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  Moderne Keuschheit - Teil 2
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DarkO
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Nürnberg




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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:28.10.26 19:00 IP: gespeichert Moderator melden


Liebe Leser,

ich danke euch für eure netten Kommentare. Ja, der Sardinien-Urlaub neigt sich allmählich seinem Ende entgegen. Nur noch ein paar Tage, dann geht es zurück nach Deutschland.




41. Das Sardinien-Protokoll – Tag 12

Die Nacht nach dem erfolgreichen Firmware-Update auf Version 1.07 war absolut ruhig verlaufen. Es gab weder Blockaden an den Gelenken, noch sonstige Probleme, wie sie nach dem vorletzten Patch aufgetreten waren. Punkt acht Uhr morgens ertönte vor mir das vertraute, mechanische Summen des elektronischen Schlosses. Jan schwang die Gittertür meines Zwingers zur Seite. Ich richtete mich auf, krabbelte auf allen Vieren vorwärts aus meiner Schlafstätte heraus und wünschte meinem Herrchen auf die gewohnte Weise einen guten Morgen. Dann streckte ich ausgiebig meine Glieder, schüttelte den schweren Edelstahlhelm und lief hinter Jan her durch das Wohnzimmer zur Terrassentür.

Sobald er die Tür geöffnet hatte, rannte ich hinaus ins warme Morgenlicht, um mein kleines Geschäft im Gras zu verrichten. Als ich fertig war, tollte ich noch eine übermütige Runde durch den Garten. Dabei fiel mir auf, dass sich meine Bewegungen irgendwie anders anfühlten als noch am Vortag. Zunächst konnte ich nicht genau sagen, woran es lag. Erst als ich nach einem kurzen Sprint abrupt die Richtung wechselte, bemerkte ich es deutlich: Meine Pfoten setzten zwar bereits zur neuen Richtung an, doch mein schwerer Edelstahlkörper schien noch einen Moment lang seinem bisherigen Kurs folgen zu wollen. Ich schlitterte ein gutes Stück über den Rasen, bevor der Petsuit die Bewegung schließlich abgefangen hatte.

Verwundert blieb ich stehen und blickte zu der Stelle zurück, an der ich eigentlich hatte abbiegen wollen. Dann versuchte ich es noch einmal, diesmal ganz bewusst. Ich beschleunigte, machte eine scharfe Wendung und wollte sofort in die entgegengesetzte Richtung weiterlaufen. Wieder rutschte ich auf meinen Pfoten erst noch ein Stück geradeaus über das Gras, bevor mein Körper verzögert der neuen Bewegung folgte. Es fühlte sich an, als hätte jemand die Abstimmung zwischen meinen Beinen und dem Rest des Anzugs verändert.

Ich überlegte einen Moment lang, ob das mit dem Firmware-Update vom Vortag zusammenhängen konnte. Schließlich hatte Jan den Patch installiert, nachdem die alte Steuerung meine Beine zweimal auf höchst unangenehme Weise blockiert hatte. Vielleicht war die neue Version darauf ausgelegt, meine Bewegungen zu stabilisieren – und ich musste dafür leider in Kauf nehmen, dass schnelle Richtungswechsel nicht mehr ganz so unmittelbar funktionierten.

So ganz sicher war ich mir allerdings nicht. Also probierte ich noch ein paar Wendungen aus, erst langsam, dann wieder etwas schneller. Das Ergebnis blieb dasselbe: Bei gemächlichen Bewegungen merkte ich kaum einen Unterschied, aber sobald ich zu abrupt abbog, rutschte ich zunächst noch ein Stück in die alte Richtung. Das schien nicht gefährlich zu sein, fühlte sich aber ziemlich ungewohnt an. Und ein bisschen lästig war es obendrein.

Um mich herum schoben sich die stabförmigen Rasensprinkler aus dem Rasen. Es gurgelte kurz, dann spritzte das Wasser heraus. Ich schüttelte meinen Kopf und fing wieder an zu laufen. An die spürbar verzögerte Reaktion meiner Beine musste ich mich sicherlich erst noch gewöhnen, aber das konnte mir den Spaß nicht gänzlich verderben.

