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  Berlin
 Der Herr befiehlt, das Weib spurt!
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Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:22.07.26 22:08 IP: gespeichert
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Der Kongress
Der erste Kongresstag ist geschafft, einige der Teilnehmer gönnen sich in der Bar des Hotels noch ein paar Drinks. Sanfter Jazz sorgt für eine entspannte Stimmung, die auch Stefan nach einem anstrengenden Tag schnell runterkommen lässt. Er sitzt direkt an der Bar, auf einem dieser hohen Barhocker, der Lederbezug ist angenehm kühl. Vor ihm steht ein Glas Whisky Sour mit Eiweiß, einer seiner Lieblingsdrinks. Der erste Tag war anstrengend, ein endloser Strom von Präsentationen über agile Softwareentwicklung, Cloud- und KI-Themen. Sein Kopf ist vollgestopft mit Informationen, und sein Nacken fühlt sich steif an von zu vielen Stunden in klimatisierten Räumen. Er hat sich hierhergesetzt, um abzuschalten, um einfach nur für eine Stunde nicht an die Arbeit zu denken. Einfach nur der Musik lauschen und einen guten Drink genießen.
Dann setzt sie sich neben ihn.
Er bemerkt es zuerst durch einen sehr angenehmen Duft, blumig-frisch, aber nicht süß. Seine Nackenhaare sträuben sich, ein unwillkürlicher Reflex. Er dreht den Kopf nur ein klein wenig nach links, gerade genug, um sie aus dem Augenwinkel zu erfassen.
Er kennt sie nur vom Sehen. Sie arbeitet wie er bei Nexus Labs, aber ihr Büro ist zwei Etagen höher als seins, dort sitzen der Vorstand und die anderen Führungskräfte. Sie leitet das Controlling. Sie sind sich bisher nur selten begegnet. Im Aufzug, im Restaurant oder bei großen Meetings. In seinem Job als Teamleiter Softwareentwicklung hat er nicht direkt mit ihr zu tun. Aber jede auch noch so flüchtige Begegnung mit ihr hat stets einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen. Er konnte nicht sagen warum, immer wenn er sie sah blieb sie lange in seinem Kopf präsent. Aber er machte sich keine Illusionen, so eine Frau ist für ihn unerreichbar. Leider.
Jetzt sitzt sie hier, weniger als 1 m neben ihm. Und sie sieht vollkommen anders aus als im Büro, irgendwie nicht so kühl und unnahbar. Im Job trägt sie meist strenge Kostüme, Rock und Blazer, mittelhohe Pumps. Heute trägt sie ein schlichtes, figutbetonendes dunkelblaues Kleid, schwarze Strumpfhosen und mittelhohe Pumps. Sie sitzt in perfekter Haltung auf dem Barhocker, der Rücken kerzengerade, die Beine elegant übereinandergeschlagen. Stefan ist immer wieder beeindruckt wie Frauen es schaffen, selbst auf den unbequemsten Sitzmöbeln elegant zu sitzen, ohne unerwünschte Einblicke zu gewähren. Ihre langen, schwarzen Haare sind elegant hochgesteckt. Eine einzelne Locke ist entwischt und liegt auf ihrer Wange. Stefan spürt den seltsamen Drang, diese Locke sanft hinter ihr Ohr zu schieben. Aber natürlich macht er das nicht, das wäre übergriffig und unverschämt.
Sie bestellt ein Getränk. Ihre Stimme ist tiefer als erwartet, kurz und präzise. „Einen Negroni bitte.“ Nicht mehr, nicht weniger. Der Barkeeper nickt und beginnt, den Drink zu mixen. Stefan schaut auf ihre auf dem Tresen liegende Hand mit den langen lackierten Fingernägeln. Sie ruht regelrecht in sich. Kein Trommeln mit den Fingern, kein nervöses Spiel mit einem Ring. Nur eine ruhige, gelassene Präsenz. Das ist es, was ihn an ihr so fasziniert und gleichzeitig so einschüchtert.
Er wagt einen längeren Blick, während sie abgelenkt ist. Er studiert ihr Profil. Die markante Nase, die vollen Lippen, die einen Hauch von Lidschatten in einem warmen Braunton tragen. Ihre Haut hat einen leichten Olivton, der im Licht der Bar fast golden schimmert. Er schätzt sie auf Mitte vierzig, Sie ist jünger als er, aber nicht viel. Sie strahlt Autorität und Selbstbewusstsein aus.
Sein Blick wandert nach unten zu ihren langen, übereinandergeschlagenen Beinen in den schwarzen Strumpfhosen, oder trägt sie vielleicht sogar halterlose Strümpfe?
Das Kleid endet etwa 10 cm über dem Knie, er hat das Gefühl, dass sie es absichtlich ein kleines Stück nach oben gezogen hat, dass sie mit ihm spielt.
Sein Herzschlag beschleunigt sich ein wenig. Er trinkt einen Schluck von seinem Whisky Sour. Er versucht, seine Gedanken zu ordnen. Im Job ist er derjenige in seinem Team, der die Fäden in der Hand hält. Sein Team von zwölf Entwicklern, welches bis auf 2 Junior-Entwicklerinnen ausschließlich aus Männern besteht, respektiert ihn, folgt ihm. Er trifft Entscheidungen, trägt Verantwortung. In Besprechungen ist er es, der für Struktur sorgt, wenn die Diskussionen ausufern. Er ist ein Mann von Autorität. Doch neben dieser Frau fühlt er sich wie ein Schuljunge. Eigentlich fühlt er sich in Gegenwart von Frauen immer wie ein Schuljunge, schüchtern, ängstlich. Seine Kompetenz und Selbstsicherheit im Job, all das schmilzt in der Gegenwart von Frauen dahin.
Sie bemerkt seinen Blick. Langsam, ganz langsam, dreht sie den Kopf. Ihre Augen treffen seine. Sie sind von einem intensiven, fast durchdringenden Blau. In diesem Moment ist der Lärm der Bar verschwunden. Es gibt nur noch diese beiden Augen, die ihn ansehen. Es ist kein freundlicher Blick. Es ist nicht einmal ein unfreundlicher. Es ist ein... analytischer Blick. Als würde sie ihn sezieren, seine Schwächen, seine Unsicherheit aufspüren. Er hält dem Blick nicht stand. Er bricht den Augenkontakt ab, sein Blick senkt sich auf sein Glas, und er fühlt, wie eine heiße Welle der Scham ihn überrollt.
Er reibt sich nachdenklich am Handgelenk, eine alte Angewohnheit von ihm. Er versucht, sich auf die Musik zu konzentrieren, vergeblich. All seine Gedanken sind bei der Frau neben ihm. Er kann ihr Parfüm riechen, ihren Atem spüren.
Der Barkeeper reicht ihr den Negroni, sie bedankt sich. Sie hebt das Glas, nicht mit der ganzen Hand, sondern nur mit den Fingerspitzen, sehr elegant. Sie führt es an ihre Lippen, kostet einen winzigen Schluck, den sie im Mund behält bevor sie ihn langsam schluckt. Es ist eine Geste von unglaublicher Sensualität und Kontrolle. Stefan spürt, wie sein Mund trocken wird.
Erinnerungen kommen hoch, ungewollt. Erinnerungen an seine letzte Beziehung, vor über zwei Jahren. Claudia. Eine nette Frau, intelligent, lustig. Aber sie hatte erwartet, dass er die Führung übernimmt, die Dates plant, die Richtung vorgibt, die Entscheidungen trifft. Und er hatte es versucht. Er hatte die Rolle gespielt, die von ihm erwartet wurde. Aber tief in ihm war etwas anderes. Ein Wunsch, die Last der Führung abzugeben. Ein Bedürfnis, jemandem zu folgen, jemandem zu vertrauen, der wusste, wo es lang geht. Diese Gedanken hatten ihn immer heimgesucht, er hatte sie verdrängt, sie als Schwäche abgetan. Ein Mann will doch führen, nicht wahr?
Dann, vor über einem Jahr, hatte er nach einem besonders zermürbenden Streit mit Claudia das Internet durchforstet, hatte Suchbegriffe eingegeben, die er sich kaum eingestehen wollte. Das hatte ihn auf die Websites von Dominas geführt. Er hatte zweimal all seinen Mut zusammengenommen, dann Termine vereinbart. Jeder Besuch war eine Mischung aus Demütigung und Erleichterung gewesen. Er hatte gekniet, Befehle befolgt, Schmerz ertragen. Es war eine Flucht gewesen. Ein Ventil. Aber es hatte sich auch leer und künstlich angefühlt, eine bezahlte Inszenierung. Er hatte damit aufgehört, wissend, dass dies nicht die Lösung für seine immer stärker werdende Sehnsucht nach Unterordnung war. Nicht stundenweise in einem bezahlten Spielszenario sondern im realen Leben, vielleicht sogar 24/7.
Sabine stellt ihr Glas ab. Das Geräusch ist kaum hörbar, aber für Stefan ist es so laut wie ein Schlag. Sie dreht sich zu ihm. „Anstrengender Tag?“ fragt sie.
Stefan wird aus seinen Gedanken gerissen, zuckt zusammen. Ihre Stimme ist direkt neben seinem Ohr. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie ihn anspricht. Er dreht sich zu ihr, sein Herz pocht ihm bis zum Hals. „Äh, ja“, stammelt er. „Ziemlich vollgestopft.“ Es klingt dumm. Banal. Er hasst sich in diesem Moment dafür. Er, der in Meetings so eloquent sein kann, wird zu einem stotternden Idioten.
Sie verzieht keine Miene, antwortet nicht. Sie nippt an ihrem Negroni. „ „Die Präsentation zu den aktuellen Entwicklungen bei KI-Agenten war ja besonders... ergiebig“, sagt sie, und in ihrer Stimme liegt eine subtile Ironie, die er sofort versteht. Sie war da. Sie hat dieselbe trockene, langweilige Präsentation ertragen wie er.
Ein winziges Lächeln umspielt ihre Lippen. Es verändert ihr gesamtes Gesicht. Es macht sie für einen Augenblick menschlich, nahbar. Fast. „Ich habe mir gedacht, beim nächsten Vortrag könnten sie vielleicht noch mehr Buzzwords verwenden“, sagt sie.
Stefan muss unwillkürlich lächeln. Sie hatte einen ähnlichen Humor wie er. Die Anspannung in seinen Schultern lockert sich ein wenig. „Das würde die Zuhörer sicher vom Stuhl reißen“, erwidert er, und seine Stimme ist schon etwas fester. „Vielleicht sogar Standing Ovations.“
„Oder sie bringen uns direkt zum Einschlafen“, kontert sie. „Wäre auch eine Strategie. Zeitersparnis.“
Sie schweigen für einen Moment. Das Schweigen ist nicht unangenehm. Sie sind jetzt keine Fremden mehr, die zufällig nebeneinander sitzen. Sie sind Verbündete, vereint in ihrer subtilen Verachtung für langweilige Vorträge. Stefan weiß nicht, was er sagen soll. Er will das Gespräch nicht enden lassen, aber er hat auch keine Ahnung, wie es fortsetzen soll. Er ist nicht gut in Smalltalk. Besonders nicht mit so gutaussehenden und selbstbewussten Frauen.
Er versucht, seine Augen auf ihr Gesicht zu richten, nicht auf ihre Beine oder ihren Ausschnitt. Er versucht, ein interessierter, normaler Mensch zu sein. „Arbeiten Sie lange schon bei Nexus?“, fragt er. Es ist eine ziemlich dumme Frage, aber es ist die Einzige, die ihm einfällt.
„Ich gehöre zum Gründungsteam“, sagt sie mit Stolz. „Und Sie?“
„Ich bin seit knapp fünf Jahren dabei. Leite das Entwicklungsteam für die KI-Agenten.“
„Ah.“ Sie nickt. „Dann sorgen Sie dafür, dass wir wegen der Bugs bei neuen Releases immer wieder mal längere Pausen machen müssen?“ Wieder diese Ironie.
