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Rainman
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Das Leben ist sch...., aber die Graphik ist geil!

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  RE: Maria Datum:02.03.14 13:39 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Was soll das denn?
Auf diesen Ausspruch hab ich die Exklusivrechte!
Hier wird nicht gekniffen.
Schreib weiter, bis die Geschichte zu Ende ist.
Solange Du weiter schreibst bleiben meine Geschichten schön unbeachtet und ich kann nach Lust und Laune Faulenzen.
Also immer schön bei der Stange bleiben, äh Tastatur natürlich.

Herzlichst!

Muwatalis


Soso, das glaubste doch wohl selber nicht.
Solange du dich auf 3 bis 4 Geschichten beschränkst und regelmäßig mal einen neuen Teil veröffentlichst und nicht alle gefühlte 3 Monate (wegen auch gefühlten 3000 weiteren Storys die auch noch offen hast) macht das lesen von deinen Geschichten Spaß. Aber wenn ich alle 2 - 3 Monate zu einer Geschichte erst die nächste Fortsetzung lese, dann warte ich lieber bis sie fertig ist. Dann verliere ich nicht immer den Anschlußpunkt.

Mfg Rainman.
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Gummimike Volljährigkeit geprüft
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Immer Elastisch bleiben.Gummi find ich gut!

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  RE: Maria Datum:02.03.14 14:52 IP: gespeichert Moderator melden


Tolle Fortsetzung Karl.
So Andrea hat also ihren 1. Monohandschuh bekommen und kann jetzt Maries Fähigkeit bessser Verstehen. Vielleicht bekommt der Lehrer ja doch noch mehr zu tun wenn Andrea ihre Freundin auch sozusagen Anfixt.
Der Geneigte Leser weiß natürlich das es 2Millionen Gründe gibt die Barones aus dem Weg zu Schaffen.
Don´t Dream it! BE IT!!!
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gag_coll
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  RE: Maria ... Oh je Datum:02.03.14 15:22 IP: gespeichert Moderator melden


Oh je...

So hatte ich das aber nicht gedacht...

Honig ums Maul... ja gut... den lecke ich ja gern ab, wenn er da ist... (abgesehen mal davon, dass ich Honig eigentlich gar nicht mag). Aber meine Beweggründe waren eigentlich andere...

Zum einen hoffte ich auf eure ehrliche(!) Meinung zu Kapitel 10. Insbesondere würde mich interessieren, wie Doris und vorallem Amelie bei euch angekommen sind. Diese beiden waren ursprünglich überhaupt nicht geplant, die haben sich sozusagen selbst in die Geschichten hinein geschrieben.

Und zum anderen muss ich auch eingestehen, dass von Kapitel 12 bisher nur ca. ein Drittel fertig ist, der Rest muss erst ausformuliert werden... und das wird noch einige Zeit dauern. Kapitel 3 bis 11 waren wie gesagt schon fertig als ich mit dem Posten hier begonnen habe.

Zitat
Du hast auf 10 Web-Seiten eine Gelesen Rate von fast 75.000 mal. Haste mal geschaut wieviele Autoren das ausser dir noch scchaffen? Und die schreiben auch wirklich gute Stories.


Der Lesezähler ist eines... aber Feedback zu meinen Geschichten ist mir eben sehr wichtig. Es darf auch gern Kritik sein oder das Aufzeigen von logischen Fehlern.

Zitat
Aber du bist eigentlich nur am rumjammern, wenn mann dir nicht nach jedem posting mindestens 5 mal Honig ums Maul schmiert.


Oh je, erwecke ich wirklich so einen Eindruck?

Zitat
Ich finde toll, dass du nun Maria erkennen lässt, dass sie mit ihren sagen wir mal \"Vorlieben\" nicht alleine auf der Welt ist. Als ich meine ersten Experimente machte, dachte ich auch, ich wäre alleine damit. Aber wie mir dieses Forum hier zeigt, gibt es eine Menge Leute, die Erfahrungen austauschen und auch Tipps geben.


Damit liebe kamikazekifferin hast du mir eine große Freude gemacht, denn genau das wollte ich mir dieser Geschichte unteranderen rüber bringen.

@Fehlermeldung: etwas "leiser" hätte es auch getan...

@Muwatalis: Wieso Niederlage? Wir führen doch hier keinen Krieg gegeneinander... Falls du das so empfindest, bitte ich um Entschuldigung.
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Rainman
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Das Leben ist sch...., aber die Graphik ist geil!

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  RE: Ohje Datum:02.03.14 17:38 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo cag_coll.

Naja, das mit dem "Honig ums Maul schmieren" ist doch nur eine Redewendung.

Aber ich verstehe schon, das Autoren halt auch mal ein paar Streicheleinheiten fürs ego brauchen.

Aber auch ein richtiger Schreiberling, der große Bücher veröffentlicht hat halt, bis auf geringe ausnahmen, nur den Rückgriff auf die Verkaufszahlen. Und du hast hier einige treue Leser, die zwar nichgt nach jedem veröffentlichten Teil dir eine Rückmeldung geben, aber doch öfter mal was schreiben.

So und nun noch was zu Teil 10. Auch wenns eher für den weiteren Teil der Story nicht unbedingt wichtig ist, oder ich mich halt von dir überraschen lasse, was du draus machst.

Das du Doris und später auch noch Amelie mit ihrem Anhang ins Spiel gebracht hast hat mir sehr gut gefallen. Das hat was besonderes in deine Story gebracht.
Ich persönlich würde gerne mehr mit denen erleben. Hast du schon mal daran gedacht, das du Doris und Amelie über Inka in verbindung bringen könntest? So in der Art, das Inka die Ideen hat unds Doris sich um die Umsetzung kümmert. Wegen ihrer Fähigkeiten wäre das doch ne coole Combi. Und das sich vllt Maria auch mit Stahl noch anfreundet.
Vor allem braucht Maria ja noch ein parr Dienerinnen fürs Katarinenfest. Wäre das nichts für die beiden? Ich sach jetzt mal ganz salopp: Mach was draus.

Naja, ich las mich mal überraschen was uns noch so lieferst. Sonst ist die spannung dahin.


Mfg Rainman

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Rainman am 02.03.14 um 17:39 geändert
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pardofelis
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Meck-Pom


Gehorsam benötigt keine Gewalt

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  RE: Maria Datum:02.03.14 19:30 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo gag_coll,

nun denn mein Mostrich. Maria war der Grund meiner Anmeldung hier im Forum. Und hauptsächlich die Gewaltlosigkeit dieser Geschichte rund um Maria selbst.

Das noch andere Personen den "Leidensweg" der Prinzessin betreten und auch beeinflussen liegt eigendlich in der Sache der Zeit. Wie Inka und Doris als Ideengeber und -umsetzer miteinander und mit den Bondagetten umgehen ist in meiner Sichtweise eher zweitrangig. Das würde die eigentliche Geschichte mir zu doll "aufpusten".

Mich würde eher als zweiter Strang die Entwicklung von Paul vom Erfüllungsgehilfen zum Partner und Ehemann (?) von Maria interessieren. Und ob Selma und Doro in der nötigen Kirchenprobe das Aufgebot bestellen, damit die Festhochzeit in beisein des Bürgermeisters echt und legal wird. Damit wäre der Baron automatisch raus ( ).

soweit mein Senf, aber bitte frag nicht nochmal ob du fortsetzen sollst.
Mach einfach so wie du kannst. Danke


pardofelis
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keuschy
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keuschy  keuschy  Träger eines holytrainers V2  
  RE: Maria Datum:02.03.14 20:54 IP: gespeichert Moderator melden


Nun juckt es mich doch in den Fingern, zu dieser Diskussion einen Kommentar abzugeben.
Hallo cag_coll.
Ich persönlich kann deinen Frust sehr gut nachvollziehen. Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht daran, dass sich an deinem Aufruf zu aktiveren Teilnahme etwas ändern wird. Es vergeht kein Jahr, indem sich hier nicht ein Autor über mangelndes Feedback beklagt. Wir leben nun einmal in einer Zeit, in der der Konsum an vorderster Stelle steht. Dank WWW braucht es nur ein paar Klicks und man kann sich überall und dazu noch kostenlos berieseln lassen. Wie die Geschichten zustande kamen und welche Mühen dahinter stecken, ist für die meisten Leser wahrscheinlich gar nicht mehr nachvollziehbar. Wenn ich mir bloß überlege, wie viele Fortsetzungen jede Woche nur in diesem Forum gepostet werden! Mit diesem Hintergrund glaube ich ehrlich gesagt nicht daran, dass es dir gelingt, deine Leser dazu zu animieren, dir einen Rahmen für deine Fortsetzungen zu liefern. Du könntest höchstens die Anregungen aus den Postings, die du von den einzelnen Folgen bekommst dafür nutzen um deine Geschichte zeitnah weiterzuschreiben. Ansonsten halte es am besten so, wie es schon der Volksmund sagte „Wer A sagt muss auch B sagen“. Grob übersetzt, du hast dir diese geniale Geschichte einfallen lassen, nun musst du dich auch um die Fortsetzung kümmern. ) So oder so, lass uns nicht so lange darauf warten.

Hallo Rainman
Du schreibst, du würdest verstehen, dass die Autoren Streicheleinheiten für ihr Ego brauchen. Im nächsten Satz vergleichst du uns mit kommerziellen Schreibern, die ihr Feedback an den Verkaufszahlen sehen. Ich möchte hier mal eine Lanze für alle Autoren brechen. Zuerst einmal sind ´wir Schreiberlinge, die die Geschichten ausschließlich in ihrer Freizeit schreiben. Wir bekommen für unsere Texte keinen einzigen Cent. Und trotzdem schreiben wir. Der wirklich einzige „Lohn für unsere Mühe“ sind meiner Ansicht nach die Postings. Ich möchte jetzt nicht dich damit angreifen oder dir in irgendeiner Form zu nahe treten, denn eigentlich gehörst du ja nicht zu den „Nur Konsumenten“. Ich akzeptiere, wenn du sagst, du schreibst gelegentlich deine Kommentare und ich find es super. Ich als Autor mache mir aber schon meine Gedanken wenn die Kommentare weniger werden oder gar ganz ausbleiben. Da helfen mir auch keine guten Klickzahlen. Ich bewerte meine Geschichten nur nach den Kommentaren, die ich bekomme. Stell dir mal vor du würdest in einer Band spielen. Wäre es für dich befriedigend wenn du, nur am Ende des Konzerts Beifall bekommen würdest? Wenn überhaupt? Ganz unabhängig, ob die Veranstaltung ausverkauft wäre oder nur die Hälfte der Zuhörer da wäre? Was ich damit sagen möchte, hunderte Leser bekommen hier in regelmäßigen Abständen immer wieder guten Lesestoff kostenlos geliefert und jede Geschichte hier hat nur ein paar wenige Stammleser, die gelegentlich Posten. Der große Teil der Mitleser dagegen bringst es nicht auf die Reihe, ein kleines Danke in Form eines Postings zu senden. Nicht das ich hinter jeder Fortsetzung zig Mal gefällt mir lesen möchte, dies wäre ebenfalls kontraproduktiv, aber ein gelegentlicher Kommentar würde keinen umbringen. Bitte nicht falsch verstehen, ich wollte damit nur klarstellen, dass sich die Autoren in diesem Forum nicht mit den richtigen Schreiberlingen, die damit Geld verdienen, vergleichbar sind.

