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  SM - sexuelle Erregungen
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 Autor Eintrag
Franz
Sklave/KG-Träger





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  SM - sexuelle Erregungen Datum:19.06.01 12:45 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo ihr Lieben,
diese Frage richtet sich an Alle SM-ler/innen, ich würde mich sehr freuen ehrliche und offene Antworten zu erhalten:
Ich fange vielleicht mit meinen Erfahrungen an, ich versuche dies auch möglichst offen und ehrlich zu tun:
Wenn ich dominant bin, erregen mich die Reaktionen meiner Sub und meine "sadistischen" Handlungen an ihr, und zwar direkt sexuell, ich errigiere stark dabei.
Wenn ich devot bin, erregt mich die Vorstellung dies zu sein, manche Worte und spezielle Demütigungen, ich errigiere fast nicht dabei, "saftle" aber sehr stark. Es ist dann mehr eine sehnsuchtsvolle Erregung der Hingabe und Erwartung. Die Errektion kommt erst dann, viel stärker noch als wenn ich dominat bin, wenn mein Penis berührt wird, oder ich die Herrin berühren darf.
Schmerzen führen bei mir zu einer ganz anderen Form der Erregung, ich komme dabei eher in einen meditativen Zustand, nur kurz vor der Peinigung erregt mich das Wissen, dass es jatzt zur Sache kommt, sexuell, das liegt bei mir aber eher auf der Demütigungsschiene.
Von meiner Top weiss ich, dass sie vor allem meine Erregung erregt, es ist nicht ihr Sadismus der die Erregung hervorruft, sondern wie gesagt meine Erregung die sie dann geil macht.
Mich würde interessieren:
- Gibt es Frauen, die als Top, allein durch ihre dominanten Handlungen direkt sexuell erregt werden ?
- Wie läuft bei euch die Sache mit der Erregung, ist es ähnlich wie bei mir, oder bei jedem ganz anders.
Ich würde mich wirklich sehr freuen, zahlreiche und offene Antworten hier zu sehen.
liebe Grüsse
Franz

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Physique
Keyholder





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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:19.06.01 13:48 IP: gespeichert Moderator melden


Hi Franz,

Wenn ich devot bin, erregt mich die Vorstellung dies zu sein, manche Worte und spezielle Demütigungen, ich errigiere fast nicht dabei, "saftle" aber sehr stark. Es ist dann mehr eine sehnsuchtsvolle Erregung der Hingabe und Erwartung. Die Errektion kommt erst dann, viel stärker noch als wenn ich dominat bin, wenn mein Penis berührt wird, oder ich die Herrin berühren darf.
Schmerzen führen bei mir zu einer ganz anderen Form der Erregung, ich komme dabei eher in einen meditativen Zustand, nur kurz vor der Peinigung erregt mich das Wissen, dass es jatzt zur Sache kommt, sexuell, das liegt bei mir aber eher auf der Demütigungsschiene.


Was du hier sehr schön beschreibst, ist der Unterschied zwischen Devotismus und Masochismus!

Einer der Hintergründe, warum du auf der masochistischen Schiene keine sexuelle Erregung verspürst, ist der, daß Schmerz nach einer bestimmten Einwirkungszeit und durch eine bestimmte Einwirkungsform dazu führt, daß dein Körper sogenannte Endorphine ausschüttet. Diese sind natürliche, im eigenen Körper gebildete Morphine (Morphium-ähnlich), die auch zu einem ähnlichen Rauschzustand führen, wie Morphium selbst.

Diese Ausschüttung ist NICHT auf SM-Spiel begrenzt, sie findet in einem gewissen Ausmaß bei allen Menschen/Säugetieren in Reaktion auf Schmerz oder Ausdauerleistungen statt. Z.B. ist sie auch Marathon- oder Triathlonathleten bekannt, oder tritt bei Unfällen auf.

Warum es diesen Mechanismus gibt, ist klar: beim Primaten oder Steinzeitmenschen sorgte er zusammen mit dem Adrenalinausstoß für ein Quentchen mehr Zeit und Kraft, in und mit dem sich das Opfer vor einem Säbelzahntiger, der ihn evtl. bereits gebissen hat, retten konnte.

Sexuell ist diese Reaktion an und für sich nicht. Sie kann jedoch sexualisiert werden, und sie kann für sich allein ein Grund sein, SM zu machen.

Es ist ein Grundproblem bei der Betrachtung von SM, daß derzeit in der Öffentlichkeit und auch in der Gesetzgebung SM nur dann geschützt wird (durch die Einwilligung des passiven) und auch unter SMern anerkannt wird, wenn SM eine Ausübung von Sexualität ist.

Es gibt jedoch eine ganze Reihe SMer, die rein und allein auf der Endorphin (passive)-Adrenalin (Aktive)-Ebene SM betreiben (ich gehöre bei mindestens der Hälfte meiner SM-Handlungen dazu). Und das bedeutet, auch wenn oft nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert, daß es durchaus asexuellen, aber dennoch nicht pathologischen, SM gibt!

Was meine persönliche Erregung oder nicht-Erregung beim Spiel betrifft, so ist dies von mehreren Faktoren abhängig:

Zuerst einmal bin ich, als sehr heftig spielende Aktive, ein Kontrollfreak.

Wie will ich definitiv sehr schnell gesundheitsschädliche Praktiken an einem mir zumindest sympathischen, geschätzten Spielpartner verantwortungsbewußt vornehmen, wenn ich selbst durch sexuelle Erregung abgelenkt oder beeinflußt bin?

Eine kurze Unaufmerksamkeit, ein falscher Schlag, eine Minute zu lang kann zum zB Verlust eines Auges, eines Körperteils oder zu einer schweren Verletzung führen.

Als Konsequenz davon ist es mein Ansinnen, Erregung (sowohl sexuelle, aber auch generelle Aufregung) zu unterdrücken, und zwar möglichst vollständig! Dieses Unterdrücken geht auf jeden Fall soweit, daß mich eventuelle Erregung in meinem klaren Denken und meiner Wahrnehmung nicht beeinflußt. Meist ist es jedoch so, daß ich absichtlich bewußt komplett erregungsfrei bleibe (also auch nicht das erwähnte "sabbern" zulasse).

Zur Erregung und zum Abbau der Spannung kommt es dann nach dem Spiel, wenn ich den sub aus seinem subspace heraushole und auffange, und zwar, wenn er ein fester Partner von mir ist, durchaus auch direkt in einen sexuellen Akt hinein.

Es kann jedoch Sessions und Spiele geben, bei denen gerade der sexuelle Akt das Spiel darstellt oder wichtiger Teil des Spiels ist. Mit festen Partnern z.B. kann es durchaus vorkommen, daß ich in Kombination von Hilflosigkeit-Bondage, Übernahme der Sexualität des Partners und leichter oder schwerer CBT/Analmanipulation meine Erregung wiederum bewußt zulasse und den Partner "nehme".

Und nicht zuletzt bin auch ich nur ein Mensch. Es gibt Spielpartner, die ganz einfach so "geil" sind, d.h. mich so sehr auf sexueller Ebene ansprechen, daß ich erregt bin, ob ich will oder nicht. Diese Art von sexueller Erregung kann jedoch immer und überall auftreten (z.B. bei einer zufälligen Begegnung).



Wenn die Hunde bellen, weißt du, daß du auf Reisen bist.
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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:25.06.01 07:19 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Franz

So exakt und fast wissenschaftlich genau wie Physique kenne ich mich nicht aus, aber dennoch habe ich so meine Erfahrungen damit:

Zur Top-Position kann ich nichts sagen, denn das ist nicht meine Position.
Als KG-Träger geht es mir häufig so, dass Erregung zu "safteln" führt (wie Du es ausgedrückt hast). Dabei ist es unerheblich, ob die Erregung daher rührt, dass ich meine Partnerin mit Fingern und Zunge verwöhne, oder dass ich in Ketten gefesselt aufs Po-Spanking warte (wenn ich mal wieder zu bockig war).

Keusche Grüße
JoJo
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Arachne
Sklavenhalter





Beiträge: 14

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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:03.07.01 17:01 IP: gespeichert Moderator melden


Hi!

