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Story-Writer
    Nürnberg

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Das Halsband (mit KI-Unterstützung)
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Datum:07.08.26 00:22 IP: gespeichert
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Hallo liebe Leser!
Ja, ich fange schon wieder eine neue Geschichte an, auch wenn hier noch vier unvollendete Werke von mir vor sich hin dümpeln. Leider kam die Idee zu dieser Geschichte spontan über mich und ich wollte sie unbedingt gleich hier einstellen. - Denn falls jetzt jemand sagt, dass so eine Halsband-Geschichte hier im Forum bereits existiert, oder das Thema nicht passt, dann lass ich es.
Hinweis: Bei der Erstellung dieses Textes verwende ich zur Unterstützung und zur Beratung ChatGPT.
Kapitel 1 – Das Paket
Wer auch immer diese Aufzeichnungen eines Tages lesen wird – ich möchte meinen Namen hier lieber nicht nennen. Man hat mir bereits genug genommen. Wenigstens dieser eine Teil meiner Persönlichkeit soll weiterhin mir allein gehören.
Vielleicht halten Sie das für übertrieben. Vielleicht denken Sie sogar, ich sei paranoid. Vor einigen Monaten hätte ich wahrscheinlich genauso gedacht.
Damals war ich eine völlig normale Frau mit einem völlig normalen Leben. Ich ging zur Arbeit, traf mich mit Freunden, ärgerte mich über die Unpünktlichkeit der Bahn, vergaß gelegentlich den Einkauf und freute mich auf das Wochenende. Nichts deutete darauf hin, dass sich mein Leben innerhalb weniger Minuten für immer verändern würde.
Wenn ich heute darüber nachdenke, frage ich mich manchmal, ob ich das Paket überhaupt hätte annehmen sollen.
Natürlich ist das völliger Unsinn. Wieso denn nicht? Ich konnte ja nicht wissen, was sich darin befand.
Ich schreibe diese Zeilen nicht, um Mitleid zu erregen. Wenn überhaupt, dann in der Hoffnung, dass jemand die Fehler erkennt, die ich gemacht habe. Vielleicht verhindert das irgendwann, dass sich dieselbe Geschichte noch einmal wiederholt.
Dabei begann alles so unspektakulär, dass ich mich heute manchmal frage, warum ich nicht schon damals misstrauisch geworden bin. Die ehrliche Antwort lautet: Weil es keinen vernünftigen Grund dafür gab.
Es war ein ganz gewöhnlicher Samstagvormittag, als es an der Wohnungstür klingelte. Vor der Tür stand ein DHL-Zusteller mit einem Paket unter dem Arm. Es war etwa so groß wie ein Schuhkarton. Ich wunderte mich, denn ich hatte in letzter Zeit überhaupt nichts bestellt. Trotzdem nahm ich es entgegen. Mein Name und meine Anschrift waren korrekt aufgedruckt. Also unterschrieb ich und trug den Karton in die Küche.
Dort drehte ich das Paket prüfend in den Händen und betrachtete das Versandetikett noch einmal genauer. Dabei fiel mir etwas Seltsames auf: Unter ‚Empfänger‘ stand mein Name. Unter ‚Absender‘ ebenfalls.
Damals vermutete ich einen Fehler. Ich dachte: „Da hat anscheinend jemand beim Erstellen des Versandlabels versehentlich beide Felder identisch ausgefüllt.“ – Irgendwie seltsam war es trotzdem.
Ich schüttelte den Karton leicht. Irgendetwas darin bewegte sich, allerdings nur wenig. Es klang nach etwas Schwerem, das sorgfältig verpackt worden war.
Neugier ist eine erstaunlich mächtige Eigenschaft.
Ein paar Sekunden später durchschnitt ich das Paketband mit einem Küchenmesser und klappte die Laschen auseinander.
Ganz oben lag ein einzelnes Blatt Papier.
Darunter befand sich, sauber in schwarzen Schaumstoff eingelassen, ein breites Halsband aus gebürstetem Edelstahl.
Ich legte das Schreiben beiseite und nahm das Halsband aus seiner Schaumstoffeinlage.
Es fühlte sich überraschend schwer an. Der gebürstete Edelstahl war makellos verarbeitet und sämtliche Kanten sauber verrundet. Nichts daran wirkte billig oder dekorativ. Vielmehr erinnerte mich das Halsband an ein präzise gefertigtes technisches Bauteil, das zufällig in Form eines Schmuckstücks hergestellt worden war.