Schließlich kehrte ich brav zu meinem Herrchen auf die überdachte Terrasse zurück. Das wartete bereits mit dem Gartenschlauch, brauste meine Pfoten und das Schrittblech ab und rubbelte den nassen Edelstahlpanzer mit einem großen Handtuch gründlich trocken. Als Herrchen damit fertig war, mich abzutrocknen, sah es mich an. „Sitz!“

Ich gehorchte artig, setzte mich auf die hellen Fliesen und hob neugierig den Kopf. Jan ging in die Küche, richtete das Frühstück her und machte Kaffee. Schon nach wenigen Augenblicken strömte der süßliche Duft von frischem Milchkaffee zu mir nach draußen. Wenig später kam Herrchen mit meinem Edelstahlnapf heraus, stellte ihn auf den Boden direkt neben den Tisch, hob mahnend den Zeigefinger und sagte: „Bleib!“

Jan drehte sich um, ging noch einmal kurz rein und holte seine eigene Kaffeetasse sowie den Teller mit seinem Erdbeermarmeladen-Toast. Ich rührte mich keinen Millimeter. Je länger ich gezwungen war, den dampfenden Napf tatenlos anzustarren und dabei den intensiven Kaffeeduft durch meine Atemkanäle einzuatmen, desto stärker begann ich zu sabbern. Und desto schwieriger wurde es, seinen Befehl zu befolgen. Der Speichel sammelte sich unaufhörlich hinter dem Gummiball-Knebel und tropfte unablässig mit einem – zumindest für mich – deutlich hörbare ‚Plopp-Plopp-Plopp‘ zu Boden, während mein Magen sehnsüchtig knurrte. Herrchen stellte sein Geschirr auf den Tisch, blickte auf meine sture, unbewegliche Haltung und lächelte mich zufrieden an. „So ist’s brav, Cora! Warte, bis Herrchen sich hingesetzt hat, dann darfst du.“

Demonstrativ langsam ließ es sich auf den Stuhl sinken. Erst als es vollständig saß und mir lächelnd das erlösende Nicken gab, senkte ich den Kopf nach unten, führte das Trinkrohr in den Napf und schlabberte den warmen Milchkaffee in großen Zügen leer, während Herrchen parallel dazu sein Frühstück genoss.

Nach dem Frühstück beschloss Jan, mit mir runter an den Strand zu gehen. Einerseits wollte er sichergehen, dass die am Vortag aufgespielte Firmware funktionierte und ich in meinem Petsuit immer noch unbeschadet über den ausgespülten, tückischen Felsbrocken auf dem Trampelpfad hinwegkam. Andererseits wollte er eine Runde schwimmen und unser Pool sah seit dem Unwetter nicht gerade einladend aus. Es war Mittwoch und am Nachmittag würde Fabio kommen und ihn hoffentlich wieder komplett saubermachen.

Der Firmware-Patch hielt weiterhin, was er versprach. Die Dämpfungselektronik in den V-förmigen Beinschalen schien jetzt fehlerfrei zu arbeiten. Die Erschütterungen wurden perfekt abgefedert, und ich stieg problemlos über den Stein hinweg, der mich zwei Tage zuvor zweimal zu Fall gebracht hatte. Es war längst noch nicht Mittag, aber die Sonne brannte schon unbarmherzig auf meinen schwarzen Panzer, und ich kam beim Laufen mächtig ins Schwitzen. Der Dildo in meiner Spalte bewegte sich wie üblich unentwegt vor und zurück und heizte mich dadurch noch mehr auf.

Unten in unserer einsamen Bucht angekommen, legte Jan wieder zwei Strandtücher in den Sand, zog seine Badeshorts an und ging im kühlen Wasser schwimmen. Ich nutzte das weiche Seegras am Ufer als bequemes Polster, krabbelte vorsichtig ein Stück in die flache Brandung und legte mich rückwärts hinein. Das Meerwasser umspülte den heißen Edelstahl auf meiner Haut und kühlte meinen durchgeschwitzten Körper sofort angenehm ab. Ich atmete mehrmals tief ein und aus, während ich dem rhythmischen Rauschen der Wellen lauschte.



Irgendwann hatten wir genug und machten uns auf den Rückweg nach oben. Als ich dann hinter meinem Herrchen durch die Tür in unseren Garten trottete, war mir schon wieder fürchterlich warm. Auf der Terrasse nahm Jan den Gartenschlauch und brauste das klebrige Salz und den feinen Sand von meinem Panzer. Hinterher rieb er mich trocken und führte mich zurück ins Haus.

