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  Das Halsband (mit KI-Unterstützung)
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DarkO
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Nürnberg




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  Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:07.08.26 00:22 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo liebe Leser!

Ja, ich fange schon wieder eine neue Geschichte an, auch wenn hier noch vier unvollendete Werke von mir vor sich hin dümpeln. Leider kam die Idee zu dieser Geschichte spontan über mich und ich wollte sie unbedingt gleich hier einstellen. - Denn falls jetzt jemand sagt, dass so eine Halsband-Geschichte hier im Forum bereits existiert, oder das Thema nicht passt, dann lass ich es.

Hinweis: Bei der Erstellung dieses Textes verwende ich zur Unterstützung und zur Beratung ChatGPT.




Kapitel 1 – Das Paket

Wer auch immer diese Aufzeichnungen eines Tages lesen wird – ich möchte meinen Namen hier lieber nicht nennen. Man hat mir bereits genug genommen. Wenigstens dieser eine Teil meiner Persönlichkeit soll weiterhin mir allein gehören.

Vielleicht halten Sie das für übertrieben. Vielleicht denken Sie sogar, ich sei paranoid. Vor einigen Monaten hätte ich wahrscheinlich genauso gedacht.

Damals war ich eine völlig normale Frau mit einem völlig normalen Leben. Ich ging zur Arbeit, traf mich mit Freunden, ärgerte mich über die Unpünktlichkeit der Bahn, vergaß gelegentlich den Einkauf und freute mich auf das Wochenende. Nichts deutete darauf hin, dass sich mein Leben innerhalb weniger Minuten für immer verändern würde.

Wenn ich heute darüber nachdenke, frage ich mich manchmal, ob ich das Paket überhaupt hätte annehmen sollen.

Natürlich ist das völliger Unsinn. Wieso denn nicht? Ich konnte ja nicht wissen, was sich darin befand.

Ich schreibe diese Zeilen nicht, um Mitleid zu erregen. Wenn überhaupt, dann in der Hoffnung, dass jemand die Fehler erkennt, die ich gemacht habe. Vielleicht verhindert das irgendwann, dass sich dieselbe Geschichte noch einmal wiederholt.

Dabei begann alles so unspektakulär, dass ich mich heute manchmal frage, warum ich nicht schon damals misstrauisch geworden bin. Die ehrliche Antwort lautet: Weil es keinen vernünftigen Grund dafür gab.



Es war ein ganz gewöhnlicher Samstagvormittag, als es an der Wohnungstür klingelte. Vor der Tür stand ein DHL-Zusteller mit einem Paket unter dem Arm. Es war etwa so groß wie ein Schuhkarton. Ich wunderte mich, denn ich hatte in letzter Zeit überhaupt nichts bestellt. Trotzdem nahm ich es entgegen. Mein Name und meine Anschrift waren korrekt aufgedruckt. Also unterschrieb ich und trug den Karton in die Küche.

Dort drehte ich das Paket prüfend in den Händen und betrachtete das Versandetikett noch einmal genauer. Dabei fiel mir etwas Seltsames auf: Unter ‚Empfänger‘ stand mein Name. Unter ‚Absender‘ ebenfalls.

Damals vermutete ich einen Fehler. Ich dachte: „Da hat anscheinend jemand beim Erstellen des Versandlabels versehentlich beide Felder identisch ausgefüllt.“ – Irgendwie seltsam war es trotzdem.

Ich schüttelte den Karton leicht. Irgendetwas darin bewegte sich, allerdings nur wenig. Es klang nach etwas Schwerem, das sorgfältig verpackt worden war.

Neugier ist eine erstaunlich mächtige Eigenschaft.

Ein paar Sekunden später durchschnitt ich das Paketband mit einem Küchenmesser und klappte die Laschen auseinander.

Ganz oben lag ein einzelnes Blatt Papier.

Darunter befand sich, sauber in schwarzen Schaumstoff eingelassen, ein breites Halsband aus gebürstetem Edelstahl.

Ich legte das Schreiben beiseite und nahm das Halsband aus seiner Schaumstoffeinlage.

Es fühlte sich überraschend schwer an. Der gebürstete Edelstahl war makellos verarbeitet und sämtliche Kanten sauber verrundet. Nichts daran wirkte billig oder dekorativ. Vielmehr erinnerte mich das Halsband an ein präzise gefertigtes technisches Bauteil, das zufällig in Form eines Schmuckstücks hergestellt worden war.

Auf der Innenseite verlief eine weiche schwarze Polsterung über die gesamte Länge. Sie fühlte sich sehr angenehm an und gab unter leichtem Druck kaum merklich nach.

Das Halsband war geöffnet. Hinten in der Mitte befand sich eine fein gearbeitete Gelenkverbindung, deren mehrere ineinandergreifende Zinken sich beim Schließen vollständig ineinanderfügten. Die einzelnen Elemente waren so präzise gefertigt, dass die Verbindung im geschlossenen Zustand komplett unsichtbar wurde.

Ich führte die beiden vorderen Enden vorsichtig zusammen. Mit einem leisen, satten Geräusch rastete der Verschluss ein: Klack.

Neugierig zog ich die beiden Enden wieder auseinander. Nach kurzem Widerstand sprang es auf.

Ich probierte es noch einmal. Klack. Und gleich ein weiteres Mal. Klack.

Immer schlossen die beiden Hälften sauber bündig miteinander ab und ließen sich anschließend mit etwas Kraft wieder voneinander lösen. Offenbar sorgte ein Magnetverschluss dafür, dass das Halsband sicher zusammengehalten wurde, ohne dabei kompliziert zu wirken.

Ich musste unwillkürlich lächeln. „Nicht schlecht“, dachte ich. Die gesamte Konstruktion war wirklich erstaunlich elegant gelöst.

Ich legte das Halsband zurück in den Karton, nahm stattdessen das Schreiben in die Hand und überflog die wenigen Zeilen.


Für eine neue Werbekampagne suchen wir eine junge, weibliche Person, die unsere Produkte auf Fotos präsentiert. Falls Sie Interesse an einem lukrativen Nebenjob haben, legen Sie sich bitte das beiliegende Halsband an und fertigen Sie ein Selfie an. Senden Sie das Foto anschließend zusammen mit einer kurzen Beschreibung Ihrer Person – beispielsweise Beruf, Hobbys und Alter – an die unten angegebene Telefonnummer. Unter allen Einsendungen wählen wir die am besten geeignete Kandidatin aus. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg.


Etwas verunsichert las ich den Brief ein zweites Mal. Eine Werbekampagne? Für Halsbänder? – Gewöhnlich war das sicherlich nicht. Andererseits gab es Werbung für nahezu alles. Warum also nicht auch für extravaganten Schmuck? Vielleicht handelte es sich um einen Hersteller, der bewusst auf ein ungewöhnliches Konzept setzte.



Wenn ich ganz ehrlich bin, dann hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen, das Ganze als harmlosen Zeitvertreib zu betrachten. Ein Selfie kostete schließlich nichts. Und falls sich hinter der seltsamen Werbekampagne tatsächlich ein kleiner Nebenverdienst verbarg, umso besser.

Ich nahm das Halsband erneut aus dem Karton und legte es mir um den Hals. Die beiden Enden führte ich vor meinem Kehlkopf zusammen, bis der Magnetverschluss abermals mit einem leisen Klack einrastete.

Die weiche Polsterung schmiegte sich angenehm an meinen Hals. Das Halsband war zwar deutlich schwerer als jede Halskette, die ich bisher getragen hatte, lag dabei aber sanft auf der Haut, ohne zu drücken. Ich empfand sein Gewicht keinesfalls als störend. Auch meine Bewegungsfreiheit wurde überhaupt nicht beeinträchtigt. Es saß locker genug, dass ich mühelos zwei Finger zwischen Hals und Polsterung schieben konnte. Genau genommen war es sogar ein klein wenig zu weit.

Neugierig griff ich nach dem Verschluss und zog die beiden Enden wieder auseinander. Nach einem kurzen Widerstand sprang er auf.

„Alles in Ordnung“, sagte ich zu mir selbst.

Ich schloss das Halsband ein weiteres Mal.

Klack.

Erst jetzt zog ich mein Smartphone aus der Hosentasche und schaltete die Frontkamera ein. Für einen Moment betrachtete ich mein Spiegelbild auf dem Display. Ich drehte den Kopf leicht nach links, dann nach rechts.

Das Halsband sah ungewohnt aus. Nicht protzig, nicht übertrieben auffällig, aber dennoch so markant, dass mein Blick immer wieder daran hängen blieb. Es war einfach sehr präsent. Aber es wirkte keineswegs lächerlich. Ich hätte es wohl am ehesten einer edlen Gothic- oder Designerkollektion zugeordnet. Es erinnerte vielleicht auch ein bisschen an die Art von Schmuck, die man gelegentlich in Reportagen über die BDSM-Szene sah.

„Gar nicht mal so schlecht“, murmelte ich schließlich.

Ich richtete eine lose Haarsträhne, hielt das Smartphone etwas höher, lächelte und machte das Foto.

Nachdem ich es kurz betrachtet hatte, entschied ich, dass es völlig ausreichte. Also öffnete ich die Nachrichten-App, fügte das Bild ein und schrieb ein paar Zeilen über mich: mein Alter, meinen Beruf und zwei oder drei meiner Hobbys. Mehr verlangte das Schreiben schließlich nicht.

Ein letzter Blick über den Text, dann drückte ich auf ‚Senden‘ und schickte damit alles an die in dem Schreiben angegebene Mobilfunknummer.

Kaum hatte ich den Finger vom Display genommen, vibrierte das Smartphone in meiner Hand.

Ich runzelte die Stirn. Auf dem Bildschirm erschien bereits die Antwort. Das ging schnell.


Unterlagen empfangen.

Bewerbung registriert.

Eignungswert: 17 %.


Mehr stand da nicht. Keine Anrede, keine Grußformel. Nicht einmal ein Firmenname. Oder überhaupt ein Name.