Auf der Innenseite verlief eine weiche schwarze Polsterung über die gesamte Länge. Sie fühlte sich sehr angenehm an und gab unter leichtem Druck kaum merklich nach.
Das Halsband war geöffnet. Hinten in der Mitte befand sich eine fein gearbeitete Gelenkverbindung, deren mehrere ineinandergreifende Zinken sich beim Schließen vollständig ineinanderfügten. Die einzelnen Elemente waren so präzise gefertigt, dass die Verbindung im geschlossenen Zustand komplett unsichtbar wurde.
Ich führte die beiden vorderen Enden vorsichtig zusammen. Mit einem leisen, satten Geräusch rastete der Verschluss ein: Klack.
Neugierig zog ich die beiden Enden wieder auseinander. Nach kurzem Widerstand sprang es auf.
Ich probierte es noch einmal. Klack. Und gleich ein weiteres Mal. Klack.
Immer schlossen die beiden Hälften sauber bündig miteinander ab und ließen sich anschließend mit etwas Kraft wieder voneinander lösen. Offenbar sorgte ein Magnetverschluss dafür, dass das Halsband sicher zusammengehalten wurde, ohne dabei kompliziert zu wirken.
Ich musste unwillkürlich lächeln. „Nicht schlecht“, dachte ich. Die gesamte Konstruktion war wirklich erstaunlich elegant gelöst.
Ich legte das Halsband zurück in den Karton, nahm stattdessen das Schreiben in die Hand und überflog die wenigen Zeilen.
Für eine neue Werbekampagne suchen wir eine junge, weibliche Person, die unsere Produkte auf Fotos präsentiert. Falls Sie Interesse an einem lukrativen Nebenjob haben, legen Sie sich bitte das beiliegende Halsband an und fertigen Sie ein Selfie an. Senden Sie das Foto anschließend zusammen mit einer kurzen Beschreibung Ihrer Person – beispielsweise Beruf, Hobbys und Alter – an die unten angegebene Telefonnummer. Unter allen Einsendungen wählen wir die am besten geeignete Kandidatin aus. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg.
Etwas verunsichert las ich den Brief ein zweites Mal. Eine Werbekampagne? Für Halsbänder? – Gewöhnlich war das sicherlich nicht. Andererseits gab es Werbung für nahezu alles. Warum also nicht auch für extravaganten Schmuck? Vielleicht handelte es sich um einen Hersteller, der bewusst auf ein ungewöhnliches Konzept setzte.
Wenn ich ganz ehrlich bin, dann hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen, das Ganze als harmlosen Zeitvertreib zu betrachten. Ein Selfie kostete schließlich nichts. Und falls sich hinter der seltsamen Werbekampagne tatsächlich ein kleiner Nebenverdienst verbarg, umso besser.
Ich nahm das Halsband erneut aus dem Karton und legte es mir um den Hals. Die beiden Enden führte ich vor meinem Kehlkopf zusammen, bis der Magnetverschluss abermals mit einem leisen Klack einrastete.
Die weiche Polsterung schmiegte sich angenehm an meinen Hals. Das Halsband war zwar deutlich schwerer als jede Halskette, die ich bisher getragen hatte, lag dabei aber sanft auf der Haut, ohne zu drücken. Ich empfand sein Gewicht keinesfalls als störend. Auch meine Bewegungsfreiheit wurde überhaupt nicht beeinträchtigt. Es saß locker genug, dass ich mühelos zwei Finger zwischen Hals und Polsterung schieben konnte. Genau genommen war es sogar ein klein wenig zu weit.
Neugierig griff ich nach dem Verschluss und zog die beiden Enden wieder auseinander. Nach einem kurzen Widerstand sprang er auf.
„Alles in Ordnung“, sagte ich zu mir selbst.
Ich schloss das Halsband ein weiteres Mal.
Klack.
Erst jetzt zog ich mein Smartphone aus der Hosentasche und schaltete die Frontkamera ein. Für einen Moment betrachtete ich mein Spiegelbild auf dem Display. Ich drehte den Kopf leicht nach links, dann nach rechts.
Das Halsband sah ungewohnt aus. Nicht protzig, nicht übertrieben auffällig, aber dennoch so markant, dass mein Blick immer wieder daran hängen blieb. Es war einfach sehr präsent. Aber es wirkte keineswegs lächerlich. Ich hätte es wohl am ehesten einer edlen Gothic- oder Designerkollektion zugeordnet. Es erinnerte vielleicht auch ein bisschen an die Art von Schmuck, die man gelegentlich in Reportagen über die BDSM-Szene sah.
