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  Das Reich der Megara (Neuauflage)
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prallbeutel Volljährigkeit geprüft
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:20.08.21 17:00 IP: gespeichert Moderator melden


IV.



Das Reich der Cassandra war eines der vielen Kleinstaaten, die sich nach dem Zerfall der Megara-Diktatur auf dem Alten Kontinent gebildet hatten. Sie ähnelten Fürstentümern, nur dass ein übergeordneter Herrscher, der alle einte, fehlte. Cassandra war schon immer Großgrund- und Plantagenbesitzerin gewesen. Schon während Megaras Regierungszeit verfügte sie über tausende Sklaven, die großteils auf ihren riesigen Rohrzuckerfeldern schufteten. Aber auch Minen und Tabak- und Getreidefelder gehörten zu ihrem Besitz. Seit sie sich selbst zu einer Königin ausgerufen hatte, waren auch Kampfsklaven für sie im Einsatz. Die Grenzen ihres Reiches wurden scharf bewacht. Besonders in der heutigen Zeit konnte ein Leibeigener schnell auf den tollkühnen Gedanken kommen, zu flüchten, denn wer wusste schon, ob er im nächsten Land nicht als freier Bürger leben konnte?

Es gab Fälle, in denen elenden Sklaven eine Flucht gelungen waren, die heute als freie Fischer, Bauern, Jäger oder Handwerker lebten – manche von ihnen in gewissem Wohlstand. Doch es gab auch Pechvögel, die vom Regen in die Traufe gerieten: So gab es den Vorfall, dass zwei Sklaven aus dem Stadtstaat der Fama flüchteten und es bis an die Grenzen der Cassandra schafften. Natürlich hatten sie die Hoffnung, dort einen freien Staat zu finden, in dem Recken und Weiber gleichberechtigt beieinander lebten. Cassandra ließ sie tüchtig durchpeitschen und an Prangern auf dem Marktplatz ausstellen. „Feige Flüchtlinge“ wurden sie beschimpft und von jungen Fräuleins angespuckt. Drei Tage verbrachten sie im Pranger. Dann verschwanden die lästig gefallenen Kreaturen.

Später munkelte man, die Sklaven seien in die tiefsten Verliese unter dem herrschaftlichen Anwesen der Cassandra gesteckt worden und würden dort für immer dahinschmachten. Andere behaupteten, sie wüssten, dass den Männern neben ihrer Ehre auch noch etwas anderes genommen worden war und sie dann bis zu ihrem Tode in einer finsteren Mine schuften mussten, da Cassandra ihnen in ihrer unendlichen Güte das Leben schenkte. Wieder andere berichteten, dass die Verurteilten nach einer weiteren tüchtigen Züchtigung streng gebunden wie ein Paket zurück an ihre Herrinnen gebracht worden seien, wo sie weitere Strafen erwarteten. Auch die dümmste Kreatur besaß eine gewisse Unterhaltungsgabe, wenn sich die Damen an ihr verlustierten.

Besonders die jungen Edelfräuleins des Reiches liebten gefällige Schauergeschichten um das Schicksal von Sklaven. Gern erinnerten sie ihre eigenen Leibeigenen dann daran, wenn diese gezüchtigt wurden, wie gut sie es im Gegensatz zu einigen Unglücklichen hätten. Ganz ohne schwächlicher Sentimentalität zu erliegen, genossen sie die Früchte ihrer Erziehungsmethoden und erwarteten ergebenen Dank der Gemaßregelten. Ganz neue Schlaginstrumente, Stöcke, Peitschen und Klatschen wurden entwickelt. Die Auswahl war schier grenzenlos - wie die Begeisterung der Damen.

Die Sklaven, die ursprünglich vom wilden Ostkontinent kamen, hatten eine grausame Zeit hinter sich und waren trotz allem erleichtert, es bis zu einer Herrin geschafft zu haben. Die Reise per Schiff und die Märsche durch die Steppen war brutal. Die Sklavenhändlerinnen nutzten teilweise schwere Schmiedehalseisen mit langen Innendornen, um einige der Männer zu bändigen. Sie litten alle an schrecklichem Durst und unter den gemeinen Späßen der Reiterinnen.

So konnte sich der Lieblingssklave von Cassandras Leibgardenführerin noch gut an die lange Reise erinnern, die ihn mit 50 Gleichgestellten durch eine heiße und trockene Ebene geführt hatte. Jeder Tropfen Wasser stellte eine Kostbarkeit dar, und die Wachfrauen geizten damit, obwohl sie genug davon in ihren Lederschläuchen mitführten. Er hatte noch die Stimme einer Wächterin im Ohr, die amüsiert zu ihrer Kameradin meinte: „Nie sind die Sklaven zufrieden. Mal schreien sie nach Wasser, mal ist es ihnen zu viel. Weißt du noch letzten Winter im Burghof? Der Wasserkäfig?“

Und dann war da die Begebenheit mit dem versumpften Flusslauf: Die Sklaven mussten bis zum Hals in dem Morast stehen und eine Reihe bilden, Bretter auf den Schultern, damit die Damen ohne Spritzer an ihren Stiefeln den Sumpf überqueren konnten. Der Leibeigene sackte immer tiefer und spürte den Matsch schon am Kinn. Er erinnerte sich noch heute an die aufkommende Panik. Letztlich hatten die Händlerinnen drei Männer verloren, weil es zu lange gedauert hätte, sie herauszuziehen. Eine der Frauen hatte mit den Achseln gezuckt. „Mich dünkt, wir müssen weiter. Sonst zerstechen uns die Mücken hier noch ganz und gar. Wir haben ja in weiser Voraussicht ein paar Exemplare mehr als bestellt dabei, weil Schwund immer mit eingerechnet ist.“

Ein anderes Mal rastete die Kolonne in der brütenden Hitze einer Steinsteppe. Die Damen saßen im einzigen Schatten, der eine Felswand schenkte. Plötzlich kam eine Wächterin und separierte drei Männer, darunter ihn, den späteren Leibeigenen der Leibgardenführerin. Die Kreaturen erhielten einen Strick um ihren Samenbeutel, dessen anderes Ende an einem großen Felsbrocken befestigt wurde. Dann neckten die Wachfrauen die Angebundenen und warfen Apfelkitschen vor sie, doch weit genug weg, dass die Männer trotz aller Anstrengungen das so ersehnte Mahl nicht erreichten. Mit dem Stiefel schob eine der Weiber die Kitschen eine Unterarmlänge vor. Die Sklaven grunzten vor Schmerz, als das Seil fest wie auf einer Armbrust gespannt ihre Männlichkeit in die Länge zog, und tatsächlich erreichten zwei von drei das saftige Stück Obst und schlangen es gierig hinab, während die Wachen belustigt kicherten.

Kurz darauf ging der Gewaltmarsch weiter. Ja, ihm ging es im Vergleich zu dieser Zeit nun besser bei seiner Herrin. Er trug einfache Wollhosen und ein Leinenhemd, war für sämtliche Tätigkeiten und Handreichungen zuständig und wurde nur selten gezüchtigt. An die Zeit, als er auf dem Ostkontinent frei aufgewachsen war, konnte er sich kaum noch erinnern. Sie war wie aus einem anderen Leben.

Cassandra reichte bescheiden die Krone ihres neu ernannten Volkes. Sie wollte sich nicht auf Stufe einer Göttin stellen, wie Megara es zu ihrer Zeit getan hatte, doch erlaubte sie nur weibliche Göttinnen und weibliche Priesterinnen. Männer hatten grundsätzlich so gut wie keine Rechte und waren alle Vasallen von Damen oder deren Leibeigene und damit rechtlos.

Schon nach wenigen Jahren, die das Reich der Cassandra in seiner autarken Form existierte, entwickelte sich unter den obwaltenden Umständen der „Maluskult“. Einige Priesterinnen behaupteten, dass es Männer gebe, die „das Böse“ in sich trügen. Die in schwarz gemantelten Frauen erkannten angeblich durch eine Zeremonie, ob der Betreffende das Böse in sich trug oder nicht. Regelmäßig mussten Sklaven den Ritus über sich ergehen lassen, denn es wurde Usus, dass Herrinnen ihre Leibeigenen zu den Priesterinnen des Maluskultes brachten und sie prüfen ließen.

Der Ritus „wusch“ die Sklaven von ihrem sündigen Fleisch rein, falls sie noch zu retten waren. Es gab viele Varianten: Ausgewählte Peitschen säuberten das männliche Wesen und vertrieben die inneren Dämonen, aber auch diverse Zangen und andere Gerätschaften verwendeten die Priesterinnen kunstvoll an ihren „Kranken“.

Einige Unglückliche dagegen waren „unheilbar“ vom Bösen beseelt und konnten nur dem „Gang zu den Göttern“ entkommen, wenn sie die „Nacht der Entscheidungen“ mannhaft überstanden. Diese rituelle Nacht bestand aus sieben Prüfungen, die der Sklave über sich ergehen lassen musste. Als erstes stand er vor der Wahl, seine Männlichkeit für immer fest verschmiedet hinter einer Eisenkugel wegschließen zu lassen, oder er kämpfte drei Stunden gegen die Verlockungen der Fleischeslust an. Widerstand er dieser süßen und zugleich grausamen Versuchung, so waren einige seiner Dämonen vernichtet, bestand er sie aber nicht, so war er verloren.

Schon mancher Sklave hatte seine Willenskraft überschätzt, denn die züchtig gewandeten Priesterinnen wurden zu wahren Sexgöttinnen mit Verführungskünsten, wie sie sich die wenigsten Sklaven auch in ihren wildesten Fantasien nicht vorstellen konnten. Bisher war es noch keinem einzigen Leibeigenen geglückt, den süßen Reizen der Damen zu widerstehen und mussten ihrer fatalen Zukunft in die Augen sehen.

Diejenigen, die geneigt waren, ihre Dämonen einsperren zu lassen, waren dem Ziel ihrer Reinigung ein Stückchen näher gekommen. Die zweite Prüfung führte die Männer auf den Altar der Priesterinnen. Die Frauen ketteten ihr Opfer nackt auf dem marmornen Steintisch fest und sprachen im Chor geheime Formeln, die den Leibeigenen reinigen sollten. Die Hohepriesterin goss dabei mit einer Kerze Wachs über den Leib des Liegenden. Wenn der Mann einen Laut von sich gab, so war er unrettbar dem Bösen verfallen, denn nicht er selbst, sondern die Dämonen in seinem Leib schrien gequält auf und wehrten sich gegen die Reinigung. In diesem Fall zogen alle sieben Priesterinnen ihre Dolche aus ihren kunstvoll verzierten Scheiden, die sie unter den schwarzen Roben trugen, und machten dem Elend ein Ende.

Blieb der Sklave jedoch stumm, war er noch nicht verloren und durfte sich bei der dritten Prüfung bewähren. Der eigentliche Sitz des Bösen war in der Vorstellung des Maluskultes das Gesäß. Und so war die zweite Prüfung nur ein „Vorgeplänkel“ der dritten Austreibung: Der Delinquent wurde auf einen eisernen Stab gesetzt, deren Ende wie eine Birne geformt war. Dazu stand der „Kranke“ in einem Standpranger. Durch einen Kurbelmechanismus wurde die Eisenbirne dem Mann in den Hintereingang gepresst.

Die Technik war vor einigen Jahren von Prinz Talos, dem Sohn der Megara, zu Belustigungszwecken entwickelt worden und von Cassandra und den Priesterinnen des Maluskultes begeistert übernommen worden. Doch das war erst die Vorbereitung für die eigentliche Prüfung. Die Stange bog sich auf dem Boden zur Seite und endete in einem Kohlebecken. Wurden die Kohlen nun von einer Priesterin durch Fidibus und Blasebalg zum Glühen gebracht, erhitzte sich das Eisen langsam und fügte den Dämonen unerträgliche Pein zu.

„Weicht aus dem Leibe!“, beteten die Priesterinnen im Chor während dieses Reinigungsrituals immer wieder formelhaft vor sich hin. Der Leibeigene konnte die Behandlung jederzeit abbrechen und sich den inneren Teufelsfratzen geschlagen geben, doch musste er dann auch mit den Konsequenzen leben. Nur wenige Besitzerinnen akzeptierten unreine Sklaven in ihrem Haus, die von Nachtalben und anderen Bestien beseelt waren.

Schließlich entfernten die Klerikerinnen die heiße Birne aus dem Hintern des Leibeigenen und befreiten ihn aus dem Stehpranger. Es folgte die vierte Prüfung: Dem Sklaven wurde durch einen Schlauch aus Darm der Inhalt einer Schweinsblase in den Arsch gefüllt. Die Ingredienzien waren geheim und wurden von der Hohepriesterin zubereitet. Es war nur bekannt, dass diese stark abführend wirkten. War der Bauch des Sklaven aufgedunsen, so zogen ihn die Prüferinnen mit einem Seilzug an den Armen in die Höhe; anschließend fixierten die Frauen die Beine gespreizt an zwei weiteren Seilen am Boden oder den Wänden. Die Priesterinnen murmelten in einem Singsang ein Mantra, um die letzten schlechten Geister aus dem Leib des Mannes zu vertreiben.

Einige Frauen bevorzugten es, die Pobacken des „Erkrankten“ zu peitschen, um die Dämonen zu verängstigen, andere Priesterinnen zogen an der Keuschheitskugel, um den Delinquenten von den Qualen in seinem Inneren abzulenken, wieder andere Damen kitzelten die Füße des Mannes, um den Leib in vehemente Bewegungen zu bringen, was die bösen Wesen verunsichern sollte, wenn sich der Sklave unter den Beschwörungen der Frauen wandte. Wichtig war dabei, dass der Kranke die Flüssigkeit gänzlich in sich hielt, denn nur so konnten die schmählichen Mächte in ihm ertrinken und vergiften.

Versagte der Leibeigene dabei, so hatte er die Prüfung nicht bestanden und galt als Verlorener. Hielt er jedoch fügsam die Flüssigkeit in sich, so erlösten die Priesterinnen den Mann schließlich, damit er sich erleichtern konnte. Viele der Männer flehten kläglich darum, dass sie bei ihrer Verrichtung allein sein dürften, doch die Priesterinnen bildeten einen Kreis um den Eimer, auf dem der sich grausig schämende Sklave saß und warteten einfach ab. Denn kein Dämon sollte unbemerkt entkommen.

Leibeigene, die die vierte Prüfung hinter sich hatten, waren meist rot vor Verlegenheit und Erniedrigung, doch stand ihnen direkt im Anschluss die fünfte Behandlung bevor. „Unterwirf dich der holden Weiblichkeit!“, beteten die Priesterinnen voller Inbrunst und fixierten den Nackten liegend auf einer niedrigen Bank. Er erhielt eine schwarze Augenbinde. Blind hörte er immer wieder in einem Singsang den Ausspruch: „Unterwirf dich der holden Weiblichkeit!“ Wieder und wieder.

Der „Befallene“ wurde durch eine Jungfrau von seinen Sünden gereinigt, blieb selbst für immer keusch und unterwarf sich der weiblichen Macht – so war es geschrieben. Er spürte plötzlich etwas Feuchtes über seinem Gesicht. Er roch die Weiblichkeit und durfte diese schmecken. Geradezu gierig leckte, saugte und züngelte er nach dem süßen Fleisch. Nie erfuhr ein Sklave, was mit ihm genau geschah, doch munkelte man, die Priesterinnen selbst würden sich bei diesem Ritual ihrer dunkelsten Trieben ergeben.

Die fünfte Prüfung war langwierig. So mancher „Erkrankte“, der es bis zu diesem Punkt geschafft hatte, gab nach Stunden auf, weil seine Zunge krampfte oder taub geworden war. Einige Geschichten erzählten auch von „weiblichem Trunk“, die den Sklaven nährte: ein geheimnisvoller Schleim, der so intensiv nach Weiblichkeit schmeckte, dass die Keuschheitskugeln zu eng für die Männlichkeit wurde. Andere Darstellungen schilderten von Sklaven, die beim Liebesritt der Jungfrauen keine Luft bekamen und ins Reich der Göttinnen schwebten, um ihnen dort zu dienen.

War auch diese Behandlung bestanden, so war die Reinigung des Sklaven jedoch noch nicht abgeschlossen. Noch zwei weitere Prüfungen musste er vor dem Heilerinnen-Komitee bestehen. Und es waren die schwersten Entscheidungen für den Leibeigenen.
Zunächst banden die Priesterinnen ihn auf ihrem Altar breitbeinig fest und befeuerten ein Kohlebecken. Die Keuschheitskugel war recht groß und behinderte den Sklaven bei seinen Bewegungen. Da er später aber ein effektiver Arbeiter sein sollte, so wurde die Kugel nun auf ein kleineres Maß verbogen und in Form gehämmert.

Eine Schmiedin arbeitete alle Kugeln gleich, so dass sie fast ein Abbild des männlichen Geschlechts zeigte. Allerdings ging sie dabei nach einer Schablone vor, so dass das Resultat immer die gleiche Größe hatte. Ein Mann mit besonders großem Geschlecht war in Gefahr, dass ihm sein Gemächt in dem Eisen zerdrückt wurde. Doch nur selten kam dies vor, da die Maße großzügig bemessen waren. Einige Männer jammerten zwar, dass sie das Eisen drücke, doch die Priesterinnen des Maluskultes beschwichtigten die Betroffenen damit, dass die Schmerzen ihre letzten Dämonen verscheuchen würden. Außerdem würden sie sich mit den Jahren an das Gefühl der Enge gewöhnen.

Ein kleines Löchlein ließ dem Eingeschlossenen die Möglichkeit Wasser zu lassen. Zwar nur sehr langsam, doch es würde genügen müssen. Und noch bevor der Schreck oder der Jammer über die enge „Rüstung“ vergangen war, standen die Sklaven vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens. Die sechste Prüfung verlangte von ihnen, dass sie den Beweis antreten mussten, gern für das höhere Geschlecht ihr Leben zu geben. Dazu musste der Sklave in die Mitte des Ritualgewölbes treten.

Auf einer Plattform aus Marmor befanden sich zwei Falltüren, die sich durch das Gewicht des Mannes öffnen konnten. Die eine führte, so erklärten die Priesterinnen dem Leibeigenen, über eine lange Röhre in einen unterirdischen See aus flüssiger Lava. Wählte der Leibeigene die andere Falltür, so führte ihn eine Röhre in die Freiheit. Er würde auf ein Höhlensystem stoßen, das in der Freiheit außerhalb der Ländereien von Cassandra endete.

Damit prüften die Priesterinnen den unbedingten Gehorsam des „Kranken“. Die Hohepriesterin wies den Sklaven nun an, sich genau zwischen die beiden Falltüren zu stellen. Dann befahl sie mit erhobener Stimme und zeigte dabei mit ihrem weiten schwarzen Ärmel ihrer Robe auf die linke Tür: „Stelle dich auf diese Seite! Das Malustribunal hat entschieden, dass du unwürdig bist und damit dem Feuer übergeben wirst!“

In diesem Moment war der Leibeigene so angespannt, dass er nicht bemerkte, dass etwas an dem Schiedsspruch nicht stimmen konnte. Denn wäre es wirklich so gewesen, dass die eine Tür den Tod des Sklaven verursachte, die andere ihn jedoch in die Freiheit schickte, so würde niemals ein Sklave vom Maluskult geheilt und seiner Besitzerin zurückgegeben werden können.
Kommentare willkommen!

Viele Grüße von prallbeutel
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:21.08.21 05:19 IP: gespeichert Moderator melden


Die Phantasie unseres Poetae scheint unermeßlich zu sein, ich muß eingestehen, daß ich nicht gedacht hätte, nach reichlicher Darstellung von Lust und Qual nun auch eine spirituelle Komponente vor Augen geführt zu erhalten; die mystische Zahl 7 begleitet uns im "Maluskult" in Form von sieben Prüfungen, ausgeführt von sieben Priesterinnen, spontan kommt mir der Gedanke, ob es wohl auch ihrer sieben Prüfungen bedurfte, welche die angehenden Priesterinnen durchlaufen mußten, um schließlich als solche geweiht worden zu sein: Ewig keusch, ewig rein, ganz dem Willen der Göttinnen ergeben...
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sheeeep Volljährigkeit geprüft
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:22.08.21 20:25 IP: gespeichert Moderator melden


Einfach Klasse !!!!
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prallbeutel Volljährigkeit geprüft
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:28.08.21 13:32 IP: gespeichert Moderator melden


Nur einer von fünf Männern wählte die vermeintliche Freiheit und landete in einem unterirdischen Kerker. Diesen armen Kreaturen war nicht zu helfen, so der Kanon der ehrwürdigen Maluspriesterinnen. Daher verblieben diese schändlichen Sklaven dort, bis der Kerker übervoll mit Leibern war. Selbst Königin Cassandra wusste nicht genau, was mit diesen Verlorenen geschah. Niemand sah sie jemals wieder. Doch ein Gerücht ging um, dass die spirituellen Damen in unterirdischen Tempelanlagen diese Sklaven zu willenlosen Liebessklaven erzogen.

Wählte der Mann jedoch in Selbstverleugnung die Tür zum vermeintlichen Feuertod, so landete er lediglich zwei Schritt tiefer in einem morastigen Sumpf, der ihm etwa bis zum Hals reichte. Die Priesterinnen sprachen geheime Schutzzauber, während die Hohepriesterin einen Mechanismus in Gang setzte: Die Falltür schloss sich wieder, so dass der Sklave im Dunkeln in dem Moder stand. Mit einem leicht schabenden Geräusch senkte sich die schwere Falltür nun dem Sklaven entgegen. Nach einigen Augenblicken war der Mann gezwungen im Moor abzutauchen.