Ich wollte das Smartphone gerade wieder ausschalten und weglegen, als ich direkt unter meinem Kinn ein kaum hörbares, elektrisches Sssumm… Klick vernahm.

Fast gleichzeitig schmiegte sich die weiche Polsterung auf der Innenseite des Halsbandes etwas fester an meinen Hals. Es war keine unangenehme Veränderung. Es fühlte sich eher so an, als hätte jemand den Verschluss um einen einzigen Rastpunkt nachgestellt. Das Halsband saß plötzlich erstaunlich gut. Jetzt wackelte es nicht mehr und ließ sich auch nicht mehr verdrehen.

Im nächsten Augenblick vibrierte erneut mein Smartphone und eine weitere Nachricht erschien:


Einheit geschlossen.

Testphase begonnen.


Völlig entgeistert starrte ich auf den Bildschirm.

„Einheit? Welche Testphase? Und überhaupt: Was für ein Test soll das sein?“

Sofort versuchte ich, den Verschluss des Halsbands auseinanderzuziehen. Es gelang mir nicht. Ich bekam nicht einmal mehr einen Finger zwischen die Polsterung und meinen Hals, um besseren Halt zu finden. Immer wieder rutschten meine Fingerspitzen an dem glatten Edelstahl ab.

Ich tastete nach dem Verschluss. Oder besser gesagt: nach der Stelle vor meinem Kehlkopf, an der sich eben noch ein winziger Spalt im Metall befunden hatte. Die schmale Fuge war vollständig verschwunden.

--Fortsetzung folgt--

DarkO
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windelfohlen
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  RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:07.08.26 03:00 IP: gespeichert Moderator melden


oh da hätte Protagonistin das Halsband zuerst ausziehen sollen bevor sie das Foto verschickt hat.
Ja ja im nachhinein ist man immer schlauer, aber immerhin hat sie zuerst getestet ob man das Halsband wieder öffnen kann.
So kann man auch vorsichtige Personen hinters licht führen.
Ich frage mich gerade wer dahinter steck und was die von Protagonistin so alles verlangen wird.
Ich bin auf jedenfalls gespannt wie es weitergeht.
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Glatzkopf
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  RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:07.08.26 07:10 IP: gespeichert Moderator melden



Ich bin sehr gespannt,wie es weiter geht.Der Anfang ist zumindest vielversprechend.
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Manni241
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Leipzig




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  RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:07.08.26 07:52 IP: gespeichert Moderator melden


Schöner Anfang der Geschichte. Hoffe es geht bald weiter.
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DarkO
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Nürnberg




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  RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:11.08.26 11:34 IP: gespeichert Moderator melden


Liebe Leser,

zurzeit bin ich im Urlaub und kann deshalb gerade nur an dieser Geschichte weiterschreiben. Meinen Desktop-PC musste ich leider zuhause lassen...




Kapitel 2 – Die ersten Aufgaben

„Das darf doch nicht wahr sein! Ich muss mir das mal vor dem Spiegel anschauen.“

Also lief ich in den Flur, schaltete das Licht an und betrachtete mein Spiegelbild.

Ich sah nicht aus wie jemand, der gerade Opfer eines ausgeklügelten technischen Systems geworden war. Ich sah aus wie eine Frau, die sich freiwillig ein ungewöhnliches Schmuckstück um den Hals gelegt hatte und nun offenbar feststellte, dass es sich nicht mehr öffnen ließ.

Dieser Gedanke gefiel mir überhaupt nicht.

Aber auch als ich ganz nah vor dem Spiegel stand, konnte ich keinen Spalt in dem Metall erkennen. Das Halsband sah aus, wie ein geschlossener Metallreif, der niemals aus zwei Hälften bestanden hatte.

Ich schluckte und fuhr erneut mit den Fingerspitzen über die Stelle, wo es sich gerade eben noch hatte öffnen lassen.

Da war wirklich nichts. Es gab keine Fuge, keinen Spalt. Nicht einmal eine kleine Unebenheit, an der ich hätte ansetzen können. Die gebürstete Oberfläche war vollkommen glatt.

Aber ich wusste genau, wo die Stelle war, an der ich die beiden Hälften aneinander gefügt hatte. Vielleicht ließ sich das doofe Ding ja mit einem spitzen Gegenstand und ein bisschen roher Gewalt öffnen.

Ich zögerte. Kurz dachte ich an ein Küchenmesser. Damit an meinem Hals herumzustochern erschien mir allerdings viel zu riskant.

„Mit einem Schraubenzieher könnte es klappen.“

Also drehte ich mich um und ging zurück in die Küche. Ganz rechts in der Schublade lag mein Werkzeug. Viel war es nicht: ein Hammer, eine Zange, ein Maßband und mein kleiner Schraubendreher.

Ich nahm ihn heraus und trat wieder vor den Spiegel im Flur.

Während ich mit der einen Hand das Halsband festhielt, führte ich mit der anderen den Schraubenzieher an den Edelstahl an meinem Hals. Ich setzte die Spitze dort an, wo ich den Verschluss vermutete, und drückte zu.

Nichts passierte.

Ich setzte neu an, versuchte es in einem anderen Winkel, drückte, so fest ich konnte.

In dem Moment geschah es: Ein kurzer, stechender Impuls schoss durch meinen Hals.

„Aah!“

Vor Schreck wäre mir beinahe das kleine Werkzeug aus der Hand gefallen.

Gleich drauf hörte ich mein Smartphone in der Küche vibrieren.

Ich blieb einen Moment fassungslos stehen. Mir war sofort klar, dass das kein Zufall war.

Mein Herz schlug inzwischen so wild, dass ich glaubte, es selbst hören zu können. Und ich spürte, dass die Polsterung jetzt etwas strammer an meinem Hals anlag, als noch vor wenigen Augenblicken. Es tat nicht weh. Aber die Veränderung ließ sich nicht ignorieren.

„Bleib ganz ruhig“, sagte ich leise zu mir selbst.

Ich ging zurück in die Küche, um nachzusehen, was mir mein Handy mitzuteilen hatte. Es lag noch auf der Arbeitsplatte.


Manipulationsversuch erkannt.

Eignungswert: 15 %

Korrektur-Level der Einheit: 1


Fassungslos starrte ich die Nachricht an.

„Was zum Teufel soll das?“

Mein Blick blieb an der ersten Zahl hängen.
17 Prozent waren es vorher gewesen. Jetzt waren es 15. Also hatte dieser sogenannte Manipulationsversuch meinen Eignungswert um zwei Punkte verschlechtert.

„Was soll dieser Eignungswert eigentlich bedeuten?“, murmelte ich. „Geeignet wofür?“

Was passierte, wenn dieser Wert weiter sank? Ich dachte unwillkürlich an die Zahl null. Endete dann die Testphase? Würde ich einfach aus diesem merkwürdigen Auswahlverfahren gestrichen? Oder passierte etwas anderes? Etwas Schlimmeres?

Mir wurde kalt. Vermutlich war es klüger, wenn ich nicht versuchte, herauszufinden, was bei einem Eignungswert von null Prozent passieren würde. Gleichzeitig erschien es mir irgendwie reizvoll, in Erfahrung zu bringen, was am anderen Ende der Skala lag. War es überhaupt möglich, einhundert Prozent zu erreichen? Und was musste ich tun, damit mein Eignungswert wieder stieg?

Ich schüttelte den Kopf. Das war völlig unwichtig. Das Ding an meinem Hals musste da wieder weg. Und zwar schnellstens.

Meine Hände gingen erneut zum Halsband.

„Korrektur-Level der Einheit: 1.“

Das klang nicht nach einem Anfang, sondern mehr wie ein System. Ich versuchte, einen Finger unter die Polsterung an meinem Hals zu schieben. Natürlich vergeblich.

„So ein verdammter Mist!“

Ein unangenehmer Gedanke schob sich in meinen Kopf: Was, wenn es noch deutlich enger werden konnte? Schließlich war das jetzt Level eins. Das hieß, es gab mindestens noch einen Level zwei. Dann würde das Halsband noch ein Stück enger werden. Und bei drei wahrscheinlich wieder enger.

Ich schluckte abermals. Dabei spürte ich einen leichten Widerstand, aber es ging noch problemlos. Allerdings ließ der Gedanke daran, dass das Halsband irgendwann so eng werden könnte, dass ich Schwierigkeiten beim Schlucken bekam, meine Panik weiter steigen. Würde es tatsächlich immer enger werden? Was, wenn es irgendwann so eng wurde, dass ich nicht mehr richtig atmen konnte?

„Nein“, sagte ich leise und bestimmt zu mir selbst. „Das werde ich nicht herausfinden.“

Ich musste das Ding abhaben. Unbedingt.

Den Schraubendreher legte ich allerdings zurück in die Schublade. Einen weiteren Stromschlag wollte ich nicht riskieren.

Vielleicht konnte mir jemand helfen, der sich mit Metallverarbeitung auskannte. Ein Schmied vielleicht, oder ein Spengler. Irgendjemand, der in Lage wäre, das Halsband zu untersuchen und vielleicht sogar zu öffnen, ohne mich dabei zu verletzen.

Heute war Samstag. Da hatten solche Betriebe üblicherweise geschlossen. Aber am Montag würde ich früher Feierabend machen und das Halsband von einem Profi anschauen lassen.

Bis dahin blieb mir nichts anderes übrig, als irgendwie mit dem Edelstahlrejf an meinem Hals klarkommen.

Mein Handy vibrierte erneut.


Neue Aufgabe zugewiesen:

Verlassen Sie Ihre Wohnung um 13:00 Uhr.

Fahren Sie mit dem Bus in die Innenstadt.

Kaufen Sie dort fünf gelbe Blumen.

Fahren Sie anschließend mit dem Bus zurück zu Ihrer Wohnung.

Ankunft zu Hause spätestens um 16:00 Uhr.



Ich starrte auf die Nachricht.

„Was? Ich soll ein paar Blumen kaufen? Ernsthaft? Ist das etwa Teil des Tests? Warum ausgerechnet gelbe? Wollen die wirklich wissen, ob ich es schaffe, fünf gelbe Blumen zu kaufen? Denken die vielleicht, ich bin farbenblind?“

Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Gleichzeitig war mir klar, dass ich im Augenblick keine bessere Idee hatte, als die Anweisung einfach zu befolgen.

