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DrSimon Volljährigkeit geprüft
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  Die Erbschaft Datum:02.03.26 13:35 IP: gespeichert Moderator melden


**Kapitel 1: Die unerwartete Nachricht**

Anna und Lukas waren das, was man ein perfektes junges Ehepaar nannte. Sie hatten sich vor sechs Jahren auf einer Uni-Party kennengelernt – sie, die quirlige Literaturstudentin mit den langen, kastanienbraunen Locken und den smaragdgrünen Augen, die immer ein wenig zu neugierig in die Welt blickten; er, der ruhige Informatik-Student mit dem kantigen Kinn und dem warmen Lachen, das selbst die stressigsten Tage erhellte. Jetzt, mit 28 und 30 Jahren, lebten sie in einer kleinen, aber gemütlichen Altbauwohnung in Berlin-Mitte. Lukas arbeitete als Software-Entwickler in einem mittelständischen Tech-Unternehmen, wo er täglich bis spätabends Codes schrieb und Systeme optimierte. Anna war Grundschullehrerin, liebte ihre kleinen Schüler mit der gleichen Leidenschaft, mit der sie Lukas liebte – wild, zärtlich und manchmal ein bisschen verrückt.

Ihre Ehe war wie ein gut geölter Motor: stabil, leidenschaftlich und voller kleiner Abenteuer. An den Wochenenden kochten sie zusammen, fuhren mit dem Fahrrad durch den Tiergarten oder kuschelten sich auf dem Sofa unter einer Decke, während draußen der Regen gegen die Scheiben prasselte. Sex war für sie kein Tabu, sondern ein Fest – spielerisch, zärtlich, manchmal ein wenig experimentierfreudig. Lukas liebte es, wenn Anna die Kontrolle übernahm, und sie genoss es, sich ihm hinzugeben. Doch tief in Annas Innerem schlummerte eine Neugier, die sie selbst kaum verstand: eine Sehnsucht nach dem Unbekannten, nach Grenzen, die man vorsichtig überschritt. Sie hatte es nie laut ausgesprochen, aber in manchen Nächten, wenn Lukas schlief, scrollte sie heimlich durch Foren und Geschichten, die von verborgenen Räumen, glänzendem Latex und süßer Unterwerfung erzählten. Es blieb ein Geheimnis. Vorläufig.

An einem grauen Freitagnachmittag im Oktober änderte sich alles.

Lukas kam früher als sonst nach Hause, die Post unter dem Arm. Er roch noch nach dem Büro – nach Kaffee und frischem Aftershave – und küsste Anna zur Begrüßung lang und innig auf den Mund, während sie in der Küche stand und Pasta sauce umrührte.

„Du glaubst nicht, was heute im Briefkasten war“, sagte er mit einem schiefen Grinsen und wedelte mit einem dicken, cremefarbenen Umschlag. Das Siegel darauf war altmodisch, fast aristokratisch: ein verschnörkeltes Wappen mit einem Raben und einem Turm.

Anna wischte sich die Hände an einem Geschirrtuch ab und nahm den Brief. „Von wem ist der denn?“

„Von einem Notar. Dr. Heinrich von Waldenfels. Und rate mal, worum es geht.“ Lukas zog sie an der Hüfte zu sich heran, seine Hände warm auf ihrer Taille. „Eine Erbschaft. Von meinem Onkel Friedrich. Den ich nicht mal kannte.“

Anna blinzelte. „Onkel Friedrich? Der Name sagt mir gar nichts.“

„Mir auch nicht wirklich. Papa hat mal erwähnt, dass er ein schwarzes Schaf der Familie war. Reiste durch Europa, sammelte Antiquitäten, lebte wie ein Einsiedler. Ist vor drei Monaten gestorben, irgendwo in den Bergen. Und jetzt… bin ich der einzige lebende Verwandte.“ Lukas lachte leise, ein bisschen ungläubig. „Der Notar schreibt, wir sollen nächste Woche zu ihm kommen. In sein Büro in der Innenstadt. ‚Persönlich und vertraulich‘, steht da. Keine Details. Nur, dass es um ein beträchtliches Erbe geht.“

Anna spürte ein Kribbeln im Bauch. Nicht nur wegen des Geldes – sie hatten immer gut gelebt, aber ein bisschen mehr Luft zum Atmen wäre schön gewesen. Nein, es war die Mystik. Ein unbekannter Onkel. Ein Testament. Ein Geheimnis. Ihre grünen Augen leuchteten auf, als sie den Brief zurückgab.

„Stell dir vor, Lukas… vielleicht ein altes Haus. Oder eine Wohnung in Paris. Oder… ach, ich weiß nicht. Wir könnten endlich mal richtig reisen. Ich nehme mir Urlaub, und wir machen eine richtige Erkundungstour.“

Lukas zog sie fester an sich, seine Lippen streiften ihr Ohr. „Oder wir bekommen genug Geld, dass ich kündigen kann und wir einfach nur… zusammen sind. Kein Wecker mehr. Nur du und ich und das, was wir wollen.“

Sie küssten sich wieder, tiefer diesmal. Die Pasta köchelte leise vor sich hin, während draußen der Herbstwind an den Fenstern rüttelte. In diesem Moment fühlten sie sich unbesiegbar. Jung, verliebt, bereit für das nächste Kapitel ihres Lebens.

„Nächste Woche Mittwoch, 14 Uhr“, murmelte Lukas zwischen zwei Küssen. „Und danach… feiern wir. Egal, was es ist.“

Anna lächelte an seinen Lippen. Sie ahnte nicht, dass dieses Erbe kein Geld bringen würde. Kein Apartment in der Stadt. Sondern etwas viel Älteres. Etwas Dunkleres. Etwas, das ihre tiefsten, verborgensten Sehnsüchte wecken und sie gleichzeitig in Ketten legen würde – Ketten aus glänzendem, unzerstörbarem Latex.

Doch das war noch fern. In diesem Augenblick gab es nur sie beide, den Duft von Tomatensauce und die prickelnde Vorfreude auf ein Abenteuer, das ihr ganzes Leben verändern sollte.

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mpwh66
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  RE: Die Erbschaft Datum:02.03.26 15:40 IP: gespeichert Moderator melden


Eine Erbschaft klingt immer gut ..... Und spannend ich freue mich auf den nächsten Teil
Gruß mpwh66
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DrSimon Volljährigkeit geprüft
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  RE: Die Erbschaft Datum:02.03.26 20:36 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 2: Das Testament des Unbekannten

Der Mittwoch war einer dieser typischen Berliner Herbsttage – grau, nass, mit einem Wind, der einem die Kälte direkt unter die Jacke blies. Anna hatte sich extra freigenommen. Sie trug ein schlichtes, aber elegantes dunkelgrünes Kleid, das ihre Figur betonte, ohne aufdringlich zu wirken, und dazu kniehohe Stiefel, die bei jedem Schritt leise klackerten. Lukas hatte sich in ein weißes Hemd und einen dunklen Anzug gezwängt, den er sonst nur zu Hochzeiten und Beerdigungen trug. Er sah aus wie ein Mann, der versuchte, seriös zu wirken, obwohl seine Haare immer noch ein wenig zerzaust waren, als hätte er sie gerade erst mit den Fingern durchkämmt.

Sie nahmen die U-Bahn bis zum Gendarmenmarkt und gingen die letzten Meter zu Fuß. Das Notarbüro von Dr. Heinrich von Waldenfels lag in einem prachtvollen, aber leicht verwitterten Gründerzeitgebäude. Die schwere Holztür knarrte, als Lukas sie aufhielt. Im Inneren roch es nach altem Leder, Bohnerwachs und einer Spur von Zigarrenrauch – als hätte die Zeit hier vor hundert Jahren stehen geblieben. Eine ältere Sekretärin mit strengem Dutt führte sie in ein Wartezimmer mit hohen Decken und schweren Samtvorhängen.

Anna spürte Lukas’ Hand in ihrer. Seine Finger waren warm, beruhigend. „Bist du aufgeregt?“, flüsterte er ihr zu, während sie auf den lederbezogenen Sesseln saßen.

