken und bugsierten ihn wieder auf die Beine, nachdem er bei dem Überfall äußerst unsanft auf dem Hosenboden gelandet war. Ceres stellte sich direkt vor Nereus: „Nun wirst du lernen, uns zu gehorchen. Der Keuschheitsgürtel bleibt vorerst verschlossen!“ Nereus machte große Augen. „Was? Ihr habt mich entführt!“ Phoibe lachte: „Entführt? Bist du uns nicht freiwillig gefolgt? Hier gelten andere Gesetze als im Vereinten Reich.“ Nereus konnte noch gar nicht fassen, in was für eine Misere er da geraten war.

Inzwischen ritt die Kavalleriekolonne am Gehöft der beiden Damen entlang in die Ansiedlung, die vier Männer im Schlepp, die sich kaum noch auf ihren Beinen halten konnten. Zwei Feldsklaven der beiden Damen hoben kurz ihren Blick vom Gemüse auf dem Acker, als sie die Soldatinnen vorbeireiten sahen. Die Frauen trugen alle braune Brigantinen, die mit Eisennieten bedeckt waren. Ihre schwarzen Reitstiefel reichten bis über die Oberschenkel. Die nackten Körper der Männer glänzten vor Schweiß. Sie stolperten mehr als sie liefen, denn nach den vielen Meilen waren sie der Erschöpfung so nah wie nie zuvor. Doch der Trupp würde erst in der Ansiedlung rasten.



Viele Grüße von prallbeutel
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+++ Die gemeine Miriam +++ Das Unzuchts-Komplott +++ Im Reich der Megara +++ Die Nachtschicht seines Lebens +++ Optional Genetics +++ Venus +++ Regina +++
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+++ Ralfs neues Leben +++ Das Gespräch im Regen +++ Der auferstandene Engel +++ Seine Nummer Eins +++ Amour Libre +++ Die Erben +++ Aller guten Dinge sind drei +++ Das Abschiedspräsent +++ Natascha +++ Friday Talk +++

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AlfvM
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:05.11.18 21:20 IP: gespeichert Moderator melden


Lieber Prallbeutel,
mach bitte bald weiter, vll. kann Nerus noch entkommen. Vielen Dank für diesen Teil.
VLG Alf
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:30.11.18 18:00 IP: gespeichert Moderator melden


Dann erreichte der Trupp den Ortskern. Während die Soldatinnen in der Schenke am kleinen Marktplatz ein kühles Honigbier tranken, bewachte eine Magd des Gasthauses die vier Männer, die nun in den Stock gespannt gekrümmt im Staub saßen. Einer von ihnen schüttelte seine Mähne, um einige neugierige Fliegen loszuwerden. Die junge Maid trug einen weiten Rock und Sandalen, ein weißes Leinenhemd und ein Häubchen. Für eine Frau hatte sie niedrige Dienste zu erledigen. Wenigstens war sie mit einem jungen Burschen vermählt, der die häuslichen Arbeiten in ihrem Heim erledigte und nebenher noch auf einem Feld als Erntehelfer arbeitete: Bohnen, Kohl, Kürbisse und Rispenhirse holte er vom Acker.

Brachte er mal nicht genug Münzen nach Hause, setzte es Hiebe mit dem Ledergurt seiner Eheherrin. Aber das kam eher selten vor. Die Magd war eine recht gutmütige Frau. Manchmal allerdings stach sie der Hafer, und dann hatte sie Vergnügen daran, die zwei Sklaven des Gasthauses zu schikanieren. Heute wäre sie in entsprechender Laune dazu gewesen, denn sie hatte gar keine Lust, draußen bei den vier Mannsbildern in der prallen Sonne zu wachen, sondern wollte lieber in der kühlen Taverne die Sklaven in der Küche kommandieren und mit Holzlöffel oder Kelle antreiben und vielleicht ein wenig von dem deftigen Eintopf naschen, den der Wirt hungrigen Gästen anbot.