Wieder drinnen im Wohnzimmer, legte ich mich vollkommen satt und entspannt auf die dicken Polsterauflagen, um mich von der Anstrengung auszuruhen. Jan saß auf dem Sofa, blickte kurz von seinem Tablet auf und sah mich an. „Wir haben den Ausflug zum Capo Ferrato lange genug vor uns hergeschoben“, sagte er nüchtern. „Heute sollten wir Herrn Evildevils Aufgabe aber endlich einmal erledigen.“

Auch wenn noch so viele Touristen von diesem Kap schwärmten: Ich hatte überhaupt keine Lust auf diesen Ausflug und seufzte in meinen Knebel. Einerseits wusste ich genau, dass es dort bestimmt wieder von eben diesen besagten Urlaubern wimmeln würde, die sich an meinem auffälligen Schuhwerk nicht sattsehen konnten. Andererseits war da dieses miese Gefühl, das mich schon die ganze Woche begleitete: Ich hatte das Gefühl, dieser schreckliche Frauenhasser würde mir bei jedem einzelnen Schritt durch die Kameralinse an Jans Smartphone direkt auf meine Füße starren.

Als Jan gegen Mittag schließlich aufstand, auf seine Uhr blickte und zu mir herantrat, war der Moment gekommen. „Komm, Cora, wir müssen in den Flur, um dich auszuziehen“, forderte er mich ruhig auf.

Ich blieb liegen wie festbetoniert. Der Leuchtturm steht da schon so lange, dachte ich stur. Jetzt wird er bestimmt auch nicht plötzlich weglaufen. Um meinem Protest Nachdruck zu verleihen, holte ich tief Luft und stieß ein lautes, tiefes Knurren durch die Atemkanäle meines Dobermann-Helms aus.

Jan hielt mitten in der Bewegung inne und starrte mich verblüfft an. „Cora? Was soll das denn? Böser Hund! Los! Komm zu Herrchen!“

Ich dachte nicht im Traum daran, mich zu bewegen. Ich blieb flach auf den Kissen liegen und knurrte ein weiteres Mal. Hinter dem getönten Spiegelvisier breitete sich ein breites Grinsen auf meinem Gesicht aus. Trag mich doch in den Flur, wenn du mich unbedingt dort haben willst, dachte ich schadenfroh. In meiner Edelstahlunterwäsche und dem Petsuit bringe ich bestimmt etwas über achtzig Kilogramm auf die Waage. Also viel Spaß dabei. Aber vielleicht hast du ja Glück und ich habe in einer Stunde mehr Lust.

Mein Herrchen rieb sich frustriert über das Gesicht. Er blickte auf den unnachgiebigen schwarzen Panzer zu seinen Füßen, sichtlich verzweifelt darüber, wie er mich jetzt ohne meine Kooperation bewegen sollte. Er atmete tief durch, ging vor mir in die Hocke und versuchte es mit einer anderen Taktik. „Cora? Richte doch Nadja bitte aus: Wenn sie mit mir zum Capo Ferrato fährt, um die Bilder für Evildevil zu machen, dann führe ich sie am Abend auch in unser Lieblingsrestaurant aus. Und danach habe ich sogar noch eine tolle Überraschung für sie.“

Die Erwähnung des Restaurants und der Überraschung zeigte sofort Wirkung. Der sture Widerstand in meinem Kopf begann, allmählich in sich zusammen zu bröckeln. Ich wartete einen Moment, damit es nicht zu nachgiebig wirkte, und gab dann ein langes, tiefes Brummen von mir.

Herrchen schmunzelte sachte und stand wieder auf. „Ich hoffe mal, das heißt ‚ja‘ und nicht ‚ich überleg’s mir noch‘.“

Ich stieß ein lautes, mürrisches „Mmmmmmh!“ aus.

Jan ließ mich in Ruhe. Erst als er mich knapp sechzig Minuten später erneut dazu aufforderte, mit ihm mitzukommen, regte sich etwas in mir. Ich stieß zunächst ein mehrfaches, mitleiderregendes Winseln aus, erhob mich dann aber doch träge von den Kissen. Ich streckte meine Glieder und trottete sehr gemächlich in den Flur, um mich geduldig aus den Edelstahlhüllen herausschälen zu lassen.