„Ein bisschen“, gestand sie und drückte seine Hand fester. „Stell dir vor, wenn es wirklich ein Vermögen ist. Wir könnten… keine Ahnung… ein Haus kaufen. Oder einfach mal ein Jahr reisen. Nur du und ich.“

Lukas grinste schief. „Oder ich kündige endlich und programmiere nur noch das, worauf ich Lust habe. Und du schreibst dein Buch. Das, von dem du immer träumst.“

Sie lächelten sich an, und für einen kurzen Moment vergaßen sie den Grund ihres Kommens. Dann öffnete sich die Tür.

„Herr und Frau Berger? Dr. von Waldenfels erwartet Sie.“

Der Notar war genau so, wie man ihn sich vorstellte: Ende sechzig, silbergraues Haar, tadellos sitzender Dreiteiler, eine goldene Taschenuhrkette über der Weste. Seine Augen hinter der randlosen Brille waren scharf und ein wenig müde, als hätte er schon zu viele Geheimnisse gehört. Er begrüßte sie mit einem festen Händedruck und bat sie in sein holzgetäfeltes Büro. Auf dem massiven Schreibtisch lag nur ein einzelner, dicker Umschlag mit rotem Siegel – und ein Laptop, der seltsam fehl am Platz wirkte.

„Nehmen Sie Platz“, sagte er mit tiefer, ruhiger Stimme. „Ich nehme an, Sie haben viele Fragen. Ich werde versuchen, sie alle zu beantworten.“

Er brach das Siegel, zog ein mehrseitiges Dokument heraus und setzte eine Lesebrille auf. Die nächsten Minuten vergingen in feierlichem Schweigen, während er die Formalitäten verlas: Friedrich von Berger, ledig, kinderlos, verstorben am 12. Juli in seinem Anwesen in den österreichischen Alpen. Alleiniger Erbe: sein Neffe Lukas Berger.

Dann kam der Satz, der alles veränderte.

„Finanzielle Vermögenswerte sind leider keine vorhanden. Ihr Onkel hat sein gesamtes Barvermögen in den letzten Jahren für den Erhalt und die Modernisierung seines Anwesens ausgegeben. Was er Ihnen hinterlässt, ist… das Anwesen selbst.“

Lukas blinzelte. „Ein Haus?“

Dr. von Waldenfels lächelte zum ersten Mal – ein schmales, fast mitleidiges Lächeln. „Kein Haus, Herr Berger. Ein Schloss. Schloss Schattenstein. Erbaut 1784, gelegen in einem abgelegenen Tal der Hohen Tauern, etwa drei Autostunden südlich von Salzburg. Vollständig ausgestattet, inklusive eines hochmodernen zentralen Steuerungssystems, das Ihr Onkel vor fünf Jahren hat einbauen lassen. Touchscreens in fast jedem Raum. Heizung, Beleuchtung, Sicherheit, sogar die Wasser- und Stromversorgung – alles digital vernetzt.“

Anna spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Ein Schloss. Kein langweiliges Reihenhaus, kein Apartment – ein echtes Schloss. Bilder von Türmen, langen Gängen, verborgenen Kammern schossen durch ihren Kopf. Ihre Finger krallten sich unwillkürlich in Lukas’ Hand.

„Aber… wie viel ist das wert?“, fragte Lukas pragmatisch. „Können wir es verkaufen?“

Der Notar lehnte sich zurück. „Theoretisch ja. Allerdings gibt es Auflagen. Ihr Onkel hat in seinem Testament verfügt, dass das Schloss mindestens zwei Jahre lang nicht verkauft oder vermietet werden darf. Er wollte, dass der neue Eigentümer… es zuerst kennenlernt. Persönlich. Er schrieb wörtlich: ‚Wer es erbt, soll spüren, was es bedeutet, Herr über Schattenstein zu sein.‘“

Er schob zwei Schlüssel über den Tisch – einen alten, schweren Eisenschlüssel und einen modernen, elektronischen Chip. Dazu einen dicken Ordner mit Bedienungsanleitungen, Grundrissen und Zugangscodes für das Computersystem.

„Die Immobilie ist schuldenfrei. Strom und Wasser laufen über ein eigenes kleines Wasserkraftwerk im Berg. Es gibt sogar eine Satelliten-Internetverbindung. Aber es liegt wirklich sehr abgelegen. Keine Nachbarn im Umkreis von zwölf Kilometern. Die nächste Ortschaft ist ein kleines Dorf namens Dunkelbach, zwanzig Minuten mit dem Auto.“

Anna konnte kaum stillsitzen. Sie fühlte ein Prickeln im Nacken, eine Mischung aus Enttäuschung – kein Geld – und wilder, fast kindlicher Aufregung. Ein Schloss. Ein echtes, altes Schloss. Mit Geheimnissen. Mit Geschichte. Mit… Möglichkeiten.

Lukas atmete tief durch. „Wir… wir müssen es uns ansehen. Sofort.“

Der Notar nickte. „Das würde ich Ihnen auch raten. Der Schlüssel für die Haupttür ist der alte. Der Chip aktiviert das System. Und noch etwas.“ Er machte eine kleine Pause, als würde er nach den richtigen Worten suchen. „Ihr Onkel war… ein sehr privater Mensch. Mit sehr speziellen Vorlieben. Manches im Schloss mag Sie überraschen. Aber alles, was dort ist, gehört jetzt Ihnen. Ohne Ausnahme.“

Anna und Lukas wechselten einen Blick. In seinen Augen sah sie dieselbe Mischung aus Neugier und leiser Unruhe, die auch in ihr brodelte.

Als sie eine halbe Stunde später wieder auf der Straße standen, regnete es stärker. Lukas zog Anna unter das Vordach und küsste sie plötzlich – hart, hungrig, als hätte die Nachricht etwas in ihm geweckt.

„Ein Schloss, Anna“, murmelte er an ihren Lippen. „Ein verdammtes Schloss. Nur für uns.“

Sie lachte leise, atemlos. „Und ich habe mir nächsten Freitag schon Urlaub genommen. Das ganze Wochenende. Du musst zwar Montag zurück… aber bis dahin…“

Ihre grünen Augen leuchteten. „…gehört uns das ganze Schloss.“

Lukas’ Hand glitt tiefer, drückte sie an sich. „Dann lass uns packen. Morgen früh fahren wir los. Ich will sehen, was Onkel Friedrich uns wirklich hinterlassen hat.“

Während sie durch den Regen nach Hause liefen, eng aneinander geschmiegt, spürte Anna tief in sich etwas Neues erwachen. Eine dunkle, süße Vorfreude. Sie wusste noch nicht, dass dieses Schloss nicht nur Mauern und Türme hatte. Dass es Räume gab, die nur darauf warteten, betreten zu werden. Und dass einer davon sie für immer verändern würde.

Aber das würde sie erst in ein paar Tagen erfahren.

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ChasHH
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  RE: Die Erbschaft Datum:02.03.26 20:43 IP: gespeichert Moderator melden


Na dann sind wir mal gespannt, was dort auf die beiden wartet.
Bestimmt auch etwas in Sachen Fetisch.
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DrSimon Volljährigkeit geprüft
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  RE: Die Erbschaft Datum:02.03.26 21:05 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 3: Die Straße ins Dunkel

Der Wecker klingelte um halb fünf. Anna schlug die Augen auf, noch bevor Lukas sich rühren konnte. Ihr Herz pochte bereits, als hätte es die ganze Nacht nicht aufgehört. Sie drehte sich zu ihm um, strich mit den Fingern über seine nackte Brust und flüsterte: „Aufwachen, Schlossherr. Unser Abenteuer wartet.“

Lukas zog sie mit einem verschlafenen Knurren an sich, küsste sie tief und hungrig, seine Hände glitten unter ihr dünnes Schlafshirt. Für einen Moment vergaßen sie alles – das Auto, die Koffer, die lange Fahrt. Nur seine Lippen auf ihrem Hals, ihre Beine, die sich um seine Hüften schlangen. Doch dann lachte Anna leise und schob ihn weg.

„Später. Im Schloss. In unserem Schloss.“

Sie frühstückten hastig – Kaffee aus der Thermoskanne, Brötchen vom Vortag – und luden das Auto. Zwei große Reisetaschen, eine Kiste mit Wein, Kerzen und Annas Lieblingsbuch. Lukas hatte seinen Laptop dabei, weil er Montag früh wieder im Büro sein musste. Anna hatte sich das ganze Wochenende freigenommen. Drei volle Tage nur sie beide. Und ein Schloss.

