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  Verfluchte Magier!
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DarkO
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  Verfluchte Magier! Datum:11.01.26 20:48 IP: gespeichert Moderator melden


Verehte Leser,

während des Schreibens an
Die magische Wolle bekam ich auf einmal die Idee zu dieser Geschichte. Die möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Über ein Wenig wohlgemeinte Kritik würde ich mich freuen!

Mögen die Sieben mit Euch sein.




Verfluchte Magier!


Im Turm des Magiers

Es war ein kühler Abend Anfang Frühling. Dorothea Tannenberg zog ihren Mantel enger um die Schultern. Auf dem Weg durch den Wald hatte sie nicht gefroren. Aber dort hatten auch die Bäume den Wind abgehalten. Nun stand sie vor dem hohen Turm, der düster und bedrohlich vor ihr aufragte. War es wirklich der beständige kalte Luftstrom, der sie frösteln ließ, oder steckte doch ein kleines Bisschen Furcht dahinter? Doro schüttelte den Kopf. Wie gewöhnliche Menschen, so waren Zauberer letztendlich auch nur Wesen aus Fleisch und Blut. Also konnte man sie ebenso töten.

Sie blickte sich um.

Hinter ihr im Norden lag der Wald, durch den sie gekommen war. Von dort aus führte ein Weg – oder besser gesagt: ein etwas breiterer Trampelpfad – über eine Wiese hierher. Schätzungsweise zwanzig Schritte links von ihr sah sie eine Reihe Sträucher. Dort musste der Eyer fließen. Das Quaken einiger Frösche drang an ihr Ohr. Zu ihrer Rechten stieg das Land gemächlich an. Oben auf dem Hügel verlief eine Mauer von Nord nach Süd, sie maß vielleicht einen Schritt in der Höhe. Dahinter würde demnächst die rote Sonne untergehen. Am Himmel flogen ein paar Gänse.

Und direkt vor ihr erhob sich eben dieses angsteinflößende Gebäude. Vier steinerne Stufen führten rauf zu einer hölzernen Tür. Darüber gab es drei Fenster. Die beiden unteren waren dunkel. Nur ganz oben brannten offensichtlich einige Kerzen. Aus einem Kamin in der Mitte des Daches quoll heller Rauch. Neben der Treppe lehnte ein Karren an der Wand.

Eine Böe erfasste ihre braunen Locken. „Warum suchen sich diese bescheuerten Schwarzmagier eigentlich immer solche seltsamen Türme aus, um darin zu wohnen? Reicht denen kein gewöhnliches Haus?“, fragte sie sich leicht verstimmt.

Sie hatte den Auftrag angenommen, also musste sie ihn jetzt auch erledigen. Dreißig Goldstücke hatte man ihr versprochen. Damit würde sie für eine ganze Weile auskommen. Alles, was sie dafür tun musste war, dem Dorfschulzen von Eyerbrück die Silberkette mit dem blauen Anhänger zu bringen, die dieser Magier angeblich stets um seinen Hals trug. Als Beweis für dessen vorzeitiges Ableben.

Die einfachste und zugleich sicherste Methode, um schnell an diese Kette zu gelangen, bestand ohne Zweifel darin, dem Unhold kurzerhand die Rübe abzuschlagen. Ein kräftiger Hieb mit ihrer Kriegsaxt müsste dafür eigentlich ausreichen. Sie bezweifelte, dass dieser Zauberer tatsächlich so gefährlich war, wie der Schulze ihn beschrieben hatte. Also leichtverdientes Gold für die junge Abenteurerin.

Routiniert löste sie die Waffe von ihrem Gürtel. Der Griff lag sicher in ihrer Hand. Sie schickte ein kurzes Gebet an die heiligen Sieben und packte den Türknauf. Vorsichtig drehte sie ihn.

Es gelang ihr, die Tür nahezu geräuschlos zu öffnen. Dorothea spähte durch den geöffneten Spalt ins Innere. Dort war es wie erwartet dunkel, abgesehen von dem schmalen Lichtkegel, der durch den Türspalt eindrang. Außer den hölzernen Stufen einer Treppe, die nach oben führte, erkannte sie nichts. Also machte sie die Tür ganz auf. Weiterhin nichts Aufregendes: Die Holztreppe, zwei große Fässer und ein Jutesack auf dem Boden. Unter der Treppe befand sich ein Stapel Feuerholz. Alles war ruhig. Sie ging hinein und versuchte, den Sack anzuheben. Er war nicht schwer. Dennoch schien sein Gewicht auszureichen, um die Holztür hinter ihr daran zu hindern, ins Schloss zu fallen, was ihr den Rückweg abschneiden würde, sollte sich die Sache anders entwickeln, als geplant.

Nachdem sie die Tür blockiert hatte, schlich Doro vorsichtig die Holztreppe hinauf. Dabei hielt sie sich nahe an der Außenwand, die Axt in der Hand. Zwischendurch blieb sie gelegentlich stehen, um zu horchen. Es blieb still. Das Licht, das durch die Fenster ins Innere des Turmes drang, reichte aus, um die einzelnen Stufen erkennen zu können. Sie durchquerte die erste Etage, in der sie ein leeres Bett, ein Beistelltisch und eine Holztruhe vorfand. Eine schmale Tür führte zum Abort. Außerdem gab es noch einen kleinen Ofen, neben dem einige Holzscheite gestapelt worden waren. Erfolgreich unterdrückte sie den Drang, die Möbelstücke nach Wertgegenständen zu durchsuchen. Erst musste der Schwarzmagier dran glauben. Ans Plündern konnte sie sich anschließend machen. Also setzte sie ihren Weg aufwärts fort.

Das zweite Stockwerk wurde beherrscht von einem riesigen Tisch, der mit unzähligen Büchern und Schriftrollen übersäht war. Einige weitere standen in dem hohen Regal daneben. Solche Dinge fasste sie vorsichtshalber gar nicht erst an. Also weiter zum Dachgeschoss.

Sobald sie über die Oberkante des Fußbodens spähen konnte, blieb sie stehen. Das musste er sein: dunkelblaue Robe mit weiten Ärmeln, spitzer Hut, darunter langes silbergraues Haar. Typisch. Er stand an einem breiten Tisch, die Hände aufgestützt, den Kopf nach vorne gebeugt. Offensichtlich war er gerade in das Studium eines Pergaments vertieft. Rechts des Tisches befand sich ein etwa anderthalb Schritt hoher Leuchter mit sechs brennenden Kerzen darauf. Auf der anderen Seite war einen Schrank, dessen Türen offenstanden. Dorothea erkannte weitere Bücher und Schriftrollen, dazu einige Kristalle und ein paar frische Kerzen. In einem Ofen inmitten des Zimmers knisterte ein Feuer.

„Na dann los!“, sagte sie in Gedanken zu sich selbst. Ihre Kriegsaxt fest im Griff erklomm sie auf Zehenspitzen die restlichen Stufen und durchquerte den Raum. Noch neun Schritte, dann würde sie ihm ihre Axt in den Rücken rammen. Noch acht. Sieben. Se…. Plötzlich merkte sie, dass ihr linker Stiefel am Boden festklebte. Sie unterdrückte einen Schrei und ruderte mit den Armen, um nicht zu stürzen. Es gelang ihr gerade eben so, einen sicheren Stand einzunehmen. Allerdings schien nun auch ihr rechter Stiefel unlösbar mit dem hölzernen Untergrund verbunden zu sein. So sehr sie auch zog und zerrte, sie schaffte es nicht, ihre Füße zu bewegen. Verwirrt blickte sie nach unten. Ein Kreis mit einem fünfeckigen Stern in der Mitte schimmerte in giftigem Grün auf den Holzdielen unter ihr. Doro konnte schwören, dass diese Zeichnung vorher nicht da gewesen war. Die hätte sie bemerkt.

