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    Nürnberg

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Verfluchte Magier!
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Datum:11.01.26 20:48 IP: gespeichert
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Verehte Leser,
während des Schreibens an Die magische Wolle bekam ich auf einmal die Idee zu dieser Geschichte. Die möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Über ein Wenig wohlgemeite Kritik würde ich mich freuen!
Mögen die Sieben mit Euch sein.
Verfluchte Magier!
Im Turm des Magiers
Es war ein kühler Abend Anfang Frühling. Dorothea Tannenberg zog ihren Mantel enger um die Schultern. Auf dem Weg durch den Wald hatte sie nicht gefroren. Aber dort hatten auch die Bäume den Wind abgehalten. Nun stand sie vor dem hohen Turm, der düster und bedrohlich vor ihr aufragte. War es wirklich der beständige kalte Luftstrom, die sie frösteln ließ, oder steckte doch ein kleines Bisschen Furcht dahinter? Doro schüttelte den Kopf. Wie gewöhnliche Menschen, so waren Zauberer letztendlich auch nur Wesen aus Fleisch und Blut. Also konnte man sie ebenso töten.
Sie blickte sich um.
Hinter ihr im Norden lag der Wald, durch den sie gekommen war. Von dort aus führte ein Weg – oder besser gesagt: ein etwas breiterer Trampelpfad – über eine Wiese hierher. Schätzungsweise zwanzig Schritte links von ihr sah sie eine Reihe Sträucher. Dort musste der Eyer fließen. Das Quaken einiger Frösche drang an ihr Ohr. Zu ihrer Rechten stieg das Land gemächlich an. Oben auf dem Hügel verlief eine Mauer von Nord nach Süd, sie maß vielleicht einen Schritt in der Höhe. Dahinter würde demnächst die rote Sonne untergehen. Am Himmel flogen ein paar Gänse.
Und direkt vor ihr erhob sich eben dieses angsteinflößende Gebäude. Vier steinerne Stufen führten rauf zu einer hölzernen Tür. Darüber gab es drei Fenster. Die beiden unteren waren dunkel. Nur ganz oben brannten offensichtlich einige Kerzen. Aus einem Kamin in der Mitte des Daches quoll heller Rauch. Neben der Treppe lehnte ein Karren an der Wand.
Eine Böe erfasste ihre braunen Locken. „Warum suchen sich diese bescheuerten Schwarzmagier eigentlich immer solche seltsamen Türme aus, um darin zu wohnen? Reicht denen kein gewöhnliches Haus?“, fragte sie sich leicht verstimmt.
Sie hatte den Auftrag angenommen, also musste sie ihn jetzt auch erledigen. Dreißig Goldstücke hatte man ihr versprochen. Damit würde sie für eine ganze Weile auskommen. Alles, was sie dafür tun musste war, dem Dorfschulzen von Eyerbrück die Silberkette mit dem blauen Anhänger zu bringen, die dieser Magier angeblich stets um seinen Hals trug. Als Beweis für dessen vorzeitiges Ableben.
Die einfachste und zugleich sicherste Methode, um schnell an diese Kette zu gelangen, bestand ohne Zweifel darin, dem Unhold kurzerhand die Rübe abzuschlagen. Ein kräftiger Hieb mit ihrer Kriegsaxt müsste dafür eigentlich ausreichen. Sie bezweifelte, dass dieser Zauberer tatsächlich so gefährlich war, wie der Schulze ihn beschrieben hatte. Also leichtverdientes Gold für die junge Abenteurerin.
Routiniert löste sie die Waffe von ihrem Gürtel. Der Griff lag sicher in ihrer Hand. Sie schickte ein kurzes Gebet an die heiligen Sieben und packte den Türknauf. Vorsichtig drehte sie ihn.
Es gelang ihr, die Tür nahezu geräuschlos zu öffnen. Dorothea spähte durch den geöffneten Spalt ins Innere. Dort war es wie erwartet dunkel, abgesehen von dem schmalen Lichtkegel, der durch den Türspalt eindrang. Außer den hölzernen Stufen einer Treppe, die nach oben führte, erkannte sie nichts. Also machte sie die Tür ganz auf. Weiterhin nichts Aufregendes: Die Holztreppe, zwei große Fässer und ein Jutesack auf dem Boden. Unter der Treppe befand sich ein Stapel Feuerholz. Alles war ruhig. Sie ging hinein und versuchte den Sack anzuheben. Er war nicht schwer. Dennoch schien sein Gewicht auszureichen, um die Holztür hinter ihr daran zu hindern, ins Schloss zu fallen, was ihr den Rückweg abschneiden würde, sollte sich die Sache anders entwickeln, als geplant.