Ihre gereizte Stimmung ließ sie nun an dem nackten Quartett aus. Dazu zupfte sie von einem Busch in der Nähe mehrere kugelartige kleine Früchte. Diese Gewächse warf sie mit lässiger Bewegung vor die in den Stock gespannten Gefangenen, die breitbeinig in ihren Fesseln auf dem Lehmboden saßen. Die Früchte platzten auf, als sie landeten, und die Samen der Pflanze breiteten sich wie eine Staubwolke wirbelnd in der Luft aus. Die Männer husteten, und nach wenigen Augenblicken begannen sie sich zu winden, zu zappeln, zu strampeln, zu zucken und zu stöhnten.

Die schelmische Magd sah grinsend zu, wie das Juckpulver die Sklaven fast um den Verstand brachte, da sie sich nicht kratzen konnten. Lediglich ein wenig über den Boden schieben konnten sie ihre Kehrseite wie ein sich schrubbendes Warzenschwein auf einem flachen Steinbrocken. Aber gegen das gemeine Jucken, Kitzeln und Beißen – insbesondere in ihrem Schritt, vor dem die Früchte aufgeplatzt waren – gab es keine Maßnahme, die sie davon erlösen würde.

Die Magd genoss kichernd das amüsante Bild, das sich ihr bot, und bald lockte das Stöhnen der Männer auch noch andere Frauen an: Zwei Reiterinnen in ledernen Korsettwesten und weiten Stoffhosen hielten an und lehnten sich in ihren Sätteln vor, um sich das Spektakel anzuschauen; zwei junge Maiden in langen Röcken, die auf einer Wiese Blumen gepflückt hatten, waren ebenfalls herbeigekommen und lachten über die Sklaven, die sich hilflos versuchten zu reiben und gegen das gemeine Jucken zu wehren.

Als das Kratzen langsam nachließ, pflückten die Magd und die beiden Maiden weitere Kugeln und warfen sie nach den Männern, die um Erbarmen flehten, aber nur Lacher ernteten. Die Pein begann erneut. So ging es noch eine ganze Weil, bis es den Frauen langweilig wurde. Die Qualen der Sklaven hielten jedoch lange an. Selbst, als der Reitertrupp wieder aufsaß, und die Männer in ihren Lassos hinter einem der Rösser im Trab wieder bereit zur Weiterreise in Reih und Glied standen, biss sie immer noch das fiese Pulver. Die Magd winkte ihnen schadenfroh und ironisch nach und gluckste vor Freude. Endlich waren die Kerle weg. Jetzt konnte sie geschwind wieder in die kühlen Räume der Schenke gehen.

Bald darauf durfte sie nach Hause kehren und erzählte ihrem Ehesklaven: „Weißt du noch, wie ich dich im vergangenen Sommer gefesselt und mit Juckpulver eingeschmiert habe? Du glaubst gar nicht, was mir heute passiert ist…“ Als sie ihrem Ehesklaven alles berichtet und ihm neckend gedroht hatte, dass ihm das auch bald wieder geschehen könne, gönnte sie sich erst einmal ein angenehmes Bad in einem großen Holzzuber, um ihren Leib zu erfrischen und zu entspannen.

Für das Badewasser hatte ihr Gatte Dutzende Male zu einem Brunnen laufen müssen, um das viele Wasser herbeizuschaffen. Die schwere Arbeit war er gewöhnt und tat dies für seine Eheherrin auch sehr gern. Obwohl er sich fragte, warum das Badefass so groß sein musste. Im Winter war es noch aufwendiger. Da musste Eimer für Eimer im großen Kessel über dem Feuer erwärmt werden. Das war ihm heute erspart geblieben.

Anschließend kämmte die Dame des Hauses ihr langes Haar mit einem Kamm aus Elfenbein, der kunstvoll verziert war und einen knienden Sklaven darstellte, der von einer Lady ausgepeitscht wurde. Danach durfte ihr Ehesklave baden und sich rasieren. Und dann würde sie ihn in der gemeinsamen Bettstatt erwarten, damit er seinen Pflichten nachkam. Er erkannte jedes Signal, jede Geste seiner Herrin, kannte ihren Leib von Kopf bis Fuss und wusste, welche Wonnen sie erwartete.

