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HeMaDo
Stamm-Gast

Kassel


Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

Beiträge: 396

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User ist online
  Kurzgeschichte: Ihr Weg Datum:11.02.18 21:56 IP: gespeichert Moderator melden


Diese Geschichte habe ich heute auf die Schnelle im Zug geschrieben.
Sie handelt von der Geschichte eines Nebencharakters aus "Neue Horizonte 2" und gibt einige Erklärungen unter Anderem zu diesem Nebencharakter und zu einigen Zusammenhängen, die bisher in der Luft hingen.

Bei einer zu großen Anzahl Rechtschreibfehler bitte ich um eine kurze Rückmeldung, damit ich sie noch verbessern kann.

HeMaDo

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»Ja meine Süße, Schrei nur. Schrei deinen Schmerz und deine Lust aus dir heraus. Ich weiß, das du nicht nur Schmerz empfindest sondern große, unbändige Lust, die dich innerlich zu zerreißen droht.«

Nur schwach drangen seine Worte an ihre Ohren. Sie wand sich unter den Schmerzen die die Peitsche, SEINE Peitsche ihr bereitete.
Sie war gefesselt und konnte sich nicht bewegen. Sie musste den Schmerz ertragen, ohne Hoffnung auf seine Gnade.
Doch es waren nicht die Seile, die nur lose von den Balken des Dachstuhles herunter hingen, die sie fesselten. Seine Worte waren es, die sie unfähig machten, sich zu bewegen, die sie an dieser Stelle hielten, denen sie sich nicht entziehen konnte, die sie dazu brachten, seine Schläge ertragen zu wollen.

Er stand regungslos im Raum und schaute sie schweigend an. Sie sah herrlich aus wie sie sich dort krampfhaft an den Seilen fest hielt. Ihre blasse Haut die ihn bereits am ersten Tag so fasziniert hatte, bildete im fahlen Schein der Kerzen einen harten Kontrast zu dem schmutzigen Grau der Wand. Ihre pechschwarzen Haare und ihre Kirschrot geschminkten Lippen hoben sich vom Weiß ihrer Haut ab und ihre schwarzen Augen ließen sie aussehen wie eine Puppe, seine Puppe.

Er betrachtete sie schweigend. Genoss ihren Anblick. Doch er wusste, daß es an der Zeit war sie zu verlassen, wie alle Anderen zuvor musste er sein geliebtes Spielzeug los lassen.

Wie oft hatte sie darum gebettelt, daß er sie einfach nehmen sollte? Wie oft hatte sie sich ihm angeboten? Doch so funktionierte es nicht, so hatte es noch nie funktioniert. Er zog seine Befriedigung aus ihrem Schmerz und ihrer Hingabe. Aus ihrer unbefriedigten Lust, die sie nun hemmungslos in den Raum schrie.

Vielleicht hätte er sie zum Schweigen bringen sollen. Doch es war nicht sein Problem, wenn die Nachbarn etwas mit bekamen. Er hatte sie nie zu Gesicht bekommen, genau wie dutzende Male zuvor. Diese und was sie über die Geräusche und die Schreie dachten, die regelmäßig vom Dachboden zu hören waren, waren alleine ihr Problem.

Es war an der Zeit, sie gehen zu lassen, sie frei zu lassen und zu gehen. Doch dieses Mal würde es das letzte Mal sein, das wusste er. Sie würde sein letztes Spielzeug sein. Die Zeit war gekommen, zu gehen. Ein letztes Mal sah er in ihre Augen die von grenzenloser Hingabe sprachen, von Liebe.

Er wandte sich von ihr ab, verließ den Raum. Den Umschlag legte er auf den Boden vor der Tür. Er öffnete diese und wollte gehen. Doch dann fasste er einen Entschluss. Er schloss die Tür, nahm den Umschlag wieder an sich, steckte ihn in die Tasche seines Jacketts.
Sie sollte es sein. Sie sollte sein Werk fortführen.

In diesem Moment spürte er es. Er spürte es so wie er es in diesem sinnlosen Krieg schon mehrere Male gespürt hatte. Und dieses Mal würde es genau hier passieren. Hier, in dieser Stadt.
Vor seinem inneren Auge tauchten wieder diese Bilder auf. Er sah das Feuer, welches sich heiß lodernd durch das Treppenhaus wälzte und alles verschlang, was sich in seinem Weg befand, welches sich in Sekundenschnelle durch die Tür fraß, an den Balken des Dachstuhles nagte, die Seile die von diesem herab hingen verschlang.

Er riss die Augen auf und alles was er sah, war der schäbige, schmutzige Dachboden. Alles sah wieder aus wie zuvor. Sie hing noch immer sich windend an diesen Seilen.
Doch seine Sinne hatten ihn noch nie getäuscht.
Schnell ging er zu ihr, löste mit einem Wort ihre Starre und fasste sie an der Hand. Er ließ ihr keine Zeit, sich anzuziehen, sondern zog sie mit sich. »Wir müssen gehen.«, sagte er und zog sie durch das Treppenhaus herunter auf die Straße.
Die wenigen Leute, denen sie begegneten schauten ihnen erstaunt hinterher. Ihre Aufmerksamkeit galt ihr, seinem Engel, wie sie nackt, nur mit ihren schwarzen Stiefeln bekleidet hinter ihm her lief, unfähig etwas zu sagen.

Sie wehrte sich, wollte nicht nackt auf der Straße herum laufen, doch er zog sie unbarmherzig mit sich.
Als sie an der Kreuzung waren, hörte er es bereits. Mehrere Explosionen, die immer näher statt fanden, erschütterten den Boden unter ihren Füßen. Er lief so schnell er konnte, zog sie mit sich. Sie stolperte, ließ seine Hand gehen, fiel zu Boden und schlug sich die Knie auf, die Ellenbogen, die Unterarme, die Hände. Er zerrte sie wieder auf ihre Beine, was sie vor Schmerz aufschreien ließ.
Diese Schreie bereiteten ihm keine Lust, kein Vergnügen. Was war das für ein Gefühl? Es war kalt und schaurig. Er kannte es aus einer längst vergangenen Zeit. Aus einer Zeit in der er gewesen war wie sie, schwach und verletzlich.

Angst. Es war Angst. Er hatte Angst. Nicht um sich. Sie war es um die er Angst hatte. Er wollte nicht, daß sie so endete wie all die Anderen, wie hunderte Menschen die in diesem Moment in ihren Häusern überrascht wurden. Überrascht von den Explosionen, vom Feuer das heißer brannte als die Glut der Hölle. Überrascht in ihren Wohnungen in denen sie sich sicher fühlten, in ihren Betten, in denen sie Sicherheit spürten sollten, keine Todesangst. Er spürte diese Angst überall um sich herum, sie überwältigte ihn, vermischte sich mit seiner eigenen Angst, wurde zu seiner Angst.

Wieder ein Blitz, ein lauter, markerschütternder, langgezogener Knall, eine Erschütterung. Wieder spürte er Menschen die Todesangst durchlitten und deren Gedanken plötzlich verstummten. Er wandte sich um, sah das Haus in dem sie gerade noch das älteste aller Spiele gespielt hatten, in dem sie sich ihrer Lust hingegeben hatten. Es brannte, fiel langsam in sich zusammen, hinterließ einen lodernden Trümmerhaufen aus Steinen die zu Glas geworden waren.
»Halt!« rief er und hielt sie fest. Wieder eine Explosion, dieses Mal genau vor ihnen. Wieder spürte er die Angst der Menschen die plötzlich verstummte.