„Gar nicht mal so schlecht“, murmelte ich schließlich.
Ich richtete eine lose Haarsträhne, hielt das Smartphone etwas höher, lächelte und machte das Foto.
Nachdem ich es kurz betrachtet hatte, entschied ich, dass es völlig ausreichte. Also öffnete ich die Nachrichten-App, fügte das Bild ein und schrieb ein paar Zeilen über mich: mein Alter, meinen Beruf und zwei oder drei meiner Hobbys. Mehr verlangte das Schreiben schließlich nicht.
Ein letzter Blick über den Text, dann drückte ich auf ‚Senden‘ und schickte damit alles an die in dem Schreiben angegebene Mobilfunknummer.
Kaum hatte ich den Finger vom Display genommen, vibrierte das Smartphone in meiner Hand.
Ich runzelte die Stirn. Auf dem Bildschirm erschien bereits die Antwort. Das ging schnell.
Unterlagen empfangen.
Bewerbung registriert.
Eignungswert: 17 %.
Mehr stand da nicht. Keine Anrede, keine Grußformel. Nicht einmal ein Firmenname. Oder überhaupt ein Name.
Ich wollte das Smartphone gerade wieder ausschalten und weglegen, als ich direkt unter meinem Kinn ein kaum hörbares, elektrisches Sssumm… Klick vernahm.
Fast gleichzeitig schmiegte sich die weiche Polsterung auf der Innenseite des Halsbandes etwas fester an meinen Hals. Es war keine unangenehme Veränderung. Es fühlte sich eher so an, als hätte jemand den Verschluss um einen einzigen Rastpunkt nachgestellt. Das Halsband saß plötzlich erstaunlich gut. Jetzt wackelte es nicht mehr und ließ sich auch nicht mehr verdrehen.
Im nächsten Augenblick vibrierte erneut mein Smartphone und eine weitere Nachricht erschien:
Einheit geschlossen.
Testphase begonnen.
Völlig entgeistert starrte ich auf den Bildschirm.
„Einheit? Welche Testphase? Und überhaupt: Was für ein Test soll das sein?“
Sofort versuchte ich, den Verschluss des Halsbands auseinanderzuziehen. Es gelang mir nicht. Ich bekam nicht einmal mehr einen Finger zwischen die Polsterung und meinen Hals, um besseren Halt zu finden. Immer wieder rutschten meine Fingerspitzen an dem glatten Edelstahl ab.
Ich tastete nach dem Verschluss. Oder besser gesagt: nach der Stelle vor meinem Kehlkopf, an der sich eben noch ein winziger Spalt im Metall befunden hatte. Die schmale Fuge war vollständig verschwunden.
--Fortsetzung folgt--
DarkO
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Stamm-Gast
 

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RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung)
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Datum:07.08.26 03:00 IP: gespeichert
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oh da hätte Protagonistin das Halsband zuerst ausziehen sollen bevor sie das Foto verschickt hat.
Ja ja im nachhinein ist man immer schlauer, aber immerhin hat sie zuerst getestet ob man das Halsband wieder öffnen kann.
So kann man auch vorsichtige Personen hinters licht führen.
Ich frage mich gerade wer dahinter steck und was die von Protagonistin so alles verlangen wird.
Ich bin auf jedenfalls gespannt wie es weitergeht.
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Stamm-Gast
   Backnang

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RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung)
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Datum:07.08.26 07:10 IP: gespeichert
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Ich bin sehr gespannt,wie es weiter geht.Der Anfang ist zumindest vielversprechend.
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Fachmann
   Leipzig

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RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung)
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Datum:07.08.26 07:52 IP: gespeichert
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Schöner Anfang der Geschichte. Hoffe es geht bald weiter.
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Story-Writer
    Nürnberg

Beiträge: 261
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RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung)
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Datum:11.08.26 11:34 IP: gespeichert
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Liebe Leser,
zurzeit bin ich im Urlaub und kann deshalb gerade nur an dieser Geschichte weiterschreiben. Meinen Desktop-PC musste ich leider zuhause lassen...
Kapitel 2 – Die ersten Aufgaben
„Das darf doch nicht wahr sein! Ich muss mir das mal vor dem Spiegel anschauen.“
Also lief ich in den Flur, schaltete das Licht an und betrachtete mein Spiegelbild.