Am nächsten Vormittag eilten zahlreiche Ortsbewohner zum Marktplatz. Auch die Magd und die Gastwirtin der Taverne standen auf der Veranda. Ceres und Phoibe hatten sich ebenfalls unter die Ansammlung von Frauen gemischt. Auf dem Exekutionsplatz, der für öffentliche Auspeitschungen oder Prangerstrafen gedacht war, standen fünf Soldatinnen mit ihrem Delinquenten: einem nackten verängstigten Mann. Ihm sah man an, dass er nicht gut genährt war. Seine Haare hatte man ihm unfachmännisch geschoren. Ceres fragte sich, ob der Barbier eine Sense verwendet hatte.

Der Platz war ein etwa zehn Mal zehn Schritt großes Podest aus großen Steinquadern, etwa zwei Ellen hoch, so dass die werte Zuschauerschaft alles verfolgen konnten, was dort geschah. Der Sklave war beschuldigt worden, Unzucht mit einer Jungfrau getrieben zu haben. Nun sollte sich herausstellen, ob er seine Lustgier unter Kontrolle hatte oder nicht. Dazu war der Übeltäter rücklings auf ein nach hinten gebogenes Brett gespannt worden. Der verängstigte Sklave blickte mit panischen Blicken hin und her. Plötzlich trat eine verhüllte Frau unter einer dunklen Robe mit Kapuze zwischen den Soldatinnen hervor und stellte sich vor den Angeklagten.

Auf ein Zeichen der Anführerin hob die Verschleierte ihre Arme, so dass der Umhang hinab glitt. Sie stand splitternackt vor dem Sklaven. Es war die grazile Jungfrau, die ihn der Unzucht beschuldigt hatte. Die Männlichkeit des Gefangenen versteifte sich etwas bei dem Anblick der zarten und wunderhübschen Frau. „Der Beweis“, rief eine Soldatin voller Inbrunst und zeigte auf das harte Glied des Mannes. Einzelne Stimmen aus dem Publikum tönten laut über den Platz. „Damit hat der Unhold seine Tat gestanden!“ Und: „Bestraft ihn! Bestraft ihn!“ Dann: „Richtet den Frevler! Er soll sein Gemächt einbüßen!“ So manche Klinge blitzte in der Menge auf, aber die Anführerin hatte die Autorität und entschied alleine, was mit dem Schuldigen zu geschehen sei. Ganz und gar.

Flink glich der Markt einem Hexenkessel. Die Zuschauerinnen jubelten und schrieen laut durcheinander. Es glich einem Fest, als die Anführerin der Soldatinnen dem überführten Sklaven sein Urteil verkündete. Unter lautem Jubel, Gejohle und Heiterkeit bereiteten die Soldatinnen alles für die Vollstreckung vor. Die verzweifelten Rufe, die der Kehle des Delinquenten entwichen, wurden durch einen inzwischen angelegten Lederknebel gedämpft. Auf Großherzigkeit durfte er nicht hoffen.

Auf dem Nachhauseritt schwatzten Ceres und Phoibe noch eine Weile über das Schauspiel auf dem Exekutionsplatz. „Selbst schuld, der Sklave“, sagte Ceres. „Ja“, meinte Phoibe, „Nereus hätte es auch verdient. So frech, wie er war.“ Ceres lachte: „Nach einer tüchtigen Tracht Prügel mit dem Haselnussstock wird er auch ganz artig sein. Da bin ich mir sicher.“ Phoibe: „Gut. Aber wir wechseln uns ab. Ich will seinen süßen Po auch bestreichen.“ Ceres lachte noch lauter. „Einverstanden, meine Herzensgute.“ Phoibe feixte. „Später fragen wir ihn, wer den Stock talentierter geschwungen hat.“

Am Marktplatz verlief sich die Menge. Die Menschen gingen wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nach. Eine Frau schärfte die Klinge ihres Schwertes an einem großen Wetzstein, der sich gleichmäßig drehte – angetrieben von einem eisernen Zahnrad, dass ein kräftiger Sklave, gekleidet in einen dreckigen Lendenschurz, an einer Kurbel bewegte. Der sehnige Leib des Mannes zeugte von fabelhafter Kraft, doch seine trüben Augen starrten stumpf auf den lehmigen Boden.