»Warum?«, fragte sie weinend, zitternd vor Kälte und vor Angst.
Er nahm sie in die Arme, zog ihren nackten Körper zu sich heran und hielt sie fest. »Weil die Menschen einfach nicht begreifen, was das Leben wert ist. Es ist so kurz, dieses Leben doch sie werfen es einfach weg. Sie morden, führen Kriege wie diesen, werfen das Leben einfach weg, ihr eigenes und fremdes Leben.«

Er schloss die Augen. »Wir müssen hier weg. Hier steht balde alles in Flammen.«
»Wieso denn? Sie sind doch schon weiter geflogen.«
»Es wird weiter brennen, wird sich ausbreiten und zu einem Feuersturm werden, so heiß daß alles verbrennt, so heiß, das sogar Stein schmilzt.«
Ohne abzuwarten fasste er ihre Hand, zog sie mit sich bis er mitten auf der Straße stehen blieb. »Ab hier können wir fahren. Die Straße ist frei.
Er ging zu einem der Autos die am Straßenrand abgestellt waren, nahm einen herumliegenden Stein und schlug die Scheibe ein, öffnete die Tür. »Los, steig ein.«, sagte er und schob sie in den Wagen, schob sie weiter auf die andere Seite. Er kümmerte sich nicht um die Leute die in wilder Panik herum rannten. Sie waren ihm nicht egal. Aber er konnte ihnen nicht helfen. Er schloss den Wagen kurz und fuhr los. Im Spiegel sah er jemanden hinter dem Wagen her laufen, vermutlich der Besitzer des Wagens. Doch er würde diesen Wagen in wenigen Minuten nicht mehr brauchen, wenn die Feuerwalze sich durch die Straßen wälzte und alles zu Asche verbrannte.

Er wollte so schnell wie möglich weg von hier. Weg von den vielen Menschen deren Angst er fühlte. Tausende Menschen die einfach so, aus der sinnlosen Entscheidung eines einzelnen heraus ihr Leben lassen mussten. Mit Vollgas fuhr er durch die Straßen, über leere Kreuzungen, vorbei an flüchtenden Menschen.

Erst als sie die Stadt weit hinter sich gelassen hatten und auf freier Fläche waren verlangsamte er die Fahrt und hielt dann auf dem Seitenstreifen.

Er stieg aus dem Auto und schaute zurück. Ein Großteil der Stadt stand in Flammen. Die Raffinerie im Osten der Stadt war noch hell erleuchtet. Aber balde würden auch diese Lichter erlöschen und riesigen Feuerbällen weichen, wenn das Öl und das Gas ein Raub der Flammen wurden.

Er stieg wieder ein und fuhr weiter. Sie saß schweigend neben ihm. Er konnte ihre Angst spüren. Jetzt, da sie in relativer Sicherheit waren mischte sich etwas in ihre Angst. Verzweiflung, Kälte, Trauer.
»Mir ist kalt Herr.«, sagte sie leise, ohne ihn anzusehen.
»Ja.« war das einzige, was er darauf antwortete. Er drehte die Heizung auf und spürte die Warme Luft aus den Lüftungsschlitzen kommen.

Nach einer halben Stunde hielt er an einer Tankstelle. Er tankte den Wagen und ging in das Kassenhäuschen. Eine junge Frau, sie war etwa Mitte Zwanzig, etwa in ihrem Alter, stand hinter der Kasse. Sie trug einen Rollkragenpullover und er sah, als er näher trat, eine weite Jeans und einfache Sportschuhe. Über ihrem Pullover trug sie einen Kittel auf dem in Höhe der linken Brust ein Name aufgestickt war. Er wies sie als Marie Donant aus.
»Was ist mit der Stadt?«, fragte sie betroffen. »Sind noch viele Leute raus gekommen?«
»Ich fürchte nicht. Wir haben niemanden gesehen. Haben Sie Verwandte dort?«, fragte er.
»Nein. Wir wohnen alle hier in der Nähe in einem kleinen Dorf.«
Er nickte abwesend. Im Gegensatz zu vielen Anderen hatte diese Frau großes Glück gehabt.

»Das macht 97,22.«, sagte die Frau und riss ihn aus seinen Gedanken. »Darf es noch etwas sein?«
Er sah sie eindringlich an. »Ja, ihre Kleidung bitte.«
Die Frau sah ihn entgeistert an. »Sind sie bescheuert? Ich habe hier ein Brecheisen.« sie hob den entsprechenden Gegenstand hinter dem Tresen hervor und zeigte damit in seine Richtung.
»Es tut mir aufrichtig leid.«, sagte er. Und zu seiner Verwunderung tat es das wirklich. »Aber in dem gestohlenen Wagen da draußen sitzt eine junge Frau, die ihre Kleidung in der Stadt zurück lassen musste. Deshalb werden Sie mir jetzt bitte ihre Kleidung geben.«
Die Frau sah ihn irritiert an und lachte dann lauthals. »Sie sind wahnsinnig. Bezahlen Sie einfach und gehen Sie.«
Plötzlich spürte sie eine Berührung an der Schläfe.
»Übrigens, Márvin ist ein schöner Name.«, waren die letzten Worte, die sie hörte, dann wurde ihr schwarz vor Augen.
Als er die Kleidung der Verkäuferin in den Händen hielt, die sie ihm bereitwillig gegeben hatte, verließ er das Kassenhäuschen und ging zurück zum Wagen.

»Hier, steig aus und zieh das an.«, sagte er.
Sie stieg aus und nahm dankbar die Sachen entgegen die er ihr hin hielt. Eine einfache Baumwollunterhose und ein dazu passendes Shirt, Wollsocken, eine Jeans die ihr ein wenig zu groß war.. Zum Schluss noch einen braunen Rollkragenpullover.
»Wo ist das her Herr?«, wollte sie wissen.
»Die Kassiererin war so freundlich mir ihre Sachen zu überlassen.«
»Einfach so?«, fragte sie zweifelnd.
»Ich habe sie freundlich darum gebeten. Aber keine Sorge, sie hat immer noch ihren Kittel und ihre Schuhe. Die hätten dir nicht gestanden. Die Stiefel passen viel besser zu dir.«

Ohne weiter nach zu fragen stieg sie wieder in das Auto.
Er setzte den Wagen in Bewegung und fuhr weiter Richtung Süden.
Erst als im Osten bereits die Sonne auf ging, lenkte er den Wagen auf einen Parkplatz inmitten der Heide. Weit und breit gab es hier außer flachem Land nichts zu sehen.

»Steig aus. Wir sind da.«, sagte er knapp und verließ den Wagen.
»Wo gehen wir hin Herr?«, fragte sie. In ihrer Stimme konnte er deutlichen Zweifel vernehmen.
»Das wirst du sehen, wenn wir da sind.« Sein Tonfall ließ keinen Widerspruch zu und ohne auf sie zu achten ging er den schmalen Trampelpfad in Richtung des kleinen Hügels.
Auch ohne daß er sich umdrehen musste, wusste er daß sie ihm folgte.