Nach für den Leibeigenen endloser Zeit öffnete sich die Seite der Plattform und entließ den nach Luft schnappenden Mann mitsamt dem Schlamm in einem Schwall in ein Becken. „Die Neugeburt“ nannten die Priesterinnen dieses Ritual. Die sechste Prüfung war abgeschlossen, als der Sklave auf Knien bei seinem Leben schwor, das Geheimnis der zwei Falltüren für sich zu behalten. Die Malusfrauen sangen einen geheimen magischen Bannspruch, der dafür sorgen würde, dass dem Manne die Zunge abfiele, noch bevor er ein Wort ausgeplaudert hätte. Der Leibeigene durfte in ein anderes Becken steigen und sich von dem Schlick reinwaschen, der auf der Haut brannte wie Feuer.

Nun sollte die letzte Prüfung anstehen. Für die bedingungslos Hörigen war dies nur noch eine Formalie, für die Priesterinnen jedoch ein Schmaus der Sinne. Während die Damen die magischen Worte „Zeichne dich für deine Herrin!“ wieder und wieder sprachen, dabei den Sklaven mit einer geheimen Substanz bespritzten und die Alten Göttinnen anriefen, schritt der Nackte rückwärts bis zu einer eisernen Platte, die an einer Wand hing. Daran war ein Brandeisen befestigt, dass die kunstfertigen, geschwungenen Initialen seiner Eigentümerin aufwiesen. Die Schwierigkeit an der siebten Prüfung war, dass der Sklave sein Gesäß selbstständig gegen das glühende Eisen drücken musste.

Waren die Initialen später nicht deutlich zu lesen, so hatte der Leibeigene versagt. Doch den meisten Männern gelang diese letzte Prüfung, wenn auch nur unter lautem Schreien, wenn das Orange sich zischend in das Fleisch grub. Zumindest konnte sich keine der Priesterinnen des Maluskultes daran erinnern, dass ein Sklave stumm geblieben war – zumindest niemand, der noch im Besitz seiner Zunge war.

Auch heute überbrachten die ehrwürdigen Frauen wieder einen „geheilten“ Sklaven seiner Herrin. Schluchzend vor Freude fiel der Mann seiner Gebieterin vor die Füße und küsste ihre Stiefelspitzen. Ein Beutel mit Goldmünzen wechselte die Besitzerin. Die Hohepriesterin steckte das kleine Samtsäckchen unter ihre weite, schwarze Robe und lächelte ehrwürdig, denn sie hatte wieder einen Sklaven von seinen bösen Dämonen befreit. Und die stolze Herrin legte ihrem Sklaven ein Halsband um und führte ihn an einer Leine aus dem Tempel der Maluspriesterinnen.

Einige Meilen entfernt in der Metropole, einem der mächtigsten Kleinstaaten des Alten Kontinents, herrschte Fama, die Siegreiche. Zwar hatte sie kurzzeitig die Herrschaft über den gesamten Kontinent gehabt, doch war ihr Königreich schnell in viele kleine Fürstentümer zerfallen. Die Metropole und einige umliegende Ländereien kontrollierte sie weiterhin und herrschte über die Einwohner der Stadt und die Landbevölkerung mit harter Hand.

Aurora, eine ihrer zwei Töchter, ritt auf einem Sklaven durch den Lustgarten. Auf allen Vieren krabbelte der bis auf einen Lendenschurz unbekleidete Mann so schnell er konnte über die Wege und wurde von Aurora mit einer kurzen Gerte angetrieben. „Schneller, du fauler alter Esel! Schneller, oder ich heiz dir deinen Arsch ein, dass du denkst, du sitzt in glühenden Kohlen!“ Zwischen den Hinterbacken verlief nur ein Lederriemen, der den Sichtschutz für das Gemächt fixierte. Großflächig waren bereits Striemen über das Fleisch verteilt. Während das unfreiwillige „Reittier“ mit Schweiß überströmt die Wege entlang eilte, kicherte Aurora auf seinem Rücken und ließ die Gerte immer wieder auf sein Gesäß knallen, als sei dies die beste Unterhaltung, die sie sich vorstellen könne.

Ihre Schwester Vesta vergnügte sich lieber mit echten Pferden und war gerade dabei, einen edlen Rappen aus dem Stall zu führen. Der Stallbursche folgte ihr nervös. „Edle Dame, darf ich Euch nicht doch begleiten? Mir wurde streng verboten, Euch alleine ausreiten zu lassen.“ Vesta drehte sich ungeduldig zu dem Jüngling um. „Verschwindet endlich. Ich reite allein! Und damit basta!“ Sie spuckte ihm ins Gesicht und stieg auf das feine Vollblut, dessen Fell schwarz glänzte wie frisch geputzter Onyx.

Der Stallbursche war in einem Dilemma. Würde er weiterhin das Fräulein verärgern, würde diese dafür sorgen, dass der Bambusstock auf seinem Hintern tanzte. Würde jedoch die Regentin Fama davon erfahren, dass er ihren Befehl nicht befolgt hatte, so war die Prügel wohl noch die wünschenswerte Option. Noch ein einziges Mal flehte er Vesta geradezu an, dass er sie begleiten dürfe, obwohl er die Hoffnung schon aufgegeben hatte. Doch zu seiner großen Überraschung stimmte sie letztlich zu. „Also gut. Dein Wunsch sei dir erfüllt“, sagte sie, stieg wieder ab und reichte ihm ein Lasso, das am Sattel des Rosses hing. „Binde dir das Ende um dein Gemächt!“ Der Stallbursche glaubte seinen Ohren nicht zu trauen zu dürfen, doch das Edelfräulein zeigte ungeniert auf seinen Schritt. „Die Beinkleider musst du wohl hier lassen“, lachte sie.

Der Jüngling stieg aus seinen groben Wollhosen und knotete sich das Seil um seine Männlichkeit. Mit puterrotem Kopf stand er nun da und war froh, dass sein Wams wenigstens so lang war, dass er seine Scham mehr oder weniger bedeckte. Vesta grinste zufrieden und sprang zurück in den Sattel, machte das andere Ende des Seiles fest und führte das Pferd im Schritt ein Stück weit vom Palast der Fama hinaus in die Stadt. Der Stallbursche trottete brav hinterher und versuchte die schadenfrohen und gehässigen Rufe und das überdrehte Gejohle, das amüsierte Gelächter und die beißenden Spottrufe zu überhören, die sie begleiteten.

Schließlich fiel Vesta in einen leichten Trab, und der Jüngling folgte dem Vierbeiner zügiger, immer darauf bedacht, dass das Lasso sich nicht spannte. Sorgfältig achtete der Pferdeknecht auch auf den Untergrund, denn es wäre nicht auszudenken gewesen, würde er stolpern! Es dauerte nicht allzu lange, da war der Jüngling nassgeschwitzt und keuchte laut vor Anstrengung und Erschöpfung. Doch die Edeldame dachte nicht daran, ihr Ross langsamer werden zu lassen oder gar zu rasten. Nur zwei oder drei Mal fiel sie kurz in den Schritt, um aus einem ledernen Wasserschlauch zu trinken, doch dann versetzte sie ihr Pferd wieder in Trab.

Dem Jüngling brannten die inzwischen wacklig gewordenen Beine, seine Kehle und sein Mund waren ausgedörrt. Keuchend lief er brav hinter dem Vierbeiner her. Endlich blieb Vesta stehen und sprang aus dem Sattel. Sie nahm erneut den Lederschlauch und trank das kühle, erfrischende Nass. Sehnsüchtig sah der Stallbursche, wie das erquickende Wasser in ihre Kehle rann und ihre Lippen benetzte. Undamenhaft wischte sie sich mit dem Handrücken über den Mund und seufzte. „Hast du auch Durst?“, fragte sie mit einem schelmischen Funkeln in den Augen und zuckenden Mundwinkeln.

Der Bursche nickte eifrig und antwortete: „Ja, hohes Fräulein Vesta. Sehr.“ Die Edeldame kicherte und drehte den Schlauch um, so dass sich der Rest des Inhalts im Staub verteilte und versickerte. „Leider nichts mehr da“, meinte Vesta. Sie kam zu dem Burschen und tätschelte ihm die Wange. „Armer! Wärst du doch im Stall geblieben. Da gäbe es genug Wasser.“ Vesta stieg in den Sattel und trieb den Rappen erneut im Tab an, den Gefesselten hinter sich her zerrend.

In Ledanien herrschte Frieden unter den Menschen. Recken und Weiber waren in den meisten Dingen gleichgestellt. Gladius begutachtete die glänzende Rüstung mit den feinen Ziselierungen. „Eine wunderbare Arbeit“, lobte er den Schmied, der filigrane Lilienmuster und das Wappen der Leda – eine aufrechte Löwin mit einem Schwert in der Pranke - in die Rüstung gezaubert hatte. Der Handwerksmeister verneigte sich vor dem Schultheiß und nahm dankend einen Beutel mit Goldmünzen in Empfang. Gladius, in ein edles Seidenwams und Hosen aus feinstem Stoff gewandet, rief nach seinem Schreiber. „Stehen heute richterliche Geschäfte an?“ „Nein, Euer Ehren“, antwortete der Actuarius. „Und auch die Steuereinnahmen für diesen Mond sind erledigt.“ Gladius reckte sich und gähnte. „Das ist gut. Dann werde ich heute auf die Fasanen-Jagd gehen.“

Seit der ehemalige Soldat wieder in Ledas Diensten war, genoss er seine wenige freie Zeit. Als Schultheiß hatte er viele Regierungsgeschäfte abzuwickeln. Die verantwortungsvolle Aufgabe war ihm eine hohe Ehre, seit Leda sie ihm übergeben hatte. Die Regentin hatte ihn freudig umarmt, als er in ihrem kleinen Königreich vor einiger Zeit völlig unerwartet aufgetaucht war. Als einziger Überlebender der untergegangenen Armada des Westvolkes hatte er seiner Majestät eine Menge zu erzählen gehabt.

Thrym, Ajax und die schöne Ate hatten ihn auf dem gewaltigen Schiff der Westler begleitet. Zu spät war ihnen bewusst geworden, dass das Volk aufgebrochen war, um den Alten Kontinent zu unterjochen. Und fast waren sie die weite Strecke über den großen Ozean gesegelt, da war ein schwerer Sturm aufgekommen: Gladius berichtete von riesigen Kraken, die sich aus Strudeln aus dem schäumenden Meer erhoben und die Schiffe mit ihren gigantischen Armen in tödlicher Umarmung in die Tiefe zogen; er erzählte von wirbelnden Säulen, die sich hoch in den Himmel erhoben und alles unter sich zersplittern ließen und in die Lüfte schleuderten.

Die Erinnerung des Ex-Soldaten verschwamm, denn eine Rah war hinab an Deck gestürzt und hatte Gladius mit dem Ende am Kopf getroffen und niedergestreckt. Taumelnd war er umhergeirrt, die zischenden Winde um sich herum, das brodelnde Meer unter sich, Segel knallten und rissen unter dem Druck, Seile peitschten über Deck wie lebendig gewordene Schlangen der Unterwelt. Über seinem Kopf schossen die Alten Götter zornig mit Blitzen. Dann war es schwarz um ihn herum geworden.

Irgendwann war er erschöpft mit pochenden Kopfschmerz, ausgetrockneter Kehle und wunder Haut wach geworden: auf Überresten des Decks schwimmend und sich krampfhaft festhaltend. Hatte er die meisten seiner Eindrücke als Trugbilder eines Fiebertraumes erlebt? Oder waren sie Wirklichkeit gewesen? Seine Müdigkeit ließ ihn bald wieder in einen gnädigen Schlaf sinken. Schließlich war er in den Händen von Fischern der Westküste wieder zu sich gekommen, die ihn völlig entkräftet und besinnungslos am Strand gefunden hatten. Er musste erfahren, dass seine Kameraden wohl ertrunken und die Flotte vernichtet waren, aber auch, dass Leda über eine kleine Monarchie in diesem Landstrich der Westküste herrschte.

Auch, wenn Leda nach dieser schweren Niederlage des Feindes nicht damit rechnete, dass das Westvolk so bald eine weitere Invasion plante, hatte sie hohe Wachtürme aus Stein und Holz an den Klippen ihres Reiches aufstellen lassen, die jedes Schiff bereits frühzeitig ankündigen konnte. Gladius ärgerte sich noch immer, dass es ihm nicht gelungen war, das geheimnisvolle „Schwarzpulver“ herzustellen, über das das Westvolk mit ihren spuckenden Feuerstäben verfügte. Doch insgesamt dankte er dem Schicksal dafür, dass er die gefährliche Überfahrt überlebt und sogar zu seiner Majestät zurückgefunden hatte.

Gladius war bei allen beliebt. Er war kein Schultheiß, der nur vom Schreibtisch aus regierte, sondern er war sich nicht zu schade, mit dem Volk zu sprechen, durch die Ländereien zu reiten, den Soldaten einige Techniken mit dem Schwert vorzuführen oder sich bei Untergebenen für geleistete Arbeit zu bedanken. Lediglich Abas, der Gemahl der Leda, fühlte tief in sich ein unbeschreibliches Gefühl, das ihn Gladius gegenüber ein wenig reserviert bleiben ließ. Was es wohl war, das ihn an dem Exsoldat störte? Leda hatte nie darüber gesprochen, dass sie Gladius auf dem Westkontinent an ihr Nachtlager gebeten hatte, und doch war da so ein diffuses Gefühl in seinen Eingeweiden.

Abas schritt die steinernen Stiegen des kleinen Turms hoch, der zu Ledas Festung gehörte, und betrat das Flachdach, das von roten Zinnen gesäumt war und einen guten Rundblick lieferte. Gerade öffnete sich ratternd das eiserne Zuggitter und die Zugbrücke wurde quietschend und knarrend mit einer großen Winde über den Wassergraben herabgelassen. Kurz darauf sah Abas, dessen Umhang im Wind wehte, tief unter sich eine kleine Reiterschar die Burg verlassen. An dem schwarzweißen Federbusch auf dem Helm erkannte er den Schultheiß. Nachdenklich sah Abas dem Trupp nach, wie er im Wald verschwand.

Plötzlich schoss ein stechender Schmerz durch Abas Rücken. Vor Pein zuckte er zusammen und stützte sich auf dem steinernen Geländer ab. Das Erbe der Megara - Die lange Kerkerhaft und die vielen Verhöre der Tyrannin hatten den Königsgemahl zu einem körperlichen Wrack gemacht. Und auch seine Manneskraft war ihm genommen worden, wurde er peinvoll immer wieder erinnert. So sehr er und Leda sich bemüht hatten, so war es ihnen nicht mehr möglich, sich wie Mann und Weib zu lieben. Doch Leda hielt in ihrer tiefen Liebe zu Abas und jagte ihn nicht aus ihrem Bett. Im Gegenteil: Anfangs hatte sich Abas verschämt zurückgezogen, doch Leda war ihm nachgegangen und hatte eine ganze Nacht mit ihm auf dem nackten Boden verbracht, sie hatten sich gegenseitig umarmend, küssend, tröstend.

Inzwischen war es für die Beiden fast normal, dass Abas seine Königin mit seiner Zunge verwöhnte. Und auch die langen Streicheleinheiten befriedigten Leda offenbar sehr. Der königliche Liebesstab jedoch blieb schlaff und müde, obwohl Abas noch Lust empfand. Doch nur mit viel Mühe konnte er seinen Samen verströmen, was er jedes Mal als einen demütigenden Zwang empfand. In die Weiblichkeit einzutauchen, dazu war er nicht mehr in der Lage.

In diesen Tagen erwischte sich die Regentin erschrocken dabei, wie sie an Gladius dachte. An die Nacht voller Leidenschaft und Verlangen. Heiß durchströmte sie die Erinnerung, und sie träumte sich in die bezaubernde Zeit zurück. Erst, als sie zuckend ihrer Lust nachgab, bemerkte sie, wie sie sich in diesen Tagtraum hinein gelebt hatte. „Oh, wie konnte ich nur!“, schalt sie sich. Glücklicherweise war sie allein. Ihre Zofen waren nicht anwesend. Die jungen Frauen wussten sowieso schon viel zu viel, vermutete Leda. Oft hatte sie das Schmunzeln aus dem Augenwinkel beobachtet, wenn Abas sie küsste oder sich abends bereit zur Nachtruhe machte. Als wüssten sie etwas. Etwas zu viel.

Majordomus und Berater der Königin von Ledanien war ihr alter Weggefährte Hagbard. Leda saß mit ihm und dem obersten Gardisten Zelos im Fahnensaal beisammen, um neue Maßnahmen zu besprechen, die Grenze sicherer zu machen. Leda betrachtete den Uniformierten: Was hatte sich Zelos entwickelt! Aus einem einfachen Stallknecht war der höchste Soldat des Staates geworden. Stolz und aufrecht saß er dort, hatte den Respekt und die Autorität von seinen Untergebenen und war ein so wichtiger Ratgeber in kriegerischen Angelegenheiten, als würde er bereits seit Dekaden ganze Armeen führen.

Zelos griff nach einem Kelch mit Rotwein und nippte an dem kühlen Getränk. Ein dicker Siegelring aus Gold prangte an seinem Finger. Der Gardistenführer stellte selbstbewusst seine Planung der Heerverteilung vor, schlug einen Schutzwall mit Wachtürmen vor und Katapulte, die die Grenze armierten. Hagbard tippte die Fingerkuppen seiner Hände gegeneinander und meinte bedächtig: „Das wird sehr viel kosten. Woher soll Majestät das Gold nehmen, um Waffen, Material und Arbeiter zu bezahlen?“

Der Majordomus streckte seinen Arm über dem kunstfertigen Diorama des Alten Kontinents aus, dass die ihnen bekannten Reiche darstellte, die sich nach Megaras und Famas Sturz gebildet hatten. „Hier“, er wies auf die Ostgrenze von Ledanien, „muss die Grenze besonders gefestigt sein, denn unsere Nachbarn sind uns nicht besonders wohl gesonnen. Im Norden und Süden finden wir eher Verbündete, so dass dort ein einfacher Schlagbaum mit einem Grenzposten reichen sollte. Wenn wir die Kräfte bündeln, kann die Ostgrenze in wenigen Monaten errichtet werden. Unser Volk liebt Euer Majestät. Es wird mit Freude am Aufbau eines Walles mitwirken.“

Hagbard dachte nach. Dieser ehemalige Stallbursche hatte Recht. Leda spitzte ihre Lippen und nickte. „Bringt die Karte mit größerem Maßstab“, hallte ihre Stimme durch den Saal. Ein Gardist zog aus einem Regal eine Lederrolle und schlug diese schwungvoll auf dem Nachbartisch auf. Die Anwesenden schauten nun auf Ledanien mit den angrenzenden Landstrichen. „Der Untergrund im Osten ist felsig“, stellte die Regentin fest. „Wollt Ihr da einen Erdwall errichten?“ Zelos schüttelte den Kopf. Er zog aus seinem Gürtel einen kleinen Dolch mit schmaler Klinge und verwendete ihn als Zeigestab auf der Karte. „Hier und hier sind Felsformationen. Dort können wir eine Art Mauer auftürmen. Weiter im Norden gibt es genug Lehmboden, um einen Wall zu errichten. Ich sehe da kein Problem, Majestät.“

Leda bestimmte: „Lasst überall verkünden, dass wir Freiwillige benötigen. Jeder, der sich meldet, muss für die Zeit seines Einsatzes keine Steuern zahlen und erhält einen großzügigen Lohn.“ Der Gardist salutierte und verschwand, um Herolden den königlichen Auftrag zu überbringen. Zelos stach mit seinem Dolch in eine Aprikose, die in einer Zinnschale mit diversem Obst lag, teilte sie flink in zwei Hälften, um den Stein zu entfernen, und steckte sie sich nacheinander in den Mund. Sein Plan sollte in die Tat umgesetzt werden. Stolz kaute er auf der saftigen Frucht.
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:05.09.21 13:00 IP: gespeichert Moderator melden


Abas hatte sich nach der Kerkerhaft nie wieder gern unter Ansammlungen von Menschen gewagt. Und aus Regierungsgeschäften hatte er sich zurückgezogen. Auch jetzt schlich er wie ein Burggeist durch die Gänge der kleinen Festung an den Wänden vorbei, die mit zahlreichen Schilden und Wappen geschmückt waren. Abas zog sich in sein Gemach zurück und scheuchte die Zofe hinaus, die an einem Tisch an einem Lederharnisch genäht hatte.

Der Königsgemahl griff sich an ein silbernes Amulett, das er um den Hals trug, und betete zu den Alten Göttern, dass sie ihm seine Manneskraft zurückgeben mochten. Leider waren etliche Gebete bisher ungehört geblieben. Später stieg er eine Wendeltreppe empor, die zum Baderaum der Burg führte. Abas musste sich am geflochtenen Seil des Handlaufs gut festhalten, um das Gleichgewicht zu halten. Die Kerkerhaft hatte seinen Gelenken nicht gut getan. Das dicke Tau war für Abas angebracht worden. Der Königsgemahl fühlte sich jedes Mal gedemütigt, wenn er es sah und verwendete. „Ich bin ein wertloser Krüppel“, seufzte er voller Selbstmitleid.

Im Baderaum fand er einen Dienstboten vor, den er anwies, heißes Wasser für den großen Zuber zu bringen. Seit seiner Gefangenschaft fühlte er sich ständig schmutzig. Als das Becken gefüllt war, stieg er in das dampfende Nass und rieb sich den Leib, als wolle er eine Dreckschicht loswerden, die nicht vorhanden war.