Mich ödet die ssc Diskussion an, da ich mich schon jahrelang damit befasst habe, aber
der unwissenden, neugierigen oder dämlich-unterstellenden Allgemeinheit zuliebe, setze
ich ssc Hinweise ans Ende.

Franz schrieb:
- Gibt es Frauen, die als Top, allein durch ihre dominanten Handlungen direkt sexuell erregt
werden ?

Ja, zB mich. Ich bin von der Ausrichtung in etwa das Gegenteil von Physique (basierend auf dem,
was Sie hier schrieb). Ich liebe es dominant zu sein, es erregt mich definitiv sexuell.
Und zwar mit einem mir intellektuell ebenbürtigen Mann, den ich genüßlich und subtil in die
Knie zwinge. Gaaaanz langsam und ohne Brutalität. Aber nicht weniger intensiv
Schlaginstrumente mag ich auch, aber nicht so oft. Bevorzugt den Rohrstock oder meine kleine
Hundepeitsche. 10 - 15 harte Hiebe, wenn ich sauer bin auch schon mal 50 (sehr selten), das
reicht mir. (1)
Mir gehts eher um das "Drumherum", die Macht die ich über ihn ausübe. Sozusagen die "Qualität"
eines einzelnen Schlages, nicht Quantität. Die Blicke, Tonfall, Atmosphäre, die Magie des
Augenblicks, Gesten der Macht und Unterwerfung - gebettet in Vertrauen, Hingabe und tiefster
Freundschaft. Allein das sachte Berühren meiner Fingerspitzen ist ein erotischer Akt.
Viele kleine Szenen schmücken den Alltag - so ist es mir eine Freude ihm beim mit
vollendeter Anmut serviertem Tee zuzuschauen.

Eine meiner derzeitigen Lieblingsphantasien beim mich selbst befriedigen ist die
Ausschmückung der Vorstellung das ich mich von meinem Sklaven ausgiebig von seiner Zunge
verwöhnen lasse und ihn danach früh ins Bett schicke. Natürlich nicht ohne angelegtem
Keuschheitsgürtel und einem freundlichem: "Viel Spaß beim wixen!".

Mit klassischen Sessions, also ein geplanter Treff mit Rollenverhältnis in einem begrenztem
Zeitrahmen, kann ich sehr wenig anfangen, aber es gibt Ausnahmen.
Für einen engen Freund von mir, er ist Masochist, "Service-toppe" ich manchmal
aus reiner Freundschaft, aber ich bin dann so hellwach und konzentriert auf ihn, das ich
nicht ein Stück sexuell erregt werde. *lach* Ausserdem kann der soviel wegstecken,
das der noch fliegt, wenn mein Arm längst schlapp ist..
Anders sieht die Sachlage aus, wenn ich wie schon erwähnt, aus gezieltem Ärger über
einem mir "nicht genehmen Vorfall" Subbie zB im Wald an einen Baum binde und auspeitsche.(3)
Dann werde ich richtig feucht, im Kopf rauschts und der Puls schlägt heftig. Gefolgt
von einer angenehmen Gelöstheit und Entspannung. (4)

Mich macht willkürliche, erotisierte Machtausübung an: zB KGs, Regeln -wenige, aber
mit Konsequenz -, spezielle Demütigungen zB Ohrfeigen (5) oder auch runterputzen in der
Öffentlichkeit. Gerade kleine Szenen über den Tag verteilt, zB an der Supermarktkasse:
Ich *ihm umständlich die Milchtüten aus der Hand nehmen* zischel:
"_Muß_ ich denn alles selber machen? Die _schweren_ Sachen gehören nach _unten_!"
(Ich lieb das, wenn er im Gesicht rot anläuft, und die ungläubigen Blicke der Kassiererin
mit einem verständnis-heischenden Lächeln beantwortet).
Oder ich lasse ihn bepackt wie ein Esel alle meine Einkäufe schleppen, und
schlendere Eis essend durch die Innenstadt. Oder ich türme ihm (mit Kisten bepackt)
in der Bäckerei vom Einkaufszentrum auch noch das Brot auf die Spitze.

In der Bücherei nutze ich ihn als Zeitschriftenhalter; kniend vor mir mit einem Stapel
Zeitschriften auf den gerade ausgestreckten Armen. Möchte ich nach dem Essen im Restaurant
nach Hause und es regnet, reiche ich ihm die Autoschlüssel, damit er vorfährt.
Ist mir kalt, bietet er mir seine Jacke an. Will ich mitten in der Nacht ein Twix,
scheuch ich ihn zur Tankstelle ect. (6)

In der Regel bekommt er in den meisten dieser Situationen eine Erektion.
Oder grinst innerlich, weil wir uns so gut kennen.
Viele der gemeinsamen Erlebnisse speichern wir sorgfältig in unserem Gedächtnis ab,
sozusagen als Lebensschatz. Auch besinnt er sich derer beim Selbstbefriedigen.

In einer Hinsicht sind wir völlig gleich: Ich bekomme einen Orgasmus wenn ich
will und er bekommt einen Orgasmus wenn ich will..

Arachne


Ssc Hinweise:

(1): Das ist alles beidseitig gewollt und vorher abgemacht - beide Seiten haben
eine Vorliebe für consensuelles noncon und achtvoller 24/7 Beziehung.

(2) Wir wissen beide, wann gerade Alltag ist und wann es Zeit ist für ein Gespräch
ausserhalb der Rollenverteilung - aber beide haben den Drang so schnell wie möglich
auch wieder zurück in die Herrin/Sklaven Beziehung zu wechseln. Wir haben dieses hin
und her switchen, auch innerhalb von Sekunden, ziemlich gut drauf.

(3) Um in den Genuss zu kommen, hemmungslos zu schlagen benutze ich für solche
Situationen niemals ein Schlaginstrument, das ernsthafte Verletzungen zufügen könnte
zB meine kurze Hundepeitsche (wenn man sich nicht gerade kreuzblöd anstellt).
Weh tut es trotzdem
Ausserdem bewahre ich in jeder Situation einen absolut klaren Kopf - und wenn nur im
im Hintergrund. Meine Vernunft meldet sich sofort, wenns angebracht ist.

(4) Liegen wir dann faul im Gras, er mit meinen Füßen im Gesicht oder zärtlich
meine Zehen küssend (Er mag meine Füße), holt uns manchmal der Endorphienrausch
ein: Wir sind dann so albern, das wir uns über jeden Scheiß wegschmeissen vor Lachen..

(5) Einigermassen schwache Ohrfeigen, da es mir nur um die Demütigung geht.
Für harte Schläge nehme ich den Po.

(6) Diese Ärgereien und Schikanen sind _nie_ (!) gegen ihn als Person gerichtet.
Es ist immer sonnenklar, das ich ihn gerade sklavisch behandle. Normalerweise hat
er selbst in den absurdesten Situationen, in die ich ihn bringe, noch Sinn für
Humor. Er weiß 100 Prozentig, das wenn ich real sauer auf ihn bin, das ich das mit
einem ruhigen Gespräch kläre. So eine Partnerschaft gehe ich auch nur ein mit
einem selbstbewußtem, fest im Leben stehenden Mann mit viel Lust auf Liebe,
Leben und Lachen.

Tja, von denen gibt es nicht so viele. Vielleicht würde es auch mit einem
introvertiertem Mann klappen, keine Ahnung. Leider habe ich meinen Sub beidseits
unverschuldet verloren und sehe ihn nur noch selten.


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Franz
Sklave/KG-Träger





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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:03.07.01 18:25 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Arachne,
danke für Deine sehr offene und auch sehr ausführliche Antwort. In dieser Klarheit und Glaubwürdigkeit habe ich solch eine Auskunft noch von keiner weiblichen Top erhalten.
Deine Phantasien und Erlebnisse sprechen mich sehr an, wäre ich nicht schon das Eigentum einer sehr lieben Herrin, wer weiss...
Ich hätte noch eine Frage zu Dir, natürlich musst Du sie nicht über das Board beantworten:
Wie kamst Du dazu Top zu sein, wusstest Du das schon immer, oder hast Du Dich im laufe einer Beziehung dahin entwickelt?