„Genau“, sagt Stefan und spürt, wie er wieder ein wenig errötet. „Wir versuchen unser Bestes, es so unangenehm wie möglich zu machen.“
Diesmal lacht sie. Ein echtes, helles Lachen, das überraschend weich klingt. Es verändert die Atmosphäre zwischen ihnen grundlegend. „Das tun Sie offensichtlich sehr gut.“
Ihre Blicke treffen sich wieder. Diesmal hält er ihr Stand. Es fällt ihm immer noch schwer, aber es ist leichter als zuvor. Er sieht nun nicht nur die kühle, kontrollierte Controllerin. Er sieht auch die Frau mit dem trockenen Humor, die die Absurdität des Arbeitslebens genauso kennt wie er. Das macht sie noch faszinierender. Diese Kombination aus Stärke und einem Hauch von Zynismus.
„Stefan Kremer“, sagt er und streckt seine Hand aus. Er weiß nicht, warum er es tut. Es ist eine formale Geste, unpassend für die lockere Baratmosphäre. Aber er fühlt, dass er es tun muss. Etwas Normalität in diesem seltsamen Moment herstellen.
Ihr Blick fällt auf seine Hand. Sie zögert eine Sekunde, eine kaum merkliche Verzögerung. Dann nimmt sie seine Hand. Ihre Haut ist kühl und weich, aber ihr Händedruck ist fest, bestimmt. Nicht schwach, nicht zerbrechlich. Es ist der Händedruck einer Person, die weiß, was sie will. „Sabine Dohm“, sagt sie.
Der Kontakt ihrer Haut auf seiner sendet einen Strom durch seinen Körper, der sich direkt in seiner Leiste ausbreitet. Er zieht seine Hand zurück, als wäre er verbrannt worden. Er hofft, sie hat es nicht bemerkt. Er wischt seine Hand unmerklich an seiner Hose ab.
„Was macht ein Teamleiter Softwareentwicklung in seiner Freizeit, wenn er nicht gerade Agenten programmieren lässt?“, fragt sie und lehnt sich ein wenig zurück, ihre Haltung bleibt perfekt aufrecht, aber die Geste ist entspannter. Sie testet ihn. Er spürt es.
„Lesen, Filme. Und Sport“, sagt er ehrlich. „Laufen, Schwimmen. Ein bisschen Tennis, wenn das Wetter mitspielt.“ Er überlegt, ob er mehr sagen soll. Von seiner Liebe zu alten Funk-Platten, von seinen Koch-Versuchen, seinem Beziehungs-Status. Aber das fühlt sich zu privat an. Noch.
„Und immer alles unter Kontrolle haben, richtig?“, stellt sie fest. Es ist wieder keine Frage, sondern eine Diagnose. „Das sehe ich Ihnen an.“
Ihr Blick huscht über seinen Körper, flüchtig, aber prüfend. Er hat das Gefühl, sie sieht nicht nur sein perfekt sitzendes Hemd und seine trainierte Statur. Sie sieht den Mann dahinter, den Mann, der sich eigentlich nach Führung sehnt, es sich aber (noch) nicht endgültig eingestehen kann. Er fühlt sich wieder nackt, analysiert. Er rückt auf seinem Hocker hin und her. „Man muss ja“, sagt er und weiß sofort, wie schwach das klingt. Eine Ausrede.
„Muss man?“, fragt sie und ihre Augen blitzen auf.
Es ist keine rhetorische Frage. Sie wartet auf eine Antwort. Aber er hat keine. Oder er hat eine, aber er traut sich nicht, sie auszusprechen. „Ich denke, es ist wichtig, alles unter Kontrolle zu haben.“ sagt er. „Aber es kann auf Dauer auch anstrengend sein, oder?“ erwidert Sabine.
Er schwankt. Er spürt, wie sich der Boden unter ihm auflöst. Diese Frau, die er vor einer Stunde noch kaum kannte, hat es in wenigen Minuten geschafft, bis zu seinem innersten Kern vorzudringen, zu den Dingen, vor denen er sich selbst fürchtet. Ihre Dominanz ist nicht laut. Sie ist nicht fordernd. Sie hat eine subtile Kraft, die ihn zu entkleiden versucht, ohne ihn zu berühren. Und er merkt, dass ein Teil von ihm sich diesem Entkleiden hingeben will.
Er öffnet den Mund, um etwas zu sagen, was auch immer. Aber dann wird er gerettet. Ein anderer Kongressteilnehmer, ein Mann mit einem zu großen Grinsen und noch mit seinem Namenschild auf der Brust, kommt auf sie zu. „Sabine! Wie geht’s? Schön, Dich mal wieder zu sehen.“
Die Magie des Augenblicks ist vorbei. Sabines Gesicht verwandelt sich sofort zurück in die professionelle Controllerin, die Stefan aus dem Büro kennt. Ein höfliches, aber distanziertes Lächeln. „Danke, Peter. Freut mich auch Dich zu sehen.“ Ihr Tonfall ist kühl, abschließend. Ein klares Signal, dass das Gespräch nicht erwünscht ist.
Peter scheint es nicht zu bemerken, oder er ignoriert es. Er plappert weiter über irgendein Detail aus einem Vortrag, während Sabine ihm mit stoischer Gelassenheit und an ihrem Negroni nippend zuhört. Stefan fühlt sich wie ein fünftes Rad am Wagen. Er ist nicht Teil dieses Gespräches. Der Moment der Intimität ist vorbei, und er weiß nicht, ob er jemals wieder zurückkehren wird.
Er trinkt den Rest seines mittlerweile dritten Whisky Sour in einem Zug aus. Er beobachtet, wie Sabine das Gespräch mit Peter beendet. Sie sagt etwas von einem wichtigen Telefonat und erhebt sich. Ihre Bewegungen sind wieder perfekt, elegant, kontrolliert. Sie zieht ihr Kleid zurecht, nimmt ihre Handtasche und unterschreibt den Beleg für die aufs Zimmer gebuchte Rechnung.
Dann dreht sie sich zu ihm um. „Es war schön, Sie kennenzulernen, Stefan.“ Ihre Stimme ist wieder formell, aber in ihren Augen liegt etwas anderes. Ein Funke. Ein Versprechen? Oder hat er es sich nur eingebildet?
„Hat mich auch sehr gefreut, Sabine“, sagt er und seine Stimme ist leiser, als er beabsichtigt hatte.
Sie dreht sich um und geht. Er beobachtet, wie sie sich durch die Menge bewegt. Sie verschwindet in Richtung der Aufzüge. Stefan schaut auf sein leeres Glas, der Barkeeper stellt ihm automatisch ein neues hin, ohne dass er fragt. Er nickt ihm nur dankend zu.
Die Musik, die er in der letzten Stunde kaum noch wahrgenommen hat, tritt nun wieder in den Vordergrund. Die Leute um ihn herum lachen und reden. Aber für Stefan ist die Bar wieder leer. Die Luft riecht immer noch nach ihrem Parfüm, ein schwacher, vergänglicher Duft, der langsam verfliegt. Er reibt sich wieder am Handgelenk. Sein Herz rast immer noch.
Er weiß nicht, was das war. Ein Zufall. Ein kurzes Gespräch. Aber er spürt, dass es mehr war. Ein Riss in seinem sorgfältig konstruierten Alltag. Ein Blick in eine andere Welt, eine Welt, die ihn sowohl fasziniert als auch zutiefst erschreckt. Eine Welt der Kontrolle. Und der Hingabe. Er beobachtet die Leute in der Bar, aber er sieht sie nicht wirklich. Seine Gedanken sind woanders. Er ist bei einer Frau mit blauen Augen und einem kühlen, Dominanz ausstrahlenden Wesen. Er weiß nicht, ob sie diesen Abend fortsetzen werden oder ob es, wie bisher, bei gelegentlichen Begegnungen im Büro bleiben wird.
Aber er weiß, dass er sie wiedersehen will, privat. Er will es mehr als alles andere. Und dieser Gedanke ist gleichzeitig die aufregendste und die schrecklichste Erkenntnis seines Lebens.
Er nimmt einen Schluck, lauscht der Musik und verliert sich in seinen Gedanken an Sabine.
Stefan stellt das Glas ab, das leise Klirren auf dem polierten Tresen ist der einzige Laut, den er in diesem Moment wahrnimmt. Er bezahlt, die Bewegungen mechanisch, fast fremd, und verlässt die Bar. Auf dem Weg zu seinem Zimmer im dritten Stock spürt er ein Kribbeln in der Magengrube, eine heiße, aufgeregte Spirale aus Faszination und purer, nackter Unsicherheit.
Im Aufzug betrachtet er sein Spiegelbild: ein 50-jähriger Mann, der sich selbst nicht mehr erkennt. Die ergrauten Schläfen bei der ansonsten kurzgeschnittenen, schwarzen Haarpracht verleihen ihm ein markantes, gereiftes Aussehen, aber seine grünen Augen verraten etwas anderes – eine tiefe, nagende Sehnsucht, die er sich selbst kaum eingestehen will, ein Riss in der Fassade eines selbstbewussten Mannes. Er öffnet die Zimmertür und wirft sein Jacket über einen Stuhl. Er fühlt sich einsam.
Eine Etage über ihm ist das Zimmer von Sabine. Sie zieht ihr Kleid, die Nylons, BH und Höschen aus und gönnt sich eine entspannende Dusche. Mit nassen Haaren und nur bekleidet mit einem Hauch von einem Nachthemd legt sie sich aufs Bett und lässt den Abend noch einmal Revue passieren, jedes Detail, jeden Blick.
Ein leichtes, fast unmerkliches Lächeln umspielt ihre Lippen „Der ist nicht nur intelligent und sieht gut aus, der ist in seinem Innersten auch richtig schön devot, er braucht nur noch ein paar Impulse, um sich das endgültig einzugestehen. Der braucht unbedingt eine Frau wie mich. Eine, die ihm zeigt, wo sein Platz ist. Das sieht nach einem perfekten Match aus.“
Sabine schließt die Augen und ruft sich sein Bild ins Gedächtnis: die Art, wie er sie angesehen hatte – eine Mischung aus respektvoller Verwirrung und einer fast schmerzhaften, unterdrückten Sehnsucht. „Er weiß nur noch nicht, wie devot er wirklich ist“, wiederholt sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Ihre Hand gleitet langsam, beinahe zögerlich, zwischen ihre Schenkel, die Seide ihres Nachthemdes kühl auf ihrer Haut. „Aber da kann ich ihm auf die Sprünge helfen. Sehr gerne sogar.“ Sie stellt sich vor, wie sie ihn führen würde, wie er vor ihr knien würde, sein Blick auf den Boden gerichtet, wie er sich ihr vollkommen, bedingungslos hingeben würde. Die Vorstellung allein erregt sie, lässt Sie geil werden, eine Hitzewelle schießt durch ihren Körper. Sie spürt, wie Feuchtigkeit in ihr aufsteigt, süß und erwartungsvoll. Ein leises Stöhnen entweicht ihr, als ihr Finger ihre klitschnasse Spalte berührt.
Nur ein paar Meter entfernt liegt Stefan auf seinem Bett, die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Er starrt zum Fenster, an die Decke, aber er sieht überall nur Sabines Gesicht, ihre selbstbewusste Art, wie sie einen Raum nicht nur betritt, sondern ihn in Besitz nimmt. Ihre Art zu reden, klar, präzise, keinen Widerspruch duldend. „Eine faszinierende Frau“, denkt er. Er dreht sich auf die Seite, schließt die Augen, aber ihr Bild bleibt. „Auch ein klein wenig einschüchternd“, gibt er zu, „aber vielleicht... vielleicht ist sie genau die Frau, die ich suche und brauche. Die Frau, die mir sagt, wo es lang geht, der ich mich hingeben kann“.