Am Abend begab sich Abas zu Bett und starrte in die kleine, flackernde Flamme einer kleinen Laterne neben sich. Wo blieb Leda nur? In Gedanken sah er sie in den Armen von Gladius liegen, zu ihm begehrend aufschauend, die Münder näherten sich und dann trafen sich ihre Lippen in heißer Leidenschaft… Abas sprang aus dem Bettlager und griff nach einem schweren Samtumhang, den er sich umwickelte. Mit der Laterne in der Hand ging er zur großen Tür des Schlafgemachs und öffnete sie. Im Gang stand ein Gardist, der salutierte, als er den Königsgemahl sah. „Habt Ihr die Majestät gesehen?“, fragte Abas. Der Mann verneinte höflich.

Abas schritt den Gang entlang. In ihrer Ankleidekammer war sie auch nicht. Schließlich stieg er mühsam die Wendeltreppe hinab zum Thronsaal. Aber auch hier brannten nur die Fackeln in den eisernen Wandhalterungen. Abas lief einen weiteren Gang entlang und fand sich vor der Tür zu Gladius´ Gemach wieder. Wie mit magischer Kraft hatte sie ihn angezogen. Sollte er klopfen? Würde er sich zum Narren machen? Abas stöhnte seufzend auf. Die Faust war schon gehoben, doch dann hielt er inne und trat näher. Er legte ein Ohr an die Tür und lauschte. Hatte er Liebesgeräusche vernommen? Abas Herz schlug ihm bis zum Hals. Er griff zu seiner Hüfte, um seinen Dolch zu ziehen, doch er war unter dem Umhang nur mit einem leinenen Leibhöschen bedeckt.

Er sah eine Hellebarde an der Wand und riss sie von ihrer Halterung. Mit einem Krachen drückte er zitternd vor Wut und Eifersucht die Tür von Gladius´ Kammer auf und stürmte mit der langen Waffe hinein. Er würde dem Verräter, der ihm Hörner aufsetzte, das Eisen schmecken lassen. Er würde dafür sorgen, dass der niemals wieder bei einem fremden Weibe liegen konnte.

Gladius sah ihn mit großen, aufgerissenen Augen an. Er stand hinter seinem Bett und rammte seinen Liebesstab in ein nacktes Hinterteil. Die linke Hand packte die langen Haare vor sich und drückte den Rücken der zarten Person durch und deren Kopf in ihren Nacken. Die rechte Hand hielt eine kurze Gerte, die offenbar schon mehrfach das zarte Sitzfleisch gestriemt hatte. Klappernd fiel sie auf den Boden. Seine linke Hand löste sich aus der Mähne. Das nackte Weib riss sich schreiend ein Laken vor den entblößten Körper.

Abas war erstarrt. Was machte denn die Dienerin hier bei Gladius mitten in der Nacht? Im nächsten Augenblick wurde ihm bewusst, wie töricht diese Frage war. Langsam ging er rückwärts aus dem Zimmer. „Verzeiht, mein lieber Schultheiß! Ich… habe mich in der Tür geirrt.“ Abas schloss den Zugang des Raumes und hing die Hellebarde wieder an seinen Platz, als sei nichts geschehen. Doch sein Herz pochte ihm wild gegen die Rippen. Dann eilte er zurück in das königliche Schlafgemach. „Oh, welche Schmach!“, murmelte er vor sich her. „Welche Schmach!“

Als er sein Ziel erreichte, fand er Leda unter den Laken. „Wo warst du, Abas? Ich dachte, du wärest bereits zu Bette gegangen?“ Abas seufzte. Er fiel Leda in die Arme. Über ihren festen Brüsten funkelte ein Collier aus Edelsteinen. In dieser Nacht versank Abas´ Kopf mit besonderer Inbrunst zwischen den heißen Schenkeln seiner Gemahlin, so dass beide später in einen tiefen Schlaf fielen und ruhten, bis sie von der kitzelnden Sonne und dem Vogelgezwitscher des nächsten Tages aufwachten.

Im Reich der Cassandra spielten drei Edelfräuleins mit einem Lustsklaven im Garten. Der nackte Leibeigene stand mit nach oben gestreckten Armen gefesselt unter einem Querbalken. Seine Beine waren durch zwei weitere Seile breit gespreizt auseinander gezogen. Um sein Gemächt war eine Schnur gebunden. Ein Holzkübel hing dem Mann zwischen den Beinen und zog seine Juwelen straff gen Boden.

Vor den Edelfräuleins stand eine große mit Nieten beschlagene Schatulle mit Schmuck, den Cassandra für dieses Amüsement gespendet hatte. Nun warfen die jungen Damen nacheinander Schmuckstücke aus fünf Schritten Entfernung in den Kübel. Das Spiel nannten sie „die Goldwaage“. Für die Ladys war dies ein bedeutender Tag, denn sie waren endlich volljährig geworden. Cassandra hatte das Initialritual der Goldwaage eingeführt. Es ging darum, so viel Schmuck wie möglich in den Kübel zu werfen. Wer dabei den Bottich nicht traf, schied aus. Wer übrig blieb, erhielt den gesamten Schmuck, der im Gefäß gelandet war.

Die Gewinnerin konnte ihre „Beute“ noch erhöhen, indem sie weitere Schmuckstücke hineinwarf. Verfehlte sie ein einziges Mal, so wurde ihr der Sieg jedoch wieder aberkannt. Viele der Sklaven bettelten darum, das Gewicht nicht noch weiter zu erhöhen, doch nur selten bewirkte dies, dass ein Fräulein sich mit der Menge Schmuckwerk begnügte, sondern sie warf weiter, bis der Kübel überzulaufen drohte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Leibeigenen sich sehr bemühten, bei der Goldwaage nicht zu jammern und die Pein tapfer ertrugen; denn nicht selten wurde ihnen von einer Aufseherin zuvor die Freiheit versprochen, würde kein Jammerlaut über ihre Lippen wandern. Natürlich konnte sich anschließend niemand an ein solches Versprechen erinnern, und die Aufseherin hatte einen guten Grund, den Sklaven für diese freche Behauptung zu züchtigen.

Hin und wieder kam es vor, dass ein Leibeigener vor Angst, entmannt zu werden, laut aufschrie, doch der Kübel war von den erfahrenen Aufseherinnen genau so gewählt, dass er gefüllt mit Edelmetallen und wertvollen Steinen nicht ausreichte, um die „Juwelen“ des Leibeigenen ernstlich zu verletzen – schließlich hatte der Sklave auch einen Wert und sollte nicht beschädigt werden.

Eine blond gelockte junge Dame in feinstem Seidenkleid warf geschickt aus dem Handgelenk ein Diadem mit funkelnden Smaragden in den überquellenden Eimer. Es verhakte sich und steckte fest. „Juchhu!“, jubelte sie und warf ihre Händchen in die Höhe. „Jetzt ist aber Schluss! Mehr passt nicht rein.“ Der volle Kübel schaukelte leicht zwischen den Beinen des Sklaven, der einen erstickten Laut von sich gab. Als Abschluss des Rituals musste das Fräulein nun mit einem scharfen Degen das Seil des Behälters zerschlagen. Danach durfte sie das Geschmeide ihr Eigen nennen.

Sie griff nach der scharfen Ritusklinge, die für diesen Zweck geschmiedet worden war. Doch ihre Freundinnen sahen schon in der Art, wie sie die Waffe hielt, dass sie keinerlei Erfahrungen damit hatte. Die junge Lady fuchtelte damit in der Luft umher, knickte dabei ihr Handgelenk ab und hätte die Klinge fast fallen lassen und sie sich in den Fuß gebohrt. „Wie hole ich denn damit aus? Der dumme Sklave hat ja seine Beine im Weg!“ Eine Lady mit schwarzen, glänzenden, glatten Haaren in einem roten, bestickten Kleid erklärte ihr, wie sie den Degen halten sollte. In ihrer Familie gab es zwei berühmte Fechterinnen, und so hatte auch sie bereits in frühen Jahren Unterricht erhalten und offenbarte mittlerweile ein beachtenswertes Talent mit der Klinge.

Die Siegerin ahmte die Bewegung nach und probte sie einige Male. Dann schritt sie zu dem Sklaven, der ängstlich die Augen schloss. Seine Lippen schienen lautlos zu plappern.
Das Fräulein holte seitlich aus und jagte die Klinge mit aller Kraft vorwärts gegen das Seil, um es durchzutrennen. Doch der Degen knallte gegen den Kübel, der in Bewegung geriet und zwischen den Schenkeln des Sklaven schaukelte. „Au! Au! Au!“, zitterte der Leibeigene. Das Fräulein zog einen Schmollmund. So schwer hatte sie sich das Zielen gar nicht vorgestellt.

Also erneut! Wieder schoss die Klinge hervor und traf dieses Mal auch das Seil. Allerdings mit der flachen Seite der Schneide. Die Schnur vibrierte wild und ließ den Kübel ruckartig anheben und absacken. „Uaaahhh!“, jammerte jetzt der Gefesselte. Dann weinte er vor Enttäuschung, weil ihm bewusst war, dass er gerade durch seine Laute seine vermeintliche Freiheit verschenkt hatte.

Beim dritten Versuch durchtrennte die scharfe Klinge das Seil, als wäre es aus Butter gewesen. Der Kübel rasselte laut auf den Boden. Wieder jubelte das Fräulein, und ihre Freundinnen gratulierten ihr zu dem kostbaren Inhalt. Die blonde Dame pfiff einen Sklaven herbei, der ihr den neuen Besitz in ihr Gemach trug, damit sie es gleich anprobieren könne. Sie summte und sang eine fröhliche Melodie, während sie vor dem großen Kristallspiegel stand und sich mit dem Geschmeide betrachtete. Die Peitschenhiebe, die irgendwo im Hof auf nackte Haut klatschten, nahm sie gar nicht wahr.

Als sie alle Kostbarkeiten einmal angelegt hatte, kam ihr ein düsterer Gedanke. „Wenn der Sklavenwurm mit dem Kübel nicht so gewackelt hätte, hätte ich vielleicht noch mehr Schmuck sicher hineinwerfen können…“ Abrupt war ihre gute Laune dahin. Sie stiefelte mit gerafftem Kleid und weiten Schritten nach draußen und sah den Sklaven immer noch gefesselt in der breit gespreizten Position hängen. Es hatte sich wohl noch niemand genötigt gefühlt, ihn abzubinden. Das Fräulein ging zu dem Leibeigenen. „Warum hast du so gewackelt?“, wollte sie vorwurfsvoll wissen. Auf ihrer zarten Stirn bildete sich eine Zornesfalte.

„Soldatin!“, rief sie einer Uniformierten zu. Die Frau salutierte vor der jungen Edeldame. Das Fräulein zeigte auf den nackten Sklaven und forderte: „Sorgt dafür, dass er erst auf meine Erlaubnis abgebunden wird!“ Dann rief das Fräulein zwei Sklaven herbei, die als Lakaien Dienst taten. Sie tuschelte ihnen etwas ins Ohr. Die Männer wurden rot, doch hastig nickten sie und liefen fort, das Gewünschte zu besorgen.

Das Fräulein schlug ihren Seidenfächer auf, um sich frische Luft zuzufächeln und wartete. Schließlich kamen die Lakaien zurück: Ein Zuber mit Wasser, eine Schweinsblase und ein daran angebrachtes kurzes Rohr aus Bambus. Amüsiert beobachtete das Edelfräulein nun, wie die Lakaien dem Sklaven das Rohr in den Hintern steckten und die mit Wasser gefüllte Schweinsblase ausdrückten, so dass sich der Inhalt in den Sklaven ergoss. Wieder und wieder füllten sie die Blase, bis schließlich der Zuber leer war, der Bauch des Leibeigenen dafür so voll und aufgedunsen wie bei einer Gebärenden.

Sardonisch spöttelte sie: „Jetzt hast du wahrlich endlich Grund, um zu wackeln! Ich werde in einer Stunde oder vielleicht auch später zurückkehren und prüfen, ob du auch brav alles in dir gehalten hast. Und wage es nicht, auch nur einen Tropfen zu verlieren! Denn dann werde ich dafür sorgen, dass du auch noch etwas anderes verlierst!“ Hell und laut lachend klatschte das Edelfräulein dem Sklaven auf den Hintern und spazierte von dannen. Die Lakaien packten verlegen ihre Utensilien zusammen; die Soldatin nahm in der Nähe Aufstellung. Der Sklave stöhnte und gab grunzende, angestrengte Geräusche von sich. Schon jetzt hatte er das dringende Gefühl, sich entleeren zu müssen und kniff seine Muskeln zusammen. Doch wie lange würde das gut gehen?

Maia und Boreas saßen um den Kamin in ihrer Wohnstube und löffelten aus Holzschüsseln eine schmackhafte, dampfende Suppe. Boreas stand auf und legte ein Scheit Buche ins Feuer, das auszugehen drohte. „Wie fein es uns geht in Ledanien auf unserer eigenen Kate“, schwärmte Boreas und trat von hinten an Maia an, strich ihr Haar zur Seite und gab ihr einen Kuss in den zarten Nacken. Plötzlich klopfte es laut an der groben Holztür der Kammer. „Herein!“, rief Maia. Ein Knecht erschien aufgeregt und berichtete: „Herrschaften! Wir haben eine Diebin auf frischer Tat ertappt!“

Maia stand auf. „Eine Diebin? Erzählt!“ Der Knecht zeigte hinter sich: „Wir haben sie in der Scheune eingesperrt. Es ist die neue Magd. Sie hatte sich einen Sack Steinsalz aus der Speisekammer genommen und wollte ihre Beute auf dem Markt im Hafen verkaufen – über hundert Unzen!“ Maia fragte: „Wer? Die Neue?“ Der große Knecht nickte. „Ja, Luna. Was soll mit ihr geschehen?“ Maia griff nach ihrem Umhang, den sie über einen Schemel gelegt hatte. „Komm, Boreas! Lass uns nach ihr sehen.“ Maia knöpfte die Brosche des Umhangs zu und band sich flugs die langen Haare zusammen.

Die Drei liefen über den Hof zur Scheune. Ein Dutzend des Gesindes lungerte in der Nähe herum, um zu erfahren, was da vor sich ging. Maia und Boreas sahen die Magd in der Scheune an Händen und Füßen gebunden auf dem Boden liegen. Das Corpus Delicti lag auf einer Truhe, in der Dreschflegel aufbewahrt wurden. Der Knecht gesellte sich zum Stallburschen. Beide Männer verschränkten ihre Arme vor der kräftigen Brust und blickten streng auf die Gefesselte nieder.

Die Männer hätte es nicht verwundert, wenn Maia oder Boreas nun einen breiten Lederriemen gepackt und der Magd damit den blanken Hintern verdroschen hätten, doch zu ihrer Überraschung kniete sich Maia zu Luna hinab und fragte sie sanft: „Warum hast du das getan? Zahle ich dir nicht genug?“ Die Magd sah zu ihrer Herrin auf. In ihrer Miene lag eine Melange aus Trotz und schlechtem Gewissen. „Daran liegt es nicht. Aber die Leute erzählen, dass Ihr früher eine Soldatin der Megara gewesen seid. Sie sagen, Ihr gehört in den Kerker oder auf den Markt in einen Pranger!“ „Schweig, du unverschämtes Weib!“, grollte Boreas. „Wie kannst du es wagen!?“

Maia hob huldvoll die Hand, um Boreas zurückzuhalten, und fragte: „Ich habe mich schon vor langer Zeit von der Tyrannin abgewandt und bin eine treue Untertanin von Königin Leda. Wenn du deine Tat bereust, so will ich Milde walten lassen.“ Luna spuckte Maia vor die Füße und antwortete aufsässig: „Niemals!“ Der Knecht und der Stallbursche sogen laut die Luft ein. Maia stand ruhig auf und erklärte: „So sei es. Bindet sie gut. Wir wollen beraten, was mit ihr zu geschehen hat. Morgen soll das Urteil fallen.“ Damit verließen Maia und Boreas die Scheune.

Das Gesinde zog die Magd unsanft an einen Balken, um sie dort mit einem weiteren Strick um die Taille zu binden. Zufrieden und gewiss, dass die Strafe die Widerspenstigkeit des Weibes vertreiben würde, sahen die Männer auf ihre Gefangene hinab, dann verließen auch sie die Scheune und versperrten das Tor mit einem dicken Riegel.

Luna blinzelte nach oben, wo durch einen Spalt im Dach die Sonne einen schmalen Strahl zu ihr hinab schickte. Später hörte sie den Riegel und der Stallbursche kam zu ihr mit einer Schüssel Haferschleim und einem Krug Wasser. Er band ihr nur die rechte Hand los und band die andere am Balken fest. Luna löffelte die Schüssel aus und trank ein paar Schluck aus dem Krug. Dann wischte sie sich mit dem Handrücken den Mund ab und fragte: „Weißt du, welche Strafe ich bekommen soll?“ Der Stallbursche schüttelte den Kopf.

Luna bemerkte, dass der Jüngling seinen Blick verlegen senkte, nachdem er erschrocken festgestellt hatte, dass er der Magd auf die Brüste gestarrt hatte. Luna reckte nun ihren Busen provozierend hervor und fragte: „Du hast bisher wohl noch bei keinem Weib gelegen?“ An den roten Wangen des jungen Mannes erkannte Luna, dass sie richtig geraten hatte. „Wenn du willst, darfst du sie mal anfassen.“ Der Stallbursche sah sie mit großen Augen an, senkte den Blick auf die Brüste, die Luna ihm keck entgegenstreckte. Sein Mund stand offen, ohne, dass er dies bemerkte. Seine Hände näherten sich unsicher dem weichen und gleichzeitig festen Fleisch des verführerischen Weibes.

Schließlich hielt er die warmen Kugeln in der Hand. Vorsichtig drückte er sie und strich darüber. „Hol sie heraus“, hauchte Luna fordernd. Ihre Augenlider flatterten erregt. Der Stallbursche kniete sich noch näher zu ihr und griff mit Fingerspitzen an den Stoff ihres Kleides. Zwischen den Brüsten verlief eine geflochtene Schnur, die das Leinen zusammen hielt. Er öffnete es und griff nach der nackten, warmen Weiblichkeit. In seinen Beinkleidern wölbte sich seine Manneskraft. Auch die bemerkte Luna. Sie flüsterte verschwörerisch: „Binde mich los. Dann zeige ich dir, wie ein Mann Liebe mit einem Weib macht. Du wirst es nicht bereuen.“

Fast war der Stallbursche gewillt, ihren Anweisungen zu folgen, doch dann erinnerte er sich daran, dass es ihm strengstens verboten war, Luna von den Stricken zu lösen. „Nein“, sagte er enttäuscht, „das darf ich nicht.“ Lunas scheinbar verliebter Blick wechselte ruckartig zu einem bösen Funkeln. „Hilfe! Hilfe! Ich werde geschändet! Zur Hilfe!“, kreischte sie, als sei sie in größter Not. „So helft mir doch!“
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:12.09.21 13:33 IP: gespeichert Moderator melden


Das Scheunentor wurde aufgedrückt und zwei Knechte erschienen, liefen zu dem verdatterten Pferdejungen und zerrten ihn von der Gefesselten weg. „Er wollte sich an mir vergehen!“, schrie Luna, deren Haar durch ihre wilden Bewegungen mit dem Kopf zerzaust war. Der Jüngling wusste gar nicht, wie ihm geschah. Er stotterte: „Nein… ich…ich…es ist nicht wahr…“ Die beiden Knechte waren kaum über den Hof gelaufen, um den Stallburschen zur Herrschaft zu bringen, da kam ihnen Maia schon entgegen. „Was ist hier los?“, wollte sie wissen. Die Männer berichteten ihr von dem angeblichen Geschehnis.

Der Stallbursche stritt alles vehement ab, doch Maia packte den Jüngling derb in den Schritt und fühlte die gewachsene Männlichkeit. „Und was ist das?“ Der junge Mann schluchzte. „Aber sie hat mich verführt! Es war keine Notzucht! Ich schwöre es bei allen Göttern! Sie wollte, dass ich…“ Doch die Knechte unterbrachen ihn und teilten Maia mit, dass das Kleid der Magd aufgerissen und ihr Haar wirr sei. „Bringt den Lümmel in seine Kammer und bindet ihn dort“, befahl die Bäuerin. Was für ein Tag! Gleich zwei Schuldige auf ihrem Hof! So eine Disziplinlosigkeit hätte sie ihrem Stallburschen nicht zugetraut.