Was sollte sie tun? War es das jetzt? Würde sie von nun an als Dienerin des Magiers ihr trauriges Dasein fristen? Bestimmt würde er sie auch für irgendwelche düsteren Rituale benutzen, oder Zauber an ihr ausprobieren. Bei diesen Gedanken überkam sie ein eiskalter Schauer. – Das durfte sie nicht zulassen. Schließlich hatte sie immer noch ihre Kriegsaxt. Dabei handelte es sich natürlich nicht um eine Wurfwaffe, aber etwas anderes blieb ihr nicht übrig. Ihren Jagdbogen hatte sie im Wirtshaus zurückgelassen. Sie hob die Axt über ihren Kopf, zielte, holte aus und schleuderte sie mit aller Kraft in Richtung des Magiers.

Die Waffe war noch etwa zwei Schritte von dessen Rücken entfernt, als sie an einer unsichtbaren Wand abzuprallen schien und begleitet von einem dumpfen Poltern zu Boden fiel.

„Bei Xortam!“, entfuhr es Doro erschrocken.

Der Mann in der dunkelblauen Robe drehte sich gemächlich um. Von seinem Gesicht war nicht viel zu erkennen. Lediglich die Augen, die Nase und der Mund. Der Rest war bedeckt von grauem Haar. Sein Bart reichte fast bis zu der Kordel um seine Hüften hinunter. Hinter dem Bart sah Doro die silberne Kette mit dem blauen Edelstein daran.

„Oh, ich habe Besuch! Und so hübschen dazu!“, erklang die krächzende Stimme des Magiers. „Nun, wie Ihr seht, bin ich leider gerade beschäftigt. Daher stört Ihr hier. Wenn ich Euch also bitten dürfte, zu gehen?“ Er schnippte einmal mit dem Finger, woraufhin Doro wieder in der Lage war, sich zu bewegen. So leicht ließ sie sich jedoch nicht einschüchtern. Beherzt machte sie einen Satz nach vorn, ergriff ihre Kriegsaxt und… hielt verdutzt inne. Die Waffe in ihrer Hand fühlte sich irgendwie seltsam an. Weich, biegsam. Als bestünde sie sie nicht aus Holz und Stahl, sondern aus Leder oder dickem Wollstoff. Dorothea starrte sie ungläubig an. Das Blatt der Axt schwang leicht hin und her.

Der Mann vor ihr lachte hämisch. „Tja. Das ist der Nachteil an diesen Barrierezaubern. Die haben manchmal recht sonderbare Nebeneffekte. Aber das dürfte sich bald wieder legen. Ihr könnt froh sein, dass Ihr nicht selbst gegen die Barriere gelaufen seid. Sonst wären Eure Knochen jetzt… Naja. Nachdem Ihr offenkundig wünscht, noch mehr von den Fähigkeiten des einzigartigen Sensibald vom Donnerbach kennenzulernen... Ich verfüge über einen Zauber, der wirklich vortrefflich zu Euch passen dürfte.“ Er streckte seine Arme nach vorne, spreizte die Finger auseinander und murmelte ein paar Worte in einer fremden Sprache. Dann schoss ein oranger Blitz aus seinen Fingerspitzen und traf sie mitten auf der Brust. Überraschenderweise spürte Doro keinen Schmerz. Es kribbelte nur leicht. Sie wollte schon anfangen zu lachen, da bemerkte sie, wie ihre sämtliche Kleidung langsam zu Staub zerfiel und als solcher auf den Boden rieselte. Als letztes lösten sich ihre Stiefel auf. Erschrocken ließ sie ihre Axt fallen und bedeckte Brüste und Scham.

Der Magier grinste. „Das dürfte als kleine Kostprobe genügen, denke ich. Und jetzt haut ab!“

Dorothea begann zu stammeln: „Aber… Aber… Ihr… Ihr könnt… mich doch nicht ganz ohne Kleider am Leib nach draußen schicken! Bitte, bitte, tut mir das nicht an!“

Das Grinsen des Magiers verwandelte sich in eine groteske Grimasse. „Ihr habt Recht… Wie töricht von mir. Einen Moment.“ Wieder richtete er seine Hände auf sie und fing abermals an zu murmeln. Sie versuchte noch, auszuweichen, doch das gelang ihr nicht. Doros Oberkörper wurde von einem weiteren Blitz getroffen, diesmal einem bläulichen. Auch dieser verursachte keinerlei Schmerzen. Stattdessen fühlte Dorothea unter ihren Händen nun jeweils etwas Kaltes, Hartes. Irritiert blickte sie an sich hinab. Dort, wo eben noch nackte Haut gewesen war, glänzte jetzt blank polierter Stahl. Ihre Brüste waren von zwei metallenen Schalen bedeckt, die durch ein einzelnes Kettenglied dazwischen miteinander verbunden waren. Seitlich verliefen zwei drei Finger breite Stahlbänder nach hinten in ihren Rücken. Als Doro dort danach tastete, erkannte sie, dass es sich in Wahrheit um ein einzelnes Band handelte. Sie fand keinen Verschluss, keine Lücke, nur durchgängig glatten Stahl. Zudem spürte sie an den Fingerspitzen ein unangenehmes Zwicken, immer wenn sie das Metall berührte.

Daraufhin erkundete sie ihren Schambereich. Hier gab es ein ähnliches Bild: Ein drei Finger breiter Metallreifen lag eng um ihre Taille. Ein etwas breiteres Stahlband verlief durch ihren Schritt. Dessen Enden waren beide fest mit dem Taillenband verbunden. Vorne ertastete sie darin ein langes schmales Loch und hinten ein größeres rundes. Dabei wieder dieses fiese Zwicken. Doro bemerkte zudem, dass das Metall dort, wo sie es anfasste, kurzzeitig blau aufleuchtete.

Doro nahm noch etwas anderes wahr: Etwas lag um ihren Hals. Mit beiden Händen versuchte sie herauszufinden, was es war, auch wenn sie es bereits ahnte. Ein weiterer Stahlreif. Dieser besaß eine Breite von ebenfalls drei Fingern. Vorne und hinten waren an der Unterkante jeweils ein kleiner Ring befestigt. Vom vorderen verlief eine Kette nach unten zu der Verbindung ihrer Brustschalen und vom hinteren zwei zu dem Stahlband, welches ihren Brustkorb umgab. Zudem stellte sie fest, dass ihr Halsreif an der Vorderseite eine Öse besaß.

Sensibald lächelte freundlich. „Ich hoffe, Euch gefällt mein Keuschheitszauber? Nun ja. Falls nicht, werdet Ihr in den nächsten Monaten bestimmt mehr als genug Zeit haben, um Euch daran zu gewöhnen. Viel Spaß dabei. Und jetzt seht zu, dass Ihr endlich verschwindet!“

Sein schallendes Gelächter erfüllte den Raum.

So schnell sie konnte, hob Doro ihre nutzlos gewordene Waffe auf, eilte zur Treppe, hastete die Stufen hinab und floh durch die weiterhin offene Tür ins Freie. Sie rannte weiter den Pfad entlang in Richtung Wald. „Bloß nicht langsamer werden. Und auf keinen Fall stehenbleiben!“, ermahnte sie sich. Sie hatte Angst. Nicht davor, dass der böse Magier sie verfolgte. Vielmehr befürchtete sie, dass die Götter sie noch mehr bestrafen wollten. Das letzte Mal, da sie einen Tempel von innen gesehen hatte, lag schon einige Monate zurück.

Erst im Schutz der Bäume drosselte sie ihr Tempo. Das gemeine Lachen des Zauberers war sogar hier noch deutlich zu hören. Sensibald vom Donnerbach. Diesen Namen würde sie mit Sicherheit so bald nicht vergessen. Selbst wenn es ihr einmal gelingen sollte, den Stahl an ihrem Körper wieder loszuwerden. Sie wusste noch nicht wann, sie wusste auch noch nicht wie, aber eines war sicher: Sie würde es ihm heimzahlen.