Zu Deinen Schilderungen:
So ähnlich lebe ich D/s auch mit meiner Freundin, obwohl ich weiss, dass es sie nicht direkt sexuell erregt. Sie erregt aber meine Erregung sehr stark.
Sie geniesst es im Alltag von mir hingabevoll bedient zu werden, mein orales und penetratives Service, bei dem ich primär auf Ihre Lust achte.
Ohrfeigen sind mir auch wohlbekannte und von mir geliebte Phänomene.
So richtige Sessions macht sie auch nicht mit mir.
Aber immer wieder entsprechende Anspielungen verbaler Natur, die bei mir direkt zu Erektionen führen können, das gefällt Ihr dann sehr.
Oder in der Öffentlichkeit, nur halb versteckt mit meinen Brustwarzen spielen, ich muss gute Miene zum "bösen" Spiel machen, mit der anderen Hand prüft sie im Bereich des Hosenschlitzes meine Reaktion.

liebe Grüsse
Franz
(Diese Nachricht wurde am 03.07.01 um 18:25 von Franz geändert.)
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Arachne
Sklavenhalter





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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:05.07.01 10:51 IP: gespeichert Moderator melden


Hi!

Franz schrieb:
Wie kamst Du dazu Top zu sein, wusstest Du das schon immer, oder hast Du Dich im laufe
einer Beziehung dahin entwickelt?

Die Phantasien habe ich seit dem Kindergartenalter. Mich beruhigenderweise hatte ich
"im richtigen Leben" schon immer einen ausgeprägten Sinn für Moral und Gerechtigkeit,
so aktzeptierte ich das als eine "Macke" von mir. Mit 16 wollte ich wissen ob ich etwas
für SM übrig habe (Ich wußte nicht, auf welcher "Seite" ich stand). Mein Freund
kettete mich ziemlich dilettantisch an die Heizung - *smile* das reichte mir völlig
um zu wissen, das ich bestimmt _nichts_ mit SM am Hut hab..
Fortan nutzte ich die Phantasien nur als Orgasmusverstärker.
Einige Jahre später versohlte ich meinem Vanilla Lebensgefährten mit meiner Reitgerte
den Hintern. Ich fands gut *lach* aber er ganz und gar nicht.
Das Medium Internet eröffnete mir eine ganz neue Welt. Wow! - es gab noch mehr von
meiner Sorte.. Ich stolperte über eine persönliche Homepage und suchte vorsichtig
Kontakt zu dem Macher. Es folgte ein monatelanger reger Email Austausch und ellenlange
Telefonate bis zu den ersten Treffen. Eines Tages schmiß er seinen Job, packte seine
Sachen und zog bei mir ein - der Rest ist Legende..

Arachne


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Franz
Sklave/KG-Träger





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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:05.07.01 16:33 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Arachne,
wiederum Dank für Deine Antwort.
Ich kann mich nicht erinnern, wann mich das erste Mal das Thema erregte, sicher weiss ich, dass ich bei einem Winnetoufilm mit zwölf Jahren bei einer Peitschszene eine Erektion bekam. Ich entwickelte dann eine entsprechende Selbstbefriedigungstechnik, ich fesselte meine Füsse, führte mir Kerzen hinten ein, etc....
Mit ca 14 entdeckte ich ein kurioses Buch im Regal meiner Eltern: "Das 1x1 der glücklichen Ehe" Darin waren Kapitel zum Thema Fetisschismus und SM, allerdings wurde das darin zu den Perversionen gezählt. - ich hielt mich daraufhin auch für pervers.
Mit 18 erkundete ich die Sex-Shops in Wien. Ich kaufte erste Gummi- und Lederartikel und entdeckte das Magazin "Sadanas" aus der Schweiz.
In meinen ersten Beziehungen traute ich mich das Thema erst gar nicht anzusprechen.
Es wechselten Phasen, in denen ich mich diesen Fantasien onanierend hingab mit Phasen in denen ich alle Fetischartikel wegschmiss und wieder "normal" sein wollte.
Erst mit 25 suchte ich speziell Kontakte in diese Richtung. Auf der Suche nach der dominanten Frau lernte ich eine liebe Frau kennen, mit der ich eineinhalb Jahre zusammen war, allerding in der Position des Top.
Zur Zeit lebe ich seit über zwei Jahren in einer fixen und liebevollen Beziehung, bei der ich als Top begann und mittlerweile bei 24/7 als "Sklave" gelandet bin. Wir sind sehr experimentierfreudig, einmal je Woche "muss" ich auch den dominanten Part übernehmen.
Vor einem Monat, wäre unsere Beziehung durch meine Blödheit beinahe in die Brüche gegangen.
Ich träumte von der harten und wirklich sadistischen Herrin und meldete mich auf entsprechende Inserate. Promptest lernte ich jemanden entsprechenden kennen und war sofort wie im Drogenrausch - nicht mehr rational ansprechbar.
Gottseidank hat meine Freundin "richtig" und verständnisvoll reagiert und gesehen was bei mir abläuft - nach vier Wochen kann ich das Bedürfnis nach so einer weiteren Erfahrung abhaken - unsere Beziehung ist im Endeffekt sehr daran gewachsen.
Grüsse
Franz
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Physique
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  Re: SM - sexuelle Erregungen - Arachne Datum:13.07.01 00:32 IP: gespeichert Moderator melden


Eine sehr schöne Schilderung des -- tatsächlich -- weitgehenden Gegensatzes, oder eben das 180° Entgegengesetzte.

Zitat

Sozusagen die \"Qualität\" eines einzelnen Schlages, nicht Quantität.


Qualität vs. Quantität ist nicht der maßgebliche Unterschied zwischen dominantem und sadomasochistischem Spiel. Der Unterschied besteht in Qualität (beider Spielvarianten -- denn jede der beiden Varianten erfordert sauberes, gutes Schlagen) und Zielsetzung (die Ziele sind weitgehend ebenso entgegengesetzt). Auch beim sadomasochistischen Spiel gibt es Masos, die mit wenigen Schlägen ans Ziel zu bringen sind.

Zitat

Mich ödet die ssc Diskussion an, da ich mich schon jahrelang damit befasst habe...


Jenen Punkt, den ich in deinem Post tatsächlich sogar sehr problematisch finde, hast du jedoch leider nicht erwähnt:

KEINER der Menschen in der Öffentlichkeit, die du deinem und dem Spiel deines Mannes aussetzt, hat darum gebeten, Zeuge eurer Sexualität zu werden oder dieser ausgesetzt zu sein.

In Kaufhäusern, Bibliotheken und Restaurants befinden sich (im Gegensatz zu öfftl. SM-Parties oder SM-Clubs) die Mehrheit von ~95% unserer Bevölkerung, die Stinos sind.

Es befinden sich dort Kinder, Jugendliche, prüde Erwachsene oder religiöse Menschen diversester Konfessionen, die SM entweder ablehnen oder nicht ausgesetzt sein müssen, bzw. deren Erziehungsberechtigte sicherlich nicht mit einem solchen Anblick einverstanden wären.

Genausowenig wie es ratsam und nötig ist, jemanden in der Öffentlichkeit zu f****n, ist es nötig oder angemessen, in der Öffentlichkeit SM zu machen. Wie negativ dies aufgenommen wird, durften gerade die Veranstalter der "Nacht der Leidenschaft" erfahren, die ihre wunderschöne Location verloren, weil einige Gäste vor der Party in der Stadt "aufdrehen" zu müssen meinten und damit heftige Ressentiments der Bevölkerung auslösten.

Es gibt in meinen Augen keine Veranlassung und auch keine hinreichende Rechtfertigung dafür, nicht-SMer den Spielen und der Sexualität von SMern auszusetzen. Diese Stinos haben nicht darum gebeten und wurden/werden auch nicht gefragt.

Es gibt ausreichend Möglichkeiten, den sub auf SM-Events oder zumindest in angemessener Umgebung (zb einem Swingerclub) der Öffentlichkeit von Menschen auszusetzen, die zumindest damit einverstanden sind, der Sexualität anderer beizuwohnen.

Sicher läßt sich vieles damit verdecken, daß ein sub den Kavalier alter Schule spielt. Aber bereits heftig-süffisante Herabsetzungen und insbesondere Eindeutiges (wie zB Knien in einer Bücherei mit ausgestreckten Armen) läßt sich nicht so ohne Weiteres auch für Stinos anders als als SM und gewollte Erniedrigung wahrnehmen...