Mfg Keuschy

Meine Geschichten;
Fetisch; Die Schlampe des Chemikers, Ulrikes Abenteuer, Ullas Osterei, Das Verhör, Zoobesuch,Die Joggerin,Ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk, Stonehenghe; Das Ritual; no escape; Seitensprung;
Damen: Tierische Ansichten,Die Studentin, Dunkle, Erinnerungen, der erste Keuschheitsgürtel;
Windel: diapered,Der Windeltest, endlich Wochenende;
Herren: Total verrechnet,Wer war´s, Weihnacht in Latex, Prosit Neujahr, Die Umkleidekabine










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Rainman
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Das Leben ist sch...., aber die Graphik ist geil!

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  RE: Maria Datum:02.03.14 23:09 IP: gespeichert Moderator melden


@keuschy

Hmm, so wollte ich das nicht ausdrücken.
Es sollte nur ein Vergleich sein. Das es hier so nicht funktioniert ist doch wohl hoffentlich jedem klar. Ein Autor, der Romane schreibt und die Veröffentlicht, will dafür schlieslich Geld haben.
Dies trifft für euch ja wohl (hoffentlich) nicht zu. Ich habe einen Höllenrespekt vor Leuten, die solche Stories schreiben. Vor allem weil ich nie das Talent haben könnte (und davon bin ich Felsenfest überzeugt) sowas aus meinen verdrehten Gehirnwindungen zu saugen. Ich finde das was hier viele schreiben einfach unglaublich gut und wir Leser können nur von Glück reden, das es hier viele "Schreiberlinge" gibt, die halt einen Teil ihrer Freizeit opfern um uns "nur Leser" mit ihrer Fantasie zu beglücken.

Mfg Rainman

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Rainman am 02.03.14 um 23:11 geändert
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bounty Volljährigkeit geprüft
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wer für alles offen ist kann nicht ganz dicht sein

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  RE: Maria Datum:03.03.14 01:07 IP: gespeichert Moderator melden


Das Thema Geschichten schreiben und Kommentare abgeben ist leider eine unendliche Geschichte.

Keuschi spricht mir mit seinem Statement wirklich aus der Seele.

Zitat
Ich persönlich kann deinen Frust sehr gut nachvollziehen. Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht daran, dass sich an deinem Aufruf zu aktiveren Teilnahme etwas ändern wird. Es vergeht kein Jahr, indem sich hier nicht ein Autor über mangelndes Feedback beklagt. Wir leben nun einmal in einer Zeit, in der der Konsum an vorderster Stelle steht. Dank WWW braucht es nur ein paar Klicks und man kann sich überall und dazu noch kostenlos berieseln lassen. Wie die Geschichten zustande kamen und welche Mühen dahinter stecken, ist für die meisten Leser wahrscheinlich gar nicht mehr nachvollziehbar……..


Jetzt versteht mich nicht falsch. Ich will hier nicht um Kommentare und Lob für mein eigenes Geschreibsel buhlen, denn ich schreibe, wenn es meine Zeit erlaubt, weil es mir Spass macht und ich dabei entspannen kann. Trotzdem frage ich mich manchmal warum ich meine Phantasien veröffentliche.

Denn es ist nicht nur frustrierend, wenn die Anzahl der Klicks ansteigt und nur wenige Leser dem Schreiber mal ein Lob aussprechen oder auch mal eine berechtigte Kritik geben. Erst wenn ein Autor entweder frustriert ist oder aber das Gefühl hat dass seine Geschichte nicht ankommt und sein Werk unvollendet einstellt kommen dann Fragen wie

Wann geht es denn hier endlich weiter?

oder Kommentare wie

So ein Mist, schon wieder eine Storyleiche.

Ich glaube dass einige vielversprechende Geschichten hier von den Lesern einfach “totgeschwiegen“ werden.

Rainman schreibt.


Zitat
Aber ich verstehe schon, dass Autoren halt auch mal ein paar Streicheleinheiten fürs ego brauchen.

Aber auch ein richtiger Schreiberling, der große Bücher veröffentlicht hat halt, bis auf geringe ausnahmen, nur den Rückgriff auf die Verkaufszahlen. Und du hast hier einige treue Leser, die zwar nichgt nach jedem veröffentlichten Teil dir eine Rückmeldung geben, aber doch öfter mal was schreiben.


Die Autoren hier erhalten keine Kohle und das ist völlig ok. Aber der Vergleich hinkt. Für hohe Verkaufszahlen erhalten die Profis Geld. Wenn das hier so wäre würden vermutlich viel mehr Leute hier posten, allerdings nicht aus Leidenschaft, sondern um Asche zu machen und ich glaube das währe der Tot dieses Forums.

Es wäre schön, wenn alle stillen oder sehr stillen Leser dies mal bedenken und vielleicht doch hin und wieder mal ein Feedback geben oder einfach mal Danke sagen.


Nun aber zum Schluss noch ein dickes Lob an Karl.

Ich finde deine Story aussergewöhnlich und wirklich lesenswert. Es ist schön zu sehen wie sich deine Protagonisten entwickeln und besonders gut gefällt mir dass du auf Gewalt in deiner Geschichte verzichtest. Mach weiter so. Ich hoffe noch viele Teile lesen zu dürfen.

bounty


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Lieber durch Wahrheit unbeliebt, als durch Schleimerei beliebt

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  RE: Maria Datum:03.03.14 01:09 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo gag_coll,

nun kommt auch von mir ein Kompliment zu deiner story.

Gerade die Hinzunahme neuer Personen, wie Amelie und Doris, geben dir weitere Möglichkeiten, die Geschichte abwechslungsreich fortzuführen.

Freundl. Gruß
Sarah
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gag_coll
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  RE: Maria Kapitel 11 - Das Probenwochenende - Teil Zwei Datum:03.03.14 19:54 IP: gespeichert Moderator melden


Maria
Kapitel 11 - Das Probenwochenende - Teil Zwei
Autor: Karl Kollar

Renate Beyer, die Betreuerin des Prinzenpaares stand am Schultor und wartete auf Paul und Maria. Heute am Montag stand der Sponsorenbesuch in der Metzgerei Sauer an und weil dieser Termin so früh angesetzt war, holte Renate ihre Schützlinge direkt von der Schule ab. Seit einigen Wochen begleitete Renate jetzt die beiden Darsteller und so nebenbei erschien es ihr, als würde Maria von mal zu mal immer selbstbewusster zu werden.

Mittlerweile war es Renate klar geworden, dass Maria auch schon vor ihrer Nominierung in der Lage war, so einen dieser seltsamen Handschuhe zu tragen. Auch wenn sie nicht wusste, warum sie das konnte. Im Gegenteil, es freute die Betreuerin, dass Maria bei ihrem sehr knappen Terminplan den sonst so schwierigen Teil der Rolle schon konnte und dies nicht mehr üben musste. Als Paul und Maria aus dem Portal kamen, blieben sie kurz stehen und schienen Ausschau zu halten.

Renate hob ihren Arm und winkte kurz. Dann griff sie in ihre Tasche und holte den weißen Monohandschuh heraus, den sie zuvor bei Marias Erzieherin geholt hatte.

»Es tut mir leid«, sagte Renate nach der Begrüßung, »aber Sauers haben extra dafür bezahlt, dass die Katerina gleich mit ihrem Handschuh kommt.« Sie lächelte etwas verlegen, dann reichte sie Paul den Handschuh. Sie spürte die Verwunderung der beiden Verliebten. »Mrs. Potter war so nett und hat mir den Handschuh gleich mitgegeben.«

»Das ist kein Problem.« Maria hatte ein leichtes Zittern in der Stimme. »Paul wird mir hinein helfen.«

Obwohl Paul beim Anlegen des Handschuhs alles so machte wie immer, spürte er, dass Maria große Mühe hatte, ihre Erregung zu unterdrücken. Er hielt mit der Schnürung kurz inne und fragte, ob alles in Ordnung sei.

Diese Frage schien Maria aus ihren Gedanken zu reißen. »Ich musste gerade an Amelie denken. Sie wäre jetzt sicher gern an meiner Stelle.«

Paul stimmte ihr zu. Gleichzeitig wurde es ihm zum ersten Mal bewusst, dass es Maria durch das Fest möglich war, in der Öffentlichkeit ihren Fesseln zu tragen. Auch wenn bisher keiner von ihnen den Monohandschuh so direkt als Fesseln wahrgenommen hatten.

Langsam schnürte er den Handschuh weiter zu und als er wieder Marias Stöhnen hörte, hatte er eine Idee. »Welches ist der Betrag des Einheitsvektors?« Er hatte bewusst ein ganz einfache Frage genommen, weil er Maria nur aus ihren Gedanken reißen wollte.

»Natürlich ´Eins´.« Maria war etwas verwundert, warum Paul so eine einfache Frage stellte.

Paul grinste und schnürte weiter. Doch jetzt unterblieb Marias Stöhnen.

Erst als er fertig war, erkannte Maria, was seine Frage bewirkt hatte. »Das kannst du öfters machen.«

* * *

Die Metzgerei kannte Maria schon seit ihrer Kindheit, weil ihre Mutter sie oft mit zum Einkaufen genommen hatte. Doch so voll wie diesmal hatte sie den Laden noch nie gesehen. Sie zögerte und ihre Schritte wurden langsamer.

Paul spürte, dass Maria seit dem Wochenende bei Grünbergs verändert war. Sie schien das Tragen des Handschuhs jetzt etwas anders zu sehen. Er versuchte ihre Bedenken zu zerstreuen. »Du bist die Darstellerin der Katerina und dafür trägst du den Handschuh.« Er hatte das ´dafür´ extra betont.

Maria machte trotzdem einen sehr schüchternen Eindruck und suchte den Blick ihrer Betreuerin. »So viele Leute.«

Renate erkannte, dass Maria vor der Menge der Leute Angst oder Respekt hatte, sie verstand nur nicht, warum das so war. Doch als Betreuerin war sie gemäß ihrer Aufgabe bemüht, Maria bei ihren vielen Verpflichtungen zu helfen und ihre entsprechende Ängste zu nehmen.

Doch zu Marias Überraschung bekam sie sehr viel Lob für ihr Auftreten. Besonders die älteren Leute waren alle sehr nett und fast jeder wollte ihren Handschuh bewundern.

Paul beobachtete Maria sehr genau und sah nicht nur ihre leuchtenden Augen, sondern auch ein leichtes Zittern, welches er schnell als Nervosität erkannte. Er trat auf sie zu und nahm sie in den Arm. Dafür bekam er von den Leuten ebenfalls Glückwünsche und viele stellten fest, dass sie ein tolles Prinzenpaar werden würden.

Auf einmal nahm sie Renate beiseite. »Es möchte dich noch jemand beglückwünschen zu deiner Rolle.« Sie drehte sich zu einer alten Frau, die im Rollstuhl saß. »Dies ist Elisabeth, die älteste noch lebende Darstellerin einer Katerina.« Renate warf einen Blick in ihre Unterlagen. »Sie hat das letzte Fest vor dem Krieg gespielt.«

Anna, die Tochter des Metzgers schob den Rollstuhl etwas heran. Dann beugte sie sich zu der Frau hinunter. »Oma, dies ist Maria, die heurige Katerina.«

Maria stutze einen Moment, dann fiel ihr ein, woher sie Anna kannte. Sie tanzte ebenfalls in der Tanzgruppe mit und deswegen begrüßten sie sich entsprechend.

Maria trat auf den Rollstuhl zu und war einen Moment etwas verlegen, denn sie wusste nicht, wie sie die alte Frau richtig begrüßen sollte. Doch schließlich entschied sie sich für einen angedeuteten Knicks.