Als sie schließlich erschöpft und mit schmerzenden Fußsohlen das Dorf erreichte, war es bereits dunkel. Mit Ausnahme der Taverne galt selbiges auch für die Fenster der Häuser ringsum. Einzig das Licht des Mondes erhellte die Umgebung. Die Straße lag verlassen vor ihr. Wachen gab es in diesem Ort keine. In einem Garten sah sie Kleidung, die zum Trocknen aufgehängt worden war. Dorothea hatte Glück. Sie fand eine graue Hose und ein beigefarbenes Hemd, welche halbwegs die richtige Größe hatten. Flink schlüpfte sie in beides hinein. Daneben hing an der Leine zudem ein Tuch, mit dem sie den dicken Metallreif an ihrem Hals bedecken konnte. An der Hauswand lehnte ein Paar Holzpantoffeln. Die passten ihr ebenfalls.

Also hatten sich die Sieben doch nicht von ihr abgewandt. Zumindest nicht alle.

Allmählich besserte sich Dorotheas Laune. Als Nächstes musste sie es nur noch schaffen, möglichst unbemerkt ihre übrige Habe aus dem Zimmer in dem Wirtshaus zu holen. Sie wolle nicht riskieren, mit den gestohlenen Kleidungsstücken am Körper erwischt zu werden.

Dieses Vorhaben gelang ihr dann doch leichter als gedacht. Zwar war es mit ihrem neuen Schuhwerk vollkommen unmöglich, sich auf der hölzernen Treppe und auf den Dielen im Obergeschoss leise zu bewegen, aber der Lärm aus dem Schankraum übertönte ihre Schritte.

Zurück auf der Straße überlegte sie, wohin sie jetzt gehen sollte. Vielleicht wäre ein Schmied dazu in der Lage, sie von ihrer stählernen Unterwäsche zu befreien. Die nächste größere Ortschaft in dieser Gegend war die Stadt Rotfels im Südosten. Also schulterte sie ihren Rucksack, warf sich den wollenen Kapuzenumhang über und machte sich noch in der Nacht auf den Weg dorthin.

--Fortsetzung folgt--

DarkO

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 15.01.26 um 22:25 geändert
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Neuschreiber63
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:11.01.26 22:30 IP: gespeichert Moderator melden


Sehr hübsch!
Bin gespannt, ob sie da wieder rauskommt

Übrigens habe ich vor ein paar Monaten auch mal eine Zauberergeschichte geschrieben.
https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...rody-1255365193
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Glatzkopf
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:12.01.26 10:24 IP: gespeichert Moderator melden



Mal etwas ganz anderes. Bin sehr gespannt, wie es weiter geht.
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Neuschreiber63
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:12.01.26 20:05 IP: gespeichert Moderator melden


Ich fand das Setting dieser Geschichte so toll, dass mich diese dazu inspiriert hat, mal wieder zu dichten (wie üblich in Zusammenarbeit mit KI, diesmal gemini)...

https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...edge-1286175996

Die KI hatte auch eine Vermutung wie es weitergeht. Aber das will ich jetzt hier nicht posten. Ich hätte etwas anderes vermutet, mal sehen, was du so vorhast...


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DarkO
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:12.01.26 21:21 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Ich fand das Setting dieser Geschichte so toll, dass mich diese dazu inspiriert hat, mal wieder zu dichten (wie üblich in Zusammenarbeit mit KI, diesmal gemini)...

https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...edge-1286175996

Die KI hatte auch eine Vermutung wie es weitergeht. Aber das will ich jetzt hier nicht posten. Ich hätte etwas anderes vermutet, mal sehen, was du so vorhast...

Es freut mich, dass meine Geschichte dich ebenfalls inspiriert hat.

Was die weitere Entwicklung dieser Geschichte betrifft:

Wenn ich eine neue Geschichte anfange, dann denke ich mir zunächst nur die Geschehnisse aus, welche dazu führen, dass die Protagonistin Fesseln, Keuschheitsgürtel oder andere Fetisch-Accessoires trägt. Sei es freiwillig oder unfreiwillig.
- Außer im Fall von Moderne Keuschheit - Teil 2, da hatte Keuschy diesen Part bereits erledigt.

Jedenfalls überlege ich mir erst danach, wass denn so alles passieren könnte, während sie mit diesen Acceessoires ausgestattet ist.

Und erst am Schluss mache ich mir darüber Gedanken, ob oder wie sie später wieder rauskommt.

Kurz gesagt: Ich weiß aktuell noch nicht, wie diese Geschichte enden wird. Schließlich hat sie gerade erst Phase 2 erreicht.
Natürlich habe ich Ideen, so wie die Protagonistin ja auch, aber welche letztendlich funktioniert, das wird sich erst später rausstellen.

Wobei wir hier in diesem Fantasy-Setting ja quasi an keinerlei Grenzen gebunden sind. Also habe ich hier ein gutes Gefühl, was die Chancen auf ein gutes Ende betrifft.
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:14.01.26 07:00 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo ich hätte ja schon eine Idee, wie Doro da wieder rauskommt (analog zu meinem Gedicht zur Zauber-Azubine).
Die KI hatte eine andere Idee. Wobei ich diese fast vielversprechender fand.
Jedenfalls waren wir uns "beide" darin einig, dass Doros Ausflug nach Rotfels noch nicht das Ende ihrer Keuschheit sein wird...

Aber mal sehen, was Meister DarkO so für die Gute vorgesehen hat...
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DarkO
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:14.01.26 08:45 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Hallo ich hätte ja schon eine Idee, wie Doro da wieder rauskommt (analog zu meinem Gedicht zur Zauber-Azubine).
Die KI hatte eine andere Idee. Wobei ich diese fast vielversprechender fand.
Jedenfalls waren wir uns \"beide\" darin einig, dass Doros Ausflug nach Rotfels noch nicht das Ende ihrer Keuschheit sein wird...

Aber mal sehen, was Meister DarkO so für die Gute vorgesehen hat...


Meister DarkO hat das Gerüst für den weiteren Verlauf der Geschichte (bis zum Schluss) bereits aufgestellt. Möge der weise Herr Neuschreiber63 dennoch so gütig sein, dem neugierigen Meister DarkO das Resultat seiner Unterredung mit der KI per PM mitzuteilen?
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:14.01.26 20:11 IP: gespeichert Moderator melden


Ist erledigt, Meister DarkO.
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DarkO
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:14.01.26 21:50 IP: gespeichert Moderator melden


Habt Dank!

Ich muss noch an einigen Worten feilen, aber Doros Weg aus ihrem stählernen Körperschmuck verläuft anders. Auch ist dieser lang und mit einigen Qualen verbunden. Ob sie ihr Ziel am Ende erreicht? Wir werden sehen…

Soviel sei verraten: Rotfels wird nicht die letzte Station auf ihrer Reise sein.
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DarkO
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:15.01.26 11:05 IP: gespeichert Moderator melden


Rotfels

Zur Mittagsstunde des nächsten Tages kehrte Dorothea unterwegs in einem kleinen Gasthaus neben der Straße ein. Zu gerne wäre sie zum Schwimmen kurz in den nahegelegenen See gesprungen, um sich zu erfrischen. Doch mit dem ganzen Stahl an ihrem Körper war daran nicht zu denken.

Zudem hatte es ihr ihre offenherzige Art, gepaart mit ihrer Bereitschaft, im Austausch für ein paar kühle Getränke, eine warme Mahlzeit und das ein oder andere angebotene Geldstück, des Nächtens das Bett mit einer fremden Frau oder einem fremden Mann zu teilen, hin und wieder gestattet, zu speisen und zu übernachten, ohne selbst dafür zu bezahlen. Damit war nun leider vorerst ebenfalls Schluss. Stets musste sie darauf Acht geben, dass ihr Hals und ihr Oberkörper vollständig bedeckt waren.

Nach einem durchaus wohlschmeckenden und zugleich nahrhaften Mahl, bei dem sie der enge Stahlreif um ihren Bauch fast daran gehindert hatte, alles aufzuessen, bat sie die leicht füllige Wirtin um ein Einzelzimmer für die Nacht und erkundigte sich höflich, ob es möglich wäre, dass sie ihr ein heißes Bad bereitete.

Neben Doro schienen zwei Reisende höheren Alters zu diesem Zeitpunkt die einzigen Gäste zu sein. Daher erklärte sich die gute Frau sofort dazu bereit, ihr diesen Wunsch zu erfüllen.