Als der Überführte in seiner Kammer gefesselt zurückgelassen wurde, murmelte er verbittert: „Diese falsche Dirne! Sie hat mich genarrt!“ Vor Wut über seine Hilflosigkeit rann dem jungen Mann eine Träne über seine Wange. Die Beratung über Luna und den Stallburschen wurden von einem Kutscher eines Eselkarrens unterbrochen, der mit einer Glocke laut schellte. „Werte Herrschaft! Habt auch Ihr eine Spende für die fleißigen Helfer des Schutzwalles von Ledanien. Die Königin bittet alle Bauern und Bäuerinnen um eine Gabe, damit schon bald die Palisaden vor dem Feind schützen.“

Zunächst ließ sich die Bäuerin die königliche Urkunde zeigen – schließlich konnten auch leicht Spitzbuben umher streichen, die auf diese Art absahnen wollten. Maia gab Anweisung, dem Mann einige dicke Schinken und einen Sack mit Hafer zu geben. Zwei Knechte brachten das Gewünschte. Auf dem Karren sah Maia bereits mehrere ausgeweidete Hasen und zwei Wildschweine sowie ein Reh. „Habt Ihr das von Arcanum bekommen?“, wollte sie erfahren. Der Kutscher nickte, so dass sein langer Bart zuckte. „Ja, unser Jäger ist ein wahrlich großzügiger Mann. Königin Leda wird die Weitherzigkeit sicherlich zu würdigen wissen. Und Eure natürlich auch.“ Leda nickte. „Das weiß ich. Drei meiner Knechte sind am Ostwall beschäftigt.“

Einer der in der Nähe stehenden Knechte murmelte brummelnd: „Und wegen der Fronarbeit müssen wir hier nun doppelt schuften, weil kräftige Hände fehlen!“ Erschrocken fuhr er herum, als er die tiefe Stimme des Bauern Boreas hinter sich hörte: „Dafür werdet ihr auch gut entlohnt, Kerl. Oder meinst du, du bekommst woanders mehr?“ Der Knecht entschuldigte sich verlegen für seine Worte. Boreas betonte: „Außerdem handelt es sich bei den Arbeitern am Palisadenzaun und der Grenzmauer nicht um Fronarbeit. Jeder, der an diesem Verteidigungswall Hand anlegt, ist freiwillig und voller Stolz dabei. Für ein freies Ledanien!“ Der Knecht räumte kleinlaut ein: „Das habe ich nicht bedacht.“ Boreas verzog streng seine Züge: „Und deshalb wirst du in dieser Woche ganz alleine den Latrinendienst übernehmen!“

Später setzten sich Maia und Boreas wieder zusammen in die Stube, um über die Übeltäter zu beratschlagen. Boreas grunzte. „Sie können froh sein, dass nicht mehr die Gesetze der Megara gelten. Ein Übergriff auf ein Weib! Nicht auszudenken!“ Maia stimmte zu, doch gab sie zu bedenken: „Wenn wir sie der Gerichtsbarkeit übergeben würden, so müsste Luna auch in Ledanien wegen Diebstahls mit einer langjährigen Kerkerhaft rechnen. Und unser Stallbursche ebenfalls. Dabei kann er sich noch glücklich schätzen, dass er nicht in einem anderen Reich lebt, denn in vielen Staaten wird ihm dafür…“ Boreas unterbrach seine Gemahlin aufstöhnend: „Ja, ich weiß. Du brauchst es mir nicht zu erzählen. Das ist barbarisch!“ Maia schmunzelte. „Es gäbe da noch einen Mittelweg…“ Boreas runzelte die Stirn. „Und der wäre?“ Maia hatte eine Lösung parat. „Ein Keuschheitsgürtel. Vielleicht nur für einige Jahre. Damit würde er seine Lektion lernen!“

Boreas blies seine Wangen auf. „Eine harte Strafe! Aber so kommt er vermutlich leichter weg, als wenn wir ihm der Gerichtsbarkeit übergeben.“ Maia nickte überzeugt. „Und Luna werde ich vorschlagen, dass sie ihre Sünde mit einer Tracht Prügel ableisten kann.“ Boreas strahlte über das ganze Gesicht. „Das ist großzügig, mein Engel.“ Maia machte eine ernste Miene. „Lass uns noch darüber schlafen und die Urteile morgen verkünden.“

Der Recke griff Maia um die Taille. „So gefällst du mir am besten, Weib!“ Sie schrie lustvoll auf. „Trag mich ins Bett!“ Und schon hüpfte sie Boreas auf die Arme, der sie auf dem schnellsten Wege ins Schlafgemach entführte, seine Sandalen von den Füßen streifte und seinen Schatz in die Federn ablegte. Maias Mundwinkel zuckten erfreut nach oben, als sie unter Boreas Beinkleidern die deutliche Beule sah, die ihr für die nächste Zeit größtes Vergnügen und stürmische Zärtlichkeiten versprach.

Fama, die Siegreiche, grübelte über Kriegsplänen, die ihre Beraterinnen ihr vorgeschlagen hatten. „Nein, nein, nein und nochmals nein! Egal, welches Bündnis wir eingehen, gibt es immer Allianzen, die uns unterjochen könnten. Die vielen Kleinstaaten machen die Unterwerfung des Kontinents fast unmöglich!“ Sie seufzte. Sollte sie für alle Zeit die Königin eines erbärmlichen Stadtstaates bleiben? Für einen großen Feldzug waren ihr einfach nicht genügend Kriegssklaven geblieben.

Gelangweilt sah sie auf die beiden Hofnarren vor ihrem Thron, die sich gegenseitig pikten: Einer der Spaßmacher streckte seinen langen Spieß hervor und stach ihn gegen den nackten Hintern des anderen Possenreißers, der sein nacktes Gesäß herausgestreckt hatte. Aufquiekend sprang dieser hoch. Dann drehten sich beide Narren herum und wechselten ihre Rolle. Das Quieken ging nun schon eine ganze Weile so, und Fama hatte längst das Interesse an dem tumben Klamauk verloren. „Schluss jetzt!“, rief sie genervt und klatschte in die Hände.

Augenblicklich sahen die Hofnarren ihre Königin erwartungsvoll an. Fama seufzte. „Verschwindet, sonst nehme ich persönlich mal den Spieß. Und glaubt mir: Mir reicht ein Stoß aus, um euch wie zwei Spanferkel auf die Stange zu stecken!“ Schon das dämliche Drehspiel hatte sie genervt, als die Narren versucht hatten, sich gegenseitig in den nackten Hintern zu treten, nachdem sie durch Drehbewegungen so sehr das Gleichgewicht verloren hatten, dass sie nicht mehr geradeaus laufen konnten. Die Trottel eilten aus dem Thronsaal. Kleine Glöckchen an ihren Kappen, den Filzpantoffeln und ihrem Halsband klingelten wild durcheinander. Am Türbogen machte einer der Hofnarren noch einen Luftsprung und schlug im Flug die Füße zusammen, der andere Spaßvogel entschwand mit einer Rolle vorwärts.

Fama zog eine in Honig gegrillte Dattel von einem metallenen Spieß und griff anschließend nach einem silbernen Pokal und stürzte den schweren Rotwein in einem Zug die Kehle hinab. Das Regieren war eine anstrengende Pflicht! Und ihre Töchter machten ihr noch zusätzlich Ärger. Aurora war mit einem Lustsklaven durch die Blumenbeete und den Kräutergarten geritten und hatte sämtliche Pflanzen zerdrückt. Dafür hatte die Königstochter eine strenge Schimpfkanonade erhalten. Ihr Prügelsklave konnte später genauso schlecht laufen, wie der Lustsklave, den Aurora mit der Gerte angetrieben hatte.

Und Vesta war unerlaubterweise alleine mit dem Ross durch die Lande geritten. Die Ausrede, der Stallbursche sei ja dabei gewesen, ließ Fama nicht gelten. Auch Vesta bekam ernste Worte zu hören, und auch ihr Prügelsklave erhielt ebenfalls eine ordentliche Tracht mit dem Weidenstock. Und schließlich ging auch der schuldige Stallbursche nicht leer aus, der Vesta den Ritt erlaubt hatte.

Fama stand vom Thron auf und wankte in ihr Badegemach. „Bringt heißes Wasser!“, rief sie einem Kammersklaven zu. Die Regentin sehnte sich nach einem Bad und den damit verbundenen Wohlgerüchen der Blumen und Kräuter. Sie konnte es kaum erwarten, ihren nackten Leib in das erfrischende und wohltuende Wasser zu senken und sich mit den weichen Schwämmen zu streicheln.

Am Abend stand bereits wieder ein Festbankett mit Dutzenden Edeldamen an. Fama schnaubte. Diese Fress- und Sauforgien waren ihr über, doch gab es den einflussreichen Ladys des Reiches die Möglichkeit, ihre neuesten Kleider und Geschmeide auszuführen. Sehen und gesehen werden – so hieß das Motto dieser dekadenten Abende. Wer trug den größten Edelstein, wer das kostbarste Kleid? Wer hatte die amüsantesten Geschichten von der Sklavenjagd oder den heiteren Spielen der Edelfräuleins zu erzählen? Und welcher Leibsklave trug wohl den auffälligsten Strecker für sein Gemächt?

Die Damen wollten sich ständig darin übertrumpfen, bis sie die Grenzen des Möglichen an Gewicht und Größe des intimen Schmuckes erreicht hatten. Und ab diesem Zeitpunkt ging es darum, den Strecker aus ungewöhnlichen Materialien, in bizarren Formen oder mit Stacheln auszustatten. Die Fantasie der Herrinnen war schier unbegrenzt. Eine reiche Lady trug im Gegensatz zu den meisten Damen, die voluminöse Seidenkleider zur Schau stellten, einen bestickten Brokatrock, der eher einem Edelmann gestanden hätte. Doch zu dieser Lady passte er irgendwie, erschien sie insgesamt wenig damenhaft. Zwar war ihr Leib durchaus hübsch zu nennen, doch hatte sie ein eher jungenhaftes Benehmen und ihrem Körperbau fehlten die ausladenden Hüften und die weiblichen Rundungen der Brüste.

Eine andere Dame, in ein bauschiges Kleid mit Schleppe aus reinster Spitze gewandet, griff sich verlegen in ihre Turmfrisur, die von zahlreichen Silbernadeln gehalten wurde, und wedelte sich mit einem kleinen seidenen und kunstvoll verzierten Fächer affektiert Luft zu. Das burschikose Augenzwinkern der Dame in Brokat war nicht wenigen Fräuleins aufgefallen und sorgte für eine heiße Röte im Gesicht der Adressatin. An Famas Hofe munkelten die Adelsdamen schon seit einiger Zeit, dass die beiden Ladys nicht nur befreundet waren sondern auch ihr Nachtlager miteinander teilten. So war auch zu erklären, dass sie kein Männerharem besaßen, obwohl sie beileibe genug Reichtum für Dutzende Liebessklaven hatten.

Als Fama ihr erfrischendes Bad nach Veilchenblüten duftend beendet hatte, spazierte sie in einem leichten Seidengewand über einen kleinen Palasthof, auf dem nur wenige Personen Zutritt hatten, und genoss die kühle Abendluft. Sie ging an mehreren weißen Marmorstatuen vorbei, die die Alten Göttinnen darstellten, an einer Zisterne und dem Wasserspiel eines Brunnens entlang und war ganz in Gedanken versunken.

Sollte sie sich für heute Abend entschuldigen lassen und dem Bankett fernbleiben? Langsam mussten ihre missratenen Töchter Aurora und Vesta in die Regierungsgeschäfte eingeführt werden – auch, wenn Fama noch mit Grauen daran dachte; denn die beiden jungen Damen waren verzogen, selbstsüchtig, albern, verdorben, verzärtelt, habgierig, verschlagen, anmaßend, faul, verlogen, hinterhältig, undiszipliniert, arrogant, intrigant… Fama hätte diese Liste ohne Probleme noch endlos weiterführen können, doch wäre kein einziger positiver Charakterzug dabei gewesen.

Sie musste unbedingt dafür sorgen, die Macht als Königin der Metropole zu behalten. Nach ihrer Zeit sollte sich ihre Brut um den Thron zanken. Möge die Bessere gewinnen, grummelte Fama. Aber trotz all der Sorgen blieb der Regentin keine Wahl. Wenn sie von den unbeliebten Pflichten des Herrscherhauses entlastet werden wollte, musste sie Aurora und Vesta schon bald mit ins Boot holen. „Die Beiden haben vor lauter Langeweile und Übermut nur Unsinn in ihren hübschen Köpfchen. Da sollten sie wirklich endlich Verantwortung übernehmen“, murmelte Fama vor sich hin. Ihre Majordoma sollte alles in die Wege leiten.

Doch beide Töchter gleichzeitig mit Führungsaufgaben zu betrauen, das würde nur Mord und Totschlag geben. Eine Tochter sollte ihre Nachfolgerin werden. Doch welche? Und was würde aus der anderen? Nach ihrem Tod wäre es ihr ja gleichgültig, welche Kriege um den Thron stattfinden würden, doch zurzeit wollte Fama Frieden in ihrem Stadtstaat. Und da war eine Tochter zu viel im Palast! Eine wahrlich schwere Entscheidung stand ihr bevor.

Am nächsten Tag ritt Abas an den Grenzwall von Ledanien und inspizierte die Arbeiten. Zufrieden stellte er fest, wie schnell die Freiwilligen mit dem Gewerke vorankamen. Einige Teilbereiche waren bereits fertig gestellt. Links und rechts der Hauptverbindungsstraße nach Osten türmte sich eine schützende Mauer und prangten Ledaniens Wappen im Stein. An einem hohen Holzpfahl wehte stolz die Fahne des kleinen Reiches im Wind.

Die Arbeiter grüßten Abas freundlich, doch der Königsgemahl grämte sich doch, denn die Menschen gingen ihm nicht wie Untertanen entgegen, respektierten ihn nicht wie einen Regenten. Er hatte das Gefühl nutzlos zu sein. Er war kein richtiger König, kein richtiger Liebhaber… Er war ein Nichts! Betrübt ritt er zurück in die kleine Burg und fühlte sich doch wie ein Aussätziger. Wie Gelumpe aus der Gosse.

Am Abend sollte eine Feier im Saal der Festung stattfinden. Das östliche Haupttor war fertig gestellt. Leda hatte viele der Handwerker eingeladen zu einem festlichen Bankett und keine Mühen oder Kosten gescheut. Während alle Anwesenden in Hochstimmung feierten, grübelte Abas deprimiert über sein Schicksal nach. Er verschmähte sogar den duftenden Wildschweinbraten mit Äpfeln und Mandeln, eines seiner Lieblingsgerichte. Doch den Tiefpunkt seiner Stimmung erreichte er erst, als einige bunt gewandete Musiker mit Flöten und Tamburinen zur Farandole aufspielten und zum unbeschwerten Tanz einluden.

Abas, seit seiner Kerkerhaft nicht mehr gut zu Fuß, verblieb auf seinem Sessel aus geschnitztem Holz und Pelzbezug, während nicht nur die meisten Feiernden in langen Reihen tanzten sondern auch Leda selbst in den Reigen eintauchte. Später wechselte die Musik zu einer fröhlichen Quadrille, bei der ausgerechnet Gladius ständig die Nähe zur Majestät suchte. Abas verfolgte die beiden mit seinen eifersüchtigen Blicken. Jede Berührung der beiden spürte er wie einen Messerstich ins Herz. Die gleitenden Finger dieses blasierten Gecken!

Abas sah die stille Lust, das Verlangen, die schmachtenden Blicke Ledas und die schmierige und sündige Begierde des Schultheißen. Hatte er etwa das Feuer in Ledas Herz entfacht? Das höfische Treiben steigerte sich von Stunde zu Stunde. Und während die Menschen immer ausgelassener feierten, leerte Abas einen Pokal Wein nach dem anderen. Schlaff auf seinem Sessel hängend sah er mit verschwommener Sicht in seinen Kelch. Der Trunk schwappte blutrot darin, als habe er dort sein Herzblut aufgefangen. Langsam sank sein Arm an der Seite hinab, dann entglitt ihm der Kelch und Abas versank in einen tiefen Rausch.

Als er erwachte, schmerzte ihm der Kopf, als hämmerten dort tausend kleine Teufel umher. Immer noch hing er in seinem Sessel wie dahin gegossen. Alle Gäste waren fort, und Diener und Mägde räumten die Reste der Speisen und Getränke auf großen Tabletts in die Küche. Einige Bedienstete wischten über die langen Tische und Bänke oder kehrten Unrat vom Boden. Abas richtete sich umständlich auf. Wo war Leda? Der Königsgemahl mühte sich hoch und brach sofort ungeschickt auf dem Boden zusammen. Augenblicklich eilten zwei Dienstboten zu ihm und zogen ihn an den Achseln wieder hoch. „Lasst das!“, murrte Abas abwehrend. „Ich kann alleine gehen!“ Die Bediensteten sahen skeptisch zu, wie Ledas Gatte hin und her wankte und in einer ausgeprägten Schlangenlinie torkelnd den Saal verließ.

Abas taumelte über den Gang und schlug dabei zwei Vasen von einer Truhe, riss eine Fackel von der Wand und hätte sich dabei in Brand gesetzt, wäre die schmiedeeiserne Halterung nicht zufälligerweise genau in die entgegen gesetzter Richtung gefallen und die Flamme auf dem Steinboden erloschen. Sein Ziel war das Schlafgemach, wo er sein Weib vorzufinden hoffte, doch das königliche Bett war unberührt. Wut und Hitze durchströmten Abas. Sie konnte nur in den verräterischen Armen von Gladius liegen!

Schwankend machte sich Abas auf, den Raum des Schultheißen zu erreichen. Er würde ihn eigenhändig erwürgen, sollte er sich an Leda vergehen. Die Vorstellung, seine Gattin würde sich dem Schultheiß hingeben, war unerträglich. Strauchelnd wackelte er über die Flure der Festung. Als Abas die schwere Tür vor Gladius Gemach erreichte und hineinstürmen wollte wie ein tollwütiger Stier, kam er zur Besinnung: Was war, wenn er sich ein zweites Mal zum Narren machte? Nicht auszudenken! Er musste dieses Mal sicher sein.

Abas lauschte, doch vernahm er keine Geräusche. Vielleicht waren sie woanders: im Stall, in der Speisekammer, auf dem Turm, im Weinkeller, im Bergfried, gar im Kerker? Oder waren sie ausgeritten, um es in der Lichtung eines Eichenwaldes auf einem weichen Moosteppich zu treiben? Abas sah vor seinem inneren Auge die verschlungenen, nackten Leiber im fahlen Mondlicht, die sich auf dem Bett aus Flechten rekelten und aneinander rieben. Wie die Lockungen des Fleisches riefen und das heimliche Liebesnest zum Sündenpfuhl werden ließen.

Leise öffnete Abas die Tür. Sollte Gladius alleine schlafen, so würde er den ungebetenen Besuch nicht bemerken. Als Abas durch einen Spalt lugen konnte, blakten einsame Flammen dreier Stumpenkerzen neben dem Bett. Doch in den Federn lag kein Schultheiß. Auch dieses Nachtlager war unberührt. Wo war Leda? Und wo war Gladius? Wo waren sie?
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:25.09.21 13:05 IP: gespeichert Moderator melden


Fieberhaft suchte Abas, immer noch wankend, die Burg ab – ohne Erfolg. Und niemand konnte ihm über den Verbleib der Majestät etwas sagen. Dann traf er auf den königlichen Majordomus Hagbard, der noch nicht zur Ruhe gegangen war sondern in der Schriftenkammer auf einem Pergament einige Urkunden unterzeichnete. „Was ist Euer Begehr, Abas?“, fragte er überrascht und tunkte gerade seinen Federkiel in ein Tintenfässchen. Der Königsgemahl machte keinen besonders würdigen Eindruck, denn ein großer Rotweinfleck hatte sein Wams verunstaltet, sein Haar stand wirr vom Kopf und auf seiner Wange zeigten sich Druckstellen der Sessellehne, auf der er eingeschlafen war. „Leda ist verschwunden. Niemand weiß, wo…“ Hagbard unterbrach ihn: „Oh, macht Euch keine Sorgen! Majestät ist mit einer kleinen Gruppe Gardisten ausgeritten.“

Abas sah erstaunt drein. „Mitten in der Nacht?“ Hagbard nickte. „Natürlich. Schwarzwild.“ Abas erwiderte: „Aber Leda jagt gewöhnlich nicht nachts.“ Hagbard hob die Augenbrauen. „Heute schon.“ Abas fragte argwöhnisch: „Wer ist bei ihr?“ Hagbard zuckte mit den Schultern. „Sechs Gardisten, darunter Zelos, der Oberste. Und der Schultheiß ist ebenfalls mit geritten.“ Abas ächzte, als ihm die Konsequenz dessen Gewahr wurde. „Gladius!“ Hagbard sah den Königsgemahl fragend an, aber er erhielt keine Antwort.

Abas wankte zum Pferdestall. „Bereitet mir ein Ross. Zügig!“, wies er einen Knecht an. Kurz darauf galoppierte der Königsgemahl über die Zugbrücke hinaus auf das offene Feld, hinter dem der alte Eichenwald lag. Sein Gesicht war zu einer zornigen Fratze verzerrt. Er peitschte das Ross mit den Zügeln links und rechts und konnte gar nicht schnell genug dem tiefen Wald entgegenkommen. Die Dunkelheit zwang ihn schließlich zu langsamem Ritt, denn so manche knorrige Wurzel bildete gefährliche Stolperfallen.

Bald schon erkannte er in der Ferne zwischen den dicken Stämmen der großen Bäume einige Fackeln. Abas ritt auf die bewegten Lichtpunkte zu: Fünf Gardisten kamen mit fetter Beute von der Jagd zurück. „Hoheit“, wunderte sich einer der Männer, „was tut Ihr hier allein im Wald?“ Abas fragte barsch: „Wo ist die Königin?“ Der Mann antwortete: „Majestät schickte uns vor. Sie reitet später nach.“ Abas rief entrüstet: „Ihr habt sie alleine gelassen? Die Königin nachts im Wald?“ Der Jäger beschwichtigte: „Habt keine Sorge, Hoheit. Die Majestät ist sicher. Die Grenze von Ledanien wird gut bewacht. In diesem Wald gibt es weder Feinde noch Räuber oder Unholde.“

Abas stöhnte: „Und der Schultheiß? Ist er bei der Königin?“ Der Gardist nickte: „Jawohl. Sie ist nicht allein. Sorgt Euch nicht, Herr.“ Abas schnaufte. „Wo finde ich sie?“ Der Mann zeigte schräg hinter sich: „Den Pfad eine Meile entlang. Dann haltet Euch links, den Erdhügel hinab durch einen kleinen Birkenhain. Dort befindet sich eine kleine Lichtung, wo wir gerastet haben. Majestät ruht dort noch.“ Abas keuchte leise. Eine Lichtung im Wald! Wie in seinen Schreckensvisionen!

