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eröffnet von Jo_the_O am 10.09.05 02:42
letzter Beitrag von Jo_the_O am 23.08.26 22:28

1. Re: Blindes Vertrauen

geschrieben von Herrin_nadine am 07.08.05 02:19

sehr schöner einstieg. es ist dir gelungen deine erster beitrag zu deiner story.

zwei tipps möchte ich dir gerne geben.
bitte mache mehr absätze in deinen text. durch die absätze kann man den text leichter lesen.
bitte schreibe am ende deines postings hin ob eine fortsetzung folgt oder ende .
danke

2. Re: Blindes Vertrauen

geschrieben von Jo_the_O am 07.08.05 02:40

@Herrin_nadine

Vielen Dank für das Lob!!!
Das freut mich und motiviert.

Zur Frage der Fortzetzung: Bisher drehen sich alle meine Geschichten um Alina und Natalie, jedoch ist jede Geschichte in sich abgeschlossen (insofern wäre sicher ein ENDE am Schluß angebracht).
Falls eine Lesereihenfolge notwenig wird, muß ich mir etwas einfallen lassen. Ansonsten kann ich doch jede Geschichte separat posten, oder ?
(Zweite Story folgt gleich.)

Viele Grüße
Jo
3. Re: Blindes Vertrauen

geschrieben von Herrin_nadine am 07.08.05 02:54

du könntest hier in diesem thread den titel ändern in Kurzgeschichten Jo_the_O. oder die Geschichten von Alina und Natalie
unten im deinem beitrag den schalter ändern benutzen, dann kannst du editieren und löschen
dann in den postings wo du eine geschichte postest den titel der geschichte reinschreiben. dann hast du deine kurzgeschichten in einem thread. nur als vorschlag gemeint.

wenn du das möchtest könntest du die zweite story die du eben gepostet hast hier einstellen und den bordmoderator den anderen thread löschen lassen




(Diese Nachricht wurde am 07.08.05 um 02:54 von Herrin_nadine geändert.)
4. Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 07.08.05 02:58

Hallo zusammen,
dies ist mein erstes Posting hier und ich hoffe, mit dieser Geschichte sowohl die richtige Kategorie getroffen zu haben, als auch ein lesbares Format.
Viel Spaß!
   Jo

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Blindes Vertrauen

© 2005 by Jo_the_O

Alina war gerade aus der Stadt zurück gekommen und führte Natalie stolz ihre neuen Overknee-Stiefel aus schwarzem Rauhleder vor. Die Kombination aus Stiefeln, schwarzen Taktel-Strümpfen und gestricktem Rollkragenpullover in Minirock-Länge, ebenfalls in schwarz, sah wahrlich atemberaubend aus. Natalie konnte sich nicht satt sehen. "Möchtest Du so mit mir auf den geplanten Ausflug gehen?", fragte sie. Alina nickte und fragte sich, was für eine Art Ausflug es wohl werden würde. Natalie hatte nichts darüber verlauten lassen und Alina geduldig vertröstet, sie solle sich halt überraschen lassen. "Ok, dann fehlt nur noch eine Kleinigkeit und wir können aufbrechen", erklärte Natalie und verließ Alinas Zimmer. Als sie einige Minuten später zurück kam, hielt sie etwas hinter ihrem Rücken und bat Alina, sich auf das schwarze Sofa zu legen und die Augen zu schließen. Natalie setzte sich auf die Sofakante, legte mehrere Schachteln mit medizinischen Spezial-Klebeverbänden auf den Beistelltisch und entnahm je zwei kleinere und zwei größere Verbände. Behutsam klebte sie zunächst die kleineren Verbände auf Alinas immer noch geschlossene Augen, zupfte sie etwas zurecht und strich sie glatt. Es folgten die beiden größeren Klebeverbände, die Alinas Augenpartie von den äußeren Augenwinkeln bis an die Nase heran und von den Augenbrauen bis fast an den oberen Wangenknochen bedeckte. Mit leiser, sanfter Stimme fragte Natalie, "Kannst Du Deine Augenlider noch öffnen?". Alina versuchte es und antwortete ebenso leise "Nein". Natalie nahm Alinas Hand, half ihr beim Aufstehen und führte sie zur Tür. Mit dem Fahrstuhl gelangten sie in die Tiefgarage, Natalie öffnete die Türen des BMW und half Alina beim Einsteigen. Während Natalie den Motor startete und den Wagen aus der Tiefgarage heraus steuerte, lauschte Alina konzentriert in ihre Dunkelheit und versuchte, mit den Ohren die Orientierung zu behalten. Doch spätestens nach der dritten Ampel konnte sie nicht mehr sagen, in welche Richtung sich der BMW bewegte. Alina fühlte sich hilflos und rutschte tiefer in ihren Sitz. Nach etwa 15 Minuten, Alina hatte mittlerweile keine Ahnung mehr, wo sie sich befanden,  stoppte Natalie das Fahrzeug, rangierte in eine Parkbucht und stellte den Motor ab. Sie stieg aus, wechselte auf die Beifahrerseite und half Alina beim Aussteigen. "Wo sind wir?", fragte Alina zaghaft. "Das mußt Du nicht wissen", entgegnete Natalie und fügte hinzu "Vertrau mir, ich werde Dich führen". Natalie verschloß die Türen des BMW, nahm zärtlich Alinas Hand und die beiden Frauen entfernten sich gemächlich in Richtung Fußgängerzone. Alina rückte dabei immer näher an Natalie heran und umklammerte ihre Hand fast ängstlich. Als beide in die zentrale Einkaufsstraße einbogen, folgten ihnen vereinzelt die Blicke der Passanten. Natalie registrierte aufmerksam das Erstaunen in ihren Gesichtern, wenn sie erkannten, daß Alinas Augen beidseitig  zugeklebt waren. Kaum jemand, der dies bemerkt hatte, war in der Lage, seinen Blick abzuwenden. Natalie genoß die Irritation, die sie auslösten. Selbst Alina schien blind zu spüren, daß sie angestarrt wurde und schmiegte sich noch näher an. Vor einer kleinen Boutique stoppte Natalie, um einen außen stehenden Ständer mit hautengen Leggings genauer zu betrachten. Alina war von dem plötzlichen Halt so überrascht worden, daß sie ins Stolpern geriet. Natalie griff um ihre Taille und fing sie sicher auf. "Bleib bitte einen Moment hier stehen, ich möchte mir schnell etwas ansehen",  sagte Natalie, ließ Alina los und wandte sich den Leggings zu. Alina stand unsicher zwei Meter entfernt und lauschte in ihre Dunkelheit hinein. Anfangs hörte sie noch das Rascheln, das Natalie beim Durchsehen der Kleidungsstücke verursachte, doch dann wurde es still. Natalie hatte eine schwarze Samt-Leggings herausgezogen und untersuchte das Material mit den Fingern intensiver, aber weitgehend geräuschlos. Durch langsames Drehen ihres Kopfes versuchte Alina herauszufinden, wo Natalie sich gerade befand - ohne Erfolg. Natalie hatte sich inzwischen entschlossen, die Samt-Leggings zu nehmen und betrachtete ihre Freundin forschend. Nach kurzem Zögern drehte sie sich um und verschwand ohne einen  Laut in der Boutique. Alina wurde zunehmend nervös und flüsterte zaghaft, "Natalie - wo bist Du?". Da sie keine Antwort erhielt, steigerte sich ihre Nervosität noch. Sie lauschte wieder und rief noch einmal, diesmal lauter und eindringlicher. In ihrer Angst tastete sie vorsichtig in die Richtung, aus der sie die letzten Geräusche von Natalie vernommen hatte. Währenddessen hatte sich auf der anderen Straßenseite ein kleiner Pulk von Passanten gebildet, die das seltsame Schauspiel vor der Boutique bemerkt hatten und unvermittelt stehen geblieben waren. Wie gebannt starrten sie auf Alina, die sich inzwischen bis zum Leggings-Ständer vorgetastet hatte und immer wieder nach ihrer Freundin rief. Alina spürte die Blicke, genierte sich, bekam leuchtend rosafarbene Wangen und wäre am liebsten im Boden versunken. Trotzdem dachte sie nicht eine Sekunde daran, sich der Augenverbände selbst zu entledigen, was problemlos möglich gewesen wäre. Obwohl Alina Angst hatte und sich der Blicke schämte, Natalie hatte sie blind gemacht und es stand ihr nicht zu, die Autorität ihrer Geliebten in Frage zu stellen. Doch sie spürte, wie langsam Panik in ihr aufstieg. Mittlerweile hatte Natalie die Leggings bezahlt und sich ganz leise von hinten herangeschlichen. Als sie Alina plötzlich die Hand um die Taille legte, erschrak diese zutiefst und es knickten ihr die Beine weg. Hätte Natalie sie nicht mit aller Kraft festgehalten, Alina wäre vor der Boutique und unter den Augen der einkaufenden Menschen zu Boden gegangen. Natalie stellte Alina wieder sicher auf die Füße und küßte sie leidenschaftlich. Alina genoß diese Liebesbezeugung sehr und vergaß völlig die immer noch wie angewurzelt stehenden Passanten. Keiner von denen war weitergegangen, das Schauspiel gegenüber hielt sie alle in ihrem Bann. Erst als Natalie und Alina Arm in Arm weiterzogen, schien der Bann nachzulassen. Die Menschen schauten sich um, wirkten irritiert, schüttelten sich kaum merklich und nahmen langsam wieder ihre Alltagsgeschäfte auf.
Etwa 100 Meter nach der Boutique erreichten Natalie und Alina einen ovalen Platz, der von Geschäften, Gaststätten, einer Eisdiele und der Zentrale der Sparkasse umgeben war. Auf diesem Platz hatten Feinkostläden und Restaurants der Stadt Stände mit vielerlei lukullischen Genüssen aufgebaut, an denen zur Zeit reger Betrieb herrschte. Natalie blieb stehen, zog Alina nah an sich heran und flüsterte ihr zu: "Ich werde jetzt vorangehen und möchte, daß Du mir ausschließlich nach Gehör folgst. Ich werde Dir zuflüstern, wohin Du gehen mußt." Bevor Alina etwas erwidern konnte, hatte Natalie ihre Hand losgelassen und war voran gegangen. "Einfach geradeaus" hörte Alina Natalies Stimme etwa 3 Meter vor sich und setzte sich zaghaft in Gang. Natalie eilte wieder voraus, drehte sich um und dirigierte Alina mit leise geflüsterten Anweisungen weiter durch das Gewirr der Stände und die vielen Menschen, die sich dort diverse regionale Spezialitäten schmecken ließen. Alina hatte große Mühe, Natalies Flüstern in dem Gewirr von Stimmen, Geschirrklappern und Musik überhaupt auszumachen. Vorsichtig tat sie zwei, drei zaghafte Schritte und horchte wieder. Sobald sie die nächste Anweisung verstanden hatte, was nicht immer auf Anhieb gelang, bewegte sie sich wieder einige Meter vorwärts. Alina mußte sich sehr konzentrieren, um das unterschwellige Gefühl von Panik im Griff zu behalten, zu sehr hatte sie durch dauernde Richtungswechsel bereits jegliche Orientierung verloren. Fast 20 Minuten dauerte es, bis Alina nur durch Natalies Flüstern geführt, die gegenüber liegende Seite des Platzes erreicht hatte und erleichtert in Natalies Arme sank. "Entspann Dich", hauchte Natalie zärtlich und fügte hinzu: "aber nicht zu sehr, die schwerste Prüfung kommt noch". Alina seufzte leise und überließ sich in der Schwärze ihrer Nacht ganz den Armen der Geliebten. Natalie hielt sie fest umschlungen und zögerte etwas. "Komm, es ist spät", unterbrach sie dann die Zeitlosigkeit ihrer Umarmung, nahm Alinas Hand und zog sie sanft weiter. Die beiden Frauen passierten die Glasfront der Sparkasse und verließen durch eine schmale Gasse den lebhaften Platz. Am anderen Ende der Gasse erreichten sie eine der Hauptstraßen, die kreisförmig um die Fußgängerzone herum führten. Es gab in beiden Fahrtrichtungen je zwei Fahrspuren für Autos und in der Mitte verliefen zwei Schienenpaare der Straßenbahn. Zwischen diesen Schienenpaaren gab es einen Sicherheitsstreifen, der durch rot-weiße Geländer abgegrenzt und etwa eineinhalb Meter breit war. Natalie steuerte mit Alina ohne Umwege darauf zu. Sie mußten warten, bis sie zuerst die Straße und dann die Gleise überqueren konnten. Schließlich erreichten sie den Raum zwischen den rot-weißen Geländern und Natalie hielt an. "Ich werde Dich jetzt ganz genau an einen bestimmten Punkt stellen und ich erwarte von Dir, daß Du exakt an dieser Stelle stehen bleibst, völlig egal, was passiert." , sagte Natalie. Alina nickte stumm und ließ sich von Natalie an einen Punkt führen, der genau zwischen den beiden Geländern lag. Natalie küßte sie kurz, ließ Alinas Hand los und kehrte über die Gleise und die beiden Fahrbahnen hinweg zurück auf den Gehsteig. Als die Ampel etwa 200 Meter entfernt auf Grün umsprang, schlängelte sich eine dichte Kolonne von PKW s und LKW s an Natalie vorbei und fast zeitgleich erreichte eine zweite Kolonne aus der Gegenrichtung Natalies Standpunkt. Der Verkehrslärm, in dessen Mittelpunkt Alina stand, wuchs stetig und steuerte auf seinen Höhepunkt zu, als insgesamt drei Linien der Straßenbahn heran nahten. Natalie wechselte schnellen Schrittes die Position, um trotz des Verkehrs Alina möglichst genau beobachten zu können. Alina stand noch immer an derselben Stelle und horchte angestrengt. Sie zuckte merklich, als die erste Straßenbahn einen guten Meter entfernt an ihr vorbei fuhr. Keine Minute später steuerten die beiden anderen Straßenbahnen, eine von links, die zweite von rechts auf Alina zu. Zudem nahte ein Streifenwagen mit eingeschaltetem Martinshorn und ein Müllfahrzeug ratterte vorbei. Alina trat nervös auf der Stelle, ihre Arme hoben sich, als wolle sie sich schützen, sanken aber kurz darauf auch wieder herab. Sie schien zu spüren, daß es keinen anderen Schutz gab, als Natalie zu gehorchen und ihr absolut und blind zu vertrauen. Kurze Zeit später ließ der Verkehr nach, Natalie überquerte die Straße und näherte sich dem Sicherheitsstreifen. Alina stand leicht kurzatmig und zitternd da, aber präzise zwischen den beiden Geländern. "Ich danke Dir aus tiefstem Herzen für Dein völliges Vertrauen", flüsterte Natalie und schloß Alina fest in ihre Arme. So standen die beiden Frauen eine Zeitlang eng umschlungen, umspült vom wieder zunehmenden Verkehr, bis Natalie schließlich Alinas Hand ergriff und sie zum nahen Parkplatz zurück führte.
Die Heimfahrt verlief schweigend, Alina war tief in ihren Sitz gesunken, sie schien erschöpft. Im Fahrstuhl schmiegte sie sich wieder an Natalie an und seufzte kurz. "Wann werde ich wieder sehen dürfen?", hauchte Alina kaum hörbar. Natalie atmete tief, hielt einen Moment inne und entgegnete "Vielleicht nächste Woche ... vielleicht". Sie küßte Alina auf die Stirn und fügte leise und zärtlich hinzu: "Ich liebe es sehr, wenn Du für mich blind bist!"
Der Fahrstuhl bremste sanft ab und mit leichtem Klappern öffneten sich seine Türen.


(Diese Nachricht wurde am 07.08.05 um 02:55 von Jo_the_O geändert.)
(Diese Nachricht wurde am 07.08.05 um 02:58 von Jo_the_O geändert.)
5. Re: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Herrin_nadine am 07.08.05 03:14

eine weitere schöne geschichte in der reihe durfte ich lesen.

bin mal gespannt was die beiden als nächstes erleben ??

6. Re: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 07.08.05 03:19

Hallo zusammen,

hier kommt meine zweite Geschichte.
Viel Spaß
   Jo
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Die Dienerin

© 2005 by Jo_the_O

Die gerade erstarkte Mai - Sonne leuchtete das hell gehaltene, weiß getünchte Zimmer in einem goldenen Farbton aus. Auf dem Tisch in der Mitte des Raumes, umrahmt von einer schwarzen  Ledergarnitur mit Couch und drei Sesseln standen Erdnüsse in einer kleinen Glasschale. Zwischen den Regalen aus polierter Kiefer war in jeder Ecke ein Arrangement von zwei weiteren Sessel plaziert, die jeweils einen kleinen Beistelltisch flankierten.
Im frühlingshaft bunt gemusterten Kleid mit weit fließendem Schnitt trat Natalie durch die Tür und begutachtete die Vorbereitungen für das in einigen Minuten beginnende Projekt-Meeting. "Hier brauchen wir auch noch etwas zum Knabbern",  rief sie vernehmlich in Richtung Korridor und blickte auf die leeren Tische in den Sitzecken. Während sie gedankenverloren ihren Blick durch den Raum wandern ließ, raschelte es im Korridor und kurz darauf erschien ein schwarzer Schatten im Türrahmen. Ein schlankes Geschöpf wurde schemenhaft erkennbar, nicht sehr groß, fast knabenhaft, mit kaum gerundeten Hüften und eher kleinen Brüsten. Alle weiteren Details verschwanden unter einer Kaskade wallenden Stoffes, der bei jeder Bewegung leise raschelte. Zwischen dem westlich europäisch eingerichteten Raum, der ebenfalls westlich lockeren Erscheinung von Natalie und diesem alles bedeckenden arabischen Schador im Türrahmen ergab sich eine seltsame Spannung. "Alina, stell bitte noch vier Schalen mit Erdnüssen auf die Beistelltische", sagte Natalie zur Tür gewandt. Die vom Scheitel bis zu den Zehen verschleierte Gestalt, selbst die Sehschlitze im Kopfteil waren von undurchsichtigem Gaze bedeckt, verschwand wieder mit vernehmbarem Rascheln im Korridor, nur um wenige Augenblicke später mit zwei Glasschalen zurückzukehren. Mädchenhaft schnellen und schwungvollen Schrittes plazierte Alina die gefüllten Glasschälchen auf den Tischen und blieb in Erwartung weiterer Anweisungen vor Natalie stehen. Natalie betrachtete ihre Uhr und sagte nach leichtem Zögern zu Alina: "Öffne schon mal Sekt und Orangensaft, die Gäste müßten in wenigen Minuten kommen." Während Alina sich wieder geräuschvoll in Richtung Korridor begab, schaute Natalie ihr versunken nach. "Auch wenn es nicht original ist", dachte sie, "den Schador mit einem Taillengürtel zu versehen, war eine gute Idee. Er betont die Figur und verleiht der wallenden fließenden Gestalt eine betörend geheimnisvolle Ausstrahlung." Sichtlich zufrieden mit sich blieb sie stehen und schien unschlüssig, was als nächstes zu tun sei.
Der Klang der Türglocke zerschnitt die Stille, Natalie verließ zielstrebigen Schrittes den Raum und im Flur entwickelte sich ein Stimmengewirr, das den Eindruck herzlicher Begrüßungen weckte. Bevor Natalie mit den Gästen das Zimmer betrat, war Alina mit einem Tablett voller gefüllter Sektgläser wieder zurückgekehrt und postierte sich in der Nähe der Tür.
Natalie führte ihre Gäste herein, deutete auf Alina und erkläre, "Dies ist Alina, meine Dienerin... und  beachten Sie bitte, daß sie stumm ist. Also fragen Sie nichts, sagen Sie ihr einfach, was Sie möchten.". Die leicht irritierten Blicke der Gäste richteten sich auf Alina, die wie ein Leuchtfeuer aus 1001 Nacht kerzengerade im Raum stand und  ihn mit ihrer verhüllten Präsenz förmlich ausfüllte. Nur nach und nach überwanden sich die Gäste, traten fast mit Vorsicht an sie heran und orderten Sekt, Orangensaft oder Mineralwasser. Natalie bat ihre Gäste, Platz zu nehmen und Alina, von der nicht ein Millimeter Haut zu sehen war, selbst die Hände waren mit schwarzen Handschuhen bedeckt, verschwand mit fast leerem Tablett im Korridor.
Die Sitzung wurde eröffnet  und Natalie berichtete ihren Gästen von den Ergebnissen einer schwedischen Forschungsarbeit. Konzentriert ruhten die Augen der Anwesenden auf ihr, ein älterer Herr signalisierte durch leichtes Nicken bedächtige Zustimmung und eine junge braunhaarige Brillenträgerin blätterte gelegentlich im Handout, das Natalie zuvor verteilt hatte. Die fast sternförmig auf Natalie gerichtete Aufmerksamkeit löste sich fast zeitgleich mit dem Erscheinen der verschleierten Alina, die ihr Tablett wieder aufgefüllt hatte und anmutig zwischen den Tischen und Sesseln hindurch schritt, um die Gäste mit frischen Getränken zu versorgen. Es war nicht präzise zu erkennen, wer dem Vortrag jetzt noch folgte, die Augenpaare der Anwesenden jedenfalls ruhten inzwischen mit unverhohlener Neugier und Faszination wieder auf Alina.
Nach ihrem Rundgang durch den Raum blieb Alina mit dem immer noch halb vollen Tablett in Nähe der Tür stehen, ließ ihren Blick durch den Raum gleiten um sofort jeden Bedarf an Nachschub registrieren und bedienen zu können. Die junge Brillenträgerin senkte den Blick und bemühte sich unbeholfen, Alina nicht anzusehen. Der Umstand, daß Alina offensiv in den Raum schaute, aber weder ihr Gesicht, noch ihre Augen zu sehen waren, irritierte sie offenbar. Dennoch war ihre Faszination so stark, daß sie immer wieder, fast zufällig wirkend, ihren Blick durch den Raum wandern ließ um wenigstens aus den Augenwinkeln einen Eindruck zu erhaschen. Sie war es dann auch, die ihr Glas schnell leerte, aufstand und auf Alina zuging, die somit keine Gelegenheit mehr hatte, die Brillenträgerin am Platz zu bedienen. Es war offensichtlich, daß der Grund dafür die Illusion war, aus der Nähe mehr von Alina zu sehen. Aber sowohl der mehrlagige Ganzkörper - Schleier, als auch das Gaze vor den Augen verhinderten zuverlässig jeden weiteren Einblick.
Natalie spürte, was hinter ihrem Rücken vorging und setzte unmerklich lächelnd ihren Vortrag fort. Sie kannte die Reaktion auf ihre Dienerin bereits und genoß sie. Zumal ihr bewußt war, daß jeder Versuch, hinter den Schleier zu schauen, vergeblich war.
Inzwischen hatte sich die neugierige junge Brillenträgerin wieder gesetzt, auch ihr war die Zwecklosigkeit ihres Bemühens mittlerweile klar geworden. Das tat aber ihrem Interesse keinen Abbruch. Immer wieder schaute sie in Alina s Richtung, achtete nun nicht mehr wirklich auf Natalies Vortrag und rutschte nervös auf ihrem Sessel hin und her. Mag sein, es war Ungeschicklichkeit, vielleicht aber auch Absicht, als ihr bei einer fahrigen Bewegung das Glas weg rutschte und sich der noch enthaltene Sekt über ihren Tweed-Rock ergoß. Natalie hatte es nicht bemerkt und schreckte erst durch das Rascheln des Schador auf, als Alina mit schwingendem Elan den Raum verließ und nur Sekunden später mit einer Küchenrolle zurück kam, sich vor die junge Frau hockte und versuchte, den verschütteten Sekt aufzusaugen und somit den Schaden zu begrenzen. Natalie unterbrach ihren begonnenen Satz, wartete, bis das Maleur behoben war und ihr die junge Frau versichert hatte, daß alles notwendige getan sei. Alina verschwand mit den feuchten Küchentüchern und kehrte mehrere Minuten später mit einem frisch gefüllten Tablett zurück, Natalie hatte inzwischen ihre Erläuterungen fortgesetzt und damit die Aufmerksamkeit ihrer Gäste wieder auf sich gelenkt.
Es dauerte nicht sehr lange, bis Natalie ihre Ausführungen beendet hatte und es schloß sich eine lebhafte Diskussion über diverse Details an. Alina schaute aus dem Fenster auf der gegenüber liegenden Seite des Raumes, ohne aber ihre Pflichten zu vernachlässigen. So ließ sie fast im Minutentakt den Blick ihrer unsichtbaren Augen über die Tische gleiten um festzustellen, welches Glas zur Neige ging und aufgefüllt werden mußte.
Die Dämmerung senkte sich über diesen frühlingshaften Tag, die Diskussion hatte sich auf kleine Grüppchen verlagert und als der ältere Mann, der zuvor so zustimmend genickt hatte, erste Anstalten machte, aufzubrechen, schlossen sich ihm die anderen Gäste nacheinander an. Alina stand mit den Jacken bereit und nach knapp zehn Minuten waren Natalie und Alina allein.
Alina räumte die Tische ab und sortierte Gläser und Schüsselchen in die Spülmaschine ein, Natalie rückte derweil die Sessel zurecht und begab sich nach oben. Nach einem kurzen Rundgang durch den jetzt verlassenen Konferenzraum folgte Alina ihr die mittelalterliche Holztreppe hinauf ins Obergeschoß.
Als Alina an der offen stehenden Schlafzimmertür von Natalie vorbei kam, lag Natalie bereits ausgestreckt auf ihrem Bett und rief Alina zu sich.
Während Alina sich ihrem Bett näherte, stand Natalie auf und sagte: "Dreh Dich bitte um". Vorsichtig begann Natalie die Haltenadeln zu lösen, die das Kopfteil von Alina s Schador hielten und die für sie selbst unerreichbar waren, sodaß sie sich nie  selbst ihrer Verhüllung entledigen konnte. Behutsam entfernte Natalie das Kopfteil und nach und nach sanken die verschiedenen Lagen des Schadors auf den Stuhl neben Natalies Bett. Dennoch war von Alina auch jetzt kein Millimeter Haut zu sehen, denn unter dem Schador hatte sie einen Ganzkörperanzug aus feinem Samt getragen, der jetzt zum Vorschein kam. Natalie legte sich wieder auf ihr Bett und zog Alina zu sich herunter.
Alina s Anzug hatte genau drei Öffnungen, eine größere am Hinterkopf ermöglichte ihrem langen Pferdeschwanz den Weg nach außen, zwei weitere in  Höhe der Nasenlöcher dienten der ungehinderten Atmung. Der Anzug war hauteng geschnitten, in Höhe des Busens zeichnete sich ein darunter befindlicher BH ab und im Bereich von Hüfte und Becken waren Ansätze eines Mieders zu ahnen, das sie darunter trug. Ihr Schritt war am Venushügel kaum gerundet, fast glatt. Unter dem Kopfteil schien sich eine Maske zu befinden, vermutlich aus Leder bestehend, die oberhalb der Nase begann und, unterbrochen von zwei kleinen Nasenlöchern, bis unter das Kinn reichte.
Während Alina auf Natalies Lager sank, streckte sich Natalie wohlig und schloß die Augen. Alina begann, mit ihren Samt-behandschuhten Händen sanft Natalies Busen zu streicheln. Aus dem Hintergrund erklang sphärisch elektronische Musik und langsam synchronisierte Alina ihre Bewegungen mit der Musik. Ihre Hände glitten zum Teil ohne reale Berührung über Natalies Körper und die Laute ihres Wohlbefindens waren erstaunlicherweise gerade dann am intensivsten, wenn fast ein ganzer Zentimeter Luft zwischen Alina s Händen und Natalie s Haut lag. Wie in Wellen flogen die Schauer über Natalie hinweg, die sich nun nahtlos in die Kaskade der Töne einfügten, die aus den Lautsprecherboxen drangen und den indirekt beleuchteten Raum akustisch fluteten.
Je näher sich die Musik dem finalen Crescendo näherte, um so direkter wurden Alina s Berührungen. Da ihr Mund bedeckt und verschlossen war, mußte Alina die Nasenspitze zur Hilfe nehmen, um damit Natalie s rechten Busen zu stimulieren, während ihre samtene rechte Hand fast berührungslos an der anderen Brust verweilte und Alina s linke Hand zärtlich zwischen Natalies Beine glitt. Fast abgestimmt auf die anschwellenden Tonfolgen verlieh Natalie ihrem Wohlbefinden und ihrer Erregung inzwischen immer lauter Ausdruck und erlebte schließlich mitten im gedehnten Crescendo der Musik eine ganze Folge von bebenden Orgasmen. Mit dem letzten Nachhall der Musik gab sich Natalie der erleichternden und wohlig einhüllenden Entspannung hin.
Als der letzte Ton verklungen war, erhob Alina sich langsam und schaltete die Stereo-Anlage aus. Als sie sich umdrehte, war auch Natalie aufgestanden und ging durch die immer noch geöffnete Schlafzimmertür auf den Korridor hinaus, Alina folgte ihr. An einer schweren Stahltür stoppte Natalie, öffnete die Tür, ließ Alina eintreten und folgte ihr. Alina nahm ein weißes Nachthemd  vom Stuhl und verschwand im Bad. Natalie nutzte die Zeit, um an Alina s Bett die Lederriemen zu überprüfen, die ursprünglich in einer psychiatrischen Klinik verwendet worden waren. Als Alina mit ihrem Nachthemd bekleidet zurück kam, legte sie sich wortlos in  das stabile Stahlrahmen-Bett und Natalie begann, die Fußriemen zu schließen. Dann fixierte sie Alina s Hände seitlich neben ihren Schenkeln am Bettrahmen und zum Schluß vollendete ein Taillenriemen das Bild.
Natalie prüfte den Sitz, küßte Alina auf die Stirn, trat auf den Korridor und schloß die schwere Tür. Mit etwas Kraft drehte sie den noch steckenden Schlüssel zweimal im Schloß, zog ihn heraus und näherte sich ihrem Schlafzimmer. Im Schein des aufgegangenen Mondes rief ein Käuzchen.

To be continued..
(Diese Nachricht wurde am 07.08.05 um 03:19 von Jo_the_O geändert.)
7. Re: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von oxymoron am 07.08.05 16:03

Moin moin

Erstaunlich. Ich hätte nie vermutet, daß ich mal einer Meinung mit Nadine sein könnte, aber hier ist es tatsächlich der Fall. Schöne Geschichten, die sich auch sprachlich positiv abheben von vielen anderen.

oxymoron
8. Re: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Roger_Rabbit am 07.08.05 21:37

Mit den (zwar noch spärlichen, aber immerhin vorhandenen) Absätzen schon nicht mehr nur ein Buchstabensalat auf dem Monitor.

Wenn es alles Einzelgeschichten sind, die jeweils über Alina und Nathalie handeln, brauchst du kein neues Thema zu eröffnen. Du hast es ja schon umschrieben: "Geschichten von...." Damit ist alles gesagt.

Weiter so! Schön geschrieben.
9. Re: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Gast träumerin am 28.08.05 16:51

Hallo Jo_the_O *anlächel*

nun habe ich also deine ersten Geschichten entdeckt. Auch wenn ich keine Freundin von Bi-Stories bin: diese sind aussergewöhnlich schön. Wunderbar in Worte gefasste erotische Liebeserklärungen.

Davon hätte ich gern mehr!

Liebe Grüsse
die Träumerin
10. Re: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 28.08.05 19:19

@ Herrin_nadine, oxymoron, Roger_Rabbit, träumerin

Ich danke Euch ganz, ganz herzlich für die lobenden Worte - sie sind Balsam für meine Seele, die sonst zur Zeit eher in Dunkelheit gehüllt ist.
Als Freiberufler, dem die Kunden reihenweise wegbrechen (in Konkurs gehen), steht meine Existenz auf des Messers Schneide, sodaß ich im Moment nicht schreiben kann.
Um so wichtiger ist mir Eure Wertschätzung, besonders Deine, liebe Träumerin. Und da Träume auch Kraft geben können, träume ich in dieser Zeit oft von der guten Fee, die natürlich weiblich und dominant und in jeder Weise fesselnd ist.
Und falls, gemäß dem Motto "Lebe Deinen Traum" das Undenkbare wahr wird, gibt es hier bestimmt noch viele weitere Geschichten von Alina und Natalie zu lesen.
Falls nicht, so wird das Schicksal rund um Aufträge, Geld und Überleben darüber entscheiden.

Liebe Grüße
Jo
11. Re: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Herrin_nadine am 29.08.05 02:09

ich wünsche dir beruflich viel glück und erfolg.
möge dir das schreiben kraft geben und balsam für deine seele sein.
das wird dir dann sicherlich beruflich weiterhelfen.

ich hoffe daß du uns weiterhin mit fortsetzungen deiner geschichte versorgen wirst. die ist es wert fortgeführt zu werden.

glaube mir, das schreiben wird dir kraft geben.

12. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 01.07.26 00:28

Hallo zusammen,
ich bin zurück!

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© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2 - Kapitel 1)

Natalie saß nachdenklich am Frühstückstisch und war ein wenig schwermütig. Sie hatte Alina noch nicht geweckt, da sie allein noch etwas nachdenken wollte, bevor dieser komplizierte Tag startet. Alina war ihr über längere Zeit eine ergebene und treue Dienerin gewesen, aber die Zeiten hatten sich geändert und die Kompromisse an die gesellschaftlichen Veränderungen, gerade im Bezug auf die von Natalie so geliebte Verschleierung Alinas waren zu heftig. Natürlich war sie im häuslichen Umfeld, auch bei ihren Freunden und geschäftlichen Partnern wirklich akzeptiert, aber die Ausflüge in die Stadt zum Shoppen oder in Restaurants und Clubs waren zunehmend ein Spießrutenlaufen. Sowohl sie selbst als auch Alina hatten unter den übergriffigen Kommentaren gelitten und schließlich war Alina einfach nicht mehr aus dem Haus gegangen. Damit war für Natalie ein wichtiger Teil ihrer Herrschaft über Alina verloren gegangen, nämlich sie in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auf den Schleier zu verzichten kam bisher für sie nicht in Frage. Bis jetzt.

Alina blinzelte verschlafen, als Natalie das Licht einschaltete und begann ihre Fesseln zu lösen. Natalie hatte ein Tablett mit einem kleinen Frühstück mit gebracht, das Alina hungrig verschlang. Anschließend verschwand sie wie gewohnt im Bad und kam bald drauf in ihrem Ganzkörperanzug aus Samt wieder zurück, inclusive der Maske darunter, die sie stumm hielt. Natalie hatte nicht vor, ihr die Gelegenheit zu einer eigenen Äußerung zu geben, daher hatte sie Alinas Routine auch nicht unterbrochen. Als Alina sich jedoch anschickte in Natalies Schlafzimmer zu gehen um sich den Schleier anlegen zu lassen, hob Natalie den Finger und sagte "heute nicht und auch nie wieder, wir müssen reden". "Wir?" dachte Alina in Anbetracht ihrer Maske und bekam Herzklopfen. Was sollte das heißen? Hatte sie etwas falsch gemacht?

Natalie ging voraus ins Wohnzimmer, Alina folgte und so saßen sie sich kurz darauf in zwei Bauhaus-Stühlen an einem kleinen Tisch gegenüber.
"Ich habe vor kurzem einen Menschen getroffen, dessen Schicksal mich sehr berührt hat", eröffnete Natalie das einseitige "Gespräch". Alina bekam Angst, Natalie spürte das sofort und beruhigte Alina. "Keine Sorge, Du gehörst mir und ich stehe zu Dir - ohne Wenn und Aber." Alina entspannte sich etwas, fragte sich aber, was das wohl alles bedeutet. "Dieser Mensch" fuhr Natalie fort "ist ein wenig älter und biologisch ein Mann, aber eben nur biologisch. Eigentlich ist es ein Mädchen im Körper eines Mannes und weiß das auch seit langer Zeit". "Wieso hat er nicht in unser Lager gewechselt, das geht doch und akzeptiert ist es auch" dachte Alina. Natalie hatte den Gedanken direkt gelesen und antwortete darauf. "Weil es damals noch nicht soweit war mit der Akzeptanz und er zudem durchaus eine öffentliche Person war. Insofern hat er sich darauf beschränkt, so nah wie möglich an die Grenze zu gehen. Gerade soweit, dass Frauen und schwule Männer es gespürt haben, Hetero-Männer aber nicht. Und so hat er seine starken weiblichen Anteile in den Alltag eingebracht und konnte in seinen diversen Rollen trotzdem funktionieren." "Und, was ist jetzt anders?" dachte Alina. "Er - nein sie und sie ist lesbisch hatte eine Herrin gefunden, die eben genau diese starke weibliche Seite sehr geliebt hat und die beiden haben eine 24/7 BDSM-Beziehung gehabt. Damit dieses Gespräch für Dich leichter nachvollziehbar wird, nenne ich jetzt auch einen Namen: Johanna. Also, Johanna hat über etwa 6 Jahre das Haus nur in Begleitung ihrer Herrin verlassen. Das kennen wir doch..." "Absolut" dachte Alina und begann ein Gefühl für diesen Menschen zu entwickeln. Natalie fuhr fort "Das Schlimme war, dass ihre Herrin nach etwa 6 Jahren an Krebs erkrankte und Johanna plötzlich und unerwartet viele Dinge tun musste, die sie schon verlernt hatte. Aber sie hat es geschafft und ihre Herrin bis zu ihrem Tod begleitet." Alina war betroffen und sprachlos und fragte sich, wie Johanna wohl damit klar gekommen ist. "Gar nicht" antwortete Natalie, sie ist ziemlich abgestürzt und vor allem: das Mädchen in ihr, die weibliche Seite ist nicht mehr wahrnehmbar gewesen." "Dann war plötzlich ihr innerster Kern weg?" dachte Alina. "Ja" sagte Natalie "Und es hat fast 13 Jahre gedauert, bis sie wieder aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist. Seit gut sechs Wochen ist sie wieder da und das mit Macht." "Das freut mich sehr" dachte Alina "aber warum ändert sich jetzt meine eigene Situation so plötzlich?" Auch diesen Gedanken hatte Natalie direkt gelesen, eine stumm gehaltene Dienerin weckt ungeahnte Fähigkeiten. "Weil Johanna für Deine Rolle einfach prädestiniert ist. So kann sie als verschleiertes Mädchen leben, bekommt eine Herrin - vielleicht sogar zwei, falls Du sie im Alltag führen möchtest, wenn ich unterwegs bin". "Wow, ich bekomme eine eigene Sub" dachte Alina und bekam gleich den Dämpfer "Ihr gehört beide mir, Du kannst aber ihr gegenüber meine Statthalterin sein. Nicht übermütig werden!" "Sorry, aber ich bin halt ein wenig verwirrt. Und was ist dann überhaupt meine Rolle Dir gegenüber?" dachte Alina. "Ich möchte mit Dir wieder in der Öffentlichkeit sein, die Menschen sollen sehen, dass Du mir gehörst und ich möchte Dich unverschleiert als mir ausgeliefert präsentieren. Auf welche Weise erfährst Du später. Aber sei unbesorgt, ich werde mir sehr genau überlegen, wo die Grenzen liegen müssen."

Natalie erhob sich und streichelte Alina über den Kopf. "Kannst Du mit dieser Veränderung leben?" fragte sie.
Alina nickte.
13. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 01.07.26 22:01

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 2)

Alina saß vor der geöffneten Spülmaschine und beobachtete die kleinen Dampfwölkchen, die beim Trocknen von Tellern und Schüsseln aufstiegen. Eigentlich hatte sie Redebedarf aber Natalie hatte sich in ihren Gemächern eingeschlossen und es drangen immer wieder merkwürdige Geräusche durch die Decke herunter. Es hörte sich an, als würde sie ihre Schränke ausräumen. Alina war mehrfach im Erdgeschoß hin und her gegangen um herauszufinden, wo genau die Geräusche herkamen und sie war zu dem Schluss gekommen: Es musste das Ankleidezimmer sein, das direkt an Natalies Schlafzimmer angrenzte. Dort befanden sich mehrere begehbare Kleiderschränke, die auch schon da waren als sie das Haus übernahmen und sie waren wohl von den Erbauern eingebaut worden. Es wäre sehr aufwändig gewesen, sie zu entfernen und so haben sie sie gereinigt und weiter genutzt.

Derart in ihren Gedanken versunken hatte Alina nicht gemerkt, dass die Geräusche schon vor einiger Zeit verstummt waren und erschrak als Natalie plötzlich in der Tür stand und sie ansprach. "Alina, ich habe Dir etwas zum Anziehen aufs Bett gelegt und eine Tasche daneben gestellt mit Allem, was Du für die nächsten drei Tage brauchst. Schau bitte, ob ich an Alles gedacht habe. Ich komme mit hoch und schließe Dich ein - ich erwarte noch Besuch und möchte ungestört sein." Alina folgte ihrer Herrin, die ihr die schwere Tür aufhielt und nachdem sie eingetreten war, abschloss.

Sie betrachtete nur kurz, was da vor ihr auf dem Bett lag, da sie beschlossen hatte, sich erstmal auszuziehen und zu duschen. Ein kleines unscheinbares Etwas ließ dies nicht zu. Sie nahm es auf und erkannte eine schwarze Spitzenmaske, wie die, die schwedische Sängerin Felicia beim ESC getragen hatte. Mit dem ESC konnte sie nichts anfangen, aber sie hatte das Bild von Felicia mit dieser Maske vor der Halle auf Spiegel online gesehen und war innerlich direkt in die Knie gegangen. "Das möchte ich auch haben", hatte sie gedacht aber was sollte sie damit anfangen - sie war ja immer verschleiert. Dieses Geschenk von ihrer Herrin an diesem Tag und mit der Möglichkeit sie zu tragen und allem Anschein nach auch draußen - unter anderen Menschen - war Balsam auf ihrer verunsicherten Seele. Es war Zeit zu duschen.

14. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 02.07.26 00:01

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 3)

Alina hatte geduscht, ihren Haare gebunden, sich das Föhnen geschenkt und stand vor dem Spiegel, die schwarze Spitzenmaske in der Hand. Sie zögerte, hatte das Bild von Felicia auf Spiegel online im Kopf und das war so wunderschön und aufregend gewesen - wie würde sie in dieser Maske aussehen? Sie seufzte, schloss die Augen und versuchte, sich die Maske ohne optische Rückkontrolle aufzusetzen - einfach nur spüren bis sich alles richtig anfühlt und erst dann schauen. Es dauerte eine Weile, aber sie war auch perfektionistisch. Erst als sie sich sicher war, dass die Maske wirklich sitzt, öffnete sie die Augen und schaute in den Spiegel. "Wow" dachte sie, das sieht fantastisch aus. Sie schaute mit mehreren Spiegeln um auch die Seitenansichten beurteilen zu können und fühlte sich stolz, schön und sehr dankbar. "Du kannst mich wirklich so gut lesen" dachte sie an Natalie gerichtet.

Die Kleidung, die Natalie ihr zurecht gelegt hatte, sah für sie ein wenig beängstigend aus: Ein schwarzes Kleid aus dünnem Leinen mit kurzen Ärmeln und bis etwa zur Mitte der Oberschenkel reichend. Die Ärmel und der Saum waren mit Spitze besetzt, passend zu ihrer Maske. Das allein war schon sehr wenig Stoff, wenn frau einen Schleier gewohnt ist. Und zudem: nur ein in V-Form geschnittener Slip, kein Mieder, keine Strumpfhose und noch obendrauf, war da kein BH zu sehen. Sie packte die Tasche aus, die für die nächsten drei Tage reichen sollte, was immer da auch passieren sollte - sie wusste ja nichts. Auch in der Tasche war nicht mehr. Alina hatte das Gefühl, mit diesen Outfits quasi entblößt zu sein an diesem langen Wochenende.

Sie ging nochmal - immer noch nackt - vor den Spiegel und betrachtete Ihr maskiertes Gesicht. Der Anblick war so schön, dass sie sich sagte: "Das muss reichen - ich kann das". Sie ging zurück zum Bett und zog sich an.
15. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 02.07.26 02:46

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 4)

Alina hatte sich angezogen und im Spiegel angeschaut und ihre Bedenken und Befürchtungen hatten sich bestätigt. Aber die Maske war das Gegengewicht und das trug sie. Auf der Bettkante sitzend wartete sie darauf, dass sich die Tür öffnet. Sie hatte Herzklopfen, aber auch eine besondere Ruhe. Sie haderte nicht mehr, dachte nicht, ließ sich in den Augenblick fallen.

Der Schlüssel im Schloss drehte sich, die Tür öffnete sich und Natalie stand da und strahlte sie an. "Ich glaube, ich habe ins Schwarze getroffen mit der Maske" sagte sie und fügte hinzu "Und - wie sieht der Vergleich mit dem Foto von Felicia für dich aus?". "Sie ist viel hübscher als ich, aber ich bin fasziniert und sehr zufrieden, Danke" erwiderte Alina. "Ich finde dich wirklich hübscher, aber ich bin sehr froh dass du zufrieden bist. Kann die Maske die Abstriche bei allem Anderen aufwiegen?" entgegnete Natalie. Alina wurde rot, wieder wusste ihre Herrin genau, was in ihr vorging und sie nickte.

Natalie bedeute ihr, zu folgen und sie gingen die Treppe hinab, verließen das Haus und Natalie öffnete das Garagentor. Unterwegs erklärte sie Alina, was es mit den drei Tagen auf sich hat. Sie wollte dass das erste Treffen der beiden mit Johanna auf neutralem Boden stattfindet und hatte in einem renommierten Hotel mehrere Zimmer reserviert. "Und warum musste das jetzt so überstürzt sein - zumindest habe ich es so wahrgenommen" fragte Alina. Natalie erklärte ihr, dass sie mit der Inhaberin befreundet ist und im Hotel gerade ein Umbau stattfindet. "Zur Zeit ist der Umbau noch nicht ganz abgeschlossen, die Bauunternehmen sind im Verzug, aber die Einweihung war schon länger geplant und organisiert. Das ließ sich jetzt kurzfristig nicht mehr ändern, sodass die Feier stattfindet. Für uns hat das mehrere positive Effekte: Zum einen werden im Club-Bereich mehrere Top-DJs auflegen, die wir genießen sollten, ich nenne jetzt nur Pretty Pink, Paul van Dyk und Moguai - das wird eine riesige Party.

Zum anderen bekommen wir bereits fertig gestellte Zimmer auf einem noch nicht fertigen Flur. Das bedeutet, wir sind unter uns, da kommt sonst niemand hin, außer dem Personal natürlich - und wir haben vollen Zimmer-Service." "Das Lineup überzeugt total, ich bin begeistert" stimmte Alina zu und fragte "und wie ist das konkret mit den Zimmern?" Natalie erklärte ihr, dass sie für Alina und sich ein Doppelzimmer gebucht hat, aber auch noch ein Einzelzimmer für Alina - immerhin hatten die beiden schon länger keine ganze Nacht mehr im selben Bett verbracht. Zudem sei ein Einzelzimmer für Johanna vorgesehen und als Spielzimmer eine kleine Suite, die eigentlich für Familien gedacht sei und über drei Betten verfügt. "Ein Kinderbett?" unkte Alina. "Im Normalfall ja, aber meine Freundin hat das für unseren Aufenthalt durch ein normales Bett ersetzt, die Suite ist groß genug." Natalie erklärte, dass das Spielzimmer ein gemeinsamer Raum ist. Jeder kann herein kommen, egal ob schon jemand dort ist. Was sich dadurch ergibt, ergibt sich halt.

"Überhaupt," ergänzte Natalie "an diesem Wochenende gibt es grundlegend nur eine Regel: Es gibt keine, außer ich entscheide spontan und aus der Situation heraus anders und dann gilt eben diese meine Regel. Ich möchte, dass wir so frei wie irgend möglich miteinander umgehen können, nur die Einzel- bzw. unser Doppelzimmer, falls Du bei mir schlafen möchtest, sind für die Anderen tabu. Für besondere Fälle des Gesprächsbedarfs gibt es noch einen kleinen Besprechungsraum, der normalerweise vom Hotel-Team genutzt werden wird, den wir aber aufgrund der Baustellen-Situation auch nutzen können. Alle Telefonnummern werden uns allen bekannt sein, sodass wir uns untereinander immer erreichen können, also auch in den privaten Tabu-Zonen."

Alina war erstaunt und fasziniert, wie weit ihre Herrin das alles durchdacht und geplant hat und fragte sich, woher eigentlich die gute Beziehung zu dieser Hoteleigentümerin stammte. Auch wenn sie eigentlich nur gedacht war, Natalie hatte die Frage gelesen und antwortete: "Ich habe hier mal eine Kochausbildung gemacht, allerdings eher einen Crash-Kurs und auch ohne Abschluss." Alina wunderte sich, Natalie war doch auf der Uni, hat einen Abschluss und ist sehr renommiert - wie passt das?"

"Jetzt hast Du mich erwischt, aber wie habe ich gerade gesagt 'Es gibt keine Regeln' und daran muss ich mich jetzt wohl auch selbst halten. Der Grund dafür, dass ich Dich heute eingeschlossen habe, als mein Besuch kam, hat damit zu tun. Die Frau, die heute kam, soll den Umbau im Haus koordinieren, der über das Wochenende laufen soll. Mir ist einfach wichtig, dass für den Fall dass Johanna wirklich zu uns kommt, ihr Einzug direkt nach dem Wochenende stattfinden kann. Deshalb habe ich auch heute die begehbaren Schränke geräumt, die werden am Montag nicht mehr da und durch kleinere normale Schränke ersetzt sein. Und das Ankleidezimmer wird dein Schlafzimmer sein, natürlich mit unseren Kleiderschränken, wobei ich auch in meinem Schlafzimmer noch etwas Platz geschaffen habe, sodass dort meine wichtigsten Dinge verfügbar sind, ohne dass ich dich wecken muss."

"Und wer ist diese Frau, der Du so viel Vertrauen entgegen bringst, dass du ihr das Haus überlässt und für drei Tage weg fährst?" fragte Alina jetzt sehr energisch und auch ein wenig aufgebracht, da diese Frau ja wohl auch sehr private Dinge von ihr und ihrer Herrin sehen dürfte.

"Berechtigte Frage und da im Moment keine Regeln gelten und ich auch keine Regeln aufstellen möchte: Es ist meine frühere Herrin."

"Du bist selbst auch Sub gewesen?" fragte Alina ungläubig. "Ja Liebes!" antwortete Natalie und hatte Tränen in den Augen "Was denkst du denn wieso ich Dich so gut lesen und als Herrin so gut mit dir umgehen kann?".

Auch Alina kamen die Tränen und Natalie steuerte einen Rastplatz an. Die beiden umarmten sich, erst ganz vorsichtig, schließlich stürmisch und küssten sich.

"Möchtest du weiterhin meine Sub und mein Eigentum sein?", fragte Natalie zaghaft und noch ganz überwältigt von ihrem eigentlich nicht geplanten Bekenntnis. "Aber natürlich - jetzt um so mehr. Unsere Verbindung ist gerade noch viel stärker geworden. Danke für Deine Beichte, ich spüre wie schwer dir das gefallen ist, aber: wie hast du gesagt, an diesem Wochenende gelten keine Regeln" sagte Alina und grinste vorwitzig.

"Und was ist jetzt mit dieser Hoteleigentümerin?" fügte Alina stirnrunzelnd an. "Diese Frau hat auch eine Beziehung zu BDSM, daher kannte sie auch meine Herrin und die hat mich zu ihr geschickt um Kochen zu lernen.

16. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 02.07.26 21:43

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 5)

Die Fahrt zog sich hin, Alina war mittlerweile auf dem Beifahrersitz eingeschlafen und schnarchte leise. Natalie grinste und war zufrieden mit dem Entschluss, für sie noch ein Einzelzimmer zusätzlich gebucht zu haben.

Im Kopf ging sie die nötigen Abläufe im Hotel nochmal durch. Kurz vor der Ankunft ihre Freundin anrufen, damit in der Tiefgarage ein Page bereit steht, der ihr die speziell für sie programmierte Schlüsselkarte gibt und das Gepäck, sowie Alina nach oben bringt. Dann mit der Hotelchefin das Zugangsverfahren im Detail besprechen, erste Abstimmungen waren bereits telefonisch erfolgt.

Natalie hatte Alina ja bereits erklärt, was erlaubt ist und was nicht, wollte das aber auch über die Zugangsberechtigungen der Schlüsselkarten für sie und Johanna sicherstellen. Ein Problem war noch der Zugang zu diesem gesperrten Flur, in dem sich ihre Räume befanden. Sie war gespannt, was sich die Chefin dazu ausgedacht hatte.

Noch gespannter allerdings war sie auf die Lösung des generellen Steuerungs-Problems. Natalie hatte sich das Ziel gesetzt, dass die Schlüsselkarten für Alina und Johanna nur Zugang zu von ihr vorab festgelegten Bereichen innerhalb des Hotel-Komplexes ermöglichten und auf keinen Fall das Verlassen des Hotels - außer in einem Evakuierungsfall.

Am letzten Rastplatz vor dem Ziel nahm Natalie die Ausfahrt und stoppte den BMW auf dem Parkplatz. Alina wurde wach und fragte "sind wir schon da?". "Noch nicht ganz, aber Du kannst nochmal schnell aufs WC" entgegnete Natalie. Die beiden stiegen aus und gingen hinein. Als ihre Sub in der WC-Anlage verschwunden war, nahm Natalie ihr Handy und meldete sich kurz bei der Hotelchefin.

An der nächsten Abfahrt verließen sie die Autobahn und hatten etwa 15 Minuten später den Hotel-Komplex erreicht. Natalie steuerte in die Tiefgarage und dort den vorgegebenen Parkplatz an. Der Page stand bereit.
Während Alina den Kofferraum öffnete, reichte der Page Natalie diskret die Schlüsselkarte, nickte und ging zum Kofferraum. Nach dem Ausladen des Gepäcks erklärte er Natalie den Weg zu Direktion. "Wir sehen uns später" sagte Natalie zu Alina und bedeutete ihr, dem Pagen zu folgen. Sie schaute den beiden nach, bis sie im Aufzug verschwunden waren und machte sich dann selbst auf den Weg.

17. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 03.07.26 00:28

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 6)

Die Schlüsselkarte war genial, Natalie fand alle Etagen im Aufzug freigeschaltet, alle Türen öffneten sich und binnen weniger Minuten stand sie im Büro der Hotelchefin. Die beiden umarmten sich herzlich, die Assistentin brachte zwei Mineralwasser und sie begannen mit den Details.

Die Chefin erläuterte Natalie, dass das Problem mit den gesperrten Baustellenbereichen nach Rücksprache mit dem Justitiar in Sachen Verkehrssicherungspflicht folgendermaßen gelöst wurde: Der Teil des langen Flurs mit den Zimmern, die noch unfertig waren und auch keine Türen enthielten, war durch eine eigentlich als Brandschutztür gedachte Tür abgetrennt worden. Diese war verschlossen worden. Der kleine Teil mit den schon fertigen Zimmern hatte für den Brandfall eine Verbindung zum Notfall-Treppenhaus. Die wird aber nur im Alarmfall zentral freigeschaltet.

Außerplanmäßig war ein Lounge-Bereich, der für alle Zimmer auf dem Flur gedacht und ebenfalls noch im Umbau war, vorzeitig fertig gestellt worden. Das war nötig da der sich im Bereich der Zimmer befand, die die drei nutzen wollten. Eine Baustelle an der Stelle hätte der Verkehrssicherungspflicht nicht genügt.
Schmunzelnd erklärte die Hotelchefin, dass dieser größere Raum damit auch noch für die drei nutzbar wäre, falls sie unter sich sein wollten beim Essen oder Feiern. Tanzen konnte man dort auch, da er noch nicht komplett möbliert war, und eine Sound-Anlage war ebenso da wie ein großer Flachbild-Fernseher.
Zudem erläuterte sie, dass bei den bevorstehenden Club-Veranstaltungen dort ebenfalls die Sound- und Video-Streams abrufbar waren. Wenn es ihnen also auf dem Dance-Floor zu eng wurde, konnte es in der Lounge weitergehen mit mehr Platz und bestem Sound und Bild.

Natalie war beeindruckt und begeistert. "Wir würden uns sehr freuen, wenn du mit uns dort auch mal ein wenig feiern würdest. Etwas Ablenkung kannst du bei dem ganzen Stress sicher gut gebrauchen." sagte Natalie. Die Hotelchefin freute sich und brachte das Set von Moguai dafür ins Gespräch, da der Dancefloor egal, wo man sei immer völlig überfüllt ist, wenn der Mega-Star auflegt. "Du bist herzlich willkommen, dann feiern wir dazu unsere eigene kleine Privat-Party" freute sich Natalie.

Auch zum generellen Steuerungs-Problem hatte die Hoteldirektorin ein Lösung parat. Der spezielle Techniker, der das System bestens kennt und alle Möglichkeiten nutzen kann, hatte für das Wochenende die Schlüsselkarten von Alina und Johanna bereits vorbereitet und war auf Zuruf bereit, Berechtigungen zu erteilen oder zu entziehen. Und das sowohl für einen Zeitraum, als auch punktuell. "Du kannst mit Deiner Karte alles machen", erklärte die Direktorin, "Alina und Johanna können aber den Bereich, in dem Ihr wohnt nur dann verlassen, wenn Du das autorisiert hast. Bei der punktuellen Autorisierung können sie zum Beispiel einmal mit dem Aufzug aus dem Bereich heraus und auch wieder zurück, aber kein zweites Mal heraus. Bei der zeitgesteuerten Variante kannst Du einen Zeitraum festlegen in dem sie heraus und wieder zurück können. Ist der Zeitraum verstrichen kommen sie nicht mehr heraus, nur noch zurück. Für die Veranstaltungen kannst du individuell festlegen, welche freigegeben sind und welche nicht. Wende dich einfach an meinen Techniker, du bekommst ein internes Telefon, seine Rufnummer ist eingespeichert." erläuterte die Direktorin die Details. "Fantastisch" freute sich Natalie, "wie hat eigentlich dein Techniker auf diesen besonderen Auftrag reagiert?". Die Direktorin grinste und meinte trocken "no comment".
Sie überreichte Natalie die Schlüsselkarten für Alina und Johanna und nahm sie in den Arm. "Moguai läuft heute?" fragte Natalie noch. Die Direktorin nickte. "Dann bis später" verabschiedete sich Natalie.

18. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von carpegenk am 03.07.26 05:31

Hallo Jo_the_O,
ein faszinierendes Wiederauftauchen nun wohl in einem etwas längeren Format mehrere Kapitel.
Meine Hochachtung
Carpegenk
19. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 03.07.26 18:48

Danke Carpegenk,
ich hatte schon früher mal den Gedanken, ein längeres Format mit Alina und Natalie zu machen, aber da ich noch nie längere Formate geschrieben habe, bin ich zurückgeschreckt. Nun bin ich schließlich doch ins kalte Wasser gesprungen und noch schwimme ich.
Nochmals Danke für deine Wertschätzung!
Jo_the_O
20. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 03.07.26 20:12

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 7)

Nachdem der Hotel-Page Alina in das Doppelzimmer von Natalie geführt und das Gepäck abgestellt hatte, erkundete sie die Räumlichkeiten. Es roch sehr neu und war ebenso geschmackvoll wie edel ausgestattet. Sie fühlte sich gleich wohl und war neugierig auf mehr. Da sie noch keine Schlüsselkarte hatte, öffnete sie die Tür zum Flur, stellte den Stuhl vom Schreibtisch dagegen, sodass sie nicht zufallen konnte und trat heraus in den Gang.

Von der Baustelle war eigentlich nichts zu sehen, aber der Gang schien einfach zu kurz. Alina zählte die Türen, die bis auf ihre allesamt geschlossen waren. Sie kam auf sechs, also eine mehr, als Natalie beschrieben hatte. Außerdem war da noch der Fahrstuhl, der wie auch die Türen nur mit Schlüsselkarte zu bedienen war und dahinter eine Glastür die zum Notfall-Treppenhaus führte. Der Aufkleber besagte, dass diese Tür sich im Evakuierungsfall automatisch öffnet und dies auch bei einem Stromausfall. Alina fragte sich, wie das wohl funktioniert und dachte an einen lokalen Akku an der Tür. Tatsächlich befand sich ein schwarzer Kasten unten neben der Tür an der Wand. Sie wandte sich dem anderen Ende des Ganges zu. Dort war eine Tür, wie sie sie als Feuerschutztür schon mal gesehen hatte. Die Tür war verschlossen. Da bin ich ja hübsch eingesperrt dachte Alina und ihr wurde warm ums Herz.

Das Geräusch der sich öffnenden Fahrstuhltür riss sie aus den Gedanken. Natalie trat heraus, sah Alina und lachte. "Erkundest Du schonmal dein temporäres Gefängnis?" fragte sie. Alina wurde rot, und nickte.

Gemeinsam gingen sie zurück in ihr Zimmer, schlossen die Tür und Natalie begann ihr Gepäck in die Schränke einzuräumen. Als Alina ihre Tasche öffnete, hob Natalie den Finger. "Du wirst in deinem eigenen Zimmer schlafen, lass nur die Dinge hier, die brauchst wenn du bei mir bist." sagte Natalie. Alina schaute enttäuscht, aber Natalie berichtete ihr direkt von ihrem Schnarchen auf der Hinfahrt. "Vorhin fand ich das süß - aber, wenn ich schlafen will würde es mich stören." sagte Natalie und gab Alina ihre Schlüsselkarte. Alina nahm ihre Tasche, wechselte in ihr eigenes Zimmer und packte ihre Sachen aus.

Während sie einräumte, fragte sie sich, wie denn wohl Johanna in den öffentlichen Bereichen angesprochen werden sollte. Da sie in ihrem männlichen Dasein eine öffentliche Person war, würde sie wohl hier in den öffentlichen Bereichen des Hotels zumindest auch ganz normal angezogen sein. Da wäre die Ansprache mit "Johanna" ziemlich irritierend, vielleicht auch kompromittierend. Alina schloss den Schrank, verließ ihr Zimmer und stand einen Moment später mit ihrer Schlüsselkarte vor Natalies Tür. Sie fragte sich, ob die wohl funktioniert obwohl ihre Herrin sie ausquartiert hatte. Sie steckte die Karte in den Schlitz, die Tür öffnete sich und Alina berichtete Natalie von ihren Gedanken.

"Herzchen, du bist goldig - ich hab' das in der Hektik völlig verpennt" sagte sie, gab Alina einen Kuss und zückte das Haustelefon. "Hallo Laura", begrüßte sie die Hoteldirektorin und erklärte ihr das Problem. "Wir haben noch fast eine Stunde Zeit bis Johanna kommt, ich werde veranlassen, dass mein Personal durchgehend korrekt instruiert ist. Außerhalb Eures Privatbereiches ist sie "Gerrit" in der männlichen Verwendung. Da es ja auch den weiblichen Vornamen "Gerrit" gibt könntet Ihr es Euch einfach machen und den Namen durchgehend verwenden. Sag' mir Bescheid. Bis später, ich muss mich ranhalten." erwiderte Laura. Natalie schnaufte durch und sah Alina dankbar an.
"Gerade nochmal gut gegangen" sagte sie und ließ sich aufs Bett fallen.

21. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 03.07.26 23:20

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel acht - die Ziffer acht mag das System nicht)

Alina hatte geduscht, sich für den Abend angezogen und stand vor dem großen Spiegel an ihrem Kleiderschrank. Das Outfit, das ihre Herrin ausgewählt hatte, war noch etwas knapper geschnitten. Das Kleid war aus Seide, mit deutlich dezenterer Spitze und hoch geschlossen. Sie hatte eben im Bad noch die Augenbrauen nachgezogen, etwas Kajal aufgelegt und die Lippen dezent in pastellfarbenem Lila geschminkt. Die schwarze Spitzenmaske durfte sie auch am Abend tragen und das war ihr sehr recht.

Natalie hatte Alina vorhin noch über das Ergebnis des Telefonats mit der Hotel-Chefin informiert. Alina war nicht überzeugt, dass die Verwendung von "Gerrit" auch in ihrem privaten Bereich eine gute Idee ist. "Johanna möchte doch gerade aus ihren bisherigen Zusammenhängen ausbrechen, da könnte die Verwendung des Alltagsnamens hier hinderlich sein, auch wenn "Gerrit" ebenso als weiblicher Vornamen verwendet wird" hatte sie zu Bedenken gegeben. Natalie schien unschlüssig und vertagte die Entscheidung.

In 15 Minuten sollte Gerrit kommen. Alina nahm ihre Schlüsselkarte und wechselte in Natalies Zimmer. "Gut, dass du kommst, wir müssen raus hier. Ich hab' für die Ankunft von Gerrit etwas besonderes vorbereitet. Folge mir." befahl Natalie. Die Beiden eilten zum Fahrstuhl, Natalie schob die Schlüsselkarte ein, die Tür öffnete sich und sie stiegen ein.

Auf der Ebene "Verwaltung - Technik" stiegen sie aus. "Was hast du denn für eine Schlüsselkarte?" wunderte sich Alina. "Ja, die kann fast Alles" grinste Natalie und die beiden eilten durch den Flur bis zu einer Tür, über der "Security-Bereich" stand. Wieder nutzte Natalie ihre Schlüsselkarte, die Tür öffnete sich und schnellen Schrittes erreichten sie schließlich eine Tür mit der Raumnummer 007 und der Beschriftung "Überwachung". "Laura verteilt die Raumnummern manchmal sehr kreativ!" schmunzelte Natalie und mit ihrer Schlüsselkarte hatten sie auch hier Zutritt. Die Hoteldirektorin kam direkt auf die Beiden zu, begrüßte sie und meinte "Ihr seid aber echt spät". Laura führte Alina und Natalie zu einer Wand mit Bildschirmen, auf denen die Live-Bilder der Überwachungskameras zu sehen waren. Alina staunte.

"Gerrit hat von uns telefonisch einen Parkplatz zugewiesen bekommen und auf den richten wir jetzt mal unser Augenmerk, der Page steht schon bereit." erklärte Laura. Noch war außer ihm und seinem Gepäckwagen nichts zu sehen. Gelegenheit für die Direktorin ihnen einen Sekt anzubieten. "Schön dass Ihr hier seid und ich freue mich schon sehr auf unsere Moguai-Privat-Party bei Euch oben." sagte Laura und verteilte die Gläser während ihr Mitarbeiter die Bildschirme im Auge behielt.

"Kommt Moguai wirklich zu uns hoch?" fragte Alina verdutzt. "Nein, natürlich nicht, das wäre unbezahlbar. Aber Ihr habt oben noch eine Lounge mit Tanzfläche, großem Bildschirm und einer Mega-Soundanlage. Moguais Auftritt wird in alle Lounges im Haus live übertragen, aber tanzen kann man nur bei Euch, da der Raum noch nicht voll möbliert ist" erklärte die Chefin. "Aber ich hätte ihn doch so gern mal richtig aus der Nähe gesehen" warf Alina ein.

Der Techniker meldete sich und teilte mit, ein Fahrzeug nähere sich dem beobachteten Parkplatz. Alle drei verstummten und starrten auf den Bildschirm.
Ein Audi parkte ein und die Tür öffnete sich. Der Techniker zoomte heran. Jemand stieg aus, ganz in schwarz gekleidet, eine weite damenhafte Hose, die die Beine umschmeichelte und ein XXL-T-Shirt. Die Kamera wurde gewechselt und nun war die Person von vorn zu sehen. Eindeutig ein Mann mit hoher Stirn, aber weichen Gesichtszügen und einem Bauch, den auch das weite T-Shirt nicht ganz verbergen konnte. "Gibt es den Schador eigentlich auch in Umstandsgröße?" fragte Alina und musste lachen. Auch Natalie und Laura mussten lachen, der Techniker blieb cool und zoomte wieder. Jetzt wurde ein Zopf sichtbar, der in Korkenzieher-Form über die linke Schulter fiel. "Der ist nicht frisiert" dachte Alina und Natalie nickte.

Der Page hatte inzwischen das Gepäck auf den Wagen geladen und ging voran. Wieder ein Wechsel der Kamera und es wurde deutlich, dass die Schritte dieser Person kurz, aber auch nicht zu kurz und vor allem sehr feminin waren. Selbst in diesen Überwachungsaufnahmen mit wenig Licht war die weibliche Aura zu erkennen. Aber Alles in Allem war der Eindruck schlüssig. Die beiden verschwanden im Fahrstuhl.

Der Techniker hatte sich kurz mit den Überwachungskameras in den Aufzügen verheddert und so kam das nächste Bild bereits aus ihrem Privatbereich. Auf den letzten Metern bis zum Zimmer zog Alina ein Fazit. Gerrit war eindeutig ein Mann mit sehr weiblichen Zügen, den Zopf fand sie sehr süß, wie er über die linke Schulter bis fast zur Brust hing und die Bewegungen waren selbstbewusst feminin, aber nicht übertrieben. Sie mochte ihn - oder sie.

22. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 04.07.26 01:59

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 9)

"Wo soll denn nun Euer erstes gemeinsames Zusammentreffen stattfinden, eher in Eurer Lounge oder im öffentlichen Bereich" fragte die Hoteldirektorin. Natalie überlegte kurz und meinte "Entspannt im öffentlichen Bereich wäre wohl gut - das ist noch ein wenig neutraler und der Druck für Gerrit ist vielleicht geringer, als in unserem dankenswerterweise ziemlich abgeschotteten Bereich - Respekt übrigens, Laura, das hast du toll organisiert." "Kein Problem - wir mussten nur bei den Bauarbeiten ein paar Prioritäten neu justieren, unterm Strich hat es wohl nichts extra gekostet und Ihr habt eine ideale 'Spielwiese' für Euer wichtiges Wochenende." entgegnete Laura.

Laura und Natalie einigten sich auf einen etwas abgelegenen Wintergartenbereich, der im Moment weniger frequentiert ist, sodass sie dort ein ruhiges Eckchen mit Abstand zu anderen Gästen finden konnten. Laura bot zudem an, die Tische im direkten Umfeld als reserviert zu kennzeichnen, damit der Abstand gewahrt bleibt.
"Und übrigens" fügte Laura lächelnd an Alina gerichtet hinzu "wir gehen heute Abend zuerst in den Club zu Moguais Live-Act und zwar in den Lounge-Bereich. Der liegt direkt neben der Bühne und Du kannst ihn live erleben aus nächster Nähe. Wenn Du aber tanzen willst, musst du runter auf den Dancefloor oder warten bis wir später in Eurer privaten Lounge mit Live-Stream sind." Alina strahlte und bedankte sich.

"So und nun macht Euch auf den Weg, ich informiere Gerrit, wo das Treffen stattfindet." beendete Laura das Gespräch und verabschiedete sich - für den Moment. Alina setzte wieder ihre schwarze Spitzenmaske auf und sie verließ mit Natalie den Überwachungsbereich.

Nach der Anleitung von Laura fanden Natalie und Alina den Wintergartenbereich zügig. Sie wurden bereits erwartet und bekamen ihre Plätze zugewiesen.

Gerrit hatte gerade von der Hoteldirektorin die Info erhalten, wo das erste Treffen mit Alina und Natalie stattfinden sollte. Das ging wirklich schnell, das Gepäck war just in den Schränken verstaut und schon musste er los. Ohne sich frisch machen oder umziehen zu können. Und er fragte sich, wieso die Direktorin sich selbst darum kümmerte. Da musste doch eine enge Verbindung zwischen Natalie und der Direktorin bestehen. Sein Herz klopfte und er fühlte sich ziemlich ausgeliefert. Hier lief definitiv mehr als er erwartet hatte, vor allem hinter den Kulissen. Schon in der Tiefgarage hatte er den Eindruck, beobachtet zu werden. Er war verunsichert, aber fliehen war keine Option, zumal das Gefühl des Ausgeliefertseins zutiefst prickelnd war. Würde sich an diesem Wochenende sein Schicksal entscheiden? Er wusste es nicht, aber es blieb ihm nichts anderes übrig, als sich auf alles einzulassen - er hatte so lange auf eine solche Chance gewartet.
Gerrit schaute nochmal in den Spiegel, nahm seine Schlüsselkarte und verließ sein Zimmer.

23. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 04.07.26 19:20

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 10)

Eine Hotelmitarbeiterin öffnete die Tür zum Wintergartenbereich und Gerrit trat ein. Währenddessen war Alina damit beschäftigt, ein Feature ihrer Maske auszuprobieren, auf das Natalie sie gerade hingewiesen hatte. Über dem Mund befand sich fast unsichtbar, aber ertastbar, inmitten der Spitze eine kleine Öffnung, durch die ein Strohhalm in den Mund eingeführt werden konnte. Völlig versunken trank Alina ihren O-Saft und wunderte sich, wie sehr die Verschleierung sie geprägt hatte, dass schon die Möglichkeit, zu trinken wann man möchte, Entzücken auslöst.

Die Hotelmitarbeiterin war mit Gerrit inzwischen am Tisch angekommen, stellte sie gegenseitig vor, verbeugte sich, drehte sich um und ging.

Gerrit strahlte Alina an "bist du auch über das Foto von der schwedischen Sängerin gestolpert?" fragte er sie. Alina nickte. "Ich weiß gar nicht, wie oft ich das Bild schon angeschaut habe, es prickelt jedes Mal. Mein allererster Gedanke war: sowas will ich auch haben" ergänzte Gerrit. Natalie zuckte kurz mit den Augenbrauen und forderte Gerrit auf, Platz zu nehmen wo immer er wolle. Da es nur zwei Möglichkeiten gab, wählte er die, bei der er näher zu Alina saß, er hatte Respekt vor Natalie, vielleicht sogar ein wenig Angst.

Natalie forderte ihn auf, ihnen etwas von sich zu erzählen. Während er von seiner Arbeit erzählte und Alina aufmerksam zuhörte, schweiften Natalies Gedanken ab, sie hatten sich bereits mehr als einmal getroffen und sie wusste Vieles. Ihr machte vielmehr das Timing Sorge, sie hatte den Zeitbedarf für die Veranstaltungen, die sie besuchen wollten, unterschätzt. Aber sie wollte weder bei den Events kürzen, zumal Alina offenbar heiß darauf war, noch an ihren Kennenlern-Aktionen, vor allem nicht an den intimeren.

Als Gerrit eine Pause einlegte, erklärte Natalie den Beiden ihre Gedanken. "Gerrit, nicht bös' sein, wir haben ja schon viel geredet, insofern ist meine Anwesenheit hier nicht zwingend nötig. Ich muss die Abläufe etwas straffen, damit wir mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge haben und werde mich dazu mit Laura kurzschließen.
Du, Alina übernimmst jetzt die Gesprächsführung und achte darauf, dass ihr bei allgemeinen Themen aus dem bisherigen Leben bleibt. Tiefgründige Dinge, die für das zukünftige Leben wichtig sein könnten, werden später in unserem Privatbereich besprochen. Ihr habt noch eine Stunde zum Reden, dann kommt ihr bitte zurück, findest Du den Weg zum richtigen Aufzug, Alina?" fragte Natalie. Alina nickte. "Na dann bis später" verabschiedete sich Natalie.

Gerrit war etwas perplex und sein Faden war gerissen. Alina tat, wie ihr geheißen und führte Gerrit geschickt zu den Punkten, die sie wissen wollte und achtete darauf, dass er nicht weitschweifig wurde. Sie spürte dass sie wuchs, Gerrit ließ sich von ihr führen, schaute zwischendurch immer mal wieder fragend, ob er noch mehr sagen dürfe und reagierte sofort, wenn sie kurz den Kopf schüttelte und die nächste Frage stellte. So ging das Schlag auf Schlag bis Alina nach nicht mal 45 Minuten die Fragen ausgingen. Sie blieb noch eine Weile sitzen, schaute Gerit in die Augen, bis sie wirklich sicher war, dass sie keine Fragen mehr hatte.

"Steh bitte auf!" sagte sie mit sanfter Stimme, stellte sich neben ihn und ergriff seine Hand. "Mach bitte die Augen zu!" befahl sie und führte ihn zum Ausgang.

24. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 04.07.26 21:15

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 11)

Die Hoteldirektorin hatte noch eine Besprechung, sodass Natalie erstmal das Büffet in ihrem Lounge-Bereich organisiert hatte, das vor dem Moguai-Event geplant war.

Nun saß sie bei Laura und sie schauten, wie sich die Abläufe straffen lassen könnten. Das Telefon klingelte, Laura meldete sich, hörte kurz zu und legte auf. "Dreh dich mal um" sagte sie und betätigte einen Knopf auf ihrem Schreibtisch. An der Wand war ein großer Flachbildschirm und es erschien ein Video einer Überwachungskamera.
Nach einem kurzen Zoom waren Gerrit und Alina Hand in Hand zu sehen, Gerrit mit geschlossen Augen, geführt von Alina.

"Ist es nicht süß" entfuhr es Natalie. "Vorhin habe ich gespürt, dass er ein wenig Angst vor mir hat. Deshalb hat er sich näher zu ihr gesetzt. Und jetzt, damit hat er wohl nicht gerechnet, schnappt sie ihn sich. Und er gehorcht." führte sie fort. Die beiden starrten gebannt auf den Bildschirm und verfolgten die Szene. Gerrit bewegte sich erstaunlich sicher und entspannt und die Augen blieben fest geschlossen. "Wie macht Alina das?" staunte Laura. "Schau mal genau auf die Hände der Beiden, die Finger sind verschränkt. So kann sie durch kleine Bewegungen gezielt Richtungs- und auch Tempoimpulse geben und Gerrit versteht sie offenbar sehr gut." entgegnete Natalie. "Und er hat Vertrauen" meinte Laura bewundernd.

Sie verfolgten die beiden bis zum Aufzug - jetzt klappte die Überwachung im Aufzug auch - und in ihren privaten Bereich hinein bis zu seinem Zimmer. Die Überwachung lieferte natürlich keinen Ton, das war nicht erlaubt, aber nach dem, was zu sehen war, hatte Alina offenbar gefragt, wo seine Schlüsselkarte ist. Ohne seine Hand loszulassen kramte sie mit der anderen in seiner Gesäßtasche und zog kurz darauf die Schlüsselkarte hervor und öffnete die Tür. Die Beiden traten ein und die Tür schloss sich.

Natalie und Laura sahen sich schmunzelnd an. Wie geht's weiter? Natalie war sich sicher, dass Alina die Situation mit sehr viel Feingefühl steuern würde. "Ich denke sie setzt ihn aufs Bett, befiehlt ihm, noch 5 Minuten mit geschlossenen Augen sitzen zu bleiben, in sich hinein zu horchen und dann zu duschen - dafür war vorhin nämlich keine Zeit" orakelte Natalie. Kaum hatte sie das gesagt, öffnete sich die Tür, Alina schlich leise heraus und schloss vorsichtig die Tür. Dann begab sie sich in ihr eigenes Zimmer.
Laura und Natalie sahen sich eine Weile an und strahlten.

"Tolle Show" meinte Laura und wurde ernst. Sie habe in den letzten Jahren ein wenig den Gefühlsbezug zum BDSM verloren und das obwohl hier im Hotel immer wieder Veranstaltungen stattfinden und sie die Community auch unterstützt. Seitdem Natalie, Alina und jetzt auch Gerrit da seien, sei sie aber wieder mitten drin. Und sie genieße es sehr.

"Was die Zeitprobleme angeht, ich habe das schon vor meinem Meeting eben geahnt, angesichts der unvorhersehbaren Dynamik bei Euch und daher mit meinem Bauleiter telefoniert. Also, von Montag bis Mittwoch stehen in dem für Euch nicht zugänglichen aber hörbaren Bereich Malerarbeiten im Flur und die Verlegung der Teppichböden in den Zimmern an. Dann folgen Elektro- und Elektronik-Installationen. Die Kabel liegen alle schon, die Verankerungen sind ebenfalls gesetzt, es wird also nicht gebohrt oder gehämmert. Das bedeutet, wenn Ihr von Eurer Terminsituation her dazu in der Lage seid, könnt Ihr noch die gesamte nächste Woche und das darauf folgende Wochenende hier bleiben" bot Laura an und lächelte. Natalie fiel ihr um den Hals. "Wow ist das toll, vielen Dank" freute sie sich. "Hängt Euch sofort ans Telefon, müsste noch früh genug sein, um die Dinge zu regeln. Wir sehen uns später und ich bin gespannt, ob es klappt. Ich hole Euch in der Lounge ab, etwa 21:30." verabschiedete sich Laura und ihr Telefon klingelte. Sie winkten sich zu und Natalie verließ ihr Büro.

25. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 05.07.26 00:11

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 12)

Natalie war auf dem schnellsten Weg zurück in ihren abgeschotteten Bereich geeilt und betrat ihr Zimmer. Sie holte das Notebook hervor und klappte es auf. Die Terminliste für die nächste Woche verzeichnete nur einen, ein Seminar, das sie halten sollte und zwar von Dienstag bis Freitag. Allerdings gab es einen Kollegen, der in dem Thema ebenfalls ziemlich fit war, jedoch kannte sie seinen Terminplan nicht. Sie hätte sich per VPN einwählen können, da aber die Zeit drängte, nahm sie ihr Handy und rief direkt die Teamassistentin an. Sie erfuhr, dass der Kollege nicht eingetragen war für die nächste Woche. Aber das musste noch nichts heißen. Sie rief ihn auf dem Handy an und bekam die Info, dass er noch Abstimmungsbedarf hatte und sich in Kürze melden würde. Natalie rief Gerrit mit dem internen Telefon an und er berichtete, dass er sich die nächste Woche komplett frei gehalten hatte - für alle Fälle. Natalie dankte für seine Weitsicht, da klingelte bereits ihr Handy und sie musste Gerrit abwürgen. Ihr Kollege war dran und erklärte, er könne das Seminar übernehmen. Natalie war erleichtert und informierte die Teamassistentin über den Wechsel.

