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 Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung!
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RE: Moderne Keuschheit - Teil 2
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Datum:13.05.26 20:15 IP: gespeichert
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Spannend wie es weiter. DarkO ist immer wieder für eine neue Wendung gut .
Wie es wohl weiter geht? Denk positiv, immer nur positiv!
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Story-Writer
    Nürnberg

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RE: Moderne Keuschheit - Teil 2
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Datum:10.06.26 12:50 IP: gespeichert
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Vielen Dank für die netten Kommentare!
28. Der Urlaub
Die wenigen Wochen bis zu unserer geplanten Abreise vergingen irgendwie wie im Flug. Nun ja – relativ. Natürlich musste ich mich stark zusammenreißen, um die vierzehn Tage, in denen ich weder meine Disziplinhaube tragen, noch auf meinem Crosstrainer strampeln würde, vorher komplett auszugleichen, aber das war nun einmal Karins Bedingung gewesen. Ich wollte sie nicht enttäuschen. Außerdem konnte ich dadurch ihr und mir selbst beweisen, dass ich tatsächlich dazu in der Lage war, mein Ziel, Keuschheitsgürtel und -bustier wesentlich früher loszuwerden, zu erreichen.
Auch Jan hatte vor unserem Urlaub noch eine Aufgabe zu erledigen: Herr Evildevil hatte ihm nämlich aufgetragen, für das Keuschheitsprogramm einen sogenannten ‚Urlaubsmodus‘ zu implementieren. Dieser sollte es mir, sowie auch jedem anderem Benutzer der Software zukünftig gestatten, für einen vorher festgelegten Zeitraum von maximal drei Wochen pro Jahr, bestimmte Komponenten der mit ihr verknüpften Fesselausrüstung abzulegen und manche Regeln zu pausieren.
Am meisten freute ich mich darauf, endlich einmal diese dämlichen Ketten eine Weile lang nicht mehr tragen zu müssen. Ich konnte mich fast schon nicht mehr daran erinnern, wie es sich anfühlte, ohne Schenkelbänder und Schrittkette herumzulaufen. Auch meine Disziplin- und die Schlafhaube würde ich während unseres Aufenthalts auf Sardinien garantiert keine Sekunde vermissen.
Wenn ich dafür gezwungen war, diese komischen Ballettstiefel zu tragen, na dann war das halt so. Ich hatte schon schlimmere Dinge ausgehalten. Immerhin blieben mir noch ein paar Tage Zeit, mich an das Laufen darin zu gewöhnen. Und außerdem würde ich ja im Urlaub auch nicht so viel laufen müssen. Morgens vom Bett bis zur Terrasse mit Pool und abends wieder zurück. Ab und zu vielleicht mal runter an den Strand. Oder essen gehen. Jedenfalls keine großen Strecken. – Okay, da war diese Sache mit dem Wanderweg, den Evildevil empfohlen hatte, um dort ein paar Fotoaufnahmen zu machen. Dass es sich dabei in Wirklichkeit weniger um eine Empfehlung, sondern vielmehr um eine unbedingt zu erledigende Aufgabe handelte, war mir selbstverständlich klar.
Bei dem Gedanken daran fiel mir ein, dass ich unbedingt noch ein paar passende Kleidungsstücke für den Urlaub benötigte. Also nahm ich unseren Laptop und ging auf die Suche. Zuerst brauchte ich ein neues Sommerkleid. Dessen Stoff durfte nur nicht zu dünn sein, sonst würde man meine stählerne Unterwäsche hindurchschimmern sehen. Bei der Suche nach einem geeigneten Kleid stolperte ich über einen furchtbar schicken Jumpsuit. Den musste ich einfach haben. Dank der Tatsache, dass mir im Urlaub die Schrittkette erspart bleiben würde, wäre ich in der Lage, diesen anzuziehen.
Dann wählte ich noch zwei schöne Kleider aus. Ich wollte den Einkauf schon abschließen, da bekam ich eine Idee: Wenn ich einen Badeanzug fände, der meinen Keuschheitsgürtel und den BH, inklusive der Ketten dazwischen, zuverlässig verdeckte, dann könnte ich damit sogar im Meer schwimmen, anstatt nur bis zu den Knien ins Wasser zu gehen.
Einen Badeanzug zu finden, der die genannten Kriterien erfüllte, war gar nicht so einfach. Bikinis kamen sowieso nicht infrage. Aber auch bei den Einteilern schieden so gut wie alle Modelle aus. Zwar würden die meisten davon wohl vorne herum den Edelstahl an meinem Körper nahezu vollständig verdeckten, aber dafür war bei allen beinahe der gesamte Rücken offen. Bei anderen wiederum war der Rücken geschlossen, jedoch waren die so eng geschnitten, dass man die darunterliegenden Metallaccessoires zweifellos als das erkennen würde, was sie waren. Und der Rest sah so aus, als wäre er für alte Omas designt worden.
Mehr oder weniger zufällig landete ich irgendwann in der Rubrik ‚Neoprenanzüge‘. Dort wurde ich überraschend schnell fündig. Ich wählte einen schwarzen Schwimmanzug mit einer Materialstärke von zwei Millimetern, ohne Ärmel und ohne Beine, mit einem langen Reißverschluss auf der Brust. Der sah perfekt aus. Wie für mich gemacht. Nur noch die Größe auswählen. Klick. Fertig!
Zwei Tage später war die bestellte Ware bei mir. Leider war es keine ganz so einfache Aktion, die Kleidungsstücke anzuprobieren, denn dazu musste ich mein Keuschheitsprogramm erst um die Erlaubnis bitten, das Haus zu verlassen. Weil es leider rund um unser Haus keine einzige Möglichkeit gab, sich unbemerkt umzuziehen, war ich gezwungen, nach jeder Anprobe wieder zurück ins Haus zu gehen, um das nächste Teil anzuziehen. Wegen der Kette zwischen meinen Oberschenkeln sah der Jumpsuit in diesem Bereich zwar komisch aus, aber er passte. Nur den Neoprenanzug, den konnte ich nicht anprobieren. Da musste ich auf die Erfahrungen der anderen Kunden vertrauen, die berichtet hatten, dass der Anzug in der jeweiligen Größe sehr gut passte, sogar bei einer etwas größeren Oberweite.
Dann war das Datum unserer Abreise gekommen. Ich war völlig aus dem Häuschen. Nach dem Aufstehen tanzte ich förmlich durchs Haus; trotz der Ketten zwischen meinen Armen und den Beinen. Die durfte ich erst um sieben Uhr ablegen, denn erst ab da war der Urlaubsmodus aktiv.
Punkt sieben Uhr gaben meine Metallfesseln dieses bekannte Summen von sich. Ich ging zur Garderobe, um mich davon zu befreien. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, die Schenkelbänder ebenfalls auszuziehen.
Zunächst bewegte ich mich etwas vorsichtig. Aber nachdem ich die ersten Schritte gegangen war, ohne durch Elektroschocks bestraft zu werden, lief ich schnurstracks zu meinem Mann und fiel ihm um den Hals.
„Das ist so ge... – AUA! Ah! Autsch. Gnnnn…“
Durch eine Reihe von äußerst schmerzhaften Stromschlägen wurde ich von meinem Halsband darauf hingewiesen, dass es mir momentan nicht gestattet war, laut zu sprechen. Ja. Normalerweise war am Wochenende jeweils von fünf bis neun Uhr die sogenannte Stille Zeit, das wusste ich. Daran hatte ich mich bisher auch meistens brav gehalten. Genau genommen hatte ich währenddessen zur Sicherheit häufig meine Erziehungshaube getragen. Weil Herr Evildevil aber gesagt hatte, dass ich diese Haube zuhause lassen konnte, war ich eigentlich davon ausgegangen, dass diese Regel während des Urlaubs nicht gelten würde. Ich nahm mein Handy zur Hand, in der Hoffnung, mittels der Keuschheits-App mehr in Erfahrung bringen zu können.
Beinahe wäre mir das Gerät aus der Hand gefallen. Die App sagte mir nämlich, dass mir, solange der Urlaubsmodus aktiv war, ausschließlich flüstern gestattet war. Und das auch nur, wenn ich meinen Analplug hinten drinstecken hatte. So eine Gemeinheit!
Der Urlaub fing ja mal ganz klasse an! „Da bin ich gespannt, was noch alles auf mich – oder auf uns beide – zukommt!“, dachte ich mir. Wobei so gut wie alle Gemeinheiten, die sich Evildevil bisher ausgedacht hatte, ausschließlich mich betroffen hatten. Aber deshalb jetzt den Urlaub absagen? – Nein! Niemals! Außerdem bliebe der sogenannte Urlaubsmodus meines Keuschheitsprogramms wahrscheinlich ohnehin für die nächsten vierzehn Tage aktiv. Egal, ob ich nun nach Sardinien reiste oder daheimbliebe. Bestimmt würde ich den Urlaub auch genießen, wenn ich dabei nicht laut reden durfte.