Mal wieder nur meine Meinung
Wenn die Hunde bellen, weißt du, daß du auf Reisen bist.
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Franz
Sklave/KG-Träger





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  Re: SM - sexuelle Erregungen, Öffentlichkeit Datum:13.07.01 08:36 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Physique,

schön, dass du dich wieder einmal meldest

Subtile Spiele in der Öffentlichkeit sind doch die Creme des D/s. Natürlich ist dazu grosses Fingesrspitzengefühl erforderlich, aber 95% Stinos lassen uns auch nicht davon abhalten. Ausserdem bezweifle ich dass 95% Stinos sind, es sind eher 95% die irgendwie auf SM abfahren - sonst würde die Werbung nicht mit SM-Klisches arbeiten, die tun das nicht für 5% Randgruppenpuplikum.
Wenns die Stinos stört ist das deren Problem, gar nicht in der Öffentlichkeit zu spielen, vorausgesetzt beide wollen das, finde ich nicht gut; - warum sich ständig verstecken ?
Es ist sicher eine gewisse Subtilität erforderlich allzu forsch würde ich nicht provozieren wollen,
Grüsse
Franz
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beitlamed
KG-Träger



sleeping in the midday sun

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b_l_at  
  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:13.07.01 09:44 IP: gespeichert Moderator melden


Hi Physique, hi Franz,

ich werd jetzt mal ganz chaotisch auf eure beiden letzten Postings
antworten.

Es befinden sich dort Kinder, Jugendliche, prüde Erwachsene oder religiöse Menschen diversester Konfessionen, die SM entweder ablehnen oder nicht ausgesetzt sein müssen, bzw. deren
Erziehungsberechtigte sicherlich nicht mit einem solchen Anblick einverstanden wären.


Zunächst mal, ich halte auch nicht sonderlich viel von SM-Spielen
in der Öffentlichkeit. Ich hab auch ehrlich gesagt selbst keine Lust
drauf, sie zu sehen. Ich finde, Intimität ist durchaus etwas Sinnvolles.
Und Taktgefühl auch.

Andererseits, um mal advocatus diaboli zu spielen: und küssen dürfense sich,
um nicht zu sagen einander ins Gesicht beißen und mehr oder weniger
Sex in der Öffentlichkeit haben?

Das Anstößige ist also nicht das was als sexuell wahrgenommen wird, da
schaut nämlich eh keiner mehr hin, sondern das was als Gewalt wahrgenommen
wird - was eigentlich eh gut ist irgendwie. Also, wenn jemand auf einer
Straße vom Partner geschlagen wird, könnts schon sein daß ich mal
hingehe und frage ob alles in Ordnung ist.

Ausserdem bezweifle ich dass 95% Stinos sind, es sind eher 95% die irgendwie auf SM abfahren - sonst würde die Werbung nicht mit SM-Klisches arbeiten, die tun das nicht für 5%
Randgruppenpuplikum.


Ich glaube du sitzt einem optimistischen Irrtum auf. Die arbeiten nicht
"mit SM", sondern mit einem ganz speziellen Bild von SM. Die arbeiten mit
dem sanften Schauer des "Perversen" - mit dem, was irgendwie nett zum
Anschaun ist, aber 95% eben NIE in der Realität haben wollen.

Ich werd noch ein Beispiel in einem eigenen Thread posten, glaub ich.
Das war nämlich echt arg.

bL

Mein Tantra Blog: Skeptic Tantrika
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Physique
Keyholder





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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:13.07.01 12:25 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Franz, beitlamed,

Zitat

schön, dass du dich wieder einmal meldest


LOL, viel Arbeit, aber auch eine schöne Party (oh ja, endlich mal wieder mit nem Maso der 5 Stunden Flag so richtig geil fand *schwärm*) in der Zwischenzeit...

Zitat

Ausserdem bezweifle ich dass 95% Stinos sind, es sind eher 95% die irgendwie auf SM abfahren - sonst würde die Werbung nicht mit SM-Klisches


Homos und Lesben sind abgegriffen und ausgelutscht, die Werbung brauchte was Aufregendes für die New Generation, also muß jetzt SM herhalten. Vielleicht ist der auch bald abgegriffen und dann wird Werbung mit Extreme Bodymods gemacht (Benetton als Vorreiter)...

Den halbwegs vertrauenswürdigen Statistiken nach sind circa 3% der Bevölkerung SM-veranlagt und aktive SMer. Rechnet man noch eine Kulanz von etwa zweimal so vielen inaktiven SMern dazu landet man vielleicht bei 10%. Mehr sind es glaube ich bestimmt nicht! Das entspricht durchaus den Erfahrungswerten von ein paar Jahrzehnten Reaktionen auf meine eigene Neigung. Und bedingte Toleranz heißt ja nicht, daß eine Neigung bei dem der SM toleriert besteht!

"Subtil" dürfte dabei tatsächlich der Knackpunkt sein. Subtil ist es, z.b. Damenunterwäsche unter Herrenkleidung zu tragen, subtil ist sogar noch Damenwäsche zu kaufen und zu sagen, es ist für jmd der die gleiche Größe wie man(n) selbst hat. Subtil ist nicht mehr wenn man(n) im normalen Dessousladen im Beisein der Herrin anprobiert. Subtil ist auch nicht, wenn sub in selbigem Laden vor der Frau kniet und ihr die Höschen auf ausgestrecktem Arm präsentiert. Subtil ist es eine Tür aufzuhalten oder sämtlichen Einkauf zu tragen, subtil ist es nicht, am Halsband geführt zu werden. Usw..

Es gibt Orte, an denen "es geht", z.B. führte ich letzte Woche meinen sub in einer Humane-Zwangsjacke quer über die Reeperbahn, von der Prinzenbar zum Cafe Sittsam. Das gleiche hätte ich nicht irgendwo anders getan, aber auf der Reeperbahn erwarten auch die Stinos, daß sie mit Sex und Bizarrem konfrontiert werden und ab 20.00 dürfen dort auch die Nutten "Auslage" sein. Kick war es ihm durchaus genug.

Auch die Shops auf der Reeperbahn dürften (wie Sexshops allgemein) keinen Anstoß daran nehmen, wenn ein Mann Frauenkleider trägt oder ausprobiert.

Bestimmte Bevölkerungsgruppen dürften ebenso von Stinos "irgendwie als Freiraum" gesehen werden, wie junge Goths oder Punks, deren gesamte Aufmachung auf Schock abzielt.

Zitat

Das Anstößige ist also nicht das was als sexuell wahrgenommen wird,


"Gewöhnt" ist die Allgemeinheit an heterosexuellen Stinosex. Aber bereits schwule/lesbische Interaktion in der Öffentlichkeit erregt je nach Landstrich heftige Aufregung und sehr oft auch Ablehnung. Dazu reicht Knutschen auf einer bayrischen oder sächsischen Parkbank aus...

SM ist jedoch immer noch nicht echter Mainstream (ich sage dazu gottseidank!) und ich kenne zuviele rigorose Anti-SMer um mir da ein X für ein U vorzumachen.

Würde ich zB in einer Bücherei eine Session anderer in der Öffentlichkeit bemerken, würde ich die zwei bitten, damit aufzuhören. Wenn ich als SMer es schon unpassend finde, dann ist es für Stinos erst recht zu viel.

Vor dem Sittsam haben übrigens einige vor kurzem auf dem Gehweg gespielt. Das ist St. Pauli und keine 300 m von der Reeperbahn. Aber die Inhaberin hätte deshalb ihre Lizenz verlieren können, es wurde von ihr sofort und völlig zu recht abgestellt. 20 Meter weiter saß nämlich eine große Gruppe Kurden vor ihrem Cafe, und die sehen sowas nun mal nicht als akzeptabel an.

Ich bleibe dabei, Zuschauer die nicht gefragt werden, ob sie zuschauen wollen, sondern dazu quasi gezwungen werden, haben die größeren Rechte darauf, von SM unbehelligt zu bleiben, als SMer ein Anrecht auf nicht-SMige Öffentlichkeit haben. Ort und Praktik sind sicher mit entscheidend, aber ausschlaggebend ist die Grenze von Sitte und Anstand (ob wir wollen oder nicht).

