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Das Mädchenpensionat 2.0
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Datum:05.08.26 07:57 IP: gespeichert
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Inhaltsverzeichnis und Liste der Protagonisten
Inhaltsverzeichnis
Abschnitt A
Teil I - Mein Internatsaufenthalt
- Vorwort
- Wie alles begann
Die Liste wird fortgesetzt.
Liste der Protagonisten
Abschnitt A
Teil I - Mein Internatsaufenthalt
Natascha vom Hohemstein....................Hauptdarstellerin und Erzählerin
Frau und Herr vom Hohemstein.............Nataschas Eltern
Lehrkräfte und Personal des Internats
Constanze Diekmann............................Rektorin des Internats
Katja Gruber........................................Lehrkraft im Internat, zuständig für die Betreuung von Natascha
Schwester Carola.................................Angestellte/Auszubildende des Internats
Auch diese Liste wird fortgesetzt.
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Stamm-Gast
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RE: Das Mädchenpensionat 2.0
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Datum:05.08.26 07:59 IP: gespeichert
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Kapitel 1: Vorwort
Vor ein paar Jahren habe ich mich der seinerzeit unfertigen Geschichte über das Mädchenpensionat bzw. über Natalie, die von ihren Eltern gegen ihren Willen in meinem sehr strengen Internat angemeldet wurde, angenommen und zu Ende geschrieben. Auch einen zweiten Teil Natalie Teil 2 (Fortsetzung von Mädchenpensionat) habe ich veröffentlicht.
Ich haben mich nun entschlossen, die Geschichte zu überarbeiten und erneut zu veröffentlichen – so zu sagen „Das Mädchenpensionat 2.0“.
Auch diejenigen, die bereits die ursprüngliche Version gelesen haben, werden in der überarbeiteten Fassung viele neue Aspekte entdecken. Der Haupthandlungsstrang ist zwar unverändert, trotzdem sind viele neuen Kapitel hinzugekommen und etliche der vorhandenen wurden umgeschrieben. So ist die Geschichte deutlich umfangreicher geworden. Allein die Anzahl der Kapitel des erstens Teils hat sich von 39 auf über 100 erhöht. Einschließlich des zweiten Teils sind es (Stand heute) über 150 Kapitel. Aber viele der bereits in der ursprünglichen Version vorhanden Kapitel wurden überarbeitet und um weitere Aspekte ergänzt.
Denjenigen, die die ursprüngliche Version nicht kennen, sage ich ohnehin, dass es meiner Meinung nach ein sehr interessante Geschichte, die sich in mehrfacher Hinsicht von einer Vielzahl der übrigen Geschichten abgrenzt.
Die Anzahl der Protagonisten ist überschaubar.
Um die Geschichte übersichtlich zu gestalten, habe ich mich bemüht, die Anzahl der Protagonisten nicht ausufern zu lassen. Dabei habe ich nur den wichtigsten Personen einen Namen gegeben. Die restlichen Personen werden mit ihrer Funktion (z.B. mein Anwalt, (Internats-)Pfarrer, Bischof, Richter:in) bezeichnet.
Die Namen der zentralen Protagonisten habe ich geändert. Die Hauptdarstellerin heißt jetzt Natascha vom Hohemburg und ihre Widersacherin - die Leiterin der Internats - Constanze Diekmann.
Ich verzichte auf seitenlange Dialoge in wörtlicher Rede
Stattdessen wechsele ich zwischen der wörtlichen Rede, zur indirekten Rede und zur Zusammenfassung des Gesagten. Dies macht die Geschichte meiner Meinung einfacher zu lesen und interessanter.
Ich werde die Geschichte zu Ende schreiben
Meiner Meinung nach gibt es im Forum schon viele Geschichten, die sehr vielversprechend beginnen, dann aber mitten in der Geschichte aufhören. Dank mir gibt es übrigens davon eine weniger.