Der Königsgemahl gab dem Ross die Sporen und ritt los. Mit jeder Armlänge, die er zurücklegte, schlug sein Herz lauter. Auf frischer Tat würde er die beiden erwischen! Der Schweiß hatte sein dünnes Wams durchnässt. Als er an dem Erdhügel ankam, stieg er von seinem Tier und band es an einer Birke fest. Dann schlich er das letzte Stück bis zur Lichtung in duckender Stellung weiter. Er machte sich auf das Furchtbarste gefasst.

Abas war nur noch wenige Schritte von der Lichtung entfernt. Er hörte ein Ross leise schnauben. Und dann sah er Hinterkopf und Rücken von Gladius. Abas erhob sich ein wenig aus seiner versteckten Haltung und erkannte, dass der Schultheiß seine Beinkleider herabgelassen hatte. Schon wieder der nackte Arsch dieses Recken! Abas verfluchte ihn! In seiner Vorstellung kniete Leda vor Gladius und saugte liederlich und ordinär am Liebesstab des Mannes. Abas hielt die glühend heiße Eifersucht nicht länger aus und sprang aus seinem Schlupfwinkel. In seiner Aufregung hatte er keine Blankwaffe mitgenommen, doch war genug Wut und Enttäuschung in ihm, dass er sich zutraute den viel kräftigeren Ex-Soldaten zu erwürgen, seinen Kopf an einem Baumstamm zu zerschmettern, seine Glieder zu keulen, sein heimtückisches Herz aus dem Leib zu reißen, auf dem Boden zu zerstampfen und…

Als sich Gladius umdrehte und seine Männlichkeit in der Hose verstaute, fragte er überrascht: „Hoheit? Was macht Ihr hier im Wald?“ Abas bremste seinen Sprint ab und spürte einen scharfen Schmerz in seinem rechten Knöchel, seiner Hüfte und auch noch im unteren Rücken. Ruckartige Bewegungen taten ihm nicht gut. Ein böses Erbe der Haft unter Megara. „Gladius“, krächzte der Königsgemahl mit rauer Stimme. Der Schultheiß hatte sich offenbar gerade gegen einen Baum erleichtert. „Wo ist die Königin?“, wollte Abas verwirrt wissen. Gladius rückte seinen Jagdrock zurecht. „Sie kommt nach. Aber seid ohne Sorge! Der Oberste ist bei ihr. Zelos wird sie vor allen Gefahren beschützen.“

Abas kam sich wie ein Tor vor. Wieder hatte er Gladius fälschlicherweise verdächtigt. Der Schultheiß begleitete den Königsgemahl zu seinem Wallach, und dann ritten beide zurück zur Burg. „Habt Ihr Majestät so sehr vermisst?“, fragte Gladius freundlich. Abas seufzte. „Ach, wenn Ihr wüsstet… Sie war nirgends zu finden. Und ich habe mir Sorgen gemacht.“ Gladius lächelte, doch empfand er das Gebaren des Königsgemahls ein wenig seltsam.

Abas legte sich ins königliche Bett und wartete auf seine Vermählte. Neben dem Nachtlager stand eine Sanduhr, die Abas herumdrehte und beobachtete, wie der Sand Korn für Korn in das untere Glas rieselte. Als das obere Gefäß leer war, drehte er die Sanduhr herum und wartete erneut. Seine Ungeduld wuchs. Aber er zwang sich zur Ruhe. Er würde sich nicht ein drittes Mal zum Narren machen!

Nach scheinbar unendlicher Zeitspanne erschien Leda endlich im Schlafgemach. Abas erzählte ihr von seinen Sorgen, erwähnte aber nicht, dass er eifersüchtig ihre Treue bezweifelt hatte. Er war einfach nur froh und erleichtert, dass sie wieder da war. Leda beruhigte ihn. „Der Wald birgt keine Gefahren. Du hättest ruhig schon schlafen können, Liebster.“ Abas erwähnte zur Ablenkung die alte Sage über den nahen Weiher. Dort sollte ein Jüngling hausen und Weiber vom Ufer in die Tiefe ziehen, wenn sie alleine dort wandelten.

Es hatte sich der Überlieferung nach vor langer Zeit zugetragen, dass ein Bursche dort eine Magd unsittlich berührt, ja, Unzucht getrieben hätte. Das Gör lief weinend zu ihrem Vater. Der Bursche beteuerte seine Unschuld. Er habe der Magd sogar einen Korb gegeben, als diese ihn verführen wollte. Doch man glaubte ihm nicht. So kam der Jüngling kurzerhand an den Pranger und erlitt die Rettichstrafe. Das Gör soll triumphierend gegrinst haben, als der junge Mann vor Schmerz und Scham unerträgliche Qualen litt. Und schon bald sah man die Maid mit einem anderen Jüngling flachsen und feixen. Doch der bestrafte Bursche war aus dem Dorf verschwunden. Nie wurde er gefunden, doch hatte ein Fischer an einem nebeligen Morgen im nahen Weiher seine Gestalt über dem Wasser schweben sehen.

Leda ließ sich jedoch von dem Einwand zum Weihergeist nicht beeindrucken. Sie küsste ihn zärtlich auf die Stirn und kuschelte sich an ihn. Als sie den großen, verwischten Rotweinfleck auf seinem Wams bemerkte, strich sie ihm über den Schopf wie einem kleinen Bub, und meinte: „Hast du nicht bemerkt, dass du dich bekleckert hast?“ Abas wurde zornig. Warum musste sie ihn stets wie ein Blag behandeln? Doch ihr warmer, weicher Leib besänftigte ihn. Bald war sie in süße Träume gesunken.

Ihr Gatte lag noch einige Zeit wach. Er fragte sich, ob Leda ihn anders geküsst hätte, wenn seine Manneskraft noch lebendig gewesen wäre. Als er schon im Halbschlaf lag, verschwammen seine Gedanken in einem wirren Nebel. Roch Leda nur nach ihrem betörenden, süßen Duftwasser oder war da noch ein fremdes, maskulines Aroma an ihr? Doch bevor er die Frage klären konnte, war er ebenfalls eingeschlafen.

In der ehemaligen Hauptstadt von Megaria herrschte Helena, ehemals Duxa der Fama und inzwischen autarke Regentin des Stadtstaates, der früher das Zentrum der Macht über den Alten Kontinent bildete. Der gewaltige Palast, den einst Megara bewohnt hatte, war eine gigantische Festungsanlage, in der Helena thronte. Die Regentin ging stolzen Schrittes über den langen marmornen Gang, an dessen Decke kunstvolles Stuck und Blattgold allerhand Göttergestalten, Schlachten und auch Helenas Antlitz darstellten. Peinlich genau hatten Bedienstete jede Handbreit der Decke abgesucht, um jegliche Fratze der Megara zu entfernen, die sich fast überall hatte verewigen lassen.

Später waren einige Fama-Abbildungen dazugekommen, die ebenfalls übermalt werden mussten. Helena konnte sicher sein, niemals wieder irgendwo im Palast eine Abbildung oder Skulptur der Megara zu finden, denn sie hatte den Verantwortlichen versprochen, sie von ihren „kranken Augen zu befreien“, falls sie sich als so unscharf herausstellten, dass sie eine Megaradarstellung übersehen hätten. Was immer das hieß, die meisten Bediensteten hatten bei der Vorstellung ein glühendes Eisen vor Augen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Helena blickte aus einem schartenförmigen Fenster in einen gepflegten Innenhof, wo zwei junge Soldatinnen miteinander fochten. Die mittlerweile in Mode gekommenen dünnen, feinen Blankwaffen waren viel schneller und einfacher zu handhaben als schwere Schwertklingen, die den Kampfsklaven überlassen waren. Die selbst ernannte Königin hatte aus der großteils zerstörten Stadt wieder eine blühende urbane Welt erschaffen. Die Stadtmauern waren hoch und dick wie eh und je. Soldatinnen gingen Patrouille auf den hölzernen Stegen hinter den Zinnen und hielten nach Feinden Ausschau; innerhalb der Stadt lebten Helenas Untertanen in einer von Frauen dominierten Gesellschaft, wie sie es auch unter Fama, der Siegreichen, gewohnt waren.

Längst nicht alle Männer waren reine Sklaven, doch hatten sie faktisch kaum Rechte und durften nur bestimmte Berufe ausüben: Tätigkeiten, die schwere körperliche Kraft erforderten oder beispielsweise die Beschäftigung als Dienstbote, Spaßmacher, Gaukler und Soldat auf unterstem Rang, Stallbursche oder Gehilfe waren die gewöhnlichen Aufgaben eines Mannes.

Helena führte mit einem kleinen Kreis von Senatorinnen die Regierung des Stadtstaates. Verglichen mit Famas Metropole oder gar Cassandras Reich war die Politik liberal. So gab es keine Prügelsklaven, die ihren Hintern für Untaten feiner Damen hinhalten mussten, sondern eine Strafgesetzrolle enthielt genaue Angaben zu angemessenen Strafen für diverse Vergehen. Wurde eine Frau eines schweren Verbrechens überführt, konnte sie sogar in Kerkerhaft kommen. Gewalt gegen Männer war jedoch grundsätzlich straffrei. Lediglich wegen Beschädigung konnte eine Dame eine andere Person anzeigen, falls diese einen Sklaven misshandelt hatte, so dass dieser in der Ausübung seiner Arbeit beeinträchtigt war.

Zu einer Vorschrift für Keuschheitsgürteln hatte der Senat sich nicht einigen können, so dass Helena entschieden hatte, dass sie zwar für Männer in der Öffentlichkeit verpflichtend seien, doch jede Besitzerin konnte in ihren Privatgemächen tun, was sie wollte. Üblich waren regelmäßige Aufschlüsse. Nur bei kleinen Vergehen ließen einige Ladys ihre Recken gern einige Wochen schmoren. Mannsbilder, die frei waren und sich noch keiner Dame angeschlossen hatten, durften den Schlüssel zu ihrem Keuschheitsgürtel sogar selbst verwalten. Das hatte anfangs einen Aufschrei der konservativen Ladys gegeben, doch die Regentin hatte sich im Senat durchgesetzt. Erst bei Leibeigenschaft oder Hochzeit musste der Mann seinen Schlüssel an die Herrin abgeben.

Helena klatschte mit ihren beringten Fingern, und eilfertig erschien ein Dienstbote mit einer silbernen Karaffe Tee. Zu dieser Zeit nahm die Königin stets ein Tässchen Pfefferminztrunk zu sich. Der Diener balancierte auf einem kleinen Tablett zwei Tassen, denn Helena bevorzugte die „Giftprobe“ vor jeder Mahlzeit und jedem Getränk. Der Dienstbote goss beide Tassen ein und trank dann als erstes sein filigranes Gefäß leer. Nach einigen Augenblicken ließ sich Helena dazu herab, vom Ergebnis Kenntnis zu nehmen: Der Diener lebte noch.

Als Helena ihren Tee genossen hatte, verließ sie den kühlen Palast und schlenderte durch den Lustgarten, dessen Blumen herrlich grün, blau, rot, gelb, orange und violett blühten. In einem Teich schwammen Seerosen, Vögel zwitscherten fröhliche Lieder. Ihre seidige Robe rauschte, als eine kleine Windböe den leichten Stoff bewegte. Der blaue Himmel zeigte keine einzige Wolke. Und doch gebar sich die Sonne heute nicht ganz so stechend wie sonst.

Ein Dienstbote in einer knappen Baumwoll-Tunika verbeugte sich tief, der ihren Weg kreuzte. Er trug einige lange Stelzen in der Hand, die er vom Markt mitgebracht hatte. Am Abend würden zwei Recken dem Senat auf den Holzstangen eine Tanzdarbietung in langen Gewändern vorführen. Einige der Senatorinnen waren ganz begeistert von dieser Art der Kunst. Helena konnte dem weniger abgewinnen. Sie freute sich mehr auf das anschließende Marionettentheater, in dem ihre Krönung aufgeführt wurde.

Allerdings hatte sie die Geschichte nach ihrem Geschmack umschreiben lassen: In dem Stück besiegte sie sowohl Fama wie auch Megara in grandiosen Schlachten und ließ sie letztendlich in einer prachtvollen, feierlichen Hinrichtung köpfen – die Wahrheit sah etwas anders aus, aber das war ihr einerlei. Helena setzte sich unter ein weißes Sonnensegel aus Leinen und betrachtete ein Schachbrett aus Marmor mit kunstvoll verzierten Spielfiguren aus gediegenem Onyx und reinem Alabaster. Hier saß sie gewöhnlich gern und maß sich mit anderen Edelfräuleins oder Senatorinnen in dem strategischen Wettkampf.

Doch heute war ihr nicht danach. Beim Anblick wurde Helena ein wenig schwermütig. Innerhalb des Palastes hatte sie alles nur Denkbare für Kurzweil und Zerstreuung, aber sie sehnte sich nach den langen Jagdausflügen in den weiten Ebenen und Wäldern des Alten Kontinents. Zu ihrem Leidwesen war dies zu gefährlich, seit Megaria in viele Kleinstaaten zerfallen war und ein Durchritt auf fremdem Land bereits einer Kriegserklärung gleichkam. Die wenigen Wälder, die zu dem Stadtstaat gehörten, waren für Helena langweilig geworden.

Auch war dort kaum noch Wild heimisch. Das meiste Fleisch kam von Zuchttieren. Wild galt als Delikatesse, die sich nur wenige Personen leisten konnten. Einige der Tiere mussten aus den so genannten „Freien Ländereien“ teuer importiert werden. Nur besonders waghalsige und mutige Jägerinnen ritten in diese rechtsfreien Landstriche des Alten Kontinents, die bisher noch kein Staat für sich beanspruchen konnte und eine Art Pufferzone zwischen einigen Königreichen bildeten.

Helena träumte von einem größeren Reich. Sie hatte es so weit gebracht. Jetzt wollte sie noch den Gipfel aller Macht: Die Herrschaft über den gesamten Kontinent! Von der Abtrünnigen war sie bei Fama bis zur Duxa und schließlich zur Stadthalterin aufgestiegen. Nun herrschte sie über ein eigenes Königreich. Warum sollte sie also nicht nach den Sternen greifen? Warum sollte ihr das Schicksal den Alten Kontinent vorenthalten? „Eines Tages…“, schwärmte sie von einer goldenen Zukunft, die ihr bereits einige Wahrsagerinnen prophezeit hatten. Doch skeptisch ahnte sie, dass die Kartenleserinnen ihr nur das erzählt hatten, was sie hatte hören wollen.

Ihr Misstrauen gegen alles und jeden steigerte sich krankhaft: Helena umgab sich nicht nur von hünenhaften Leibwächtern, besaß mehrere Vorkoster und trug meist selbst einen kleinen Dolch, versteckt in ihrem Gewand an einem Band um ihren Schenkel, sie ließ auch die Senatorinnen heimlich überwachen, hatte überall ihre „Ohren“ und sorgte für ein kompliziertes Netz aus Personen, die sich gegenseitig überwachten und kontrollierten. Spitzel und Spion konnte jeder sein – angefangen vom Reitknecht bis zur Senatorin.

Missgunst und Misstrauen sorgten daher in Helenas Umfeld und im gesamten Führungskader der Armee für eine angespannte Lage. Niemand wagte es, seine Gedanken offen zu sagen oder gar Helena zu kritisieren. Selbst die Senatorinnen hielten sich in ihrem Gremium stark zurück und versuchten der Königin nach dem Mund zu sprechen. Dass sich die Regentin damit immer mehr isolierte, bemerkte sie nicht.

Trotz der rigorosen Zensur brodelte im Hintergrund der Unmut und die erste Gelegenheit, Helena zu stürzen, würde am Schopfe gepackt, doch noch hatte sich keine Dame als Führerin eines Putsches benannt. Niemand wollte sich in die Nesseln setzen, falls der Umsturz misslang, denn Hochverrat hatte den Henkersblock zur Folge. Keine Duxa hatte den Mumm, die Zügel in die Hand zu nehmen - zumindest nicht, solange noch manche Duxas und Senatorinnen ihre Loyalität Helenas gegenüber behielten.

Helena schlenderte einen Weg entlang und stieg dann zwei perlweiße Stufen hinauf und durchschritt ein großes Portal mit hohen Marmorsäulen. Zwei gerüstete Palastwachen salutierten, als die Herrscherin an ihnen vorbei schritt. Selbst hier, im Schutze ihrer treuesten Garde, sah sie sich misstrauisch um, ob nicht einer der Männer ihr sein Kurzschwert in den Rücken rammen wollte. Erleichtert, weil sich dieses Trugbild in ihrem Kopf nicht bewahrheitete, lustwandelte sie wieder entspannter weiter durch den folgenden Gang.

Links und rechts an den Wänden waren prächtige Mosaiken aus glitzerndem Gestein angebracht. Die Decke war gewölbt und an den Wänden mit Pfeilern gestützt, die sich an der Decke netzartig fortsetzten. Helenas Ziel war eine hohe, zweiflügelige Pforte am Ende des Flures, die zu ihrem Sklavenharem führte. Trotz des hohen Gewichts und der Größe der massiven Türe, benötigte Helena nur eine sanfte Handbewegung, um einen Flügel zu öffnen. Geräuschlos bewegte sich das mit zahlreichen Nieten besetzte Eichenholz in dem geölten Scharnier zur Seite, so dass die Herrscherin in den Raum eintreten konnte, der für alle anderen weiblichen Personen strengstens verboten war.

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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:03.10.21 13:21 IP: gespeichert Moderator melden


Ein edler Duft von Vanille, Süßholz und Jasmin wehte ihr entgegen. Sie schritt auf einen Vorhang mit eingewebten Goldfäden zu, den sie zur Seite schob: Sechs junge Männer lächelten ihr lieblich entgegen. Einer von ihnen lag auf einem karmesinroten Diwan, einer stand ihr direkt gegenüber und verneigte sich demütig, zwei von ihnen saßen auf Holzstühlen und spielten Schach, zwei weitere unterbrachen ihre Turnübungen, die sie an einem Holzbarren vollführten.

Der Anblick der hübschen Mannsbilder zauberte Helena ein freudiges Lächeln ins Antlitz. Unter tausenden Recken hatte ihre Garde die schönsten Exemplare für sie zusammengestellt und sie in der Kunst der Liebe unterwiesen. Die Auserwählten lebten nun im Harem der Herrscherin, ihr zu Diensten. Die seidenen, weißen Tücher, die sie um die Hüften geschlungen hatten, verbargen die Keuschheitsgürtel. Helena betrachtete die glatt rasierten und wohlgeformten Leiber, die von dem Öl glänzten. Die Brust, wie meißelt, die Arme drahtig und maskulin, der Bauch flach und trainiert. Allein ihr Anblick ließ die Königin wohlig erschaudern.

Mit einer sanften Bewegung streifte Helena ihren kostbaren Umhang ab, indem sie die goldene Brosche unter ihrem Hals löste. Dann ließ sie sich von ihren Lustsklaven auf eine mit Samt bezogene Liege führen und sinnlich mit massierenden Fingern verwöhnen. Schon bald hatte Helena das unbändige Bedürfnis, auch den Rest ihrer Stoffe abzulegen. In einem kleinen Lederbeutel, den sie an ihren breiten Gürtel geknotet hatte, befanden sich sechs Schlüssel. Sie hatte die Qual der Wahl.

Helena stöhnte zufrieden, als sich zwölf Hände ihres königlichen Leibes annahmen. Die Regentin wies fünf der jungen Männer schließlich mit einer hochnäsigen Geste zur Seite und öffnete den Keuschheitsgürtel des sechsten, stieß ihn temperamentvoll in die Kissen, legte sich mit leicht gespreizten Schenkeln auf ihn und ließ ihn in sich gleiten. Ihre Feuchte sorgte dafür, dass sein praller Stab ohne Schwierigkeiten in sie hinein sank. Langsam rieb sich Helena an ihrem Lustsklaven und gab leise Laute der Wollust von sich.

Mit zunehmender Erregung erhob sich die Herrin, entschwand dem Mann, der frustriert aufstöhnte, doch winkte sie ihn sofort wieder zu sich. Sie ließ sich nach hinten auf den Rücken fallen, zog die Oberschenkel bis zu den wunderschönen Brüsten hoch und genoss es, wie der Lustsklave sich auf die Knie erhob und sich eng an ihre Weiblichkeit presste, um erneut in das majestätische Paradies zu tauchen. Tiefer und schneller wurden die Stöße des Mannes. Und Helena hauchte: „Komm her!“

Der Leibeigene beugte sich nun über den erhitzten königlichen Leib und nahm die Herrscherin, die ihre Beine angewinkelt weit nach außen spreizte. Die langen Haare des Haremdieners kitzelten Helenas Gesicht, doch war sie von seiner Liebeskunst so verzaubert, dass sie dies kaum bemerkte. Und so kamen beide Liebenden schließlich zu einem lauten und intensiven Höhepunkt. Der Lustsklave entlud sich in der Monarchin, deren Leib vor Lust und wilder Erregung bebte.

Helena verschloss den jungen Mann und winkte einen anderen herbei. Im Gegensatz zum ersten Liebhaber war dieser Sklave kahl. Helena strich ihm über den frisch rasierten Schädel, während sie ihn küsste. Eng umschlungen liebkosten sie sich. Und bald schloss die Herrscherin den Keuschheitsgürtel auf, der den Liebesstab des Recken kaum noch bändigen konnte.