Natalie schnaufte durch. "Ist das ein heißer Ritt hier" dachte sie und realisierte langsam, dass sie jetzt alles viel entspannter angehen konnten. "Nun werden wir auch stressfrei die Veranstaltungen genießen können" konstatierte sie erleichtert.

Die Tür öffnete sich und Alina kam herein. "Was ist denn hier für ein Stress?" fragte sie. "Wieso?" entgegnete Natalie erstaunt. Alina erwiderte: "Ich wollte gerade mal schauen, ob meine Schlüsselkarte nun auch für Gerrits Zimmer frei geschaltet ist - du hast uns doch mit Laura zusammen beobachtet bei unserer Rückkehr aus dem Wintergartenbereich, oder?" "Ja, das haben wir und es war sehr spannend. Hast Du gut gemacht, Liebes! Aber das mit dem Stress habe ich immer noch nicht verstanden" antwortete Natalie. "Da waren Leute im Flur und viel Geklapper, das ich mir nicht erklären konnte" sagte Alina. Natalie erklärte, dass es sich wohl um das Hotelpersonal gehandelt habe, das das Büffet in der Lounge aufbaut, damit sie alle gestärkt zu Moguai gehen können.

"Und übrigens, ich werde Deine Schlüsselkarte für Gerrits Zimmer im Moment nicht freischalten. Meine funktioniert bei Deinem Zimmer auch nicht. Nur Deine funktioniert zusätzlich zu Deinem auch bei meinem Zimmer, da ich Dir dieses Privileg nicht nehmen wollte, obwohl ich Dich wegen des Schnarchens ausquartiert habe. Wenn Du mit Gerrit reden möchtest, dann ruf ihn an und beordere ihn in das Spielzimmer, er gehorcht Dir ja offenbar. Da passen Eure beiden Karten." erläuterte Natalie etwas streng. Alina senkte den Blick und sagte "Miau". "Alles gut, Kätzlein, wir treffen uns in zehn Minuten in der Lounge" entgegnete Natalie und schickte sie mit einem Augenzwinkern und einer Geste raus.

Natalie registrierte mit Herzklopfen, dass ihre Kleine gerade eine Weiterentwicklung begonnen hatte und fragte sich, wo diese Dynamik wohl hinführt.

Immerhin hatten sie jetzt genug Zeit die Dinge entspannt laufen zu lassen.


26. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von 01Fredy01 am 05.07.26 01:13

schöne Geschichte

bin gespannt auf die nächsten Teile
27. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 05.07.26 04:10

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 13)

Alina klopfte an Gerrits Tür, er öffnete und sie erklärte ihm, dass es etwas zu essen gibt. Er folgte ihr zur Lounge und die Beiden traten ein. Sie waren die ersten, das Büffet war aufgebaut und sah verlockend aus. "Erst ein O-Saft?" fragte Alina, da sie wusste, dass sie zum Essen die Maske abnehmen musste und sich noch genierte. Er nickte und mit zwei Gläsern O-Saft setzten sich die beiden in zwei Sessel, die über Eck zueinander standen. "War das schlimm für Dich vorhin?" fragte Alina. "Es war vor allem überraschend, aber nicht schlimm. Du warst so sanft aber auch so klar und deutlich mit Deiner Hand, das ich mich gut und sicher geführt fühlte. Wieso hast Du das gemacht, Du bist doch selbst Sub?" fragte er. Sie antwortete "Gerrit, ich weiß es auch nicht so genau, aber nachdem meine Herrin weg war, habe ich versucht, ihren Auftrag auszuführen, das Gespräch zu leiten. Und ich habe gespürt, wie verunsichert Du warst und habe mich sehr darauf konzentriert, alles zu erfragen, was ich wissen wollte. Natalie hatte mir ja keine klaren Anweisungen gegeben. Und ich habe gespürt, wie Du folgst, Dich auf mich einlässt - ich war gerührt und stolz zugleich. Und als mir keine Fragen mehr einfielen und ich Dir minutenlang in die Augen geschaut hatte, war mir klar: ich muss Dich testen - aber auch mich selbst. Und es war umwerfend. Ich habe nur mit meiner Herrin etwas so bewegendes erlebt, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Und dass Du einfach nur da standest ohne einen Versuch zu machen, Deine Schlüsselkarte selbst herauszuholen und mich in Deiner Gesäßtasche kramen ließest, war das Sahnehäubchen. Ich habe das sehr genossen." Gerrit senkte den Blick und schnaufte tief durch. "Ich war auch sehr bewegt, aber was bedeutet das nun im Bezug auf Dich und Deine Herrin?" fragte er. "Sie hat mich gelobt und das hat mich ermutigt. Mein Gedanke, dass ich jetzt mit meiner Schlüsselkarte vielleicht auch Zugang zu Deinem Zimmer bekomme, hat sich als Irrtum heraus gestellt. Sie meinte, ich solle Dich anrufen und mich mit Dir im Spielzimmer treffen. Aber ich glaube, dass sie schon gemerkt hat, dass hier etwas passiert. Unumstößlich ist, dass ich ihr gehöre, aber wenn sie es zulässt, kann es sein, dass ich mich um Dich kümmern darf." sagte Alina. "Kann es Dinge geben, die unter uns bleiben?" fragte Gerrit. "Ja, aber nur wenn Natalie nicht konkret fragt - ich werde sie nicht anlügen. Zudem: meine oberste Maxime ist, die Gesamtkonstellation nicht zu gefährden. Alles, was dazu führen könnte, würde ich direkt an sie weiterleiten." erwiderte Alina.
Gerrit war überwältigt, räusperte sich und fragte mit belegter Stimme ob Alina autorisiert sei, seine Unterwerfung entgegenzunehmen. Alina wagte sich vor und sagte: "Genau weiß ich es nicht, aber es ist sehr wahrscheinlich. Tu es, knie Dich hin und lege Deine Hände auf meine Knie mit den Handflächen nach oben." Gerrit tat, wie ihm geheißen und sagte "Ich unterwerfe mich mit Körper, Geist und Seele - für immer!" Alina legte ihre Hände in die von Gerrit und sagte "Nun gehörst Du uns!".

Die Tür ging auf und Natalie kam herein. "Was ist denn hier los?" fragte sie angesichts von Gerrit, die vor Alina kniete, immer noch die Hände auf ihren Knien und Alina, deren Händen immer noch auf den Händen von Gerrit lagen.
"Sie hat sich uns gerade unterworfen" berichtete Alina mit feuchten Augen.

Natalie wandte sich an Gerrit "Alina hat gerade eindeutig ihre Limits überschritten und das hätte ihr klar sein müssen. Aber Du kannst nichts dafür und ich gewähre Dir Vertrauensschutz. Das bedeutet: ich akzeptiere den Vertrag, den sie gerade ohne mein Wissen, aber in meinem Namen geschlossen hat, mit dem Vorbehalt, dass sie in den nächsten Tagen unter Beweis stellen muss, dass Du wirklich zu uns passt. Sollte es ihr nicht gelingen, ist der Vertrag leider nichtig, aber ich werde mich trotzdem um eine geordnete Rückzugsmöglichkeit für Dich und eine Entschädigung für das psychische Leid kümmern, das Du erleiden musstest."

An Alina gewandt sagte Natalie "Ich habe gerade sehr streng geurteilt und das ist richtig, weil es hier um ein Menschenleben geht, körperlich, geistig und psychisch - du erinnerst Dich. Und so eine Vereinbarung kann man nicht im Namen der Herrin an der Herrin vorbei treffen. Das was Du mit Gerrit heute Nachmittag gemacht hast, war sehr schön aber noch unverbindlich. Das was Du eben gemacht hast, war verbindlich, und zwar in meinem Namen. Ich verstehe Deine Beweggründe und bin sogar gerührt, aber es war nicht korrekt. Du kannst es wieder gut machen, in dem Du Deiner neuen Rolle als Herrin über Gerrit verantwortungsvoll gerecht wirst, sie kennenlernst, ihre Seele lesen lernst, sie formst und sie erfolgreich in unsere Konstellation überführst. Ich möchte keine Entschuldigungen hören und auch keine weiteren Gespräche mit Dir darüber führen. Blick nach vorn und werde Deiner Verantwortung gerecht. Jetzt wird gegessen und danach gibt's Moguai."

Alina war zutiefst getroffen aber sie nahm sich Natalies Worte zu Herzen, setzte die Maske ab, nahm Gerrits Hand und ging mit ihr zum Büffet. Sie befüllten ihre Teller und saßen kurzdrauf genüsslich speisend einander gegenüber. Alina sah Gerrit tief in die Augen. Gerrit legte seine Hände auf den Tisch, Handflächen nach oben, Alina legte ihre Hände, Handflächen nach unten in seine Hände. "Sei beruhigt, Johanna, ich schaffe das!" sagte sie. Johanna war so froh, dass sie diesen, ihren Wunschnamen verwendete und senkte den Blick. Alina strich ihr zärtlich über den Kopf.

Die Tür öffnete sich und Laura trat ein. "Moguai is waiting in the backstage area - lets go" rief sie in den Raum und alle standen auf.

28. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 05.07.26 15:40

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 14)

Natalie zog Alina zur Seite und erinnerte sie daran, dass sie nun wieder den öffentlichen Bereich betreten würden und der Name "Johanna" tabu sei. Alina nickte. Natalie sah ihr tief in die Augen, lächelte und zitierte nicht ganz wörtlich aus "Top Gun": "Ice, Du hast die Führung - ich bin an Deiner linken Seite." Alina schlug die Hacken zusammen, salutierte, drehte sich auf dem Absatz und wartete bis Gerrit neben ihr stand. Sie streckte ihre Hand aus, Gerrit nahm sie, schloss die Augen und ließ sich führen.

Laura gab ihrer Assistentin, die voran gegangen war und sich gerade umdrehte einen Wink, dass sie mit Natalie reden wollte und die Beiden ließen sich zurück fallen.

"Mir scheint, ich habe da etwas verpasst" begann Laura. "Oh ja, ich aber auch. Als ich reinkam, war die Unterwerfungszeremonie gerade beendet" bestätigte Natalie und fügte hinzu "achte auf den Wortlaut 'sie hat sich uns gerade unterworfen' hat Alina zu mir gesagt".
Laura hob die Augenbrauen und grinste. "Sie baut ein 'wir-Gefühl' auf, sieht sich als Stellvertreterin und handelt danach" gab Laura zu Bedenken.
"Was hast Du gemacht?" fragte Laura nachdenklich. "Ich habe ihr letztlich die Führung übertragen, sie muss sich jetzt beweisen" begann Natalie "Ah, deshalb das Top Gun - Zitat" warf Laura ein. "Ja und ich werde an ihrer Seite bleiben und sie unterstützen, wenn sie mich braucht. Aber sie führt die Formation." bekräftigte Natalie.

Während die beiden mit dem Fahrstuhl in den Club-Bereich fuhren, diskutierten sie noch die Sache mit Alinas Schlüsselkarte. Laura war der Meinung, dass sie in der Führungsposition, die sie jetzt hatte, uneingeschränkten Zugang zu Gerrit haben sollte, Natalie war zurückhaltender, sah die Notwendigkeit aber schließlich ein. Sie einigten sich auf einen Kompromiss, der auf Alinas Selbstverständnis setzte. Die Karte würde umgehend für Gerrits Zimmer frei geschaltet, ihr würde das aber zunächst niemand sagen. Erst wenn sie danach fragt, kann man antworten "längst passiert" und wenn sie nicht fragt und einfach probiert, weiß sie sobald die Tür sich öffnet, dass sie wirklich die Führung hat.

Die Aufzugtür öffnete sich und ein Mix aus Stimmen und gedämpfter Musik schlug ihnen entgegen. Laura ging voran und nach einigen Windungen in den fensterlosen Gängen erreichten sie ihre Assistentin, die mit Alina und Gerrit vor einer Garderobentür stand. In großen Lettern war der Name des Künstlers zu lesen, der sich hier auf seinen Auftritt vorbereitete: Moguai.
29. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 05.07.26 18:42

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 15)

Laura klopfte an die Tür, die sich kurz darauf öffnete und da stand er, Moguai. Die beiden begrüßten sich mit Küsschen, umarmten sich herzlich und Laura stellte sie gegenseitig vor.

Um der ehrfurchtsvollen Stille, die darauf folgte, entgegenzuwirken warf Gerrit ein: "Vom 1Live-Partyservice zum Weltstar!". Moguai stutzte, "Du kennst den Partyservice noch, den gibt's ja schon lange nicht mehr?" fragte er. Gerrit erwiderte: "Sicher und ich kann mich noch gut an deine ersten Einsätze als Gast-DJ dort erinnern. Nach drei Sets war ich mir sicher, 'das wird was ganz Großes'. Und so kam es auch. Toll, Dich mal persönlich kennen zu lernen, live im Einsatz habe ich Dich schon mehrfach erlebt."

"Irgendwie kommt mir Dein Gesicht bekannt vor - wo hast Du mich denn live gesehen?" fragte Moguai. "Drei Mal in Zürich, jeweils beim Osterfestival." antwortete Gerrit. Moguai überlegte eine Weile, bis es ihm einfiel: "Du hast fast das ganze Set direkt vor mir exzessiv getanzt, warst am Ende vollkommen klatschnass und hattest keine Sachen zum Wechseln dabei. Und das bei den Temperaturen damals. Bist Du noch gut nach Hause gekommen?" fragte Moguai. "Nach Hause gekommen schon, aber die nächsten zwei Wochen habe ich krank im Bett verbracht. Trotzdem war es eine echt geile Nacht."

Moguai hatte schon vor einer Weile bemerkt, dass Alina und Gerrit Händchen haltend vor ihm standen. "Deine Freundin?" fragte er mit einer auf Alina weisenden Kopfbewegung. "Nein, meine Herrin." entgegnete Gerrit stolz - Alina krallte ihre Fingernägel in seine Hand. Moguai nickte anerkennend "So eine Herrin hätte ich auch gern. Übrigens, die Maske steht Dir ausgezeichnet." wandte er sich an Alina. Sie wurde rot und bekam kein Wort raus. "Der große Moguai macht mir Komplimente. Eigentlich sollte ich ihn gleich einsacken." dachte sie nur.

Moguai verabschiedete sich, er mußte raus auf die Bühne und wünschte ihnen eine gute Zeit.
Laura hatte noch ein kurzes Gespräch mit ihm, das in dieser Entfernung nicht mehr verständlich war und kam dann nach. Alina sagte trocken zu Gerrit "Augen zu!" und folgte Laura von hinten durch den Backstage-Bereich zur Lounge neben der Bühne. Als sich Natalie, Gerrit und Alina in eben dieser Reihenfolge gesetzt hatten, entschuldigte sich Laura, sie habe noch Dinge zu erledigen. Sie verschwand wieder in dem Dickicht der Gänge.
30. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 05.07.26 22:23

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 16)

"Du warst eben aber ganz schön keck mit Deinem Outing." wandte sich Natalie an Gerrit. "Ich wollte nicht lügen und wir waren doch auch unter uns." entgegnete er. Alina ergänzte: "Ich fand Dich eben deutlich zu dominant. Weder Natalie, noch ich hatten eine Chance, mit Moguai zu reden. Du hast die ganze Situation gerockt. Zwar kann ich das, nach Allem, was Du mir heute über dich erzählt hast, durchaus verstehen, aber da muss sich Einiges ändern. Ich werde mir darüber Gedanken machen." Gerrit senkte den Blick und Natalie schmunzelte verstohlen.

Moguai betrat die Bühne und wurde mit tosendem Applaus begrüßt. Das Set begann und der Sound war bombastisch.
Im Lounge-Bereich waren sie von seinem Pult nicht weit entfernt und sie konnten einem der international angesagtesten DJs live bei der Arbeit zusehen.

Alina war hingerissen, von der Menge der Leute, von der Atmosphäre, der Lichtshow und nicht zuletzt von der Musik. Sie fand es sehr aufregend, zu sehen, wie sie live entsteht, wieviel Arbeit und Technik dahinter steckt, vor allem die Computer, die Vieles steuerten.
Und sie bewunderte Moguai, dass er sich in dem Dschungel von Klang zurecht finden konnte. Er hörte, was gerade läuft, zum Teil mehrere Tracks übereinander gemixt, nahm die Kopfhörer, stellte das Setting für den nächsten Track ein, glich die Tempi ab, regelte die Übergänge und heraus kam eine nahtlose dichte und intensive Soundkomposition, die begeisterte. Nicht nur sie, sondern auch die vielen Menschen auf dem Dancefloor. Die Stimmung war mitreißend.

Alina nahm Gerrits Hand, sah ihn an und sagte "Alles gut". Ihr tat ihre Kritik von vorhin leid, sie war angesichts des Weltstars ohnehin sprachlos gewesen und sie hatte den Eindruck, dass es Natalie nicht anders erging. Vielleicht wäre ohne Gerrits Initiative nur Schweigen übrig geblieben.

Natalie stand auf und ging näher an die Tanzfläche heran, um zu schauen wie voll es unten war. Sie blieb eine Weile stehen und betrachtete die quirlige Menge. Es war ziemlich voll.

Zurück am Tisch standen da drei Gläser, es sah nach O-Saft aus. Alina benutzte wieder einen Strohhalm, um mit Maske trinken zu können. Natalie genoss den Anblick und freute sich, dass Alina sich so schnell an Öffentlichkeit gewöhnt hatte. Ohne die Maske wäre das schwieriger geworden.

"Möchtet Ihr tanzen?" fragte Natalie die Beiden. Sie schauten sich an und Alina nickte. Natalie erklärte, wo der Abgang zum Dancefloor war und sah ihnen nach, wie sie Hand in Hand hinunter gingen.

Laura war zurück und setzte sich neben Natalie. "Ich hab' jetzt soweit Alles organisiert, was ich persönlich machen muss, meine Assistentin hat die weiteren Dinge im Griff. Telefonisch erreichbar sein muss ich aber dennoch." erklärte Laura. "Sind die Beiden auf dem Dancefloor?" fragte Laura. Natalie nickte. Sie sahen sich an, standen auf und näherten sich der Tanzfläche, um nach ihnen Ausschau zu halten.

Alinas Maske machte es ihnen leicht, sie zu finden. Alina tanzte expressiv, sprang viel und war sehr ausgelassen. Gerrit hingegen sprang wenig, war aber sehr körperbetont und ausdrucksstark in seinen Bewegungen. Die zum Teil fließenden Arm- und Hüft-Bewegungen waren intensiv auf den Fluss der Musik abgestimmt, er kannte die Tracks wohl sehr genau. Seine Erlebnisse in Zürich, die er vorhin angesprochen hatte, mussten wohl eine Weile her sein, denn so fit, wie Moguai ihn vorhin beschrieben hatte, wirkte er nicht mehr.

Witzigerweise hatten Alina und Gerrit ausreichend Platz um sich herum, trotz des vollen Floors. Ihre gemeinsame Ausstrahlung schuf ihnen offenbar Raum. Interessant war auch, dass immer wieder mal benachbarte Tänzer und Tänzerinnen kurz in diesen Raum hineintanzten, um mit ihnen zu tanzen, sich dabei anzusehen und auch zu synchronisieren, nur um dann wieder abzudrehen. Und das waren nicht immer die gleichen, es wechselte sehr dynamisch.

"Wollen wir?", fragte Laura. Natalie schien unschlüssig. Einerseits hätte sie sich schon gern ins Getümmel gestürzt, andererseits fand sie das Zuschauen und die Distanz aber auch ganz schön.
Lauras Telefon nahm ihr die Entscheidung ab. Sie ging ran, hielt sich ein Ohr zu, lauschte und sagte "Ich komme".
"Ich muss nochmal los, aber es ist erfreulich: Das Express-Paket ist da." freute sich Laura und ergänzte "Ich lasse es auf Dein Zimmer bringen und werde dann die Fortsetzung der Party in Eurer Lounge anstoßen und auch gleich dort bleiben. Ich könnte auch noch einen zusätzlichen kleineren Bildschirm organisieren, den ich auf das Überwachungssystem aufschalten lassen kann. Dann könnten wir oben die Beiden auf der Tanzfläche beobachten, wenn sie noch hier bleiben wollen. Ich vermute, die haben inzwischen ohnehin Durst und dann kannst Du das ja klären. Ist das ein Vorschlag?". "Perfekt, so machen wir das. Wenn ich mit ihnen geredet habe, komme ich hoch, Danke" antwortete Natalie, Laura verschwand in den Gängen und Natalie suchte auf der Tanzfläche kurz nach Alinas Maske und fand sie.
31. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 06.07.26 00:52

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 17)

Natalie bewunderte wieder den Raum um Alina und Gerrit, der ihnen inmitten der vielen feiernden Menschen Platz bot, sich zu entfalten. Drum herum hatten sich kleine Grüppchen gebildet, die ihre Position änderten, quasi um sie herum kreisten. Die sich aus diesen Grüppchen lösenden Menschen, eigentlich fast immer nur zwei aufs Mal tanzten dann in diesen Raum hinein und interagierten direkt mit Alina oder Gerrit, je nachdem von welcher Seite sie kamen. Dabei tanzten die beiden manchmal Rücken an Rücken, ließen sich auf die Interaktion mit den anderen ein und wandten sich dann wieder einander zu. Und schon war der Raum wieder frei, die anderen zogen sich zurück. Kurz drauf begann das Spiel erneut mit anderer Besetzung. Es wirkte fast wie choreografiert, und dennoch war es nicht abgesprochen und sie bezweifelte, dass man das unten überhaupt so wahrnehmen konnte - außer vielleicht vom Zentrum aus, das Alina und Gerrit bildeten. Sie musste sie später nach ihrer Eigenwahrnehmung fragen.

Natalie hatte Durst und ging zurück zum Tisch. Der angebrochene O-Saft war inzwischen warm, aber der Service war gerade in der Nähe und sie bestellte ein Mineralwasser und setzte sich.

Der Durst war gelöscht und sie fragte sich, ob sie wirklich auf die beiden warten wollte. Eine andere Variante wäre, selbst auf die Tanzfläche zu gehen und sich zu ihnen durchzutanzen. Das gefiel ihr, die gerade laufenden Tracks waren ohnehin inspirierend und dann konnte sie die Wahrnehmungsfrage direkt selbst klären. Sie stand auf machte sich auf den Weg.

Natalie hatte nochmal nach Alinas Maske Ausschau gehalten, sich die Richtung gemerkt, die sie einschlagen musste und tanzte los. Die Stimmung unten hatte sie sofort gepackt, jetzt war sie wirklich mitten drin und hatte Spaß. Und sie merkte, dass sie selbst auch begann, mit den umgebenden Menschen zu interagieren. Sie hatte das Prinzip verstanden, aber keine Ahnung, ob sie die Richtung halten konnte, inmitten der Menge fehlte ihr einfach die Orientierung. Egal, einfach weiter tanzen.

In der privaten Lounge war inzwischen ein Büffet, ein Barwagen und der zusätzliche Bildschirm aufgebaut und die Überwachung aufgeschaltet worden. Laura telefonierte mit ihrem Techniker und wusste bereits, dass sich Natalie nicht mehr im Lounge-Bereich neben der Bühne befand. Alina und Gerrit waren hingegen lokalisiert, dank ihrer Maske. Laura dachte zunächst, Natalie sei schon auf dem Weg nach oben, aber ihr Techniker hatte sie nirgends gefunden.

Sie spannte seinen Kollegen ein, der nicht immer live drauf sein musste und bat ihn die Aufzeichnung auf ihren letzten gemeinsamen Standort zurück zu fahren, die Uhrzeit konnte sie an ihrem Telefon ablesen, denn kurz nach dem Telefonat hatte sie Natalie verlassen. "Ich hab Euch" meldete der Techniker. "Jetzt schneller Vorlauf mit Fokus auf Natalie" sagte Laura. Der Techniker markierte das Zielobjekt und ließ die Aufzeichnung im Zeitraffer laufen. Laura starrte gebannt auf den Bildschirm und verfolgte die tanzende Natalie. Sie bewegte sich nicht zu Alina und Gerrit hin, sondern driftete ab. Als die Technik nach der Rückschau am Live-Bild angekommen war, stand die Position fest. Laura beorderte einen Ordner dorthin, um sie heraus zu holen. "Was ist mit Alina und Gerrit?" fragte sie den anderen Techniker. "Die tanzen gerade in Richtung Lounge-Bereich, offenbar funktioniert bei ihnen die Orientierung noch." antwortete er. Laura schickte einen Ordner zu ihrem Tisch, der heraus finden sollte, ob sie noch unten bleiben wollten. Sie schnaufte durch, holte sich einen Sekt und ließ sich aufs Sofa fallen.

Es dauerte nicht lange, bis die Tür aufging und Natalie strahlend hereinkam. "Hattest Du Spaß, meine Liebe?" fragte Laura. "Absolut, das Tanzen hat mir sehr gut getan und die Leute auf dem Floor haben mich mit ihrer Ausgelassenheit einfach mitgerissen. Überrascht war ich allerdings, als mich der Ordner da heraus geholt hat. Was war denn los?" entgegnete Natalie. "Du bist abgedriftet und warst weit weg von Alina und Gerrit. Die waren inzwischen kurz am Tisch, haben etwas getrunken und sind noch mal auf die Tanzfläche. Sie wissen, dass Du hier bist und werden später nachkommen. Nimm Dir mal etwas vom Büffet und setz Dich" sagte Laura.

Natalie war auch hungrig, füllte sich den Teller und setzte sich neben Laura.
"Weißt Du, was Du gerade gemacht hast?" fragte Laura. "Was meinst Du?" fragte Natalie zurück.
"Du hast losgelassen und Verantwortung abgegeben. Alina hat die Führung im Bezug auf Gerrit und sie zeigt, dass sie das ernst nimmt und ich finde, sie macht das sehr gut. Du kannst Dich in der Formation jetzt mal ein wenig zurück fallen lassen und eine Luft-Luft-Betankung machen, um im Top Gun Jargon zu bleiben." sagte Laura und schenkte ihr ein Glas Champagner ein.
32. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 06.07.26 03:54

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtzehn die Ziffer acht funktioniert wieder nicht)

Alina und Gerrit hatten inzwischen den Dancefloor verlassen und waren auf dem Weg nach oben.
Natalie war kurz auf ihrem Zimmer und hatte das Express-Paket geöffnet und ausgepackt. Sie nahm die Maske heraus, eigentlich eine Kopie von Alinas Maske, nur mit etwas anderen Maßen.

Lauras Techniker hatte, nachdem Natalie ihr die Idee geschildert hatte, aus den Überwachungsaufnahmen, auf denen Gerrit zu sehen war, Einzelbilder extrahiert, auf denen auch Einrichtungsgegenstände zu sehen waren, deren exakte Maße bekannt oder händisch nachmessbar waren. Ein Computerprogramm hatte die Werte in Relation gesetzt und die exakten Gesichtsmaße von Gerrit berechnet. Auf dieser Basis hatte Natalies Schneiderin eine Maske gefertigt, die Gerrit passen sollte und per Express auf den Weg geschickt. Natalie war sehr gespannt, ob das wohl geklappt hatte und ging zurück in ihre gemeinsame Lounge.

Alina und Gerrit saßen zufrieden und entspannt an einem Tisch und ließen es sich schmecken. Laura schaute Natalie fragend an, Natalie sagt nichts lächelte aber und nickte.

Auf dem großen Bildschirm lief noch der Life-Stream mit Moguai, der Sound hier war fast so gut, wie unten. Die Party konnte weiter gehen.

Laura gab Natalie ein Zeichen und sie begannen zu tanzen. Sie kannten sich schon sehr lange, waren inzwischen durchaus eng befreundet, aber zusammen getanzt hatten sie bisher noch nicht. Aber es funktionierte und sie hatten Spaß. Alina und Gerrit sahen kauend zu und freuten sich - sie würden gleich dazu stoßen.

Als die beiden mit ihrem Mahl fertig waren, und aufstanden, unterbrachen Laura und Natalie abrupt ihren Tanz.
"Wascht Euch mal die Münder!" befahl Natalie, und verließ auch selbst den Raum. Als sie zurück kam, waren die beiden schon wieder da.

"Natalie, setz bitte Deine Maske wieder auf" sagte Natalie, wartete bis das geschehen war und sie wieder vor ihr stand. "Hände vorstrecken" ordnete sie an und legte dann die neue Maske in Alinas Hände. "Die ist für Gerrit, sie initial anzulegen, ist Deine Aufgabe" sagte sie und trat zurück.

Alina lächelte stolz, nahm die Maske, Gerrit drehte sich bereitwillig um und ließ sie sich von ihr anlegen. Sie passte perfekt. Alina drehte ihn um und sagte "meine liebe Johanna, Du wirst diese Maske fortan tragen als Zeichen dafür, dass Du mir gehörst. Johanna kniete sich hin und berührte mit ihrer Stirn Alinas Hand. Beim Aufstehen standen ihr Tränen in den Augen.

Nun wird getanzt, befahl Alina und alle vier widmeten sich wieder dem Set von Moguai.

Natalie und Laura beobachteten, während sie tanzten, die beiden anderen. Im Partnerlook wirkten sie noch intensiver. Und sie ließen sich in die Musik fallen, die Gesten mit den Händen bewegten sich häufig in der Nähe der Masken. "Tolle Idee", flüsterte Laura Natalie ins Ohr.

Das Set von Moguai ging dem Ende entgegen und Laura sagte leise zu Natalie "Bett oder nicht Bett ist hier die Frage." "Nicht Bett würde ich sagen, hast Du noch was?" antwortete Natalie. Laura ging zum Steuerpult für die Streaming-Anlage, Natalie folgte. "Aka Aka von der Nature One 2022 könnte passen" antwortete Laura. Natalie nickte und nach dem Ausklingen des Moguai Sets folgte das Video von Aka Aka.

Alina und Gerrit waren gleich wieder drin im Groove und tanzten weiter.

"Möchtest Du etwas trinken? Ich hätte jetzt Lust auf ein Weißbier." fragte Laura Natalie. "Oh ja, das wäre perfekt." entgegnete Natalie. Laura ging an den Barwagen und holte zwei Weißbier. Alina hatte das gesehen und meinte "Wir auch". So standen dann vier Gläser Weißbier auf dem Tisch und Alina erklärte Johanna, wie das mit der Maske und dem Strohhalm funktioniert. Johanna konnte die Öffnung in der Maske erst nicht finden, aber nach Hilfestellung von Alina saßen die beiden da und genossen sichtlich das Getränk.

Es dauerte nicht lange, bis die beiden wieder tanzten. Auch Aka Aka hatte Johanna drauf, die gleichen perfekt auf die Musik abgestimmten Bewegungen. Und man merkte dass sie die Musik nicht nur hört sondern lebt.

Laura wurde langsam müde und setzte sich mit Natalie aufs Sofa. "Ich muss gleich gehen, mein Tag morgen wird sehr anstrengend und der Sonntag auch noch. Ich brauche den Schlaf. Aber unterm Strich muss ich sagen, der Tag heute mit Euch war sehr faszinierend und ich bin gespannt, wie es bei Euch weiter geht." sagte Laura. "Das finde ich auch und bin Dir sehr dankbar für Alles, was Du für uns getan hast. Und ja, schlafen muss ich jetzt auch. Fahr doch schon mal die Anlage runter." erwiderte Natalie.

Als die Musik aus war, stand Natalie auf und sagte laut "Ende Gelände, jetzt geht's ins Bett." Alina schaute enttäuscht, fügte sich aber, strich Johanna über den Kopf und sagte ihr "Gute Nacht". Die beiden verschwanden.

Natalie nahm Laura in den Arm. "Schön, dass du emotional wieder dabei bist, das freut mich. Gute Nacht", verabschiedete sich Natalie und ging. Laura schaltete das Licht aus und verließ ebenfalls die Lounge.
33. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 06.07.26 20:54

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 19)

Die Dämmerung hatte begonnen, erste Vögel zwitscherten vor dem gekippten Fenster. Natalie war eben wach geworden und konnte nicht wieder einschlafen. Ihr ging Einiges durch den Kopf.

Es klickte leise und die Tür öffnete sich. Alinas Schatten bewegte sich vorsichtig durch den Raum und sie legte sich neben Natalie ins Bett. Natalie legte ihren Arm um sie. "Kannst Du auch nicht wieder einschlafen?" fragte Alina. "Ja, so ist es. Wie fühlst Du Dich?" fragte Natalie.

"Ziemlich gemischt, ein auf und ab. Das Einschlafen zum Beispiel: Ich war noch so aufgedreht, dass ich gar nicht einschlafen konnte. Ich habe mich pausenlos von einer Seite auf die andere gedreht, auf den Rücken und wieder zurück. Warum? Weil ich es konnte! Ich war im Bett so lange festgeschnallt, dass das jetzt einfach Spaß gemacht hat. Außerdem wurde ich dadurch immer müder. Gleichzeitig hat mir aber die Geborgenheit der Fessel, der verriegelten Tür, des Babyphons gefehlt, mit dem Du immer acht gegeben hast auf mich.

Hilflos zu sein, hat mir immer Halt gegeben. Ob ich mit der neuen Freiheit klar komme, weiß ich noch nicht. Dass wir hier in einem abgetrennten Bereich sind und nicht noch andere Gäste auf dem Flur herum laufen, tröstet mich ein wenig. Aber: wie ich Johanna den Halt geben kann, den ich selbst gerade vermisse, ist mir schleierhaft." entgegnete Alina.

Natalie zog Alina eng an sich heran flüsterte fast: "Mir wird ganz warm ums Herz. Ich kann Deine Gefühle so gut nachvollziehen, da ich sie selbst genau so empfunden habe bei meinem Wechsel von der Sub zur Herrin. Es ist schmerzhaft, verlangt Kraft, Kreativität und Verantwortung, aber Du gewinnst auch etwas.
Und Du weißt schon genau, was. Ich erinnere mich gut an Deine feuchten und glücklichen Augen nach dem Unterwerfungsritual, erinnere Du Dich an deine Gefühle in dem Moment. Oder denk an heute Nacht, als Du Johanna die Maske angelegt hast und sie vor Dir kniete. Das sind Momente, die man nie vergisst.
Und im Gegensatz zu mir, damals, hast Du einen entscheidenden Vorteil."

Natalie hielt inne und Alina fragte "Welchen?". Natalie räusperte sich und fuhr fort "Ich akzeptiere eine Macht- Kaskade, zumindest jetzt und in diesem Fall. Das bedeutet: Du gehörst mir und Johanna gehört Dir. Aber ich bin die Staffelkapitänin. Du hast die Führung und ich bin an Deiner linken Seite, Du erinnerst Dich."
Alina schwieg eine Weile und sagte: "Ice, Du kannst jederzeit mein Flügelmann sein". Natalie kicherte und meinte einfühlsam "Und Du meiner."

Die beiden kuschelten sich aneinander und binnen weniger Minuten waren sie eingeschlafen.
34. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 07.07.26 04:54

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 20)

Als Alina wach wurde, schien bereits die Sonne. Sie rollte sich vorsichtig aus dem Bett, schlich leise zur Tür und verließ Natalies Quartier. Auf dem Weg zu ihrem eigenen Zimmer begegnete ihr Johanna. "Oh, Du bist ja schon auf und auch schon angezogen" sagte sie erstaunt und fand es süß, dass sie die Maske trug. "Setz Dich schonmal in die Lounge und nimm Dir etwas zu trinken, ich hoffe es liegen Strohhalme parat. Frühstücken werden wir später zusammen." ordnete Alina an und betrat ihr Zimmer.

Unter der Dusche stehend genoss sie den Gedanken, dass ihre Sub warten musste. Sie nahm sich Zeit, wählte selbst die Kleidung aus, schminkte sich und setzte ihre Maske auf.

Johanna hatte sich an den Tisch gesetzt, an dem sie in der Nacht gespeist hatten. Sie sah sich das Büffet an, fand aber keine Strohhalme. Also verzichtete sie auf ein Getränk und wartete.

Alina betrat den Raum, stutzte, einerseits weil Johanna noch allein dort saß und andererseits weil sie nichts zu trinken hatte. "Keine Strohhalme?" fragte sie und Johanna nickte. "Dann nehmen wir mal die Masken ab und frühstücken" sagte sie und ging beschwingten Schrittes zum Büffet.

Als sie mit Kaffee und allem, was zu einem reichhaltigen Frühstück gehört, an ihrem Tisch saßen, blickte Alina auf den dampfenden Kaffee und fragte sich, ob normale Strohhalme sich dafür überhaupt eigneten.

"Und, was machen wir gleich?" fragte Alina noch kauend. "Du entscheidest." erwiderte Johanna und schlug die Augen nieder. Alina freute sich über die Unterwürfigkeit von Johanna und hatte auch schon eine Idee. Aber erstmal zu Ende frühstücken.

"Ich würde gern mit Dir das Hotel erkunden. Traust Du Dich mit der Maske in den öffentlichen Bereich?" fragte Alina. "Oh, eigentlich nicht, aber wenn Du es anordnest, werde ich es natürlich tun." erwiderte Johanna. Alina überlegte und dachte an all die Dinge, die sie ihr gestern aus ihrem früheren Leben berichtet hatte. Es war nicht so unwahrscheinlich, dass ihr hier Menschen begegneten, die sie kannten und sie wollte sie nicht kompromittieren.

"Johanna, ich möchte Dich schützen, ich habe die Verantwortung für Dich. Du setzt die Maske ab, bist wieder Gerrit. Und dann ziehen wir los. Ich schreibe Natalie noch schnell eine Nachricht, damit sie Bescheid weiß." erklärte Alina.

Im Aufzug schaute Alina auf die Möglichkeiten und entschied sich für das Erdgeschoß. Mal sehen, welche Optionen es dort gibt. Hand in Hand stiegen sie aus und orientierten sich. Rezeption stand auf einem Schild und sie schlugen diese Richtung ein. Sie durchquerten mehrere normale Türen, die sich automatisch öffneten. Dann folgen Glastüren, die sich ebenfalls öffneten und durch die man die Rezeption bereits sehen konnte, aber die letzte Tür vor dem Ziel öffnete sich nicht. Gerrit schien irritiert, Alina erstaunt, aber sie begriff schnell den Zusammenhang. RFID schoss es ihr durch den Kopf.

"Offenbar haben die Schlüsselkarten einen RFID-Chip und die Sensoren an den Türen registrieren den Code und überprüfen ob der Zugang erlaubt ist. Und unsere Berechtigung endet hier. Ich weiß auch warum. Die Rezeption ist ein Bereich, den man ohne Schlüsselkarte von außen betreten und nach außen auch wieder verlassen können muss. Sonst würde das Ein- und Auschecken unmöglich und auch die Anlieferung von Post oder Paketen wäre nicht möglich. Natalie hat uns offenbar deswegen den Zugang zur Rezeption gesperrt, weil wir sonst das Hotel verlassen könnten." schlussfolgerte Alina.

"Wow, erstens bist Du technisch ziemlich fit und zweitens scheint uns Natalie hier echt eingesperrt zu haben, obwohl das doch so ein großer Komplex ist. Testen wir andere Möglichkeiten? fragte Gerrit. "Aber sicher" erwiderte Alina zielstrebig. Sie kehrten um bis zu den Hinweisschildern.

Als Natalie wieder wach geworden war und registrierte, dass Alina bereits weg war, hatte sie einen kurzen Moment Panik, beruhigte sich aber schnell. Sie sollte loslassen, ihr vertrauen und sich erstmal um sich kümmern, beschloss sie und ging duschen.

Eine halbe Stunde später betrat Natalie die Lounge und wunderte sich, dass Laura da war. "Du kommst gerade richtig", meinte Laura und fuhr fort "Ich wollte mit Euch frühstücken und habe die Nachricht dort auf dem Tisch gelesen, die Beiden wollen das Hotel erkunden. Also habe ich meinen Techniker, den zweiten, der Dich gestern auf der Party unten gefunden hat, gebeten sie zu verfolgen und die Überwachungs-Videos auf diesen Bildschirm zu schalten, der gestern Abend auch schon zum Einsatz kam. Sie sind jetzt im Erdgeschoß und gehen Richtung Rezeption. Schauen wir doch mal."

Natalie holte sich einen Kaffee, setzte sich zu Laura und verfolgte das Live-Video. Sie sahen, wie Alina und Gerrit Tür um Tür der Rezeption näher kamen, aber die letzte Tür öffnete sich nicht. Die Kamera wechselte und sie sahen die beiden von vorn. Sie konnten an Alinas Gesichtsausdruck trotz der Maske sehen, wie das Erstaunen der Erkenntnis wich und sie Gerrit darüber in Kenntnis setzte. Die beiden drehten um.

"Alina ist gut, sie hat es begriffen, die technischen Details erkläre ich Dir später. Lass uns frühstücken und zuschauen." meinte Laura, ging zum Büffet und füllte die Teller.
Kurzdrauf saßen sie kauend nebeneinander und verfolgten die Szenerie.

Alina und Gerrit waren inzwischen wieder an den Wegweisern und studierten die Möglichkeiten. 'Ludwigs-Park' stand da und die beiden verständigten sich darauf, den mal zu versuchen. Sie mussten gar nicht weit gehen, der Park sah durch die Glas-Fassade idyllisch und weitläufig aus. Aber die Tür öffnete sich nicht automatisch, immerhin gab es einen Schlitz für Schlüsselkarten. Sie versuchten beide Karten, aber es blinkte nur eine rote LED.

"Wieder gescheitert" meinte Natalie und schaute Laura bewundernd an. "Ja, das ist ein Herzensding von mir. Ich kenne keinen Hoteldirektor bzw. keine Hoteldirektorin, der oder die sich so in die technischen Details der Zugangskontrolle eingearbeitet und eingemischt hat. Es würde mich sehr wundern, wenn die einen Weg vom Gelände weg finden würden. Ins Freie könnten sie schon, es gibt einen Innenhof, der bautechnisch völlig abgeschottet ist. Wir werden sehen, ob sie den finden.
Also, ich habe gerade entschieden, dass mein zweiter Ü-Techniker, der eigentlich zugesagt hat, diesen eigentlich privaten Act hier ohne Bezahlung zu machen, weil er es faszinierend findet - er gehört zu uns - diesen Einsatz doch auf sein Arbeitszeitkonto angerechnet bekommt. Alina und Gerrit testen gerade unser Sicherheitskonzept und das ist Gold wert und seine Mitwirkung ist dafür unerlässlich." erklärte Laura.

Alina hatte sich verbissen, 'wo ist die Lücke' dachte sie sich und entschied sich, im Erdgeschoß zu bleiben. Sie lief mit Gerrit an der gesamten Glas-Fassade entlang und suchte nach Möglichkeiten aus dem Gefängnis auszubrechen. Eigentlich wollte sie gar nicht heraus, im Gegenteil, sie fand es faszinierend, dass man in so einem großen Hotel-Komplex derart eingeschlossen sein konnte. Aber sie hatte die Herausforderung angenommen und war sich sicher, dass Natalie und Laura an irgendeinem Überwachungsbildschirm saßen. Und sie fand es schön, mit Gerrit Hand in Hand das Hotel zu erkunden, diesmal durfte er die Augen auf lassen, weil sie ihn zum Mitdenken animieren wollte - das funktionierte aber noch nicht. Er war wohl ziemlich geplättet von dieser technischen Gefangennahme.

Natalie und Laura hatten ihr Frühstück beendet und noch einen Rest Kaffee vor sich. "Was meinst Du, weiß Alina, dass wir zuschauen?" fragte Laura. "Definitiv ja. Ich denke, sie genießt es, mit Gerrit unterwegs zu sein, hat aber auch verstanden, wie gut durchdacht das hier alles ist. Sie ist jetzt Herrin und sucht nach der Lücke, auf dass sie geschlossen werden kann. Und wenn sie es schafft raus zu kommen, kommt sie wahrscheinlich über die Rezeption wieder rein." antwortete Natalie. "Wird sie Gerrit wieder mitbringen?" wollte Laura wissen. "Ebenfalls ja, sie hat die Rolle der Herrin angenommen. Sie hadert zwar noch, ob sie ihr gerecht werden kann. Ich habe ihr aber heute morgen noch ein wenig Rückendeckung gegeben und ich denke, sie zieht es durch." erwiderte Natalie.

Alina und Gerrit waren in einen Seitengang eingeschwenkt, der zu einem entfernten Gebäude führt. Zu diesem Gebäude hatten sie Zutritt und es ergab sich, dass dies nicht ein einzelnes Gebäude war, sondern ein Rondell aus mehreren. Sie gingen zu den inneren Bereichen in diesem Rondell und sahen einen Innenhof. Sie gingen in den Gängen, teils mit Sicht, teils auch ohne Sicht auf den Innenhof weiter und fanden eine Tür. Sie öffnete sich nicht automatisch, hatte aber einen Schlitz für eine Schlüsselkarte. Alina und Gerrit sahen sich an und Alina führt ihre Schlüsselkarte ein. Die Tür öffnete sich, kurz darauf standen sie im Freien und umarmten sich.

"Schau, sie haben den Innenhof geknackt, Deine Kleine ist wirklich toll - aber der Break-Out ist es noch nicht" rief Laura begeistert. Natalie war fasziniert.

Hand in Hand erkundeten Alina und Gerrit den Innenhof. Entspannend, hier nun ganz frische Luft zu atmen. Da war Rasen in der Mitte, einige Beete am Rand, ein Grillplatz, sehr schön. Aber rund herum waren die Gebäude des Rondells. Wie sollte es weitergehen. Sie liefen am Rand entlang und schauten sich alles an.

"Mist, wir haben eine Überwachungslücke - ich sehe sie nicht mehr", fluchte Laura und telefonierte mit ihrem Techniker, aber der konnte auch nicht helfen. Die beiden waren vom Schirm verschwunden.

Alina und Gerrit hatten ein Tor entdeckt, das offenbar für die Pflege des Innenhofs genutzt wurde und darauf zugesteuert. Es gab keinen Schlüsselkartenleser und automatisch öffnete sich auch nichts. Gerrit zeigte auf einen altmodischen Knauf in der Mitte des Tors. Alina nickte, drehte den Knauf und konnte das Tor öffnen. Dahinter lag eine Art Garage mit Gartengeräten. Aber es gab am Ende auch noch ein zweites Tor, das vermutlich heraus führte. Daneben sahen sie einen Schlüsselschalter, aber sie hatten ja keinen Schlüssel. Alina hatte aber eine Art Notaus-Schalter entdeckt und drückte ihn. Es klickte vernehmlich aber sonst passierte nichts. Gerrit drückte gegen das Tor und es ließ sich öffnen. Offenbar war der Notausschalter zugleich eine Unterbrechung der Stromversorgung in der Garage und eine Entriegelung des Außentors, das sonst über den Schlüsselschalter elektrisch betrieben wurde.

"Eine Lücke gefunden, ist es auch die, die uns vom Gelände führt?" fragte Gerrit. "Das werden wir testen" erwiderte Alina, nahm seine Hand und die beiden gingen durch das offene Tor.

"Ich bin so froh, dass ich meine zweite Assistentin, die eigentlich Urlaub hat, jetzt wieder hier habe." seufzte Laura. "Sonst hätte ich die Zeit für Euch nicht, die Beiden rocken uns gerade. Aber sie ist wohl auch sehr froh, sie hat massiven Stress mit ihrem Mann und als ich heute angefragt habe, war sie voll begeistert und hat direkt gefragt, ob sie hier übernachten kann." führte sie fort.

Die Überwachungskameras zeigten nichts mehr, die Security hatte eine offene Doppeltor-Garage entdeckt, aber keine Spur von Alina und Gerrit.

Gerrit musste wieder die Augen schließen und Alina führte ihn, Hand in Hand. Alina sah an der Hauptstraße ein Taxi, winkte und fragte den Fahrer, ob er sie zum Hotel fahren könne. Sie habe aber kein Geld und keine Kreditkarte dabei, nur die Karte vom Hotel und er müsse kurz mit in die Rezeption kommen. Der Fahrer hatte sowas schon erlebt und es war immer gut gegangen und es war ja auch nicht weit. Die beiden stiegen ein.

Der Ü-Techniker meldete sich telefonisch bei Laura, die schon etwas aufgelöst war. Ich hab' die beiden auf dem Schirm, sie sind an der Rezeption, die Kollegin regelt gerade die Taxi-Rechnung. "Ich wusste es!", entfuhr es Natalie. "Ja, Du hast recht gehabt. Sie ist über die Rezeption zurück gekommen, hat Gerrit auch wieder mitgebracht und auch noch einen Taxifahrer überzeugt. Sie kann beide Rollen, sie ist eine wirklich hervorragende Sub, lernt schnell in ihrer neuen Rolle als Herrin und ganz nebenbei kompromittiert sie auch noch unser Sicherheitskonzept." konstatierte Laura seufzend.

Die Tür ging auf, Alina und Gerrit traten ein. "Laura, wir müssen reden!" begann Alina und sagte dann zu Gerrit "Geh mal Pippi machen." Gerrit senke den Blick und zog sich zurück.

"Ich weiß, Ihr habt Euch hier viel Mühe gemacht mit Eurem Sicherheitskonzept und schlecht ist es wirklich nicht. Aber: wir haben nicht mal eineinhalb Stunden gebraucht, um auszubrechen, waren auf der Hauptstraße und hätten in jede Richtung davon fahren können. Ich wollte eigentlich meiner Sub demonstrieren, dass wir hier nicht rauskommen, um ihr klar zu machen, dass sie auch mir nicht mehr entfliehen kann. Und das ist gründlich schief gegangen.
Die Sub braucht das Gefühl der Unentrinnbarkeit, nur dann kann sie loslassen und sich voll ihrer Herrin unterwerfen und sie braucht die Gewissheit, nur die Herrin entscheidet. Dankenswerterweise hat Gerrit absolut gehorcht und ist auch wieder mit zurück gekommen. Aber die Schwachstellen in der Hotelsicherheit haben mein Konzept doch sehr in Frage gestellt. Ich hab' jetzt echt ein Problem. Denkt darüber nach!" beendete Alina ihre Ansprache und verließ den Raum.

"Wo sie Recht hat, hat sie recht und ich bin richtig betrübt, dass sie mit ihrem Ansatz heute so gescheitert ist." sagte Laura zu Natalie. "Das geht mir genauso, aber wie können wir die Situation, zumindest teilweise so retten dass die Beziehung keinen Schaden nimmt?" fragte Natalie. "Mir fällt wirklich nichts ein, was nicht Flickschusterei wäre." erwiderte Laura und ergänzte: "Wenn Gerrit weiblich fühlt, könnte er auf weibliche Unterwäsche anspringen, aufgrund des Bauches fällt einiges weg, weil es nach unten rutscht. Aber, wenn Alina einverstanden ist, können die beiden mal zu meiner Schneiderin gehen, die ist noch nicht im Wochenende und sie arbeitet sehr schnell. Vielleicht kann Gerrit dann heute zum Set von Paul van Dyk bereits mit neuer Unterwäsche gehen. Aber, wie gesagt, es ist Flickschusterei.

35. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 07.07.26 20:48

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 21)

Alina stand mit Gerrit vor einer unscheinbaren Tür mit einem Schild daneben. Darauf stand "Schneiderei" und eine Raumnummer. Darunter war ein Klingelknopf. Alina atmete tief durch und betätigte ihn. Die Tür öffnete sich und eine elegante ältere Dame erschien. Sie sah die beiden ernst und ein wenig zu lange an. "Laura hat mich bereits informiert, kommt rein!" sagte sie.

Alina führte Gerrit hinein und sie stoppten in der Mitte des hell ausgeleuchteten Raumes. Die Schneiderin betrachtete Gerrit von oben bis unten und wandte sich an Alina. "Um ihn geht es?" fragte sie. Alina nickte.
Langsam umrundete sie ihn und konstatierte bedächtig: "Da kommen wir in die Kategorie Umstandsmode. Vielleicht habe ich da etwas im Lager. Setzt Euch" sagte sie und deutete auf eine Sitzecke.

Die Schneiderin gehörte bereits zum Inventar des Hotels und hatte schon die Wünsche so manch eines illustren Gastes erfüllt und zwar nicht nur mit Maßgeschneidertem, sondern auch mit Modellen der renommierten Hersteller. Die hatten ihre Rolle als Multiplikatorin schnell begriffen und bemusterten sie regelmäßig.

Von der Sitzecke aus konnte Alina in den langen Lagerraum hineinblicken, dessen Ende nicht zu sehen war. An einer Seite Regale, sorgsam beschriftet, an der anderen Seite ein Garderobensegment nach dem anderen, ebenfalls beschriftet.

Langsamen Schrittes kam die Schneiderin zurück, sie hatte einige Schachteln in der Hand. Sie betrachtete sie der Reihe nach und legte zwei davon auf den Tisch vor der Sitzecke. "Steh mal auf" sagte sie zu Gerrit, öffnete eine Schachtel, nahm ein schwarzes Mieder heraus und hielt es ihm an, den oberen Abschluss über dem Bauchansatz. "Welche Größe hat deine Hose", fragte sie. "42" antwortete Gerrit. "Dann müsste es passen, probiere es mal an!" sagte sie und deutete auf die Umkleidekabine.

Gerrit hatte Herzklopfen, als er in der Kabine stand und seine Hose auszog. Ihm fiel auf, dass das Mieder sehr weich und elastisch war, es fühlte sich gut an. Als er soweit war, rief er Alina, die kurz hineinschaute, nickte, den Vorhang öffnete und ihn an der Hand heraus zog.

"Halt mal Dein T-Shirt hoch", befahl die Schneiderin und prüfte den Sitz. "Zu eng?" fragte sie Gerrit. Er schüttelte den Kopf. "Soll es enger sein?" fragte sie Alina. Die sah Gerrit in die Augen und entdeckte Angst. Alina schüttelte den Kopf.

Während sich Gerrit umgezogen hatte, war Alina der Gedanke gekommen, das T-Shirt durch etwas zu ersetzen, das besser zu der sehr schönen femininen Hose passte. Sie fragte die Schneiderin, und die verschwand erneut in ihrem Lager.

Bei der Rückkehr hatte sie mehrere Bügel mit Blusen dabei. Sie verglich deren Stoff mit dem seiner Hose, behielt zwei in der engeren Auswahl und hielt sie ihm an. Nummer eins sagte Alina nicht zu, sie war zu lang und würde wohl das Schwingen der weiten Hose, das ihr gefiel, beeinträchtigen. Nummer zwei schien optimal in der Länge, sie nickte. Die Schneiderin reichte Gerrit die Bluse und deutete auf die Umkleide. Er verschwand hinter dem Vorhang.

Als er wieder hervorkam, war Alina stolz auf ihre Idee. Die neue Bluse ergänzte die Hose und sah perfekt aus.
Kann er die Sachen gleich anbehalten? fragte Alina. Die Schneiderin nickte und gab ihr eine Tüte. Alina holte das alte T-Shirt aus der Garderobe, packte es ein und ging zum kleinen Kassenterminal. Sie zahlte mit der Schlüsselkarte, wie es im ganzen Hotel gängig war.

"Dann viel Spaß auf der Party!" wünschte die Schneiderin und ergänzte "Übrigens, ich bin am Montag wieder hier. Soll ich mir für Euch mal etwas einfallen lassen?" Alina nickte begeistert, nahm Gerrit an der Hand und sie verließen die Schneiderei. "Augen zu!" befahl Alina und sie machten sich auf den Weg.


36. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 08.07.26 00:49

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 22)

Laura hatte gerade das letzte Briefing für die Abendveranstaltungen geleitet und ihre beiden Assistentinnen gebeten, sie nur dann zu rufen, wenn es unverzichtbar war. Die Ankunft der DJs gehörte natürlich dazu, aber auch unvorhergesehene Dinge oder etwa die Ankunft von Ehrengästen. Ihr Team war absolut aufeinander abgestimmt und motiviert. Die Anwesenheit von Natalie, Alina und Gerrit und die Dynamik bei ihnen waren nicht störend, im Gegenteil, sie stärkten den Teamgeist einmal mehr und waren das Salz in der Suppe. "Ab auf die Startbahn und den Nachbrenner rein!" rief sie und merkte dass die Top Gun Zitate von Alina und Natalie nun auch bei ihr Wirkung zeigten.

Das Telefon klingelte, sie nahm ab und der zweite Ü-Techniker informierte sie, dass Alina und Gerrit auf dem Rückweg waren. Sie verließ ihr Büro.

Alina und Gerrit betraten die Lounge, Natalie saß mit einem Kaffee und einem Stück Kuchen auf der Couch und staunte. "Ihr habt wohl gleich doppelt zugeschlagen" merkte sie an, angesichts des neuen Oberteils von Gerrit.
Alina nickte und die beiden stellten sich vor die Couch. "Schau mal, der Stoff passt perfekt zur Hose, sieht das nicht toll aus? fragte Alina. Natalie nickte anerkennend.

Die Tür öffnete sich, Laura trat ein, schaute Gerrit an und nickte. "Gute Wahl, steht ihm sehr gut. Wessen Idee war das?" fragte sie. Alina hob die Hand. "Gut gemacht!" lobte Laura. "Und das Beste ist, die Schneiderin hat angeboten, sich nächste Woche noch Gedanken über weitere Dinge zu machen. Die hat ja einen riesigen Fundus. Ich bin sehr gespannt." erklärte Alina begeistert und ergänzte "Hat sie auch Schuhe?" Laura antwortete "Dort nicht, da ist kein Platz mehr, aber es gibt auch noch eine Schuhmacherin und bei der sind auch ihre Schuhe geparkt. Das heißt, sie kann Euch einen kompletten Service bieten. "Toll" freute sich Alina.

"Nun aber mal zum Mieder, deswegen bin ich so schnell hoch gekommen." forderte Laura.

Alina sah Gerrit an und befahl: "Zieh die Hose aus!" Gerrit wurde rot, folgte aber ohne Zögern und stand dann im neuen Mieder vor ihnen. Da man wegen des Oberteils wenig sehen konnte, orderte Alina "Heb mal die Bluse, wir wollen was sehen!" Gerrit schloss die Augen und tat, wie befohlen.

Das Mieder war schwarz, das obere Abschlussband saß etwa am Solar Plexus, die unteren Abschlüsse waren Mitte der Oberschenkel. Die Bauchpartie war nur wenig kleiner, als zuvor, aber hübscher gerundet. Natalie ging näher heran und strich mit ihrer Hand über das Material. "Sehr anschmiegsam und sanft." lobte sie. "Gefällt es Dir?" fragte sie Alina.
"Sehr" antwortete sie strahlend und ergänzte "der Bauch hat auch eine schöne Form, fast, wie ein früher Babybauch." merkte sie an und kicherte. Gerrits Kommentar war einsilbig "Miau". Alina strich ihm über den Bauch und meinte "Alles gut, mein liebes Kätzchen, Du darfst Dich wieder anziehen."

Laura war fasziniert, wie schnell Alina lernte.
Aber sie brauchte noch einen Moment mit Natalie.
"Dann nehmt Euch mal einen Kaffee und ein Stück Kuchen." empfahl sie, gab Natalie ein Zeichen und die beiden verließen die Lounge.

"Du weißt, dass wir Morgen keine Abendveranstaltung haben, die Gäste müssen am Montag wieder arbeiten. Da wäre dann kaum noch jemand da. Daher haben wir uns für ein Open Air am Nachmittag im Park entschieden. Den Park konnten Alina und Gerrit heute nicht betreten, ich möchte daran jetzt auch nichts ändern, sie würden Lunte riechen. Dennoch will ich sie dezent zu einem weiteren Sicherheitscheck im Park verleiten und mir ist wichtig, dass die Initiative von ihnen selbst kommt, nur dann haben sie den richtigen Ehrgeiz, eine Lücke zu finden. Bist Du dabei?" fragte Laura.

"Aber klar, was schwebt Dir vor?" fragte Natalie. "Wenn Du Ihnen kurz unseren Shopping-Bereich im Tiefgeschoß zeigst und mit ihnen dann beiläufig in den Park gehst, Deine Schlüsselkarte kann ja ohnehin fast alles, so wären sie schonmal im Park. Sobald Ihr da ein wenig herumgelaufen seid, rufe ich Dich auf dem internen Telefon an. Du gehst ein paar Schritte weg, wir reden irgendwas und Du präsentierst ihnen nachher irgendeine plausible Erklärung, weshalb Du wieder rein musst und lässt sie allein. Dass sie, von wo aus auch immer, wieder in Euren Bereich zurück kommen, wissen sie wohl, sonst sag' es ihnen nochmal. Könnte das funktionieren?" fragte Laura.

"Ich bin nicht sicher, ob sie uns nicht durchschauen, aber einen Versuch wäre es wert." antwortete Natalie.
"Gut dann machen wir das so, und wenn Du wieder im Gebäude bist, dann komm in mein Büro und wir schauen, was passiert" schloss Laura und verabschiedete sich.
37. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 08.07.26 18:51

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 23)

"Das ist ja eine richtige, kleine Stadt hier unten." rief Alina begeistert. "Hier ist ein Friseur, dort gibt es Andenken, da hinten Handtaschen und eine Arztpraxis sehe ich auch." fuhr sie staunend fort.

Die drei schlenderten weiter und Alina konnte sich gar nicht satt sehen an dem bunten Treiben.

"Eine Apotheke, hier ist wirklich an Alles gedacht. Ich geh mir grade mal ein Aspirin holen - für alle Fälle" erklärte sie und war auch schon verschwunden. Als sie wieder da war, setzten die Drei ihren Rundgang fort und an der nächsten Biegung hatte Alina wieder etwas entdeckt. "Schaut mal, ein Optiker und da ist ein Ständer mit Sonnenbrillen. Lasst uns mal hin gehen." wünschte sich Alina und zu dritt stöberten sie in dem Angebot.

"Hier, diese sieht aus, wie die Brillen, die die Piloten tragen." meinte Alina und gab Natalie ein Modell mit Verspiegelung. Sie setzte sie auf, merkte, dass sie passt und betrachtete sich im Spiegel. "Toll" staunte Gerrit und salutierte. Zu Alina gewandt, merkte Natalie an: "Bei Dir, Schatz, wird das nicht gehen - wegen der Maske!" und reichte Gerrit die Brille. Auch ihm passte sie und Natalie fand den Anblick faszinierend, zumal von der Augenpartie nichts zu sehen war, die Verspiegelung war perfekt. Alina spitzte die Lippen und sah enttäuscht aus.

Die Drei traten ein und Natalie erklärte dem Optiker, der gleich auf sie zu kam, das Problem. Der schaute sich die Maske genau an und schüttelte den Kopf. "Vielleicht hat die Schneiderin eine Idee, ich werde sie am Montag anrufen." sagte Natalie, orderte zwei Exemplare und bezahlte sie. Der Optiker gab ihr seine Visitenkarte und die drei verließen den Laden.

"So, jetzt brauche ich aber mal frische Luft!" erklärte Natalie und schlug den Weg zum Aufzug ein. Alina und Gerrit folgten. Im Erdgeschoß schwenkten sie Richtung Park, Alina und Gerrit sahen sich an. Die Tür, an der die Beiden zuvor gescheitert waren, öffnete sich automatisch und kurz drauf umwehte sie eine angenehm frische Brise.

Sie folgten dem Rundweg unter Laubbäumen, an einem Teich vorbei, bis Natalies Telefon klingelte. Sie setzte sich etwas ab und ging ran.

Alina und Gerrit konnten aus der Entfernung nicht verstehen, worum es ging. Allerdings dauerte es nicht lange und Natalie kam zurück. "Die Schneiderin hat Laura angerufen. Offenbar habt Ihr sie so beeindruckt, dass sie trotz des Wochenendes schon angefangen hat, an Ideen für Euch zu tüfteln und Gesprächsbedarf hat. Ich gehe mal zu Laura, dann kann ich sie von ihr aus zurückrufen oder mir zumindest ihre Nummer geben lassen. Das Problem mit Maske und Sonnenbrille werde ich dann auch ansprechen." sagte Natalie und fügte an "Ihr könnt Euch ja noch ein wenig den Park anschauen, der ist wirklich sehenswert."

"Aber wir sind doch eigentlich in einem gesperrten Bereich" gab Alina zu Bedenken. "Das macht nichts, zurück zu unserem privaten Areal kommt ihr immer, dafür ist gesorgt. Viel Spaß, bis später." verabschiedete sie sich und ging zurück.

Natalie war erleichtert, dass sie eben nicht hatte lügen müssen. Die Schneiderin hatte tatsächlich angerufen.
Mal hören, worum es geht.
38. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 09.07.26 01:13

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 24)

Natalie betrat Lauras Büro und fragte nach dem Grund für den Anruf der Schneiderin. "Das hat sie mir nicht gesagt, sie wollte aber wissen, wer die Oberaufsicht über die Beiden hat, und bat um Rückruf. Ich habe ihr gesagt, dass Du das bist und sie in Kürze anrufst." antwortete Laura. "Geh ins Besprechungszimmer nebenan, ich verbinde Dich mit ihr." sagte Laura und griff zum Telefon.

Auf dem Bildschirm waren Alina und Gerrit zu sehen, wie sie entspannt den Rundweg entlang durch den Park spazierten. Sie waren inzwischen an der Bühne angekommen, die bereits für das in drei Stunden beginnende Kammerkonzert vorbereitet war.

Zur Zeit sah es nicht danach aus, dass da schon ein Entschluss gefasst worden war, die Grenzen zu testen.

Natalie kam zurück und erklärte, dass die Schneiderin wissen wollte, ob Gerrit hier auch in Röcken oder Kleidern herum laufen dürfe, ob er das wolle, hatte sie nicht gefragt.

Laura lachte laut. "Sie ist schon ein Phänomen. Sie schaut die Leute immer ein bisschen zu lange und sehr streng an. Und anhand der Gefühle, die sie bei ihnen damit auslöst und die sie spürt, weiß sie sie sofort um die Konstellation." erklärte Laura.

Natalie schmunzelte und informierte Laura weiter, dass sie der Schneiderin gesagt hatte, das sie das eigentlich sehr gern möchte. Sie hatte ihr aber auch von Gerrits früherer gesellschaftlichen Stellung berichtet und der Gefahr, hier auf Bekannte zu treffen. Die Schneiderin hatte Verständnis dafür, gab Natalie aber den Tipp, mit Laura mal über das Thema 'Grundreinigung' zu sprechen. Sie hatten die Frage also zunächst offen gelassen.

"Da hätte ich auch selbst drauf kommen können" rief Laura und schüttelte den Kopf.

Im Hotel gab es zwei Reinigungskategorien. Wenn ein Gast auscheckte, stand die Basisreinigung an, die zwar gründlich aber nicht allumfassend war. Alle drei Monate folgte eine Grundreinigung, die bis in die letzten Details ging und ziemlich aufwendig war. Damit das auch für Lounges, Flure, WCs an den Fluren, Mitarbeiterräume etc. effizient möglich war, geschah das geschossweise. Inzwischen gab es auch ganze Flügel innerhalb des Komplexes, die in einem Rutsch ihre Grundreinigung erhielten. Dazu war die Zimmerbelegung so organisiert, dass für den beabsichtigten Grundreinigungszeitraum in dem betreffenden Bereich keine Belegungen mehr vorgenommen wurden.

Laura schaute auf den Grundreinigungsplan und sah dass in der nächsten Woche ein ganzer Flügel im Kerngebäude dafür vorgesehen war und informierte Natalie darüber.

Natalie hatte das Prinzip verstanden, aber die Verbindung mit Gerrit noch nicht.

"Liebes, wenn in diesem Flügel nächste Woche garantiert keine Gäste auftauchen, kann Gerrit dort problemlos in Röcken oder Kleidern, mit Maske oder wie auch immer herumlaufen. Er wird nur ziemlich vielen Reinigungskräften begegnen, aber die gehören zum Haus. Externe Firmen beauftragen wir so wenig, wie möglich. Unsere eigenen Leute leisten einfach die bessere Arbeit. Und ich lege sehr viel Wert auf ein starkes Teamgefühl unter meinen Mitarbeitern, und zum Team gehören wirklich alle." erklärte Laura.

"Und gerade das bietet mir hier die Möglichkeit, die Situation für Gerrit noch viel realistischer zu machen. Es gibt ja nicht nur Mitarbeiter mit irgendeiner Uniform, die sofort als Hotelpersonal erkennbar sind und das auch müssen. Der Laden ist inzwischen so groß, dass wir auch eine erhebliche Anzahl an Mitarbeitern ohne Kundenkontakt haben, die in der Regel in ziviler Kleidung hier unterwegs sind. Wenn ich denen jetzt die Situation erkläre und sie bitte, ihre Wege in der nächsten Woche so zu planen, dass sie durch diesen Bereich führen, wird Gerrit auch auf viele Menschen treffen, die ebenso Kunden sein könnten. Er wäre geschützt, es kann nichts passieren, er weiß es nur nicht." schloss Laura.

Natalie war perplex und fand es ziemlich perfide. "Das muss Alina entscheiden, sie hat die Führung. Aber bereite schon mal alles vor." schloss Natalie und schaute wieder auf den Bildschirm.

Alina und Gerrit waren immer noch entspannt und gemächlich unterwegs, inzwischen an der Bühne für das morgige Open Air. Sie betraten den Backstage-Bereich und danach die Bühne, offenbar wollten sie die Perspektive des DJs ausprobieren.

"Da kommt gleich ein Überwachungsloch, dort sind noch keine Kabel verlegt und die Funkstrecke funktioniert wegen der benachbarten Firma nicht. Knapp 50 Meter weiter gibt es wieder ein Bild." tönte es aus dem Lautsprecher einer Sprechanlage auf Lauras Schreibtisch.

"Wir haben kurzerhand eine direkte Sprechverbindung geschaltet, ist schneller als Telefon" erklärte Laura.

Alina und Gerrit hatten sich längst entschieden, waren aber entspannt und langsam geblieben und suchten. Sie bewegten die Augen sehr viel, aber ihre Köpfe sehr wenig. Sie wollten den zweifellos vorhandenen Überwachern an ihren Bildschirmen den Eindruck vermitteln, einfach nur spazieren zu gehen.

"Wir müssen vom Weg runter, ich denke, links ist der Zaun. Geh mal auf 10 Uhr hinter die dicke Eiche und mach Pippi oder tu nur so, aber die Hose muss runter, ich weiß nicht, was die alles sehen und es darf kein Verdacht auf kommen. Ich gehe auf 8 Uhr, da habe ich eben auch eine Eiche gesehen, möchte den Kopf jetzt aber gerade nicht drehen. Dort werde ich dasselbe machen. Wenn ich richtig gesehen habe, sind dahinter in Richtung 9 Uhr von hier aus gesehen Büsche, in deren Schutz wir ungesehen zum Zaun kommen sollten. Dort treffen wir uns und nehmen uns den Zaun vor und das muss dann ganz schnell gehen. Ok?", instruierte Alina Gerrit. "Ja, auf geht's". antwortete Gerrit.

Natalie und Laura bemerkten, dass die beiden stehen geblieben waren. Gerrit löste sich und ging hintern Baum. Die letzte Kamera vor dem Überwachungsloch zeigte, was passiert und der Techniker schaltete respektvoll zurück. Auch Alina bewegte sich auf einen in der Gegenrichtung liegenden Baum zu und ging dahinter. Wieder wechselte der Techniker die Kamera, "sie also auch" dachte er und schaltete wieder respektvoll zurück. Es vergingen etwa zwei Minuten.

"Hinter die Bäume schauen!" befahl Laura über die Sprechanlage und der Techniker wechselte die Kameras. "Verdammt, sie haben uns geleimt, nichts mehr zu sehen." kommentierte der Techniker. "Schau, ob Du sie wieder findest, ich glaube, sie haben uns die ganze Zeit an der Nase herumgeführt mit ihrem Spaziergang. Großes Kino, die sollten wir einstellen." antwortete Laura.

Alina und Gerrit waren außer Atem, aber am Zaun angekommen. Sie schauten nach oben, sahen die gusseisernen Spitzen und wussten, drüber klettern funktioniert nicht. Sie gingen schnellen Schrittes am Zaun entlang und suchten Schwachstellen.

"Stopp", befahl Alina und ging zwei Meter zurück. Durch eine Lücke im Busch konnten sie sehen, dass da, knapp über dem Boden zwei Gitterstäbe auseinandergebogen waren. "Passen wir durch?" fragte Alina. "Du bestimmt, möglicherweise ich auch, versuchen wir es." antwortete Gerrit. Alina krabbelte durchs Gebüsch, Gerrit hinterher. Beide passten durch und standen kurzdrauf außerhalb des Geländes.

"Wir haben wenig Zeit, ich markiere kurz die Stelle." sagte Alina, nahm eine Rolle Heftpflaster aus ihrer Umhängetasche, riss einen Streifen ab und klebte ihn an das Gitter. "Wir trennen uns kurz, Du gehst 50 Meter nach rechts, ich 50 Meter nach links. Wenn wir nichts finden, treffen wir uns hier und gehen wieder rein, drinnen können wir uns besser verstecken. Wer etwas findet, macht ein 'Miau'. Der andere kommt dann dorthin." befahl Alina.

Sie liefen los, schnell, doch auch gründlich inspizierten sie den Zaun. Als Gerrit gerade, Pi mal Daumen, die 50 Meter-Grenze erreicht hatte, hörte er ein lang gezogenes 'Miau'. Er machte kehrt und sprintete in die andere Richtung. Als er Alina erreichte, sah er sie an einem Tor stehen, außen ein Knauf, innen eine Klinke und ein Schloss.

"Wenn wir jetzt drinnen wären, könnten wird die Klinke direkt probieren. Schaffen wir das auch von hier?" fragte Alina. Gerrit sah sich die Sache genauer an. Zusätzlich zu den Gitterstäben befand sich im Bereich von Schloss und Klinke ein Maschendraht. Er versuchte oberhalb des Maschendrahts mit der Hand durch die Gitterstäbe an die Klinke zu kommen. Das ging nicht. "Gib mir mal meine Sonnenbrille" bat er Alina. Sie gab ihm das Etui. Gerrit nahm die Brille heraus und bat "Halt mal." Er nahm das Etui fingerte es durch die Gitterstäbe und versuchte damit, als Verlängerung der Hand, die Klinke herunter zu drücken. Er rutschte ab, bekam aber die Hand samt Etui wieder heraus. Er zitterte und war frustriert.

"Schatz, entspann Dich, mach die Augen zu und spüre!" befahl Natalie und strich ihm zärtlich über den Po. Er atmete tief durch und genoss ihre Berührung. "Jetzt nochmal." flüsterte sie und Gerrit versuchte es nochmal.

Es klappte, die Tür ging auf. "Also, nicht abgeschlossen." konstatierte Alina und die Beiden kehrten zurück aufs Gelände. Alina markierte die Klinke und den Maschendraht mit Heftpflaster und schloss die Tür wieder.

Die beiden blieben bei ihrer Richtung vom Hotelkomplex weg und suchten weiter. An der Biegung des Zauns erkannten sie, dass sie das Ende des Parks wohl erreicht hatten. Es war wohl der Scheitelpunkt der Biegung, als sie ein Gerätehäuschen erblickten. Das Tor war verschlossen. Gerrit schaute sich um und da waren mehrere Blumentöpfe links und rechts vom Tor auf der kleinen Holzveranda, die beiden sahen sich an. Ohne Worte schauten sie unter den Blumentöpfen nach, Alina rechts, Gerrit links. Unter dem letzten Topf lag ein Schlüssel. Sie probierten ihn und er passte. Innen sah es nicht viel anders aus, als in dem anderen Geräteschuppen heute morgen und - ebenfalls - ein zweites Tor, das wohl nach außen führte. Selbst Schlüsselschalter und Notaustaster waren da. Sie wiederholten ihr Prozedere vom Vormittag, es funktionierte und sie waren draußen. Alina markierte das Tor, den Notausschalter und den Blumentopf, schloss wieder ab und wandte sich Gerrit zu.

"Genug der Rache, wir sollten Schluss machen." sagte sie. "Wieso Rache?" fragte Gerrit. "Persönlich kann Laura nichts dafür und ich bin ihr auch nicht wirklich böse, aber: Ich wollte Dir heute morgen demonstrieren, dass wir hier nicht rauskommen, um Dir zu zeigen, dass auch Du mir nicht entrinnen kannst. Wir sind rausgekommen. Welches Licht wirft das auf mich als Herrin?" fragte Alina. Gerrit kamen die Tränen. "Ich sehe, wie du kämpfst, ich spüre, wie du kämpfst, ich stehe zu Dir. Ich gehöre Dir und Du kannst alles mit mir tun." sagte er. "Alles?" fragte Alina. "Alles!" antwortete Gerrit. Alina nahm Gerrit in den Arm und trocknete seine Tränen.

Sie beschlossen, sich ganz gemächlich, spazieren gehend auf den Rückweg zu machen.

Natalie war ziemlich aufgelöst. Seit geraumer Zeit keine Überwachungsbilder mehr, niemand wusste, wo Alina und Gerrit waren. Laura war etwas gefasster, aber es wurmte sie, dass das ausfeilte Sicherheitskonzept wieder nicht funktioniert hatte.

"Wir haben Heftpflaster-Markierungen an einem aufgebogenen Teil des Zauns im südlichen Bereich gefunden." meldete die Security-Mannschaft über Funk. Kurz drauf kam ein weiterer Funkspruch von einem zweiten Team: "Pflaster-Markierungen an einem Tor im südlichen Teil."

Es dauerte nicht lange und das dritte Team meldete. "Pflaster am Tor des Geräteschuppens am Ende des Parks, am Notausschalter innen und einem Blumentopf davor.

"Gebt die genauen Positionen bitte an die Haustechnik weiter, die sollen die Schwachstellen beheben!" ordnete Laura an.

"Ich habe sie schon wieder enttäuscht" seufzte Laura. "Das siehst Du falsch" erwiderte Natalie. "Heute morgen hast Du sie enttäuscht, weil sie dachte, das Sicherheitskonzept ist perfekt und sich im Bezug auf ihre Lektion für Gerrit darauf verlassen hat - und krachend gescheitert ist. Jetzt war die Situation anders, sie wusste dass es Lücken geben kann und wollte Dir eine Lektion erteilen, indem sie sie findet und das ist ihr gelungen." ergänzte sie.

"Wir haben sie wieder auf dem Schirm!" meldete der Ü-Techniker erfreut. Natalie und Laura schauten auf den Bildschirm und trauten ihren Augen nicht. Die beiden schlenderten, Hand in Hand und ganz langsam und lasziv in Richtung Hauptgebäude. Sie lächelten tiefenentspannt.

Natalie sah Laura an, schmunzelte und meinte "Rache genießt man am besten kalt." Laura nickte.
39. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 09.07.26 21:49

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 25)

Laura und Natalie saßen bereits in der Lounge auf einer Couch, als die Tür aufging und Alina und Gerrit herein kamen. "Oh, Ihr seht aber ganz schön gerupft aus!" rief Natalie. Alina antwortete: "Wir sind durchs Unterholz gerannt und durch Büsche gekrochen, das ließ sich nicht vermeiden." "Dann versaut mir nicht die frisch renovierte Lounge. Geht Euch duschen und umziehen, zieht Eure Sachen in der Dusche aus und verstaut sie in den Wäschesäcken, die auf der Ablage liegen." befahl Laura. Die beiden verschwanden.

Natalie hob die Hand, zählte damit bis fünf und ging hinterher. Als sie in Alinas Zimmer kam, hatte die sich bereits einen Wäschesack genommen, war aber noch angezogen. "Komm nochmal mit, wir müssen mit Laura zusammen noch etwas besprechen." sagte Natalie und Alina folgte ihr.

Vor der Couch stand einer der Stühle von den Tischen, mit Handtüchern abgedeckt. Laura forderte Alina auf, sich zu setzen und erzählte von der Idee der Schneiderin, und wie sie und Natalie sie weitergesponnen hatten. Je weiter sie in die Details ging um so breiter wurde Alinas Lächeln.

Als sie geendet hatte, schwieg Alina eine Weile. "Die Vorstellung ist sehr spannend", sagte sie. "Aber zugleich ist das aber auch ziemlich gemein. Entweder Gerrit durchschaut die Zusammenhänge und zumindest ein Teil der Wirkung ist verpufft. Oder er durchschaut es nicht und rechnet die ganze Zeit damit, dass jemand um die Ecke kommt, der ihn kennt und ruft 'Hey Gerrit, was machst Du denn hier?'. Sowas kann zu echten Traumata führen. Für mich ist die Sache damit vom Tisch." entgegnete Alina.

"Vertraut er Dir denn nicht?" fragte Laura. "Ich habe ihm heute Nachmittag von meiner Intention hinter den 'Ausbruchsversuchen' erzählt und er hat sehr emotional reagiert und gesagt, ich könne alles mit ihm tun. Ich habe extra nochmal rückgefragt 'Alles?', er sagte mit Tränen in den Augen 'Alles!'. Von daher könnte ich es tun. Aber ich habe bei dem Kennenlerngespräch gestern auch gemerkt, dass er große Angst vor Kollisionen zwischen seinem neuen Leben und seinem früheren Alltag hat. Das ist ein wunder Punkt." antwortete Alina.

Alle drei schwiegen eine Weile, bis sich Alinas Gesichtszüge aufhellten. "Ich könnte sein Vertrauen auf den Prüfstand stellen, ihn warnen und dann selbst entscheiden lassen. Das könnte gehen." sagte Alina. Natalie schaute auf die Uhr und sagte "Er müsste fertig sein mit der Dusche, geh zu ihm!" "Auf sein Zimmer?" fragte sie. "Ja, Deine Schlüsselkarte ist seit gestern Abend freigeschaltet - ab mit Dir" drängte Natalie.