Allen denen, die nun anfangen wollen, die Geschichte zu lesen, verspreche ich, dass ich diese zu Ende bringen werde. Ich werde versuchen, jede Woche mindestens ein Kapitel zu veröffentlichen. Insgesamt werden es (einschließlich des zweiten Teils) über 150 Kapitel werden.
Auch wird die Geschichte kein abruptes Ende haben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Geschichten schreiben ein langwieriges Geschäft ist. Daher habe ich Respekt, vor jedem, der dies auf sich nimmt. Ich habe Verständnis dafür, dass irgendwann andere Dinge wichtiger sind und einige Autoren, die Geschichte dann völlig unerwartet und abrupt enden lassen. Ich werde die Geschichte zu einem würdigen Ende bringen.
Die Geschichte berücksichtigt weitere Aspekte
In diesem Zusammenhang gehört es für mich eindeutig dazu, auch zu beschreiben, welche Folgen der Internatsaufenthalt für die Protagonistin hatte und den Kampf mit diesen fertig zu werden.
Hierdurch hebe ich mich bewusst von den meisten anderen Geschichten (sofern diese zu Ende gebracht wurden) im Forum ab. Diese sind meist nach dem folgenden Schema aufgebaut: Der Protagonist bzw. in diesem Fall die Protagonistin gerät meist unverschuldet oder aus Unachtsamkeit sowie zumindest unerwartet in eine besondere Situation. Es folgt die Aneinanderreihung von Grausamkeiten, die sie erleben muss. Irgendwann entkommt sie der Hölle und alles ist gut.
Hinzu kommt, dass auch nach im Internatsaufenthalt immer wieder über die Erlebnisse von Natascha dort – aus unterschiedlichen Perspektiven – berichtet wird. Auch wird es wieder einen zweiten Teil geben. Teilweise sind für diesen Ausführungen im ersten Teil erforderlich. Wem es nicht gefällt, sage ich ganz deutlich, dass er/sie dann halt die Geschichte einfach nicht zu lesen braucht. Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim Lesen und freue mich schon jetzt auf Eure Kommentare.
Auch sind manche Handlungsstränge der Geschichte so lang, dass ich mich entschlossen habe, diese auf mehrere Kapitel zu verteilen. Wenn ich es als sinnvoll ansah, erfolgt zu Beginn des Kapitels ein kurzer Rückblick, was bisher geschehen ist.
Gegenüber der ersten Version sind eine Reihe von Veränderungen eingetreten. Zuerst einmal werden die Charakter der Hauptprotagonisten – der Erzählerin – ihrer Eltern und der Leiterin des Internats – und das Verhältnis zwischen diesen besser herausgearbeitet und es ist seit Abschluss der Geschichte auch schon einige Zeit vergangen.
Was hat sich gegenüber der ersten Version verändert?
Ich will nicht zu viel verraten, um Euch die Spannung nicht zu nehmen. Daher gehe ich nur auf Veränderungen von der ersten Kapitel ein.
Ich habe den Charakter von der Hauptdarstellerin deutlicher herausgearbeitet und ihr einige (wesentliche) neue Eigenschaft gegeben. Sie ist beispielsweise eine hervorragende Köchin und hatte auch ein besonderes Verhältnis zu ihrer bereits verstorbenen Urgroßmutter.
Inhaltlich sind folgende Veränderungen eingetreten:
- Die Geschichte, wie Natascha Schülerin des Internats wurde, habe ich neu geschrieben. Sie ist dramatischer geworden.
- Die Liste wird fortgesetzt.
Wie bereits gesagt, freue ich mich auf Eure Kommentare. Sofern es möglich ist, versuche ich Eure Anmerkungen zu berücksichtigen. Habt bitte Verständnis dafür, dass die Struktur der Geschichte bereits steht. Oftmals kommen bereits ein paar Kapitel vorher Andeutungen, was später passieren wird oder es werden die Grundlagen für weitere Erlebnisse gelegt.
Jetzt allen viel Spaß beim Lesen.