Ich sah nicht aus wie jemand, der gerade Opfer eines ausgeklügelten technischen Systems geworden war. Ich sah aus wie eine Frau, die sich freiwillig ein ungewöhnliches Schmuckstück um den Hals gelegt hatte und nun offenbar feststellte, dass es sich nicht mehr öffnen ließ.
Dieser Gedanke gefiel mir überhaupt nicht.
Aber auch als ich ganz nah vor dem Spiegel stand, konnte ich keinen Spalt in dem Metall erkennen. Das Halsband sah aus, wie ein geschlossener Metallreif, der niemals aus zwei Hälften bestanden hatte.
Ich schluckte und fuhr erneut mit den Fingerspitzen über die Stelle, wo es sich gerade eben noch hatte öffnen lassen.
Da war wirklich nichts. Es gab keine Fuge, keinen Spalt. Nicht einmal eine kleine Unebenheit, an der ich hätte ansetzen können. Die gebürstete Oberfläche war vollkommen glatt.
Aber ich wusste genau, wo die Stelle war, an der ich die beiden Hälften aneinander gefügt hatte. Vielleicht ließ sich das doofe Ding ja mit einem spitzen Gegenstand und ein bisschen roher Gewalt öffnen.
Ich zögerte. Kurz dachte ich an ein Küchenmesser. Damit an meinem Hals herumzustochern erschien mir allerdings viel zu riskant.
„Mit einem Schraubenzieher könnte es klappen.“
Also drehte ich mich um und ging zurück in die Küche. Ganz rechts in der Schublade lag mein Werkzeug. Viel war es nicht: ein Hammer, eine Zange, ein Maßband und mein kleiner Schraubendreher.
Ich nahm ihn heraus und trat wieder vor den Spiegel im Flur.
Während ich mit der einen Hand das Halsband festhielt, führte ich mit der anderen den Schraubenzieher an den Edelstahl an meinem Hals. Ich setzte die Spitze dort an, wo ich den Verschluss vermutete, und drückte zu.
Nichts passierte.
Ich setzte neu an, versuchte es in einem anderen Winkel, drückte, so fest ich konnte.
In dem Moment geschah es: Ein kurzer, stechender Impuls schoss durch meinen Hals.
„Aah!“
Vor Schreck wäre mir beinahe das kleine Werkzeug aus der Hand gefallen.
Gleich drauf hörte ich mein Smartphone in der Küche vibrieren.
Ich blieb einen Moment fassungslos stehen. Mir war sofort klar, dass das kein Zufall war.
Mein Herz schlug inzwischen so wild, dass ich glaubte, es selbst hören zu können. Und ich spürte, dass die Polsterung jetzt etwas strammer an meinem Hals anlag, als noch vor wenigen Augenblicken. Es tat nicht weh. Aber die Veränderung ließ sich nicht ignorieren.
„Bleib ganz ruhig“, sagte ich leise zu mir selbst.
Ich ging zurück in die Küche, um nachzusehen, was mir mein Handy mitzuteilen hatte. Es lag noch auf der Arbeitsplatte.
Manipulationsversuch erkannt.
Eignungswert: 15 %
Korrektur-Level der Einheit: 1
Fassungslos starrte ich die Nachricht an.
„Was zum Teufel soll das?“
Mein Blick blieb an der ersten Zahl hängen.
17 Prozent waren es vorher gewesen. Jetzt waren es 15. Also hatte dieser sogenannte Manipulationsversuch meinen Eignungswert um zwei Punkte verschlechtert.
„Was soll dieser Eignungswert eigentlich bedeuten?“, murmelte ich. „Geeignet wofür?“
Was passierte, wenn dieser Wert weiter sank? Ich dachte unwillkürlich an die Zahl null. Endete dann die Testphase? Würde ich einfach aus diesem merkwürdigen Auswahlverfahren gestrichen? Oder passierte etwas anderes? Etwas Schlimmeres?
Mir wurde kalt. Vermutlich war es klüger, wenn ich nicht versuchte, herauszufinden, was bei einem Eignungswert von null Prozent passieren würde. Gleichzeitig erschien es mir irgendwie reizvoll, in Erfahrung zu bringen, was am anderen Ende der Skala lag. War es überhaupt möglich, einhundert Prozent zu erreichen? Und was musste ich tun, damit mein Eignungswert wieder stieg?
Ich schüttelte den Kopf. Das war völlig unwichtig. Das Ding an meinem Hals musste da wieder weg. Und zwar schnellstens.
Meine Hände gingen erneut zum Halsband.