Alina öffnete die Zimmertür und betrat leise den Raum, ließ die Tür aber einen Spalt breit offen. Gerrit stand in seinem Mieder am Stuhl und legte seine weiteren Sachen parat. Als er spürte dass jemand im Raum ist, drehte er sich erschrocken um, sah sie und entspannte sich gleich wieder. "Ach Du bist es." entfuhr es ihm.

Alina setzte sich aufs Bett und begann "Setz Dich zu mir, wir müssen reden. Keine Sorge, nichts Schlimmes." befahl sie. Gerrit setzte sich und schaute sie neugierig an.

"Es steht für nächste Woche eine Aktion im Raum und es dürfte eine größere sein. Im Moment sind nur Grundzüge da, das Ganze entwickelt sich erst. Diese Aktion ist allerdings heikel. Ich kenne Dich inzwischen ganz gut und hatte das Projekt schon verworfen, bis mir der Gedanke kam, das zu tun, was ich jetzt tue. Ich möchte, dass Du selbst entscheidest, ob es stattfindet oder nicht und zwar, ohne zu wissen, was passieren wird." begann Alina, Gerrit war ein wenig bang.

"Ich warne Dich: Das Projekt kann wunderschön werden, aber auch irritierend, oder sogar traumatisch. Der Schlüsselpunkt ist Dein Vertrauen zu mir. Über das Projekt selbst kann ich nichts erzählen, es würde Alles gefährden.
Grundsätzlich: Ich treffe alle Entscheidungen, ich habe die Verantwortung für Dich und ich sorge dafür, dass Dir nichts geschieht. Das funktioniert aber nur, solange ich Dein uneingeschränktes Vertrauen habe. Ist das an irgendeinem Punkt nicht mehr da oder es kommt auch nur ein kleiner Zweifel auf, kann die Situation entgleiten und Du könntest seelisch Schaden nehmen." mahnte Alina und fragte "Hast Du das verstanden?". Gerrit nickte.

"Also ist die Kernfrage nicht die, ob Du jetzt Vertrauen zu mir hast. Du musst in Dich hineinhorchen und Dich fragen, ob Du Dir wirklich sicher bist, dass dieses Vertrauen auch während des Projekts nicht schwächelt. Ich weiß, dass das viel verlangt ist. Deshalb geh konservativ ran und entscheide nur dann positiv, wenn Du hundertprozentig sicher bist. Das Projekt nicht zu machen, hat keine Konsequenzen für Dich. Du wirst aber auch nichts darüber erfahren, weil es dann nicht mehr weiter verfolgt wird." konkretisierte Alina. "Noch Fragen?"

"Fragen nicht, aber ich möchte noch etwas sagen." antwortete Gerrit und fuhr fort "Ich habe schon vorhin gemerkt, als wir über die Einblicke gesprochen haben, die Du mir in Deine Strategien gewährt hast, dass Du mich ganzheitlich wahrnimmst. BDSM ist zwar ein wichtiger Teil, aber Du nimmst mich mit all meinen Stärken und Schwächen an. Und öffnest Dich daher auch mir mit all Deinen Stärken und Schwächen. Das bewundere ich sehr."

"Das stimmt und das führt dann auch dazu, dass ganz andere Stimmungen ihren Platz haben. Wir haben die Sicherheitsleute heute Nachmittag gründlich gerockt und dabei als komplett verzahntes Team gearbeitet. Das hat mir sehr gefallen und auch da war ein großes Vertrauen spürbar, fast ein Urvertrauen." merkte Alina an.

"An dieses Wort habe ich auch schon gedacht, und während wir jetzt darüber reden, wird mir klar: Ja, mein Vertrauen wird nicht schwächeln. Bring das Projekt auf die Startbahn!" entschied Gerrit.

Alina sah ihm sichtlich bewegt in die Augen. Es herrschte eine Weile Stille. Sie nahm seine Hand und streichelte sie.

"Zieh Dich jetzt weiter an, wir haben eine tolle Party vor uns, sagte Alina und verließ sein Zimmer.

Draußen war Natalie schnell zwei Schritte zurück gegangen, damit die Tür sie nicht traf. Alina schloss die Tür und fragte "Konntest Du alles verstehen?"

"Ja, ich hatte so eine Ahnung und bin Dir hinterher. Jetzt habe ich verstanden, was Du tust: Du kämpfst um Gerrit, aber auch für Gerrit als Teil der Formation, deshalb hast Du die Tür offen gelassen für mich." sagte Natalie bewundernd. "Genau!" bestätigte Alina.
40. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 10.07.26 04:03

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 26)

Natalie und Laura saßen in der Lounge, das Büffet war bereits aufgebaut und sie hatten sich gerade über das Gespräch zwischen Alina und Gerrit ausgetauscht. Laura war angetan, wie Alina Gerrit gewarnt hatte, wie sie das uneingeschränkte Vertrauen zum Schlüsselpunkt gemacht hatte und das nicht nur jetzt, sondern auch für die nächste Woche. Und das Ergebnis war für beide zwar überraschend, angesichts Alinas Ablehnung zuvor, aber sehr stimmig. Schließlich hatte Gerrit selbst und sehr eigenständig und voller Vertrauen entschieden, dass das Projekt stattfinden sollte. Führungsqualitäten hatte Alina in jedem Fall, auch über BDSM hinaus, konstatierten sie.

Alina betrat die Lounge und wunderte sich, dass Gerrit nicht da war. "War Gerrit nach unserem Gespräch noch gar nicht da?" fragte Alina. "Nein", antwortete Natalie. "Ich schau mal nach." sagte Alina und ging wieder raus.

Gerrit saß in seinem Zimmer, immer noch im Mieder, auf dem Stuhl und schien bedrückt. Alina fragte, was los sei und erfuhr, dass Gerrit nicht weiter wusste. "Ich habe nach dem Duschen zwar eine frische Unterhose angezogen, dann aber unbedachterweise das von heute Nachmittag durchschwitzte Mieder darüber. Aufgefallen ist mir der Fehler aber erst, als Du schon wieder weg warst. Nun habe ich aber kein zweites Mieder, wollte es aber nicht einfach weglassen. Beim Duschen wollte ich Dich auch nicht stören und so hab ich mir ein Handtuch drunter gelegt, mich auf den Stuhl gesetzt und auf Dich gewartet." erklärte Gerrit. "Dummes Ding" schimpfte Alina schmunzelnd. "Dann dusch dich jetzt mal schnell nochmal untenrum bzw. im Bereich, den das Mieder abdeckt, zieh eine frische Unterhose an und mach Dich fertig - ohne Mieder! Wie viele von Deinen Lieblingshosen hast Du eigentlich mit?" fragte sie. "Alle fünf, mehr gab es nicht mehr in dieser Größe. Eine hatte ich gestern an, die zweite habe ich heute ruiniert, bleiben also drei." erklärte Gerrit. "Na dann reichts ja noch bis Montag - ich frag mal, wie das hier mit dem Waschen funktioniert. Und nun beeile Dich, das Büffet steht schon parat." befahl Alina und ging.

Als Alina in der Lounge Bericht erstattet hatte, mussten alle drei herzlich lachen. "Was für ein verrücktes Huhn." kommentierte Laura und ergänzte "Am Outfit müssen wir noch arbeiten." "Ja, auch an den Schuhen. Die Sneaker mögen zwar bequem sein, elegant sind sie jedoch nicht. Das ist mir gestern auf dem Dancefloor schon aufgefallen" warf Alina ein. "Daran könnte man vielleicht sehr schnell etwas ändern. Unsere Schuhmacherin, ich habe Euch von ihr erzählt, ist Fan von Pretty Pink und wird hier sein. Vielleicht kann sie kurzfristig aushelfen. Ich rufe sie gerade mal an.

Gerrit kam rein, alle grinsten süffisant. "Ist was?" fragte Gerrit. "Nein, nichts, nimm Dir was zu Essen und setz Dich." sagte Natalie.

Laura ergriff das Wort: "So jetzt mal zum Abendprogramm: Wir starten mit 'Pretty Pink' auf Floor 2, später kommt, ein wenig überlappend, 'Paul van Dyk' auf Floor 1 und den Abschluss macht auf Floor 2 'Kölsch'.

Alina war hingerissen "'Pretty Pink', Anne wollte ich immer schon mal live sehen."

"Generell: Backstage-Meetings gibt es heute nicht, dafür ist alles zu eng getaktet." erklärte Laura. Alina war enttäuscht und Laura runzelte die Stirn.

Lauras Telefon klingelte, sie hörte zu, sprach kurz und legte auf. Die Schuhmacherin ist da, wir treffen sie unten. Gerrit war irritiert, Alina meinte knapp "Du bekommst jetzt elegantere Schuhe, komm!".

Sie nahm ihn bei der Hand und alle vier verließen die Lounge.

Unten angekommen, sie standen vor der Tür zum Schuhmacher-Atelier, forderte Laura Natalie auf "Probiere mal!" Natalie brauchte einen Moment, um zu verstehen, was sie meinte und führte dann ihre Schlüsselkarte ein. Die Tür öffnete sich. "Ich habe Dir ja gesagt, Deine Schlüsselkarte kann fast alles, hast Du wohl nicht wörtlich genommen." schmunzelte Laura.

Sie traten ein und kurz drauf stand die Schuhmacherin vor ihr. "Um wen geht es?" fragte sie. Alina deutete auf Gerrit. Die Schuhmacherin betrachtete ihn von oben bis unten, schloss die Augen, atmete tief durch und sagte "Weibliche Schuhe und damit der Schwung der Hose erhalten bleibt, würde ich Stiefeletten aus Glattleder vorschlagen." Alina nickte. "Größe 41?" fragte die Schuhmacherin, Gerrit nickte und sie verschwand. Als sie wieder kam, hatte sie zwei Kartons in der Hand und erklärte "Dieses Modell dürfte im Stil gut passen, ich habe mal 41 und 42 mitgebracht, in der Damenkollektion fällt 41 oft kleiner aus als in der Herrenkollektion. Probiere mal!" fordert sie Gerrit auf. Gerrit zog die Stiefel an, hoher Keilabsatz, sehr dezent aber elegant und verstand Alina. Nach dem kurzen Catwalk konstatierte die Schuhmacherin "wie ich dachte, probiere mal die 42!" Gerrit wechselte die Stiefeletten und sie hatte recht. Diese Größe passte besser.

Er ging auf und ab, das fühlte sich gut an, Erinnerungen kamen auf. Alina war erstaunt und begeistert, die Schuhe betonten die durch die Hose bereits sehr feminine Ausstrahlung noch deutlich. "Du kannst sie gleich anbehalten, aber Du musst Dich noch ein wenig wieder daran gewöhnen. Dass Du Erfahrung hast, sehe ich, lauf mal ein bisschen quer durchs Haus, bevor Du auf die Tanzfläche gehst." empfahl die Schuhmacherin und sah sich sein T-Shirt an. Alina reagierte sofort und warf ein "Wir hatten oben bei der Schneiderin schon eine schöne Bluse gekauft, die aber heute bei einem Ausflug ins Gebüsch gelitten hat und im Moment nicht einsatzbereit ist." "Wann war das?" fragte sie. "Gestern Nachmittag, kurz vor Geschäftsschluss." antwortete Alina. "Möglicherweise kann ich helfen, gehen wir mal hoch." sagte die Schuhmacherin, hielt die Tür auf, machte das Licht aus und schloss ab.

"Geh mal voran!" sagte sie zu Gerrit und blieb hinter ihm. Laura setzte sich an die Spitze, denn sie kannte, im Gegensatz zu Gerrit, den Weg. Alina lief mit Natalie neben der Schuhmacherin. "Wollt Ihr auch zu 'Pretty Pink'?" fragte die Schuhmacherin. "Oh ja!" antwortete Alina. "Dann können wir ja gemeinsam hingehen. Übrigens, Deine Sub, sorry Dein Sub ist gut. Das Gangbild hat sich auf den paar Metern schon deutlich verbessert." merkte die Schuhmacherin an. Alina staunte "Du bist echt gut, Gerrit fühlt wirklich weiblich, insofern ist sie tatsächlich meine Sub."

"Ja, das ist das faszinierende an Laura. Sie lebt den Diversitätsgedanken total. Hier gibt es alles, hetero, lesbisch, schwul, transsexuell, non-binär, sie ist offen für Alles und hält das Team zusammen. Ich habe noch nie so einen Teamgeist erlebt, wie hier." erklärte die Schuhmacherin. Natalie pflichtete ihr bei "Ihre Offenheit und der Teamzusammenhalt hier sind mir auch extrem positiv aufgefallen." Die Schuhmacherin unterbrach "Schau mal, sie ist wieder drin. Du kannst direkt mit ihr auf die Tanzfläche. Sieh Dir mal die Flüssigkeit und Eleganz ihres Gangbilds an. Perfekt. Ich glaube sie wird einen Tollen Abend haben. Ich stimme mich mal kurz mit Laura ab."

Alina beobachtete Gerrit und war beeindruckt. Seine Bewegungen waren so harmonisch und ausdrucksstark, als hätte er nie etwas anderes getragen. Das war wirklich ein Mädchen und sie bereute es fast, ihren Wunschnamen 'Johanna' heute noch kaum verwendet zu haben.

Die Schuhmacherin hatte sich wieder zurückfallen lassen und war jetzt wieder neben Natalie und Alina. "Laura reserviert mir einen Platz neben Euch. Wir werden den Abend gemeinsam genießen. Übrigens, ich bin Charlotte." verkündete sie zufrieden." Alina stellte ihr die anderen vor.

Kurz drauf hatten sie das Atelier der Schneiderin erreicht. Charlotte öffnete die Tür und sie traten ein. Sie ging zur Kasse und checkte die Buchungen und fand etwas, was von der Artikelbezeichnung und der Uhrzeit des Kaufs her passen könnte. Sie notierte sich die Daten und ging ins Lager.

Sie kehrte mit einer Bluse zurück und gab sie Gerrit. Der ging in die Umkleide und kam kurz drauf wieder. Die anderen begutachteten das Teil. "Das ist exakt die Bluse, die wir gestern gekauft haben." sagte Alina. Natalie und Laura waren der selben Ansicht. "Dann buchen wir das mal", sagte Charlotte, Alina zahlte, packte das T-Shirt ein und sie verließen gemeinsam das Atelier.

"So, nachdem wir das nun erledigt haben und Gerrit für den Abend bestens gerüstet ist - die Stiefeletten sind übrigens toll, Charlotte - trinken wir jetzt alle im privaten Bereich noch etwas, wer Hunger hat, kann auch noch etwas essen. Und dann genießen wir 'Pretty Pink'!" rief Laura und sie machten sich auf den Weg.

Zurück in der Lounge stellte sich heraus, alle hatten noch Hunger, getrunken wurde eher weniger. Als die Teller leer waren, bildeten sich kleine Grüppchen, die miteinander redeten.

Charlotte kam auf Natalie zu und fragte, "ich muss mich noch umziehen. Wo kann ich das machen?" Natalie führte sie in ihr Zimmer und ließ sie allein.

Als Charlotte zurück kam in die Lounge verstummten die Gespräche. Alle Blicke richteten sich auf sie. Wallende lange schwarze Haare, ein Oberteil mit weiten langen Ärmeln. Der untere Saum des Oberteils reichte bis zu den Oberschenkeln, dazu enge Leggings und Over-Knee-Rauh-Leder-Stiefel mit hohen Keilabsätzen. Alles in schwarz, ergänzt durch Lippenstift und Nagellack in Schwarz, ergab sich eine beeindruckende Erscheinung.

"Wow, Charlotte, Du rockst uns wieder mal." rief Laura und ergänzte "Die Zeit ist reif, 'Pretty Pink' wartet. Let's go!"

41. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 10.07.26 22:12

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 27)

Das ausgelassene Quintett hatte gerade im Lounge-Bereich an ihrem Tisch Platz genommen, als Lauras Telefon klingelte. Sie ging dran, hörte kurz zu, legte wieder auf und bedeutete Alina ihr zu folgen.

"Keine Backstage-Meetings hatte ich gesagt und dabei bleibt es grundsätzlich auch. Allerdings möchte ich Dich Pretty Pink kurz vorstellen, wirklich nur kurz. Und das läuft folgendermaßen: Wenn wir den Raum betreten haben, stellst Du dich vor sie, gerader Rücken, Kopf hoch, die Arme entspannt an den Seiten und siehst sie lächelnd an. Schau ihr tief in die Augen und zähle bis zehn. Dann senkst Du erst die Augen, dann den Kopf, machst einen Knicks, drehst Dich auf dem Absatz und schreitest elegant zurück zur Tür, die ich Dir aufhalten werde. In weniger als einer Minute sollten wir wieder raus sein. Genau das habe ich ihr nämlich versprochen, ich habe ihr gesagt, sie solle, nachdem sie Tür geöffnet hat, einfach drei Schritte zurück gehen und schauen, bis wir wieder weg sind. Alles klar?" erklärte Laura.

"Im Prinzip ja, aber kann ich den Knicks vorher nochmal üben, ich weiß nicht, wann ich das das letzte Mal gemacht habe?" sorgte sich Alina. "Bevor wir anklopfen, kannst Du kurz üben. Und: Konzentriere Dich ganz auf die Aufgabe, erstarre nicht zur Salzsäule, sieh ihr tief in die Augen, ohne Scheu, aber nicht herausfordernd und vergiss nicht zu zählen, Time is the Key!" ermahnte Laura.

Sie hatten die Garderobe erreicht und stoppten. Alina übte den Knicks, der erste misslang, Laura demonstrierte in Zeitlupe den Ablauf und dann nochmal in Echtzeit. Alinas zweiter Versuch saß. Laura schaute fragend, Alina nickte.

Die Tür öffnete sich und die Vorstellung begann. Alinas Aufregung war verschwunden, sie war voll konzentriert, tat exakt das, was Laura gesagt hatte. Der Blick in die Augen von Pretty Pink war überwältigend, sie stockte beim Zählen, erreichte aber irgendwie doch die zehn und senkte die Augen. Der Rest verlief wieder genau nach Drehbuch und kurz drauf standen beide vor der Garderobe, Laura hatte die Tür geschlossen.

"Was war das? Eigentlich ein ganz einfacher Ablauf und ich stehe hier und zittere, wie Espenlaub." fragte Alina mit bebender Stimme. Laura nahm sie in den Arm und wartete, bis sich Alina etwas beruhigt hatte. Sie nahm sie an der Hand und die beiden kehrten zum Lounge-Bereich zurück.

"Was war eigentlich Deine Absicht hinter dieser Performance?" fragte Alina. "Warte ab, Liebes, vielleicht funktioniert es und dann wirst Du es wissen." antwortete Laura.

Die beiden setzten sich auf ihre Plätze. Die anderen sahen sich fragend an.

Plötzlich erschien Pretty Pink am Bühnenaufgang, zögerte ein wenig und blickte sich im Lounge-Bereich um.
Sie sah Alina mit ihrer Maske, lächelte ihr zu und nickte.

Sodann eilte sie zielstrebig an ihr Pult, wurde vom frenetischen Jubel des Publikums begrüßt und das Set begann.

42. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 11.07.26 01:20

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtundzwanzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

"Sie hat mich angelächelt und mir zugenickt." staunte Natalie an Laura gewandt. "Ja, ihr hat Deine Performance offenbar gefallen. Insofern gehe ich davon aus, dass die kleine Überraschung, die ich vorbereitet habe, Wirklichkeit wird. Und die ist nicht nur für Dich gedacht. Nun aber Schluss mit dem Thema, warten wir ab." entschied Laura.

Gerrit beobachtete Alina, die sich wieder mit der Maske und einem Strohhalm an ihrem Mineralwasser zu schaffen machte. "Eigentlich ist das ungerecht, meine Herrin muss sich mit der Maske herumplagen und ich sitze hier ohne." merkte Gerrit an. "Wir haben darüber geredet und Deine Beweggründe sind einleuchtend, für mich ist das kein Problem. Außerdem ist sie für mich ein Schutz, wo ich doch nun keinen Schleier mehr trage." konterte Alina. "Aber vielleicht sollte ich mich überwinden und mich etwas warm laufen, mit Blick auf die nächste Woche." gab Gerrit zu Bedenken.

Laura unterbrach das Gespräch. "Kleines, Du hast jetzt drei Gläser Mineralwasser in der letzten halben Stunde getrunken, wir wollen gleich auf die Tanzfläche. Vom Floor aus ist der Weg deutlich länger. Geh doch grad mal Pippi machen, dann können wir los."

Alina war etwas irritiert, fand das aber letztlich logisch und stand auf.

"Sorry Gerrit, ich musste dazwischen gehen. Warm laufen ist nicht schlecht, der Zeitpunkt ist aber denkbar schlecht. Ich brauche Deine Maske, wenn Du sie mir leihst. Und da ich sie sicherheitshalber vorher noch in unserem UV-Gerät für Textilien desinfizieren lassen möchte, brauch ich sie jetzt. Du bekommst sie auch desinfiziert zurück. Mehr kann ich im Moment nicht sagen. Darf ich sie abholen lassen?" fragte Laura. "Kein Problem." sagte Gerrit und erklärte ihr, wo sie liegt. Laura stand auf, entfernte sich ein Stück und telefonierte.

Alina war wieder da und fragte Gerrit, ob er seine Maske holen wolle. "Mir ist noch ein wenig unwohl, vielleicht verschieben wir das auf später. Das Set von Kölsch läuft mitten in der Nacht, da ist das Risiko geringer." entgegnete er.

"Wieso heißt der eigentlich Kölsch, das ist doch eine Biersorte?" fragte Alina. Gerrit erklärte, dass das ein dänischer DJ ist, dessen bürgerlicher Name einen Buchstaben enthält, den es in der deutschen Sprache nicht gibt. Um keinen reinen Kunstnamen erfinden zu müssen, hat er diesen Buchstaben durch das 'ö' ersetzt, das in Deutschland geläufig ist. Und damit war sein neuer Künstlername geboren, der hier und auch in anderen europäischen Ländern keine Probleme macht.

Laura war wieder da. "Sorry, ich musste noch etwas regeln, jetzt sollten wir aber tanzen. Alina, möchtest Du mit mir tanzen?" fragte Laura. Alina war überrascht. "Ich hab Dich noch nie tanzen sehen." sagte sie und sah Natalie fragend an. Die nickte und kurz drauf waren die beiden auf dem Weg.

"Und, darf Gerrit mit mir tanzen?" fragte Charlotte Natalie. Die nickte wieder und kurz drauf war sie allein am Tisch und bestellte sich einen Sekt.

Sie schloss die Augen und tauchte in die Musik ein. Dieses Wochenende hatte es in sich, dachte sie und die Dynamik hier war schlichtweg berauschend.

Sie dachte an den Abend zuvor und den Tanz allein in der Menge. Das war sehr erfrischend. Sie hatte sich aber nicht so richtig gehen lassen können, da sie ja eigentlich zu Alina und Gerrit hin tanzen wollte, was gründlich schief ging.

Jetzt waren ihre beiden in guten Händen. Sie vertraute Charlotte bereits, obwohl sie sie noch nicht so gut kannte. Aber Laura kannte sie sehr gut und Laura hatte ihr Vertrauen schon seit langer Zeit. Und die Überwachungseinheit war sicher auch auf dem Posten.

Warum nicht, ganz unbelastet von Verantwortung, noch einen freien Tanz allein wagen?.

Natalie schrieb eine entsprechende Nachricht und gab als nächsten Treffpunkt ihre private Lounge an, um vor dem Set von Paul van Dyk noch einen kleinen Imbiss nehmen zu können. Sie legte den Zettel auf den Tisch, beschwerte ihn mit einem Glas und ging Richtung Dance-Floor.

"Concentrate, Concentrate" tönte es aus den Boxen.

43. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 11.07.26 20:59

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 29)

Gerrit begriff sehr schnell, was Charlotte unter Tanzen verstand. Kaum hatten sie die Tanzfläche betreten, machte sie einen Ausfallschritt, wirbelte um ihn herum und verpasste ihm von hinten einen Stoß mit ihrer Hüfte. Er hatte sich mit der Einschätzung ihrer musikalischen Wurzeln nicht geirrt, Punk und Pogo. Wie sie zum Deep House gekommen war, musste sie ihm später mal erklären. Wieder war sie außer Sicht und er bekam den nächsten Stoß.

Das wiederholte sich etliche Male, bis Gerrit sich sagte "Jetzt geht mir das aber wirklich auf den Senkel!"

Gerrit konzentrierte sich auf ihre Augen und versuchte, ihre nächste Aktion zu erahnen, vor allem die Richtung. Gleichzeitig vollführte er mit Armen und Händen eine Art Ausdruckstanz, rhythmisch und melodisch mit der Musik synchronisiert. Es musste für Außenstehende so aussehen, als wolle er eine Schlange beschwören.

Charlotte täuschte einen Ausfallschritt nach links an, aber wechselte nach rechts. Er hattes es erahnt, und drehte sich mit. Immer wieder versuchte sie, ihn auszukurven, es gelang ihr aber nicht mehr oft. Also schien sie sich entschieden zu haben, ihn auch frontal anzugehen. Als seine Hände sich fließend in Kopfhöhe befanden, sah sie ihre Chance, drehte die Hüfte und versuchte es. Gerrit konnte noch so eben eine Vierteldrehung machen und den Stoß mit seiner Hüfte abfangen. "Gerade nochmal gut gegangen, das wäre sonst richtig schmerzhaft geworden" dachte Gerrit. Sie belauerten sich weiter.

Sie waren so mit sich beschäftigt, dass sie nicht mitbekommen hatten, dass die anderen Tänzer um sie herum sich ihnen zugewandt hatten und das Schauspiel amüsiert betrachteten.

Laura und Alina unterdessen waren ganz nah an der Bühne geblieben, um möglichst viel von Pretty Pink sehen zu können. Alina war - wie gestern - sehr exaltiert, Laura hingegen deutlich gesetzter. Trotzdem war da eine tiefe Harmonie zwischen den beiden.

"Schauen wir mal, was die anderen machen?" fragte Laura. Alina nickte und sie tanzten dem Aufgang zum Lounge-Bereich entgegen.

Sie fanden den Zettel auf dem leeren Tisch, gingen zurück zum Floor und überblickten die feiernde Menge.
Alina hatte Gerrit und Charlotte zuerst gesehen, deutete für Laura in die Richtung und fragte erstaunt "Was machen die denn da?" Laura erwiderte lachend "Das nennt sich Pogo, aber das hier ist eine Variante. Normal geht es Hüfte gegen Hüfte und zwar synchron. Charlotte versucht aber, hinter Gerrit zu kommen und zielt mit ihrem Hüftstoss auf seinen Po. Er wiederum versucht, zu verhindern, dass sie hinter ihn kommt. Er dreht sich mit und hält sie mit seinen sehr anmutigen und auf die Musik abgestimmten Arm- und Hand-Bewegungen auf Distanz." erklärte Laura.

Sie schauten noch eine Weile zu und versuchten dann, Natalie zu finden, ohne Erfolg. Laura rief bei ihrer Überwachungscrew an und erfuhr, dass sie beiläufig gesichtet wurde, bester Laune war, ausgelassen tanzte - und wieder abdriftete. Sie informierte Alina, die fragte, ob sie etwas unternehmen würde.

"Nein, Liebes, heute nicht. Sie weiß jetzt, dass ihre Schlüsselkarte fast alle Türen im Haus öffnet. Deshalb hab ich sie bei Charlotte aufgefordert, es dort doch mal zu probieren. Gesagt hatte ich es ihr schon mehrmals, sie hat sie auch schon auf dem Weg in die Überwachungszentrale genutzt, aber so ganz hatte sie die Reichweite der Berechtigungen wohl noch nicht begriffen. Also, egal wo sie strandet, ich denke, sie wird mit Hilfe der Karte den Rückweg in Eure Lounge finden." erklärte Laura.

"Wieso hast Du ihr denn diese ganzen Rechte erteilt?" fragte Alina weiter. "Weil ich möchte, dass sie spürt, dass ihr hier alle Türen offen stehen." antwortete Laura. "Und warum?" insistierte Natalie. "Um das zu beantworten, müsste ich vorher ihre Zustimmung einholen. Ich weiß nicht, wieviel Du weißt und wissen darfst." entgegnete Laura.

Alina ließ nicht locker. "Ich weiß, dass ihre frühere Herrin sie hierhin geschickt hat, um kochen zu lernen. Und dass sie in dieser Zeit unter Deiner Obhut stand. Das hat sie mir gestern auf der Fahrt erzählt."

Laura war erfreut. "Dann bist Du ja im Bilde. Also, im Moment gibt es viele offene Fragen bei Euch und Natalie hat alle Hände damit zu tun, die ungeheure Dynamik im Griff zu behalten. Ich versuche, mich so wenig wie möglich einzumischen, aber soviel wie möglich zu helfen. Und ich habe den Eindruck, dass es für sie entlastend sein kann, wenn sie spürt, dass ihr hier alle Türen offen stehen, egal, was passiert".

Alina war gerührt, dachte nach und fragte besorgt "Gilt das auch für mich?" Laura strich ihr übers Haar "Aber natürlich. Ich bin sicher dass ihr beide zusammen gehört. Möglicherweise bekommst Du auch eine so mächtige Schlüsselkarte, aber das hängt von Eurer künftigen Konstellation ab. Du bist gerade auf einem sehr aufregenden Weg. Du bist Herrin geworden. Noch bist Du auch Sub, vielleicht wirst Du aber mit Natalie bald Seite an Seite herrschen und ihre Partnerin sein. Damit wäre auch das Problem der Macht-Kaskade gelöst und dann bekommst Du auch eine so mächtige Schlüsselkarte."

Alina war ergriffen und atmete tief durch.

Laura ergriff ihre Hand und sagte zärtlich "Komm wir gehen nach oben und schauen mal in der Überwachung, wohin sie gedriftet ist.


44. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 11.07.26 23:36

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 30)

Natalie hatte bereits gemerkt, dass sie wieder abgedriftet war, aber es hatte sie nicht gestört. Irgendeinen Ausgang würde sie wohl finden, die anderen waren ja informiert. Sie tanzte weiter, interagierte unterwegs immer mal wieder mit Tänzerinnen, denen sie begegnete und die sie interessant fand.

Langsam wurde sie durstig und schaute sich um. Sie fand eine Bar, etwa 30 Meter weiter und tanzte drauf zu. Sie bestellte sich ein Bier, nippte daran und blickte entspannt auf die feiernden Menschen. Es war eine tolle Atmosphäre hier und sie freute sich schon auf Paul van Dyk.

Dann wurde ihr bewusst, dass sie sich ja noch mit den anderen in ihrer Lounge treffen wollte und blickte auf die Uhr. Sie war erstaunt, wie spät es schon war, trank ihr Bier aus und fragte an der Bar nach dem Ausgang. Als sie den Dance-Floor verlassen hatte, versuchte sie, sich zu orientieren.

'Notausgang' war nicht sinnvoll, der führt am schnellsten Weg aus dem Gebäude heraus, 'Rezeption' war schon besser, aber sie wusste nicht, wie weit die von hier entfernt ist, 'Verwaltung' fand sie auch noch. Da waren wir schon, dachte sie und machte sich auf den Weg. Die Karte öffnete die Tür und sie befand sich in einem auf Nachtbeleuchtung abgedunkeltem Flur. Zunächst mal kam ihr nichts bekannt vor und sie ging einfach weiter. Sie hatte sich schon gefragt, ob das wirklich eine gute Idee gewesen war, als sie schließlich eine Aufschrift 'Verwaltung - Technik' fand. Und die kam ihr bekannt vor, sie nahm ihre Schlüsselkarte und betrat den Flur. Etwa 30 Meter weiter gab es eine weitere Zwischentür, über ihr stand 'Security-Bereich'. Natalie dachte sich: "Gleich müsste die Überwachung kommen." und setzte ihren Weg fort. Und so war es auch, sie schob ihre Schlüsselkarte ein und die Tür öffnete sich. "Hi, Jungs! begrüßte sie die beiden Techniker und fragte "Wo sind denn meine Mädels?"

"Alina und Laura waren eben auf dem Weg nach oben, ich denke sie müssten schon da sein. Gerrit und Charlotte waren eben noch auf dem Dance-Floor. Zoom mal ran." bat er seinen Kollegen.

Natalie schaute sich das Schauspiel fasziniert an und fragte "Wie lange machen die das schon?" Der zweite Techniker antwortete lachend "Schon den ganzen Abend. Aber das, was Du hier siehst, hat erst vor einer Viertelstunde begonnen. Anfangs hat Charlotte die Oberhand gehabt und Gerrit angebounced. Der schien zunächst ein wenig hilflos und hat dann auf Abwehr geschaltet, sodass Charlotte kaum noch zum Bounce kam. Jetzt ist sie offenbar etwas erschöpft, sie hat sich viel mehr bewegt, als er. Und nun kontert Gerrit und landet einen Bounce nach dem anderen." Natalie amüsierte sich "Das ist kein Tanz, sondern ein Kampf, nein, besser ein Tanzkampf, denn ästhetisch und im Rhythmus ist es allemal. Macht Charlotte das immer?" fragte Natalie. "Ja, das ist ihre Spezialität, aber Gerrit hält sich hervorragend und das nicht nur angesichts des Alters. Es könnte sein, dass sie bald die weiße Fahne hisst." antwortete der Techniker.

"Schaltet Ihr uns das Live-Bild hoch, ich muss etwas essen?" fragte Natalie. "Kein Problem. Dann guten Appetit und viel Spaß noch" wünschte der Techniker. "Euch auch!" returnierte Natalie schmunzelnd. "Werden wir haben!" sagten die beiden im Chor und grinsten.

Natalie hatte es sich verkniffen, nach dem Weg zu fragen. Da musste sie jetzt allein durch und erinnerte sich, dass sie beim letzten Mal aus der anderen Richtung gekommen waren. Also jetzt rechts, durch zwei Zwischentüren und dann müsste der Aufzug kommen, dachte sie sich und verfolgte die Marschroute. Am Aufzug war sie erleichtert.
"Doch nicht ganz so verpeilt." konstatierte sie und führte ihre Schlüsselkarte ein. Die Tür öffnete sich.


45. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 12.07.26 03:17

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 31)

Als Natalie aus dem Aufzug kam, stand Laura vor ihr. "Ganz kurz, ich habe vorhin etwas Unbedachtes zu Alina gesagt. Wir haben über Deine Schlüsselkarte gesprochen und sie hat gefragt, warum ich Dir all die Berechtigungen gegeben habe. Ich habe ihr gesagt, dass ich möchte, dass Du weißt, dass Dir hier alle Türen offen stehen. Sie hat gefragt, ob das auch für sie gilt. Ich habe das bestätigt, weil sie ohnehin zu Dir gehört, aber auch angedeutet, dass sich Eure Konstellation vielleicht ändern könnte und sie zu Deiner Partnerin auf Augenhöhe werden könnte und nur dann ebenfalls eine so mächtige Schlüsselkarte bekäme. Es stand mir nicht zu, diese Andeutung zu machen. Wie hat schon Erich Kästner gesagt 'gut gemeint ist schlecht gemacht' und das trifft in diesem Fall eindeutig auf mich zu. Ich bitte Dich vielmals um Entschuldigung." sagte Laura.

Natalie dachte nach und meinte "Im Grunde war es ein Fehler, aber die Tatsache, das Du es gesagt hast, hat für mich sogar einen Vorteil. Mit der Unterwerfung von Gerrit hat sie bereits als gefühlte Assistentin von mir agiert und ich habe sie dafür zusammengestaucht. Später habe ich aber auch schon gedacht, dass sie als solche vielleicht besser klar käme, die Macht-Kaskade ist keine optimale Konstellation. Und inzwischen freunde ich mich selbst langsam mit dem Gedanken an, sie wirklich partnerschaftlich und nicht als Sub an meiner Seite zu haben, bin aber noch nicht ganz soweit. Du hast mir eben Zeit verschafft, meine Position zu finden und auch zu beobachten, wie sie mit der von Dir angedeuteten Perspektive umgeht. Und ich kann ihr gegenüber solange konsistent bleiben, bis ich weiß, was ich will. Und damit kann sie sich weiterhin sicher fühlen. Ich denke, ich sollte Dir Danke sagen."

"Ich bin immer wieder sehr bewegt, wie weise Du die Zusammenhänge analysierst und wie verantwortungsvoll Du als Herrin agierst. Dass Dir hier alle Türen offenstehen, war eine richtige Entscheidung und sie kommt aus tiefstem Herzen." seufzte Laura.

"Du, und gewirkt hat es durchaus. Ich bin eben unter Nutzung der Karte in die Überwachungszentrale und habe ganz selbstverständlich gesagt 'Hi Jungs, wo sind denn meine Mädels?'. Und die haben mir alles erzählt, auch über Charlotte und Gerrit und mich zuschauen lassen, Gerrit hat im Moment übrigens 'Advantage'.

"Dann lass uns schauen, wie der Spielstand ist." sagte Laura grinsend und sie verließen den Flur.

"Kommt schnell, Gerrit hat sie gerockt!" rief Alina aufgeregt, als die beiden die Lounge betraten. "Er hat solange auf Abwehr gespielt, sie mit vollster Konzentration aber ohne großen Kraftaufwand ausgetrickst, während sie mit viel Power versucht hat, Angriff auf Angriff zu fahren und dabei immer wieder gescheitert ist. Vor einer halben Stunde hat er auf Angriff umgeschaltet, sie ist inzwischen erschöpft, reagiert nicht mehr so schnell und er landet Treffer auf Treffer." erklärte Alina begeistert.

Die drei verfolgten noch eine Weile die Szenerie, bis Charlotte stoppte, sich vor Gerrit aufbaute, den Kopf sinken ließ, die Arme vor der Brust kreuzte und sich vor ihm verneigte. Gerrit verschränkte ebenfalls seine Arme vor der Brust und verneigte sich vor ihr.

"Wow, die beiden haben wirklich Respekt voreinander und sie zeigen ihn auch" meinte Natalie. Die umstehenden Tänzerinnen und Tänzer applaudierten minutenlang.

"Es wird Zeit. Etwas essen, frisch machen und dann müssen wir zu Paul van Dyk" mahnte Laura und ergänzte "Ich hoffe, die beiden sind rechtzeitig hier".

Es dauerte nicht lange, bis die Tür auf ging und sie herein kamen. "Ich vermute, Ihr müsst duschen, oder sehe ich das falsch?" fragte Laura. "Nein, das siehst Du richtig." antwortete Charlotte. "Hast Du Sachen zum Wechseln dabei?" fragte Laura. Charlotte nickte. "Natalie, bring sie mal ins Spielzimmer, dort kann sie sich duschen." Die beiden verschwanden. Gerrit folgte direkt und ging in sein Zimmer. "Alina, musst Du auch duschen oder geht's eine Nummer kleiner?" fragte Laura. "Geht auch kleiner." antwortete sie und huschte durch die Tür. Als letzte verließ Laura die Tür und traf Natalie auf dem Flur. "Lässt Du mich mal kurz vor, ich muss gleich noch ein paar Telefonate führen. Darf ich Dein Bad benutzen?" fragte Laura. Natalie nickte und ging etwas essen. Sie war noch nicht ganz fertig, als Laura bereits zurück kam. Natalie fragte "Warum die Eile?" "Ich habe eine Überraschung vorbereitet, eigentlich für Alina aber ich denke, wir werden alle unsere Freude dran haben. Nun geh, mach Dich parat." antwortete Laura.

Sie stand in der Lounge, telefonierte mehrere Male, steckte dann ihr Telefon weg und widmete sich dem Büffet. Die erste, die zurück kam, war Alina. Sie nahm sich etwas vom Büffet und setzte sich zu Laura. "Fändest Du es schlimm, wenn Du nicht mehr Sub, sondern Partnerin von Natalie wärest?" fragte Laura. Alina dachte lange nach und antwortete schließlich: "Das ist vielschichtig. Ich muss mich zumindest als ihre Assistentin gefühlt haben, als ich Gerrit unterworden habe, da war eindeutig ein wir und kein ich. Deswegen hat mich die Standpauke auch so getroffen. Aber das, was ich verursacht habe, muss ich auch ausbaden und so bin ich, eigentlich unbeabsichtigterweise selbst Herrin geworden. Als Partnerin von Natalie, auf Augenhöhe, sehe ich mich definitiv nicht. Eigentlich würde ich gern Sub bleiben, aber angesichts der Ereignisse könnte ich mir Assistentin auch vorstellen. Aber dazu sollte sie den Vertrag, den ich unbedachterweise in ihrem Namen mit Gerrit geschlossen habe, auch selbst ratifizieren. Eine erfahrene und eine unerfahrene Herrin ist für Gerrit in jedem Fall besser, als nur eine unerfahrene Herrin." "Stehst Du, ganzheitlich gesehen, zu Gerrit?" fragte Laura. "Mittlerweile kann ich sagen: Eindeutig ja. Da ist inzwischen eine Vertrautheit und ein gegenseitiges Vertrauen gewachsen, das es mir moralisch und auch vom Herzen her verbietet, ihn fallen zu lassen oder sie." antwortete Alina. "Ist Gerrit für Dich eher Frau oder Mann?" fragte Laura. "Mann sicher nicht, vielleicht einmal vor Urzeiten, aber die Weiblichkeit ist einfach zu präsent, Frau sicher auch nicht. Gerrit ist ein Mädchen im männlichen Körper und zudem absolut lesbisch. Vom Mädchen zur Frau wird man offiziell durch Sex. Wie soll das funktionieren, wenn man im falschen Körper steckt. Geht einfach nicht. Insofern wird Gerrit wohl auch Mädchen bleiben und ehrlich gesagt, diese Mädchenhaftigkeit liebe ich sehr. Sie entspricht mir und das ist wohl auch der Grund für die Tiefe unserer Vertrauensbeziehung. Ich habe auch noch nie normalen Sex gehabt und das soll auch so bleiben." erwiderte Alina tiefgründig.

Natalie, Charlotte und Gerrit kamen fast gleichzeitig zurück.

"So, Mädels!" hob Laura an. "Fürs Essen bleibt keine Zeit mehr, denn unten wartet eine Überraschung auf uns und die wollen wir doch nicht warten lassen. Wer noch Hunger hat, kann sich unten im Lounge-Bereich noch etwas bestellen. Ich hab schon alles vorbereitet." verkündete Laura und beendete ihre Ansage mit "Cleared for takeoff and go". Das Quintett hob ab.


46. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 12.07.26 19:11

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 32)

Als die Gruppe unten den Fahrstuhl verließ, erschien es Gerrit der gleiche Ort zu sein, wie gestern auf dem Weg zu Moguais Garderobe. Allerdings führte Laura sie nun links herum und nicht rechts, wie zuvor. Es wurde zunehmend leiser, hinter der nächsten Ecke waren auch keine Menschen mehr zu sehen. Laura öffnete eine unscheinbare Tür und ließ sie eintreten. Ein nüchterner Raum, ein Tisch in der Mitte, sechs Stühle und ein Side-Board mit Kaffeemaschine und Geschirr. Gegenüber eine Seitentür, die offensichtlich nicht in den Gang führte.

Laura machte ein Zeichen und sie setzten sich an den Tisch. "Wir sind hier zwar etwas weiter weg vom Geschehen, aber ich möchte dennoch sehr nachdrücklich um gedämpfte Stimmen bitten, ich will nicht, dass irgendjemand auf dem Flur etwas mitbekommt." Die anderen nickten.

Laura stand auf, ging zur Seitentür, öffnete sie, blickte hinein und nickte.
Langsamen Schrittes trat eine maskierte Frau in den Raum, schwarzes knielanges Kleid, flache schwarze Ballerinas.

Gerrit ließ sich nichts anmerken. Alina sah der Frau von ihrem Stuhl aus in die Augen und in ihr wuchs eine Ahnung. Sie stand auf, stellte sich erhobenen Kopfes vor sie und sah ihr direkt aus der Nähe in die Augen. Sie strahlte und sagte leise "Anne!" Die Frau lächelte und nahm Alina in den Arm.

Als die beiden sich gesetzt hatten, begann Laura: "Ich habe Anne eingeladen, den Abend mit uns zu verbringen. Sie wollte erst nicht, weil sie keine Lust hat auf Selfies mit Fans oder Autogramme und Fragen in ihrer Freizeit. Ich habe ihr von Dir erzählt, Alina und von Deiner Maske und dass noch ein Exemplar da ist, derzeit ungenutzt. Sie war nicht überzeugt, dass das funktionieren könne. Ich bin hartnäckig geblieben und habe eine Minute für uns heraus geschunden. Und Deine Performance hat die Wende gebracht, Alina. "Erzähle selbst weiter!"

Alina erzählte, wie Laura sie präzise instruiert hatte, sie ermahnt hatte, das Zählen nicht zu vergessen und ihr auch den Knicks nochmal gezeigt hatte. Anne übernahm und ergänzte den Bericht um ihre Wahrnehmung direkt in der Garderobe. Sie berichtete von Alinas Ausstrahlung, der Anmut ihrer Bewegungen und der elektrisierenden Kraft ihres Blickes. "Für mich ist in dem Moment fast die Zeit stehen geblieben" sagte sie immer noch gerührt. "Für mich auch, ich hatte große Mühe weiterzuzählen, hab es aber dann doch geschafft." ergänzte Alina.

"So dann wissen ja jetzt alle, was passiert ist und wem wir diesen Überraschungsbesuch zu verdanken haben. Die Regeln für den restlichen Abend sind folgende: Anne hat früher mal gern den Spitznamen 'Anna' benutzt, der zwar kaum noch benutzt wird, ihr aber vertraut ist. Und deshalb werden wir den heute Abend verwenden, auch wenn er nahe an 'Anne' dran ist. Kleine Nebelkerzen können auch die Sicht behindern.

Noch was: Anfangs bleiben wir im Lounge-Bereich neben der Bühne, genießen das Set, achten aber unauffällig darauf, ob irgendjemand Anna erkannt hat und kommunizieren das dezent untereinander. Erst wenn alles zufriedenstellend funktioniert, geht's auf die Tanzfläche. führte Laura in den Abend ein.

"Anna, ich denke, Du würdest gern mit Alina tanzen?" fragte Laura. Anna nickte. "Dann wird sie auf Dich aufpassen und, wenn etwas Blödes passiert, direkt mit Dir in ihren privaten Bereich gehen. Dort ist eine Video-Anlage mit dem Livestream von der Bühne und Ihr könnt ober weitertanzen. Alles Roger?"

Anna und Alina nickten. Laura befahl: "Dann 'Over and out' und Abflug.

Die Truppe stand auf, Alina nahm Anna an der Hand und führte sie durchs Gänge-Labyrinth.

47. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 12.07.26 21:55

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 33)

Sie waren noch nicht weit gekommen, da rief Alina "Laura, stopp! Wir haben noch etwas vergessen."
Laura ging zu Alina und die erklärte ihr, dass Anna noch ungesehen hier unten, den Gebrauch des Strohhalmes mit der Maske lernen sollte. Laura öffnete eine Garderobentür direkt neben ihnen, schaute hinein und sah dass sie nicht in Benutzung war. Sie nahm ein Bündel festerer Kunststoff-Halme aus ihrer Handtasche und erläutere "Die sind ziemlich stabil, im oberen Bereich aber dennoch biegsam und man kann sie auch für Heißgetränke nutzen, hab ich vorhin noch kommen lassen. Findest Du den Weg?" Alina nickte und Laura ging wieder zu den anderen.

"Da habe ich auch eben dran gedacht, ich will ja nicht den ganzen Abend auf dem Trockenen sitzen." seufzte Anna erleichtert. "Das hab ich gespürt." sagte Alina und bat Anna, die Maske mal abzunehmen. Sie zeigte ihr die innen gut sichtbare Öffnung, die von außen, durch die schwarze Spitze verdeckt, nicht sichtbar, aber ertastbar war. Anna setzte die Maske wieder auf und tastete. Beim ersten Versuch funktionierte es nicht. Alina führte ihren Finger und es gelang, Anna testete noch zweimal und wurde sicherer. Sie standen auf und folgten den anderen.

Unterwegs, immer noch im Garderoben-Bereich, kam ihnen Gerrit entgegen. "Was ist los? fragte Alina. "Mir ist gerade aufgefallen, dass wir noch etwas vergessen haben. Anna, hast Du schon etwas gegessen?" fragte er. Sie schüttelte den Kopf. "Das habe ich mir schon gedacht und mit der Maske kannst Du im Lounge-Bereich neben der Bühne nichts essen, nur trinken. Ich habe das Gefühl, Ihr würdet Euch ohnehin über die Gelegenheit zu einem Gespräch unter vier Augen freuen. Dann könntet Ihr das mit einem Imbiss kombinieren. Ist Euch das recht? fragte Gerrit.
Beide schauten sich erstaunt an und nickten. "Schön, dann geht mal hoch, ich bespreche das mit Laura. "Übrigens: Das Set könnt ihr auch oben verfolgen. See You later." verabschiedete sich Gerrit.

Anna merkte beeindruckt an: "Gerrit denkt mit und hat meinen Wunsch gut gelesen." Alina entgegnete "Ja, Gerrit ist sehr einfühlsam und mein Wunsch war es auch. Ich vermute er hat uns beide gelesen."

Sie waren am Fahrstuhl angekommen und stiegen ein.

Wenig später betraten sie die Lounge in ihrem privaten Bereich und zu essen war noch nichts da. "Kommt bestimmt gleich, soll ich Dir mal unseren Bereich zeigen?" fragte Alina. Anna nickte. Sie führte sie zum Flur und der zweckentfremdeten Feuerschutztür und erklärte, dass dahinter noch Baustelle war und die Tür deshalb als Abtrennung diente. Dann ging sie mit ihr zum Notausgang und Anna las die Beschriftung und verstand, dass diese Tür außerhalb eines Notfalls ebenso verschlossen war. Dann zeigte sie ihr das Spielzimmer. Anna war beeindruckt, das war wirklich sehr privat und abgetrennt hier. Alina deutete auf Natalies und Gerrits Zimmer, ließ die Türen aber zu. "Kannst Du mit Deiner Schlüsselkarte dort auch rein?" fragte Anna. Alina nickte. Die Fahrstuhltür ging auf und ein Service-Mitarbeiter rollte ein kleines Büffet in die Lounge. "Ist das genug, oder soll ich mehr bringen?" fragte er. Alina schaute kurz drauf und erwiderte "Alles gut und einen schönen Abend noch." antwortete sie. "Euch auch!" erwiderte er. Die beiden schauten sich an. "Du siehst, an unseren Masken hat er sich überhaupt nicht gestört, für mich ist das Freiheit." kommentierte Alina. Sie nahmen die Masken ab, starteten den Live-Stream von unten und füllten ihre Teller.

48. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 13.07.26 21:19

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 34)

"Gerrit, was ist während der Performance zwischen Alina und Anna wohl passiert?" fragte Charlotte.
"Ich denke der gegenseitige Blick in die Augen war das Wichtigste und der hat wohl richtig eingeschlagen, bei beiden." antwortete er. "Das kannst Du laut sagen, Alina hat am ganzen Leibe gezittert und ich musste sie minutenlang im Arm halten, bevor sie wieder auf dem Teppich stand." schob Laura ein.
"Wenn sich zwei Menschen in einer emotional aufgeladenen Situation so lange in die Augen sehen, kann, bildlich gesagt, ein Funke überspringen und dann fließt für die ganze Zeit Energie hin und her und ebenso Emotionen und Wissen. Da sich gleichzeitig das Zeitempfinden verändert, sich die Zeit quasi verdichtet, kann die Menge an Informationen, die hin und her fließen ziemlich groß werden." erklärte Gerrit.

"Haben die beiden sich verliebt?" fragte Charlotte. Gerrit dachte nach und antwortete "Auch wenn ich es nicht wirklich weiß, ich denke nicht. Für mich fühlte es sich mehr nach tiefer Vertrautheit, nach Seelenverwandtschaft an. Außerdem habe ich bei Anna einen Hauch von Wehmut gespürt, die nicht zur Verliebtheit passt. Es könnte also sein dass ein Teil der Verwandtschaft etwas ist, was für Alina noch Gegenwart, für Anna aber schon Vergangenheit ist." "Was könnte das sein?" fragte Charlotte. "Ich hab zwar eine Ahnung, aber ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Außerdem sollte Anna das selbst ansprechen, wenn sie darüber reden will. Nur so viel: Entscheidend ist, wieso dieser Teil jetzt Vergangenheit ist. War es ihre eigene Entscheidung oder die eines anderen oder steckt eventuell eine traumatische Erfahrung dahinter." erläuterte Gerrit seine Analysen und Fragen.
"Bist Du Psychologe?" fragte Charlotte. "Nein, ich habe zwar viel Erfahrung in dem Bereich, aber das ist eine andere Geschichte. Behalte die Frage im Hinterkopf, Alina und Anna sind wieder da." sagte Gerrit und deutete auf den Zugang zum Lounge-Bereich.

Als sich die beiden gesetzt hatten, sagte Anna "Jetzt brauche ich aber einen Sekt!"
"Und ich ein Weißbier." ergänzte Alina. Laura beorderte per Handzeichen einen Service-Mitarbeiter heran.

"Ihr habt da einen sehr schönen privaten Bereich oben.", lobte Anna. "Ja, das hat Laura für uns organsiert. Wir sind auch sehr zufrieden. Gerrit hatte in der ersten Stunde noch keine Schlüsselkarte und wir haben mit Laura aus der Überwachungszentrale heraus beobachtet, wie er verdutzt merkte, dass das ohne eigentlich ein Gefängnis ist." erläuterte Natalie.

"Und wo passt seine Schlüsselkarte oben nicht?" fragte Anna interessiert. "Auf mein und Alinas Zimmer." antwortete Natalie. "Wie sieht das außerhalb Eures Bereichs aus?" hakte Anna nach. Natalie antwortete "Im Moment kann er sich im normalen Gastbereich relativ frei bewegen. Aber Alina kann das jederzeit ändern." Anna schmunzelte und vertagte das weitere Gespräch auf später.

Alina und Anna saßen vor ihren gerade eingetroffenen Getränken und fädelten die Strohhalme in die Masken ein. Sie waren beide offenbar sehr durstig.

Laura, Gerrit und Natalie blickten eine Weile beiläufig im Lounge-Bereich umher, bisher hatte niemand Anna erkannt, aber die Masken zogen die Blicke durchaus an.

Alina fragte "Wollen wir?". Anna nickte und die beiden verschwanden auf der Tanzfläche.


49. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 14.07.26 01:38

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 35)

Das Set von Paul van Dyk war mitreißend. Alina und Anna hatten sehr schnell zu einem harmonischen Tanz-Stil gefunden und genossen es. Beide waren sehr expressiv, die Beine bewegten sich im Rhythmus, die Arme und Hände synchron zur Melodie. Die Menschen um sie herum schienen zwar fasziniert von den Masken. Aber erkannt worden war Anna wohl bislang nicht. Sie ließen sich in den Groove fallen.

"Möchtest Du tanzen?" fragte Charlotte Gerrit. Der dachte erstmal nach und entgegnete "Aber kein Kampftanz!". Sie antwortete "Nein, natürlich nicht, Du hast gewonnen. Und übrigens: Du bist der erste, der gewonnen hat!" "Wenn das so ist, lass uns gehen!" forderte er sie auf und blickte zu Natalie, sie nickte.

"Wow, die Dynamik ist nicht von schlechten Eltern!" merkte Natalie an, als die beiden weg waren. "Da hast Du wirklich recht. Gerrit zeigt uns mit seiner Analyse, dass er auch ein guter Psychologe ist. Und dazu auch noch sehr respektvoll, weil er seine Ahnung zurück hält. Da ich Anna schon länger kenne, habe ich auch eine Ahnung. Aber seine Mahnung, dass Anna selbst das ansprechen sollte, wenn sie das will, bremst mich jetzt auch aus. Ich hätte sonst ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber. Das ist jetzt mal sehr kompliziert." entgegnete Laura.

Beide schwiegen eine Zeitlang. "Was können wir tun?" beendete Laura das Schweigen. "Wir können der Dynamik nur ihren Lauf lassen und versuchen, uns auf die Eventualitäten vorzubereiten." entgegnete Natalie und ergänzte "Wenn Gerrit recht hat, und bei Anna durch die Begegnung mit Alina etwas aufgebrochen ist, was sie vielleicht verdrängt hat, oder ihr aber dieses Treffen zumindest einen Verlust vor Augen geführt hat, müssen wir für sie da sein."

"Anna checkt morgen früh aus oder hat das zumindest angekündigt, das könnten wir verschieben." schlug Laura vor. "Möglicherweise reicht das nicht. Je nachdem, wie tief der Schmerz, oder das Trauma sitzt, braucht sie vielleicht eine Umgebung, in der sie sich fallen lassen kann. Und dann wäre es an uns, die Details mit ihr herauszuarbeiten, Zusammenhänge zu klären und sie aus der Krise wieder herauszuführen." entgegnete Natalie.

"Was schlägst Du vor?" fragte Laura. "Falls dieser worst case, auf den wir uns ja gerade vorbereiten, wirklich eintritt, wäre mein Vorschlag folgender: Sofortige Räumung ihres Zimmers, ohne ihre Mitwirkung, alles würde in unser Spielzimmer gebracht. Danach offizieller Check Out, sodass sie keine Schlüsselkarte mehr hat und auf unseren privaten Bereich beschränkt ist. Dann sollte immer einer von uns bei ihr sein und sie betreuen. Bei jedem Wechsel muss es ein kurzes Briefing für die Ablösung geben. Und Gerrit muss jederzeit über alles informiert sein und seine psychologische Expertise einbringen. Was denkst Du?" antwortete Natalie.

"Generalstabsmäßig geplant, großes Kompliment, aber schießen wir hier nicht übers Ziel hinaus?" fragte Laura. "Mag sein, aber einen Notfallplan parat zu haben, ist immer besser, als ihn erst zu entwickeln, wenn der Notfall schon eingetreten ist. Ich habe bei Alina auch solche Pläne in der Schublade gehabt." konterte Natalie.

Die beiden bewegten sich in Richtung Abgang zum Dance-Floor. Sie hatten schnell Anna und Alina gefunden, sie tanzten sehr entspannt und harmonisch. Gerrit und Charlotte waren nicht weit entfernt und es gab keinen Kampf-Tanz, alles war ok. Laura telefonierte mit ihrer Überwachungscrew und instruierte sie, worauf sie achten sollten.

"Wollen wir?" fragte Natalie. Laura nickte und die beiden stiegen zum Dance-Floor hinab.


50. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 14.07.26 20:20

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 36)

Alina und Anna wollten noch etwas trinken und kamen zurück zu ihrem Tisch, Laura und Natalie waren schon da. Sie bestellten einen Sekt und ein alkoholfreies Weißbier.

Alina erklärte den beiden, dass Anna sehr daran interessiert sei, unter welchen Umständen sie Gerrits Bewegungsfreiheit einschränken wolle und welche Möglichkeiten es dafür gab, vor allem im Bereich der Sicherheitstechnik des Hotels.

Laura dachte nach und erklärte "Es gibt mehrere installierte Systeme, die sich dafür eignen. Da wäre zum Beispiel die Klinkensperre. Normalerweise kann man immer aus einem Zimmer raus, wenn man drin ist und das auch ohne Schlüsselkarte. Zimmer mit Kinderbett haben eine Klinkensperre, die aber extra von der Zentrale aktiviert werden muss. Ist das passiert, dann kann man die Klinke nur dann herunterdrücken, wenn die Schlüsselkarte im 90 Grad-Winkel an den Sensorbereich oberhalb des Beschlags gehalten wird. Man braucht also beide Hände und der Sensor für die Schlüsselkarte ist unsichtbar. Ohne die Karte und das Wissen geht's also nicht." und fuhr fort

"Das zweite System ist ein Funkortungssystem. Grob gesagt, kann man damit kleine Sender innerhalb des Hauses präzise orten. Wir nutzen dies zum Beispiel für transportable Musik- oder Multimedia-Anlagen, davon haben wir einige und manchmal ist nicht klar, wo sich eine bestimmte Anlage jetzt gerade befindet. Ein weiterer Einsatzzweck hat wieder mit Kindern, aber auch mit sehr alten Menschen zu tun. Wir haben von einem Hersteller von Fitnessarmbändern Rohlinge ohne Innenleben, außer dem Akku und der Ladeelektronik gekauft und unsere Sender für das Funkortungssystem einbauen lassen. Die Armbänder können unsere Gäste für Kind oder Oma mieten, sodass deren Position immer getrackt wird. Man kann auch einen erlaubten Bereich definieren und es kommt ein Alarm, wenn der verlassen wird. Wasserdicht sind sie zudem. Ihr seht, es gibt Möglichkeiten." schloss Laura.

Alina war beeindruckt und Anna warf ein "Dann funktioniert die Klinkensperre also bei Gerrits Zimmer nicht, das ist ja ein Einzelzimmer." Laura entgegnete "Das kann ich jetzt nicht sagen. Wir haben damals auch locker verteilt über die Flügel einige Einzelzimmer damit ausgestattet. Damit sind wir in der Lage, kurzeitig Diebe oder Gäste mit medizinischen Problemen, wie Selbstgefährdung oder Psychosen einzusperren, bis die Polizei oder der Notarzt da ist. Ich frage mal nach." Laura stand auf, ging ein paar Schritte weg und telefonierte.

"Anna, was hast Du vor?" frage Alina. Die antwortete "Nichts, mich interessiert nur, was Du mit Gerrit machen würdest, wenn Du die Möglichkeiten kennst."

Laura war zurück und erklärte, dass Gerrits Zimmer tatsächlich damit ausgestattet war.

Alina sah Anna tief in die Augen und konstatierte "Ich glaube, wir brauchen noch ein Gespräch unter vier Augen."

"Das glaube ich auch!" bestätigte Laura und die beiden verschwanden.


51. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 15.07.26 00:54

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 37)

Gerrit und Charlotte waren von der Tanzfläche zurückgekommen und setzten sich. "Sind Alina und Anna noch unten?" fragte Gerrit. "Nein, die waren eben noch kurz hier und sind nach oben gegangen. Noch ein Gespräch unter vier Augen." erklärte Laura. "Wow, die beiden scheinen ja echt einen Draht zu haben." sagte er erstaunt. Laura und Natalie nickten.

"Habt Ihr Hunger, oder Durst?" fragte Laura. Die beiden sahen sich an und antworteten im Chor: "Beides."
Laura winkte den Service herbei und sie bestellten zwei Gyros Pita und zwei Weißbier.

"Geht es den beiden gut?" fragte Gerrit. "Wir hatten durchaus den Eindruck, aber es könnte sein dass der Abend für Dich noch Überraschungen bereit hält." sagte Natalie schmunzelnd. Gerrit war irritiert, aber niemand schien mehr erklären zu wollen. Also wandte er sich Charlotte zu. "Wie bist Du eigentlich zum Deep House gekommen, Deine Wurzeln liegen doch wohl woanders?" "Das stimmt, aber Punk läuft hier eher selten. Da ich aber gern tanzen geh und als Mitarbeiterin hier keinen Eintritt zahlen muss, bin ich oft hier gewesen. Und ich schätze Laura und bin gern in ihrer Nähe. Irgendwann hat es dann einfach gefunkt und ich war drin im Deep House." erwiderte Charlotte.

Gerrit schien begeistert "Super, Charlotte und es deckt sich mit meiner Erfahrung. Ich möchte Euch mal eine Geschichte erzählen und es ist eine, die mein Leben geprägt hat, mögt Ihr?" Alle nickten.

"Ich war 17 Jahre alt und saß mit mehreren Schulkollegen zusammen im Kellerzimmer eines Freundes, der mit seinen Eltern sehr zufrieden war. Wir anderen aber nicht und wir unterhielten uns darüber. Voller Ärger habe ich gesagt: 'Verdammt nochmal, warum verstehen die uns eigentlich nicht? Dabei wäre es doch so einfach. Sie müssten sich nur mal mit unserer Musik beschäftigen. Musik spiegelt das Lebensgefühl der Menschen, die sie hören. Und dann würden sie uns besser verstehen und es gäbe viel weniger Stress.' Es gab viel Zustimmung und dann hing jeder seinen Gedanken nach.

Und dann hab ich etwas draufgesetzt, was mein ganzes Leben geprägt hat, die genaue Formulierung ist nicht ganz klar, also sinngemäß: 'Ich werde mich immer darum bemühen, den Kontakt zu der Musik der Jüngeren nicht zu verlieren und damit auch den Draht behalten zu ihrem Lebensgefühl und das Verständnis für sie.'

Das ist mir zwar nicht durchgehend gelungen, aber immer, wenn ich merkte, dass ich ihn verloren hatte, habe ich mich bemüht, ihn wieder herzustellen. Anfang der neunziger Jahre, nach einer Krisen-Phase war eine solche Situation.

Ich ging durch die Stadt und konnte die Sprache der jungen Leute nicht mehr verstehen und die Musik aus den Ghettoblastern war für mich nur Lärm. Ich habe meinen Tagesablauf etwas geändert und nach dem Mittagessen zwei Stunden VIVA geschaut, die Zeit in der Arbeit später nachgeholt. Zwei Wochen lang war das echt mühsam, in der dritten Woche machte es Klick und ich hatte Acid Folk, Techno und Rave verstanden.

Und das hat sich noch mehrmals wiederholt, eben bis zu Deep House. Kürzlich hatte ich noch ein Erlebnis, das in die Reihe passt. Ich stand im Stau, es ging nur schrittweise vorwärts und ich war echt genervt. Dann kam auf 1Live eine Musik, die mir gefiel. Der Stau war plötzlich egal, ich hab auf dem Lenkrad getrommelt und bin mitgegangen, hat sich toll angefühlt. Als das Stück zu Ende war, kam die Abmoderation. Justin Bieber, der Teenie-Star und ich dachte begeistert 'I did it again'." beendete Gerrit seine Geschichte und Charlotte schaute ihn bewundernd an.

Lauras Telefon klingelte, sie ging ran und ein paar Schritte weg.
"Gerrit, Du wirst oben erwartet." befahl sie und hörte weiter zu. Gerrit stand auf und verschwand. "Natalie, geh mal in die Überwachungszentrale, die haben da etwas für Dich." sagte Laura und legte auf und setzte sich wieder.
Natalie war bereits weg.

"Ist das die Überraschung für Gerrit?" fragte Charlotte. Laura nickte und sie prosteten sich zu.


52. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 15.07.26 20:48

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtunddreißig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

"Verdammt, warum sitzen wir hier eigentlich noch. Das wollen wir miterleben!" rief Laura und nahm ihr Telefon. "Wartet, wir sind gleich da." hörte Charlotte noch, bevor Laura auflegte. Die beiden machten sich auf den Weg.

Als sie die Lounge betraten, ergab sich ein skurriles Bild. Ein Tisch aus der Frühstücksecke war vor ein Sofa gestellt worden, der Couchtisch stand nun an der Wand. An dem Tisch saßen Gerrit und Alina einander gegenüber sodass sie vom Sofa aus im Profil zu sehen waren. Laura und Charlotte setzten sich neben die anderen aufs Sofa.

Alina nahm Gerrits Hand und sah ihm in die Augen.

"Gerrit, Du hast nichts falsch gemacht und dies ist keine Bestrafung. Überhaupt, ich bin kein Freund von Bestrafungen. Wenn Du etwas falsch gemacht hast, dann wirst Du ohnehin schon mit Dir hadern. Dann würde ich Dich eher auffangen und trösten und Dir zeigen, was Du falsch gemacht hast und wie es richtig ist.

Das, was hier gleich stattfindet, hat zwei Aspekte. Zum einen ist es ein Test der Funktionsfähigkeit und Praktikabilität eines Technik-gestützten Verfahrens.

Zum anderen möchte ich mit diesem Verfahren beginnen, ein bestimmtes Grundgefühl in Dir aufzubauen und zu festigen, das Dich künftig tragen soll. Und da das direkte Fühlen immer besser ist, als nur zu reden, starten wir gleich praktisch, folge mir!" befahl Alina.

Alina ging zu Gerrits Zimmer, Gerrit stellte sich vor sie, die anderen bildeten einen Halbkreis um die beiden herum.

"Gib mir Deine Schlüsselkarte, die entziehe ich Dir jetzt!" befahl Alina. Gerrit gab sie ihr und sie öffnete damit seine Tür. Sie deutete auf den Stuhl seines Schreibtisches und fuhr fort "Nun setze Dich dort hin und zähle bis 30, dann komm wieder heraus".

Alina zählte für sich mit, alles war mucksmäuschenstill. Als sie bei 30 angekommen war, hörten sie dezentes Klicken, einmal, zweimal, dreimal. Alina öffnete mit der Schlüsselkarte die Tür, vor ihr stand ein entgeisterter Gerrit und starrte sie an. "Die Klinke ließ sich nicht runterdrücken" meinte Gerrit. "Genau, die Klinkensperre ist aktiviert, was bedeutet das für Dich?" fragte Alina. Er zögerte eine Weile und entgegnete mit leiser Stimme "Mein Zimmer ist jetzt mein Gefängnis". Sie nickte.

Alina nahm ihn an der Hand und führte ihn zurück in die Lounge. Die beiden setzten sich wieder an den Tisch und warteten, bis die anderen auf dem Sofa Platz genommen hatten.

Alina legte das Fitnessarmband, das keines war, auf den Tisch. "Gerrit, halt mir mal Deine linke Hand hin." sagte sie. Gerrit tat, wie befohlen und Alina legte ihm das Armband an. Sodann forderte sie ihn auf, es wieder abzulegen. Gerrit versuchte es eine Weile und gab dann auf. "Das ist ein Funkortungsarmband, mit dem Du innerhalb des Hotelgeländes auf einen Meter genau lokalisiert werden kannst. Selbst abnehmen kannst Du es nicht, es ist wasserdicht, sodass Du es rund um die Uhr tragen kannst. Für Notfälle ist an der Seite ein kleiner Knopf. Wenn Du den drückst, wird in der Sicherheitszentrale Alarm ausgelöst." erklärte Alina.

"Unterm Strich: Du wirst Dich im Haus nur noch in Begleitung einer von uns bewegen können. Wenn Du in Deinem Zimmer bist und die Tür ist zugezogen, dann bist Du dort eingesperrt und eine von uns muss Dich wieder rauslassen. Bei Bedarf kannst Du das Telefon benutzen. Die Nummern hier im Bereich und der Notrufknopf zur Zentrale sind freigeschaltet. Solltest Du Deine Begleitperson verlieren, so kannst Du über das Armband geortet werden. Bleib dann einfach, wo Du bist oder setzte Dich auf ein Sofa in der Nähe, eine von uns wird Dich abholen. Für schwerwiegende Problemlagen gibt es den Notfallknopf." fasste Alina die neue Situation für ihn zusammen.

Alina sah ihm tief in die Augen und fragte "Wie fühlst Du Dich?" Gerrit dachte kurz nach und antwortete leise "Ausgeliefert."

"Genau und das ist das Gefühl, das ich vorhin meinte. Ich möchte, dass dieses Gefühl des Ausgeliefertseins Deine neue emotionale Basis wird. Es soll das erste Gefühl beim Aufwachen und das letzte kurz vor dem Einschlafen sein. Und es wird Dich durch den Tag tragen. Bist Du dazu bereit?" fragte Alina.

Gerrit atmete tief durch und sagte mit fester Stimme "Ja, Alina, ich bin bereit."
Alina fragte etwas erstaunt "Warum hast Du nicht 'Ja, Herrin' gesagt?" Gerrit antwortete "Weil das Konzept, das Du fährst, soviel umfassender ist, es betrifft Alles".

Alina strahlte, sah ihm tief in die Augen. "Geh in Dein Zimmer und zieh die Tür zu!" befahl sie. Gerrit verneigte sich respektvoll und ging.


53. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 15.07.26 21:50

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 39)

Es blieb minutenlang still, nachdem Gerrit gegangen war. Natalie war die erste, die applaudierte, die anderen fielen ein und standen auf. Alina schaute verlegen.

Als der Beifall abgeebbt war, ergriff Natalie das Wort. "Konzept perfekt, Präsentation perfekt, Wirkung perfekt. Das war Dein Meisterstück!" lobte sie.

"Und das hat Folgen. Ich habe mich entschlossen, den Vertrag, den Du mit Gerrit in meinem Namen geschlossen hast, nun auch zu ratifizieren. Gerrit gehört jetzt uns, er hat jetzt zwei Herrinnen, aber Du hast weiterhin die Führung. Ob, wann und wie Du es ihm sagst, musst Du selbst entscheiden. Allerdings würde ich empfehlen, damit noch zu warten. Ich glaube, das war jetzt ziemlich viel aufs mal für ihn.

Zudem hat Dein Meisterstück auch Folgen für uns. Du gehörst mir weiterhin, auch weil Du es Dir gewünscht hast - ich habe mit Laura gesprochen. Aber Du wirst von nun an meine Assistentin sein und als solche bekommst Du Prokura. Du darfst also künftig offiziell in meinem Namen sprechen und auch Verträge abschließen." erklärte Natalie bewegt.

Schmunzelnd fügte sie hinzu: "Wenn Du also noch jemanden unterwerfen willst, sei Dir der Folgen und der Verantwortung bewusst, versuch es aus meiner Perspektive zu sehen und wenn alles stimmig ist, dann tue es. Auch wenn ich gerade nicht da bin. Das ist Prokura."

Alina war inzwischen auch aufgestanden, nahm Natalies Hand, küsste sie und verneigte sich vor ihr. Die beiden nahmen sich in den Arm, ihre Augen glänzten.


54. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 16.07.26 02:36

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 40)

Es war ein ziemliches Durcheinander in der Lounge, sie waren alle sehr aufgekratzt und die Gespräche liefen parallel und quer durch den Raum. Laura versuchte, Ordnung hinein zu bringen "Beruhigt Euch mal, ich kann Euch ja verstehen, aber wir wollen die Veränderungen doch auch gebührend feiern." begann sie und nachdem sich der Tumult etwas gelegt hatte, schlug sie vor "Da Paul sein Set schon beendet hat und sich Kölsch gerade auf seinen Auftritt vorbereitet, haben wir noch ein wenig Zeit. Ich könnte uns noch ein paar Sandwiches kommen lassen." Es gab Zustimmung und sie telefonierte.

Alina und Charlotte stellten die Tische wieder an ihren ursprünglichen Platz. Anna stand mit Natalie an der Streaming-Anlage und schien ganz gerührt von ihren Entscheidungen. "Erstens, Alina war wirklich perfekt, ich habe einen Riesenrespekt vor ihr. Zweitens, Deine Schlussfolgerungen waren sehr weise und Du hast Mut bewiesen." sagte sie. "Danke! Was habt Ihr beide eigentlich in Euren vier-Augen-Gesprächen erörtert?" entgegnete Natalie. "Vier Augen, also 'no comment'" meinte Anna schmunzelnd.

Inzwischen waren die Sandwiches angekommen und Alina ging los, um Gerrit zu holen. Als sie mit ihm wieder da war, merkte er erstaunt an "Ist ja ziemlich ausgelassen hier." "Ja, alle nehmen Anteil an den Entwicklungen und wollen jetzt mit uns feiern. Komm, lass uns etwas essen." sagte sie. Alina führte Gerrit an einen Tisch, rückte ihm den Stuhl zurecht und er setzte sich. Sie holte Sandwiches und setzte sich zu ihm. "Es ist, nachdem Du weg warst, noch mehr passiert. Da können wir morgen in Ruhe drüber reden. Jetzt nur soviel: Du bist endgültig angekommen!" strahlte Alina ihn an. "Was heißt das?" fragte Gerrit überrascht. Alina legte den Zeigefinger an ihre Lippen und sagte "Pssst, morgen. Iss!" befahl sie und Gerrit merkte, dass er richtig hungrig war.

Alle waren satt und Kölsch war auf der Bühne angekommen.

"So, dann wollen wir mal. Natalie, Du hast die Führung!" verkündete Laura und die Truppe zog los.
Natalie nahm nicht den direkten Weg zum Floor, sondern wählte den Umweg durch die Verwaltung.

An der Überwachungszentrale drehte sie sich um und mahnte Ruhe an. Sie öffnete die Tür und trat ein. "Hi Jungs, ich will Gerrit noch mal kurz demonstrieren, wie das mit dem Ortungsarmband funktioniert. "Kein Problem, Natalie." erwiderte der zweite Techniker und schaltete den Bildschirm um. Auf der Karte war das ganze Hotelgelände schematisch abgebildet und einige blaue Punkte waren zu sehen, mit kurzen Code-artigen Beschriftungen daneben.

Er klickte auf einen davon, das Bild änderte sich und zeigte das konkrete Stockwerk und die Lokalisierung. Er erklärte "Das bist Du, Gerrit. Und an der Legende siehst Du auch, dass Du jetzt hier bei uns bist. Geh mal fünf Schritte zur Seite." Gerrit bewegte sich und der blaue Punkt auf dem Bildschirm bewegte sich auch. "Jetzt drück mal den Notfallknopf!" forderte der Techniker ihn auf. Gerrit tat es und der blaue Punkt wurde rot und blinkte.
Der Techniker setzte den Alarm zurück und der Punkt war wieder blau.

"Danke Jungs! Und viel Spaß noch." wünschte Natalie. "Euch auch, und vertanz Dich nicht wieder, Natalie, sonst bekommst Du auch noch so ein Armband." entgegnete der Techniker lachend. "Wird schon gehen." meinte Natalie seufzend und verließ mit ihrer Truppe den Raum.

An ihrem Tisch angekommen, setzten sie sich und Laura winkte einer Service-Mitarbeiterin. Sie gaben ihre Getränke-Bestellungen auf.

Nachdem sie etwas getrunken und sich auf das Set von Kölsch eingestimmt hatten, blickte Charlotte Anna fragend an. Die nickte und die beiden verschwanden auf der Tanzfläche.

Gerrit und Alina hatten ein Weißbier vor sich und genossen es. "Was ist denn eigentlich passiert?" wagte Gerrit einen neuen Anlauf. "Reden wir morgen drüber, wie gesagt. Aber einen kleinen Hinweis kann ich Dir noch geben: Vorhin hat Dein neues Leben angefangen." sagte sie, hielt inne und kicherte "Apropos angefangen, gefangen scheint mir treffend für Dein neues Leben." fügte sie an und sah ihm tief in die Augen. "Komm Kleines, wir tanzen!" forderte sie ihn auf und nahm Gerrit an die Hand.

Natalie betrachtete die beiden auf ihrem Weg zur Tanzfläche. "Dieses Wochenende hatte ich mir ganz anders vorgestellt, aber irgendwie ist es magisch, mitreißend und ungeheuer prickelnd." konstatierte Natalie. "Da hast Du recht und es berührt auch mich sehr. Ich bin plötzlich emotional wieder richtig drin und genieße es sehr. Und unsere Freundschaft hat auch viel an Tiefe und Verbundenheit dazu gewonnen. Wer weiß, wo das endet." entgegnete Laura tiefgründig. "Ich habe übrigens die Umbauten an unserem Haus vorerst gestoppt, da ich inzwischen keine Ahnung mehr habe, was am Ende gebraucht wird. Außerdem haben wir ja noch die nächste Woche, ich hoffe, dass es bis Mitte der Woche klarer wird, dann bleibt auch noch genug Zeit für die Handwerker." erläuterte Natalie.

"Tanzen?" fragte Natalie, Laura nickte und die beiden zogen los.


55. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 17.07.26 02:05

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 41)

Das Set von Kölsch war von deutlichen Techno-Einflüssen geprägt, gepaart mit Deep-House und Trance. Es kam gut an bei den Gästen und die Stimmung war euphorisiert.

Alina und Gerrit tanzten expressiv und sahen sich dabei in die Augen. Sie strahlten eine große Stimmigkeit und Innigkeit aus.

Charlotte und Anna waren nicht weit. Charlotte hatte testweise einige Pogo Elemente eingesetzt, allerdings die originalen, Hüfte gegen Hüfte, synchron. Anna hatte mitgezogen und so streuten sie immer wieder mal ein paar Bounces ein.

Laura und Natalie näherten sich Alina und Gerrit. Natalie blickte zu Alina, die nickte und wechselte zu ihr. Laura wechselte wortlos zu Gerrit und entfernte sich mit ihm.

Nach einigen Minuten merkte Laura, dass Gerrit nicht mehr so ausdrucksstark tanzte, er schien in Gedanken. Sie sah ihm in die Augen und fragte "Reden?". Er nickte. Sie bewegten sich tanzend in Richtung Aufgang zum Lounge-Bereich.

Am Tisch bestellte Laura frische Getränke und hob fragend die Augenbrauen.

Gerrit begann: "Der Moment vorhin mit Alina war wirklich emotional total umwerfend und dieses Gefühl des Ausgeliefertseins ist auch jetzt sehr intensiv. Aber ich habe mich gefragt, ob das so bleibt. Und genau das will sie wohl." Er stockte, senkte den Kopf und fuhr fort "Ich übrigens auch. Wenn aber die objektive Situation, in der ich bin, eine Weile konstant bleibt, dürfte ein Gewöhnungseffekt eintreten. Und irgendwann könnte die Intensität dieses Gefühls nachlassen, siehst Du das auch so?"

Laura hob die Augenbrauen und entgegnete "Der Psychologe! Die neue Situation ist noch gar nicht richtig gefeiert und er rutscht schon in die Meta-Ebene und analysiert alles. Kannst Du den Psychologen in Dir nicht mal abschalten?" fragte sie. Gerrit schüttelte den Kopf. "Ich hatte mal eine echte Krisenphase und hätte die Hilfe eines externen Psychologen wirklich gebraucht. Ich hatte einige Sessions mit einem renommierten Professor von der Uni und der hat mir am Ende gesagt. 'Ich habe jedes Gespräch mit Ihnen sehr genossen, sie sind ein guter Psychologe. Aber die Gespräche waren immer auf der Ebene: Kollege zu Kollege. An den Menschen dahinter bin ich nie herangekommen.' Offenbar habe ich beim Aufbau meines eingebauten Psychologen den Ausschalter vergessen."