Renate trat auf Maria zu. »Bitte entschuldigt, ich hatte mich schlecht vorbereitet.« Sie blickte noch einmal in ihre Unterlagen. »Die Familie hat eine kleine Bitte.«

Maria drehte sich zu Renate. »Ja?«

»Elisabeth möchte ein wenig mit dem Prinzenpaar allein sein.« Renate beschrieb, dass sie nicht mehr so gut hören könne und dass es ihr hier im Laden viel zu laut sei.



Im Nebenzimmer, es war eigentlich das Büro der Metzgerei, war ein kleines Tischchen aufgebaut mit einer weißen Decke und einem kleinen Blumenstrauß. Getränke und Gläser standen bereit und ein Teller mit Knabbereien stand daneben.

Maria und Paul gingen respektvoll hinter Anna her, die ihre Oma in das Büro schob. Zwei Hocker standen bereit, so dass Paul und Maria neben Oma Sauer sitzen konnten.

»Zeige mir mal deine Arme.« Obwohl es sehr leise im Büro war, konnte man Elisabeth Sauer gerade so zu verstehen.

Maria stand auf und stellte sich mit dem Rücken neben den Rollstuhl, so das Oma Sauer ihre Arme anfassen konnte. Sie schluckte etwas, als sie die zitternden Hände der alten Frau spürte. »Du hast dich aber sehr intensiv auf deine Rolle vorbereitet.«

Maria wollte diese Frau nicht belügen. »Ich trage den Handschuh jetzt schon seit einigen Jahren, lange bevor ich von dem Fest wusste.«

»Ja, so etwas dachte ich mir schon.« Oma Sauer war über die Ehrlichkeit von Maria sichtlich erfreut. »In meiner Jugend gab es viele Mädchen, die einen Monohandschuh tragen konnten.«

Maria wusste nicht, was sie antworten sollte. Aber zumindest spürte sie, dass sie sich wieder auf ihren Hocker setzen konnte.

»Du wirst die Rolle gut spielen, lerne nur gut deinen Text.« Sie berichtete etwas von der Zeit, in der sie die Rolle spielen durfte. »Es war das letzte Fest vor dem Krieg und die Herren Machthaber hatte ein strenges Auge auf die Darstellung.«

Paul hatte in Gedanken nachgerechnet und er kam zu dem Schluss, dass es das Fest 1935 gewesen sein musste.

Die Oma erzählte mit leiser Stimme von dem Fest und von der Begeisterung, die in der damaligen Zeit herrschte. »Es war eine schöne Zeit und wir ahnten noch nicht, was kommen würde.«

Maria begriff schnell, dass sie sich mit einer Zeitzeugin unterhielt und vor allem wegen der bald anstehenden Prüfungen im Gymnasium hörte sie sehr aufmerksam zu und stellte auch die eine oder andere Frage.



Es klopfte an der Tür und gleich darauf steckte Frau Sauer den Kopf zur Tür herein. »Wie weit bist du, Mutter?« Sie trat herein. »Wir wollten dann die Führung machen.«

»Wenn du in der Kutsche sitzt, dann musst du unbedingt winken.« Die Stimme von Oma Sauer klang sehr eindringlich. »Versprichst du mir das?«

Maria musste schlucken, bevor sie eine Antwort geben konnte. »Ja, ich werde winken.« Doch tief in ihrem Inneren tat es ihr leid, die alte Frau belügen zu müssen. Denn sie ging fest davon aus, dass sie auch in der Kutsche ihr Gebet auf dem Rücken tragen würde. Und damit konnte sie nicht winken.

Maria hatte erwartet, dass Oma Sauer sich jetzt verabschieden würde, doch zur Überraschung aller wollte die Dame bei der Führung dabei sein. »So eine tolle Fähigkeit verdient Bewunderung.«

Frau Sauer war überrascht. »Du warst schon seit Ewigkeiten nicht mehr in der Metzgerei?«

Oma Sauer ließ ein Lächeln sehen. Sie blickte kurz aber eindringlich zu Maria, die diesen Blick etwas verlegen erwiderte. Dann drehte sie sich zu ihrer Enkelin um und blickte sie auffordernd an.

Anna schob ihre Oma aus dem Büro und die anderen gingen langsam hinterher.



Frau Sauer führte ihre Gäste durch die Arbeitsräume der Schlachterei und erklärte jeweils, was in den jeweiligen Räumen gemacht wurde.

Maria verglich diese Führung mit der letzten in der Großbäckerei und sie fand es sympathisch, dass es sich bei der Metzgerei um einen kleinen Familienbetrieb mit nur wenigen Angestellten handelte.

Sie hatte schnell ihren Handschuh vergessen und schwelgte von sich aus in Erinnerungen. »Ich war immer gern hier zum Einkaufen.« Sie erzählte, wie sie anfangs immer mit ihrer Mutter da war, und dabei kaum in die Auslage schauen konnte. »Immer gab es eine Scheibe Wurst, das war toll«, erzählte sie mit Begeisterung. »Es riecht heute noch so wie früher.«

Frau Sauer gab ihrer Tochter ein Zeichen. »Wir hätten da etwas vorbereitet.« Sie lächelte.

Anna Sauer kam mit einem Teller zurück. Darauf waren diverse Wurstscheiben hübsch angerichtet und es lagen zwei Gabeln darauf. »Möchtest du eine Scheibe Wurst?« Ihr breites Grinsen verriet, dass sie diesen Satz extra vorbereitet hatte.

Maria war über diese Geste sichtlich gerührt. »Das sieht ja lecker aus.« Doch dann wurde sie auf einmal verlegen, denn sie wurde sich wieder ihrer gefangenen Arme bewusst. Sie blickte etwas ratlos zu Paul.

Paul hatte die Dialoge sehr aufmerksam verfolgt und er hoffte, jetzt das Richtige zu tun. Er ergriff eine der Gabeln auf dem Teller, spießte eine der Wurstscheiben auf die Gabel und führte sie dann an Marias Mund.

Maria öffnete ihren Mund lächelnd und ließ sich die Wurstscheibe in den Mund schieben. Doch während sie kaute, begann sie wieder etwas heftiger durch die Nase zu atmen.

Paul stutze einen Moment, dann erkannte er, was los war. Er hoffte, dass sein »Trick« von vorhin wieder funktionieren würde. Er beugte sie zu ihr hinüber und flüsterte ihr ins Ohr. »Zweite binomische Formel?«

Maria blickte ihn verblüfft an, dann schluckte sie die Wurst hinunter und war wieder in der Lage, sich um die Gegenwart zu kümmern. »Danke, das war sehr lieb.«



Als sie zurück in den Verkaufsraum kamen, war der Chef gerade dabei, einige Sektflaschen zu öffnen. Es waren jetzt noch mehr Leute im Verkaufsraum, da es hatte sich herum gesprochen, dass die Katerina heute ins Geschäft kommen würde.

Maria bekam sogar Applaus, als sie wieder den Laden betrat und eine Zuschauerin sprach aus, was alle dachten. »Sie machen das toll und sind eine bessere Katerina als die Baroness.«

Herr Sauer griff den Gedanken auf. »Darauf wollen wir trinken.« Nachdem er alle Gläser gefüllt hatte, begannen er und seine Frau diese an die Anwesenden zu verteilen. Frau Sauer nahm zwei Gläser vom Tablett und ging damit auf das Prinzenpaar zu. Doch erst als sie Marias nicht sichtbare Arme wahrnahm, bemerkte sie ihren Fehler. »Oh, das geht so ja gar nicht.«

Doch Maria konnte ihre Sorgen entkräftigen. »Das machen wir schon.« Sie drehte sich zu ihrem Freund. »Wir probieren das jetzt mal. Ich nehme nur einen Schluck und dann setzt du wieder ab.«

Erst im Nachhinein konnte Paul darüber nachdenken, warum ihm dieser kurze Sektempfang so viel Kraft gekostet hatte. Es war weder Marias Handschuh noch ihre Hilflosigkeit, die ihn so sehr beschäftigten. Es war vielmehr die Befürchtung, Maria könne durch einen Fehler von ihm gedemütigt werden, in dem sie zum Beispiel ihre Bluse bekleckern würde. Paul war hoch bemüht, ihr jegliche Peinlichkeit zu ersparen.

Marias Trinkversuch ohne ihre Arme ging ihm wie in Zeitlupe noch lange im Kopf herum. Er hatte sich sehr anstrengen müssen, damit seine Hand kein Zittern zeigte, als er das Glas an ihre Lippen hob. Er hielt sehr intensiven Blickkontakt zu ihr, als er das Glas dann langsam anhob. Als Maria das Prickeln an ihren Lippen spürte, öffnete sie diese und ließ etwas Sekt in ihren Mund fließen. Paul hatte in diesem Moment nur Augen für ihre Lippen und sobald Maria diese wieder schloss, senkte er das Glas wieder ab. Erst als Maria ihre Lippen von dem Glas löste, stellte er das Glas wieder auf das Tablett und konnte dann einen Schluck aus seinem Glas nehmen.

Obwohl die ganze Szene nur drei Sekunden gedauert hatte, kam es Paul wie eine Ewigkeit vor. Um so größer war entsprechend auch seine Erleichterung, als er erkannt hatte, dass Maria sehr würdevoll einen Schluck Sekt hatte trinken können und nichts von allen daneben gegangen war.

Die Anwesenden waren sehr beeindruckt. »Ihr seid gut auf einander eingespielt.« bemerkte Renate bewundernd.

Maria wartete, bis auch Paul sein Glas abgesetzt hatte, dann drehte sich zu ihm und gab ihm einen Kuss auf den Mund. »Danke mein Schatz.« Sie wollte ihr Glück mit ihm teilen.

Applaus brandete auf und es waren vereinzelte Stimmen zu hören, die das Paar bewunderten.

»Ihr werdet ein tollen Prinzenpaar werden.«

»Man kann euer Glück gut sehen.«

»Das wird ein tolles Fest werden mit euch.«

Doch dann musste Renate zum Aufbruch mahnen. »Die Katerina hat heute noch einen anderen Termin.«

Maria zuckte kurz zusammen, denn die Worte der Betreuerin hatten sie daran erinnert, dass sie als nächste wieder ihre Ketten anprobieren sollte.

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  RE: Maria Datum:04.03.14 02:32 IP: gespeichert Moderator melden


Gag_coll

Wieder eine tolle Fortsetzung nur eines habt ihr Schreiber alle gemein ihr hört an der spannendsten Stelle auf. grgr

Weiter so kann kaum erwarten was noch alles passiert es wäre aber schade wenn alles mit dem Fest endet und dann nur noch die baroness ausgebildet wird wir lieben alle Maria und Paul bitte die nicht vergessen

Lieben Gruß

Bea
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gag_coll
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  RE: Maria Kapitel 11 - Das Probenwochenende - Teil Drei Datum:04.03.14 21:26 IP: gespeichert Moderator melden


Maria
Kapitel 11 - Das Probenwochenende - Teil Drei
Autor: Karl Kollar

Doris, die Tochter des Kunstschmiedes, schien sie schon erwartet zu haben, denn kaum hatte Renate geklingelt, als sie die Tür auch schon geöffnet hatte. Sie sagte nichts, sondern bat ihre Besucher mit einer Handbewegung herein. Dabei trug sie wieder die Ketten, die sie auch schon beim ersten Termin getragen hatte.