Als sie wenig später in dem warmen Wasser lag, begutachtete sie noch einmal in Ruhe ihre stählerne Unterwäsche. Bislang hatte sie nur Geschichten darüber gehört, dass mancher Adliger seiner Gattin zu derem eigenen Schutz einen Keuschheitsgürtel anlegte, bevor er seinem König und Lehensherrn in den Krieg folgte. Sie hatte daran gezweifelt, dass diese Erzählungen alle der Wahrheit entsprachen. Und nun umschloss solch ein stählernes Ungetüm ihren zarten Unterleib.

Frustriert schlug sie mit der Faust mehrmals gegen das Metall in ihrem Schritt. Zu allen Seiten spritzte das Wasser. Dazu verspürte sie bei jedem Hieb einen stechenden Schmerz an ihrer verschlossenen Lustgrotte. Also höre sie schnell wieder damit auf. Sie musste so bald wie möglich einen Schmied aufsuchen.

Doch der Weg nach Rotfels war noch weit. Bereits kurz nach ihrem Aufbruch in Eyerbrück war sie zu der Erkenntnis gelangt, dass Holzpantoffeln vielleicht zur Gartenarbeit taugten, nicht aber, um damit weitere Strecken zurückzulegen. Ihre Füße taten fürchterlich weh. Bis sie Rotfels schließlich erreichen würde, wäre sie demnach gezwungen, viel öfter eine Rast einzulegen, als sie dies unter normalen Umständen tun würde.

Sicherlich wäre es denkbar, irgendwo ein passenden Paar Stiefel zu stehlen. Aber sie war doch keine gemeine Diebin! Dass sie sich in der Nacht zuvor etwas Kleidung und die Holzschuhe genommen hatte, war eine Ausnahme gewesen. Zu dem Zeitpunkt hatte sie sich auch in einer Notlage befunden. Sie hoffte, die heiligen Sieben teilten ihre Ansicht.

Erfrischt und sauber stieg sie aus dem Badezuber. Sie trocknete sich ab und schlüpfte wieder in ihre Kleidung und die Schuhe. Dann ging sie auf ihr Zimmer und massierte ihre Füße.



Am Abend saß Doro erneut im Schankraum. Nun herrschte deutlich mehr Betrieb als mittags. Die Wirtin brachte ihr gebratenen Hammel und Honigbier.

Beim Anblick des Tellers vor ihr seufzte sie. Wie sollte sie diese große Portion nur schaffen? Aber das Fleisch duftete so herrlich. Sie nahm ihre Gabel, pikste ein Stück Hammel auf, tunkte es in die Soße, pustete einmal kurz drauf und steckte es sich dann in den Mund. Mmmh! War das lecker!

Die Köchin dieses Hauses schien ihr Handwerk wahrlich meisterlich zu beherrschen. Sie konnte sich vorstellen, dass es Leute gab, die nur zum Essen herkamen, einfach weil es hier so gut und dennoch günstig war. Nachdem sie sich in der Gaststube umgeschaut und dabei die übrigen anwesenden Kostgänger etwas näher betrachtet hatte, mochte dies tatsächlich der Fall sein.

Dorothea widmete sich wieder ihrer Mahlzeit. Sie würde sich zwingen müssen, den Teller zu leeren. Aber davon nicht alles aufzuessen, erschien ihr fast ein Frevel zu sein. Und weil ihr klar war, dass sie nur mit dem Wohlwollen der Sieben wieder aus dieser fürchterlichen Stahlunterwäsche rauskäme, durfte sie nicht noch mehr sündigen.

Kaum, dass sie fertiggegessen und ihren Krug geleert hatte, hob ein Bursche mit kurzem dünnem Bart sein Bein über die Bank, auf der sie saß, und setzte sich direkt neben sie. „Die Hand zum Gruß, wertes Fräulein. Ich darf mich setzen?“ Ohne eine Antwort von Doro abzuwarten, grinste er sie schelmisch an und sprach weiter: „Ihr seht aus, als könntet ihr noch einen Schluck vertragen!“ Mit diesen Worten stellte er die beiden Krüge, die er mitgebracht hatte, vor ihr ab.

Doro wusste genau, was er im Schilde führte. Gewöhnlich hätte sie es zweifelsohne erlaubt, dass der Mann, obwohl er für ihren Geschmack deutlich zu jung, unerfahren und plump war, sie spätestens nach dem zweiten Bier zunächst ein Bisschen am Arm oder am Bein berührte, dann ihre Brüste in die Hand nahm und anfing, diese sanft zu kneten. Dabei würde er aber unweigerlich den Stahl unter ihrer Stoffkleidung bemerken. Das durfte sie nicht zulassen!

Sie musste versuchen, ihn loszuwerden. „Habt Dank, werter Herr, aber ich muss ablehnen. Ich bin bereits einem anderen versprochen“, flunkerte sie und hoffte, dass der junge Mann sie nicht weiter bedrängte. Und Achagor, der Gott der Wahrheit, sie nicht für diese Notlüge bestrafte.

Sie hatte Glück. Der Bursche stand auf, nahm die Krüge und schlenderte zwei Tische weiter. Dort saßen zwei Frauen mittleren Alters.

Die Schankmaid trat an Doros Tisch heran. „Darf es noch etwas sein?“

Dorothea bestellte noch ein Honigbier.

Als sie ihr Bier ausgetrunken hatte, ging sie in ihr Zimmer und legte sich aufs Bett. Am nächsten Morgen musste sie weitermarschieren.



Nach einigen Tagen und mit etlichen Blasen an den Füßen erreichte sie endlich die Stadt Rotfels. Es war bereits später Nachmittag. Die letzten Meilen hatte sie sich eher qualvoll vorwärtsgeschleppt, als dass sie normal gelaufen wäre. Nur barfußgehen wäre wahrscheinlich noch schlimmer, als auf Reisen Schuhe aus Holz zu tragen.

Das Erste, was sie tat, nachdem sie das das Stadttor passiert und ihren Zoll entrichtet hatte, war, ein Gasthaus aufzusuchen. Dort setzte sie sich an einen freien Tisch und streifte die Pantoffeln ab. Als der Wirt sich nach ihren Wünschen erkundigte, bestellte sie ein Bier und eine Schale Eintopf. Bei der Frage, ob es dazu vielleicht eine Scheibe frischgebackenes Brot sein dürfte, lehnte sie dankend ab.

Während sie auf ihr Essen wartete, fragte sie sich, ob es sich lohnte, noch an diesem Abend zu einer Schmiede zu gehen, oder ob sie das nicht besser am kommenden Morgen tun wollte. In der ganzen Stadt nach einem Schmied zu suchen, der ihr helfen konnte, würde mit Sicherheit ein zeitraubendes Unterfangen werden. Und gerade taten ihre Füße vom zurückliegenden Marsch hierher noch zu sehr weh. Vielleicht wäre es klüger, eine Kräuterfrau aufzusuchen und diese nach einem Balsam zu fragen.

Der Wirt brachte Eintopf und Bier an den Tisch. Er wollte schon zurück zur Theke, da hielt Doro ihn auf: „Herr Wirt, eine Frage. Gibt es hier in der Nähe einen Laden, wo ich eine Salbe kaufen kann?“

Der Wirt zuckte mit den Schultern. „An Eurer Stelle würde ich es einfach morgen Früh auf dem Markt versuchen“, brummte er.

Doro hielt es für besser, dem Mann keine weiteren Fragen mehr zu stellen. Aber das war eigentlich auch gar nicht notwendig. Der Hinweis mit dem Markt erschien ihr sehr hilfreich. Es wäre sicher keine schlechte Idee, im Umkreis des Marktplatzes mit der Suche nach einem Schmied zu beginnen. Wenn der erste nicht in der Lage war, ihr zu helfen, dann mochte er zumindest ein anderes Mitglied seiner Zunft kennen, zu dem sie stattdessen hingehen sollte.