Ein Falke schrie grell in der Höhe und trieb mit ausgebreiteten Flügeln am blauen Himmel. Plötzlich fiel er wie ein Stein hinab und stürzte sich auf eine Feldmaus und brach ihr das Genick. Der Nager hatte keine Chance. Der Raubvogel packte seine Beute mit den scharfen Krallen und erhob sich wieder in die Luft. Ähnlich war es den vier Reisenden an der Grenze ergangen. Die kleine Kolonne aus Kavalleristinnen war wie aus dem Nichts aufgetaucht, hatte zugeschlagen und war mit den vier Gefangenen wieder im Ostreich verschwunden.

Inzwischen hatten sie die nächste größere Ortschaft erreicht. Hier würden sie die Sklaven an eine Händlerin verkaufen, um erneut auf Raubzug zu gehen. Die Kauffrau verdiente offenbar sehr gut, denn ihre edle Seidenrobe verriet nicht wenig Reichtum. An ihrem Gürtel hing ein Dolch, dessen Büffelhorn-Griff am Knauf mit Halbedelsteinen verziert war. Der Handel mit Leibeigenen war profitabel, und der Markt war hungrig nach Material. Jede Dame im Land verlangte heutzutage nach Haussklaven, Feldsklaven, Lustsklaven, Kampfsklaven, Minensklaven und so fort.

Die Soldatinnen übergaben die Männer an zwei Beinkleider und schwarzen Gambesons tragende Frauen, die den Sklaven eiserne Halsbänder umlegten und diese dann mit einer sehr kurzen Kette an Eisenringen befestigten, die in Kopfhöhe an einer Steinwand verankert waren. So standen die Männer nun in der Reihe an der Wand und konnten sich kaum rühren. Die Anführerin der Reiterinnen schritt mit der Händlerin die Linie der Sklaven ab und bewarb die gute Ware mit blumigen Ausdrücken. Die Käuferin begutachtete das Muskelfleisch der Männer, schaute in ihre Münder, um die Zähne zu kontrollieren, und ein flüchtiger Blick glitt über die Gemächte.

Die beiden Frauen feilschten lautstark einen Preis für die Männer aus. Mehrfach gingen die Angebote hin und her, bis sich die Beiden endlich einig wurden und das Geschäft mit einem Handschlag besiegelten. Die Händlerin kramte aus einem Ledersäckchen, der an ihrem Gürtel hing, acht Silberlinge hervor und ließ sie in die Hand der Soldatin fallen: „Wohl an! Hier sind die Münzen. Aber du bringst mich damit an den Bettelstab! Was für ein fürstlicher Preis für dies traurige Viehzeug von Dirnensprossen! Ich muss verrückt sein!“ Sie rollte theatralisch die Augen nach oben.

Die Soldatin antwortete scheinbar entrüstet: „Ich habe sie dir fast geschenkt! Erstklassige Burschen im vollen Saft. Jungfräulich und bei Kräften. Ohne Brandzeichen, ohne Ungemacht. Welche Pracht! Sie sind das Fünffache wert!“ Trotz der gegenseitigen Klagen waren die Geschäftspartnerinnen insgeheim zufrieden mit dem Handel. Als die Frau mit den Worten „Gehabt Euch wohl!“ fortgeritten war, gaben die zwei Helferinnen der Händlerin den Sklaven jeweils eine Kelle Wasser. Ein ausgedörrter Sklave besaß nicht die vollen Muskeln. Deshalb mussten sie stets genug zu saufen haben. Kurz darauf hängten sie der frischen Ware eine Schnur mit einem Holzschild um, auf dem ihr Verkaufspreis notiert war, auf das sie die Gunst einer Käuferin finden würden.