Ohne ein Wort war sie ihm bisher gefolgt, doch er spürte, daß ihre Kraft nachließ. Sie ging nun wesentlich langsamer und immer wieder musste er anhalten um auf sie zu warten.
Er hatte Mitleid mit ihr, doch es war notwendig und er konnte ihr auch kaum helfen.

»Trink etwas.«, sagte er eine weitere halbe Stunde später und deutete auf den Bach der hier durch die Heide floss.
Ohne zu zögern ging sie in die Knie, beugte sich zu dem Wasser und steckte das Gesicht hinein. Gierig trank sie das torfbraune Wasser. Es musste fürchterlich schmecken, doch er wusste selbst, wenn man wirklich Durst hatte, war es einem vollkommen egal, wie das Wasser aussah oder schmeckte.

Ein feiner Schleier aus Sand, Torfresten und Dreck lag nun in ihrem Gesicht. Er trat zu ihr und wischte diesen Schleier zusammen mit dem Rest Wasser von ihren Wangen, von ihrer Stirn und ihren Lippen.
»Ich verspreche dir, es dauert nicht mehr lange.« Er ging ohne auf sie zu warten weiter. Nur noch eineinhalb Kilometer, dann würden sie ihr Ziel erreichen.

Der Hügel wirkte etwas deplatziert in dieser Landschaft. Doch anscheinend hatte bisher niemand den Eingang gefunden.
Es hatte nicht lange gedauert, bis er die Erde hinter dem Busch mit bloßen Händen entfernt hatte und die Balken zum Vorschein gekommen waren, die er vor ewigen Zeiten selbst auf die Öffnung gelegt hatte.
Er räumte nun auch die Balken bei Seite und betrachtete die nur einen halben Meter große Öffnung im Boden. Sich an deren Rändern abstützend stieg er hinab und konnte die modrige Kühle wahrnehmen, die ihm entgegen wehte.
Licht. Sie würde Licht brauchen, um sehen zu können. Licht, welches er selbst nicht benötigte. Und sie würde es später auch nicht mehr brauchen. Doch er wusste, daß sie sich in dem engen Gang nur noch mehr verletzen würde, wenn sie nichts sehen konnte. Also ging er den Gang entlang in die Kammer die er dort errichtet hatte. Aus einem der vom Rost zerfressenen Stahlschränke holte er die Kerzen hervor und zündete sie an. Er stellte sie in die Nischen in dem Gang und in der Kammer, bis sie alles in ein flackerndes Dämmerlicht tauchten.

»Komm her!«, rief er aus dem Loch im Boden heraus.
Hatte sie bisher nur unbeteiligt zugesehen, wie er mit bloßen Händen die Erde weg räumte und die schweren Balken entfernte, so gehorchte sie nun seiner Stimme und folgte dieser.
Zögernd ließ sie sich in das Loch im Boden sinken und stand kurz darauf in einem schmalen Gang, der von flackernden Kerzen erleuchtet war.
Was war das an dieser Kerze? Waren das Bissspuren? Gab es hier Ungeziefer? Vielleicht Mäuse? Oder schlimmer noch, Ratten? Vor diesen fürchtete sie sich. Ratten waren ekelhafte Tiere, Ungeziefer.
Zaghaft tat sie einen Schritt nach dem Andern, passte auf, sich nicht den Kopf zu stoßen an der Decke des niedrigen Ganges. Sich umschauend ob sich irgend welche Anzeichen dieser Tiere zeigten.

Dann stand sie auf einmal in einem runden Raum, gute 5 Meter im Durchmesser und hoch genug, um darin stehen zu können.
»Zieh dich aus und leg dich da drauf.«, sagte er und deutete auf einen Tisch. Dieser war aus massivem Stein, gut einen Meter hoch und zwei Meter lang und halb so breit.
An seinen Rändern stand irgend etwas in einer fremden Sprache geschrieben und zu ihrem Entsetzen befand sich auf der Oberseite dieses Tisches rund herum eine Art Rinne.

»Los, tu was ich dir gesagt habe.«, sagte er, doch seine Stimme hatte keine Macht mehr über sie. Ihre Angst war zu groß und die Macht, solch starke Gefühle gegen den Willen einer Person zu überwinden hatte er noch nie gehabt, würde er nie haben und würde auch sie nie erlangen.

»Das… Das ist ein Opferaltar. Ich habe sowas schon mal in einem Film gesehen.«, sagte sie voller Furcht.
»Ein einfacher Tisch hätte es auch getan. Aber was denkst du, wie ein Tisch aus Holz bereits nach fünf Jahren hier unten aussieht? Ich verspreche dir, ich werde ich nicht töten oder so was.«
Er tat etwas, was er seit Jahrzehnten schon nicht mehr getan hatte. Er ging zu ihr, nahm sie in die Arme und streichelte ihre Wange. Es fühlte sich seltsam an. Seltsam aber gut. Ihre warme Haut unter seinen Händen, ihr Körper, den sie an seinen presste. Ihre Hüfte, die sie an seiner rieb. Er wusste, er hatte gegen ihre Angst gesiegt als sie leise stöhnte.
Ohne zu zögern zog er ihr den Pullover aus, das Unterhemd und den BH. Er öffnete den Gürtel der Hose und zog sie ihr zusammen mit dem altmodischen Schlüpfer aus. Nur die Stiefel ließ er ihr. Er fand diese Stiefel sehr anregend.

»Leg dich hin.«, sagte er noch einmal. Dieses Mal ohne zu zögern legte sie sich auf den Tisch. Tatsächlich erweckte die umher laufende Rinne auf seiner Oberseite den Eindruck eines Opferaltars. Aber genau das war vor hunderten von Jahren vermutlich auch die Aufgabe dieses Tisches gewesen. Doch jeder andere Tisch, ob aus Holz, Plastik oder Eisen, hätte die lange Zeit hier unten nicht überdauert.

Nun da sie auf diesem Tisch lag, ihre nackten Brüste reckten sich ihm entgegen und in ihrer Scham glitzerte es verführerisch, regte sich die Lust in ihm wieder.
Einmal. Ihm war es egal, aber er wusste, daß sie es sich ersehnte.

Er betrachtete eine Zeit lang reglos ihren Körper. Er war nicht perfekt. Und in den letzten Jahren hatte er Körper gesehen, die schöner waren als ihrer und ganz sicher auch besser geeignet, stärker, ausdauernder. Körper von Frauen und auch von Männern. Aber wenn sie erst einmal wusste, worauf es ankam, würde sie ihren Körper selbst formen. Und wenn nicht… Das würde nicht mehr sein Problem sein sondern ihres.

Er nahm die Hose die neben dem Tisch lag und zerriss sie in Handbreite Streifen. Nur kurz dachte er darüber nach, daß sie dann später ohne Hose herum laufen musste. Aber auch das würde nicht mehr sein Problem sein. Vielleicht wäre es für sie eine erste Prüfung die zwanzig Kilometer bis zum nächsten Ort ohne Hose laufen zu müssen. Dort würde sie schon irgendwie an eine neue gelangen.

Mit den Stoffstreifen fesselte er zuerst ihre Füße an die massiven Ösen an den Ecken des Tisches, so daß sie mit weit gespreizten Beinen dort lag. Dies ließ sie ohne Widerstand über sich ergehen, genauso wie sie es hin nahm, daß er ihre Hände ebenso fesselte.

