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RE: Die geheime Bondage-Cheerleader-Gruppe
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Datum:27.12.25 16:49 IP: gespeichert
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@ChasHH:
Das stimmt. Wenn die beiden in Arrest gekommen wären, wäre es das mit der Tanzstunde – und damit auch dem Rest der Geschichte - gewesen…
Wobei das Busfahren für Jessie auch eine schlimme Demütigung sein muss – im Mittleren Westen fahren fast nur Menschen Bus, welche sich entweder kein Auto leisten können (das trifft dann wohl speziell auf die schwarze Unterschicht zu) oder Menschen, die nicht mehr Auto fahren können. Ansonsten hat Busfahren dort (m. W.) ein ganz anderes Stigma wie bei uns.
Ganz unrealistisch wäre es wohl nicht gewesen, wenn die beiden in Arrest gekommen wären – die amerikanischen Polizisten mögen Widerworte wohl gar nicht. Allerdings kann ich den guten Mann auch verstehen, dass er um halb Sieben abends keinen Papierkram mehr ausfüllen will. Vielleicht hat er auch erkannt, dass Mary mit ihrem Feminismus-Gelaber zwar unendlich anstrengend ist – aber eigentlich eine ganz Liebe. 😊
Jedenfalls sieht es ganz gut aus, dass die beiden irgendwann doch noch ihr Ziel erreichen und wir dann zum Kern der Geschichte kommen... 😊
@Adriana 0306:
Freut mich, wenn/falls du dich mit dem Kurzstil der KI halbwegs arrangieren konntest und weiter dabeibleibst 😊
P.S.: Es gibt auch eine englische Übersetzung der Geschichte, falls jemand neugierig ist, wie sich die Dialoge im amerikanischen „Original“ anhören könnten.
https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...r-8a-1278837468
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 27.12.25 um 21:40 geändert Meine Geschichten:
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Die geheime Bondage-Cheerleader-Gruppe
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Datum:31.12.25 08:33 IP: gespeichert
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Kapitel 9: Die Vororte der Tugend
„Jessie? JESSIE?“
Jessie schreckte aus ihrem Tagtraum hoch. Sie saß noch immer neben Mary auf dem Beifahrersitz des schwarzen Minis.
„Alles in Ordnung?“
„Ja, ja,“ antwortete sie. „Ach äh, hast Du eigentlich die Kfz-Steuer bezahlt?“
Mary sah ihre Freundin verwundert an:
„Klar. Warum fragst Du?
Kfz-Steuer, Versicherung - alles bezahlt. Benzin ist im Tank, Öl haben wir, sogar Scheibenwischerwasser. In einer Viertelstunde sind wir da.“
Jessie seufzte erleichtert. Sie war sich nicht sicher, ob das Ziel der Reise wirklich eine gute Nachricht war – aber alles war besser als der Bus.
Eine Nacht in der Arrestzelle wegen politischer Agitation hätte wenigstens etwas Heroisches gehabt. Aber eine Busfahrt? Zu einer Bondage-Veranstaltung? Vermutlich hätte der Rentner auf dem Sitz gegenüber ihr das Ziel der Reise sofort an der Nasenspitze abgelesen – und es umgehend bei Insta gepostet. #JessieInTheBus #JessieGetsTied.
Jessie streichelte fast zärtlich über das Armaturenbrett. Noch nie in ihrem bisherigen Leben hatte sich die Fahrt in einem Auto so gut angefühlt.
Einige Minuten später bog Mary von der Interstate ab.
Exit 23, 86th Street. Mary erklärte Jessie fröhlich, dass sie in Kürze wahre Freiheit spüren würde. Womit sie unzweifelhaft irgendein Seil, Handschellen oder etwas anderes Festes meinte, was normale Leute eher als Einschränkung empfinden würden. Aber normale Leute saßen um diese Zeit auch zuhause beim Abendbrot.
Anfangs fuhren sie an der üblichen Mischung aus Autohäusern, Fastfoodketten und Großgeschäften vorbei – dem heiligen Dreieck amerikanischer Bequemlichkeit.