Laura schüttelte den Kopf. "Du musst lernen, loszulassen. Ich weiß nur noch nicht, wie." sagte sie.

Mittlerweile waren Charlotte und Anna wiedergekommen und hatten einen Teil des Gesprächs mitbekommen.

Laura befahl Gerrit, sich an den Abgang zum Floor zu stellen, in Sichtweite und sich auf die Musik und die tanzenden Menschen zu konzentrieren. Er solle dort stehen bleiben, bis er abgeholt würde. Natalie und Alina waren auch wieder am Tisch und hatten die Order mitbekommen. Gerrit blickte fragend zu Alina. Die nickte und er ging. Als er sich einen Platz ausgesucht hatte, von dem aus er einen guten Blick hatte, drehte er sich zum Tisch um. Er war gut sichtbar und Alina nickte erneut.

Laura erklärte, was vorgefallen war und sie beratschlagten, was spontan möglich wäre.

Alina kramte in ihrer Handtasche und legte eine Packung Okklusionspflaster auf den Tisch. "Apotheke, aha, also kein Aspirin?" fragte Natalie schmunzelnd. Alina nickte und erläuterte ihre Idee. "Wenn wir Gerrit die Augen zu kleben und ihm eine Sonnenbrille aufsetzen, dann sind die Pflaster nicht sichtbar und er kann blind tanzen ohne Aufsehen zu erregen. Wir alle werden uns dann um ihn herum bewegen, ihn quasi umtanzen. Immer, wenn er Angst bekommt oder unsicher ist, hebt er eine Hand auf Schulterhöhe, Handfläche nach vorn. Wer von uns am nächsten dran ist, hält die Fingerspitzen einer Hand an seine Handfläche, sodass er Kontakt hat, sich sicher weiß und loslassen kann. Wenn es ihm wieder gut geht, kann er seine Hand zurückziehen und allein weiter tanzen. Bis zum nächsten Kontaktbedürfnis. Wichtig ist, dass wir alle immer ganz in der Nähe sind und eine von uns direkt reagieren kann. Vielleicht hilft ihm das, Loslassen zu lernen, mehr fällt mir jedenfalls spontan nicht ein."

"Das klingt nach einem durchdachten Plan, war der schon vorher ausgearbeitet?" fragte Natalie. "Nein, ich hatte einen Ansatz, aber fertig geworden ist er gerade erst." antwortete Alina. "Ich hab jetzt wirklich eine tolle Assistentin!" lobte Natalie und ging los, um die Sonnenbrille zu holen.

"Das Anlegen der Pflaster sollten wir direkt auf der Tanzfläche machen. Da ist in den Randbereichen jetzt etwas Platz und wenn wir anderen uns drum herum stellen, wird niemand etwas mitbekommen." schlug Laura vor.

"Ach übrigens: Wir sollten das erst nach der Drohnenshow machen, die gleich kommt, die sollte er doch nicht verpassen." ergänzte sie.

"Alles klar soweit?" fragte Alina. Die anderen bestätigten und Alina ging los, um Gerrit zu holen.

Auf dem Rückweg fragte Alina Gerrit, ob er noch zum WC müsse. Er nickte und sie nahm ihn an der Hand. "Brauch ich jetzt auch zum WC eine Begleitung?" fragte er erstaunt. Sie sah ihm in die Augen und erwiderte "Ja, Du brauchst im öffentlichen Raum jetzt immer eine Begleitung."

Sie hatten sich gerade wieder an den Tisch gesetzt, als Natalie zurück kam.

Kurzdrauf begann die Drohnenshow. Die Musik endete, das Licht wurde runtergedimmt und etwa 50 Drohnen starteten fast unsichtbar, aber hörbar.

Kölsch startete seinen nächsten Track, die Drohnen leuchteten in Rot und bildeten einen Kreis über dem Dancefloor. Der Bass setzte ein, die Drohnen flogen Achten, jede Acht in einer anderen Farbe. Passend zur Melodie kurvten die Drohnen über den Menschen, die Figur- und Formations-Wechsel, exakt synchronisiert mit dem Beat. Nun bewegten sie sich wellenförmig mit immer wieder unterschiedlicher Einfärbung, teilten sich auf, flogen aufeinander zu, durch die jeweils andere Welle hindurch, drehten und kamen zurück. In voller Harmonie mit der Musik.

Alle am Tisch waren fasziniert von der Choreografie, das war echt ein Highlight.

Die Drohnen flogen im Tiefflug über die Menschen hinweg, stiegen wieder auf und kamen Looping-artig wieder herunter. Die Figuren überlappten, jeweils durch andere Farben gekennzeichnet, und rotierten umeinander, trennten sich wieder und es bildeten sich zwei neue Wellen, wieder aufeinander zu steuernd. Sie durchkreuzten sich erneut und gingen in eine Steilkurve, an beiden Enden des Floors. Nun kam eine Rolle der beiden Wellen, die eine rechts, die andere links herum, sie stabilisierten sich waagerecht an beiden Enden des Floors und flogen wieder aufeinander zu. Während der nächsten Durchkreuzung auf gleicher Position, in der Mitte, vollführten beiden Wellen zugleich eine Rolle und glitten danach wieder auseinander.

"Das hab ich ja noch nie gesehen!" staunte Gerrit, als die Show beendet war. "Kostet viel Geld, ist aber wirklich grandios!" rief Laura begeistert.

"So, und nun zu Dir Gerrit! Wir haben uns etwas überlegt. Das Set von Kölsch läuft noch etwa eine halbe Stunde, vielleicht gibt er auch eine Zugabe. Zeit genug, etwas auszuprobieren." kündigte Laura an und Alina erklärte ihm den Plan. Alle am Tisch erhoben sich und gingen in Richtung Floor. Unten angekommen suchten sie sich eine freie Stelle und Alina begann, ihm die Augen abzukleben. Als sie fertig war, setzte sie ihm die Sonnenbrille auf und fragte, ob alles ok sein. Er nickte und hob die Hand. Alina legte ihre Finger an seine Handfläche und ging langsam zurück, ohne den Kontakt zu verlieren. Als beide einen Punkt erreicht hatten, der ausreichend Platz drumherum zum Tanzen bot und sich die anderen um sie herum positioniert hatten, zog sie ihre Hand zurück und alle begannen zu tanzen.

Die Musik war fantastisch, er ließ sich in den Groove fallen und bewegte sich expressiv. Ihm war klar, dass sie ihn alle beobachteten, er tanzte für sie. Wieder das Gefühl des Ausgeliefertseins.

Er bekam Angst und hob die Hand. Er fühlte Fingerspitzen an seinen Handflächen, er beruhigte sich, atmete tief durch, zog die Hand wieder zurück und tanzte weiter.

Plötzlich spürte er Hände, am Po, am Bauch, an der Schulter, an der Brust, an der Wange, kurz und wie zufällig. "Davon hat niemand etwas gesagt." dachte er und fragte sich, wer ihn da berührte. Er war aufgeregt und hob die Hand. Wieder legten sich Fingerspitzen an seine Hand, er hatte Orientierung, fand zurück in den Groove und zog die Hand zurück.

Er kannte Kölsch, aber so hatte sich seine Musik noch nie angefühlt.

Er war wieder auf expressiv und plötzlich war da bei fast jedem Vorstoß seiner Hände eine sensitive Begegnung. Er koordinierte seine Bewegungen so, dass sie vorhersehbar waren und nun gab es bei jeder Vorwärtsbewegung eine Berührung. Er drehte sich langsam und die Berührungen kamen trotzdem.

Auch seine Empfindungen am Körper setzten wieder ein und hielten an, auch wenn er sich im Tanz drehte.

Er konnte das alles nicht mehr auseinanderhalten und auch nicht mehr darüber nachdenken. Seine Gedanken verebbten und er war nur noch Musik und Bewegung. Getragen von dem Gefühl des Ausgeliefertseins.



56. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 17.07.26 21:58

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 42)

"Was ist los?" fragte Gerrit. "Nichts, Du warst nur ein wenig in Trance und wir mussten Dich mit vereinten Kräften zurück zum Tisch bringen." antwortete Charlotte. Gerrit wollte wissen, wielange er 'weg' gewesen war. Etwa zehn Minuten informierte sie ihn.

Gerrit tastete nach seinem Bierglas. Anna nahm seine Hand und führte sie hin. Er nahm einen kräftigen Schluck und fragte anschließend "Wo sind denn die anderen?" "Anna ist neben Dir, Laura, Natalie und Alina sind oben und bereiten etwas vor." antwortete Charlotte. "Noch eine Überraschung?" fragte Gerrit erstaunt. "Ja." bestätigte Charlotte und fügte zu Anna gewandt hinzu "Ich muss mal kurz runter in meinen Laden und etwas holen. Passt Du solange auf Gerrit auf?" "Natürlich, lass Dir Zeit." entgegnete Anna.

"So, jetzt haben wir unser Vier-Augen-Gespräch." begann Anna, hielt inne und sagte spürbar bewegt: "Gerrit, wir haben einen Draht zueinander. Du kannst mich lesen und ich kann Dich lesen. Du weißt sehr viel über mich, was auf keiner Website steht. Und Du hast niemandem auch nur ein Wort gesagt. Ich verneige mich vor Dir für Deinen Respekt und Deine Diskretion, Danke.

Ich weiß auch, dass Du Fragen hast, ich kenne sie sogar. Und auch diese Fragen hast Du im Kern nie laut ausgesprochen, Danke. Aber ich muss Dich enttäuschen. Ich kann Dir auch jetzt, unter vier Augen, keine Antworten geben. Vielleicht bei unserem nächsten Zusammentreffen." seufzte sie.

"Wird es eines geben?" fragte Gerrit leise. "Ich bin sicher und ich hoffe, dass dann auch die Zeit reif für Antworten ist.

Jetzt ist es aber Zeit, Abschied zu nehmen. Ich muss früh raus, kurz nachhause und dann zum Flieger in die Staaten. Der nächste Auftritt wartet. Ich werde gleich noch mit hoch kommen, Dich in Dein Zimmer bringen und wortlos die Tür schließen. Diesen Moment möchte ich noch mitnehmen von diesem wunderbaren Abend.

Und Dir wünsche ich Kraft und Stärke für Dein neues Leben. Ich werde mich auf dem Laufenden halten." schloss sie und hielt seine Hand.

"Verliere Dich nicht im Dschungel des Business. Und vergiss nicht Deine Wurzeln!" mahnte Gerrit leise.
Die Musik war gerade ausnahmsweise fast sphärisch und die Beiden ließen sich tragen

Charlotte kam, setzte ihre Tasche ab und setzte sich leise dazu. Sie spürte die Erhabenheit des Moments und schwieg. Alina kam, wurde immer langsamer, spürte die Situation auch und setzte sich, sagte aber nichts.

Anna löste die Situation auf und fragte Alina, ob oben alles parat sei. Alina antwortete "Noch nicht alles, aber wir sollten gehen". Sie standen auf. Anna führte Gerrit.

Alina wählte den Weg über die Verwaltung. An der Überwachungszentrale stoppte sie, bedeute den anderen, draußen zu warten und ging hinein.

"Hi, Jungs!" begrüßte sie die beiden Techniker. Sie grüßten zurück und fragten, ob ihr Natalie Bescheid gegeben hatte, dass ihre Schlüsselkarte aufgewertet worden war. Alina war verdutzt und antwortete "Nein, hat sie nicht. Und ich hab, ehrlich gesagt, gar nicht nachgedacht und bin einfach rein." Die beiden Techniker lachten lauthals. "Wette gewonnen!" rief der zweite Techniker und erklärte "Bei Euch ist gerade soviel los, dass ich mir dachte, dass Natalie das vergisst. Ich war mir aber fast sicher, dass Du schon so weit drin bist in der neuen Rolle, dass es für Dich selbstverständlich ist, ebenfalls Zutritt zu haben."

"Sehr einfühlsam! Im Übrigen hätte ich ja mit den alten Berechtigungen auch gar nicht in die Verwaltungsbereiche hinein gekonnt. Ich habe wirklich überhaupt nicht drüber nachgedacht." entgegnete Alina erstaunt.

"Du bist echt witzig, aber was wolltest Du eigentlich?" fragte der Techniker. Alina gab ihm die Schlüsselkarte von Gerrit und meinte "Die braucht er jetzt nicht mehr. Außerdem wollte ich Euch bitten, für Charlottes Karte den Zugang zu unserem Bereich oben freizuschalten." "Längst passiert, wir haben Charlotte eben aus ihrem Laden kommen sehen und sie hatte ihre Notfalltasche dabei. Die holt sie immer dann, wenn sie hier übernachtet. Zugang zu allen Zimmern?" fragte er. Sie nickte. "Dann wünsche ich Euch einen schönen Feierabend." sagte Alina. Die beiden Techniker bedankten sich und Alina verließ die Zentrale.

Vor dem Fahrstuhl nach oben bedeutete Alina Charlotte wortlos, Ihre Karte zu benutzen, sie funktionierte. Auch im Aufzug war ihr Bereich freigeschaltet.

Oben angekommen, sah Anna zu Alina und deutete auf Gerrits Zimmer. Alina nickte, ging voraus und öffnete die Tür. Behutsam führte sie ihn zu dem Stuhl vor dem kleinen Schreibtisch, nahm ihre Maske ab und legte sie auf den Tisch. Sie strich Gerrit übers Haar, ging hinaus und schloss die Tür, Sie seufzte.



57. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 18.07.26 03:45

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 43)

Der Wagen mit der transportablen Sound-Anlage war im Spielzimmer angekommen. Der Mitarbeiter stellte die Boxen an die gewünschte Position und erklärte die Bedienung.

Laura hielt ihn zurück, da er wohl dachte, dass er nicht mehr gebraucht würde und schon gehen wollte. "Bist Du mit unserem Musik-Fundus vertraut?" fragte sie. Er nickte. "Wir brauchen Musik, die wir alle kennen, denn wir müssen rhythmisch, wie melodisch mit der Musik synchronisiert agieren. Es sollte in Richtung Elektronik, durchaus Bass-betont aber auch melodisch gehen. Nicht zu schnell vom Beat her und fließende Bewegungen musikalisch unterstützend." führte Laura aus.

Alina schüttelte den Kopf und warf ein "Wenn wir da jetzt Genre-mäßig systematisch rangehen, würde das zu lange dauern. Denn wir bekommen erst eine Auswahl, die den Kriterien entspricht und müssten dann erstmal schauen, was wir denn auch alle kennen, denn das ist der Schlüssel. Ich habe mit Natalie ganz viel Zärtlichkeit auf Musik gemacht, meistens sogar ohne wirkliche Berührung, sie hat immer gesagt, ich habe magische Hände. Also gibt es schon einen Grundstock, den wir beide kennen. Wäre das ein Ansatz?"

"Dann wirf mal was in den Raum." forderte Laura sie auf. "Saafi Brothers habe ich öfter genutzt, Gabriel le Mar auch, ist aber etwas härter im Bass, obwohl Downtempo. Wer kennt das?" fragte Alina. "Den Namen Saafi Brothers hab ich schon mal gehört, aber mehr auch nicht." entgegnete Laura. "Ist mir bekannt, könnte sich für den Zweck auch eignen." warf Charlotte ein. "Wir haben also schon mal einen gemeinsamen Nenner, Saafi Brothers. Liquid Beach?" fragte Alina an Charlotte gewandt. "Ja, da hatte ich auch dran gedacht." antwortete sie. "Ok, dann hätte ich aber noch gern etwas ganz anderes dabei. Wer kennt Tangerine Dream, das Zeitgeist-Konzert von 2010?" fragte Alina. Alle nickten. "Zusammen reicht das auch, wenn er dann nicht weggeschwebt ist, weiß ich auch nicht mehr weiter" sagte sie und schickte den Hotelmitarbeiter los, die Verfügbarkeit zu prüfen.

"Wenn die Musik da ist, sollten Laura und Natalie in die Lounge gehen und sich schon mal einhören. Ich teste mit Charlotte mal die Positionen im Bett durch. Ach, und Gerrit muss ich auch noch instruieren, ich will, dass er auf dem WC war, alles was möglich ist, damit es heute Nacht keine oder wenig Unterbrechungen gibt. Und duschen wäre nach der ganzen Tanzerei auch nicht schlecht. Was hast Du eigentlich in der Tüte?" fragte sie Charlotte. Die packte einen Zweiteiler aus Samt aus, halblange Beine, halblange Arme, hoch geschlossen. Alina fühlte den Stoff. "Sehr fein, das wird gut kommen. Nehme ich gleich mit." sagte sie und verschwand.

Der Mitarbeiter war mit zwei CD-Covers zurück, Alina kam gerade rein und schaute sie sich an. Sie nickte, bedankte sich und gab Laura die CDs. "Ruht Euch aus, trinkt was und hört Euch ein. Ihr müsst voll drin sein in der Musik, wenn Ihr agiert." ordnete sie an.

"Merkst Du eigentlich, dass Du hier schon voll die Kontrolle übernommen hast?" fragte Laura. "Ich bin die Assistentin und ich agiere in ihrem Auftrag." antwortete sie schmunzelnd und auf Natalie zeigend. "Und übrigens, mir ist die Sache sehr wichtig, es soll für Gerrit unvergesslich sein. Ich möchte ihn, bildlich gesagt, wegschweben sehen und dafür gebe ich vollen Einsatz. Er ist übrigens in der Spur und wir haben noch etwas Zeit." ergänzte sie. Natalie und Laura verließen das Spielzimmer.

Alina meinte nachdenklich "Wir können im Bett natürlich nicht unsere normalen Sachen tragen, die Bewegungsfreiheit wäre zu eingeschränkt. Duschen und richtig umziehen möchte ich mich jetzt aber nicht, ich will erst alles ausgetestet haben. Lass uns für die Tests einfach alles ausziehen, was stört. Dann finden wir die Lösung und machen danach den Rest."

Charlotte legte sich in die Mitte des King-Size-Betts und Alina versuchte hinter ihrem Kopf Platz zu finden. Generell funktionierte das, wenn sie die Beine seitlich ausstreckte. In dem Bereich sollten aber Natalie und Laura knien, oder im Schneidersitz sitzen. Und genau den probierte sie jetzt am Kopfende. Es klappte, aber sie saß sehr weit oben und brauchte ein Kissen im Rücken.

Alina testete die Seitenposition, das müsste gehen. Alina wechselte in die untere Position, zwischen die Beine von Charlotte. Auch da war genug Platz, allerdings nur knieend.

"Sind wir soweit?" fragte Alina. "Ich denke schon." antwortete Charlotte. "Dann Duschen und Abflug!" befahl Alina und ging in die Lounge.

"Wenn Ihr noch duschen wollt, dann jetzt. Und Ihr müsst gleich Sachen anhaben, die eine maximale Bewegungsfreiheit ermöglichen. Im besten Fall sitzt Ihr im Schneidersitz an Gerrits Seiten, ich bin auch im Schneidersitz hinter seinem Kopf und Charlotte kniet zwischen seinen Beinen. Noch Fragen?" sagte Alina. Beide schüttelten den Kopf.

Gerrit trug keine Augenpflaster mehr, die hatte Alina ihm abgenommen, bevor sie ihn instruierte, wie er sich vorbereiten sollte. Er saß in dem Zweiteiler auf dem Bett und wartete. Alina kam rein, begutachtete ihn, nickte und befahl ihm, die Augen zu schließen. Kurz drauf war er wieder blind und Alina führte ihn ins Spielzimmer.

Gerrit legte sich in die Mitte des Betts, Alina justierte seine Position, bis alles passte. Alina nahm ihre Position hinter seinem Kopf ein, Charlotte platzierte das Kissen hinter ihr und bedeutete Laura und Natalie ihre Positionen einzunehmen. Laura hatte Probleme mit dem Schneidersitz und kniete sich hin.

Gerrit fragte sich, was denn wohl die Überraschung sein würde, als sich plötzlich flauschig weiche Teile um sein eines Handgelenk legten. Er merkte, wie sie eng gezogen und fixiert wurden. Das gleiche geschah am anderen Handgelenk und an beiden Fußgelenken. Er spürte, wie sich Spannung aufbaute und er kurz drauf völlig fixiert war.

Charlotte blickte fragend zu Alina, die nickte und Charlotte startete die Liquid Beach CD und nahm ihren Platz ein.

'Summerhills' begann, Alle vier bewegten ihre Hände im Takt zur Musik und in den Bewegungen mit der Melodie synchronisiert über seinen Körper, ohne ihn zu berühren. Gerrit kannte die Musik und verstand, was vor sich ging. Er spürte ein Kribbeln am Kopf, als Alina ihn mit ihren Händen umkreiste. Kurz drauf kribbelte es an den Seiten. Es gab eine kleine Pause beim Track-Wechsel. 'Green Cloud' lief nun und das Kribbeln war nicht mehr klar lokalisierbar, es huschte kreuz und quer. 'Seven Horizons' lief. Es war angenehm, er dachte über die erste persönliche Begegnung mit seiner späteren Frau nach, das hatten sie da auch gemeinsam gehört.

Alina merkte, dass er in Gedanken und nicht mehr im 'hier und jetzt' war. Sie gab Charlotte mit den Augen einen Wink und die stand auf, blendete die Musik aus und startete Tangerine Dream, ab Track 3.

"Rubycon" dachte Gerrit und das Kribbeln setzte wieder ein, erst an der Stirn, dann an den Beinen, später an den Seiten. Diese Musik gehörte zu seiner Geschichte, im Original von früher, ebenso wie die Version von 2010, die das ältere in die aktuelle Zeit überführt hatte. Erinnerungen kamen auf, die aber jäh unterbrochen wurden durch ein intensives Kribbeln an den Brüsten.

Alina bewegte ihre Hände rhythmisch über Gerrits Brüsten und spielte mit den Fingern Luftklavier. Er reagierte. "Endlich hört er auf zu denken", dachte sie und verstärkte ihre Bewegungen. Er seufzte.

Es lief 'Phaedra', die anderen hatten die Veränderung auch bemerkt und spielten ebenfalls Luftklavier. Auch darauf reagierte Gerrit. Er atmete schneller, stöhnte gelegentlich und schien im Begriff loszulassen.

Alina nahm Blickkontakt zu den anderen auf, streckte eine Hand vor und senkte sie ab. Sie verstanden und berührten jetzt direkt den Samt seines Zweiteilers.

'Stratosfear' lief und Gerrit war überflutet von sensitiven Impulsen. Alina streichelte seine Stirn, seine Wangen, seine Nase und seinen Mund. Er fühlte sich ausgeliefert und aufgehoben zugleich. Als Alina mit ihren Fingernägeln seine Brustwarzen stimulierte, entfuhr ihm ein langgezogenes 'Miau'.

Alle bewegten ihre Hände jetzt direkt auf dem Stoff, das Luftklavier war zu einem Stoffklavier geworden, am Kopf, an den Armen und an den Beinen sogar zu einem Hautklavier.

Alina war erstaunt, wie stark Gerrit auf die Bruststimulation reagierte. "Ist halt ein Mädchen" dachte sie lächelnd und blieb am Ball, oder besser, an den Boobs.

Die CD war jetzt bei 'Poland', Gerrit hatte wohl schon länger nicht mehr gedacht, er war voll abgetaucht. Alina war glücklich und ließ sich jetzt auch selbst in die Musik fallen und fand es wunderbar, wie Gerrit unter ihren Händen und denen ihrer Mistreiterinnen dahin geschmolzen war.

Sie nahm Blickkontakt mit den anderen auf und sah in feuchte Augen. Sie hatten ihn endlich gerockt.


58. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 18.07.26 19:18

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 44)

Das Licht im Raum war runtergedimmt. Jetzt saßen Alina und Charlotte im Schneidersitz und in Meditationshaltung an Gerrits Seiten und sahen sich an. Im Hintergrund lief leise Gabriel Le Mar.

Gerrit war gerade wach geworden und räusperte sich. "Wie fühlst Du Dich?" fragte Alina. "Ausgeliefert." antwortete er. "Das ist gut so." meinte Alina, griff, ohne den Blick von Charlotte abzuwenden, nach seiner rechten Brust und kraulte sie. Charlotte tat das gleiche auf der linken Seite. Gerrit stöhnte leise.

Alina merkte, dass er kurz vorm Einschlafen war und hielt inne. Sie erklärte ihm, dass Natalie vorhin auch in den Vertrag eingestiegen war und er nun zwei Herrinnen hatte. Er seufzte ergriffen.

Charlotte sah auf die Uhr. Alina nickte und beide standen auf. "Wir müssen an Deiner Fesselung noch etwas ändern, damit neben Dir ausreichend Platz bleibt für Charlotte, sie wird für den Rest der Nacht auf Dich Acht geben. Musst Du noch aufs WC, das wäre jetzt eine gute Gelegenheit?" fragte Alina. Gerrit schüttelte den Kopf.

Sie lösten auf seiner rechten Seite die Verbindung zum Bett. Links neben dem Bett positionierten sie sich so, dass sie ihre Hände unter den unteren und den oberen Rücken schieben konnten. "Mach mal den Rücken ganz steif!" befahl ihm Alina, sie hoben ihn an und ließen ihn etwa 20 Zentimeter näher an der Bettkannte wieder ab.

Gerrit spürte, wie die Verbindungen zum Bett wiederhergestellt und auf Spannung gezogen wurden. "Au, bitte nicht ganz so stramm." beschwerte er sich. Sie gaben ihm einen Zentimeter Luft und fixierten alles.

Charlotte legte sich neben ihn, drehte sich auf die rechte Seite und rutschte soweit an ihn heran, dass ihr Po seine Hüfte berührte. "Der Kontakt tut gut." meine Gerrit. "Ich weiß" antwortete Charlotte.

Alina deckte die Beiden zu, dimmte das Licht noch weiter und schaltete die Musik aus. Sie wünschte eine gute Nacht und verließ das Spielzimmer.

Vorsichtig und leise öffnete Alina Natalies Tür und huschte hinein. Sie tastete sich zum Bett vor und schlüpfte unter die Decke. Natalie war kurz aufgewacht, hatte einen Arm um Alina gelegt und ihr einen Kuss gegeben. Kurz drauf war sie wieder eingeschlafen, Alina folgte wenig später.


59. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 18.07.26 23:21

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 45)

Alina war als Erste wach geworden und hatte sich aus dem Zimmer geschlichen. Sie wollte Charlotte fragen, ob sie sie ablösen solle. Als sie leise das Spielzimmer betrat, schaute Charlotte zur Tür, legte den Zeigefinger auf ihre Lippen und deutete zum Bad. Vorsichtig stieg sie aus dem Bett und folgte Alina. Im Bad fragte Alina "Kann Gerrit uns hören?" "Nein, ich bin gestern Abend, als Gerrit schon eingeschlafen, aber die Musik noch laut war, mal Pippi machen gewesen und ich habe hier von der Musik nichts gehört" antwortete Charlotte.

"Wie war denn die Nacht für ihn?" fragte Alina. "Er ist zwischendurch oft wach geworden, ich denke die ausgestreckte Position und die Rückenlage haben ihm zu schaffen gemacht. Aber darum geht es jetzt nicht. Da ich auch jeweils wach wurde, habe ich nachgedacht, wie dieser Tag wohl aussehen könnte" entgegnete Charlotte.

"Ich denke, dass das, was er auf der Tanzfläche am Schluss, aber auch hier oben erlebt hat, ein guter Einstieg war. Um ihm das Loslassen, über die kleinen Phasen hinaus, vielleicht auch dauerhaft zu ermöglichen, braucht es noch mehr." ergänzte sie. Alina staunte und fragte "Psychologie?" "Drei Semester und dann hatte ich keinen Bock mehr und habe meinen Schuhfetisch zum Beruf gemacht." meinte sie grinsend und ergänzte "Ich habe aber genug Ahnung, um zu wissen, dass Gerrit ein guter Psychologe ist. Möglicherweise war der Prof, von dem er gesprochen hat, mein Prof, müssen wir mal nachhaken, wo das war."

"Aber zurück zum Thema. Schau Dir mal dieses Bad an." regte Charlotte an. Alina schaute sich um und merkte verdutzt an "Hab ich eben gar nicht drauf geachtet, das ist ja riesig. Ich war hier vorher noch nie, das Spielzimmer ist ohnehin vorhin das erste Mal genutzt worden."

"Groß, weil behindertengerecht, viel Platz, Dusche zum Reinrollen mit dem Rolli. Überall Haltestangen in allen Höhen, ein Duschhocker. Das Einzige, was für uns noch praktisch wäre, eine stabile Stange in der Mitte über der Dusche, habe ich nicht gefunden."

Alina schaute Charlotte an, schmunzelte und forderte sie auf "Nun werde doch mal konkret!"

Die skizzierte ihren Plan: "Wir nehmen Gerrit die Augenpflaster nicht ab, führen ihn hier rein, entkleiden ihn und fixieren ihn an den passenden Haltestangen. Hast Du noch Heftpflaster?" Alina nickte und Charlotte fuhr fort. "Wir müssen wohl mehrfach seine Position ändern, damit wir von allen Seiten drankommen. So könnten wir ihm eine Dusche verpassen, bei der er nichts selbst machen kann, sich vor allem aber extrem ausgeliefert fühlen wird. Und das ist doch Dein Kernkonzept."

Sie sah Alina fragend an. "Mega-Idee, danach sind wir selbst aber bestimmt auch nass." warf sie ein. "Das macht nichts, entweder wir machen das nackt oder wir ziehen mal schnell die Unterwäsche von gestern an. Wenn Gerrit fertig ist, setzen wir ihn gefesselt auf den Stuhl am Schreibtisch und duschen uns selbst." entgegnete Charlotte.

"Passen wir denn alle vier hier rein?" gab Alina zu bedenken. "Ja, das könnte der Knackpunkt sein. Das müssen wir vorher zu dritt mal testen. Wir könnten jedenfalls auf Zuruf oder besser auf Handzeichen hin wechseln. Ist das ein Plan?" "Definitiv, ich werde das mit Natalie besprechen." sagte Alina und rauschte ab.

Charlotte hatte mal kurz nach Gerrit gesehen und überlegte, wie man unter Wassereinfluss am besten fesseln kann. Die gepolsterten Lederfesseln kamen jedenfalls nicht in Frage und Heftpflaster könnte weh tun.

Alina kam herein und sie trafen sich im Bad. Alina strahlte und machte es kurz "Charly, Du hast die Führung!" Charlotte entgegnete lachend "Da habt Ihr Top Gun Fans aber lange für gebraucht. Charly, die Instruktorin. Oder Ihr habt gemerkt dass mich fast niemand so nennen darf." "Wie viele dürfen das denn?" fragte Alina. "Im Moment nur Ihr!" sagte sie grinsend und fügte hinzu "Dann nimm Gerrit mal mit in Dein Zimmer. Wenn er wieder eingeschlafen ist, Du hast das ja inzwischen raus, dann komm zurück und hilf mir."

Alina und Charlotte verließen das Bad und lösten seine Lederfesseln von den Riemen, die am Bett befestigt waren. Als er aufgestanden war, sagte Alina "Hände auf den Rücken!". Er tat, wie befohlen und Alina nahm eines der Schlösser und verband damit seine Lederfesseln. Mit einem anderen Schloss verband sie seine Fußfesseln und führte ihn in kleinen Trippelschritten hinaus.

In seinem Zimmer half ihm Alina ins Bett, drehte ihn auf die linke Seite und kuschelte sich hinter ihn. "Wie fühlst Du Dich?" fragte sie ihn. "Noch ausgelieferter." antwortete er seufzend.

Sie begann seine rechte Brust zu kraulen, er stöhnte leise. Nach einer Weile wurden ihre Finger langsamer und er schlief ein.


60. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 19.07.26 03:28

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 46)

Natalie kam im Nachthemd ins Spielzimmer, Charly telefonierte. Als sie fertig war, wandte sie sich an Natalie "Hab gerade einen Kollegen angerufen, der wegen des Open Air im Einsatz ist. Der hat ein Fable für Gummi und Latex. Er hat Gummi-Fesseln, allerdings nur mit Schnallen, aber das reicht uns ja und sie sind zufällig in seinem Büro. Er bringt sie hoch und legt sie neben dem Fahrstuhl ab. Das Problem wäre also gelöst.

Ich hätte gern aber auch noch Musik im Bad, die Anlage ist ohnehin da. Die wasserfesten Bluetooth-Boxen für eine Benutzung im Bad sind auch schon auf dem Weg, ich weiß nur nicht, ob ich die Koppelung mit der Anlage hinbekomme. Deshalb werde ich den Kollegen hier herein bitten, damit er das macht. Möchtest Du erstmal abtauchen?" fragte Charly. Natalie nickte und verschwand.

Charly ging zum Fahrstuhl und nahm ihren Kollegen in Empfang. Im Spielzimmer sah er die Anlage und erklärte, das würde schnell gehen. Und so war es, nur fünf Minuten später begleitete sie ihn zurück und klopfte an Natalies Tür. Natalie öffnete und sie gab Entwarnung. Die beiden gingen zurück ins Spielzimmer und legten Gabriel Le Mar ein. Alina kam rein, Charly informierte sie kurz über den Stand der Dinge und zusammen trugen sie die Boxen ins Bad. Die Wiedergabe war sehr gut und sie fanden schnell zwei Schränke, auf denen sie platziert werden konnten. Nachdem alles getestet war, stoppten sie die Wiedergabe.

Das Set an Gummi-Fesseln war komplett, sogar kleine Riemen, die sie an den Haltegriffen verwenden konnten, waren dabei. Charly war begeistert.

Alle drei hatten Platz im Bad und mit dem Duschhocker simulierten sie Gerrits Position. Sollte funktionieren.

Sie besprachen die konkreten Abläufe, die Reihenfolge und die Frage der Sachen, die Gerrit nachher anziehen sollte und auch die des Deos.

Sie konzentrierten sich, dachten nochmal über alles nach und Charly gab das 'Go'.

Eine Weile später kam Alina mit Gerrit zurück. Sie hatte eine Tüte dabei, gab sie Charly und führte Gerrit in Trippelschritten ins Bad.

Er musste sich mit dem Gesicht zur Wand auf den Duschhocker setzen. Sie nahm ihm die Lederfesseln ab, entkleidete ihn, legte ihm die Handfesseln aus Gummi an und befestigte sie an den passenden Haltegriffen. Sie kehrte ins Spielzimmer zurück, packte die Tüte aus und erklärte das Outfit für Gerrit nach der Dusche. Die CD wurde gestartet.

Die drei zogen sich aus, gingen wieder in die Dusche und schlossen die Tür.

Alina stellte die Dusche an, Gerrit erschrak. Sie regelte die Temperatur, duschte ihn komplett ab, strich ihm über den Rücken und stellte das Wasser wieder ab. Er beruhigte sich und sie nahm das Shampoo und massierte es in seine Haare ein. Das, was Zuviel war, verteilte sie über seinen Rücken. Natalie übernahm und wusch mit dem Shampoo seine Seiten und den unteren Rücken. Die Bewegungen erfolgten synchronisiert mit der Musik und es war auch durchaus etwas Massage dabei. Charly war dran und massierte seinen Kopf, stellte das Wasser wieder an und spülte den Schaum weg.

Alina löste seine Fesseln und befahl ihm, aufzustehen und sich umzudrehen. Er musste sich wieder auf den Duschhocker setzen und Alina befestigte seine Hände nun an tieferen Haltegriffen hinter ihm. Sie stellte das Wasser an, duschte ihn nochmal ab, diesmal von vorn und stellte das Wasser ab. Sie nahm nochmal Shampoo, verteilte es über das Gesicht, die Achseln und die Brust. Wieder übernahm Natalie, wusch Seiten und Bauch. Charly massierte noch ein wenig und spülte alles weg.

Alina löste seine Fesseln, befahl ihm, aufzustehen und zog den Hocker weg. Seine Fesseln wurden nun an den höchsten Haltegriffen angeschnallt. Sie stellte das Wasser an, duschte den Bereich vom Bauch bis zu den Füßen und stellte das Wasser ab. Nachdem sie Bauch und Unterkörper eingeschäumt hatte, übernahm Natalie und wusch den Bereich gründlich, Gerrit seufzte. Charly kümmerte sich um Beine und Füße, die er abwechseln anheben musste.

Erneut löste Alina seine Fesseln, er musste sich wieder umdrehen und die Handfesseln wurden an denselben Haltegriffen fixiert. Nun kamen der untere Rücken, der Po und die Hinterseite der Beine dran. Und wieder teilten sie es sich untereinander auf. Als Charly den letzten Schaum weg gespült hatte, begannen sie, ihn abzutrocknen.

Die Füße waren trocken, seine Fesseln gelöst und sie hatten die Badelatschen gegen die Hausschuhe getauscht. Sie führten ihn hinaus aus dem Bad und kleideten ihn an. Alina legte ihm danach wieder die Lederfesseln an und setzte ihn auf den Stuhl vor dem Schreibtisch. Kurz drauf war er allein.

"Eigentlich war das eine Exklusiv-Köperpflege und das von drei Pflegerinnen, was könnte das wohl kosten?" fragte Natalie spöttisch, als die drei selbst unter der Dusche standen. Alina entgegnete entrüstet "Aus der Sicht der Ökonomin mag das vielleicht richtig sein. Aber das hier war etwas ganz anderes. Gerrit gehört mir … respektive uns und ich habe es sehr genossen, ihn so maximal ausgeliefert zu sehen. Und er hat sich hingegeben, obwohl es sehr demütigend für ihn gewesen sein muss. Ich habe großen Respekt vor ihm. Zumal er eigentlich ein Mädchen im falschen Körper ist und wir haben den männlichen Teil wahrlich nicht ausgespart."

Charly entgegnete "In Sachen Respekt kann ich nur zustimmen. Und ich habe es auch wirklich genossen. Da ich mir das ausgedacht habe und die Führung hatte, möchte ich mich bei Euch bedanken. Ihr habt das wirklich toll gemacht. Und: Gerrit ist ein Mensch, der sehr vielschichtig, in sehr vielen Dingen äußerst kompetent, aber auch sehr sensibel ist. Werdet dem gerecht!"

"Das ist ja mal eine Ansage, du ergreifst ja wirklich vehement Partei für Gerrit." konstatierte Natalie. "Ja, und damit hat sie auch Recht. Was sollte eigentlich Deine spöttische Bemerkung, Natalie?" fragte Alina. Natalie dachte länger nach und erklärte kleinlaut "Ich glaube, ich bin neidisch, oder eifersüchtig oder was auch immer. Es wurmt mich, dass Charly diese tolle Idee gehabt hat und nicht ich. Und ich komme wohl auch noch nicht so richtig damit klar, dass meine Sub und Assistentin Gerrit momentan so viel näher ist, als ich."

Charly und Alina nahmen Natalie in die Mitte und lehnten ihre Köpfe an ihren. Der Wasserstrahl bedeckte sie.

"Entschuldige, wenn ich zu forsch war, ich möchte dass Du weiterhin meine Herrin bist, das hatte ich mir ja auch so gewünscht." sagte Alina sichtlich bewegt. "Ich überlasse Dir in Demut das Feld, geleite Gerrit durch den letzten Tag des Festival-Wochenendes. Ich halte mich zurück." ergänzte sie.
Natalie seufzte und sagte Danke.

"Darf Charly meine Begleitung sein?" fragte Alina.

Natalie schwieg lange und antwortete dann: "Natürlich, und ich hab das Gefühl, dass sie bald noch viel mehr sein wird."


61. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 19.07.26 17:53

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 47)

Charly saß bereits am Tisch, als Natalie in die Lounge kam und sich etwas zu essen holte. Kurz drauf kam Alina und tat es ihr gleich.

Sie hatten sich nach der Dusche kurz abgesprochen, erstmal ohne Gerrit einige Dinge zu besprechen.
Charly begann: "Ich denke, es ist klar geworden, dass Ihr Euch in Eurem neuen Beziehungsgeflecht verheddert habt. Das verwundert auch nicht, denn die Veränderungen kamen schnell und sind sehr grundlegend. Ihr braucht etwas Zeit, um Euch neu auszutarieren." Alina sah Natalies erstaunten Blick und warf ein "Sie hat drei Semester Psychologie studiert."

Charly fuhr fort "Für Euch haben sich Bindungen und Verantwortungen verschoben, schon untereinander, erst recht im Bezug auf Gerrit. Versucht bitte herauszufinden, wem was wichtig ist. Ihr beide solltet das im Zwiegespräch und auf Augenhöhe tun. Ihr seid jetzt ein Team, formt Euch und agiert Seite an Seite. Alina, dass Du Natalie dennoch gehörst, ist Dein Fallschirm. Zieh erst dann die Reißleine, wenn es gar nicht anders geht und sie wird Dich auffangen. Im Normalfall sollte das aber jetzt keine Rolle mehr spielen.

Bei Gerrit würde ich empfehlen, redet mit ihm, stupst ihn ein wenig, bis er erzählt. Hört zu, macht Euch ein Bild von ihm und leitet daraus ab, was ihm wichtig ist. Dann setzt Ihr Euch wieder zu zweit zusammen und redet über ihn, teilt Eure Erkenntnisse und Gedanken.

Am Ende des Prozesses steht das Zusammenfügen aller Teile zu einer Perspektive, zu einem Plan.

Ihr solltet diesen Plan nicht direkt mit Gerrit besprechen, aber bei wichtigen Aspekten indirekt und möglichst diskret testen, wie er darauf reagiert. Wichtig ist, dass er nicht den Eindruck bekommt, er könne in irgendeiner Weise etwas beeinflussen. Gleichwohl müsst Ihr alle Aspekte berücksichtigen, die für ein emotionales Gleichgewicht nötig sind. Wenn das zwischen ihm und Euch besteht und auch zwischen Euch untereinander, dann habt Ihr eine echte Zukunft."

Natalie und Alina saßen wie betäubt da.

"Du bist wirklich gut, aber wieso werde ich das Gefühl nicht los, dass Du diesen Prozess nicht begleiten willst?" fragte Natalie.

Charly seufzte. "Von 'nicht wollen' kann keine Rede sein. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich noch die nötige Distanz habe, um das verantwortungsvoll zu tun." erläutere sie.

"Was heißt das?" fragte Alina.

"Ich habe heute Nacht, weil Gerrit oft aufgewacht ist, viel nachgedacht. Ich habe gemerkt, wie wichtig Ihr für mich in der kurzen Zeit schon geworden seid. Der Gedanke an den Tag Eurer Abreise hat mir weh getan.
Also: Ich stehe nicht mehr außen, wie es bei einer Therapeutin der Fall sein sollte. Ich fühle mich mitten drin. Und deshalb kann ich den Prozess nicht begleiten." antwortete Charly.

Alina lächelte "Ich hab es gespürt, als wir heute Nacht mit Gerrit zwischen uns meditiert haben. Kannst Du schon mehr sagen?" fragte sie. Charly schüttelte den Kopf, atmete tief durch und bat Natalie, Gerrit zu holen.

Gerrit hörte, wie die Tür sich öffnete und jemand näher kam. Ihm wurden wortlos die Fesseln abgenommen, eine Hand führte ihn aus dem Raum. Als sie angehalten hatten, hörte er Natalies Stimme. "Setz Dich!" befahl sie. Sodann nahm sie ihm die Augenpflaster ab und sah ihn an. Er musste sich erst an das helle Licht gewöhnen und blinzelte.

"Wie fühlst Du Dich?" fragte sie. Er antwortete "Ausgeliefert." "Und, ist da noch ein starkes Gefühl?" setzte sie nach. Er nickte, sagte leise "Scham!" und senkte den Blick. Natalie lächelte "Das ist gut. Braves Mädchen!" sagte sie sanft und strich über Gerrits Kopf. Der schloss die Augen. Tränen rollten über seine Wangen.


62. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 19.07.26 22:34

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtundvierzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Gerrit war nach dem Frühstück wieder in sein Zimmer gebracht worden, die anderen besprachen den weiteren Ablauf des Tages. Charly hatte angekündigt, sie müsse noch nach Hause, um frische Sachen zu holen. Natalie hatte ihr empfohlen, reichlich mitzubringen und sie eingeladen, bei ihnen zu bleiben, solange sie diesen Bereich nutzen konnten. Charly hatte sich sehr gefreut und war gegangen, ihre getragene Wäsche einzupacken.

"Darf ich mit und ihr helfen?" fragte Alina. Natalie zögerte und antwortete schließlich "Ich hab kein Problem damit, aber mir klingt noch ihre kleine, aber sehr durchdachte Ansprache im Ohr und ich frage mich 'solltest Du mich wirklich um Erlaubnis bitten müssen?'. Deshalb zögerte ich. Und da Du jetzt meine Assistentin bist, entscheidest Du so etwas künftig selbst. Ich möchte nur wissen, wo Du bist, eine kurze Nachricht auf einem Zettel reicht."

Alina strahlte und verneigte sich. "Danke!" sagte sie und verschwand.

Kurz drauf waren Charly und Alina im Fahrstuhl. Charly drückte 'Direktion'. Alina sagte erfreut "Ich wollte gerade den Vorschlag machen, kurz bei Laura einen Stopp einzulegen, aber Du warst schneller." Vor Lauras Büro zückte Alina ihre Schlüsselkarte und schaute Charly fragend an. Die nickte und Alina öffnete die Tür. "Hi Laura, hast Du einen Moment Zeit?" fragte sie, Laura bat sie herein. Die beiden gaben ihr eine kurze Zusammenfassung der Neuigkeiten. Sie schmunzelte sichtlich erfreut. Beiläufig fragte sie Charly, ob die Probleme mit ihrem Vermieter behoben seien. Die schüttelte den Kopf und die beiden verließen ihr Büro.

Auf dem Weg zur Rezeption bat Alina darum, voraus gehen zu dürfen, sie wollte ihre Schlüsselkarte testen.
Charly ließ sich weit zurückfallen und Alina setzte ihren Weg langsam fort. Sie schaute auf die Zwischentüren, sie öffneten sich automatisch, sogar die letzte und sie stand in der Rezeption. Als Charly sie erreicht hatte, strahlte Alina und meinte "Wow, ich kann das Hotel verlassen!"

Die beiden gingen hinaus, eine frische, aber angenehme Brise empfing sie.

Alina atmete tief durch und seufzte. "Das ist lange her, dass ich das letzte Mal ohne Natalies Begleitung aus dem Haus war." sagte sie und ergänzte "Und ich habe gar keine Angst, es fühlt sich gut an. Aber das liegt wohl an Dir."

"Wieso das?" fragte Charly. "Du strahlst soviel Ruhe und Stärke aus, bei Dir fühle ich mich sicher." entgegnete Alina.

"Stark bin schon recht lange, aber diese Ruhe ist neu. Irgendwie kam die heute Nacht über mich. Während unserer Meditation sowieso, aber auch später, als ich Po an Hüfte mit Gerrit da lag. Es hat mich auch gar nicht gestört, dass er oft wach wurde. Ich habe seine Träume gespürt, die Ängste beim Aufwachen, dann habe ich ihn kurz mit dem Po angestupst, er hat sich entspannt und ist wieder eingeschlafen." berichtete Charly.

Sie hatten ihre Wohnung erreicht und Charly packte frische Sachen ein. Dabei nahm sie Natalie wörtlich und es wurden vier große Einkaufstüten. Sie stöberte noch in ihrer Musiksammlung und verstaute einen Stapel CDs in einer Box.

Zum Schluss öffnete sie einen Schrank mit Sachen aus Leder, offenbar selbst gefertigt. Da waren Augenbinden, Hand- und Fuß-Fesseln, eine Halskorsage und ziemlich normal aussehende Handschuhe.

Sie hielt Alina einen rechten Handschuh hin und forderte sie auf, ihre rechte Hand hineingleiten zu lassen. Dann ließ sie den Verschluss einrasten und ermunterte Alina, die Finger zu spreizen. Das war nicht möglich, offenbar war alles miteinander vernäht, Daumen inklusive. "Alltagstaugliche Fesselung." kommentierte Charly trocken und nahm einen anders gearbeiteten linken Handschuh, hier waren die Abstände zwischen den Fingern klar erkennbar. Sie hielt ihn Alina hin und die schlüpfte mit der linken Hand hinein. Wieder ein Verschluss und Alina teste. "Der ist ja völlig steif." bemerkte sie erstaunt. Charly nickte und meinte süffisant "Und so schnell ist man gefesselt." Alina kicherte und besah sich ihre Hände. "Fällt gar nicht auf, hast Du die selbst entwickelt und gefertigt?" fragte sie. "Allerdings, die beiden Paare nehmen wir mal mit. Wenn wir mehr Zeit haben, kommen wir nochmal her. Dann zeige ich Dir alles." antwortete Charly und sie verließen ihre Wohnung.

Auf dem Rückweg erklärte Charly, dass sie mit den Einkaufstüten nicht durch die Rezeption wollte. Das sähe in einem Hotel dieser Kategorie schon sehr merkwürdig aus. Sie wählte einen Lieferanteneingang. Die beiden durchquerten einige Technikbereiche im Untergeschoß und erreichten schließlich den Fahrstuhl, der direkt zu ihrem abgetrennten Bereich führte. In der Lounge lag ein Zettel von Natalie. "Wir sind im Park, kommen aber vor dem Open Air nochmal zurück." stand darauf geschrieben.

Alina und Charly trugen ihre Tüten ins Spielzimmer und räumten die Sachen in die Schänke. Als Alina die Handschuhe in der Hand hielt, stutzte sie kurz und warf sie aufs Bett. "Ich muss gleich nochmal die Passform überprüfen, bevor wir sie für Gerrit einplanen können." merkte sie an und schaute verschmitzt zu Charly.

Charly hatte ihr die steifen Varianten angelegt, diesmal an beiden Händen. Alina bemerkte, dass sie bis übers Handgelenk reichten und dieses damit auch versteift war. Das Hineinschlüpfen ging problemlos, weil sie innen gut gepolstert waren. Sie erwähnte, dass Gerrit eigentlich recht zierliche Hände hat, das sollte wohl gehen.

Die Variante mit den verbundenen Fingern war etwas kürzer. Sie versuchte mal testweise ein Glas damit zu heben und zum Mund zu führen. Es ging so eben, sah aber merkwürdig aus und würde auffallen.

Alina dachte generell über die Möglichkeit des Trinkens nach und hatte eine Idee. "Da ich sowieso einen Strohhalm brauche, könnte ich Gerrit das Glas mit Strohhalm einfach rüber schieben, er beugt sich nach vorn und trinkt, ohne die Hände zu benutzen." erläuterte sie Charly ihre Gedanken.

Charly war überzeugt und nickte verschmitzt.

Sie entschied sich daher für die steifen Varianten und erklärte, dass sie dafür noch ein Oberteil mit langen weiten Ärmeln brauchten, ebenfalls in schwarz.

"Gut, dann ziehe ich Dir wieder die steifen Handschuhe an. Du spielst jetzt das Model und wir schauen in der Schneiderei mal, ob wir etwas passendes finden." schlug Charly vor.

"Ich soll gefesselt mit Dir durchs Hotel laufen?" warf Alina ungläubig ein. "Kein Problem, wir nehmen einen Weg, bei dem wir niemandem begegnen. Verlass Dich auf mich." beruhigte Charly sie und wechselte die Handschuhe.

Kurz drauf standen sie im Fahrstuhl und fuhren in die Technik-Ebene. Sie gingen durch diverse Gänge mit Rohren, Lüftungsschächten und Kabelkanälen und erreichten schließlich einen weiteren Fahrstuhl. Sie fuhren wieder hoch und kamen gegenüber der Schneiderei an. Charly öffnete die Tür und sie traten ein. Sie deutete auf das Sofa und verschwand im Lager.

Als sie zurück kam, hatte sie mehrere Blusen in der Hand. Sie legte sie auf den Tisch und zog Alina das Oberteil aus. Sie selbst konnte mit den Handschuhen nichts machen, nur auf genaue Anweisung von Charly die Arme bewegen. Als sie umgezogen war, begutachtete Charly den Look und führte sie vor den großen Spiegel. Es sah umwerfend aus und durch die langen weiten Ärmel waren die Handschuhe kaum zu sehen. Alina war begeistert. Gleich das erste Oberteil war ein Treffer.

Charly zog sie wieder um, nahm die neue Bluse, scannte sie an der Kasse und bezahlte mit ihrer Schlüsselkarte.
Sie verließen die Schneiderei.



63. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 20.07.26 03:42

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 49)

Alina und Charly waren gerade dabei, die Musik, die Charly eingepackt hatte, zu sichten und kurz anzuspielen. Sie wollten herausfinden, was davon für den heutigen Abend passend sein könnte, als Natalie herein kam. Alina deutete mit den Augen auf Gerrits Zimmer und Natalie sperrte ihn ein.

Alina erklärte ihr, dass sie und Charly eine Idee für Gerrit entwickelt hatten. "Schau Dir mal die Handschuhe an. Sie sehen normal aus, sind aber steif, also Fessel-Handschuhe." erklärte sie und gab sie Natalie. Die fühlte und war erstaunt. "Selbst angefertigt?" fragte sie. Charly nickte. "Aber bei dem Wetter sind sie schon auffällig." warf Natalie ein. "Dürfen wir demonstrieren?" fragte Alina. Natalie nickte.

Alina zog ihr Oberteil aus und wechselte zu dem gerade gekauften. Charly zog ihr die Handschuhe an. "In Kombination mit diesem Oberteil und den weiten, langen Ärmeln sind die Handschuhe kaum sichtbar. Und so könntest Du Gerrit gefesselt aufs Open Air führen." erläuterte Alina.

Natalie schaute sich alles genau an und sprach den Aspekt des Trinkens an. Alina erklärte ihr ihren Plan.

"Ihr habt Euch ja echt Mühe gemacht und das Konzept scheint mir schlüssig. Ich werde darüber nachdenken. Aber zunächst noch etwas anderes. Gehen wir in die Lounge." forderte Natalie auf.

"Charly, ich habe Deine Empfehlung beherzigt und ihn zum Reden gebracht. Das war sehr aufschlussreich. Seine frühere Herrin und Ehefrau, die sechs Jahre nach der Hochzeit an Krebs verstarb, hat ihm für sechs Wochen die Arme komplett in Gips gepackt, wegen der Legende der medizinischen Indikation nicht länger. Davon sind wir weit entfernt, aber ich habe gespürt, dass ihr seine Hilflosigkeit gefallen hat und ihm das Ausgeliefertsein auch. Übrigens, Alina, Dein Konzept passt total." begann Natalie.

Sie führte fort "Ich würde das Festival-Wochenende gern mit einem Essen abschließen, das an seine Erinnerungen von damals anknüpft, ich möchte eine emotionale Überleitung zu uns. Er sollte nicht selbstständig essen können, also gefüttert werden und auch von einer von uns aufs WC gebracht und versorgt werden müssen. Die Handschuhe könnten ein Ansatz sein, sind mir aber ein wenig zu schwach. Für das Open Air ok, aber für das Essen, das ich mir vorstelle, wäre mehr besser. Any Idea?"

Charly meldete sich "Für das Füttern und den Gang zum WC stehe ich parat, ich hab da Erfahrung. Die Hilfsmittel zur Fixierung habe ich auch, hatte vorhin aber nicht vermutet, dass sie gebraucht werden würden. Wenn es ok ist, gehe ich gleich mit Alina nochmal zu mir und hole sie."

"Super, Charly, du gehörst wirklich zu uns." meinte Natalie anerkennend und ergänzte "Wir müssen aber Gerrit erst fürs Open Air parat machen. Kümmerst Du Dich?" Charly nickte und zog Alina die Handschuhe aus. Die zog das neue Oberteil aus und Charly ging mit beidem in Gerrits Zimmer. Kurz drauf brachte sie ihn, entsprechend ausgestattet, in die Lounge und übergab ihn Natalie.

Alina und Charly waren wieder außerhalb des Hotels. "Zum zweiten Mal am selben Tag." sagte Alina und fragte "Was verbindet uns eigentlich?" Charly antwortete "Verliebtheit ist es glaube ich nicht. Da fehlt einiges und das ist nicht negativ gemeint, im Gegenteil. Verliebtheit ist sehr vergänglich und hat meist mit Sex zu tun. Was uns verbindet, ist sehr tief, hat nichts mit Sex zu tun, eher mit Seelenverwandtschaft. Verrückterweise würde ich trotzdem mit vollster Überzeugung sagen 'ich liebe Dich!', kannst Du Dir das erklären?"

Alina nahm Charly in den Arm und entgegnete "Nein, das kann ich mir auch nicht erklären, aber ich würde ebenfalls mit vollster Überzeugung 'ich liebe Dich' sagen. Und ich freue mich, dass es Dich gibt und dass Du an meiner Seite bist." Sie verharrten eine Weile in der Umarmung und setzten ihren Weg fort.

In Charlys Wohnung steuerten sie den Schrank mit den Leder-Utensilien an, Charly öffnete allerdings die untere Tür und da befanden sich medizinische Orthesen. Sie entnahm ein Paar Orthesen, die von den Fingerspitzen bis zum Oberarm reichten. Sie betrachtete sie und konstatierte "Die sollten Gerrit so hilflos machen, wie Natalie es möchte." und schloss den Schrank.




64. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 20.07.26 21:34

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 50)

Zurück im Spielzimmer verstaute Charly die Orthesen im Schrank.

Natalie und Gerrit waren schon weg. In der Lounge stand ein Tablett mit belegten Brötchen und eine Kanne Kaffee.
Sie setzten sich und speisten. "Was erwartet uns denn gleich?" fragte Alina. "Markus Schulz, die Legende des Trance." antwortete Charly, sah auf die Uhr und ergänzte "Wir müssen uns beeilen, kurz parat machen und dann Abflug."

Als die beiden zurück waren, kam Laura durch die Tür. "Ich sehe, Ihr seid fertig, dann können wir ja zusammen zum Open-Air gehen." sagte Laura und alle drei gingen zum Aufzug.

Auf dem Weg zum Dance-Floor wandte sich Laura an Charly. "Ich bastele gerade an einem Projekt, das für Dich interessant sein könnte. Erinnerst Du Dich an das alte Stammhaus?" Charly entgegnete "Das, das jetzt als Restaurant für externe Gäste und kleine Veranstaltungs-Location verwendet wird?"

"Genau. Dort gibt es zwei Keller-Stockwerke, im oberen sind die Lagerräume für die aktuelle Bewirtschaftung, das untere steht leer." erläuterte Laura und fuhr fort "Da der untere Keller keine Fenster hat und schlecht belüftet ist, obwohl die Bausubstanz gut und trocken ist, habe ich versucht, ihn als Lagerraum zu vermieten. Leider ohne Erfolg." Charly unterbrach sie "Den Keller kenne ich, das sieht dort aus, wie in einem Bunker!" rief sie begeistert.

Laura lachte und meinte "Schön, das macht es Dir leichter, Dir den Plan vorzustellen. Also, ich lasse gerade verschiedene Umbauvarianten durchrechnen, inklusive Belüftung und Klimatisierung natürlich.

Für die Nutzung habe ich heute Morgen einen neuen Plan entwickelt, der alte war ohnehin erst halbgar und ist seitdem ich mit Euch so viel zusammen war, vollkommen obsolet geworden.

Die Kernidee ist ein BDSM-Resort mit Spielzimmern, von Soft bis Hart. Die soften wirken wie ein Schlafzimmer, die harten wie ein Bunker oder Verließ, jeweils mit passender Spezialausstattung. Jedes Spielzimmer hat Zugang zu einem normalen Hotelzimmer mit Bad. Von den Gängen aus sind nur die Hotelzimmer zu erreichen, die Spielzimmer gehen in die Tiefe, liegen also dahinter."

Charly unterbrach. "Wow, das hast Du Dir alles heute Morgen ausgedacht! Ich habe mich schon gewundert, dass Du nicht mit uns gefrühstückt hast. Nun wird's klar." sagte sie begeistert.

Laura fuhr schmunzelnd fort "Da die Fläche im Keller recht groß und vom normalen Hotelbetrieb getrennt ist, braucht es da auch eine Bereichsleitung. Charly, könntest Du Dir vorstellen, die zu übernehmen?" fragte Laura.

Charly fühlte sich geehrt, gab aber zu Bedenken "Was mache ich mit meinem Laden?"

Laura entgegnete "Den betreibst Du weiter, Deine Azubine hat übernächste Woche ihre Prüfung und sie bekommt eine normale Anstellung. Sie wird also weiter für Dich da sein. Außerdem kannst Du ja pendeln." Charly dachte nach und nickte bedächtig.

"Und der Clou kommt erst noch. Ich plane auch eine Betriebswohnung im Keller mit ein, direkt neben der Bereichsleitung." fügte Laura an.

Charly entgegnete begeistert "Jetzt hast Du mich! Dann bin ich den Vermieter endlich los und richtig mittendrin. Ich bin dabei."



65. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 21.07.26 02:10

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 51)

Laura führte Charly und Alina zum Lounge-Bereich nahe der Bühne. Alina tippte ihr auf die Schulter, als sie hinter Natalie und Gerrit waren und fragte "Fällt Dir etwas auf?". Laura betrachtete die beiden ausgiebig.

"Gerrit legt die Hände oft in den Schoß oder auf den Tisch, dass sie so herunterhängen, hab ich bisher nicht gesehen." antwortete Laura. "Gut beobachtet, aber würden außenstehende Partygäste das auch erkennen?" fragte Alina. Laura meinte "Wohl eher nicht, wieso fragst Du?" "Weil Gerrit steife Fesselhandschuhe trägt." erklärte Alina.

Laura lachte und wandte sich Charly zu. "Hast Du mal wieder in Deinen Fundus gegriffen?" Die nickte schmunzelnd.

"Wie sollen wir uns positionieren?" fragte Laura. "Natalie sitzt links neben ihm, dann werde ich rechts neben ihm sitzen, der Rest ist egal. Und: Gerrit und ich teilen uns ein Weißbier. Warum, seht Ihr gleich." antwortete Alina. Sie setzten sich, ganz links Laura, neben Natalie. Rechts neben Gerrit Alina und rechts neben ihr Charly.

Natalie und Gerrit hatten noch keine Getränke, Laura bestellte.

Markus Schulz war voll in Fahrt und der Bass war im Bauch spürbar. Charly und Alina gingen schon mit der Musik mit, Oberkörper, Arme und Hände. Natalie und Gerrit waren etwas zurückhaltender und bewegten nur die Schultern. Laura schien in Gedanken, vielleicht war sie im Kopf schon wieder mit ihrem neuen Projekt beschäftigt.

Die Getränke kamen, inklusive Strohhalm für Alina. Sie fädelte ihn in die Maske ein, nahm einen großen Schluck, zog ihn wieder heraus und schob das Glas zu Gerrit hinüber. Der verstand, beugte sich vor und zog am Strohhalm. Sie sahen sich an und er lächelte dankbar.

Charly schaute Alina fragend an, sie nickte und beide standen auf. Charly nahm Alinas Hand und führte sie auf den Dance-Floor.

Charly war sehr ausgelassen und übernahm Gerrits expressiven Tanzstil von gestern. Alina stieg ein und sie bewegten sich sehr synchron, immer Auge in Auge. Sie ließen sich fallen und genossen die Harmonie zwischen ihnen.

Natalie und Gerrit machten keine Anstalten, auf die Tanzfläche zu kommen.

Charly sah Alina an, sie nickten sich zu und gingen zum Tisch. Charly legte Gerrit ihre Hand auf die Schulter und half ihm beim Aufstehen. Sie hakte sich unter und sie wechselten auf die Tanzfläche. Alina nahm Natalie an die Hand und folgte mit ihr.

Charly und Gerrit tanzten stark aus Hüfte, Schulter und Oberarmen heraus, die Hände sollten außerhalb des Blickfelds bleiben.

Alina und Natalie setzten alles ein, expressive Arm- und Hand-Bewegungen. Sie sahen sich konstant in die Augen, die Mimik folgte der Melodie, Beine und Hüfte dem Rhythmus.

Es war sehr deutlich zu spüren, dass beide Paare die Tracks gut kannten, die Harmonie in den Bewegungen war sehr ausgeprägt.

Sie waren in Sichtweite zueinander und konnten einander beobachten. Natalie hatte Charlys Konzept verstanden, übernahm Gerrit nahtlos und führte es fort. Alina war wieder bei Charly. Sie lächelten einander an und ließen sich wieder in den Groove fallen.

Eine Weile später deutete Charly zum Tisch. Laura saß da und war noch immer in Gedanken versunken. Sie gingen zu ihr, Charly forderte sie auf und tanzte mit ihr davon. Alina setzte sich, fädelte den Strohhalm ein und trank.

Ihr ging das Konzept von Laura durch den Kopf. Sie fand ein solches Resort sehr bereichernd für die Szene und dachte darüber nach, dass es da auch Möglichkeiten für Einsteigerschulungen geben könnte. Charly könnte auch ihre psychologischen Kenntnisse einfließen lassen. Laura hatte am Vormittag wirklich eine inspirierende Perspektive entwickelt, dachte sie voller Respekt und inzwischen auch Zuneigung.

Natalie und Gerrit waren zurück, sie übergab ihn ihr wortlos und Alina ging mit ihm auf den Floor.

Erst hielt sie sich an Charlys Konzept 'Hände unten halten'. Irgendwann war sie soweit in den Groove eingetaucht, dass sie ohne nachzudenken, auch die Hände einsetzte. Gerrit war ebenso eingetaucht und folgte einfach. Die Bewegungen der versteiften Hände sahen ein wenig aus, wie bei 'die Roboter' von Kraftwerk, passten aber dennoch gut zur Musik. Sie imitierte das und so ergab sich ein Stil, der wieder unauffällig, weil synchron war.

Die Idee mit den Fessel-Handschuhen hatte sich bewährt, dachte sie. Er hatte Momente des Ausgeliefertseins, war jetzt aber völlig befreit auf der Tanzfläche und doch gefangen. Das ist die Dualität, die trägt, dachte sie und tanzte losgelöst weiter, immer Auge in Auge mit Gerrit.


66. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 21.07.26 22:33

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 52)

Laura war mit Charly und Alina auf dem Rückweg, um den Abend noch etwas vorzubereiten. Sie hatte Natalie vorgeschlagen, nach dem Set mit Gerrit noch im Park spazieren zu gehen.

"Über was hast Du eigentlich die ganze Zeit nachgedacht?" fragte Alina sie. "Die Frage der Wirtschaftlichkeit unseres neuen Projektes macht mir Sorgen. Am Wochenende dürfte das gut laufen, aber unter der Woche sehe ich Probleme. Der Keller ist da und ungenutzt, aber es müssen erhebliche Umbauten durchgeführt werden und die werden richtig Geld kosten. Das muss auch wieder hereinkommen." erläuterte Laura.

Alina berichtete von ihren Gedanken. Laura fand die Idee der Einsteigerschulungen sehr interessant, zumal man das auch für Gruppen anbieten könnte. Ob die aber unter der Woche die Zeit dafür finden würden, wäre fraglich.

Charly mischte sich ein "Wenn man für Schulungen mehre kleine Hotelzimmer mit einem gemeinsamen Spielzimmer kombiniert, wäre das für Gruppen ideal. Dann könnten mehr Menschen im Spielzimmer an den Schulungen teilnehmen, hätten aber trotzdem ihre Rückzugsmöglichkeit.

Diese Raumkonstellation ließe sich unter der Woche auch noch anders nutzen. Stell Dir vor, eine Herrin will oder kann ihre Sub nicht mit auf Geschäftsreise oder eine Konferenz nehmen. Oder sie will sie durch versierte Praktiker mit psychologischem Hintergrund formen lassen. Dann könnte sie sie zu uns bringen, sie bekäme eines dieser kleineren Zimmer. Wir müssten dann nur koordinieren, wer wann im angrenzenden Spielzimmer ist oder wir packen gleich mehrere zugleich rein. Auch das hätte seinen Reiz. Wir brauchen nur ausreichen Knebel oder Pflaster." trug Charly schmunzelnd vor.

"Die neue Bereichsleiterin profiliert sich schonmal!" meinte Laura anerkennend. "Das ist ein perfektes Konzept, 'Parkraum für Subs, wenn das Business ruft oder sie mal eingenordet werden müssen.' Und das dürfte nicht nur unter der Woche wirtschaftlich funktionieren. Einnorden von Montag bis Freitag ist nicht realistisch, das kann durchaus länger dauern oder eben gerade am Wochenende nötig werden. Du hast uns einen erheblichen Schritt weiter gebracht.

Zugleich hast Du mir noch ein anderes Problem gelöst, über das ich vorhin nachgedacht habe.

Bei mir ist in den letzten Tagen mehr und mehr der Wunsch gewachsen, für Alina, Natalie und Gerrit hier auf dem Gelände ein festes Domizil einzurichten. In dem weiter entwickelten Konzept ist die Anzahl der Mitstreiter, die vor Ort gebraucht werden, deutlich größer. Damit kann ich auch weiteren Wohnraum aus der Direktionsperspektive heraus rechtfertigen.

Charly, als Bereichsleiterin bekommst Du ohnehin Wohnraum hier. Könntest Du Dir eine gemeinsame Wohnung mit den dreien vorstellen?"

"Absolut, es wäre mir eine Ehre. Übrigens, Laura, wenn ich die Lage vor Ort richtig im Kopf habe, gibt es einige Bereiche, die weder als Hotelzimmer, noch als Spielzimmer genutzt werden können, wegen des Zuschnitts. Die können wir aber in die Wohnung integrieren und verschwenden keine Fläche, die sich bewirtschaften ließe." führte Charly aus.

"Ökonomisch und planerisch mitdenken kannst Du also auch! Charly, Du beeindruckst mich einmal mehr." lobte Laura. Charly zog verlegen die Stirn in Falten.

Alina räusperte sich. "Ich finde es sehr bewegend, Laura, dass Du uns hier eine Heimat geben willst. Aber Natalie weiß noch nichts und ich bin nur die Assistentin. Zudem: Natalie hat einen Job an der Uni und die ist weit weg. Ich frage mich, wie das funktionieren soll." warf Alina ein.

"Du hast völlig recht, ich sollte sofort mit Natalie darüber reden. Ich checke gerade mal, wo die beiden sind. Kannst Du mitkommen und Gerrit übernehmen?" fragte sie Alina. Die nickte. Laura telefonierte.

"Wir werden ihnen entgegen gehen und sie abfangen. Alina, Du bringst Gerrit auf sein Zimmer. Wir treffen uns in der Lounge. Charly, als Bereichsleiterin musst Du dabei sein." instruierte Laura die Truppe.

Es dauerte nicht lange, bis sie die beiden erreicht hatten. Alina hakte sich bei Gerrit ein und führte ihn weg. Charly und Laura gingen mit Natalie in die andere Richtung, um in Ruhe zu reden.


67. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 22.07.26 01:38

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 53)

Alina und Gerrit gingen eine Weile schweigend, bis Alina ihn fragte "Was fühlst Du?" Gerrit überlegte länger und antwortete dann "Das ist sehr viel und sehr unterschiedlich.
Ich habe das Set von Markus Schulz wirklich genossen, es erinnerte mich an die Zeit, als ich diesen Stil selbst viel gehört habe. Von daher war mir auch der Name vertraut und vor zwei Jahren habe ich sein Set auf der Nature One gesehen.

Beim Tanzen war ich sehr ausgelassen, wunderschön. Aber die Fesselung und die Art, wie Ihr mich beim Tanzen herumgereicht habt, hat wieder das Gefühl des Ausgeliefertseins ausgelöst und das war sehr intensiv. Wie ein Spielzeug, mit dem man ein wenig spielt und es weiter gibt. Und genau da war dann auch wieder ein Gefühl zurück, das sehr stark ist, mit dem ich jedoch immer Mühe gehabt hab, weil es weh tut - Demut."

Alina blieb stehen, sah ihm in die Augen und sagte leise "Daran wirst Du Dich wieder gewöhnen müssen." und strich ihm über die feuchten Wangen.

Gerrit seufzte und fügte hinzu "Das Trinken mit dem Strohhalm war wie 'nach Hause kommen'. Ich habe so oft und teilweise auch sehr lange kein Glas halten können, dass mir das in Fleisch und Blut übergegangen war. Ich habe es lange nicht mehr gemacht und das war schön heute, Danke!"

Alina meinte schmunzelnd "Wird wieder kommen."

Inzwischen waren sie in ihrem Bereich angekommen. Alina öffnete die Tür zu Gerrits Zimmer und sah dass Natalie schon seine Sachen für den Abend parat gelegt hatte. Sie führte ihn hinein, zog ihm die Handschuhe aus und befahl ihm, sich zu duschen und fertig zu machen. Sie schloss die Tür und Gerrit war wieder eingesperrt.

Alina ging ins Spielzimmer und kümmerte sich weiter um die Musik für den Abend. Einige Zeit später hatte sie einen Stapel CDs zusammen. Das sollte ausreichen, dachte sie sich und holte die vollständig steifen, aber weich gepolsterten Orthesen aus dem Schrank.

Natalie kam herein. "Du bist wirklich eine gute Assistentin. Du hast meine Interessen vertreten und Laura erstmal ausgebremst, Danke." sagte sie. "Aber die Idee und das Konzept finde ich wirklich aufregend. Wir werden sehen, was geschieht, für den Moment ist es für mich vom Tisch. Ich freue mich jedenfalls, dass Charly jetzt eine völlig neue Perspektive hat und dann auch aus ihrer Wohnung raus kann." fügte sie an.

Laura saß mit Charly in der Lounge und organisierte das Essen. Sie hatte einen abgetrennten Raum in einem der Restaurants reserviert, in dem sie unter sich sein konnten. Sie stimmte die Menüfolge ab. Charly ging zum Spielzimmer.

"Möchtest Du Gerrit die Orthesen hier oben anziehen?" fragte Alina Natalie. "Ich weiß nicht, ob wir ungesehen zum Essen kommen, es ist noch viel los im Hotel und ich möchte kein Risiko eingehen." entgegnete Natalie. Charly war hereingekommen und hatte ihre letzten Worte gehört. "Kein Problem, wir nehmen nicht öffentliche Wege, uns wird von den Gästen niemand sehen." beruhigte Charly sie.

Laura schaute rein und fragte "In 45 Minuten. Ist das Ok?" Natalie nickte. "Ich geh schon mal runter." sagte Laura und schloss die Tür.

"Na, dann machen wir uns mal parat." sagte Alina und verließ mit Natalie das Spielzimmer.

Charly ging ins Bad.

Gerrit saß in seinem Zimmer auf dem Stuhl. Er hatte ein weites langes Oberteil mit kurzen Ärmeln an. Während er eingesperrt dort wartete, war das Gefühl 'Demut' noch präsenter geworden. Er hatte das lange nicht gespürt, aber auch nicht vermisst. Nun erfüllte es ihn und schmerzte, wie früher.

Die Tür öffnete sich und Natalie kam herein. Er stand auf, sie nahm seine Hand und führte ihn ins Spielzimmer.

Er musste sich auf den Stuhl setzen, der mitten im Raum stand. "Augen zu und den rechten Arm ausstrecken!" befahl Charly. Sie öffnete die Klettverschlüsse der rechten Orthese und zog sie ihm über den Arm, hinauf bis zum Oberarm. Sie führte seine Hand auf die Handauflage und den Daumen in den Fixierring. Er spürte, wie die vollständig gepolsterte Orthese noch ein wenig höher gezogen wurde, der Abschluss war jetzt eine Handbreit unterhalb der Schulter. Der Klettverschluss wurde stramm gezogen und verschlossen. Sodann wurden die weiteren Verschlüsse, knapp unterhalb des Ellenbogengelenks, oberhalb des Handgelenks, über dem Handrücken und über den Fingern verschlossen.

"Probiere mal, ob Du irgendetwas bewegen kannst." ordnete Charly an. Gerrit probierte es, da ließ sich nichts mehr bewegen, vom Oberarm bis zu den Fingerspitzen, inklusive Daumen war alles völlig fixiert. Er legte den immobilisierten Arm auf seinen rechten Oberschenkel.

"Und nun den linken Arm ausstrecken!" befahl Charly. Er tat es und die Prozedur wiederholte sich auf der linken Seite. "Augen auf!" befahl Charly und Gerrit sah sich das Ergebnis an. Seine Augen glänzten, Erinnerungen kamen auf.

Natalie strich ihm übers Haar und sagte ganz sanft "Nun gehen wir essen."

Gerrit stand auf, Natalie hakte sich ein und sie verließen den Raum. Charly hatte die Führung.




68. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 22.07.26 21:04

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 54)

"Wow, die sehen ja toll aus und sehr zwingend, wie mir scheint." sagte Laura beim Anblick von Gerrits Orthesen. Charly nickte. Gerrit hob die Arme und demonstrierte, wie komplett die Immobilisierung war.

Laura wies ihnen ihre Plätze zu, Gerrit und Charly saßen wegen der notwendigen Fütterung über Eck.
Den Begrüßungs-Champagner lehnten Alina und Gerrit ab. Der würde ihnen zu schnell in den Kopf steigen, erklärten sie und bevorzugten Weißbier. Alina nahm ihre Maske ab, verwendete aber ebenso, wie Gerrit einen Strohhalm.

Ein griechischer Vorspeisenteller wurde gebracht, sie bedienten sich. Charly fütterte Gerrit und es dauerte nicht lange bis sie sich eingespielt hatten. Bald war eine Selbstverständlichkeit in den Abläufen, die ahnen ließ, wie lange er darauf angewiesen gewesen war und auch Charly hatte wohl erhebliche Erfahrung mit einer solchen Situation.

Charly schaute Gerrit in die Augen und fragte tiefgründig "Wieviel Freiheit verträgt das Gefühl des Ausgeliefertseins bis es verschwindet?"

Er dachte nach und entgegnete "Da müsste erstmal eine Begriffsdefinition von Freiheit erfolgen. Es gibt einerseits die physische Freiheit, also zum Beispiel die Freiheit, ein Haus zu verlassen. Ist die Tür verschlossen und ich habe keinen Schlüssel, entsteht ein Gefühl des Ausgeliefertseins.

Andererseits gibt es die moralische Freiheit. Durch die Unterwerfungszeremonie entsteht ein moralischer Vertrag, der es etwa der Sub verbietet, wegzulaufen, der andererseits die Herrin verpflichtet, sie zu führen. Kann ich es moralisch nicht vertreten, zu gehen, entsteht ein Gefühl des Ausgeliefertseins.

Im Gegensatz zur physischen Freiheit, die statisch eingeschränkt werden kann, etwa durch Einschluss, ist der moralische Vertrag dynamisch, denn er setzt Vertrauen voraus. Das Vertrauen der Herrin in die Sub, dass sie folgsam ist, nicht wegläuft und das Vertrauen der Sub in die Herrin, dass sie sie verantwortungsvoll führt und sich um sie sorgt.

Verändert sich dieses Vertrauensverhältnis im Laufe der Zeit, verändert sich auch das Fundament des moralischen Vertrags und möglicherweise schwindet das Gefühl des Ausgeliefertseins. Daher muss dieses Vertrauensverhältnis immer wieder überprüft und notfalls nachjustiert werden, damit der moralische Vertrag in seiner Urform gültig bleibt.
Eine Veränderung kann aber auch in die positive Richtung gehen. Wird das Vertrauensverhältnis stärker, als es bei Vertragsabschluss war und ist dies von beiden akzeptiert, so wächst die Bindung und das Gefühl des Ausgeliefertseins wird stärker. Dann wäre kein Nachjustieren nötig." endete Gerrit und blickte Charly an.

"Du, ich muss mal aufs WC." Die beiden standen auf, Charly hakte sich ein und sie verschwanden.

Laura staunte: "Das ist ja faszinierend. Charly stellt eine gut durchdachte, aber kurze Frage und schon ist Gerrits eingebauter Psychologe im Vordergrund und hält ein Seminar."

Alina pflichtete bei "Und es ist ziemlich schlüssig, finde ich." Natalie nickte zustimmend.

Charly kam mit Gerrit zurück und sie setzten sich wieder.

Gerrit fuhr fort: "Kurz zusammengefasst: Je weniger Freiheit Sub hat, um so stärker ist ihr Gefühl des Ausgeliefertsein. Soweit die Grundlagen.

Nun kommt im Bezug auf Freiheit noch ein weiterer Aspekt hinzu, der des eigenständigen und verantwortlichen Handelns. Und mit 'verantwortlich' ist nicht nur gegenüber der Außenwelt gemeint, das gilt auch im Inneren der Beziehungskonstellation.

Ein abstraktes Beispiel: Nehmen wir eine Herrin und zwei Subs. Die Herrin möchte etwas auf dem Computer benutzen, das sie selbst nicht herstellen kann und das man auch nicht einfach so von der Stange kaufen kann. Die eine Sub ist aber genau dazu in der Lage, die andere nicht, kennt sich dennoch gut mit Computern aus. Bekommt jetzt die, die es kann den Auftrag, wird sie eigenständig handeln, verantwortlich ist sie, nur vom Endergebnis her, ihrer Herrin.

Damit gewinnt sie Freiheit und das kann ihr Gefühl des Ausgeliefertseins schmälern. Natürlich kann die Herrin Maßnahmen ergreifen, um ihr zum Ausgleich an anderer Stelle Freiheiten zu entziehen. In dieser Beispielkonstellation gibt es aber auch noch einen anderen kreativeren Weg.

Die Herrin könnte der Sub, die es vom Wissen her kann, die Möglichkeit zur Umsetzung nehmen, zum Beispiel mit solchen Orthesen und den beiden befehlen, es zusammen zu machen. Dann müsste die, die es nicht kann, quasi der anderen ihre Arme und Hände 'leihen'. Die, die es kann gibt die Anweisungen, die andere führt sie aus. Das würde beiden keine Gelegenheit geben, Freiheit zu gewinnen, im Gegenteil. Und das Gefühl des Ausgeliefertseins wäre nicht schwächer, eher stärker." schloss Gerrit dieses Gedankenspiel ab.