Am nächsten Morgen stand Dorothea früh auf. Nach einem schnellen Frühstück ging sie auf den Markt. Sie staunte, als sie sah, was dort alles angeboten wurde. An einem der hintersten Stände wurde sie schließlich fündig. Bei einer älteren Frau erstand sie zwei Tiegel mit Salben. Die eine sollte bei bereits vorhandenen Blasen helfen, die andere vor neuen schützen. Noch bei dem Marktstand schlüpfte sie aus den Pantoffeln und rieb ihre Füße ein. Dann zog sie die Schuhe wieder an und lief weiter. Die Verkäuferin hatte nicht zu viel versprochen. Das Gehen war gleich deutlich angenehmer.

Sie machte sich auf die Suche nach einem Schmied. Nachdem sie den Marktplatz zur Hälfte umrundet hatte, erblickte sie an einer Hauswand ein Schild mit der Aufschrift ‚Schmiedgasse‘. Dort bog sie ab. Dann vernahm sie auch schon das Geräusch, das entstand, wenn Metall mit hoher Wucht auf Metall traf.

In etwa zwanzig Schritt Entfernung sah sie einen kräftig gebauten Mann mit einer schwarzen Lederschürze, der gerade ein Schwert mit einem großen Hammer bearbeitete. Sie lief zu ihm hin.

„Die Sieben zum Gruße“, sagte sie freundlich.

Der Schmied legte sein Werkzeug auf den Amboss und wischte sich die Hände an seiner Schürze ab. „Lugosch zum Gruße. Ihr wünscht?“

Doro löste den Knoten in ihrem Halstuch und legte den Stahlreif darunter frei. „Ich wollte Euch fragen, ob Ihr mich hiervon befreien könnt.“

„Lasst mal sehen.“ Der Mann kam einen Schritt auf sie zu. Er berührte kurz Doros Halsfessel, dann machte er erschrocken einen Satz nach hinten. „Aber das ist ja magisch! Tut mir leid, da kann ich nichts machen. Das fasse ich sicher nicht an.“

Enttäuscht erkundigte sich Dorothea bei ihm, ob er ihr ein Mitglied seiner Zunft nennen konnte, das sie als Nächstes fragen sollte.

Der Schmied lachte. „Gute Frau, Ihr werdet im ganzen Reich keinen einzigen Schmied finden, der sich an magischen Stahl heranwagen würde. Keiner verbrennt sich freiwillig die Finger.“

Enttäuscht band sie sich wieder das Tuch um. Sie seufzte. „Habt Dank.“

„Warum probiert Ihr es nicht mal oben in der Akademie?“

„Akademie?“, fragte Doro überrascht. „Von welcher Akademie sprecht Ihr bitte?“

„Ihr seid wohl heute zum ersten Mal in Rotfels“, meinte der Schmied kopfschüttelnd. „Die Magierakademie! Oben auf dem Berg, unterhalb der Festung.“

„Festung?“

Nachdem der Schmied hörbar ein- und ausgeatmet hatte, sagte er: „Na die rote Burg. Die Burg, nach der diese Stadt benannt ist. Die ist Euch auf Eurem Weg hierher doch sicherlich aufgefallen.

Dorothea schüttelte zaghaft den Kopf. Während sie die letzten Meilen auf Rotfels zumarschiert war, hatte sie stets nur auf die Straße vor sich geachtet, damit sie mit ihren klobigen Holzschuhen nicht über einen überstehenden Pflasterstein stolperte. Auf ihrem Weg durch die Stadt hatte sie dasselbe getan.

Der Mann deutete nach rechts.

Doro blickte in die angezeigte Richtung. Dort sah sie einen felsigen Hügel, der von einer Festung aus rotem Stein beherrscht wurde. Davor stand ein großes helles Gebäude mit fünf hohen Türmen. Das musste die Akademie sein. „Vielleicht wohnen Magier deshalb so gerne in einem Turm“, dachte sie sich. „Sie sind schlicht nichts Anderes gewöhnt.“

Sie bedankte sich abermals und ging los.



Als Dorothea schließlich das imposante Gebäude erreichte, musste sie erstmal durchschnaufen. Dann öffnete sie das Portal.

In der großen Halle dahinter blieb sie stehen und schaute sich um. In der Mitte stand eine seltsame Skulptur, die türkis schimmerte. An den Wänden gab es mehrere Türen, die alle geschlossen waren. Darüber ein paar Fester.

Sie überlegte gerade, an welcher Tür sie als Erstes klopfen sollte, da ging links von ihr eine auf und ein blonder Mann, der nur wenig älter als sie sein mochte und eine hellgraue Robe trug, kam auf sie zu. Er musste ihren ratlosen Blick bemerkt haben, denn er blieb vor ihr stehen und sagte: „Ich bin Adeptus Garno. Sucht Ihr jemanden?“

„Die Sieben zum Gruße“, antworte Doro. „Ich habe ein Problem mit etwas Magischem.“

Der Blondschopf blickte sie interessiert an. „Ihr besitzt ein magisches Artefakt? Zeigt es mal her.“

Doro wurde rot. „Es sind mehrere.“

„Ja?“ In Garnos Stimme schwang Ungeduld mit.

Sie blickte sich um und wurde noch röter. „Ich trage sie an meinem Körper.“

„Wollt Ihr sie mich nun sehen lassen oder nicht?“

„Jetzt hab dich nicht so. Das ist doch nicht der erste Fremde, vor dem du dich ausziehst“, sagte sie sich in Gedanken. Sie legte ihren Umhang und das Halstuch ab, anschließend zog sie ihre Hose ein Stück runter und das Oberteil hoch.

Garno kam näher und fasste ihr mit beiden Händen an die stählernen Brüste. Pfeifend sog er die Luft ein. „Interessant. Und wie kann ich Euch helfen?“

„Wäre es möglich, dass Ihr mich davon befreit?“, fragte Dorothea vorsichtig.

Der Adept legte einen Finger an die Unterlippe. „Hmm. Ja. Ja, ich denke, man wird Euch hier helfen können. Sofern Ihr die nötigen Münzen habt, versteht sich.“

„Versteht sich“, wiederholte Doro unsicher. „Wie viele Münzen denn?“

Garno schien kurz zu überlegen. Dann antwortete er. „Das würde Euch mindestens ein Dutzend Gold- und fünf Silbertaler kosten. Besitzt Ihr so viel?“

Doro fragte entgeistert: „Warum ist das denn so teuer?“

Der Magier räusperte sich. „Nun, zunächst einmal wäre da die Beratungspauschale in Höhe von fünf Silbertalern. Dazu kommt je ein Goldstück für die Analyse der zu untersuchenden Artefakte, in Eurem Fall also zwei. Und…“

„Aber es handelt sich dabei doch um ein und dieselbe Magie?“, unterbrach sie ihn irritiert.

Der Mann in der Robe hob eine Augenbraue. „Ach? Seid Ihr ebenfalls mit den arkanen Künsten vertraut?“, fragte er zynisch.

Eingeschüchtert schüttelte Dorothea den Kopf.

„Nein? Garno lachte. Es war kein vergnügtes Lachen. „Na dann müsst Ihr Euch schon auf mein Urteil verlassen. Wenn ich so recht darüber nachdenke, dann tragt Ihr an Eurem Körper genau genommen sogar drei Artefakte. Das Halsband wollt Ihr doch gewiss ebenso entfernt haben, oder?“

Doro nickte stumm.

„Für das Wirken eines oder mehrerer Gegenzauber fallen weitere Gebühren an. Das wären geringstenfalls neun Goldmünzen. Zuzüglich MWSt – also die Magiewirkungssteuer.“

Es spielte keine Rolle, ob das nun der Preis für alle Stahlteile an ihrem Körper war, oder nur für eines. „Das kann ich mir nicht leisten“, gestand sie kleinlaut.

Adept Garno zuckte mit den Schultern. „Das ist schade. Dann müsst Ihr diese Gegenstände wohl solange weiter mit Euch herumtragen, bis Ihr das Geld beisammenhabt.“

Doro wurde bleich. „Gibt es denn wirklich niemanden, der mir helfen kann?“, hakte sie verzweifelt nach.