Aber nachdem Mary auch die örtliche Ausfallstraße verlassen hatte, änderte sich das Bild:
Grüne Vorgärten statt grauer Betonklötze.
Eichhörnchen statt Existenzangst.
Zionsville.
Das Herz des mittleren Westens – sauber, ordentlich, und so amerikanisch, dass es fast schon weh tat.
Willkommen in einer Welt, in der eine falsch sortierte blaue Tonne ausreichte, um für einen Nachmittag auf dem Marktplatz an den Pranger gestellt, bis zum nächsten Thanksgiving aus dem Kirchenchor ausgeschlossen oder – vermutlich am schlimmsten – namentlich in der Nachbarschafts-App genannt zu werden.
Links wie rechts reihten sich Einfamilienhäuser aneinander: pastellfarbene Fassaden, akkurat getrimmte Rasenflächen, weiße Briefkästen mit kleinen Fähnchen. Auf einem Rasen mähte ein älterer Mann mit einer Hingabe, als hinge der Fortbestand der amerikanischen Nation von der Halmlänge seines Vorgartens ab.
Zwei Häuser weiter betrieben Kinder einen Limonadenstand mit einer Effizienz, die jedes Start-up in Silicon Valley vor Neid hätte erblassen lassen. Daneben saß ein Labrador, der mit der Ernsthaftigkeit eines Zollbeamten das Münzgeld bewachte.
Mary fuhr schweigend, bis sie plötzlich sagte:
„Siehst du die Unfreiheit dieser armen Leute?“
Jessie blinzelte irritiert.
„Äh…nein. Ich sehe nur ganz normale Häuser und ganz normale Menschen.“
Jessie verstand nicht. Ihre Eltern hatten auch so ein Häuschen, allerdings nicht hier, sondern in einer Kleinstadt südlich von Indianapolis.
Mary grinste.
„Genau das meine ich. Diese Leute sind so gefangen in ihrer spießigen Welt aus Arbeit, Kirche und Charity-Galas, dass sie die Gitterstäbe ihres Gefängnisses nicht einmal mehr sehen!
Kein Seil kann uns so eng binden wie dieses Streben nach der amerikanischen Vorstadtidylle!“
Jessie schaute hinaus auf eine Gruppe Frauen, die in weißen Tennisschuhen und rosa Poloshirts gemeinsam den Gehweg fegten- wahrscheinlich im Rahmen einer Nachbarschaftsinitiative.
„Sie sehen nicht gerade unglücklich aus“, murmelte sie.
„Kühe im Stall kauen auch zufrieden ihr Gras“, entgegnete Mary trocken.
Je weiter sie fuhren, desto größer wurden die Grundstücke – und desto höher die Zäune.
Aus den freundlich wedelnden Gartendekorationen wurden diskrete Warnschilder: BEWARE OF DOG, PRIVATE SECURITY, 24 H VIDEO SURVEILLANCE.
Statt der Stars and Stripes wehten jetzt nur noch Überwachungskameras über den Einfahrten.
Und während die Sonne durch die goldenen Baumkronen glitt, veränderte sich die Stimmung unmerklich.
Die Vorstadt lächelte weiter – doch ihr Lächeln war hier so kalt wie der Herbstwind, der durch die Bäume fuhr.
Schließlich bog Mary in eine schmale, von alten Eichen gesäumte Auffahrt ein.
Ein schmiedeeisernes Tor versperrte die Weiterfahrt. Über dem Tor prangte ein Schild:
„Eisenhain Manor“
Mary hob das Kinn ein wenig, als würde sie nicht auf ein Grundstück, sondern auf ein Manifest blicken.
„Willkommen in Eisenhain Manor – wo Fesseln Befreiung bedeuten.“
Jessie sah ihre Freundin fragend an.
Mary sah so ernst und feierlich drein, als hätte sie gerade die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet.
https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...es-2-1281194040
https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...es-3-1281402564
https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...es-1-1281194339
https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...tion-1281193979
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 01.01.26 um 11:24 geändert Meine Geschichten:
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RE: Die geheime Bondage-Cheerleader-Gruppe
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Datum:31.12.25 09:45 IP: gespeichert
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Ah ja. Was wohl jenseits der Mauer wartet?