„Korrektur-Level der Einheit: 1.“
Das klang nicht nach einem Anfang, sondern mehr wie ein System. Ich versuchte, einen Finger unter die Polsterung an meinem Hals zu schieben. Natürlich vergeblich.
„So ein verdammter Mist!“
Ein unangenehmer Gedanke schob sich in meinen Kopf: Was, wenn es noch deutlich enger werden konnte? Schließlich war das jetzt Level eins. Das hieß, es gab mindestens noch einen Level zwei. Dann würde das Halsband noch ein Stück enger werden. Und bei drei wahrscheinlich wieder enger.
Ich schluckte abermals. Dabei spürte ich einen leichten Widerstand, aber es ging noch problemlos. Allerdings ließ der Gedanke daran, dass das Halsband irgendwann so eng werden könnte, dass ich Schwierigkeiten beim Schlucken bekam, meine Panik weiter steigen. Würde es tatsächlich immer enger werden? Was, wenn es irgendwann so eng wurde, dass ich nicht mehr richtig atmen konnte?
„Nein“, sagte ich leise und bestimmt zu mir selbst. „Das werde ich nicht herausfinden.“
Ich musste das Ding abhaben. Unbedingt.
Den Schraubendreher legte ich allerdings zurück in die Schublade. Einen weiteren Stromschlag wollte ich nicht riskieren.
Vielleicht konnte mir jemand helfen, der sich mit Metallverarbeitung auskannte. Ein Schmied vielleicht, oder ein Spengler. Irgendjemand, der in Lage wäre, das Halsband zu untersuchen und vielleicht sogar zu öffnen, ohne mich dabei zu verletzen.
Heute war Samstag. Da hatten solche Betriebe üblicherweise geschlossen. Aber am Montag würde ich früher Feierabend machen und das Halsband von einem Profi anschauen lassen.
Bis dahin blieb mir nichts anderes übrig, als irgendwie mit dem Edelstahlrejf an meinem Hals klarkommen.
Mein Handy vibrierte erneut.
Neue Aufgabe zugewiesen:
Verlassen Sie Ihre Wohnung um 13:00 Uhr.
Fahren Sie mit dem Bus in die Innenstadt.
Kaufen Sie dort fünf gelbe Blumen.
Fahren Sie anschließend mit dem Bus zurück zu Ihrer Wohnung.
Ankunft zu Hause spätestens um 16:00 Uhr.
Ich starrte auf die Nachricht.
„Was? Ich soll ein paar Blumen kaufen? Ernsthaft? Ist das etwa Teil des Tests? Warum ausgerechnet gelbe? Wollen die wirklich wissen, ob ich es schaffe, fünf gelbe Blumen zu kaufen? Denken die vielleicht, ich bin farbenblind?“
Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Gleichzeitig war mir klar, dass ich im Augenblick keine bessere Idee hatte, als die Anweisung einfach zu befolgen.
Ein Blick auf die Uhr sagte mir: 12:27 Uhr. Es blieb mir also noch etwas mehr als eine halbe Stunde, bevor ich losmusste.
Die Zeit reichte locker aus, um vorher in Ruhe noch eine Tasse Kaffee zu trinken und eine Zigarette zu rauchen.
„In Ruhe.“ Ich lachte gequält auf. „Falls es mir gelingt, mich zu beruhigen.“
Ich füllte Wasser und Kaffeepulver in die Kaffeemaschine und schaltete das Gerät ein.
Der Karton, in dem das Halsband verpackt war, lag noch immer auf dem Küchentisch. Ich legte das Papier mit dem kurzen Text darauf hinein, klappte die Schachtel zu und verstaute sie oben auf einem der Schränke.
Solange der Kaffee durchlief, ging ich ins Schlafzimmer, zog mich um und machte mich fertig. Dabei gingen mir die Zahlen nicht aus den Kopf.
Eignungswert 15 Prozent. Korrektur-Level 1.
Ich wusste noch nicht, was diese Angaben bedeuteten, aber ich hatte auch nicht vor, es auf die harte Tour herauszufinden.
Als die Kaffeemaschine fertig war, holte ich eine große Tasse aus dem Schrank und füllte sie. Anschließend nahm ich einen kleinen Löffel aus der Besteckschublade, gab etwas Zucker dazu, schnappte mir mein Telefon und die angefangene Schachtel Zigaretten und ging durch das Wohnzimmer hindurch, raus auf den Balkon.
Dort stellte ich den Kaffeebecher auf dem Tisch ab und zündete mir eine Zigarette an.