„Hmm. Hier in der Akademie nicht. Aber wenn es für Euch so dringend ist, vielleicht versucht Ihr es mal bei einem der Absolventen dieses Hauses, die ihre Dienste unten in der Webergasse anbieten? Ich wüsste da zufällig einen, der Euch wohl am ehesten weiterhelfen kann.“ Er holte ein Stück Leder aus einer Tasche in seiner Robe und ritzte darin einen Namen ein: ‚Friedlieb Fadenschein‘.

Dorothea bedankte sich, zog sich wieder an, verknotete das Tuch an ihrem Hals und wandte sich zum Gehen.

Der junge Magier räusperte sich: „Bevor Ihr geht, müsst Ihr erst die Beratungspauschale entrichten.“

Zähneknirschend gab sie ihm die geforderten fünf Silberstücke.

--Fortsetzung folgt--

DarkO

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 30.01.26 um 13:55 geändert
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marpsp
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:15.01.26 20:47 IP: gespeichert Moderator melden


"MagieWirkungsSteuer" - ich hab mich weggeworfen.
Bitte weiter schreiben
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:15.01.26 21:49 IP: gespeichert Moderator melden


Danke für die wunderbare Geschichte.

sehr schön geschrieben. Ich hoffe, der Dame geht das Geld nicht aus.


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DarkO
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:15.01.26 22:02 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
\"MagieWirkungsSteuer\" - ich hab mich weggeworfen.
Bitte weiter schreiben

Es freut mich, dass dich dieser alberne Klamauk zum Lachen gebracht hat. Ich wollte ihn schon weglassen, weil er halt schon recht flach kommt.

Deshalb – ich kann es nicht oft genug betonen – sind solche Kommentare nicht nur Balsam für meine Autorenseele – sie sorgen auch dafür, dass der Schreiberling die Geschichte trotz rauer See auf dem gewünschten Kurs hält.

Also, herzlichen Dank für deine Rückmeldung!
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Hans Bell Volljährigkeit geprüft
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:15.01.26 22:15 IP: gespeichert Moderator melden


MWST...

Ich finde es ausgesprochen bereichernd, wenn auch Dinge die so flach kommen, ihre Berechtigung finden.

Was einmal im Kopf ist, das muss da auch raus, sonst verstopft es die Gehirnwindungen. Und verstopfte Gehirnwindungen bedeuten Selbstzensur, Schere im Kopf, Tod des Kreativen Talents.

Tu dir und uns das nicht an. Wenn´s wirklich einfach nur dumm ist, dann wird sich trotzdem kaum jemand finden es auch laut zu sagen.

Gruß

Hans
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SCHWESTER ANNIKA
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:15.01.26 22:24 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo DarkO.

Danke für diese tolle Geschichte, lese sie sehr gerne.
Tja, eine mit Magie abgesicherte Keuschheitsvorrichtung, die dürfte vielleicht unüberwindbar sein.

Ja, was die MwSt.(Magiewirkungssteuer) betrifft, das war nicht nur spitze, sondern das war echt Weltklasse.

Gratuliere zu diesem Einfall.

Gruß Schwester Annika
gerne trage ich eine Krankenschwestern-Diensttracht
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Neuschreiber63
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:16.01.26 07:11 IP: gespeichert Moderator melden


Die Magiewirkungsteuer war wirklich ein genialer Einfall!

Irgendwie habe ich ja Mitleid mit Doro. Sie ist eh schon pleite, aber statt Geld zu bekommen muss sie noch welches zahlen...

„Ich bin“, spricht jene, „zum Kampfe bereit,
der Magier muss sterben, jetzt ist die Zeit!
Vollenden werd’ ich, wofür ich bestellt,
ich brauche den Lohn, ich brauche das Geld!“


Ich bin fast geneigt, für Doro eine Spendenaktion ins Leben zu rufen.

Dabei ist sie eigentlich nicht gerade eine Symphatieträgerin: Auftragskillerin, Diebin und jetzt auch noch Bordsteinschwalbe.

Ich weiß gar nicht, warum ich mit ihr Mitleid habe. Vielleicht liegt das an den süßen ki-Bildchen...
https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...lage-1286365498



[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 16.01.26 um 07:12 geändert
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Hans Bell Volljährigkeit geprüft
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:20.01.26 19:19 IP: gespeichert Moderator melden


NUB 1: Bitte verzichte(t) auf trolling, danke.

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Neuschreiber63 am 21.01.26 um 06:55 geändert
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DarkO
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:04.02.26 19:36 IP: gespeichert Moderator melden


Vielen Dank für eure Rückmeldung!



Rotfels – Fortsetzung

Vage wusste Doro, wohin sie gehen musste. Vorher, bei ihrem Weg um den halben Marktplatz herum, war ihr ein Schild aufgefallen, auf dem ‚Tuchmarkt‘ gestanden hatte. Sie nahm an, dass die Webergasse irgendwo in der Nähe dieses Marktes zu finden sein musste.

„Hoffentlich ist dieser Friedlieb dazu fähig, mich von dem Stahl zu befreien“, dachte sie unterwegs. „Und hoffentlich kann ich mir seine Dienste dann auch leisten.“ Andernfalls bliebe ihr, um diesen seltsamen Stahl an ihrem Körper loszuwerden, wohl keine andere Wahl, als durch die Erledigung mehrerer Aufträge ausreichend Gold zu verdienen, damit sie sich die Hilfe eines Zauberkundigen in der Magierakademie leisten konnte.

Mit dem Lederfetzen in der Hand lief sie ungefähr eine Sanduhr später die gesuchte Gasse entlang, abwechselnd nach links und rechts blickend. Schließlich las sie auf einem Schild an einem hohen, schmalen Haus ‚Friedlieb Fadenschein – Meister der Zauberei‘.

Sie klopfte an der Tür und trat ein.

Friedlieb saß hinter einem breiten Schreibtisch auf einem Stuhl. Er trug eine hellblaue Magierrobe und einen passenden spitzen Hut mit breiter Krempe. Als Doro eintrat, blickte er von seinem Buch auf. „Nemorah zum Gruße. Womit kann ich Euch dienen?“

„Die Sieben zum Gruße“, gab Dorothea zurück. „Ich trage einige magische Artefakte an meinem Körper und wollte Euch fragen, ob Ihr mir weiterhelfen könnt.“

„Dann lasst mal sehen.“

Wie zuvor in der Akademie legte sie abermals den Stahl an ihrem Körper frei.

Friedlieb sprang überrascht auf. „Oh! Das ist aber höchst ungewöhnliche Zauberkunst. Euch ist nicht zufällig der Namen desjenigen bekannt, der Euch mit diesem Schmuck ausstaffiert hat?“

Doro nickte. „Oh doch, den weiß ich noch ganz genau! Das war dieser ungeheuerliche Sensibald vom Donnerbach.“

„Ach tatsächlich? Ja, das hatte ich vermutet.“ Der Magier begann zu lächeln. „Ihr müsst wissen, der ehrwürdige Meister Sensibald war früher einmal mein Lehrer in der Akademie. Als er noch dort oben unterrichtete, meine ich.“

Schlagartig besserte sich Dorotheas Stimmung. „Ach wirklich? Demnach wisst Ihr sicherlich, wie Ihr mich hieraus befreien könnt.“

Friedlieb schüttelte den Kopf. „Unglücklicherweise nein. Die Umkehr von irgendwelchen Zaubern gehörte damals nicht zu der Ausbildung.“

„Vermögt Ihr denn wirklich gar nichts für mich zu tun?“

„Nun, vielleicht sollte ich Euch einmal demonstrieren, was Meister Sensibald mir unter anderem beigebracht hat. Ich denke, dass es für Euch durchaus von Interesse sein dürfte.“ Friedliebs Mund verzog sich zu einem Grinsen.