Ein Blick auf die Uhr sagte mir: 12:27 Uhr. Es blieb mir also noch etwas mehr als eine halbe Stunde, bevor ich losmusste.

Die Zeit reichte locker aus, um vorher in Ruhe noch eine Tasse Kaffee zu trinken und eine Zigarette zu rauchen.

„In Ruhe.“ Ich lachte gequält auf. „Falls es mir gelingt, mich zu beruhigen.“

Ich füllte Wasser und Kaffeepulver in die Kaffeemaschine und schaltete das Gerät ein.

Der Karton, in dem das Halsband verpackt war, lag noch immer auf dem Küchentisch. Ich legte das Papier mit dem kurzen Text darauf hinein, klappte die Schachtel zu und verstaute sie oben auf einem der Schränke.

Solange der Kaffee durchlief, ging ich ins Schlafzimmer, zog mich um und machte mich fertig. Dabei gingen mir die Zahlen nicht aus den Kopf.

Eignungswert 15 Prozent. Korrektur-Level 1.
Ich wusste noch nicht, was diese Angaben bedeuteten, aber ich hatte auch nicht vor, es auf die harte Tour herauszufinden.

Als die Kaffeemaschine fertig war, holte ich eine große Tasse aus dem Schrank und füllte sie. Anschließend nahm ich einen kleinen Löffel aus der Besteckschublade, gab etwas Zucker dazu, schnappte mir mein Telefon und die angefangene Schachtel Zigaretten und ging durch das Wohnzimmer hindurch, raus auf den Balkon.

Dort stellte ich den Kaffeebecher auf dem Tisch ab und zündete mir eine Zigarette an.

Es war kühler geworden. Wenn ich später rausging, um in die Stadt zu fahren, würde ich definitiv eine Jacke brauchen.



Nachdem ich fertig geraucht und meinen Kaffee ausgetrunken hatte, ging ich wieder rein. Die Zigarette und der Kaffee hatten mir dabei geholfen, mich wenigstens ein Stückweit zu beruhigen.

Inzwischen war es 12:52 Uhr.

Ich atmete einmal tief durch. „Nur noch schnell auf die Toilette, danach Schuhe und Jacke anziehen, Portemonnaie und Schlüssel einstecken, dann kann es auch schon losgehen.“

Wenige Minuten später trat ich hinaus in den Hausflur. Ich war gerade auf dem ersten Treppenabsatz, als ein kurzer Stromstoß durch meinen Hals zuckte.

Mir entfuhr wieder ein „Aah!“

Erschrocken hielt ich mich am Geländer fest. Ich hatte den Eindruck, dass dieser Elektroimpuls etwas stärker gewesen war als der erste.

Mein Smartphone vibrierte abermals. Ich zog es heraus.


Zeitüberschreitung erkannt: +3 Minuten

Eignungswert: 13 %

Korrektur-Level der Einheit: 2


Fassungslos starrte ich auf die Nachricht auf dem Display.

„Was?! Seid ihr noch normal? Ihr bestraft mich wegen drei Minuten?“

Wieder fühlte sich mein Halsband ein Stück enger an. Wenn ich schluckte, spürte ich nun einen deutlichen Druck an meinem Kehlkopf.

Ich steckte das Handy wieder ein und ging weiter die Treppen nach unten. Vor der Haustür atmete ich noch einmal kurz durch.


Auf dem Weg zur Bushaltestelle musste ich ständig daran denken, dass ich gerade wegen einer Verspätung von drei Minuten bestraft worden war. Dabei hatte ich die Wohnung nicht einmal absichtlich zu spät verlassen. Ich hatte mich einfach ein wenig vertrödelt und geglaubt, dass drei Minuten keine Rolle spielen würden.

Offenbar spielten sie doch eine Rolle. Ich nahm an, dass ich sogar wegen einer Verspätung von lediglich einer Minute eine Strafe kassiert hätte.


Kurz nachdem ich die Haltestelle erreicht hatte, hielt auch schon der Bus.

Während der Fahrt versuchte ich, mich auf etwas Anderes zu konzentrieren. Es gelang mir nicht besonders gut. Immer wieder wanderte meine Hand zu meinem Hals, obwohl ich inzwischen wusste, dass ich dadurch ohnehin nichts erreichen würde.

In der Innenstadt angekommen, ging ich zuerst zu einem Blumenladen. Ich erklärte der Verkäuferin, dass ich fünf gelbe Blumen brauchte, und entschied mich schließlich für Gerbera, die sie mir in Papier wickelte.



Danach hatte ich noch genügend Zeit, bis ich mich auf den Heimweg machen musste. Also lief ich ein wenig durch die Fußgängerzone, ohne eigentlich ein bestimmtes Ziel zu haben. Nach dem ganzen Ärger der letzten Stunden tat es sogar gut, zwischen den anderen Menschen herumzulaufen und für einige Minuten so zu tun, als wäre alles normal.

An einem kleinen Stand blieb ich stehen, weil dort etwas verkauft wurde, das ausgesprochen lecker roch. Ich sah mir das Angebot an, entschied mich schließlich für eine Portion und ließ sie mir einpacken. Ich nahm die Tüte in die Hand und ging weiter.

Essen wollte ich später in meiner Wohnung. Im Augenblick musste ich erst einmal dafür sorgen, dass ich rechtzeitig zurückkam.

Ich erreichte die Bushaltestelle und musste zusehen, wie mein Bus gerade abfuhr.

„Na super.“

Ich sah auf die Uhr und anschließend auf den Fahrplan. Der nächste Bus würde in knapp dreißig Minuten kommen. Wenn ich wartete, würde ich immer noch rechtzeitig nach Hause kommen, aber der Zeitpuffer, den ich einkalkuliert hatte, wäre praktisch verschwunden.

In dem Moment rollte ein Taxi langsam an der Haltestelle vorbei.

Ich hob die Hand. Warum sollte ich fast eine halbe Stunde warten und am Ende noch riskieren, zu spät zuhause anzukommen? Ich hatte die Aufgabe erfüllt. Ich war mit dem Bus in die Stadt gefahren, hatte die Blumen gekauft und würde rechtzeitig zurück sein.

Das Taxi hielt, ich öffnete die Beifahrertür und stieg ein.

„Wohin soll‘s gehen?“, fragte der Fahrer.

Ich nannte ihm meine Adresse und er fuhr los.

Als wir an einer roten Ampel anhalten mussten, kam der nächste Stromstoß.

Der war so schmerzhaft, dass ich ein lautes „Aah!“ unmöglich zurückhalten konnte.

Ich presste die Hand an meinen Hals.

Der Fahrer sah mich irritiert an. „Alles okay?“

„Ja“, antwortete ich schnell. Wahrscheinlich etwas zu schnell.

Mein Handy vibrierte und ich zog es heraus.


Unerlaubte Handlung erkannt.

Eignungswert: 11 %

Korrektur-Level der Einheit: 3


Unerlaubte Handlung? Weil ich mir erlaubt hatte, ein Taxi zu nehmen, um schneller heimzukommen?

Okay. In der Aufgabe hatte es geheißen, ich solle für Hin- und Rückfahrt den Bus benutzen.

Mir wurde klar, dass ich die Aufgaben, die man mir gab, stets ganz genau zu befolgen hatte. Ich musste auf jedes einzelne Wort achten.

Das Halsband war wieder ein bisschen enger geworden. Inzwischen fühlte es sich richtig unangenehm an. Es drückte permanent gegen meinen Kehlkopf und ich wollte nicht einmal mehr daran denken, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn noch ein weiteres Korrektur-Level dazukam.

Ich sagte während der restlichen Fahrt kein Wort.



Endlich hielten wir vor meiner Wohnung. Ich bezahlte den Fahrer, bedankte mich und stieg aus.

In der Küche legte ich die Blumen und die Tüte mit meinem Essen auf den Tisch.

Ich zog gerade meine Jacke aus, als mir das Vibrieren meines Smartphones den Empfang einer weiteren Nachricht signalisierte.


Neue Aufgabe zugewiesen:

Füllen Sie eine Vase zu 3/4 mit Wasser.

Stecken Sie die gelben Blumen hinein.

Stellen Sie die Vase in Ihrem Wohnzimmer auf die Fensterbank.

Machen Sie ein Foto davon.

Schicken Sie das Foto anschließend an die bekannte Nummer.


Obwohl keine Frist angegeben war, entschied ich mich dazu, diese Aufgabe sofort zu erledigen. Das heißt, ich behielt meine Sneaker vorerst an und holte eine Vase aus dem Schrank.

Diese füllte ich zu ungefähr drei Vierteln mit Wasser. Dann betrachtete ich den Wasserstand.

„Sind das drei Viertel?“

Ich gab noch einen Schluck dazu.

Nun sah es nach etwas zu viel aus.

„Oh Mist.“

Vorsichtig goss ich ein paar Tropfen ins Spülbecken.

Dann betrachtete ich den Wasserstand erneut.

„So müsste es passen.“

Ich steckte die fünf Gerbera hinein und trug die Vase ins Wohnzimmer. Dort stellte ich sie auf die Fensterbank, nahm mein Smartphone, machte das verlangte Foto und schickte es ab.

Die Antwort kam umgehend.


Aufgabe korrekt abgeschlossen.

Eignungswert: 14 %

Korrektur-Level der Einheit: 2


Gleichzeitig spürte ich eine Veränderung an meinem Hals. Das Halsband wurde etwas weiter. Zwar nicht viel, aber dennoch eindeutig.

Ich blieb einen Moment lang reglos stehen.

Das Halsband konnte also nicht nur bestrafen, sondern auch den Zustand wieder verbessern. Und mir fiel auf, dass ich die Veränderung tatsächlich als eine Art Belohnung empfand.

Ich setzte mich auf das Sofa.