Um sechs Uhr rollten sie aus Berlin hinaus. Der Himmel war noch nachtschwarz, die Stadtlichter spiegelten sich in den Pfützen. Lukas fuhr zuerst. Anna saß auf dem Beifahrersitz, die Beine hochgezogen, die Hand auf seinem Oberschenkel. Die ersten Stunden vergingen mit Musik, mit Lachen, mit Plänen.

„Stell dir vor“, sagte sie und schaute aus dem Fenster, während die Autobahn an ihnen vorbeiflog, „wir wachen morgens auf und schauen aus einem Turmfenster über die Berge. Kein Wecker. Kein Nachbar, der den Rasen mäht. Nur wir.“

Lukas grinste. „Und abends… machen wir uns das zentrale System zunutze. Licht dimmen, Musik an, vielleicht sogar die Heizung in jedem Raum einzeln regeln. Onkel Friedrich war wohl ein Technik-Freak.“

„Oder ein Kontroll-Freak“, murmelte Anna und biss sich auf die Unterlippe. Der Gedanke ließ etwas in ihrem Bauch flattern. Kontrolle. Über ein ganzes Schloss. Über… alles.

Die Landschaft veränderte sich langsam. Flaches Brandenburg wich Hügeln, dann richtigen Bergen. Bei Nürnberg übernahmen sie den ersten Kaffee-Stopp. Anna setzte sich ans Steuer. Lukas döste, die Hand locker auf ihrem Knie. Sie fuhr schneller als erlaubt, als könnte sie es nicht erwarten, dass das Schloss endlich real wurde.

Hinter München wurde es ernst. Die Alpen ragten auf wie eine Wand aus Stein und Wolken. Die Straße wurde enger, kurviger. Tannenwälder schlossen sich um sie. Der Nebel kroch aus den Tälern. Anna spürte, wie die Zivilisation zurückblieb. Keine Tankstellen mehr, keine Werbetafeln. Nur noch Schilder mit Ortsnamen, die immer fremder klangen: Mittersill, Krimml, dann irgendwann nur noch „Dunkelbach 18 km“.

„Hier ist es wirklich am Arsch der Welt“, murmelte Lukas, als er wieder wach war. Er starrte auf das Navi. „Noch zwölf Kilometer. Und dann… nichts mehr.“

Der letzte Abschnitt war eine schmale, unbeleuchtete Bergstraße. Links ging es steil bergab in ein Tal, rechts stieg der Fels senkrecht auf. Die Sonne war schon hinter den Gipfeln verschwunden, als sie endlich das kleine Schild sahen: „Schloss Schattenstein – Privatweg“. Kein Tor. Nur zwei steinerne Säulen, halb überwuchert von Efeu, und eine schmale Asphaltspur, die sich in den Wald bohrte.

Anna hielt an. Sie stiegen beide aus. Die Luft war eiskalt, roch nach Harz und feuchtem Moos. Irgendwo in der Ferne rauschte ein Bach. Kein Vogel. Kein Auto. Absolute Stille.

„Lukas…“, flüsterte Anna. Ihre Stimme klang plötzlich klein.

Er nahm ihre Hand. „Komm. Wir sind da.“

Die letzten dreihundert Meter fühlten sich wie eine andere Welt an. Dann öffnete sich der Wald – und da stand es.

Schloss Schattenstein.

Es thronte auf einem kleinen Felsplateau, als hätte es die Jahrhunderte einfach ignoriert. Vier Türme, dunkler Sandstein, hohe schmale Fenster, die wie leere Augen in die Dämmerung starrten. Efeu rankte sich an den Mauern empor, aber nicht wild – als wäre er gezähmt. Die Zufahrt endete in einem gepflasterten Innenhof mit einem alten Brunnen in der Mitte. Rechts und links standen zwei steinerne Raben auf hohen Sockeln und schienen sie anzustarren.

Lukas stellte den Motor ab. Die plötzliche Stille war fast greifbar.

„Heilige Scheiße“, flüsterte er.

Anna stieg aus. Der Kies knirschte unter ihren Stiefeln. Sie ging langsam auf das Hauptportal zu – eine massive, zweiflügelige Eichentür mit eisernen Beschlägen. Oben prangte das gleiche Wappen wie auf dem Brief: Rabe und Turm.

Lukas kam mit den Schlüsseln. Zuerst der alte Eisenschlüssel. Er passte perfekt. Ein schweres, metallisches Klicken. Dann zog er den modernen Chip aus der Tasche und hielt ihn gegen eine unauffällige schwarze Platte neben der Tür.

Ein leises Summen ertönte. Über der Tür leuchtete ein kleines Display auf.

„Willkommen, Erbe von Schattenstein. System aktiviert. Guten Abend, Lukas und Anna Berger.“

Anna zuckte zusammen. „Es kennt unsere Namen?“

„Onkel Friedrich muss alles vorbereitet haben“, murmelte Lukas. Er drückte die Tür auf.

Warmer Luftzug schlug ihnen entgegen. Nicht muffig. Nicht kalt. Frisch. Als hätte jemand die Heizung schon vor Stunden hochgedreht.

Die Eingangshalle war riesig. Hohe Decke mit stuckverzierten Gewölben, ein Kronleuchter aus dunklem Eisen, der automatisch auf sanfte Helligkeit dimmte. Der Boden war aus poliertem dunklen Marmor. An der rechten Wand hing ein riesiger Spiegel. Links führte eine breite Treppe nach oben. Und überall – unauffällig in die Wand eingelassen – schimmerten flache Touchscreens. Einer direkt neben der Tür.

Lukas tippte darauf. Das Display erwachte zum Leben.

„Zentralsystem Schattenstein – Willkommen.
Temperatur: 22 °C
Beleuchtung: Empfangshalle 40 %
Sicherheit: Alle Türen verriegelt außer Haupteingang
Weitere Räume freischalten?“

Anna trat näher. Ihre Finger schwebten über dem Glas. Sie spürte Lukas hinter sich, seine Hände auf ihren Hüften, sein Atem in ihrem Nacken.

„Lass uns erst mal reingehen“, flüsterte er. „Das ganze Wochenende gehört uns.“

Sie drehte sich um, schlang die Arme um seinen Hals und küsste ihn – langsam, tief, mit einer neuen, fast fiebrigen Intensität. Draußen heulte der Wind um die Türme. Drinnen war es warm, still und… wartend.

Anna löste sich ein wenig und schaute die breite Treppe hinauf, die in Dunkelheit führte.

„Dann zeig mir unser Schloss, Lukas. Jedes Zimmer. Jeden Winkel.“

Sie wusste nicht, dass eines dieser Zimmer sie schon bald rufen würde. Mit glänzenden, schwarzen Versprechen. Und dass sie nicht mehr würde gehen können, wenn sie erst einmal eingetreten war.

Aber in diesem Moment gab es nur die Wärme seiner Hände, den Duft von altem Holz und Stein – und die prickelnde Gewissheit, dass ihr Leben gerade erst richtig begonnen hatte.

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Ralf Walter Volljährigkeit geprüft
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Bredenfelde


alles kann jedoch nur einvernehmicl

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  RE: Die Erbschaft Datum:02.03.26 21:32 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo DrSimon,

Du ,machst es aber richtig spannend.
Mit dem Satz "Sie wusste nicht, dass eines dieser Zimmer sie schon bald rufen würde. Mit glänzenden, schwarzen Versprechen. Und dass sie nicht mehr würde gehen können, wenn sie erst einmal eingetreten war." baust Du einen heftigen Spannungsbogen auf, der förmlich nach weiteren Fortsetzungen schreit.

Danke für die bisherigen Teile, die ich förmlich verschlungen habe ...

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DrSimon Volljährigkeit geprüft
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  RE: Die Erbschaft Datum:02.03.26 22:40 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 4: Die endlosen Hallen von Schattenstein

Die schwere Eichentür fiel mit einem dumpfen, endgültigen Klang hinter ihnen ins Schloss. Anna stand mitten in der Eingangshalle, den Kopf in den Nacken gelegt, und konnte einfach nicht aufhören zu staunen. Der Kronleuchter über ihnen – ein gewaltiges Gebilde aus schwarzem Schmiedeeisen und Kristall – hatte sich automatisch auf ein warmes, goldenes Licht gedimmt, als würde das Schloss selbst sie willkommen heißen. Aber es war nicht nur die Halle. Es war die schiere Größe.