Stefan spürt, wie sein Sch****z beim Gedanken an sie hart wird. Er stellt sich vor, wie sie ihn dominieren würde, wie sie ihm mit ruhiger, fester Stimme zeigen würde, was es bedeutet, sich vollständig zu unterwerfen, die Kontrolle abzugeben. Seine Hand wandert unter die Decke, zögert, dann umfasst sie seinen Sch****z, die Haut heiß und gespannt. „Aber ob sie auf mich steht?“, zögert er, die Zweifel sind wie kaltes Wasser, das die Glut zu löschen droht. „Ich bin schließlich nicht mehr der Jüngste. Sie hat die Wahl der Jungen.“ Er schüttelt den Kopf, versucht die negativen, zermürbenden Gedanken zu verdrängen, aber die Zweifel bleiben.
Sabine liegt immer noch wach auf ihrem Bett. Sie spürt die Macht, die in ihr steckt, die Kontrolle, die sie ausüben kann, die pure Lust an der Vorstellung, diesen Mann zu dominieren und nach Ihren Vorstellungen zu formen.
Sie stellt sich vor, wie Stefan vor ihr knien würde, wie er ihre Füße küssen würde, wie er mit heiserer Stimme um eine Orgasmus betteln würde. Die Vorstellung daran lässt sie schon wieder feucht werden. Ihre Finger gleiten tiefer, finden ihren Kitzler, der bereits hart und geschwollen ist. Sie reibt ihn langsam, in kreisenden Bewegungen, genießt die wachsende Erregung, die sie wie eine Flut überrollt. „Er wird lernen“, murmelt sie, die Worte sind ein Versprechen, „er wird lernen, was es bedeutet, mir zu gehören. Er wird um mein Fleisch betteln, um die Erlaubnis kommen zu dürfen.“
Stefan hat sich entschlossen, seine Gedanken zu stoppen, sie zu ertränken. Er steht auf, zieht sich rasch aus und geht unter die Dusche. Das warme Wasser fühlt sich wie kleine, heiße Nadeln auf seiner Haut an, aber es kann die innere Unruhe nicht löschen. Seine Hand findet seinen erigierten Sch****z, beginnt ihn langsam, fast verzweifelt zu massieren. Er denkt an Sabines Stimme, an ihre blauen Augen, an die Art, wie sie ihn durchschaut hatte, als könnte sie in seine Seele sehen.
Er stützt sich mit einer Hand gegen die kühle, nasse Fliese der Dusche, während die andere schneller wird, die Bewegungen fester, rücksichtsloser. Er stöhnt leise, der Name „Sabine“ entweicht seinen Lippen, ein Gebet und ein Fluch zugleich. Er stößt einen gurgelnden Schrei aus, als er kommt, sein Sperma schießt an die Wand, dicke, weiße Strähnen, die sofort vom Wasser fortgespült werden. Er atmet schwer, das Wasser rinnt über seinen erschöpften Körper. Schuldgefühle überkommen ihn – eine tiefe, nagende Schuld wegen seiner verdrängten Wünsche, eine Schuld, die sich wie eine schwere Decke auf seine Seele legt.
Sabine erreicht ebenfalls ihren Höhepunkt. Ihr Körper zuckt, ein feiner, kontrollierter Krampf, sie stöhnt leise auf, ein Sound der puren Befriedigung. Ihre Finger sind nass von ihren Säften, glitschig und glänzend. Sie leckt sie genüsslich ab, schmeckt ihre eigene Lust, ihre eigene Macht. „Na warte nur, Stefan“, denkt sie, „bald wirst du vor mir knien und mir gehören.“ Die Gedanken an ihn begleiten sie in einen tiefen, erfüllten Schlaf.
Am nächsten Morgen wacht Stefan früh auf, die ersten Sonnenstrahlen des Tages tasten sich durch den Vorhang. Er kann nicht mehr schlafen, die Gedanken an Sabine jagen durch seinen Kopf, ein wilder Sturm, den er nicht bändigen kann. Er duscht und macht sich fertig für den Tag, sein Gesicht im Spiegel ist müde und gezeichnet. Er geht hinunter zum Frühstück, der Raum ist schon ziemlich voll. Ein Stimmengewirr, das Klappern von Geschirr, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und warmen Croissants. Kongressteilnehmer in Anzug und Kostüm sitzen an den Tischen und genießen das reichhaltige Frühstück.
Stefan geht langsam durch den Frühstücksraum, lässt den Blick über die Tische schweifen, ignoriert die freundlichen Blicke von Kollegen. Er denkt nur an Sabine, aber er kann sie nirgendwo entdecken. Er holt sich einen Kaffee, ein Croissant, eine Schale Obst und setzt sich an einen freien Tisch mit direktem Blick auf den Eingang. Vielleicht kommt sie ja noch. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Er isst langsam, sein Blick ist nur auf den Eingang gerichtet. Jede Frau mit schwarzem Haar, die hereinkommt, lässt sein Herz schneller schlagen, aber es ist nie sie. Schon am Gang erkennt er, dass sie es nicht ist. Er schaut auf die Uhr – der erste Vortrag beginnt in zehn Minuten. Der Frühstücksraum hat sich schon deutlich geleert, Stefan spürt eine kalte, stechende Enttäuschung in sich aufsteigen. Er hatte gehofft, sie noch zu sehen, vielleicht sogar mit ihr reden zu können. Er hatte sich sogar schon die Worte zurechtgelegt.
Sabine war tatsächlich schon lange wach. Sie hat sich ein kleines Frühstück aufs Zimmer bringen lassen. Sie sitzt in ihrem Zimmer am Schreibtisch, checkt ihre E-Mails, bereitet sich auf den Tag vor. Sie weiß, dass Stefan nach ihr suchen wird, aber sie lässt ihn warten. Geduld ist eine Tugend, die sie perfektioniert hat, und sie möchte sehen, wie ernst es ihm ist, wie sehr er es wirklich will. Sie ist die Jägerin, aber sie genießt es, mit der Beute zu spielen bevor sie sie erlegt.
Stefan verlässt den Frühstücksraum und macht sich auf den Weg zum ersten Vortrag.
Da, am Aufzug, Sabine. Sie kommt ihm entgegen, elegant gekleidet in einem grauen schmalen Rock, der ihre schlanken Beine schön zur Geltung bringt. Ihr schwarzer Pferdesch****z schwingt rhythmisch mit jedem Schritt, ein Pendel der Macht.
Sein Herz klopft bis zum Hals. Sabine blickt auf, ihre Blicke treffen sich. Ihm wird endgültig klar, Sabine oder keine. Ein kurzes, fast spöttisches Lächeln umspielt ihre Lippen, dann schaut sie wieder geradeaus, als gäbe es ihn nicht. Stefan will etwas sagen, will sie ansprechen, aber die Worte bleiben ihm im Hals stecken. Was soll er sagen? Wie soll er anfangen? Ihre dominante Erscheinung lässt ihn sich wieder fühlen wie ein Schuljunge.
Sabine geht an ihm vorbei, der Duft ihres Parfüms lässt ihn benommen zurück. Stefan schaut ihr mit offenem Mund nach, unfähig auch nur ein Wort über seine Lippen zu bringen. Dann verschwindet sie aus seinem Sichtfeld.
Sabine geht nicht zu dem Vortrag, den Stefan besuchen wird. Sabine verbringt den Tag mit anderen Managern in einem separaten Konferenzraum in der 2. Etage. Sie weiß genau, dass Stefan verzweifelt nach ihr sucht, aber sie genießt dieses Spiel auf eine fast grausame Weise. Sie möchte sehen, wie weit er geht, wie sehr er es will. Und sie spielt wie gesagt gern mit der Beute, bevor sie sie erlegt.
Stefan kann sich kaum auf den Vortrag konzentrieren, sine Gedanken sind nur bei Sabine. Die Worte des Referenten, ein Mann in einem viel zu engen Anzug, verschwimmen zu einem unverständlichen Wortbrei. Er denkt an ihren strengen Blick, an ihr Lächeln. Vielleicht hatte er sich das nur eingebildet? Vielleicht war es nur höflich, fast mitleidig? Die Unsicherheit frisst ihn von innen auf.
Der Vortrag ist zu Ende, Stefan geht in den Pausenbereich, holt sich einen Kaffee. Er sucht weiter nach ihr, durchkämmt die Menschenmenge, vergeblich. Er sieht andere Kollegen von Nexus Labs, unterhält sich kurz mechanisch mit ihnen, aber seine Gedanken sind nur bei Sabine.
Die Mittagspause verbringt er ebenfalls mit der Suche nach Sabine. Er ahnt noch nicht, dass sie mit ihm spielt, sich bewusst nicht sehen lässt. Er sucht im ganzen Hotel, im Hof, auf der Dachterrasse. Nichts. Sabine ist wie vom Erdboden verschluckt. Er fühlt eine wachsende Leere in sich aufsteigen, eine Enttäuschung, die tiefer geht, als er zugeben möchte.
Am Nachmittag der letzte Vortrag und immer noch keine Spur von Sabine. Er fragt einige Kollegen, ob sie Sabine gesehen haben, aber niemand hat sie heute im Konferenzbereich bemerkt. Es ist, als wäre sie ein Geist.
Nun steht er mit seiner Reisetasche in der Lobby, bereit zur Abreise. Die Enttäuschung ist erdrückend, wie eine schwere Decke. Er hatte sich so viel vorgestellt – dass sie sich vielleicht privat treffen würden, dass er sie fragen könnte, ob sie mit ihm essen geht. Er hatte es sich fest vorgenommen, die Worte geübt. Aber jetzt ist alles vorbei. Eine verpasste Chance.
Sabine hat ebenfalls schon ihre Sachen gepackt. Sie denkt an Stefan, daran, wie er nach ihr gesucht haben muss. Ein zufriedenes Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Alles läuft nach Plan. Sie verlässt das Hotel durch einen Nebeneingang, um nicht auf ihn zu treffen.
Zu Hause angekommen, wirft er seine Tasche in die Ecke und holt sich ein Bier aus dem Kühlschrank. Er trinkt es in großen, gierigen Schlucken, versucht, die Enttäuschung zu ertränken. Aber es funktioniert nicht. Der Geschmack des Bieres ist bitter, genau wie seine Stimmung. Seine Gedanken kreisen um Sabine, um ihre Augen, ihre Stimme, ihre Dominanz, die er so sehr begehrt und zugleich fürchtet.
Er setzt sich an den Schreibtisch, öffnet seinen Laptop. Er versucht zu arbeiten, sich abzulenken. Es gelingt nicht. Er stellt sich vor, dass sie vielleicht bei einem anderen ist. Einem jüngeren Mann, der mutiger ist als er. Eifersucht und Verzweiflung steigt in ihm auf.
Sabine ist zu Hause in ihrem Haus am Rande von Berlin. Sie macht sich Tee, setzt sich auf die Terrasse, die Vögel zwitschern. Sie denkt an Stefan, an die Art, wie er sie angesehen hatte, wie ein verdurstender Mann in der Wüste. Sie weiß, dass er enttäuscht ist, aber das ist Teil des Spiels. Sie möchte, dass er spürt, was er verpasst hat, damit er bereit ist, alles zu geben, wenn sie ihm die nächste Chance bietet.
Sie nimmt einen Schluck Tee, genießt die Wärme, die sich in ihr ausbreitet. „Bald, mein Kleiner“, denkt sie, ein zärtlicher, aber bedrohlicher Gedanke. „Bald weißt du, wozu du bestimmt bist.“ Sie steht auf, geht ins Haus und lässt sich ein Bad ein. Warmes Wasser, duftende Öle – die Belohnung für einen erfolgreichen Tag.