Mit einer weiteren Geste zeigte sie auf den Mundschutz, den sie trug. So etwas war sonst immer bei Smog zu sehen. Doch als sie voran ging in die Schmiede, war auch ein verräterischer schwarzer Riemen unter ihrem Haar zusehen, der teilweise durchschimmerte.

Maria stupste Paul kurz an und machte ihren Mund kurz auf, dann blickte sie zu Doris.

Paul nickte viel sagend. »Das habe ich mir auch schon gedacht.« Er grinste. »Faszinierend.«



In der Schmiede wurden sie von Doris Vater begrüßt, der Maria gleich wieder zu dem kleinen Tischchen führte, welches wieder aufgebaut war. »Mein Geselle ist heute in der Stadt, Material einkaufen. Und meine Tochter hat heute etwas Probleme mit ihrer Stimme.« Er warf ihr einen seltsamen Blick zu, den Doris etwas verlegen erwiderte.

»Wir wollen heute die Längen der Verbindungsketten ausprobieren und die Maße feststellen.« Er bat seine Tochter, Maria die eisernen Manschetten anzulegen.

Doris nahm eine der Schellen in die Hand und blickte Maria auf ihre linke Hand. Etwas sagen tat nicht. Ein sehr leises Zischen war zu hören, welches Maria aber sehr bekannt vor kam. So klang sie selbst auch, wenn sie ihren Knebel für das Sprachtraining trug und durch den Mund Luft holen wollte.



Renate wartete ab, bis Doris alle vier Schellen um Marias Hand- und Fußgelenke gelegt hatte, dann griff sie zu ihren Unterlagen und bat um die Aufmerksamkeit von Doris. »Der Vorstand hat dich ausgewählt, um die Rolle der ersten Dienerin zu spielen.«

Von Doris war ein gedämpfter Juchzer zu hören. Es war ihr anzusehen, wie sehr sie sich über diese Nachricht freute. Immerhin war diese Rolle nach der Katerina die wichtigste Rolle für eine weibliche Darstellerin auf dem Fest, da die Katerina so gut wie immer von ihrer Dienerin begleitet wurde. Doch dann wurde Doris rot und blickte sich verlegen um.

»Wir wissen, dass du einen Knebel trägst.« Paul griff in seine Tasche und zeigte den Ball vor, den er immer für Maria dabei hatte. »Du musst ihn nicht verstecken.«

Doris versuchte, mit den Händen ihr Gesicht zu erreichen, doch die Länge ihrer Ketten ließ das nicht zu. Sie blickte etwas verlegen zwischen Paul und Maria sowie ihrem Vater hin und her. Doch Herr Schwerterle hatte sich wieder seiner Arbeit zugewandt.

Paul blickte fragend, aber entschlossen zu Maria.

Sie wusste, was ihn bewegte. »Mach es ruhig.«

Paul griff zu der weißen Maske und zog sie Doris vorsichtig über den Kopf.

Zum Vorschein kam ein schöner roter Ball, der von Doris Lippen fast liebevoll umrahmt wurde.

»Soll ich ihn dir abnehmen?« fragte Paul mit freundlicher Stimme.

Doris blickte etwas verlegen, dann drehte sie ihren Kopf und schüttelte etwas ihre Haare. Sie fuchtelte ein wenig mit ihren Händen und drehte ihre Hand herum.

Maria verstand, was sie sagen wollte und sie schien auch die Zusammenhänge erkannt zu haben. »Dein Verlobter hat ihn abgeschlossen?«

Doris nickte etwas verlegen. Dafür kam aus ihren Augen ein ganz besonderes Strahlen.

Renate räusperte sich etwas. Sie reichte Doris ein paar zusammengeheftete Seiten. »Ich habe dir hier zusammengestellt, was du für deine Rolle wissen musst.« Sie schien sich von dem Schrecken erholt zu haben. »Und du dürftest, wenn du möchtest, auch so Ketten tragen wie Maria.«

Doris war sprachlos. Das war ihrem Blick sehr deutlich anzusehen. Selbst wenn sie jetzt keinen Knebel getragen hätte, wäre kein Wort über ihre Lippen gekommen.

Auch der Vater schien sich von dem Schrecken erholt zu haben. Er drehte sich wieder um und nahm seine Tochter in den Arm. »Ich bin stolz auf dich. Das wirst du toll machen.«

Über Doris Wange lief eine Träne, die sie reflexartig wegwischen wollte. Doch auch dazu ließen ihr die Ketten keine Möglichkeit.

Ihr Vater strich ihr durch das Gesicht und wischte die Träne weg. Doch dann erinnerte er wieder an den eigentlich Zweck von Marias Besuch. »Wie weit seid ihr mit dem Ausmessen?«

Doris, die jetzt deutlich sichtbar etwas unter ihrem Ballknebel litt, zeigte das noch leere Blatt, welches neben einem Stift als einziges auf dem Tisch lag.

»Na dann macht mal.« Er ließ seine Tochter wieder los. »Und du bist sicher, dass du das alleine schaffst?«

Doris blickte ihn sehr zuversichtlich an und zeigte ihm den Stift, dann schrieb sie etwas auf das Blatt. »Geh mal ganz normal und dann bleib mitten im Schritt stehen, so dass deine Beine hintereinander stehen.«

Sie erhob sich und zeigte, wie sie es meinte. Dabei viel auf, dass die Kette, die die beiden Beine miteinander verband, in diesem Moment gespannt war und nicht herunter baumelte.

Jetzt hatte Maria es verstanden, sie wollte ihre Schrittlänge messen. Sie stellte sich so hin, wie Doris es gewünscht hatte.

Doris nahm eine Kette und befestigte sie mit einem Schloss an einer von Marias Fußschellen. Dann zog sie die Kette zum anderen Fußgelenk und machte mit einem farbigen Klebeband eine Markierung an ein Kettenglied. Wieder nahm sie ein Schloss und befestigte auch die andere Seite der Kette an der Stelle, wo sie die Markierung gemacht hatte.

Das gleiche Spiel wiederholte sich bei den Handgelenken, nur das Doris Maria vorher zeigte, wie sie ihre Arme halten sollte.

Doris ging wieder zum Tischchen und schrieb »Verbindungskette« Dann zeigte sie Maria, wie sie die Arme halten sollte. Erst nach einiger Zeit wurde klar, dass Doris noch die Länge der Kette zwischen den Arm- und Fußketten feststellte.

Herr Schwerterle war mit den Arbeiten von Doris sehr zufrieden. Er blickte auf den Zettel, auf dem Doris die Maße notiert hatte und warf einen Blick auf die markierten Ketten. »Sie können das Ensemble am Mittwoch abholen.«

Renate blickte in ihre Unterlagen und machte sich eine Notiz. »Wir kommen dann am späten Nachmittag vorbei. Vorher müssen wir noch dem Architekturbüro Walter einen Besuch abstatten.«

* * *

Immer wieder blickte Maria auf die Uhr und den daneben hängen Kalender. Natürlich wusste sie, wie spät es war und auch die Termine des heutigen Mittwochs waren ihr bekannt. Doch seit den Ereignissen von Gestern war sie etwas noch etwas nervöser.

Dabei hatte sich streng genommen gar nichts aufregendes ereignet. Dienstag war wie jeder Tag in diesen Wochen gewesen. Kaum war sie von der Schule daheim und hatte ein wenig gegessen, als auch schon Renate kam und sie zu dem nächsten Termin abholte.

Dabei hatten die Pflichten des Festes an diesem Tag eher lustig angefangen. Nachdem Renate angerufen hatte, dass sie ein paar Minuten später käme, hatte Maria die Idee, das Trinken noch einmal schnell zu üben. Sie grinste, als sie mit dem Cape über dem Arm das Tablett vor sich her trug, auf dem sich eine Karaffe mit Wasser und ein paar Gläser befanden. Sie stellte es auf dem kleinen Tischchen in der Diele ab und grinste Paul an. »Wir üben jetzt noch mal das Trinken.«

Paul blickte als erstes zur Uhr. Doch Maria drängelte. »Komm, das Cape wollte ich sowieso anziehen und es geht doch schnell.«

Paul grinste und nahm das Cape von Marias Arm. Er hielt es ihr hin und Maria steckte ihre Arme mit viel Routine in die inneren Ärmel. Dafür liebte sie das Cape, wenn sie es für Paul tragen konnte. Es machte sie mit sehr wenig Aufwand sehr hilflos.

Sie hatte dann tatsächlich Zeit für zwei Gläser Wasser, ohne dass auch nur ein Tropfen Wasser auf das Cape getropft wäre. Maria war mehr als zufrieden.



Doch ihre Stimmung schlug um, als sie zu Beginn der Tanzstunde entdeckte, dass der Neffe des Baron, der Freiherr Franz-Ferdinand von Schleihtal anwesend war. Im ersten Moment fürchtete Maria, dass er jetzt doch die Rolle spielen wollte und diese sozusagen von Paul zurück fordern wolle. Doch zu ihrer Überraschung setzte er sich lediglich auf eine Bank an der Turnhallenwand und schaute den Tänzern zu.

Die Tänzer waren ebenfalls alle von einer gewissen Nervosität erfasst und ihre Konzentration litt deutlich darunter. Ab und zu musste Carlos sogar eingreifen und Korrekturen verlangen. Natürlich war auch ihm klar, dass der Neffe daran schuld war, doch nachdem dieser friedlich an der Hallenrand saß, sah er keine Möglichkeit, ihn der Halle zu verweisen.

Marias Nervosität ließ erst nach, als der Neffe kurz nach Ende des letzten Tanzes genau so schnell verschwunden war, wie er gekommen war.

* * *

»Es tut mir leid, dass euer Terminkalender so voll gestopft ist.« Renate bedauerte das Prinzenpaar, als sie sie am Mittwoch für den Besuch der Architektenfamilie abholte. »Es ist eigentlich nur ein kleines Büro, aber sie haben eine sehr hohe Summe gespendet.«

Paul hatte ein neu modisches Haus erwartet, etwas mit außergewöhnlichen Formen, so wie es sich die Architekten oft selbst bauen. Doch zu seiner Überraschung wohnte die Familie Walter in einer alten Villa aus der Zeit des Historismus. Zumindest von außen sah sie so aus. Die Inneneinrichtung hingegen zeigte viele Anleihen aus Gotik und Barock, insgesamt ein sehr bunter Stilmix, der trotzdem einen sehr würdevollen Eindruck erweckte.

Das Büro Walter bestand aus der Chefin, ihrem Vater und drei weiteren Angestellten. Frau Walter stellte sie einander vor und erwähnte, dass ihr Mann im Moment auf einer Baustelle unabkömmlich war. In ihrem Arm hielt sie ihre Tochter, die sie ebenfalls vorstellte.

»Wir unterstützen das Fest schon seit mehreren Generationen. Schon mein Urgroßvater hat es sich stets etwas kosten lassen und wir wollen diese Tradition beibehalten.« Sie bat ihre Besucher in den Salon. »Hier haben wir die Modelle unserer wichtigsten Bauten ausgestellt und hier führen wir üblicherweise auch unsere Kundengespräche.«

Maria fiel auf, dass die Tochter sehr viel Interesse an dem Monohandschuh zeigte, den Paul ihr wie üblich schon daheim angelegt hatte. Sie trat zu ihr und flüsterte ihr etwas ins Ohr.

Die Tochter, Maria schätzte sie auf 12 oder 13, war erstaunt und verlegen zugleich. »Darf ich wirklich?«

Maria war amüsiert. »Aber sicher.« Um es ihr leichter zu machen, drehte sie sich so, dass sie der Tochter halb den Rücken zu wandte.