Der Gedanke gefiel mir nicht. War ich gerade ernsthaft der Meinung, dass es eine Belohnung war, wenn das Halsband weniger unangenehm saß? Ich schüttelte den Kopf.

„Das ist doch verrückt.“

Und trotzdem war da noch etwas anderes: Ich hoffte, bald wieder eine Aufgabe zu bekommen.

Ich brauchte dringend eine Zigarette. Also ging ich raus auf meinen Balkon.



Etwa fünfzehn Minuten später saß ich an meinem Küchentisch, vor mir ein Teller mit dem Essen, das ich mir in der Stadt gekauft hatte, und ein Glas Cola.

Es schmeckte genauso lecker, wie es an dem Stand gerochen hatte.

Ich versuchte, mich darauf zu konzentrieren, aber immer wieder wanderte eine meiner Hände zu meinem Hals. Mal war es die rechte, mal die linke. Ich bemerkte es jedes Mal erst, nachdem meine Finger bereits auf dem gebürsteten Edelstahl lagen.

Mein Handy klingelte und ich schaute auf das Display. Es war mein Freund.

„Hi Schnuckel“, begrüßte ich ihn.

„Hey. Na, was machst du?“

„Ich esse gerade.“

Wir unterhielten uns ein paar Minuten lang über relativ belanglose Dinge, bevor er mich fragte, ob wir uns später in dem Café treffen wollten, in dem wir uns bisher schon dreimal getroffen hatten.

Ich sagte zu.

Nachdem wir uns verabschiedet hatten, legte ich das Handy auf den Tisch und hielt einen Moment inne.

War das gerade wirklich eine gute Idee gewesen?

Schließlich hatte ich keine Ahnung, was heute noch alles passieren, was für Aufgaben ich noch erhalten würde. Und jetzt sollte ich mich später mit meinem Freund treffen und dabei so tun, als wäre alles vollkommen normal.

Das dürfte schwierig werden. Das breite Edelstahlband an meinem Hals war schließlich nicht zu übersehen. Also würde er mit Sicherheit Fragen darüber stellen. Fragen, auf die ich genau genommen zurzeit noch überhaupt keine Antworten parat hatte.

Wir waren erst seit fünf Wochen zusammen und ich wollte nicht riskieren, dass er mich für einen Freak hielt. Denn er war wirklich süß und ich hätte ihn gerne behalten.

Ich beschloss, mir später weiter darüber den Kopf zu zerbrechen und aß erstmal auf.

Mein Smartphone vibrierte schon wieder. Ich nahm es in die Hand und las.


Neue Aufgabe zugewiesen:

Tragen Sie für den Rest des Tages ausschließlich schwarze Kleidung.

Machen Sie zu jeder vollen Stunde ein Foto von Ihrem gegenwärtigen Outfit.

Schicken Sie die Fotos jeweils umgehend an die bekannte Telefonnummer.


Dann musste ich tatsächlich kurz lachen.

„Na gut. Wenn’s weiter nichts ist.“

Schwarze Kleidung anzuziehen war nun wirklich kein großer Aufwand. Davon besaß ich genug.

Ich ging ins Schlafzimmer, um mich umzuziehen. Zuerst schlüpfte ich in einen schwarzen Slip und den passenden BH. Dazu eine schwarze Nylonstrumpfhose. Anschließend öffnete ich meinen Kleiderschrank.

Zwischen mehreren Oberteilen fiel mein Blick auf einen schwarzen Rollkragenpullover, den ich erst vor kurzem gekauft hatte. Ich nahm ihn heraus. Der Kragen mochte hoch genug sein, um das Halsband vollständig zu verdecken.

„Moment mal…“

Ich dachte an das spätere Treffen mit meinem Freund und dass es für mich unangenehm wäre, wenn er das Halsband sah. Und plötzlich bekam ich eine Aufgabe, die dieses Problem für mich löste?

Woher sollten sie wissen, dass ich diesen Pullover besaß? Oder dass ich mich heute noch mit meinem Freund treffen wollte?

Vielleicht war es Zufall. Nein, bestimmt war es Zufall. Eigentlich konnte es bloß ein Zufall sein. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto weniger fühlte es sich danach an.

Ich zog den Pullover an und nahm einen schwarzen Rock aus dem Schrank.

Anschließend ging ich zur Garderobe und steckte meine Füße in ein Paar schwarze Lederstiefel. Vor dem Spiegel strich ich den Pulli und den Rock glatt.

Der Rollkragen verdeckte das Halsband tatsächlich vollständig.

Ich betrachtete mich noch einmal im Spiegel. Von dem Metall war nichts mehr zu sehen. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich selbst geglaubt, dass ich einfach nur einen schwarzen Rollkragenpullover trug.

Und genau das war der Moment, in dem mir der Gedanke kam, dass ich vielleicht besser nicht darüber nachdenken sollte, warum diese Aufgabe ausgerechnet heute Nachmittag gekommen war.

Ich nahm mein Smartphone und sah auf die Uhr.

Noch war alles normal.

Zumindest hatte es den Anschein.

--Fortsetzung folgt--

DarkO

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 21.08.26 um 23:22 geändert
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windelfohlen
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  RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:11.08.26 16:26 IP: gespeichert Moderator melden


sehr interessan, ich glaube nicht nur unsere Protagonistin würde es wunder nehmen was passiert bei 0% passieren würde.
Ich glaube dann wäre sie wirklich frei, das wäre dann sehr Perfide, man möchte die enge loswerden und wird gehorsam.
Oh man jetzt geht mein Kopfkino mit mir durch.

Gespannt was unsere Namenlose noch alles erlebt.
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Hans Bell Volljährigkeit geprüft
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OWL


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  RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:16.08.26 04:09 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo DarkO,

sehr schöne Geschichte. Es ist immer wieder bewundernswert, zu erleben, wie sich jemand in eine Rolle einfügt. Die kleinen Brücken, die gebaut werden, um es nicht allzu schwer zu machen, wie der Rollkragenpullover, sind dabei eine gute Hilfe.

Sicher hatte sie ihn sich gekauft, weil ihr neuer Freund so ein Kleidungsstück schön findet, sich dann aber mit dem sehr engen Kragen nicht anfreunden können. Jetzt, mit dem Ring war es kein Problem mehr diesen Pullover zu tragen, denke ich mal.

Ich freue mich auf die Fortsetzung.
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DarkO
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  RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:19.08.26 19:29 IP: gespeichert Moderator melden


Vielen Dank für die Kommentare.



Kapitel 3 – Der Abend

Ich spürte das Verlangen nach einer Zigarette. Also zog ich auch noch meine schwarze Lederjacke an, bevor ich den Flur verließ, ins Wohnzimmer ging und schließlich durch die Balkontür in die kühle Abendluft hinaustrat. Ich schloss die Tür hinter mir und setzte mich. Es war inzwischen etwas kälter geworden als noch am frühen Nachmittag, und ich zog den Reißverschluss meiner Jacke ein Stück höher.

Dann setzte ich mich auf den Balkonstuhl, legte mein Smartphone neben mich auf den Tisch und zündete mir eine Zigarette an. Der erste Zug war angenehm, und für einen Moment konzentrierte ich mich nur auf den Rauch, der langsam in der kühlen Luft verschwand.

Endlich ein paar Minuten, in denen ich keine Aufgabe dringend erledigen musste und in denen einfach mal gar nichts passierte. Ich lehnte mich zurück und versuchte, nicht über den gebürsteten Edelstahl an meinem Hals nachzudenken. Das war allerdings leichter gesagt als getan. Obwohl das Halsband vorhin wieder etwas weiter geworden war, spürte ich weiterhin einen ständigen, leicht unangenehmen Druck und beim Schlucken war ein kleiner Widerstand spürbar. Es fühlte sich zwar nicht mehr so unangenehm an wie während der Heimfahrt mit dem Taxi, aber dennoch lag es immer noch deutlich enger um meinen Hals als am Anfang.

Mein Blick fiel auf die Uhr meines Handys. Es war 16:23 Uhr.

Zu jeder vollen Stunde sollte ich ein Foto von meiner gegenwärtigen Kleidung machen und an die bekannte Nummer schicken. Das erste Foto war somit in genau siebenunddreißig Minuten fällig. Ich kannte mich inzwischen gut genug, um zu wissen, dass ich so etwas irgendwann vergessen würde, vor allem, wenn ich mich mit meinem Freund unterhielt. Also öffnete ich die Wecker-App und begann, mehrere Erinnerungen einzurichten: 17:00 Uhr, 18:00 Uhr, 19:00 Uhr, 20:00 Uhr und so weiter. Für den Rest des Tages sollte ich schwarze Kleidung tragen, das hieß: bis um 24:00 Uhr. Schließlich legte das Smartphone wieder auf den Tisch.

Ich nahm einen weiteren Zug von meiner Zigarette und betrachtete die fast leere Schachtel, die neben mir auf dem Tisch lag. Lediglich vier Stück befanden sich noch darin. Das würde für den Abend nicht reichen. Wenn ich mich später mit meinem Freund traf, wollte ich nicht plötzlich ohne Zigaretten dastehen. Da er nicht rauchte, würde ich mir von ihm auch keine schnorren können. Wenigstens hatte er kein Problem damit, dass ich Raucherin war. Bevor ich später in das Café ging, musste ich mir also unbedingt noch eine neue Packung besorgen.

Als ich die Zigarette im Aschenbecher ausgedrückt hatte und aufstehen wollte, vibrierte mein Telefon. Ich sah auf das Display.


Neue Aufgabe zugewiesen:

Wenn Sie heute noch Ihre Wohnung verlassen wollen, verwenden Sie keine Fahrzeuge.

Gehen Sie ausschließlich zu Fuß.



„Na toll.“

Ich lehnte mich wieder zurück und sah über die Balkonbrüstung hinunter auf den Parkplatz hinter dem Haus. Mit meinem Auto wäre ich in wenigen Minuten beim Café gewesen. Auch mit dem Bus wäre die Strecke kein Problem. Zu Fuß dagegen würde ich mindestens anderthalb Stunden brauchen, wahrscheinlich sogar etwas länger.