Die Riegel an meinen Schläfen klickten und Jan hob mir den schweren Helm vom Kopf. Ich atmete die kühle Raumluft tief ein und sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Ich hoffe, deine Überraschung ist wirklich so toll. Ich bin auf jeden Fall gespannt. Könntest du mir bitte meine weiße, knielange Hose raus auf die Terrasse bringen? Und dazu die marineblaue Bluse? Danke.“

Nach der Befreiung aus dem Panzer spürten wir beide einen deutlichen Hunger. Jan hatte in der Küche schnell eine frische Kleinigkeit vorbereitet, und wir setzten uns zusammen an den Tisch auf der Terrasse. Das einfache Essen an der frischen Luft tat unglaublich gut. Bevor wir allerdings losfahren konnten, musste ich noch meinen ungeliebten Bericht für Evildevil schreiben. Am Tag davor hatte das zum Glück Jan übernommen, da ich aufgrund der ganzen durch die fehlerhafte Firmware ausgelösten Strapazen wirklich nicht in der richtigen Stimmung gewesen war. Ich setzte mich kurz an Jans Laptop, verfasste die Mail und schickte sie ab. Danach war die erste lästige Pflicht für den Tag erledigt. Leider nicht die letzte.



Gegen zwei Uhr nachmittags stiegen wir schließlich in den Grande Panda und machten uns auf den Weg nach Norden. Jan stellte den Wagen auf dem Parkplatz in der Nähe des Leuchtturms ab und wir stiegen aus. Während wir den teilweise steinigen und sandverwehten Pfad entlangschritten, war ich dazu in der Lage, die Balance auf den extrem gestreckten Keilsohlen völlig blind zu halten. Der Körper fing die starre Schienung der Knöchel ganz automatisch ab und das anfängliche, ungelenke Staksen an den ersten Tagen, nachdem ich die Ballett-Boots bekommen hatte, war längst einer eleganten, fließenden Routine gewichen.

Um Evildevil bei dieser Aufgabe wenigstens ein kleines Bisschen eins auszuwischen, hatte ich mich heute extra gegen ein Kleid und für die knielange, weiße Hose und die hellblaue Bluse entschieden. Ich wusste genau, dass dieser frauenfeindliche Halunke Hosen an Frauen zutiefst verabscheute – genau deshalb galten in unserem Zuhause in Deutschland ja auch die strengen Regeln mit den Schenkelbändern. Doch hier nicht. Heute musste er auf den Fotos mit meiner Kleiderwahl leben.

Während ich nun den Klippenpfad entlangschritt, lief Jan mal voraus, mal hinterher und knipste mit seinem Handy unaufhörlich Bilder von meinen Füßen und Beinen. Er zielte mit der Linse genau auf die Spitzen der Absätze im sardischen Staub.

„Das sieht schon mal sehr schön aus“, sagte Jan schließlich, als wir den schroffen Felsabschnitt kurz vor dem weißen Leuchtturm erreichten. Er deutete auf einen mächtigen, dunklen Vulkanfelsen direkt am Abgrund. „Und jetzt lehn dich doch mal da vorne gegen den Felsen und winkle ein Bein an… Ja, genau so… Das Knie ein bisschen höher. Ja, so ist es perfekt. Okay, fast perfekt. Versuche doch bitte, wenigstens ein kleines Bisschen zu lächeln.“

Durch Jans deutliche Regieanweisungen wurden einige andere Touristen auf uns aufmerksam. Eine kleine Gruppe deutschsprachiger Urlauber, die ebenfalls am Capo Ferrato unterwegs war, drehte sich neugierig zu uns um und starrte sofort ungeniert auf meine Beine. Nach den bisherigen Erfahrungen mit den aufsehenerregenden Stiefeln ließen mich diese gaffenden Blicke inzwischen jedoch völlig kalt.