Sehr vorsichtig und schüchtern näherten sich die Hände der Tochter Marias verpackten Armen. »Tut das nicht weh?« fragte sie, nachdem sie etwas getastet hatte.

Wieder lächelte Maria. »Ich habe das lange geübt.« Ein gewisser Stolz lag in ihrer Stimme.

»Ich möchte auch mal die Katerina spielen.« Ein klein wenig Trotz lag in der Stimme der Architektentochter.

Frau Walter trat auf ihre Tochter zu und strich ihr zärtlich über den Kopf. »Bis dahin ist ja noch viel Zeit.«

»Ich habe damals auch geträumt«, Marias Stimme zeigte eine gewisse Sentimentalität. »Aber bald nach dem Fest war die nächste Darstellerin festgelegt.« Sie vermied es, von sich aus die Baroness zu erwähnen. »Und jetzt ist mein Traum doch noch wahr geworden.« Sie strahlte. »Du siehst, träumen lohnt sich.«

»Ich wäre sehr sehr stolz auf dich.« meldete der Opa sich zu Wort.

Nur Paul fiel auf, dass Marias Worte auch etwas anders gemeint sein konnten. Aber dazu schwieg er.

»Kommen sie in diesen Zeiten überhaupt aus dem Handschuh heraus?« Opa Walter hatte sich zu Maria gedreht und sie aufmerksam betrachtet.

Maria kam etwas ins Grübeln und wurde etwas verlegen.

Renate kam ihr zur Hilfe. »Die Katerina hat ja nur am Nachmittag Termine.«

»Auf jeden Fall ist Maria die bessere Besetzung.« Frau Walter warf ebenfalls einen bewundernden Blick auf Marias Arme.

»Wissen sie schon, wie ihr Stand am Freitag aussehen wird und was die Katerina dort machen soll?« Renate hatte wieder ihre Unterlagen zur Hand genommen.

»Das wollten wir heute noch besprechen.« Sie warf noch einen Blick auf Maria. »Was können sie denn überhaupt machen?«

Maria stutzte erst einen Moment, dann glaubte sie zu erkennen, was Frau Walter meinte. »Am Freitag werde ich die Ketten tragen und dabei halte ich meine Arme vor dem Körper.

»Warum diese Diskussion?« Der Vater der Architektin mischte sich ein. »Wir machen das wie bei den anderen Festen auch.«

»Aber Vater, diese Bauklötze sind doch Kinderkram.« Frau Walter blickte zwischen Maria und ihrem Vater hin und her. »Ich wollte mal was neues ausprobieren.«

»Darf ich dich daran erinnern, wie du immer deine ersten Entwürfe machst?«

Frau Walter seufzte lediglich.

Maria war neugierig geworden. »Was muss ich denn tun?«

Renate blätterte in ihren Unterlagen, doch Frau Walter hatte die Antwort schon parat. »Wir haben verschieden bemalte Bauklötze, mit denen wir unsere Ideen grob darstellen können. Damit soll die Katerina ein kleines Haus bauen.«

Maria blickte etwas zweifelnd.

»Wir bringen am Samstag einfach alles mit, dann können sie sich das mal ansehen.«

Renate machte sich eine Notiz, dann blickte sie auf die Uhr. »Ich möchte nicht unhöflich sein, aber Maria hat heute noch einen anderen Termin.« Sie erwähnte den noch anstehenden Besuch der Kunstschmiede Schwerterle. »Und sie muss sich noch umziehen.«

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pardofelis
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  RE: Maria Datum:04.03.14 22:28 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo gag_coll,

erstmal ganz großes Dankeschön.

An etliche unangenehme Zuschauer wird sich Maria wohl gewöhnen müssen. Aber sie hat ja nun eine angenehme Leibdienerin.
Und Paul scheint auch langsam aufzutauen. Hoffentlich öffnet ihm mal einer die Augen über sich selbst.


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Rainman
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  RE: Maria Datum:05.03.14 19:34 IP: gespeichert Moderator melden


Hi cag_coll.

Da haste ja wieder mal ein paar fantastische Fortsetzungen geschrieben.

Aber ich frage mich mittlerweile 3Dinge.

1. Was ist mit der Klette los? Dafür, das Sie jede Woche 2 Artikel schreiben muß und diese Woche noch nicht einmal erwähnt wurde frage ich mich, was ist mit ihr los? Steckt sie vielleicht noch im Monohandschuh von ihrer Freundin verpackt?

2. Die Sache mit dem Bauchgurt von den stahlfesseln. Du hast mal erwähnt, das Maria ziemlich angeregt sich das angesehen hat. Aber jetzt denkt sie da nicht mehr dran den Schmied mal darauf anzusprechen. Hat sie das vergessen, oder steckt da ein System hinter, welches sich noch aufklärt?

3. Was geschieht mit dem Traing der "umgebauten" Zwangsjacke? Irgenwie ist doch eh die Zeit schon knapp, aber du erwähnst nie, wie Maria ihr "Gebet auf dem Rücken" trainiert, bzw. wann.



Ansonsten mach weiter so. Und ich hoffe, das wir bald den nächsten Teil lesen dürfen.


Mfg Rainman.

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Rainman am 05.03.14 um 19:36 geändert
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gag_coll
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  RE: Maria Kapitel 11 - Das Probenwochenende - Teil Vier Datum:05.03.14 19:52 IP: gespeichert Moderator melden


Maria
Kapitel 11 - Das Probenwochenende - Teil Vier
Autor: Karl Kollar

Natürlich spürte Renate die Nervosität von Maria, als sie auf dem Weg zur Kunstschmiede waren, aber sie wusste auch, dass sie ihr nicht wirklich helfen konnte. Diese unheimlichen Ketten gehörten nun einmal zur Rolle der Katerina und bisher musste sich jede Darstellerin diesen Ängsten stellen. Renate war lediglich bemüht, es nicht durch zusätzlichen Druck noch schlimmer zu machen. Denn letztendlich hatte es bisher jedes Mädchen geschafft, die »Heimkehr von der Schlacht« mit Bravour zu spielen und sie war sich sicher, dass auch Maria dies schaffen würde.

Die Betreuerin hatte schon auf die Klingel der Schmiede gedrückt, als auf einmal eine Autotür klappte und eilige Schritte näher kamen. Maria stöhnte leicht, als sie sah, das die Reporterin Andrea Baselitz anscheinend vor der Schmiede auf sie gewartet hatte.

»Ich würde gern einmal in der Schmiede dabei sein.« Andrea hatte ihren Notizblock schon griffbereit und stellte sich vor. »Ich möchte einmal sehen, wie das geht mit den Ketten.«

Renate wollte eigentlich noch etwas erwidern, als sich schon die Tür öffnete.

Doris trat neben die Tür und bat ihre Besucher mit der üblichen Handbewegung herein. Wie üblich klimperten ihre Ketten leise und melodisch dazu.

Andrea war durch das Geräusch neugierig geworden und trat näher.

Doris erstarrte, als sie von Renate erfuhr, das jemand von der Presse dabei war. Sie wurde rot und blickte sehr verlegen an sich herunter.

Andrea musterte Doris sehr aufmerksam und war sichtlich verwundert wegen der vielen Ketten. Die Schmiedetochter trug neben dem Taillenring mit den Ketten zu den Handgelenken auch das Geschirr in Form des liegenden Hs, welches Hände und Füße miteinander verband.

Maria hatte als erste die Gesamtsituation erfasst und wusste instinktiv, was sie machen musste. Sie ging so unbefangen wie möglich auf Doris zu und gab ihr die Hand. »Guten Tag Doris, ich sehe, du trainierst auch schon für deine Rolle?« Dabei hatte sie versucht, ihre Stimme so natürlich wie möglich klingen zu lassen.

Trotzdem war Doris zunächst sehr irritiert und erst als sie sah, das Maria ihr zu zwinkerte, begriff sie Marias Idee. »Ja, natürlich, ich übe für meine Rolle.« Jetzt hatte sie ihre Selbstsicherheit wieder gewonnen und konnte auch die übrigen Gäste begrüßen.«

Renate hatte zwar die Befindlichkeiten der beiden Mädchen nicht verstanden, aber sie fühlte zumindest, dass sie Andrea Informationen schuldig war. »Doris wird die Rolle der ersten Dienerin spielen, dies wurde erst vor kurzem festgelegt.«

»Und als erste Dienerin muss sie natürlich auch mit den Ketten vertraut sein.« Herr Schwerterle war hinzu getreten und zeigte, dass er seht stolz war auf seine Tochter. Auch er begrüßte die Anwesenden.

Es war sowohl Doris als auch Maria anzusehen, dass sie große Mühen hatten, um ein Lachen zu unterdrücken.

»Das sieht aber heftig aus.« Andrea war von Doris Ketten sichtlich beeindruckt. »Können sie sich denn damit überhaupt noch bewegen?«

Doris zögerte sehr mit der Antwort. »Ich komme ganz gut zurecht.« Sie war recht verlegen, als sie versuchte ihre eher geringe Bewegungsfreiheit zu zeigen.

Andrea war sichtlich fasziniert.

Renate verstand die wahren Zusammenhänge immer noch nicht. »Die Katerina wird ähnliches Ketten bekommen.«

Andrea blickte ungläubig zu Maria.

Herr Schwerterle räusperte sich. »Wenn sie bitte mitkommen in die Schmiede, es ist alles fertig zum Abholen.«

Doris Verlobter stand neben dem kleinen Tischchen und polierte noch ein wenig die Ketten, die glitzernd auf der weißen Decke lagen.

Als Doris ihre Gäste herein führte, ging sie kurz zu ihrem Verlobten und gab ihm einen Kuss, dann drehte sie sich zu dem Tischchen und bat Maria zu sich.

»Das Anlegen sollte immer eine zweite Person machen.« Doris blickte Maria fragend an. »Allein ist es zu leicht möglich, sich die Haut einzuklemmen.«

Maria suchte den Blick von Paul, welcher der unausgesprochenen Bitte sofort nach kam und ebenfalls an das Tischchen trat.

»Die Ketten sollten immer angewärmt sein.« Sie warf ihrem Verlobten einen schnellen Blick zu. »Das geht einfach mit einer Plastiktüte in warmen Wasser.«

»Natürlich können die Ketten auch direkt mit Wasser in Kontakt kommen«, Herr Schwerterle ergänzte die Ausführungen seiner Tochter, »aber mit der Tüte werden sie nicht unnötig nass.«

Doris bat Paul, sich eine der kleinen Manschetten zu nehmen und diese auf zuklappen. »Vorsichtig beim Zuklappen, mache es immer ganz langsam, damit keine Haut eingeklemmt wird. Die Manschetten werden dann ganz eng, aber sehr bequem anliegen.« Dann wandte sie sich an Maria. »Und du darfst beim Anlegen nicht zucken oder erschrecken.«

Maria nickte ehrfürchtig.

Nachdem Paul zur Zufriedenheit aller die erste der vier Schellen gut angelegt hatte, durfte er Maria auch noch die anderen drei Eisenmanschetten anlegen. Diesmal war es an ihm, etwas zu stöhnen.

Herr Schwerterle bat Maria, ein wenig herum zu gehen und dabei auf den Sitz der Ketten und der Schellen zu achten.

Maria war anfangs noch sehr schüchtern und vorsichtig, doch sie stellte bald fest, dass die Ketten sie beim Gehen mit ihren normalen Schritten überhaupt nicht behinderten. Erst als sie sich mit der Hand ins Gesicht fassen wollte, machten die Ketten unerbittlich auf sich aufmerksam und zeigten ihr die neue Reichweite an.