Als Nächstes zog ich meinen neuen Jumpsuit an. Ein Blick in den Spiegel zeigte mir, dass dieser nicht nur die Konturen des Stahls an meinem Körper perfekt kaschierte. Dadurch, dass ich beim Kauf eine Nummer Größer gewählt hatte, verdeckte er zudem auch meine seltsamen Stiefeletten zur Hälfte.
Inzwischen beherrschte ich das Laufen in diesen schon erstaunlich gut.
Meine Kleider und Röcke, eine kurze Hose, eine lange, sowie diverse Oberteile hatte ich eingepackt. Ebenso eine leichte Jacke und meinen neuen Badeanzug. Und natürlich Zahnbürste, Zahnpasta, Sonnencreme, Lippenstift und noch vier weitere Kosmetikprodukte. Schuhe würde ich ebenso wenig benötigen wie Unterwäsche.
Jan hatte seine Fesseln ebenfalls abgelegt und stand nun in kurzer Hose, T-Shirt und Turnschuhen vor mir. Unsere beiden Reisetaschen lagen gepackt im Flur. Jan hatte die Packliste zweimal kontrolliert, damit auch wirklich alles dabei war. Also zum Beispiel auch unsere Ladekabel für die Handys und das Netzteil des Laptops, inklusive der in Italien benötigten Steckdosenadapter. Ohne die wäre ich wohl irgendwann ziemlich aufgeschmissen, da der Akku der Geräte auf keinen Fall zwei Wochen lang durchhalten würde. Zwar musste ich während des Urlaubs meinen täglichen Bericht an Herrn Evildevil nicht um Punkt sieben Uhr abgeschickt haben, aber schreiben und abschicken müsste ich ihn dennoch weiterhin jeden Tag.
Pünktlich um halb acht gingen wir aus dem Haus. Jan verriegelte die Tür und verstaute das Gepäck im Kofferraum unseres Autos. Dann stiegen wir ein und es ging tatsächlich los. Ich startete das Navi und wählte als Ziel das Business Aviation Center am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg aus.
„Haben wir auch wirklich alles dabei?“, fragte Jan, bestimmt zum dritten Mal.
Nach kurzem Überlegen nickte ich knapp. Dann zeigte ich ihm die Thermobecher mit frischem Kaffee, die ich nach dem Aufstehen vorbereitet hatte.
„Schau, wir haben sogar Kaffee“, flüsterte ich.
Jan grinste. „Du bist die Beste!“
Da ich bisher noch nie am Flughafen in Braunschweig gewesen war, war ich schon sehr gespannt darauf. Auch wenn die Aussicht, dass wir uns dort mit diesem Mistkerl namens Evildevil treffen würden, meine Vorfreude etwas trübte. Dass ich während des gesamten Urlaubs nur flüstern durfte, hatte ich selbstverständlich auch noch nicht vollständig verdaut, und ich ahnte bereits, dass ich bei unserer Heimkehr bestimmt einen ganzen Haufen an zusätzlichen Strafpunkten im Gepäck haben würde. Vier hatte ich ja bereits schon kassiert an dem Tag. Dabei hatte der Tag quasi gerade erst begonnen.
Dieses Halsband mit dem eingebauten Kehlkopfmikrofon war für mich tatsächlich die schlimmste Fessel von allen. Gut, ununterbrochen in einem Keuschheitsgürtel zu stecken, war natürlich auch fürchterlich. Aber selbst, wenn ich keinen tragen würde, so könnte ich mit dieser Fessel am Hals trotzdem niemals zum Orgasmus kommen, ohne bestraft zu werden. Ich war nun mal nicht leise im Bett. Für jedes Stöhnen einen Strafpunkt? Hui, da käme bestimmt schnell Einiges zusammen.
So ungeheuer wichtig waren mir meine sexuellen Höhepunkte jetzt auch nicht. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich keine Lust mehr auf Geschlechtsverkehr hatte. Natürlich hatte ich die. Der letzte Orgasmus war wirklich sehr schön gewesen. Leider waren inzwischen bereits mehr als sechs Wochen vergangen. Andererseits war die Strafe dafür auch extrem hoch gewesen.
Ich schüttelte den Kopf. Gerade begann unser Urlaub. Das war bestimmt nicht der richtige Zeitpunkt, um über irgendwelche Strafen nachzudenken.
Jan hielt das Lenkrad mit einer Hand und nahm einen Schluck Kaffee. „Schon verrückt“, sagte er. „Noch vor ein paar Wochen hätten wir über so einen Urlaub nicht einmal nachgedacht.“
„Mhm“, brummte ich zustimmend.
Der Rest der Fahrt verlief nahezu wortlos. Das leise Gedudel aus dem Radio, gelegentlich unterbrochen von Navi-Ansagen, reichte vollkommen aus. Der Himmel war grau, wie so oft Ende September. Über den Feldern hing leichter Nebel und auf der Windschutzscheibe sammelten sich einzelne Regentropfen. Die Scheibenwischer beseitigten sie automatisch. Es gab nur wenig Verkehr und wir kamen flott voran.
Knapp anderthalb Stunden später führte uns das Navi von der Autobahn ab und dirigierte uns durch ein paar recht schmale Straßen.
Ich war skeptisch. „Hier soll es zu einem Flughafen gehen?“
Jan nickte. „Auf dem Wegweiser nach der Ausfahrt stand, dass es hier zum ‚Lilienthalplatz‘ geht.“
Wir entdeckten mehrere Schilder, die den Weg zum ‚Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt‘ wiesen, jedoch kein einziges mit dem gesuchten Business Aviation Center.
Der Stimme aus der Mittelkonsole weiter folgend, landeten wir irgendwann auf einer weiteren schmalen Straße. Links waren hinter einer Reihe Bäume mehrere Gebäude zu erkennen, rechts befand sich ein Wald. Ich bezweifelte immer mehr, dass dies der richtige Weg war.
Dann, an einer Kreuzung, an der die Vorfahrtsstraße nach rechts abbog, erblickte ich auf der linken Seite ein recht unscheinbares Gebäude und das Navi teilte uns mit: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“
Tatsächlich: In blauen Lettern stand auf der Gebäudefront „BUSINESS AVIATION CENTER“.
Direkt daneben gab es einen Parkplatz. Aber kein Menschengedränge, kein hektisches Durcheinander wie auf großen Flughäfen üblich. Alles wirkte merkwürdig ruhig. Doch gerade, als wir unser Gepäck aus dem Auto geladen hatten, startete nur wenige hundert Meter vor uns ein Flugzeug. Also waren wir am richtigen Ort.
Noch bevor wir den Eingang des Gebäudes erreicht hatten, trat uns ein Mann in dunklem Anzug entgegen. Nicht geschniegelt genug für einen Chauffeur oder den Sicherheitsdienst. Dem Auftreten nach zu urteilen handelte es sich eher um die Sorte Mensch, die scheinbar alles organisiert bekam.
„Herr und Frau Sommer?“, fragte er freundlich. „Willkommen. Mein Name ist Krämer, Firma Restriktivia. Ich kümmere mich heute um Ihre Reise.“
„Wenigstens hat Evildevil jemanden geschickt, anstatt selber zu kommen“, dachte ich. Meine Laune besserte sich schlagartig.
„Ihr Gepäck können Sie hier drauf abstellen“, sagte Krämer und deutete fast beiläufig auf einen kleinen Handwagen. „Wenn Sie mir bitte folgen würden.“
Der gesamte Ablauf fühlte sich seltsam unwirklich an. Kein Einchecken, keine Warteschlangen, keine Durchsagen aus Lautsprechern. Und erfreulicherweise auch keine Sicherheitskontrolle. Die Art, wie sich Herr Krämer bewegte, und wie er mit uns sprach, wirkte äußerst beruhigend.
Zehn Minuten später standen wir bereits auf dem Vorfeld.
Der Jet wartete einige Meter entfernt auf uns. Er war klein genug, um nicht übermäßig protzig zu wirken, dennoch groß genug, dass mir sofort klar war, wie absurd teuer dieses Ding vermutlich war. Natürlich durfte der orange Streifen mit der Schrift „Restriktivia –Leidenschaft in Stahl“ an der Seite nicht fehlen.
Eine Stewardess begrüßte uns an der Einstiegstreppe mit einem freundlichen Lächeln. „Willkommen an Bord.“
Im Innen roch alles dezent nach Leder und frischem Kaffee. Bequeme helle Sitze neben dunkler Holzverkleidung. Dazwischen gab es viel Platz. Deutlich zu viel Platz für ein Flugzeug, wie ich fand.
Jan ließ sich langsam in einen der Ledersessel sinken.
„Okay“, sagte er grinsend. „Das ist schon ziemlich cool.“
Ich musste unwillkürlich lächeln. Das hier fühlte sich ausnahmsweise einmal nicht nach Restriktivia an. Hier gab es keinen Edelstahl, außer den an unseren Körpern. Nichts, das nach Herrn Evildevils seltsamen Einfällen aussah. Sogar das Personal schien völlig gewöhnlich. Kein Latex, keine Fesseln. Selbstverständlich war es durchaus möglich, dass die Stewardess unter ihrer Uniform ebenfalls einen Keuschheitsgürtel und ein dazu passendes Bustier trug. Nachfragen wollte ich allerdings nicht.