Er blickte Charly an, zog die Augenbrauen hoch und zuckte mit den Schultern. "Schon wieder?" fragte die und Alina fiel ein "Mach ich schon.", stand auf und verschwand mit Gerrit. Vor den WCs stutzte sie und fragte "Welches?". Er entgegnete "Ich bin hilflos, nimm das, in dem Du Dich zuhause fühlst." "Hat Deine Frau das mit Dir auch so gemacht?" fragte sie. Gerrit nickte. Alina zögerte und merkte schmunzelnd an "Dann hast Du aber schon viele Damentoiletten von innen gesehen." Gerrit lachte.

Natalie fragte Charly "Sind das Vorschläge, was wir mit ihm machen könnten?" "Nein, wir erleben hier ganz präsent den Psychologen. Denk nur, wie emotionslos, bedächtig und analytisch er vorgeht. Er bringt uns sein Wissen näher, er doziert. Dass ihm das als Sub alles mal auf die Füße fallen könnte, ist ihm momentan nicht bewusst. Lassen wir ihn weiter machen, wir können lernen und unterhaltsam ist es auch noch." erläuterte Charly.

Alina und Gerrit waren zurück und er fuhr fort: "Abschließend noch zu dem Beispiel. Das war, wie schon gesagt abstrakt, aber es schien mir geeignet, um den Einfluss von eigenständigem und verantwortlichen Handeln der Sub auf ihr Gefühl des Ausgeliefertseins zu verdeutlichen.

Zurück zur Ausgangsfrage 'Wieviel Freiheit verträgt das Gefühl des Ausgeliefertseins bis es verschwindet?'. Die kurze Antwort ist 'Nicht viel'. Die Langform ist etwas komplizierter. Solange der moralische Vertrag intakt und die Vertrauensbasis stark ist, kann eine intensivere Einschränkung der physischen Freiheit viele Effekte von Freiheitsgewinn an anderer Stelle kompensieren. Welcher Art diese Einschränkungen sein können oder sein sollten, ist nur individuell im Einzelfall zu beantworten. Und dabei muss immer auch der psychosoziale und auch der Alltagshintergrund berücksichtigt werden." schloss Gerrit.

Charly applaudierte, die anderen fielen ein. Gerrit schaute verlegen.

Laura gab ein Zeichen, Musik setzte ein und der nächste Gang wurde aufgetischt.




69. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 23.07.26 14:56

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 55)

"Du hast ja Kölsch aufgelegt, Alina. Hat Dir sein Set von gestern so gefallen?" fragte Charly. Alina nickte. "Das hab ich gemerkt, deshalb hab ich das Set von 2024 auch mit eingepackt, ich hab es zwar zwei, drei Mal hören müssen, aber dann hat es gezündet." entgegnete Charly. "Den Effekt kenne ich, das ging mir genauso." stimmte Gerrit zu.

Charly fütterte Gerrit, Alina hatte sich Natalie und Laura zugewandt.

"Hat Dein Exkurs zum Thema 'eigenständiges und verantwortliches Handeln' eigentlich einen persönlichen Bezug?" fragte Charly. Gerrit nickte. "Ich habe für meine Frau einen Server aufgesetzt, ihr darauf Dienste eingerichtet und den technischen Betrieb übernommen. Und dabei habe ich die Auswirkungen, über die ich vorhin gesprochen habe, am eigenen Leib gespürt. Ich war sozusagen mein eigenes Versuchsobjekt in dieser Feldstudie." erklärte Gerrit.

"Hat Deine Frau gegengesteuert?" fragte Charly. "Ja, das hat sie versucht, aber das hat nur teilweise funktioniert. Entscheidend war dabei wohl auch der Umstand, dass sie viel weg und ich viel allein war. Außerdem: Diese Arbeiten sind so nah an meinem früheren Leben, dass die Effekte letztlich nicht zu kompensieren waren." erwiderte Gerrit.

Charly berichtete Gerrit von Lauras neuem Projekt und ließ nicht unerwähnt, dass sie als Bereichsleiterin da auch Einsatzmöglichkeiten für Gerrit sehen würde.

Alina hatte sich zugewandt und lauschte gespannt.

"Nehmen wir mal an, das Projekt wird Wirklichkeit, nehmen wir weiter an, wir vier wohnen dort zusammen. Die Arbeit würde für Dich wohl wieder das eben diskutierte Problem aufwerfen, egal ob Du in der IT oder in der Schulung oder in der Betreuung tätig würdest. Um Deinen Fähigkeiten gerecht zu werden und das ist mir wichtig, würde ich Dich gern eigenständig handelnd einsetzen. Wie lassen sich negative Auswirkungen auf Dein Gefühl des Ausgeliefertseins verhindern?" fragte Charly.

Gerrit antwortete: "Für die IT-Dinge könnte das abstrakte Beispiel von vorhin als Vorlage dienen, da bräuchte ich aber jemanden, der mir Arme und Hände 'leiht'. Das könnte auch in der Schulung funktionieren. Bei Betreuung habe ich noch kein so klares Bild, worum es da geht."

"Ist Dir bewusst, dass das, was Du hier sagst, Dir später auf die Füße fallen kann?" fragte Charly.
"Nicht weiterreden, ich darf daran jetzt nicht denken. Ich will alle Informationen, die wichtig sein könnten, auf den Tisch legen, damit meine Herrinnen bestinformiert ihre Entscheidungen treffen können.

Zurück zum Projekt. Ich könnte mir vorstellen, dass die Unfähigkeit, Hände oder Arme zu benutzen, ausreicht, um in einer solchen Situation das Gefühl des Ausgeliefertseins aufrecht zu erhalten. Selbst bei mehreren verantwortlichen Aufgaben sollte das möglich sein." erklärte Gerrit.

Die anderen Gespräche waren verstummt, alle hingen an Lauras und Gerrits Lippen.

"Und wenn es letztlich doch nicht reicht?" insistierte Charly.

Gerrit seufzte "Dann muss man wohl einen Gang hochschalten."

Charly bohrte weiter "Wo ist die Grenze?"

Gerrit atmete tief durch und sagte leise "Ich kann keine Grenze festlegen und ich darf es auch nicht!"

Gerrit sah Alina und Natalie an. "Danke!" sagten die beiden im Chor.

Der Nachtisch wurde serviert.



70. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 24.07.26 00:50

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 56)

Gerrit war in Gedanken versunken. Charly sah ihm fragend in die Augen. Er atmete tief durch.

"Ich finde es frappierend. Da hab ich mich vor ein paar Wochen, in der Rückschau auf unsere gemeinsame Zeit, mit diesem Problem beschäftigt und ein abstraktes, vereinfachtes Beispiel skizziert. Und jetzt, ich wusste bei meinem Vortrag ja noch nichts von Eurem neuen Projekt, ergibt sich plötzlich eine Situation, in der dieses Problem wieder akut werden dürfte. Und ich hatte das Lösungsmuster bereits erklärt, bevor das Problem für mich überhaupt in Sichtweite war. Das finde ich schon sehr seltsam." erläuterte Gerrit.

"Ja, das ist magisch!" antwortete Charly und fügte hinzu "Übrigens, mit Betreuung ist zweierlei gemeint: Zum einen Subs zu betreuen, die hier für ein paar Tage geparkt sind. Zum anderen Subs zu betreuen, die hier zur Formung, oder zum Einnorden sind. Dabei muss 'betreuen' immer auch beinhalten, ihr Gefühl des Ausgeliefertseins zu erhalten und zu stärken. Und auch da sehe ich Möglichkeiten für Dich. Du verstehst die Psychologie dahinter und gibst die Anweisungen, Deine linke und rechte Hand, so würde ich diese Person mal nennen, führt sie aus."

"Diese Person, die mir Arme und Hände ausleiht, muss aber erstmal gefunden werden. Und wir müssen uns verstehen, sonst läuft das nicht rund." erwiderte Gerrit skeptisch und trank einen Schluck.

Charly blickte in die Runde und schnappte eine Geste von Laura auf.

"Musst Du nochmal aufs WC?" fragte sie. Gerrit nickte und die beiden gingen hinaus.

Laura instruierte die anderen in knappen Worten über das weitere Prozedere und hatte gerade geendet, als Gerrit und Charly zurück kamen. Während Charly Gerrit beim Hinsetzen half, tippte Alina sie an und deutete mit den Augen zum WC. "So, nun muss ich selbst aber auch mal." meinte Charly. "Ich auch", stimmte Alina ein und die beiden verschwanden. Draußen erklärte Alina Charly den Plan.

Alina kam kurz drauf zurück, Charly hingegen nicht. Gerrit wollte etwas fragen, wurde aber von Alina unterbrochen. "So, trink aus, unser Psychologe muss jetzt ins Bett."

Kurz drauf führte sie ihn zum Fahrstuhl. Oben angekommen brachte sie ihn in sein Zimmer und nahm ihm die Orthesen ab. "Mach Dich parat fürs Bett, Zweiteiler aus Samt!" befahl sie und schloss die Tür.

Im Spielzimmer schaute sie auf die Fesseln und überlegte. Charly kam rein und erklärte, sie habe noch Ohrstöpsel für Gerrit geholt. Sie nahm eine Halskorsage und Fesselhandschuhe aus dem Schrank und legte sie zusammen mit den Fußfesseln auf das kleinere Bett. Mit flinken Händen befestigte sie Riemen an Kopf und Fußteil, deren freie Enden, jeweils mit D-Ring auf dem Kopfkissen und etwa 20 Zentimeter oberhalb des Fußteils zu liegen kamen.

"Gerrit soll heute nicht ausgespreizt liegen, sondern sich drehen und auch die Arme bewegen können. Aus dem Bett fallen oder aufstehen kann er so jedenfalls nicht." erklärte Charly und fragte "Hast Du noch Augenpflaster?" Alina nickte und Charly sagte "Dann mach ihn mal blind und bringe ihn her." Kurz drauf kam Alina mit ihm zurück. Charly legte ihm Halskorsage, Fesselhandschuhe und Fußfesseln an und verschloss sie. Als er lag, verband sie Halskorsage und Fußfesseln mit den jeweiligen D-Ringen und erklärte ihm, dass er Ohrstöpsel bekommen werde. Alina und Charly sagten 'Gute Nacht' und es wurde still für ihn.

Laura und Natalie waren die Abläufe des Tages nochmal durchgegangen und kamen zu einem positiven Fazit. Es war zwar vieles anders gelaufen, als gedacht, aber die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.

Im Spielzimmer hatten Alina und Charly etwas aufgeräumt und das Bett für eine Runde zu dritt parat gemacht. Alina legte Musik auf, diesmal Liquid Beach, und dimmte das Licht.

Sie zogen etwas bequemeres an, setzten sich im Schneidersitz aufs Bett und meditierten.

Natalie kam rein, berichtete von ihrem Gespräch mit Laura und sprach leiser, als sie Gerrit im Bett sah. "Kein Problem, der hört nichts." meinte Alina und sah Natalie an. Die schmunzelte, zog sich ebenfalls um und setzte sich an das Kopfteil, Nun bildeten sie ein Dreieck.

"Lagerfeuer! Was gibt's zu berichten" fragte Natalie. Alina berichtete von ihrem Gespräch mit Charly auf dem Weg zu ihrer Wohnung. Natalie lächelte und sagte "Die drei Worte sind mir zu abgedroschen, aber, Charly, Du hast inzwischen einen festen Platz auch in meinem Herzen. Und ich freue mich sehr darüber, dass Du Dich engagierst. Du warst heute Abend wirklich großartig, wir haben soviel Neues von und über Gerrit erfahren und das haben wir Dir zu verdanken."

Charly strahlte und verneigte sich.

Alina lächelte und fragte "Natalie, stehst Du dem Gedanken, dass wir uns hier an dem neuen Projekt beteiligen könnten, immer noch ablehnend gegenüber?"

"Der Gedanke ist einfach faszinierend und der heutige Abend hat einiges dazu beigetragen, es nicht mehr rundweg abzulehnen. Aber es gibt soviel offene Fragen, ich sehe da noch keine Lösungen. Aber zurück zu Dir, Charly. Der Gedanke, am Ende unserer Zeit hier, einfach zu fahren und Dich hier zu lassen, schmerzt mich. Würdest Du mitkommen?" fragte Natalie.

"Ich hab hier meinen Laden, ich fühle mich wohl und jetzt auch noch das neue Projekt, wo ich schon Leitungsfunktion habe, obwohl es noch ganz in den Kinderschuhen steckt. Ich würde gern, aber ich kann nicht." antwortete Charly.

Alina mischte sich ein "Ein wirklich klassischer Fall von Dead Lock. Wenn sich keiner bewegt, wird es diesen Abschied geben, obwohl ihn keiner will."

Es herrschte wehmütiges Schweigen.

Charly löste die Situation auf "Zurück zu Gerrit. Er hat, teils ohne sich dessen bewusst zu sein, Dinge gesagt, die tief blicken ließen. Ich denke, er würde sehr weit gehen. Wie weit würdet Ihr gehen?" fragte sie.

Natalie antwortete "Ich wollte im ersten Moment Deine Fragestellung kritisieren. Du hättest 'wie weit würden wir gehen?' sagen sollen, dachte ich. Dann merkte ich, dass das genau dem widerspricht, was ich zuvor gesagt habe. Nur, wenn wir zusammen sind, können wir zusammen agieren. Ich bin in der Zwickmühle."

Alina merkte nachdenklich an "Vielleicht brauchen wir einen Stups von außen."

Charly sah Alina tief in die Augen, schloss sie und begann zu meditieren, Alina folgte, Natalie schloss sich an.

Einige Minuten später meldete sich Gerrit. Er musste aufs WC. Alina stand sofort wortlos auf und ging zu ihm. Sie löste ihn vom Bett, nahm aber seine Fesseln nicht ab und führte ihn in Trippelschritten ins Bad. Kurz drauf war sie mit ihm zurück, platzierte ihn wieder im Bett und schloss ihn an.

Als sie sich gesetzt hatte, bat sie Charly um eine kurze Zusammenfassung, was Gerrit im Gespräch mit ihr gesagt hatte.

Alina überlegte kurz und sagte "Wegen der unklaren Grundlagen können wir die Frage wohl heute nicht klären. Aber eines kann ich für mich jedenfalls sagen, unter der Voraussetzung, dass mein Wirken als Assistentin für Natalie dadurch nicht beeinträchtigt wird: Wann immer Gerrit Hilfe benötigt, meine Arme und Hände werden für ihn da sein."

Natalie und Charly waren beeindruckt. "Das ist wirklich ein starkes Bekenntnis. Ich habe große Hochachtung vor Dir!" sagte Natalie, Charly schloss sich an und verneigte sich.

Sie saßen noch eine Weile schweigend da und genossen die Musik.

Natalie sah Charly länger in die Augen und fragte sie dann "Möchtest Du mit in mein Zimmer kommen, ich möchte Dir nahe sein, vielleicht hilft mir das ja dabei, den Knoten zu lösen?" Charly nickte und sie gingen.

Alina lächelte, stellte die Musik lauter und tanzte.

Als sie selbst auch mal musste und vom WC zurück war, richtete sie die Riemen am Doppelbett und weckte Gerrit sanft. Sie löste seine Fesseln vom kleineren Bett, führte ihn zum Doppelbett und legte ihn dort auf die dem Fenster zugewandte Seite. Sie schloss ihn wieder an, streichelte über seine Stirn und die verklebten Augen. Er seufzte.

Sie konnte nicht anders, nochmal Kölsch auflegen und weitertanzen. So ein geiles Set. Und sie holte sich noch ein Weißbier. Zurück gekommen, sah sie auf Gerrit und freute sich, ihn unterworfen zu haben. Sie trank und tauchte wieder in die Musik ein.

Noch am Freitag hatte sie Angst vor den Veränderungen, Angst vor dem Wochenende gehabt, nun war das Wochenende vorbei. Es war aufregend gewesen, in all seinen unterschiedlichen Situationen, Eindrücken und Gefühlen. Und es gab Perspektiven, sie hoffte, dass Charly dabei sein würde. Neugierig ging sie zu Natalies Zimmer, öffnete leise die Tür. Alles dunkel, und den Geräuschen nach schliefen sie.

Das Glas war leer, sie machte sich parat. Als sie auf dem WC saß, hörte sie Gerrit. Sie hatte den Impuls 'Moment' zu rufen, aber der konnte sie ja nicht hören. Sie beeilte sich nicht, er war immerhin ihr Eigentum und warten sollte er können oder lernen. Als sie soweit war, holte sie ihn und setzte ihn auf den Topf, trocknete ihn ab und brachte ihn wieder ins Bett. Sie legte ihn auf seine linke Seite und schloss ihn an. Neben ihm legte sie sich auf ihre rechte Seite, bewegte sich zu ihm hin, bis sie Po an Po lagen. Gerrit seufzte, sie auch. Sie schloss die Augen und ließ los.



71. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 25.07.26 03:51

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 57)

Alina spürte, wie ihr jemand die Wange streichelte. Sie öffnete die Augen und sah Charly auf der Bettkannte sitzen. "Möchtest Du tauschen?" fragte sie. Alina fragte "Wie hast Du Dich bei Natalie gefühlt?" Charly antwortete "Gut, ich denke, wir sind uns näher, als vorher." "Dann solltest Du wieder zu ihr gehen. Ich fühl mich ganz wohl hier. Aber Du könntest Gerrit schon mal die Ohrstöpsel raus nehmen, ich kenne mich mit den Dingern nicht aus." entschied Alina. Charly entfernte seine Ohrstöpsel, schaltete das Licht wieder aus und ging.

Gerrit seufzte "Schön, wieder etwas zu hören." Alina drehte sich um, sodass sein Po in ihrem Schoß eingebettet war. Sie schob den linken Arm unter ihm durch, legte den rechten oben drüber und umfasste seine Fesselhandschuhe an den Handgelenken. "Doppelt gefesselt hält besser." konstatierte sie trocken und sie schliefen wieder ein.

Die Dämmerung hatte eingesetzt und die ersten Vögel zwitscherten. Alina war wach geworden und stellte erstaunt fest, dass ihre Hände Gerrits Handgelenke immer noch fest umschlossen hielten. Er war inzwischen auch wach und schnurrte, wie ein Kätzchen. "Diese Position und das Gefühl, das mich dabei durchströmt, das ist Geborgenheit." flüsterte Gerrit. "Hat sie das auch immer mit Dir gemacht?" fragte Alina. "Ja, nur meist ohne Fesselhandschuhe, aber es war nicht minder zwingend." antwortete er. Sie lagen aneinander gekuschelt und lauschten.

"Wie hast Du Deine Frau eigentlich kennen gelernt?" fragte Alina. Gerrit kicherte und antwortete "In einem Internet-Forum zum Thema BDSM." "Nein, wirklich?" fragte sie ungläubig. Gerrit nickte. "Erzähl!" forderte sie ihn auf.

Gerrit atmete tief durch und begann: "Ich hatte zwei kleine Geschichten zum Thema geschrieben und sie gepostet. Eine dritte gab es auch, aber die habe ich nicht im Forum veröffentlicht, weil sie etwas härter war. Das Feedback auf die zwei im Forum war gut. Bei mehreren BDSM-Stammtischen habe ich Lesungen mit allen dreien gemacht. Die Rückmeldung dort auf alle drei Geschichten war ziemlich gut. Ich war also durchaus etwas selbstbewusst. Dann kam eine neue Autorin ins Forum und postete ihr Erstlingswerk. Spannende Geschichte, gute Schreibe, aber zwei oder drei logische Brüche im Plot. Ich hab ihr eine PN geschickt, sie ausführlich und differenziert gelobt, aber auch auf die Brüche hingewiesen und sie ermuntert, mir eine PN zu schicken, wenn sie mag.

Drei Tage später kam die Antwort. Wir haben uns gegenseitig erstmal ein wenig abgeklopft. Sie hatte erst vor kurzem ihre Neigung zuordnen können, die Gefühle waren schon länger da. Ich habe ihr erzählt, dass ich schon sehr lange im Thema stecke, biologisch Mann, aber eigentlich ein Mädchen bin - und Sub, wie sie. Und diese, im Grunde gleiche Ebene hat sehr schnell zu sehr viel Offenheit geführt. Und es ging Schlag auf Schlag.

Die Anzahl der PNs, die zwischen uns hin und her flossen, war atemberaubend. Und sie konnte 10 Finger-System, ich nur, aber eigentlich auch recht schnell, 2 Finger. Ich habe mein System im Job nie als nachteilig erlebt. Da dann schon. Ich hatte immer wieder PNs von ihr nicht gelesen, weil ich noch mit Schreiben beschäftigt war. Und sie hat mich auch immer wieder lieb darauf hingewiesen, dass ihr hier, da und dort noch eine Antwort fehlt. Sie hat mich kapazitätsmäßig echt gerockt.

Nach weniger als fünf Tagen waren Offenheit, Innigkeit und Gleichklang so groß, dass ich dachte, das gibt es eigentlich nur unter Schwestern. Meine nächste PN habe ich mit 'Hi Sister!' begonnen. Sie reagierte irritiert und fragte 'Ist das ein Code?'. Ich habe ihr meine Gefühle erklärt und sie nahm das Angebot an. Wir sind beide Einzelkinder und hatten jetzt jeweils eine Schwester, ein wunderschönes Gefühl.

Aufgrund der Erfahrung im BDSM, unser Alter kannten wir da noch nicht, wurde ich die große Schwester und sie die kleine Schwester."

Alina war gerührt "Das ist aber wirklich süß. Die Art, wie Du berichtest, zeigt mir, wie inspirierend, umwerfend und aufregend das für Euch war. Sie zeigt mir aber auch, dass Du die Trauer jetzt wirklich hinter Dir gelassen hast und zurück im Leben bist." sagte sie.

Gerrit nickte, atmete tief durch und fuhr fort: "Die Inhalte unserer PNs betrafen nicht nur BDSM, obwohl das sehr prägend war. Es ging auch um Traumata in unseren Biografien, Eltern, Lebenseinstellung, Weltbild, bis hin zur Religion. Wir haben uns schlechthin über alles ausgetauscht, was uns in den Kopf kam. Die Nähe war enorm, Schwestern halt.

Beruflich stand mir ein zweiwöchiges Seminar bevor, ich wollte aber den Lauf, den wir hatten, nicht einschränken. Also habe ich einen Kollegen, der absolut fit im Thema war, gefragt, ob er das Seminar übernehmen könnte. Er hatte andere Termine, ich habe ihm gesagt, dass es mir sehr wichtig ist. Zwei Stunden später kam die Antwort. Er konnte seine Termine verschieben und sprang ein. Zwei Wochen Zeit, um in dieser magischen Entwicklung, so fühlte es sich für mich an, am Ball zu bleiben.

Alina honorierte "Du hast Ihr ja alles untergeordnet."

Gerrit nickte und entgegnete "Das ist das entscheidende bei magischen Linien: Entweder man packt sie und lässt sich ohne Wenn und Aber davon tragen, oder sie sind weg und kommen nicht wieder. Und ich hab zugepackt, sie aber auch.

In der Zeit war sie in ihrer Entwicklung so weit, dass sie hals überkopf im Internet Doms fand, kontaktierte und sich mit ihnen traf. Ich hab alles immer hautnah mitbekommen. Wenn sie ein Date hatte, war ich aufgeregt, bin am See spazieren gegangen um mich abzulenken, war aber auch immer früh genug zurück, damit ich auf ihr Feedback sofort reagieren konnte. Sie tobte sich aus und es war faszinierend, das fast live verfolgen zu können. Hinterher haben wir alles, was passiert war, ausführlich besprochen. Ich habe in der Zeit viel über Männer gelernt, jedoch auch gemerkt, dass ich da nicht wirklich dazugehöre. Das war mir aber auch schon vorher klar.

Die Harmonie zwischen uns bekam einen Knick, als sie bei einem Date Safety-Regeln, die ich als grundlegend ansehe, ignoriert hatte. Ich bin sehr vorsichtig gewesen, habe eine Standpauke getextet, aber nicht abgeschickt. Ich habe andere Dinge gemacht, sie abgeschwächt, nochmals andere Dinge gemacht und sie wieder abgeschwächt und dann gesendet.

In ihrer Antwort war sie zerknirscht, entschuldigte sich bei ihrer großen Schwester und versprach künftig vorsichtiger zu sein.

Danach war alles, wie immer. Die Standpauke hatte also nichts zwischen uns beschädigt und ich war sehr froh darüber.

Einige Tage später berichtete sie mir von einem weiteren Date, in dem sie diese Regel erneut nicht beachtet hatte. Diesmal gab es eine sehr deutliche und klare Standpauke von mir. Ihre Reaktion war der ersten sehr ähnlich.

Danach war wieder alles ganz normal. Aber mir war klar, dass das wohl wieder passieren würde. Aus meinem Verantwortungsgefühl als große Schwester heraus, überlegte ich, was ich tun könnte, um sie auf einen sicheren Weg zu bringen. Die Antwort war sehr schnell klar, sie gefiel mir aber nicht.

Ich habe mir die Inliner angezogen und mich ausgepowert, um nachzudenken. Danach bin ich essen gegangen und habe wieder nachgedacht. Ich habe keine andere Lösung gefunden und mein Verantwortungsgefühl ihr gegenüber war zwingend.

Tags drauf kam eine PN mit dem Betreff 'I did it again'. Ich habe die PN nicht gleich gelesen, bin spazieren gegangen und habe mich vergewissert, dass ich wirklich dazu bereit bin.

Danach habe ich die PN gelesen und es war, wie ich erwartet hatte. Ich habe auf die Standpauke verzichtet und sie einfach gefragt 'Kannst Du Dir vorstellen, dass Deine große Schwester die Kontrolle über Dich übernimmt?'. Zwanzig Minuten später kam die Rückfrage 'Heißt das, dass meine große Schwester künftig auch meine Herrin ist?'. Ich habe geantwortet 'Ja, genau das. Bist Du dazu bereit?'. Zwei Minuten später kam die Antwort, ein einzelnes Wort, 'Ja'."

Alina schluchzte. "Das war sehr bewegend und ich habe großen Respekt vor Deiner Entscheidung, vor Deinem Verantwortungsgefühl und vor Deiner Liebe. Angesichts dessen kann ich wohl nur alles falsch machen."

Gerrit entgegnete ganz sanft "Deine Liebe ist längst da und Du weißt das auch. Und Dein Verantwortungsgefühl habe ich in den letzten drei Tagen als kontinuierlich wachsend erlebt.

Und zum Thema 'Fehler machen' muss ich etwas grundsätzliches sagen: Wir haben in Deutschland keine wirkliche Fehlerkultur. Es geht immer darum, keine Fehler zu machen und das ist falsch.
Ich bin Software-Entwickler und unter uns gibt es eine geflügelte Redewendung 'Wer keine Fehler macht, macht nichts'. Ohne Fehler gibt es kein Lernen und ohne Lernen gibt es keine Weiterentwicklung. Ich lasse die technische Ebene jetzt mal weg.

Als Herrin in einer allumfassenden 24/7 Konstellation kannst Du gar nicht anders, als über Fehler zu lernen. Safe-Words, Vorababsprachen etc. sind da nicht mehr einsetzbar. Du musst nur einerseits in kleinen Schritten vorgehen, damit Du Deinen Besitz nicht nachhaltig beschädigst. Andererseits solltest Du Simulationen einsetzen, das machen wir in der Software auch, also geschützte Umgebungen, in denen nichts wirklich schlimmes passieren kann.

Und, was ganz wichtig ist, Du solltest Dir bei jedem Schritt, den Du in unbekanntes Terrain wagst, überlegen, was Du im schlimmsten Fall tun kannst, um Deine Sub wieder aufzufangen. Denn das ist der Schlüssel. Du kannst jeden Fehler machen, ihr jeden Schmerz und jede Demütigung zufügen, bewusst oder unbewusst, Du musst sie aber immer wieder in die Geborgenheit zurückführen können, die sie braucht. Das muss Deine Leitlinie sein."

"Der Psychologe in Dir hält wieder ein Seminar. Und ich bin sehr dankbar dafür. Wieso kann der sich soweit einmischen, dass Dinge zutage treten, die Dir als Sub später auf die Füße fallen?" fragte sie.

"Wenn er Euch die Zusammenhänge gut erklärt, werdet Ihr gute Entscheidungen treffen. Dann bin ich maximal unterworfen und ich bleibe trotzdem heil." antwortete er.

Alina dachte nach und sagte "Du hast vorhin über meine Liebe gesprochen. Was ist mit Deiner Liebe?"

Gerrit atmete tief durch: "Ich antworte indirekt. Mach alles, was Du möchtest mit mir, aber mach es abgestimmt mit Natalie, sie ist ebenfalls meine Herrin."

Alina fragte "Alles?" er antwortete "Alles!"




72. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 25.07.26 19:14

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtundfünfzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Charly hatte vorhin mal kurz ihren Kopf durch die Tür gesteckt und sofort begriffen, was passiert. Kurz drauf kam sie mit Natalie zurück und die beiden schlichen leise zum zweiten Bett. Alina und Gerrit lagen mit dem Gesicht zum Fenster und hatten nichts davon mitbekommen.

Gerrit fuhr fort: "Diese Entscheidung hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Mein erster Weg morgens führte mich zum Computer, mal schauen, ob es meiner Sub gut geht. Und der letzte Weg vor dem Einschlafen ebenfalls. Auch über den Tag hinweg war sie immer wieder präsent. Ich habe in dieser Zeit sehr viele Erkenntnisse gewonnen, auch über etwas, das in der Szene mit einer despektierlichen Redewendung bedacht ist, die der Tiefe und der Schönheit nicht gerecht wird. Meine Variante lautet: 'Wer führt, gibt sich immer auch hin. Und wer sich hingibt, führt immer auch.'"

Alina seufzte "Sehr weise gesagt, und ich spüre in Deiner Philosophie, dass Du sehr auf energetischen Ausgleich bedacht bist."

Gerrit nickte. "Nur Systeme, die im Inneren eine energetische Ausgewogenheit haben, können stabil sein. Und Stabilität ist eine hohes Ziel, gerade weil sie so schwer zu erreichen ist. Das System mit meiner kleinen Schwester war sehr stabil.

Und ich hatte sie in der neuen Konstellation auch so gut im Griff, dass es bei ihren Dates auch keine Probleme mehr gab. Wenn sie jemanden daten wollte, hat sie mir vorher alle Informationen und Kontaktdaten vorgelegt und mich um Erlaubnis gebeten. Sie hatte die Doms auch vorgewarnt, dass sich die große Schwester melden wird. Wer da noch nicht abgeschreckt war, den habe ich angemailt und durchgecheckt. Überraschend viele waren offen zu mir und haben mir Informationen über sich gegeben. Wenn ich mich positiv entschieden hatte, habe ich ihnen auch Infos über meine kleine Schwester gegeben und damit den Verlauf des Dates ein Stück weit mit beeinflusst.

Zudem habe ich vorher intensiv mit ihr darüber geredet, bis hin zu Kleidung und Makeup. Da ich viel mehr wusste, als sie zu diesem Zeitpunkt, konnte ich sie, sagen wir mal, ein wenig anheizen. Und hinterher kam von den Doms in der Regel ein Feedback, manchmal sogar vor ihrem. Anschließend gab es zwischen ihr und mir noch eine intensive Nachbesprechung.

Während einer dieser Nachbesprechungen war plötzlich das Forum nicht mehr erreichbar, 'Server error 500' stand in der Fehlermeldung und wir waren abrupt ausgebremst. Das war kein temporäres Problem, auch eine halbe Stunde später hatte sich nichts geändert.

Sie hatte zwar meine Telefonnummer, die Brücke hatte ich ihr schon früher gebaut, aber sie war wohl noch nicht soweit, mir ihre zu geben. Hätte ich es ihr befohlen, hätte sie sie mir gegeben, da war ich sicher. Aber ich dachte, das muss von ihr selbst kommen. Und nun saß ich da und konnte nichts machen.

Plötzlich klingelte das Telefon und sie war dran. Wir haben direkt drei Stunden telefoniert. Es war wunderschön. Am Ende des Abends waren wir uns nochmal so viel näher gekommen, der 'Server error 500' war unser magischer Helfer."



73. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 26.07.26 02:46

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 59)

Alina bewegte ihre Hände, sie waren ein wenig steif geworden. Kurz drauf umschloss sie wieder seine Handgelenke.
"Nicht loslassen, ich will, dass er weiter erzählt." dachte sie im Stillen.

Gerrit fuhr fort "Mit den PNs lief erstmal alles weiter, wie zuvor. In der folgenden Woche hatte ich ein Seminar von Montag bis Donnerstag und musste mich einschränken, ein halbes Dutzend PNs am Tag wurden es dennoch.

Am Donnerstag Abend rief sie an. In einer Ferienwohnung in Berlin, deren Betreiber sie gut kannte, war ein Kunde wegen Krankheit ausgefallen. Sie schlug vor, dass wir uns da treffen könnten. Mein nächstes Seminar sollte am Dienstag beginnen und so habe ich zugesagt.

Als ich ankam, stand sie breitbeinig mit verschränkten Armen und blockierte einen Parkplatz. Autofahrer hupten, andere schimpften, aber sie stand da ungerührt und ließ sich nicht beirren. Als sie mich sah, ging sie zur Seite, verneigte sich und ich konnte einparken.

Sie nahm mir meine Tasche ab und führte mich hoch. Sie bot mir das Bett an, ich nahm aber die Couch und richtete mich ein. Dann drehte sie einen Stuhl zur Raummitte hin und gab mir ein Handzeichen. Ich setzte mich. Sie kniete sich vor mich, legte ihre Hände auf meine Oberschenkel, Handflächen nach oben. Ich legte meine Hände, Handflächen nach unten in ihre und sie unterwarf sich mir. Eine Weile verharrten wir ehrfurchtsvoll in dieser Position, ich küsste sie auf die Stirn und wir erhoben uns.

Sie hatte etwas eingekauft und wir kochten gemeinsam. Es war improvisiert, aber wir waren sehr ausgelassen und hatten viel Spaß, zumal wir uns in der engen Küchenzeile dauernd in die Quere kamen.

Später saßen wir uns im Kerzenschein gegenüber und speisten. Es schmeckte köstlich und wir sahen uns immer wieder in die Augen, bis sie demütig den Blick senkte.

Sie räumte ab und wir redeten. Über unsere Arbeit, über Dinge, die uns wichtig sind, über unsere Lebensgeschichten. Es war der große Rundumschlag. Die Vertrautheit und die Harmonie zwischen uns war beeindruckend.

Irgendwann wurde sie müde. Als sie aus dem Bad kam, habe ich sie für die Nacht parat gemacht. Eine Weile später lag sie mit Augenbinde und Halskorsage im Bett, die gefesselten Hände waren an der Halskorsage angeschlossen und die Füße gefesselt. Ich gab ihr einen Kuss auf die Stirn und wünschte ihr eine gute Nacht."

Gerrit atmete tief durch und seufzte.

"Sehr bewegend und sehr nah dran an Deiner Situation jetzt." bemerkte Alina mit sanfter Stimme.
"Wie hast Du Dich gefühlt beim Anblick Deiner Sub?" fragte sie.

"Ich hatte einen Riesenrespekt vor ihrer Hingabe. Ich habe ihr beim Einschlafen zugesehen und dieses Urvertrauen gespürt. Ich wusste, sie gehört mir wirklich. Nun bin ich für sie verantwortlich, vor allem für ihre Gefühle. Ich muss sie in der Waage halten, sie verlässt sich auf mich. Und das hat in mir ein Gefühl der Demut ausgelöst. Demut vor dem Umfang der Aufgabe, auf die ich mich eingelassen hatte und Demut angesichts ihrer völligen Hingabe." sagte Gerrit bewegt.

"Und dabei wird Demut immer als Gefühl gesehen, das die Sub haben sollte." warf Alina ein.

"Das ist eben zu kurz gedacht. In Spielbeziehungen mag das funktionieren, aber nicht in solch umfassenden. Ich hatte schon vor Berlin gemerkt, dass sie mich in vielen Alltagsdingen um Erlaubnis gefragt hat, oder zumindest meinen Rat haben wollte. Das war längst nicht mehr nur auf BDSM beschränkt. Dadurch wuchs für mich die Nähe zu ihr, aber auch die Verantwortung." entgegnete Gerrit.

"Hast Du Deine Entscheidung, die Kontrolle zu übernehmen, irgendwann einmal bereut?" fragte Alina.
Gerrit entgegnete "Nein, nie. Es war notwendig und es war richtig. Zudem, ich habe ich in der Zeit meine psychologischen Kenntnisse enorm erweitern können und das betrifft nicht nur BDSM. Ich bin froh, dass ich so entschieden habe und dankbar für die Erfahrungen, die ich dadurch machen konnte.

Aber jetzt würde ich gern weiter erzählen. Ist das Ok?" fragte er. Alina sagte "Tu das, ich bin gespannt, wie es weiter geht."

Gerrit fuhr fort "In der Nacht ist meine Sub einmal wach geworden, sie musste aufs WC. Ich habe ihr die Fesseln nicht gelöst und sie blind und in Trippelschritten aufs WC gebracht, ihr beim Hinsetzen geholfen, nachher beim Aufstehen, sie trocken geputzt und wieder ins Bett gelegt. Das kennst Du ja alles." Alina kicherte.

Am folgenden Tag waren wir ziemlich ausgelassen, sie hat mir den Teil von Berlin gezeigt, den ich nicht gut kannte, den Osten. Wir sind Einkaufen gewesen und sie hat mich in ein Sterne-Restaurant ausgeführt. Übrigens, eine süße Geste, die sie überall gemacht hat: Sie hat mir immer die Tür aufgehalten, hab ich sehr genossen. Auf einem kleinen Festival in der Nähe, kam uns ein betrunkener Schotte entgegen, stutze, sah uns an und meinte 'Ihr habt eine tolle Ausstrahlung, Ihr solltet heiraten' und torkelte weiter." Alina kicherte erneut.

"Abends waren wir tanzen, daher kenne ich auch Pogo. Als der Abend endete, waren wir uns einig. Wir wollen zusammen bleiben! Die Harmonie, der Gleichklang, die Nähe und Vertrautheit waren so groß, da gab es keine Zweifel.

Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf konnten wir den Sonntag völlig losgelöst und entspannt genießen. Sie hatte wieder alles gut geplant, vom Frühstück im Szene-Café, fast vor der Haustür, über russische Häppchen, Spaziergänge am Spreeufer bis zum nächsten Sterne-Restaurant. Meine kleine Sub war einfach großartig.

Der Abschied am späteren Abend, sie musste am Montag arbeiten, war wirklich schmerzhaft. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir uns umarmt hielten, bis wir uns dann schließlich trennten. Aber der Zeitplan war besprochen, wir würden nicht lange getrennt bleiben."

"Ihr habt Euch ja wirklich gefunden!" meinte Alina ergriffen. "Absolut, nachdem der Trennungsschmerz der Vorfreude gewichen war, etwa auf westdeutschem Terrain, bin ich, Musik auf voller Laustärke mit 180 über die Autobahn gebraust und hab mich sauwohl gefühlt.

Eine Woche später bin ich bei ihr aufgeschlagen. Meine Wohnung bestand noch und das sollte auch vorerst so bleiben. Ich habe nur das nötigste mitgenommen, natürlich auch Computer, damit ich aus der Ferne auf meine Infrastruktur zugreifen kann und alles Spielzeug, was ich besaß.

Unser Wiedersehen wurde angemessen in einer kleinen Diskothek gefeiert, gegessen hatten wir schon zuhause.

Beim Frühstück am nächsten Morgen erklärte meine Sub mir, dass der Vermieter noch keinen Schlüssel für mich hatte. Im Haus gab es ein Schließsystem und da kann man neue Schlüssel nur dann anfertigen lassen, wenn man die Sicherungskarte vorlegen kann. Sie vermutete, dass der Vermieter diese Karte verlegt hatte.

Da die Wohnung zwei Zugänge besaß, hatte sie sich eine Lösung überlegt. Das Schlüsselbund, mit dem man das Treppenhaus betreten und von dort über den Haupteingang in die Wohnung konnte, sollte ich nehmen. Sie hatte ein zweites Bund, mit dem sie direkt von der Straße aus in ihren Laden, von dort mit einem innen liegenden Aufzug eine Etage höher und über den Hintereingang in die Wohnung kommen kann, das würde sie behalten.

Das war für mich kein Problem und wir gingen später raus, sie wollte mir die Stadt zeigen. Da sie mir in Berlin schon immer die Tür aufgehalten hatte, hat sie das jetzt auch gemacht und das Bund aus dem Haupteingang in ihrer Handtasche verstaut. Nach unserer Rückkehr schloss sie die Tür von innen wieder ab und ließ den Schlüssel stecken.

Am Abend sind wir noch Essen gewesen und ich habe sie danach mit weiteren meiner Spielzeuge vertraut gemacht. Treffen mit Doms waren kein Thema mehr, ihre große Schwester und Herrin reichten ihr. Überhaupt war das impulsive ungestüme Erkunden ihrer Neigung verschwunden, sie war angekommen und tiefenentspannt.

Trotzdem haben wir uns viel über BDSM unterhalten, es ging ihr sehr stark um das Verstehen und, Du ahnst es, der Psychologe hat wieder ein Seminar gehalten."

Alina musste diesmal laut lachen "Und es ist Dir später auf die Füße gefallen."

Gerrit kicherte "Warte ab. Zunächst mal vergingen die nächsten Tage, wie im Rausch. Wir waren so innig, vertraut und im Gleichklang, es war faszinierend. Sie hat mir nicht nur die Stadt, sondern auch die Umgebung gezeigt, wir sind spazieren gegangen, haben stundenlang geredet, es war mit die intensivste Zeit in meinem Leben. Und alles war so vielfältig. Ich habe die Stätten ihrer Kindheit, ihrer Jugend und ihrer Ausbildung kennen gelernt, nebst den dazu gehörigen Geschichten. Meine korrespondierenden Stätten konnte ich ihr natürlich nicht zeigen, aber die Geschichten erzählen. Wir waren ein Herz und eine Seele, eine abgedroschene Wendung eigentlich, aber hier passte sie.

Abends sind wir in der Regel noch in ein Bistro in der Nähe gegangen, ziemlich alternativ angehaucht, aber echt ein Platz zum Wohlfühlen. Wir haben uns einen Vorspeisenteller und ein Bier gegönnt. Irgendwann sind wir nach Hause und haben noch eine warme Hauptmahlzeit zu uns genommen und den Abend gepflegt mit House oder Techno ausklingen lassen.

Ein Tag war schon vom Wetter her besonders. Die Nächte waren schon richtig kühl, aber die Sonne war am Tag noch sehr stark und es war echt warm. Die Wohnung hatte sich ziemlich aufgeheizt und wir waren froh, ihr am Abend zu entfliehen. Wir öffneten die Fenster und machten uns fertig. Sie drehte den Schlüssel im Schloss, hielt mir die Tür auf und schloss hinter sich ab.

Wir gingen ins Bistro und setzten uns in den Biergarten. Die Luft hier war erträglich. Der Vorspeisenteller und zwei Weißbier kamen. Wir nahmen ein paar Happen, tranken etwas und redeten. Wir haben uns über unsere politischen Einstellungen unterhalten. Ich habe mich immer sehr an der konkreten Frage orientiert und da ergaben sich, je nach Frage, zum Teil konservative, aber auch linke Einstellungen. Bei ihr war das ziemlich klar. Die allgemein geläufige Redewendung 'nach dem rechten sehen' hieß bei ihr prinzipiell 'nach dem linken sehen'. Wir haben jedenfalls leidenschaftlich debattiert und es hat Spaß gemacht. Die Gläser waren leer, der Vorspeisenteller auch und wir orderten nach. Die Diskussion war kontrovers, aber wir genossen den Disput trotzdem, weil die Harmonie zwischen uns dadurch nicht im Mindesten gestört wurde.

Inzwischen war es kühl geworden und wir sind rein gegangen. Aber wir hatten beide keine Lust, nach Hause zu gehen. Wir bestellten noch zwei Bier und zwei Focaccia. Damit war die warme Mahlzeit überflüssig, und wir konnten uns Zeit lassen. Das Thema hatte gewechselt, war aber weniger spannend und so saßen wir einfach da und beobachteten die anderen Gäste. Schließlich waren unsere Gläser wieder leer und wir verließen das Bistro.

Auf dem Weg nach Hause merkten wir, dass uns die kühle Nachtluft gut tat. Wir machten noch eine kleine Extra-Runde und betraten dann das Treppenhaus.

Oben angelangt, nahm sie das Schlüsselbund aus ihrer Handtasche, öffnete und hielt mir die Tür auf. Ich trat ein und sie schloss die Tür, steckte den Schlüssel von innen ins Schloss und drehte ihn. Aber sie ließ ihn nicht stecken, sondern zog ihn wieder heraus. Sie sah mich erschrocken an, drehte sich mit einem Schmunzeln weg und ging ins Büro.

Ich stand völlig perplex da, sie kam aus dem Büro und verschwand ohne mich anzusehen im Bad.

Ich ging ins Büro und schaute nach ihrer Handtasche, nichts zu sehen. Sie hatte die Handtasche mit dem Schlüssel offenbar versteckt. Ich konnte also nicht mehr raus.

Ich setzte mich ins Wohnzimmer und versuchte, die Situation zu analysieren. Ich war ziemlich durcheinander. Sie blieb über eine halbe Stunde im Bad.

Als ich hörte, wie sich die Tür öffnete, erwartete ich sie im Wohnzimmer, aber sie kam nicht. Vom Lichtschein her musste sie in die Küche gegangen sein. Mein Atem ging schneller, was will sie und was mache ich jetzt? Je mehr ich nachdachte, um so klarer wurde es. Tiefe Demut kam auf.

Ich nahm meine Geldbörse, mit Ausweispapieren, Führerschein, Geld und allem, was Selbstständigkeit ausmacht, dazu die Autoschlüssel und die Schlüssel meiner Wohnung. Ich atmete tief durch und ging in die Küche.

Sie hatte einen Stuhl zum Gang hin ausgerichtet und saß dort. Vor diesem Stuhl lag ein Kissen auf dem Boden. Ich kniete mich hin und übergab ihr alles. Sie legte es auf den Tisch und sah mich herausfordernd an.
Ich legte meine Hände mit den Handflächen nach oben auf ihre Oberschenkel. Sie legte ihre Hände mit den Handflächen nach unten in meine.

"Ich unterwerfe mich Dir mit Körper, Geist und Seele, für immer!" habe ich gesagt und den Kopf gesenkt.

Sie besiegelte trocken "Jetzt gehörst Du mir!"




74. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 27.07.26 01:25

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 60)

"Wow, was für eine Wendung. Eigentlich sollten wir jetzt mal aufstehen, aber ich mag Dich nicht loslassen. Und eine Frage habe ich auch noch:
Wenn Du zurückblickst, hast Du einen Fehler gemacht oder wie kam es zu diesem Kipppunkt?" fragte Alina.

"Gekippt ist es nicht wirklich, die Polarität hat gewechselt und das rasend schnell.
Was die Frage des Fehlers angeht, so muss man sich erstmal die Zielperspektive ansehen. Und die hab ich abgleitet aus allem, was sie mir in unseren vielen Gesprächen gesagt hat.

Erstens, die Arbeit war ihr wichtig und die sollte darunter nicht leiden, wie es am Anfang unseres Austausches wohl schon passiert war. Sie war so ungestüm im Erkunden ihrer Neigungen, dass sie im Job unkonzentriert war und Fehler machte.

Zweitens, ihre Familie und ihre Freunde waren ihr wichtig und die regelmäßigen Begegnungen mit ihnen.

So, wie ich sie vor diesem Abend geführt habe, war das gewährleistet. Ich hab ihr ausreichend Leine gelassen, sodass sie wieder stärker in ihrem Alltag verankert war. Sie hat das auch gemerkt. Trotzdem war ihr immer bewusst, dass ich ihre Herrin bin und sie hat mir das, auch im Alltag durch kleine Signale gezeigt.

Dass es trotzdem zu dieser Polumkehr gekommen ist, hat andere Ursachen.
Uns eint generell das Bedürfnis, die Dinge, mit denen wir zu tun haben, verstehen zu wollen.

Und sie kann ihre submissiven Gefühle nur verstehen, wenn sie auch die dominante Ebene versteht.
Und … Alina!" sagte Gerrit. Sie kicherte und vollendete "der Psychologe hat ein Seminar gehalten."

Gerrit führte fort "Richtig, eigentlich war es mehr eine Seminarreihe, wir sind immer wieder aufs Thema zurückgekommen. An einem Punkt, etwa in der Mitte der Reihe, konnte ich feststellen, dass sie inzwischen die dominante Seite verstanden hatte. Damit konnte sie nun auch ihre submissiven Gefühle besser einordnen. Ein Gesamtverständnis entstand.

Um ihr noch mehr Hintergrund-Wissen zu geben, habe ich mit ihr auch intensiv über meine Gedanken und Gefühle als Herrin gesprochen. Und sie hat mir über das, was sie als Sub fühlt und denkt berichtet. Die Sache war nun richtig rund, dachte ich und wollte die Reihe ausklingen lassen.

Aber die Fragen, die dann kamen, ließen mich hellhörig werden. Sie betrafen fast ausschließlich die dominante Seite. Und da war nicht nur Neugier, auch dominante Gefühle kamen bei ihr auf. Je länger wir redeten, um so stärker konnte ich sie spüren. Dass sie diese auch mal umsetzen wird, war mir klar. Allerdings hatte ich mehr an unverbindliche Spielbeziehungen mit Neulingen, vielleicht aus dem Forum gedacht.

Dass sie gleich den ganz großen Wurf hinlegen würde, der dann auch noch mich trifft, damit hatte ich nicht gerechnet.

So, jetzt schauen wir uns doch mal die Abläufe dieses Abends in Zeitlupe an, das lohnt sich wirklich.
'Der Schlüssel steckt innen im Schloss, sie dreht ihn und die Tür ist abgeschlossen. Sie waren beide etwas beschwipst und sie zieht unbedachterweise den Schlüssel heraus und bemerkt sofort ihren Fehler. Da kommt der erschrockene Blick. Sie braucht nur einen Bruchteil einer Sekunde, um die Chance zu sehen und zu ergreifen, die Chance, den Status Quo einzufrieren und sich Zeit zu erkaufen. Das ist der Moment, in dem sie sich mit einem Schmunzeln wegdreht, den Schlüssel in die Tasche steckt und ins Büro geht.'

Ich habe nur einen winzigen Moment dieses Schmunzeln gesehen und im Büro war sie auch nur ganz kurz.

'Ganz selbstverständlich, ohne mich anzusehen verschwindet sie im Bad.'

Das ging so schnell, ich war völlig perplex und konnte nicht reagieren.

'Und dann denkt sie nach. Sie war sich ihrer dominanten Seite bewusst geworden, hatte viel gelernt und verstanden.
Sie hat in dieser Situation das absolute Momentum und sie weiß, dass ein Augenblick, wie dieser so schnell nicht wiederkäme.'

Kurzer Hintergrund dazu: Das Institut, an dem ich lehrte, würde Ende des Monats geschlossen werden. Ich hatte noch ein zweiwöchiges Seminar und dann liefen meine festen Verpflichtungen aus. Neue Möglichkeiten hatte ich nicht vorbereitet, aber ein paar konkrete Gedanken im Kopf. All das hatte ich ihr erzählt.

'Da ich früher schon, um Zeit für sie zu haben, für ein gleichlanges Seminar einen Kollegen gefunden hatte, der es übernahm, wird sie sich im Bad denken, das könnte vielleicht erneut klappen. Sie hat also die Möglichkeit, mich vom Fleck weg aus meinem alten Leben herauszunehmen und einzusperren. Aber sie weiß auch um die Verantwortung, die das mit sich bringt. Aber sie will ja ohnehin mit mir zusammen sein. Warum nicht gleich den Rückweg abschneiden.'

Was sie wirklich im Bad gedacht hat, habe ich nie erfahren. Sie hat darüber eisern geschwiegen. Aber so, wie gerade geschildert, hätte es sein können.

'Sie hat sich entschieden und bereitet das Setting in der Küche vor. Gedämpftes Licht, eine Kerze auf dem Tisch, das Kissen auf der Erde. Sie muss nur warten.'

Ich bin sicher, es war ihr klar, dass ich längst begriffen hatte, dass mein Schicksal besiegelt ist. Jedenfalls war sie nicht im Mindesten überrascht, als ich ihr alle Insignien meiner Eigenständigkeit übergab.

Als ich vor ihr kniete und in ihre Augen blickte, loderte da ein Feuer, das mich von innen verbrannte. Sie hatte ihre Bestimmung gefunden. Ich musste den Blick senken.

Das, was sie an diesem Abend in 45 Minuten gemacht hat, war ein Meisterstück.
Sie hatte blitzschnell reagiert, klug analysiert und ihre Züge waren taktisch brillant.
Ihr Agieren hatte eine strategische Tiefe, war weit voraus gedacht und perfekt umgesetzt.
Ich verneige mich in großem Respekt vor ihr. Summa cum Laude!"

"Du liebst sie immer noch." stellte Alina fest. "Ja, und das wird auch immer so bleiben. Ich bin froh, dass diese Erinnerungen jetzt nicht mehr weh tun. Darauf musste ich fast 13 Jahre warten." sagte Gerrit bewegt.

"Wir fühlen uns sehr geehrt, ihr Erbe antreten zu dürfen. Wir werden das Andenken an sie pflegen. Du wirst uns alles erzählen und sie wird bei uns sein." sagte Alina sanft und fügte nach einer Weile hinzu:

"So, und jetzt müssen wir wirklich mal aufstehen, meine Hände sind schon ganz gefühllos. Blind bist Du ja ohnehin noch, gleich bekommst Du Waschlappen-Handschuhe, Heftpflaster hab ich, damit sie nicht runter rutschen."

"Was hast Du vor?" fragte Gerrit. "Du darfst mich duschen." flüsterte Alina.

Charly und Natalie im anderen Bett sahen sich an und riefen im Chor "Me Too!"

Alina war erstaunt. "Wie lange seid Ihr denn schon da?" fragte sie. "Ziemlich lange, ich glaube, wir haben nur den Anfang verpasst." antwortete Natalie.

Gerrit seufzte "Da bin ich aber froh, ich bin nicht sicher, ob ich das alles noch mal wiederholen könnte."

Alina drehte sich langsam von Gerrit weg und Charly löste seine Verbindungen mit dem Bett, später dann die Fesseln selbst. Natalie kümmerte sich um die Waschlappen, die Länge passte für den Zweck.

Alina und Charly führten Gerrit ein paar Mal quer durchs Zimmer, um seine Beweglichkeit wiederherzustellen, entkleideten ihn und führten ihn ins Bad.

Alina machte den Anfang, stellte sich unter die Brause und gab Gerrit Shampoo auf die bereits nassen Handschuhe. Er begann mit den Haaren, das Gesicht folgte. Er hielt einen Moment inne, damit sie den Schaum abspülen konnte, bevor der in die Augen kommt. Er setzte sanft mit Hals und Nacken fort. Sie gab noch ein wenig Shampoo auf die Handschuhe und er bearbeitete Schultern und Rücken.

Als er schließlich die Brüste erreicht hatte, wurde er langsamer und verweilte. Alina stöhnte, nahm etwas Shampoo aus den Haaren auf die Hände und kraulte seine Brüste, er stöhnte ebenfalls. "Warum bist Du da so sensibel, das habe ich vorgestern schon gemerkt?" fragte sie. "Ich hab mal vor einigen Jahren, als ich merkte, dass ich mehr Mädchen als Mann bin, einen Test gemacht. Ein Monat mit komplett weiblichem Hormonspiegel. Die Sensibilität an den Brüsten ist geblieben." antwortete er. Er war mit seinen Handschuhen inzwischen vom Bauch zum Po gewandert. "Kommst Du auch, allein über die Brüste?" fragte Alina. "Manchmal, aber nur selten. Trotzdem sind sie für mich erotisch absolut unentbehrlich, sonst kriege ich gar keinen Einstieg." antworte er.

Alina spürte seine Handschuhe an den Oberschenkeln, zog die Stirn in Falten und sah Natalie fragend an. Die hob die Augenbrauen und nickte. "Na sowas, er hat mich unten rum gewaschen und ich hab es nicht mitbekommen. Sehr behutsam!" dachte sie. Er war mittlerweile bei den Füßen, sie hob einen Fuß und er wusch die Sohlen. Er hielt ihren Fuß in den Wasserstrahl um den Schaum abzuspülen, damit sie nicht ausrutscht. Er nahm sich den anderen Fuß vor. "Ich kann die Brause nicht halten, kannst Du selbst nochmal von Kopf bis Fuß nachspülen?" fragte er. Sie tat es und stellte sich ein Stück weit entfernt hin, um sich abzutrocknen.

Natalie folgte und während er sie wusch, setzte sie die Befragung fort. "Wann bist Du das letzte Mal gekommen?" fragte sie. "Keine Ahnung, ist lange her. Nach dem Tod meiner Frau war eigentlich alles weg, selbst etwas so normales wie Empathie. Wenn ich Paare Händchen haltend oder sich küssend gesehen habe, dachte ich immer 'wie Hormongesteuert Menschen doch sind', in mir war kein Gefühl." antwortete er.

Natalie fragte "Wann hat sich das geändert?" "Vor fast drei Monaten. Ich hab den Auslöser nicht gefunden, aber plötzlich war das Mädchen in mir wieder da, das ich fast 13 Jahre lang nicht spüren konnte. Und erst da habe ich begriffen, dass das nicht nur meine weibliche Seite ist, wie ich es früher gesehen hatte. Das ist mein zentraler Kern. Als sie wieder da war, und das mit Macht, war auch die Empathie wieder da, die Erotik, das Gefühl für Menschen und nicht zuletzt auch BDSM. Ich bin nicht mehr mit gesenktem Kopf herumgelaufen und habe den Boden angestarrt, sondern bin erhobenen Hauptes und offen durch die Welt gegangen. Mir war vorher nicht klar, wie zentral dieser Teil von mir wirklich ist."

Natalie war geduscht, trat zur Seite und Charly ging unter den Strahl.

"Wieviel Einfluss hat das Mädchen in Dir im Alltag?" fragte sie. Er antwortete "Sehr viel, ich bin so froh, dass sie wieder da ist, dass sie im Moment Narrenfreiheit hat. Sie bringt mich zwar laufend in peinliche Situationen, aber das ist mir egal. Ich versuche, damit klar zu kommen und das gelingt mir derzeit auch. Kurz nach ihrer Rückkehr habe ich in der Damen-Abteilung meine Lieblingshosen gekauft, Ihr kennt sie ja. Vor einigen Tagen, als es kühler war, habe ich eine Herren-Hose angehabt und gemerkt, dass das nichts verändert hat. Meine Ausstrahlung ist wohl der Schlüssel und die kommt von innen, ist sehr stimmig und sehr weiblich. Interessant ist, dass vor allem Frauen darauf direkt reagieren. Mich haben seitdem so viele Frauen lächelnd gegrüßt, die ich definitiv nicht kenne. Es gibt aber auch irritierte Reaktionen, zumeist von Männern."

"Über Deine sexuelle Identität müssen wir noch ausführlicher sprechen." meinte Charly, trat zur Seite und nun war Gerrit dran mit Duschen.

Alina, Natalie und Charly beobachteten ihn.
Alles ganz normal am Anfang. An den Brüsten verweilte er länger und seufzte. Weiter unten stockte er, die Handschuhe waren ein Hindernis. Charly griff beherzt ein und half. Als er fertig war, nahm Alina ihm die Waschlappen-Handschuhe ab und er konnte sich abtrocknen.

"Dasselbe Paar Waschlappen für uns vier. Jetzt haben wir alle den gleichen Stallgeruch!" meinte Alina schmunzelnd.
"Passt doch." warf Natalie ein. "Wir gehören halt zusammen." bestätigte Charly.




75. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 28.07.26 03:38

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 61)

Sie saßen einige Zeit später beim Frühstück und Alina fragte Gerrit "Wie war das in der Dusche für Dich?" Er antwortete "Da war sehr viel Nähe, Vertrautheit und Zärtlichkeit. Ich habe es genossen und bin sehr dankbar dafür." "Hättest Du mehr gewollt?" hakte Alina nach. Gerrit schüttelte den Kopf "Nein, das war so rund und schlüssig. Alles weitere hätte diese wunderschöne Situation ruiniert." Natalie nickte "Du bist wirklich eine von uns."

Laura kam rein und fragte "Wo wart Ihr denn, ich habe mir schon Sorgen gemacht. Es ist fast Nachmittag." Natalie erklärte, dass sie alle im Spielzimmer waren und Gerrits Berichten gelauscht hatten. "Ich habe auf allen Zimmern angerufen, nur dort nicht." sagte Laura verdutzt. Natalie erwiderte "Und darüber sind wir sehr froh! Ich erzähle es Dir nachher. Was gibt's denn?" Laura erklärte "Klara, unsere Schneiderin kommt gleich zum Maß nehmen. Im Moment hat sie noch eine Akut-Kundin, der ist das Kleid geplatzt. Anschließend kommt sie hoch und sie will bei Euch allen Maß nehmen."

Gerrit dachte "Ich hatte gehofft, dass das 'Projekt' übers Wochenende in Vergessenheit geraten ist, war wohl nicht der Fall. Immerhin betrifft es jetzt nicht nur mich. Ich bin nicht allein." tröstete er sich. Laura verschwand wieder.

Charly fragte Gerrit nach dem Psychologie Professor, von dem er gesprochen hatte. "An welcher Uni war der denn?"
"Uni Köln." antwortete er. "Ich hab es mir gedacht, Deine Beschreibung passte zu ihm und das war mein Prof. Was ist denn noch passiert, nachdem er aufgeben musste, weil Dein eingebauter Psychologe sich nicht abschalten lässt." fragte sie.

Gerrit begann "Die Sitzungen waren terminiert, die Kostenübernahme durch die Krankenkasse geklärt, warum hätte ich sie verfallen lassen sollen. Zumal ich, oder mein eingebauter Psychologe, oder wir beide die Gespräche auch sehr genossen hatten. Also war ich am nächsten Tag wieder da. Seine Sekretärin sagte mir aber, dass er noch keine Zeit hat. Ich sollte mich in den Park setzen, sie würde auf einer angrenzenden Station anrufen, damit die mir aus dem Fenster heraus zurufen konnten, wenn er soweit war.

Ich saß dann da auf einer Bank und ein junges Mädchen drehte ihre Kreise, sonst war niemand im Park. Nach der dritten Runde setzte sie sich und stelle mir Fragen. Ich habe offen geantwortet und sie begann über sich zu reden. Sie konnte wohl vieles für sich nicht einordnen, wirkte auch verstört, aber sie kannte die Diagnose der Spezialisten: 'schwere Psychose'. Ich habe nach ihren Wahrnehmungen und Gefühlen gefragt, sie hat sehr offenherzig geantwortet. Ich spürte, sie vertraut mir und habe aufmerksam zugehört.

Plötzlich rief jemand aus einem Fenster der angrenzenden Station, dass der Professor jetzt Zeit für mich hat. Ich habe mit den Schultern gezuckt und ihr gesagt, dass ich gehen muss.

Beim Professor habe ich mich gar nicht erst mit meinen eigenen Problemen aufgehalten und ihm sogleich von dieser Begegnung erzählt. Er war begeistert und erklärte mir, dass bisher niemand an sie herangekommen war, keine Pfleger, keine Ärzte und er selbst auch nicht. Nun hatte ich Zugang zu ihr und das war nicht mein Verdienst. Sie hatte sich mir geöffnet, ganz von selbst. Und ich habe den Prof gefragt, ob ich als Co-Therapeut mitwirken dürfe. 'Sie sind ein guter Psychologe und wenn sie zustimmt, ist das Ok.' antwortete er.

Tags drauf bin ich deutlich früher zum Termin gekommen und habe mich wieder in den Park gesetzt. Es dauerte nicht lange und sie kam zu mir und setzte sich. Ich habe sie gefragt, ob sie damit einverstanden ist. Sie nickte und wir setzten unser Gespräch vom Vortag fort. Mir wurde ziemlich schnell klar, dass da nicht nur die Ursache für die Psychose eine Rolle spielt, sondern auch die subjektive Wahrnehmung, dass hier etwas über ihren Kopf hinweg mit ihr gemacht würde. Diesem Gefühl wollte ich entgegen wirken und es entstand in mir ein Konzept, dem ich den Namen 'Transparentes Dreieck' gegeben habe. Ohne Rücksprache mit dem Prof habe ich in dem Moment die therapeutische Führung übernommen.

Ich habe ihr die Regeln erklärt: 'Alle Informationen fließen in alle Richtungen. Du bist mir gegenüber offen, ebenso dem Prof gegenüber, ich bin Dir gegenüber offen, ebenso dem Prof gegenüber und der Prof ist Dir gegenüber offen und ebenso mir gegenüber.'

Sie sah mir lange in die Augen, nickte bedächtig und sagte 'Gut.'.

Als ich dem Prof davon erzählt hatte, schmunzelte der nur und sagte 'So machen wir es.' Er hat mich einfach laufen lassen und mitgezogen, obwohl das Konzept gegen alle Regeln der psychologischen Lehre verstößt.

Und, es funktionierte. Sie war mittendrin, auf Augenhöhe und fühlte sich akzeptiert. Sie bekam von jedem Gespräch unterschiedliche Feedbacks, je nachdem wer welche Prioritäten gesetzt hatte und lernte, sich daraus ihre eigene Meinung zu bilden. Und sie war gnadenlos offen, uns und auch sich selbst gegenüber. Ihre und auch unsere Erkenntnisprozesse waren rasant.

Zudem habe ich damals schon etwas gemacht, was Ihr gut kennt. Ich habe ihr gegenüber bei jedem Treffen ein Seminar gehalten und ihr die Zusammenhänge erklärt. Der Prof hat sich da zurückgehalten. Aber ich habe ihn über jeden Schritt meiner Schulung haarklein auf dem Laufenden gehalten und sein Feedback gesucht. Er hat mir viele Zusatzinfos gegeben oder hier und da Denkanstöße. Aber der grundsätzliche Tenor war sehr positiv. Ich habe ihr einen Crash-Kurs in Psychologie verpasst, ausgerichtet an ihrer eigenen Situation, gefüttert mit den Erkenntnissen der Therapie, die sie gerade erlebte und mitgestaltete.

Es hat zwei Wochen gedauert, bis wir die Ursachen der Psychose bis ins letzte Detail analysiert hatten. Der Prof wollte einen Termin mit den Eltern und ihrer Schwester machen.

Tags drauf kam ich zu ihm und er berichtete, dass ihre Eltern sie aus der Klinik herausgenommen hatten, sie war minderjährig und so durften sie das. Ich war am Boden zerstört.

Als die Eltern gemerkt hatten, dass es nicht um Tabletten oder Spritzen geht, sondern darum, dass sie sich mit sich selbst und eigenem Fehlverhalten auseinander setzen sollten, haben sie die Reißleine gezogen.

'Die Therapie ist gescheitert', dachte ich und war sehr traurig.

Der Prof sagte mir und er war auch selbst sehr bewegt in dieser Situation 'Grämen Sie sich nicht. Wir haben sehr gute Arbeit geleistet und dank ihres 'transparenten Dreiecks' weiß sie absolut alles. Da Sie sie auch noch psychologisch ausgebildet haben, hat sie auch das Handwerkszeug, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Sie wird klar kommen.' Es dauerte noch eine Weile, bis sich diese Worte bei mir gesetzt hatten. Er hatte recht und ich konnte loslassen, aber es blieb ein Gefühl der Wehmut." beendete Gerrit seinen Vortrag.

"Das ist definitiv mein Prof, präziser kann man ihn gar nicht beschreiben." rief Charly und ergänzte "Sehr schade, dass die Eltern so reagiert haben, aber Ihr habt wirklich tolle Arbeit geleistet und der Psychologe in Dir ist sehr einfühlsam, kreativ und scheut sich auch nicht, althergebrachte Regeln zu brechen. Hatte das Folgen?"

"Ja, der Prof hat mich gefragt, ob er das Konzept und das anonymisierte Fallbeispiel in seine Lehre einbauen darf. Es war mir eine Ehre, dem zuzustimmen." antwortete Gerrit.

"Hat er versucht, Dich anzuwerben?" fragte Charly. Gerrit antwortete "Ja, das hat er und zwar sehr intensiv. Er hat mich zwei Wochen lang jeden zweiten oder dritten Tag zum Essen eingeladen und mit mir darüber geredet. In den Tagen dazwischen haben wir telefoniert. Er wollte mich direkt unter seine Fittiche nehmen und in eineinhalb Jahren würde ich mein Diplom haben. Ich hab wirklich viel und lange nachgedacht. Es ist mir schwer gefallen, aber am Ende musste ich ihm absagen und er hat es auch verstanden.

In diesen zwei Wochen war ich von der Therapie völlig absorbiert. Sie hat mein ganzes Leben bestimmt. Ich habe Termine verschoben, um die Zeit zu haben, die ich brauchte. Meine Arbeit war - ohne Selbstlob - wirklich sehr gut, vielleicht lebt das Konzept noch heute in der Lehre fort, viel lieber wäre mir natürlich, auch in der Praxis.

Aber bei der Vorstellung, das alltäglich als Beruf zu tun, habe ich gemerkt, dass mir dazu etwas fehlt: Die Fähigkeit, Grenzen zu ziehen. In den zwei Wochen des Nachdenkens ergaben sich immer zwei Alternativen. Entweder schaffe ich es nie, Grenzen zu ziehen, dann würde ich an den Schicksalen von 10, 20 oder 30 Klienten zerbrechen. Oder ich schaffe es, Grenzen zu ziehen und bin dann lange nicht mehr so gut, wie ich es sein möchte und eigentlich auch bin."

Charly sagte sehr nachdenklich "Das war auch meine Krux und deshalb habe ich das Studium abgebrochen. Wir sind uns da sehr ähnlich."

Laura kam mit der Schneiderin herein und die begann, Maß zu nehmen.




76. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 29.07.26 02:11

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 62)

Klara und Laura waren wieder weg. Charly informierte die anderen darüber, dass sie sich nun um ihren Laden kümmern müsse.

Alina fragte "Können wir mitkommen?" Charly war einverstanden.

Als sie vor der Tür standen, bemerkte Natalie das Schild mit den Öffnungszeiten.
"Nur zwei Stunden am Tag?" fragte sie erstaunt. Charly nickte und fügte hinzu "Das sind Öffnungszeiten, nicht Arbeitszeiten. Dienst am Gast steht hier im Vordergrund. Ich gehe also viel zu den Kunden aufs Zimmer, schaue mir dort die Probleme an und nehme die Schuhe mit. Wenn ich fertig bin, bringe ich sie dem Gast zurück aufs Zimmer. Laufkundschaft, die spontan in den Laden kommt spielt keine so große Rolle.

Falls wirklich neue Schuhe gefragt sind und Beratung benötigt wird, mache ich mit den Gästen Termine außerhalb der Öffnungszeit und sie kommen runter und schauen sich um. Ich muss jetzt mal checken, was anliegt. Seht Euch ruhig um, dieser vordere Bereich ist der Show-Room. Hier kann man sich Ideen holen. Sie ging ins Büro.

Alina sah auf die Regale mit den Schuhen und meinte anerkennend "Das ist ja sehr edel und breit gefächert. Von klassisch bis extravagant ist alles dabei." Natalie hatte sich einen Stiefel genommen und untersuchte ihn mit fachkundigem Blick. "Erstklassige Wertarbeit, sowas gibt's nicht im Schuhladen nebenan."

Gerrit hatte schwarze Rauleder-Overknees mit hohem Keilabsatz im Blick und seufzte. Natalie fragte "Erinnerungen?" Er nickte. "In der Zeit, in der ich den Prof kennen lernte, hatte ich sowas auch, nur nicht in der Qualität. Dazu Leggings, ebenfalls in Schwarz und ein schwarzer Langarm-Strickpullover mit hohem Kragen und Minirocklänge. Meine beste Freundin ist mit mir so in Szene-Clubs oder Restaurants gegangen. Wenn es kühl war draußen, hatte ich darüber einen beigefarbenen Trenchcoat an. Aber ich bin nur mit ihrem Schutz so in der Öffentlichkeit gewesen, außer an Karneval.

"Was hast Du dann gemacht?" fragte Alina. Gerrit schmunzelte "Ich hab dieses Outfit noch um einen gut gepolsterten Sport-BH erweitert, dazu gab es noch ein viel feminineres Makeup als sonst, knallig lackierte Fingernägel, Lippenstift in der gleichen Farbe, nachgezogene Augenbrauen, Kajal, einfach das volle Programm." führte er aus.

"Dann hast Du ja einige Erfahrung. Wie waren die Reaktionen?" fragte Natalie. Gerrit entgegnete "Blicke natürlich, verstohlene und ganz offensive. Pfiffe, anzügliche Bemerkungen und in der Kneipe auch Po-Grabscher." "Was hast Du mit denen gemacht, die Dich an grabschten?" wollte Alina wissen. "Ich hab mich entrüstet umgedreht, demjenigen eine Ohrfeige verpasst und ihn resolut weggeschickt. Insgeheim hatte ich aber einen Riesenspaß. Männer sind so Testosteron-gesteuert, das glaubt man gar nicht. Ich konnte denen mit dem Augenaufschlag den Kopf verdrehen und sie wollten mich abschleppen. Geile Zig." schwelgte Gerrit in seinen Erinnerungen.

Charly war aus dem Büro zurück gekommen und hatte nur die letzten Sätze gehört. "Verdammt, Euch kann man ja nicht allein lassen, jetzt hab ich schon wieder die Hälfte verpasst." schimpfte sie und befahl an Gerrit gewandt "Du erzählst künftig nur noch, wenn wir vollzählig sind!" Gerrit stand stramm, salutiere und erwiderte "Ja, Sir, Colonel, Sir." Charly musste lachen "Wieder ein Top Gun Zitat." Natalie gab ihr eine Kurzfassung.

"Welche Cup-Größe hatte denn Dein Sport-BH" wollte Alina wissen. "Ich hab nicht nachgemessen, aber das war wohl C, also 9 Zentimeter Unterschied zwischen Unterbrustweite und Oberbrustweite. Und übrigens, wenn der nicht unterfüttert war, lag der fast ganz an, sehr elastisch." antwortete er.

Natalie kicherte ausgelassen "Gerrit kennt sich mit BH-Typen und Cup-Größen aus, ist nicht wahr." "Die Formel hab ich bei einer Recherche für meine Frau mal im Internet gefunden und ich hab sie nie vergessen. Pro Cup-Größe mehr 3 Zentimeter, also A ergibt 3 cm, B 6 cm, C 9 cm und so weiter." erklärte Gerrit. "Wieso hat Dich Deine Frau das recherchieren lassen?" wollte Alina wissen. Er antwortete "Im Haus trug ich ohnehin nur Röcke und Kleider, BH und Silikon-Boobs sollten der nächste Schritt werden." "Worauf ist es letztlich hinausgelaufen?" fragte Charly. Gerrit antwortete trocken "F." Charly zählte an den Fingern ab "18 Zentimeter, das ist üppig. Musstest Du die immer tragen?" wollte sie wissen. Gerrit erklärte "Wenn sie zuhause war häufig, sie hat es geliebt. Wenn sie nicht da war, meist nicht. Aber wenn mein Gefühl des Ausgeliefertseins nachließ, auch dann. Sie hat mich damit wieder eingefangen."

Charly schüttelte schmunzelnd den Kopf und wurde sachlich "Es liegt bei mir heute nichts Besonderes mehr an, wir können also gleich wieder hoch gehen. Ich hab aber noch etwas abgeklärt, was mir sehr wichtig ist. Meine Azubine ist von ihrer Urlaubsreise zurück und wird morgen wieder hier sein, obwohl sie noch für den Rest der Woche Urlaub gehabt hätte. Sie war bereit, den zu verkürzen, um mir einen Wunsch zu erfüllen. Der Deal ist folgendermaßen: Die Urlaubstage, die sie verliert, kann sie später nachholen. In dieser Woche sorgt sie dafür, dass ich soviel Zeit, wie möglich für Euch habe. Aber ich werde für sie da sein, was die Vorbereitung ihrer Prüfung am nächsten Dienstag angeht. Am Prüfungstag bleibt der Laden geschlossen, Laura hat zugestimmt. Ansonsten wird sie nächste Woche hier alles am Laufen halten und ich kann am Sonntag Abend mit Euch fahren." erklärte sie.

Alina strahlte und nahm Charly in den Arm. "Ich freu mich so!" schluchzte sie. Natalie sagte ergriffen "Eine hat sich bewegt, auch wenn es nur ein Aufschub des Abschieds sein dürfte. Ich danke Dir."

Gerrit nahm Charly an den Händen und sie sahen sich lächelnd tief in die Augen. "Frau Kollegin!" sagte er, sie entgegnete "Herr Kollege!", sie verneigten sich voreinander und sie wandte sich an die anderen "Übrigens: Der Psychologe und das Mädchen in ihm arbeiten zusammen. Sie stupst den Psychologen an und der liefert. Und es fällt Gerrit auf die Füße."

Lachend verließen die vier den Laden.




77. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 30.07.26 00:58

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 63)

Zurück in der gemeinsamen Lounge begann Charly bedächtig "Mich hat Deine Geste eben berührt, die Verneigung. Sind wir beide bereit für eine Sitzung?" "Ich denke, das sind wir." antwortete Gerrit. Charly nickte und sammelte sich.

Charly: "Das Thema ist geschlechtliche Identität. Aber, bevor wir systematisch herangehen, noch ein Rückgriff auf die Situation eben im Laden. Du hast von den Silikon-Brüsten erzählt, wie hast Du Dich damit gefühlt?"

Gerrit: "Zwiespältig, ich hab sie zwar so oft und so lange getragen, dass sie mir vertraut waren. Ich hatte meine Bewegungsmuster angepasst, sodass sie sich stimmig anfühlten. Wenn ich dann aber an einem Spiegel vorbei kam, wurde mir klar, dass die Gesamtheit des Erscheinungsbildes nicht stimmig war. Und ich wusste, dass die Entscheidung viele Jahre zuvor, diesen Weg nicht zu gehen, richtig war."

Charly: "Dann gehen wir mal systematisch vor. Wann hast Du gemerkt, dass Du anders bist?"

Gerrit: "Schon als Kind. Andere Jungs hatten einen besten Freund, ich nicht. Ich hatte eine beste Freundin. Wenn wir unter uns waren, stimmte alles. Eine große Nähe und Vertrautheit. Wenn wir draußen mit anderen Kindern unterwegs waren, hatten wir beide Stress. Sie von den anderen Mädchen, ich von den anderen Jungs. Ein Wir-Gefühl mit den anderen Mädchen hatte sie nicht, ein solches Gefühl mit den anderen Jungs hatte ich auch nicht. Wir waren am Liebsten unter uns.

Charly: "Wie war beim Spielen die Rollenverteilung im Spiel?"

Gerrit: "Wir haben viel die Rollen gewechselt, bei 'Vater, Mutter, Kind' war ich zwar immer der Vater und sie die Mutter, ihre kleine Schwester kam mit unserer engen Beziehung gut klar und hatte sich die Rolle Kind reserviert. Aber, wer Arbeiten geht und wer das schreiende Kind versorgt, hat immer wieder gewechselt. In anderen Spielkonstellationen war das ähnlich.

Charly: "Wie nah seid Ihr beide Euch gekommen?"

Gerrit: "Sehr nah. Eine Situation hab ich nie vergessen, weil ich sie so rührend fand und immer noch finde. Wir waren in der zweiten Klasse, glaube ich. Sie hatte sich einen Leistenbruch zugezogen und lag im Wohnzimmer auf dem Sofa. Die anderen Kinder hatten keine Lust, am Krankenbett zu sitzen und das war uns sehr recht. Ihre Mutter hatte Termine und uns eingeschärft, wenn etwas sei, würde ihre Tante im Haus nebenan helfen.

Wir haben geredet, Händchen gehalten und Fernsehen geschaut. Irgendwann meinte sie 'Du, ich muss mal'. Ich hab gefragt 'was denn?', sie sagte 'Pippi'.

Ich hab sie gefragt, ob ich ihre Tante holen soll. Sie schüttelte den Kopf und meinte 'das schaffen wir schon'. Wir besprachen das Vorgehen. Ziel war es, sie, ohne dass sie die Muskulatur im Bereich der Leiste benutzen musste, in eine eher sitzende oder halb liegende Position zu bekommen, die wir für unser Vorhaben brauchten. Dabei sollte der Hintern noch genug Halt auf der Couch haben, aber schon so weit auf der Kante sein, dass ich eine Schüssel unterschieben und ins Polster hineindrücken konnte, damit es keine Sauerei gibt.

Ich hab einen Sessel positioniert, auf dessen Lehne sie ihre Füße stellen konnte und sie parat gemacht. Nach dem Anheben und Drehen war sie soweit. Sie wies mich, lieb und sanft darauf hin, dass Mädchen da etwas anders funktionieren und sie nicht zielen könne. Ich war verdutzt, im Grunde war mir das schon klar, aber in dieser Situation der Vertrautheit und Nähe hat es mich überrascht, dass wir unterschiedlich sind. Es gab noch ein paar Feinjustierungen und ich bin mit der Schüssel drunter gekrochen, um einen Trockentest zu machen. Noch ein wenig weiter über die Kante und ich war mit der Schüssel wieder unten. 'Bist Du soweit, ich kann es nicht mehr lange halten' fragte sie. Ich fand, es müsste klappen und sagte 'lass laufen' und das machte sie. Ich war gerade voll beschäftigt mit der Schüssel, als die Tür aufging. 'Kann ich helfen?' fragte ihre Mutter. Meine Freundin meinte trocken 'Nein, es läuft'. Als sie fertig war, dauerte es wieder einige Zeit, um sie zurück in die liegende Position zu bekommen. Nachdem ich sie zugedeckt hatte, grinste sie mich an und meinte 'Das haben wir gut gemacht', ich sagte stolz 'Ja, das haben wir' und brachte die Schüssel weg.