Bis zu meinem Treffen war noch genügend Zeit, aber plötzlich war der Abend deutlich komplizierter geworden. Wenn ich wirklich die ganze Strecke laufen musste, durfte ich nicht mehr allzu lange herumtrödeln. Außerdem hatte ich ja noch die Zigarette zu kaufen.

Ich wollte gerade aufstehen, als das Smartphone erneut vibrierte.

Ich sah auf das Display und glaubte zunächst, ich hätte die Nachricht falsch gelesen.


Neue Aufgabe zugewiesen:

Gehen Sie zu einem Supermarkt.

Kaufen Sie dort folgende Dinge:

6 Eier
4 Brötchen
1 Liter Milch
1 Packung Margarine
1 Glas Marmelade
1 Packung Schinken
1 Packung Käse
1 Artikel Ihrer Wahl.

Fotografieren Sie anschließend den Kassenbon und schicken Sie das Bild an die bekannte Nummer.


Ich starrte auf die Einkaufsliste, dann auf meine Zigarettenschachtel. Und wieder auf die Nachricht.

Für ein paar Sekunden saß ich einfach nur da.

Gerade eben hatte ich selbst darüber nachgedacht, dass ich vor dem Treffen mit meinem Freund noch Zigaretten kaufen musste. Ich hatte das nicht ausgesprochen. Ich hatte nicht mit jemandem telefoniert und darüber gesprochen. Ich hatte nicht einmal eine Nachricht geschrieben. Ich hatte lediglich auf meine fast leere Schachtel geschaut und für mich selbst festgestellt, dass ich Nachschub brauchte.

Und jetzt bekam ich eine Aufgabe, die mich ausgerechnet zu einem Supermarkt schickte.

„Moment mal.“

Der Gedanke, der mir in dem Augenblick durch den Kopf ging, gefiel mir überhaupt nicht.

„Kann das Ding meine Gedanken lesen?“

Ich schüttelte sofort den Kopf. Das war natürlich Unsinn. Gedanken lesen. So etwas gab es nicht. Zumindest nicht bei einem Halsband, das aussah wie ein besonders hochwertiges Schmuckstück.

Aber dann musste ich wieder an den schwarzen Rollkragenpullover denken.

Wer auch immer dahinter steckte, hatte mir am Nachmittag befohlen, für den Rest des Tages schwarze Kleidung zu tragen. Zufällig besaß ich einen schwarzen Rollkragenpullover, der das Halsband vollständig verdeckte. Und jetzt bekam ich eine Aufgabe, die mich ausgerechnet zu einem Supermarkt schickte, obwohl ich gerade selbst beschlossen hatte, dass ich dort Zigaretten kaufen musste.

Zwei Zufälle.

Eigentlich sogar drei, wenn ich das Treffen mit meinem Freund mitzählte. Ich hatte mich bereits mit ihm verabredet, und nun war ausgerechnet für diesen Abend die schwarze Kleidung vorgeschrieben worden, mit der sich das Halsband perfekt verstecken ließ, was mich vor unangenehmen Fragen bewahrte.

Ich lehnte mich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. Das konnte doch nicht mehr als ein paar harmlose Zufälle sein.

Oder?

„Nein“, sagte ich schließlich leise. „Das ist doch bescheuert.“ Trotzdem bekam ich das ungute Gefühl nicht los. Ich sah wieder auf die Einkaufsliste. Die meisten Dinge konnte ich tatsächlich gebrauchen. Eier, Milch, Käse und die anderen Sachen waren nichts Ungewöhnliches. Offenbar sollte ich einfach einen ganz normalen Einkauf erledigen.

Dann blieb mein Blick an der letzten Zeile hängen. 1 Artikel Ihrer Wahl.

„Na schön.“

Einen Artikel durfte ich mir also selbst aussuchen. Zigaretten wären das Naheliegendste, schließlich waren meine fast leer.

Ich stand auf und ging wieder nach drinnen. Auf dem Weg zur Garderobe blieb ich kurz stehen und sah auf die Uhr. Wenn ich die Strecke zum Café zu Fuß zurücklegen musste und vorher noch den Supermarkt aufsuchen sollte, durfte ich nicht zu viel Zeit verlieren.

Da ich nicht mit dem Auto zum Einkaufen fahren durfte, brauchte ich eine Tasche, um die Sachen nach Hause zu transportieren. Im Flur nahm ich meinen Rucksack, der zufällig ebenfalls schwarz war, aus der Garderobe und öffnete ihn, um nachzusehen, ob noch irgendetwas darin lag. Er war leer, also steckte ich mein Portemonnaie hinein und nahm ihn auf die Schultern.

Noch einmal kontrollierte ich meine Kleidung. Schwarze Stiefel, schwarze Strumpfhose, schwarzer Rock, schwarzer Rollkragenpullover, schwarze Lederjacke. Die Aufgabe war erfüllt. Also musste ich keine Bestrafung befürchten, wenn ich dann das Selfie abschickte.

Ich steckte meinen Schlüsselbund in die Jackentasche, nahm das Smartphone und schaute noch einmal auf die Uhr. Es war inzwischen 16:37 Uhr. Ich hatte also noch dreiundzwanzig Minuten Zeit, bis ich das Foto von meinem Outfit machen musste.

„Das wird ja ein richtig entspannter Abend“, murmelte ich. Dann öffnete ich die Wohnungstür und machte mich auf den Weg.



Man hatte zwar keine Uhrzeit genannt, bis wann ich mit dem Einkauf zurück in meiner Wohnung sein musste, aber die ergab sich schlicht aus der Tatsache, dass ich mich um 19:30 Uhr mit meinem Freund verabredet hatte und zu Fuß bis zu dem Café anderthalb Stunden brauchte. Mindestens. Also musste ich spätestens um sechs dorthin aufbrechen. Vorher wollte ich mich noch ein wenig hübsch machen; zumindest dezentes Make-up und Lippenstift sollten es schon sein. Also beschleunigte ich meine Schritte.

Nach einigen Minuten kam ich an eine Kreuzung und überlegte kurz: „Ich könnte hier links abbiegen, da kommt in etwa zweihundert Metern ein Lidl. Aber zählt ein Discounter auch als Supermarkt? In der Aufgabe steht schließlich ausdrücklich ‚Supermarkt‘. Meiner Meinung nach ist ein Discounter irgendwie auch ein Supermarkt, aber was, wenn sie das anders sehen?“ Ich schüttele den Kopf. „Lieber laufe ich geradeaus weiter bis zum Edeka. Das dauert zwar leider ein paar Minuten länger, aber dafür riskiere ich wenigstens keine Strafe.“

Ich ging weiter geradeaus.

Je näher ich dem Supermarkt kam, desto häufiger sah ich auf die Uhr. Als ich schließlich den Eingang erreichte, war es bereits kurz vor fünf. Bis ich mich selbst fotografieren musste, blieben noch vier Minuten.

Nachdem ich mir einen Einkaufswagen geholt hatte, ging ich hinein und prüfte noch einmal die Einkaufsliste. Sechs Eier, ein Liter Milch, eine Packung Margarine, ein Glas Marmelade, eine Packung Schinken, eine Packung Käse und vier Brötchen. Dazu ein Artikel meiner Wahl.

Ich steckte das Smartphone wieder ein und begann, die Sachen zusammenzusuchen.

Meine erste Station war das Regal mit den Eiern. Ich wählte einen Karton mit sechs Stück und legte ihn vorsichtig in den Einkaufswagen. Bei den Brötchen nahm ich vier davon aus der Auslage und packte sie in eine kleine Papiertüte.

Gerade stand ich vor dem Marmeladenregal und überlegte, welche Sorte ich nehmen sollte, als der Alarm meines Smartphones losging.

Ich zog das Handy aus meiner Jackentasche und aktivierte die Kamera. Für einen Moment hielt ich es einfach vor mich, streckte die Arme aus und betrachtete das Display. Schnell wurde mir klar, dass das so nicht funktionierte. Entweder war mein Gesicht zu sehen und dafür nur ein Teil meiner Kleidung, oder ich bekam den Rock aufs Bild und dafür fehlte mein Kopf.

Ich sah mich kurz um. Niemand schien auf mich zu achten. Also stellte ich das Smartphone hochkant in das Regal, stellte den Selbstauslöser auf drei Sekunden und ging zwei Schritte zurück. Dann wartete ich, bis die Kamera ausgelöst hatte.

Dann nahm ich das Smartphone wieder an mich und betrachtete das Foto. Gesicht, Rollkragenpullover und Rock waren vollständig zu sehen. Auch die schwarze Lederjacke war zu erkennen. Das Bild schien mir in Ordnung zu sein, also schickte ich es ab und steckte das Smartphone wieder ein.

Nachdem ich ein Glas Erdbeerkonfitüre in den Einkaufswagen gelegt hatte, lief ich weiter. Danach kamen Milch und Margarine dazu. anschließend Käse und Schinken.

Schließlich durfte ich mir noch eine Sache aussuchen. Ich überlegte kurz. Eigentlich brauchte ich genau genommen zwei Dinge: Zigaretten und eine neue Packung Zucker für meinen Kaffee. Die Zuckerdose auf meinem Küchentisch war höchstens noch halbvoll.

Ich entschied mich für den Zucker. Zigaretten konnte ich auch später noch an der Tankstelle holen.

Damit war die Liste vollständig. Ich kontrollierte sie trotzdem noch einmal, weil ich inzwischen gelernt hatte, dass es keine besonders gute Idee war, mich bei den Aufgaben dieser Organisation ausschließlich auf mein Gedächtnis zu verlassen. Sechs Eier, ein Liter Milch, Margarine, Marmelade, Schinken, Käse, vier Brötchen und eine Packung Zucker. Alles war da.

Ich schob den Einkaufswagen zur Kasse und stellte mich an. Während ich langsam vorrückte, wartete ich eigentlich darauf, dass mein Smartphone endlich vibrierte. Das Foto von meinem Outfit hatte ich bereits vor einigen Minuten abgeschickt, aber bisher war keine Antwort gekommen. Immer wieder wanderte mein Blick zu meiner Jackentasche, obwohl ich natürlich wusste, dass das nichts brachte.