Herr Schwerterle bat Maria, Paul und Renate und zu sich und bat die Katerina, ihre Hände etwas zu heben. Er griff zu einem Schlüsselbund, nahm einen der Schlüssel ab und steckte ihn in das kleine Loch am Rand der Manschette. Es machte nur leise ´Klick´, dann bat er Paul, die Schelle zu öffnen.

Paul musste feststellen, dass sie nicht mehr zu öffnen war.

Der Schmiedemeister reicht einen der Schlüssel an Renate, die anderen gab er Maria.

Doch Maria steckte die Schlüssel nicht ein, sondern reichte sie Paul. »Tue sie zu den anderen.« Dabei war ihr Blick für einen Moment seltsam verträumt.

»Ich hätte hier noch etwas.« Herr Schwerterle hielt einen sehr edel aussehenden Koffer in der Größe eines kleinen Aktenkoffers bereit, den er aufklappte. »Ich möchte mich dafür bedanke, dass meine Schmiede jetzt schon zum fünften Mal für die Ketten sorgen darf.« Zum Vorschein kam ein mit Samt ausgelegtes Inneres, bei dem für die vier Manschetten und die Ketten jeweils Vertiefungen vorgesehen waren.

Renate war zunächst ziemlich irritiert. »Der Koffer war aber nicht bestellt.« erwiderte sie nach einem hektischen Blick in ihre Unterlagen.

»Ich weiß«, antwortete der Schmiedemeister, »sehen sie es bitte als eine weitere Spende.«

»Und wie sind die Ketten zu pflegen?« Renate hatte sich gut vorbereitet, weil sie Maria so weit es ging, die Sorgen nehmen wollte.

»Die sind sehr pflegeleicht und brauchen nur ganz selten mal etwas Puder«, sagte sie sehr voreilig, »auch bei täglichem Tragen.« Erst nachdem sie es ausgesprochen hatte, wurde ihr klar, was sie gerade gesagt hatte. Sie wurde rot und verlegen.

Ausgerechnet ihr Verlobter versuchte, die Situation zu retten. »Das empfehlen wir allen unseren Kundinnen.« Doch damit machte er es insgeheim fast noch schlimmer.

Erst Doris Vater schaffte es, die peinliche Stille zu durchbrechen. »Richten sie dem Vorstand bitte meinen herzlichen Dank aus. Unsere ganze Familie freut sich über die außerordentliche Ehre, dass unsere Tochter bei dem Fest so eine wichtige Rolle spielen darf. Und wie sie sehen, hat sie sich ja schon sehr ehrgeizig darauf vorbereitet.« Er trat auf sie zu und nahm sie genau so zärtlich wie stolz in den Arm.



Andrea musste sich erst räuspern. »Was würde denn so ein Satz Ketten kosten?« Ihr Gesicht zeigte deutlich, wie viel Kraft ihr diese Frage gekostet hatte.

Herr Schwerterle war bemüht, keine Miene zu verziehen, als er kurz seine Kalkulation durch ging. »Materialkosten, das Schweißen, drei Anproben. Gehen sie mal von ungefähr 400 DM aus.«

Andrea keuchte etwas und ihre Augen begannen zu leuchten. Der Preis war durchaus in Ordnung. Sie würde mit ihrer Serie sicher noch einen Bonus bekommen und dann könnte sie sich die Ketten locker leisten. Doch der Gedanke an ihre Serie ließen noch eine andere Idee in ihr reifen. Sie drehte sich zu Doris. »Ich würde gern auch einen Artikel über die »erste Dienerin« schreiben. Wann kann ich denn mal für ein Interview vorbei kommen?«

»Am Montag«, Doris musste nicht lange überlegen. Erst später wurde ihr klar, was es wirklich für sie bedeuten sollte.

»Wenn sie sonst weiter keine Fragen haben?«, Herr Schwerterle deutete vorsichtig an, dass sie von Seiten der Schmiede fertig wären.

»Muss für die Ketten noch etwas trainiert werden?« Renate zog hier einen Vergleich zum Handschuh.

»Eigentlich nicht«, konnte der Schmiedemeister beschwichtigen, »aber es schadet sicher nichts, sie zur Gewöhnung öfters mal zu tragen.« Er warf einen kurzen Blick auf seine Tochter.

»Dann behalte ich sie jetzt gleich mal an.« Maria gefiel der Gedanke, in Ketten nach Haus gehen zu können. »Falls das geht?« schob sie noch als Alibifrage hinterher.

Herr Schwerterle reichte zunächst Maria die Hand, dann allen anderen. »Auf ein schönes Fest.«



Paul ging etwas nachdenklich neben Maria her und lauschte dem lieblichen Klingen der neuen Ketten.

»Ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt.« In Marias Stimme klang vor allem Erleichterung.

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gag_coll
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  RE: Maria Datum:05.03.14 19:57 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Da haste ja wieder mal ein paar fantastische Fortsetzungen geschrieben.

Danke
Zitat
1. Was ist mit der Klette los? Dafür, das Sie jede Woche 2 Artikel schreiben muß und diese Woche noch nicht einmal erwähnt wurde frage ich mich, was ist mit ihr los? Steckt sie vielleicht noch im Monohandschuh von ihrer Freundin verpackt?

Das sollte mit 11/4 beantwortet sein...
Zitat
2. Die Sache mit dem Bauchgurt von den stahlfesseln. Du hast mal erwähnt, das Maria ziemlich angeregt sich das angesehen hat. Aber jetzt denkt sie da nicht mehr dran den Schmied mal darauf anzusprechen. Hat sie das vergessen, oder steckt da ein System hinter, welches sich noch aufklärt?

Das kommt im nächsten Teil...
Zitat

3. Was geschieht mit dem Traing der \"umgebauten\" Zwangsjacke? Irgenwie ist doch eh die Zeit schon knapp, aber du erwähnst nie, wie Maria ihr \"Gebet auf dem Rücken\" trainiert, bzw. wann.

Ja, du siehst es richtig. Maria hat nur sehr wenig freie Zeit... und sie kommt kaum dazu, das Gebet zu trainieren. Das wird sich aber in Kapitel 12 und 13 bessern... (die muss ich bloss erst mal ausformulieren...)
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Rainman
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  RE: Maria Datum:05.03.14 20:28 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Ja, du siehst es richtig. Maria hat nur sehr wenig freie Zeit... und sie kommt kaum dazu, das Gebet zu trainieren. Das wird sich aber in Kapitel 12 und 13 bessern... (die muss ich bloss erst mal ausformulieren...)


Sorry, das kann ich mir nun nicht verkneifen. Ist aber auch nicht wirklich ernst gemeint.



Hopp, hopp! Keine Müdigkeit vortäuschen. Wir Leser warten auf Nachschub!


Mfg Rainman.
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  RE: Maria Datum:05.03.14 21:14 IP: gespeichert Moderator melden


Danke wieder einmal eine ganz tolle Fortsetzung !

Aber gehörte im finsteren Mittelalter nicht auch ein Halseisen und Führkette
dazu ? Und ein muskulöser , finster dreinschauender Schmied währe doch
ein toller Gefängnisswährter , aber auch Schutz für die gefesselten Mädchen .
Klar der Prinz führt die Katerina , aber wer schleift die Dienerinen hinter her ?
Der Verlobte von Doris würde doch da passen .

Aber dann müsste Maria wahrscheinlich wegen multibeler Orgasmen getragen
und nicht geführt werden .

P.S.
Sorry , das ich beim letzten Mal etwas laut war , aber ich hatte Angst
du würdest nicht weiter schreiben wollen !

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Fehlermeldung am 05.03.14 um 21:23 geändert
95 % der Literatur sind Kopfkino selbst die Bibel denn keiner der Schreiber war dabei

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pardofelis
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  RE: Maria Kapitel 11 - Das Probenwochenende - Teil Vier Datum:05.03.14 21:24 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo gag-coll,
Danke für diese interessante Fortsetzung und für
Zitat
....
Paul ging etwas nachdenklich neben Maria her und lauschte dem lieblichen Klingen der neuen Ketten.

...



pardofelis
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gag_coll
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  RE: Maria Kapitel 11 - Das Probenwochenende - Teil Fünf Datum:06.03.14 20:07 IP: gespeichert Moderator melden


Maria
Kapitel 11 - Das Probenwochenende - Teil Fünf
Autor: Karl Kollar

Mrs. Potter legte ihr Besteck auf den Teller und blickte kurz auf die Uhr. »Wann wollte Frau Bayer euch abholen?«

Paul blickte seine Freundin kurz an. »Sie wollte gegen halb zwei Uhr hier sein.«

Maria warf ebenfalls einen Blick auf die Küchenuhr. Sie spürte eine deutliche Anspannung wegen der beiden Probentage, die für dieses Wochenende angesetzt waren. Heute wurde die ´Heimkehr von der Schlacht´ geprobt und dafür würde sie in Ketten durch die Stadt geführt werden. Entsprechend aufgeregt war sie.

Ihre Erzieherin hatte angeregt, die Ketten schon einmal zur Probe zu tragen. Maria war im ersten Moment sehr verwundert über diese Idee, doch dann bat sie Paul, ihr die Ketten anzulegen. Danach kümmerten sie sich um liegen gebliebenen Sachen für die Schule. Doch schon nach kurzer Zeit hatte Maria die Ketten schon wieder vergessen und nur, wenn sie ihren Arm nicht so weit heben konnte, wie sie wollte, wurde sie kurz wieder daran erinnert. Trotzdem fühlte sie sich wesentlich freier, als wenn sie ihren Monohandschuh trug. Der nahm ihren Armen jegliche Bewegungsfreiheit.

Auch beim Mittagessen hatte sie ihre Ketten anbehalten. Aus dem Probenplan wusste Maria, dass sie auch zu einem Imbiss eingeladen waren und deswegen wollte sie einmal probieren, ob Essen mit den Ketten möglich wäre. Insgeheim war Maria von den Ketten recht fasziniert und sie träumte schon davon, sie einmal bei einem gemütlichen Fernsehabend mit Paul zu tragen.



Es klingelte. Mrs Potter ging zur Tür und öffnete. Als sie zurück kam, hatte sie einen etwas verwunderten Blick. Hinter ihr betrat zunächst Renate Bayer und danach noch zwei Polizistinnen in Uniform die Küche.

»Die beiden Beamtinnen werden auf dich aufpassen«, erklärte Renate, »Bevor Beschwerden kommen, dass hier zwei Frauen gefangen wären.«

Die beiden Polizistinnen stellten sich ebenfalls vor und baten Maria dann, ihre Ketten einmal vorzuzeigen. »Wir müssen ja wissen, auf was wir aufpassen sollen.«

Maria kam der Bitte nach und zeigte den Verlauf ihrer Ketten sowie die ihr noch verbliebene Bewegungsfreiheit.

Die eine Polizistin grinste. »Das ist schon etwas effektiver als unsere Handschellen.«

»Und sie sind eine Maßanfertigung.« Maria erzählte mit etwas Stolz in der Stimme, wie sie die Ketten bekommen hatte. »Ich trage sie schon den ganzen Vormittag und sie stören überhaupt nicht.«

Paul trat zu ihr und legte seinen Arm um sie, dann gab er ihr einen Kuss.