„Toll. Einfach nur Urlaub“, flüsterte ich meinem Mann begeistert zu, während ich versuchte, die Stimme in meinem Unterbewusstsein zu ignorieren, die meinte, dass dieser Flug auch ein ganz anderes Ziel haben könnte als Sardinien. Allerdings war Herr Evildevil ohne Zweifel dazu in der Lage, mir auch auf Sardinien das Leben zu Hölle zu machen. Mir fiel ein, dass ich zum Beispiel immer noch nicht wusste, was das für Edelstahlaccessoires sein würden, die ich während des Urlaubs testen sollte.
Nachdem die Stewardess die Tür geschlossen hatte, kam sie zu uns. „Wir werden in wenigen Minuten starten. Sie müssten daher bitte die Sicherheitsgurte anlegen. Da es außerdem während des gesamten Fluges immer wieder mal zu Turbulenzen kommen kann, wäre es gut, wenn Sie bis zu unserer Landung in Cagliari angeschnallt sitzen bleiben. Unser Flug dürfte ungefähr zweieinhalb Stunden dauern.“
Die Triebwerke begannen zu surren, erst leise, dann mit zunehmender Kraft. Das Flugzeug setzte sich in Bewegung. Ich sah aus dem Fenster. Rollbahnmarkierungen zogen vorbei, schneller und schneller. Ein kurzer Druck in der Brust, dann lösten sich die Räder vom Boden.
Einige Augenblicke nach dem Start drehte die Maschine in einem weiten Bogen nach links und stieg weiter.
Braunschweig unter uns wurde rasch kleiner, die Häuser und Autos sahen bald aus wie Spielzeug. Der Jet gewann weiter an Höhe. Schließlich verschwand die Welt unter den Wolken. Zum ersten Mal seit langer Zeit hatte ich das Gefühl, tatsächlich einmal weit wegzukommen.
„Darf ich Ihnen etwas zu trinken bringen? Eine Tasse Kaffee oder ein Glas Sekt vielleicht?“
Die Stimme der Stewardess riss mich aus meinen Gedanken. Ich hatte tatsächlich etwas Durst. Ein Glas Sekt schien mir in dem Moment genau das Richtige zu sein.
Jan antwortete zuerst: „Ja. Ein Gläschen Sekt nehme ich gerne.“
„Für mich bitte auch“, flüsterte ich und nickte.
Die Stewardess beugte sich leicht vor. „Entschuldigen Sie bitte, das habe ich leider nicht verstanden.“
Ich versuchte es erneut, in derselben Lautstärke: „Für mich bitte auch ein Glas Sekt.“
Ihr künstliches Lächeln tapfer aufrechterhaltend erwiderte sie: „Verzeihung, aber Sie müssten schon ein Wenig lauter sprechen.“
Ich bekam den Verdacht, die Frau wüsste genau, dass ich nicht lauter sprechen durfte, wollte ich verhindern, von meinem Halsband bestraft zu werden. Verzweifelt blickte ich zu meinem Mann. Aber dessen Aufmerksamkeit galt einzig dem Flugzeugfenster.
Leider war mein Verlangen nach etwas zu trinken in diesem Moment stärker als meine Angst vor den Stromschlägen. Also schluckte ich einmal, biss die Zähne zusammen und wiederholte laut: „Für mich bitte auch ein Glas Sekt.“ – Bei jedem einzelnen Wort ließ der zugehörige Stromimpuls an meinem Hals meinen Kopf leicht nach vorne zucken. Dieser eine Satz hatte mir insgesamt sieben Strafpunkte eingebracht.
Die Stewardess nickte freundlich. “Sehr gerne.“
Kurz darauf reichte sie Jan und mir je ein gefülltes Sektglas.
Als etwa eine Stunde später unter uns einige Berggipfel auftauchten, verstummte die leise Stimme in meinem Unterbewusstsein und ich entspannte mich. Südlich des Alpenkamms gab es erheblich weniger Wolken. Nach dem faszinierenden Bergpanorama kam schon recht bald das Mittelmeer in Sicht.
Bis zu unserer Landung in Cagliari verlief der restliche Flug ohne nennenswerte Ereignisse. Um weitere Strafen zu vermeiden, verzichtete ich darauf, die Stewardess nach etwas zu trinken zu fragen.
Sowie die blonde Frau die Tür des Flugzeugs entriegelt und aufgestoßen hatte, strömte warme Luft ins Innere. Jan und ich öffneten unsere Sicherheitsgurte und stiegen aus. Draußen wartete bereits die Stewardess mit Ihrem aufgesetzten Lächeln, um sich von uns zu verabschieden.
„Herzlich willkommen auf Sardinien. Ich hoffe, der Flug hat Ihnen gefallen. Dieses Shuttle bringt Sie zum General Aviation Terminal“, sagte sie und deutete auf einen silbernen Kleinbus, wenige Meter vor uns. „Sie können gerne schon einmal darin Platz nehmen. Sobald der Herr dort Ihr Gepäck eingeladen hat, geht es los. Wir sehen uns dann in zwei Wochen wieder. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt. Noch einen schönen Tag und auf Wiedersehen.“
Die Fahrt mit dem Flughafen-Shuttle dauerte nur wenige Minuten. Am Eingang zum Terminal erwartete uns bereits ein Herr in einer dunkelblauen Stoffhose und einem hellblauen Hemd. In seinen dunkelbrauen Haaren steckte eine Sonnenbrille.
„Herr und Frau Sommer? Herzlich willkommen“, begrüßte er uns lächelnd und mit deutlich hörbarem italienischem Akzent. „Mein Name ist Matteo. Ich fahre Sie zu Ihrem Ferienhaus. Wenn Sie mir bitte folgen wollen?“
Ich blickte mich um, sah einen Mann, der unsere Reisetaschen auf einem kleinen Wägelchen vor sich herschob und staunte, wie gut unser Urlaub organisiert war. Jan und ich mussten uns um nichts kümmern.
Wir liefen hinter Matteo her zum Ausgang des GAT. Von dort aus ging es weiter zu einem kleinen Parkplatz. Matteo steuerte auf einen schwarzen VW-Bus zu. Auf der Seite des Fahrzeugs stand in hellblauen Buchstaben ‚VIP Shuttle Service‘.
Matteo öffnete die Heckklappe des Fahrzeugs und half dem Herrn, der unser Gepäck bis dahin geschoben hatte, beim Einladen. Anschließend ging er zu der Schiebetür auf der rechten Seite und betätigte deren Griff. Die Tür glitt langsam zur Seite und gab den Blick in den Innenraum frei, der von schwarzem Leder dominiert wurde.
„Bitte, steigen Sie ein.“
Leider gab es während der knapp eineinviertel Stunden dauernden Fahrt nicht besonders viel zu sehen, zumal die Route durch mehrere Tunnels führte. Aber ich war schon sehr gespannt, was uns nach der Ankunft erwarten würde. Der Fahrer hatte uns lediglich mitgeteilt, dass sich unser Ziel am östlichen Rand des Ortes Costa Rei befand.
Schließlich hielten wir vor einem großen grauen Metalltor.
„Wir sind am Ziel“, verkündete Matteo. Er betätigte einen Schalter und die Seitentür öffnete sich. Jan und ich stiegen aus. Matteo reichte uns unser Gepäck. Dann wünschte er uns einen angenehmen Urlaub, verabschiedete sich und fuhr davon.
„Und jetzt?“, fragte ich mich, da klingelte mein Handy. Ich, musste nicht auf das Display schauen, um zu wissen, wer der Anrufer war, und nahm das Gespräch an.
„Hallo Herr Evildevil“, flüsterte ich.
„Guten Tag Frau Sommer! Soeben wurde ich darüber informiert, dass Sie bei meinem Ferienhaus angekommen sind. Ich hoffe, Sie hatten eine angenehme Reise?“
„Ja, vielen Dank. Es verlief alles reibungslos.“
Auch wenn ich diesen Mistkerl nach wie vor nicht ausstehen konnte, so musste ich ihm dennoch zugutehalten, dass er unsere Anreise perfekt organisiert hatte.
„Das freut mich. Um das Tor und die Eingangstür zu öffnen, benötigen Sie einen sechsstelligen Code. Den habe ich soeben an Ihren Gatten geschickt. Bevor Sie jedoch in das Haus gehen, sollten Sie noch etwas wissen.“
„Pass auf! Jetzt kommt’s“, dachte ich mir.
„Immer, wenn Sie das Haus betreten, haben Sie fünf Minuten Zeit, um sich Ihrer Kleidung zu entledigen und sich mit den Accessoires, die Sie während Ihres Aufenthalts für mich testen sollen, auszustatten, beziehungsweise sich von Ihrem Mann damit ausstatten zu lassen. Diese finden Sie in dem Garderobenschrank, gleich rechts neben der Tür.