Und Sex auf der Straße (außer im Rotlichtmilieu) gehört immer noch nicht zu den deutschen guten Sitten.
(Diese Nachricht wurde am 13.07.01 um 12:25 von Physique geändert.)
Wenn die Hunde bellen, weißt du, daß du auf Reisen bist.
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Franz
Sklave/KG-Träger





Beiträge: 69

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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:13.07.01 14:25 IP: gespeichert Moderator melden


Hi Physique,

ich freue mich immer über Deine Postings obwohl ich vielfach anderer Meinung bin als Du. Du gehst immer so schön auf andere Beiträge ein und schreibst ausführlich, richtig lobenswert für ein Forum.
Ich habe die gleiche Diskussion (öffentliche Orte) in http://www.bcwsd.com/backroom/bbs-de.htm gestartet, übrigens ein sehr gutes SM-Forum, sehr zu empfehlen.
Was Statistiken anbetrifft traue ich denen so überhaupt nicht. Wie man sieht haben selbst bekennende SM-ler zum Teil große Schwierigkeiten mit dem Umgang damit, wie soll es erst "Stinos" gehen, denen ihre Fantasien abartig vorkommen - möglichst schnell verdrängen - aber in Werbebotschaften unbewusst darauf abfahren.
In meinem "Vanilla"-Bekanntenkreis hat sich gezeigt, dass fast alle SM Fantasien haben und die meisten, zumindest Fesselspiele schon ausprobiert haben. - Das binden sie sicher nicht jeden sofort auf die Nase, der einmal danach frägt. Übrigens ist das Bekennen der "Vanillas" vielleicht ein Altersproblem, über 35 ist man etwas abgeklärter und gesteht sich vielleicht auch mehr ein.
Also, das mit den 5% halte ich auf jeden Fall für äusserst untertrieben.
Sex in der Öffentlichkeit:
Damit meine ich sicher nicht am hellichten Tag im Stadtzentrum zu fi**en. Aber gewisse Dominanzspielchen lassen sich überall spielen. - natürlich gibt es eine legale Grenze, die man tunlichst nicht überschreiten sollte, aber ich habe selbst schon öffentliche Ohrfeigen in der belebten Fussgängerzone von Wien bekommen, manche Leute schauen halt und lachen dazu.
Grüsse
Franz
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Physique
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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:13.07.01 19:03 IP: gespeichert Moderator melden


Hi Franz,

mit Phantasien ist wesentlich vorsichtiger umzugehen, als mit Statitisken

Im Ernst:

Fast alle Frauen haben zB Vergewaltigungsphantasien, insbesondere bei der Masturbation. Und damit meine ich sowohl SMerinnen (auch Aktive), als auch absolute Stinos.

Nun ließe sich eine Vergewaltigungsphantasie recht einfach so umdeuten, auch für die die sie hat, als würde sie auf SM oder gar eine Vergewaltigung stehen. Nichts jedoch wäre unzutreffender! So einfach ist unser Hirn und sind unsere Neigungen nicht strukturiert. Was bei dieser Phantasie zum Tragen kommt, ist das Ansinnen der Frau einen "starken" Sexualpartner zu haben. Und es kommen solche Kleinigkeiten zum tragen, wie die, daß sich viele Frauen einen ihnen mindestens ebenbürtigen Partner wünschen, oder die, daß nach wie vor viele Frauen sexuelle Hemmungen haben, die sie durch einen Traumpartner überwunden "bekommen wollen".

Mit SM hat das also nichts zu tun.

Ähnlich verhält es sich bei jenen nicht zu seltenen Männern, die sich wünschen, von einer Femme Fatale verführt zu werden oder gar Fesselspiele mit ihnen zu betreiben (als Gefesselter). Auch hier sind es völlig un-SM-ige Grundmuster die dem zugrundeliegen.

In unserer heutigen, ach so "aufgeklärten" Zeit, und dank all jener oberflächlichen Publikationen zum Thema, werden solche Phantasien dann ganz flott zur Neigung erklärt, und zwar selbst von den Betroffenen, wenn sie mit der Nase drauf gestoßen werden.

Dies ist jedoch in der Regel völliger Unsinn. Ich habe, als leider mit häufigen Stino-Beziehungen Geschlagene, hier ganz eindeutige und andere Erfahrungen gemacht.

Selbst Männer die sich "mal fesseln" lassen, oder die gelegentlich verführt werden wollen, lassen sich nicht weiter zum SM hin bugsieren, wenns nicht drin steckt. Und bis jetzt steckte es in keinem Stino drin, den ich als Stino kennenlernte. Und ich rede nicht mal davon, jmd soweit umzudrehen, daß es mich befriedigt, sondern lediglich von einem "Gschmäckle".

Auch kann nicht die Rede davon sein, daß jemand, der nur um der Liebe willen oder weil er grade mal Lust auf "aufregenden Sex" hat, mal ein Machtspiel oder etwas härteren Sex macht, dadurch gleich zum SMer wird. Die Grenzen sind zwar sehr wohl fließend, aber so sehr nun auch nicht. SMer kennzeichnen sich regelmäßig dadurch aus, daß sie eben mindestens zur Hälfte ihres sexuellen Daseins SM machen bzw. sich dies wünschen und es aus anderem Grund unterdrücken. Eine Schwalbe macht also hier bestimmt keinen Sommer. Ebensowenig reine Phantasien, hinter denen keinerlei Druck steht sie zu verwirklichen!

Was die Statistiken betrifft, so denke ich daß sie in diesem Punkt recht stimmig sind. Vor allem deshalb, weil unabhängig voneinander Wissenschaftler wie auch Szenepublikationen und -untersuchungen in fast allen Staaten mit freier Meinungsäußerung regelmäßig zu ähnlichen Ergebnissen kommen (~3-5% aktive SMer und nochmal so viele, die sich - noch - nicht trauen). Da die Grenzen fließend sind mag es evtl. noch ein paar Prozent hin oder her geben, die mit SM in mildester Variante liebäugeln.

Aber wie oben gesagt, nicht alles was so aussieht, ist auch SM oder von einer SM-Neigung motiviert.

Was das Spielen in der Öffentlichkeit betrifft, so mag eine (!) Ohrfeige noch angehen, denn die kann auch noch als tatsächliche Ohrfeige mißgedeutet werden. Mehr würde ich persönlich schon als zu naßforsch ansehen.

Für mich spielt es dabei keine Rolle, ob zB die Polizei einschreiten würde, um etwas abzustellen. Was eine Rolle spielt, ist die Tatsache, daß die Zuschauer a) nicht darauf vorbereitet sind (wie zB in bestimmten Gegenden/Rotlichtmilieu oder auf bestimmten Veranstaltungen/SM-Parties oder in bestimmten Räumlichkeiten/Clubs) und b) sie ungefragt mit etwas konfrontiert werden, das sie uU garnicht sehen wollen.

Ich persönlich finde schon fickende SMer auf einer SM-Party im öffentlichen Bereich ausgesprochen widerlich. Die wenigsten SMer sind nämlich so hübsch anzusehen, daß es Spaß macht ihrem fi**en zuzusehen. Gleiches gilt für offen wichsende Männer. Auf der Party sehe ich dann eben weg, wie ich auch zB bei mir widerlichen anderen Praktiken wegsehe.

In der normalen Öffentlichkeit will ich es nicht sehen, und dort hat es nichts zu suchen -- und zwar ziemlich egal was. Ich finde zB Ohrfeigen im D/s-Kontext persönlich nicht anregend, sondern ausgesprochen abtörnend. Auf Parties bin ich darauf gefaßt und sehe halt weg, auf der Straße hab ich nun wirklich keine Lust auch noch damit konfrontiert zu werden.

Du kannst daran sehen, daß eure SM-Spiele bereits durchaus geeignet sind, eine langjährige SMerin abzustoßen. Es gibt deshalb keinen Grund anzunehmen, es wäre den Stinos angenehmer .

Und umgedreht mag das ja auch gelten. Ich bin mir nicht sicher (und würde das auch nie über die Köpfe anderer hinweg entscheiden!), ob eine Cutting- oder Flagorgie von mir allen SMern gefällt. Sicher würden sie keinen Stinos gefallen.

Grenzen mögen Spielpartner miteinander und untereinander dehnen. Aber die der Umwelt mitzudehnen und sich anzumassen zu entscheiden, was ihr zuzumuten ist, das sehe ich als negativ und durchaus selbstgefällig und selbstsüchtig an.