Charly: "Wie hast Du Dich danach gefühlt?"

Gerrit: "Gut, ich hab wieder ihre Hand gehalten und wir haben noch Fernsehen geschaut, bis ich zum Abendbrot nach Hause musste."

Charly: "Du hast eben gesagt, dass es Dich überrascht hat, dass ihr unterschiedlich seid. Hat es Dich überrascht, dass sie kein Junge ist?"

Gerrit: "Nein, ich war verdutzt, dass ich kein Mädchen bin. Das hatte ich einfach vergessen. Sowas machen doch eigentlich nur Mädchen untereinander und dann müssen sie schon beste Freundinnen sein. Und so fühlte es sich für mich auch an 'beste Freundinnen'".

Charly: "Das ist ein guter Punkt, um die Session zu beenden. Eine Frage habe ich noch, was war der Unterschied zu den anderen Sessions, die Du in Deinem Leben schon erlebt hast?"

Gerrit: "Mein eingebauter Psychologe hat sich nicht eingemischt. Er vertraut Dir!"

Charly und Gerrit standen auf und nahmen sich in den Arm. Alina und Natalie sahen sich an, standen ebenfalls auf und bildeten einen zweiten Kreis um sie.


78. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 30.07.26 04:11

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 64)

Die vier waren in ein kleines Café im Park gegangen, hatten sich einen abgelegenen Tisch ausgesucht und gerade ihre Getränke bekommen.

Natalie wandte sich Charly zu "Das war sehr aufschlussreich und bewegend. Du hast einen tiefen Zugang zu Gerrit gefunden und es wird jetzt noch komplizierter. Der Gedanke, dass wir uns trennen müssen, ist damit nochmal schmerzhafter für mich geworden. Dank Deiner Organisation haben wir noch eine Woche mehr Zeit, aber generell hab ich immer noch keine Lösung. Was können wir tun?" fragte sie.

Charly antwortete "Richtige Lösungen hab ich auch nicht. Wir könnten das neue Projekt einfach mal durchdenken und auf den Prüfstand stellen. Lasst uns unsere freie Energie, die wir nicht für uns brauchen, darin investieren. Laura und ich hängen sowieso schon planerisch drin. Eure Expertise würde uns helfen und Euch vielleicht Perspektiven aufzeigen. Ich habe Laura eben kurz über die neuen Entwicklungen informiert und ich setze auf ihre Kreativität, die ist in der Regel verlässlich."

"Dann warten wir mal ab." entgegnete Natalie.

Alina sah Gerrit an "So früh hat das schon angefangen. Wärst Du später geboren worden, als das Bewusstsein dafür präsenter war, wärst Du vielleicht schon vor der Pubertät Mädchen geworden und jetzt Frau."

"Hab ich auch schon dran gedacht, aber es ist wie es ist, und es kommt, wie es kommt." entgegnete Gerrit.

Charly fragte Gerrit "Was denkst Du, warum hat der Prof den Zugang zu Dir nicht hinbekommen?" "Darüber habe ich eben auch schon nachgedacht und ich denke, es ist eine Frage des Timings. Als Psychologie Professor habe ich ihn in den Sitzungen, die wir im Bezug auf mich hatten, schon sehr geschätzt. Aber so richtig begeistert war ich erst, als er mich bei dem jungen Mädchen einfach laufen ließ, mein Konzept akzeptierte, mir Rückendeckung gab und voll mitgezogen hat. Hätten wir nachher noch eine Sitzung mit mir im Fokus gehabt, wäre es wohl anders gelaufen. Aber jetzt hast Du es geschafft und das freut mich sehr." antwortete Gerrit.

Laura kam und erklärte "Klara hat Euch etwas vorbereitet und möchte schauen, ob es passt. Gehen wir!" Sie erhoben sich, Laura gab dem Kellner einen Wink, der nickte und wusste, wo er die Getränke verbuchen soll.

Zurück in ihrem Bereich ging jeder auf sein Zimmer und fand einen Karton vor, namentlich beschriftet. "Gerrit hatte eine schwarze Hose, nicht weit vom Schnitt seiner Lieblingshose entfernt, aber das Bein deutlich ausgestellter, ebenfalls High Waist und ein schwarzes Oberteil mit weiten, langen Ärmeln. Der untere Saum war in Höhe der Oberschenkel. Er zog sich um und wartete. Laura öffnete die Tür und holte ihn ab.

In der Lounge trafen sie aufeinander. Natalie, Alina, Gerrit und Charly waren identisch gekleidet, im Partnerlook, aber eben maßgeschneidert. Klara schaute sich jede einzeln im Detail an und prüfte, ob es wirklich perfekt passt. Sie war zufrieden. Laura ordnete an "Und jetzt wieder umziehen, was immer Ihr wollt. Dies wird Euer Outfit für morgen sein. Wir treffen uns später wieder hier. Ich brauche noch eine Stunde." Sie verschwand.

Die vier gingen ins Spielzimmer, dort war der größte Spiegel und betrachteten sich. Es sah sehr schön aus. Sie zogen sich wieder um.




79. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 31.07.26 00:09

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 65)

Laura hatte die vier abgeholt und durchquerte mit ihnen den Park.

"Gehen wir zum alten Stammhaus?" fragte Charly. Laura nickte und erklärte "Wir machen zwei Besichtigungen. Eine reale und eine virtuelle. Unser Architekt hat heute schonmal einen Rohentwurf gemacht, den schauen wir uns später an."

Sie betraten das Gebäude über einen Seiteneingang. Laura öffnete eine alte Holztür zum Abgang in den Keller. Auf halbem Wege deute sie auf eine Stahltür und erklärte "Hier ist der obere Keller, der vom Restaurant und der Event-Location genutzt wird." Sie gingen die Treppe weiter hinunter. Unten angekommen standen sie vor einer Stahltür. Laura schloss auf und öffnete sie. Sie traten ein.

Der Eingangsbereich war großzügig geschnitten. "Hier wird die Rezeption sein. Dahinter seht Ihr einen langen Gang, von dem relativ große Zimmer abgehen. Wenn Ihr nach links schaut, seht Ihr eine Tür, die später zum Wohnbereich führen wird. Rechts ist eine Tür, die zu den Technik-Räumen und zu einem Personal-Flur mit Lager- und Aufenthaltsräumen auf der Seite der Außenmauern entlang führen wird. An der anderen Seite liegen dann die Spielzimmer, die Zugänge sind nur für das Personal gedacht. Im Moment gibt es von den Zimmern am Hauptgang noch keine Verbindung zu den späteren Spielzimmern. Die Durchbrüche folgen im Rahmen der Bauarbeiten. Kleiner Rundgang gefällig?" fragte Laura. Die anderen nickten.

Laura steuerte den Hauptgang an.

"Die Raumhöhe ist ja beachtlich." bemerkte Gerrit. Laura lachte "Ja, und das ist ein Glück für unser Vorhaben. Alle unteren Räume werden mit leichten, aber Schall- und Wärme-isolierenden Decken auf normale Raumhöhe gebracht. Darüber wird es, verankert in der Betondecke und mit Traversen in den Außenwänden, ein Netz von Wartungsgängen und Technik-Kanälen geben. Durch die erfolgt die Klimatisierung, Strom und Wasserversorgung und was sonst noch gebraucht wird. Wir unterteilen den hohen Keller also quasi in zwei Stockwerke."

"Was war eigentlich ursprünglich die Planung für diesen Riesenkeller?" fragte Natalie. "Der ist als Bunker für die Bezirksregierung entworfen worden. 'Bunker 47' war die Bezeichnung im Amtsdeutsch und den Namen möchte ich auch gern für unser Projekt übernehmen." erklärte Laura.

Charly hatte sich mit Alina und Gerrit abgesetzt und zeigte ihnen die späteren Spielzimmer.

"War der Bunker auch zweistöckig angedacht?" fragte Natalie. "Ja, aber der Bezirksregierung ist das Geld ausgegangen, der Bau wurde teurer, als gedacht. Wir stehen also quasi im Rohbau, aber es ist schon recht viel da, was wir verwenden können." antwortete Laura und ging mit Natalie in den Bereich, der ihre Wohnung werden sollte.

Laura führte sie einmal komplett durch und zeigte ihr alles. "Das ist ja riesig!" staunte Natalie. "Insgesamt rund 300 Quadratmeter, aber da müssen wir die Dienstwohnung für die Bereichsleiterin abziehen. Wenn Charly die Position aufgibt, wird es eine neue Bereichsleiterin geben, die dann dort wohnen kann. Ich bin die Pläne heute mit dem Architekten durchgegangen und dabei ergab sich aus dem vorhandenen Zuschnitt eine Größe von 70 Quadratmetern für die Dienstwohnung. Bleiben also 230 Quadratmeter für Dich und Deine Lieben." sagte Laura.

Natalie schüttelte den Kopf "Du legst Dich ja richtig ins Zeug." Laura nickte "Liebes, das tue ich. Und hör Dir mal die Konditionen an, obwohl noch nicht alles in trockenen Tüchern ist, der Justitiar muss noch durchchecken, ob das rechtlich so geht. Du kannst die Wohnung nicht kaufen, das geben die Stiftungsregeln nicht her.

Du weißt, das ganze Hotel wird von einer Stiftung gehalten. Die Gründerin wollte damit verhindern, dass ihre Erben alles auseinanderreißen und ihr Lebenswerk zerstören. Die Regeln sind eng, aber ich habe in einer Sitzung mit den Verantwortlichen eine Lösung gefunden, die vorbehaltlich der juristischen Prüfung folgendermaßen aussieht:

Du pachtest die Wohnung, angelehnt an einen Erbpachtvertrag. Der gilt für 99 Jahre, wie bei den Kirchengrundstücken, wo das Prinzip her kommt. Aber hier ist es eben kein Grundstück, sondern die Wohnung. Und nach ersten Berechnungen wird Dich das etwa 4000 Euro im Jahr kosten. Da sind auch Versicherungen inklusive, da die über unsere Verträge als Hotel abgedeckt sind, Du bezahlst nur anteilig einen Beitrag an uns, der der Fläche entspricht. Und Du bist voll verantwortlich für alles. Geht etwas kaputt, geht die Reparatur auf Deine Kosten, anders, als beim Mieten.

Jetzt kommt der Haken. Du verpflichtest Dich damit, Dich aktiv an Betrieb und Weiterentwicklung dieses Bereichs zu beteiligen und zwar auf der Management-Ebene. Das bedeutet, dass Du an den regelmäßigen Sitzungen von Hotel- und Bereichs-Management teilnimmst, sofern Themen dieses konkreten Bereichs anstehen. Die Frequenz dürfte etwa einmal im Monat sein. Dazu bekommst Du den ehrenamtlichen Posten 'Bereichskuratorin'. Diese Verpflichtung kannst Du aber auch an Alina und Gerrit übertragen. Ihr könnt Euch also prinzipiell die Last teilen. Ich würde mir aber sehr wünschen, dass Ihr das im Hintergrund wirklich gemeinsam macht und Du Eure Position in den Sitzungen vertrittst. Oder Ihr alle drei. Charly ist da außen vor, denn die ist die Bereichsleiterin."

Natalie schlug sich fassungslos vor die Stirn und war sprachlos.

Die anderen hatten sie gefunden und Gerrit sagte beeindruckt "Hier kann man sich ja echt verlaufen, riesig und die Atmosphäre hier, tief unter der Erde ist umwerfend." Charly fragte ihn "Könntest Du Dir vorstellen, hier zu leben?" "Wenn alles fertig ist, Ja, definitiv!" Natalie schüttelte wieder den Kopf. "Was machen die hier mit mir?" dachte sie.

Laura sah auf die Uhr "Zeit aufzubrechen, gleich folgt die virtuelle Besichtigung." kommandierte sie und der Tross setzte sich in Bewegung.




80. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 31.07.26 02:23

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 66)

Auf dem Rückweg bildeten sich zwei Grüppchen. Laura, Natalie und Charly gingen voran, Alina und Gerrit folgten mit einigem Abstand. Die beiden unterhielten sich über ihre Eindrücke und emotionalen Reaktionen auf diese unwirkliche Umgebung.

Laura fragte Charly "Wie stellst Du Dir das personelle Setting vor, wenn alles fertig ist?"

Charly dachte nach und antwortete "Gerrit sehe ich stark in der psychologischen Komponente, aber nicht in der Frontline. Der Psychologe in ihm ist sehr spontan und sehr auf ein Gesamtverständnis bei der Klientin ausgerichtet. In der Alltagssituation ist das genial, hat eine solide Ethik und sein Meisterstück mit dem Prof hat das ja auch bewiesen. Aber dies hier ist eine andere Situation.

Stellt Euch vor, er therapiert eine Sub und die dreht plötzlich im Bezug auf ihre Herrin den Spieß um. Das ist ihm selbst ja auch passiert. In unserem Projekt wäre das eine Katastrophe. Ich denke, ich werde in die Frontline gehen und er kann per Überwachung alles verfolgen und wir beraten uns nachher. So kann ich ihn einhegen und dennoch von seiner Kompetenz profitieren. Und er ist mitten drin und in die Bewertungen und Entscheidungsprozesse eng eingebunden."

"Du bist schon voll drin in Deiner Leitungsfunktion." bemerkte Laura.

"Ja, durchaus. Und ich sehe Gerrit auch noch in einer anderen Funktion: Die IT ist sein Thema, und ich würde gern auf sein abstraktes Beispiel zurückkommen. Es vom Verständnis und den Fähigkeiten her können, aber nicht in der Lage zu sein, es wirklich umzusetzen. Ich weiß nur nicht, wer das machen sollte."

Natalie sagte "Alina hat mal gesagt, dass sie ihm, wenn er es braucht, jederzeit ihre Arme und Hände leihen würde. Ich war sehr beeindruckt. Aber ist das nicht ein Konflikt mit ihrer Rolle als Herrin?"

Charly entgegnete "Darüber muss ich noch nachdenken. Eine dritte Verwendung für Gerrit habe ich auch noch, die des Anschauungsobjekts. Wir haben schließlich auch Schulung im Angebot. Da könnte ich mir ihn auch gut als Objekt vorstellen, um den Teilnehmern mögliche Varianten der Fesselung, der alltagstauglichen Einschränkung und der sensitiven Reduktion zu demonstrieren."

"Dafür dass Du ihn so magst, bist Du wirklich hart drauf." warf Natalie ein. "Sorry, ich beginne gerade, ihn richtig zu verstehen und versuche, für ihn und das Projekt das Maximum herauszuholen. Ich vertraue sehr darauf, dass wir anderen in der Lage sind, ihn wieder aufzufangen und ihm die Geborgenheit zu geben, die er braucht. Da benötige ich von Euch jede Unterstützung. Das darf nicht schief gehen."

"Du kannst Dich auf uns verlassen!" antworteten Natalie und Laura.

Natalie dachte nach und fragte "Wieviel Freiheit sollte Gerrit Deiner Meinung nach haben?"

"Sehr wenig. Sich frei im Resort zu bewegen, ist nach meiner derzeitigen Ansicht keine Option. Aber das ist nur eine Momentaufnahme und kann sich ändern. Ich denke, er sollte sich frei zwischen unserer gemeinsamen Wohnung, meiner Dienstwohnung und seinem Büro bewegen können. Der Weg zu Alinas und meinem Büro sollte nur frei sein, wenn die jeweilige auch anwesend ist. Ich hab kein Problem damit, dass er meine oder Alinas Unterlagen oder Bildschirminhalte sieht. Aber ich möchte, dass er das nur kann, wenn sie oder ich auch anwesend sind. Da geht es mehr um die Kontrolle, als um die konkreten Inhalte." antwortete Charly.

"Wie denkst Du über körperliche Einschränkungen?" fragte Natalie.

"Auch wenn ich, wie gesagt, in der Frage, wer ihm denn Arme und Hände leiht, noch nicht zu einem Ergebnis gekommen bin: Ich denke, dass er die Orthesen tagsüber ununterbrochen tragen sollte.

Natalie fragte "Machst Du gerade eine Entwicklung durch?"

Charly dachte sehr lange nach. "Du hast mich ertappt, war mir eben noch gar nicht klar." Sie atmete tief durch "Ich würde mich sehr geehrt fühlen, in den Kreis seiner Herrinnen aufgenommen zu werden."




81. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 01.08.26 00:27

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 67)

Laura räusperte sich "Charly, Du hast eben bei der Frage, ob Gerrit als Psychologe in der Frontline sein sollte, etwas gemacht, was nicht meinen Prinzipien entspricht. Du hast die Frage zuallererst aus der Managementsicht heraus beantwortet. Du solltest aber erst an den Menschen denken. Erst, wenn die Mitarbeiter sich wohl fühlen, wird ein Team draus. Und nur mit funktionierenden Teams und dem richtigen Teamgeist dahinter, läuft die Sache rund. Du kennst Gerrits Fähigkeiten, gib ihm eine Chance, auch in der Frontline. Im Übrigen könnt Ihr das auch als Team machen, das wäre vom Ergebnis her wohl ohnehin von Vorteil.

Was Deine Ambitionen angeht, seine dritte Herrin zu werden. Ich kann mir das vorstellen, aber der Zeitpunkt ist denkbar ungeeignet. Du hast gerade einen tiefen Zugang zu ihm und da könnte eine Änderung in Eurer Beziehung sich nachteilig auswirken. Nutze diese einzigartige Möglichkeit und bring alles zutage, was wichtig ist." endete sie.

Mittlerweile waren sie im Verwaltungstrakt angekommen und standen vor einem Vortragssaal. Charly hatte sich mit Gerrit etwas abgesetzt und die beiden flüsterten. Laura erklärte, dass sie alle, die in diesen wenigen Tagen bereits im Projekt involviert waren, hier zusammen gerufen habe. Sie ging mit den vieren hinein und zeigte ihnen ihre Plätze. Mehr als ein Dutzend Männer und Frauen waren versammelt. Unter der Decke hing ein Beamer und vor Kopf war eine Leinwand herunter gezogen, aber noch ohne Bild.

Charly ging nach vorn, begrüßte das Auditorium und erläuterte, dass sie später Pläne, Stand heute und eine erste Visualisierung sehen würden. Zuvor würde es noch einen kurzen Vortrag zur Rolle von psychologischer Betreuung im Projektkonzept geben, die im normalen Hotelalltag eher nicht vorkommt. Sie nickte Gerrit zu und der kam nach vorn.

Gerrit begann: "Ich werde einen kurzen Überblick über die verschiedenen Angebote geben, die geplant sind und jeweils die Bedeutung von psychologischer Betreuung erläutern.

Als Erstes ist da das Angebot, Hotelzimmer mit angeschlossenem Spielraum zu mieten. Das ist eigentlich im Grunde klassisches Hotelgeschäft. Räume mit Service. Wer mit wem was spielt, ist Sache der Gäste. Hier ist keine psychologische Betreuung notwendig.

Anders ist das in der zweiten Angebotskategorie 'Parkraum für Subs'. Hier muss eine dezente, aber durchaus regelmäßige psychologische Betreuung stattfinden, um negative Veränderungen frühzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können.

Ebenso ist in der Kategorie 'Formen oder Einnorden' psychologische Betreuung notwendig. Hier sogar noch mehr, da ja nicht der Status Quo erhalten, sondern die Konstellation bei der Sub aktiv verändert werden soll, gemäß der Zielvorgabe der Herrin. Dabei müssen dann zusätzlich auch die Mitarbeiter, die an der Veränderungen mitwirken, psychologisch betreut und geführt werden, denn sie agieren ja nicht aus sich selbst heraus, sondern anstelle der Herrin.

Eine Sonderrolle sind die Einführungs-Workshops. Hier ist eine psychologische Betreuung wünschenswert, aber komplizierter. Ich gehe da von Kleingruppen aus, das heißt, da wird es eine Gruppendynamik geben, die dem Psychologen die Steuerung erschwert. Hier sollten zwei Kollegen zum Einsatz kommen, jeweils auf der dominanten und der submissiven Seite der Gruppe.

Soweit der Überblick. Wenn wir genau hinschauen, sehen wie zusätzlich zu den Unterschieden bei der psychologischen Betreuung noch andere Unterschiede in den verschiedenen Angebotskategorien. Hat jemand eine Idee, was ich meine?" fragte Gerrit in den Raum.

Eine Frau im Mittelfeld meldete sich, Gerrit nickte ihr zu. "Die Gäste im klassischen Hotelgeschäft müssen wir nicht kennen, die anderen schon, abgesehen vielleicht vom Workshop. Und wir müssen recht viel über sie wissen, um gute Arbeit zu leisten." warf sie ein.

Während sie sprach, hatte Gerrit kurz fragend zu Charly geschaut. Sie hatte den Daumen gehoben und er setzte fort.

"Danke! Genau das habe ich gemeint. Wir brauchen also unterschiedliche Mitarbeiter-Qualifikationen. Das Pool-Prinzip, 'jeder kann in jedem Zimmer eingesetzt werden' funktioniert nicht mehr.

Außerdem muss es auch unterschiedliche Buchungsabläufe geben. Spontane oder kurzfristige Buchungen kann es nur im Bereich mit klassischem Hotelgeschäft geben. In den anderen Kategorien muss es einen Vorlauf geben, in dem wir alle relevanten Informationen beschaffen und mit der Herrin jeweils auch abstimmen müssen, was konkret mit der Sub bei uns passieren soll. Selbst bei den Workshops ist ein Vorlauf nötig, um uns auf die jeweilige Kleingruppe einstellen zu können.

Und wir haben eine sehr unterschiedliche Zusammensetzung bei den Gästen. Die, die uns vertraut sind, sich vielleicht auch schon untereinander kennen und die anderen, zu denen die Distanz deutlich größer ist.

Hinzu kommt ein Aspekt, der für kaufmännische Aspekte wichtig ist. Die Daten, die wir von den Gästen speichern sollten, um sie bei einem erneuten Besuch passend betreuen zu können, unterscheiden sich grundlegend. Wir benötigen also zwei komplett unterschiedliche IT-Systeme.

Wie können wir diesen komplizierten Knoten lösen?" fragte Gerrit.

Ein Mann in der ersten Reihe meldete sich und regte an, den klassischen Bereich einfach aus dem Konzept heraus zu nehmen.

Gerrit warf ein "Und wie belegen wir dann diese Zimmer?"

Die Frau, die schon auf seine erste Frage geantwortet hatte, meldete sich erneut. "Wir brauchen vielleicht eine Art Klub oder Verein, bei dem man Mitglied werden und dann die Ressourcen nutzen kann. Also keine öffentliche Buchungsmöglichkeit mehr, nur Mitglieder kommen rein. Und das sollte dann für alle Angebotskategorien gelten."

Gerrit nickte "Sehr gute Idee, dann hätten wir nur noch Klubmitglieder als Gäste, die kennen sich schon von den regelmäßigen Versammlungen her und wir haben eine vertraute Atmosphäre. Zudem sollten alle relevanten Daten bereits beim Antrag auf Mitgliedschaft erhoben werden und wir haben alles im System. Das erleichtert uns die Arbeit später sehr und spart Geld."

Eine junge Frau in der letzten Reihe meldete sich und ergänzte "Dann hätten wir bei der Genehmigung der Mitgliedsanträge auch die Möglichkeit, im Bezug auf BDSM-Praktiken unsere Philosophie durchzusetzen. Wer nicht dazu passt, wird nicht aufgenommen!"

"Genau, das macht das ganze noch mal homogener und stimmiger. Guter Gedanke." erwiderte Gerrit.

"So, das war jetzt ein wenig mehr als geplant, aber ich hoffe, dass es nützlich war. Nun bin ich gespannt auf die Visualisierung." endete er und ging zurück zu seinem Platz.

Es gab Applaus und Charly ging nach vorn.

"Danke Gerrit, das war wirklich sehr nützlich. Da die Zeit knapp geworden ist, lassen wir die Pläne mal weg. Das ist eh etwas trocken und wir steigen gleich in die Visualisierung ein. Hier sind wenige, aber wichtige Bereiche digital in 3D gerendert und werden uns einen Eindruck geben, wie es aussehen wird. Ab dafür!" sagte Charly und setzte sich wieder.

Auf der Leinwand empfing sie ein mit Musik untermalter Rundgang, vom Eingangsbereich in den langen Gang, rechts in einen Raum mit Bett, Schrank und Schreibtisch samt Stuhl. Dann ging es virtuell ins Bad und zurück ins Zimmer.

Die dritte Tür führte ins Spielzimmer, mit Andreaskreuz und einem Bett mit Fesselriemen. An einem herabhängenden Gestell waren Korsetts, Lederfesseln und Augenbinden zu sehen. Nach einem Schwenk kam ein Schuhregal ins Bild, hochhackige Pumps, Plateau-Stiefel und versteifte Ballerina-Stiefel.

Es folgte eine schnelle Kamerafahrt in ein anderes, kleineres Spielzimmer in dessen Mitte ein kleiner Käfig stand. Die Helligkeit dimmte runter und die Musik endete.




82. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 01.08.26 03:20

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtundsechzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Charly hatte Gerrit an der Hand, sie waren auf dem Rückweg in ihre Lounge. Alina und Natalie folgten. Laura wollte noch eine Feedback-Runde mit ihren Mitarbeitern machen.

"Das war wirklich großartig. Du hast die psychologischen Aspekte gut erklärt. Und dann hast Du die Schwachstellen im Konzept bestens herausgearbeitet und Alternativen angeboten. Wusstest Du bei Deinen Fragen an die Kollegen schon die Lösung?" fragte Charly.

"Ja, ich wollte aber ein 'Wir-Gefühl' und hab ihnen die Bälle zugeworfen. Sie haben mitgedacht und die Antworten selbst gefunden." entgegnete Gerrit.

"Du bist echt ein guter Dozent." lobte Charly.
Gerrit entgegnete "Das hab ich auch mehr als zehn Jahre gemacht, funktioniert offenbar auch außerhalb der IT."

Charly kicherte "Du weißt schon, dass Dir das auch wieder in irgendeiner Weise auf die Füße fallen wird."

"Du hast mir mit dem 'Daumen hoch' zwar das Ok gegeben, aber ich wusste, dass dieses spontane Seminar für mich auch Folgen haben wird. Mir war das aber egal. Die Besichtigung des Bunker-Kellers war einfach überwältigend und ich wollte mich einbringen, egal was es kostet." meinte Gerrit.

"Ziemlich mutig, wieso machst Du das?" fragte Charly. Gerrit seufzte "Ich möchte, dass wir vier zusammen bleiben, und dafür tu ich im Moment alles, was im Bereich meiner Möglichkeiten liegt. Und das war heute eine Riesen-Chance und die hab ich genutzt, so gut es ging."

"An wen war diese Aktion adressiert?" fragte Charly.

"Zunächst an Laura und ihr Team. Ich wollte dazu beitragen, das Konzept stimmiger und damit tragfähiger zu gestalten."

"Darüber hinaus war meine Herrin Natalie das Ziel. Ich wollte sie soweit in das Konzept hineinziehen, dass sie bereit ist, sich zu bewegen und es möglich zu machen." antwortete Gerrit.

"Und, was ist mit Alina?" fragte Charly. "Nein, sie war kein Ziel. Wir ticken da ohnehin gleich, und ich wollte ihr keinen zusätzlichen Druck machen. Ich hoffe, dass sie das gemerkt hat und entspannt geblieben ist." erklärte Gerrit.

"Mit welchen Folgen rechnest Du für Dich?" fragte Charly.

"Ich weiß nicht genau, aber ich rechne damit, dass meine körperliche Beweglichkeit eingeschränkt werden wird. Immerhin habe ich heute, ganz selbstbewusst, ein Seminar vor Lauras Mitarbeitern gehalten. Und das ohne jede Rücksprache mit meinen Herrinnen oder mit Laura."

"Bereust Du Deine Aktion?" fragte Charly. "Nein, ich habe getan, was ich für richtig gehalten habe, und ich halte es immer noch für richtig. Mit den Folgen werde ich leben müssen." antwortete er.

"Ist Dir klar, was gerade passiert ist?" fragte Charly.

Gerrit überlegte kurz und antwortete "Ja, das war wohl die zweite Sitzung, obwohl wir gelaufen sind, bei der mein Psychologe still geblieben ist."



83. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 02.08.26 01:00

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 69)

Zurück in ihrer Lounge schaute Charly zu Natalie und Alina, die schon auf der Couch saßen. Sie hatte Gerrit erstmal in sein Zimmer gebracht. Sie setzte sich zu ihnen.

"Wieso hast Du das gemacht?" fragte Natalie. "Das war sehr spontan. Ich hab mich vor dem Vortragssaal dazu entschieden, aber es war im Einklang mit Laura. Sie wird es Euch später erklären." antwortete sie.

"Du hättest uns vorher fragen müssen." konstatierte Alina. "Völlig korrekt, aber es war schlicht keine Zeit mehr, Laura hatte schon die Tür geöffnet. Das war einfach Hals über Kopf und ich entschuldige mich dafür." gab Charly zu bedenken.

"Gerrit hatte keine Vorbereitungszeit?" hakte Alina nach. Charly schüttelte den Kopf. "Beachtlich, dass er sich so schnell sammeln und einen Vortrag halten konnte. Er wirkte souverän und hatte zu Lauras Mitarbeitern einen guten Draht." meinte Alina nachdenklich.

Charly atmete tief durch und fragte "Wird das Folgen für ihn haben?" Natalie und Alina sahen sich an und Natalie antwortete "Er hat eben auch uns nicht um Erlaubnis gebeten, ich weiß, er hatte keine Zeit. Wenn das jetzt einmalig gewesen wäre, würden wir sagen 'Schwamm drüber'. So, wie ich das erlebt habe, wird das aber nicht die letzte Begegnung mit Lauras Mitarbeitern gewesen sein. Er hat immer 'wir' gesagt und sich ins Team geholt."

Charly warf ein: "Vorsicht, da gibt es zwei Seiten. Zunächst wollte er die Kollegen abholen, dort wo sie stehen, sie in seine Gedankengänge hineinholen. Da ist ein 'wir' sehr hilfreich. Euer Aspekt entwickelte sich erst etwas später."

"Danke für die Details, aber fest steht wohl, dass es öfter Meetings geben wird, an denen er teilnimmt. Und ich denke, wir sollten ihm etwas mitgeben, das ihn groundet. Ich möchte, dass er sich immer bewusst ist, dass er uns gehört. Was denkst Du, Alina?" fragte Natalie. Alina nickte und ergänzte "Ich denke, er sollte bei diesen Treffen immer die Orthesen tragen. Arme und Hände braucht er dabei nicht."

"Dann ist das jetzt beschlossen. Übrigens, Charly: Wenn die mal verschlissen sind, kann man die nachkaufen?" fragte Natalie. Charly seufzte "Leider nein, es gibt Hand-Orthesen und Arm-Orthesen. Diese einheitliche Kombination ist eine Einzelanfertigung, die eine Mitarbeiterin der Herstellerfirma mal für mich gemacht hat. Wir haben uns bei einer Szene-Veranstaltung getroffen und es hat sich so ergeben. Leider ist der Kontakt abgerissen."

"Das ist schade." seufzte Natalie.

Laura kam rein und war richtig in Fahrt. "Das Feedback auf Gerrits Vortrag war sehr positiv. Ich habe für heute Abend kurzfristig ein Arbeitsessen organisiert, dort, wo wir gestern auch waren. So kann man sich näher kennen lernen, die Ergebnisse von vorhin noch mal durchsprechen und gepflegt speisen. In zwei Stunden ist alles parat. Noch Fragen?"

Natalie antwortete "Fragen nicht, aber wir haben gerade eine Entscheidung gefällt: Gerrit muss bei jedem Meeting mit Deinem Team die Orthesen tragen und ein Arbeitsessen ist eigentlich auch ein Meeting."

Laura schmunzelte "Das ist kein Problem, aber Charly ist fachlich ausgelastet, wer füttert ihn?"
Alina meinte "Das werde ich machen, ich hoffe, dass ich das hinbekomme." Charly regte an "Wir sollten uns so setzen, dass ich notfalls helfen oder Ratschläge geben kann, lernen musst Du das sowieso.

Übrigens Laura: Erklärst Du den beiden mal Deine Kritik an mir vorhin, denn die war ja die Grundlage dafür, Gerrit kurzerhand in die Frontline zu schicken, auch wenn er völlig unvorbereitet war."

Laura schilderte die Abläufe und lobte Charly dafür, Gerrit direkt danach eine Chance gegeben zu haben. Der Erfolg gab ihr Recht. Sie verabschiedete sich "Also dann, bis später

Charly war in Gedanken versunken. Natalie und Alina sahen sie an und warteten.

"Mir ist gerade eine Idee gekommen, was die Orthesen angeht. Man könnte die auch maßgeschneidert aus Leder fertigen, der Aufbau wäre ziemlich ähnlich, mit integrierter Schiene aus Aluminium. Aufgrund des Materials sind sie dann noch zwingender. Wenn sie auf Maß gemacht sind, kann man Verschlüsse aus Leder passgenau gestalten. Das ergibt auch die Möglichkeit, dort flache Magnetschlösser einzubringen. Ich hab einen ganzen Karton davon. Die Schlösser sind nur mit dem passenden Schlüssel zu öffnen." erklärte Charly.

"Wow, dann kann niemand außer uns sie wieder abnehmen." meinte Alina anerkennend. Charly nickte und ergänzte "Meine Azubine ist wirklich sehr fit und sie will bei der Prüfung noch etwas als Kür machen, was nicht verlangt ist. Vielleicht möchte sie das umsetzen. Die Frage ist, ob sie sich wirklich traut, das dann auch vor der Kammer zu präsentieren. Ob die Prüfer damit klar kommen, ist gelinde gesagt, fraglich. Aber ich würde ihr dann auf jeden Fall Rückendeckung geben und auch vor Ort sein. Gerrit müsste ebenfalls mitkommen, denn an ihm würden sie schließlich vorgeführt. Viele Unwägbarkeiten, aber die Idee ist nicht schlecht."




84. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 02.08.26 05:00

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 70)

Charly öffnete die Tür zu Gerrits Zimmer, er lag auf dem Bett und setzte sich auf.

"Noch eine Sitzung?" fragte sie. Er nickte und Charly führte ihn in die Lounge.

Sie setzten sich an einen Tisch.

"Kannst Du mir schildern, wie Deine erste richtig bewusste Auseinandersetzung mit der Frage deiner geschlechtlichen Identität ablief." begann Charly.

Gerrit antwortete "Da war ich schon eine Weile im ersten Job tätig. Ich habe, vor allem durch die erotischen Fantasien, aber auch durch Alltagskontakte gemerkt, dass ich mich dort, wo ich physisch stand, emotional nicht zuhause gefühlt habe. In meinen Fantasien war ich fast nie Mann, sondern Frau. Nur dann wurde ein Schuh draus. Trotzdem war mein Joystick Mittel zum Zweck, ich hatte ja nichts anderes.

In den Alltagskontakten waren mir Frauen sehr nahe, aber auf Augenhöhe 'side by side'. Mit den Kolleginnen gab es Harmonie, mit den Kollegen Konkurrenz. Und die Harmonie mit den Frauen war auch gegenseitig. Bei so manchen Gesprächen mit ihnen ging es auch um sehr private Dinge und sie waren mir gegenüber sehr offen. Ich hatte ihnen gegenüber auch keine Vorbehalte und habe auch offen von mir erzählt. Da war ein echtes 'Wir-Gefühl'. Nur, gemeinsam aufs WC gegangen sind wir nicht. Da wäre ich dann wohl auch verwirrt gewesen."

Charly kicherte.

Gerrit fuhr fort "Und dann die Sache mit meiner besten Freundin. Ich war da schon tief drin in der Frage meiner geschlechtlichen Identität und sie war sehr offen. Ich habe mit ihr über alles gesprochen, auch über BDSM und sie hat sich auch damit auseinander gesetzt, obwohl ihr das anfangs ziemlich fremd war.

Sie hat mir sehr geholfen, indem sie mich im weiblichen Outfit mit in die Öffentlichkeit genommen hat. Es war zwar noch zurückhaltend, objektiv könnte man es androgyn nennen. Aber für mich war es emotional schon weiblich.

Sie war eine leidenschaftliche Tango-Tänzerin und hat mich oft mit in ihren Club genommen. Ich war in der Jugend in der Tanzschule, aber das war lange her. Und ich wollte auch eigentlich nicht. Aber wenn sie mich mit dem Tango-Glühen in ihren Augen aufgefordert hat, konnte ich mich nicht entziehen. Sie hat geführt und sie hat mich so gut geführt, dass wir häufig von den anderen Club-Mitgliedern Applaus bekommen haben. Dabei habe ich eigentlich nur losgelassen, alles andere hat sie gemacht.

Und nach solchen Events sind wir in ein Restaurant gegangen, haben gespeist und geredet. Die Lokalitäten waren von ihr sehr bewusst so gewählt, dass ich mich um mein Outfit nicht sorgen musste, es war akzeptiert und meine weibliche Ausstrahlung auch.

Sie hat mich begleitet, aber auch geführt und letztlich ebenso geprägt. Ich bin ihr zu großem Dank verpflichtet." endete er.

"Das war sehr bewegend und hier endet diese Sitzung jetzt auch, wir müssen uns parat machen für das Arbeitsessen."
sagte Charly.

Gerrit fragte "Könntest Du Dir vorstellen, auch zum Kreis meiner Herinnen zu gehören?" "Möchtest Du das?" fragte Charly. Gerrit antwortete "Wir vier gehören zusammen, aber Du hast Deine Position noch nicht so richtig gefunden. Vielleicht ist diese für Dich und uns passend."

Charly setzte an "Und es wird ..", Gerrit setzte fort "mir wieder auf die Füße fallen. Ja das wird es wohl, aber ich möchte in sich schlüssige Lösungen und das erscheint mir schlüssig.

"Ok, ich spreche mit Alina und Natalie. Und nun bringe ich Dich schnell aufs Zimmer, damit Du Dich parat machen kannst.

Kurz drauf schloss sich die Tür hinter ihm und er war wieder eingesperrt.





85. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 02.08.26 21:24

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 71)

Alina führte Gerrit zu seinem Stuhl und setzte sich über Eck, Charly nahm auf der anderen Seite Platz.

Gerrit reagierte auf die spöttischen Kommentare über seine Orthesen mit einem Schmunzeln. Charly erklärte, dass das keine Strafe sei, sondern den Zweck hatte, ihm jederzeit im Bewusstsein zu halten, dass es nicht selbstverständlich ist, hier mit ihnen arbeiten zu dürfen.

Laura ergriff das Wort und bedankte sich für ihr Kommen. Sie schlug vor, Gerrit erstmal über den derzeitigen Stand des Vorhabens in Kenntnis zu setzen. "Sollen wir einen Überblick geben oder möchtest Du Fragen stellen?" fragte sie. Gerrit entgegnete "Da Du ja schon so einiges erzählt hast, würde ich gern gezielt fragen, zum Beispiel zur Beziehung zwischen dem Hotel und dem Projekt. Soll der Bunker rechtlich und wirtschaftlich Bestandteil des Hotels sein?"

Laura antwortete "So hatte ich es ursprünglich geplant. Aber in unseren Gesprächen, sowohl wie jetzt im Plenum, als auch in den Einzelgesprächen zwischendurch sind uns da Zweifel gekommen. Wie siehst Du das?"

Gerrit wollte die Arme strecken und stieß mit den Orthesen gegen den Tisch. Er besann sich und holte aus. "Eine Integration in das Hotel hat durchaus Vorteile, zum Beispiel die Synergieeffekte, die sich daraus ergeben, dass eine schon funktionierende und ausgereifte Infrastruktur um eine neue Einheit erweitert wird. Das reduziert Parallelstrukturen.
Es gibt aber auch Nachteile. Wir bewegen uns hier in einem heiklen Segment, nicht jeder kann etwas mit BDSM anfangen. Wenn der Bunker 47 mit im Hotelprospekt auftaucht, mag das Irritationen auslösen, die möglicherweise auf das Hotel selbst durchschlagen. Außerdem sehe ich wirtschaftliche Gründe, die gegen eine Integration sprechen. Sollte das Projekt fehlschlagen, so wird das Hotel die roten Zahlen ausgleichen müssen, keine gute Situation. Welche Alternativen habt Ihr diskutiert? fragte er.

Laura antwortete "Eine separate Gesellschaft mit beschränkter Haftung wäre eine Möglichkeit, aber da wird es wohl Probleme mit der Satzung der Stiftung geben. Die erlaubt keine Veräußerung von Immobilien, nicht als ganzes und auch nicht partiell. Deshalb könnt Ihr auch Eure geplante Wohnung nicht kaufen."

Gerrit konterte "Dann muss der Bunker als solches rechtlich eigentlich auch Bestandteil des Hotelkomplexes bleiben. Die abgetrennte Gesellschaft kann dann, so sehe ich es momentan, nur eine Betreibergesellschaft sein. Die pachtet den kompletten Bunker, mit Ausnahme der Wohnung und übernimmt den Betrieb. Bei den MitarbeiterInnen fände ich das Modell der Arbeitnehmerüberlassung sinnvoll. Sie sind beim Hotel angestellt, profitieren von den Haustarifen und werden, je nach deren Bedarf der Betreibergesellschaft überlassen."

Charly nickte "Kreative Idee, nach außen würde die Betreibergesellschaft im eigenen Namen und auf eigene Rechnung handeln. Hinter den Kulissen gehört ihr aber nichts und die Stiftungsregeln werden eingehalten. Gibt es Probleme, finanzieller oder anderer Art, kann man die Gesellschaft auflösen und das Hotel bleibt unbeschadet."

Gerrit wollte noch etwas hinzufügen, seine Orthesen kollidierten aber mit dem Tisch auf der einen und mit Charly auf der anderen Seite. "Mir war gar nicht bewusst, wie viel ich beim Sprechen mit Armen und Händen mache. Die Dinger schränken mich mehr ein, als ich gedacht hatte." seufzte er. Natalie lächelte ihn an "Und das ist gut so. Wir wollen doch nicht, dass Du uns davonfliegst."

Gerrit senkte den Kopf, konzentrierte sich neu und führte fort "Im Falle eines Scheiterns haben wir dann aber den ganzen Bereich an der Backe und wissen nicht, was wir damit machen sollen. Es sei denn, wir planen von Anfang an eine Alternativnutzung mit ein und beziehen die auch in die baulichen Planungen ein. Dann könnten wir schnell auf Plan B umschalten und fast nahtlos weitermachen. Was könnte das sein?"

Miriam, die Frau, die ihm im Vortragsaal schon mehrfach geantwortet hatte, brachte sich ein. "'Bunkerhotel' ist doch schon an sich ein Konzept. Tief unter der Erde, keine Fenster, kein Tageslicht, es müsste nur der Bunker-Charakter ausreichend präsent sein. In den Hotelzimmern eher nicht, aber in den Spielzimmern, die dann größere Wohnzimmer sein würden und auch in den Gängen kann ich mir das vorstellen."

Gerrit nickte "Das ist eine Idee, die mit moderatem finanziellem Einsatz zu verwirklichen wäre, dem BDSM-Projekt auch nicht abträglich ist und eine nahtlose Alternativnutzung sichert. Was fehlt denn noch?"

Miriam sagte spontan "Die Verbindung zum Club, den wir vorhin besprochen haben. Soll die Betreibergesellschaft die entsprechende Organisation übernehmen?" fragte sie.

Gerrit antwortete "Nein, der Club und die Daten der Mitglieder sind ein Wert an sich. Der sollte erhalten bleiben, auch wenn die Betreibergesellschaft aufgelöst wird. Ich könnte mir vorstellen, dass Mitarbeiter des Hotels, die auch am Projekt beteiligt sind, sich darum kümmern. Der Club könnte Kontakte zu BDSM-Gruppen, Stammtischen, und anderen Organisationsformen in der Szene aufbauen und pflegen. Über die sollte dann das PR-Team gezielt Mitglieder werben."

"Danke Gerrit für die Ideen und die Moderation. Damit haben wir einen durchdachten Plan, an dem wir beim nächsten Meeting weiter arbeiten können. Ich hatte diese Veranstaltung eigentlich als lockeres Arbeitsessen geplant. Du hast aber gleich Vollgas gegeben und jetzt ist die Arbeit getan. Widmen wir uns nun dem Essen und Trinken und lernt Euch besser kennen. Später können wir nebenan noch tanzen und den Abend entspannt ausklingen lassen.

Die Kellner kamen herein und brachten die Vorspeise.




86. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 03.08.26 01:46

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 72)

Alina versuchte, Gerrit zu füttern. Das stellte sich aber als schwieriger heraus, als sie gedacht hatte. Charly schaltete sich ein "Du musst Deine Bewegungsabläufe überprüfen und gegebenenfalls nachjustieren. Ich sehe, Du bist Rechtshänderin. Wenn Du also selbst mit Messer und Gabel isst und das beim Füttern beibehalten möchtest, kommt die Gabel von links und Du musst links von ihm sitzen. Wenn Du beim Füttern die Gabel auf rechts wechselst, musst Du auch rechts von ihm sitzen. Was ist Dir lieber?" fragte Charly. Alina überlegte "Mit rechts füttern ist mir lieber, auch wenn ich dann die Gabel wechseln muss." "Dann tauschen wir mal die Plätze." regte Charly an.

In der neuen Sitzordnung hatten Alina und Gerrit sich schnell eingespielt und es funktionierte.

"Wieso kennst Du Dich so genau damit aus?" fragte Alina. Charly kicherte und schickte Gerrit aufs WC. Natalie begleitete ihn. "Da muss ich etwas ausholen. Erinnerst Du Dich noch an den Moment, als ich Dir bei mir die Fesselhandschuhe gezeigt habe und Du sie testweise angezogen hattest?" "Ja, natürlich und ich weiß auch noch, dass Du gesagt hast 'so schnell ist man gefesselt'." antwortete Alina. "Hattest Du Angst?" fragte Charly. Alina antwortete "Nein gar nicht, ich wusste, Du nimmst sie mir nachher wieder ab."

Charly führte fort "Kluges Mädchen, ich wollte auch nur mal testen, wie Du reagierst.
Als mein letzter Freund bei seinem ersten Besuch bei mir in der gleichen Situation war, lief das anders. Der hatte Angst und das gefiel mir. Das war am Freitag Abend und ich hab ihn erst am Montag morgen wieder von den Handschuhen befreit. Also habe ich ihn in der Zwischenzeit gefüttert, Strohhalme hatte ich parat und aufs WC gebracht habe ich ihn ebenfalls. Der war am Ende wirklich handzahm."

Alina fragte "Hattest Du Sex mit ihm?" Charly entgegnete "Das Wörtchen 'mit' ist eigentlich schon etwas zu kooperativ. Er lag ausgespreizt im Bett und ich habe mich seiner bedient. Das trifft es eher."

"Du warst aber hart drauf." staunte Alina. "Absolut, aber wir hatten vorher viel geredet und ich wusste, dass es eine seiner Fantasien war, auch wenn er es nie so explizit gesagt hat. Ich konnte ihn gut lesen und es war zudem genau das, was ich wollte. Also habe ich es einfach durchgezogen." erklärte Charly.

"Wie lange hat die Beziehung gedauert?" fragte Alina. "Drei Monate, er hat leider den Wechsel von seiner Alltagsrealität zu mir und vor allem zurück nicht hinbekommen. Schließlich haben wir uns einvernehmlich getrennt." antwortete Charly.

"Wieso erzählst Du mir das ausgerechnet jetzt?" fragte Alina. Gerrit kam zurück und Charly sagte zu Alina "Lass uns auch mal Pippi machen gehen."

Kurz drauf standen die beiden auf dem Flur und Charly erklärte Alina, dass sie gern Gerrits dritte Herrin werden möchte. "Ich habe Dir das jetzt erzählt, damit Ihr wisst, worauf Ihr euch einlasst, wenn Ihr zustimmt." Natalie hatte Lunte gerochen und Laura ebenfalls. Sie kamen hinzu und wurden auf den neuesten Stand gebracht. Charly teilte mit, dass Gerrit selbst diese Idee angesprochen hatte. Alina fragte "Würdest Du das, was Du mit Deinem Freund im Bett gemacht hast, auch mit Gerrit machen?"

"Derzeit definitiv nicht und wie ich Gerrit einschätze, wird es wohl auch nicht dazu kommen. Aber ich brauche noch einige Sitzungen, um herauszufinden, wie er wirklich tickt. Und, da er selbst mich als dritte Herrin ins Spiel gebracht hat, dürfte mein tiefer Zugang zu ihm auch nicht beeinträchtigt werden, wenn ich es wirklich werde. Laura, hat diese Entwicklung Deine Ansicht von heute Nachmittag verändert?" fragte Charly. Laura antwortete "Ja durchaus und jetzt liegt die Entscheidung in der Hand von Alina und Natalie." Sie ging zurück zum Tisch, Charly aufs WC und Alina und Natalie berieten. Als Charly zurück kam, nahmen Alina und Natalie sie bei den Händen. "Willkommen im Triumvirat, wollen wir es besiegeln?" Charly nickte.

Als sie zurück am Tisch waren, stand Laura auf und ging in den Nebenraum, Charly, Natalie und Alina folgten. Sie sprachen kurz, Laura bereitete die Musik vor und stellte dann in der Raummitte einen Stuhl bereit und legte davor ein Kissen auf den Boden. Charly setzte sich auf den Stuhl, Alina führte Gerrit vor das Kissen und befahl ihm, sich hin zu knien. Laura beorderte das gesamte Team in den Nebenraum. Als alle da waren, wurde es still und Gerrit unterwarf sich Charlie und ergänzte "Ich bin sehr glücklich, dass Du jetzt meine dritte Herrin bist. Das Quartett ist nun vollständig." Er stand auf und verneigte sich vor ihr. Die Musik setzte ein und beide tanzten. Applaus begleitete sie und auch die anderen versammelten sich auf der Tanzfläche.

Miriam tanzte sich zu ihnen "Das ist so süß, Ihr seid seit Tagen Hauptgesprächsthema im Hotel." Gerrit stutzte "Ihr seid über alles informiert?" "Ja, die Buschtrommeln haben funktioniert und wir wünschen Euch viel Glück!" sagte Miriam.

Es lief wieder das Set von Kölsch. Charly und Gerrit ließen sich in die Musik fallen.



87. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 03.08.26 23:55

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 73)

Die vier waren wieder am Tisch und gönnten sich noch ein paar Häppchen, auch Gerrit bekam ab und zu das eine oder andere in den Mund geschoben.

Charly sah in die Runde und sagte bedeutungsschwer. "Die Woche könnte noch anstrengend werden. Gerrit hat vorhin etwas gemacht, was Laura gar nicht mag. Er hat ihr die Moderation aus der Hand genommen. Das Lob für die Moderation war vergiftet, das für die Ideen war sehr ehrlich."

"Was wird sie machen?" fragte Alina. "Sie mag ihn und sie schätzt seine Mitarbeit, also wird sie ihn nicht bremsen, im Gegenteil. Da sie aber weiß, dass es die Entscheidung gibt, dass er bei den Treffen immer Schienen tragen muss, kann sie das nutzen, um sich zu rächen und sie wird die Rache kalt genießen. Kommt Euch bekannt vor oder?" führte Charly aus und schaute schmunzelnd auf Alina und Gerrit. Die nickten und erinnern sich an ihre gelungenen Ausbruchsversuche.

"Aber ich hab es immer noch nicht ganz verstanden." warf Alina ein.

Charly atmete tief durch und holte aus "Bei der Orthesen-Regel standen zwar Meetings mit dem Team im Vordergrund. Man kann die Regel aber auch eng auslegen, dann würde sie sich auch auf Einzelgespräche mit einem Teammitglied beziehen. Und Laura ist die Direktorin, gehört also auch zum Team. Wenn sie also Einzelgespräche in unseren Tagesablauf einstreut und selbst auch öfter mal vorbei schaut, dann wäre der Aufwand, Schienen anlegen, wieder abnehmen, wieder anlegen, so groß, das wir die Orthesen besser einfach dran lassen. Außerdem weiß sie, dass Gerrit in der Nacht die Fesselhandschuhe anhatte und ich würde gern dabei bleiben. Da sie mich gut kennt, weiß sie das auch. Unterm Strich: Wenn das wirklich ihre Strategie ist, ich spiele nur das Orakel, dann sind seine Hände bis zur Abreise am Sonntag außer Betrieb, die Arme tagsüber auch."

"Und eine von uns muss sich jederzeit um ihn kümmern können. Wir können uns abwechseln, aber jetzt verstehe ich, weshalb Du 'anstrengend' gesagt hast." merkte Natalie an.

"Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich auch Zeit für meine Azubine brauche, für die Prüfungsvorbereitung. Und da sie auf meine Idee von der Orthese aus Leder angesprungen ist, muss ich mich auch da unterstützend reinhängen. Allerdings werde ich nur beraten, fertigen muss sie die allein. Dabei wird dann auch Gerrit involviert sein, Maß nehmen, anprobieren, testen. Das Programm wird sportlich." sagte Charly.

Alina schob Gerrit einen Happen in den Mund. "Müsstest Du nicht schon satt ein?" fragte sie. Gerrit schaute irritiert. "Hab ich nicht drüber nachgedacht, ich war so auf Charly konzentriert."

"Perfekt!" lobte Charly "Ihr habt es raus, es läuft automatisch."

Charly fasste zusammen "Es gab in der Orthesen-Entscheidung eindeutig eine Regelungslücke. Das war nicht zu Ende gedacht und könnte Gerrit jetzt auf die Arme fallen. Daraus sollten wir Lehren ziehen für die Zukunft. Die Lücke jetzt im Nachhinein zu schließen ist keine Option, da müssen wir durch, wenn das Orakel richtig liegt."

Natalie hatte eine Idee. "Wenn es so passiert, dann würde Gerrit über die nächsten Tage hinweg viele Einzelgespräche mit den Teammitgliedern führen. Da kommt unterm Strich wohl einiges zusammen, was man dann im Plenum vorstellen könnte. Ich spinne mir grad mal was zurecht. Angenommen, ich komme immer als Begleitperson mit, positioniere mich aber so geschickt außerhalb des Sichtbereichs des jeweiligen Teammitglieds, dass ich ungesehen mitstenografieren kann. Tonaufnahmen ohne Zustimmung sind verboten, insofern wäre das die einzige legale Möglichkeit. Die Infos tippe ich auf dem Notebook ein, wir arbeiten zusammen noch ein wenig daran weiter und bereiten ein Meeting vor. Charly reserviert den Raum und bereitet die technische Basis für die Visualisierung vom Notebook aus vor. Und dann holen wir ganz kurzfristig alle zusammen, Gerrit moderiert das Meeting, die Visualisierung steuere ich bei und Laura sitzt im Publikum. Am Ende richtet er sich an Laura und bittet sie um Entschuldigung, dass er ihr heute die Moderation aus der Hand genommen hat."

Alina meinte begeistert "Wow, was für ein Plan. Sie hätte gewonnen, was die Schienen angeht, könnte ihre Rache aber nicht auskosten, im Gegenteil."

Charly schüttelte den Kopf "Das wäre im Prinzip ein Frontalangriff auf ihre Autorität. Da kann ich nur von abraten. Selbst die Entschuldigung am Schluss dürfte das nicht aufwiegen. So etwas würde ich nur wagen, wenn der Impuls dafür von ihrem Team ausgeht und zwar nicht von einzelnen. Die müssen da schon geschlossen hinter stehen. Aber dennoch steckt etwas in dem Vorschlag, was wir machen sollten. Wären das ganz normale Einzelgespräche, würde sich Gerrit sicher Notizen machen. Da er das in diesen Fällen nicht kann, ist es völlig logisch, dass die Begleitperson das tut und das muss nicht heimlich sein. Wenn man das ganz offen kommuniziert, bekommen wir ohnehin alle Infos und können entspannt abwarten. Das heißt, der fachliche Fortschritt wäre damit in jedem Fall gesichert. Ob daraus ein Konter wird, ist eine andere Frage."

Natalie wirkte bedrückt "Dass ich das vorgeschlagen habe, betrübt mich. Eigentlich hätte ich aus meiner beruflichen Erfahrung heraus wissen müssen, das das nicht vertretbar ist. Entschuldigung!"

Charlie hob die Hände "Liebes, Du musst Dich dafür nicht entschuldigen, das ist hier ein Brainstorming, da muss alles rein, was man so denkt. Und es gibt ja auch eine Sache, die in jedem Fall stattfinden wird, das Mitstenografieren und der Kerngedanke könnte auch passieren, wenn der Impuls vom Team selbst kommt. Und ganz so unwahrscheinlich ist das nicht. Die werden schon merken, dass sie uns ausgetrickst und Gerrit in eine heftige Situation gebracht hat. Also, wir warten ab. Noch Fragen?"

Gerrit seufzte "Bin ich noch Mensch oder schon Spielzeug?"

Charly lachte "Natürlich bist Du Spielzeug, aber wir werden den Menschen dahinter nicht aus dem Blick verlieren. Darf ich bitten!"

Das Quartett stand auf und sie gingen tanzen.




88. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 05.08.26 01:45

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 74)

Alina, Natalie und Charly saßen im Schneidersitz auf dem großen Bett. Gerrit war im kleinen Bett angeschlossen, trug Augenpflaster und Ohrstöpsel.

"Wie fühlst Du Dich als frisch gebackene Miteigentümerin?" fragte Natalie. "Gut, sehr gut, hätte ich nicht mit gerechnet." antwortete Charly. "Wieso nicht?" fragte Alina erstaunt.

Charlie überlegte kurz "Mir war meine Freiheit immer sehr wichtig und heute Abend habe ich viel davon aufgegeben. Dass sich das so gut anfühlt, überrascht mich. Ich mag Gerrit sehr, mindestens das. Und jetzt trage ich mit Euch zusammen die Verantwortung für ihn und das bindet. Aber es schweißt auch uns drei zusammen und das gefällt mir sehr."

Alina strahlte "Und wo siehst Du seine Rolle in unserem Quartett?"

Charly dachte nach "Das weiß ich noch nicht genau, aber ich glaube, er hat uns selbst vorhin einen Hinweis geliefert. Die Frage 'Bin ich noch Mensch oder schon Spielzeug?' kam von ganz tief unten, also seinem Unterbewusstsein und meine Antwort hatte bei mir den gleichen Ursprung. Da könnte ein Schuh draus werden, sagt die Schuhmacherin." kalauerte sie.

Natalie hakte nach "Würdest Du auch sexuell mit ihm spielen?" "Natürlich, ich bin bi, also wäre das von meiner Seite aus kein Problem. Aber das sehe ich im Moment nicht. Er hat mir erzählt, dass er seit der Kindheit sexuell immer sehr aktiv war, der Joystick war für ihn ein Werkzeug, in seinen erotischen Fantasien war er aber immer weiblich. Seit dem Tod seiner Frau gibt es da eine gewisse Entfremdung und es passiert nichts mehr. Man könnte da natürlich therapeutisch ran gehen und versuchen, diese Entfremdung zu beseitigen. Aber ich hab nicht das Gefühl dass das sinnvoll ist."

Alina fragte "Wieso nicht?"

Charly holte aus "Überlegt mal, er ist an den Brüsten ungeheuer empfindlich, da geht ja sofort echt die Post ab. Aber sein Joystick pennt und macht nichts. Normalerweise müsste da doch mal der Funke überspringen, passiert aber nicht. Das kann für mich nur eines bedeuten: Er kennt die Lösung schon und der Joystick ist nicht Teil davon."

"Also doch der Wechsel auf unsere Seite?" fragte Natalie.

Charly schüttelte den Kopf "Zumindest nicht so, wie es die landläufigen Denkschemata hergeben. Er hat mir mehrfach bestätigt, dass seine Entscheidung damals richtig war, diesen Weg nicht zu gehen. Die äußere Stimmigkeit im Erscheinungsbild war der Schlüssel.

So, jetzt analysieren wir mal.
So bleiben, wie er biologisch nun mal ist, war die eine Variante.
Die andere war die geschlechtsangleichende OP, gefolgt von Hormontherapie, Brüsten, weiblicher Kleidung, Makeup und Perücke.

Und witzigerweise: Hormontest für einen Monat hat er gemacht, Silikon-Brüste hat er bei seiner Frau daheim getragen und weibliche Kleidung zuhause und mit seiner besten Freundin zusammen auch in Szenelokalen.
Er war also schon ziemlich weit und hat sich trotzdem dagegen entschieden.

Wo, bitte schön, könnte denn jetzt eine Lösung zwischen beiden Alternativen liegen? Auch seine Ruhe und Ausgeglichenheit zeigen mir, dass er sie kennt."

Alinas Augen blitzten "Nur einen Teil des Weges gehen."

"Das ist auch meine Vermutung, ich tippe darauf, er hat sich entschieden, die OP zu machen, aber bei männlichen Hormonen zu bleiben. Dann ist er definitiv weiblich, weiß es, merkt es auch jederzeit, bleibt nach außen aber, wie bisher. Das scheint mir identitätsstiftend genug für ihn. Im öffentlichen Alltag als Frau beziehungsweise als Transfrau wahrgenommen zu werden, ist wohl weniger wichtig. Soweit meine Analyse. Was haltet Ihr davon?" fragte Charly.

Natalie schüttelte den Kopf "Dass Du aus den eigentlich wenigen Informationen, die Du hast, all das herauslesen kannst, beeindruckt mich sehr. Du bist eine wirklich gute Psychologin und eine brillante Analytikerin. Testen wir, ob es stimmt?" fragte Natalie.

Charly nahm Gerrit die Ohrstöpsel raus und fragte ihn präzise nach seiner Zielperspektive. Die Antwort passte auf den Punkt.

"Ich hab Dir gar nicht viel erzählen können, wir hatten nicht genug Zeit. Wie hast Du das herausgefunden? fragte Gerrit.

"Du bist ein sehr guter Psychologe, ich denke, Du weißt es. Wir sind uns einfach ziemlich ähnlich und ich hab mich richtig ins Zeug gelegt, um aus dem, was ich hatte, die korrekten Schlüsse zu ziehen. Passt offenbar. Wie fühlst Du Dich?" fragte Charly.

Gerrit antwortete "Ich bin sehr bewegt, dass Du mich so gut lesen und analysieren konntest. Und ich bin glücklich, dass ich jetzt auch Dir gehöre."

"Schlaf ein wenig weiter, ich werde Dich nachher ins große Bett holen." erwiderte Charly und schickte ihn wieder in die Stille.

Zurück im Dreieck meinte Charly "Das war jetzt ein Moment, der mich berührt hat. Er hat mir als Psychologin, die ich mit drei Semestern nicht wirklich bin, ein Kompliment gemacht. Zudem hat er sein Glück darüber ausgedrückt, dass er jetzt auch mir gehört. Und ich fühle mich dabei auch sehr glücklich."

Natalie sah ihr tief in die Augen "Du hast eine Weiterentwicklung gemacht, weg vom Spielerischen, hin zum Dauerhaften.

Du hast jetzt endlose Rechte, aber auch endlose Pflichten. Gerrit hat ein Urvertrauen in Dich, in Alina und in mich. Wir können alles mit ihm tun, ihn auch beschädigen oder zerstören. Er wird sich nicht mehr wehren können, dafür ist er schon zu tief eingetaucht.

Es ist unsere Verantwortung, das Richtige zu tun. Und dessen müssen wir uns immer bewusst sein. Ganz wichtig ist, dass wir als Einheit handeln. Wenn wir das nicht hinbekommen, wird er zerrieben von unserem Dissens.

Charly schluckte "Du bist ja jetzt sehr ernst, was ist los?"

Natalie erwiderte versöhnlich "Ich will Dich nicht verschrecken, aber wir haben jetzt eine gemeinsame Verantwortung, und ich bin die Einzige, die da wirklich Erfahrung hat. Also ist das der richtige Zeitpunkt, die Dimensionen aufzuzeigen.

Als ich Alina begegnet bin und mich in sie verliebt habe, war ich selbst noch Sub. Und meine damalige Herrin hielt nichts von einer Macht-Kaskade 'Ich gehöre ihr und Alina gehört mir'. Also hatte ich drei Monate Zeit, um wieder auf eigenen Füßen zu stehen, mit Alina, für die ich da schon die Verantwortung übernommen hatte. Meine Herrin hatte mir Brücken gebaut, eine finanzielle Unterstützung, sie hat die Verbindung zum Institut geknüpft, an dem ich immer noch unterrichte. Aber ich musste sehr schnell aus der behüteten Situation bei meiner Herrin in eine eigene Existenz finden und Alina war mein Mündel, nicht rechtlich aber moralisch. Das war sehr schwer."

Alina sagte fassungslos "So sehr musstest Du für mich kämpfen."

Natalie nickte "Es war vielleicht die schwerste Zeit meines Lebens und ich konnte mit Dir nicht mal darüber reden. Du hattes losgelassen, fühltest Dich wohl bei mir, ich wollte und konnte Dich damit nicht belasten. Was hättest Du tun können, nichts. Und in diese Situation wollte ich Dich nicht bringen.

Halt gegeben hat mir Laura. Meine Herrin hatte mich mal zu ihr geschickt, damit ich kochen lerne. Und daraus ist eine tiefe Freundschaft geworden. Sie hat mir nicht nur moralischen Halt gegeben, sie hat mich auch bei Deiner Führung begleitet. Deshalb hab ich auch kein Problem, wenn sie unverhofft bei uns reinschneit. Und daher hab ich auch eine Schlüsselkarte, die 'fast alles kann', wie sie sagt, aber ich wette darauf, dass es überhaupt keine Schranken gibt.

Wir haben es jedenfalls hinbekommen, eine stabile Situation zu erreichen. Du fühltest Dich gut aufgehoben, die wirtschaftliche Seite war ok und ich konnte immer auf Lauras Rat vertrauen." seufzte Natalie.

"Ich hätte nie gedacht, wie Du dafür leiden musstest." sagte Alina zutiefst bewegt.

"Das wollte ich Dir auch ersparen, aber die aktuelle Situation mit Gerrit zwingt mich dazu, das zu erzählen. Wir müssen uns alle drei der Verantwortung bewusst sein, die wir jetzt tragen. Und wenn wir das kapiert haben, können wir das hoffentlich mit weniger Stress handhaben, als ich damals."

Die drei nahmen sich in den Arm, Alina und Charly weinten.

"Holen wir Gerrit rüber?" fragte Alina. "Wird aber eng." merkte Natalie an. "Egal" kommentierte Charly und ergänzte "Wir brauchen ein größeres Bett."

Charly löste seine Fesseln, brachte ihn zum anderen Bett und schloss ihn wieder an. Charly und Alina kuschelten sich an ihn an, Natalie sich an Alina.




89. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 05.08.26 21:38

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 75)

Laura kam in die Lounge und staunte "Ihr sitzt hier ja noch im Nachthemd. War's ne lange Nacht?"

Charly brachte sie auf den neuesten Stand.

"Die Dynamik bei Euch nimmt echt nicht ab. Sehr spannend. Wo ist Gerrit denn?" fragte Laura. Charly nahm sie an die Hand und führte sie ins Spielzimmer. Gerrit lag noch immer angeschlossen im Bett. "Du kannst nicht mit ihm reden, er hört und sieht nichts." erklärte sie. "Wie lange denn schon?" fragte Laura. "Mit einer Unterbrechung seit gestern Abend." antwortete Charly.

Laura meinte nachdenklich "Ihr seid schon hart drauf, aber Ihr habt alle genug Erfahrung und ich bin sicher, dass ihr wisst, was Ihr tut." Charly nickte "Da hast Du recht und die Konstellation ist ideal: Zwei Psychologen mit Expertise im BDSM, einer in der Sub- eine in der Dom-Rolle. Alina war mehr als vier Jahre eingesperrt, konnte also nur in Natalies Begleitung aus dem Haus, Gerrit gut fünf Jahre unter ähnlichen Bedingungen. Und Natalie hat beide Seiten ausgiebig kennen gelernt. Wir tragen zu dritt die Verantwortung für Gerrit und werden das ganze steuern und austarieren.
Übrigens, was die Marschrichtung angeht, hat sich gestern Abend auch schon ein Ansatz ergeben. Seinen Spielzeug-Spruch hast Du mitbekommen?" fragte Charly. Laura schmunzelte "Oh ja, und ich wusste gleich.." Charly übernahm "Es wird ihm auf die Füße fallen! Genau, und nachdem seine sexuelle Identität geklärt ist, haben wir vorhin darüber gesprochen, auf welche Weise wir mit ihm spielen wollen. Wenn ohnehin eine größere Operation ansteht, müssen wir vorher genau ausloten, welche Details können wir da einstreuen, die uns im BDSM-Bereich noch nützlich sein könnten. Alina wollte gerade etwas sagen, als Du rein kamst." erläuterte Charly. "Dann gehen wir wieder rüber." regte Laura an."

Charly stoppte Laura "Ein Grund, warum wir heute so spät dran sind: Wir konnten uns gestern Abend einfach nicht trennen und haben alle vier im Doppelbett geschlafen. Das kam nicht so gut, aber keine von uns hat es fertig gebracht, das andere Bett zu nehmen oder das Zimmer zu wechseln." Laura lachte "Problem erkannt, mal schauen, was geht. Ich hab grad alle Fachleute im Haus."

Zurück in der Lounge sprach Charly Alina an und fragte, was sie vorhin hatte sagen wollen. Alina seufzte "Jetzt bin ich raus, ich trau mich nicht mehr."
Charly strich ihr über die Wange "Mach die Augen zu, atme tief durch und erinnere Dich an die Situation, in der Dir das eingefallen ist. Wo warst Du?"
Alina: "In meinem Schlafzimmer."
Charly: "Beschreib mir das mal."
Alina: "Das ist ein Raum mit einer Stahltür, die abgeschlossen ist. Auf der anderen Seite ist eine Tür zum Bad. Fenster hat der Raum nicht.
Charly: "Was hast Du gemacht?"
Alina: "Ich lag im Bett, mit Riemen festgeschnallt und konnte mich nicht bewegen und es war dunkel. Mir war langweilig."
Charly: "Was ging Dir durch den Kopf?"
Alina: "Ich musste an Ängste denken, die ich, bevor ich Natalies Sub wurde, öfter hatte. Angst davor, dass mich ein Mann nimmt. Ich bin lesbisch und daher wäre das immer gegen meinen Willen gewesen."
Charly: "Ist Dir sowas mal passiert?"
Alina: "Nein, aber meiner besten Freundin. Die war zwar nicht lesbisch, aber auf einer Party hat ein Junge mit ihr geschlafen, obwohl sie das nicht wollte. Wir waren aber beide ziemlich angetrunken. Ich hab's gar nicht mitbekommen und sie konnte sich nicht wehren."
Charly: "Hast Du Schuldgefühle?"
Alina "Ja, weil ich es nicht mitbekommen und ihr nicht geholfen habe."
Charly: "Ich verstehe Dich und ich werde darauf zurückkommen, aber an einem anderen Tag und dann werden wir uns ganz viel Zeit dafür nehmen. Ist das Ok für Dich?"
Alina: "Ja, Charly und ich hab auch noch Kontakt zu meiner damaligen besten Freundin. Würdest Du auch mit ihr reden?"
Charly: "Natürlich, Schatz. Jetzt kehre zurück zu Deinem Zimmer bei Natalie. Welche Gedanken haben die Ängste und Erinnerungen ausgelöst?"
Alina: "Ich habe mir vorgestellt, wie es wäre, wenn eine solche Situation gar nicht eintreten könnte. Verschlossen sein wollte ich nicht, das erinnert mich an schlimme Praktiken, die in einigen Ländern ja immer noch durchgeführt werden. Aber eine Engstelle, die ausreichend eng und ausreichend tief wäre, dass da kein Mann rein kann. Die Vorstellung fühlte sich gut an. Aber ich bin genug im BDSM verwurzelt, dass ich da nicht aufgehört habe. Ich habe überlegt, dass es hinter der Engstelle wieder normal weit sein würde und man damit eine Verankerungsmöglichkeit hätte."
Charly: "Was wolltest Du denn verankern?"
Alina: "Ein Shield, das vorn alles abdeckt und mir den Zugriff unmöglich macht. Ich war zwar nachts immer festgeschnallt, aber unter Dusche oder einfach beim Umziehen hab ich mich gern mal befriedigt. Da ich aber Eigentum meiner Herrin war, gehörte dieser Teil von mir eigentlich nicht mehr mir selbst. Ich hab ihn aber trotzdem so benutzt. Das fühlte sich nicht richtig an, ich konnte mich aber auch nicht zurückhalten."
Charly: "Hast Du noch weiter an der Idee gefeilt?"
Alina: "Absolut, mein Gedanke war ja, das jetzt immer tragen zu müssen. Damit wäre meiner Herrin aber auch der Zugang nicht mehr möglich und das schien mir undenkbar. Also habe ich das weiter durchdacht. Wenn an der Innenseite des Shields Vibrations-Pads an den sensiblen Stellen angebracht wären und eine kleine Antenne, im Verankerungsbereich ein Akku und eine Elektronik samt Funkempfänger, dann wäre das ein Keuschheits- und Stimulations- Plugin. Meine Herrin könnte mit der Fernbedienung jederzeit und an jedem Ort mit mir spielen."
Charly: "Hat Dir die Vorstellung gefallen?"
Alina: "Sehr, bis ich auf meinen Denkfehler gestoßen bin, Pippi. Zum Pippi machen muss man das Shield abnehmen und wenn ungewollt, beim Niesen zum Beispiel, mal Pippi kommt, dann habe ich einen Kurzschluss."

Laura hielt sich Mund und Nase zu, um nicht laut loszulachen, Natalie hatte ebenfalls Mühe die Contenance zu bewahren, allein Charly blieb cool.

Charly: "Hast Du eine Lösung gefunden?"
Alina: "Im Prinzip ja, aber für mich keine Option. Ein Ballonkatheter würde Abhilfe schaffen, aber ich habe im Krankenhaus mehrfach einen Katheter gehabt und jedes mal anschließend eine Blasenentzündung."
Charly: "So, jetzt verlasse mal Dein Zimmer und die damalige Situation. Komm ins Hier und Jetzt und sage mir, wieso Dir diese Gedanken heute gekommen sind."
Alina: "Weil es für Gerrit funktionieren könnte. Er muss ja erst noch umgebaut werden. Da könnte man den Pippi-Ausgang einfach auf die grüne Wiese legen, nur glatte Haut drumherum. Dort kann man dann im Shield eine mit Gummi abgedichtete Öffnung einbauen und er kann mit Shield Pippi machen."
Charly: "Du bist wieder zurück, schau mich an!"

Alina stand auf, Charly auch und sie umarmten sich innig.

Natalie und Laura sahen sich kopfschüttelnd an. "Deine Kleine hat es ja wirklich faustdick hinter den Ohren." staunte Laura. "Ich bin auch ganz fasziniert." erwiderte Natalie.

"Du warst ja wirklich ganz tief in meinem Inneren." bemerkte Alina gerührt.
"Tut es weh?" fragte Charly.
"Ja, aber ich bin froh, dass Du es gemacht hast. Wir setzen irgendwann fort?" sagte Alina.
Charly nickte und atmete tief durch.

Laura erhob sich und wandte sich an Charly "Jetzt muss der Spruch mal anders lauten, das was Du gerade gemacht hast oder besser Ihr beide, wird Gerrit später buchstäblich in den Schoß fallen."





90. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 07.08.26 00:40

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 76)

Im Partnerlook, den Klara angefertigt hatte, saß das Quartett beim Frühstück. Gerrit starrte auf seine Tasse.

"Harte Nacht?" fragte Charly. "Erst noch nicht. Als Du mir die Ohrstöpsel abnahmst und nach meiner Zielperspektive fragtest, war alles noch ok. Das blieb, zurück in der Stille, zunächst unverändert.

Irgendwann später verebbten meine Gedanken und ich habe die Geräusche meines Herzens, des Blutflusses und den Tinnitus, den ich schon seit Jahrzehnten hab, als dröhnend laut empfunden. Da war dann schon auch Angst, nicht vor Euch, sondern vor dem, was die Abwesenheit von Außengeräuschen in mir noch so alles hörbar machen würde. Ich war in mir selbst auf unbekanntem Terrain gelandet.

Zwischendurch muss ich geschlafen habe, bin dann in einem Dämmerzustand gelandet, ich hatte die Orientierung verloren. Kein Zeitgefühl mehr, ich wusste nicht mehr, wo ich war.

Berührungen haben mich aus dem Zustand herausgeholt. Ich spürte, wie meine Fesseln gelöst wurden, wusste auch sofort wieder, wo ich war und war erleichtert. Als Ihr Euch an mich gekuschelt habt, war ich glücklich, ich hätte weinen können.

Dann wurde ich wach und war wieder allein, die Geräusche meines Körpers hatten mich geweckt. Ich hab mich gefragt, ob ich mir das Kuscheln eingebildet habe. Es gingen mir Bilder vom Abend durch den Kopf und die Gefühle dabei waren so stark. Es musste Realität gewesen sein.

Dann hast Du mich aus dem Bett geholt." endete Gerrit.

"Ist Dir gerade etwas aufgefallen?" fragte Charly.
Gerrit dachte nach und seufzte "Das war unsere erste Sitzung, bei der Du nur eine einzige Frage stellen musstest und alles floss aus mir heraus."

Charly nickte "Genau. Du hast gelernt, Dich mir zu öffnen.
Aber da ist noch etwas, was ich mit Dir besprechen möchte. Dass Du solange blind und taub warst, hat sich einfach so ergeben, das war keine Absicht. Wir hatten zu reden und haben Dich damit in eine grenzwertige Situation gebracht. Bist Du uns böse?" fragte Charly.

Gerrit schüttelte den Kopf "Nein, ich hätte mich ja melden können, zumindest, solange Ihr im Raum wart, was am Ende wohl nicht der Fall war. Hab ich aber nicht getan.
Charly, ich spüre, dass Du an Grenzen gehen möchtest und der Psychologe in mir will auch, dass Du das tust. So kann er lernen. Stimme Dich eng mit Alina und Natalie ab, ich muss Euch als geeintes Team wahrnehmen können. Dann sind Euch von mir aus keine Grenzen gesetzt. Im Übrigen darf ich ohnehin keine Grenzen mehr setzen. Ich bin Euer Eigentum und Euer Spielzeug."

Charly sah Gerrit tief in die Augen und nickte.


Laura kam herein. "Jetzt seid Ihr ja alle endlich angezogen und Ihr seht toll aus im Partnerlook." lobte sie

Sie wandte sich Gerrit zu. "Du wusstest ja nicht, was passieren würde, als Du am Freitag herkamst. Ich denke, Deine Arbeitsinfrastruktur besteht noch?" fragte sie. Gerrit nickte. "Wie komplex ist die?" fragte Laura.

Gerrit dachte nach "Genau kann ich das nicht sagen. Da ist der Server im Rechenzentrum, darauf laufen derzeit sieben virtuelle Maschinen, der Kern der Infrastruktur. Wie viele virtuelle Maschinen dort insgesamt sind, müsste ich durchzählen, in jedem Fall deutlich mehr, als ein Dutzend. Zudem habe ich zu hause noch acht Computer inklusive der Raspis, die ich ohne weitere Vorbereitungen hochfahren kann. In Kisten verpackt, kommen noch vier oder fünf hinzu."

Laura staunte "Das ist wirklich komplex. Heute kommt noch ein Notebook vom Hotel dazu. Das darfst Du nicht in Deine Infrastruktur integrieren, unsere IT hat sehr strenge Regeln. Wenn Ihr nicht hier seid, erfolgt der Zugang zum Hotel per VPN über das LTE-Netz, hier im Haus über das Verwaltungs-WLAN. Damit habt Ihr Zugang zu allen Informationen zu unserem Projekt. Videokonferenzen mit dem Team sind damit auch möglich. Da dieses Notebook die Verbindung zum Team darstellt, gilt die Orthesen-Regel. Du wirst das Gerät nie selbst bedienen. Das wird eine Deiner Herrinnen übernehmen. Charly kennt sich bereits mit den Geräten aus, wir verwenden einheitliche Modelle. Für Alina und Natalie findet später eine Einweisung statt." Gerrit nickte. Laura gab Charly ein Zeichen und die brachte Gerrit auf sein Zimmer.

Laura holte aus "Ich hab vorhin gemerkt, dass Ihr mit Gerrit nach so wenigen Tagen schon sehr weit geht. Ich stelle das nicht in Frage, Ihr seid sehr erfahren.
Aber ich denke, dass Ihr damit rechnen müsst, dass er sich bald von seinem alten Leben soweit entfernt haben könnte, dass es für ihn eine Belastung wäre, sich wieder damit zu befassen.

Ihr habt gehört, er hat eine komplexe Infrastruktur. Möglicherweise wird die später aufgelöst, vielleicht aber auch nicht. Ich denke, sie ist jedenfalls ein gewachsener Schatz, der viel von seiner Arbeit enthält. Seminarunterlagen, Projekte, Prüfungen, vielleicht auch persönliches, Erinnerungen an seine Frau, was auch immer.

Ich würde Euch sehr ans Herz legen, dass eine von Euch sich das alles von ihm zeigen lässt und sich einarbeitet. Wenn das alles aufgelöst werden soll, sollte sie das machen können, inklusive der Sicherung von wichtigen Dingen, die nicht verloren gehen sollten. Wer wäre bereit dazu?"