Renate blickte auf die Uhr. »Wir sollten dann langsam aufbrechen. Wir müssen auch noch die ´Dienerin´ abholen.«

»Ich wünsche euch eine schöne Probe.« Mrs. Potter verabschiedete ihre Schützlinge. »Selma und ich kommen dann zum Marktplatz zum Zusehen.«



Vor dem Haus stand ein Polizeibus, der sie dann zur Schmiede fuhr. Renate stieg wieder mit den beiden Polizistinnen aus und ging zum Haus. Doris schien schon an der Tür gewartet zu haben, denn es wurde schon geöffnet, bevor Renate die Tür erreicht hatte. Dennoch dauerte es einen Moment, bis eine offensichtlich sehr nervöse Doris in ihrem vollen Kettengeschirr das Haus verließ.

Renate bemerkte ihre Nervosität und obwohl sie nicht verstand, warum die Schmiedetochter so nervös war, war sie bemüht, ihr die Nervosität zu nehmen. »Du wirst das schon schaffen.«

»Das ist ja noch strenger.« bemerkte eine der Polizistinnen, als sie das Geschirr von Doris erblickte. »Können sie sich denn überhaupt damit bewegen?«

Doris war wegen der Frage sichtlich irritiert. Sie musste sich erst räuspern, bevor sie antworten konnte. »Oh, das bin ich gewöhnt.« Erst später wurde ihr bewusst, was sie gerade gesagt hatte. Sie hoffte, dass die Beamtinnen nicht so genau hingehört hatten.



Als Doris zu Maria in den Bus stieg, leuchteten ihre Augen. Sie setzte sich auf ihren Platz und versuchte, mit der Hand an den Sicherheitsgurt zu fassen. Doch sie musste erkennen, dass ihr die Ketten dies verwehrten. Etwas verlegen wandte sie sich an die Polizistin. »Ich komme nicht an den Gurt.«

Als die Beamtin der Schmiedetochter beim Anschnallen half, war auch bei ihr eine gewisse Nervosität zu erkennen.

Nach dem alle Platz genommen hatten, fuhr der Bus weiter zum Sportplatz am Ortsrand, wo die Aufstellung zum Festzug sein würde.



Als sie aus dem Bus aus stiegen, sahen sie, dass schon fast alle Teilnehmer anwesend waren. Robert Greinert bat die Anwesenden, sich aufzustellen. Er war als zweiter Vorsitzender für den Ablauf des Festes zuständig.

Maria sah sich kurz um und konnte einige Bekannte begrüßen. Auch die Mitglieder ihrer Musikgruppe waren anwesend und wünschten Maria einen guten Festverlauf. Sogar der Baron war anwesend und erkundigte sich höflich nach Marias Wohlbefinden.

Maria hatte zu Beginn des Marsches etwas Probleme mit ihren Ketten. Sie schleiften auf dem Boden und blieben manchmal an kleineren Hindernissen hängen.

»Nimm die Verbindungskette in die Hand und hebe die Kette damit etwas hoch.« Doris hatte das Missgeschick bemerkt und war bemüht, Maria die nötigen Tipps zu geben.

* * *

Als sie den Marktplatz erreichten, war Maria sehr erleichtert, denn das lange Gehen mit den Ketten war für sie doch sehr ungewohnt. Im Gegensatz zu ihr machte Doris einen sehr glücklichen Eindruck. »Ich bin so froh, dass ich meine Ketten endlich mal in der Öffentlichkeit tragen darf.« Sie strahlte dabei über das ganze Gesicht.

Der Zug blieb stehen und Robert kam zusammen mit Renate auf Maria zu. »Wir möchten jetzt testen, ob die Aufgaben an den Stände alle machbar sind.«

Die meisten Stände hatte nur das notwendigste aufgebaut, so wie es in den Unterlagen auch angefordert war. Nur zwei Stände hatten sich etwas ins Zeug gelegt und sie weiter aufgebaut. Das Architekturbüro Walter hatte diverse Modelle von Häusern aufgebaut und die Kunstschmiede Schwerterle hatte den Schmiedeofen und einen Amboss dabei. Theo, der Verlobte von Doris hatte es sich nicht nehmen lassen, seine kleine Reiseschmiede sogar in Betrieb zu nehmen.

An den meisten Ständen gab es mit den Tätigkeiten für die Katerina keine Probleme, nur einmal war noch ein zusätzlicher Hocker notwendig, damit Maria die nötigen Handgriffe machen konnte. Ein andermal konnte ein Tisch ein wenig niedriger gemacht werden.

Doris genoss es sichtlich, dass sie in der Rolle der ersten Dienerin immer an Marias Seite sein durfte und ihr gelegentlich sogar zu Hilfe kommen konnte. Sie strahlte über das ganze Gesicht.

Maria war wegen der vielen Aufgaben sehr konzentriert, sie hatte den Ehrgeiz, der Rolle keine Schande zu machen. Die Ketten hatte Maria schon lange vergessen. Nur gelegentlich wurde sie daran erinnern, als sie etwas außerhalb der Reichweite machen wollte. Doch in diesen Fällen bekam sie vom Standinhaber stets Hilfe.

Besonders schön war es natürlich am Stand von Theo und seiner Schmiede. Maria stand zunächst vor der Wahl, ob sie mit dem normalen Schmiedehammer oder einer Spielzeugausgabe hantieren wollte. Nach kurzem Probieren entschied sie sich für den richtigen Hammer, was ihr von allen Seiten sehr viel Anerkennung einbrachte. »Es sind ja nur ein paar Schläge.« winkte sie bescheiden ab.

Erst nachdem Maria an dem Stand fertig war, wagte es Theo und nahm seine Doris kurz in den Arm. »Ich bin so stolz auf dich.«

Doris kam nicht umhin, vor Freude Tränen zu vergießen, die ihr Verlobter wegwischen musste.



Maria war es in all ihrer Konzentration gar nicht aufgefallen, dass Paul nicht an ihrer Seite war. Erst als sie die historische Kutsche auf den Marktplatz fahren sah, wurde sie wieder an die Rolle erinnert, die ihr Freund in dem Spiel inne hatte.

Es war der erste Auftritt, den sie auf diesem Fest gemeinsam zu absolvieren hatten. Maria würde in der Kutsche platz nehmen und Paul würde sie dann mit symbolischen Fesseln an den kleinen Thron fesseln.

Für diese Szene gab es kein historisches Vorbild, aber es wurde schon seit langem so gespielt, weil es so möglich war, dass das Prinzenpaar auf schon am Freitag des Festes einen gemeinsamen Auftritt haben konnte.

Mit zitternden Händen ging Maria auf die Kutsche zu und ihr Herz klopfte laut, dass sie auf dem Thron platz nahm. Von Renate war sie schon vor gewarnt worden, dass sie Manschetten, die Paul ihr anlegte, nur Attrappen waren und sie nicht wirklich festhalten würden. Im Gegenteil, es war wichtig, dass Maria ihre Arme ruhig halten würde, sonst wäre die Illusion zerstört.

Die Kutsche rollte langsam durch das große Rathaustor und als es sich hinter ihnen schloss, war ein paar wenig Applaus zu hören, der ihnen zeige, dass der erste Durchlauf vorbei war.

* * *

»Oh, wie seid ihr doch unzuverlässig.« Maria schimpfte und trat dabei mit dem Fuß auf. Ihr Ärger galt Paul und dem Verlobten von Doris. »Wie konntet ihr bloß die Schlüssel für die Ketten daheim vergessen.«

Paul wollte gerade protestieren, als er auf einmal das Zwinkern in Marias Augen bemerkte. Er begriff sofort ihren Plan und war auch gern bereit, mit zuspielen. Er gab sich zerknirscht. »Es tut mir leid.« Er seufzte gespielt. »Es war so eine Hektik heute Morgen.« Dabei fühlten seine Finger nach dem kleinen Schlüsselbund in seiner Tasche.

Auch Doris bedankte sich bei ihm mit einem kurzen aber intensiven Blick. Maria hatte sich diesen Kniff ausgedacht, als Doris ihr gestanden hatte, dass sie die Ketten nicht selbst abnehmen kann und auch nicht wollte. »Sie sind ja recht bequem.« hatte sie der Schmiedetochter geantwortet. »Lass mich nur machen.«

Renate hatte die Spielerinnen zu einem Bierzeltgarnitur geführt, die im Innenhof des Rathauses aufgebaut war. Sie bat sie, Platz zu nehmen.

»Oh, endlich sitzen.« Doris stöhnte. »Ich kann auf diesen Absätzen nicht so gut laufen.« Sie berichtete, dass sie sonst immer nur auf flachen Sohlen unterwegs war.

»Die sind aber für die richtige Körperhaltung sehr wichtig.« Maria erzählte von Auswirkungen der Absätze. »Sie bewirken einen fraulichen und sehr eleganten Gang.«

Doris war dies herzlich egal. »Mir tun die Füße weh.« stöhnte sie nur.

»Wartet mal, dazu stand etwas in den Unterlagen.« Renate blätterte in ihrer Mappe und begann vorzulesen. »Für den Umzug durch die Stadt sollten das ein paar auf mittelalterlich gemachte Stiefelchen sein, aber mit 4-5 cm Absatz. Ohne den Absatz wird der Gang mit den Ketten zu einem unwürdigen Geschlurfe einer Gefangenen. Wir brauchen aber eine stolze, aufrechte Prinzessin mit elegantem Gang, und da sind die (moderaten) Absätze zu den Ketten doppelt wichtig.«

Sie legte die Mappe auf den Tisch. Insgeheim bedauerte sie es, dass sie den Mädchen an dieser Stelle nicht besser helfen konnte. »Ruht euch aus bis zum zweiten Durchlauf. Ich schaue mal, wo die Getränke sind.«

Maria wartete, bis Renate außer Hörweite war, dann wandte sie sich an Doris. »Du trägst die Ketten sehr gern?«

Die Schmiedetochter war im ersten Moment etwas verlegen, doch dann fasste sie sich ein Herz. »Seine Ketten.«

Maria schwieg erst einen Moment, bevor sie weiter fragte. »Seine?«

»Es war vor einem Jahr«, Doris Stimme war regelrecht verträumt. »Mein Vater hatte gerade den Auftrag für die Katerina-Ketten erhalten und er wollte, das Theo diese als kleinen Teil seiner Meisterprüfung anfertigen sollte.«

Maria hörte aufmerksam zu.

»Wir hätten die Details mit der Baroness besprechen sollen und sie sollte deswegen zu uns kommen zwecks Maßnehmen.« Doris Seufzer war gut zu hören.

»Sie ist nicht gekommen?« Maria ahnte, was passiert war.

»Zu keinem einzigen Termin war sie erschienen.« Doris seufzte. »Und der Prüfungstermin rückte immer näher.«

Maria seufzte ebenfalls.

»Ich war damals schon sehr verliebt in Theo und deswegen hatte ich mich bereit erklärt, die Ketten zur Probe zu tragen.« Doris schwärmte. »Die Baroness hatte ´soviel Ketten wie möglich´ bestellt.«

Maria lachte. »Die hat bestimmt an andere Ketten gedacht.«

»Wir haben uns für diese Art von Geschirr entschieden.« Doris hob ihre Arme und zeigte ihr Geschirr. Es bestand aus je einer Verbindungskette zwischen den Hand und Fußgelenken, einer Verbindungskette zwischen den beiden Ketten und einer Verbindung zwischen den Handgelenken zu dem breiten Taillenring. »Es hat ihm genauso gut gefallen wie mir.«

»Und was haben deine Eltern dazu gesagt?«

»Die haben erst nicht verstanden, was sich da zwischen mir und Theo abgespielt hat.« Sie grinste. »Ich hatte damals das Versprechen abgelegt, die Ketten so lange tragen zu wollen, bis die Baroness sie abholt.«

Maria schluckte, als sie die Tragweite dieser Aussage erkannte.