Am liebsten wäre er jetzt sofort über sie her gefallen um ihr zu geben, wonach sie sich schon seit ihrer ersten Begegnung sehnte. Doch das musste warten. Er hatte noch etwas vorzubereiten.

Aus einem der Stahlschränke holte er die gläserne Kiste heraus. Er wiegte sie in den Händen und betrachtete ihren Inhalt. Das Buch hatte die Größe eines Folianten und sein Lederner Einband war reich verziert mit goldenen Zeichen und Ornamenten.

Das Glas war das Einzige, was die lange Zeit hier überdauert hatte, ohne Schaden zu nehmen. Ohne dieses wäre das Buch sicher ein Raub der Fäulnis geworden.
Er legte es auf den Boden, nahm einen Stein und schlug auf die gläserne Hülle ein, die sofort in tausend Scherben zersprang die im Schein der Kerzen glitzerten.

Vorsichtig nahm er den Folianten auf und legte ihn zwischen ihre Beine auf den Tisch. Er blätterte die letzte Seite auf und sah dort ein Bild. Sein Bild. Unter diesem stand sein Name.

Langsam trat er neben ihren Kopf. »Sieh mich an mein Engel.«, sagte er. Sofort wandte sie ihren Kopf in seine Richtung und er prägte sich ihr Gesicht ein. Die schwarzen Augen, deren Lider mit schwarzem Lidschatten geschminkt waren und ihre kirschrot geschminkten Lippen, die sich so wundervoll von ihrer hellen, fast weißen Haut abhoben.

Mit diesem Bild im Kopf ging er zurück zu dem Folianten. Er legte die Hand auf die freie Stelle neben seinem eigenen Bild und rief sich dieses Bild wieder in den Kopf.
Als er seine Hand weg nahm, prangte ihr Bild neben seinem auf der letzten Seite und wies sie als zukünftige Eigentümerin aus.

Unter dem Bild stand in altgriechisch ihr Name geschrieben: »Ελένη«

Aber eine Kleinigkeit fehlte noch, um das Buch in ihr Eigentum übergehen zu lassen. Er wusste, sie würde Angst haben, doch leider war es die einzige Möglichkeit.
Also nahm er eine der Glasscherben vom Boden auf, wischte sie an den Resten ihrer Hose ab und nahm ihre Hand. Mit einer schnellen Bewegung stach er sie in die Handfläche. Ein tropfen Blut blieb an der Scherbe hängen und er ging damit zurück zu dem Buch. Ihr Gesicht verriet große Angst.
»Mach dir keine Sorgen, das heilt schnell wieder.«, sagte er. ’Schneller als es dir vorstellen kannst’, fügte er in Gedanken hinzu.

Er ließ diesen Tropfen Blut auf die Stelle unter ihrem Bild fallen. Sofort leuchtete das Buch in einem hellen Schein auf. Er spürte eine Veränderung in seinem Körper. Die Essenz sammelte sich an einer bestimmten Stelle. Nun durfte er keine Zeit mehr verlieren.

Wieder trat er neben ihren Kopf. Er schaute sie an und öffnete den Mund.
Ihr Blick zeigte blankes Entsetzen. Doch balde schon würde sie verstehen.
Sie schüttelte den Kopf und versuchte, zu entkommen. Doch die Fesseln hielten eisern stand.
»Bitte vertrau mir. Es wird dir nichts geschehen mein schwarzer Engel.«, sagte er leise. Er meinte es vollkommen ehrlich, doch natürlich gab es für sie keinen Grund, dem Glauben zu schenken.
Er legte die Hand auf ihre Stirn und hielt sie eisern fest als er seine Lippen zu ihrem Hals senkte.
Er zögerte einen Moment. Was er da tat entsprach lediglich einem Klischee und es war eigentlich nicht nötig. Doch aus irgend einem Grund erschien es ihm einfach passend.

Als er seine Lippen von ihrem Hals nahm und die zwei roten Punkte dort betrachtete, sprach blankes Entsetzen aus ihren Augen.
»Warum?«, fragte sie leise und unter Tränen.
»Es geht nicht anders. Meine Zeit ist nun gekommen und es ist nun an dir, das fortzusetzen, was ich begonnen habe. Irgend wann wirst du wissen, wenn die Zeit reif ist, zu handeln. Und dann musst du vorbereitet sein. Auch ich war vollkommen unvorbereitet, genau so wie du es jetzt bist. Und im Gegensatz zu dir hatte ich kein Ziel, keine Aufgabe und keinen Weg den ich beschreiten konnte. Ich musste mir meinen Weg selbst suchen und ein Ziel festlegen. Du aber kannst aus meinen Erfahrungen schöpfen und wenn ich dich nicht vollkommen falsch einschätze, wirst du irgend wann auch das selbe Ziel verfolgen wie ich.«

Er trat wieder an das Ende des Tisches und betrachtete das Buch. Der Name unter seinem Bild verblasste und nahm eine schwarze Farbe an, während ihr Name, »Ελένη«, in goldenen Lettern unter ihrem Bild prangte. Nun gehörte ihm dieses Buch nicht mehr, er hatte keine Macht mehr darüber, genauso wenig wie es noch Macht über ihn hatte. Dieser Foliant war nun ihre Bürde und ihre Hilfe.

Er schloss das Buch und legte es auf den halb verfaulten Holztisch an der Wand. Dann legte er seine Kleidung ab und ging zu ihr.
Eigentlich wäre das eben nicht nötig gewesen, sinnierte er als er zu ihr auf den steinernen Tisch kletterte. Es war das erste Mal, daß er sie um Erlaubnis bat. Nicht mit Worten sondern nur mit einem Blick. »Ja, nimm mich.«, schienen ihre Augen zu schreien. Und genau das tat er.

Als er von dem Tisch herunter geklettert war und sich wieder angezogen hatte, streichelte er ihre Wange und wischte ihr eine Träne weg.
»Danke Herr.«, sagte sie leise, fast unhörbar.

Er nickte ihr knapp zu und ging dann zu den Schränken. Aus diesen holte er seine Sachen heraus und prüfte sie eingehend. Dann wandte er sich ihr ein letztes Mal zu.
»Dieses Buch darfst du nie verlieren. Am Besten versteckst du es irgend wo, so daß es niemand findet. Ich wünsche dir alles gute für deine Zukunft.«
Er wandte sich ab und ging zu dem schmalen Gang.

»Wo gehst du hin?«, fragte sie.
»Ich gehe einen Krieg beenden.« sagte er und wandte sich zum Gehen.
»Was wird mit mir? Soll ich hier liegen bleiben und sterben?« Es lag etwas in ihrer Stimme, das ihm sagte, daß sie durchaus dazu bereit wäre. Doch dies würde nicht eintreten, bis sie ihre Bestimmung gefunden und ihre Aufgabe erkannt haben würde, so wie er es im Begriff war zu tun.
»Wenn das dein Wunsch ist.«, sagte er lapidar. »Aber ich denke, du hast andere Wünsche. Erfülle sie dir. Das sollte für den Anfang reichen mein schwarzer Engel.«, sagte er, griff in die Innentasche seiner Jacke und holte etwas aus dieser hervor. Er zeigte ihr den Umschlag und legte ihn zwischen ihre gefesselten Beine auf den Tisch, bevor er endgültig verschwand.