Ich hatte eine Idee. Um Jans Aufmerksamkeit zu erhalten, der bereits mit der Kamera nach dem nächsten Hintergrund Ausschau hielt, legte ich Daumen und Zeigefinger an die Lippen und stieß einen schrillen Pfiff aus. Da mein Halsband nur auf die Vibrationen meines Kehlkopfs reagierte, blieb das integrierte Bestrafungssystem bei dem stimmlosen Laut wie erhofft vollkommen friedlich. Als mein Mann aufblickte, trat ich zwei Schritte vom Felsen weg, drehte mich auf meinen schwarzen Keilsohlen komplett um und wandte mich dem dunklen Felsbrocken zu. Ich hob ein Bein an und stemmte die profilierte Gummisohle des Ballett-Boots waagerecht gegen das schroffe Gestein. Wenn die anderen Leute hier schon unbedingt gaffen wollten, dann sollten sie wenigstens auch etwas Vernünftiges zu gucken bekommen.

Jan starrte mich mehrere Sekunden lang mit völlig ungläubigem Blick an. Ihm klappte sichtlich die Kinnlade nach unten und für einen Moment sah es so aus, als würde ihm glatt das Smartphone aus der Hand rutschen. Dann schien er zu begreifen, dass ich nicht ewig in dieser Haltung verharren konnte. Er schüttelte entgeistert den Kopf, fing sich wieder und drückte endlich auf den Auslöser.



Als wir später gut gelaunt den Pfad zurück zum Auto liefen, sah mein Mann mich von der Seite an und schüttelte grinsend sein Haupt. „Der Pfiff war echt genial, Nadja. Auf die Idee muss man erst mal kommen, um das Bestrafungssystem im Halsband so elegant auszutricksen.“

Ich winkte ab und lächelte dünn. „Not macht eben erfinderisch.“ Ich hakte mich fest bei ihm unter und blickte ihn neugierig an. „Aber wo wir gerade so schön auf dem Rückweg sind: Was hat es denn jetzt eigentlich mit der versprochenen Überraschung auf sich, für die ich vorhin eine Stunde lang stumm verhandelt habe?“

Mein Mann blieb kurz stehen, sah mich warm an und schmunzelte. „Wir waren jetzt seit bestimmt einem ganzen Jahr nicht mehr zusammen tanzen. Es gibt da ganz in der Nähe, in San Priamo, den Open-Air-Club Buddha del Mar. Wie sieht es aus? Hast du Lust?“

Er musste mich kein zweites Mal fragen. Ein strahlendes Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, und ich drückte seinen Arm fest an mich. Das war genau die Belohnung, die ich nach dieser Woche gebraucht hatte. „Und wie ich dazu Lust habe.“

Auf der entspannten Fahrt zurück zur Villa genossen wir die Vorfreude auf den Abend. Am späten Nachmittag betraten wir die Terrasse, wo wir zudem auf eine weitere glänzende Überraschung trafen. Das Wasser des Pools funkelte im warmen Sonnenlicht wieder wie ein geschliffener Saphir – kein einziges Staubkorn oder Algenblatt trübte mehr die Oberfläche.

Jan blickte staunend auf das makellose Blau und grinste breit. „Schau mal! Offensichtlich war Fabio heute Nachmittag da.“ Ich stellte mich neben ihn, legte den Kopf schief und sah ihn schmunzelnd an. „Und solange keine hübsche Frau im Edelstahl-Bikini daneben liegt, macht er offensichtlich einen sehr guten Job.“

Die Verlockung des makellosen Wassers war nach dem staubigen Marsch am Kap einfach zu groß. Bevor wir den Abend einläuteten, hielt uns nichts mehr auf. Ich schlüpfte schnell aus meinen Sachen und sprang zusammen mit Jan für gut eine halbe Stunde in den kühlen, tiefblauen Pool. Das Wasser wusch die Hitze und die Anstrengung des Capo-Ferrato-Spaziergangs restlos von der Haut und tat unendlich gut.

Frisch abgekühlt machten wir es uns kurz auf der Terrasse gemütlich. Passend für diesen besonderen Abend hatte ich einen eleganten schwarzen Minirock und ein passendes schwarzes Shirt eingepackt. Ich bat meinen Mann, mir die Sachen eben aus dem Schlafzimmerschrank zu holen. Nachdem er sich ebenfalls etwas Schickes angezogen und mit meiner Kleidung zurückgekommen war, half er mir beim Ankleiden. Dann fuhren wir auch schon los.