Sollten Sie dies nicht tun, oder dabei zu langsam sein, werden Sie bestraft. Genauer gesagt, erhalten Sie nach jeweils fünf Sekunden einen Strafpunkt zusätzlich. Also erst einen, dann zwei, danach drei. Und so weiter.
Sie sind dazu verpflichtet, besagte Accessoires stets zu tragen, während Sie im Haus sind, zudem täglich zwischen Mitternacht und zwölf Uhr mittags.
Wenn Sie noch Fragen haben, können Sie mich gerne anrufen. Ich wünsche Ihnen beiden einen schönen Urlaub. Auf Wiederhören.“
Noch bevor ich etwas erwidern konnte, hatte er bereits aufgelegt.
Ich setzte Jan kurz darüber in Kenntnis, was Evildevil mir gesagt hatte.
„Okay“, sagte er. „Nachdem wir noch nicht wissen, um was es sich bei diesen Accessoires handelt, ist es wohl das Beste, wenn ich zuerst unser Gepäck ins Haus trage, und du solange vor der Tür wartest. Anschließend helfe ich dir dabei, die Sachen anzulegen.“
Das erschien mir sinnvoll und ich nickte.
Mein Gemahl ging zu dem Tastenfeld neben dem Eisentor und gab die Zahlen ein, die ihm auf seinem Telefon angezeigt wurden.
Daraufhin schwang das Tor surrend nach innen auf und gab den Blick frei auf einen gepflasterten Hof, sowie ein einstöckiges Haus, dessen Außenwände aus groben, grauen Steinen gemauert waren. Die Fenster hatten weiße Ramen, die Haustür war ebenfalls weiß. Die Rasenfläche links vom Haus, wie auch alles andere, sah gut gepflegt aus. Rechts neben dem Haus gab es einen überdachten Carport, in dem ein weißes SUV stand. Das gesamte Grundstück schien von einer etwa zwei Meter hohen Steinmauer umgeben zu sein.
Während Jan damit beschäftigt war, unsere Reisetaschen und Rucksäcke reinzutragen, sah ich mich draußen um. Ein Weg aus unregelmäßigen Steinplatten führte durch den Rasen am Haus vorbei zu einer großen Terrasse, die teilweise überdacht war. In deren Mitte befand sich ein rechteckiger Swimmingpool. Auf der gegenüberliegenden Seite des Pools standen zwei hölzerne Liegen und neben der Terrassentür ein runder Holztisch mit vier Stühlen darum. Hinter der Terrasse führte der Weg weiter durch den Rasen, bis zu einer dunkelgrauen Gittertür. Von dort aus schien ein schmaler Pfad hinunter zum Meer zu führen. Am Rand des Gartens wuchsen mehrere Bäume. Außerdem stand in einer Ecke ein kleines Häuschen.
„Schatz? Ich wäre soweit. Du kannst kommen!“, hörte ich meinen Mann rufen.
Also begab ich mich zurück zur Vorderseite des Hauses. Sowie ich um die Ecke gebogen war und Jans Gesichtsausdruck bemerkte, bekam ich umgehend ein flaues Gefühl im Magen.
Ich blieb vor ihm stehen. „Warum schaust du so, Liebster?“, flüsterte ich.
„Weil ich mir diese Accessoires angesehen habe, die du tragen sollst.“
Die Art, wie er das Wort ‚Accessoires‘ ausgesprochen hatte, gefiel mir überhaupt nicht.
--Fortsetzung folgt--
DarkO
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 17.06.26 um 10:25 geändert
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| Rowdypiper |
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Keyholder
 

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RE: Moderne Keuschheit - Teil 2
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Datum:10.06.26 19:56 IP: gespeichert
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Och nein, nicht jetzt ein Cliffhanger. Komm schon, das ist gemein  "Wenn Sie denken, Sie haben alle Antworten, änder ich die Fragen!" - Rowdy Roddy Piper
Eigene Geschichte:
Pleasure Devices - SEPD
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Freak
   ANNABERG
 Was heut nicht wird,wird morgen
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RE: Moderne Keuschheit - Teil 2
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Datum:11.06.26 06:13 IP: gespeichert
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Wenigstens musste die Gute, nicht schon auf dem Hinflug einen Vollfixierungssitz testen!
Weiss die Stuardess, das das Pärchen für ihre neue Dienstunterwäsche Verantwortlich ist, diese Entwickelt und Testet?
Weiss sie wie das Halsband Funktioniert?
Rächt sie sich, auf dem Rückflug, sorgt dafür das sie sehr viele Strafpunkte und Tage, in den 2,5 Stunden Flug sammelt?
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Freak
   Bayern
 Verschlossen ist besser!
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RE: Moderne Keuschheit - Teil 2
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Datum:13.06.26 18:13 IP: gespeichert
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Sehr spannend! Ich kann die Fortsetzung gar nicht erwarten.
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Story-Writer
    Nürnberg

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RE: Moderne Keuschheit - Teil 2
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Datum:14.06.26 11:09 IP: gespeichert
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Hallo liebe Leser,
es freut mich, dass euch diese Geschichte so sehr gefällt. Die freundlichen Kommentare spornen mich an, daran zügig weiterzuarbeiten.
Jetzt ist es allerdings so, dass ich, als mir die Idee mit dem Urlaub und den währenddessen von Nadja zu testenden Edelstahlaccessoires gekommen war, noch überhaupt keine Vorstellung davon hatte, was dabei konkret auf mich als Autor zukommt. - Klar wusste ich grob, um was für Accessoires es sich handelt und wie der Urlaub insgesamt abläuft.
Aktuell bin ich dabei, die Stichpunkte in meinem Kopf sauber auszuformulieren. Dabei stoße ich immer wieder auf Details, die berücksichtigt werden müssen, und die sich letztendlich auf den weiteren Verlauf der Geschichte auswirken könnten.
In dieser Hinsicht bin ich wohl wie ein kleines Kind, das sich vorher keine großen Gedanken macht, bei dem, was es tut, und hinterher dann nicht weiß, wie es aus dieser Situation wieder rauskommt. - Aber ihr könnt unbesorgt sein. Ich finde einen Weg! Ob der allerdings Nadja gefallen wird? Ach, wir werden sehen!
Weil ich gerade selber äußerst gespannt bin, wie sich die ganze Sache weiterentwickelt, kann es sein, dass ich als Nächstes ein weiteres Kapitel zu dieser Geschichte veröffentliche, bevor ich meine drei anderen Projekte fortsetzen werde.
Grüße
DarkO
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Stamm-Gast
 

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RE: Moderne Keuschheit - Teil 2
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Datum:14.06.26 15:25 IP: gespeichert
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Schön das es weiter geht, schön gemein von Herr Evildevil, das ist ja schon sehr grosszügig das die Berichte keine feste Uhrzeit mehr haben.
Was wohl Karin sagt zu den Zusätzlichen zeit die Nadja bekommt.
Ich kann es nur erahnen wie es ist wen man sich in so eine Falle reingeschrieben hat als Autor, aber ich bin da gute dinge das du da auch wieder gut rauskommst.
Gemeiner Cliffhänger dafür müsste Herr Evildevil dir eine strafe erteilen 😁Spass das wäre dan doch zu hefitg da er sicherlich wieder regeln aufstellen würde das die Strafe verlängert wird., so wei ich ED kenne. Ich würde glaube ich auch so gemeine CLiffhänger einbauen.
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von windelfohlen am 14.06.26 um 15:25 geändert
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Story-Writer
    Nürnberg

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RE: Moderne Keuschheit - Teil 2
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Datum:18.06.26 11:49 IP: gespeichert
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29. Neue Accessoires
„Wieso? Was ist denn damit?“, wollte ich wissen.
Mein Mann spreizte die Hände. „Du schaust dir die Sachen am besten einfach selbst an. Aber sie werden dir nicht gefallen.“
„Eigentlich war das doch nicht anders zu erwarten“, entgegnete ich trocken. „Hat sich dieser fiese Herr Evildevil jemals etwas ausgedacht, das ich nicht schrecklich fand?“
„Auch wieder wahr. Na dann. Bitte, nach dir.“ Jan ging einen Schritt zu Seite und machte daraufhin eine übertrieben tiefe Verbeugung.
Gleich hinter der Haustür erstarrte ich vor Schreck. In dem geöffneten Wandschrank zu meiner Rechten lagen mehrere tiefschwarz glänzende Gebilde aus massivem Edelstahl. Zwei große V-förmige, zwei schmale längliche, ein massives, zweiteiliges ungetüm, das wie ein Oberkörperpanzer aussah, und ein überdimensionaler Hundekopf, mit spitzen Stehohren, langer Schnauze und leicht geöffnetem Maul.