- - -

Wie lange sie auf diesem Tisch lag, konnte sie später nicht mehr sagen. Aber es muss eine lange Zeit gewesen sein. Sie spürte, daß ihr Körper sich veränderte. Ihre Muskeln und Knochen schmerzten unerträglich und sie schrie ihren Schmerz laut heraus. Auch in ihrem Mund tat sich etwas. Sie hatte das Gefühl, ihre Eckzähne würden in ihrem Mund explodieren.
Irgend wann, als die Schmerzen nachließen, war sie vor Erschöpfung eingeschlafen. Nun fühlte sie sich besser. Sie fühlte, daß etwas anders war. Doch sie war noch immer auf diesem Tisch gefesselt. Wie besessen zerrte sie an ihren Fesseln, doch diese wollten und wollten nicht nachgeben.
Ängstlich und vor Verzweiflung weinend lag sie nun auf dem Tisch und betrachtete die Fesseln durch ihre tränenüberströmten Augen, als sie eine Bewegung neben sich wahr nahm.

Sie blinzelte die Tränen aus den Augen. War er vielleicht doch wieder gekommen, um sie zu befreien?
Als sie die Augen öffnete, sah sie eine Ratte neben ihrem Arm sitzen. Diese schien sie anzuschauen. Sie schien zu wissen, daß sie sich nicht wehren konnte. Was passieren würde, wenn diese Ratte und vielleicht auch ihr ganzes Rudel beschlossen, sie zu fressen, mochte sie sich nicht einmal in ihren schlimmsten Träumen ausmalen.
Laut schrie sie auf, was diese Ratte aber nicht im geringsten zu stören schien. Statt dessen kam sie sogar noch näher. Sie bewegte sich zu ihrem Hals und schien daran zu lecken.
Wieder schrie sie laut auf und versuchte in ihrer Angst, dem Tier auszuweichen.

Doch dann passierte etwas, womit sie nicht gerechnet hätte. Die Ratte setzte sich zwischen ihren Arm und ihren Körper und schaute sie erneut an. Dann begann sie wild zu zucken und fiel zur Seite. So blieb sie eine Weile liegen, wobei ihre Füße und ihr langer, glatter Schwanz wild herum zuckten.
Nach einigen Minuten stand die Ratte wieder auf, schüttelte sich und schaute sie erneut an.
»Komm schon, wenn du mich fressen willst, dann fang endlich an. Dann habe ich es hinter mir.«, schrie sie laut.
Doch das Tier reagierte nicht und schaute sie weiterhin an.
Irgend etwas schien mit dieser Ratte passiert zu sein.
»Wenn du mich schon nicht fressen willst, dann beiß wenigstens meine Fesseln durch.«, sagte sie resigniert. Daß dieses Tier wirklich tat, was sie sagte, damit rechnete sie natürlich nicht.

Doch was dann passierte, ließ sie ins Staunen geraten. Die Ratte lief zu ihrem Handgelenk, kletterte auf ihren Arm und knabberte den Stoffstreifen durch. Als das geschehen war, kletterte sie an ihrem Arm entlang, über ihre Brust und knabberte auch den Stoffstreifen an ihrem anderen Handgelenk durch. Dann wandte sie sich um und kletterte erneut über ihren Körper, bis zu ihrem Fuß, wo sie auch diese fesseln durch biss.

Erstaunt schaute sie zu der Ratte, die nun wieder neben ihr auf dem Tisch hockte und sich putzte.
»Danke.«, sagte sie erstaunt und kletterte vorsichtig von dem Tisch.

Sie schaute sich in dem Raum um und fand ihre Kleider auf dem Boden liegend und zog sie sich über. Die Hose allerdings war vollkommen unbrauchbar und auch der Schlüpfer, so altmodisch er ihr auch erschienen war, war in mehrere Stücke gerissen und sie fragte sich, ob das ein übler Scherz sein sollte.

Sie fragte sich, was sie nun machen sollte und blickte sich in dem Raum um. Das Einzige, was sie fand, war das Buch, welches auf dem kleinen Tisch lag und der Umschlag auf dem steinernen Tisch. Sie öffnete diesen und war erstaunt, darüber, so viel Geld auf einmal zu sehen. Sie zählte es nach und stellte fest, daß es sich um 50.000€ handelte, die er ihr einfach so da gelassen hatte.

»Aber ich denke, du hast andere Wünsche. Erfülle sie dir. Das sollte für den Anfang reichen.«, hatte er gesagt.
Für den Anfang? Das war mehr Geld als sie sie in einem Jahr verdient hätte.
Dann kam ihr wieder die Stadt in den Sinn. Ihre Arbeitsstelle gab es nicht mehr. Genau wie ihre Wohnung war sie ein Opfer der Bomben geworden.
Sie fragte sich, ob ihre Freunde es geschafft hatten, die Stadt zu verlassen. Sie hatte in den Nachrichten gesehen, was die Bomben mit einer Stadt anstellten. Sie wusste, der Feuersturm würde nur wenig übrig lassen. Waren sie rechtzeitig gewarnt worden? Doch sie hatte keine Sirenen gehört, weder als sie auf dem Dachboden waren noch als sie die Stadt verlassen hatten. Wahrscheinlich war sie eine der wenigen Überlebenden gewesen die die Stadt rechtzeitig verlassen konnten.

Bei dem Gedanken daran überfiel sie eine tiefe Trauer. Sie hockte sich auf den Boden und weinte.

Wie lange sie da gesessen hatte, konnte sie später nicht mehr sagen, doch irgend wann war die erste Trauer vorüber und sie überlegte, was sie tun sollte.

Wieder fiel ihr das Buch auf, als sie sich erneut umschaute. Sie hatte es auf den steinernen Tisch gelegt. Sie öffnete es und sah, daß es in einer fremden Sprache geschrieben war, die sie nicht lesen konnte.
Als sie die letzte Seite aufschlug, etwas, was sie bei allen Büchern tat, die sie las, war sie überrascht, ihr eigenes Bild dort zu sehen, direkt neben seinem. Darunter las sie ihren Namen.
Wie war das möglich? Dieses Buch musste Jahrelang hier gelegen haben und sie kannte ihn doch erst seit einem halben Jahr.
Doch irgend etwas sagte ihr, daß dieses Buch enorm wichtig für sie sein würde.
Aber was sollte sie damit machen? Es wäre wohl zu auffällig, damit in der Gegend herum zu laufen. Also entschloss sie sich, es hier zu lassen und später zu holen.

In einem der Schränke fand sie eine stählerne Kassette, die sie nahm, auf den Tisch stellte und das Buch hinein legte. Sie löschte die Kerze und verließ den Raum durch den schmalen Gang. Sie kletterte durch das Loch an die Oberfläche und verdeckte es mit den Balken, die er vorhin weg geräumt hatte.
Wie lange sie dort unten gewesen war, konnte sie nicht sagen, aber jetzt ging wieder die Sonne auf.
Mit entsetzen dachte sie an die Geschichten über Vampire, die sie aus Filmen und Büchern kannte und fragte sich, was mit ihr wohl passieren würde, wenn sie der Sonne ausgesetzt war. Doch zu ihrem Erstaunen passierte nichts. Sie verbrannte nicht und verwandelte sich auch nicht in Staub.