Bald war nur noch ein Kunde vor mir und das Handy blieb noch immer stumm. Unwillkürlich fasste ich an meinen Hals. Unter dem Rollkragen spürte ich die glatte Oberfläche des Halsbandes.

„Anscheinend sind sie mit dem Foto zufrieden.“

Wenn etwas nicht gepasst hätte, hätte ich es vermutlich längst bemerkt. Schließlich hatte ich inzwischen ausreichend Erfahrung damit, wie schnell das System auf einen Fehler meinerseits reagieren konnte. Ich ließ die Hand wieder sinken und schob den Einkaufswagen ein Stück weiter nach vorn.

Dann war ich an der Reihe. Ich nahm die Sachen aus dem Wagen und legte sie auf das Kassenband. Die Eier kamen zuletzt, damit sie möglichst wenig Gefahr liefen, zwischen den anderen Einkäufen zerdrückt zu werden. Der Kassierer zog einen Artikel nach dem anderen über den Scanner. Sobald er die einzelnen Sachen zur Seite geschoben hatte, packte ich sie direkt in meinen Rucksack. Die Milch und die anderen schwereren Sachen kamen nach unten, die Eier und die Brötchen nach oben. Als schließlich alles in meinem Rucksack verschwunden war, bezahlte ich und nahm den Kassenbon entgegen.

Ich trat ein Stück von der Kasse weg und zog mein Smartphone aus der Jackentasche. Den Kassenzettel zu fotografieren war schnell erledigt. Trotzdem kontrollierte ich das Bild noch einmal. Die Schrift war gut zu erkennen, also schickte ich es an die bekannte Nummer. Ohne auf die Antwort zu warten, steckte ich das Smartphone wieder ein, schulterte den Rucksack und nahm den leeren Einkaufswagen.

Draußen schob ich ihn zurück zu den anderen Einkaufswagen und wollte mich gerade auf den Weg zurück zu meiner Wohnung machen, als mein Smartphone vibrierte. Ich zog es wieder aus der Tasche und las die Nachricht.


Aufgabe korrekt abgeschlossen.

Eignungswert: 19 %

Korrektur-Level der Einheit: 1


Gleichzeitig bemerkte ich, dass das Halsband wieder etwas angenehmer an meinem Hals lag. Der Druck hatte noch ein wenig nachgelassen. Ich schob probeweise einen Finger unter den Rollkragen und stellte fest, dass die Polsterung tatsächlich wieder etwas lockerer saß.

Obwohl ich dieses verdammte Ding am liebsten sofort losgeworden wäre, konnte ich nicht leugnen, dass mich die Zahl auf dem Display ein wenig freute. Neunzehn Prozent. Damit lag mein aktueller Eignungswert jetzt sogar über den siebzehn Prozent, die ich zu Beginn gehabt hatte. Ich hatte keine Ahnung, was dieser Wert eigentlich bedeutete oder wie er berechnet wurde, aber offenbar machte ich zumindest nicht alles falsch.

Ich steckte das Smartphone wieder ein und sah auf die Uhr. Es war noch genügend Zeit. Wenn ich jetzt nicht zu viel trödelte, würde ich problemlos rechtzeitig zurück sein, um mich für mein Treffen fertig zu machen. Also ging ich los.

Der Rückweg kam mir deutlich kürzer vor als der Weg zum Supermarkt. Vielleicht lag es daran, dass ich nun wusste, wohin ich musste, vielleicht aber auch daran, dass ich mich inzwischen darauf freute, wieder in meiner Wohnung zu sein. Der Rucksack war nicht besonders schwer, und ich musste mich nicht beeilen. Trotzdem lief ich relativ zügig und warf zwischendurch immer wieder einen Blick auf mein Smartphone, nur um sicherzugehen.

Als ich schließlich meine Wohnung erreichte, stellte ich den Rucksack in der Küche auf den Tisch und begann, die Einkäufe auszupacken. Die Milch, die Margarine, den Schinken und den Käse legte ich in den Kühlschrank. Auch die Eier fanden dort ihren Platz. Die Marmelade stellte ich auf das Regal daneben, die Packung Zucker in den Küchenschrank. Die vier Brötchen verstaute ich in der kleinen Brotkiste auf der Arbeitsplatte.

Nachdem alles weggeräumt war, brachte ich den leeren Rucksack zurück in die Garderobe. Danach ging ich ins Badezimmer um mich für das Treffen mit meinem Freund noch ein wenig hübsch zu machen.

Viel wollte ich ohnehin nicht verändern. Ich löste den Messy Bun kurz, kämmte meine Haare mit den Fingern durch und band sie anschließend wieder zusammen. Ein paar lose Strähnen ließ ich absichtlich herausfallen. So gefiel es mir besser, als wenn alles vollkommen ordentlich gewesen wäre.

Danach kümmerte ich mich um mein Make-up. Nichts Aufwendiges, nur ein wenig, damit ich nicht so aussah, als käme ich gerade vom Einkaufen. Zum Schluss trug ich noch etwas Lippenstift auf und betrachtete mich im Spiegel.

Schwarzer Rollkragenpullover, schwarzer Rock, schwarze Lederjacke, schwarze Lederstiefel. Für das Date mit meinem Freund fehlte allerdings noch etwas.

„Vielleicht eine Halskette?“

Das ganze Schwarz wirkte tatsächlich ein wenig trist. Eine silberne Kette würde sich gut davon abheben. Ich ging zu der Kommode, auf der ich meinen Schmuck aufbewahrte, und öffnete die kleine Schublade.

„Hmm.“

Eigentlich hätte ich die silberne Kette genommen. Aber durfte ich das überhaupt? Ich hielt kurz inne.

„Ach, das ist doch Quatsch.“

Die Aufgabe lautete schließlich, schwarze Kleidung zu tragen. Schmuck war aber doch keine Kleidung. Außerdem war das Halsband selbst ja ebenfalls nicht schwarz.

Ich nahm die silberne Kette aus der Schublade und hängte sie mir um den Hals. Der Anhänger blieb auf dem schwarzen Stoff zwischen meinen Brüsten liegen und bildete einen kleinen hellen Kontrast zu dem ansonsten vollständig schwarzen Outfit.

Ich betrachtete mich noch einmal im Spiegel. So war es besser. Viel besser sogar.

Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass es inzwischen 17:48 Uhr war. Wenn ich jetzt gleich losging, anstatt vorher noch eine Zigarette zu rauchen, hatte ich noch genug Zeit, unterwegs an einer Tankstelle zwei Päckchen meiner Zigaretten zu kaufen und trotzdem pünktlich um halb acht am Café zu sein.

Ich griff nach meiner Jacke, überprüfte noch einmal kurz, ob mein Portemonnaie in der einen und mein Smartphone zusammen mit dem Schlüsselbund in der anderen Tasche steckte, und verließ die Wohnung.

Draußen war es inzwischen deutlich kühler geworden. Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke bis zum Hals hoch und machte mich auf den Weg. Die Strecke kannte ich gut, und zunächst kam ich ziemlich zügig voran. Trotzdem musste ich daran denken, dass ich die gesamte Strecke zu Fuß zurücklegen musste. Mit dem Auto wäre ich wahrscheinlich demnächst dort angekommen, aber darüber wollte ich lieber nicht nachdenken.

Kurz vor 18:00 Uhr bemerkte ich, dass es Zeit für das nächste Foto war. Ich blieb auf dem Gehweg stehen und sah mich suchend um. Irgendwo musste ich mein Smartphone abstellen können, ohne dass es anschließend auf dem Boden lag. Ein paar Meter weiter stand ein älterer Volvo am Straßenrand. Die Stoßstange war genau auf der richtigen Höhe.

Ich ging hinüber, stellte mein Smartphone darauf, aktivierte den Selbstauslöser und trat ein paar Schritte zurück. Drei Sekunden später war das Foto gemacht. Ich nahm das Handy wieder an mich und setzte meinen Weg fort.

Einige Minuten später erreichte ich die Tankstelle. Ich ging hinein und steuerte direkt die Kasse an. Dort verlangte ich zwei Päckchen meiner bevorzugten Zigarettenmarke und nahm dazu noch ein neues Feuerzeug.

Wieder draußen steckte ich die beiden Schachteln und das Feuerzeug in meine Jackentasche. Ich musste unwillkürlich lächeln. Wenigstens dieses kleine Problem war damit gelöst. Jetzt musste ich nur noch rechtzeitig zum Café kommen.

Ich setzte meinen Weg fort und achtete dabei gelegentlich auf die Uhr. Die Strecke zog sich langsam, aber ich hatte noch genügend Zeit. Das Halsband erinnerte mich bei jeder Bewegung daran, dass dieser Abend vermutlich nicht so normal verlaufen würde, wie ich es mir gewünscht hätte, doch zumindest hatte ich bisher keine weitere Aufgabe bekommen.

Beim nächsten Selfie hatte ich weniger Glück. Inzwischen standen am Straßenrand zwar wieder einige Autos, aber keines davon bot eine geeignete Stelle, auf der ich mein Telefon hätte abstellen können. Ich sah mich kurz um, zuckte schließlich mit den Schultern und aktivierte erneut den Selbstauslöser.

Diesmal legte ich das Smartphone einfach vor mir auf dem Gehweg ab, stellte mich gerade hin und wartete. Selfie war schließlich Selfie. Von einer bestimmten Perspektive hatte in der Aufgabe nichts gestanden.

Ich hob das Smartphone wieder auf, kontrollierte kurz das Foto und schickte es ab. Dann steckte ich es zurück in meine Jackentasche und ging weiter. Der nächste Abschnitt der Strecke führte mich an dem Rand eines Wohngebietes vorbei, in dem um diese Uhrzeit nur noch wenige Menschen unterwegs waren. Ich begann langsam zu überlegen, wie mein Abend wohl weitergehen würde und ob ich meinem Freund irgendwann erzählen sollte, was es mit dem Halsband auf sich hatte.

