Restriktive Foren

Thema:
eröffnet von burli am 07.10.26 11:24
letzter Beitrag von burli am 07.10.26 11:24

1. Hobbyhorsing

geschrieben von burli am 07.10.26 11:24

Hobbyhorsing

Diese Geschichte ist reine Fantasie! Alle hier verwendete Namen sind frei erfunden und haben keinerlei Bezug auf lebende Personen.

Hinweis in eigener Sache:
Bei dieser Geschichte werde ich unterstützt von dem Forenmitglied „Windelfohlen“


Teil 1

Im Raum vermischten sich die verbrauchte Luft und der Schweiß, der bei den Übungen unweigerlich auftrat. Eine Gymnastikmatte verhinderte, dass Lydia auf dem blanken Boden liegen musste. Ihre Physiotherapeutin Vera kniete neben Lydia und arbeitete daran ihr wieder auf die Beine zu helfen.
Lydia hatte vor zwei Jahren einen Reitunfall und kämpfte sich jetzt wieder in ihr altes leben zurück.

Rückblick:
An einem nebeligen Samstagmorgen hatte Lydia ihr Pferd aus dem Stall geholt um damit einen gemütlichen Ausritt vorzubereiten. Sunflower, so der Name des Pferdes war nicht ihr eigenes Pferd, nein ein eigenes Pferd war zu teuer, so tätigte Lydia eine Reitbeteiligung. Sunflower war ein sehr gutmütiges, ja sehr ruhiges Pferd. An diesem Tag jedoch passierte dann auch das eigentlich unvorstellbare. Sunflower scheute beim Ausritt aus einem unerklärlichen Grund und warf Lydia dabei ab. Sie fiel so unglücklich, dass sie per Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden musste.

Dort stellte man dann eine schwere Verletzung der Wirbelsäule, einen Bruch des Oberschenkelhals, links und einen Wadenbeinbruch, rechts fest. Der Wadenbeinbruch war schnell verheilt, der Oberschenkelhalsbruch wurde mehrmals operiert und musste lange nach der OP noch mit einer Beinorthese gestützt werden. Die Wirbelsäulenverletzung brachte Lydia einen längeren Aufenthalt in einem Gipskorsett ein und wurde erst in den letzten Wochen auf eine Kunststoff-Orthese geändert. [Rückblick ende]


Nun lag es an Vera, die bereits unzählige Sitzungen mit Lydia verbracht hat, sie wieder zur alten Beweglichkeit zu therapieren. Die starre Beinorthese hatten sie schon wieder ablegen können, so gut funktionierte das Bein schon wieder, aber die Rumpforthese wird sie noch etwas gebrauchen.

„Lydia, hast du schon mal daran gedacht wieder zu reiten?“

„Oh man Vera, bleib mir ja mit dem Reiten weg! Davon habe ich die Nase gestrichen voll!“

„Verständlich, aber so ganz ohne Pferde? Wo du doch in diese Tiere so vernarrt bist!“

„Jetzt konzentriere ich mich erst mal auf mich und meine Gesundheit, dann wollen wir mal schauen!“

Nach dieser Therapiestunde legte Vera ihr wieder das Rumpfkorsett an und reichte den Gehstock, denn den brauchte Lydia noch um sicheren Halt zu haben. Lydia fuhr mit dem Bus wieder nach Hause. Dort in ihrem WG Zimmer hatte sie genug Ruhe, um die anstrengende Bewegungstherapie zu verarbeiten. Das machte sie, indem sie schnell einschlief, so anstrengend war diese Therapie.
Nach dem erholsamen Schläfchen sah sie auf dem Handy eine Nachricht aufblinken. Vera hatte ihr geschrieben, beim nächsten Mal doch bitte einen Gymnastikanzug anzuziehen.

Zu Hause legte Lydia ihre Rumpforthese stundenweise ab, damit die neu gewonnene Muskulatur keinen Schaden nimmt und sie so schneller auf dieses ungeliebte Accessoire verzichten kann. Lydia saß auf ihrem Bett und sah diese Beinschiene in der Ecke stehen. Man, was hatte sie dieses starre Gestell an ihrem Bein gehasst. Denn zusammen mit diesem Gipskorsett war sie so extrem hilflos und ständig auf Hilfe angewiesen. Da aber ihre vermeintlich besten Freunde auf einmal keine Zeit hatten sie im Krankenhaus oder anschließend zu Hause einmal zu besuchen, waren viele dieser Kontakte wie in Luft aufgelöst. Zudem kam auch noch unpassend diese Pandemie hinzu, was die Ausreden der „Freunde“ noch einfacher machte. Da tat es gut, dass ihre Mitbewohner in der WG, Aron und Leo Tag und Nacht für sie gesorgt haben. Beide haben für sie eingekauft, gekocht, gewaschen und auch einfach mal einen kuren Ausflug an die frische Luft gemacht.