Zu Anfang durfte der Sklave ihre holde Weiblichkeit mit seiner Zunge verwöhnen, und dann auf ein Signal der Königin mit seinem Prügel in sie eintauchen. Dabei ruhte sie auf ihren Ellenbogen, zog ein Bein an, der Jüngling beugte sich über sie, indem er sich mit den Armen abstützte. Das Liebesspiel nahm seinen Lauf und brachte den Sklaven vor Geilheit fast um den Verstand, denn er durfte seinen Samen erst verströmen, wenn er die königliche Erlaubnis erhielt.

Helena genoss die sanften Stöße und hörte das unterdrückte Jammern des Mannes, der nach der Erlösung lechzte. Doch bevor die Lust des Leibeigenen endlich ausfließen durfte, wechselte Helena ihre Stellung: Ihr Spielzeug befahl sie in den Lotussitz und nahm dann auf ihm Platz. Als der Jüngling so weit war, dass er sich jeden Wimpernschlag entladen konnte, stand die Herrin auf und erfreute sich an dem entsetzten und gequälten Ausdruck seines Gesichtes.

Sie ließ sich zu einem weiteren Gipfel der Lust mit seiner Zunge verwöhnen, legte sich dazu auf den Bauch und streckte ihr edles Hinterteil in die Luft. Ausgiebig leckte der Kahlköpfige die Venus. Auf ein Zeichen durfte er wieder in sie tauchen. Der Mann hob die Hüfte der Machthaberin ein Stückchen höher und stieß sanft, fast ehrfurchtsvoll, von hinten in sie ein. - Aber dann gab es keine Zurückhaltung mehr. Wie ein Stier rammte der Mann in unendlicher Gier den Leib, der sich die grobe Behandlung gern gefallen ließ, denn auch Helena war wieder kurz vor einem Höhepunkt der Freude und gab leise, heisere Laute von sich. Schließlich erbebten beide Körper eng umschlungen, und Helena spürte den pulsierenden und pumpenden Liebesdiener tief in sich.

Die vier Lustsklaven, die zu Zuschauern des Spektakels verflucht waren, starrten eifersüchtig und neidvoll auf das räkelnde nackte Paar in den Kissen. Für sie würde es heute keinen Aufschluss aus ihren eisernen Hosen geben. Helena winkte einen von ihnen herbei, um sich die Füße küssen und massieren zu lassen. Sie wusste genau, wie das diesen Leibeigenen erregte. Gierig, lüstern und unbeherrscht saugte er an den kleinen Zehen, bedeckte die Füße mit Küssen, massierte die königlichen Sohlen und sog den herrlichen Duft des zarten Leibes ein.

Helena schwelgte eine ganze Weile in süßen Tagträumen, während der Sklave sich redlich bemühte, seine Imperatorin zufrieden zu stellen. Als sie sich aus dem Harem zurückzog, ohne ihn aufgeschlossen zu haben, bebten seine Lippen vor Enttäuschung. Seine Augen sahen die Herrin groß und bettelnd an. Dieses grausame Spiel trieb Helena nun schon seit vielen Wochen mit ihm. Und jedes Mal zerplatzte seine Hoffnung, endlich aus dem Keuschheitsgürtel erlöst zu werden.

Die Dispotin, die inzwischen den langen Marmorgang zurück zum Lustgarten entlang schritt, kicherte bei dem Gedanken in sich hinein, den Sklaven unter seinem Druck leiden zu lassen. Warum sollte sie ihn jemals befreien? Seine Männlichkeit war ihr zu klein. Und außerdem war es eine herrliche Belustigung, ihn so gequält zu sehen. Gut gelaunt und entspannt visierte sie ihr Kleidergemach an, um sich umzuziehen.

Vor der dicken Tür, die in ihr Ankleidezimmer führte, standen zwei Leibwachen. Die Hünen waren mit kräftigen Muskeln ausgestattet und trugen eine besondere Rüstung aus einer festen Lederschicht und Metallstücken, die mit Nieten befestigt waren. Die breiten Schulterstücke waren mit scharfen klingenartigen Spitzen besetzt. Im Gürtel steckte ein schweres Kurzschwert. In den Händen trugen sie eine Waffe, die ausschließlich der Leibwache vorbehalten war: eine Art Dreschflegel aus Metall, dessen kürzeres Ende aus vier ineinander gewinkelten Klingen bestand. Wer diese tödliche Waffe beherrschte, war im Nahkampf schier unbesiegbar. An den Füßen trugen die hoch gewachsenen Kämpen dicke Stiefel, die am Schienbein und der vorderen Spitze sowie an den Hacken metallene Dornen aufwiesen.

Helena waren nur die besten Kämpfer gut genug, um ihre persönliche Leibwache zu bilden. Zu ausgeprägt war ihre Angst vor einer Palastrevolte von einigen nach Macht gierenden Duxas oder Senatorinnen. Die Königin zog sich ein anderes kostbares Gewand an, das am Hals hochgeschlossen war. Darüber trug sie eine dicke, lange Kette mit ihren Insignien aus purem Gold. Sie türmte ihre Haarmähne zu einem hohen Konstrukt hoch, durchbohrte es mit mehreren Haarnadeln und betrachtete sich in einem mannshohen Spiegel, um sich ehrwürdig zuzunicken. Nun würde sie sich einigen Bittstellern im Thronsaal widmen. Sicherlich würde wieder „Freivolk“, also freie Männer, dabei sein, das sich ungerecht behandelt fühlte.

Helena musste grinsen. Vergangene Woche hatte ein Recke vorgesprochen, dem eine Soldatin angeblich seine Ersparnisse und allen Besitz geraubt hatte. Helena hatte ihn von oben bis unten angeschaut und höhnend gemeint: „Aber du hast doch noch deine Lumpen! Die hat dir die Soldatin anscheinend gelassen.“ Der Mann hatte geschluckt und kleinlaut geantwortet: „Jawohl, hohe Majestät. Das hat sie wohl.“ Helena hatte wohlgemut vorgeschlagen: „Entkleide dich, damit wir sehen können, dass du deine Münzen nicht versteckt bei dir trägst.“

Der Untertan hatte sich mit puterrotem Kopf vor der Königin, der Schreiberin, der Palastgarde und drei anwesenden Edeldamen entblößt. Gekicher war durch den Thronsaal getönt. Schließlich war Helena süffisant zu dem Schluss gekommen: „Du bist wirklich ein armer Wicht! Aber du bist den Beweis schuldig geblieben, dass du von der Beschuldigten beraubt worden bist. Vielleicht hast du selbst alles durchgebracht und versoffen oder verspielt?“

Der Mann hatte vehement den Kopf geschüttelt. „Nein, hohe Majestät. Niemals würde ich…“ Helenas dünkelhafte Stimme hatte ihn unterbrochen: „Schweig still, du Wurm! Du hast eine Soldatin meiner Armee eines Verbrechens beschuldigt. Ich komme zu dem Schluss, dass du dich einer Verleumdung schuldig gemacht hast! Garde! Bringt den Lügenbold an den Pranger. Er soll über seine Lügengeschichten nachdenken!“ Damit war der Kerl herausgeführt worden. Er hatte es nicht gewagt, zu protestieren und hatte seine Strafe stumm ertragen.

Bevor nun der erste Bittsteller des Tages hereingelassen wurde, fragte Helena die Schreiberin, was aus dem Verleumder geworden war. Die Schreiberin sah auf ihrer Pergamentrolle nach und antwortete: „Der Delinquent war im Pranger auf dem Markt für drei Tage eingeschlossen. Danach ist er seiner Wege gehumpelt.“ Helena bemerkte das spitzbübische Grinsen der Schreiberin und erhob fragend eine Augenbraue.

Die Protokollantin flüsterte: „Die Soldatinnen haben ihn am Pranger entblößt und seinen Hintern gegeißelt. Wie man erzählt, ist er von einem Pulk nach den drei Tagen unbedeckt aus der Stadt gejagt worden. Es muss ein entzückender Klamauk gewesen sein.“ Sie seufzte. Leider hatte sie das verpasst. Aber vielleicht verurteilte die Königin heute ja wieder einen Unglücklichen.

Zwei Fanfaren ertönten als Zeichen, dass die Audienz beginnen möge. Helena empfing den ersten Fürbitter: Ein einfacher Arbeiter, der trotz offiziellen Verbots bereits schon mehrfach von seiner Herrschaft gepeitscht worden sei. Für „Freivolk“ war Prügel unzulässig. Helena ließ sich den gestriemten Hintern zeigen. Gekicher der Anwesenden demütigte den Mann, der sich die Beinkleider wieder hochzog und versuchte einigermaßen würdevoll zu Boden zu blicken – die Königin anzusehen war strengstens verboten.

Helena war nach dem wohltuenden Haremsbesuch in guter Stimmung und verkündete großzügig: „Die Herrschaft des Mannes soll einen königlichen Verweis erhalten. Zehn Goldmünzen sollen als Strafe reichen.“ Der Mann bedankte sich für dieses Zeichen von Gerechtigkeit überschwänglich und wurde von den Wachen hinausgeführt. Die Schreiberin flüsterte: „Hohe Majestät! Es steht mir nicht zu, Euch zu kritisieren, aber wird dem Arbeiter der Verlust nicht vermutlich von seinem Lohn abgezogen?“ Helena lachte kurz auf. „Zehn Goldmünzen? Wie das? Da müsste er ja für die nächsten zwanzig Jahre umsonst schuften.“ Die Schreiberin verneigte sich höflich: „Ihr seid so weise, Majestät.“

Sie fragte sich, ob Helena die Frage falsch verstanden oder absichtlich so geantwortet hatte. Auf jeden Fall würde der Arbeiter seines Lebens nicht mehr froh werden, sollte er bei der Herrschaft bleiben. Und ein Mann, der kein gutes Zeugnis erhielt, würde nirgends eine „freie“ Anstellung finden und sich letztlich als Leibeigener verdingen müssen – mit der Option, sich nach vielen Jahren Schwerstarbeit freikaufen zu können.

Die Protokollantin erinnerte sich an einen Sklaven ihrer Base, der sich nach Jahren harten Frondienstes freikaufen wollte. Doch seine Herrin wollte nicht auf den Leibeigenen verzichten und berechnete ihm am Tage seiner erhofften Entlassung rückwirkend für Kost und Logis einen Wucherpreis, so dass der Arme noch heute für seine Befreiung schuftete. Und so sollte es bis zum Nimmerleinstag wohl bleiben. Vermutlich war er inzwischen verzweifelt und hoffnungslos. Das Arbeitssoll blieb ihm trotzdem erhalten. Sonst gab es die Peitsche. Für Leibeigene war die Züchtigung gute Gepflogenheit und Brauch.

Die Protokollführerin besaß selbst nur einen einzigen Leibeigenen, der ihr Diener, Lustsklave und Wächter in einer Person war. Hin und wieder erhielt er von ihr die Rute auf das nackte Gesäß, wenn die Wohnung nicht sauber oder das Essen nicht gut genug war. In letzter Zeit musste die Schreiberin sich selbst eingestehen, dass sie dem Jüngling auch gerne unter einem fadenscheinigen Vorwand einige Hiebe versetzte und ihn anschließend erregt in ihr Nachtlager befahl. Doch wenn sie sich richtig an den steifen Luststab erinnerte, so schien ihm das durchaus zu gefallen.

Als eine kostbar gewandete Dame den Saal betrat, schaute Helena interessiert auf. Auch die Frau mit dem Federkiel wachte aus ihren Gedanken auf, als zwei Gardisten in ihren schweren Rüstungen scheppernd die Bittstellerin herbeiführten. Die Dame war schon einmal da gewesen. Helena hatte mehrere hundert Sklaven der Großbesitzerin beschlagnahmt, um genügend Arbeiter an den Stadtmauern einsetzen zu können. Zwar waren die Wälle bereits jetzt unüberwindlich, doch sorgte sich die Monarchin wegen möglicher Angriffe feindlicher Reiche und Marodeure.

Die Lady hatte sich beim ersten Mal bitterlich beim Senat beschwert und einen Schadensersatz erstritten. Doch nun erschien sie vor Helena und verlangte neben dem erhaltenen Gold auch noch augenblicklich einen Teil der Sklaven zurück. „Die Arbeit auf meinen Plantagen ist mit den wenigen Kräften nicht zu schaffen. Die Aufseherinnen peitschen den lieben langen Tag bis ihre Arme lahm sind, aber die Leistungen sind nicht weiter zu steigern. Ich habe Verluste…“, jammerte die Frau, als hänge ihr Leben davon ab, und sie würde am Hungertuch nagen. Dabei blinkten dicke Ringe mit Saphiren, Rubinen und Diamanten an ihren Fingern auf, und an ihrem Hals strahlte eine Brosche aus Gold mit einem imposanten Smaragden.

Helena lehnte den Antrag mit einer überheblichen Geste ab. „Seid gefälligst stolz, dass Eure Sklaven an der königlichen Mauer werkeln! Und nun geht von Dannen, oder ich ziehe das Gold wieder ein!“ Die Frau schnaufte wütend, doch hatte sie sich gerade noch im Griff und knickste stumm mit gesenktem Haupte, um dann rückwärts den Thronsaal unter weiteren Verneigungen zu verlassen. Helena grummelte: „Diese alte Vettel! Was glaubt sie, wer sie ist!?“

Hoffentlich war die Audienz des Pöbels bald beendet. Die schwere Widderkrone drückte ihr auf das Haupt. Helena betastete ihre Schläfen und seufzte. Vielleicht hatte sie ihrem Volk doch zu viele Rechte gegeben. Einige Senatorinnen hatten dies immer bemängelt. Im Senat wurde seit geraumer Zeit ein neuer Paragraf im Gesetzbuch diskutiert: Die Prügelstrafe für Freivolk war zwar abgeschafft, aber die Beschlagnahme des Schlüssels zu ihrem Keuschheitsgürtel würde eine empfindliche Strafe darstellen.

Konservative Senatorinnen befürworteten diese Regelung. Helena war sich noch nicht einig. „Eigentlich eine einfache und effektive Buße für sündige Männer“, überlegte sie. Wohl würde sie dem Vorschlag in der nächsten Senatssitzung zustimmen. „Wie viele kommen noch?“, fragte die Königin die Protokollfrau gelangweilt. „Die Schlange ist lang, Hohe Majestät. Aber sobald die Sanduhr abgelaufen ist“, dabei zeigte sie vor sich auf den Tisch, wo die kleinen Körnchen unermüdlich ins untere Glas rieselten, „schicken wir den Rest wieder nach Hause.“

Helena stöhnte theatralisch auf. Diese Empfänge waren nicht nur anstrengend sondern in ihren Augen auch gefährlich. Eines Tages würde ihr Mörder vor ihr stehen, war sie sich sicher und tastete nach dem scharfen, kleinen Dolch unter ihrem Gewand. Womöglich sollte sie eine Gitterwand errichten lassen, die den Thron von den Bittstellern abtrennte. Aber was, wenn ihr eine Leibwache oder gar die Schreiberin eine vergiftete Klinge in den Leib rammte? Misstrauisch beobachtete Helena die Anwesenden aus den Augenwinkeln. „Sie dürfen nicht merken, dass ich sie durchschaut habe“, sinnierte sie mit zu Schlitzen gezogenen Augen und setzte dann ein erhabenes, entspanntes Gesicht auf.


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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:04.10.21 13:01 IP: gespeichert Moderator melden


Prima! Zu gerne würde ich einen ausführlichen Bericht lesen,wie es auf der Plantage der grausamen reichen Dame -die vielleicht 2 genauso verdorbene Töchter hat - so zu geht.....Herzlichen Dank wieder einmal...
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AlfvM
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:04.10.21 19:57 IP: gespeichert Moderator melden


Super Geschichte weiter so
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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:10.10.21 16:16 IP: gespeichert Moderator melden



Die Magd Luna ging einen schweren Gang. Ihre Lippen hatte sie zusammengepresst. Ihr Blick war starr zu Boden gerichtet. Auch ohne, dass sie hinsah, wusste sie, dass von überall das Gesinde zuschaute. Luna näherte sich auf dem Hof Maia und Boreas, die an einem Holzgatter standen. Maia stellte sich vor die junge Frau. „Dein Diebstahl wird dich zwei Dutzend Hiebe mit dem Rohrstock kosten. Doch dann sei dir vergeben.“ Luna nickte, sagte aber nichts. Boreas zeigte zum Gatter: „Beuge dich hinüber, Weib.“

Luna gehorchte. Boreas band ihre Handgelenke mit Hanfstricken an ihre Fußknöchel. Zwischen ihrem Oberkörper und den Beinen war nun das Holzgatter. Boreas hob die Röcke der Magd hoch und streifte sie über ihren Kopf. Zu ihrer größten Scham wurde ihr die Leibhose heruntergezogen. Nun war Lunas blankes Gesäß in die Höhe gerichtet und allen neugierigen Blicken des Gesindes hilflos ausgeliefert. Besonders die Knechte, die sich hinter Strohballen, an die Scheunenecke und hinter eine Kutsche gestellt hatten, starrten hinüber, um etwas von Lunas Weiblichkeit zu erhaschen und ihrer Züchtigung beizuwohnen.

Maia wollte gemeinsam mit Boreas die Streiche verteilen. Im Wechsel würden sie ihre Stöcke auf dem Hinterteil der Diebin tanzen lassen. Boreas begann, und Luna bäumte sich bereits nach dem ersten Schlag auf, doch war ihre Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, und so konnte sie nur an den Fesseln rucken. Der zweite Hieb brachte sie zum Stöhnen. Der dritte sorgte für ein unterdrücktes Ächzen. Und dann schrie sie ungehemmt.

Boreas unterbrach die Prügel. „Du weißt, dass du den Hof auch verlassen kannst. Wenn du fortgehst, bleiben dir die restlichen Hiebe erspart.“ Lunas Antwort kam gepresst aus ihrem Munde. „Nein. Ich möchte gern Eure Magd bleiben. Bitte schlagt mich weiter, Herr. Ich habe es verdient.“ Auch die nächsten Hiebe ließen die Magd gellend ihre Schmerzen kundtun. Ihre langen Haare flogen umher, wischten ihr durch das Gesicht, peitschten durch die Luft, verklebten sich mit dem Schweiß in ihrem Nacken. Schließlich stiegen ihr die Tränen in die Augen und wimmernd nahm sie auch den Rest der Strafe hin.

Zu ihrer Überraschung schien Maia mit mehr Kraft zuzuschlagen als der starke Boreas. Aber das wurde ihr erst später klar, als sie die Striemen auf den Pobacken verglich. Unter dem Einfluss der Züchtigung betete sie nur noch darum, dass es endlich vorüber sein möge. Und als sie endlich losgebunden wurde und ihr brennendes, rotes Gesäß bedeckten, stolperte sie in ihre Kammer, von den Tränen in den Augen fast blind.

Nun kümmerten sich Boreas und Maia um den Stallburschen, der mit der gefesselten Luna Notzucht hatte treiben wollte. Der junge Mann bettelte und flehte, als er von dem strengen Urteil hörte, man werde ihn zur Läuterung für fünf Jahre in einen Keuschheitsgürtel stecken. Aber all sein Gezeter, Gewinsel und Gejammer brachte ihn keinen Deut um seine Strafe. Er rutschte vor den Herrschaften herum und wimmerte kläglich, aber Boreas nahm unbeeindruckt einen Keuschheitsgürtel und schloss ihn mit einem schweren Schmiedehammer um die Männlichkeit des Jünglings. Der Stallbursche brach flennend zusammen, fiel auf die Knie und schluchzte bitterlich. Doch die Herrschaft und Zaungäste gingen ungerührt wieder an ihre Gewerke.

Am Abend saßen Boreas und sein Weib um den Küchentisch und löffelten eine Kartoffelsuppe. Er kratzte sich am Kopf. „Sag, wollen wir ihn wirklich fünf Jahre eingesperrt lassen?“ In Maias Gesicht zuckten die Schatten der Kerze, die über dem Tisch hing. „Wir können ihm eine Bewährung zugestehen. Aber ich denke, dass drei Monate angemessen sind, in denen wir auch nichts von seiner frühzeitigen Befreiung erwähnen sollten.“ Boreas atmete auf. Sein Weib war doch kein Unmensch. Maia schränkte ihre Entscheidung allerdings ein: „Sollte er sich nur das Geringste zu schulden kommen lassen…“ Boreas nickte besonnen. Jetzt lag alles am Verhalten des Stallburschen.

Noch in der gleichen Stunde klopfte es an der Tür zur Guten Stube der Herrschaft: Der Stallbursche stand draußen mit verquollenen Augen. „Herr Bauer, Frau Bäuerin. Darf ich eintreten? Ich habe eine Bitte.“ Boreas lud ihn mit einer jovialen Handbewegung hinein. Die beiden Männer setzten sich vor den Kamin, in dem ein kleines Feuer prasselte. Maia stellte sich hinter Boreas und legte ihm die Hand auf die Schulter. Wollte der Stallbursche etwa schon wieder um Gnade betteln? Maia nahm sich vor, dass sie in diesem Fall die Verschlusszeit verdoppeln würde. Wenn sie eines hasste, dann waren es verweichlichte, egoistische Jünglinge. „Was führt dich in unsere Stube?“, wollte Boreas wissen.

Dem Pferdeknecht kamen die Worte nur sehr schwer über die Lippen. „Ich möchte der Herrschaft einen Vorschlag machen.“ Maia hob eine Augenbraue. „Wir sind ganz Ohr.“ Doch nicht ein Gnadengesuch führte den jungen Bengel her, wie Maia vermutet hatte. Im Gegenteil: Er sah seine Schuld ein und berichtete, dass er sich bereits bei der Magd Luna entschuldigt habe. Nun würde er es nur gerecht finden, wenn Luna den Schlüssel zu seinem Keuschheitsgürtel erhielte und selbst entscheiden würde, ob er nach fünf Jahren wieder daraus befreit würde oder nicht.