Alina nickte "Ich könnte mir das vorstellen, aber wenn er dabei von Anfang an Orthesen tragen muss, wird's schwierig."

"Das musst Du selbst entscheiden, ob und wann er sie tragen muss." antwortete Laura.

Alina dachte nach. "Ich hab mal ein klein wenig Visual Basic programmiert und fand es interessant, wäre es denkbar, dass er mir das Programmieren auch mal grundlegend beibringt?" fragte sie.

Laura lachte "Ich hänge mich schon wieder viel zu weit aus dem Fenster, aber das war gerade meine Idee.

Der Grundgedanke dahinter hat zwei Aspekte. Erstens fände ich es schön, wenn er seine Fähigkeiten weiter einsetzen könnte, am besten ohne Druck, intern mit seiner Herrin. Zweitens könnte daraus eine Zweistufigkeit für unser Projekt werden. Bis das wirklich in Betrieb geht, wird es dauern. Ihr habt also viel Zeit.

Wenn es soweit ist, könntest Du in die Frontline gehen, meinem Team gegenüber. Er ist in der Reserve, Dir gegenüber. So wärest Du verantwortlich handelnd, hättest ihn aber an Deiner Seite, ob konzeptionell, oder konkret im Code oder für Fehlersuche.

Mir wird gerade klar, dass dieses Konstrukt auch das Problem, das er mit seiner Frau bei seiner IT-Tätigkeit hatte, beheben könnte. Er war damals für die Außenwirkung und die Moderation verantwortlich, in dieser Variante hat er nur nach innen, also Dir oder Euch gegenüber Verantwortung.

Vielleicht ist dann die Gefahr, dass er Euch davon fliegt geringer. Und Ihr hättet mehr Möglichkeiten, ihn zu erden, da er dann nicht mehr unentbehrlich ist, wie in der Konstellation mit seiner Frau."

Alina stutzte "Hast Du Dir das Konzept jetzt gerade ausgedacht, quasi live?"

"Definitiv, als ich kam, hatte ich keinen Schimmer davon." erwiderte Laura.

Charly schüttelte den Kopf "Dass Du spontan bist, wusste ich, aber das war richtig gut. So wenig Kontakt aus seiner behüteten Umgebung heraus, alles bleibt intern. Die Welt da draußen ist weit weg und er fühlt sich frei. Psychologisch gesehen brillant!"

Natalie kicherte "Wir kennen uns schon so lange und du kannst mich immer noch überraschen. Faszinierend! Und das Konzept hat was. Könnte ich mir durchaus vorstellen. Aber es entbehrt nicht einer gewissen Ironie. 'Die Sub unterrichtet die Herrin', ziemlich gegen den Strich gebürstet. Alina, traust Du Dir das zu?" fragte sie.

Sie strahlte "Fühlt sich wirklich gut an, ich kann ganz viel Zeit mit ihm verbringen, lerne was und muss ihn einfangen, wenn er abhebt. Dieser Herausforderung stelle ich mich."

"Ich freu mich. Alina, Natalie, Ihr habt jetzt den Termin mit meinem IT-Spezialisten. Charly, Du nimmst Gerrit mit zu Deiner Azubine und Ihr legt die Grundlage für Ihre Kür mit den Leder-Orthesen." sagte Laura und verließ mit den beiden die Lounge. Charly holte Gerrit, packte die Orthesen ein und stieg mit ihm in den Aufzug.





91. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 08.08.26 04:19

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 77)

Charly betrat mit Gerrit ihren Laden. "Den Show-Room kennst Du ja schon, jetzt geht's ins Allerheiligste." sagte sie stolz.

Im ersten Raum stand links ein Schreibtisch mit großem Monitor, Tastatur, Maus und Grafiktablett. Auf dem Bildschirm war ein 3D-Modell eines Stiefels zu sehen.

Auf der rechten Seite dominierte ein Zuschnitt-Tisch.
Charly erklärte "Der funktioniert digital und ist mit dem Computer verbunden. Sobald ich mit dem 3D-Modell fertig bin, errechnet mir ein Programm die nötige Zuschnitte. Ich muss dann nur noch eine ausreichend große Lederbahn einspannen und die Maschine schneidet mir die Teile heraus, aus denen später der Schuh entsteht.

Nebenan stehen die Nähmaschinen, die spare ich mal aus.

Aber jetzt wird's wirklich spannend. Im nächsten Raum steht der Laserscanner, damit kann ich einen Fuß oder ein ganzes Bein oder eben auch einen Arm einscannen. Das 3D-Modell ist dann im Computer und kann als Grundlage für weitere Schritte dienen.

Damit hat die Maßfertigung ein ganz neues Level erreicht. Meine Gerätschaften sind nicht die neuesten, heute wird das wahrscheinlich alles besser und einfacher gehen. Aber der Preis ist auch entsprechend höher.

So, und nebenan ist der letzte Hightech-Bereich, ein 3D-Drucker. Aus einem etwas nachbearbeiteten 3D-Modell kann ich einen Fuß oder, wie bei Dir, einen Arm in Kunststoff ausdrucken. Daran können die Feinabstimmungen, die beim Zusammennähen erforderlich sind, ohne Anwesenheit des Kunden erfolgen. Wenn der kommt, muss in der Regel kaum noch was verändert werden.

Die weiteren Räume sind klassisches Handwerk und da treffen wir jetzt auf meine Azubine, sie heißt übrigens Sabine."

Gerrit kicherte "Jetzt verstehe ich 'Sabine, die Azubine'.
Also, ich bin beeindruckt, was Du hier alles hast und das ist ja riesig."

Charly nickte "Das war früher ein Supermarkt, aber das war in der Mall eines Luxus-Hotels ein erwartbarer Flop. Und teure Boutiquen hat es eben schon genug. Glück für mich, denn die Breite des Ladens zur Mall hin ist nicht besonders, man kann also nichts mehr unterteilen, und nebenan sind Technik-Räume des Hotels. Da es keine Nachfrage über die Gesamtfläche gab, hat Laura mir erlaubt, mich hier breit zu machen."

Eine junge Frau kam aus der Tür des klassischen Handwerksbereichs. Charly und sie nahmen sich in den Arm.

"Gerrit, das ist Sabine, Sabine, das ist Gerrit." sagte Charly und fügte hinzu "An die Arbeit. Wir machen jetzt mehrere Laser-Scans von Gerrit. Arme, Beine und Kopf. Dann haben wir die große Sauerei nur einmal.
Gerrit, das ist der Punkt, weshalb ich eben sagte, dass das heute wohl einfacher geht. Wir verwenden für die Scans einen wasserlöslichen, sehr dehnbaren und Laser reflektierenden Lack. Der wird aufgesprüht und dabei geht immer was daneben, meist recht viel. Daher machen wir das auf einer Wegwerfplane neben der Dusche. Wenn wir fertig sind, kannst Du duschen und die Plane kommt in den Müll."

Sie ging mit den beiden in den Raum mit dem Scanner und befahl Gerrit, sich auszuziehen. "Alles?" fragte Gerrit. "Ja, sonst muss ich noch hoch und Sachen zum Wechseln holen, alles, was Du anbehältst wird am Ende scheckig sein. Außerdem, gewöhn Dich daran, Deine Grenzen liegen in meiner, respektive in der Hand von uns dreien."

Gerrit zog sich aus, Charly und Sabine legten die Plane aus, stellten einen Stuhl darauf und Gerrit setzte sich.
Er musste einen Arm heben und beide begannen ihn einzusprühen. Als sie fertig waren und der getrocknete Lack silbrig glänzte, führten sie ihn zu einem Stuhl neben der Lasereinheit und positionierten ihn mit ausgestrecktem Arm. Charly definierte den Scanbereich, führte einen sehr langsamen Kollisionstest für den Scan-Arm durch. Alles war ok und sie startete den Scan. Der Arm fuhr in die Ausgangsposition zurück. Die vertikale Rotation begann, wurde schneller und der Scan begann. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis der Quittungston Erfolg vermeldete.

Zurück auf die Plane, der andere Arm wurde eingesprüht. Danach kam der zweite Scan. Das Prozedere wiederholte sich für die Beine.

Beim Kopf wurde es etwas komplizierter. Vor dem Einsprühen legte Charly seinen Zopf nach hinten, gerade nach unten zeigend. Er musste die Augen schließen und geschlossen halten. Zudem bekam er Röhrchen aus Silikon in die Nasenlöcher und eines mit größerem Durchmesser in den Mund. Nachdem der Lack trocken war und er am Scanner saß, wurde der auf eine kombinierte Rotation gestellt. Der Kollisionstest war in Ordnung und der Scan startete, der Ton signalisierte das Ende.

Charly ging an den Computer und begutachtete die Scans. Sie nickte Sabine zu und die führte Gerrit zur Dusche und stellte das Wasser an. Er sollte erstmal einfach nur drunter stehen und abwarten bis der Lack sich aufgelöst hat. Shampoo und Seife erst später. Charlie und Sabine rollten die Folie zusammen und entsorgten sie.

"War es schlimm für Dich?" fragte Sabine als er aus der Dusche kam. Gerrit entgegnete "Der Befehl, mich in Deiner Gegenwart auszuziehen, war schon heftig. Aber der Ablauf war dann in Ordnung. Du warst einfühlsam und sachlich. Dass es so selbstverständlich und harmonisch abgehen würde, hatte ich nicht vermutet." "Das freut mich, zieh Dich wieder an." sagte sie.

Charlie legte Gerrit die Orthesen vom Hersteller an und zeigte Sabine, wie sie saßen und welcher Winkel und welche Drehung im Ellenbogengelenk aktuell eingestellt war. Das konnte man über eine Biegung des Aluminium-Kerns verändern. Da sich der Status Quo als brauchbar herausgestellt hatte, maß sie nochmal nach und notierte sich die Werte. Charly nahm ihm die Schienen wieder ab und packte sie ein.

Charly und Gerrit verabschiedeten sich von Sabine und verließen den Laden.

"Hast Du ein Notebook von Dir mitgebracht?" fragte Charly. Gerrit nickte "Liegt im Kofferraum meines Autos." "Wo ist der Autoschlüssel?" fragte Charly. "Bei mir im Schrank." antwortete er. "Dann holen wir den jetzt. Das Notebook können wir später mit hoch nehmen. Vorher möchte ich mit Dir noch etwas besprechen. Spaziergang im Park?" fragte Charly. Gerrit nickte.

In ihrem Bereich war niemand, Charly öffnete sein Zimmer und Gerrit holte den Autoschlüssel aus dem Schrank.

Kurz drauf waren sie im Park.

"Laura hat heute etwas vorgeschlagen, was uns überzeugt hat. Eine von uns sollte sich in Deine Infrastruktur einarbeiten und sich damit vertraut machen .." begann Charly. Gerrit setzte fort "damit Ihr sie auflösen könnt, wenn ich es nicht mehr kann."

Charly nickte "Genau, Du hast die Tragweite Deines neuen Lebens wirklich begriffen." "Ich weiß." antwortete Gerrit. "Wer wird es machen?" fragte er. "Alina hat sich bereit erklärt und noch einen Wunsch geäußert." sagte Charly. "Welchen denn? fragte Gerrit.
"Sie hat ein wenig mit Visual Basic zu tun gehabt und möchte von Dir grundlegend Programmieren lernen. Wärest Du dazu bereit?" fragte Charly. "Die Herrin als Schülerin der Sub, das ist schon sehr verwegen. Aber ja, es wäre mir eine große Ehre, sie zu auszubilden. Nur, einen Abschluss kann ich ihr nicht anbieten. Die Institute, an denen ich gelehrt habe, gibt es nicht mehr und ohne Institut kein Abschluss." entgegnete Gerrit.

"Das wissen wir, es geht auch nicht um einen offiziellen Abschluss. Ich habe Dir gesagt, dass ich mir in unserem Bunker-Projekt eine Mitwirkung von Dir in der IT vorstellen kann. Wäre es für Dich in Ordnung, wenn Alina nach ihrer Ausbildung durch Dich in der Frontline tätig wäre und Du 'nur' noch im Hintergrund, ausschließlich ihr gegenüber verantwortlich?" fragte Charly.

"Das wäre mir nicht nur recht, es würde mich sehr freuen, wenn sie an diesen Punkt kommt. Und, es wäre auch eine Sicherheit für mich. Wenn ich aufgrund meiner Entwicklung als Sub, es nicht mehr könnte, wäre nichts verloren." antwortete Gerrit.

"Gut dann holen wir jetzt Dein Notebook und gehen hoch." sagte Charly und sie machten sich auf den Weg.

Gerrit saß in der Lounge, hatte sich in seine Infrastruktur eingeloggt und schaute nach dem Rechten.

Natalie und Alina kamen herein. Alina sah Gerrit am Notebook und setzte sich dazu. Er fing an, ihr die Details zu erklären, sie lauschte aufmerksam, stellte Fragen und er beantwortete sie.

"Hast Du ihm Lauras Plan schon erklärt?" fragte Natalie. Charly nickte. Sie saßen da und schauten zu. "Die haben wirklich einen Draht, das läuft sehr intensiv und sie haben alles um sich herum vergessen." merkte Natalie an.

"Ist sie noch Herrin?" fragte Charly. Natalie schüttelte den Kopf "Sie ist Studentin und er ist der Prof."

"Das mit dem Einfangen funktioniert wohl nicht. Sie ist selbst schon abgedriftet." merkte Charly an.

Laura kam herein, begriff die Situation, setzte sich leise und beobachtete. "Völlige Fehleinschätzung meinerseits." bemerkte sie. "Sie wird sicher schnell die Infrastruktur begreifen und auch die Programmierung lernen, aber ihr Bewusstsein als Herrin verlieren.

Ich hab gerade mit einem Institutsleiter telefoniert, für den Gerrit gearbeitet hat, als freier Dozent. Und da hab ich mir schon gedacht, dass ich heute Mittag falsch lag.

Gerrit ist ein Vollblut in der IT und eine Rampensau. Wenn er in der Bütt steht, reißt er die Leute einfach mit. Können wir gerade gut beobachten. Der hat als Freier dort immer einen Generalhauptschlüssel gehabt, hat den Laden geschmissen, wenn das festangestellte Team nicht da war und sich um die Administration gekümmert, wenn der Admin krank oder in Urlaub war.

Übrigens, wenn das Team nicht da war, waren die meistens zum Teamtreffen hier im Hotel, daher auch der Kontakt.

Witzigerweise war Gerrit so tief drin im Laden, dass sie manchmal vergessen haben, ihm zu sagen, dass er die Stellung halten muss. Da standen dann plötzlich Leute bei ihm im Seminarraum und haben ihm eröffnet, dass an der Sekretariatstür ein Zettel hing, sie sollten sich an ihn, Seminarraum 4711 oder was auch immer wenden.

Wie können wir den und auch Alina wieder einfangen?"

Charly schaltete sich ein "Laura, wir kennen uns sehr gut und ich hab Dir viel zu verdanken. Aber ich habe schon heute Mittag gemerkt, welche Probleme sich aus Deinem Konzept ergeben könnten.
Ich habe da mal etwas vorbereitet, wie es in den Kochsendungen immer heißt. Ich weiß aber nicht, ob das zeitlich klappt.

Grundsätzlich: Wir dürfen Alina nicht einfangen, sie ist seine erste Herrin. Sie hat zwar das Gefühl gehabt, für Natalie zu sprechen. Als sich herausstellte, dass das in dem Moment nicht der Fall war, hat sie sich der Verantwortung gestellt und das sehr gut gemacht. Lassen wir ihr den Lauf, inhaltlich ist das in Ordnung, auch im Sinne Deiner Gedanken, Laura.

Dass Gerrit jetzt voll in die Prof-Rolle eingetaucht ist, ist in der Sache ebenfalls ok. Aber ihn müssen wir einfangen, auch wenn das nicht von Dauer sein dürfte und das muss Alina machen.
Also, mein Vorschlag: Wir gehen Essen und tanzen und hoffen, dass das, was ich vorbereitet habe, rechtzeitig da ist, um ihn einzufangen. Und das wird wirklich heftig, ihm aber das Gefühl des Ausgeliefertseins zurückbringen."

Laura wirkte betroffen und sagte "Ok, ich organisiere Essen und Tanzen. In einer halben Stunde."

Natalie war verdutzt "Du hast Deine Chefin aber ziemlich zurecht gestutzt, hast Du keine Angst, das Dir das auf die Füße fällt?" "Das Risiko muss ich eingehen, denn es geht um mehr, als um meine oder ihre Empfindlichkeiten. An solch kritischen Punkten dürfen keine Fehler passieren. Und da gibt es keine Limits."

"Was hast Du denn vorbereitet?" fragte Natalie.

"Wir haben vorhin Laser-Scans von seinen Armen, den Beinen und dem Kopf gemacht. Und der Scan vom Kopf spielt jetzt die erste Rolle. Wenn das Teil, das daraus resultiert, rechtzeitig fertig ist, wird die nächste Nacht für ihn wirklich hart und er wird definitiv wieder eingefangen sein." antwortete Charly.

Laura hatte angerufen und alle machten sich für den Abmarsch parat. Gerrit fuhr das Notebook herunter und kam mit Alina nach. Sie diskutierten und waren immer noch sehr mit seiner Infrastruktur beschäftigt.

Natalie fing Gerrit ab, Charly gesellte sich zu Alina.

"Hast Du gemerkt, was bei Euch passiert ist?" fragte Charly. Alina dachte nach und stutzte "Es war sehr schön und ich habe schon eine Menge gelernt. Er ist ein sehr guter Lehrer. Aber ich glaube, ich habe meine Rolle als Herrin vergessen."
Charly nickte. "Du musst ihn wieder einfangen und das könnte herausfordernd für Dich werden." "Wieso?" fragte Alina. "Weil Du ihm für die Nacht vielleicht etwas anlegen solltest, was ihm das Gefühl des 'Ausgeliefertseins' definitiv zurückbringen wird. Und das ist eine Kopfhaube, die nur drei Atemöffnungen hat, seinen Kopf ansonsten vollständig umschließt. Er kann nichts hören, nichts sehen und nicht sprechen."
"Hast Du die selbst auch mal ausprobiert?" fragte Alina, Charly nickte "Mit meiner besten Freundin und die Wirkung ist extrem heftig. Möchtest Du das tun, um ihn wieder einzufangen und an Dich zu binden?"
Alina dachte lange nach und antwortete schließlich "Ja, das möchte ich."
"Dann zeige ich Dir später, wie die Haube funktioniert." sagte Charly.

Sie kamen an im Restaurant, die Musik lief schon und die Getränkebestellungen wurden aufgenommen.

Nach der Vorspeise und lebhaften Gesprächen kam Sabine hinzu. Charly stellte sie vor und sie sprachen über ihre bevorstehende Prüfung.

Laura, Natalie und Gerrit waren auf der Tanzfläche. Charly, Alina und Sabine setzten sich ab und gingen hoch.

Charly und Sabine demonstrierten, wie die Kopfhaube angelegt, verschlossen und wieder abgenommen wird. Ohne die passenden Magnetschlüssel war sie nicht abnehmbar.

Charly und Alina sprachen über die Details. Gerrit sollte nach der Party fürs Bett parat gemacht werden und Alina ihm die Haube aufsetzen. Nach seiner Fixierung würde er hilflos, stumm, blind und taub durch die Nacht schweben.





92. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 09.08.26 01:06

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtundsiebzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Laura saß mit Gerrit am Tisch, als Charly, Alina und Sabine zurückkamen und sich dazu setzten.

"Gut dass Ihr da seid, ich muss noch etwas mit Euch besprechen." sagte Laura und führte fort "Die Sache mit dem Bett ist komplizierter, als gedacht. Wir haben größere Betten, aber die passen nicht ins Zimmer. Also habe ich mir etwas anderes überlegt, was aber mit Abstrichen beim Komfort verbunden ist.
Beim Festival am Wochenende kamen die Räumlichkeiten für die zusätzlichen Service-Kräfte zum Einsatz.
Natalie erinnerst Du Dich noch an damals, an Deine Unterkunft im Keller?" fragte sie.

"Du meinst die Wohngruppen?" Laura sagte "Genau, vier Wohngruppen mit Zweibettzimmern, Esszimmer, Aufenthaltsraum und einem Gemeinschaftsbad. Die Ausstattung von damals wurde längst geändert. Es ist derzeit auch nur noch eine Wohngruppe im Einsatz.

Einen dieser Bereiche haben wir vor einem Jahr umgebaut, da sind jetzt Einzelzimmer mit Dusche und WC, der Rest ist geblieben, aber moderner ausgestattet. Das Gemeinschaftsbad ist außer Betrieb. Wir haben den Bereich aber nur bei zwei größeren Events genutzt. In den nächsten Monaten steht keine weitere Großveranstaltung mehr an, wir haben mehr, als genug Zeit, einen zweiten Bereich umzubauen.

Bevor ich mich jetzt in Details verliere: Ich biete Euch die umgebaute Wohngruppe als dauerhaftes Domizil im Hotel an." endete Laura und schnaufte durch.
Natalie schüttelte den Kopf und lächelte "Du lässt wirklich nichts unversucht, um uns hier zu haben. Warum tust Du das?"

Laura seufzte "Weil Dich sehr lieb hab, weil Ihr alle mir in der kurzen Zeit so ans Herz gewachsen seid und ich Euch nicht missen möchte. Und, es fühlt sich ziemlich gut an, emotional wieder voll drin zu sein."

Natalie erwiderte "Das war sehr bewegend und ich spüre, wieviel Überwindung Dich das Bekenntnis gekostet hat. Bevor ich ja sage, wie sieht das mit den Kosten aus?" fragte sie.
Laura lächelte "Es kostet Euch nichts. Mein Finanzchef ist der Auffassung, dass das das Mindeste ist, was das Hotel für Euch tun kann, da Ihr ja jetzt am Bunker-Projekt mitarbeitet und das derzeit noch ehrenamtlich.
Mein Angebot, die Kosten für den Umbau einer weiteren Wohngruppe für zusätzliche Kräfte aus eigener Tasche zu übernehmen, hat er rundheraus abgelehnt. Also, das Thema Geld ist vom Tisch."

Natalie schmunzelte "Du hast mich geknackt, ich stimme zu. Wann können die Umbauten beginnen?" fragte sie.
Laura lachte "Ich bin volles Risiko gegangen, war heute morgen ganz früh da, sonst gar nicht meine Zeit. Der Umbau lief schon den ganzen Tag. Ich denke, Ihr könnt morgen Nachmittag umziehen."

Alina strahlte "Wir haben jetzt eine feste Wohnung im Hotel, ist das geil."
Charly fragte "Wie viele Zimmer sind das denn dann?"
"Also, sechs Einzelzimmer mit Dusche und WC jeweils, das große Spielzimmer mit zwei Double Kingsize Betten und einem großen barrierefreien Bad - ich hab mir gedacht, Ihr werdet es brauchen. Dazu die Lounge, der ehemalige Aufenthaltsraum. Die entspricht in der Größe Eurer aktuellen." erklärte Laura.

Alina schaute Laura schräg von der Seite an "Können wir mal gucken?" fragte sie.
Laura lachte "Ist alles noch nicht fertig und es wird auch im Moment noch daran gearbeitet. Aber Ok, das Freiwilligen-Team ist im Thema und die freuen sich bestimmt Euch zu sehen."
Alina staunte "Kennen die uns denn?"

Sie standen auf und Laura erklärte unterwegs "Ihr wisst, dass ich Teamzusammenhalt sehr groß schreibe und dazu gehört Information und Kommunikation. Wir haben ein ziemlich großes internes Web-System, für schlicht alle Interessensgruppen, sowie für die organisatorischen Einheiten. Alles wird hier gehostet und ist bidirektional. Jeder, der Zugang zu einer bestimmten Site hat, kann lesen und posten. Und in der sehr großen BDSM-Community wird sehr viel über Euch gepostet, das machen häufig Charly und ich. Aber auch Mitarbeiter, die Euch zum Beispiel auf den Dance-Floors oder im Park gesehen haben. Selbst meine Security-Leute haben über Eure Ausbruchsversuche ausführlich berichtet. Miriam hatte schon Recht, Ihr seid echt ein Gesprächsthema. Übrigens, Natalie hat dem bei unserer ersten Besprechung nach der Ankunft zugestimmt."

Natalie fragte "Hast Du extra für uns ein Team dazu verdonnert, Nachtarbeit zu machen?"
Laura schüttelte den Kopf "Ich hab sie geködert. Sie bekommen doppelte Freistunden und können dann wohl ein langes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag genießen."
Sie waren unten angekommen und trafen auf eine lebhafte Crew, An allen Ecken wurde getragen, zusammen gebaut und geschraubt. Als sie Laura und ihren Trupp sahen, gab es Applaus. "Jetzt habt Ihr ein neues Zuhause hier im Hotel!" rief einer von ihnen Natalie zu. Die hob den Daumen und fragte nach dem alten Gemeinschaftsbad. Er holte seinen Schlüssel und zeigte es ihr. Da war wirklich lange nichts mehr gemacht worden, man sah dass es außer Betrieb war. Aber die Grundsubstanz schien Ok. Sie bedankte sich und er schloss wieder ab, führte den Trupp einmal kurz durch den Bereich und erklärte den Stand der Arbeiten. Sie verabschiedeten sich.

Laura und Sabine waren unterwegs schon aus dem Aufzug ausgestiegen.

Oben angekommen führte Alina Gerrit in sein Zimmer und befahl ihm, sich fürs Bett fertig zu machen.

"Wieso muss ich ihm die Kopfhaube anlegen" fragte sie. Charly seufzte "Ihr habt zusammen geredet, er hat Dir seine Infrastruktur gezeigt. Es war sehr innig bei Euch und das war auch gut, aber er hatte das Gefühl des Ausgeliefertseins verloren und Du das Bewusstsein, dass Du die Herrin bist. Beides musst Du jetzt wiederherstellen.

Das bedeutet, Du musst ihm klar machen, dass er Dir gehört und die Kopfhaube ist ein sehr drastisches, aber geeignetes Mittel. Wenn Du sie ihm anlegst, übernimmst Du die Verantwortung, was Deiner Rolle entspricht. Du tust ihm weh, um ihn einzufangen. Von Dir kann er es aber am ehesten akzeptieren, weil Ihr vorhin so losgelöst, harmonisch und sehr liebevoll wart. Wenn Du ihn morgen früh erlöst, wird er sich Dir noch verbundener fühlen. Und es wird wieder das Empfinden des Ausgeliefertseins da sein. Und für Dich wird das Bewusstsein, dass Du Herrin, aber eben auch verantwortlich bist, wieder da sein. Hast Du das verstanden?" fragte Charly.
Alina zögerte, nickte aber dann "Und wir beide werden leiden und wir beide werden Demut empfinden."
Charly nickte "Du hast es verstanden, hol ihn."

Alina holte Gerrit und dirigierte ihn im Bett in die richtige Position. Er musste den Kopf heben, sie legte das Hinterteil der Haube ins Bett und seinen Kopf vorsichtig hinein. Sie sahen sich tief in die Augen, Alina gab ihm einen Kuss auf den Mund und wünschte ihm eine gute Nacht. Sodann führte sie das Vorderteil in die korrekte Position, ließ es sinken und die Magnetschlösser rasteten ein. Sie befestigte seine Fesseln am Bett und schloss ab.

Sie weinte. "Wer leidet jetzt mehr, er oder ich? fragte sie.
Charly meinte bewegt "Im Moment Du, der Kuss, den Du ihm mit auf die Reise gegeben hast, wird ihn eine Weile wärmen. Später wird es sich wohl umkehren."

"Warum ist das alles so kompliziert?" schluchzte Alina. "Weil wir Menschen kompliziert sind." antwortete Natalie.

"Ich möchte bei ihm bleiben, die ganze Nacht." stellte Alina fest.

"Ohne uns?" fragte Natalie. Alina nickte "Ich lasse ihn leiden und leide selbst auch. Ich möchte mit ihm allein sein."

Natalie schaute Charly an und die beiden zogen sich in Natalies Zimmer zurück.

Alina umarmte Gerrit und sie schliefen ein.






93. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 09.08.26 23:44

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 79)

Charly hatte sich an Natalie angekuschelt und sie redeten.

"Was passiert bei Alina und Gerrit?" fragte Natalie.

Charly überlegte "Vorhin haben sie zusammen die Freude erlebt, jetzt erleben sie zusammen das Leid, eng aneinander gekuschelt, was für beide tröstlich ist.
Morgen früh wird sie ihn erlösen und er wird dankbar sein. Und zwar sowohl für die Erlösung, aber auch dafür, dass er für sie leiden durfte. Das wird ihm das Gefühl des Ausgeliefertseins und der Demut zurückgeben.

Sie wird ebenso dankbar sein, dankbar für seine Hingabe und dankbar für einen neuen Tag mit ihm. Und auch bei ihr wird Demut eine Rolle spielen, die Demut, die daraus entsteht, wenn man jemandem weh tun muss, den man liebt."

Natalie seufzte "Das wird sie sehr zusammenschweißen."

"Höre ich da einen Unterton von Bedauern?" fragte Charly.
"Leider ja, ich verstehe es selbst nicht recht. Ich gönne es ihr von Herzen, dass sie Programmieren lernt. Und seine Infrastruktur muss sie auch kennen, sei es, um sie später aufzulösen oder aber sie weiter betreiben zu können. Und ich gönne es Gerrit, seine Fähigkeiten einzubringen.

Aber ich möchte nicht außen vor sein, doch so fühlt es sich für mich im Moment an." sagte Natalie.

Charly schwieg eine Weile und meinte "Wir sind noch ziemlich am Anfang und schon ergibt sich das, was nicht passieren darf und dessen waren wir uns bewusst: Wir drei driften auseinander. Ich kann Deine Gefühle und Deine Sichtweise nachvollziehen. Bei mir hab ich noch nichts gespürt, aber ich bin ein bisschen mehr in alles integriert, da ich versuche, die psychosoziale Entwicklung zu erkennen und bei Bedarf auch zu steuern. Da scheint es mir jetzt auch akut Bedarf zu geben."

Die Tür ging leise auf und Sabine steckte ihren Kopf durch. Charly war überrascht "Was machst Du denn hier?" Sabine antwortete "Ich hab mir Sorgen um Gerrit gemacht. Vorab, ich denke nicht, dass ihr ihm die Haube abnehmen solltet. Aber es wäre nicht schlecht, wenn Ihr meine Erfahrung mit solchen Hauben mit einbeziehen würdet. Ich habe meine Haube bestimmt mehr als zwei Dutzend mal getragen. Einmal musste ich mich bei Charly am Montag krank melden, weil ich drei Nächte darin steckte und nicht in der Lage war, zu arbeiten. Aber ich weiß, wie man die Wirkung etwas abschwächen kann. Interesse?" fragte sie.

Charly und Natalie nickten. Sabine erklärte "Die völlige Abschottung im Bereich des Kopfes wirkt weniger heftig, wenn an anderen Körperstellen starke Sensations einwirken. Ich hab da mal was vorbereitet."
Natalie musste lachen.
Sabine nahm eine Tüte, die sie mitgebracht hatte und holte diverse Federn, eine Peitsche und einen Reitstock heraus.

"Die Federn habe ich mitgebracht, wenn Ihr gar keine Schläge haben wollt. Mit denen kann man kitzeln, aber das wirkt nur minimal. Mit der Peitsche sollte man Erfahrung haben, der Reitstock ist leicht zu lernen. Habt Ihr sowas mal gemacht?" fragte Sabine. Natalie schüttelte den Kopf.

"Hat Alina ihm die Haube verpasst?" fragte die Azubine. Natalie nickte. Sabine stellte fest "Dann muss sie außen vor bleiben, das verkraftet sie sonst nicht, aber zuschauen sollte sie.

Ich würde den Reitstock vorschlagen und die Oberschenkel empfehlen. Natalie, möchtest Du an mir üben?" fragte sie. Charly ergänzte "Ich zeige es Dir, nur Mut!" Natalie nickte und stand auf. Jetzt erst sah sie, dass Sabine im Nachthemd hoch gekommen war. "Ich kenne das Hotel auswendig, wenn ich nicht gesehen werden will, dann ist das, zumindest nachts, kein Problem und ich muss mich nicht erst umziehen. Übrigens, ich war eben zuerst im großen Zimmer, die beiden schliefen und Alina hatte Gerrit fest umschlungen.

Ich würde vorschlagen, ich lege mich nach den Tests ins andere Bett und hole Euch, wenn sie wach sind. Dann können sie nach dem WC-Gang oder so, in das kleinere Bett wechseln und Natalie bringt ihm ein paar intensive Empfindungen bei. Wir drei können dann im Doppelbett schlafen. Ist das Ok für Euch?"

Natalie legte den Kopf schief "Du bist aber ziemlich forsch." Charly warf ein "Das ist sie sonst nicht. Aber lass der Situationsdynamik mal ihren Lauf." "Pflaster ist in der Tüte." sagte Sabine. "Wieso Pflaster?" fragte Natalie. "Sie neigt dazu, laut zu werden." antwortete Charly, verklebte Sabine den Mund und demonstrierte Natalie anhand der Bettdecke wie sie schlagen sollte.

"Den Reitstock kurz vor der Bettdecke abstoppen, durch das Nachschwingen trifft er und bleibt gut dosierbar. Durchziehen kannst Du bei Sabine auch, aber nicht bei Gerrit. Ich glaube nicht, dass er auf Schmerz steht." erklärte Charly.

Sabine zog das Nachthemd hoch, diverse Zeichen früherer Schläge wurden sichtbar und Charly lachte. "War wohl ein lebhafter Urlaub." Sabine nickte. Charly gab Natalie den Reitstock. Die testete erst an der Bettdecke die Technik und wechselte dann auf den rechten Schenkel. Sabine blieb still. Natalie intensivierte die Schläge und verstand langsam den Grund für das Pflaster. Es ergab sich ein positiver Rückkopplungseffekt. Je stärker die Rückmeldung, um so härter wurden die Schläge.

Die Tür ging auf, Alina kam rein und fragte verblüfft "Was ist denn hier los?" Charly antwortete "Keine Zeit zum Reden, schau zu!" Natalie konzentrierte sich neu, fing vorsichtig wieder an. Die Rückkopplung setzte ein und sie ließ sich gehen, Sabine auch. Es steigerte und steigerte sich, am Ende hatte auch das Pflaster kaum noch eine Wirkung. Natalie reduzierte die Kraft und ließ es ausklingen. Sabines Augen waren tränennass und hatten einen glasigen Glanz. Natalie setzte sich zu ihr aufs Bett und strich ihr über den Kopf. Charly konnte sehen, dass auch Natalies Augen glänzten.

"Sie ist nur durch Schmerz gekommen?" fragte Alina ungläubig. Charly nickte und fragte nach Gerrit.
"Eben hat er noch geschlafen, aber ich wüsste noch gern, wie die Situation hier zustande gekommen ist." sagte Alina.

Charly erklärte Alina die Zusammenhänge und den Plan. Sie fragte "Natalie, wirst Du schlagen?" Die nickte. "Lass Dich nicht gehen, wie hier. Körperlich intensive Empfindungen, die ihn ein wenig aus der Isolation holen, kann ich nachvollziehen. Aber keine sichtbaren Zeichen und achte auf die Rückmeldungen." mahnte Alina. Sie wechselten das Zimmer.

Gerrit schlief. Aber er wurde wach, als sie gerade besprachen, wo denn jetzt wer liegen sollte. Alina löste ihn vom Bett und brachte ihn aufs WC. Wieder zurück, schloss sie ihn im kleineren Bett an. Die anderen standen drum herum.

Natalie nahm den Reitstock, testete nochmal auf der Bettdecke. Der nächste Schlag traf seinen Oberschenkel. Er zuckte und stöhnte. Er schien aufgeregt, Natalie wartete eine Weile, bis er sich beruhigt hatte und traf erneut.
Er zuckte wieder und sie ließ einen weiteren Schlag folgen. Alina kraulte seine Brüste und Natalie schlug erneut zu. Sie legte den Reitstock weg und blickte zu Alina. Die nickte, kuschelte sich an ihn an und ergriff seine Hände. Er entspannte sich.

Natalie, Sabine und Charly legten sich ins große Bett. Natalie strich über die Striemen auf Sabines Oberschenkel, die seufzte und sah Natalie tief in die Augen. "Dom-Sub-Beziehungen sind mir vertraut, hab ich auch ausprobiert, ist aber nicht so wirklich mein Ding. Ich liebe meine Freiheit und möchte auch keine Sub besitzen.

Doch das, was Du heute mit mir gemacht hast, war wirklich gut, ich habe es sehr genossen. Ich sah danach in Deine Augen und weiß, Du hast es auch genossen. Ich möchte mehr davon." sagte Sabine. "Du hast recht, es war zwar neu für mich, aber sehr aufregend und ich möchte ebenfalls mehr davon." erwiderte Natalie

Sabine fügte hinzu "Ich fühle mich wohl bei Euch und würde mich in Eurem Quartett auch gern ein wenig nützlich machen, mich zum Beispiel um Gerrit kümmern, wenn Ihr mal Zeit für Euch braucht. Oder für Euch Utilities entwerfen und umsetzen. Oder mit Euch tanzen gehen. Oder einfach nur die Stellung halten, wenn Ihr nicht da seid."

Natalie kicherte "Ich hab's kapiert, Du hättest gern ein Zimmer in unserem neuen Domizil hier. Charly?"
"Die Anzahl der Räume gibt es her und ich habe keine Einwände." antwortete sie.

Alina hatte mitgehört und sagte trocken "Ist genehmigt!"





94. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 10.08.26 23:10

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Sabine blinzelte, als ihr die Morgensonne in die Augen schien. Sie sah auf die Uhr und fluchte "Mist, verschlafen!" Natalie fragte erstaunt "Hattest Du einen Termin?" Sabine schüttelte den Kopf "Nicht wirklich, aber ich hatte mir vorgenommen, ganz früh wieder runter zu gehen, um im Nachthemd nicht doch noch jemandem zu begegnen. Dafür ist es jetzt zu spät. Als ich kam, war mir noch nicht klar, dass ich hier bleiben würde.

Charly, könntest Du mir später was zum anziehen holen?" "Kein Problem, mach ich." antwortete sie.

Alina warf ein "Vielleicht passt Dir auch was von mir, wir bekommen unsere Kleidung diese Woche ja direkt von Klara geliefert. Bin gespannt, was heute dran ist.

Natalie stand auf "Muss ohnehin aufs WC, ich schau nachher mal, ob was parat liegt."

Charly fragte Alina, was sie mit Gerrit vorhatte. Alina wollte bei seiner Erlösung allein mit ihm sein. "Am besten, Ihr seid schon angezogen und in der Lounge. Sabine, kann sich Gerrit selbst duschen?" fragte Alina.

Sabine schüttelte den Kopf "Das musst Du schon machen. Hast Du Augenpflaster?" Alina nickte. "Dann leg einen feuchten Waschlappen und ein Handtuch bereit. Sobald der Vorderteil der Haube weg ist, befiehl ihm, die Augen geschlossen zu lassen. Wisch mit dem Waschlappen durch, trockne die Augenpartie und klebe ihm die Augen zu. Dann kannst Du seinen Kopf anheben und das Rückteil wegziehen. Ihr solltet danach noch eine Weile im Bett bleiben, streichle seinen Kopf, sein Gesicht, alles was die Haube bedeckt hat. So holst Du ihn langsam zurück."

Natalie kam vom WC und ging in die Lounge. Fünf Schachteln lagen dort, namentlich beschriftet. Sie schaute in alle hinein und kehrte zurück.

"Charly, Du musst für Sabine nichts zum Anziehen holen, Klara hat auch an sie gedacht. Aber kein Partner-Look." sagte Natalie. Sabine warf ein "Das hätte ich auch nicht gewollt. Ihr seid ein tolles Quartett und ich will mich da nicht einmischen. Ich bin sehr glücklich, dass ich bei Euch sein darf und etwas für Euch tun kann. Was hat Klara denn für mich hingelegt?" fragte Sabine.

Natalie grinste und zögerte "Einen ganz kurzen Minirock in Lila und ein knappes Oberteil in Pink. Die Striemen werden sichtbar sein. Will sie Dich outen?" Sabine schüttelte den Kopf "Das glaube ich nicht, ich vermute viel eher, sie will mich damit in die Unsichtbarkeit zwingen.
Beide Farben hasse ich, Schwarz ist meine Farbe. Und, was die Striemen angeht, ich hab kein Problem damit, sie zu zeigen. Aber nur Leuten, die drin sind im Thema. Für solche Kunden hab ich im Laden einen Minirock in Schwarz und den ziehe ich dann schnell an, bevor sie kommen.

Ich denke, ich werde mich heute in den Laden zurückziehen. Was ist denn Euer Outfit?" fragte Sabine.

"Schwarzer langer Rock bis Mitte Wade, High Waist und ein weites Oberteil mit kurzen Ärmeln. Und bei mir und Charlie lag ein schwarze Spitzenmaske bei. Alina und Gerrit haben bereits eine." erklärte Natalie.
Charly schüttelte den Kopf "Na das wird ja ein Ritt heute, Gerrit im Rock. Bin gespannt, wie es ihm dabei gehen wird."

Natalie sagte "Wir verteilen uns auf die anderen Zimmer, ich dusche bei mir, Sabine in Alinas Zimmer, Charly in Gerrits Zimmer, Alina und Gerrit bleiben hier. Charly, hol mal die Kartons von Alina und Gerrit und stell sie hier ab. Die anderen nehmen sich ihre Kartons mit ins jeweilige Zimmer, Unterwäsche ist dabei. Noch Fragen?" Alle schüttelten den Kopf und Natalie kommandierte "Abmarsch, wir sehen uns später in der Lounge!".


Alina war mit Gerrit allein und betrachtete ihn. Sie fühlte Schmerz, sie hatte ihm weh getan.
Sie begann ihn zu streicheln, an den Füßen, die Beine hinauf bis zu den Oberschenkeln. Er seufzte, die Schläge waren wohl noch spürbar, obwohl nichts zu sehen war.
Sie streichelte ihn am Po, am Rücken und am Bauch. Die Brüste ließ sie aus, sie wollte ihn nicht erregen, sondern ihm ein Gefühl der Geborgenheit geben. Sie hoffte, dass er das auch in ihrer Umarmung die Nacht über hatte.

Sie legte das U mit den Magnetschlüsseln und dem Scharnier auf dem Scheitel an die Hinterkopfschale, kurz vor die Trennlinie zum vorderen Teil und drückte es an. Die Magnetschlösser klickten und sie konnte das Vorderteil abnehmen. "Augen zu lassen!" flüsterte Alina. Gerrits Augen waren nass. Sie wischte mit dem feuchten Waschlappen durch, trocknete ab und legte ihm die Augenpflaster an. Vorsichtig hob sie seinen Kopf und zog die untere Schale weg und befolgte die Ratschläge von Sabine. Gerrit schnurrte, wie eine Katze. Schließlich drehte sie ihn auf die Seite, schmiegte sich an ihn an und umfasste seine Hände, er seufzte.





95. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 11.08.26 04:20

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel einundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Charly rätselte über den Sinn von Sabines Outfit "Klara will, dass Deine Striemen sichtbar sind, die Du ja selektiv auch selbst zeigst. Dich da einen Schritt weiter zu schubsen, könnte ich ja noch nachvollziehen, aber die Farben machen keinen Sinn." Natalie erwiderte "Vielleicht ist die Deutung richtig und sie möchte, dass Sabine sich versteckt." Sie tranken ihren Kaffee und aßen etwas.

Charly forderte Sabine auf, sich mal hinzustellen, zu gehen, sich zu drehen. Die machte auf Cat-Walk. "Es fehlen die Puschel, ansonsten sieht mir das schon fast wie 'Cheerleaderin' aus, da passen dann auch die Farben." Sabine rauschte aus dem Raum, schaute noch mal in ihren Karton, Puschel gab es keine, aber ein Headset war da, das sie übersehen hatte.
"Charly, Du bist genial, ich hab's übersehen, aber hier ist ein Headset und damit liegst Du wohl richtig. Ich soll den Trupp anführen." sagte Sabine, überlegte, zog die Stirn in Falten und ergänzte "Autsch, Ich werde wohl doch geoutet. Klara ist eine Institution und eine Autorität hier. Niemand wagt es, sich ihrem Dresscode zu widersetzen. Und das kann ich auch nicht. Wenn das wirklich ihre Absicht ist, dann bin ich geliefert. Bin ich froh, dass ich heute Abend schon bei Euch sein darf. Ich brauch dann wohl einiges an Trost, denn die Unterscheidung zwischen unseren Leuten und den 'Normalen' war mir wichtig. Ist jetzt wohl Geschichte."

Alina und Gerrit kamen rein. Alina führte Gerrit an einen freien Tisch, er setzte sich. Sie holte Kaffee und Brötchen.

Natalie fragte "Wie geht es ihm?" Alina antwortete "Die nonverbalen Rückmeldungen waren positiv, ich sehe in seinen Augen Vertrauen und Zuneigung, aber gesprochen hat er noch kein Wort. Mal schauen, ob der Kaffee ihn richtig aufweckt."

Natalie fragte Charly "Möchtest Du eine Sitzung mit ihm machen?" "Zu früh." antwortete sie.

Alina fragte Gerrit, ob er noch etwas möchte. Er schüttelte den Kopf und sagte "Der Psychologe ist tot, es lebe die Psychologin."

Alle hatten das gehört und rückten näher. "Was bedeutet das?" fragte Alina. Gerrit überlegte "Als ich gestern in meiner Infrastruktur war, habe ich eine Mail von einer Freundin meiner Frau gelesen. Ich wollte etwas psychologisches sagen, aber die Wendung 'der Psychologe in mir' fühlte sich einfach falsch an. Ich war verdutzt, habe überlegt und mal die Alternative 'die Psychologin in mir' ausprobiert und die fühlte sich stimmig an. Jetzt habe ich eine eingebaute Psychologin."

Charly lächelte "Ich hab mich auch schon gefragt, wann diese Entwicklung kommt. Das war längst überfällig. Schön, dass es jetzt passiert ist."

Alina nahm Gerrit in den Arm. Er strahlte.


Die Überwachungszentrale war etwas umgebaut worden. Es gab jetzt drei Arbeitsplätze für die Techniker, einer für den regulären Betrieb, einer, der switchen konnte und ein dritter, der nur auf den Trupp ausgerichtet war. Dahinter war eine große Couch, auf der Laura, Klara und der Chef vom Dienst Platz genommen hatten. Der Vorsitzende der internen BDSM-Community würde später dazu kommen. Der kümmerte sich noch um das Spielzimmer im neuen Domizil des Quartetts. Es gab Wein, Bier, Chips und Popcorn.

"Alle Waypoints gecheckt?" fragte Laura. Der dritte Techniker nickte und ergänzte "Sabine hat gerade ihr Headset eingeschaltet, möchtest Du mit ihr reden?" Laura nickte und er schaltete durch "Du hast es wohl begriffen, Du bist die Cheerleaderin und wirst die Richtung vorgeben, die Anweisungen bekommst Du von uns. Wenn Gerrit die Orthesen noch nicht an hat, kümmere Dich drum." "Mach ich, dauert aber einen Moment." erwiderte sie.

Eine Weile später meldete sie Vollzug und Laura sagte "Let the Show begin!"

Sabine erhielt ihre Anweisungen und kurz drauf war der Trupp auf den Überwachungskameras. Sie waren im Fahrstuhl nach unten. In einem der Stockwerke, in denen die Generalreinigung stattfand, stiegen sie aus.

Ihnen kamen Hotelmitarbeiter entgegen, die sie freundlich grüßten, Sabines Striemen bewunderten und das Outfit lobten. Die Mitglieder des Reinigungsteams zeigten ihnen, wie so eine Generalreinigung abläuft.

Gerrit war sichtlich eingeschüchtert, selbst mit Maske war das erkennbar. Sabine war bei der Würdigung ihrer Striemen rot geworden, hielt sich aber tapfer.

Weitere Mitarbeiter kamen, äußerten sich zu den Masken, fanden die Röcke schön und fragten Gerrit nach dem Grund für die Orthesen. Der war so verdattert, dass er gar nicht erst eine medizinische Erklärung versuchte und trocken erwiderte "Meine Herrinnen wollen, dass ich die trage, damit ich hilflos bin." Die Mitarbeiter nickten anerkennend und entfernten sich.

Laura kringelte sich vor Lachen. "Ich brauch Chips und ein Bier, das ist großes Kino. Lange nicht mehr so gelacht." Der Chef vom Dienst lag schon neben dem Sofa. Der Vorsitzende der internen BDSM-Community war vorhin reingekommen, stand mitten im Raum und ihm liefen vor Lachen die Tränen über die Wangen. "Du bist echt perfide, aber es ist so lustig."

Eine weitere Mitarbeiterin aus dem Reinigungsteam befasste sich mit Sabines Striemen und fragte "Darf ich auch mal?" Sabine war perplex, sagte aber "Probiere es." Sie nahm einen Staubwedel, drehte ihn um und versetzte ihr einige Schläge. Es kam kaum Reaktion, aber die Mitarbeiterin fand es spannend, Sabine war wieder rot geworden.

"So und nun kommt der Imbiss." kündigte Laura an. Sabine erhielt ihre Anweisungen und kurz drauf war der Trupp in einem abgeschotteten Restaurant. Die Kellnerin kam mit einer Kollegin und eröffnete Gerrit, dass die Kollegin sich jetzt um ihn kümmern würde und fragte, ob er aufs WC müsse. Gerrit schaute Alina an und die nickte. Er sagte 'ja' und ließ sich von ihr aufs WC führen. Die anderen bestellten, auch für Gerrit. Nachdem er wieder da war, wurde serviert. Gerrit schaute nur nach unten, die Demütigung, von einer fremden Person aufs WC geführt zu werden, war wohl heftig. Alina schaute ihn an und machte sich Sorgen. Die Mitarbeiterin fütterte ihn, sie brauchten eine Weile bis sie aufeinander eingestimmt waren.

Laura hatte die Signale mitbekommen und fragte, wie weit das neue Domizil ist. Der Kollege telefonierte und vermeldete, dass alles bereit ist.

"Leute, wir haben viel gelacht, aber ich glaube, da waren für sie jetzt auch Emotionen dabei, die eben nicht mehr akzeptabel waren." An den Chef vom Dienst gewandt, ordnete sie an "Lass alles, was oben ist, nach unten bringen und räumt es ein. Legt fest, welches Zimmer oben einem konkreten Zimmer unten entspricht und ordnet die Schlüsselkarten zu. Ich möchte, dass sie, eventuell nach einem Abstecher zu Charlys Laden, unten ihr neues Zuhause einweihen können, allein. Eine Party können sie später noch machen. Sie sollen zur Ruhe kommen." sagte Laura.

Die Stimmung im Restaurant war verhalten. Das Essen war gut, der Service auch, aber es war soviel unerwartetes passiert. Sie wollten nur zu sich kommen. Als Laura nachgefragt hatte, ob sie noch in den Laden möchte, hatte Sabine, ohne Rücksprache mit den anderen 'nein' gesagt. Sie erhielt die Infos, wie es weiter geht.

Nach dem Essen führte Sabine sie alle nach unten. Vor dem Zugang zu ihrem neuen Domizil stand Laura. Sie nahm alle in den Arm und verkündete "Dies ist jetzt Euer neues zuhause im Hotel, Eure Sachen sind eingeräumt. Hier ist der Raumplan." Sie übergab ihnen die Schlüsselkarten, Gerrit bekam keine.

"Gewöhnt Euch ein, später bringen wir noch etwas zu essen und zu trinken. Wir sehen uns morgen wieder." sagte Laura und sie verabschiedeten sich.

Jede suchte ihr Zimmer und orientierte sich. "Wir sind angekommen." sagte Alina. "Wenn wir hier sind." warf Natalie ein und ergänzte "Es fühlt sich wirklich gut an, hier eine Heimat zu haben, auch wenn noch so viele Fragen offen sind."

"Soll ich mal mit Gerrit einen Spaziergang machen?" fragte Sabine. Natalie nickte.

"Was ist seit dem Frühstück bei Gerrit gelaufen?" fragte Natalie. "Nicht viel, aber er hat mitgezogen, sich auch über den Rock nicht beschwert, in Punkto Orthesen echte Situationskomik bewiesen. Ich denke, die letzte Nacht hat ihn nicht nachhaltig beschädigt." erwiderte Alina. "Direkt weitermachen mit der Kopfhaube?" fragte Natalie. "Nein, definitiv nicht, es hat sich jetzt soviel verändert, wir müssen erstmal checken, was das bei ihm bewirkt hat. Ich würde gern im Spielzimmer mit ihm in einem Bett schlafen, wir haben ja nun zwei supergroße." antwortete Alina. "Was ist mit der Fesselung?" fragte Charly. "Die würde ich gern beibehalten, ich denke, es gibt ihm Geborgenheit und die braucht er - jetzt mehr denn je."

Sabine kam rein und verkündete "Es ist was zu essen gekommen und es riecht verführerisch, wollen wir?"

Sie standen auf, gingen in die Lounge und begannen zu speisen.







96. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 12.08.26 01:28

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel zweiundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Das Telefon klingelte und alle suchten danach, außer Gerrit, der war mit den Orthesen keine Hilfe. "Hab es." rief Natalie und kramte es hinter dem Sofa hervor. Sie nahm ab, hörte kurz zu und sagte "Ok, dann bis gleich."

"Laura kommt noch mal runter, sie hat offenbar Gesprächsbedarf." meine Natalie. "Dass sie sich vorher anmeldet, ist aber neu." staunte Alina. Sabine bot an, mit Gerrit noch eine Runde zu drehen. "Wo gehst Du denn mit ihm hin?" fragte Alina. "In die Katakomben, ich zeige ihm, wie der Hotelkomplex im Innern funktioniert. Wenn Ihr viel Zeit braucht, geh ich mit ihm durch die IT-Schaltzentrale." sagte Sabine. "Das ist sein Thema, da wird er Freude haben. Bis später." entgegnete Natalie. Sabine hakte sich bei Gerrit unter und sie zogen los.

Ein Summer ertönte, sie sahen sich verdutzt an, bis Natalie den Ton zuordnen konnte. "Das ist die Klingel, die kenn ich noch aus der Wohngruppenzeit. Noch was Neues, Laura klingelt und schneit nicht einfach rein. Ich mach mal auf." sagte sie.

Als die beiden da waren, sagte Laura "Die Situation ist jetzt definitiv anders. Dies ist jetzt Eure Wohnung, da kann ich nicht mehr einfach reinkommen. Ich hab meiner Crew auch gesagt, dass sie sich jetzt anders verhalten sollte. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber die müssen vorher abgesprochen werden. Wenn zum Beispiel eine Party steigt und Ihr seid auf dem Floor, dann muss meine Crew einfach reingehen, damit Ihr später was zu essen habt. Aber die Absprache vorher ist wichtig.

So, bevor wir jetzt eine Manöverkritik und eine Planungssitzung machen, möchte ich mir das neue Spielzimmer ansehen. Wart Ihr schon drin?" fragte Laura. Die anderen verneinten. Laura ging voran. "Das ist ja riesig!" staunte Alina. "Ein Andreaskreuz - das wird später eingeweiht." rief Natalie begeistert. "Das ist Sabines Eigentum, stand aber bisher im Spielzimmer der BDSM-Gruppe. Jetzt hat es den richtigen Platz gefunden. Und auch ein Großteil ihres Spielzeugs ist hier. Der Rest ist noch hinten im Lager des Ladens." erklärte Laura.

Sie schauten sich um. Ein Sideboard mit Schubladen. Obendrauf zwei Kopfhauben mit Aufklebern, 'Gerrit' stand auf der einen, 'Sabine' auf der anderen. "Achtet drauf, dass Ihr die nie verwechselt, das sind Maßanfertigungen." mahnte Charly. "Sabine hat mir von einem Wochenende erzählt, wo ihr genau das passiert ist und das war ziemlich schmerzhaft. Sie hat es genossen, für Gerrit wäre das sehr gefährlich." Neben den Hauben lagen diverse Fesseln und Handschuhe. Laura öffnete eine Schublade, darin waren Vorhängeschlösser und Stahlringe. In der nächsten Schublade waren Riemen unterschiedlicher Länge mit D-Ringen. In der nächsten Schublade waren verschiedene Knebel.

"Ende des Rundgangs, wir sollten jetzt reden." regte Laura an und sie gingen zurück in die Lounge.

"Als erstes die Manöverkritik. Wie war der Tag für Euch?" fragte Laura.
Alina begann "Ich fand das gemeinsame Outfit sehr schön, die Begegnungen mit Deinen Mitarbeitern waren entspannt, sehr harmonisch, aber auch offensiv. Ich hab Gerrit beobachtet, der war schon ziemlich verunsichert. Ich denke, die Maske hat ihn aber ein Stück weit geschützt. Panik habe ich bei ihm nicht gespürt. Die Frage nach den Orthesen kam zwar unverhofft, aber in der trocken ehrlichen Antwort lag auch etwas Stolz, er hatte kurz vorher den Kopf gehoben und die Schultern zurückgenommen. Als wollte er sich vor seine Herrinnen stellen." Natalie warf ein "Das hast Du auch bemerkt? Ich hab das ganz genauso wahrgenommen. Und ich war stolz auf ihn."

Alina setzte fort "Die Situation im Restaurant war etwas grenzwertig. Eine Kellnerin, die sich um ihn kümmert und ihn auch gleich als Erstes aufs WC bringt, war krass. Ich hab seine Atemfrequenz hinterher registriert, er war sehr aufgeregt. Nachdem sie sich beim Füttern eingependelt hatten, ging sie wieder zurück." "Aber diese Maßnahme war durchaus weitsichtig. Wenn er im Projekt-Team mitarbeitet, werden Du und ich manchmal nicht dabei sein können. Charly hat eine Leitungsfunktion, insofern müsste dann eine Mitarbeiterin aus dem Team die Aufgabe übernehmen. Das war heute eine Einführung, er muss lernen, damit klar zu kommen. Das Füttern danach hat wohl die Waage ein wenig wiederhergestellt, denn das lief nach Anlaufproblemen sehr harmonisch und er hatte sich auch wieder entspannt." ergänzte Natalie.

"Also, Ihr macht das gut. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich bisher nicht geäußert habe." erklärte Charly.

"In einem Punkt bin ich vielleicht etwas anderer Meinung, als Alina, der Impuls sollte aber von Gerrit selbst ausgehen. 'Kopfhaube in der nächsten Nacht oder nicht?' ist hier die Frage und dazu möchte ich Folgendes sagen: Alina, Du warst letzte Nacht unglaublich fürsorglich, hast ihn aufgefangen, stabilisiert und auch am Morgen perfekt wieder zurück geholt. Das wird für ihn zwar eine schmerzhafte, aber positive Erfahrung gewesen sein.

Ihr seid Euch dadurch viel näher gekommen. Der Tag heute war für Gerrit fast eine Reizüberflutung, nun noch das neue Domizil, unbekannte Räumlichkeiten. Vielleicht wünscht er sich, in der Nacht wieder die Haube tragen zu müssen. Spitzt Eure Antennen und wenn das Signal kommt, lotet behutsam aus, wer es machen soll.

Was den Tag morgen angeht, ich weiß ja nicht, was Klara geplant hat, aber grundlegende Schritte vorwärts würde ich nicht empfehlen. Eher ein wenig stehen bleiben, oder nur kleine Erweiterungen. Was mir heute auffiel ist, dass Gerrit mit dem Rock ziemlich gut klar gekommen ist. Seine Bewegungen, sein Gang, die Selbstverständlichkeit in vielen Details hat mir gezeigt, dass ein Rock für ihn jahrelang normal war. Aber das wissen wir ja auch. Bei seiner Frau hat er im Haus nie Hosen getragen.

Die Situation für ihn war heute subjektiv öffentlich, obwohl es eine durch choreografierte Show im sicheren Bereich war. Nur Hotelpersonal und dann auch noch die aus der BDSM-Gruppe oder, Laura?" fraget Charly. "Letzteres war mit Euch nicht abgesprochen, aber Du hast Recht." erwiderte Laura. "Wenn man also Morgen mit einem ähnlichen Setting beginnt, und dann vorsichtig wirklich ins normale Hotel-Leben eintaucht, dann könnten wir schauen, ob er damit klar kommt. Die Maske ist in jedem Fall wieder mit am Start. Was meint Ihr?" fragte Charly.

"Das liebe ich so an Dir. Du kannst schweigen, aber wenn Du dann mal was raushaust, dann ist es differenziert, präzise in der Analyse und zu Ende gedacht." lobte Alina. Charly verbeugte sich dankbar und ergänzte "Das kann Gerrit aber mindestens genauso gut." Natalie schmunzelte "Ihr beiden Psychologinnen habt wirklich Respekt voreinander."

Charly nickte.

Alina war nachdenklich geworden "Mir kommt gerade die Frage, ob wirklich Gerrit entscheiden sollte, wer ihn in die Isolation schickt. Er gehört uns und ist unser Spielzeug. Jede von uns sollte das tun können, sonst gibt es ein Ungleichgewicht zwischen uns. Ich habe jetzt schon die intensivste Beziehung zum ihm, auch schon durch die IT-Geschichte. Ich denke, wir sollten da gegensteuern. Sonst driften wir drei auseinander und wir müssen sein Anker sein, und geeint. So hattest Du das selbst auch schon gesagt, Charly."

"Das ist sehr richtig, ich bin vorhin in die Psychologie für 'Normalos' gerutscht und das war falsch, bei uns gelten etwas andere Regeln. Aber Du bist weise genug, das zu erkennen und uns zurück auf den richtigen Weg zu führen. Wer soll es Deiner Meinung nach machen?" fragte sie. Alina antwortete "Natalie und morgen folgst Du."
Natalie wollte etwas sagen, aber Charly ging dazwischen. "Ich weiß, was Du sagen willst und hab auch einen Plan. Ich werde Gerrit bettfertig machen und zwar in seinem Zimmer. Er hatte in der letzten Nacht die Fesselhandschuhe an, den Tag über die Orthesen, der kann das ohnehin nicht selbst. Danach lege ich mich zu ihm ins Bett und horche mal, ob was kommt. Währenddessen kannst Du Dich mit Sabine austoben und ich bekomm auch gleich mit, ob man drüben was hört. Ist das Ok?" fragte Charly. Natalie nickte.

Sabine kam mit Gerrit zurück. "Na, wo wart Ihr?" fragte Natalie. "In den Schaltstellen der Haus-IT, er ist wirklich toll, aber in der Netzwerktechnik ein wenig rückständig. In seiner Infrastruktur benutzt er ausschließlich IPv4, dabei ist IPv6 viel besser und auch billiger. Er zahlt jeden Monat Geld für seine v4-Adressen, die v6er würde er umsonst bekommen. Ich kann zwar nicht programmieren, aber in der Netzwerktechnik bin ich fortschrittlicher. Aber er ist in IPv4 voll fit, ich habe eine Menge gelernt und er hat auch eigene Programme zur Subnetzberechnung geschrieben. Ich glaube, wir haben da einen Draht." erläuterte Sabine und brachte ihn auf sein Zimmer.

Laura verkündete "So, das ist jetzt der Hinweis, wie es morgen weiter geht, wir können ja nicht das Programm von heute wiederholen. Morgen wird Gerrit, zusammen mit Euch, die IT-Abteilung kennen lernen, die Serverräume und so weiter. Das Outfit von heute bleibt und mit den IT-Leuten könnt Ihr dann Ausflüge in die öffentlichen Bereiche machen. Wir werden alles im Blick behalten und über Sabine gegensteuern, falls nötig."

Die fragte zerknirscht "Wieder Cheerleader Outfit?" Laura nickte "Aber Du kannst eine weiße Strumpfhose anziehen, damit man die Striemen nicht sieht. Da werden wohl gleich noch einige dazu kommen."

Sabine seufzte "Immerhin, aber ich hasse die Farben."

Laura verabschiedete sich, Natalie begleitete sie noch zur Wohnungstür.

Als sie wieder zurück war, erklärte Charly "Ich werde Gerrit jetzt parat machen fürs Bett, das wird etwa eine halbe Stunde dauern. Danach werde ich mit ihm noch etwas kuscheln und auf Signale zur Kopfhaube achten. Wartet mit Eurem Spektakel die halbe Stunde ab, ich will wissen, ob man es dort hört, und: kein Pflaster. Wenn Ihr fertig seid, kommt rüber." Charly ging zu Gerrit.

Alina sagte zu Natalie "Wenn Du ihn in die Isolation schickst, muss ich ihn zwischendurch schlagen. Aber ich hab das noch nie gemacht, zeigst Du mir, wie es geht?" Natalie nickte." Sabine warf ein "Fesselt mich erst mal ans Andreaskreuz, ich werde das Übungsobjekt sein."

Alina und Natalie holten sich die Utensilien und wenig später stand Sabine ausgespreizt und bewegungsunfähig am Andreaskreuz. Natalie zeigte Alina an der Bettdecke, wie sie den Reitstock handhaben musste. Alina übte an der Bettdecke und ging zum Kreuz. Beim ersten Schlag kam keine Reaktion, sie konzentrierte sich neu und dosierte stärker. Sabine zuckte, blieb aber still. "Das ist schwieriger, als ich gedacht hatte." meinte Alina frustriert.

Natalie erklärte ihr, dass Sabine viel verträgt, sie solle nicht zimperlich sein. Die richtige Dosierung für Gerrit würde Sabine festlegen und sie könne die dann auch so oft testen, bis es sitzt.
Alina schlug erneut und taste sich heran an den Punkt, an dem Sabine feststellte "So ist es für Gerrit richtig."
Sie wiederholte den Bewegungsablauf etwa ein Dutzend mal. Sabine lobte "Das ist korrekt so, verinnerliche es für heute Nacht. Jetzt gib Natalie den Reitstock. Die halbe Stunde ist um."

Charly lag mittlerweile mit Gerrit im Bett und hörte zu. Gerrit erzählte über die Eindrücke des Tages. Es klang tatsächlich nach Reizüberflutung. Der Rock tauchte im Bericht nicht auf, aber die Kellnerin. Sie hatte wohl nichts falsch gemacht, aber die fremde Frau in dieser Situation auf dem WC hatte ihn tief gedemütigt. Gerrit war traurig, darüber, dass er so reagiert hatte. Alina hatte genickt und er hätte damit klar kommen müssen, aber er hatte seine Herrin enttäuscht. Charly tröstete ihn, sagte aber auch, dass eine solche Situation wohl künftig öfter vorkommen würde, vor allem im Zusammenhang mit dem Projektteam.

Natalie kam rein und atmete tief durch "Wir sind soweit, hast Du was gehört?" fragte sie Charly. "Nein nichts, war es denn laut?" fragte Charly zurück. "Absolut, da könntest Du locker einen Streifenwagen überhören, oder ein Erdbeben." kicherte Natalie. "Wir kommen gleich." sagte Charly trocken.

"Ich glaub, ich muss Dir da morgen noch Einiges erklären Gerrit, aber das zählt im Moment nicht. Du wirst die nächste Nacht wieder die Kopfhaube tragen, ist das schlimm?" fragte Charly. "Schwierige Frage, hätte ich gestern gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich gesagt 'Lieber nicht'. Heute ist alles anders, angesichts der Eindrücke und Erlebnisse des Tages und des neuen Umfelds, wäre es wohl tröstlich, sie zu tragen." sagte er. Er schluchzte "Also los."

Die beiden standen auf und Charly führte Gerrit ins Spielzimmer.

Er legte sich auf eines der beiden Double King Size Betten, Natalie setzte sich daneben. Sie legte den hinteren Teil parat. Er hob seinen Kopf, sie schob ihn in Position und ließ ihn in den hinteren Teil der Haube gleiten. Sie strich ihm über die Stirn, sah ihm in die Augen und befahl nach gefühlt endloser Zeit 'Augen zu!'. Sie setzte den vorderen Teil auf und senkte ihn, bis die Magnetschlösser klickten.

Sie schluchzte, nahm tränenüberströmt Alina in den Arm und meinte "Jetzt weiß ich, was Du gestern durchgemacht hast. Mein Liebes, es tut mir so leid." Alina hatte auch Tränen in den Augen "Jetzt sind wir im Schmerz vereint und in Demut." Charlie umarmte die beiden und auch Sabine am Andreaskreuz schluchzte.









97. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 12.08.26 03:51

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel dreiundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Alina war wach geworden und erinnerte sich, dass sie Gerrit noch schlagen musste.

Sie machte etwas Licht und sah, dass Sabine immer noch am Kreuz hing. Sie ging zu ihr "Warum hast Du Dich nicht gemeldet?" fragte sie. "Ich melde mich nur, wenn es gar nicht mehr geht, hätte auch nicht mehr lang gedauert." entgegnete sie. Alina löste ihre Fesseln und fing sie auf. Es war also wirklich nicht weit von der maximalen Grenze entfernt. Sie trug sie ins Bett und schaute auf Gerrit. Natalie hatte ihn fest umarmt. Sie nahm den Reitstock und verabreichte ihm mehrere Schläge, er zuckte und stöhnte. Natalie wurde wach, sah Alina und sagte 'Danke'. Sie ergriff seine Fesselhandschuhe, umfasste sie fest und schlief wieder ein.

Alina legte sich zu Sabine, umarmte sie und sagte "Schön, dass Du jetzt bei uns bist!"
Sabine seufzte "Ich glaube, das ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich danke Euch!" Ihr liefen die Tränen über die Wangen.
Alina verstand, kuschelte sich an sie und umfasste ihre Hände.
Sie schliefen ein.









98. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 12.08.26 21:09

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel vierundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Charly drehte sich auf den Rücken und horchte. Sie hatte den Eindruck, nicht allein wach zu sein. Um trotzdem niemanden ungewollt zu wecken, flüstere sie "Lagerfeuer?" in die Dunkelheit. Zwei Echos konnte sie vernehmen. "Was heißt das?" fragte Sabine. "Da Ihr wach seid, können wir jetzt normal reden, Gerrit hört ja nichts. Sabine, bei einem Lagerfeuer setzen wir uns im Schneidersitz rund um ein imaginäres Lagerfeuer und besprechen wichtige Dinge. Und ich denke, das steht jetzt an." Charly sorgte für gedämpftes Licht und sphärische Hintergrundmusik.

"Ich kann mich aber nicht dazu setzen, mir tut alles weh. Alina musste mich ins Bett tragen." sagte Sabine. "Kein Problem, bleib einfach liegen. Wenn Du nicht alles verstehst, sag Bescheid." erwiderte Charly.
Charly und Alina gingen zu Natalie und die drei bildeten ein Dreieck. Natalie saß so, das sie Körperkontakt zu Gerrit halten konnte.

Charly begann "Wir haben vorhin zwar dem Plan zugestimmt, aber mir sind inzwischen Zweifel gekommen, ob der wirklich richtig ist. Der Umstand, dass er selbst das Signal für die Kopfhaube gegeben hat, stimmt mich nachdenklich."
Sabine schaltete sich ein "Ich war auch verwundert. Ich bin ohnehin hart drauf, insofern tauge ich nicht als Referenz. Aber ich kenne nur wenige, die sie direkt nach der ersten Nacht ein zweites Mal tragen wollten."
"Für mich fühlt sich das wie eine Flucht an, eine Flucht ins Nichts oder eine Flucht nach Innen. Ich kann seine konkreten Erfahrungen nicht nachvollziehen, da ich noch nie in so einem Ding steckte." sagte Alina.
Sabine erklärte "Für meine Freundin, mit der ich verschiedenste Spielchen mache, war die erste Nacht in der Haube beängstigend. Sie hat mir nicht viel erzählt, das Ding aber lange nicht mehr angefasst."

Charly dachte nach "Wenn der Wunsch nach einer zweiten Nacht, direkt nach der ersten, eine Flucht war, dann ist in seinem Inneren wohl doch mehr passiert, als das, was er mir am Abend gesagt hat. Das bedeutet, dass es für eine Sitzung zu diesem Thema noch zu früh ist, sonst hätte er geredet. Ich denke dennoch, ich sollte ihn morgen, eigentlich heute, ein wenig mehr erforschen. Mich würde zum Beispiel interessieren, wie es weiter ging, nachdem ihn seine spätere Frau unterworfen und eingesperrt hatte.
Also, wir sollten den Plan für morgen abblasen. Seht Ihr das genauso?" fragte Charly.

Die anderen nickten. Sabine meldete sich "Sehe ich auch so und da Du, wie üblich kein Handy dabei haben dürftest, schicke ich Laura eine SMS. Alina, holst Du es mir, ich kann nicht aufstehen."

Alina ließ sich erklären, wo es zu finden ist und brachte es ihr. Sie brauchte eine Weile, die Hände waren wohl noch etwas taub. Kurz drauf kam eine Antwort. "Sie will runter kommen." sagte Sabine. Natalie stimmte zu. Gerrit war unruhig, er hatte offenbar gespürt, dass hier etwas passierte, was ihn betraf. Charly sah Alina an und nickte.

Sie stand auf, nahm den Reitstock und schlug ihn mehrmals auf den rechten Schenkel. Natalie streichelte ihn und er beruhigte sich. Der Summer ertönte und Alina ging zur Wohnungstür. Als sie zurück kamen, sagte Laura "Ich hab es geahnt. Ich bin vor einer halben Stunde wach geworden und wusste, hier passiert was. Bringt mich mal auf den Stand."

Charly erklärte ihr, was sie eben besprochen hatten. "Also, die Entscheidung kann ich nachvollziehen, Ihr habt den Tag komplett für Euch. Für etwaige Schuh-Notfälle bei den Gästen werde ich den Schumacher, drei Blocks weiter, auf Rufbereitschaft setzen. Das hat er schon ein paar mal gemacht und es lohnt sich für ihn ja auch.
Bleibt einfach hier. Wenn Ihr was braucht, kümmere ich mich drum. Wollt Ihr Gerrit die Haube jetzt abnehmen?" Natalie schüttelte den Kopf "Er hat gerade ein paar Schläge bekommen und sich beruhigt. Wir setzen unser 'Lagerfeuer' erstmal fort und besprechen das weitere Vorgehen." sagte sie. "Ok, dann gehe ich wieder hoch und schicke eine Rundmail an meine Leute. Danach brauche ich auch noch etwas Schlaf." sagte Laura. Charly warf ein "Bitte bring ihnen rüber, dass niemand was falsch gemacht hat und vielen Dank von uns." "Werde ich machen. Bis später. Ich ruf an." sagte Laura und verließ das Spielzimmer.

Charly konstatierte "Wir müssen jetzt klären, wie es mit Gerrit weitergeht und was wir heute machen, einige Ansätze haben wir ja schon. Vorher muss ich noch was abchecken. Sabine, hast Du ein Maßband in Deiner Zauberhandtasche?" Sabine kicherte und nickte.
Charly ging los, holte das Maßband und überprüfte die Breite der Matratzen in ihren Zimmern. Sie schüttelte den Kopf und kehrte zurück.

"Also Mädels, Laura ist ja echt 'ne Nummer. Die hat doch tatsächlich für uns die Betten austauschen lassen. Die Matratzenbreite beträgt 140 Zentimeter, das gibt es in Einzelzimmern sonst nie. Ich wette, am Wochenende haben die zusätzlichen Service-Kräfte hier noch in 90er oder 100er Betten geschlafen.

Dann die Nummer vorhin: Sie wird wach, ganz oben in ihrer Direktions-Suite und spürt, hier unten im Keller passiert was. Dann war sie hier, wie haben über Gerrit und den Tag und den Laden gesprochen, aber nicht wirklich über Dich, Sabine. Und was steht plötzlich im Flur, ein Rollstuhl." staunte Charly.

Sabine schluchzte "Den brauch ich wohl auch. Erst mogle ich mich oben in Euer Bett, dann krall ich mir ein Zimmer in Eurer neuen Wohnung und jetzt bin ich auch noch ein Pflegefall. Ihr habt echt Pech mit mir." Alina schüttelte den Kopf "Überhaupt nicht, wir sind froh, dass Du da bist. Wir kriegen das hin. Aber eins interessiert mich. Du bist so erfahren. Wieso hast Du Deine Grenzen so weit überschritten, dass ich Dich ins Bett tragen musste?" fragte sie. Sabine seufzte "Weiß ich auch nicht, ich war so glücklich, hier bei Euch zu sein, dass ich nichts anderes mehr gemerkt hab."
Charly schaltete sich ein "Das ist durchaus erklärbar. Glück und Kuscheln stimulieren die Ausschüttung von Dopamin und Oxytocin und so konntest die Alarmsignale Deines Körpers nicht mehr richtig lesen. Ich hab übrigens bei der SMS an Laura Deine Arme und Hände beobachtet. Gerrit wird heute auf Orthesen verzichten müssen. Die brauchst Du jetzt." Sabine seufzte.

Charly konzentrierte sich "Gerrit ist jetzt stabil, wir haben vier Uhr und ich denke, wir brauchen noch etwas Schlaf. Ich hatte vorhin den Plan, dass nur Gerrit und Natalie hier bleiben und wir anderen uns zurückziehen, in welcher Konstellation auch immer. Davon bin ich aber inzwischen wieder abgekommen.

Falls Natalie nichts dagegen hat, bleiben wir alle hier und sie nimmt Gerrit so gegen sechs, je nachdem, wann sie wach wird, die Haube ab, holt ihn behutsam zurück und dann schlafen wir noch eine Weile, egal, wie lange. Einverstanden?" fragte sie.
Natalie hatte nichts dagegen.

Sie beendeten ihr 'Lagerfeuer', Alina kuschelte sich an Natalie an und Charly legte sich neben Sabine, drehte sich auf 'Po an Hüfte' und sie schliefen ein.






99. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 13.08.26 02:17

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel fünfundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Sabine stöhnte, Charly wurde wach und fragte "Was ist los?" Sie antwortete "Ich wollte aufstehen, um aufs WC zu gehen, aber ich kann nicht." "Kein Problem." sagte Charly, machte gedämpftes Licht an und hob sie in den Rollstuhl. Auf dem Weg sah Charly, dass Gerrit die Kopfhaube nicht mehr trug. Sie schob den Rollstuhl ins Bad und half Sabine. "Wenn ich mich jetzt so lädiert habe, dass ich die Prüfung nächste Woche nicht machen kann, bin ich dann durchgefallen?" fragte sie. Charly beruhigte sie "Unfälle können passieren und die Kammer wird dann sicherlich einen zweiten Termin für Dich machen. Ich kümmere mich darum." "Und jetzt ist meine Meisterin plötzlich meine Pflegerin, das ist so demütigend." seufzte sie.

Charly sah ihr in die Augen "Du hast unsere Dom-Sub-Geschichte nie so wirklich verstanden. Dein Unfall gibt Dir die Chance, etwas mehr über unsere, ich sag mal, Konfession zu lernen. Da spielt Demut eben auch eine Rolle. Überleg mal, Gerrit muss Orthesen tragen, nun wohl vorerst nicht mehr, aber mit den Dingern braucht er ebenfalls fremde Hilfe auf dem WC. Das ist für ihn genauso demütigend, wie für Dich jetzt.

Welches Gefühl ist noch präsent in Dir?" fragte Charly. "Ich kann die einfachsten Dinge nicht mehr, und fühle mich .. ausgeliefert." "Damit hast Du gerade den nächsten Punkt verstanden. Weiter kann ich nicht gehen. Wir beenden das jetzt." sagte Charly.

Sabine fragte "Wieso kannst Du nicht weiter gehen?" Charly seufzte "Weil ich Deine Meisterin bin und Du meine Auszubildende. Rechtlich gesehen, bist Du meine Schutzbefohlene und da gibt es sehr strenge Regeln." "Hättest Du gern mehr gewollt?" fragte sie. Charly schüttelte den Kopf "Da es erstens nicht sein darf und ich zweitens wusste, dass es die Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses gewesen wäre, habe ich daran nie gedacht. Soviel Disziplin muss sein, die Ethik muss die oberste Maxime sein."
Sabine hatte Tränen in den Augen und sagte bewegt "Jetzt hab ich wirklich was gelernt, rechtlich und vor allem über Dich. Danke!" Charly steuerte den Rollstuhl zurück ins Spielzimmer und legte Sabine wieder ins Bett.

Alina wurde wach. "Wie spät ist es?" fragte sie. Charly schaute auf die Uhr "Sieben Uhr." antwortete sie. "Muss Sabine geduscht werden oder kann sie es selbst?" fragte Alina. "Sie kann es nicht selbst, könntest Du es machen?" fragte Charly. Alina nickte. Charly hob Sabine zurück in den Rollstuhl und schob ihn wieder ins Bad, Alina folgte. Charly sagte "Dann geh ich jetzt auch mal duschen." und verschwand.

Unter der Dusche fragt sich Charly, ob sie da nicht bereits zu weit gegangen war. Sie hatte Sabine Kernkonzepte ihrer 'Konfession' erklärt, obwohl sie da nicht zuhause war. War das noch ok oder schon ein Verstoß gegen die Ethik?
Sie nahm sich vor, Gerrit zu befragen. Nach dem Duschen kleidete sie sich im Vortags-Outfit und ging in die Lounge. Das Frühstück stand bereit. Kurz drauf schob Alina den Rollstuhl mit Sabine herein und kündigte an, jetzt auch zu duschen. Sie ging auf ihr Zimmer, also waren Natalie und Gerrit jetzt wohl in der Dusche des Spielzimmers.