„Lukas… das ist kein Schloss“, flüsterte sie. „Das ist ein verdammtes Labyrinth.“

Er lachte leise, doch in seiner Stimme schwang dasselbe Staunen mit. „Onkel Friedrich hat nie ein Wort darüber verloren. Ich dachte an eine alte Villa. Vielleicht drei, vier Zimmer. Aber das hier…“

Sie begannen ihren Rundgang langsam, Hand in Hand, wie zwei Kinder, die zum ersten Mal einen verbotenen Palast betreten. Der Touchscreen neben der Tür zeigte eine interaktive Karte: drei Stockwerke, vier Türme, zwei Kellergewölbe und ein Dachboden, der sich über die gesamte Länge erstreckte. Über 40 Räume. Anna tippte darauf, und das System antwortete mit einer sanften Frauenstimme: „Willkommen, Anna Berger. Möchten Sie eine geführte Tour?“

„Nein“, sagte sie lächelnd. „Wir wollen uns verlaufen.“

Zuerst das Erdgeschoss. Der große Festsaal raubte ihnen den Atem. Eine Decke so hoch wie eine Kirche, mit Fresken von jagenden Raben und verschlungenen Ranken. Der Boden aus schwarzem und weißem Marmor schimmerte wie ein Schachbrett. An den Wänden hingen verblichene Gobelins, aber in einer Ecke stand ein moderner Kamin mit Glasfront, der sich per Touchscreen entzünden ließ. Lukas tippte – und Flammen loderten auf, als hätten sie nur darauf gewartet.

Nebenan die Bibliothek. Regale vom Boden bis zur Decke, vollgestopft mit ledergebundenen Büchern, die nach Staub und Geheimnissen rochen. In der Mitte ein riesiger Lesetisch mit eingebautem Touchscreen. Anna zog ein Buch heraus – ein Erstdruck von 1792 – und strich ehrfürchtig darüber. „Hier könnte ich monatelang sitzen…“

Die Küche war ein Schock der anderen Art. Altmodisch von außen, mit gewaltigem Steinherd und Kupferpfannen an der Wand, aber innen hochmodern: Induktionsfelder, ein amerikanischer Kühlschrank, der größer war als ihr Berliner Badezimmer, und ein Touchscreen, der Rezepte vorschlug und sogar die Vorratskammer inventarisierte. „Leer“, las Lukas vor. „Wir müssen morgen dringend einkaufen.“

Sie stiegen die breite Treppe hinauf. Jeder Schritt hallte. Oben erwartete sie ein endloser Korridor, der sich in beide Richtungen erstreckte, beleuchtet von Wandlampen, die automatisch angingen. Schlafzimmer reihten sich aneinander – mindestens acht. Manche mit Himmelbetten und schweren Samtvorhängen, andere mit modernen, tiefschwarzen Ledermöbeln. Jedes Zimmer hatte seinen eigenen Touchscreen: Temperatur, Musik, Vorhänge, sogar die Fensterläden ließen sich per Fingerstrich steuern.

Im Westturm fanden sie das Hauptschlafzimmer. Ein riesiger Raum mit Rundbogenfenstern, die einen atemberaubenden Blick über das dunkle Tal boten. Das Bett war größer als ihr ganzes Berliner Schlafzimmer. Anna ließ sich rücklings darauf fallen und lachte laut auf. „Lukas… wir könnten hier eine Woche lang nur im Bett bleiben und das Schloss würde uns immer noch nicht langweilen.“

Er legte sich neben sie, stützte sich auf einen Ellbogen und schaute sie an. Seine Finger strichen über ihre Wange. „Du strahlst, weißt du das? Wie früher, als wir noch nichts hatten außer Träumen.“

Sie küssten sich lange und langsam, während draußen der Wind um die Türme heulte. Die Berührung war zärtlich, aber unter der Oberfläche brodelte bereits etwas Heißeres – die Vorfreude auf all die Nächte, die vor ihnen lagen.

Später, als sie in der Küche eine Flasche Wein aus dem Keller geöffnet hatten (der Touchscreen hatte ihnen den besten Jahrgang empfohlen), setzten sie sich an den langen Esstisch und sprachen über das, was jetzt kommen sollte.

„Morgen früh fahren wir nach Dunkelbach“, sagte Lukas und schenkte nach. „Vorräte für mindestens zwei Wochen. Tiefkühltruhe voll, Wein, alles. Ich will nicht jeden Tag runter ins Dorf müssen.“

Anna nickte, ihre Augen leuchteten im Kerzenschein. „Und ich… ich rufe morgen in der Schule an. Ich nehme mir zwei weitere Wochen frei. Vielleicht sogar den ganzen November. Die Kollegin schuldet mir noch Urlaubstage. Ich will jedes Zimmer erkunden. Jeden Turm. Jeden Winkel. Dieses Schloss… es fühlt sich an wie unseres. Richtig unseres.“

Lukas schwieg einen Moment. Sein Daumen strich über ihren Handrücken. Dann holte er tief Luft.

„Ich muss Sonntag zurück, Anna.“

Die Worte hingen schwer in der Luft.

„Wichtige Termine. Der neue Kunde in München. Der Pitch am Montag. Ich kann das nicht verschieben. Der Chef hat schon dreimal angerufen.“ Er sah sie an, und in seinen Augen lag echte Trauer. „Ich hasse es. Ich will hierbleiben. Mit dir. Aber… ich komme nächsten Freitagabend wieder. Versprochen. Eine Woche lang bist du allein hier. Mit dem ganzen Schloss.“

Anna schluckte. Für einen kurzen Moment spürte sie einen Stich – Einsamkeit, gemischt mit etwas anderem. Etwas Aufregendem. Etwas Verbotenem. Ein ganzes Schloss nur für sie. Alle Zeit der Welt. Keine Termine. Keine Nachbarn. Nur sie und die Geheimnisse von Schattenstein.

Sie drückte seine Hand fester und lächelte tapfer.

„Eine Woche. Ich schaffe das. Und wenn du wiederkommst… zeige ich dir alles, was ich entdeckt habe. Jede Ecke. Jeden Raum.“ Ihre Stimme wurde leiser, verführerischer. „Und vielleicht habe ich dann schon ein paar Überraschungen für dich vorbereitet.“

Lukas zog sie auf seinen Schoß, vergrub das Gesicht an ihrem Hals. „Du bist verrückt. Und ich liebe dich dafür. Aber versprich mir eins: Sei vorsichtig. Schließ die Türen ab. Das System ist sicher, aber… dieses Schloss ist alt. Und Onkel Friedrich hatte offenbar Geheimnisse.“

Anna küsste ihn, tief und innig, und flüsterte an seinen Lippen: „Ich verspreche es. Und jetzt… bring mich ins Bett, Schlossherr. Unser erstes Mal in unserem eigenen Schloss. Die Woche ohne dich beginnt erst Sonntag.“

Draußen heulte der Wind stärker. Drinnen, in den endlosen Gängen von Schattenstein, erwachte etwas. Etwas, das geduldig gewartet hatte. Etwas, das genau wusste, dass Anna bald allein sein würde – neugierig, frei und vollkommen ahnungslos.

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devota2 Volljährigkeit geprüft
Sklave/KG-Träger

Nähe Mainz


Lebe deinen Traum

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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 04:31 IP: gespeichert Moderator melden


Ich finde deine Geschichten sehr interessant und spannend. Ich würde mich sehr darüber freuen, mehr davon lesen zu dürfen.
Bitte mach unbedingt weiter
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goya
Stamm-Gast





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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 07:14 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo DrSimon,

vielen Dank für die spannende Geschichte...

Ich bin gespannt, was unsere beiden Protagonisten erleben werden.

Vor allem was für Gemeinheiten das Schloß für Anna bereit hält...

Liebe Grüße

goya
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Glatzkopf
Stamm-Gast

Backnang




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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 07:48 IP: gespeichert Moderator melden


Da bin ich doch mal sehr gespannt, wie es weiter geht.
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MartinII
Sklavenhalter

Norddeutschland


Versklavung einer Frau geht nur freiwillig.