Es war kühler geworden. Wenn ich später rausging, um in die Stadt zu fahren, würde ich definitiv eine Jacke brauchen.
Nachdem ich fertig geraucht und meinen Kaffee ausgetrunken hatte, ging ich wieder rein. Die Zigarette und der Kaffee hatten mir dabei geholfen, mich wenigstens ein Stückweit zu beruhigen.
Inzwischen war es 12:52 Uhr.
Ich atmete einmal tief durch. „Nur noch schnell auf die Toilette, danach Schuhe und Jacke anziehen, Portemonnaie und Schlüssel einstecken, dann kann es auch schon losgehen.“
Wenige Minuten später trat ich hinaus in den Hausflur. Ich war gerade auf dem ersten Treppenabsatz, als ein kurzer Stromstoß durch meinen Hals zuckte.
Mir entfuhr wieder ein „Aah!“
Erschrocken hielt ich mich am Geländer fest. Ich hatte den Eindruck, dass dieser Elektroimpuls etwas stärker gewesen war als der erste.
Mein Smartphone vibrierte abermals. Ich zog es heraus.
Zeitüberschreitung erkannt: +3 Minuten
Eignungswert: 13 %
Korrektur-Level der Einheit: 2
Fassungslos starrte ich auf die Nachricht auf dem Display.
„Was?! Seid ihr noch normal? Ihr bestraft mich wegen drei Minuten?“
Wieder fühlte sich mein Halsband ein Stück enger an. Wenn ich schluckte, spürte ich nun einen deutlichen Druck an meinem Kehlkopf.
Ich steckte das Handy wieder ein und ging weiter die Treppen nach unten. Vor der Haustür atmete ich noch einmal kurz durch.
Auf dem Weg zur Bushaltestelle musste ich ständig daran denken, dass ich gerade wegen einer Verspätung von drei Minuten bestraft worden war. Dabei hatte ich die Wohnung nicht einmal absichtlich zu spät verlassen. Ich hatte mich einfach ein wenig vertrödelt und geglaubt, dass drei Minuten keine Rolle spielen würden.
Offenbar spielten sie doch eine Rolle. Ich nahm an, dass ich sogar wegen einer Verspätung von lediglich einer Minute eine Strafe kassiert hätte.
Kurz nachdem ich die Haltestelle erreicht hatte, hielt auch schon der Bus.
Während der Fahrt versuchte ich, mich auf etwas Anderes zu konzentrieren. Es gelang mir nicht besonders gut. Immer wieder wanderte meine Hand zu meinem Hals, obwohl ich inzwischen wusste, dass ich dadurch ohnehin nichts erreichen würde.
In der Innenstadt angekommen, ging ich zuerst zu einem Blumenladen. Ich erklärte der Verkäuferin, dass ich fünf gelbe Blumen brauchte, und entschied mich schließlich für Gerbera, die sie mir in Papier wickelte.
Danach hatte ich noch genügend Zeit, bis ich mich auf den Heimweg machen musste. Also lief ich ein wenig durch die Fußgängerzone, ohne eigentlich ein bestimmtes Ziel zu haben. Nach dem ganzen Ärger der letzten Stunden tat es sogar gut, zwischen den anderen Menschen herumzulaufen und für einige Minuten so zu tun, als wäre alles normal.
An einem kleinen Stand blieb ich stehen, weil dort etwas verkauft wurde, das ausgesprochen lecker roch. Ich sah mir das Angebot an, entschied mich schließlich für eine Portion und ließ sie mir einpacken. Ich nahm die Tüte in die Hand und ging weiter.
Essen wollte ich später in meiner Wohnung. Im Augenblick musste ich erst einmal dafür sorgen, dass ich rechtzeitig zurückkam.
Ich erreichte die Bushaltestelle und musste zusehen, wie mein Bus gerade abfuhr.
„Na super.“
Ich sah auf die Uhr und anschließend auf den Fahrplan. Der nächste Bus würde in knapp dreißig Minuten kommen. Wenn ich wartete, würde ich immer noch rechtzeitig nach Hause kommen, aber der Zeitpuffer, den ich einkalkuliert hatte, wäre praktisch verschwunden.
In dem Moment rollte ein Taxi langsam an der Haltestelle vorbei.
Ich hob die Hand. Warum sollte ich fast eine halbe Stunde warten und am Ende noch riskieren, zu spät zuhause anzukommen? Ich hatte die Aufgabe erfüllt. Ich war mit dem Bus in die Stadt gefahren, hatte die Blumen gekauft und würde rechtzeitig zurück sein.