Stefan gibt auf. Er schließt den Laptop, geht ins Bett. Die Nacht ist lang und schlaflos. Er dreht sich hin und her, seine Gedanken sind eine endlose Schleife aus Enttäuschung, Selbstzweifel und Sehnsucht. Er hadert mit sich selbst, mit seinen Wünschen, mit seiner Unsicherheit, die ihn gefangen hält.
Am nächsten Morgen im Büro ist Stefan wie ausgewechselt. Er ist müde, die Augen gerötet, reizbar, kann sich kaum konzentrieren. Sein Team bemerkt die Veränderung, aber niemand fragt nach. Er arbeitet mechanisch, erledigt seine Aufgaben, aber sein Herz ist nicht dabei. Die Gedanken sind immer noch bei Sabine.
Sabine ist ebenfalls im Büro. Sie wirkt ruhig und selbstbewusst wie immer. Sie arbeitet konzentriert, trifft Entscheidungen, führt Gespräche. Aber sie ist sich bewusst, dass Stefan hier ist, nur ein paar Stockwerke tiefer. Sie weiß, dass er leidet, aber sie weiß auch, dass dies notwendig ist.
Um die Mittagszeit geht Stefan in die Kaffeeküche. Mit dem Kaffee in der Hand starrt er aus dem Fenster. Plötzlich, der Duft. Er dreht sich um – es ist Sabine. Sie steht da, ihre blauen Augen fixieren ihn, durchdringen ihn.
„Schlaflose Nacht?!“, fragt sie, aber es ist keine Frage, es ist eine Feststellung.
Stefan erstarrt, er verschüttet fast den Kaffee. „Wie... woher wissen Sie, weißt Du …?“, stammelt er, fühlt sich ertappt.
Ein Lächeln umspielt ihre Lippen „Man sieht es dir an, Stefan. Und ich nehme an, es hat etwas mit den letzten 2 Tagen zu tun?“ Sie tritt näher an ihn heran und schaut ihm in die Augen. Stefan nickt schweigend, unfähig, die Worte zu finden, sein Hals wie zugeschnürt.
„Manchmal“, sagt sie langsam, jede Silbe ein kleiner Tropfen Gift und Honig, „sind die Dinge, die wir am meisten wollen, die am schwersten zu erreichenden. Aber vielleicht sind sie es gerade deswegen wert.“ Sie dreht sich um, ihr Pferdesch****z schwingt durch die Luft, und verlässt die Küche.
Stefan bleibt zurück, sein Herz klopft wie verrückt, seine Hände zittern. Ihre Worte hallen in seinem Kopf nach, geben ihm Hoffnung, aber auch noch mehr Verwirrung. Er weiß nicht, was er denken soll, was er fühlen soll, nur dass er mehr will, immer mehr.
Sabine geht zurück in Ihr Büro. Sie weiß, dass ihre Worte langsam wirken, wie Gift. Sie hat ihm einen Strohhalm hingehalten, einen kleinen Hoffnungsschimmer. Jetzt liegt es an ihm, ob er ihn ergreift, ob er mutig genug ist. Sie lächelt. Das Spiel hat gerade erst begonnen.
Stefan steht mit seinem Kaffee in der Hand allein in der Kaffeeküche. Der Duft von frisch gebrühtem Bohnen mischt sich mit dem Duft, den Sabine zurückgelassen hat. Sein Herz hämmert gegen seine Rippen, ein wilder, unregelmäßiger Rhythmus, der mit jedem Atemzug lauter wird. Ihre Worte hallen in seinem Kopf nach: "Manchmal sind die Dinge, die wir am meisten wollen, die am schwersten zu erreichenden. Aber vielleicht sind sie es gerade deswegen wert." , denkt er sich.
Stefan schließt die Augen und atmet tief durch. Er kann ihre Präsenz noch spüren, wie sie ihm gegenüberstand, wie ihre blauen Augen ihn durchbohrten, als kannte sie jeden seiner Gedanken, jede seiner verborgenen Sehnsüchte. Die Erinnerung an ihre Stimme lässt ihn erschauern. Die ruhige, unerschütterliche Autorität, mit der sie sprach, als hätte sie das Recht, über sein Schicksal zu entscheiden. Und das Schreckliche ist, dass ein Teil von ihm genau das will. Ein tief vergrabener Teil, den er Jahre lang unter Schichten von gesellschaftlichen Erwartungen begraben hatte.
Drei Tage vergehen. Jeder einzelne ist eine Qual. Stefan geht seiner Arbeit nach, führt sein Team durch Meetings, trifft Entscheidungen, präsentiert Ergebnisse – all die Dinge, die er als Führungskraft tut. Aber in seinem tiefsten Inneren brodelt es. Jedes Mal, wenn er durch das Bürogebäude geht, scannt sein Blick die Flure in der Hoffnung, Sabine zu sehen. Jedes Mal, wenn eine Tür aufspringt oder er Schritte hört, zuckt sein Herz zusammen. Aber Sabine versteht es geschickt, ihm nicht zu begegnen.
Am dritten Tag, gegen Nachmittag, betritt er wieder die Kaffeeküche. Und da steht sie. Sie lehnt an der Arbeitsfläche, eine Kaffeetasse in der Hand. Sie trägt wie so häufig ein Businesskostüm, enger Rock, Bluse, Blazer und Pumps. Er muss sich zusammenreißen, um nicht ständig auf ihre schlanken, wohlgeformten Beine zu starren.
Sie blickt auf, als er eintritt, und ihre Augen treffen sich. Kein Lächeln, keine Begrüßung. Nur ein langer, durchdringender Blick. Stefan erstarrt, nicht mal ein kurzes „Hallo“ kommt ihm über die Lippen. Sabine stellt ihre Tasse ab. Das leise Klirren des Porzellans auf Granit ist das einzige Geräusch in der Stille. Sie geht auf ihn zu und bleibt direkt vor ihm stehen, so nah, dass er die Wärme ihres Körpers spüren kann. "Heute Abend", sagt sie, ihre Stimme leise, aber mit einer unmissverständlichen Klarheit, "20 Uhr im Ganymed am Schiffbauerdamm. Ich habe einen Tisch reserviert." Sie macht eine winzige Pause, ihre Augen verengen sich kaum merklich. "Sei pünktlich."
Dann dreht sie sich um und geht ohne ein weiteres Wort, ohne ihm die Möglichkeit einer Antwort zu geben. Stefan bleibt zurück, sein Herz pocht wie verrückt. Er starrt auf die Tür, durch die sie verschwunden ist, und versucht, zu verarbeiten, was gerade passiert ist. Sie brauchte keine Antwort von ihm, sie wusste, dass er kommen würde. Er hatte ein Date mit Sabine.
Der Rest des Nachmittags vergeht wie im Trance. Stefan versucht zu arbeiten, aber seine Gedanken kreisen immer wieder um das bevorstehende Date. „Sei pünktlich“, sagte Sie, wie zu einem Kind.
Gegen 18:00 Uhr verlässt er das Büro. Er fährt nach Hause, duscht, rasiert sich sorgfältig, wählt seine beste Kleidung aus – ein dunkelblaues Hemd, das seine grünen Augen betont, elegante schwarze Chinos und seine besten Lederschuhe. Er kämmt sein Haar, checkt alles nochmal im Spiegel. Ein 50-jähriger Mann mit leicht ergrauten Schläfen, der nervös wirkt. Der sich wünscht, dass dieser Abend perfekt verlaufen möge.
Das Date im Ganymed
Kurz nach 19 Uhr verlässt er seine Wohnung. Er nimmt die S-Bahn Richtung Friedrichstrasse. Mit dem Auto wäre es bequemer, aber er will unbedingt vermeiden, in einen Stau zu geraten und sich zu verspäten.
Um 19:50 Uhr, also überpünktlich, steh er vor dem Ganymed und wartet auf Sabine. „20:05, 20:10 Uhr, immer noch nichts von Sabine zu sehen, er wird nervös. Er fragt einen Kellner nach einer Tischreservierung auf den Namen Dohm. Der Kellner blättert durch sein Reservierungsbuch, sein Finger gleitet über die Seiten. Er schaut auf, dann wieder ins Buch, noch einmal. Ein winziger Schatten der Verwirrung huscht über sein Gesicht.
"Entschuldigen Sie, mein Herr. Es gibt keine Reservierung unter diesem Namen."
Stefans Herz versinkt. "Keine Reservierung? Sind Sie sicher? Es sollte für 20 Uhr sein."
"Ja, mein Herr. Ich fürchte, da ist nichts eingetragen." Der Kellner behält sein professionelles Lächeln, aber seine Augen verraten eine Spur von Mitleid. "Vielleicht gibt es ein Missverständnis?" Ein kalter Schauer läuft Stefan über den Rücken. Keine Reservierung. Das kann nicht sein. Sabine hatte doch gesagt... Hatte sie ihn angelogen? War das alles nur ein Spiel? Ein grausamer Streich?
Es ist mittlerweile 20:15 Uhr. Die Minuten dehnen sich zu einer Ewigkeit. Er beobachtet die vorbeilaufenden Leute – elegante Paare, die zum Abendessen ausgehen, Touristen, die neugierig in das Restaurant schauen, Geschäftsleute in Eile. Jede Minute, die vergeht, verstärkt das Gefühl der Demütigung.
Was läuft hier gerade? Spielt sie mit mir? Seine Verwirrung ist mittlerweile in Frustration umgeschlagen. Warum macht sie das? Seine Hände ballen sich in seinen Hosentaschen zu Fäusten. Er überlegt, einfach zu gehen. Dieses dumme Spiel beenden, sich nicht länger demütigen lassen.
Bevor er sich entscheiden kann hörte er Sabines Stimme, direkt hinter ihm. Er hatte sie nicht kommen sehen. Schwarzes Etuikleid, ein Bolero-Jäckchen und HighHeels mit gefährlich hohen, sehr schmalem Stiletto-Absatz. Ihr Make-up ist perfekt, die roten Lippen leuchten im Licht der Straßenlaternen.
"Du warst pünktlich?" fragt sie, ihre Stimme ruhig, neutral. Kein „Hallo“ oder entschuldige bitte meine Verspätung. Einfach nur kühl und direkt „Du warst pünktlich?“
Stefan schluckt. Sein Mund ist trocken. "Ich warte hier seit 19:50 Uhr“, seine Stimme klingt heiser, brüchig. Sabine hebt zieht ihre Augenbrauen nach oben "Ist das gerade eine Beschwerde?"
Die Frage trifft ihn wie ein Schlag ins Gesicht. Ihre Stimme ist noch immer ruhig, aber darunter liegt eine eiskalte Härte, eine unmissverständliche Warnung. Die Luft gefriert um sie herum.
"Nein", stammelt er, "natürlich nicht. Ich bin sicher, dir ist etwas dazwischengekommen." Die Worte fühlen sich falsch an in seinem Mund, eine plumpe Entschuldigung für etwas, das er nicht versteht.
Ein winziges Lächeln umspielt ihre Lippen, aber es erreicht ihre Augen nicht. "Nein", sagt sie. "Mir ist nichts dazwischengekommen." Sie macht eine kleine Pause, lässt ihn in der unerträglichen Spannung schmoren. "Ich wollte Dich warten lassen, habe Dich beobachtet.
Stefan starrt sie an, sein Verstand weigert sich, ihre Worte zu verarbeiten. "Beobachtet? Was...?"
"Ja, von da drüben", erklärt sie ruhig und macht eine kaum merkliche Geste in Richtung der anderen Spree-Seite. "Ich wollte sehen, ob ich es Dir wert bin, eine halbe Stunde zu warten. Wärst du gegangen, wäre es das gewesen mit uns."
Die Worte treffen ihn wie ein Schlag in die Magengrube. Das war ein Test. Ein Test seiner Geduld, seiner Loyalität, seiner Bereitschaft, sich demütigen zu lassen. Sie stand irgendwo, beobachtete ihn, während er hier wie ein Idiot auf sie wartete, ohne zu wissen, ob sie überhaupt kommen würde.