Beiträge: 867

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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 11:13 IP: gespeichert Moderator melden


Schöne Geschichte - aber kann es sein, dass ich die schon mal woanders gelesen habe?
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DrSimon Volljährigkeit geprüft
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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 12:15 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 5: Die ersten Geheimnisse und der schwere Abschied

Der Samstagmorgen brach über Schattenstein herein wie ein Versprechen. Sonnenstrahlen fielen schräg durch die hohen Rundbogenfenster des Hauptschlafzimmers und malten goldene Streifen auf das riesige Bett. Anna erwachte zuerst. Sie lag nackt unter der schweren Daunendecke, Lukas’ Arm schwer über ihrer Taille. Die Luft roch nach altem Holz, frischem Leinen und dem schwachen Duft ihres gemeinsamen Schweißes von der letzten Nacht. Sie drehte sich zu ihm, strich mit den Lippen über seine Schulter und flüsterte: „Guten Morgen, Schlossherr. Zeit, unser Reich zu erobern.“

Lukas murmelte etwas Unverständliches, zog sie aber sofort enger an sich. Ihre Körper fanden sich wie von selbst – langsam, zärtlich, dann immer drängender. Das große Bett knarrte leise unter ihnen, während draußen die Raben in den Türmen krächzten. Als sie später atemlos nebeneinanderlagen, lachte Anna leise. „Wenn wir so weitermachen, erkunden wir heute nur dieses eine Zimmer.“

„Wäre das so schlimm?“, fragte Lukas und küsste ihre Nasenspitze.

„Sehr. Ich will alles sehen. Jedes Zimmer. Bevor du mich morgen allein lässt.“

Das Wort „allein“ hing einen Moment zu schwer in der Luft. Lukas’ Miene verdüsterte sich kurz, doch er nickte. „Dann los. System aktivieren.“

Sie standen auf, zogen sich bequeme Sachen an – Anna eine enge Leggings und ein weites Sweatshirt, Lukas Jeans und Hoodie – und gingen hinunter in die Eingangshalle. Der Touchscreen neben der Treppe leuchtete bereits. Anna legte die Hand darauf.

„Zentralsystem: Vollständige Raumliste anzeigen. Geführte Tour deaktivieren. Wir wollen uns selbst verlaufen.“

Die weibliche Stimme antwortete sanft: „Verstanden, Anna. 47 Räume freigeschaltet. Kellergewölbe und Dachboden erfordern zusätzliche Authentifizierung. Beginnen Sie im Ostflügel?“

Sie begannen systematisch. Der Ostflügel überraschte sie mit einem Musikzimmer voller alter Instrumente – ein Flügel, eine Harfe, sogar eine alte Geige. Im nächsten Raum fanden sie eine kleine Galerie mit Porträts: strenge Vorfahren, die ihnen mit dunklen Augen folgten. Lukas blieb vor einem Bild stehen, das einen Mann mit Raben auf der Schulter zeigte. „Das muss Onkel Friedrich sein. Sieht aus, als würde er lachen.“

Anna erschauerte leicht. „Er beobachtet uns. Ich spüre es.“

Sie entdeckten ein Gewächshaus im Südturm – tropisch warm, voller Orchideen und rankender Pflanzen, die bis zur Glasdecke reichten. Ein Touchscreen steuerte Bewässerung und Temperatur. Dann ein Billardzimmer mit einem Tisch aus dem 19. Jahrhundert, ein kleines Kino mit Ledersesseln und modernem Beamer, ein Weinkeller, der sich als wahrer Schatz entpuppte: Hunderte Flaschen, perfekt klimatisiert.

Je tiefer sie vordrangen, desto größer fühlte sich das Schloss an. Gänge, die plötzlich abbogen. Treppen, die nirgendwohin zu führen schienen. Türen, die sich nur öffneten, wenn man den Chip oder den Fingerabdruck benutzte. Anna tippte immer wieder auf die Screens, dimmte Lichter, ließ Vorhänge zugleiten, spielte mit der Musik – sanfte Klassik hallte plötzlich durch die Flure.

Gegen halb zwölf knurrte Lukas’ Magen laut. „Pause. Einkaufen. Sonst verhungern wir in unserem eigenen Palast.“

Sie fuhren mit dem Auto die schmale Straße hinunter nach Dunkelbach. Das Dorf war winzig – vielleicht dreißig Häuser, eine kleine Kirche, ein Gasthof und ein einziger Supermarkt namens „Alpenmarkt“. Die wenigen Einwohner, die sie sahen, musterten sie neugierig, aber freundlich. Die Kassiererin, eine rundliche Frau um die fünfzig, lächelte wissend.

„Sie sind die Neuen vom Schloss, gell? Der alte von Berger hat immer gesagt, eines Tages kommt jemand. Nehmen Sie ruhig den großen Wagen – für zwei Wochen reicht das kaum.“

Sie luden ein: Kistenweise Nudeln, Reis, Konserven, frisches Brot, Käse, Wurst, Wein, Kaffee, sogar ein paar Luxusdinge – Trüffelöl, Champagner, Schokolade. Anna warf noch eine Packung Kerzen und Duftöle in den Wagen. „Für romantische Abende“, flüsterte sie Lukas zu und zwinkerte.

Die Rückfahrt dauerte nur zwanzig Minuten, doch die Stimmung hatte sich verändert. Die Vorräte im Kofferraum fühlten sich an wie ein Abschiedsgeschenk. Zu Hause verstauten sie alles in der riesigen Küche, kochten schnell eine einfache Pasta und aßen am langen Esstisch, während das zentrale System automatisch die Lichter im Esszimmer dimmte.

Der Nachmittag und Abend gehörten wieder der Erkundung. Sie schafften den Westflügel, fanden ein altes Badezimmer mit Kupferwanne groß genug für zwei, einen Fitnessraum mit modernen Geräten und schließlich den Dachboden – ein staubiges Paradies voller Truhen, alter Kleider und vergessener Gemälde. Anna probierte ein altes Samtkleid an, drehte sich vor Lukas und lachte, als er sie an sich zog.

Nachts liebten sie sich im Hauptschlafzimmer mit einer Intensität, die fast verzweifelt war. Jeder Kuss, jede Berührung trug den Geschmack des Abschieds in sich. Anna klammerte sich an ihn, als wollte sie ihn nie wieder loslassen.

Der Sonntagmorgen kam viel zu schnell.

Lukas stand um sechs Uhr auf, obwohl er erst um sieben losfahren wollte. Anna blieb im Bett liegen, die Decke bis zum Kinn gezogen, und sah ihm beim Packen zu. Er bewegte sich langsam, als könnte er den Moment hinauszögern. Der Koffer war schnell fertig. Dann setzte er sich auf die Bettkante, nahm ihre Hand und schaute sie lange an.

„Ich hasse das“, sagte er leise. „Dich hier allein zu lassen. In diesem riesigen Ding. Versprich mir, dass du das System immer aktiv lässt. Dass du nachts alle Türen verriegelst. Und dass du mich jeden Abend anrufst.“

Anna nickte, Tränen in den Augen, die sie tapfer wegblinzelte. „Ich verspreche es. Und ich werde jede freie Minute nutzen. Wenn du nächsten Freitag kommst, kenne ich jeden Winkel. Vielleicht habe ich sogar schon ein paar… Überraschungen für dich.“

Sie küssten sich lange, innig, fast schmerzhaft. Dann brachte sie ihn noch in die Eingangshalle. Der Touchscreen zeigte: „Abschiedsmodus? Alle Türen bleiben bis Freitag nur für Anna Berger autorisiert.“

Lukas hielt sie ein letztes Mal fest. „Ich liebe dich. Mehr als alles. Pass auf dich auf, mein Schlossfräulein.“

„Und du fahr vorsichtig. Ich liebe dich auch.“

Die schwere Tür fiel hinter ihm zu. Anna stand allein in der riesigen Halle, hörte, wie der Motor ansprang, wie das Auto sich entfernte. Dann war es still. Vollkommen still.

Sie atmete tief durch, schaute die endlosen Gänge hinauf und lächelte ein kleines, neugieriges Lächeln.

„Jetzt gehörst du mir ganz allein, Schattenstein.“

Sie ahnte nicht, dass das Schloss bereits zurück lächelte.

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Chastityenterprise
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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 12:22 IP: gespeichert Moderator melden


Sehr geil und super geheimnisvoll.

Aber alleine im Schloss? Das wird gruselig.

LG.