Das Taxi hielt, ich öffnete die Beifahrertür und stieg ein.
„Wohin soll‘s gehen?“, fragte der Fahrer.
Ich nannte ihm meine Adresse und er fuhr los.
Als wir an einer roten Ampel anhalten mussten, kam der nächste Stromstoß.
Der war so schmerzhaft, dass ich ein lautes „Aah!“ unmöglich zurückhalten konnte.
Ich presste die Hand an meinen Hals.
Der Fahrer sah mich irritiert an. „Alles okay?“
„Ja“, antwortete ich schnell. Wahrscheinlich etwas zu schnell.
Mein Handy vibrierte und ich zog es heraus.
Unerlaubte Handlung erkannt.
Eignungswert: 11 %
Korrektur-Level der Einheit: 3
Unerlaubte Handlung? Weil ich mir erlaubt hatte, ein Taxi zu nehmen, um schneller heimzukommen?
Okay. In der Aufgabe hatte es geheißen, ich solle für Hin- und Rückfahrt den Bus benutzen.
Mir wurde klar, dass ich die Aufgaben, die man mir gab, stets ganz genau zu befolgen hatte. Ich musste auf jedes einzelne Wort achten.
Das Halsband war wieder ein bisschen enger geworden. Inzwischen fühlte es sich richtig unangenehm an. Es drückte permanent gegen meinen Kehlkopf und ich wollte nicht einmal mehr daran denken, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn noch ein weiteres Korrektur-Level dazukam.
Ich sagte während der restlichen Fahrt kein Wort.
Endlich hielten wir vor meiner Wohnung. Ich bezahlte den Fahrer, bedankte mich und stieg aus.
In der Küche legte ich die Blumen und die Tüte mit meinem Essen auf den Tisch.
Ich zog gerade meine Jacke aus, als mir das Vibrieren meines Smartphones den Empfang einer weiteren Nachricht signalisierte.
Füllen Sie eine Vase zu 3/4 mit Wasser.
Stecken Sie die gelben Blumen hinein.
Stellen Sie die Vase in Ihrem Wohnzimmer auf die Fensterbank.
Machen Sie ein Foto davon.
Schicken Sie das Foto anschließend an die bekannte Nummer.
Obwohl keine Frist angegeben war, entschied ich mich dazu, diese Aufgabe sofort zu erledigen. Das heißt, ich behielt meine Sneaker vorerst an und holte eine Vase aus dem Schrank.
Diese füllte ich zu ungefähr drei Vierteln mit Wasser. Dann betrachtete ich den Wasserstand.
„Sind das drei Viertel?“
Ich gab noch einen Schluck dazu.
Nun sah es nach etwas zu viel aus.
„Oh Mist.“
Vorsichtig goss ich ein paar Tropfen ins Spülbecken.
Dann betrachtete ich den Wasserstand erneut.
„So müsste es passen.“
Ich steckte die fünf Gerbera hinein und trug die Vase ins Wohnzimmer. Dort stellte ich sie auf die Fensterbank, nahm mein Smartphone, machte das verlangte Foto und schickte es ab.
Die Antwort kam umgehend.
Aufgabe korrekt abgeschlossen.
Eignungswert: 14 %
Korrektur-Level der Einheit: 2
Gleichzeitig spürte ich eine Veränderung an meinem Hals. Das Halsband wurde etwas weiter. Zwar nicht viel, aber dennoch eindeutig.
Ich blieb einen Moment lang reglos stehen.
Das Halsband konnte also nicht nur bestrafen, sondern auch den Zustand wieder verbessern. Und mir fiel auf, dass ich die Veränderung tatsächlich als eine Art Belohnung empfand.
Ich setzte mich auf das Sofa.
Der Gedanke gefiel mir nicht. War ich gerade ernsthaft der Meinung, dass es eine Belohnung war, wenn das Halsband weniger unangenehm saß? Ich schüttelte den Kopf.
„Das ist doch verrückt.“
Und trotzdem war da noch etwas anderes: Ich hoffte, bald wieder eine Aufgabe zu bekommen.
Ich brauchte dringend eine Zigarette. Also ging ich raus auf meinen Balkon.
Etwa fünfzehn Minuten später saß ich an meinem Küchentisch, vor mir ein Teller mit dem Essen, das ich mir in der Stadt gekauft hatte, und ein Glas Cola.