Eine Mischung aus Wut, aber auch Erregung, so kontrolliert zu werden, durchflutet seinen Körper.
Sabine beobachtet seine Reaktion, ihre Augen analysieren jedes Zucken in seinem Gesicht, jede Veränderung in seiner Haltung. Sie kann den inneren Kampf in ihm sehen, wie er versucht, seine Gefühle zu beherrschen.
Sie dreht sich um und geht zur Restauranttür, ohne sich umzudrehen. "Komm", sagt sie über ihre Schulter.
Stefan gehorcht automatisch. Seine Beine fühlen sich an wie Blei, aber er folgt ihr, eingefangen in ihrem Sog.
Als sie eintreten, kommt der Kellner von vorhin sofort auf sie zu. Sein Gesichtsausdruck verändert sich von professioneller Höflichkeit zu unterwürfiger Bewunderung. "Frau Wagner! Willkommen. Es ist uns eine Freude, Sie wieder bei uns zu haben."
Sabine nickt kurz. "Haben Sie unseren Tisch bereit?"
"Selbstverständlich, Frau Wagner. Wie immer, Ihr Lieblingsplatz." Der Kellner führt sie zum Tisch. Stefan folgt ihnen, fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen.
Der Kellner zieht Sabine den Stuhl heraus. Sie setzt sich mit einer anmutigen Bewegung, ihr Kleid gleitet über ihre Oberschenkel. Dann blickt sie Stefan an, der noch steht, unsicher, was er tun soll.
"Setz dich. Man kennt mich hier nur unter dem Namen Wagner, der Name meines Ex-Mannes. Dohm ist mein Mädchenname, den ich nach der Scheidung wieder angenommen habe."
Der Kellner erscheint mit zwei Speisekarten, reicht Sabine zuerst die ihre, dann Stefan. Sabine nimmt die Karte nicht einmal in die Hand. "Wir bekommen den Champagner, wie immer", sagt sie zum Kellner. "Und die Austern als Vorspeise. Danach den Lammbraten. Für zwei. Und eine Flasche von dem Riesling, Sie wissen schon. „
Der Kellner nickt und verschwindet. Stefan sitzt da, die Speisekarte unbenutzt vor sich. Er realisiert, dass sie für ihn bestellt hat, ohne ihn zu fragen. Sie hat es einfach entschieden. „Du magst doch Austern?“ „Ich habe noch nie welche gegessen“ antwortete Stefan. „Du wirst sie mögen.“ Zack, so geht das, sie entscheidet, dass er Austern mögen wird. „Was passiert hier gerade?“ fragt sich Stefan.
Sie sieht ihn direkt an. Ihre blauen Augen leuchten in der Dunkelheit, intensiv, durchdringend. "Du verstehst, oder?" fragt sie, ihre Stimme leise, aber klar.
Stefan nickt langsam. "Ich denke schon", antwortet er, seine Stimme zittert leicht. "Das war ein Test."
Ein Lächeln huscht über ihre Lippen, diesmal erreicht es ihre Augen, wenn auch nur für einen Moment. "Ein kleiner Test", korrigiert sie. "Das erste von vielen."
Sie lehnt sich vor, ihr Gesicht kommt näher, so nah, dass er ihre Wärme spüren kann. "Stefan, ich mag Dich, aber ich muss wissen, wofür du bereit bist. Ich muss wissen, ob du verstehst, was es bedeutet, eine Beziehung mit mir zu führen, Dich mir hinzugeben, mir zu gehören."
Das Wort "gehören" trifft ihn wie ein Blitz. Es ist so direkt, so besitzergreifend, so absolut. Es gibt keinen Raum für Missverständnisse, für Halbheiten. Entweder er gehört ihr – vollständig, bedingungslos – oder er gehört nicht zu ihr.
Sein Herz pocht wild, ein lautes, unkontrollierbares Trommeln. Sein Mund ist trocken, seine Hände sind feucht. Er will etwas sagen, will antworten, aber seine Kehle ist wie zugeschnürt.
Sabine beobachtet ihn, ihre Augen analysieren jede Reaktion. Sie sieht die Angst in seinen Augen, die Unsicherheit, aber auch die tiefe, verborgene Sehnsucht. Sie weiß, dass er an einem Wendepunkt steht. Seine Antwort wird den Kurs ihrer Beziehung für immer bestimmen.
Der Kellner serviert den Champagner. Dann bringt er eine Schale mit perfekt arrangierten Austern auf einem Bett aus Eis, begleitet von Zitrone und einer Soße.
Sabine nimmt ihr Glas, hebt es und blickt Stefan an. "Prost", sagt sie einfach.
Stefan nimmt sein Glas, ihre Finger berühren sich für einen Moment beim anstoßen. Ein elektrischer Schlag geht durch seinen Körper. Er trinkt, der Champagner ist kühl und prickelnd auf seiner Zunge, aber er schmeckt kaum etwas. Alle seine Sinne sind auf Sabine konzentriert.
Sie nimmt eine Auster, löst das Fleisch gekonnt mit einer Cocktailgabel von der Schale, träufelt Zitrone darauf und verspeist sie mit Genuss. Ein winziger Tropfen Austernwasser landet auf ihrer unteren Lippe. Ihre Zunge kommt heraus, leckt ihn langsam auf.
Stefan starrt sie an, unfähig, den Blick abzuwenden. Die Bewegung ist unglaublich erotisch, absichtlich provozierend. Er fühlt, wie sich sein Penis in seiner Hose versteift, ein unkontrollierbarer, unmittelbarer Reflex.
Sabine bemerkt seine Reaktion, ihr Lächeln wird breiter, triumphierend. Sie weiß genau, was sie mit ihm macht. Sie weiß genau, welche Macht sie über ihn hat.
"Möchtest du eine?" fragt sie und deutet auf die Austern.
Stefan nickt, sein Hals fühlt sich trocken. Er nimmt eine Auster, seine Hände zittern leicht als er versucht, die Auster von der Schale zu lösen. Es gelingt ihm nicht sofort, seine Finger agieren ungeschickt. Sabine beobachtet ihn amüsiert. "Erlaube mir", sagt sie und nimmt ihm die Gabel aus der Hand. Ihre Finger berühren seine, eine bewusste, kontrollierte Berührung.
Sie löst die Auster mühelos, hebt die Schale an seine Lippen. "Mund auf", befiehlt sie ruhig.
Stefan gehorcht. Er öffnet den Mund, seine Augen bleiben auf ihr Gesicht gerichtet. Sie schiebt die Auster in seinen Mund, ihre Finger berühren kurz seine Lippen. Es ist eine intime, besitzergreifende Geste.
Er kaut, schmeckt das salzige Meerwasser, die frische Zitrone. Aber alles, was er wirklich spüren kann, ist ihre Berührung, ihr Blick, die unglaubliche Spannung zwischen ihnen.
"Gut?" fragt sie, ihre Stimme leise, fast wie ein Flüstern.
Er kann nur nicken, sein Mund ist voll, seine Kehle ist immer noch wie zugeschnürt.
Sie lehnt sich zurück, nimmt einen weiteren Schluck Champagner. "Den ersten kleinen Test vor dem Restaurant hast Du bestanden", sagt sie nach einer Weile.
Die Worte sind wie eine Belohnung, aber sie fühlen sich auch an wie eine Bestätigung ihrer Macht. Sie ist diejenige, die bewertet, die urteilt, die entscheidet.>
"Weshalb... weshalb dieser Test?" fragt er vorsichtig, seine Stimme immer noch unsicher.
Sabine blickt ihn an, ihre Augen werden ernst. "Ich muss wissen, ob du mir vertraust. Ob du bereit bist, Dinge zu tun, die du nicht verstehst, nur weil ich sie von dir verlange."
Sie macht eine Pause, ihr Blick wird intensiver. "Für den Aufbau einer Beziehung wie ich sie will gibt es keinen Platz für Fragen. Es gibt nur Gehorsam, Hingabe, Demut." "Und wenn ich mich weigere?" fragt er, obwohl er schon weiß, dass er sich nicht weigern wird.
Sabines Lächeln verschwindet, ihr Gesicht wird kalt. "Dann gibt es keine Beziehung", sagt sie schlicht. "Dann bist du nur ein weiterer Mann, der nicht bereit ist, wahrhaftig zu geben, was ich brauche. Aber Stefan, glaube mir, auch wenn es manchmal hart für Dich sein wird, auch Du wirst Deine Erfüllung in unserer Beziehung finden. Ich weiß das."
„Und wenn ich mich darauf einlasse, es aber trotz aller Bemühungen nicht schaffe, Deinen Anforderungen gerecht zu werden, was dann?“
„Ich erwarte nicht, dass alles von Anfang an perfekt klappt, ich habe Geduld, und ich kann auch einfühlsam sein. Trotz des klaren Machtgefälles werden wir eine respektvolle und liebevolle Beziehung führen. Es gibt ein paar unverhandelbare Anforderungen, in anderen Bereichen gibt es Spielraum, den wir aushandeln können.
“Was sind die unverhandelbaren Anforderungen?“ fragt Stefan.
„Nicht so stürmisch, das erfährst Du noch früh genug. Wir gehen den Weg Schritt für Schritt, Du musst mir vertrauen.“
Der Kellner erscheint wieder, um die leeren Austernschalen abzuräumen und die Hauptgänge zu servieren. Sabine hatte für beide Lammfilet bestellt, perfekt medium gebraten, begleitet von Kräuter-Kartoffelpüree und gegrilltem Gemüse. Wieder ohne ihn zu fragen, was er möchte.
Die einzigen Geräusche beim essen sind das leise Klirren von Besteck auf Porzellan, das entfernte Murmeln der anderen Gäste, das leise Knistern der Kerzen. Aber die Stille zwischen ihnen ist erfüllt von unausgesprochenen Gedanken.
Stefan isst mechanisch, obwohl das Essen exzellent ist. Sein ganzer Fokus liegt auf Sabine. Wie sie ihr Glas hält, ihr Besteck benutzt. Jede kleine Geste ist voller Anmut und Kontrolle.
Irgendwann während des Essens legt sie ihre Hand auf den Tisch, ihre Finger nur wenige Zentimeter von seiner entfernt. Er spürt die Wärme ihrer Haut, auch ohne sie zu berühren. Es ist eine bewusste Geste, eine Einladung.
Zögernd streckt er seine Hand aus, seine Finger berühren ihre. Ihre Haut ist weich, warm. Sie umschließt seine Hand nicht, sie lässt die Berührung nur zu, eine stille Bestätigung.
Als sie mit dem Essen fertig ist, legt Sabine ihr Besteck auf dem Teller ab. Das leise Geräusch unterbricht die Stille. Sie blickt ihn direkt an, ihre Augen leuchten in der Dunkelheit.
"Es gibt noch etwas, das du wissen musst", sagt sie, ihre Stimme leise, aber fest. "Etwas, das entscheidend ist. Sozusagen eine der unverhandelbaren Anforderungen an meinen Partner."
Stefan hält den Atem an, sein Herz pocht wild.
"Ich habe neben der dominanten auch eine sadistische Seite, ich genieße es", sagt sie langsam, jede Betonung bewusst gesetzt, "Männern Schmerzen zuzufügen. Nicht immer, aber ab und an. Als Strafe für die Verletzung von Regeln, aber manchmal auch einfach nur, weil ich Lust dazu habe.
Sie macht eine Pause, beobachtet seine Reaktion. "Ich finde es erregend, einen Mann an seine Grenzen zu bringen. Ihn für mich leiden zu sehen, aber auf eine Weise, die ihn nicht zerstört, sondern ihn neu formt. Zu etwas Besserem. Etwas, das mir gehört."