Nachdem sie die Tür blockiert hatte, schlich Doro vorsichtig die Holztreppe hinauf. Dabei hielt sie sich nahe an der Außenwand, die Axt in der Hand. Zwischendurch blieb sie gelegentlich stehen, um zu horchen. Es blieb still. Das Licht, das durch die Fenster ins Innere des Turmes drang, reichte aus, um die einzelnen Stufen erkennen zu können. Sie durchquerte die erste Etage, in der sie ein leeres Bett, ein Beistelltisch und eine Holztruhe vorfand. Eine schmale Tür führte zum Abort. Außerdem gab es noch einen kleinen Ofen, neben dem einige Holzscheite gestapelt worden waren. Erfolgreich unterdrückte sie den Drang, die Möbelstücke nach Wertgegenständen zu durchsuchen. Erst musste der Schwarzmagier dran glauben. Ans Plündern konnte sie sich anschließend machen. Also setzte sie ihren Weg aufwärts fort.
Das zweite Stockwerk wurde beherrscht von einem riesigen Tisch, der mit unzähligen Büchern und Schriftrollen übersäht war. Einige weitere standen in dem hohen Regal daneben. Solche Dinge fasste sie vorsichtshalber gar nicht erst an. Also weiter zum Dachgeschoss.
Sobald sie über die Oberkante des Fußbodens spähen konnte, blieb sie stehen. Das musste er sein: dunkelblaue Robe mit weiten Ärmeln, spitzer Hut, darunter langes silbergraues Haar. Typisch. Er stand an einem breiten Tisch, die Hände aufgestützt, den Kopf nach vorne gebeugt. Offensichtlich war er gerade in das Studium eines Pergaments vertieft. Rechts des Tisches befand sich ein etwa anderthalb Schritt hoher Leuchter mit sechs brennenden Kerzen darauf. Auf der anderen Seite war einen Schrank, dessen Türen offenstanden. Dorothea erkannte weitere Bücher und Schriftrollen, dazu einige Kristalle und ein paar frische Kerzen. In einem Ofen inmitten des Zimmers knisterte ein Feuer.
„Na dann los!“, sagte sie in Gedanken zu sich selbst. Ihre Kriegsaxt fest im Griff erklomm sie auf Zehenspitzen die restlichen Stufen und durchquerte den Raum. Noch neun Schritte, dann würde sie ihm ihre Axt in den Rücken rammen. Noch acht. Sieben. Se…. Plötzlich merkte sie, dass ihr linker Stiefel am Boden festklebte. Sie unterdrückte einen Schrei und ruderte mit den Armen, um nicht zu stürzen. Es gelang ihr gerade eben so, einen sicheren Stand einzunehmen. Allerdings schien nun auch ihr rechter Stiefel unlösbar mit dem hölzernen Untergrund verbunden zu sein. So sehr sie auch zog und zerrte, es gelang ihr nicht, ihre Füße zu bewegen. Verwirrt blickte sie nach unten. Ein Kreis mit einem fünfeckigen Stern in der Mitte schimmerte in giftigem Grün auf den Holzdielen unter ihr. Doro konnte schwören, dass diese Zeichnung vorher nicht da gewesen war. Die hätte sie bemerkt.
Was sollte sie tun? War es das jetzt? Würde sie von nun an als Dienerin des Magiers ihr trauriges Dasein fristen? Bestimmt würde er sie auch für irgendwelche düsteren Rituale benutzen, oder Zauber an ihr ausprobieren. Bei diesen Gedanken überkam sie ein eiskalter Schauer. – Das durfte sie nicht zulassen. Schließlich hatte sie immer noch ihre Kriegsaxt. Dabei handelte es sich natürlich nicht um eine Wurfwaffe, aber etwas anderes blieb ihr nicht übrig. Ihren Jagdbogen hatte sie im Wirtshaus zurückgelassen. Sie hob die Axt über ihren Kopf, zielte, holte aus und schleuderte sie mit aller Kraft in Richtung des Magiers.
Die Waffe war noch etwa zwei Schritte von dessen Rücken entfernt, als sie an einer unsichtbaren Wand abzuprallen schien und begleitet von einem dumpfen Poltern zu Boden fiel.
„Bei Xortam!“, entfuhr es Doro erschrocken.
Der Mann in der dunkelblauen Robe drehte sich gemächlich um. Von seinem Gesicht war nicht viel zu erkennen. Lediglich die Augen, die Nase und der Mund. Der Rest war bedeckt von grauem Haar. Sein Bart reichte fast bis zu der Kordel um seine Hüften hinunter. Hinter dem Bart sah Doro die silberne Kette mit dem blauen Edelstein daran.