Es schmeckte genauso lecker, wie es an dem Stand gerochen hatte.
Ich versuchte, mich darauf zu konzentrieren, aber immer wieder wanderte eine meiner Hände zu meinem Hals. Mal war es die rechte, mal die linke. Ich bemerkte es jedes Mal erst, nachdem meine Finger bereits auf dem gebürsteten Edelstahl lagen.
Mein Handy klingelte und ich schaute auf das Display. Es war mein Freund.
„Hi Schnuckel“, begrüßte ich ihn.
„Hey. Na, was machst du?“
„Ich esse gerade.“
Wir unterhielten uns ein paar Minuten lang über relativ belanglose Dinge, bevor er mich fragte, ob wir uns später in dem Café treffen wollten, in dem wir uns bisher schon dreimal getroffen hatten.
Ich sagte zu.
Nachdem wir uns verabschiedet hatten, legte ich das Handy auf den Tisch und hielt einen Moment inne.
War das gerade wirklich eine gute Idee gewesen?
Schließlich hatte ich keine Ahnung, was heute noch alles passieren, was für Aufgaben ich noch erhalten würde. Und jetzt sollte ich mich später mit meinem Freund treffen und dabei so tun, als wäre alles vollkommen normal.
Das dürfte schwierig werden. Das breite Edelstahlband an meinem Hals war schließlich nicht zu übersehen. Also würde er mit Sicherheit Fragen darüber stellen. Fragen, auf die ich genau genommen zurzeit noch überhaupt keine Antworten parat hatte.
Wir waren erst seit fünf Wochen zusammen und ich wollte nicht riskieren, dass er mich für einen Freak hielt. Denn er war wirklich süß und ich hätte ihn gerne behalten.
Ich beschloss, mir später weiter darüber den Kopf zu zerbrechen und aß erstmal auf.
Mein Smartphone vibrierte schon wieder. Ich nahm es in die Hand und las.
Neue Aufgabe zugewiesen:
Tragen Sie für den Rest des Tages ausschließlich schwarze Kleidung.
Machen Sie zu jeder vollen Stunde ein Foto von Ihrem gegenwärtigen Outfit.
Schicken Sie die Fotos jeweils umgehend an die bekannte Telefonnummer.
Dann musste ich tatsächlich kurz lachen.
„Na gut. Wenn’s weiter nichts ist.“
Schwarze Kleidung anzuziehen war nun wirklich kein großer Aufwand. Davon besaß ich genug.
Ich ging ins Schlafzimmer, um mich umzuziehen. Zuerst schlüpfte ich in einen schwarzen Slip und den passenden BH. Dazu eine schwarze Nylonstrumpfhose. Anschließend öffnete ich meinen Kleiderschrank.
Zwischen mehreren Oberteilen fiel mein Blick auf einen schwarzen Rollkragenpullover, den ich erst vor kurzem gekauft hatte. Ich nahm ihn heraus. Der Kragen mochte hoch genug sein, um das Halsband vollständig zu verdecken.
„Moment mal…“
Ich dachte an das spätere Treffen mit meinem Freund und dass es für mich unangenehm wäre, wenn er das Halsband sah. Und plötzlich bekam ich eine Aufgabe, die dieses Problem für mich löste?
Woher sollten sie wissen, dass ich diesen Pullover besaß? Oder dass ich mich heute noch mit meinem Freund treffen wollte?
Vielleicht war es Zufall. Nein, bestimmt war es Zufall. Eigentlich konnte es bloß ein Zufall sein. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto weniger fühlte es sich danach an.
Ich zog den Pullover an und nahm einen schwarzen Rock aus dem Schrank.
Anschließend ging ich zur Garderobe und steckte meine Füße in ein Paar schwarze Lederstiefel. Vor dem Spiegel strich ich den Pulli und den Rock glatt.
Der Rollkragen verdeckte das Halsband tatsächlich vollständig.
Ich betrachtete mich noch einmal im Spiegel. Von dem Metall war nichts mehr zu sehen. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich selbst geglaubt, dass ich einfach nur einen schwarzen Rollkragenpullover trug.
Und genau das war der Moment, in dem mir der Gedanke kam, dass ich vielleicht besser nicht darüber nachdenken sollte, warum diese Aufgabe ausgerechnet heute Nachmittag gekommen war.
Ich nahm mein Smartphone und sah auf die Uhr.
Noch war alles normal.
Zumindest hatte es den Anschein.
--Fortsetzung folgt--
DarkO
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 11.08.26 um 13:18 geändert
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