Das konnte nichts Gutes bedeuten. Schockiert machte Doro eine ablehnende Geste und wich zwei Schritte zurück. „Nein! Bitte nicht!“

„Seid unbesorgt! Es wird nicht wehtun. Auch wenn Meister Sensibald mich auch diese Kunst gelehrt hatte.“ Friedlieb streckte seine Arme aus und fing an, einige fremdartige Worte aufzusagen. Seine Fingerspitzen begannen zu leuchten, dann schoss ein gelb leuchtender Ball auf Doro zu. Kurz, bevor der Ball sie erreichte, teilte er sich in vier gelbe Kugeln auf.

Je zwei davon legten sich um ihre Hand- und Fußgelenke. Dort spürte sie ein äußerst unangenehmes Brennen. Im nächsten Augenblick verschwanden die Kugeln und das brennende Gefühl auf ihrer Haut zwar wieder, aber dafür waren diese Stellen jetzt mit schweren Eisenschellen versehen. Zwischen ihren Händen und ihren Füßen hing jeweils eine grobe Kette, die weniger als einen halben Schritt lang war.

Für einige Sekunden starrte sie nur sprachlos auf ihre neuen Fesseln. Dann fing sie lautstark an zu schimpfen: „Was erlaubt Ihr Euch? Das wollte ich nicht! So etwas Unverfrorenes!“ In einem etwas sanfteren Ton klagte sie: „Ich hatte euch doch darum gebeten, mir zu helfen!“

Ihr Gegenüber blinzelte überrascht. „Oh, bitte verzeiht! Ich muss eine Silbe falsch betont haben. Lasst mich versuchen, meinen Fehler zu korrigieren.“

„Na schön. Aber macht es dieses Mal richtig.“

Der junge Zauberer nickte pflichtbewusst. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es jetzt funktioniert.“

Dann hob er erneut seine Hände. Nur zielte er diesmal ein kleines Stück höher.

Panisch riss Dorothea ihre gefesselten Arme hoch, um ihr Gesicht zu schützen. „Nein! Was habt Ihr vor? Tut das niii… Gronkch!“

Ein stählerner Metallring, der nun hochkant und quer zwischen Ober- und Unterkiefer festsaß, hielt ihren Mund weit geöffnet. Doch nicht nur das. Zudem steckte darin auch noch ein dicker runder Holzpflock.

Während Friedlieb sie erkennbar stolz und zufrieden anlächelte, begann Doro, vorsichtig ihren Kopf abzutasten. Offenbar war dieser jetzt vollständig in einem massiven Eisenkäfig eingeschlossen: Ein zwei Finger breiter Reif umspannte ihre Stirn, ein weiterer verlief waagerecht über ihre Wangen und die Nase und einer hielt den Ring zwischen ihren Zähnen fest. Ein senkrechter Metallstreifen verlief von ihrem Nacken mittig über den Kopf, über die Stirn bis hin zu ihrer Nasenspitze. Und je einer links und rechts über ihre Schläfen bis zu ihrem Hals, um den ein anderer, deutlich schmälerer Reif lag. Die Lücke zwischen diesem Kopfkäfig und ihrem Halsband war recht klein, was bedeutete, dass sie fortan ihren Kopf nur noch eingeschränkt bewegen konnte. Der Pflock in ihrem Mund ragte vier Finger weit nach außen. Der innenliegende Teil musste in etwa genauso lang sein.

„Nnnngch! Mmmh-mmmh. Mmh nnngch mmh mmmpf!“ Laut grunzend und quiekend beschwerte sie sich bei dem Magier. Doch der lächelte weiterhin und nickte.

Verzweiflung machten sich in ihr breit. Sie richtete hastig ihre Kleidung, zog sich die Kapuze ihres Umhangs über und ging zur Tür.

„Einen Moment bitte, verehrte Frau“, hörte sie Friedlieb hinter sich sagen. „Auch wenn Ihr mit dem Ergebnis offenkundig nicht vollständig zufrieden zu sein scheint, so darf ich mir dennoch erlauben, von Euch zu verlangen, mich für meine Leistung zu entlohnen. Das macht dann ein Goldstück und sechs Silbertaler.“ Er hielt ihr seine geöffnete Hand hin.

Dorothea spürte eine Mischung aus Wut und Verzweiflung. Aber sie hatte in dem Moment wahrlich keine Lust, mit diesem Halunken zu diskutieren. Außerdem war sie dazu ohnehin kaum in der Lage.

Also warf sie die geforderten Münzen klimpernd auf den Dielenboden und verließ zügig das Haus, ohne dessen boshaften Bewohner noch ein weiteres Mal anzusehen.

Draußen auf der Straße spähte sie einmal zu jeder Seite. Dazu war es erforderlich, dass sie ihren kompletten Oberkörper ein Stückweit drehte. Drei Häuser weiter zu ihrer Linken entdeckte sie eine schmale dunkle Gasse. Dort lief sie so schnell hin, wie die Kette zwischen ihnen Füßen es gestattete. Deren Rasseln, Klirren und Scheppern begleitete jeden ihrer kurzen Schritte.

In dem kleinen Gässchen angekommen ließ sie sich deprimiert zu Boden sinken. Aus ihren Augen quollen mehrere dicke Tränen. Als sie diese wegwischen wollte, stieß sie mit der Hand gegen eine Strebe ihres Kopfkäfigs. Daraufhin weinte sie noch heftiger. Nebenbei tropfte auch jede Menge Speichel von ihrer Unterlippe. „Warum strafen mich die Sieben so arg?“, fragte sie sich. „Habe ich etwas Schlimmes getan und bin deshalb in Ungnade gefallen? Oder ist das ein Test, um zu sehen, ob ich Ihrer noch würdig bin?“ Sie hoffte, dass lediglich einer der Götter sie prüfen wollte. Nur welcher?

Wenig später schlug ihre Verzweiflung in Zorn um. „Verfluchte Magier!“, dachte sie und begann, wie wild an dem Käfig zu rütteln. Das dadurch hervorgerufene unangenehme Zwicken an ihren Fingern ignorierte sie dabei. Selbstverständlich hatte das Rütteln keinerlei erkennbaren Effekt. Doch halt! Der Holzstab in ihren Mund hatte sich leicht gelockert. Nach ein Bisschen Zerren und Drehen konnte sie ihn schließlich herausziehen. Sie sah sich das Teil an. Dessen Form erinnerte sie stark an die eines steifen männlichen Glieds und sie schleuderte es in hohem Bogen von sich.

Daraufhin atmete sie mehrmals langsam ein und aus. Sie analysierte ihre gegenwärtige Situation: Ihre Hände und Füße waren gefesselt. Das schränkte nicht nur ihre Bewegungsfreiheit massiv ein und machte kämpfen nahezu unmöglich. Hinzu kam, dass die Ketten für jedermann sichtbar waren. Und ebenso hörbar. Wenn sie vermeiden wollte, dass sich jeder nach ihr umdrehte, wenn sie auf der Straße herumlief, war es unabdingbar, die Lautstärke der Geräusche, welche ihre Ketten beim Gehen verursachten, auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Das hieß, sie musste sich fortan etwas langsamer bewegen. Wobei schnelles Laufen ihr aufgrund der geringen Länge der Ketten ohnehin nicht möglich war.

Noch erheblich schlimmer war der Stahl auf ihrem Kopf. Der ließ sich unmöglich verbergen. Außer vielleicht minimal durch die Kapuze ihres Umhangs, wenn sie sich diese soweit wie möglich ins Gesicht zog. Aber wenn jemand frontal auf sie zukam, vermochte sie nur geringfügig, ihr Haupt zur Seite zu drehen oder zu senken. Auch dass sie nicht mehr sprechen konnte, bereitete ihr gewissen Kummer. Wie sollte sie sich zukünftig bloß verständlich machen?

Dann erinnerte sie sich, dass ihr Onkel ihren Bruder und sie als Kind neben der Kunst des Lesens auch die des Schreibens unterrichtet hatte. Seither hatte sie jenes Wissen nur selten gebraucht, aber es war sicherlich noch da. Dazu fehlten ihr lediglich eine kleine Holztafel und ein Stück Kreide. Dies ließ sich besorgen. Ansonsten blieben immer noch leichtes Kopfnicken für ‚ja‘, beziehungsweise Kopfschütteln für ‚nein‘, sowie ein paar Gesten. Sie würde sich bestimmt irgendwie durchschlagen.