Das Abendessen in unserem kleinen Lieblingsrestaurant im Landesinneren war fantastisch und läutete den Abend perfekt ein. Als die Dunkelheit endgültig hereingebrochen war, steuerte Jan den Panda schließlich auf den Parkplatz des Open-Air-Clubs ‚Buddha del Mar‘.

Es wurde ein absolut wundervoller, unbeschwerter Abend. Unter dem sardischen Sternenhimmel, umgeben von marokkanischen Laternen und sanftem Kerzenlicht, tanzten wir stundenlang inmitten der warmen Nachtluft. Das Tanzen auf den Ballett-Boots, noch dazu mit insgesamt mindestens vier Kilo Edelstahl am Körper war zwar ungewohnt und anstrengend, aber ich hatte dennoch ungeheuer viel Spaß. Meine Beine machten die Bewegungen nach dem sandigen Nachmittagsmarsch mühelos mit. Wir genossen die Musik, ein paar fruchtige Cocktails, die spürbare Leichtigkeit und die vertraute Nähe zueinander. Dass auch hier etliche Blicke neugierig auf meine auffälligen Stiefel wanderten, juckte mich mittlerweile überhaupt nicht mehr. Es war die perfekte Belohnung für die Strapazen der letzten Tage.

Vollkommen erschöpft, aber mit einem tiefen Gefühl von innerer Zufriedenheit, kamen wir um viertel vor Mitternacht schließlich wieder an der Villa an. Ich stieg müde aus dem Auto, lief zu meinem Mann hinüber und sah ihn mit einem matten, aber glücklichen Lächeln an.

„Liebster, vielen Dank für den tollen Abend! Ich glaube, ich gehe jetzt schnell Zähneputzen, danach darfst du mich gerne erst in meinem Petsuit und gleich darauf im Käfig einsperren. Ansonsten mach ich heute nichts mehr.“

Jan lächelte sanft, zog mich sachte an sich und gab mir einen langen, tiefen Kuss. Anschließend löste ich mich langsam von ihm und machte mich glücklich auf den Weg zum Sanitärhäuschen, um den Tag endgültig ausklingen zu lassen.

--Fortsetzung folgt--

DarkO
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Hidden-Steel
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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:28.10.26 20:02 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo, ich bin ein stiller Leser und habe mir vor kurzem einen Account gemacht, habe mich ein bisschen schlecht gefühlt. Die Geschichte seit über einem Jahr zu lesen, aber keinen Kommentar zu schreiben. Erstmal ganz großes Kompliment von mir fürs schreiben. Wenn der Urlaub vorbei ist und die beiden wieder in Deutschland sind, kannst du bitte eine kurze Szene einbauen, in der sich Jan oder Nadja über die hohen Spritpreise, während sie ihr auto tanken? Aber am lustigsten wäre es, glaube ich, bei Nadja, weil sie sich dann aufregt und dafür einen Stromschlag bekommt xD
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DarkO
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Nürnberg




Beiträge: 275

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  RE: Moderne Keuschheit - Teil 2 Datum:28.10.26 20:47 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Hallo, ich bin ein stiller Leser und habe mir vor kurzem einen Account gemacht, habe mich ein bisschen schlecht gefühlt. Die Geschichte seit über einem Jahr zu lesen, aber keinen Kommentar zu schreiben. Erstmal ganz großes Kompliment von mir fürs schreiben. Wenn der Urlaub vorbei ist und die beiden wieder in Deutschland sind, kannst du bitte eine kurze Szene einbauen, in der sich Jan oder Nadja über die hohen Spritpreise, während sie ihr auto tanken? Aber am lustigsten wäre es, glaube ich, bei Nadja, weil sie sich dann aufregt und dafür einen Stromschlag bekommt xD


Hallo Hidden-Steel!
Danke für deinen Kommentar und selbstverständlich auch dafür, dass du deinen ersten Beitrag hier im Forum ausgerechnet meiner Geschichte gewidmet hast. Ich fühle mich geschmeichelt.

Ja, was die Spritpreise in diesem Land angeht, darüber kann man sich nur aufregen. Nadja übernimmt das sicher gerne stellvertretend für uns alle. Danke für den Vorschlag. Da die Sommers während ihres Urlaubs auf Sardinien rein elektrisch unterwegs waren, könnte ihne vielleicht entgangen sein, um wie viel günstiger das Benzin dort war.

Schöne Grüße
DarkO
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