„Du weißt, uns bleiben nur fünf Minuten, um dich darin einzusperren“, meinte Jan, nachdem er sich neben mich gestellt hatte. „Also zieh schnell deinen Strampelanzug aus.“
Damit riss er mich aus meiner Trance. „Das nennt sich ‚Jumpsuit‘, klärte ich ihn böse flüsternd auf, während ich mich zügig daran machte, mich des besagten Kleidungsstücks zu entledigen. Ansonsten blieb mir nichts anderes übrig, als die nun anstehende Prozedur widerstandslos über mich ergehen zu lassen. Mich zu wehren hätte höchstens zur Folge gehabt, dass mein Mann es nicht rechtzeitig schaffte, alle Accessoires an meinem Körper anzubringen und wir deshalb beide bestraft wurden. Das Haus einfach wieder zu verlassen war ebenfalls keine Option. Seit dem Zeitpunkt, an dem ich es betreten hatte, lief die Uhr.
Nun stand ich nackt im Flur, abgesehen von meinem silbern glänzenden Keuschheitsset, dem dazu passenden Halsband und den mörderischen schwarzen Ballettstiefeln, die mich ununterbrochen auf die Zehenspitzen zwangen.
„Wir fangen am besten hiermit an, solange du noch aufrecht stehst“, sagte Jan und hob den schwarzen Oberkörperpanzer an. Er zog die vordere und hintere Schale ein Stück auseinander, hielt die Front über meinen Kopf und schob die starre Rückseite von hinten so an mich heran, dass zwei schmale Metallstreifen links und rechts an meinem Hals vorbeiglitten.
Gleich darauf klappte Jan die Frontseite nach unten über meinen Bauch und meine Brüste. Sowie die Kanten an den Seiten aufeinandertrafen, schlossen sich die integrierten Schlösser von selbst mit einem satten, tiefen ‚KLACK-KLACK‘. Ich schreckte zusammen, als das dicke, weiche Innenpolster des Korsetts sich dabei unnachgiebig an meinen Rumpf presste. Der Panzer zog mich wie von selbst auf eine grazile Wespentaille zusammen. Mein Oberkörper war komplett steifgelegt. Durch die feste Fixierung wurde mein Becken nach vorne gekippt, mein Hintern steil nach oben gereckt, und das Metallband zwischen meinen Beinen spannte sich. Der daran befestigte Vaginaldildo wurde mit einer ganz neuen, dumpfen Intensität tiefer in meine Scheide gepresst.
Ich blickte an mir herunter. Mein neues Korsett umfasste beinahe meinen gesamten Oberkörper vom Hals an abwärts und überdeckte sogar das Taillenband meines Tugendwächters. Lediglich die beiden silbernen Cups meines BHs blieben durch zwei exakt geschnittene Aussparungen weiterhin sichtbar, ebenso das Schrittband meines Gürtels. Ansonsten war ich vom Brustbein bis zu den Hüften in spiegelndes Schwarz gehüllt.
Zu meiner Erleichterung erlaubte mir die Polsterung im Inneren des Panzers, dass ich wie gewohnt weiteratmen konnte. Es fühlte sich dennoch eng an, aber immerhin zwickte oder drückte nichts.
„Dieses Teil kommt wohl an dein linkes Bein“, verkündete Jan, nachdem er das Korsett überprüft hatte, und griff nach einer der V-förmigen Schalen. „Um das anzuziehen, musst du dich jetzt bitte hinsetzen und das Knie anwinkeln, sodass der Fuß dein Hinterteil berührt.“
Ich tat, was er sagte. Durch den massiven Panzer um meinen Torso war das Hinsetzen auf den Teppichläufer ein hölzerner Kraftakt. Ich stützte mich nach hinten mit den Armen ab und zog mein linkes Bein an.
Sowie das komplette Bein mit dem schwarz glänzenden Edelstahl verkleidet und ich nicht mehr dazu im Stande war, es zu strecken, klappte Jan die beiden Schenkel des Vs zusammen und drückte den seitlichen Verschluss zu, bis ein deutlich hörbares ‚Klack‘ ertönte. Daraufhin tat er mit meinem rechten Bein das Gleiche.
So sehr ich auch mit beiden Händen drückte und zerrte, die stählernen Gebilde ließen sich kein Stück mehr bewegen. Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken. „Wie soll ich denn bitteschön damit noch laufen können?“, fragte ich mich. Gleich darauf gab ich mir selbst die Antwort: „Tja, Nadja. Entweder du findest das heraus, oder du läufst schlicht und einfach gar nicht.“
„Jetzt streck mal deinen linken Arm aus“, forderte Jan mich auf.
Wieder tat ich stumm, was er sagte. Mit meinem Schicksal hadern konnte ich später noch lange genug.
Nacheinander schob mein Mann jeweils eine der schwarzen Metallröhren über meine gestreckten Arme. Die Enden dieser Röhren sahen wie Hundepfoten aus. Darin ertastete ich je einen runden, weichen Gegenstand. Diese musste ich mit meinen Händen umschließen und zur Faust ballen, damit mein Mann dazu in der Lage war, sie zu verriegeln. ‚Klack‘. ‚Klack‘. Meine Ellenbogen waren komplett durchgestreckt fixiert.
Mir blieb keine Zeit zu prüfen, inwieweit ich meine Arme jetzt noch bewegen konnte, weil Jan gleich darauf den unbarmherzigen Dobermann-Helm öffnete und mir auf den Kopf setzte. Für eine Sekunde überkam mich, reine, nackte Panik, als das hautenge Polster sich fest an mein Gesicht saugte und ein dicker Gummiball sich unaufhaltsam seinen Weg in meinen Mund bahnte.
Das leider etwas zu laute „Hungch!“, das mir dabei entwich, brachte mir den nächsten Strafpunkt ein.
Mit einem doppelten, elektronischen ‚Klick-Klick‘ rasteten die Verschlüsse des Helms seitlich an meinen Schläfen ein, und eine elastische Membran schloss sich dicht um meinen Hals. In demselben Moment wurde es dunkel. Das tiefschwarz versiegelte Visier vor meinen Augen schluckte das helle Mittagslicht und dämpfte meine Umgebung auf ein extremes Sonnenbrillen-Niveau herunter. Ich sah Jan vor mir nur noch als Silhouette, während die dicke Polsterung an meinen Ohren alle Geräusche der Umgebung wie unter Wasser verstummen ließ. Ich hörte ein Knacken, und plötzlich vernahm ich Jans Stimme so glasklar, als säße er direkt in meinem Kopf.
„Kannst du mich noch hören?“, fragte er.
Ich nickte.
Der Hundehelm besaß an der Außenseite also offenbar ein Mikrofon, das alle Laute einfing und an die Ohrhörer im Inneren übermittelte. Das Atmen durch die Nase klappte ebenfalls problemlos. Nur das Laufen dürfte anstrengend werden, mit der Unmenge an Edelstahl an meinem Körper.
Allmählich wurde mir klar, warum Evildevil gesagt hatte, ich könnte sowohl alle Ketten, inklusive der Schrittkette, als auch Disziplin- und Schlafhaube zuhause lassen. Damit ausgestattet wäre ich nun schlichtweg nicht in der Lage, diesen komischen Stahlgebilde am Körper zu tragen. „Kann ich so noch laufen, oder muss Jan mich durch die Gegend tragen?“, fragte ich mich. Es gab nur eine Möglichkeit, das herauszufinden. Also stellte ich mich auf Hände und Knie.
Jede einzelne meiner neuen Fesselkomponenten war für sich allein schon schrecklich. Aber alle zusammen waren unmöglich zu ertragen. Ich wollte umgehend wieder davon befreit werden. Nur, wie sollte ich das meinem Mann erklären, jetzt, da ich mich weder verbal, noch per Zeichensprache verständlich machen konnte.
Meine neuen Accessoires gaben ein Summen von sich und aus dem Lautsprecher meines Handys, das ich neben mir auf den Boden gelegt hatte, erklang ein Signalton. Ehe ich lesen konnte, was auf dem Display angezeigt wurde, hatte Jan das Gerät bereits aufgehoben.
„Hier steht: ‚Komponente hinzugefügt – Dobermann-Petsuit‘. Da tippe ich mal drauf. Okay. Hier gibt es weitere Infos dazu. Status – Geschlossen. Kopplungsvorgang erfolgreich beendet. Alle Systeme aktiv. Öffnen frühestens möglich in – neunundfünfzig Minuten und siebunddreißig Sekunden.“, hörte ich ihn sagen.
„Auf den einen Strafpunkt kommt es heute auch nicht mehr an“, dachte ich mir und grunzte frustriert in meinen Knebel. „Grrrmpf!“ Eigentlich hätte ich mir denken können, dass ich hier so schnell nicht wieder rauskam.