Als ich um 19:29 Uhr schließlich das Café erreichte, vibrierte plötzlich mein Handy. Ich hatte eine neue Nachricht bekommen.

--Fortsetzung folgt--

DarkO

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 21.08.26 um 17:27 geändert
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Dark Fangtasia
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Nur weil es Licht gibt bedeutet dies nicht, dass wir die Dunkelheit meiden müssen.

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  RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:20.08.26 13:01 IP: gespeichert Moderator melden


Bislang sind das schöne Kapitel und der Start in eine spannende Geschichte.
Ich freue mich auf das, was noch kommt.


Mein Vorstellungsbeitrag
Meine erste Geschichte: Magic Butterfly (beendet)
Meine 2. Geschichte: The Dragon Lady (unvollendet)
Meine 3. Geschichte: Eingesperrtes Verlangen (als Kurzgeschichte konzipiert - wird fortgeführt)
Meine 4. Geschichte: Das letzte Haar - Lilas radikale Transformation (beendet)
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DarkO
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  RE: Das Halsband (mit KI-Unterstützung) Datum:21.08.26 21:35 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 3 – Der Abend – Teil 2

„Oh nein!“, dachte ich frustriert. „Nicht ausgerechnet jetzt schon wieder eine Nachricht, die mir sagt, dass ich irgendetwas Komisches machen soll.“

Entsprechend genervt zog ich es aus der Jackentasche und sah auf das Display. Doch anstelle einer neuen Aufgabe stand dort:


Hallo Maus! Leider schaffe ich es nicht pünktlich. Ich musste noch einkaufen und komme etwa fünf bis zehn Minuten später. Sorry! 😘


Ich starrte einen Moment auf die Nachricht und musste kurz lachen.

„Na super.“

Ich steckte das Smartphone wieder ein, öffnete eine der beiden Packungen, die ich vorher an der Tankstelle gekauft hatte, und zündete mir eine Zigarette an.

Als ich sie zu Ende geraucht hatte, drückte ich den Zigarettenstummel im Aschenbecher neben der Eingangstür des Cafés aus und steckte anschließend beide Hände in die Taschen meiner Lederjacke. Dann lehnte ich mich entspannt gegen die Hauswand und beobachtete die Straße. Lange musste ich nicht warten, denn wenig später kam mein Freund um die Ecke gelaufen.

„Hi! Nochmals sorry, dass du warten musstest.“

„Aber du weißt schon, dass man schöne Frauen nicht warten lassen soll?“, gab ich keck zurück und zwinkerte ihm zu. „Passt schon, alles gut. So konnte ich wenigstens in Ruhe eine Zigarette genießen, ohne dass du mich dabei mit deinem Können-wir-bitte-wieder-reingehen-Blick anschaust.“

Er sah mich entrüstet an. „Ich habe keinen solchen Blick.“

„Oh doch. Den hast du.“

„Und du weißt ganz genau, dass ich nicht gerne draußen herumstehe, wenn es kalt ist.“

„Dann hast du heute Pech gehabt. Außer du bleibst einfach kurz drinnen, während ich zum Rauchen rausgehe.“

Gemeinsam gingen wir hinein. Das Café war gut besucht, deutlich voller, als ich erwartet hatte. An den meisten Tischen saßen bereits Gäste, und von der Theke drangen das Klappern von Gläsern und Geschirr und das gedämpfte Stimmengewirr der anderen Gäste herüber.

„Ganz schön voll“, sagte ich und sah mich um.

„Deshalb habe ich ja reserviert.“

Ich drehte mich zu ihm um. „Du hast reserviert?“

„Natürlich.“

„Seit wann bist du denn so organisiert?“

„Seit ich gemerkt habe, dass es ziemlich blöd wäre, mit meiner Freundin hier aufzuschlagen und dann keinen Tisch zu bekommen.“

„Aha. Es geht also gar nicht um mich, sondern nur darum, dass du nicht doof dastehen willst“, sagte ich mit gespielter Entrüstung.

„Das eine schließt das andere doch nicht aus.“

Ich musste lachen. „Na gut. Punkt für dich.“

Er führte mich zu einem kleinen Tisch etwas abseits der Theke. Darauf stand ein kleines Schildchen mit seinem Namen. Ich setzte mich ihm gegenüber und strich den Rock unter mir glatt, während er den Stuhl zurückschob und sich ebenfalls setzte.

Wir bestellten uns beide einen Cocktail und lehnten uns zurück. Als die Bedienung gegangen war, sah er mich einen Moment lang an und grinste.

„Was ist?“, fragte ich.

„Ich darf dich doch angucken.“

„Natürlich darfst du das.“

Ich lächelte und nahm seine Hand, die noch auf dem Tisch lag. Es tat gut, einfach hier zu sitzen. Nach dem ganzen merkwürdigen Tag fühlte sich dieser Abend plötzlich erstaunlich normal an.

Mein Freund fragte mich, was ich an dem Tag alles unternommen hatte und ich erzählte es ihm. Natürlich erwähnte ich das Halsband dabei nicht.

Zwischendurch wurden unsere Cocktails serviert.

Schließlich sagte ich: „Siehst du, ich war vor unserem Treffen auch noch kurz einkaufen. Aber ich habe es trotzdem geschafft, pünktlich hier zu sein.“

„Dann bist du wohl noch besser organisiert als ich.“

Beinahe hätte ich laut gelacht. Ich konnte ihm schlecht sagen, dass ich eine Einkaufsliste zugeschickt bekommen hatte und man mich praktisch dazu gezwungen hatte, den Einkauf noch vor unserem Treffen zu erledigen. Somit hatte ausgerechnet das Halsband dafür gesorgt, dass ich etwas erledigt hatte, woran ich sonst wahrscheinlich wieder einmal nicht rechtzeitig gedacht hätte. Ich nahm mein Smartphone und sah auf die Uhr. Demnächst wäre es Zeit für das nächste Selfie.

Mir kam eine Idee, wie ich das fällige Foto von mir und meiner Kleidung machen konnte, ohne dass mein Freund mich dabei komisch ansah oder mich fragte, warum ich mich selbst fotografierte und dann auch noch so umständlich.

„Ich bin gleich wieder da“, sagte ich und stand auf.

Ich verschwand zur Toilette, und der entsprechende Wecker klingelte tatsächlich genau in dem Moment, als die Tür zur Damentoilette hinter mir ins Schloss fiel. Ich stellte mich mit etwas Abstand vor den Spiegel, hielt das Smartphone hochkant und machte das Foto. Anschließend kontrollierte ich kurz, ob mein Gesicht, der schwarze Rollkragenpullover und der Rock vollständig auf dem Bild zu sehen waren, und schickte es an die bekannte Nummer.

Dann dachte ich mir: „Wenn ich schon mal hier bin, könnte ich auch noch schnell pinkeln.“

Also ging ich in eine der Kabinen, um mich zu erleichtern.

Während ich mir danach die Hände wusch, ging mir wieder durch den Kopf, dass ich jederzeit mit einer neuen Aufgabe rechnen musste. Seit der letzten Nachricht war bereits einige Zeit vergangen, und bisher war nichts gekommen. Vielleicht würde ich den restlichen Abend tatsächlich in Ruhe verbringen können. Andererseits hatte ich inzwischen gelernt, dass das System sich offenbar nicht für meinen Zeitplan interessierte und jeden Augenblick eine neue Anweisung auf meinem Smartphone erscheinen konnte.

Ich fragte mich, was als Nächstes kommen würde. Eine weitere völlig harmlose Aufgabe wie die mit den Blumen? Etwas, das ich sofort machen konnte? Oder etwas, bei dem ich meinem Freund dann erklären musste, warum ich plötzlich mitten im Gespräch aufstand und wegging?

Genau davor hatte ich eigentlich am meisten Angst. Ich konnte ja schließlich schlecht zu ihm sagen: Entschuldige, ich muss mal eben etwas erledigen, weil jemand unbekanntes mir gerade eine Aufgabe geschickt hat. Spätestens dann würde er wahrscheinlich wissen wollen, was eigentlich mit mir los war.



Ich ging zurück zu unserem Tisch und setzte mich wieder. Während ich meinen Cocktail in die Hand nahm hoffte ich, dass die nächste Aufgabe erst kam, wenn ich wieder zu Hause war.

Der Gedanke war kaum zu Ende gedacht, da musste ich über mich selbst den Kopf schütteln. Noch vor wenigen Stunden hätte ich alles dafür gegeben, wenn dieses verdammte Halsband einfach überhaupt keine Aufgaben mehr geschickt hätte. Jetzt hoffte ich bereits darauf, dass die nächste Nachricht wenigstens zu einem Zeitpunkt kam, an dem ich sie problemlos erledigen konnte.

Die Alternative war, einfach sitzen zu bleiben und eine Bestrafung durch das Halsband in Kauf zu nehmen. Allerdings würde das Ding dann wahrscheinlich so lange schrittweise immer enger werden, bis ich keine andere Wahl mehr hatte.

Mein Freund strich mit dem Daumen einmal über meinen Handrücken und sah mich einen Moment lang einfach nur an.

„Ich hatte vorhin schon befürchtet, dass unser Abend ins Wasser fällt, nachdem ich mich auch noch verspätet hatte. Schließlich sollte man schöne Frauen nicht warten lassen.“

„Du hast es ja noch geschafft“, meinte ich beschwichtigend.

„Ja, aber mit fünf Minuten Verspätung.“

„Nein. Es waren sieben“, korrigierte ich ihn grinsend.

Er lachte. „Sieben Minuten. Dann sind es eben sieben. Sieben Minuten, in denen du deinem Laster frönen konntest. Außerdem habe ich uns einen Tisch reserviert.“

Ich hob gespielt böse blickend den Zeigefinger. „Das rettet dich gerade noch einmal.“

Dann musste ich ebenfalls lachen und nahm einen Schluck von meinem Cocktail. Dabei merkte ich, dass ich inzwischen richtig Hunger bekommen hatte. Nach dem ganzen Herumlaufen am Nachmittag und dem langen Fußweg zum Café war das auch kein Wunder. Ich nahm die Speisekarte zur Hand und begann, die verschiedenen Gerichte zu überfliegen. Vieles klang gut, was die Entscheidung nicht gerade einfacher machte.