Im Südland ließ ein gerüsteter Wachmann am Fallgitter zur königlichen Burg seinen Weinschlauch sinken und rülpste. Leer. Die letzten Tropfen des roten Trunks benetzten die Holzplanken der Zugbrücke. Er wankte zurück auf seinen Posten. Unter seinem derben Stiefel knirschte es. Hatte eine Kakerlake seinen Weg gekreuzt? Er schniefte seinen Rotz hoch und spuckte einen Klumpen zu Boden. Hoffentlich ging bald der Kriegszug los. Diese Wachdienste waren schrecklich langweilig. Viel lieber würde er unter die warmen Laken einer Küchenmagd schlüpfen.

Majestät Leda saß mit ihren Beratern am großen runden Eichentisch im Kronensaal, zu dem nur die Majestät und die höchsten Regierungsangehörigen Einlass hatten. Das Gemach befand sich im größten Turm des Palastes und bildete einen gewaltigen Erker, der wie ein Balkon über dem Innenhof schwebte. An den Steinwänden flackerten Fackeln in dicken schweren Eisenständern. Die schmalen Fenster erinnerten an Schießscharten, so dass hier stets Feuer und Kerzen brannten, um für genug Licht zu sorgen. Außen waren Wasserspeier in Form von Drachenköpfen angebracht. An den Steinwänden hingen Schilde mit Wappen und die Flagge des Reiches. Ledas Stuhllehne war deutlich höher als die der Männer des Hofstaates. Ansonsten unterschied sie nichts von ihren treuen Beratern. Sie schaute in die Runde. Diesen Recken konnte sie ihr Leben anvertrauen. Das hatten die Kabinettsmitglieder mit einem Eid geschworen.

Seit sie von einem entflohenen Sklaven aus dem Ostreich vor der Tyrannin Pluta gewarnt worden waren, arbeiteten Ledas Ratgeber an einem Verteidigungskonzept für das Vereinte Reich. Die Grenzen mussten mit dem Heer deutlich verstärkt werden. Patrouillen sollten verhindern, dass raubende Kavallerietrupps ins neue Reich eindrangen und Männer entführten. Noch war dies trotz vieler Warnungen an die Bevölkerung leider an der Tagesordnung.

Das Heer rüstete enorm auf. Sowohl gewaltige stationäre Verteidigungsmaschinen als auch mächtige mobile Katapulte für einen Angriff ins Feindesland wurden von hunderten Männern gebaut. Solche Gerätschaften mussten von zehn oder mehr Ochsen gezogen werden. Tribock, Mangonel, Warwulf – die Soldaten verfügten über ein gewaltiges Repertoire. Auch Belagerungstürme und Widder mit Rammbock gehörten dazu. Leda wollte für jeden Kriegsfall gewappnet sein.

Innerhalb weniger Tage machten sich die ersten Einheiten schwer bewaffnet und mit wehenden Fahnen noch bevor der erste Hahn schrie auf den Weg an die Grenze. Marodierende Reitertrupps aus dem Osten sollten der Vergangenheit angehören. Einige schwarze Gewitterwolken begleiteten sie grollend mit ihren Schwertern aus wilden Blitzen. Die Armierten waren mit Bogen, Langschwert, Armbrust, Hakenspieß und Rabenschnabel ausgerüstet. Auf dem Rücken trugen die meisten Rittersleute einen Langspitzschild mit Stahlbuckel. Als Schutz diente über dem Lederwams ein Kettenhemd.

Gleichzeitig verstärkte Leda die Mauern und Gräben vor der Palastanlage. Die trutzigen Wehrwälle wurden erhöht und Bodensenken ausgehoben, die mit Krähenfüßen gespickt auf die ungebetenen Gäste warteten. Das Herscherhaus war bereits eine beeindruckende Festung, doch sollte sie ein absolut uneinnehmbares Bollwerk werden, an dem jede Armee dieser Welt scheitern würde. Von Weitem ähnelte die Burg einem Tafelberg. Die massive Außenmauer ragte hoch auf und schien unüberwindbar.