Guten Rutsch.
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RE: Die geheime Bondage-Cheerleader-Gruppe
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Datum:31.12.25 11:30 IP: gespeichert
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Danke für den neuen Teil, das klingt ja fast so als ob jemand sein Privatanwesen für Bondage Veranstaltungen zur verfügung stellt 
"Eichhörnchen statt Existenzangst"
Lustig 
Komm gut ins neue Jahr und lass uns nicht zu lange warten!
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Story-Writer
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RE: Die geheime Bondage-Cheerleader-Gruppe
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Datum:01.01.26 11:22 IP: gespeichert
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Zunächst wünsche ich allen Lesern und anderen Forumsteilnehmern ein frohes neues Jahr.
@ChasHH, Adriana0306
Vielen Dank für Eure Kommentare.
Ich hätte ja eine Vermutung, was hinter dem Tor liegt - eine geheime Bondage-Cheerleader-Gruppe... Aber ob dem wirklich so ist? Wir werden es erfahren...
Gut erkannt, es sieht wirklich so aus, als ob jemand sein Privatanwesen zur Verfügung stellt. Aber wer das wohl sein mag? Auch das werden wir erfahren...
Ich fand die Alliteration auch süß. Im Englischen wäre das dann "squirrels instead of struggle".
Wann es das nächste Kapitel gibt, hängt wie üblich vom Interesse an der Geschichte ab, aber mit Sicherheit dieses Jahr noch 
P.S.: Nachdem ich so über die Amis gelästert habe, habe ich mir überlegt, was Jessie wohl gesehen hätte, wenn sie nicht durch einen amerikanischen, sondern einen deutschen Vorort gefahren wären.
Hier das Ergebnis meiner Überlegungen:
Kapitel 9a: Vororte deutscher Ordnung
Maries schwarzer Mini fühlte sich an wie eine kleine Rettungskapsel. Jessie starrte aus dem Fenster, während Mary den Wagen geschmeidig durch den Feierabendverkehr lenkte.
Nachdem sie die grauen Gewerbegebiete mit ihren Baumärkten, Discountern und Autowaschstraßen hinter sich gelassen hatten, änderte sich die Kulisse. Die Straßen wurden schmaler, der Asphalt flüsterleise – frisch saniert von den Erschließungsbeiträgen der Anwohner.
Doppelhaus-Hälfte statt Dönerläden. Schottergärten statt Shishabars.
Willkommen in der deutschen Vorstadt. Dem Reich der 30er-Zonen, in denen ein falsch abgestellter Anhänger oder ein während der Mittagsruhe betriebener Rasenmäher unweigerlich zu einer sozialen Hinrichtung führte.
Zur Begrüßung stand am Ortseingang ein Schild: „Langsam, spielende Kinder.“ Doch die Kinder spielten vermutlich längst in ihren Zimmern Playstation, Switch oder was auch immer das Christkind letzte Weihnachten gebracht hatte.
Zumindest die meisten. Ein paar spielten auch noch mehr oder weniger freiwillig Fußball. An der Ecke zum Bolzplatz parkten die SUVs der Väter wie eine Panzerdivision. Es war 18.45 Uhr – die Zeit der „Quality Time“. Väter in teurer Funktionskleidung standen am Spielfeldrand und brüllten Anweisungen an ihre Söhne, als ginge es im Freundschaftsspiel der F-Jugend um die Qualifikation für die Champions League. Die Jungs rannten mit einer Verbissenheit über das Grün, die Jessie frösteln ließ. Hier wurde nicht gespielt; hier wurde für die Familienehre gekämpft. Mit harten Bandagen.
Bei jedem Fehlpass wurde dem achtjährigen Finn-Luca mit der Enterbung gedroht. Aus den Augenwinkeln sah Jessie noch, wie der Junge weinend am Spielfeldrand saß, während sein Vater bereits enttäuscht den SUV entriegelte. Finn-Luca schien sich bereits mit seinem Schicksal abgefunden zu haben: kein Erbe, keine Karriere, nur die lebenslange Schande, beim alles entscheidenden Spiel gegen das Nachbardorf versagt zu haben.