Maias Gesicht zeigte eine misstrauische Miene. „Oder hoffst du, dass sie dich früher herauslässt?“ Dem Stallburschen war anzusehen, dass er ertappt worden war. Schließlich schlug er die Augen nieder und beichtete mit schwacher Stimme: „Luna hat mir schon versprochen, dass sie mich nach einem Jahr frei lassen will. Aber die Genugtuung, meinen Schlüssel in Händen zu haben, sei es ihr wert, so versicherte sie mir.“

Maia und Boreas sahen sich erstaunt an. Und bevor der Bauer etwas antworten konnte, sprach Maia: „Wir sind einverstanden mit deinem Vorschlag, nicht wahr?“ Boreas sah überrascht zu seinem Weibe, nickte aber. Dem Jüngling fiel ein Stein vom Herzen. Unter wiederholten Dankesworten verließ er das Herrenhaus und lief zu Luna, um ihr die Neuigkeit zu berichten.

Maia grinste. „So schnell werden aus drei Monaten mindestens zwölf.“ Boreas sinnierte. „Meinst du, Luna wird ihn nicht schon früher erlösen?“ Maia lachte humorlos auf. „Sie wird sich noch lange an den heutigen Tag erinnern, selbst dann noch, wenn das Muster auf ihrem Arsch längst verblasst ist.“ Boreas zog die Stirn kraus. „Vermutlich hast du Recht, meine Liebe.“

Am nächsten Tag übergab Maia ihrer Magd Luna den Schlüssel für den Keuschheitsgürtel des reuigen Burschen. Luna nahm ihn lächelnd an sich und steckte ihn ein. Sie spürte ihr Hinterteil noch bei jeder Bewegung. Und sie schwor sich, dass der Knecht keinen Tag früher aus dem Keuschheitsgürtel aufgeschlossen würde, bevor der nächste Sommer vergangen sein würde. Allerdings sollte sich der Jüngling ruhig bemühen, sie in gute Stimmung zu bringen. Und da hatte sie auch schon ein paar unzüchtige Ideen. Doch dieses Mal würde sie dafür sorgen, dass niemand ihre Zweisamkeit störte.

Boreas ließ von dem jungen Mann ein scheckiges Ross satteln und machte sich auf den Weg zur Burg der Königin Leda. Es war Zeit für die Steuer, die in Ledanien nur von privilegierten Untertanen geleistet werden musste, die über Land und einen Hof verfügten, ein Fischerschiff besaßen oder sonstiges Vermögen hatten.

Boreas und Maia verdienten mit ihrer Kate gut und gaben auch gern ihren Obolus, weil sie wussten, dass Leda die Münzen nicht für ihre Schatulle und Geschmeide oder dekadente Feste sondern zum Wohle des kleinen Reiches einsetzte. Beispielsweise entlohnte sie großzügig die freiwilligen Helfer an den Schutzwällen der Grenze.

Die Hufe von Boreas Schecken klapperten über die Zugbrücke, der Reiter stieg aus dem Sattel und führte sein schnaubendes Tier in den Innenhof der kleinen Festung, wo er es mit den Zügeln an einem Balken so festband, dass es aus einer Tränke saufen konnte.
Boreas gab in der königlichen Burganlage sein Säckchen Münzen ab und traf dabei auf die Gardistin Nike.

Die anderen Soldaten wunderten sich, als die Uniformierte den Bauern herzlich umarmte. Woher sie wohl einen Bauern kannte?, fragten sie sich. Die beiden setzten sich eine Weile an einen rustikalen Tisch und erzählten bei einem Becher Met aus alten Tagen und erinnerten sich an die abenteuerliche Befreiung von Abas aus der Kerkeranlage der Tyrannin Helena.

„Der Königsgemahl ist ein wenig seltsam geworden“, meinte die Gardistin. Boreas fragte, was sie damit meine. Nike erwähnte die große Eifersucht. „Überall wird gemunkelt, Abas werde von Leda auf die Hörner genommen.“ Boreas wollte das nicht glauben. „Die Majestät würde niemals… Sie hat ihr Leben für Abas Befreiung riskiert!“ Nike nickte. „Ja, doch hatte sie auch schon ein Auge auf Gladius geworfen, als wir auf dem Westkontinent waren. Und auch auf Zelos… - Nun, ich will keine Gerüchte verbreiten. Lass uns lieber noch einen Becher trinken. Auf die Königin!“ Boreas hob sein Gefäß und stieß mit Nike an: „Auf die Königin!“

Auf dem Heimweg wich Boreas von der Straße ab, um sich die Arbeiten am Schutzwall anzuschauen, die nur wenige Meilen entfernt stattfanden. Beeindruckt stellte er fest, wie weit die Mauern, Gräben und Wälle bereits gediehen waren. Die Grenze war sicher, da brauchte er keine Sorge vor brandschatzenden Marodeuren aus dem „Freien Ländereien“ - rechtsfreien Landstrichen zwischen den Kleinstaaten - zu haben, die womöglich eines bösen Tages nach Ledanien eindrangen, um die Höfe der Bauern zu plündern. Eine weitere und vermutlich noch größere Gefahr war ein Kriegszug einer feindlichen Armee. Beispielsweise war der Stadtstaat der Helena nicht allzu weit entfernt. Doch selbst vor einem Heer Soldaten würde die Grenze standhalten.

Abas hinkte, auf einen Stock mit einer silbernen Kugel als Griff gestützt, durch den kühlen Gang der Burg. Durch die hohen schmalen Fenster fiel fahles Licht, so dass die Kupferstiche an den Wänden kaum zu erkennen waren. Er klopfte beim Obersten an, dem Führer der Gardisten. „Seid willkommen in meinem Gemach“, begrüßte Zelos den gebrechlichen Königsgemahl höflich. „Was kann ich für Euch tun, werte Hoheit?“ Abas nahm ächzend auf einem Lehnstuhl Platz, der unter ihm knarrte. „Nun… Wie soll ich es sagen? Ihr wisst vielleicht, dass die Majestät sehr viel Zeit mit dem Schultheiß verbringt. Ich hege… Nein, zunächst müsst Ihr mir strengstes Stillschweigen schwören!“

Zelos versteifte sich: „Alles, was Ihr befiehlt, werte Hoheit!“ Mit einem Handzeichen winkte er zwei Gardisten hinaus, damit die Männer alleine waren. Abas druckste herum. Es war schwerer, als er dachte, die unsäglichen Worte über die Lippen zu bekommen. „Ich hege die Vermutung… den schrecklichen Verdacht…“ Zelos blinzelte den Königsgemahl abwartend an. Abas seufzte tief. „Meine Königin war… oder ist mir vielleicht nicht… treu.“ Jetzt war es raus!

Der Gardistenführer schwieg. Wusste er etwa schon davon? Diese Schmach! Abas wagte kaum, dem Obersten in die Augen zu blicken. „Ich bitte Euch, mir vertraulich Bericht zu erstatten. Notfalls dürft Ihr auch einige Gardisten beauftragen, um Gladius zu observieren. Doch es darf niemand wissen, wozu!“ Zelos verneigte sich leicht. „Selbstverständlich, werte Hoheit! So sei es. Ich werde alles zu Eurer vollsten Zufriedenheit erledigen. Bald werdet Ihr Gewissheit haben.“ Abas stöhnte erleichtert auf. „Gut, Oberster. Danke. Ich erwarte Euren Bericht.“

Der Königsgemahl erhob sich ächzend unter Schmerzen und stemmte sich auf seinen Stock. Zelos sprang von seinem Sitz hoch und verneigte sich erneut. Hinkend verließ Abas den Raum. Der Gardist kraulte nachdenklich seinen Bart und sinnierte noch eine Weile über seinen Geheimauftrag.

Königin Fama in der weit entfernt im Osten liegenden Metropole war zu einem Entschluss gekommen: Ihre Tochter Vesta sollte einen Teil der Regierungsgeschäfte übernehmen. Und sie hatte auch schon einen Plan, wie sie ihren zweiten Spross zufrieden stellte. Sie ließ zunächst nach Aurora schicken. „Geliebte Tochter“, begrüßte sie Aurora süßlich, die argwöhnisch zur Königin Mutter schaute. „Was wollt Ihr, Mutter?“, begehrte sie zu erfahren. Fama lächelte sie warmherzig an – zumindest glaubte sie, dass es so wirkte. „Ich habe eine große freudige Überraschung für dich.“

Aurora hielt den Atem erwartungsvoll an. „Was ist es, Mutter? Ein kostbares Geschmeide mit prachtvollen Edelsteinen?“ Ihr war zwar mehr nach einem Lustsklaven mit besonders prachtvoller Männlichkeit, doch den würde ihr ihre Mutter wahrlich nicht schenken. Fama lächelte noch immer breit und hatte das Gefühl, als seien ihre Mundwinkel eingefroren. „Nein, ich habe Boten ins Reich der Cassandra geschickt. Und stell dir vor: Die gute Cassandra möchte mit uns ein festes Band knüpfen. Mit geeinter Streitmacht werden wir weitere Ländereien erobern können. Und du darfst sogar eine wichtige Rolle dabei spielen.“ Aurora sah ihre Mutter unverständlich an. Fama verkündete frohlockend: „Du wirst einen edlen Mann aus dem Reich der Cassandra heiraten!“

Der Adelstochter fiel der Unterkiefer herab. Sie war sprachlos. Dann stammelte sie ungläubig: „Du verschacherst mich an irgendeinen dicken, fetten…“ Fama fuchtelte abwehrend mit den Händen durch die Luft. „Nein, nein, nein! Aber nicht doch! Im Gegenteil: Cassandra hat dir den edelsten, schönsten und gut gebautesten Lustsklaven reserviert. Die Hochzeit ist ja nur als notwendiges Ritual zu verstehen, damit unsere Reiche zusammenwachsen. Ein Symbol der Vereinigung. Selbstverständlich wird dir dein Gatte hörig sein. Und ich verspreche dir, dass er dir sehr gefallen wird.“

Aurora spitzte ihre Lippen. Das hörte sich schon anders an. Cassandra war bekannt für ihre ausgebildeten Sklaven. Die Königstochter sah schon einen Traumprinzen vor sich, nackt und willig und ihr verfallen. „Also gut, Mutter. Euer Wille geschehe.“ Fama machte ein zufriedenes Gesicht. „Gut, Kind. Das ist gut. Geh nun. Aber sage deiner Schwester nichts davon, das du die Auserwählte bist.“ Aurora lächelte verschwörerisch: „Keine Sorge, Mutter. Ich werde es für mich behalten. Es bleibt unser Geheimnis.“ Hüpfend wie ein kleines Mädchen tanzte sie durch den Gang des Palastes und ließ sich in ihrem Gemach vor lauter Verzückung mit ausgebreiteten Gliedern in die weichen Federn fallen. Hoffentlich ging die Reise ins Reich der Cassandra bald los!

Kurz darauf rief Fama ihre andere Tochter zu sich. „Vesta, mein Herz. Ich habe dir eine sehr wichtige Entscheidung zu verkünden. Aber deine Schwester darf nichts davon erfahren!“ Vesta sah so neugierig und fragend aus, wie wenige Augenblicke zuvor noch ihre Schwester. Fama sprach feierlich und würdevoll: „Du sollst meine Nachfolgerin werden. Vesta, du sollst meine Krone erben.“ Sie hob ihren Zeigefinger, an dem ein dicker Saphirring steckte: „Doch muss das vorerst unser Geheimnis bleiben. Ich schicke deine Schwester fort ins Reich der Cassandra. Du weißt, was geschieht, wenn sie von deiner Erwählung erfährt!“ Vesta schluckte und nickte. „Ja, Mutter, ich werde stillschweigen wie ein Grab. Ich danke Euch für Euer Vertrauen in mich und werde Euch nicht enttäuschen.“

Als die Herrscherin wieder alleine war, gratulierte sie sich zu ihrem ausgefuchsten Plan. Sie war die Narreteien ihrer Ausgeburt satt. Nun würde Aurora in der Ferne weilen, und Vesta war mit anstrengenden, repräsentativen Pflichten beschäftigt. Fama konnte sich dem süßen Leben widmen und hatte trotzdem noch alle Macht in der Hand. Mit einem Fingerschnippen ließ sie einen Diener herbeieilen und ihr einen Kelch mit Wein einschenken. Das musste gefeiert werden.

Nur wenige Tage später reiste Aurora mit einer Abordnung von Soldatinnen und Kampfsklaven ab. Ihrer Schwester heuchelte sie eine Lustreise vor. Vesta und Aurora gaben sich falsche Abschiedsküsschen und umarmten sich heuchlerisch. Dann setzte sich der stark bewaffnete Tross in Bewegung. Aurora reiste in einer edlen Kutsche und winkte aus der Tür Vesta und ihrer Mutter zum Abschied zu.

Schon bald stellte Vesta zu ihrem tiefen Missbehagen fest, dass das Erbe der Krone eine mühsame Sache war. Die vielen Sitzungen, Besprechungen, Verfügungen, Anhörungen… Vesta hatte kaum noch Zeit für ihre kurzweiligen Spiele und Späße. Und abends war sie an einigen Tagen sogar zu müde, um sich einen Lustsklaven ins Nachtlager zu rufen. Und als wäre das nicht arg genug: Es dauerte nicht mehr lange, da musste sie feststellen, dass alle wichtigen Entscheidungen noch von ihrer Mutter getroffen wurden. Vesta war lediglich die Marionette, die die Arbeit für Fama erledigte.

Als die Tochter dies begriff, schwor sie sich, die Krone so schnell wie möglich ganz an sich zu reißen. So konnte es nicht noch Dutzende Sommer weitergehen! Wenn Mutter einen Unfall erleiden würde oder einem Anschlag zum Opfer fiele…, grübelte sie. Leider schützte Fama sich durch eine unbestechliche Leibgarde und war eine sehr misstrauische und vorsichtige Person.

Ob ein tödliches Gift vielleicht die vorzeitige Krönung sicherstellte? Aber woher sollte sie die teuflische Substanz nehmen? Wenn sie eine Alchimistin darum bat, öffnete sie Tür und Tor zu einer Erpressung, denn der Kräuterfrau würde ein böser Verdacht kommen, wenn Fama plötzlich auf mysteriöse Art das Zeitige segnen würde. Vesta musste das Mittel außerhalb des Palastes besorgen. Verkleidet. Ja, lächelte sie. Die Krone war so nah wie nie zuvor. Sie musste nur noch zugreifen.

Derweil ruckelte die Kutsche mit Aurora über staubige Pfade durch die Freien Ländereien. Die Gardistinnen ritten auf kräftigen Streitrössern, die Kampfsklaven marschierten in ihren Ledersandalen. Die Führung der Einheit war auf der Hut. Jederzeit konnten Räuber und Strauchdiebe erscheinen. Niemand wusste genau, wer in diesen einsamen Landstrichen lebte. Nur selten waren hier Reisende unterwegs. Umso gieriger würden dunkle Gestalten ihre Opfer jagen. Ob sich allerdings einige vereinzelte Gesetzlose an einer armierten und gerüsteten Truppe aus Soldatinnen und Kampfsklaven blutige Nasen holen wollten, war zu bezweifeln.

Und so ließ sich wie vermutet niemand blicken. Am Abend rastete die Gruppe in der Nähe eines kleinen Baches, um die Pferde zu tränken. Zwei Lagerfeuer wurden entzündet: eines für Aurora und die Centurias, das andere für die einfachen Soldatinnen und die Kampfsklaven. Für die Königstochter bauten die Sklaven ein weißes Zelt auf. Nachdem Aurora allerlei delikate Köstlichkeiten in sich hineingestopft und alles mit einem großen Kelch Wein hinuntergespült hatte, wurde sie schläfrig und nickte bald auf weichen Kissen ein.

Am nächsten Morgen wurde ihr ein reichhaltiges Frühstück kredenzt. Anschließend verließ sie das Zelt und genoss die warmen Sonnenstrahlen in ihrem Gesicht. „Gardistin!“, rief sie eine Gerüstete an. „Wann geht es weiter?“ Die Uniformierte erwiderte: „Hohes Fräulein! Wir haben einen Spähtrupp vorausgeschickt. Diese Region gilt als sehr unsicher. Wir wollen nicht, dass uns irgendwelches zwielichtige Gesindel auflauert.“ Aurora verzog missmutig den Mund. „Wie lange soll ich denn hier noch in der Einöde warten?“ Die Gardistin sah bekümmert aus. Eine schlecht gelaunte Lady konnte sie gar nicht gebrauchen. „Es tut mir sehr Leid, werte Lady, doch leider ist es nötig, dass wir auf die Rückkehr…“ „Wie lange?“, rief Aurora ungeduldig und aufgebracht. Die Gardistin seufzte und schätzte: „Etwa einen halben Tag wird es dauern.“

Aurora machte einen Schmollmund wie ein beleidigtes Mädchen. „Was soll ich denn die ganze Zeit tun?“ Es klang wie ein bitterer Vorwurf. Die Gardistin verließ die schlecht gelaunte junge Lady hastig, um nicht ihr Blitzableiter zu werden. Aurora blies die Wangen auf und sah sich um. Wie sollte sie die Langeweile besiegen? Sie spazierte umher und schlüpfte in einem unbeobachteten Moment zwischen einigen Büschen hindurch, um ohne ungewollte und nervende Begleitung ein wenig in der Umgebung herumzulaufen.

Sie legte sich in die wärmenden Sonnenstrahlen mitten auf eine blühende, bunte Blumenwiese, atmete genießerisch die Düfte und feinen Aromen ein und schloss die Augen. Wie würde ihr zukünftiger Ehesklave wohl aussehen? Ihr war ein Adonis versprochen worden, der keine Wünsche übrig ließ. Die junge Lady träumte von dem Liebhaber, der sie zu wilden Betteskapaden treiben würde. Er würde alles beherrschen, was sie sich nur vorstellen konnte. Seine Männlichkeit – groß und schön geformt – konnte mit ihren Liebesstäben aus Jade mithalten, und seine Zungenfertigkeit würde sie so sehr verwöhnen, dass sie von einer Ekstase und nächsten flog.

Bei ihren Fantasien über den Meister der Liebeskunst bemerkte Aurora erst spät, dass sie längst an ihrer Weiblichkeit spielte und in immer höhere Erregung geriet. Ihre Schenkel waren leicht gespreizt und durchgestreckt. Ihre Hände hatte sie auf ihre Knospe gelegt, die nach mehr Berührungen gierte. Ein Finger war etwas tiefer gerutscht und bohrte sich sanft aber forsch und beherzt in ihre intimsten Winkel.

Als sie ins Lager zurückkehrte, kam ihr eine Offizierin aufgeregt entgegen: „Hohes Fräulein! Wo ward Ihr? Wir haben uns große Sorgen um Euer Wohlergehen gemacht.“ Auroras Tonfall war schnippisch. „Spazieren. Was soll ich sonst hier tun?“ Die Gardistin war immer noch entsetzt. „Die eingeteilte Wache hat nicht aufgepasst! Sie hätte Euch Geleit geben müssen!“ Die Uniformierte gab kurze Befehle. Schon kurze Zeit später erschien eine Soldatin schuldbewusst, aber mit erhobenem Kinn und bestätigte: „Ich habe nicht aufgepasst. Das Hohe Fräulein hätte nicht alleine das Lager verlassen können dürfen. Ich nehme die Schuld auf mich und die eingeteilten Kampfsklaven.“

Die Offizierin nickte knapp und befahl zwei anderen Gardistinnen: „Sucht einen der betroffenen Kampfsklaven aus, um an ihm ein Exempel zu statuieren! 50 Peitschenhiebe auf sein Gesäß! Des Weiteren werde ich einen Tadel in die Diensturkunde eintragen.“ Die Soldatin erschrak. Mit einem Tadel würde sie mindestens noch weitere drei Jahre als einfache Soldatin dienen müssen, bevor sie befördert werden konnte. Die Soldatinnen salutierten und suchten die Kampfsklavenunterkunft auf. Vier Männer kamen in Frage für die Züchtigung. Eine Soldatin tippte ihre Kameradin an und zeigte auf einen bestimmten Krieger. „Der da!“ Die Kameradin hob eine Augenbraue. „Warum der?“ Die Soldatin zuckte mit den Achseln. „Ich würde gerne wissen, wie er schreit oder ob er weint, ob er wimmert oder die Strafe erträgt wie es ein Mann sollte.“


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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage), Kommentar: Datum:11.10.21 22:28 IP: gespeichert Moderator melden


Durch die willkommen geheißene Aufforderung ermuntert, wage ich zu kommentieren, daß es mir zwar bisweilen nicht recht gelingen mag, mich beim Lesen der phantasievoll geschriebenen Episoden in einer tiefgreifenden Erregung wiederzufinden, ich mich indes dank des guten Erzählstils auf jede der regelmäßig erscheinenden Fortsetzungen freue, für welche ich mich hier ausdrücklich bedanken möchte!
Magnus.

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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:16.10.21 16:11 IP: gespeichert Moderator melden


Die Kameradin nickte. „Gute Idee.“ Sie trat einen Schritt vor und hob ihre Gerte, um auf den Auserwählten zu zeigen. „Du! Komm mit!“ Unterwegs erzählten die Frauen ihm, was ihn erwartete. In seinem Gesicht war genau abzulesen, wie die Sorge in nackte Angst und schließlich in Panik und Verzweiflung umschlug. Die Uniformierten gefiel es, ihr Opfer in Angst und Schrecken zu versetzen und sponnen noch laut Geschichten über die grausamsten Qualen hinzu, die ihn womöglich erwarteten.