Es kostete sie einige Mühe, die Balken wieder mit Erde und Zweigen zu tarnen. Doch als sie damit fertig war und sich ihr Werk betrachtete, stellte sie fest, daß es so gut wie nicht mehr zu sehen war, zumal es auch hinter einem Busch versteckt war, der zusätzlichen Schutz vor Entdeckung bot.
Aber würde sie diese Stelle je wieder finden?
»Wenn ich ja wüsste, wo ich hier bin.«, sagte sie leise zu sich selbst.

In diesem Moment sah sie vor sich eine Karte der Umgebung. Erschrocken schloss sie die Augen doch die Karte sah sie weiterhin. An einer Stelle, genau in der Mitte der Karte, befand sich eine tropfenförmige Markierung. Das musste die Stelle sein, an der sie gerade stand.

Gehörte das zu den Sinnen eines Vampirs? Aber eine so moderne Karte wäre sicher nicht das gewesen, was ein wahrscheinlich mehrere hundert Jahre alter Vampir zu sehen bekam.
Ein Vampir? Was war mit ihr selbst? Sie legte die Hand an ihren Hals und spürte zwei leichte Erhebungen, dort wo er vorhin seinen Mund auf ihren Hals gelegt hatte.
Mit der Zunge fuhr sie über ihre Zähne und spürte ihre Eckzähne. Diese waren viel länger als sie in Erinnerung hatte. Und sie waren verdammt spitz.

»Scheiße. Also doch.«, rief sie aus und versuchte sich zu erinnern, was sie alles über Vampire wusste. Doch dann entsann sie sich, daß es wohl dringendere Probleme zu lösen galt.
Sie brauchte etwas zum anziehen. Und soweit sie wusste, mussten auch Vampire irgendwo wohnen.
»Verdammt, wo kann ich denn jetzt hin?«, fragte sie sich.
Plötzlich veränderte sich die Karte, die sie sah. Ein Weg war markiert und an dessen Ende stand »Auffangstelle für Kriegsopfer.«
Der Weg erstreckte sich über gut zwanzig Kilometer, bis zum nächsten Ort.

- - -

Zufrieden verließ sie das Büro in dem sie arbeitete, seitdem sie sich im Auffanglager gemeldet hatte. Dort war man sehr freundlich und überhaupt nicht erstaunt darüber, daß sie nur mit einem T-Shirt und einem Rollkragenpullover bekleidet dort an kam. Den Umschlag hatte sie vorsorglich unter dem Pullover versteckt.
Sie hatte dort neue Kleidung bekommen, nichts besonderes, aber besser als ohne Hose herum zu laufen. Sie hatte zu Essen bekommen und man hatte ihr diese Stelle und auch eine kleine Wohnung in einer Kleinstadt besorgt, die vermutlich kaum das Ziel der Bombenangriffe sein würde. Abgesehen von den täglichen Nachrichten ging das Leben hier beinahe normal weiter, während andere, größere Städte immer wieder Opfer der Bomben wurden, wie sie jeden Tag in den Nachrichten mit bekam.

Seitdem sie wieder eine eigene Wohnung hatte, hatte sie immer wieder versucht, herauszubekommen, was für Fähigkeiten sie als Vampir denn nun hatte. Aber das Einzige, was sie bisher herausgefunden hatte war, daß sie durch die Karten die sie immer wenn es nötig war sah, eine sehr gute Orientierung hatte. Später hatte sie dann festgestellt, daß sie sich alles, was sie seit dem er sie in diesem Hügel in der Weide zurück gelassen hatte, wieder sehen konnte, wenn sie es wollte, was ihr ein mehr als fotografisches Gedächtnis einbrachte.
Und als ihr Chef ihr einige unterlagen vorgelegt hatte und sie bat, diese zum Übersetzungsbüro zu bringen, hatte sie festgestellt, daß sie diese ohne Probleme lesen konnte. Sie war in der Schule nie gut in Fremdsprachen gewesen, doch diese Unterlagen, die in Französisch geschrieben waren, konnte sie ebenso gut lesen als ob sie in Deutsch geschrieben waren. Es dauerte nur so lange wie sie brauchte, diese abzutippen, bis sie ihrem Chef die Übersetzung wieder gab.

Nun war sie auf dem Weg nach hause und ging eine kleine Nebenstraße entlang. Auf dem Gehweg sah sie einige Kinder Ball spielen, als sie ein Auto hörte. Dieses fuhr viel zu schnell und in eben diesem Moment sah sie auch den Ball auf die Straße rollen.
Sie schaute sich um und sah vor ihrem inneren Auge einige Linien. Diese Linien gingen von dem Auto, dem Ball und einem der Kinder aus und trafen sich genau in der Mitte der Straße.
Ohne nachzudenken, rannte sie los, wobei eine weitere Linie erschien, die der Richtung entsprach in der sie gerade lief. Sie folgte dieser Linie und lief so schnell sie konnte auf den Punkt zu, an dem sich diese mit der Linie des Kindes kreuzte. Genau an diesem Punkt fasste sie das Kind von hinten und sprang in Richtung Gehweg.
Das Auto traf genau an dem Punkt, an dem die Linien sich kreuzten auf den Ball, der unter den Reifen geriet und mit einem Knall platzte.
Erst jetzt bemerkte sie, daß sie mit dem Kind unter dem Arm, fast aus dem Stand über die Motorhaube eines Autos gesprungen war, welches am Straßenrand geparkt war.

»Ach du Scheiße, das war aber verdammt knapp.«, sagte sie zu dem Kind. »Du solltest wirklich nicht ohne dich umzusehen auf die Straße rennen.«
Verschüchtert sah das Kind sie an. »Ja.«, sagte es und lief zu seinen Freunden, die um sie herum standen und sie mit offenen Mündern anstarrten.

»Was ist denn hier los?«, hörte sie eine Stimme.
Das Kind lief in Richtung der Frau, die gerade aus einem der angrenzenden Vorgärten auf den Gehweg gelaufen kam und das Kind in den Arm nahm.
»Hast du das gesehen Mama?«, fragte ein anderes Kind. »Mandy ist auf die Straße gelaufen und wäre fast von einem Auto überfahren worden. Und dann ist die Frau gekommen, hat sie gepackt und ist mit ihr zusammen über dein Auto gesprungen. Sie ist so schnell gerannt, wie ein Blitz.«
»Ist das wahr?«, fragte die Frau entsetzt und schaute erleichtert zu ihrer Tochter.
»Na ja, so schnell bin ich sicher nicht gelaufen. Und über ein Auto gesprungen bin ich wohl auch nicht.«, sagte sie verlegen. »Aber es hat wohl nicht mehr viel gefehlt, sonst wäre ihre Tochter wohl wirklich angefahren worden.«

Die Frau kam zu ihr und bedankte sich überschwänglich bei ihr. Die Frau wollte sie noch zum Essen einladen, doch dies lehnte sie dankend ab, mit dem Hinweis darauf, daß es doch selbstverständlich war, das Kind von der Straße zu bringen.

Statt dessen ging sie nach hause und versuchte sich zu erinnern, was nun wirklich geschehen war.
Wie ein Film lief dieses Ereignis vor ihr ab, als sie daran zurück dachte.
Sie war tatsächlich unglaublich schnell. Und sie war wirklich über dieses Auto gesprungen.