Königin Leda wäre nicht Königin Leda gewesen, wenn sie dabei nicht auch an ihr Volk dachte. Daher ließ sie die armselige und teilweise verrottete und mit Moos überzogene Stadtmauer ausbauen und mit massiven und hohen Wachtürmen versehen. Sämtliche Kosten finanzierte Leda aus ihrer eigenen Goldschatulle. Aber all dies waren nur Vorsichtsmaßnahmen für den unwahrscheinlichen Fall, dass es der Ostarmee gelingen würde bis in die Stadt vorzudringen. Die eigentliche Kampfkraft ihrer Soldaten schickte sie direkt an die Grenze, um dort bereits die Gefahr einer Invasion zu bannen.

Der königliche Gemahl Abas war nach nordischer Tradition bei Regierungsangelegenheiten nicht involviert und durfte Leda lediglich inoffiziell hinter geschlossenen Türen Ratschläge geben. Doch das süße Nichtstun hatte er längst satt. So zog es ihn immer wieder gern als Mönch in einer Kutte mit Kapuze verkleidet inkognito durch die Straßen der Stadt und die Landstriche der Region, um Bedürftigen eine Handvoll Münzen zu schenken. Glücklicherweise waren die Zeiten der Unterdrückung und Ausbeutung seit Megaras Sturz vorbei, so dass nur wenige Menschen Hunger litten.

Vor einem Monat war Abas einmal von einem Straßenhändler, dem er Gutes getan hatte, trotz seiner Tarnung erkannt worden. Doch im Gegensatz zu Adeligen aus Megaras Clan, die vermutlich gelyncht worden wären, hätten sie keinen bewaffneten Tross bei sich gehabt, wurde Abas lautstark gefeiert und auf Händen durch die Menge getragen wie ein Heiland, dass ihm all der Jubel schon beinahe peinlich war.

Wie anders war es damals gewesen, als Megara an der Macht war! Leda erzählte gern die Geschichte des adligen Fräuleins, das einmal mit ihrer prunkvollen Kutsche über den überfüllten Markt gefahren war: Vor den Rössern peitschten vier Soldaten die Menge auseinander, um Platz zu schaffen. Gossenpack war das für sie. Doch der Dame ging es nicht schnell genug, und sie keifte in der Kutsche so laut, dass sogar Leda und ihre elf Kameraden (eine begleitende Reitertruppe) rot wurden, als sie die Schimpfwörter hörten, die aus dem feinen Munde kamen.

Als das Fräulein schlecht gelaunt aus ihrem Gefährt schaute, meinte sie einen Burschen entdeckt zu haben, der nicht schnell genug sein Haupt geneigt hatte. Leda war sich zwar damals (und bis heute) sicher, dass die Lady nur einen Vorwand gesucht hatte, ihr Mütchen zu kühlen, aber sie befahl den Soldaten, den jungen Knecht zu packen und hinten an die Kutsche zu binden wie ein Stück Vieh.

Nachdem die Fahrt zum königlichen Schneider gegangen war, wo die Lady ihr neues Ballkleid anprobierte, sollte es zurück in den Palast gehen; doch das Fräulein grinste boshaft und meinte, sie wolle bei dem schönen Wetter lieber noch ein wenig über Land fahren und wählte eine viele Meilen lange Strecke über die Hügel und Felder vor der Stadt. Leda beobachtete damals, wie der Bursche immer erschöpfter wurde und schließlich japsend nur noch stolperte. Irgendwann geschah, was geschehen musste: Der Festgebundene fiel zu Boden und wurde hinter der Kutsche hergeschleift.