Aber ich gehöre auch zu den Menschen, die zB in einer Moschee Kopftuch und körperbedenkende Kleidung tragen würden -- weil ich bereit bin, auf das Empfinden meiner Mitmenschen Rücksicht zu nehmen.
Wenn die Hunde bellen, weißt du, daß du auf Reisen bist.
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Franz
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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:14.07.01 09:19 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Physique,

wo fängt dann für dich SM an, wo hört Stino auf?
Sind SM-ler dann nur diejenigen die ohne SM keine Erregung empfinden?
Das mit den 50% des Sexes als SM halte ich für sehr willkürlich.

Es ist eigenartig, bezüglich Stinofrauen habe ich ganz andere Erfahrungen gemacht als du. Seit ca meinen 25. Lebensjahr hatte ich immer, zumindest zeitweise SM in alle Beziehungen eingebaut, da waren auch Stinos dabei. Jede Frau hat sich gerne fesseln lassen, ich hatte das Gefühl ich könnte da auch weitergehen, ich wollte es aus verschiedenen Gründen jedoch nicht.

Ich glaube auch, dass die Stino-Männer, die von der Femme-Fatal träumen durchaus als SM-ler im erweiterten Sinn zu bezeichnen sind. Ich glaube die tragen das volle Potenzial in sich, trauen sich aus verschiedenen Gründen jedoch nicht sich darauf einzulassen oder sind einfach zu gehemmt dazu. In einer vertrauensvollen Beziehung, angstfrei, wenn sie bereit sind sich weiterzuentwickeln, wäre das wahrscheinlich durchaus ausbaubar.

Ich kenne viele Berichte, aus Zeiten in denen es noch kein Internet gab und in denen du solche Publikationen nur in Schmuddelsexshops unter der Pudel beziehen konntest, von Paaren, wo allein der Mann seine Frau zur Eheherrin weiterentwickelt hat. Ich beziehe mich vor allem auf die Zeitschrift "Sadanas", da waren auch Berichte von Ehefrauen, die dann im Laufe der Jahre in ihrer Rolle sehr aufgegangen sind und es sehr genossen haben - ursprünglich Stinofrauen.

Ich frage mich, was liegt manchen SM-lern zu betonen es sind höchsten 5% vielleicht, wenn wir großzügig sind 10%?
Brauchen die das Gefühl einer avantgardistischen Minderheit anzugehören?
- wenn ja, was wird denn mit solchen Gefühlshaltungen kompensiert ?

Grüsse
Franz, den seine Domina zur Zeit zwingt dominant zu sein )
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Physique
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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:14.07.01 10:42 IP: gespeichert Moderator melden


Hi Franz,

zuerst einmal -- das ist wirklich ein interessantes Thema!

Ich muß sagen, daß ich es mit der klassisch-konservativen Definition von Neigungen und sexuellen Ausrichtungen halte.

Es gibt ein gut passendes Beispiel zu dem, was ich meine:

Fast jede Frau hat irgendwann in ihrem Leben eine oder mehrere sexuelle Erfahrungen mit anderen Frauen. Entweder sie schläft allein mit der anderen Frau, oder sie tut es evtl. auf Betreiben ihres Mannes zusammen mit ihm (es mit 2 Frauen gleichzeitig zu tun ist auch eine Standardphantasie vieler Männer). Es kann -- vor allem wenn der Mann daran beteiligt ist (als Zuschauer oder direkt Beteiligter) und es ihm gefallen hat -- dazu kommen, daß diese sexuelle Variante (zb über Besuch von Swingerclubs) ziemlich regelmäßig bei diesem Paar als Aufmunterung ihres Sexuallebens oder nur weil es ihnen Spaß macht, eingebaut wird.

Ist diese Frau jetzt eine Lesbe oder Bisexuelle?
Ist der Mann jetzt polyamourös?

Auf beide Fragen ist die Antwort regelmäßig "nein" statt "ja", wenn die Beteiligten genauer hinterfragt werden.

Ebenso wie beim SM ist einmaliges oder gelegentliches Rumprobieren, uU sogar auf Betreiben des Partners, keine tatsächliche Neigung, sondern schlichte sexuelle Neugier und die Lust, sich und dem Partner etwas Auf-/Anregendes zu gönnen.

Und gerade bei diesem Fall von homoerotischen Erlebnissen, die überhaupt nicht selten sind, weiß auch jeder, der mit den Personen spricht, daß sie sich danach keineswegs als Lesben betrachten. Es ist auch hinreichend bekannt, daß bei der großen Mehrheit solche Ereignisse nicht freiwillig wiederholt werden. Meistens bleibt es bei einer solchen Erfahrungen, bzw. bei echter Gelegentlichkeit.

Diese Frau wäre Lesbe, würde sie fortan nicht anders können als nur mit Frauen zu schlafen. Und das regelmäßig UND unabhängig von den ersten Beteiligten (also auch in späteren Beziehungen).

Sie wäre bisexuell, würde sie die Beziehung zu einer anderen Frau parallel zu der zu einem Mann aufrechterhalten wollen, und das ebenso regelmäßig UND unabhängig von den ersten Beteiligten (also auch in späteren Beziehungen).

Der Mann wäre erst dann tatsächlich polyamourös, würde er auf eine dauerhafte Mehrfachbeziehung bestehen, und das regelmäßig UND unabhängig von den ersten Beteiligten (also auch in späteren Beziehungen).

Nur weil sich eine Frau ein, zwei oder dreimal von dir fesseln läßt (oder dich fesselt), weil du das geil findest, muß sie keinerlei Neigung zu SM haben.

Bondage ist ohnehin ein Sonderfall und steht auch im Bereich BDSM etwas am Rande, zT auch und gerade weil leichte Bondagevarianten eine hauptsächliche Schnittmenge mit Stinos sind (ich denke übrigens, daß auch Keuschhaltung im Randbereich steht, mit großer Stino-Schnittmenge).

Was also ist dann SM-Neigung gegenüber sexueller Neugier bzw. der Bereitschaft einem Partner zuliebe ein bisgen mitzuspielen?

Wenn die Frauen, die du erwähnt hast, mit anderen Männern und regelmäßig (also nicht nur gelegentlich) erneut gefesselt werden wollen, wenn sie also so gut wie keinen befriedigenden Sex mehr *ohne* dieses Fesseln (oder Schlagen, usw) haben können, dann erst würde ich von einer eigenen SM-Neigung sprechen.

Du wirst jedoch, wenn du an diesem Punkt nachhakst in der sehr großen Mehrzahl aller dieser Fälle feststellen, daß o.e. Frauen nicht wieder mit anderen Frauen schlafen müssen, um befriedigt zu sein, daß o.e. Männer meist auch mit nur einer Partnerin pro Bett zufrieden sind, und daß die Frauen, die sich von dir fesseln ließen bzw. dich fesselten dies fortan nicht mit allen Partnern tun bzw. dies tun wollen, sondern eben entweder nur bei dir (weil sie wissen, daß es dir gefiel) oder nur in gelegentlichen Ausnahmefällen.

Wirst du hingegen eine Lesbe fragen, wie es um ihre Neigung steht, wird sie dir erklären, daß sie nur lesbischen Sex haben möchte, daß anderer Sex meistens nicht befriedigend für sie ist.

Auch Schwule werden vielleicht hin und wieder mit einer Frau schlafen, den Sex mit Männern müssen sie haben.

Polyamouröse mögen ermangels passendem Partner in einer Paarbeziehung leben, aber stets nach einer Mehrfachbeziehung suchen.

Und SMer mögen bei nicht-SM-geneigtem Partner evtl. ganz ohne auskommen, aber sie empfinden das Fehlen als schmerzhaftes, sie ständig unter Druck setzendes Manko, das sie auszugleichen suchen.

Ich denke jedoch nicht, und das war ja der Punkt, daß du mehr als 5-10% Menschen in der Bevölkerung antriffst, die dir erklären, daß sie unbedingt SM brauchen, um befriedigt zu sein.

Genausowenig wie du mehr als ~10-20% Menschen antriffst, die dir erklären, daß sie den gleichgeschlechtlichen Partner brauchen, um befriedigt zu sein (und das obwohl zB 85-90% aller Frauen homoerotische Erfahrungen haben).