Im Geiste machte sie sich eine Notiz zu ihren neu entdeckten Fähigkeiten gehörten nun auch Schnelligkeit und Stärke. Aber die klassischen Vampirfähigkeiten wie Fliegen oder sich unsichtbar machen können, gehörten ganz offenbar nicht zu ihrem Repertoire. Auch konnte sie sich im Spiegel sehen, was sie unheimlich wichtig fand, wenn es darum ging, sich zu schminken oder sich die Haare zu bürsten.

Eine weitere Fähigkeit entdeckte sie einige Wochen später, als durch einen weiteren Bombenangriff der Strom in der Stadt ausfiel. Es war gerade halb sechs Uhr morgens als sie zur Arbeit ging und alle Lichter erloschen. Es war stockdunkel und sie hatte schon Angst, vor eine Laterne oder einen Zaun zu laufen. Doch zu ihrem Erstaunen konnte sie deutlich alles sehen. Sie sah die wenigen Leute, die um diese Zeit auf der Straße waren, herumirren und sich tastend fort zu bewegen.

Eine ältere Frau war gerade dabei in Richtung Straße zu gehen. Dabei ging sie genau auf die Bordsteinkante zu und wäre diese herunter gefallen.
»Halt, der Bordstein!«, rief sie laut und ging zu der Frau. Sie nahm sie am Arm und führte sie zurück zu dem Haus aus dem sie gekommen war.
Die Frau bedankte sich mehrmals bei ihr.
Mit den Worten »War doch selbstverständlich.«, ging sie einfach weiter.

- - -

Es war mittlerweile zwölf Jahre her, daß sie so verändert aus dem Loch in der Heide gestiegen war.
Sie führte ein recht normales Leben, soweit man das in diesen Zeiten sagen konnte. Zwar hatten die Bombenangriffe weltweit beinahe aufgehört aber immer wieder las man von Menschen die von anderen Staaten verschleppt wurden, weil diesen die Arbeitskräfte ausgingen.
Obwohl diese Menschen durchweg gut behandelt wurden, gab es immer wieder vereinzelte Aufstände von Arbeitern, die zurück wollten in ihre Heimat.
Sie fragte sich, wann es soweit war, daß jemand versuchen würde, sie zu verschleppen.
Diese Angst grassierte in der Bevölkerung, obwohl die Militärs alles dafür taten, um die Bürger zu beschützen. Es gab Patrouillen die durch die Straßen marschierten und es gab Ausgangssperren. Wer diese nicht einhielt, bekam entweder Hausarrest oder wurde, wenn es sich dabei um Bürger eines anderen Landes handelte, in dieses zurück gebracht.

Eigentlich hatte sie keine große Angst vor den Suchkommandos. Statt dessen fragte sie sich, ob diese aus einem offenen Kampf mit ihr wohl unverletzt heraus kamen. Ihre Fähigkeiten hatte sie immer besser unter Kontrolle und konnte sie auch einsetzen, wenn sie selbst es wollte.

Sie saß gerade zu Hause vor dem Fernseher und schaute sich die Nachrichten an, als sie IHN sah.
Er führte einen Arbeiteraufstand in Italien an, der außer Kontrolle zu geraten schien.

Einige Tage später sah sie ihn erneut in den Nachrichten. Dieses Mal war es in Ungarn, wo er mehrere hundert Arbeiter zu einem großen Aufstand anführte.
Auch in der Schweiz, in Dänemark und in den Niederlanden führte er im Abstand weniger Tage die entführten Arbeiter an, die mit Gewalt aus den Lagern ausgebrochen waren und sich alle anscheinend auf ein Ziel zubewegten.
In den Nachrichten wurde Den Haag als Ziel angegeben, doch sie glaubte nicht daran. Vielmehr vermutete sie, daß Brüssel das Ziel dieser Märsche die mit gekaperten Autos, Bussen, Treckern und LKWs stattfanden, war. Wie sie darauf kam, wusste sie nicht, doch es stellte sich letztendlich als richtig heraus.

Ein weiteres Jahr später, die Aufstände waren längst beendet und die Friedensverhandlungen in vollem Gang, tauchte er erneut in den Nachrichten auf. Dies war das letzte Mal, daß sie ihn sah. Denn in dem Bericht über die Verhandlungen die dieses Mal in Antwerpen stattfanden, führte er erneut einige hundert Arbeiter an, die auf den Verhandlungsort zu marschierten.
Doch eine Spezialeinheit der Amerikaner sah ihren Präsidenten gefährdet und schossen wild in die Menge. In dem Bericht hieß es, daß der Anführer der Arbeiter bei dieser Schießerei getötet wurde.

Dadurch gerieten die Amerikaner unter starken Druck und ihre überzogenen Forderungen konnten sie dadurch kaum noch durchsetzen.

- - -

Ein Jahr später wurde ihr bewusst, wie sehr sie sich verändert hatte.
Nein, ihr wurde bewusst, daß sie sich eben nicht verändert hatte.
»Sagen Sie, wieso sehen sie noch genau so aus, wie auf dem Bild in Ihrer Personalakte? Nach dreizehn Jahren sollte man doch erwarten, daß sie sich zumindest etwas verändert hätten.«, sagte ihr Chef.
Sie schaute sich das Bild, welches er ihr zeigte, eingehend an und musste feststellen, daß sie abgesehen von ihren nun wesentlich längeren Haaren, noch genau so aussah, wie an dem Tag als sie das erste Mal hier arbeitete.

Sollte es tatsächlich so sein, daß sie nicht älter wurde?
Sie schaute sich weitere Bilder an die Freunde von ihr aufgenommen hatten und stellte fest, daß es stimmte. Sie wurde einfach nicht älter.

Eine Woche später kündigte sie ihre Arbeit, hob ihre Ersparnisse von ihrem Konto ab und verließ die Stadt.

Dies musste sie im Laufe der Jahre immer wieder tun, um nicht aufzufallen.

Mittlerweile war es 30 Jahre her seit ihrer Veränderung, seit er sie gebissen und zu dem gemacht hatte, was sie heute war.
Sie fragte sich, was diese Veränderung bewirkt hatte. War sie doch zu einer Vampirin geworden?
So sehr sie auch überlegte, eine Antwort darauf fand sie nicht. Es gab nur eine Person, die ihr all ihre Fragen beantworten konnte, doch diese Person war nun schon seit fast 20 Jahren tot.
»Ich gehe einen Krieg beenden.«, hatte er gesagt, als er sie verlassen hatte. Und genau das hatte er auch getan. Das Opfer welches er dafür gebracht hatte, war das größte Opfer, was ein Mensch wohl in der Lage war zu bringen.
Doch es gab noch eine Möglichkeit, eine Antwort zu finden.
Das Buch, welches sie vor 30 Jahren in dem Hügel in der Heide zurück gelassen hatte.
Sie wollte eigentlich nichts damit zu tun haben, doch dies war die einzige Möglichkeit noch Antworten zu bekommen.
Also machte sie sich auf den Weg in die Heide. Es dauerte nicht lange und sie hatte den Parkplatz gefunden auf dem sie damals gehalten hatten. Von hier aus war sie alleine und zu Fuß in den nächsten Ort gegangen, wo sie eine Polizeistreife gefunden hatte und den Beamten erzählte, daß sie aus der vor ein paar Tagen zerstörten Stadt geflohen war, bevor diese in einem Feuersturm verbrannte. Die Beamten hatten sie damals in das Auffanglager gebracht, wo sie medizinisch untersucht worden war und wo man ihr geholfen hatte, ein neues Leben aufzubauen, welches sie bereits wieder hinter sich lassen musste.