Jetzt, da dieser schreckliche Pflock nicht länger ihren Mund ausfüllte, war sie auch wieder dazu in der Lage, zu essen und zu trinken. Aufgrund der Tatsache, dass sie nicht mehr kauen konnte, müsste sie künftig sämtliche Nahrung vor dem Verzehr mit der Hand in kleinste Stücke zerlegen.

Dorothea schwor sich, von nun an einen sehr weiten Bogen um jeden Magier zu machen, dem sie begegnete. Zumindest, sofern sie nicht vorhatte, ihn umzubringen.

Wenngleich ihr dieser Gedanke ein geringes Maß an Genugtuung bescherte: Ihr vorrangiges Ziel bestand weiterhin darin, jemanden aufzuspüren, der sie von dem ganzen Stahl an ihrem Körper zu befreien vermochte, anstatt noch weiteren hinzuzufügen. „Wohin soll ich als Nächstes gehen?“, fragte sie sich.

Ein Schmied war also schonmal nicht dazu imstande, ihr zu helfen. Ein Magier offenbar ebenso wenig. Wobei es letzterem vermutlich lediglich an der nötigen Motivation mangelte. Zur Not müsste sie daran arbeiten. In ihrem Kopf malte sie sich aus, wie sie dem nächsten Zauberer die scharfe Schneide ihre Axt an die Kehle hielt, während sie ihn höflich darum bat, sie von ihren Fesseln zu befreien.

Dann schüttelte sie – ein Bisschen – den Kopf. Allein die Götter wussten, welche magische Trickserei dem dann noch einfallen mochte. Immerhin war sie momentan noch dazu in der Lage, zu sehen und zu laufen. Falls ihr auch noch das genommen würde, wäre sie komplett hilflos.

Sie ließ den Kopf hängen. Würden ihr doch bloß die heiligen Sieben ein klitzekleines Zeichen geben, an wen sie sich in ihrer Not noch wenden konnte!

Wie ein Blitz überkam sie die Erleuchtung. „Na klar! Die heiligen Sieben!“, dachte sie erleichtert. In einem Tempel einer oder einem der Sieben würde man ihr bestimmt helfen können. Nur zu welchem sollte sie gehen? In Gedanken ging Doro, eine nach der anderen, alle sieben Gottheiten einschließlich ihrer jeweiligen Aspekte durch:

Achagor war der Herr der Herrscher. Sein Name stand für Licht, Wachstum, Erneuerung, Ernte. Und eben auch für Dinge wie Ehrlichkeit, Pflicht, Recht und Antimagie. – Vor allem wegen Letzterem stellte ein Besuch in einem seiner Tempel eine vielversprechende Möglichkeit dar. Allerdings fürchtete sie diesen Gott am meisten. Und im Augenblick hatte sie auch allen Grund dazu. Erst hatte sie die Kleider gestohlen, die sie gerade am Körper trug, und dann hatte sie auch den Jüngling belogen, als sie sagte, sie wäre bereits vergeben.

Als Zweites war da seine Gemahlin Nemorah. Sie war die Göttin des Wissens, der Weisheit und der Vernunft, mit den Attributen Magie, Alchemie und Astrologie. – Ein Nemorah-Priester, so überlegte sie, wäre zwar eventuell auch in der Lage, ihr zu helfen, allerdings waren deren Anhänger, soweit ihr bekannt war, allesamt Magier. Also schieden diese Tempel von vorneherein aus.

Dann kam Xortam, der Gott des Wetters, des Krieges und der Jagd. Für ihn zählten Mut, Stolz, Tapferkeit, Ehre und Verantwortung. Xortam war ihr Lieblingsgott, allerdings hielt sie es für unwahrscheinlich, dass sie in einem seiner Tempel Hilfe für ihr gegenwärtiges Problem finden würde. Hinterher, wenn man sie von dem Stahl befreit hatte, dann würde sie sofort zu Xortam gehen und ihn um Unterstützung im Kampf gegen diesen fiesen Sensibald vom Donnerbach zu bitten.

Der nächste im Bunde der Sieben war Lugosch, der Gott des Schmiedens und des Stahls. Sein Name stand für Standhaftigkeit, Sturheit, Geschicklichkeit und Fleiß. – Seine Priester waren allesamt Schmiede und Doro wusste bereits, dass diese ihr nicht helfen konnten.

Fribora, die Göttin der Liebe, war verantwortlich für Schönheit, Lust, Leidenschaft, die Blumen und den Wein. – Da der Keuschheitsgürtel an ihren Hüften zusammen mit dem Käfig auf ihrem Kopf eher das Gegenteil davon versinnbildlichten, schieden deren Priesterinnen bei ihrer Suche nach Hilfe wohl aus. Die würden sie womöglich packen und auf dem Scheiterhaufen verbrennen. – Gut, das wäre wohl übertrieben. Aber im Kerker einsperren und mit der Peitsche züchtigen, das bestimmt.

Dann gab es noch Gorena, die Göttin der Gastlichkeit, des Reisens und des Handelns. Für sie und ihre Anhänger waren Treue, Sitte und Moral wichtig. – Ein Priester oder eine Priesterin der Gorena würde sie gewiss niemals dabei unterstützen, einen Keuschheitsgürtel abzulegen! Im Gegenteil. Sie würden vermutlich einen Segen sprechen. Dann handelte es hinterher um göttliche Gegenstände. Die abzulegen und dabei unweigerlich zu zerstören stellte einen Frevel dar. Das wäre als auch keine Lösung.

Der letzte der Sieben schließlich war Tograch, Gott des Schlafes, des Todes und der Nachwelt. Er war der Gebieter über die Nacht, die Dunkelheit und das Verderben. Darüber hinaus war er der Herr der Zurückhaltung und des Schweigens. Vor allem wegen der letzten beiden Attribute schied ein Besuch in seinem Tempel ebenfalls aus. In den Augen eines Tograch-Priesters mussten Dorotheas Kopfkäfig mit dem eingebauten Knebel und ihre Eisenfesseln heilige Artefakte darstellen. Daher war es äußerst unwahrscheinlich, dass dieser ihr dabei helfen würde, sie loszuwerden.

In Anbetracht dessen schien ein Besuch in einem Tempel des Achagor der einzige Ausweg zu sein. Allerdings kam ihr eine Idee: obwohl es eine weitere Lüge wäre, könnte sie den Leuten, die sie komisch ansahen und Fragen zu dem Metall an ihren Händen und Füßen stellten, versuchen zu erklären, dass die Fesseln zu ihrem Tograch-Gelübde gehörten.

Wobei... Dies musste gar keine Lüge sein!

Sie legt die linke Hand auf ihre Brust, streckte die rechte zur Faust geballt, so weit die Kette zwischen ihren Handgelenken es zuließ, nach oben, spreizte dann Daumen und Zeigefinger ab – sodass sie eine Sieben ergaben – und schwor: Wenn Achagor und Tograch ihr bei ihrem Vorhaben, sämtlichen Stahl und alles Eisen an ihrem Körper loszuwerden, beistanden, dann würde sie Sensibald vom Donnerbach im Namen Achagors seiner gerechten Strafe zuführen und seine Seele Tograch als Geschenk darbieten. Bis es soweit war, wollte sie ihre stählerne Unterkleidung und die Fesseln mit Stolz und Demut tragen.

Dabei stellte sie fest, dass die Namen Achagor und Tograch zu den wenigen Worten gehörten, die sie selbst mit dem Ring zwischen ihren Zähnen und dem Pflock darin halbwegs verständlich auszusprechen vermochte.

--Fortsetzung folgt--

DarkO

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 04.02.26 um 22:58 geändert
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:04.02.26 19:46 IP: gespeichert Moderator melden


Vielen Dank für die Fortsetzung. Freut mich, dass es mit der Geschichte weitergeht
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  RE: Verfluchte Magier! Datum:04.02.26 20:21 IP: gespeichert Moderator melden


@Neuschreiber63
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