Auch mein Freund warf einen Blick auf die Karte und entschied sich schließlich für etwas zu essen. Als er bemerkte, dass ich noch immer zwischen mehreren Gerichten schwankte, grinste er.

„Hoffentlich brauchst du nicht wieder eine halbe Stunde, um dich zu entscheiden, wie bei unserem ersten Date.“

„Ich bin eben sehr wählerisch. Deshalb habe ich dir ja auch keinen Korb gegeben, wie den anderen beiden Jungs und dem einen Mädel, als du mich damals auf der Party angesprochen hattest. Also sei mal lieber froh, dass ich so bin.“

Er musste lachen und legte die Speisekarte schließlich zur Seite. Wenig später kam die Bedienung an unseren Tisch, und wir gaben unsere Bestellung auf.

Danach lehnten wir uns wieder zurück und unterhielten uns weiter, während wir auf unser Essen warteten. Das Gespräch drehte sich irgendwann um irgendwelche Kleinigkeiten, die wahrscheinlich für niemanden außer uns interessant gewesen wären, aber genau das gefiel mir. Ich musste nicht darüber nachdenken, was ich sagen sollte, und konnte für eine Weile tatsächlich vergessen, dass ich ein elektronisches Halsband unter meinem Rollkragen trug.

Das Essen kam wenig später, und wir widmeten uns zunächst unseren Tellern. Ich hatte inzwischen wirklich großen Hunger und stellte fest, dass ich die richtige Wahl getroffen hatte. Wir unterhielten uns trotzdem weiter, machten zwischendurch ein paar Bemerkungen über das Essen und lachten über irgendeine Geschichte, die er mir erzählte. Es war ein ganz normaler Abend, und genau das war vermutlich das Schönste daran.

Nachdem wir aufgegessen hatten, bestellten wir noch eine zweite Runde Cocktails. Ich ließ den Blick durch das gut besuchte Café schweifen. Draußen war es längst dunkel, und in den Fenstern spiegelte sich das warme Licht aus dem Inneren. Ich mochte diese Atmosphäre. Für einen Moment kam mir der Gedanke, dass ich den ganzen Tag vielleicht einfach vergessen konnte.

Aber natürlich konnte ich das nicht.



Während wir uns unterhielten, fiel mir irgendwann wieder ein, dass ich nach dem Café den gesamten Weg zu meiner Wohnung zu Fuß zurücklegen musste. Anderthalb Stunden. Mindestens. Und das in der Dunkelheit.

Der Gedanke gefiel mir nicht besonders. Natürlich war ich eine erwachsene Frau und durchaus in der Lage, mich alleine zu Fuß durch die Stadt zu bewegen. Trotzdem war ich eben eine Frau, die nachts allein unterwegs sein würde. Man hörte schließlich immer wieder von jungen Frauen, die auf dem Heimweg überfallen oder vergewaltigt worden waren. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, was alles passieren könnte, wenn ich irgendwo in einer dunklen Seitenstraße unterwegs war.

Vielleicht sollte ich meinen Freund einfach bitten, mich nach Hause zu begleiten. Das wäre eigentlich die vernünftigste Lösung.

Gleichzeitig stellte sich sofort das nächste Problem ein. Irgendwann während des Weges würde mein Wecker klingeln und ich müsste wieder ein Foto von meinem Outfit machen. Und dann würde ich mitten auf dem Gehweg stehen bleiben, mein Smartphone irgendwo auf einer Mauer, einem Auto oder notfalls auf dem Boden platzieren und ein Foto von mir machen.

Und was sage ich ihm dann? Ich konnte ihm ja doch schlecht erklären, dass ich das regelmäßig machen musste, weil ich ansonsten Ärger mit einem elektronischen Halsband bekam, das ich nicht abnehmen konnte.

Ich nahm einen Schluck von meinem Cocktail und beschloss, mir darüber erst dann Gedanken zu machen, wenn es tatsächlich so weit war. Vielleicht ergab sich bis dahin ja noch eine andere Lösung. Und vielleicht bekam ich bis dahin auch keine neue Aufgabe mehr.

Mein Freund beugte sich nach vorne und blickte mich lächelnd an. „Du bist so still, Maus. An was denkst du denn gerade?“

Ich lehnte mich ebenfalls vor und erwiderte sein Lächeln. „Daran, wie schön es ist, gerade mit dir hier in dem Café zu sitzen.“

Er lächelte und nahm meine Hand. „Das freut mich. Und ehrlich gesagt bin ich gerade auch ziemlich froh, dass wir gemeinsam hier sitzen.“

„Du könntest meine Gesellschaft noch eine Weile länger genießen, wenn du mich nachher zu Fuß zu meiner Wohnung begleitest.“

„Selbstverständlich bringe ich dich gerne heim. Aber wieso zu Fuß? Ich kann dich doch auch schnell mit dem Auto nach Hause fahren.“

Richtig. Das könnte er. Aber dann würde ich mich nicht an die Vorgabe halten, für den Rest des Tages keine Fahrzeuge zu benutzen.

Ich schüttelte den Kopf. „Das halte ich für keine gute Idee. Du hast doch auch schon etwas getrunken und solltest dein Auto lieber stehenlassen. Ich stelle mir das eigentlich sehr romantisch vor. Wir beide, Hand in Hand, über uns der klare Sternenhimmel…“

Mein Freund lachte. „Schon gut. Du hast mich überzeugt.“

„Das ist schön“, gab ich lächelnd zurück. „Ich zahle dir dann auch das Taxi nach Hause.“



Mein Blick fiel auf mein Smartphone. Die nächste volle Stunde rückte näher, und damit auch das nächste Foto. Wenigstens musste ich diesmal nicht erst überlegen, wie ich das bewerkstelligen konnte. Ich hatte ohnehin wieder Lust auf eine Zigarette.

„Ich würde gerne kurz eine rauchen gehen. Du kannst gerne solange hier sitzen bleiben. Das wäre mir sogar lieber, bevor du wieder diesen ungeduldigen Blick kriegst.“

Er musste lachen. „Aber ich habe doch keinen ungeduldigen Blick.“

„Doch, den hast du. Du schaust dann nämlich ungefähr so.“ erwiderte ich amüsiert und zog eine übertriebene Grimasse, die entfernt dem Gesichtsausdruck ähnelte, den er meistens hatte, während er darauf wartete, dass ich meine Zigarette endlich ausdrückte.

Ich stand auf und griff nach meiner Jacke. „Ich bin gleich wieder da.“

„Okay.“

Ich zog die Jacke an und steckte mein Smartphone ein. Während ich zur Tür ging, spürte ich bereits die vertraute Anspannung, die sich immer kurz vor einer vollen Stunde einstellte.

Vor dem Café blieb ich stehen und sah mich nach einer geeigneten Stelle um, wo ich mein Handy für das Foto platzieren konnte. Direkt neben dem Eingang befand sich eine niedrige Mauer. Die war perfekt. Ich stellte es hochkant darauf, aktivierte den Selbstauslöser und trat ein paar Schritte zurück.

Drei Sekunden später war das Foto gemacht.

Ich ging zurück zur Mauer, nahm mein Smartphone und kontrollierte das Bild. Alles Wichtige war drauf. Also schickte ich es an die bekannte Nummer und steckte das Telefon wieder in meine Jackentasche.

Dann holte ich eine Zigarette aus der Packung und zündete sie an.

In den paar Minuten, in denen ich rauchte, dachte ich an gar nichts. Keine Aufgaben, keine Zahlen, kein Korrektur-Level.

Na gut. Fast an nichts. Natürlich spürte ich nach wie vor den leichten Druck an meinen Hals und irgendwo in meinem Hinterkopf blieb die Frage, wann mein Smartphone wieder vibrieren würde.

Und vor allem, was dann auf dem Display stehen würde.

Ich nahm einen weiteren Zug von meiner Zigarette und sah durch die Fensterscheibe zu meinem Freund hinüber. Er saß noch immer an unserem Tisch und hatte sein Glas in der Hand. Als er bemerkte, dass ich zu ihm herübersah, lächelte er und hob kurz sein Glas. Ich musste ebenfalls lächeln und wandte mich wieder der Straße zu.

Die Zigarette tat gut. Nach dem ganzen merkwürdigen Tag genoss ich es, einfach für ein paar Minuten draußen zu stehen und nichts weiter tun zu müssen, als zu rauchen. Das Halsband war unter meinem Rollkragen verborgen, mein Freund wusste noch immer nichts davon und auch mein Smartphone blieb still.

Als ich die Zigarette schließlich ausgedrückt hatte, ging ich wieder hinein und setzte mich zu ihm. Wir unterhielten uns weiter, und die Zeit verging schneller, als ich erwartet hatte. Wir bestellten noch eine zweite Runde Cocktails, blieben danach einfach sitzen und redeten weiter. Irgendwann stellte ich fest, dass ich gar keine Lust hatte, den Abend schon zu beenden.

Erst ein Blick auf die Uhr erinnerte mich daran, dass wir irgendwann doch aufbrechen mussten.

Es war inzwischen ungefähr halb zehn.

Ich rechnete kurz nach. Wenn ich mindestens anderthalb Stunden bis nach Hause brauchte, würde es schon ziemlich spät werden, bis ich daheim ankam. Andererseits mussten wir nicht unbedingt sofort los. Wenn wir noch eine Weile hierblieben, konnte ich das nächste Selfie problemlos hier im Café erledigen oder noch einmal zum Rauchen nach draußen gehen. Und wenn ich schon wusste, dass ich später den gesamten Weg zu Fuß zurücklegen musste, konnte ich den Abend genauso gut noch ein bisschen genießen.

Also lehnte ich mich entspannt zurück und wir redeten weiter.

Irgendwann bemerkte ich, dass in Kürze das nächste Foto fällig war.

--Fortsetzung folgt--

DarkO

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 21.08.26 um 21:37 geändert
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