Hinter dem Bolzplatz lag ein kleiner Park. Ganze Heerscharen von Anwohnern führten ihre Hunde gassi – eine Prozession des guten Gewissens, bei der jeder zweite Mann eine kleine, schwarze Plastiktüte wie eine Trophäe der Rechtschaffenheit an der Hand baumeln ließ. Ein absurdes Ballett: Wohlhabende Akademiker bückten sich in demütiger Haltung, um die Verdauungsergebnisse ihrer Golden Retriever fachgerecht einzutüten. Eine Position, die ihnen im Büro nicht im Traum in den Sinn gekommen wäre.
Hinter dem Park begann die eigentliche Siedlung. Links wie rechts reihten sich Reihenhäuser aneinander, die so gleich aussahen, als hätte man sie mit einem gigantischen Plätzchenausstecher aus dem Boden gestampft. Überall die gleichen anthrazitfarbenen Haustüren, die gleichen Design-Leuchten, die gleiche Dachneigung, die gleichen Büsche. Die örtliche Bauordnung ließ in etwa so viel Platz für Kreativität wie ein Malen-nach-Zahlen-Buch. Zumindest waren die Gartenzwerge langsam, aber sicher ausgestorben.
Ein paar Gärten weiter stieg der beißende Geruch von Buchenholzkohle auf. Ein Mann in einer „Hier grillt der Chef“-Schürze hantierte an einem glänzenden Edelstahl-Monster, das mehr Knöpfe hatte als das Cockpit eines Airbus. Er wendete die Würstchen mit einer Hingabe, die Jessie an einen besessenen Installationskünstler erinnerte, der die perfekte Bräune für seine Exponate erzwingen wollte. Neben ihm auf dem Beistelltisch thronte ein frisch angebrochener Bierkasten wie ein heiliger Altar der Männlichkeit.
Seine Frau war derweil damit beschäftigt, eine Phalanx aus fünf verschiedenen Salaten aufzufahren – monumentale Schüsseln, mit denen man problemlos den städtischen Zoo hätte sattbekommen können. Jessie wusste: Der Mann am Grill würde lieber verhungern, als dieses Grünzeug heute Abend auch nur mit der Grillzange zu berühren. Doch die schiere Existenz dieser Vitamine war eine notwendige Demütigung im Protokoll des gelungenen Vorstadtabends.
Mary warf einen Blick in den Rückspiegel und grinste. „Siehst du das, Jessie? Die totale Kapitulation. Diese Leute haben ihr Leben gegen einen Bausparvertrag eingetauscht. Lebenslange Knechtschaft für die Raten der Vorstadtidylle. Jedes Sektfrühstück am Sonntag ist ein Nagel in ihrem Sarg.“
Jessie sah eine Gruppe Frauen in Nordic-Walking-Montur, die mit klackernden Stöcken den Gehweg patrouillierten. Sie wirkten wie eine berittene Stadtwache ohne Pferde. Eine von ihnen fixierte Jessie durch die Scheibe, die Lippen schmal und zusammengepresst. Sie sah aus, als ob sie gleich die Polizei rufen würde, weil Jessie durch die Anliegerstraße gefahren war.
„Jessie? JESSIE?“
Jessie schreckte hoch. Das rhythmische Klackern der Nordic-Walking-Stöcke verwandelte sich zurück in das Schnurren des Minis. Die deutschen Schottergärten flossen in die endlosen Rasenflächen von Indiana über. Sie war wieder zuhause, zurück in Amerika.
Gott sei Dank.
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 01.01.26 um 11:28 geändert Meine Geschichten:
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RE: Die geheime Bondage-Cheerleader-Gruppe
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Datum:01.01.26 13:13 IP: gespeichert
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Diese Vergleiche sind herrlich, deutsches Spießbürgertum perfekt zusammengefasst
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