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Stamm-Gast
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RE: Das Mädchenpensionat 2.0
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Datum:05.08.26 08:00 IP: gespeichert
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Teil I – Mein Internatsaufenthalt
Kapitel 2: Wie alles begann
Hallo, mein Name ist Natascha vom Hohemstein. Eigentlich ist mein vollständiger Name Natascha – Diana – Elisabeth vom Hohemstein – Ihre hochwohlgeborene Prinzessin und zu es folgen die ganzen Grafschaften, denen meine Familie vorsteht sowie als weitere Adelstitel Baronessen und edles Fräulein mit weiteren Ortschaften. Zugegebener Weise habe ich mir aus meinen Adelstiteln bisher nicht viel gemacht.
Bis vor kurzem führte ich ein ganz normales Leben. Ich war seinerzeit 18 Jahre alt, lebte ich einer oberbayerischen Kleinstadt und besuchte dort die Oberstufe des örtlichen Gymnasiums. Mein Leben verlief in geordneten Bahnen. Ich besuchte regelmäßig das Schützenfest, die Dorfdisco und fuhr auch regelmäßig mit meinen Freundinnen nach München. Auch traf ich mich regelmäßig mit meinen Freundinnen in der Villa meiner Eltern und gemeinsam zu kochen oder zu backen. Ich kann zu Recht mit Stolz behaupten, dass wir uns sehr anständig verhalten haben. So hinterließen wir beispielsweise die Küche immer in einem absolut aufgeräumten Zustand. Meine Mutter hat nicht einmal bemerkt, dass ihre heilige Küche überhaupt benutzt wurde.
Und dann waren da noch die regelmäßig stattfindenden Familienfestivitäten.
Ich war Einzelkind und somit der ganze Stolz meiner Eltern. Naja, der ganze Stolz neben oder besser gesagt nach unserem Familienunternehmen. Dieses hatte mein Großvater nach dem Krieg gegründet. Zwischenzeitlich führten meine Eltern das Unternehmen gemeinsam. Meine Mutter verantwortete im Unternehmen den Vertrieb sowie das komplette Rechnungswesen einschließlich des Controllings, während mein Vater für die Produktion und die Produktentwicklung zuständig war. Meine Eltern waren sehr erfolgreich. Das Unternehmen wuchs von Jahr zu Jahr und erwirtschaftete stattliche Gewinne. Zwischenzeitlich waren meine Eltern der mit Abstand größte Arbeitgeber der Region und zählten dort zu den reichsten und angesehensten Personen.
Meine Eltern stellten Zulieferteile für die Automobilindustrie her. Nicht ohne Stolz wiesen sie immer darauf hin, dass in ganz Europa nicht ein Auto von Band laufen würde, in dem nicht mindestens ein Teil von ihnen verbaut ist. Die Kehrseite der Medaille war, dass meine Eltern nur sehr wenig Zeit für mich hatten.
Zugegeben als Kind habe ich darunter schon sehr darunter gelitten. Als ich auf die Welt kam, nahm sich meine Mutter eine Auszeit. Sie begann jedoch wieder halbtags zu arbeiten, als ich in den Kindergarten kam. Wenig später entschied sie sich – auf Bitten meines Vaters - wieder Vollzeit tätig zu sein. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als 10-Jährige regelmäßig von Gymnasium nach Hause kam. Unsere Hausangestellte stellte mir mein Mittagessen hin und ging. Ich machte brav meine Hausaufgaben, ging später ins Bett, während meine Eltern regelmäßig erst spät abends heimkamen.
Sehr oft passte meine Urgroßmutter auf mich auf. Es gab Zeiten, da habe ich sie mehr gesehen als meine Eltern. Dank meiner Urgroßmutter kann ich sagen, dass ich - entgegen zu den meisten anderen Schülern in einer solchen Situation – nicht abgedriftet bin. Ich habe keinen Mist – naja nur wenig Mist – gebaut, kam nie mit dem Gesetz in Konflikt und war für mein Alter sehr anständig. Auch meine schulischen Leistungen waren durchweg gut.