Ich setzte mich auf den Boden. Besser gesagt: Ich machte Sitz. Inzwischen hatten meine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt und ich sah mir den Petsuit etwas genauer an. Die Unterseite meiner Vorderpfoten war mit einer dicken Schicht Gummi überzogen, ebenso meine Knie, also sozusagen meine Hinterpfoten. Im Inneren schienen diese Stellen ebenfalls gut gepolstert zu sein. Auch alle übrigen Innenflächen waren mit einem dünnen weichen Material überzogen. Ein weiteres Detail fiel mir auf: Wenn ich meine Vorderpfoten belastete, schienen die Röhren an meinen Armen meine Handgelenke zu versteifen und so zu stützen. Sobald ich eine der Pfoten jedoch anhob, konnte ich sie bewegen.
Herr Evildevil hatte am Telefon zu mir gesagt, dass ich diesen verfluchten Petsuit während des gesamten Urlaubs täglich für mindestens zwölf Stunden tragen musste. Mir blieb nichts Anderes übrig, als mich damit abzufinden. Daher beschloss ich, als Erstes zu üben, auf allen Vieren zu laufen.
Sowie ich auf meinen vier Pfoten stand, bemerkte ich plötzlich eine Veränderung in meinem Schritt: Der Vaginaldildo in meinem Keuschheitsgürtel, der bis dahin völlig unauffällig gewesen war, hatte begonnen, ganz minimal und sanft zu arbeiten. Der Dobermann-Anzug schien irgendetwas in meinem Keuschheitsgürtel aktiviert zu haben.
Da ich mir unsicher war, ob das so beabsichtigt war, oder es sich dabei um einen Fehler handelte, nahm ich mir fest vor, dieses Verhalten in meinem nächsten Bericht an Herrn Evildevil zu erwähnen. Ich wollte unbedingt vermeiden, durch Verschweigen des soeben beobachteten Phänomens erneut Hunderte von Strafpunkten zu kassieren. Dadurch, dass dieses Ekel nun permanent meinen Erregungslevel einsehen konnte, hätte das ohnehin keinen Sinn gehabt.
Schnell hatte ich herausgefunden, wie ich mich auf allen Vieren am sichersten vorwärtsbewegte, nämlich im Kreuzgang, wie ein richtiger Hund. Das heißt: rechte Hinterpfote, linke Vorderpfote, linke Hinterpfote, rechte Vorderpfote. So begann ich, Schritt für Schritt das Ferienhaus zu erkunden. Dabei gaben die gummierten Unterseiten meiner Pfoten bei jeder Bewegung auf den Fliesen ein leises, rhythmisches Ploff-Ploff von sich. Da es kein Obergeschoss gab, blieb mir das Treppensteigen damit zum Glück erspart.
Von der Diele aus gelangte man in einen geräumigen Wohn- und Essbereich. Hier gab es moderne graue Polstermöbel, einen rechteckigen Esstisch aus dunklem Holz mit vier dazu passenden Stühlen. An den Seiten standen verschiedene Möbel, ebenfalls aus dunklem Holz. Der gesamte Boden war hell gefliest. Neben dem Essbereich erblickte ich eine offene Küche. Dort fiel mir sofort ein Hundenapf aus glänzendem Edelstahl auf und ich fragte mich, ob ich in den kommenden zwei Wochen etwa daraus essen, beziehungsweise fressen sollte. Ich schüttelte den Kopf. Mit dem dicken Knebel im Mund war das natürlich nicht möglich.
Ich sah mich weiter um. Neben der Couch befand sich eine große Glasschiebetür, durch die man offensichtlich auf die Terrasse gelangte. Außerdem gab es noch drei Holztüren. Alle standen offen. Die rechte führte zum Schlafzimmer, die mittlere zum Bad und die linke in einen Vorratsraum.
Jan war mir schweigend gefolgt und ich wunderte mich, dass er so still war. Natürlich war es mir in dem Moment ganz recht, dass er nichts sagte. Ich hätte ihm auch zugetraut, dass er mich fragte, ob mit mir alles in Ordnung war, oder mir versicherte, dass ich diese eine Stunde in dem Dobermann-Anzug ganz sicher überstehen würde. Dann hätte ich ihn wahrscheinlich böse angeknurrt.
Als Nächstes wollte ich mir das Schlafzimmer genauer ansehen. Also steuerte ich die entsprechende Tür an.
An meinem Ziel wartete bereits der nächste Schock auf mich, denn direkt neben dem Doppelbett stand ein großer, dunkler Käfig. Dieser besaß ringsum senkrechte Gitterstäbe, an der Vorderseite eine Tür und oben ein stabiles Dach. Er war in etwa so groß, dass ich mich hineinlegen konnte, und ich ahnte, dass ich die kommenden Nächte darin würde schlafen müssen. Um meinen Verdacht zu bestätigen, versuchte ich, auf das Bett zu klettern. Leider hatte ich recht. Sowie sich mein gesamter Oberkörper auf der Matratze befand, schoss ein sehr schmerzhafter Stromimpuls durch meinen Unterleib.
Ich nahm stark an, dass Vierbeiner in diesem Haus auch nicht auf das Sofa oder auf einen Sessel dürfen. Weil ich allmählich doch genügend Strafpunkte gesammelt hatte für einen Tag, verzichtete ich lieber darauf, das ebenfalls zu testen. Mir blieb nichts anderes übrig, als doch einmal in dem Käfig probezuliegen.
Also schob ich meinen Körper zögerlich in diesen hinein, mit den Hinterläufen zuerst. Überrascht stellte ich fest, dass der mit rotem Leder bespannte Boden in dem Käfig deutlich weicher war, als es zunächst den Anschein hatte. Den fragenden Blick meines Gatten ignorierend versuchte ich, mich auf die Seite zu legen. Der Platz zwischen den Gitterstäben reichte dafür gerade so aus.
Jan räusperte sich. „Du, Schatz? Auf dem Esstisch habe ich eine Broschüre entdeckt, auf der stand ‚Restriktivia Prototyp – Dobermann-Petsuit ‘. Ich glaube, die sollten wir uns mal kurz durchlesen. Soll ich sie herholen, oder magst du mit zum Tisch kommen?“
„Ach, Liebster. Wie soll ich dir denn auf diese Frage antworten, mit dem Knebel im Mund?“, dachte ich. Eigentlich stand ich nicht auf Rollenspiele. Aber nachdem ich nun keine andere Möglichkeit sah, ihn auf dieses Problem hinzuweisen, winselte ich zweimal leise. Dann stand ich auf und machte ich mich auf den Weg zum Essbereich.
Selbstverständlich erreichte mein Mann den Tisch deutlich schneller als ich. Er blieb stehen, blickte auf das Papier, das dort lag, und dann auf mich.
„Ich glaube, es ist besser, wenn wir ins Wohnzimmer gehen“, meinte er. „Dort kannst du dich auf den Teppich vor der Couch legen. Das dürfte zumindest bequemer sein, als hier auf den harten Fliesen.
Ich nickte.
Daraufhin marschierte Jan in das Wohnzimmer. Dabei blickte er zweimal nach hinten, um sich davon zu vergewissern, dass ich ihm folgte. Er setzte sich auf das Sofa und legte die Broschüre vor sich auf den Couchtisch.
Bei ihm angekommen streckte ich meine Arme nach vorne, senkte meinen Brustkorb und schob dann meine Beine nach hinten, bis ich einigermaßen entspannt auf dem Bauch lag. Dann hob ich neugierig den Kopf.
Mein Mann begann, laut zu lesen, was auf dem Papier vor ihm stand.
„Sehr geehrter Herr Sommer, sehr geehrte Frau Sommer, vor Ihnen liegt die bislang aufwändigste technische Entwicklung unseres Hauses. Das System kombiniert totale sensorische Deprivation mit biomechanischer Verhaltensformung. Bitte beachten Sie für den Testlauf folgende Spezifikationen:
„Erstens – An- und Ablegen des Petsuits: Das Anlegen des Petsuits, in Klammern PS, ist jederzeit möglich und immer dann zwingend erforderlich, wenn das Haus betreten wird. Die Reihenfolge ist dabei nicht relevant. Erst, wenn sämtliche Schnallen und Riegel an jeder Komponente des PS geschlossen sind, gilt der gesamte PS als ‚geschlossen‘. Ein geschlossener PS lässt sich frühestens nach sechzig Minuten wieder öffnen. Der Trägerin, im Folgenden auch ‚Pet‘ genannt, bleiben dafür exakt fünf Minuten Zeit. Verstreicht diese Frist, ohne dass der PS vollständig geöffnet und abgelegt wurde, wird der Timer zurückgesetzt auf sechzig Minuten.
Hinweis: Das Öffnen des PS ist ausschließlich in der Eingangsdiele des Hauses möglich.
Zweitens – Essen und Trinken: Mit geschlossenem PS ist das Verzehren von fester Nahrung leider ausgeschlossen. Die Zufuhr von Flüssigkeit hingegen ist weiterhin möglich. Hierzu ist die Hundemaske mit einem Trinkknebel ausgestattet. In das zugehörige Rohr im Inneren des Mauls ist ein spezielles Ventil integriert, welches einerseits das Einsaugen von Flüssigkeiten erlaubt und andererseits dafür sorgt, dass überschüssiger Speichel seitlich ablaufen kann.