„Oh, ich habe Besuch! Und so hübschen dazu!“, erklang die krächzende Stimme des Magiers. „Nun, wie Ihr seht, bin ich leider gerade beschäftigt. Daher stört Ihr hier. Wenn ich Euch also bitten dürfte, zu gehen?“ Er schnippte einmal mit dem Finger, woraufhin Doro wieder in der Lage war, sich zu bewegen. So leicht ließ sie sich jedoch nicht einschüchtern. Beherzt machte sie einen Satz nach vorn, ergriff ihre Kriegsaxt und… hielt verdutzt inne. Die Waffe in ihrer Hand fühlte sich irgendwie seltsam an. Weich, biegsam. Als bestünde sie sie nicht aus Holz und Stahl, sondern aus Leder oder dickem Wollstoff. Dorothea starrte sie ungläubig an. Das Blatt der Axt schwang leicht hin und her.
Der Mann vor ihr lachte hämisch. „Tja. Das ist der Nachteil an diesen Barrierezaubern. Die haben manchmal recht sonderbare Nebeneffekte. Aber das dürfte sich bald wieder legen. Ihr könnt froh sein, dass Ihr nicht selbst gegen die Barriere gelaufen seid. Sonst wären Eure Knochen jetzt… Naja. Nachdem Ihr offenkundig wünscht, noch mehr von den Fähigkeiten des einzigartigen Sensibald vom Donnerbach kennenzulernen... Ich verfüge über einen Zauber, der wirklich vortrefflich zu Euch passen dürfte.“ Er streckte seine Arme nach vorne, spreizte die Finger auseinander und murmelte ein paar Worte in einer fremden Sprache. Dann schoss ein oranger Blitz aus seinen Fingerspitzen und traf sie mitten auf der Brust. Überraschenderweise spürte Doro keinen Schmerz. Es kribbelte nur leicht. Sie wollte schon anfangen zu lachen, da bemerkte sie, wie ihre sämtliche Kleidung langsam zu Staub zerfiel und als solcher auf den Boden rieselte. Als letztes lösten sich ihre Stiefel auf. Erschrocken ließ sie ihre Axt fallen und bedeckte Brüste und Scham.
Der Magier grinste. „Das dürfte als kleine Kostprobe genügen, denke ich. Und jetzt haut ab!“
Dorothea begann zu stammeln: „Aber… Aber… Ihr… Ihr könnt… mich doch nicht ganz ohne Kleider am Leib nach draußen schicken! Bitte, bitte, tut mir das nicht an!“
Das Grinsen des Magiers verwandelte sich in eine groteske Grimasse. „Ihr habt Recht… Wie töricht von mir. Einen Moment.“ Wieder richtete er seine Hände auf sie und fing abermals an zu murmeln. Sie versuchte noch, auszuweichen, doch das gelang ihr nicht. Doros Oberkörper wurde von einem weiteren Blitz getroffen, diesmal einem bläulichen. Auch dieser verursachte keinerlei Schmerzen. Stattdessen fühlte Dorothea unter ihren Händen nun jeweils etwas Kaltes, Hartes. Erschrocken blickte sie an sich hinab. Dort, wo eben noch nackte Haut gewesen war, glänzte jetzt blank polierter Stahl. Ihre Brüste waren von zwei metallenen Schalen bedeckt, die durch ein einzelnes Kettenglied dazwischen miteinander verbunden waren. Seitlich verliefen zwei drei Finger breite Stahlbänder nach hinten in ihren Rücken. Als Doro dort danach tastete, erkannte sie, dass es sich in Wahrheit um ein einzelnes Band handelte. Sie fand keinen Verschluss, keine Lücke, nur durchgängig glatten Stahl. Zudem spürte sie an den Fingerspitzen ein unangenehmes Zwicken, immer wenn sie das Metall berührte.
Daraufhin erkundete sie ihren Schambereich. Hier gab es ein ähnliches Bild: Ein drei Finger breiter Metallreifen lag eng um ihre Taille. Ein etwas breiteres Stahlband verlief durch ihren Schritt. Dessen Enden waren beide fest mit dem Taillenband verbunden. Vorne ertastete sie darin ein langes schmales Loch und hinten ein größeres rundes. Dabei wieder dieses fiese Zwicken. Doro bemerkte zudem, dass das Metall dort, wo sie es anfasste, kurzzeitig blau aufleuchtete.
Doro nahm noch etwas anderes wahr: Etwas lag um ihren Hals. Mit beiden Händen versuchte sie zu herauszufinden, was es war, auch wenn sie es bereits ahnte. Ein weiterer Stahlreif. Dieser besaß eine Breite von ebenfalls drei Fingern. Vorne und hinten waren an der Unterkante jeweils ein kleiner Ring befestigt. Vom vorderen verlief eine Kette nach unten zu der Verbindung ihrer Brustschalen und vom hinteren zwei zu dem Stahlband, welches ihren Brustkorb umgab. Zudem stellte sie fest, dass ihr Halsreif an der Vorderseite eine Öse besaß.