Ich freu mich auf die Fortsetzung
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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 13:58 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 6: Das verborgene Sanctum

Der Montagmorgen in Schattenstein fühlte sich anders an als jeder andere Morgen in Annas Leben. Kein Wecker, kein Lukas, der leise fluchte, weil er verschlafen hatte, kein Berliner Verkehrslärm draußen. Nur die absolute Stille des Schlosses, unterbrochen vom fernen Krächzen der Raben und dem leisen Summen der Heizung, die das zentrale System auf angenehme 21 Grad hielt.

Anna stand nackt vor dem großen Spiegel im Hauptschlafzimmer, betrachtete ihren Körper – die sanften Kurven, die kleinen Sommersprossen auf ihren Schultern, die langen kastanienbraunen Locken, die ihr über den Rücken fielen. Sie fühlte sich frei. Und gleichzeitig… beobachtet. Als wüsste das Schloss genau, dass sie jetzt allein war.

Nach einem starken Kaffee und einem schnellen Frühstück in der Küche entschied sie sich: Heute der Keller. Die beiden unterirdischen Gewölbe waren gestern nur flüchtig erkundet worden. Der Touchscreen in der Eingangshalle hatte gewarnt: „Kellergewölbe – zusätzliche Authentifizierung erforderlich.“ Sie tippte ihren Fingerabdruck ein, gab den Chip dazu und flüsterte: „Vollzugriff für Anna Berger.“

Ein leises Klicken. „Zugang gewährt. Willkommen in den Tiefen, Anna.“

Die Treppe in den Keller war eine enge, gewundene Steintreppe, beleuchtet von warmen LED-Lichtern, die automatisch aufflammten. Kühle, feuchte Luft schlug ihr entgegen, vermischt mit dem Geruch von altem Stein und etwas anderem – etwas Süßlichem, fast… Gummiartigem? Anna lachte leise über sich selbst. Wahrscheinlich nur der Weinkeller.

Sie durchquerte den bekannten Weinkeller mit den endlosen Regalen voller edler Flaschen. Dann bog sie in einen schmaleren Gang ab, den sie gestern nicht bemerkt hatte. Am Ende eine unscheinbare Holztür mit einem kleinen Touchscreen. Sie berührte ihn.

„Geheimer Bereich entdeckt“, flüsterte die sanfte Systemstimme. „Nur für autorisierte Erben. Möchten Sie eintreten?“

Ann as Herz schlug schneller. „Ja.“

Die Tür schwang lautlos auf.

Der Raum dahinter war größer, als sie erwartet hatte – mindestens achtzig Quadratmeter, mit gewölbter Decke und Wänden aus rohem Stein, die mit schwarzem Samt und spiegelndem Lack verkleidet waren. Rotes, gedimmtes Licht tauchte alles in eine sinnliche, fast verbotene Atmosphäre. Und dann sah sie es.

Reihe um Reihe hingen glänzende Latex-Catsuits an chromglänzenden Stangen. Schwarz, Rot, Transparent – alle in verschiedenen Größen, mit eingearbeiteten Reißverschlüssen an intimen Stellen, manche mit integrierten Dildos oder Plugs. Daneben Regale mit Korsetts aus Leder, Stahl und Satin, so eng geschnürt, dass sie die Taille auf unmenschliche Maße reduzieren konnten. Halskorsetts aus steifem Latex und Metall, die den Kopf hoch und unbeweglich hielten. Vollmasken mit nur winzigen Atemlöchern oder integrierten Gags. Lange Fäustling-Handschuhe, die die Hände zu hilflosen Stumpen machten. Und Reihen von High Heels – 12, 14, sogar 16 Zentimeter hoch, in glänzendem Patentleder und Latex, mit Schlössern an den Knöcheln.

In der Mitte des Raums standen Möbel, die Annas Atem stocken ließen: eine gepolsterte Spanking-Bank mit Ledergurten, ein Andreaskreuz aus schwarzem Eisen, eine schwere Eisenkäfig, ein gynäkologischer Stuhl mit Beinstützen. An den Wänden hingen Peitschen, Paddles, Ketten, Seile, Vibratoren in allen Größen. Der Geruch war überwältigend – frisches Latex, Lederpolitur, ein Hauch von Moschus.

Anna stand wie erstarrt. Ihre Wangen glühten. Zwischen ihren Beinen spürte sie ein verräterisches Pochen. „Onkel Friedrich… du perverser alter Mann“, flüsterte sie, doch ihre Stimme zitterte vor Erregung, nicht vor Abscheu.

Am anderen Ende des Raums, halb im Schatten, befand sich eine schwere, schwarze Eisentür. Dick wie ein Tresorraum-Eingang, mit massiven Riegeln und einem modernen Touchscreen daneben. Kein gewöhnliches Schloss. Anna trat näher, ihre Finger zitterten, als sie den Screen berührte.

Sofort leuchtete eine rote Warnung auf:

„Zugang zum Inneren Sanctum ausschließlich nach vollständiger Protokollkleidung.

Latex-Catsuit (schwarz, Größe M)

Taillenkorsett (mind. 8 cm Reduktion)

Halskorsett (starre Fixierung)

Kopfmaske (eng anliegend)

Lange Fäustling-Handschuhe (Verschluss)

High Heels (mind. 12 cm, verschließbar)

Alle Teile sind im Schrank links bereitgestellt. Das System prüft Compliance automatisch. Keine Ausnahmen. Kein Rücktritt nach Anziehen.“

Anna starrte die Nachricht an. Ihr Mund war trocken. Ihr Puls raste. Was war hinter dieser Tür? Noch mehr Geheimnisse? Ein Raum, den nicht einmal Onkel Friedrich ohne diese… Uniform betreten durfte? Die Neugier brannte in ihr wie Feuer. Sie dachte an Lukas, an ihre gemeinsamen Spiele, an die heimlichen Fantasien, die sie nie ausgesprochen hatte. Hier war niemand. Niemand würde es je erfahren.

„Nur… nur anprobieren“, flüsterte sie sich selbst zu. „Nur schauen, was passiert. Dann ziehe ich alles sofort wieder aus.“

Ihre Hände zitterten, als sie zum Schrank ging. Sie wählte den schwarzen Latex-Catsuit – glänzend, dick, mit eingearbeitetem Reißverschluss vom Hals bis zum Schritt und einer Kapuze, die man separat schließen konnte. Daneben lag ein silbernes Taillenkorsett aus Latex und Stahlstäben, ein steifes Halskorsett, eine glänzende Kopfmaske, die das Gesicht frei ließ, dicke schwarze Latex-Fäustlinge und ein Paar 14-cm-High-Heels mit kleinen Vorhängeschlössern.

Neben den Sachen stand eine große Flasche mit Gleitmittel – klar, geruchlos, mit der Aufschrift „Easy Slide – für perfekten Sitz“. Anna lächelte nervös. „Na dann… ohne das wird das nie gehen.“

Sie zog sich vollständig aus. Die kühle Kellerluft strich über ihre nackte Haut und ließ ihre Nippel hart werden. Sie öffnete die Flasche, goss sich reichlich von dem kühlen Gel in die Hand und begann, ihren gesamten Körper damit einzureiben – Schultern, Arme, Brüste, Bauch, Hüften, Beine, sogar die intimen Stellen. Es fühlte sich seidig an, fast kühlend. Sie massierte es gründlich ein, bis ihre Haut glänzte wie poliert.

Dann stieg sie in den Catsuit.

Der Latex war kühl und schwer. Mit dem Gleitmittel glitt er fast von allein über ihre Beine, umschloss ihre Schenkel wie eine zweite Haut, zog sich eng über ihren Po, ihre Schamlippen, ihren Bauch. Sie zerrte den Reißverschluss hoch, kämpfte ein wenig mit den Armen, bis der Anzug ihren Oberkörper, ihre Brüste und schließlich ihren Hals umschloss. Der integrierte Kragen saß perfekt. Sie schwitzte bereits leicht, aber das Gefühl… oh Gott, dieses Gefühl. Glatt, eng, glänzend. Jede Bewegung ließ den Latex leise quietschen und ihre Haut darunter prickeln.

Als Nächstes das Korsett. Sie schnürte es selbst so eng wie möglich – die Taille wurde brutal eingeschnürt, ihre Brüste wurden nach oben gedrückt. Dann das Halskorsett – steif, unnachgiebig, zwang ihren Kopf in eine stolze, aufrechte Haltung. Die Maske. Sie zog sie über den Kopf, schloss den Reißverschluss am Hinterkopf. Plötzlich war die Welt gedämpft. Nur noch ihr eigener Atem, laut und schnell, und der Geruch von Latex.