Stefan starrt sie an, seine Gedanken wirbeln. Sadistische Neigungen. Hat sie das gerade gesagt? So direkt, so unmissverständlich? Ein Teil von ihm ist entsetzt, aber ein anderer Teil – ein tiefer, verborgener Teil – ist aufgeregter, als er es je in seinem Leben gewesen ist.
"Aha", sagt er langsam, dann schiebt er noch ein "ich verstehe" nach, mehr fällt ihm vor Schreck nicht ein. Und er ist sich auch nicht sicher, ob er wirklich verstanden hat, was das für ihn bedeuten würde.
Sabine lächelt, diesmal ein echtes, warmes Lächeln, das ihr Gesicht verwandelt. "Ich weiß, dass du es tust", sagt sie sanft. "Ich habe es in deinen Augen gesehen, von dem Moment an, als wir uns zum ersten Mal begegnet sind."
Sie beugt sich vor, ihr Gesicht kommt sehr nah heran. "Du hast diese Dunkelheit in dir, Stefan. Die gleiche Dunkelheit wie ich. Und ich werde dir helfen, sie auszuleben."
Ihre Lippen sind nur noch wenige Zentimeter von seinen entfernt. Er kann ihren Atem riechen, den Duft von Champagner und etwas, das einzigartig Sabine ist.
"Küss mich", flüstert sie.
Stefan zögert nur einen Moment. Dann beugt er sich vor und schließt den Abstand zwischen ihnen. Ihre Lippen treffen sich – weich, warm, verführerisch. Es ist kein wilder, leidenschaftlicher Kuss. Es ist ein kontrollierter, besitzergreifender Kuss. Ein Kuss, der Regeln festlegt, der Machtverhältnisse etabliert.
Sabine führt den Kuss, ihre Zunge dringt langsam, bewusst in seinen Mund vor. Sie erforscht ihn, markiert ihn, macht ihn zu ihrem Eigentum. Stefan ergibt sich, seine Hände finden ihre Hände, ihre Finger verschlingen sich.
Als sie sich trennen, sind beide leicht außer Atem. Stefan starrt sie an, sein Verstand ist benebelt vom Champagner und ihrer Gegenwart.
"Du gehörst jetzt mir", sagt Sabine, ihre Stimme leise, aber absolut bestimmt. "Von diesem Moment an. Und jetzt bezahle die Rechnung. Ich geh schon mal an die frische Luft und warte am Eingang auf Dich. Aber beeile Dich.“
Damit dreht sie sich um und geht. Sie lässt ihn allein zurück, mit der Rechnung, mit der Entscheidung, mit der Realisierung, dass sein Leben sich gerade für immer verändert hat.
Stefan sitzt da, starrt auf den leeren Stuhl neben sich. Sein Körper zittert, eine Mischung aus Angst und aufgeregter Erwartung. Er weiß, dass dies der Anfang von etwas ist, das größer ist als alles, was er je erlebt hat. Etwas Gefährliches. Etwas Aufregendes. Etwas, das ihn komplett verändern wird.
Er bestellt die Rechnung, zahlt und verlässt das Restaurant. Sabine hat in der Zwischenzeit ein Taxi bestellt. „Komm am Freitag 19 Uhr zu mir, dann besprechen wir alles Weitere. Meine Adresse hab ich Dir per SMS geschickt. Und jetzt komm gut nach Hause, gute Nacht. Dann fährt sie im Taxi davon.
Stefan fehlen die Worte, was für ein Abgang.
Der_Herr
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| torstenP |
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Sklave
 Essen / 45

Beiträge: 82
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:23.07.26 00:32 IP: gespeichert
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Ein wunderschöner Anfang, dieser Geschichte.
Mir gefällt sehr gut, wie Du die Gefühlslage von Stefan beschreibst und die Kontrolle, welche Sabine dabei hat, und natürlich ihre Beweggründe.
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Erfahrener
  Berlin
 Der Herr befiehlt, das Weib spurt!
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:23.07.26 09:41 IP: gespeichert
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Freut mich, dass Dir die Geschichte gefällt. Der_Herr
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Stamm-Gast
 

Beiträge: 242
User ist offline
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:23.07.26 13:40 IP: gespeichert
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Verehrter Herr,
sehr schön geschrieben die Einleitung zu einer wunderschönen Beziehung, von der ich auch geträumt habe. Leider wird nur mein Alltag dominiert, das Sexleben leider nicht und schon gar nicht meine masochistische Ader.
Devote Grüße
Erika
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Fachmann
   Hamburg

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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:23.07.26 16:11 IP: gespeichert
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Eine wunderschöne Geschichte, die stilvoll und treffsicher erzählt, wie dominante und devote Menschen zueinander finden. Die subtile Art lässt Raum für Phantasie, ohne zu erdrücken.
Ich empfinde es als sehr angenehm, dass nicht vorrangig auf Sexualität abgehoben wird, sondern erst einmal die mentalen Dinge im Vordergrund stehen.
Die Unsicherheit des Devoten ist wunderbar beschrieben, die leise, aber strenge Dominanz der Partnerin ebenso. Beide sind irgendwie einsam in ihrer Welt und brauchen einen gemeinsamen Kosmos, um zu sein, wie sie sind.
Ich finde mich als devot/masochistischer Mann darin exakt beschrieben wieder.
Ich danke dem Verfasser für diese hochwertige Geschichte und freue mich darauf, wie sich die Beziehung weiterentwickelt.
Einfach nur Danke!
SM ist eine Lebenseinstellung, aber kein Dogma
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Erfahrener
  Berlin
 Der Herr befiehlt, das Weib spurt!
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:23.07.26 17:53 IP: gespeichert
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Hallo Francesco,
danke für Dein Feedback, motiviert zum weiterschreiben.
Genau so war es auch beabsichtigt. Nicht gleich mit der Tür, sprich Ketten, Peitsche und wilden Sexpraktiken ins Haus fallen, sondern die Beziehung/Dynamik und alles drum herum langsam zu entwickeln. Ketten, Peitsche und Sex kommen aber noch 😉.
LG Der_Herr
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Fachmann
 

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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:23.07.26 18:44 IP: gespeichert
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Sehr schön geschriebene, anspruchsvolle Story. So etwas liest man leider viel zu selten.
Besten Dank dafür und bitte schnell weiter schreiben!
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Sklavenhalterin
   im wilden Südwesten
 ♥ slave to love ♥
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:24.07.26 07:27 IP: gespeichert
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Danke - habe ich sehr gerne gelesen!
Fein ausgearbeitet und intensiv, dabei geradezu elegant.
Besonders mag ich die detaillierte Schilderung der Gedanken- und Gefühlswelt beider, so kann Leser/in gut in Hintergründe, Motive, bisherige Erfahrungen und Wünsche an die Zukunft der Charaktere eintauchen und "miterleben".
Hoffentlich kann und wird diese Story weiterhin im bisher gewählten Stil bleiben (können, wenn auch vielleicht die Praktiken zukünftig doch etwas derber werden).
Freue mich auf die Fortsetzung.
Lieben Gruß ~ Moira FRAU und männchen verlassen gemeinsam das Haus. Sie: "Hast Du alles?" er - nimmt IHRE Hand - und sagt leise: "Jetzt - JA!"
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| siemens |
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Einsteiger

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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:24.07.26 10:29 IP: gespeichert
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Ein sehr schöner Anfang.
Selten das mich eine Geschichte so sehr fesselt, ich kann es kaum erwarten wie es weitergeht.
Grüße
Oliver
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Erfahrener
  Berlin
 Der Herr befiehlt, das Weib spurt!
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:27.07.26 11:26 IP: gespeichert
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Bei Sabine zu Hause
Eine ruhige, friedliche Abendstimmung liegt über der Straße, als Stefan den Motor abstellt. Seine Hände umklammern das Lenkrad, die Uhr auf dem Armaturenbrett zeigt 18:52 Uhr. Acht Minuten zu früh. Er blickt durch die Windschutzscheibe auf das Haus am Ende der Einfahrt – backsteinrot, weiße Fensterrahmen, ein schöner Anblick. Sabines Haus. Er ist hier.
18:57 Uhr, die Nervosität ist fast nicht auszuhalten. „Was tue ich hier? Egal, ich muss los, ich möchte nicht zu spät kommen.“ Er öffnet die Autotür und steigt aus. Das Tor ist offen,die Kiesel in der Einfahrt knirschen unter seinen Schuhen. Er trägt ein dunkelgraues Hemd, oben zwei Knöpfe geöffnet, darüber ein schwarz Jacket und Jeans. Er hat lange überlegt, was die angemessene Kleidung ist für einen Abend, von dem er nicht weiß, was er für sein weiteres Leben bedeuten wird. In seiner Brust trommelt etwas, was nicht aufhören will.
Die Haustür ist aus massivem dunklen Holz. Stefan klingelt, ein heller, zweistimmiger Ton erklingt im Inneren des Hauses. Dann Stille. Er wartet.
Dann Schritte, das Klicken von Absätzen. Die Tür öffnet sich, Sabine steht im Türrahmen. Das Licht des Flurs fällt von hinten auf sie, zeichnet ihre Silhouette in weichen Konturen. Sie trägt ein schlichtes dunkelblaues Etuikleid, das sich um ihre schmale Taille und über die Hüften legt wie eine zweite Haut. Kein Schmuck, kein Ausschnitt, nichts Überflüssiges. Schwarze Strümpfe, durchscheinend im Licht. Mittelhohe Pumps, schwarzes Leder mit einer schmalen Spitze. Ihr schwarzes Haar ist hochgesteckt.
Ihre blauen Augen mustern ihn von oben bis unten. Ein langsamer, prüfender und Dominanz ausstrahlender Blick. Aber da ist auch ein zartes Lächeln.
„Pünktlich", sagt sie. Sie tritt zur Seite und macht eine einladende Geste mit der Hand. „Komm rein."
Stefan tritt über die Schwelle. Ein angenehmer, frischer Duft kommt ihm entgegen. An der Wand hängen Bilder von Mark Rothko, er liebt diesen Künstler.
Sabine schließt die Tür hinter ihm. Das Geräusch hallt im Flur nach, und Stefans Nacken spannt sich an.
„Wir gehen ins Wohnzimmer", sagt sie. „Zweite Tür links."
Er geht und öffnet die angelehnte Tür. Das Wohnzimmer ist groß, vielleicht vierzig Quadratmeter, mit einer hohen Decke. Ein tiefes, cognacfarbenes Sofa steht an der rechten Wand, davor ein niedriger Couchtisch aus dunklem Holz. Darauf zwei Gläser und eine offene Flasche Rotwein. An der gegenüberliegenden Wand ein Regal voller Bücher – keine Romane, sieht Stefan auf den Buchrücken, sondern Fachliteratur, Ökonomie, Psychologie, und dazwischen ein paar Bände mit Titeln, die er nicht lesen kann, weil die Schrift zu klein ist. Die Vorhänge sind zugezogen.
Sabine tritt nach ihm ins Zimmer.
„Setz dich", sagt sie.
Stefan setzt sich auf das Sofa. Die Polsterung gibt unter seinem Gewicht nach, es ist weicher als erwartet. Sabine geht zum Couchtisch, greift nach der Weinflasche, füllt die Gläser und reicht ihm dann sein Glas. Ihre Finger berühren sich für den Bruchteil einer Sekunde.
„Ich wusste, dass du kommst", sagt sie. Ihre Stimme ist leise, aber der Satz füllt den Raum.
Stefan nimmt einen Schluck. Der Wein ist samtig und schmeckt nach dunklen Beeren. Der war sicher nicht billig.
Sabine setzt sich nicht neben ihn. Sie nimmt den Sessel gegenüber, schlägt die schlanken Beine übereinander, dabei rutscht das Kleid noch ein Stück höher bis Mitte der Oberschenkel. Was für eine Erscheinung, Stefan kann seinen Blick nicht abwenden. „Stefan, schau mich an und nicht meine Beine“, reißt ihn Sabines Stimme aus seinen Gedanken.