Der Hauptunterschied liegt eben in der Neigung und ihrem drängenden Vorhandensein, und nicht in der freiwilligen Bereitschaft, etwas gelegentlich auszuprobieren oder zu tun. Damit ist es eine Definitionssache.

Wobei wiederum die Neigung und ihre Häufigkeit keinerlei Aussage darüber trifft, wie hoch die Toleranz gegenüber öffentlichem SM oder öffentlichem Sex ist.

Ich bin definitiv stark "geneigte" SMerin, sprich mich befriedigt ein Leben ohne SM nicht, ich muß SM haben. Dennoch lehne ich es ab, außerhalb passenden Kontextes (zuhause oder im SM-Rahmen) mit SM konfrontiert zu werden.

Was die "geneigten Ehefrauen" betrifft, so gibt es gegenüber diesen eine ganz harte, ganz rauhe Mehrheit an Fällen, in denen die Frauen (oder Männer) nach Bekanntwerden der SM-Neigung ihres Partners die Trennung herbeiführen.

Ich weiß nicht wieviele dieser Berichte Wunschdenken sind, aber ich halte den Anteil der Ehefrauen, die sich umpolen lassen für eher sehr gering und deren Ausübung von SM zudem für häufig auf sehr fragwürdigen Motivationen und Grundlagen basierend.

Um anderes zu glauben, begegnen mir viel zu viele m-subs, die entweder fremdgehend SM machen wollen ("meine Frau darf nichts wissen, keine Spuren bitte!"), die einen festen Partner haben und nur einen Spielpartner suchen ("keinen Sex dabei bitte, ich darf mich nur schlagen/erniedrigen lassen") und die zur Prodomme gehen ("mit oder ohne Sanktion der Partnerin"). Und vor allem begegnen mir viel zu viele Getrennte oder Geschiedene! In meinem Bekanntenkreis dürften mindestens 3 von 5 SMern sich von nicht-SM-igen Lebenspartnern wegen SM getrennt haben. Sehr viele davon inkl. Scheidung und Verlust der Kinder.

Und Letzteres zB ist für mich ein klassisches Anzeichen von definitiver Neigung. Wer SM so sehr braucht, daß er einen geliebten bzw. langjährigen Partner verläßt, für den ist es auch eine Neigung.

Warum dieses Auseinanderdividieren?

Sicher nicht, um irgendeine Elite herauszustellen oder Derartiges.

Aber es ist hilfreich zu wissen, ist frau selbst SMerin aus Neigung, mit wem frau es zu tun hat bzw. bekommt.

Ein Mann, der nur so la la mal SM macht, bzw. sich von mir mir zuliebe umpolen läßt, wird weder mich befriedigen, noch dauerhaft selbst glücklich werden, noch ist es ihm langfristig zuträglich. Wie es so schön heißt: been there, done that.

Und -- egal was in solchen meine-Frau-hat-sich-umpolen-lassen-Kopfkinoberichten steht -- es ist auch gut zu wissen, daß es mehrheitlich Kopfkino ist bzw. zu wissen, was man(n) evtl. der eigenen Frau damit antut.

Aus Liebe haben sich Menschen schon für ihren Partner hinrichten, einsperren und malträtieren lassen.

Ohne daß sich jmd. darüber im klaren ist, daß er oder sie den Partner mit einem solchen Ansinnen unter Druck setzt, wird jmd auch nicht klar, daß er dabei ist, den Partner zu "verbiegen".

Langfristig und moralisch gesehen, halte ich dies für eine extrem fragwürdige und sicher auch selbstsüchtige Geschichte, die ich persönlich (wiegesagt das ist *meine* Meinung mittlerweile nach all den Jahren) nicht besonders gut finde.
Wenn die Hunde bellen, weißt du, daß du auf Reisen bist.
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Sven741
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Sven0815  Sven0815  
  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:14.07.01 11:13 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Pysique!


Zitat

Bondage ist ohnehin ein Sonderfall und steht auch im Bereich BDSM etwas am Rande, zT auch und gerade weil leichte Bondagevarianten eine hauptsächliche Schnittmenge mit Stinos sind (ich denke übrigens, daß auch Keuschhaltung im Randbereich steht, mit großer Stino-Schnittmenge).


Ja so sehe ich es auch! Beide Punkte trennen auf meine Partnerin und mich zu. Wir betreiben sowohl Bondage (im Wechselspiel) als auch meine Keuschhaltung (als Spiel). Wir haben beide nach deiner Definition keine SM-Neigung. Für uns sind Bondage und Keuschhaltung einfach nur abwechslungsreiche Spiele, nicht mehr. Unsere Partnerschaft würde auch prima ohne diese für uns beide anregenden Spiele funktionieren. Meine Keuschhaltung betreiben wir NICHT aus folgenden Gründen:

Verhinderung von Untreue/Selbstbefriedigung, als Bestrafungs- oder Erziehungsmittel.

Ich werde auch nicht wochenlang eingesperrt und erst nach "guter Führung" wieder befreit.

Es ist für uns einfach ein anregendes Spiel, welches jederzeit (von beiden Seiten) beendet werden kann. Natürlich würde es aber keinen Spass machen, wenn ich andauernd wenn ich Lust bekomme den Schlüssel verlangen würde und dann auch bekäme. Daher verweigert sie mir auch die Schlüsselherausgabe, wenn es für uns beide offensichtlich ist, dass ich eigentlich das Spiel nicht beenden möchte. Dies kann man, wenn man sich gut kennt sehr leicht feststellen.

Bei Bondage ist für uns der Kick, dass man sich dem Partner für eine bestimmte Zeit völlig ausliefert (Liebe, Vertrauen und Respekt sind hier natürlich Grundvoraussetzungen). Wir wissen von einander, dass der Partner in dieser Situation nie etwas machen würde, was dem anderen Schaden würde oder gar abstossen könnte.

Demnach sind wir also zwei Stinos, die allerdings gerne diese beiden Randbereiche des SM betreiben. Wir können aber auch gut ohne sie leben und sind daher nicht davon abhängig.

Sven
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Arachne
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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:14.07.01 20:43 IP: gespeichert Moderator melden



Hi!

Physique schrieb: (ssc)
> Jenen Punkt, den ich in deinem Post tatsächlich sogar sehr problematisch finde, hast du jedoch
> leider nicht erwähnt: (snip)

Hmm.. Leider? Ich hatte auch nicht vor hauptsächlich über ssc oder Moralvorstellungen
über das Spielen in der Öffentlichkeit zu schreiben. Wahrscheinlich wird es noch viele
Leute geben, die noch ganz andere Punkte problematisch finden.
Obwohl ich mich sogar bemüht habe, dieser Rechtfertigerei aus dem Weg zu gehen, in dem
ich schon freiwillig Erklärungen beigefügt habe.

Wenn ich so zurückblicke auf die letzten Jahre, so wird wohl am ehesten das Ohrfeigen
in der Fußgängerzone auf deinen Text zutreffen.
ZB einmal hatte mein Subbie meine Geldbörse zuhause liegen gelassen.
Ich schaute mich um ob Kinder in der Nähe waren, ließ ihn am Rande knien und gab ihm
einen Klaps auf die Wange. Ich genoss seine schuldbewußte submissive Miene, gleichzeitig
dachte ich, das sich nun jeder nach uns umdrehen würde. Dieses Gefühl gefiel mir
nicht. Zu meinem Erstaunen hatte sich kein Schwein um uns gekümmert.

Ich nehme an, weil wir nicht auffällig genug waren. Vielleicht weil ab einer gewissen
Größe einer Stadt die Anonymität rapide steigt; sich eher jeder um sich selbst kümmert.
Weil uns höchstens manchmal ein leichter Seitenblick streifte, hab ich es auch
ein paar mal wiederholt. Mir ist tatsächlich fast egal, was andere von mir denken
(zB die ist pervers), aber mir liegt nichts daran andere in irgendeiner Art zu
verletzen, beleidigen, vor den Kopf zu stossen ect. Ich hätte es gelassen (bezogen
auf diese Situation), wenn ich irgendeinen Blick abbekommen hätte, der erstens in mir
dieses "Wir werden beobachtet, wir fallen auf" verstärkt,
oder zweitens jemanden offensichtlich in irgendeiner Form zu schaffen gemacht hätte.