Die Fäustlinge machten ihre Hände nutzlos. Die High Heels zwangen sie auf die Zehenspitzen, ließen ihre Waden brennen.

Vollständig verwandelt stand Anna vor der Eisentür. Der Touchscreen leuchtete grün.

„Compliance bestätigt. Zugang gewährt.“

Die schweren Riegel schoben sich zurück. Die Tür öffnete sich langsam, lautlos.

Anna machte einen unsicheren Schritt nach vorn – die Absätze klackerten auf dem Steinboden. Ihr Körper war gefangen in glänzendem Schwarz, hilflos, erregt, neugierig bis in die letzte Faser.

Sie ahnte nicht, dass das „Gleitmittel“ längst seine wahre Arbeit begonnen hatte. Dass es längst aufhörte, Gleitmittel zu sein.

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burli
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Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten!

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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 14:04 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo DrSimon!

Das ist eine sehr gut geschriebene Geschichte! Voller Vorfreude auf die Dinge die da passieren werden. Mach bitte weiter so!


Grüßli von burli
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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 15:12 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 7: Die Bibliothek der Zweiten Haut

Die schwere Eisentür schwang mit einem tiefen, fast sinnlichen Summen hinter Anna zu. Das Geräusch hallte in ihrem Kopf wider, gedämpft durch die enge Latex-Maske, die ihren Kopf wie eine zweite, glänzende Haut umschloss. Das Halskorsett zwang ihren Kopf in eine starre, hochmütige Haltung; sie konnte nur geradeaus schauen, nicht nach unten, nicht zur Seite. Jeder Schritt in den 14-Zentimeter-High-Heels war ein Balanceakt auf Zehenspitzen, ihre Waden brannten bereits, ihre Hüften wiegten sich unweigerlich in einem langsamen, aufreizenden Rhythmus.

Der Latex-Catsuit quietschte leise bei jeder Bewegung. Er saß so eng, dass sie jeden Millimeter ihrer Haut spürte – die Art, wie er sich in ihre Spalte drückte, ihre Brüste hochpresste, ihren Po formte wie eine Skulptur aus purem Schwarz. Das Korsett schnürte ihre Taille brutal ein; sie atmete in kurzen, flachen Stößen. Die Fäustling-Handschuhe machten ihre Hände zu nutzlosen, gepolsterten Stumpen. Sie konnte nichts greifen, nichts öffnen. Und doch… fühlte es sich nicht wie Einschränkung an. Es fühlte sich wie Freiheit. Wie Vorfreude.

Der Raum, der sich vor ihr öffnete, war kleiner als der äußere Spielraum, intim, fast klaustrophobisch. Vielleicht zwanzig Quadratmeter. Die Wände waren mit schwarzem Samt verkleidet, der das rote, gedimmte Licht der Deckenleuchten schluckte. In der Mitte stand ein schwerer, alter Lesetisch aus Ebenholz, darauf eine einzelne Leselampe und zwei eiserne Handfesseln, die offen dalagen, als warteten sie nur auf sie. Ringsum hohe, dunkle Regale, vollgestopft mit Büchern – nicht die staubigen Schinken der oberen Bibliothek, sondern etwas viel Intimeres. Manche in Leder gebunden, andere in glänzendem Latex-Einband. Goldene Prägungen schimmerten im Rotlicht: Symbole von Raben, verschlungenen Ketten und einer stilisierten zweiten Haut.

Anna machte einen unsicheren Schritt nach vorn. Die Absätze klackerten auf dem polierten Steinboden. Sie trat näher an die Regale heran, versuchte, mit ihren nutzlosen Fäustlingen ein Buch herauszuschieben. Es gelang ihr erst beim dritten Versuch – sie presste ihren ganzen Unterarm gegen den Buchrücken und zog. Das Buch fiel mit einem dumpfen Knall auf den Tisch. Sie beugte sich vor, so weit das Halskorsett es zuließ, und las den Titel auf dem Rücken:

„Die Zweite Haut – Das Manifest des Ordens“

Ihr Atem stockte. Sie schob das Buch mit dem Ellenbogen auf und blätterte mühsam weiter, indem sie die Seiten mit den dicken Latex-Stumpen umschlug. Die Schrift war altmodisch, handgeschrieben in manchen Passagen, gedruckt in anderen. Auf der ersten Seite ein Wappen: ein Rabe, dessen Flügel aus glänzendem Latex bestanden.

Sie las weiter.

„Der Orden der Zweiten Haut wurde 1789 gegründet, im Schatten der Französischen Revolution, von jenen, die erkannten: Wahre Freiheit liegt nicht in der Nacktheit, sondern in der ewigen Umhüllung. Latex ist nicht Kleidung. Es ist Transformation. Wer die Zweite Haut annimmt und sie niemals wieder ablegt, der wird eins mit dem Orden. Eins mit sich selbst.“

Anna spürte, wie Hitze zwischen ihren Beinen aufstieg. Sie blätterte weiter, fand Fotos – alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Frauen und Männern in exakt solchen Catsuits, Masken, Korsetts. Manche standen reglos in Käfigen, andere knieten vor einem Altar, auf dem ein glänzender Catsuit als Reliquie lag. Und dann… ein neueres Foto. Onkel Friedrich. Jung, vielleicht vierzig, in vollem Ornat, die Maske geschlossen, neben ihm eine Frau in identischer Hülle. Darunter handschriftlich: „Meine Initiation, 1997. Endlich frei.“

Ein Tagebuch lag daneben. Annas Herz raste. Sie stieß es mit dem Arm auf. Die Handschrift war unverkennbar die von Friedrich von Berger.

„Heute habe ich das Bonding-Gel getestet. Es ist perfekt. Was als Gleitmittel beginnt, wird innerhalb von Stunden zu einem irreversiblen Polymer. Die Haut und der Latex verschmelzen. Kein Entkommen mehr. Der Orden hat es jahrzehntelang perfektioniert. Nur wer bereit ist, für immer zu dienen, darf es benutzen. Ich bin bereit. Schattenstein wird mein Tempel. Wer immer es erbt… wird die Wahrheit spüren.“

Anna erstarrte. Das Bonding-Gel. Das Gleitmittel. Das Zeug, mit dem sie sich vorhin so sorgfältig eingerieben hatte. Das Zeug, das jetzt zwischen ihrer Haut und dem Latex klebte. Warm. Fast… lebendig.

Ein Schauer lief durch ihren ganzen Körper. Nicht Angst. Noch nicht. Sondern etwas Tieferes. Etwas, das sie nicht benennen wollte. Ihre Nippel drückten hart gegen den Latex. Zwischen ihren Schenkeln wurde es feucht – nicht nur vom Schweiß.

Sie blätterte weiter, schneller jetzt, mit wachsender Verzweiflung und gleichzeitig wachsender Erregung. Protokolle von Ritualen. Mitgliederlisten. Namen von reichen, mächtigen Menschen aus ganz Europa, die angeblich seit Jahren in permanenter Hülle lebten. Ein Abschnitt über „Das Innere Sanctum“ – den Raum, der noch tiefer lag. Und über die „Ewige Weihe“, bei der der Catsuit zur zweiten, untrennbaren Haut wurde.

Das Halskorsett zwang sie, den Kopf hochzuhalten. Die Maske dämpfte jedes Geräusch. Sie stand da, hilflos in ihrer glänzenden Pracht, umgeben von den Geheimnissen eines Mannes, den sie nie gekannt hatte – und doch spürte sie plötzlich eine seltsame Verbundenheit. Als hätte das Schloss sie schon lange erwartet.

Mit einem leisen Quietschen des Latex drehte sie sich langsam um. Ihr Blick fiel auf eine weitere, noch kleinere Tür am Ende der Bibliothek. Darüber ein graviertes Schild in Gold:

„Nur für Geweihte. Der Orden wartet.“

Anna atmete schwer. Ihr Körper brannte. Die Neugier – diese verdammte, süße Neugier – zog sie vorwärts wie eine unsichtbare Kette.

Sie wusste noch nicht, dass sie bereits geweiht war.