Als Jugendliche lernte ich dann die Situation zu akzeptieren und mit dieser umzugehen. So konnte ich dann ein hervorragendes Verhältnis mit meinen Eltern aufbauen. Sie hatten zwar immer noch sehr wenig Zeit für mich, allerdings konnte ich mit ihnen über alles reden. Selbst bei kritischen Angelegenheiten fanden wir immer ein für beide Seiten akzeptable Lösung. Dies galt aber mit einer großen Ausnahme. Für meine Eltern stand von je her fest, dass ich nach dem Abitur BWL oder Jura studieren werde, dann in das Familienunternehmen einsteigen werde und dies schließlich irgendwann einmal ganz übernehmen werde. Mehrfach hatte ich vergebens versucht, mit meinen Eltern darüber zu reden. Beim letzten Mal hatte ich ihnen gesagt, dass ich nicht sicher bin, ob ich die Verantwortung überhaupt tragen kann.
Auch fehlte es mit materiell gesehen an nichts. Ich bekam sehr viel Taschengeld und hatte, weil die Eltern viel unterwegs waren, auch viele Freiheiten. Ist aber nicht übermäßig ausgenutzt habe.
Deshalb hätte ich mir auch nie vorstellen können, dass sich das jemals ändern könnte.
Das Unheil begann, als mein Vater im Büro eines Tages einen einem Anruf bekam. Es war eine Mitarbeiterin eines schweizerischen Internats für Töchter aus besseren Häusern. Die Dame informierte meinen Vater über das Mädchenpensionat sowie dessen Schulungskonzept. Ein Geschäftspartner meiner Eltern hatte seine Tochter selbst vor einigen Monaten dort angemeldet und mich als zukünftige Schülerin empfohlen. Mein Vater war sofort Feuer und Flamme und vereinbarte einen Termin in seinem Büro. Er informierte meine Mutter über das Telefonat, mich jedoch nicht. Wozu auch? Es betraf ja schließlich nur mich und mein Leben.
Wenig später besuchte ein Mitarbeiter des Internats meine Eltern im Büro. Zunächst zeigte er einen Film über das Internat, dessen Angebote und das Bildungskonzept. Meine Eltern waren von dem ehrwürdigen Anwesen, den puren Luxus, der herrlichen Lage und nicht zuletzt vom ausgeklügelten Bildungskonzept sofort begeistert. Die maximale Klassenstärke im Internat beträgt zehn Schülerinnen. Weiter wird der Unterricht um Lerngruppen, Projektarbeiten und ähnliches sowie das Selbststudium ergänzt. Jede Schülerin bekommt dabei einen auf ihre Verhältnisse und ihren Lernfortschritt individuell abgestimmten Lehrplan, der die von ihr zu besuchenden Veranstaltungen aufführt und zudem noch Zeiten für das Selbststudium reserviert.
Im Gespräch wies der Mitarbeiter des Internats noch darauf hin, dass sich der Unterricht nicht nur auf die klassischen Schulfächer wie Deutsch, Mathe, Englisch, die Naturwissenschaften und so weiter beschränken würde. Vielmehr stehen auch die Kompetenzen, die Ihre Tochter als spätere Leiterin Ihres Unternehmens benötigt, die aber an den staatlichen Schulen nicht vermittelt werden, ebenfalls auf dem Lehrplan. „Ich meine Durchsetzungskraft, Willensstärke aber auch vorbildliches Benehmen und standesgemäßes Auftreten.“, erläuterte der gute Mann.
Insbesondere mein Vater war hiervon sofort begeistert. Schließlich wünschte es sich nichts mehr, dass ich eines Tages in die Firma einsteige und später diese dann ganz übernehme.