»Natürlich trage ich die Ketten nur, wenn ich im Haus bin und normalerweise bekommt die auch kein Fremder zu Gesicht.«

Maria erinnerte sich an die Aussage von der ersten Kettenprobe, dass Doris die Ketten zur Probe tragen würde.

»Wir haben dann noch etwas mit den Kettenlängen experimentiert. Schließlich ist es zu drei verschiedenen Kettenensembles gekommen.« Doris Stimme klang in diesem Moment besonders stolz. »Ich habe ein Arbeitsgeschirr mit relativ langen Ketten, eines mit ganz kurzen für die Ruhepausen und eines für die Sonntage.«

»Und nur Theo hat die Schlüssel?« fragte Maria, obwohl sie die Antwort eigentlich schon kannte.

»Ich bin sehr gern seine Gefangene.« schwärmte Doris.

»Und wie ist es zu dem Knebel gekommen?« Marias Faszination wuchs.

»Es war meine Idee.« Doris grinste. »Aber ich glaube, er hatte sich bisher nur noch nicht zu fragen getraut.«

»Es hat einen gewissen Kick, wenn er Kontrolle über die Stimme hat.« sagte Maria mehr zu sich selbst.

Doris stimmte ihr zu. »Schade, dass die Rolle keinen Knebel vor sieht.«

Maria lachte.



Renate kam mit Robert Greinert an den Tisch zurück. »Es tut mir leid, Getränke habe ich keine gefunden, aber ihr seit zu einem Imbiss im Rathaus eingeladen.«

Robert blickte auf die Mädchen, die sich gerade etwas mühsam erhoben. Etwas erbost wandte er sich an die Betreuerin. »Warum haben sie den Mädchen die Ketten nicht abgenommen? Das hatten wir doch extra so ausgemacht.«

Doch Doris trat ihm entgegen. »Wir wollten in den Ketten bleiben.«

Robert Greinert war sichtlich verunsichert. »Wir hätten nämlich etwas zu Essen vorbereitet.« Er war deutlich verlegen.

Doris tauschte erst einen kurzen Blick mit Maria aus, bevor sie antwortete. »Das kriegen wir schon hin.« Dann winkte sie ihm Verlobten, der noch damit beschäftigt war, den Stand wieder abzubauen. Paul half ihm dabei.



Paul sah zu, wie Theo sein letztes Werkzeug einpackte. »Unsere Mädchen haben die Gefangenen toll gespielt.« Aus seiner Stimme klang Begeisterung.

Theo hielt inne und warf einen langen Blick auf Paul. Erst dann rang er sich zu einer Antwort durch. »Doris hat die Gefangene nicht gespielt.«

Paul blickte ihn verwundert an.

»Ich liebe es, wenn sie in Ketten ist und ich sie als ´meine´ Gefangene betrachten kann.« Seine Stimme klang sehr schwärmerisch. »Und ich glaube, sie liebt es ebenso.«

Paul griff noch einmal in seine Tasche und vergewisserte sich, dass die Schlüssel zu Marias Ketten noch da waren.

»Sie erwarten von uns, dass wir dominant auftreten und sie in ihre Schranken verweisen.« Theo spürte Pauls Vorbehalte.

»Aber ich liebe sie.« rang Paul sich zu einer schwachen Verteidigung durch.

»Ich liebe meine Doris ebenfalls über alles.« Theos Stimme ließ keinen Zweifel an seiner Aussage. »Darum tue ich das ja alles für sie.« Er klappte seinen Werkzeugkasten zu und blickte zu seiner Verlobten. »Ich glaube, die Damen wünschen, dass wir zu ihnen gehen.«

Paul folgte seinem Blick und sah, dass auch Maria ihn herbei winkte. Er wartete, bis Theo seinen Werkzeugkasten im Auto verstaut hatte, dann folgte er ihm zum Tisch.



Nach einer kurzen, aber innigen Begrüßung räusperte sich Renate und bat die Vier ins Rathaus. »Es steht ein Imbiss bereit.«

Theo nahm seine Doris beiseite. »Bist du sicher, dass das mit den Ketten geht?« Er streichelte ihr liebevoll über den Kopf. »So etwas haben wir noch nie in der Öffentlichkeit gemacht.«

»Ich bin sehr aufgeregt«, gestand sie ihm und freute sich über sein Einfühlungsvermögen. »Ich kriege das schon hin.« Doch dann ging ein Grinsen über ihr Gesicht. »Außerdem habt ihr doch beide die Schlüssel daheim vergessen, das haben wir Renate so gesagt.« In diesem Moment blickte sie ihn geradezu flehend an.

Theo war im ersten Moment sehr verblüfft, doch dann begriff er, dass für seine Freundin gerade ein sehr großer Traum in Erfüllung ging. Es bedeutete ihr sehr viel, ihre Ketten einmal in der Öffentlichkeit zeigen zu dürfen. Gleichzeitig sah er auch eine Gelegenheit, wieder die Initiative zu ergreifen. »Du glaubst doch nicht etwa, dass ich sie dir aufgeschlossen hätte.«

Doris zuckte bei diesen Worten etwas zusammen und ihre Augen wurden etwas glasig. Erst nach einer gewissen Zeit war sie in der Lage, wieder eine Reaktion zu zeigen. Sie deutete mit ihrem Armen einen Umarmung an und küsste ihn lange auf den Mund. »Ich liebe Dich auch.«



Renate war noch einmal in die kleine Küche des Rathauses gegangen und hatte Gabeln geholt. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass ihre Schützlinge die Ketten anbehalten würden. Sie hoffte, dass es mit dem Besteck möglich sein würde, einigermaßen würdevoll essen zu können.

Sie hatte geglaubt, die Ketten wären eine Belastung für die Darstellerinnen, so wie es in den Jahren zuvor auch immer gewesen war. Doch im Gegensatz dazu schienen Maria und vor allem Doris die Ketten überhaupt nichts auszumachen. Renate erinnerte sich daran, dass sie Doris bisher jedes mal daheim mit den Ketten angetroffen hatte. Sie hatte sich wirklich sehr gut auf die Rolle vorbereitet.



Im Rathaus standen sowohl die Eltern von Doris als auch Mrs. Potter und Oma Selma beieinander und unterhielten sich, als Maria und Doris mit ihren Ketten den Rathaussaal betraten. Beide Mädchen wurden liebevoll von ihren Angehörigen begrüßt und in die Arme genommen.

Es war der Mutter von Doris anzusehen, dass sie sich zwar über das Glück ihrer Tochter sehr freute, aber über die Ketten etwas unglücklich war.

Der Bürgermeister hielt eine kurze Rede und bat dann an das Buffet. Doch dann trat Renate auf ihn zu und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Ihr war anzusehen, dass es ihr etwas unangenehm war. Auch der Chef des Rathauses warf einen verwunderten Blick auf die beiden Darstellerinnen, doch dann kam seine berufliche Routine hervor. Er bat die Herren ans Buffet und bat sie, für ihre Frauen etwas auszusuchen und ihnen dann beim Essen behilflich zu sein.

Doch zur großen Erleichterung aller war es Doris und Maria durch die Gabeln möglich, ganz normal zu essen und zu trinken. Renate hatte in der Küche auch Strohhalme gefunden.



»Darf ich heute Nacht in den Käfig?« fragte Doris mit sehr viel Glück in der Stimme ihren Verlobten.

»Von mir aus sehr gern.« Theo legte den Arm um seine Verlobte und streichelte ihr durch das Gesicht. »Aber hast du nicht noch morgen einen anstrengenden Tag vor dir?«

Doris seufzte ein wenig. Sie wusste, dass Theo recht hatte und dass sie morgen besser ausgeschlafen sein sollte.

Maria erinnerte sich an den seltsamen Käfig, den sie bei Grünbergs gesehen hatte. »Du hast auch so einen Käfig?«

Auf die Frage zuckte Doris ein wenig zusammen und sie wurde verlegen.

Maria erzählte von dem Käfig bei Grünbergs. »Was ist so schön daran, in einem Käfig eingesperrt zu sein?«

Doris war erleichtert, weil Maria nicht nur nicht lachte, sondern sogar Interesse zeigte. Dennoch wusste sie keine Erklärung. »Ich weiß es nicht. Ich hatte aber immer schon davon geträumt, in einem goldenen Käfig eingesperrt zu sein.«

»Gold?« Maria wunderte sich.

»Ich weiß nicht, wie er das gemacht hat«, ihre Augen strahlten. »Er sagte irgendwas von Galvanik. Die Stäbe dieses Käfigs sind goldfarben.« Sie zögerte etwas. »Es ist übrigens nur schön, wenn er auch dabei ist. Wenn ich alleine bin, ist es eher langweilig. Wenn er dabei ist, wage ich es nicht, den Riegel zu berühren. Zu besonderen Gelegenheiten lässt er mich auch mal im Käfig übernachten, doch meistens darf ich bei ihm im Bett sein.«

»Und du bist darin richtig gefangen und eingesperrt?« Paul kam dies ebenfalls sehr unheimlich vor.

»Naja, nicht richtig.« Doris wurde wieder etwas verlegen. »Wenn die Tür wirklich abgeschlossen wäre, dann wäre das viel zu gefährlich.«

»Ist der offene Käfig nicht witzlos?« Paul verstand die Zusammenhänge noch weniger.

Doris seufzte. »Das war auch meine Argumentation am Anfang. Aber sie haben mich überzeugt, dass es viel zu gefährlich wäre.« Sie machte eine Pause und schluckte, bevor sie weiter sprach. »Wir wohnen direkt über der Schmiede und dort brennt fast immer das Feuer. Sehr leicht könnte es zu brennen anfangen oder es könnte sehr stark rauchen. Wenn ich dann im Käfig gefangen wäre, wäre das lebensgefährlich. Ich musste der Bedingung zustimmen, dass der Käfig nicht abgeschlossen wird, sonst hätte ich ihn überhaupt nicht bekommen. Am Anfang habe ich mir immer vorgestellt, dass da ein dickes Schloss daran hängen würde. Und der Klang, wenn der Riegel zufällt hat auch etwas elektrisierendes.«

Sowohl Paul als auch Maria fühlten mit Doris mit, obwohl sie deren Motivation weiterhin nicht nachvollziehen konnten.

»Aber dann hatte meine Mutter eine tolle Idee.« Doris strahlte.

»Deine Mutter?« Maria war verblüfft.

»Naja, sie sorgte sich sowohl um mein Wohlbefinden als auch um mein Glück.« Doris seufzte etwas. »Und als sie erkannt hatte, wie viel mir der Käfig bedeutete, hat sie vorgeschlagen, die Tür mit einer Schnur zu verschließen und diese anschließend mit Wachs zu versiegeln.«

Paul und Maria waren sprachlos.

»Wir haben es dann sogar mehrmals getestet. Im Notfall muss ich nur den Riegel haben und dann der Tür einen kräftigen Schubs geben.« Sie strahlte. »Und er kann mich mit dem Siegel genauso wirksam einsperren wie mit einem Schloss.«

»Ich würde den Käfig gern mal sehen.« Maria war sehr gespannt.

»Kommt uns doch einfach mal besuchen.« Doris strahlte. »Dann kann ich euch alles zeigen.«


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