Hinweis: Der Pet-Owner ist daher dazu verpflichtet, den Fußboden einmal täglich zu reinigen, oder ein Handtuch unter den Kopf des Pets zu legen.“
Mein Mann stand auf und sah zu mir. „Warte kurz. Ich gehe schnell ins Bad und hole ein Handtuch.“
Nachdem er das Tuch zweimal zusammengefaltet unter meiner Hundeschnauze platziert hatte, setzte er sich wieder und las weiter.
„Drittens – Verrichten der Notdurft: Bedingt durch den Umstand, dass die Benutzung der Toilette bei geschlossenem PS nicht gegeben ist, wird dringend empfohlen, dem Pet in regelmäßigen Abständen den Zugang zum Garten zu ermöglichen.
Hinweis: Aus hygienischen Gründen sollte das Pet nach dem Urinieren stets mit dem Gartenschlauch gereinigt werden. Sofern es der Trägerin gestattet ist, den PS abzulegen, ist es ihr im Anschluss daran möglich, das Dusch- und Toilettenhaus im Garten zu benutzen.
Viertens – Schlafen: Jede Nacht, mindestens in dem Zeitraum zwischen ein und acht Uhr, ist das Pet in dem Zwinger im Schlafzimmer einzusperren. Die Nichteinhaltung dieser Regel wird bestraft, analog zu der Bestrafung bei einem verzögerten Anlegen des PS.
Hinweis: Aufgrund des zu erwartenden Speichelflusses wird empfohlen, den entsprechenden Bereich im Zwinger ebenfalls mit einem Handtuch abzudecken.“
Mein Gatte sah mich betroffen an. „Das war die letzte Regel. Jetzt folgen noch einige technische Beschreibungen.“
„A. Biomechanischer Formschluss:
Das System ist für den dauerhaften Einsatz auf allen vieren optimiert. Durch den integrierten Oberkörperpanzer, die fixierten V-Beinschalen und die gestreckten Armröhren wird die Wirbelsäule der Testperson in der Vierfüßler-Haltung vollständig entlastet. Das hochsensible Innenpolster passt sich perfekt an die Anatomie der Trägerin an.
B. Ständige Konditionierung:
Über eine integrierte Funk-Schnittstelle koppelt sich der Oberkörperpanzer mit dem getragenen Keuschheitszubehör. Zur Gewährleistung einer konstanten Erregungskurve während der Testphase fordert der Anzug das System zu einer permanenten, sanften Hintergrund-Aktivität des Vaginaldildos auf.
C. Die mechanische Außenhülle – Struktur & Restriktion:
Der Oberkörperharnisch stabilisiert die Wirbelsäule des Pets beim Laufen auf vier Pfoten. Er enthält die sogenannte Master-Unit des Petsuits. Diese steuert alle Gliedmaßen und den Helm drahtlos. Ein lästiges Kabelmanagement entfällt. Kleine, mit Soft-Gel gefüllte Kanäle fördern die Durchblutung und regeln die Temperatur im Inneren. Zusätzlich wärmt oder kühlt das atmungsaktive Gewebe auf der Innenseite des gesamten PS die Trägerin automatisch, je nach Bedarf. Damit die Haut darunter nicht aufquillt, saugt das besondere Material fortwährend die eventuell entstehende Feuchtigkeit auf und befördert sie nach außen. Gleichzeitig strömt durch kleine Mikroporen eine ausreichende Menge Frischluft hinein.
Bei den Beinschalen handelt es sich um zwei V-förmige Schalen aus Edelstahl. Sie zwingen die Knie der Trägerin des PS in eine permanent angewinkelte Haltung. Ein dickes Innenpolster mit integrierten Wechseldruck-Kissen lagert das Körpergewicht im Laufen und Liegen permanent um, um so Gewebe- und Nervenschäden wie Lähmungen bei länger Tragezeit zu verhindern. In die Polsterung integrierte EMS- und TENS-Einheiten sorgen für eine kontinuierliche Muskel-Stimulation. Die unmerklichen Muskelkontraktionen sollen Sehnenverkürzungen in den angewinkelten Knien vermeiden.
Die Armröhren sind halbstarre Edelstahlröhren, welche die Arme des Pets in einer gestreckten Position fixieren. Sie verfügen über die gleiche Polsterung wie die Beinschalen. Ein intelligentes Scharnier an den Ellenbogen versteift das Gelenk bei Belastung der Vorderpfoten, gewährleistet aber ansonsten eine gewisse Beweglichkeit.
In den Metallpfoten sind die Hände permanent zu Fäusten geballt. Handgelenk-Scharniere erlauben das Abwinkeln der Pfoten zum Laufen auf allen vieren. Wechselt das Pet in die Seitenlage, schalten die Scharniere über Lagesensoren automatisch um, damit sie die Arme ablegen kann. Die integrierte Spezialpolsterung dient dazu, schwere Krämpfe in den andauernd geballten Fäusten zu verhindern.
D. Der Hundehelm:
Wenn der Helm geschlossen wird, bettet das hautenge Innenpolster die Ohren der Trägerin komplett ein. Es dichtet perfekt ab, sodass der normale Luftschall blockiert wird. Die Trägerin ist über ihre eigentlichen Ohren daher praktisch taub. An der Basis der beiden aufrecht stehenden Edelstahl-Stehohren oben am Helm befinden sich gut geschützte Außenmikrofone. Da die Ohren nach vorne geöffnet sind, werden sämtliche Geräusche aus der Umgebung perfekt eingefangen. Anstelle von In-Ohr-Lautsprechern besitzt das Innenpolster des Helms zwei flache, hochempfindliche Knochenschall-Plättchen, die direkt auf die Schläfenknochen der Trägerin gepresst werden. Diese Technologie verschafft der Trägerin ein verbessertes Gehör.
Eine durchgehendes, bogenförmiges, aus tiefschwarz verspiegeltem Polycarbonat gefertigtes Fenster fügt sich nahtlos in die Edelstahlfront ein. Zwei Ventilatoren links und rechts neben dem Visier sorgen für konstanten Luftaustausch im Inneren des Helms und somit für eine stets beschlagfreie Sicht.
Ein Edelstahl-Trinkrohr führt aus dem im Helm integrierten Ballknebel nach außen und endet vorne im Hundemaul. Das federbelastete Einlass-Ventil im Rohr öffnet sich nur durch den Saug-Unterdruck der Trägerin, wenn sie die Schnauze in den Wassernapf senkt; das sogenannte Strohhalm-Prinzip. Es verhindert außerdem nachts das Einatmen von Fremdkörpern. Durch den Kinnkanal läuft der Speichel im Mundraum bis zur Rückseite des geschlossenen Ventils und von dort durch die Schwerkraft über einen kleinen Auslass unten am Kinn des Helms ab. Dies führt nicht nur zu einem charakteristischen, hundeartigen Speicheln, es schützt gleichzeitig das Gesicht der Trägerin vor dem Wundwerden.
E. Sicherheitshinweis: Das System verfügt über keine manuellen Not-Entriegelung. Das Öffnen ist strikt an die voreingestellten Zeitgitter der Software gebunden. Bei Manipulationen oder unbefugten Entriegelungsversuchen greift das autonome Bestrafungsprotokoll des Anzugs.
Wir wünschen einen erfolgreichen und produktiven Testlauf. Ihr Restriktivia-Entwicklerteam.“
Jan klappte die Broschüre kopfschüttelnd zu und blickte auf mich herab, während meine Spucke ungerührt im Takt meines Atems auf das Handtuch tropfte. „Das Teil ist ein echtes High-Tech-Gefängnis, Nadja. Anscheinend haben sie an alles gedacht. Aber wir stehen das gemeinsam durch.“
Blieb uns etwas anderes übrig? Wenigsten wusste ich jetzt: Es war die pure Absicht der Restriktivia-Techniker, dass ich in dem Hundeanzug permanent leicht stimuliert wurde.
Ich schluckte. Gefangen in einer High-Tech-Maschine und unfähig, mich verständlich zu machen, war ich dazu gezwungen, in dem Ferienhaus stundenlang auf allen Vieren herumzulaufen. Wenn ich Durst hatte, musste ich aus einem Napf trinken. Wie erniedrigend. Außerdem machte mich dieser alberne Dobermann-Anzug bei den gewöhnlichsten Dingen abhängig von meinem Mann: Beim Trinken, beim Pinkeln und bei der anschließenden Intimpflege. Sogar bei dem ständigen unkontrollierten Sabbern. So hatte ich mir meinen Urlaub ganz sicher nicht vorgestellt.
Verwundert musste ich feststellen, dass ich zwischen meinen Beinen bereits ziemlich feucht war. So sehr, dass der Dildo in mir unmöglich die alleinige Ursache dafür sein konnte. Ich schüttelte den Kopf. Das durfte doch nicht wahr sein! Irgendein durchgeknallter Teil meines Körpers fand anscheinend auch noch Gefallen an meiner aktuellen Lage.