Morgen ist der nächste Termin bei Vera und Lydia suchte in ihrem Schrank nach einem geeigneten Gymnastikanzug. Davon hatte sie mehr als genug, denn sie war lange aktiv in der Tanzgarde und auch im Reitverein beim Voltigieren. Und genau solch einen Voltigieranzug wollte sie morgen anziehen.
Gleich nach dem Frühstück war Lydia bereit und zog sich im Zimmer die Gymnastikhose an. Eine blaue Leggins, dazu ein Gymnastikbody in den Farben blau, wie die Hose, obergine und magenta. Sie wählte lieber die zweiteilige Gymnastikgarnitur, denn sie wusste nicht, was Vera mit ihr vor hatte und ein Einteiler ist unter Umständen dabei hinderlich! Lydia fühlte sich in alte Zeiten versetzt, denn es waren jetzt über zwei Jahre vergangen, dass sie dieses Trikot das letzte Mal getragen hatte. Fasziniert von dem seidigglatten Material streichelte sie über den Anzug und blickte dabei in den Spiegel. Sie hatte den Verdacht, dass es zu aufreizend wirken würde, aber sie sah, das dort im Spiegel eine Sportlerin war, die jeden Moment in das sportliche geschehen eingreifen will!

Lydia zwängte sich in ihre Rumpforthese und zog noch eine weite Trainingshose an und den Oberkörper hüllte sie in ein weites Sweatshirt. So konnte sie ohne dumme Blicke der Passanten mit dem Bus zur Physio fahren.

„Moin Lydia, hast du meine Nachricht bekommen?“

„Klar, aber für die dummen Blicke der anderen, habe ich noch eine Trainingshose über gezogen!“

„Dann mal runter mit den Klamotten und komm einmal hier vor den Spiegel!“

Lydia zog die Trainingshose aus und das Sweatshirt über den Kopf. Sie ging auf Vera zu und diese half ihr die Rumpforthese abzulegen.

„Wie fühlst du dich ohne diese Orthese?“

„Ein wenig wackelig und unsicher!“

„Das werden wir ab heute ändern, denn ab jetzt beginnt dein richtiges Training!“

„Oh, das klingt aber hoch wissenschaftlich!“

„Bleib mal so stehen und stelle erst fragen, wenn ich fertig mit dir bin!“

Lydia blieb stehen, so ruhig wie es ging, wie Vera von ihr verlangte. Vera kam mit einem Geflecht aus Gurten und Riemen!

„Stillhalten!“

Vera legte den oberen Riemen dieses Geflechtes um Lydias Hals und verschloss den Riemen mittels der angebrachten Gürtelschnalle. Dann folgte ein Bauchriemen, geschlossen mit einer Gürtelschnalle. Ein Brustriemen, geschlossen mittels Gürtelschnalle und zuletzt folgte ein Schrittriemen, der auch mittels einer Gürtelschnalle am Bauchriemen befestigt wurde.

„Willst du aus mir ein Pferd machen?“

„Fast, warte ab, dann werde ich dir erklären, warum dieser Riemenbody für dich so hilfreich ist!“

Vera zog noch mal alle Riemen nach und dieser Riemenbody saß wie angegossen. Vera griff hinter den Spiegel, wo noch etwas an der Wand zu hängen schien. Sie holte ein Steckenpferd hervor und steckte die Stange in eine Vorrichtung am Body, wo sie nicht wegrutschen konnte. Das Steckenpferd hatte am Hals einen kurzen Riemen und damit verband Vera das Steckenpferd mit dem D-Ring am Halsriemen von Lydia.

„Ein Steckenpferd?“

„Ja, so bekommst du eine aufrechte Haltung und damit trainieren wir dein Gleichgewicht wieder! Die Beinmuskeln werden gleichzeitig mittrainiert! Leg deine Hände bitte an die kleinen Griffe oben unterhalb des Kopfes und gehe bitte im Raum hin und her!“

„Das ist doch affig!“

„Nein, du solltest mal sehen, wie schön gerade du jetzt läufst!“

„Mit einem Kinderspielzeug!“

„Hast du schon mal etwas von Hobbyhorsing gehört? Das ist eine neue Freizeitsportart, welche für uns Therapeuten auch sehr gut verwendet werden kann!“

„Kenne ich nicht, noch nie gehört!“

„Dann lass jetzt mal die Gedanken frei und konzentriere dich auf meine Ansagen!“

Vera gab Lydia den Auftrag die Beine bis in Kniehöhe anzuwinkeln und dabei weiter zu gehen. Widerwillig befolgte Lydia die Vorgaben und so plätscherte diese Therapiestunde vor sich hin.
Nach Ende der Stunde bekam Lydia wieder ihre Rumpforthese verpasst und es ging mit dem Bus wieder Heim. Dort machte sie sich sofort über das Thema „Hobbyhorsing“ schlau!




Impressum
© all rights reserved, 2026