Der Internatsangestellte führte weiter aus: „Da ich noch ein weiterer Aspekt. Ihre Vermögenssituation geht mich nichts an. Jedoch sieht auch ein Krimineller, was sie hier geschaffen haben und wird vermuten, dass bei Ihnen – salopp gesagt - etwas zu holen ist. Ich will den Teufel nicht an die Wand malen. Aber was ist, wenn Ihre Tochter eines Tages nicht heimkommt und Sie sich stattdessen mit einer Lösegeldforderung konfrontiert sehen. Von den psychischen Folgen für Ihre Tochter will ich gar nicht sprechen. Ich versichere Ihnen, dass das Pensionatsgelände hermetisch abgeriegelt ist. Ihre Tochter ist da absolut sicher und kann sich auf diesem frei bewegen. Wir garantieren absolute Sicherheit vor Entführungen.“
Anders als mein Vater hatte meine Mutter noch Zweifel. „Natascha hat hier ihr Leben und ihren Freundeskreis. Wenn wir sie ins Internat schicken, dann ist es ein Bruch zu ihrer bisherigen Welt.“
Der Mitarbeiter räumte ein, dass eine gewisse Strenge notwendig ist, um das Konzept des Internats und dessen Lerninhalte - wie beispielsweise das standesgemäße Benehmen - zu gewährleisten. „Für die meisten unserer neuen Schülerinnen ist es erst einmal ein Schock. Glauben Sie mir, die meisten Schülerinnen – eigentlich fast alle - gewöhnen sich dann recht schnell an die neue Welt und genießen dann den puren Luxus und die herrliche Lage unseres Hauses.“
Der Mitarbeiter schlug vor, dass meine Eltern mit mir in Internat vorbeikommen und sich dieses einfach mal ein Bild machen. „Sagen Sie Ihrer Tochter einfach, dass es eine Überraschung sei. Dann können sie gemeinsam mit Ihrer Tochter entscheiden, ob sie Internatsschülerin werden soll oder nicht. Sollte ein Zimmer frei sein, kann sie direkt dort bleiben. Aber Sie können auch mit ihr nach Hause fahren und sich alles in Ruhe überlegen.“
Der Mitarbeiter übergab meinen Eltern einige Unterlagen und verabschiedete sich mit den Worten: „Wir freuen uns schon jetzt darauf Sie und Ihre Tochter bei uns im Internat zu begrüßen.“
Drei Wochen später war ich mit meinen Eltern unterwegs. Wir unternahmen wie so oft im Sommer wieder einmal einen Kurztrip zu unsrem Ferienhaus am Comer See in Nord-Italien. Auf der Rückfahrt eröffnete mir mein Vater plötzlich, dass meine Eltern noch eine Überraschung für mich eingeplant haben. So bogen wir bei Lugano von der Autobahn ab und weiter ging es am See entlang.
Das Erste, was ich sah, war eine lange hohe Mauer mit einer Pforte und einem großen Eisentor. Eine Art Wachmann kam auf uns zu und mein Vater kündigte uns als Herr und Frau vom Hohemstein mit ihrer Tochter Natascha an. „Ich heiße Sie auf unserem Chateau herzlich willkommen. Sie werden bereits erwartet.“, war die Antwort.
Das Tor öffnete sich und wir fuhren durch einen riesigen Park. Nach geschätzten zwei Kilometern erreichten wir das Hauptgebäude. Es war ein riesiges Gelände und alles vom Feinsten. Das Gebäude erinnerte mich an einen englischen Landsitz und versprühte Luxus pur. Es lag leicht erhöht und man hatte einen schönen Blick über den Luganer See. Wir parkten vor dem Haupthaus unseren Mercedes und zwei Diener öffneten meinem Vater und meiner Mutter die Autotüren. Sie begrüßten meine Eltern mit „Sehr verehrte Frau vom Hohemstein, sehr geehrte Herr von Hohenstein, herzlich willkommen. Ich sehe, sie haben Ihre Tochter mitgebracht.“ Ich habe mich über die Begrüßung und die Tatsache, dass mir nicht die Tür geöffnet wurde, schon etwas gewundert.