Zu allem Überfluss meldete sich ausgerechnet in diesem Augenblick auch noch meine Blase. Würde ich es aushalten, bis ich diesen bescheuerten Petsuit wieder ausziehen durfte? Ich überlegte. Seit Jan mich damit ausgestattet hatte, waren erst schätzungsweise fünfzehn bis zwanzig Minuten vergangen. Also musste ich noch grob eine Dreiviertelstunde in dem schwarzen Ganzkörpergefängnis ausharren. Das war eindeutig zu lang.
Notgedrungen erhob ich mich und lief zur Terrassentür. Als ich sie erreicht hatte, drehte ich mich zur Seite, um zu sehen, wo mein Mann blieb. Oder sollte ich jetzt ‚Herrchen‘ sagen? Ich schüttelte den Kopf.
Leider musste ich feststellen, dass Jan nach wie vor auf dem Sofa saß und ungläubig auf das Papier vor ihm starrte.
Um auf mich aufmerksam zu machen, gab ich ein leises Winseln von mir.
Jan zeigte keinerlei Reaktion.
Lauter winseln durfte ich nicht, sofern ich eine erneute Bestrafung durch mein Halsband vermeiden wollte. Daher klopfte ich mit meiner rechten Vorderpfote zweimal gegen die Glasscheibe neben mir.
Endlich schien Jan zu begreifen. „Oh! Du willst nach draußen?“ Er stand auf, kam zu mir herüber und öffnete die Schiebetür. Dabei lächelte er mich seltsam an.
So ganz wusste ich nicht, wie ich seinen Gesichtsausdruck interpretieren sollte. – Entweder, er war ein Bisschen stolz auf sich selbst, weil er verstanden hatte, was sein neues Haustier von ihm wollte, oder ihm gefiel mein aktuelles Outfit. Weil er unter seiner Shorts ebenfalls einen Keuschheitsgürtel trug, konnte ich selbstverständlich keine verräterische Beule erkennen. Anderseits kannte ich meinen Mann inzwischen schon eine ganze Weile und hatte somit eine ungefähre Vorstellung davon, was er von dem Petsuit hielt.
Gerade hatte ich allerdings ein dringenderes Problem. Sowie die Terrassentür offen war, lief ich hinaus, quer über die Terrasse, am Swimmingpool vorbei und dann auf den Rasen. Im Schatten einer der Bäume blieb ich stehen, spreizte die Beine und senkte meinen Unterleib bis kurz über das Gras. Meine gestreckten Armröhren bohrten sich in die Erde. Dann ließ ich es laufen.
Als ich fertig war, blickte ich mich um. Wie nicht anders zu erwarten, stand mein Gemahl mitten auf der Terrasse und sah zu mir herüber. In dem Moment, wo sich unsere Blicke trafen, versuchte er krampfhaft, sein dämliches Grinsen zu unterdrücken. Noch schlimmer an der Situation war jedoch, dass es mir komischer Weise überhaupt nichts ausmachte. Wobei, genau genommen musste ich sogar feststellen, dass es mich erregte. Und das lag eindeutig nicht bloß an dem Dildo in meiner Vagina, der sich umso stärker bewegte, je schneller ich lief.
„Was ist denn nur los mit mir?“, wunderte ich mich. Gefiel es mir etwa tatsächlich, auf vier Pfoten herumzulaufen und wie ein Hund behandelt zu werden? Stand ich plötzlich ernsthaft auf Petplay? Zum wiederholten Male schüttelte ich den Kopf. Allein der Gedanke! Völlig absurd. Ich lief zurück zum Haus.
Auf der Terrasse angekommen fragte Jan: „Soll ich den Gartenschlauch nehmen und dich untenrum ein Bisschen abspritzen und hinterher mit dem Handtuch abtrocknen?“
Zunächst war ich von seinem Vorschlag alles andere als begeistert. Doch dann wurde mir bewusst, dass ich das Schrittband meines Gürtels bisher nach dem Pinkeln stets mit reichlich Toilettenpapier trockentupft hatte. Die Vorstellung, dass mein Mann das nun für mich übernehmen würde, gefiel mir wirklich kein Bisschen. Doch um zu vermeiden, dass die verbliebenen Urintropfen irgendwann anfingen, übel zu riechen, erschien es mir in der Tat sinnvoll, auf sein Angebot einzugehen.
Also nickte ich.
Daraufhin zeigte Jan auf eine Stelle nahe der Terrassentür. „Komm mit, der Schlauch ist da drüben. Ich habe bereits ein Tuch geholt und danebengelegt.“
Bei dem Wasserhahn angekommen streckte ich ihm bereitwillig mein Hinterteil entgegen.
Er drückte den Hebel des Brausekopfs. Dadurch, dass der dunkelgrüne Schlauch die ganze Zeit in der sardischen Mittagssonne gelegen hatte, war das Wasser nicht kalt, sondern wunderbar warm. Als der Strahl den Bereich zwischen meinen Beinen traf, keuchte ich in den Knebel. Das Wasser prasselte auf meinen nackten Hintern, das Schrittband des Gürtels und gegen meine schwarzen Edelstahlbeine.
Nachdem er das Wasser abgedreht hatte, kniete er sich mit einem großen Handtuch neben mich und begann, alles trocken zu wischen.
Ich ertappte mich tatsächlich dabei, diese – an und für sich herabwürdigende Behandlung – ein Stückweit zu genießen.
Wenige Minuten später standen wir gemeinsam im Schlafzimmer. Mein Mann hatte gemeint, dass wir die verbleibende Zeit, bis er mich von dem Petsuit würde befreien können, am besten dafür nutzten, um unsere Taschen auszupacken. Während er ein Kleidungsstück nach dem anderen im Schrank verstaute, konnte ich nichts weiter tun, als ihm dabei zuzuschauen. Also machte ich Sitz und wartete darauf, dass er fertig wurde.
Ein leises ‚Plopp‘ ertönte, als ein Tropfen meines Speichels aus dem Kinnkanal des Helms auf die makellos hellen Fliesen fiel. Einen Momentlang starrte ich auf den nassen Fleck auf dem Boden.
Jan drehte sich zu mir um. „Unsere Zahnbürsten, Zahnpasta, Shampoo und das ganze Zeug, von dem nur Frauen wissen, wofür es gut ist, bringe ich mal eben rüber ins Bad.“
In meinen Augen war das keine gute Idee. Dort würde ich mit den Sachen schließlich nichts anfangen können, da ich im Haus ja immer den Petsuit tragen musste. Ich winselte und kratzte ihn mit der Pfote am Bein.
Jan schaute mich unsicher an. „Was ist denn?“
In dem Moment wusste ich nicht, was schlimmer war. Dass ich nicht imstande war, mich vernünftig verständlich zu machen, oder dass mein Angetrauter gelegentlich dabei versagte, das Offensichtliche zu erkennen, wenn es um die Einschränkungen ging, die meine Fesseln mit sich brachten.
Ich winselte erneut, stupste ihn mit der Hundeschnauze am Bein und ging zurück zur Terrassentür. Mit der rechten Vorderpfote deutete ich in Richtung des Toilettenhäuschens.
„Alles klar. Ich hab’s verstanden.“
Während mein Mann in den Garten rauslief, blieb ich im Haus. Als er wieder reinkam, bat ich ihn wortlos darum, den Napf in der Küche mit frischem Wasser zu füllen. Erfreulicherweise klappte die Kommunikation dieses Mal besser.
Ich senkte den Oberkörper, tauchte meine Hundeschnauze in den Napf und begann zu saugen. Kühles Wasser strömte in meinen Mund. Bei jedem Schluck war ein leises Klacken zu hören.
Nach dem Trinken trottete ich zurück ins Schlafzimmer, um Jan weiter bei der Arbeit zuzusehen. Es dauerte nicht mehr lange, da war der gesamte Inhalt unseres Gepäcks in den verfügbaren Möbeln verstaut.
Jan ging vor mir in die Hocke. „Wir sollten mal festlegen, wie du noch mit mir kommunizieren kannst, während du diesen Anzug trägst. Ich habe mir dazu Folgendes ausgedacht: Wenn du mit einem Vorschlag einverstanden bist, dann brummst du einmal. Solltest du dagegen sein, zweimal. Wenn du etwas möchtest, winselst du, und zeigst mit deiner Pfote darauf. Oder klopfst dagegen, so wie vorhin bei der Terrassentür. Falls dir etwas nicht passt, knurrst du. – Was meinst du? Wollen wir es mal so versuchen?
Es war richtig, was er sagte, ich brauchte dringend eine Möglichkeit, um mit ihm zu kommunizieren. Nachdenklich senkte ich den Kopf und blickte durch das getönte Visier des Hundehelms an meiner langen Schnauze vorbei auf meine unnützen Pfoten. So komisch sich Jans Idee im ersten Moment für mich auch angehört hatte, etwas Besseres fiel mir gerade auch nicht ein. Daher schaute ich meinen Mann an und nickte. „Mmmh.“
--Fortsetzung folg--
DarkO
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 18.06.26 um 14:51 geändert
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