Sensibald lächelte freundlich. „Ich hoffe, Euch gefällt mein Keuschheitszauber? Nun ja. Falls nicht, werdet Ihr in den nächsten Monaten bestimmt mehr als genug Zeit haben, um Euch daran zu gewöhnen. Viel Spaß dabei. Und jetzt seht zu, dass Ihr endlich verschwindet!“
Sein schallendes Lachen erfüllte den Raum.
So schnell sie konnte, hob Doro ihre nutzlos gewordene Waffe auf, eilte zur Treppe, hastete die Stufen hinab und floh durch die weiterhin offene Tür ins Freie. Sie rannte weiter den Pfad entlang in Richtung Wald. „Bloß nicht langsamer werden. Und auf keinen Fall stehenbleiben!“, ermahnte sie sich. Sie hatte Angst. Nicht davor, dass der böse Magier sie verfolgte. Vielmehr befürchtete sie, dass die Götter sie noch mehr bestrafen wollten. Das letzte Mal, da sie einen Tempel von innen gesehen hatte, lag schon einige Monate zurück.
Erst im Schutz der Bäume drosselte sie ihr Tempo. Das gemeine Lachen des Zauberers war sogar hier noch deutlich zu hören. Sensibald vom Donnerbach. Diesen Namen würde sie mit Sicherheit so bald nicht vergessen. Selbst wenn es ihr einmal gelingen sollte, den Stahl an ihrem Körper wieder loszuwerden. Sie wusste noch nicht wann, sie wusste auch noch nicht wie, aber eines war sicher: Sie würde es ihm heimzahlen.
Als sie schließlich erschöpft und mit schmerzenden Fußsohlen das Dorf erreichte, war es bereits dunkel. Mit Ausnahme der Taverne galt selbiges auch für die Fenster der Häuser ringsum. Einzig das Licht des Mondes erhellte die Umgebung. Die Straße lag verlassen vor ihr. Wachen gab es in diesem Ort keine. In einem Garten sah sie Kleidung, die zum Trocknen aufgehängt worden war. Dorothea hatte Glück. Sie fand eine graue Hose und ein beigefarbenes Hemd, welche halbwegs die richtige Größe hatten. Flink schlüpfte sie in beides hinein. Daneben hing an der Leine zudem ein Tuch, mit dem sie den dicken Metallreif an ihrem Hals bedecken konnte. An der Hauswand lehnte ein Paar Holzpantoffeln. Die passten ihr ebenfalls.
Also hatten sich die Sieben doch nicht von ihr abgewandt. Zumindest nicht alle.
Allmählich besserte sich Dorotheas Laune. Als Nächstes musste sie es nur noch schaffen, möglichst unbemerkt ihre übrige Habe aus dem Zimmer in dem Wirtshaus zu holen. Sie wolle nicht riskieren, mit den gestohlenen Kleidungsstücken am Körper erwischt zu werden.
Dieses Vorhaben gelang ihr dann doch leichter als gedacht. Zwar war es mit ihrem neuen Schuhwerk vollkommen unmöglich, sich auf der hölzernen Treppe und auf den Dielen im Obergeschoss leise zu bewegen, aber der Lärm aus dem Schankraum übertönte ihre Schritte.
Zurück auf der Straße überlegte sie, wohin sie jetzt gehen sollte. Vielleicht wäre ein Schmied dazu in der Lage, sie von ihrer stählernen Unterwäsche zu befreien. Die nächste größere Ortschaft in dieser Gegend war die Stadt Rotfels im Südosten. Also schulterte sie ihren Rucksack, warf sich den wollenen Kapuzenumhang über und machte sich noch in der Nacht auf den Weg dorthin.
--Fortsetzung folgt--
DarkO
[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von DarkO am 11.01.26 um 21:44 geändert
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Story-Writer
    Deutschland

Beiträge: 929
Geschlecht: User ist offline
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RE: Verfluchte Magier!
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Datum:11.01.26 22:30 IP: gespeichert
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Sehr hübsch!
Bin gespannt, ob sie da wieder rauskommt 
Übrigens habe ich vor ein paar Monaten auch mal eine Zauberergeschichte geschrieben.
https://www.deviantart.com/baronmuenchfl...rody-1255365193 Meine Geschichten:
Studentin unter Kontrolle
Auswanderin unter Kontrolle
Prinzessin Bella
Sklavin in Ostafrika (Auswanderin unter Kontrolle II)
die geheime Bondage-Cheerleader-Gruppe
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