Einer der Diener teilte uns mit, dass die Direktorin uns bereits erwarten würde. Er öffnete uns die große zweiflügelige Tür und bat uns hinein. Im Innern war das Haus noch luxuriöser. Es waren ausschließlich die edelsten und teuersten Materialien - wie beispielsweise Marmor - verbaut. Wir betraten eine riesige Halle an deren Wänden eine Reihe von Gemälden hingen. Ich hatte meine Eltern mehrfach auf Museumsbesichtigungen begleitet und meine Eltern hatten auch eine sehr hochwertige private Kunstsammlung. So erkannte ich sofort, dass es sich um sehr wertvolle Gemälde handelte, die von den alten Meistern bis zur Moderne reichten. Der Diener führte uns direkt ins Büro der Rektorin und bat uns auf der Sitzgruppe Platz zu nehmen. Er verließ den Raum mit den Worten, dass die Rektorin gleich zu uns kommen würde.
Ich fragte meine Eltern, was dies hier alles bedeuten sollte. Mein Vater antwortete: „Gefällt es Dir nicht? Warte ab, es ist, wie gesagt, eine Überraschung für Dich.“
Wenig später betrat dann auch die Rektorin den Raum.
Ich schätze die Frau auf so um die 50 Jahre. Sie war ein elegantes Erscheinungsbild, jedoch strahlte sie auch eine gewisse Strenge aus. Ich weiß nicht wieso, aber die Dame war mir von Anfang an unsympathisch.
Wir standen wieder auf. Die Rektorin stellte sich vor und begrüßte uns und gab uns nacheinander die Hand. Erst meinem Vater, dann meiner Mutter und schließlich mir. Als sie mir die Hand gab, empfing sie mich mit den Worten: „Du bist also die Natascha, lass dich mal ansehen.“ Sie ließ meine Hand nicht los sondern zog mich leicht ins Licht in die Raummitte und musterte mich da. Sie ging einmal um mich herum und meinte dann zu meinen Eltern. „Natascha ist aber wirklich sehr leicht gekleidet!“ Ich konnte mit der Aussage nichts anfangen. Schließlich trug meine Mutter ein vergleichbares Kleid. Wir hatten die beiden Kleider sogar zusammen gekauft. Meine Mutter hatte mich seinerzeit zu diesem sündhaft teuren Designer in München geschleppt. Während meine Mutter sich für gesetzte Farben entschieden hatte, war mein Kleid in leuchtenden Sommerfarben gehalten und war zusätzlich ärmellos. In meinen Augen war das gute Stück deutlich überteuert, aber ich habe es meiner Mutter zu Liebe genommen. Zusätzlich trug ich ganz normale Marken-Sneakers. Mein Vater wendet auch gleich für mich ein: „Es ist doch mit 35 Grad draußen ziemlich warm, da kann doch etwas sommerliche Kleidung nicht schaden und so sind doch heute alle Mädchen gekleidet!“ Die Rektorin entgegnete sofort: „Es kann und es schadet, wenn periphere Sachen wie zum Beispiel Kleidung an so Nebensächlichkeiten wie Mode oder Wetter festgemacht werden.“ Ich dachte mir, die spinnt doch, die Alte. Sie fuhr aber auch gleich fort: „In unserem Institut, tragen deshalb auch alle Mädchen angemessene Schulkleidung.“ Ich wusste immer noch nicht, was dieser Besuch bedeuten sollte. Sollten meine Eltern für mich einen Aufenthalt hier in Erwägung gezogen haben, so war das Thema für mich bereits jetzt endgültig gestorben. Aber mein Vater fragte leichtsinnigerweise: „Wie sieht den diese angemessene Schulkleidung aus?“ Die Rektorin reagierte prompt: „Herr vom Hohemstein, ich würde vorschlagen, bevor ich Ihnen die Standardkleidung auf einem Foto oder Bügel zeige, ist es doch sinnvoller, da Natascha Sie sowieso begleitet, wenn sie Ihnen die Kleidung direkt präsentiert.“ Bevor er und vor allem ich noch was sagen konnte, stand schon eine Angestellte wieder bereit und die Rektorin bat sie: „Bringen Sie bitte Natascha zur Probeankleidung.“
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