Leda gab ihrem Ross damals die Sporen und ritt neben die Kutsche, um das Fräulein auf den üblen Sturz des Gefangenen hinzuweisen. Doch statt dem Kutscher zu befehlen, das Gefährt zu stoppen, lehnte diese sich weit aus der Öffnung über der Tür und lachte freudig über den rutschenden Mann, der über Stock und Stein holperte, teilweise in die Luft hüpfte, um dann unangenehm hart wieder zu landen und im Staub hinter dem Wagen hergezerrt zu werden, wie ein dicker Schinken.

Die Edeldame applaudierte sogar zu dem sich wälzenden Mann, der versuchte wieder auf die Beine zu kommen. Doch sein verzeifeltes Unterfangen war hoffnungslos. Die Frau kicherte. „Der ungeschickte Bengel verschmutzt sein Gewand. Vielleicht sollten wir es ihm ausziehen.“ Doch wenigestens diese Schmach blieb dem Ärmsten erspart. Ohne, dass es die Adelsblütige merkte, drosselte der Kutscher ein wenig seine Pferde auf dem restlichen Weg.

Als die Lady endlich im Palast ankam, schleifte der Gefangene wie ein Sack und mit einer dicken Staub- und Schmutzschicht bedeckt sowie um Dutzende blaue Flecken reicher hinter der Kutsche her. Eine Benommenheit hatte ihn erobert. Die Dame stieg aus und stupste ihr Opfer mit dem Stiefel an wie eine tote Qualle am Strand. „Willst du dich nicht verbeugen vor deiner Herrin, du Bauernflegel? Weißt du nicht, was sich schickt?“ Der Mann zog mit letzter Kraft seine Beine zusammen und stemmte sich in kniende Haltung, beugte sich tief bis zum Boden hinab und zitterte.

Zufrieden grinste das Fräulein zu ihm hinunter. Sie stellte ihren Stiefel auf den Kopf des Mannes und fühlte sich wie ein Jäger, der einen Bären erlegt hatte. Dann schritt sie in ihre Gemächer. Ihre Zofe schleppte hinter ihr das Kleid her, das sie beim Schneider erworben hatte. Die schlechte Laune der Hochgeborenen war einem Triumphgefühl gewichen. Das war ein feiner Ausflug gewesen: eine kostbare Tracht und ein Gaudium bei der Rückfahrt.

Leda sah bestürzt, wie der Mann kraftlos in den Staub sank. Sie befahl zwei Burschen vom Gesinde, ihn aufzuheben und ihm Wasser einzuschenken. Auch seine zahlreichen Schürfwunden sollten sie versorgen. Und sie sollten ihn sofort wegschaffen, bevor die königlichen Wachen ihn verprügelten oder in den Kerker warfen. Denn wäre er erst einmal in den finsteren Verließen unter dem Palast, würde man ihn vergessen oder als Feld- oder Minensklave arbeiten lassen. Glücklicherweise hatte der Arme keine bedeutsamen Wunden erlitten – bis auf die Schmach, aber die war tiefer eingebrannt, als es glühende Kohlen hätten tun können.

„So war das damals in der dunklen Zeit der Megara“, endete ihre Geschichte. „Und jetzt scheint eine neue unheilvolle Macht im Osten aufzugehen. Wie sehr sich doch Megara und diese Pluta ähneln! Vielleicht ist Pluta sogar noch grausamer. Was man so hört. Denn bei ihr werden alle Männer grundsätzlich unterdrückt und regelrecht versklavt.“ Als Abas die Geschichte zum ersten Mal gehört hatte, dachte er, Leda wolle ihm einen Bären aufbinden; doch inzwischen war er von dem Wahrheitsgehalt überzeugt. Gut, dass diese Zeit vorbei ist, dachte Abas erleichtert und erinnerte sich an die schrecklichen Erlebnisse, die er selbst als Sklave unter Megara erlitten hatte.
Viele Grüße von prallbeutel
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:02.12.18 21:27 IP: gespeichert Moderator melden


Einfach prima,Prallbeutel!!!!
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AlfvM
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:05.12.18 19:13 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Prallbeutel,
der Umgang der Frauen mit den Männer ist ganz schön heftig, aber wer weis was noch passieren wird. Vielen Dank.
VLG Alf
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