Sie betrachtet ihn. Ihr Blick ist nicht fordernd, nicht fragend. Er ist feststellend. Wie jemand, der eine Reaktion beobachtet, die er bereits vorhergesagt hat.
Stefan sitzt unruhig, seine Nervosität ist nicht zu übersehen. Er weiß, dass sie es sieht.
„Du bist nervös", sagt Sabine. Keine Frage. Feststellung.
„Ja."
„Das ist gut." Sie greift nach ihrem Glas, nimmt einen kleinen Schluck, stellt es zurück. „Nervosität bedeutet, dass Dir etwas wichtig ist. Wäre es Dir egal, wärst du nicht nervös."
Stefan schaut verlegen in sein Glas. Der Wein funkelt im Licht der Wandlampe. Er denkt an das Restaurant, an ihren Mund, der die Worte formte: Du gehörst jetzt mir. Er denkt an die Verabschiedung, daran, wie er allein mit der Bahn nach Hause gefahren ist, an die Gedanken, die er nicht ordnen konnte. Und an die Selbstverständlichkeit, mit der Sabine davon ausging, dass er am Freitag zu ihr kommen würde.
Und jetzt ist er hier.
Sabine beugt sich nach vorn, die Beine jetzt parallel nebeneinander. Die Hände auf den Knien.
„Du bist dir immer noch nicht sicher", sagt sie. „Ob das alles gut ist, was sich hier entwickelt."
Stefans Kopf zuckt hoch. Er will etwas sagen, aber die Worte bleiben im Hals stecken, weil sie recht hat, und weil er nicht erwartet hat, dass sie es so direkt ausspricht.
Sabine wartet. Sie unterbricht die Stille nicht. Stefan muss und soll sie aushalten.
„Nein", sagt er schließlich. „Ich bin mir nicht sicher."
Er stellt das Glas ab. Der Wein schwappt leicht. Seine Hände liegen jetzt auf seinen Oberschenkeln, die Finger angespannt, die Knöchel weiß.
„Ich mag dich", sagt er. Die Worte kommen leise, fast flüsternd, als wäre er nicht sicher, ob er sie laut sagen darf. „Ich glaube... ich mag dich sehr, vielleicht sogar mehr als ich sollte.“
Sabines Mundwinkel hebt sich. Kein Lächeln. Eine Bewegung, die anzeigt, dass sie gehört hat, was sie erwartet hat.
„Und?", fragt sie.
„Und das macht mir Angst."
Sie rutscht noch ein Stück weiter nach vorn. „Warum?"
Stefan steht auf. Nicht abrupt – langsam, er muss sich bewegen, diesem einschüchternden Blick entfliehen. „Weil ich das, was mich erwartet, nicht wirklich kenne. In meinen Gedanken und Träumen ja, in der Realität aber nicht. Weil es sich anfühlt wie etwas, das ich immer gesucht habe, ich aber nicht weiß, ob ich Deine Erwartungen erfüllen kann. Und genau das macht mir Angst.“
Sabine lehnt sich etwas zurück, schlägt die Beine wieder übereinander und schaut in seine Richtung. Sie sagt nichts.
„Verrückt", sagt er. Das Wort fällt wie ein Stein ins Wasser. „Ich mag dich. Ich bin wahrscheinlich sogar...".
Sabine wartet.
„...verliebt", sagt er. Jetzt ist es raus.
„Ich habe diese Wünsche", Sein Rücken ist ihr zugewandt. Er kann sie nicht ansehen, während er das sagt. „Diese... geheimen Wünsche. Nach Hingabe. Nach Unterordnung. Nach Führung." Er stockt. Schluckt. „Und ja, sogar nach... Bestrafung. Schmerz."
Das Wort Schmerz klingt wie ein kratzen im Hals. Endlich, es ist raus, er hat sich ihr erneut offenbart, sein Innerstes nach außen gekehrt. Und er wusste, genau das wollte Sabine hören.
Er dreht sich um, schaut sie an. „Aber ich bin ein Mann", sagt er. Die Worte kommen jetzt schneller, als wäre ein Damm gebrochen. „Männer sind die Leader. Wir führen. Wir geben die Richtung vor. Wenn jemand sich unterordnet, dann...trotz aller Gleichberechtigung doch noch immer eher die Frau. So ist es. So..." Er bricht ab.
Sabine bewegt sich nicht. „Wer hat dir das gesagt?"
Stefan blinzelt. „Was?"
„Wer hat dir gesagt, dass Männer die Leader sind?"
Er öffnet den Mund. Schließt ihn wieder. Die Antwort liegt auf der Zunge – „alle, jeder, die Gesellschaft“ – aber sie klingt hohl, bevor er sie ausspricht.
Sabine steht auf, langsam, kontrolliert, jede Faser ihres Körpers unter Kontrolle. Sie geht auf ihn zu, bleibt einen Meter vor ihm stehen. Er riecht ihr Parfüm. In dem Pumps ist fast so groß wie er und ihre Augen treffen seine auf gleicher Höhe.
„Ich verstehe deine Unsicherheit", sagt sie. Ihre Stimme ist leiser jetzt, ihre Stimme braucht aber auch keine Lautstärke, um Gewicht zu haben. „Ich verstehe sie, weil ich sie kenne. Nicht bei mir – bei anderen. Bei den Männern, die vor dir in diesem Raum standen und dasselbe sagten."
Stefans Kiefer spannt sich an. Die Erwähnung anderer Männer – ein Stich, der nicht logisch ist, aber da ist.
Sabine bemerkt es. Ihr Blick fällt kurz auf seinen Kiefer, dann zurück in seine Augen. „Ja", sagt sie ruhig. „Du bist nicht der Erste, der hier steht und mir das erzählt. Aber du bist der Erste, der diese geheimen Sehnsüchte nicht leugnet."
Er schaut sie an, bringt kein Wort heraus. Sie tritt noch näher an ihn heran. Jetzt steht sie so nah, dass er die Wärme ihres Körpers spüren kann.
„Was ist die Alternative?" fragt sie. Ihre Stimme ist jetzt ganz leise, fast ein flüstern, aber jedes Wort hat Gewicht. „Wir beenden unsere beginnende Beziehung heute. Jetzt. Du gehst durch diese Tür, steigst in dein Auto, fährst nach Hause. Alles bleibt wie bisher. Du gehst am Montag ins Büro, setzt dich an deinen Schreibtisch, führst dein Team, trinkst deinen Kaffee in der Küche, nickst mir zu, wenn wir uns im Flur begegnen. Kollegen. Professionell. Höflich. Nichts weiter."
Stefan schluckt. Die Worte malen ein Bild, das er nicht sehen will – die Kaffeeküche, der graue Morgen, die Kollegen, das Nicken, die Leere danach.
„Vielleicht findest du auch irgendwann eine Frau", fährt Sabine fort. Sie hebt die Hand, und ihre Fingerspitzen berühren seinen Unterarm. „Eine, mit der die Beziehung halbwegs funktioniert. Halbwegs. Sie kocht für dich, macht den Haushalt, du bringst das Geld nach Hause. Ihr seid ein durchschnittliches, normales Paar. Du führst, sie folgt. Und du unterdrückst deine Sehnsüchte weiter. Und es funktioniert. Irgendwie."
Ihre Hand wandert seinen Arm hinauf, langsam, eine Linie von seinem Unterarm zur Schulter. Er spürt die leichten Berührungen intensiv, als wäre seine Haut plötzlich empfindlicher geworden.
„Aber bist du dann auch glücklich?" fragt sie.
Stefan sagt nichts. Er atmet schnell, durch die Nase, kurz, pressend. Er schaut nach unten, er kann Sabine nicht in die Augen sehen.
„Wahrscheinlich nicht", antwortet er kaum hörbar. „Mit Sicherheit nicht“ korrigiert ihn Sabine laut und deutlich.
Sabine tritt etwas zurück, nimmt seine Hände fest in ihre. „Mit mir wirst du glücklich sein, Stefan. Das weiß ich. "
Stefan blickt sie an. Ihre blauen Augen halten seinem Blick mühelos stand, und es gibt kein Entkommen, kein Ausweichen, kein Wegducken.
Schauer laufen ihm über den Rücken, er will etwas sagen, aber kein Wort kommt über seine Lippen.
Sabine dreht sich um. Sie geht zum Couchtisch, greift nach ihrem Glas, nimmt einen Schluck. Dann setzt sie sich wieder in den Sessel und schweigt.
Er denkt an seine Ehe. Vierzehn Jahre. Er war der Ernährer, das Familienoberhaupt, hatte das Sagen in fast allen Bereichen. Finanzen, Urlaubsziele, Anschaffungen, seine Frau überließ ihm gern die Verantwortung und die Entscheidungen. Er spielte seine Rolle - weil es von ihm erwartet wurde. Wohl gefühlt hat er sich in dieser Rolle nie.
„Ich kann dir geben, wonach Du Dich sehnst", sagt Sabine. „Nicht weil ich es muss. Nicht weil ich dich kontrollieren will, um mich selbst zu stärken. Sondern weil ich bin, wie ich bin. Dominant mit einer sadistischen Ader. Was Du als Schwäche empfindest, sich einem anderen hinzugeben, zu unterwerfen, blind zu vertrauen, ist eine große, wertvolle Stärke, und das weiß ich sehr zu schätzen. Wir sind ein perfektes Match.“
Stefans schaut sie an, dann sagt er „Du hast Recht, Sabine. Wir sind ein perfektes Match.“ Aber wie geht es denn jetzt weiter? Wie würde unsere Beziehung aussehen. Woher weiß ich, was Du von mir verlangst, welche Regeln ich zu befolgen habe, was ich darf und was nicht?“
„Setz dich", sagt sie. Stefan setzt sich wieder auf seinen Platz auf dem Sofa, Sabine wieder in ihren Sessel.
„Wir gehen Schritt für Schritt vor, wir haben alle Zeit der Welt. Es wird hier und da bei Regeln oder Strafen auch ein wenig Gestaltungsspielraum geben, ich will dich ja schließlich nicht zerstören sondern nur nach meinen Vorstellungen erziehen und formen. Da kannst Du mir vertrauen.“
„Zwei Dinge sind aber unverhandelbar", sagt sie ruhig aber bestimmt. „Nicht heute, nicht morgen, nicht in 5 Jahren. Wenn du dich für mich entscheidest, dann gelten diese beiden Dinge. Für immer."
Stefan richtet sich auf. Sein Rücken löst sich von der Sofalehne, seine Hände wandern nervös auf seinen Oberschenkeln hin und her.
„Erstens", sagt sie, „es gibt ein permanentes Machtgefälle zwischen uns. Das ist kein Rollenspiel, das wir nach Lust und Laune an- und abschalten. Es ist die Realität unserer Beziehung. Ich führe. Du folgst. Und das bedeutet, es gibt Regeln."
Sie macht eine Pause, lang genug, dass er feststellt, dass er den Atem angehalten hat. Er lässt die Luft langsam durch die Nase entweichen, der Brustkorb senkt sich.
„Diese Regeln werde ich festlegen. Manche werden dir sofort einleuchten. Andere wirst du nicht verstehen, aber das ist auch nicht nötig. Was nötig ist: Du hältst dich an die Regeln. „Und wenn du gegen eine Regel verstößt, gibt es Strafen."
„Strafen“ wiederholt Stefan leise. Stefan spürt, wie dieses Wort es durch seinen Körper wandert, nicht in den Kopf, sondern tiefer - in die Leistengegend. Kein unangenehmes Gefühl, sondern eher ein erregendes. Sein Mund wird trocken, und er umfasst das Weinglas fester.