Öffentliche Brutalität ist mir viel zu ordinär. Bei mir gibt es keine lauten, pompösen
auffälligen Szenen mit voll durchgezogenen Ohrfeigen, so das sich sämtliche Leute
zu recht umdrehen. Keine Schimpfworte, die jemand anders hören würde. Ich käme auch nie
auf die Idee - wie meine Freundin - in der Kirche zu vögeln.

Speziell zu der von mir beschriebenen Bücherei-szene:
Es geht darum, das wenn jemand kommen _würde_, ich ihn durchaus dazu veranlassen
_könnte_, seine Position beizubehalten. Das Ziel ist beileibe nicht jemand
unbeteiligten zu schockieren.
Hätte sich jemand genähert, so hätte sich sein Blick auf mich geheftet: Ein leiser
Wink von mir und seine Arme wären in eine unauffällige Haltung gesunken. Nur - dazu
kam es überhaupt nicht, da die Bücherei riesig ist, mit unzähligen verschachtelten
Zimmerchen und wir uns in einer ruhigen Vormittagsstunde in ein Eckchen verzogen haben.

Wenn ich ihm draussen befehle die Hosen runter zu ziehen (beispielsweise um
Brennesseln in den Slip zu legen) dann mache ich das nicht mitten auf dem Weg,
sondern auf einer versteckten Lichtung.
Oder wer sollte ahnen was ein kleines, mit Kajal gemaltes MT auf seiner Stirn bedeutet?
Wer sollte auch ahnen, das er gerade den Reflexzonenmassage Kurs in der Volkshochschule
besucht, damit er mit seinen neu erworbenen Fähigkeiten seiner Herrin besser dienen kann?
Wenn ein Restaurant gut besucht ist, die Tischdecke lang genug ist, dann kann er mir
unauffällig meine müden Füsse massieren. Oder ich lege sie ihm dazu im Park
auf den Schoß.
Da er ein phantastisches Gedächtnis besitzt, nutze ich ihn auch gerne als lebendigen
Notizzettel.
Oder wie sollte der Eisverkäufer vermuten, das ich gerade Spaß daran habe, meinem
Sub die mir schauderhaftesten Eissorten in den unmöglichsten Zusammenstellungen
auszusuchen? (*smile* und er sich dann auch noch dafür bedankt....ich sein Gesicht
studiere, wenn er das Pistazieneis probiert.....unser lächeln, wenn das Eis tatsächlich
scheußlich schmeckt...uff - ich stelle immer wieder fest, wie pervers ich bin )

Will sagen: Für mich ist "öffentliches Spielen" nicht gleichbedeutend mit
den Szenen die du beschrieben hast, die zu dem Schließen des Szenelokals geführt
haben.

Bei Kindern bin ich sehr empfindlich, da ich selber eins hab. Bis man BDSM richtig für
sich selbst einordnen kann, brauchts halt einer gewissen Reife. Ich weiß ja selber
wie ich anfangs bei meinen ersten SM Partys auf das Gestöhne mancher Subs reagiert habe
(ich hab mir die Ohren zu gehalten), weil es meinem Verstand schwer fiel meinen
unbewußt aufkommenden Emotionen gegenüber stand zu halten
(im Gegensatz dazu, wenn ich selber die Peitsche schwang - dann fühlte ich unmittelbar,
das alles in Ordnung war).
Gerade auch deswegen wäre öffentliche Brutalität für mich ein No No. Die Ohrfeigen
befinden sich durchaus auch an meiner Grenze - deswegen achte ich sozusagen
auf die "Form" des Ablaufs.

Aber andere Szenen mit meinen Sub? Zu 98 Prozent baue ich die so, das es diskret abläuft.
Und da wo es nicht diskret ist, wäge ich halt ab.
ZB wenn sich bei meinem Schuh die Schnürsenkel lösen,
dann mute ich es jemandem zu (ausser Kindern) das er den Anblick erträgt, wenn
mein Sub sich auf eine selbstverständliche Art darum kümmert.
Dasselbe gilt für Schmutz an meinen Schuhen. Oder meine Einkäufe schleppen.
Hab ich halt einen kapputten Rücken.
Ich würde mich auch ich ohne Probleme von ihm in einem Sulky spazieren fahren lassen.
Muß er halt von den Klamotten her möglichst sportlich aussehen,
damit ich es gegebenenfalls mit "Leistungssporttraining" begründen würde.

Arachne

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Physique
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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:15.07.01 13:01 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

Obwohl ich mich sogar bemüht habe, dieser Rechtfertigerei aus dem Weg zu gehen


Das du das gerne möchtest, ist mir verständlich

Zitat

Ich nehme an, weil wir nicht auffällig genug waren.


Es ist völlig unmöglich (du kannst mir gerne das Gegenteil versuchen zu beweisen), zu überprüfen, wer alles gerade wobei zusieht und wer nicht. Ich war noch in keiner westlichen Stadt, in der es nicht mehrstöckige Häuser, Grünflächen mit Gebüschen, Fenster mit Gardinen und Rollos und mittlerweile auch Überwachungskameras gibt.

Daß sich niemand beschwert hat, heißt nicht automatisch, daß es niemand gesehen hat. Und es bedeutet auch nicht, daß es nicht für jemand unangenehm war, dies mit anzusehen.

Ein kleiner Junge, der am Abend seinen Vater fragt "ist es normal, daß Frauen Männer ins Gesicht haun?"...

Ein kleines Mädchen, die später ihre Mutter fragt "knien Männer immer vor Frauen auf dem Boden?"...

Der kleine Seitenblick könnte von einem Mann gekommen sein, dessen Frau ihn privat mißhandelt...

Der Blick hätte auch von einer Frau sein können, die tiefreligiös war, erkannte, was da geschieht und sich danach mehr als nur ein bischen schlecht fühlte...

Nichts davon ist auszuschließen, und anzunehmen, daß -- nur weil niemand "Polizei!" schrie oder euch gleich negativ darauf anzusprach -- damit auch niemand eine negative Erfahrung verbindet, halte ich für ein klein wenig zu sehr gegenüber anderen Menschen anmaßend.

Vieles von dem was du schilderst, ist für Außenstehende tatsächlich nicht wahrnehmbar.

Einiges jedoch sehr wohl und je breiter SM in der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird, desto leichter wird es diesen Menschen, das auch korrekt einzustufen. Oder sie stufen es eben falsch ein, was auch nicht unbedingt akzeptabel ist.

Ich bleibe dabei, was ihr in diesen Fällen dann tut, ist es fremde Menschen ungefragt und ohne ihnen Gelegenheit zu geben, dem auszuweichen, für euren persönlichen Spaß wie Spielzeug zu benutzen, ja auszunutzen.

Und das ist für mich keine annehmbare Grundhaltung, weder im Bereich SM, noch andersweitig, vor allem deshalb nicht, weil es ein Leichtes wäre, euch ausschließlich auf Dinge zu beschränken, die nicht wahrnehmbar sind. Das wiederum heißt für mich, daß ihr bewußt und absichtlich ungefragt Menschen benutzt, um euch zu befriedigen.

Für mich geht meine persönliche Freiheit immer noch nur bis zu dem Punkt, an dem die der Anderen beginnt.

Again, just my opinion...
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  Re: SM - sexuelle Erregungen Datum:15.07.01 19:38 IP: gespeichert Moderator melden


Physique schrieb:
Das du das gerne möchtest, ist mir verständlich

Nein, bezweifle ich. Der Grund war so etwas wie Freundlichkeit - kein heischen nach Absolution.
Da ich mir selbst durchaus zutraue, kleine Jungs und Mädchen von Erwachsenen zu
unterscheiden mache ich hier einen Punkt.
Glaub du von mir was du willst und ich werd es mit Fassung tragen.

Arachne


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Arachne am 12.03.07 um 23:26 geändert
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  Lektüre (Re: SM - sexuelle Erregungen) Datum:17.07.01 13:15 IP: gespeichert Moderator melden


Ich bin grad zufällig auf eine Lektüre zum Thema gestoßen - war eigentlich
auf der Suche nach Literatur über Weltveschwörungstheorien - in Georg Simmels
Soziologie gibts ein ganzes Kapitel über das Geheimnis und die Diskretion... egal
wie man dazu steht, es ist auf jeden Fall anregend.

b
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