Mit einem Rucksack in dem sie etwas zu Essen und zu Trinken bei sich trug und mit einem Klappspaten bewaffnet, ging sie zu dem künstlichen Hügel. Doch als sie den Busch sah, der mittlerweile zu einem riesigen Gestrüpp heran gewachsen war, traute sie ihren Augen nicht.
Die Öffnung im Boden war nicht mehr mit Erde und Balken bedeckt sondern mit einer schweren Stahltür, deren Rahmen fest im Boden einbetoniert war.
Auf der Tür befand sich ein Schild, auf dem die Adresse eines Institutes für Altertumsforschung stand.
Sie musste nicht lange überlegen und fuhr zurück in den nächsten Ort. Dort suchte sie ein Internetcafé auf und gab die Adresse dieses Institutes ein. Sie fand recht schnell etwas zu dem Hügel. Anscheinend vermutete man, daß dieser Hügel früher eine Opferstätte gewesen war, da sich in diesem ein steinerner Opferaltar befand. Angeblich hatte vor dem Krieg jemand diesen Hügel als Unterschlupf missbraucht. Sie fand Bilder des Raumes den sie kaum wiedererkannte. Alles was auf ihre und seine Anwesenheit hindeutete war verschwunden. Nur der steinerne Tisch befand sich noch darin.

Enttäuscht suchte sie nach Hinweisen auf das Buch, welche sie zu ihrer Erleichterung auch fand. Doch dieses Buch wurde von den Archäologen als Fälschung angesehen und lagerte irgend wo in den Archiven des Institutes.
Sie kaufte von dem Besitzer des Cafés einen Speicherstick und kopierte die Bilder des Raumes und des Buches auf diesen. Auch alle Informationen die sie dort fand, kopierte sie auf den Stick.

Als sie am nächsten Tag in dem Institut anrief und sich als Wissenschaftlerin ausgab, erfuhr sie, daß das Buch aus dem Archiv verschwunden war.
Damit hatte sich vorerst jede Hoffnung in Luft aufgelöst, irgend etwas über sich und über das, was sie nun war, heraus zu finden.

- - -

Weitere zwei Jahre später verfolgte sie im Fernsehen eine Debatte der neuen Weltregierung über die wenn auch geringe aber doch vorhandene Arbeitslosigkeit auf der Welt.
Ein Mann, der sich als Márvin Donant vorstellte, trug, wie vor ihm schon einige Andere, in einer längeren Rede seine Ideen vor um dieser Arbeitslosigkeit Herr zu werden. Seine Idee war so abwegig und verrückt, daß sie darüber lachen musste. Er schlug allen Ernstes vor, einen Teil aller Frauen zu Sklavinnen zu machen. Als Kandidatinnen schlug er Freiwillige vor und Frauen, die sich strafbar gemacht hatten.
Die Vorgehensweise die er vorschlug war dabei sehr detailliert ausgearbeitet und beinhaltete eine zweijährige Ausbildung dieser Frauen. Er nannte sie nicht Sklavinnen sondern, da dieses Wort eher negativ belegt war, Serva.

Als einen Monat später über die Vorschläge abgestimmt wurde, erhielt der Vorschlag dieses Mannes überraschenderweise die meisten Stimmen aus der wahlberechtigten Bevölkerung.
Präsident Plissken, ein eher besonnener und ruhiger Mann, trat zu diesem Márvin Donant und beglückwünschte ihn mit den Worten: »Herzlichen Glückwunsch Mister Donant, Sie haben die Welt 300 Jahre in die Vergangenheit katapultiert, machen Sie das Beste für deren Zukunft daraus.«

Es dauerte zwei ganze Jahre, bis alle Gesetze die diese zukünftigen Sklavinnen betrafen, ausgearbeitet und verabschiedet waren.
Doch dann gab es einen Aufruf an alle Frauen die in dem passenden Alter, unverheiratet und ungebunden sowie gesund waren, sich freiwillig als Serva zu melden.

Sie überlegte nicht all zu lange. Es war schon wieder zehn Jahre her, daß sie an einem Ort geblieben war und einige Leute stellten bereits wieder Fragen zu ihrem Aussehen, welches sich in den vergangenen Jahren nicht ein Bisschen verändert hatte.
Also meldete sie sich als Kandidatin für diese Schule. Was sollte ihr schon passieren?

Sie war zwar etwas überrascht, daß sie unter den Jenigen war, die für eine erste Auswahl nach Montreux bestellt wurden, doch es waren immerhin gut einhundert Frauen, die sich gemeldet hatten.
Nach einer eher langen und auch langweiligen Fragerunde rechnete sie damit, wieder nach Hause geschickt zu werden. Doch als die Kommission, die die ersten Serva auswählen sollte, unter ihnen auch Márvin Donant persönlich, zurück kam, reichte man ihr und weiteren elf Frauen einen Umschlag in dem stand, daß sie sich in drei Wochen, an einem Montag um zehn Uhr in Montreux in der neu gegründeten Schule für Serva melden sollte.

Sie war die Einzige der zwölf Frauen die nicht laut jubelte, sondern sich eher verhalten freute.
Nun hatte sie noch drei Wochen Zeit, ihr bisheriges Leben zum wiederholten Male regelrecht auszulöschen.

Nach den Drei Wochen traf sie in der Schule, einem umgebauten Spielcasino, zusammen mit den anderen Kandidatinnen ein.
Sie standen in einer Reihe und mussten dann die offizielle Anmeldung ausfüllen. Eigentlich mussten sie nur die Fragen beantworten, die ihnen die Frau, welche für die Anmeldung zuständig war, vorlas und diese trug die Antworten dann in den Fragebogen ein.
Zwar hatte sie ihren Ausweis, eine sehr gut gemachte Fälschung, auf der ausnahmsweise mal der Name stand, der auch in ihrer fast 60 Jahre alten Geburtsurkunde stand, bereits abgeben müssen, doch die Frau fragte noch mal alle Daten ab. »Wie ist denn dein Name?«, fragte sie.

»Ich heiße Helen.«













[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 11.02.18 um 22:24 geändert
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jonnyf
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  RE: Kurzgeschichte: Ihr Weg Datum:12.02.18 12:20 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo,

du bist immer wieder für Überraschungen gut - klasse.

jonnyf
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AlfvM
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Beiträge: 200

User ist offline
  RE: Kurzgeschichte: Ihr Weg Datum:14.02.18 18:11 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo,
eine schöne Kurzgeschichte.
Vielen Dank
Alf
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Ihr_joe Volljährigkeit geprüft
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Die Welt ist eine Bühne. Nur... das Stück ist schlecht besetzt. Oscar Wilde

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  RE: Kurzgeschichte: Ihr Weg Datum:14.02.18 19:17 IP: gespeichert Moderator melden


Was soll ich anderes schreiben, eine sehr schöne, tolle kurze Geschichte!


Danke
Ihr_joe

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