„Strafen in Form von Verboten", fährt Sabine fort. „Bestimmte Dinge, die du gerne tust, fallen weg, deine Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt, Privilegien werden entzogen. Und –" ihre Stimme sinkt eine Nuance, kein Flüstern, aber eine Frequenz, die nur für ihn bestimmt ist, „– körperliche Züchtigungen."
„Körperliche Züchtigungen", wiederholt Stefan.
„Ja." Sabine lehnt sich zurück, ihr Rücken berührt die Sofalehne, und ihre Haltung ist so gerade und kontrolliert wie immer. „Ich werde dich nicht nur für Regelverstöße züchtigen, sondern manchmal einfach weil ich Lust und das Recht dazu habe. Und es gibt ein wöchentliches Maintenance-Spanking, damit du dir immer deiner Position bewusst bist. Aber mach dir keine Sorgen, wir werden auch schöne und romantische Stunden haben und im Alltag oft (fast) wie ein normales Paar interagieren. Ich möchte gute Gespräche mit dir führen, Filme schauen, reisen. Und du darfst uns sollst eine eigene Meinung haben. Aber – am Ende entscheide ich.“
„Aus deinem Mund klingt das alles so klar und selbstverständlich", sagt Stefan. Seine eigene Stimme klingt ihm fremd – tiefer, rau, als säße etwas im Hals.
„Das ist es auch", sagt Sabine. „Für mich. Und mit der Zeit auch für dich."
„Der zweite Punkt" sie schaut ihm in die Augen, „Auch nicht verhandelbar."
Stefan wartet. Sein Weinglas steht auf dem Couchtisch, halb leer. Sein Herz schlägt schneller.
„Deine Sexualität gehört mir."
Stefan spürt den Satz körperlich, ein Ruck, der vom Brustbein aus nach unten geht, in den Unterleib, und sein Sch****z bewegt sich unter der Jeans, ein Zucken. Sein Sch****z reagiert, bevor sein Verstand erfasst hat, was Sabine gerade gesagt hat.
„Du wirst überwiegend keusch leben. Ab sofort bestimme ich, ob, wann und wie Du mit mir Sex hast. Und ob Du dabei kommen darfst oder deine Pflicht erfüllt ist, wenn ich befriedigt bin. Oder ob, wann und wie du es dir selber machen darfst. Verstöße gegen diese Regel werden besonders hart bestraft.“
Sie macht eine Pause. Eine Sekunde. Zwei. Stefan bringt kein Wort heraus.
Sabines Ankündigung aktiviert etwas in ihm, was lange Zeit verschüttet zu sein schien: nicht Geilheit, nicht Verlangen, sondern das tiefe Bedürfnis nach genau dieser Art von Kontrolle.
Sein Sch****z wird härter. Er spürt, wie das Blut einströmt und sein bestes Stück gegen das Hosenbein drückt. Er versucht die Beule mit den Händen zu verdecken, aber vergeblich. Sabine hat es längst gesehen.
„Und du bettelst nicht um Erlösung", sagt sie. „Du wirst nicht zu mir kommen und fragen, wann du wieder kommen darfst. Du wirst nicht fragen, wann ich dich von deiner aufgestauten Geilheit erlöse. Keuschhaltung ist die Basis für bedingungslose Hingabe und Unterwerfung.“
Sie erhebt sich aus ihrem Sessel und geht langsam auf ihn zu. Sie bleibt vor ihm stehen, blickt auf ihn herab, und aus dieser Perspektive, sitzend, mit ihr über ihm, spürt er das Machtgefälle mehr als deutlich.
„Aber, durch besonders hingebungsvolles Verhalten kannst du dir ab und an eine Extrabelohnung verdienen." Ihre Stimme ist jetzt leiser, intimer. „Das ist kein Spiel, Stefan. Das ist die Struktur, in der wir leben werden. Deine Erregung gehört mir. Dein Orgasmus gehört mir. Dein Sch****z gehört mir. "
Stefans Mund ist trocken. Er greift nach dem Weinglas, nimmt einen Schluck, räuspert sich. Er braucht einen Moment, um die Kehle freizubekommen.
„Das ist –" Er bricht ab. Sucht nach einem Wort, das groß genug ist, und findet keines.
Sabine wartet. Sie hat sich nicht bewegt, kein Lidschlag, kein Wippen des Fußes, keine Ungeduld. Sie steht einfach da, aufrecht, kontrolliert, und wartet darauf, dass er formuliert, was in ihm vorgeht.
„Ich war das letzte Mal vor über einem Jahr bei einer Domina", sagt er. Die Worte kommen langsam, vorsichtig. „In der ersten Session hat sie mich gedemütigt, den Hintern mit der Gerte und den Rücken mit der Peitsche behandelt und mir bis zur nächsten Session in einer Woche absolute Enthaltsamkeit befohlen. Ich habe es nicht ausgehalten. Zur Strafe dafür hat sie mir in der nächsten Session meinen Sch****z und meine Eier ausgepeitscht. Als ich unter Schmerzen das Studio verlassen habe habe ich mich in Grund und Boden geschämt. Ich habe mir eingeredet, dass ich krank bin, dass das alles nicht normal sein kann. Das ich dieses Verlangen unterdrücken kann und mich nie wieder so behandeln lassen werde.“
„Und jetzt sitze ich hier, und du sagst mir genau das, und es fühlt sich nicht wie Scham an. Es fühlt sich an wie –"
Er sucht. Sabine wartet.
„– wie etwas, das schon immer da war und nur darauf gewartet hat, dass jemand es sieht."
Sabine geht in die Hocke. Langsam, kontrolliert, die Knie beugen sich, die Strümpfe spannen sich über der Kniescheibe, bis ihr Gesicht auf seiner Höhe ist. Ihre Hände ruhen auf ihren Oberschenkeln. „Du verstehst mich richtig?", fragt sie, und ihre Stimme ist jetzt so leise, dass er sich vorbeugen müsste, um sie zu hören, wenn er nicht schon so nah wäre. „Wir haben einen Vertrag. Und der Vertrag besagt: Ich besitze dich. Nicht deine Zeit, nicht deine Aufmerksamkeit. Dich. Deinen Körper. Deine Erregung. Dein Leiden. Deine Hingabe."
Ihre rechte Hand berührt sein Kinn, drückt es nach oben, so dass er direkt in ihre Augen schauen muss. Ein wohliger Schauer fährt durch seinen Körper, vom Kinn den Hals hinab, über das Brustbein, in den Bauch, in den Schritt, wo sein Sch****z immer noch hart ist und gegen die Jeans drückt, und er atmet schneller, und er kann nicht verhindern, dass sich sein Becken leicht nach vorne schiebt.
„Du gehörst mir", flüstert Sabine. „Und ich werde dich formen."
Ihre Hand löst sich. Die Wärme bleibt. Stefan schaut in ihr Gesicht und er möchte sie küssen. Aber er tut es nicht, weil er nicht weiß, ob er das darf.
„Darf ich dich küssen?" fragt er.
Sabine lächelt. Es ist das Lächeln einer Frau, die eine Frage hört, die sie bereits beantwortet hat. „Nein", sagt sie. „Nicht heute."
Sie richtet sich auf. Die Knie strecken sich, das Kleid fällt zurück in Form, und sie steht wieder, hoch über ihm, und das Machtgefälle ist jetzt nicht nur eine Metapher, sondern eine physische Realität – er unten, sie oben, ihr Blick nach unten, seiner nach oben.
„Ich habe noch ein Geschenk für dich.“ Sie geht zum Schrank und holt ein kleines Kästchen mit einem schwarzen Herren-Metallarmband. „Das wirst du ab jetzt tragen, 24/7.“ Sie legt es ihm um das rechte Handgelenk und verschließt es mit einer Art Mini-Schraubenzieher. „Ein Spezialverschluss, nur mit diesem Spezial-Schraubenzieher zu öffnen. Und nun möchte ich, dass du nach Hause fährst."
Stefan ist verwundert. Er hatte die leise Hoffnung, die Nacht hier verbringen zu dürfen. Instinktiv denkt er noch daran, sich für das Geschenk zu bedanken.
„Du fährst nach Hause. Du ziehst dich aus. Und morgen früh, wenn du aufwachst, machst du folgendes.“
Sie macht eine Pause. Stefan wartet.
„Du wirst deinen Sch****z hart machen, immer wieder und immer wieder, 5 Minuten lang. Und du wirst an mich denken. Und du wirst aufhören, bevor du kommst. Weil ich dir nicht erlaubt habe zu kommen."
Ihre Stimme ist vollkommen ruhig.
„Und am Montag", fährt sie fort, „wirst du ins Büro kommen. Du wirst das Armband tragen. Du wirst mich sehen, in der Küche, im Meeting, auf dem Flur, und du wirst wissen, dass du mir gehörst, und dass deine Erregung und Geilheit am Morgen mir gehört hat, und dass ich sie kontrolliert habe, und dass du nicht gekommen bist, weil ich es so wollte."
Stefan atmet. Einatmen, Ausatmen. Sein Sch****z ist hart unter der Jeans, hat sich gegen den Oberschenkel gedrückt, und er spürt jeden Herzschlag, der Blut dorthin pumpt, und er weiß, dass Sabine das weiß, und dass es genau das ist, was sie will.
„Und wenn ich das alles nicht schaffe?", fragt er. „Wenn ich – wenn es zu viel ist, und ich –"
Sabine hebt die Hand. Die Geste ist klein, aber endgültig. „Dann hast du gegen eine Regel verstoßen. Und dann wirst du bestraft."
Sie trinkt den Rest ihres Weins aus und bringt ihn zur Tür.
„Gute Nacht, Stefan."
„Gute Nacht, Sabine. Ich werde es schaffen."
„Dafür werde ich sorgen“ antwortet Sabine.
Er geht. Die kühle Nachtluft tut gut. Er spürt das Armband an seinem Handgelenk, das Symbol dafür, das er jetzt ihr gehört. Sein Sch****z ist noch immer hart, und er weiß, dass die Nacht unruhig werden wird.
Und er wird sich morgen 5 Minuten lang immer wieder bis kurz vor den Orgamsus wichsen, und er wird aufhören, bevor er kommt, weil sie es so will. Die Vorstellung, dass sie es kontrolliert, ohne anwesend zu sein, jagt ihm einen Schauer über den Rücken.
Der_Herr
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| devota2 |
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Sklave/KG-Träger
  Nähe Mainz
 Lebe deinen Traum
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:27.07.26 11:51 IP: gespeichert
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Eine wundervolle Geschichte. Vielen Dank dafür
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Einsteiger
 Groß-Gerau

Beiträge: 4
Geschlecht: User ist offline
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:27.07.26 13:41 IP: gespeichert
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Eine Wohltat im Vergleich zu dumpen, oberflächlichen Berichten.
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Sklavenhalterin
   im wilden Südwesten
 ♥ slave to love ♥
Beiträge: 1534
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:27.07.26 15:54 IP: gespeichert
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Weiterhin sehr gelungen, danke! FRAU und männchen verlassen gemeinsam das Haus. Sie: "Hast Du alles?" er - nimmt IHRE Hand - und sagt leise: "Jetzt - JA!"
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Stamm-Gast
 
 Chastityenterprise
Beiträge: 166
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:27.07.26 20:54 IP: gespeichert
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Der Überhammer!
Danke für die viele Zeit, die du in die Geschichte gesteckt hast!
Wäre ich nicht gerade verschlossen, so würde ich morgen früh 5 Min ..., weil Sabine es so will.
Wahnsinnig gut geschrieben, wie ich finde.
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Erfahrener
  Berlin
 Der Herr befiehlt, das Weib spurt!
Beiträge: 34
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RE: Unter Kontrolle - Stefan und Sabine
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Datum:27.07.26 22:12 IP: gespeichert
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Vielen Dank für das positive Feedback. Freut mich sehr, dass meine Story so gut ankommt. Der_Herr
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