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Lebe deinen Traum

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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 16:30 IP: gespeichert Moderator melden


Ohoh wenn das mal kein Falle ist
Bitte ganz schnell weiter schreiben, denn ich kann es kaum abwarten wie es weitergeht
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marpsp
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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 17:07 IP: gespeichert Moderator melden


Danke sehr.
Sehr vielversprechend - ich bin auf die weiteren Teile gespannt.
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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 17:55 IP: gespeichert Moderator melden


Kapitel 8: Die Verschmelzung der Zweiten Haut

Anna stand reglos in der Bibliothek der Zweiten Haut, das schwere Buch noch immer auf dem Tisch aufgeschlagen. Die Worte von Onkel Friedrichs Tagebuch hallten in ihrem Kopf nach wie ein dunkles Echo: „Das Bonding-Gel… wird innerhalb von Stunden zu einem irreversiblen Polymer. Die Haut und der Latex verschmelzen. Kein Entkommen mehr.“

Zuerst war es nur ein sanftes Kribbeln. Ein warmes, fast zärtliches Prickeln, das von ihren Fußsohlen aufstieg, sich über die Waden zog und langsam, unerbittlich höher kroch. Anna dachte zunächst, es sei nur die Hitze ihres eigenen Körpers, die sich unter dem dicken Latex staute. Der Catsuit saß so eng, dass jeder Atemzug die glänzende Oberfläche leicht dehnte und wieder zusammenzog. Sie versuchte, mit den nutzlosen Fäustlingen über ihren Oberschenkel zu streichen – ein sinnloser Versuch. Die dicken Stumpen glitten nur quietschend über das Material, ohne etwas zu spüren.

Dann wurde das Kribbeln stärker. Es wurde zu einem sanften Ziehen, als würde die zweite Haut sich tiefer in ihre eigene pressen. Anna keuchte leise auf. Der Latex, der eben noch kühl und glatt gewesen war, fühlte sich plötzlich… lebendig an. Er wurde wärmer, fast heiß. An ihren Brüsten, wo das Korsett sie hochdrückte, begann es zu pulsieren. Die Substanz, die sie so sorgfältig als Gleitmittel aufgetragen hatte, drang nun ein. Sie verband sich mit ihrer Poren, mit den feinen Härchen, mit jeder Zelle. Es war kein Kleber, der hart wurde – es war etwas Raffinierteres. Ein Polymer, das sich molekular verflocht, das die Grenze zwischen Mensch und Material auflöste.

„Oh Gott…“, flüsterte sie. Ihre Stimme klang dumpf unter der Maske. Sie versuchte, den Reißverschluss am Hals zu fassen, doch die Fäustlinge machten jede Feinmotorik unmöglich. Ihre Finger waren nur noch weiche, glänzende Klötze. Sie zerrte vergeblich. Das Ziehen wurde zu einem Brennen – nicht schmerzhaft, sondern intensiv, fast erotisch. Als würde der Catsuit sie küssen. Überall. Gleichzeitig. An den Innenseiten ihrer Schenkel, wo der Latex sich in ihre Spalte schmiegte, wurde es besonders stark. Sie spürte, wie die Substanz dort eindrang, wie sie ihre empfindlichste Haut mit dem glänzenden Schwarz verschmolz. Ihre Schamlippen pulsierten unter der neuen, untrennbaren Schicht. Feuchtigkeit sammelte sich, doch sie konnte nicht mehr unterscheiden, ob es ihr eigener Saft war oder die chemische Reaktion.

Anna taumelte einen Schritt zurück. Die High Heels zwangen sie in eine aufrechte Haltung, das Halskorsett hielt ihren Kopf stolz erhoben. Sie konnte nur zusehen, wie sich unter dem glänzenden Schwarz winzige Veränderungen abspielten. Die Oberfläche wurde matter, dann wieder glänzender – als würde der Latex in ihre Haut einsickern. An ihren Armen, an ihrem Bauch, an ihrem Po. Jede Bewegung erzeugte nun nicht mehr nur ein Quietschen, sondern ein tiefes, intimes Gefühl der Verbundenheit. Der Catsuit war nicht mehr auf ihr. Er war in ihr. Mit ihr.

Der Prozess beschleunigte sich. Hitzewellen durchliefen ihren Körper. Ihre Nippel wurden steinhart und drückten sich gegen die innere Schicht, die nun mit ihnen verschmolz. Sie spürte jede kleinste Reibung wie eine direkte Berührung ihrer Nervenenden. Ein leises Stöhnen entwich ihr. Die Erregung war überwältigend. Sie war gefangen in einer zweiten Haut, die sie gleichzeitig umarmte und verschlang. Tränen stiegen ihr in die Augen, doch die Maske saugte sie auf. Panik mischte sich mit einer dunklen, verbotenen Lust. Das war es, wovon sie heimlich geträumt hatte – und nun war es real. Unwiderruflich.

Nach vielleicht zwanzig Minuten – oder waren es Stunden? – ebbte das Brennen ab. Zurück blieb eine vollkommene Einheit. Anna strich mit den Fäustlingen über ihren Körper. Keine Naht mehr spürbar. Kein Rand. Nur glattes, warmes, lebendiges Latex, das mit jedem Herzschlag pulsierte. Der Catsuit war jetzt Teil von ihr. Untrennbar. Für immer.

Sie musste hier raus. Sofort. Lukas anrufen. Ihm alles erklären. Vielleicht gab es ein Gegenmittel. Vielleicht war es nur ein makabrer Scherz des Onkels. Mit schweren Schritten, die Absätze klackerten hart auf dem Stein, verließ sie die Bibliothek. Die Eisentür schloss sich hinter ihr mit einem endgültigen Klicken. Im äußeren Spielraum blieb sie kurz stehen, starrte auf die unzähligen anderen Anzüge. Dann humpelte sie die Treppe hinauf, jede Stufe eine Qual in den 14-Zentimeter-Heels, das Korsett schnürte ihr den Atem ab.

Oben in der Eingangshalle war es bereits dunkel. Das zentrale System hatte automatisch die Lichter auf Nachtmodus gedimmt. Anna ging direkt zum großen Touchscreen neben der Haupttür. Ihre Fäustlinge machten es schwer, aber sie schaffte es, mit dem Ellenbogen zu tippen.

„Telefonverbindung herstellen. Lukas Berger. Mobil.“

Das System piepte freundlich. „Verbindung wird aufgebaut. Satelliten-Internet aktiv. Bitte warten.“

Anna wartete. Ihr Atem ging schnell und flach. Dann – nichts. Kein Klingeln. Stattdessen eine neutrale Stimme: „Kein Empfang. Der Satellitensignalverstärker im Keller ist deaktiviert. Möchten Sie ihn manuell reaktivieren?“

„Ja!“, schrie sie fast. Ihre Stimme hallte dumpf durch die Maske.

„Authentifizierung erforderlich. Vollständige Protokollkleidung erkannt. Zugang zum Keller-Serverraum nur nach Bestätigung der Weihe.“

Anna fluchte leise. Sie rannte – so gut es die Heels zuließen – zur Haupttür. Der alte Eisenschlüssel steckte noch. Sie versuchte, ihn mit den Fäustlingen zu drehen. Unmöglich. Die nutzlosen Stumpen glitten ab. Sie presste ihren ganzen Körper gegen die Tür, drückte mit der Schulter. Nichts. Ein rotes Licht leuchtete neben dem Chip-Leser auf.

„Sicherheitsprotokoll aktiv. Eingangstür verriegelt bis zur vollständigen Weihe des Erben. Nur autorisierte Personen mit bestätigter Zweiter Haut dürfen das Schloss verlassen. Geschätzte Wartezeit: 72 Stunden bis zur nächsten Überprüfung.“

Anna sank auf die Knie. Das glänzende Latex quietschte auf dem Marmorboden. Tränen liefen unter der Maske hervor. Sie war eingesperrt. In ihrem eigenen Schloss. In ihrer eigenen zweiten Haut. Und draußen, irgendwo auf der Autobahn Richtung Berlin, fuhr Lukas ahnungslos nach Hause.

Das Schloss hatte sie willkommen geheißen.
Und es würde sie nicht mehr gehen lassen.

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box
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  RE: Die Erbschaft Datum:03.03.26 20:21 IP: gespeichert Moderator melden


Wow, was für ein wahnsinnig guter Anfang, ich freue mich schon auf die nächsten Teile. Hoffentlich brauchen wir nicht allzulange warten.
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