Nach den Garde-Statuten war es nur in ganz besonderen Ausnahmefällen erlaubt, eine Soldatin zu züchtigen. Daher wurde die Verantwortung meistens auf die Kampfsklaven der entsprechenden Einheit oder Person abgewälzt. Und so auch dieses Mal: Das Subjekt wurde nackt ausgezogen und über ein liegendes Fass gebunden. Die Soldatinnen versammelten sich in Aufstellung an den Seiten. Zwei von ihnen trugen Lederpeitschen, mit denen sie abwechselnd das Gesäß des Sklaven malträtieren würden.

Aurora näherte sich interessiert dem Geschehen und freute sich über die willkommene Abwechslung. Die Gardistin verlas kurz das Urteil und gab das Anfangszeichen. Sofort knallte die Lederpeitsche auf das freie Gesäß. Der Mann versuchte sich aufzubäumen, doch Stricke hielten ihn fest in Position. Nun schlug die andere Soldatin zu: ein eher zierliches Weib, doch offenbar eine Meisterin der Peitsche und voll Groll. Die Hiebe erzeugten sofort sichtbare Striemen auf dem Hintern des Mannes, der unterdrückt aufstöhnte. Doch schon bald würde er die Pein schamlos hinausschreien und den Rest seiner Würde verlieren, wenn er um Gnade winselte.

Die Edeldame sah mit wachsender Wonne zu. Was gab es Schöneres als eine Geißelung? Das gemarterte Wesen über dem Fass wand sich unter den Hieben. Aurora spürte, wie ihre Weiblichkeit bereits wieder feucht wurde. Der knackige Hintern des Sklaven zitterte und verfärbte sich mehr und mehr. Eine der beiden Zuchtmeisterinnen lugte vor Konzentration die Zungenspitze im rechten Mundwinkel hervor. Sie hieb so kräftig zu, dass ihr langer Zopf durch die Luft wirbelte. Die andere Soldatin hatte vor Beginn der Urteilsvollstreckung ihr Haar mit einem Lederbändchen zusammen gebunden.

Sie legte kurz vor ihrem Schlag den Kopf schräg und visierte ihr Ziel an. Oder betrachtete sie, wie viele der Zuschauerinnen, das Gemächt des Sklaven, das zwischen seinen Beinen ungewöhnlich groß erschien. So manche der Weiber fragten sich, ob dem Krieger diese Behandlung wohl gefiel – obwohl sie es sich nicht vorstellen konnten. Auf der anderen Seite, war in den Gesetzen der Fama geschrieben, dass Sklaven gegen Schmerzen abgestumpft waren. So war es von den Alten Göttern vorgesehen: Männer waren von Natur aus unempfindlich, vertrugen mehr Pein als edle und hochwertige Damen. Niedere Kreaturen wie Männer verfügten über mehr Muskelkraft, waren dafür aber dumm und dazu verdammt, sich von den überlegenden weiblichen Geschöpfen regieren zu lassen.

Und so peitschten die beiden Soldatinnen mit zunehmendem Enthusiasmus. - Als der letzte Hieb erfolgte, applaudierte Aurora begeistert, ließ ihre Hände aber wieder sinken, als sich ihr niemand anschloss und schaute ein wenig verlegen. Nach der Züchtigung verblieb der erschöpfte Sklave noch auf dem Fass zurück. Entkräftet hing er über den Holzdauben. Nur sein Arsch zitterte. Kein Zoll war ohne schwere Verzierung geblieben. Die Weiber hatten wie ein Sturm gewütet und das Sitzfleisch verheert wie Marodeure eine Bauernkate.

Es dämmerte bereits, als endlich die Kundschafter zurückkehrten und Entwarnung gaben. Für eine Weiterreise war es heute jedoch zu spät, so dass der Tross erst im Morgengrauen den Weg fortsetzen würde. Die Nacht über sollte der Sklave noch über dem Fass verbringen. So war es Usus.

Eine Soldatin, die das Lager als Wache mit einer Fackel abschritt, kam an dem Fass vorbei und begutachtete das gezeichnete Hinterteil des Delinquenten. „Hübsche Muster trägst du da auf deinem süßen Arsch“, meinte sie schmunzelnd und leuchtete mit der Fackel das Sitzfleisch an. Sie näherte die lodernde Flamme immer weiter den Rundungen des Mannes. „Ist dir auch warm genug? Die Nacht lässt so manchen frieren“, sagte sie und wischte mit der Flamme über das nackte Gesäß.

Leise kichernd wiederholte sie ihr Spiel. Dieses Mal bewegte sie die Fackel langsamer. Sie stellte sich gerade vor, wie lustig es sei, dem Sklaven ein Brandmal zu setzen, da hörte sie hinter sich Schritte. In einer raschen Bewegung drehte sie sich um und leuchtete in die Dunkelheit, während sie mit der anderen Hand ihr Schwert zog. „Wer da?“, forderte sie zu wissen. Eine kleine Gestalt näherte sich aus den Schatten und langsam erkannte sie die Silhouette von Aurora. „Hohes Fräulein!“, stellte sie erschrocken fest und fühlte sich ertappt. „Ihr hier, mitten in der Nacht?“ Aurora seufzte. „Der Schlaf überkommt mich nicht. Was machst du da bei dem Sklaven?“ Die Wächterin stammelte: „Ich… habe nur… nachgesehen, ob seine Fesseln noch fest sitzen und…“ Die Königstochter unterbrach sie unwirsch. „Und dazu musst du mit dem Feuer seinen Arsch streicheln?“

Die Soldatin fürchtete sich. Wenn Aurora dies meldete, dann würde sie diszipliniert werden. Aurora beruhigte sie mit ihren nächsten Worten. „Ich werde darüber schweigen. Aber bringt mir den Koffer mit den Tinkturen und Salben. Der Sklave muss versorgt werden.“ Die Soldatin rammte die Fackel in den Boden, salutierte und lief davon. Ein wenig wunderte sie sich schon, dass sich das Edelfräulein für das Wohlergehen des Mannes interessierte.

Bald schon war die Uniformierte wieder da und übergab die Sammlung von Arzneien an das Hohe Fräulein. Sie trug eine neue Fackel und setzte ihren Wachgang um das Lager fort, froh, ohne Strafe davon gekommen zu sein. Aurora betrachtete die vielen kleinen Amphoren, Fläschchen und Beutel. „Das habe ich mir einfacher vorgestellt“, murmelte sie und holte einen der Behälter hervor. Ein kleines Schild aus Pergament klebte daran: „Jodtinktur“, las sie. „Zum Säubern von Hautflächen. Nicht für offene Wunden geeignet.“ Aurora öffnete und roch daran. „Ach, das wird schon nicht so arg sein. Säubern ist immer gut…“ Sie goss eine großzügige Menge auf das Hinterteil des Mannes und verrieb sie.

Der Sklave stöhnte auf und jammerte unglücklich: „Es brennt!“ Seine Jammerlaute wurden immer verzweifelter und lauter. In seinen Fesseln zappelte er und riss an den Seilen. „Pssssst!“, forderte Aurora. „Willst du das ganze Lager aufwecken? Dann gibt es morgen früh gleich die nächste Züchtigung für dich!“ Der Mann versuchte die Laute seiner Pein zu unterdrücken, aber es gelang ihm nur unvollständig. Aurora sah sich besorgt um. Wenn das so weiterging, würde sie gleich von Gardistinnen umstellt sein. Sie umrundete das Fass und hob ihr Kleid, stellte sich so, dass sie den Kopf des Gefesselten zwischen die Schenkel pressen konnte, und das Haupt des Mannes unter den Säumen der wertvollen Stoffe verschwand. Trotzdem war er noch zu hören. Er zuckte und zerrte an seinen Fesseln, als bekäme er erneute Schläge.

Hatte sie die falsche Substanz gewählt? Aufgeregt lief sie zurück zu dem Medikus-Koffer und wählte einen Beutel. Der Sklave konnte seine Laute nicht mehr zurückhalten. Aurora wirkte gelähmt vor Angst. Was sollte sie tun? - Ein Gedanke schoss ihr durch den Kopf. Sie raffte ihr Kleid hoch und schlüpfte vor den Augen des Sklaven aus ihrem Leibhöschen aus feinster Seide und stopfte es in den Mund des überrumpelten Mannes. Augenblicklich waren die Geräusche des nun Geknebelten nur dumpf und viel leiser. Aurora atmete auf. Sie öffnete den Beutel und schüttete den weißen Inhalt über die Pobacken des Sklaven. Vielleicht würde es helfen.

In diesem Moment spuckte der Mann das Höschen aus und ließ einen gellenden Schrei hören. Er hatte das Gefühl, als tanze ein Höllenfeuer auf seinem Arsch. Vor Schreck ließ das Hohe Fräulein den leeren Beutel fallen. Er landete mit seiner Kennzeichnung „Natriumchlorid“ auf dem Boden. Die junge Lady versetzte dem Sklaven drei kräftige Backpfeifen. „Sei gefälligst ruhig!“ Auroras Herz schlug ihr bis zum Hals. Sie hörte erste aufgebrachte Stimmen aus den Zelten.

Die Fackel, sie muss verlöschen! Aurora schlug die Flamme auf den Boden, doch die Flamme wollte nicht ausgehen. Der Fackelkopf war mit einem mit Öl getränkten Lappen umwickelt. Sie schlug das lodernde Licht gegen das Fass, auf das Gesäß des Mannes. Nichts wollte gelingen. Sie warf das Feuer zu Boden. Und dann flüchtete sie ohne weiter zu zaudern so schnell sie konnte in die Dunkelheit, um in einem Bogen heimlich in ihre Unterkunft zurückzukehren.

Wenige Minuten später erschien die oberste Gardistin bei Aurora. „Hohes Fräulein“, flüsterte sie. Aurora tat so, als schliefe sie tief und fest und wachte nun aber durch das Gewisper auf. „Was… Ist die Sonne schon aufgegangen?“ Die Offizierin drehte den Docht der Öllampe höher und erhellte das Innere des Zeltes. „Es gab einen Vorfall im Lager.“ Sie erzählte kurz, was die Soldatinnen vorgefunden hatten. Der Sklave habe etwas von einer Dämonenbraut erzählt, die ihm das angetan habe. Aurora atmete erleichtert aus. Der Mann hatte es also nicht gewagt, die Wahrheit auszusprechen. „Eine Dämonenbraut? Ein Waldgeist? Der Sklave ist wohl einem Trugbild aufgesessen.“ Die Königstochter lächelte.

Die Gardistin nickte. „Ja, so wird es wohl sein. Aber zwei Soldatinnen haben eine Gestalt in langem Kleid am Waldrand entlang laufen sehen.“ Auroras Lächeln gefror und entglitt ihr zu einer Fratze. „Was soll das bedeuten?“ Die Offizierin zuckte mit den gerüsteten Schultern. „Nichts, Hohes Fräulein. Doch noch interessanter ist, was eine Soldatin auf dem Weg zu Eurem Zelt fand.“ Auroras Herz machte einen Sprung. „Was denn?“ Sie kaute auf ihrer Unterlippe herum. Die Offizierin flüsterte: „Fußspuren, die direkt zum Eingang führen. Also seid auf der Hut! Vielleicht will Euch die Dämonenbraut des Nachts holen kommen.“

Die Gardistin deutete einen Salut an und drehte sich zum Ausgang um. An der Plane des Zeltes verharrte sie wieder und holte etwas aus ihrem Waffenrock. „Ach, da ist noch etwas. Ich habe neben dem Fass etwas gefunden. Hoheit, wisst Ihr vielleicht, um was es sich dabei handelt?“ Auroras Herz blieb für einen Augenblick stehen. Die Offizierin warf ihr ein Stück Stoff aus feinster Spitze zu. Aurora starrte auf ihr Höschen. Ihr Mund war geöffnet, aber sie war sprachlos und konnte nichts erwidern. Als sie wieder zum Eingang schaute, war die Gardistin verschwunden.

Am nächsten Morgen fanden Soldatinnen den gebundenen Sklaven merkwürdig verändert vor. Nach dem ersten Gelächter wurden sie ernst. Diese Sache würde die oberste Gardistin nicht lustig finden: Dem Mann steckte ein Holzknüppel zwischen seinen Hinterbacken. Und wie vermutet, verhörte die Offizierin die wachhabenden Soldatinnen, die sich jedoch nicht erklären konnten, wie dieser Prügel an besagte ungewöhnliche Stelle gekommen sein könnte.

Also beließ die Gardistin mit mürrischem Blick die Sache dabei. Insgeheim, aber das durfte sie natürlich offiziell nicht bekunden, gönnte sie den Frauen des Nachts ein wenig Vergnügen. Sie hatte in jüngeren Jahren die gleichen Torheiten im Kopf gehabt. „Entfernt diesen Ast und bindet ihn vom Fass ab“, kommandierte die Offizierin und musste kopfschüttelnd feststellen, dass es gar nicht so einfach war, den Stab wieder hervorzuholen, denn er wurde offenbar zum Ende hin immer dicker und rutschte immer wieder in den stöhnenden Sklaven zurück. Wie haben die den Knüppel da nur hereinbekommen?, fragte sich die Offizierin und verdrehte die Augen.

Im Reich der Cassandra, ihrem Reiseziel, herrschte zu dieser Zeit großer Andrang auf dem Markt vor dem weißen Palais der Königin. Die Damen der matriarchalischen Gesellschaft vergnügten sich beim öffentlichen Spießrutenlauf von verurteilten Sklaven. Im Reich der Cassandra reichte ein falscher Blick, ein Laut oder ein zu langsam oder unsorgfältig ausgeführter Befehl, damit ein Sklave vor einem Strafgericht zu harten Züchtigungen verurteilt wurde.

Gerne wurden auch langjährige Kerkerhaft mit Zwangsarbeit und täglichen Züchtigungen kombiniert. Doch Leibeigene waren zum Arbeiten da, also sollten sie in der Regel auch der Besitzerin wieder schnell zur Verfügung stehen. Daher gab es regelmäßig öffentliche Züchtigungen im Pranger. Und auch das Spießrutenlaufen auf dem königlichen Marktplatz war ein Publikumsmagnet.

Gerade krabbelte ein nackter Delinquent über den Boden durch eine Gasse von Zuschauerinnen, die nach Belieben auf das Gesäß des Mannes prügeln durften. Damit der Leibeigene sich unter den Schlägen und Hieben nicht zu schnell den vorgeschriebenen Weg hin und zurück bewegte, hatten die Kerkerwächterinnen ihm einen schmiedeeisernen Ring um seinen empfindlichsten Mannesteile gestülpt, diesen mit einer Kette verbunden und am Ende dieser Fessel ein schweres Stück Eisen befestigt, dass der Sklave hinter sich herzerren musste. Nun hatte er die perfide Wahl zwischen mehr brennenden Treffern auf sein Gesäß oder kräftigerem Zug an seiner Männlichkeit.

Hin und wieder kam es vor, dass besonders vorwitzige Damen einen Fuß auf das Eisengewicht stellten, um den Mann von der Fortbewegung gänzlich abzuhalten, aber dann schritt normalerweise eine Kerkerwächterin ein. Allerdings gab es auch Verschärfungen der Bestrafung: Das Gewicht, das angelegt wurde, lag in der willkürlichen Entscheidung der Richterin, und einigen Leibeigenen setzte sich eine Kerkerwächterin auf den Rücken und ritt ihn durch die Prügelgasse.

Vor einer Woche hatte sich sogar eine zweite Uniformierte auf den Rücken des Bemitleidenswerten gesetzt. Doch heute musste der Betroffene „nur“ alleine durch die Menschenmasse krabbeln. Ein lautes Johlen, Applaudieren und Rufen, vergnügtes Anfeuern, Beschimpfungen des Verurteilten und Gelächter erzeugten einen Lärm, der bis in den Palast der Cassandra drang.

Salbadernde Ladys gaben mit ihren Erfahrungen über Erziehungsmethoden von Sklaven an, fachsimpelten über Peitschen, Stöcke, Gerten, Riemen, Ketten, Hölzer und andere Instrumente, schwärmten von den Färbungen eines Sklavengesäßes nach der Züchtigung und die diversen Muster, die Frau auf das Sitzfleisch zaubern konnte, während andere sich aktiv an der Bestrafung beteiligten. Manche waren mit Feuereifer dabei und sprühten vor Elan und Freude, andere wollten ihre schlechte Laune loswerden; einige schlugen eher gelangweilt und übersättigt vom Prügeln, wieder andere fast mit verträumter Miene auf die Backen des Delinquenten ein. In der Brust einer Dame keimte das Verlangen, das sündige Fleisch zu strafen. Wieder und wieder schlug sie zu und spürte eine süße Befriedigung.

Das schabende Geräusch des Eisengewichts, das über das Pflaster hoppelte und die Männlichkeit des Verurteilten beängstigend in die Länge zog, ging in dem Geschrei und Geschwätz der Frauen unter. Mit aufgerissenen Augen und verzerrtem Gesicht kämpfte sich der Sklave tapfer durch die Gasse. Die Pein war überwältigend wie auch die erniedrigenden Spottrufe der feinen Damen, sie sich an seinem Leid erfreuten. Und der Leibeigene hatte nur die erste Hälfte des Hinweges hinter sich gebracht. Noch drei Mal so viel Prügel würde er einstecken müssen – falls er nicht langsamer wurde.

Der schwitzende Nackte wusste nicht so recht, was unerträglicher war: Die brennenden Peitschenriemen auf seinem Hintern oder der stechende Schmerz zwischen seinen Schenkeln, der von Schritt zu Schritt intensiver wurde. Seine Männlichkeit war so weit nach hinten gezogen, dass eine schnelle, lässig ausgeführte Bewegung einer Klinge wie durch Butter schwingen könnte. Der Sklave entwickelte schier übermenschliche Kräfte, als ihn dieser grausame, alptraumhafte Gedanke nach vorne preschen ließ. Und trotzdem war er nicht schnell genug, um den Dutzenden Treffern zu entgehen, die Blitze von Feuer durch seinen Körper jagen zu schienen.

Die Angst vor einer Entmannung kam nicht von ungefähr: Unter Sklaven kursierten zahlreiche gruselige Geschichten über solche „Streiche“, wie sie sich reiche Damen angeblich zu ihrer Belustigung gönnten. Schließlich würde so ein „Unfall“ als „Sachbeschädigung“ gelten und mit wenigen Münzen an die Eigentümerin ausgeglichen sein. Denn beim Sklaven kam es auf die Muskeln an, die Beine und Arme – es sei denn, er sollte als Liebesjüngling dienen.

Der Verurteilte krabbelte unter den prasselnden Schlägen weiter und weiter und erreichte endlich das Ende der Gasse, durfte sich umdrehen und die Straße des Schmerzes zurück bewältigen. Sein Hinterteil war tiefrot gestriemt von den ungezählten Lederriemen, die auf ihn niedergepeitscht worden waren, hatte dickere Streifen von den Rohrstöcken und dicke, mittlerweile sich schon verdunkelnde Flecken von den breiteren Knüppeln, die schwer auf sein Sitzfleisch geknallt waren.

Schon morgen würden sich die dunkelroten Stellen in violette Bereiche und bläulich schillernde Muster verzaubern. Farbenreich und noch immer heiß wie Glut. Doch darüber dachte der Mann nicht nach. Im Augenblick dachte er an gar nichts. Längst war all seine Hoffnung zerronnen, diese Strafe zu überstehen. Er nahm seine ganze Kraft, um die Gasse schnell zu durchkriechen. Plötzlich übergoss ihn eine Frau mit einem öligen, stinkenden Gebräu und spottete über den Gedemütigten, versetzte ihm mit der schmutzigen Sohle ihres Stiefels einen harten Tritt in den Allerwertesten und verfehlte dabei nur knapp die in die Länge gezogenen Bälle des Sklaven. Trotzdem durchschoss den Armen dort ein stechender Schmerz, denn der Stoß ließ ihn nach vorne zucken und an der Kette zerren.

Als der Sklave das Ende der Spießrutengasse erreicht hatte, sackte er in Fötusstellung auf die Seite und hielt sich mit der einen Hand die geschundene Männlichkeit, mit der anderen sein Hinterteil – er hatte einen hohen Preis dafür bezahlt, dass er vor seiner Herrin vergessen hatte, demütig sofort zu Boden zu fallen. Die Kerkerwächterinnen fesselten seine Hände und banden sie an ein Seil, welches sie an einen Pferdekarren knoteten. Dann trieben sie die zwei Rösser an und schleiften so den entkräfteten Mann zurück zum Palast der Cassandra, wo das Hohe Gericht nun entscheiden würde, ob er seine Strafe abgegolten habe.

Als das schwere Eisengewicht an seiner Männlichkeit zerrte, erwachte der Leibeigene aus seiner Erschöpfung und rief mit Fistelstimme um Hilfe. Warum hatten die Wächterinnen ihm nicht wenigstens diese Pein erspart? Er versuchte hilflos mit seinen schleifenden Füßen das Eisengewicht an der Kette zu ergreifen, um den Zug von seinen Lenden zu nehmen, aber das Metall rutschte ihm immer wieder zwischen den Füßen weg. Ruckartig zerrte das Eisen wieder an seiner Männlichkeit, als die Kettenglieder sich durch die Vorwärtsbewegung des Karrens spannten. Wenn sich das Eisen irgendwo verkantete!


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  RE: Das Reich der Megara (Neuauflage) Datum:18.10.21 18:48 IP: gespeichert Moderator melden


Einfach Klasse ! Eine unerschöpfliche Menge von Ideen!!

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