Charly holte Brötchen, Kaffee und Konfitüre und setzte sich zu Sabine. Sie ging nochmal ins Spielzimmer, vorsichtig nachschauend, ob sie nicht ungelegen kam. Aber niemand war zu sehen und sie holte die Orthesen. Zurück in der Lounge legte sie sie Sabine an und erklärte "Die musst Du jetzt solange tragen, bis Deine Arme und Hände wieder in Ordnung sind. Ich hoffe, dass Du nicht noch ins Krankenhaus musst. Ich werde später mal die Schultern checken, aber ich habe Psychologie, nicht Allgemeinmedizin studiert. Wir werden sehen."

Sie sorgte für Musik und setzte sich zu Sabine. Kaffee gab es mit dem stabilen Strohhalm und sie fütterte sie. "Was ist denn jetzt mit meiner Kür, der Orthese für Gerrit?" fragte Sabine. "Erstmal musst Du wieder auf die Beine kommen und Deine Arme und Hände müssen sich regenerieren. Danach schauen wir weiter." entgegnete Charlie.

Alina kam herein und setzte sich dazu. Auch sie hatte wieder das Vortags-Outfit an. "Könnte ja doch wieder ein Partner-Look werden." freute sie sich beim Anblick von Charly und holte sich was zu essen.

Letztlich kamen Natalie und Gerrit hinzu, auch im Outfit von gestern. "Da sind wir ja wieder vereint." bemerkte Natalie. Kurz drauf saßen sie zusammen am Tisch und genossen Kaffee und Brötchen. Gerrit sagte nichts, sah aber Sabine an und schien erstaunt. Natalie erklärte ihm die Situation. Er hatte zwar keine Orthesen oder Fesseln an, aber die Arme lagen trotzdem untätig auf den Schenkeln und er ließ sich füttern.

Sie hatten gefrühstückt, aber Gerrit immer noch nichts gesagt. Er schaute unentwegt Sabine in ihrem Rollstuhl an. In seinen Augen waren Mitgefühl und Zuneigung zu erkennen.

"Lagerfeuer" sagte Natalie. Sie verließen die Lounge, Gerrit und Sabine und trafen sich auf dem Bett. "Was passiert da gerade, ich habe keinen Schimmer." sagte Natalie. "Gerrit hat einen Draht zu Sabine, das haben wir ja gestern Abend schon gemerkt. Das erklärt die Zuneigung.

Aber jetzt ist da noch etwas anderes: 'Mitgefühl', mir scheint, er weiß mehr über sie, als wir, kann es aber nicht sagen." ergänzte Charly. "Wir sollten ihnen vielleicht die Chance zu Nähe geben, eventuell führt das dazu, dass sie sich öffnet. Und dann erfahren wir möglicherweise mehr." schlug Alina vor. "Sollen wir sie nochmal ins Bett legen, zusammen?" fragte Charly. Alina nickte. Natalie warf ein "Um das schöne Outfit nicht zu ruinieren, sollten wir das ausziehen, Unterwäsche ist eher ersetzbar. Ok?" Die anderen stimmten zu.

Charly holte Sabine, legte sie wortlos wieder ins Bett und zog sie aus. Sie sagte nichts und ihre Augen deuteten darauf hin, dass sie verstanden hatte. Natalie holte Gerrit, entkleidete ihn ebenfalls und legte ihn neben Sabine. Er kuschelte sich an sie an und umarmte sie. Sie schluchzte, Tränen liefen über ihre Wangen und er zog sie eng an sich.





100. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 14.08.26 03:01

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel sechsundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Gerrit kam in die Lounge und setzte sich. Charly fragte nach Sabine.
"Solange sie sich nicht bewegt, scheint sie Ok zu sein. Aber jede Bewegung schmerzt." sagte Gerrit.
Alina strahlte "Er spricht wieder." Gerrit schaute verdutzt "Was meinst Du?" Charly antwortete "Du hast heute Morgen kein einziges Wort gesagt, Du hast nur Sabine angeschaut und da war Mitgefühl in Deinen Augen. Deshalb haben wir Euch nebeneinander ins Bett gelegt und Ihr seid eingeschlafen, erinnerst Du Dich?" fragte Charly. Gerrit schüttelte den Kopf "Nein, ich habe beim Wachwerden zwar dieses Gefühl verspürt, aber ich kenne die Ursache nicht. Allerdings hatte ich auch keine Zeit drüber nachzudenken. Sabine musste aufs WC und so war ich beschäftigt. Als ich später wieder neben ihr lag, war das Gefühl nicht mehr so präsent und ich habe vergessen, mich nochmal damit zu beschäftigen. Dann kam ich rüber."

Charly schaltete sich ein "Hab ich das gerade richtig gehört, Du hast Sabine aufs WC gebracht?"
"Ja, sie musste mal, wieso?" fragte Gerrit zurück. Alina strahlte "You did it again!" rief sie begeistert.
Gerrit schaute verständnislos in die Runde.

Charly klärte auf "Gerrit erinnerst Du Dich an die Sache mit Deiner besten Freundin, als Ihr in der zweiten Klasse wart und sie einen Leistenbruch hatte?" fragte Charly. Gerrit nickte. Charly fuhr fort "Wir haben die Situation analysiert und herausgefunden, dass Du damals vergessen hattest, dass Du kein Mädchen bist."

Gerrits Augen blitzten auf und er schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn. "Und eben hatte ich es auch wieder vergessen!" rief er. "Bingo!" meinte Alina trocken. Gerrit schüttelte den Kopf "Wie peinlich."
Charly fragte "War Dir die Situation eben peinlich?" Gerrit antwortete "Nein, überhaupt nicht und ich denke, ihr war es auch nicht peinlich. Sie war ganz entspannt."

"Wir werden später noch herausfinden, was sie genau empfunden hat. Eines ist für mich jedenfalls klar, Deine Kopfhaube bleibt erstmal auf dem Sideboard, aber ich werde für mich mal eine machen. Für die Anwendung dieses Teils brauch ich eine besondere Qualifikation und die bekomme ich nur durch eigene Erfahrung."

Das Telefon klingelte, Natalie nahm ab. "Laura will kommen, sie hat die Betriebsärztin dabei, die möchte sich Sabine mal ansehen." berichtete sie.

Gerrit ging zu Sabine, sie war gerade wach geworden, und bereitete sie auf den Besuch vor. "Soll ich Dich anziehen?" fragte er. Sabine schüttelte den Kopf "Nicht nötig, sie kennt mich und hat mich schon öfter verarztet, wenn was schief ging. Bring mich einfach nur in die Lounge." Gerrit setzte sie in Rollstuhl und fuhr sie rüber.

Laura und die Betriebsärztin warteten schon. Laura stellte sie einander vor.

Die Betriebsärztin kratzte sich am Kopf und meinte "Eigentlich müsste ich alle anderen rausschicken.." Sabine schüttelte den Kopf, "Gerrit bleibt." entschied sie trocken. Die Ärztin nickte, Laura ging mit den anderen ins Spielzimmer. "Warum konnten wir nicht alle bleiben?" fragte Alina. Laura erklärte, dass es dafür erstmal schriftliche Vollmachten brauche. "Die sollten wir dann aber in nächster Zeit machen, das fühlt sich im Moment ziemlich falsch an." sagte Alina. Laura nickte.

Die Ärztin hatte Sabine erstmal im Sitzen grob durch gecheckt. Gerrit stellte sie hin und hielt sie fest. Die Ärztin beschäftigte sich mit ihren Beinen, vor allem den Knien und Fußgelenken. Er konnte sie wieder hinsetzen. Die Ärztin untersuchte noch genauer die Hand- und Ellenbogen-Gelenke und schließlich die Schultern.

"Sowie ich es sehe, ist nichts Schwerwiegendes passiert. Normalerweise würde ich noch eine radiologische Untersuchung durchführen lassen aber das würde Dich psychisch belasten und ich glaube Du brauchst Ruhe.

Bitte achtet auf irgendwelche Verschlechterungen, dann holen wir die Untersuchung noch nach. Wer betreut Dich, ich habe eben gesehen, dass Gerrit Dich geholt hat, hilft sie Dir auch auf dem WC und so weiter?" Sabine sagte "Das tut sie, sie bringt mich danach auch wieder ins Bett und bleibt bei mir."
"Wenn Gerrit Zeit für sich braucht, ist da eine andere Person, der Du vertraust?" Sabine seufzte "Eigentlich vertraue ich allen, aber es gibt, wie soll ich sagen, Rollenkollisionen. Fangen wir mit Charly an, sie hat mich heute Nacht schon aufs WC gebracht und das auch sehr behutsam gemacht. Aber ich habe mich gedemütigt gefühlt, sie ist eine großartige Lehrmeisterin und Freundin, aber das war heftig. Trotzdem war es gut, weil wir ein sehr wichtiges Gespräch hatten, was mir viel gebracht hat. Über Demut und über ihre Ethik, das hätte nicht fehlen dürfen. Zudem ist sie meine Therapeutin, die Rolle 'Pflegerin' sollte für Charly außen vor bleiben.
Alina könnte ich mir vorstellen, sie ist süß und ich habe einen guten Draht zu ihr. Das sollte die zweite Person neben Gerrit sein.
Bei Natalie bin ich mir nicht sicher. Sie hat mich so toll verhauen und dabei auch selbst Spaß gehabt. Ich weiß nicht, ob sich das mit 'Aufs WC bringen' und 'Duschen' verträgt. Ich möchte diesen Draht zu ihr nicht beschädigen. So, jetzt bist Du im Bilde."

Die Ärztin bestätigte "Dann werden sich Alina und Gerrit im Wechsel um Dich kümmern. Gerrit, Du kannst sie wieder rüber bringen. Schickst Du mir Laura noch mal rein?" Gerrit nickte und steuerte den Rollstuhl ins Spielzimmer.

"Laura, die Ärztin möchte Dich nochmal sprechen." sagte Gerrit und Laura ging.

Sabine wandte sich an alle "Wir sollten im Umgang mit Gerrit eine andere Anrede einüben. Die Ärztin hat Gerrit die ganze Zeit über als 'sie' angesprochen und das gefiel mir. Als Gerrit mich vorhin aufs WC gebracht hat, wars auch für mich so. Ich hatte kein Problem, sehr entspannt. Erst als ich später wieder wach war, wurde mir klar, dass Gerrit eigentlich männlich ist, zumindest biologisch. Aber ich war auch im Nachhinein nicht irritiert, weil Gerrit weiblich fühlt und auch weiblich ausstrahlt. Also habe ich mir sie als Pflegerin gekrallt, Sorry, wieder zu forsch und nicht abgestimmt mit Euch. Aber die Ärztin hat gefragt und ich hab spontan 'Gerrit' gesagt.

Als sie weiter fragte, wer denn noch in Frage kommt, wenn Gerrit nicht kann, habe ich Alina benannt, wieder ohne Absprache mit Euch, nochmal Sorry.

Damit jetzt keine Missverständnisse aufkommen: Charly hat das heute Nacht toll gemacht, aber sie hat schon so viele Rollen für mich, diese sollte ihr erspart bleiben.
Und was Natalie angeht, wir haben noch so einiges zusammen vor und das ist mir sehr wichtig, das möchte ich nicht gefährden.

So, jetzt habe ich Eure Konstellation gründlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Es tut mir wirklich sehr leid. Könnt Ihr mir verzeihen?" seufzte Sabine.

Laura kam rein und fragte "Komm ich ungelegen?" "Nein, keineswegs. Aber wir sollten Sabine jetzt mal in Gerrits Zimmer parken, das hat innen keine Klinke und sie kann nicht raus. In ihrem Zustand könnte sie das ohnehin nicht, aber sicher ist sicher. Wir brauchen ein Lagerfeuer." ordnete Natalie an. Gerrit brachte sie weg.

Natalie brachte Laura auf den aktuellen Stand.

Sie setzten sich im Kreis aufs Bett, Laura kniete, Schneidersitz war nicht ihr Ding, ein Platz blieb frei. Als Gerrit wieder da war, setzte sie sich dorthin.

Natalie übernahm die Führung "Laura, was hat die Ärztin Dir noch gesagt?" Laura antwortete "Sie hat Sabine zusätzlich zu den Orthesen, die sie ja schon trägt, auch Beinorthesen verschrieben. Zudem will sie regelmäßig vorbei kommen und abchecken, wie sich das bei ihr entwickelt."

Natalie nickte und fragte "Sie hat um Verzeihung gebeten. Wer ist dafür, dass wir ihr verzeihen." Alle Hände gingen hoch.

Natalie führte fort "Trotzdem können wir ihr Verhalten nicht einfach so hinnehmen. Sie hat uns oben mit ihrer 'Konfession' überfallen. Im Bezug auf Gerrit mit der Haube war das sehr hilfreich. Und ich hab mich auch drauf eingelassen und etwas sehr aufregendes Neues kennen gelernt.
Dann hat sie sich ziemlich dreist in unserem Bett einquartiert und sich dann das Zimmer hier gekrallt. Jetzt ist sie außer Gefecht, wir müssen sie pflegen und sie hat gleich Gerrit aus unserem Programm genommen und zu ihrer Pflegerin gemacht, Alina noch dazu. Was können wir tun?" fragte sie.

Alina meinte "Wir sollten sie zum Ausgleich mit unserer Konfession überfallen, damit sie was lernt."

Natalie fragte "Wer stimmt zu?" Alle Hände gingen hoch.

"Hat jemand einen konkreten Plan?" fragte Natalie.

Gerrit meldete sich "Ich kann zwar nicht wirklich mitreden oder mitspielen, da ich Euer Eigentum bin. Aber eine Idee hätte ich. Die meiste Macht über Sabine, über die aktuelle Situation hinaus, hat Natalie. Sabine steht wohl sehr auf ihre Schläge. Wenn sie sie verweigert, geht Sabine leer aus. Möglichweise könnte sie ihre Herrin werden, dann könnte sie diese Macht ausspielen. Aber da ist dann auch schon das Problem und das kann nur Natalie beantworten.
Wärest Du in der Lage, ihr die Schläge zu verweigern, die Du selbst auch genießt?

Nächstes Problem: Sie muss einen ziemlich zwingenden Grund haben, sich Dir zu unterwerfen, die Schläge passen da. Aber, was machst Du, wenn sie 'nein' sagt. Dann dürftest Du sie, der Glaubwürdigkeit halber, auch nicht mehr schlagen. Bist Du zu diesem Poker bereit?"

Natalie seufzte "Du bist wirklich krass, eine Aufnahme und ich brauch Snooker. Du hast das perfekt auf den Punkt gebracht. Ich spiel über Bande, lege den Spielball hinter Braun und die Gegnerin kommt nicht mehr auf Rot. Ich sage mal 'all in'. Jetzt habe ich zwei Sportarten vermischt, aber es trifft meine innere Auseinandersetzung. Ich bin dabei."

Charly stieg ein "Noch 'ne Frage. Wir können Sabine nicht mit Schmerzen disziplinieren, die liebt sie. Hilflos ist sie ohnehin schon. Wo ist der Hebel, um sie zu formen und zu führen?"

Alina entgegnete "Sensorik, sie hat zwar auch eine Kopfhaube, aber die ist extrem und sie mag das. Leichtere Varianten, aber länger und tagsüber könnten da helfen. Augenpflaster zum Beispiel, die könnten wir im Moment, sie kann ja nicht arbeiten, tagelang einsetzen und das wäre dann sehr demütigend."

Gerrit entgegnete "Gute Idee, aber ich möchte noch etwas anderes einbringen und das wirkt jetzt vielleicht erstaunlich. Halbwegs normale Stimulation, Streicheln am ganzen Körper, besonders an den Brüsten. Sie ist so auf extrem gebürstet, das könnte sie verunsichern und vielleicht auch versteckte Traumata zu Tage bringen."

Charly schaltete sich ein "Stopp mal, wusstest Du, was Du sagen würdest, bevor Du es gesagt hast?"

Gerrit überlegte "Nein, tatsächlich nicht. Es kam mir beim Reden in den Kopf."

"Ihr beide habt wirklich einen Draht. Ich hatte schon beim Frühstück den Eindruck, dass Du mehr weißt, als Du sagen kannst. Jetzt ist es raus. Vielen Dank, Frau Kollegin!" sagte Charly.

Gerrit verneigte sich vor Charly und ergänzte "Da wir sie jetzt mit unserer 'Konfession' überrumpeln, sollte sie eine Reißleine bekommen. Ich denke an eine Probezeit von vier Wochen. Wenn sie innerhalb dieser Zeit 'Stopp' sagt, endet die Eigentumsbeziehung sofort. Zieht sie die Reißleine nicht, ist sie dauerhaft Natalies Eigentum."

Natalie schnaufte durch "Gerrit, Du bist sehr tief drin, verstehst die Psychologie und bist rücksichtsvoll und sehr fair. Ich muss mich ebenfalls vor Dir verneigen. Und ich stimme zu, haben wir einen Plan?" fragte sie in die Runde. Alle Hände gingen hoch.

Charly holte Sabine.

Natalie begann "Sabine, wir verzeihen Dir und das ohne Bedingungen. Dies ist Dein zuhause und das wird es auch bleiben. Und wir kümmern uns um Dich. Aber wir haben einen Vorschlag. Gerrit gehört mir, Alina und Charly. Sie soll Dir den Vorschlag unterbreiten, da Ihr, wenn Du annimmst, gleichgestellt sein werdet."

Gerrit erläuterte "Alles das, was Du, von einem 'Sorry' begleitet, vorhin gesagt hast, ist richtig. Keine will eine Retourkutsche, aber sie wollen Dir ein Angebot machen.
Das Angebot ist 'tauche ein in unsere Konfession!'. Lerne, mache Erfahrungen. Ich werde Dich begleiten, Dich auffangen und Dir die Dinge erklären, ich werde an Deiner Seite sein.
Ich weiß, das es für Dich vielleicht Psycho-Spielchen sind, aber da steckt sehr viel mehr dahinter. Du hast heute Nacht schon erste Erfahrungen mit dem Gefühl des Ausgeliefertseins und der Demut gemacht hast und Charly hat Dir eine kurze Einführung gegeben. Wenn Du Dich darauf einlässt, wirst Du mehr erfahren, tiefer eintauchen und den ganzen Kosmos unserer Konfession erfahren können. Wärest Du dazu bereit?" fragte Gerrit.

Sabine schluchzte "Das ist so bedeutungsschwer, was Du gerade gesagt hast und es berührt mich sehr. Dass Du an meiner Seite sein wirst, ist sehr lieb und wird mich wohl oft trösten müssen. Ich spüre, wie schwer es Dir fällt, mich auf diesen Weg zu führen. Du bist schon lange damit vertraut, aber Du sorgst Dich, ob ich damit klar komme. Aber ich glaube, ich kann mich auf Deinen Trost und Deine Hilfe verlassen. Sag mir, wo es hingeht."

Gerrit sagte sanft "Wenn Du einverstanden bist, unterwirfst Du Dich Natalie, wirst ihr gehören und gehorsam sein. Sie wird alles bestimmen, was Dein Leben angeht, sie wird für Dich sorgen und Dir weh tun, wenn sie mag, aber auch nur dann.
Sie wird Dich führen und leiten und die Verantwortung für Dich übernehmen. Da das alles jetzt für Dich sehr plötzlich kommt, hast Du vier Wochen Zeit und kannst währenddessen jederzeit die Reißleine ziehen. Dann endet alles, Du bleibst hier, alles ist, wie bisher, bis auf eins: Sie wird Dich nie mehr schlagen!
Möchtest Du ihr Eigentum sein?" fragte Gerrit.

Sabine hatte Tränen in den Augen, schluchzte und sagte "Natalie, ich unterwerfe mich Dir, mit Körper, Geist und Seele. Verfüge über mich." Natalie strich ihr über den Kopf und sagte "Danke Kleines, jetzt gehörst Du mir."

Gerrit weinte. Charly nahm sie an der Hand und sie verließen die Wohnung. Charly ging mit ihr durch die Katakomben und fragte, wie es ihr geht. "Ich bin selbst Eigentum von Euch dreien und jetzt habe ich Sabine Natalie zugeführt. Und ich hab all mein Herzblut aufgebracht. Aber, wird es für Sabine gut ausgehen? Oder wird sie daran zerbrechen? Ich hab moralisch sehr viel Verantwortung auf mich geladen und mein Herz kann sich nicht dahinter verstecken, dass ich Werkzeug war. Wenn es nicht richtig war, wird mein Herz für immer bluten." sagte Gerrit. Charly stoppte, nahm sie in den Arm und tröstete sie.

"Gehen wir in den Park." sagte Charly.





101. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 15.08.26 03:40

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel siebenundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Gerrit und Charly gingen Hand in Hand durch den Park und genossen die leichte Brise.

"Ich kann Deine Sorgen gut verstehen und es ehrt Dich, dass Du so fühlst. Aber etwas, was Du eben gesagt hast, war nur zur Hälfte richtig. Anfangs warst Du Werkzeug, dann hast Du aus einem tiefen Verständnis für die Psychologie der Unterwerfung eine eigene Rolle für Dich gefunden, bist hinein geschlüpft und hast sie ausgefüllt. Du bist vom Objekt zum handelnden Subjekt geworden. Und das war an dem Herzblut zu erkennen, wie Du das eben formuliert hast.

Weißt Du, was ich meine?" fragte Charly.

"Im Fühlen war mir das vorhin schon klar, aber ich hadere noch mit den Worten. Vielleicht könnte man sagen, ich bin jetzt das aktive Korrektiv. Ich muss darauf achten, dass Natalie nicht nur per Gelübde die Herrin über Sabine ist, sondern Stück für Stück auch alle Macht über sie erhält. Auf der anderen Seite muss ich dafür sorgen, dass Sabine daran nicht zerbricht und die Schulter sein, an der sie sich ausweinen kann." sagte Gerrit.

Charly dachte nach "Korrektiv ist schon nicht schlecht, ich würde noch einen Schritt weiter gehen. Ich denke, Du weißt es, traust Dich aber noch nicht, es auszusprechen. Du musst beide beeinflussen, Natalie, damit sie die richtigen Maßnahmen ergreift, die zum Ziel führen und Sabine, damit sie psychisch in eine Lage kommt, in der die Maßnahmen greifen können. Bei Dir laufen alle Fäden zusammen, Du steuerst alles, musst das aber tarnen. Für diese Aufgabe bist Du auch am besten geeignet. Du bist eine gute Psychologin, Natalie schätzt Dich sehr. Sabine hast Du ohnehin für Dich gewonnen und Du wirst sie bei Allem begleiten und auffangen. So hast Du alle Informationen und kannst sie gezielt einsetzen."

Gerrit warf ein "Ist das nicht ein doppeltes Spiel, ich trickse Natalie und Sabine gleichermaßen aus und übe eine Rolle aus, die mir nicht gebührt?" fragte Gerrit.

Charly sagte nachdenklich "Tritt mal einen Schritt zurück und betrachte die Situation. Hier ist heute ein Unterwerfungsvertrag geschlossen worden. Deine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass dieser Vertrag mit Leben erfüllt wird. Du bist sozusagen die Hohepriesterin des Vertrages. Du dienst beiden Vertragsparteien."

"Wow, das hast Du sehr gut analysiert, ich glaube ich habe meine Meisterin gefunden." staunte Gerrit.
Charly schüttelte den Kopf "Begriffen hattest Du das schon, aber hattest nur noch nicht die passenden Worte."

Gerrit überlegte lange und warf ein "Etwas an dem, was Du gesagt hast, stört mich trotzdem. Ich will nicht tarnen, dass ich die Kontrolle habe. Ich möchte ein Mandat, ich will am Anfang volle Transparenz und dann eine Entscheidung."

"Siehst Du, schon hast Du mich wieder getoppt, und Du hast meine Schwachstelle erkannt. Deine Lösung ist perfekt. Was ist mit Alina?" fragte Charly.

"Sie muss dabei sein. Sie ist Natalies Assistentin, meine Herrin und ebenso Sabines Pflegerin. Damit hat sie auch Zugang zu beiden. Sie soll meine Priesterin sein. Ich habe die Führung, sie bleibt an meiner linken Seite." forderte Gerrit.
Charly kicherte "Die Zitate haben mir in den letzten Tagen wirklich gefehlt. Im Ernst: Wie stellst Du Dir den Prozess konkret vor?" Gerrit antwortete "Ich denke, Ihr macht ein Lagerfeuer, ohne mich, und Du erklärst ihnen das Konzept. Wenn keine Fragen mehr sind, kann die Entscheidung fallen, bevor ihr mich holt. Ansonsten stehe ich noch für Rückfragen zur Verfügung und die Entscheidung fällt dann."

Charly nickte. "Dann machen wir das so. Übrigens, ich muss mich noch mit Laura treffen. Ich habe wohl noch Beinorthesen im Lager und will mit ihr abklären, ob die der Verordnung entsprechen. Willst Du noch ein bisschen die frische Luft genießen?" fragte Charly. Gerrit nickte und Charly zog ab.

Gerrit spazierte den Weg entlang, den sie mit Alina schon gegangen war, als sie die Sicherheit testeten. Sie ging weiter bis zum Geräteschuppen am Scheitelpunkt des Weges. Neugierig schaute sie unter den betreffenden Blumentopf auf der Veranda, der Schlüssel war da. Sie öffnete das Tor, betätigte den Notaus-Taster. Das Tor nach außen ließ sich öffnen. Sie kicherte, schloss das Tor und stellte den Strom wieder an. Das Tor war verriegelt. Sie schloss die Tür und legte den Schlüssel zurück.

Auf dem Rückweg kamen ihr Laura und Charly entgegen.
Laura blickte sie fragend an "Alles wie zuvor, aber ich habe nur den Geräteschuppen getestet."
Laura war sauer "Jetzt möchte ich aber wissen, wie verpeilt meine Sicherheitsleute sind. Gerrit, wir gehen außen rum und checken die anderen Schwachpunkte, Charly, Du kannst ja schonmal mit den anderen das Lagerfeuer abhalten."

"Geht nicht, wenn Laura keinen Schlüssel für den Schlüsselschalter hat, muss ich das Tor mit dem Notaus-Taster öffnen und von draußen kann ich den Strom nicht wieder einschalten, jedenfalls nicht, wenn das Tor zu ist, die andere Variante haben wir nicht getestet. Charly sollte mit kommen, ich zeig ihr, wie es geht." warf Gerrit ein.

Die drei gingen zurück zum Gerätehaus. Gerrit zeigte ihnen, wie es funktioniert, nahm sich ein handlanges Vierkantholz und kurz drauf war sie mit Laura außerhalb des Hotelgeländes.

Sie liefen am Zaun entlang zu den anderen Schwachpunkten. Am Tor, das sie kürzlich öffnen konnten, klebte noch das Pflaster. Gerrit nahm das Holz, schob es durch das Gitter und betätigte damit die Klinke. Das Tor war offen, sie zog es wieder zu. Die auseinander gebogenen Gitter im Zaun fanden sie nicht. "Drei Schwachstellen hattet ihr gefunden und nur eine wurde beseitigt, das gibt heiße Ohren." schimpfte Laura und sie gingen weiter.

"Wie geht es Dir nach den vielen Ereignissen und Veränderungen?" fragte Laura. "Du, ich weiß es gar nicht wirklich. Bist Du schon im Bilde mit der WC-Geschichte?" fragte Gerrit. Laura nickte. "Das war mit klarem Kopf gesehen, ganz eindeutig über griffig. Wie bin ich nur auf diese Idee gekommen? Charly hat es mir zwar erklärt, aber offenbar hab ich einfach im Moment keinen klaren Kopf, sonst wäre mir das nicht passiert." sagte Charly.

"Kommst Du damit klar, dass das jetzt der Normalzustand ist?" fragte Laura. "Da es für mich und für sie völlig ok und quasi selbstverständlich war, gehe ich davon aus. Sie hat sich ja auch gewünscht, von mir gepflegt zu werden. Wird schon klappen. Was mir mehr Sorge bereitet, ist die Frage, ob Alina sie heben kann, wenn sie übernimmt. Das müssen wir noch testen. Sabine rund um die Uhr pflegen, finde ich schon heftig."
"Wir haben hier eine kleine Krankenstation und zwei Krankenschwestern im Wechseldienst in Rufbereitschaft. Die Diensthabende hat hier einen persönlichen Bereich und ist schnell verfügbar. Sie kann einspringen." erklärte Laura. "Gut zu wissen, aber ich brauche alle Informationen, insofern wäre es mir lieb, nur im Notfall darauf zurückzugreifen." antwortete Gerrit.

Laura betrat mit Gerrit die Wohnung und brachte sie in die Lounge. Laura ging weiter ins Spielzimmer.

Als sie reinkam, verkündete Charly "Wir haben viel über das Konzept geredet, aber ein paar Fragen haben wir noch an Gerrit. Laura holte sie rein.

Charly fragte "Wo liegen Deine Prioritäten?" Gerrit antwortete "Im Prinzip hat der Vertrag oberste Priorität und dabei geht es darum, ihn mit Leben zu füllen. Da sind die beiden Vertragspartner maßgebend. Ich muss es also schaffen, zusammen mit Alina, beide so zueinander zu führen, dass eine stabile Konstellation entsteht, die eine innere energetische Waage hat. Es gibt aber noch eine darüber liegende Ebene: Niemand darf durch die Entwicklung seelisch ernsthaft beschädigt werden."

Charly hakte nach "Warum gerade die Beschränkung auf seelische Beschädigung?" Gerrit dachte nach "Die Garantie der körperlichen Unversehrtheit ist nicht in jedem Zweig des BDSM möglich oder gar erwünscht, deshalb habe ich das ausgespart."

Charly fragte "Wem gilt Deine Loyalität?" Gerrit antwortete "Das hab ich durch das lange Gespräch mit Dir begriffen. Loyalitätsgefühle stören in dieser Situation nur. Hier sind zwei Vertragspartner, die zusammen geführt werden sollen. Das ist die Aufgabe. Sie müssen am Ende in einer Konstellation landen, die für beide erfüllend, bindend und dauerhaft ist. Dafür zu sorgen, ist meine Aufgabe, zusammen mit Alina. Wie wir sie erfüllen, obliegt allein uns. Wir sind dem Vertrag verpflichtet."

Charly fragte "Was heißt das für die Vertragspartner?" Gerrit antwortete "Sie müssen sich uns öffnen, grenzenlos und auf unsere Ratschläge hören. Solange ich in mir beziehungsweise mit Alina zusammen keine Linie habe, passiert nichts konkretes und wir werden weiter nach Lösungen suchen. Der Zeitplan liegt bei uns."

Charly fragte "Wieso hast Du dieses Konzept so gnadenlos offen gelegt? Teile davon sind durchaus gelebte Praxis, aber diese Transparenz ist neu."

Gerrit antwortete "Ich weiß, das Spiel über Eck hat eine lange Tradition. Schon in 'Die Geschichte der O' war es enthalten. Aber ich möchte nicht hinter Sabines Rücken Informationen an Natalie geben, die Grundlage für weitere Schritte in Sabines Unterwerfung auslösen und sie zugleich als 'Schwester' auffangen, ohne dass sie weiß, dass sie diese Schritte mir zu verdanken hat.

Die Transparenz hat den Vorteil, dass solche Situationen nicht auftauchen. Trotzdem kann das Spiel über Eck stattfinden, nur werde ich, respektive wir, beiden Seiten gegenüber offen sein. Wir hoffen, dass wir das gut genug erklären können, in beide Richtungen, sodass das jeweilige Vertrauensverhältnis bestehen bleibt, die Wirkung aber dennoch da ist.
Die Demütigung der 'Komplizenschaft' ist damit auch nicht vom Tisch, da wir uns der Auswirkungen unserer Aktionen durchaus bewusst sein werden und damit auch der Tatsache, dass wir jemandem weh tun. Oder jemanden beeinflussen, der uns eigentlich übergeordnet ist. Und die Verantwortung für den Vertrag, dem wir verpflichtet sind, trägt ein Übriges dazu bei. Das ist das Konzept. Wir hoffen auf Euer Vertrauen und darauf, dass es wirklich funktioniert." endete Gerrit.

"Ich denke, damit sind die Fragen geklärt und wir können zur Abstimmung schreiten." sagte Charly. Gerrit warf ein "Ich möchte bei der Abstimmung nicht dabei sein, ich bin ohnehin nicht stimmberechtigt. Aber einen Wunsch habe ich noch: Wir leben hier alle zusammen und ich könnte mir vorstellen, eine 'Hands Up' Abstimmung könnte Probleme aufwerfen. Ich empfehle eine geheime Abstimmung und nur eine Einstimmigkeit sollte gelten."

Charly nickte. Laura nahm Gerrit an die Hand und verließ mit ihr die Wohnung.

Sie stiegen in den Aufzug und landeten kurzdrauf in dem Restaurant, in dem sie schon gewesen waren.

Laura schaute Gerrit an und sagte bedächtig "Du stellst die BDSM-Welt, oder zumindest unsere Konfession aber ziemlich auf den Kopf." Gerrit antwortete "Eigentlich nicht, die Verfahrensweisen gab es vorher auch, die Transparenz ist das wirklich neue. Ich denke, damit lässt sich durchaus eine bessere Verzahnung bewirken, weil jeder alles weiß. Dass jetzt die Fäden bei der 'Hohepriesterin der Unterwerfung' zusammen laufen, wie Charly sie genannt hat, ist für die Herrin sicherlich gewöhnungsbedürftig. Aber die Hohepriesterin tritt ab, wenn die Konstellation ausgewogen und der Vertrag erfüllt ist. Zu dem Zeitpunkt hat sie alles, was sie braucht, um ihr Eigentum selbstständig zu führen und in der Waage zu halten. Und die Sub wird jeden Schritt verstanden haben und genau wissen, dass es wirklich ihre Bestimmung ist."

"Was macht die Hohepriesterin dann?" fragte Laura.

"Ich denke, sie wird maximal leiden und das wird für sie nicht überraschend kommen, immerhin hat sie ihrer Herrin das Zepter aus der Hand genommen. Aber das hat sie immer für den Vertrag getan und damit im Interesse ihrer Herrin und im Interesse der neuen Sub. Sie hat die beiden miteinander verschweißt." antwortete Gerrit. "Sie hat sich also geopfert?" fragte Laura. "So kann man es nennen." sagte Charly. "Erwartest Du das für Dich?" fragte Laura. Gerrit seufzte "Ich weiß nicht, was dann geschehen wird, aber ich bin bereit."

"Hast Du eine Ahnung, warum wir hier sind?" fragte Laura. "Einweihungsparty für unsere neue Wohnung, außerhalb der Wohnung?" fragte Gerrit. "Ja, aber nicht nur das. Ich bin ziemlich sicher, dass Du im Bezug auf den neuen Vertrag heute, die Hohepriesterin sein wirst. Und das wollen wir feiern." "Das ist noch nicht entschieden, warten wir es ab. Aber ein Weißbier würde ich zur Einweihungsparty schon nehmen. Und so ein griechischer Vorspeisenteller wäre auch nicht schlecht."

Charly und die anderen kamen rein, Sabine, in ihrem Rollstuhl, hatte jetzt auch die Beinorthesen an. Sie platzierten sich am Tisch. Laura winkte die Kellnerin herbei und sie nahm die Getränkebestellungen auf.

Charly verkündete das Ergebnis der geheimen Abstimmung: Positiv und einstimmig.

Laura applaudierte und die anderen fielen ein.

Die Getränke kamen und noch ein Vorspeisenteller dazu.

Gerrit gab Sabine zu trinken und fütterte sie. Sie hatten sich schnell aufeinander eingespielt.
Der Chef-Techniker 'Netzwerk' war da und fragte nach ihren Wünschen bezüglich des Netzwerk-Anschlusses. Gerrit bevorzugte eine direkte Verbindung zum externen Router und wollte eine öffentliche IPv4 Adresse, Sabine plädierte für eine v6-Adresse. Sie einigten sich auf beides. So hatten sie alle Möglichkeiten.

Miriam, die Konzept-Koordinatorin des Bunker-Projekts saß nebenan und erklärte Sabine die Planung für den Bunker. "Ich wollte schon immer mal im Bunker wohnen." erklärte Sabine begeistert. Miriam holte die Pläne raus und breitete sie vor Sabine aus. Sabine war fasziniert, besonders, als sie von der privaten Wohnung erfuhr. "Ist da auch Platz für mich?" fragte sie. "Haben wir heute ergänzt." sagte Miriam und strahlte. Sabine war gerührt.

Lauras Telefon klingelte und sie ging raus.

Als sie wieder da war, schlug sie mit einer Gabel an ihr Glas. Alle verstummten. Laura verkündete "Ich habe gerade einen Anruf vom Institut nebenan bekommen. Natalie, Ihr könnt hier bleiben, ein Kollege vom Institut hier hat sich bereit erklärt, Dein Seminar bei Deinem Institut zu übernehmen, wenn Du seines hier übernimmst, gleiches Thema. Ich hab dem Leiter das Problem erklärt, ohne ins Detail zu gehen. Und er hat sich reingekniet, mit Erfolg. Ihr könnt also alle hier bleiben, der Abreisetermin Sonntag Abend hat sich damit erledigt."

"Wir können hier bleiben!" freute sich Alina. "Dann brauche ich keine Krankenschwester ab Sonntag Abend" seufzte Sabine erleichtert.

Der Hauptgang kam.



102. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 15.08.26 18:28

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Alina und Gerrit hatten sich in den Raum nebenan zurückgezogen und besprachen das weitere Vorgehen. Als sie sich einig waren, holte Alina Natalie herein und Gerrit erklärte ihr den Plan.

Gerrit und Alina saßen wieder auf ihren Plätzen, gegenüber von Sabine. Laura hatte sanfte elektronische Musik aufgelegt. Miriam und Sabine waren ins Gespräch vertieft, Natalie näherte sich Sabine von hinten.

Sie formte ihre Hände, als würde sie einen Basketball halten und bewegte sie langsam auf Sabines Kopf zu. Ihre Fingerspitzen waren keine zwei Zentimeter mehr von Sabines Kopf entfernt, sie zitterten leicht. Einige kürzere Haare standen zu Berge, es musste eine Kraft von ihren Fingern ausgehen.

Alina und Gerrit sahen Sabine mit ruhigem, festem Blick in die Augen. Sie hatte Natalies Hände gespürt, obwohl es keine Berührung gab. Ihre Augen spiegelten die Demut, die sie beherrschte.
Völlig immobilisiert musste sie spüren, wie die Energie ihrer neuen Herrin in sie hineinfloss. Sie seufzte leise.
Natalies Hände bewegten sich nun im Einklang mit der Musik. Sie umkreiste mit ihnen Sabines Kopf, ohne ihn zu berühren. Die stöhnte und schien ihre Augen schließen zu wollen. Gerrit schüttelte fast unmerklich den Kopf und schaute sie mit strengem, aber auch mitfühlendem Blick an. Tränen liefen ihr über die Wangen.
Natalie hatte ihre Bewegungen gestoppt und senkte die Fingerspitzen ganz langsam ab. Bei der gleichzeitigen Berührung an zehn Punkten entlud sich eine Welle von Energie, Sabine jauchzte laut, ihre Augen wurden glasig und sie schloss sie. Natalie bewegte ihre Finger wieder in Harmonie mit der Musik, diesmal mit Hautkontakt. Sie glitten über ihre Haare, touchierten ihre Ohrläppchen, wanderten in den Nacken, verweilten dort kreisend und bewegten sich zu den Schultern. Seitlich der Schultergelenke, waagerecht und zur Mitte hin gerichtet blieben sie stehen. Sabine atmete schneller, 'Augen auf!' befahl Gerrit. Sie öffnete sie mühsam und Gerrit sah, wie das Gefühl des Ausgeliefertseins und der Demut in ihr loderte. Alina sah Natalie an und nickte. Die zog ihre Hände zurück und blieb bewegungslos stehen. Sabine schluchzte. Gerrit befahl 'Augen zu!'.

Alina und Gerrit standen auf, verneigten sich vor Natalie und gingen zusammen aufs WC. Bevor die Tür sich hinter ihnen schloss, hörten sie Applaus. "Initiation gelungen!" meinte Alina, "Ja" schloss sich Gerrit an.




103. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 16.08.26 04:10

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel neunundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Alina und Gerrit waren zurück und setzten sich.
"Immer noch die Augen geschlossen, braves Mädchen!" lobte Gerrit. Sabine erklärte "Ich habe mich nicht getraut, sie wieder auf zu machen. Dein Befehl war sehr zwingend."

"Weinst Du noch?" fragte Gerrit. Sie schüttelte den Kopf. "Dann werde ich Dir mal die Augen trocknen." sagte Gerrit und stand auf. Sie nahm ein Taschentuch, wischte Sabine die Augen trocken und sah zu Alina und Natalie.
Beide nickten, Alina gab Natalie zwei Pflaster. Gerrit streichelte Sabine über den Kopf. "Der Befehl, die Augen wieder zu öffnen, wird heute nicht kommen. Im Gegenteil. Du bekommst jetzt Augenpflaster." kündigte Gerrit an und hielt ihren Kopf in Position, damit Natalie ihr die Pflaster auf die Augen kleben konnte. "Sitzen sie gut oder tut etwas weh?" fragte Gerrit. "Alles Ok. Wie lange werde ich sie tragen müssen?" fragte sie. "Bis auf Weiteres." erwiderte Gerrit trocken. Sabine seufzte.

Es war still geworden am Tisch, alle verfolgten gebannt die Geschehnisse.

"Gerrit, was hast Du gefühlt, als Du mir gerade den Kopf festgehalten hast?" fragte Sabine.
Gerrit seufzte "Demut, und Schmerz, weil ich Dir weh tun musste. Und das war ja nicht nur dieser Moment. Solange Du die Pflaster trägst, wird es mir weh tun. Ich habe sie selbst lange getragen und ich weiß sehr gut, wie Du Dich fühlst. Da ist sehr viel Mitgefühl in mir."

"Hast Du das selbst entschieden?" fragte Sabine. Gerrit entgegnete "Ich fand die Maßnahme im Rahmen Deiner Unterwerfung geeignet, aber ich habe mich mit Alina und auch mit Natalie per Blickkontakt abgestimmt. Beide haben genickt."

Sabine hakte nach "Was wäre gewesen, wenn meine Herrin genickt und Alina den Kopf geschüttelt hätte?"
"Dann wäre es nicht passiert." antwortete Gerrit.

"Und wenn Natalie den Kopf geschüttelt und Alina genickt hätte?" fragte Sabine.
Gerrit seufzte "Das ist schwierig, da hätten wir erstmal geredet und uns Natalies Argumente angehört. Wäre die Situation so geblieben, wäre es eine Frage der Abwägung gewesen. Was bewirkt es bei Natalie, wenn wir uns über sie hinweg setzen? Das ist so kompliziert, das kann man nicht in einer 'was wäre, wenn' Frage beantworten."

Sabine überlegte "Es gibt also mindestens eine, vielleicht sogar zwei Situationen, in denen Ihr gegen den Willen von Natalie gehandelt hättet. Die eine entspricht dem Statut, das heute einstimmig beschlossen wurde, die andere ist ein Grenzfall. Gerrit, was wird wohl mit Dir passieren, wenn Du wieder einfach nur Eigentum bist und nicht mehr die Hüterin des Vertrags?"

Gerrit schmunzelte "Das hat Laura vorhin schon gefragt. Ich habe geantwortet, ich werde wohl maximal leiden müssen."

Sabine blieb hartnäckig "Machst Du Dir Gedanken, was Dir konkret bevorstehen könnte?"

Gerrit senkte den Blick uns sagte bedächtig "Nein das tue ich nicht. Ich habe drei Herrinnen, wenn die gegeneinander arbeiten, werde ich sowieso zerrieben. Wenn sie sich einig sind, wird es so passieren. Jedenfalls, wenn sie diesen Appell berücksichtigen: Wenn Ihr Etwas mit mir vorhabt, was richtig Angst bei mir auslösen könnte, dann gestaltet die Situation absolut unentrinnbar für mich." endete Gerrit und ging aufs WC. Natalie folgte.

Sie hatten sich gerade die Hände gewaschen. Natalie sah Gerrit tief in die Augen und sagte bewegt "Wir werden Deinen Appell berücksichtigen, das verspreche ich Dir!" Gerrit kamen die Tränen und sie sagte "Danke!"

"Übrigens, wäre Sabine jetzt nicht in dieser medizinischen Situation, ich würde die Kopfhaube sofort nochmal einsetzen." sagte Natalie schmunzelnd. "Wieso?" fragte Gerrit verdutzt.
"Sie hat Veränderungen bei Dir bewirkt, die mir gefallen, auch wenn Du teilweise ein wenig neben der Kappe warst." antwortete Natalie schmunzelnd. "Was meinst Du?" fragte Gerrit.
Natalie lachte "Du hast schon den ganzen Tag den Rock an, aber keine Maske. Und hast bei der Ärztin kein Problem damit gehabt, bist ganz selbstverständlich im Hotel rumgelaufen, im Park und jetzt bist Du schon zum wiederholten Mal, ohne dass eine von uns helfen musste, auf der Damentoilette, auch ganz selbstverständlich. Verstehst Du es jetzt?"
Gerrit war perplex "Uff, sagte sie. Ja, die Kopfhaube ist heftig, sie kehrt das Innerste nach außen." kicherte sie.

"Eine Frage hab ich noch. Wir sind hier oben ziemlich unter uns. Charly hatte heute den Gedanken, etwas mehr über das zu erfahren, was passierte, nachdem Deine spätere Frau Dich unterworfen und eingesperrt hatte. Würdest Du das hier vor Laura und Teilen ihres Teams erzählen?" fragte sie.

"Geht klar, kein Problem, dann bekommt Sabine auch gleich noch interessante Eindrücke und das Team ebenfalls." kicherte Gerrit. "Das war der Plan." grinste Natalie und sie verließen das WC.

Als sie wieder am Tisch waren, gab Natalie Charly ein Zeichen.

Charly fragte "Vorab, bist Du mit der Transparenz, die Du in das Konzept eingebracht hast, zufrieden?"
"Absolut, es wird zwar komplizierter, aber es ist vertrauensbildend und es hilft allen dabei, die Dinge zu verstehen. In dem Sinne ist es auch ein Beweis dafür, dass die Kenntnis der Zusammenhänge die Wirkungen nicht aufhebt. Vielleicht verstärkt sie die sogar, weil jedem auch die Gedanken und Gefühle der anderen vertraut sind." antwortete Gerrit.
"Perfekt beschrieben, das war genial. Ich war skeptisch, aber Du hattest Recht, Frau Kollegin! Es macht einen Riesenspaß, mit Dir zu arbeiten." lobte Charly. "Ganz meinerseits." schmunzelte Gerrit.

Charly erklärte dem Team und Sabine die Vorgeschichte bis zu dem Punkt, als Gerrits Sub den Spieß umdrehte und Herrin wurde.

Charly fragte "Wie ist die Zeit nach diesem Polwechsel verlaufen?"

Gerrit holte aus "Also, nach der Unterwerfung bekam ich eine Augenbinde und Handfesseln. Sie zog mir die Hose aus und einen Rock an, danach fesselte sie mir die Füße und setzte mich in einen Sessel im Wohnzimmer.

Sie fragte, wie ich mich fühle und ich konnte nur sagen, dass ich überwältigt war von der Präzision ihrer Attacke und ihrer Stringenz. Sie hatte mich völlig überrumpelt und nun gehörte ich ihr.

Ich war glücklich über diese Wendung und sie offenbar auch.
Da wir beide ziemlich beschwipst waren, endete der Abend schnell.
Während ich mich für die Nacht parat gemacht habe, hatte sie das Bett vorbereitet. Kurz drauf lag ich ausgespreizt und fixiert drin und hatte wieder die Augenbinde auf. Sie kuschelte sich an und wir sind eingeschlafen.

Nachts musste ich aufs WC, sie hat mir die Fesseln und die Augenbinde nicht abgenommen, mich in Trippelschritten ins Bad geführt und eigentlich genau das gemacht, was ich mit ihr in der früheren Konstellation in Berlin auch gemacht habe. Danach schlossen sich wieder die Schlösser und ich war fixiert."

Charly fragte "Hat es weh getan?"

Gerrit antwortete "Ja, das hat es und sehr oft hat sie das auch nicht mit mir gemacht. Später konnte ich mich zumindest auch mal auf die Seite drehen. Am nächsten Tag bekam ich nach der Dusche und dem Frühstück wieder Hand- und Fuß-Fesseln, die Fußfesseln waren aber in der Küche mittels einer Kette mit dem Heizkörper verbunden. Das Limit war der Kühlschrank. Weiter kam ich nicht.

Sie war in ihrem Laden, eine Etage tiefer. Ich hatte mein Handy auf dem Tisch, um Alarm geben zu können, wenn etwas ist. Ich habe viel am Fenster gesessen und auf den Park der gegenüberliegenden Berufsschule geschaut, surreale Situation, aber ich hab mich gut gefühlt, ausgeliefert, gedemütigt, aber gut.

Zwischendurch hatte sie einen Zettel 'Bin gleich wieder da' an die Ladentür gehängt, abgeschlossen und ist hoch gekommen um bei mir nach dem Linken zu sehen, so formulierte sie das immer. Und sie befahl mir bei einer dieser Kurzvisiten, Essen zu kochen. Mit Fußfesseln, plus Kette und den Handfesseln zu kochen ist schon sehr speziell. Man muss sich die Bewegungsabläufe sehr genau überlegen, sonst funktionierts nicht. Hab's aber hinbekommen. Auch das Essen in Fesseln war eine Herausforderung."

Charly fragte "Wie lange hatte diese Konstellation Bestand?"

Gerrit lachte "Ganze drei Tage, danach wurde es richtig heftig. Sie hat in ihrem Laden abends immer wieder spezielle Workshops gemacht. Diesmal stand ein Bastelabend an. Ich hab keinen Draht zu Basteln, aber sie hat mich in die Stadt mitgeschleppt, um Materialien zu kaufen. Das, was sie wollte, hatte sie gefunden und ich trug den Einkaufskorb. Wir hatten uns zwischen den hohen Regalen verlaufen und suchten den Weg zur Kasse. In einem Regalfach, an dem wir vorbei kamen, lagen Gipsbinden. Sie blieb stehen, überlegte, schaute mich mit einem diabolischen Blick an und packte alles, was da war in meinen Einkaufskorb. Ich ahnte Fürchterliches.

Zuhause befahl sie mir, im Internet medizinische Befunde zu suchen, die einen Gips vom Oberarm, kurz unter der Schulter bis zu den Fingerspitzen, inklusive Daumen rechtfertigen konnten. Ich wusste, was mir blüht, aber ich habe ganz professionell recherchiert und mich mit ihr total sachlich abgestimmt. Irgendwann hatten wir einen passenden Befund gefunden. Wir fuhren die Rechner runter, ich musste mich duschen, sie hatte mir ein Oberteil rausgelegt, das an den Ärmeln weit genug war und fing an, mir die Arme und Hände einzugipsen. Es dauerte etwa eine Stunde, danach musste ich noch eine halbe Stunde alles still halten, bis der Gips ausgehärtet war. Nun war ich komplett hilflos."

Sabine sagte sehr bewegt "Das ist ja noch viel schlimmer, als meine Orthesen, die kann man immerhin schnell abnehmen. Und sie sind leicht."

Gerrit seufzte "Das Gewicht war wirklich heftig und an den Oberarmen drückte es auch, wenn die Gipse nicht irgendwo auflagen. Mit ihr durch die Stadt zu gehen, mit hängenden Armen war schmerzhaft. Im Restaurant oder im Bistro war es besser, da hatte ich Armlehnen, um sie abzulegen."

Charly fragte "Was waren Deine primären Gefühle in der Zeit?"

Gerrit antwortete "Der Schmerz, den ich versucht habe, zu vermeiden, indem ich immer eine passende Ablage gesucht habe. Dann kam das Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins, das ich irgendwie kultiviert habe. Ich habe die Gipse mit Stolz getragen, weil meine Frau mich so wollte. Wenn wir unterwegs waren, habe ich Hilfe gern angenommen, aber ich habe zugleich auch eine Ausstrahlung der Selbstverständlichkeit gehabt, ich wollte kein Mitleid.

Sie hat mich schon kurz nachdem ich die Gipse trug, tagsüber in einen Ohrensessel in ihrem Laden gesetzt und als Ausstellungsstück genutzt. Die Kunden, die in ihren Laden kamen, sahen mich gleich. Die Reaktionen waren unterschiedlich, aber meine Frau hat es genossen, mich zu präsentieren. Mir war es oft peinlich, aber ich war stolz darauf, ihr Spielzeug zu sein.

Ich hab mit den Gipsen in ihrem Laden sogar literarische Lesungen gehalten. Ihre Freundin hat mitgelesen und rechtzeitig die Seiten umgeschlagen, das konnte ich ja nicht. Es klappte sehr gut und die Lesungen waren ein voller Erfolg.

Zum Schluss kommt die Demut, dass ich jeden schönen Moment in dieser Zeit, meiner Herrin zu verdanken habe.

Charly seufzte "Hältst Du gerade ein Seminar?"

Gerrit überlegte "Eigentlich erzähle ich nur aus meinem Leben, aber, wenn ich darüber nachdenke: Du hast Recht. Ich halte ein Seminar über die Psychologie der Unterwerfung und belege es mit eigenen Erlebnissen. Und die Zielgruppe ist Lauras Team. Vor allem aber gilt es Euch und besonders Sabine. Möge es ihr unsere Konfession näher bringen."

Sabine seufzte "Ich dachte immer, ich bin hart drauf. Aber wenn ich deine Erfahrungen und Erlebnisse und die Philosophie dahinter höre, fühlt sich das schon ganz anders an. Ich glaube, ich habe heute Abend sehr viel über Eure 'Konfession' gelernt. Danke, Gerrit!"

Gerrit bedankte sich und fragte "Magst Du Dich weiter darauf einlassen, oder möchtest Du die Reißleine ziehen?"

"Eigentlich habe ich ja noch Zeit für die Entscheidung, aber, so wie es sich für mich anfühlt, bleibe ich definitiv dabei. Und das möchte ich auch jetzt schon endgültig haben. Können wir die Reißleine streichen?" fragte Sabine.

Charly schaltete sich ein "Das wäre eine Änderung des Vertrags, ist aber möglich. Alle Beteiligten treffen sich nebenan. Einstimmigkeit ist erforderlich. Gerrit fuhr Sabine in den Nebenraum, kehrte zurück und ging mit Laura aufs WC.

Laura schüttelte den Kopf "Dein Seminar war so gut, dass sie sich jetzt schon selbst den Rückweg abschneiden will und wahrscheinlich passiert das gerade. Wie fühlst Du Dich?"

Gerrit schluchzte "Damit habe ich nicht gerechnet. Ich wollte sie eigentlich so gut mit allem vertraut machen, dass sie am Ende, nach reiflicher Überlegung, eine Entscheidung fällen kann. Jetzt will sie sofort die Endgültigkeit, ich bin baff."

Laura sagte "Wenn jetzt der Vertrag geändert wird, was ist dann mit Deiner Rolle?"

Gerrit antwortete "Die ist Geschichte. Wenn jetzt schon die Endgültigkeit festgeschrieben wird, ist eine Hüterin des Vertrags wahrscheinlich nicht mehr nötig. Aber das habe ich nicht zu entscheiden. Fragt Charly. In jedem Fall bin ich jetzt raus, weil der Vertrag, dem ich dienen sollte, nicht mehr gilt."

"Was ist mit Deiner Rolle als Pflegerin für sie?" fragte Laura. Gerrit antwortete "Übernehme ich, wenn es nicht anders geht. Aber ich glaube, ich brauche heute Nacht nochmal die Kopfhaube. Charly sollte bei mir sein und das ganze sollte in meinem oder ihrem Zimmer stattfinden. Ich bin grad ziemlich durchgerüttelt und habe echte Probleme, auf 'Normal' zu schalten und das müsste ich, um Sabine zu pflegen. Sorry, ich kann es derzeit nicht."

Charly hatte eine Ahnung gehabt und kam rein. Laura erklärte ihr die Situation, Gerrit stand weinend daneben.

Charly nahm sie an die Hand und führte sie zum Fahrstuhl. Im Keller angekommen, ging es in die Wohnung. Charly ordnete an, dass sich Gerrit fürs Bett fertig machen sollte, sie hatte ihr Zimmer gewählt. Sie ging ins Spielzimmer, holte Fessel-Handschuhe und die Haube, das sollte reichen.

Als sie soweit war, legte Charly Gerrit ins Bett, positionierte ihren Kopf im Hinterteil der Haube und ließ den Vorderteil sinken bis zur Raste. Sie war jetzt isoliert und Charly weinte nun auch. Sie drehte Gerrit auf die Seite und kuschelte sich an.




104. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 17.08.26 02:05

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 90)

Gerrit ertastete Charlys Hände, ergriff sie und führte sie an die Kopfhaube. Charly begriff, sie will raus und drehte sie auf den Rücken. Mit den Magnetschlüsseln öffnete sie die Verschlüsse und nahm das Frontteil ab. Danach hob sie ihren Kopf und zog das hinter Teil darunter weg.

"Was ist los?" fragte sie. Gerrit antwortete etwas stockend "Ich hatte eben in meinem schwarzen Loch eine Idee.

Es gibt mit Sabine eigentlich zwei Probleme.
Zum einen ist sie sehr forsch und spontan, was wir ja oben schon bemerkt haben. Wir haben ihr das alles verziehen, aber ich vermute, es wird nicht lange dauern bis sie wieder etwas raushaut, was uns ins Schlingern bringt.
Den Vertrag nach nur wenigen Stunden Gültigkeit zu ändern, passt eigentlich auch in die Linie, obwohl es mich freut, dass sie sich den Rückweg abschneiden wollte. Sie hatte offenbar Angst, es sich vielleicht später anders zu überlegen. Den Mut, gleich 'all in' zu gehen, muss man auch erstmal haben.

Zum anderen haben wir nur begrenzte Mittel, sie zu formen, weil viele Verfahren entweder an ihr abperlen oder die Wirkung ins Gegenteil verkehrt wird, weil sie so extrem drauf ist. Mir ist aber eine Variante in den Kopf gekommen, die funktionieren könnte.

Ihr könntet uns miteinander verbinden, nicht physisch natürlich, sondern durch eine Regel. Immer, wenn sie etwas kritikwürdiges macht, werde ich geschlagen und sie muss zuschauen. Sie weiß, das ich Angst vor Schmerz habe und ihn nicht genieße. Und sie mag mich, sodass sie seelisch leiden würde, wenn ich wegen ihres Handelns geschlagen werde. Das könnte zu einem Regelkreis führen, der sie bedachter und vorausschauender handeln lassen würde. Was hältst Du davon?"

Charly schmunzelte "Du magst sie offenbar auch sehr und ich bewundere Deine Opferbereitschaft. Dein Plan erscheint mir schlüssig. Ich hole mal Alina und Natalie. Wir brauchen ein 'Lagerfeuer'."

Kurz drauf saßen sie zu viert im Kreis und Charly erklärte das Konzept.

Alina staunte "Wow, Du opferst Dich, damit sie eingehegt werden kann. Eine sehr starke Geste."
Natalie fragte "Sollten sichtbare Spuren bleiben?"
Gerrit antwortete "Unbedingt, für ein paar Tage. Und, solange die sichtbar sind, werde ich hier unten einen kurzen Rock tragen. Damit ist jedem, der hier ein und aus geht, klar, dass Sabine sich wieder kritikwürdig verhalten hat."
Natalie hakte nach "Ist die Regel mit Deiner Rolle als Hüterin des Vertrages verknüpft?"

Gerrit erläuterte "Die Hüterin ist durch die Änderung erstmal raus. Der Vertrag, dem sie verpflichtet war, existiert nicht mehr. Das gilt übrigens auch für Alina. Ich werde diese Rolle nur dann für einen neuen Vertrag wieder übernehmen, wenn Sabine dieser Regel zustimmt. Danach ist die Regel dauerhaft. Also, wenn die Hüterin des Vertrages nicht mehr gebraucht wird, kann sie abdanken, die Regel aber bleibt bestehen.

Natalie blieb am Ball "Wer sollte schlagen?"

Gerrit erwiderte "Charly, Sorry, ich hab Dich gar nicht gefragt. Aber Du bist in den Vertrag nicht eingebunden, auch nicht in das Konzept der Hüterinnen und deshalb am unabhängigsten. Außerdem hast Du Übung und, was mir wichtig ist, für Dich ist das nur Handwerk. Du hast keine emotionale Beziehung zu Schmerzen, egal ob passiv oder aktiv, ebenso, wie ich. Du wirst es kühl, präzise und perfekt machen."

Natalie lächelte verschmitzt "Gerrit, würdest Du Sabine auch langfristig in meinem Auftrag führen? Die Regel ergibt nämlich einen schönen Regelkreis. Bin ich mit ihr nicht zufrieden, bekommst Du die Schläge und kannst nachjustieren. Eine bessere Motivation kann es kaum geben."

Gerrit lachte "Da hast Du Recht, und ja, es wäre mir eine Ehre. Übrigens, ist jemand bei Sabine?"

Charly nickte "Ich hab vorhin die Krankenschwester in Rufbereitschaft angerufen. Sie ist bei ihr."

Gerrit entgegnete ernst "Das ist gut. Ich würde gern nochmal mit Euch in den Park gehen, bevor die Regel, vorbehaltlich ihrer Zustimmung, in Kraft tritt. Ich vermute, ihre Aktion gestern Abend rechtfertigt die ersten Schläge."

Charly nickte "Ich schau mal, ob sie zustimmt."
Charly kam kurz drauf zurück und meinte "Kein Problem, ich hab mir Sabines Handy geklaut und der Krankenschwester die Nummer gegeben, sie ruft an, wenn was ist. Mein Handy liegt, wie üblich im Laden. Das sollte ich mir mal abgewöhnen."

Sie zogen sich schnell etwas an und machten sich auf den Weg.
Im Aufzug meinte Alina "Dir scheint der Rock in der Öffentlichkeit gar nichts mehr auszumachen."
Gerrit erwiderte "Ich weiß nicht, ob das wirklich so ist, aber ich habe vorhin mit der Haube auf dem Kopf etwas festgestellt, was mich wirklich erstaunt hat. Das Hotel und nicht nur unsere Wohnung ist für mich ein Zuhause geworden.
Sicher gibt es zwischen der Wohnung und dem Rest noch Unterschiede, im kurzen Rock, mit sichtbaren Striemen, würde ich wohl nicht quer durchs Hotel laufen." Gerrit stutzte einen Moment "Wer weiß, vielleicht doch, keine Ahnung. Jedenfalls hat mich die Offenheit und Akzeptanz hier gefangen genommen." Gerrit bemerkte ihr Wortspiel und kicherte.

Die frische Brise im Park tat ihnen gut. Sie atmeten tief durch, gingen den Rundweg entlang und kamen an die beiden Eichen.
Alina fragte Gerrit "Erinnerst Du Dich?" Gerrit erwiderte "Natürlich, wir beide hinter den Eichen, die Security schaltet respektvoll weg, weil es aussah, als würden wir beide mal müssen. Und wir sind ausgebüxt. Großes Kino."

Sie lachten beide und gingen schweigend weiter.

Natalie war nachdenklich "Wir haben jetzt eine komplexe Eigentums- und Beziehungs-Konstellation. Vielleicht habe ich in mir auch noch eine traditionelle Seite, jedenfalls geht mir gerade etwas durch den Kopf und ich frage mal ganz direkt.

Ist Liebe teilbar?"

Gerrit antwortete "Die Frage geht von einer überkommenen Grundhaltung aus. Liebe ist keine Ressource, bei der in einem Tank eine bestimmte Menge ist, die man vielleicht komplett an einen geben oder 50:50 auf zwei verteilen kann.
Ich denke, jede Beziehung, in der man liebt, ist einzigartig, sie hat ihre eigene Kraftquelle. Und die ist die Liebe selbst. Solange genug Energie im Gesamtsystem Mensch ist, gibt es unbegrenzte Energie für Liebe.

Liebe muss also gar nicht geteilt werden. Wenn die Beziehung stimmig ist, kann jede auf 100 Prozent laufen, egal, ob es eine, zwei, drei oder vier sind. Bei mir ist es im Moment so, dass ich ohne Abstriche, also hundertprozentig, sagen kann: Ich liebe Natalie, ich liebe Alina, ich liebe Charly und ich liebe Sabine."

Charly seufzte "Du haust mich immer wieder um, diesmal in Philosophie. Das ist ein wunderschöner Gedanke, den Du da formuliert hast und ich kann ihn auch nachvollziehen. Liebe gibt Kraft, sie nimmt keine. Ich bin gerührt."

Alina seufzte "Das ist so süß, Liebe ist die Kraft, die uns trägt. Ich liebe Euch und Sabine auch."

Natalie schluchzte "Ich glaub, ich muss meine traditionellen Prägungen aufarbeiten, Gerrit, Charly, ich brauch mal ein paar Sitzungen."

"Jederzeit!" antworteten beide im Chor.

Sie liefen noch eine Weile schweigend weiter.

Gerrit wurde ernst "Ich denke, wir sollten wieder zurück gehen. Sabines Antwort auf die Regel wird den Weg weisen und vielleicht werde ich heute in die Welt des Schmerzes eingeweiht. Die paar Schläge in den letzten Nächten kann man ja nicht mitzählen. Dass ich ihn nicht lieben werde, ist für mich klar. Nicht klar ist, ob ich ihn verkraften kann. Aber das Konzept ist schlüssig, ich stehe dazu und bin bereit."

Schweigend gingen sie zurück, jede hing ihren Gedanken nach.

Zurück in der Wohnung, schaute Charly im Spielzimmer nach, ob alles Ok war. Die Krankenschwester berichtete, dass Sabine die ganze Zeit geschlafen hatte. Charly dankte ihr und verabschiedete sich von ihr.

Sodann holte sie die Kopfhaube. Alina hatte Sabine geweckt und aufs WC gebracht. Sie hatte keine Probleme damit, sie aus dem Bett in den Rollstuhl zu heben. Gerrit war erleichtert, korrigierte ihre Haltung noch ein wenig, damit die Belastung für den Rücken nicht so hoch war.

Als sie zurück waren, erklärte Charly Sabine die Regel.

Sabine schluchzte "Gerrit, dann wirst Du fortan immer geschlagen, wenn Natalie mit mir nicht zufrieden ist. Das ist krass. Wer hat sich das ausgedacht?" fragte sie.

Gerrit erläuterte "Als ich vorhin mit der Kopfhaube in irgendeinem schwarzen Loch abgetaucht war, ist mir diese Idee gekommen. Du bist vielen Maßnahmen zur Formung gegenüber immun, weil Du so extrem bist. Aber Du magst mich und wenn ich für Dich leide, wird Dir das weh tun. Und damit wärest Du besser formbar."

Sabine seufzte "Da ist mehr als 'mögen', aber das, was Du vor hast, ist heftig. Du opferst Dich für meine Formung."

Gerrit erwiderte "Ja, und das mit voller Überzeugung. Ich werde Dich nämlich auch im Auftrag Deiner und meiner Herrin führen. Mache ich es nicht gut, wird's mir weh tun, mache ich es gut und sie ist mit Dir zufrieden, bekomme ich keine Schläge."

"Du verknüpfst also Dein Schicksal mit meinem Verhalten?" fragte Sabine.

Gerrit atmete tief durch "Das tue ich. Und ich werde die Rolle der Hüterin des neuen Vertrages auch nur dann annehmen, wenn Du der Regel zustimmst."

"Ich bin am Arsch! Ich will unbedingt, dass Du diese Rolle wieder übernimmst. Ich hab also keine andere Wahl, als zuzustimmen. Wird die Regel dauerhaft sein?" fragte Sabine.

"Das wird sie, jede Deiner Handlungen wird sich damit auf mich auswirken." konstatierte Gerrit.

Sabine zögerte "Bei Dir ist offenbar auch viel mehr im Spiel, als 'mögen'. Ich bin einverstanden!"

Charly stellte fest "Dann seid Ihr jetzt dauerhaft auf diese Weise verbunden. Die Vertragsänderung gestern Abend wird der erste Punkt sein, der Auswirkungen hat."

Gerrit erklärte "Du hast gestern Abend mal kurzerhand alles durcheinander gewirbelt, hatten wir vorher auch schon. Die Dinge vorher waren verziehen, der gestern ist noch offen. Ich verstehe Deine Gründe sehr gut. Du wolltest Dir den Rückweg abschneiden, bevor Du es Dir anders überlegen kannst. Etwas Ähnliches war der Grund für meinen Appell. Wenn ich mich in Dich hineinversetze, muss ich sagen: Alles richtig gemacht. Trotzdem wird diese Aktion die Initiation der Regel werden."

Charly legte Gerrit die Kopfhaube wieder an. Natalie nahm Sabine die Augenpflaster ab und wischte die Augenpartie feucht durch. Alina führte Gerrit zum Andreaskreuz. Alina, Charly und Natalie fixierten Gerrit am Kreuz.

Charlie nahm einen Knobelbecher, einen Bierdeckel, sowie zwei Würfel. Pasch sechs, der Höchstwert.

Sie nahm den Reitstock, atmete tief durch und näherte sich Gerrit. Sie konzentrierte sich, zielte auf den linken Schenkel und schlug zu, direkt zwei Mal hintereinander, etwas versetzt.
Gerrit blieb still, aber atmete schnell. Charly wartete, bis sich die Atemfrequenz normalisiert hatte, zielte auf den anderen Schenkel, schlug zu, wartete zehn Sekunden und schlug ein weiteres Mal knapp darunter zu.
Ohne Zeitverzug folgte ein Schlag auf der linken Seite, dann wieder einer rechts.

Gerrit stöhnte.

Charly wartete etwa eine Minute und traf erneut links und rechts im kurzen Wechsel. Das Stöhnen wurde lauter.

Sabine liefen die Tränen herunter, sie konnte kaum noch etwas sehen und schluchzte.

Charly konzentrierte sich neu und schlug zweimal auf Rechts und noch zweimal auf Links.

Gerrit war am Ende und das Maß war voll.

Natalie und Charly gingen raus, Alina tröstete Sabine, Gerrit blieb hängen und schluchzte.

In der Lounge setzten sich Charly und Natalie auf ein Sofa.
Charly seufzte "Ich hatte noch nie eine Novizin, das war ziemlich heftig."
Natalie seufzte ebenfalls "Ich hoffe, es war nicht zu schlimm für sie."

"Das werden wir sehen. Sabine muss jedenfalls zurück ins Bett, ich denke, wir brauchen den Rollstuhl für Gerrit. Die wird uns wohl einfach entgegen purzeln, wenn wir sie losmachen. Wir sollten sie dann gleich im Bad des Spielzimmers aufs WC bringen, mindestens zu zweit. Und dann direkt in mein Zimmer und dort ins Bett packen." sagte Charly.

Sie sahen sich an und standen auf.

Im Spielzimmer hatte Alina die Situation schon begriffen und Sabine wieder ins Bett gebracht. Sie stand mit dem Rollstuhl am Andreaskreuz und zu dritt befreiten sie Gerrit, fingen sie auf und setzten sie in den Rollstuhl. Nachdem sie sie aufs WC gebracht hatten, fuhr Charly den Rollstuhl in ihr Zimmer. Sie hoben Gerrit ins Bett, Natalie und Alina verabschiedeten sich.

Charly nahm Gerrit die Kopfhaube ab und trocknete ihre Augenpartie.

"War es schlimmer, als erwartet?" fragte Charly.
Gerrit nickte, sagte aber nichts.
Charly beobachtete Gerrit eine Weile, sie schien apathisch.

Sie umarmte sie und sie schliefen nach einer Weile ein.




105. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 18.08.26 04:18

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 91)

"Autsch!" stöhnte Gerrit, als sie sich auf die andere Seite drehen wollte. "Das wird noch einige Tage dauern, bis solche ganz normalen Dinge nicht mehr weh tun." stellte Charly fest. "Ich weiß." seufzte Gerrit.

"Wie fühlst Du Dich, wenn es gerade nicht körperlich weh tut?" fragte Charly.
Gerrit überlegte "Ausgesprochen gut. Die neue Situation hat eine gewisse Ausweglosigkeit. Sabine und ich sind zum Erfolg verdammt, sonst werden wir beide leiden. Das ergibt eine starke Bindung, aber auch eine große Entspanntheit. Wir können nur noch unser Bestes geben und dieses Bewusstsein bewirkt Demut."

Charly fragte "Sollte die Konstellation, dass nur Natalie ihre Herrin ist, so bleiben?"

Gerrit sah ihr tief in die Augen und streichelte ihr über die Wange "Für die nächste Zeit sollte das so bleiben. Wenn es mir gelingt, sie so zu formen, wie ich es mir vorstelle, dann wird sie irgendwann bereit sein für Alina und Dich. Denn das ist meine langfristige Perspektive.

Die Belastung, die es mit sich bringt, eine Sub zu besitzen, wird vielfach unterschätzt. Das weiß ich aus der Erfahrung mit meiner Frau. Zwei Eigentümerinnen sind das mindeste, drei sind optimal. Gedulde Dich eine Weile. Sie muss ohnehin erstmal ihre Prüfung machen. Wenn sie dann angestellt ist, werde ich das anpeilen. Oder hast Du andere Wünsche?" fragte Gerrit, verschmitzt lächelnd.

Charly seufzte "Du bist so feinfühlig, streichelst mich, weil Du weißt, dass da mehr in mir ist, als 'mögen', wie sie es bei Dir gestern schon formuliert hast. Und jetzt hast Du gerade auch gespürt, dass ich sie eher in einer Situation sehen würde, wie die, in der Du bist. Du hast keine Anstellung, Du gehörst uns und dienst uns. Basta. Sie würde mir dann teilweise im Laden dienen und ansonsten Alina, Natalie oder uns dreien."

Gerrit nickte "Gut, dass ich das jetzt weiß, ich werde sie entsprechend formen. Danke."

Sie nahmen sich in der Arm und blieben eine gefühlte Ewigkeit so liegen.

Schließlich fragte Charly "Kannst Du allein duschen?"

Gerrit antwortete "Können: ja, Wollen: nein!"

Charly lachte "Hab ich mir gedacht. Ich schau mal, ob Klara ein Outfit hingelegt hat."

Kurz drauf kam sie mit zwei Schachteln zurück und packte aus.
Kurze Röcke, weites Top und Kniestrümpfe.

Charly erklärte, dass Laura schon früh da war, das Überwachungsteam hatte ihren nächtlichen Spaziergang mitbekommen. Natalie hatte ihr die neue Lage beschrieben. Eine Weile später kam das angepasste Outfit.

"Die arbeitet wirklich schnell." staunte Gerrit, stand auf und ging mit Charly ins Bad.

In der Lounge hatte Natalie sich Kaffee, Brötchen und Marmelade geholt. Alina rollte Sabine herein und platzierte den Rollstuhl am Tisch. Alle drei hatten das gleiche Outfit an, wie Charly es eben für sich und Gerrit abgeholt hatte.

Sabine war nachdenklich "Ich wollte doch eigentlich Euer Quartett nicht stören. Jetzt trag ich auch den Partner-Look und hab wieder alles durcheinander gewirbelt. Wird Gerrit dafür geschlagen?"

Alina schüttelte den Kopf "Da Du jetzt Natalies Eigentum bist, gehörst Du dazu. Im Übrigen hatte Gerrit heute Nacht die Höchststrafe. Die muss sich erstmal erholen."

Alina fütterte Sabine. "Wie geht es ihr denn?" fragte Sabine. Natalie erwiderte "Es schmerzt wohl ziemlich, aber psychisch ist sie Ok. Charly war vorhin da und hat das Outfit mitgenommen."

Charly und Gerrit kamen rein.
Gerrit ging direkt zu Sabine und sah ihr lächelnd in die Augen. "Wir sind jetzt sehr eng miteinander verbunden, alles, was Du tust wird direkt einen Einfluss auf mich haben." sagte sie. Sabine lächelte ebenfalls "Und alles, was Du tust, wird einen Einfluss auf mich haben. Wir sitzen in der Falle." sagte sie.
"Und die haben wir selbst konstruiert und sind freiwillig reingegangen." meinte Gerrit bewegt.
Natalie bekräftigte "Und Ihr kommt auch nicht wieder raus."

Sabine sagte "Gerrit, lass mich mal Deine Zeichen sehen!"
Gerrit ging einen Schritt zurück und stellte sich so, dass Sabine ihre Schenkel betrachten konnte.
Sie seufzte "Charly, Du warst wirklich gnadenlos. Und das bei einer Novizin, die mit Schmerz nichts am Hut hat. Wie hast Du Dich gefühlt?"
Charly erwiderte "Ich habe meinen Auftrag erfüllt, aber ich hab gelitten. Gerrit gehört auch mir und ihr das anzutun, war heftig. Unser Gespräch vorhin hat mich getröstet, sie ist sich sehr sicher, dass es richtig war, diesen Schritt zu gehen und Euer Gespräch gerade hat das bestätigt.
Und, Natalie, falls es wieder erforderlich ist, Du kannst auf mich zählen."

Natalie sagte bewegt "Danke, Charly."

An Gerrit gewandt kündigte sie an "Du wirst Deine Zeichen auch in größerem Rahmen präsentieren. Laura hat mitgeteilt, dass ihr Team der Fortsetzung Deiner Berichte über die Zeit mit Deiner Frau gern beiwohnen möchte. Da wird dann Gelegenheit dazu sein."

Gerrit senkte den Kopf.

"So nun frühstücken wir mal weiter." sagte Natalie abschließend.

Alina fragte Gerrit, ob sie bereit sei, die Pflege von Sabine wieder zu übernehmen. Sie wollte mit Natalie einen Spaziergang machen. Gerrit nickte. Charly kündigte an, sich noch um ihren Laden kümmern zu müssen.

So waren, nach dem Frühstück, Gerrit und Sabine allein.

"Ich muss mal aufs WC." sagte Sabine. Gerrit fuhr sie zum Bad im Spielzimmer.
Als sie zurück waren, ertönte der Summer. Gerrit ging zur Wohnungstür und kam mit Laura zurück.

Laura setzte sich und sah Gerrit an. "Du hast jetzt sehr verschiedene Aufgaben und viel Verantwortung. Natalie hat mich gebeten, Dir Deine Schlüsselkarte zurückzugeben. Die hat jetzt die Berechtigungen, die ihre auch hat. Du kannst Dich nun frei bewegen."

Gerrit war verdutzt "Wieso das?" fragte sie.
Laura sagte bewegt "Deine Aktion heute Nacht hat bewiesen, dass Du diese Einschränkungen nicht mehr brauchst. Du bist jetzt im Herzen so sehr gefangen, dass Du nie fliehen wirst. Und das betrifft Deine Herrinnen, aber auch Sabine. Du bist jetzt endgültig unter der Haube." Laura bemerkte die Doppeldeutigkeit und kicherte.

Laura überreichte Gerrit ein Handy und erklärte "Das ist ein Diensthandy, da sind die wichtigsten Nummern im Hotel eingespeichert, meine auch. Wenn Du außerhalb des Hotels bist und Dich zum Beispiel verlaufen hast, ruf an, wir holen Dich ab. Wir brauchen nur einen Straßennamen und, wenn möglich, eine Hausnummer. Wo möchtest Du mit Sabine hin?"

"Müssen wir das Outfit dabei tragen?" fragte Gerrit. Laura schüttelte den Kopf. "Das setze ich mal außer Kraft, besprecht Euch und entscheidet." sagte sie. Sabine war ganz aufgeregt "Ich würde Dir gern die Umgebung um das Hotel zeigen, magst Du?" Gerrit nickte.

Laura schmunzelte "Dann habt Ihr ja schon einen Plan. Viel Spaß!" sagte sie und ging.

Sabine strahlte "Du hast vorhin gesagt, dass ich jetzt einen großen Einfluss auf Dich habe. Du hast damit zwar etwas anderes gemeint, aber ich möchte, dass Du den langen Rock und die Stiefel anziehst, dazu das weite Top. Und ich möchte, dass Du Dich schminkst."

Gerrit seufzte "Ich sollte Dich formen und jetzt fängst Du an, mich zu formen. Verrückte Sache!"

Sabine entgegnete "Schaffst du es, dich zu weigern?"

Gerrit schluchzte "Nein, schaffe ich nicht, wo ist Dein Schminkzeug?"

Sabine erklärte Gerrit, wo es ist und Gerrit verschwand damit und mit der Kleidung im Bad.

Etwa eine halbe Stunde später kam sie zurück. Dezentes Kompaktpuder bis zum Haaransatz, Lippenstift in Altrosa, Augenbrauen nachgezogen, Kajal an den Wimpern und Nagellack, ebenfalls in Altrosa.

"Du siehst toll aus und Du hast Übung, wie mir scheint." konstatierte Sabine. "Ja, ist aber sehr lange her." entgegnete Gerrit und fragte "Soll ich Dir auch den langen Rock anziehen?"

Sie überlegte "Wenn ich den kurzen anbehielte, sähe es vielleicht so aus, als hättest Du mich gepeitscht. Also langer Rock."

Gerrit zog sie um und schob den Rollstuhl zur Wohnungstür.

"Wir nehmen den Lieferanteneingang." sagte Sabine und dirigierte Gerrit dorthin.

Am Tor forderte Sabine Gerrit auf, ihre Schlüsselkarte zu verwenden. Das Tor öffnete sich und sie waren draußen. Gerrit schloss das Tor wieder und Sabine zeigte ihr den Weg in die Fußgängerzone.

Gerrit schob den Rollstuhl hindurch. Sie wurden angeschaut, teils mit Mitleid wegen der Orthesen und dem Rollstuhl, teils mit Befremden wegen Gerrits Kleidung und Makeup.

Sabine wollte Eis essen und Gerrit fuhr sie zu einer Eisdiele. Gerrit wollte kein Eis, fütterte Sabine aber. Sie genoss es und orderte einen Kaffee. Da es keine Strohhalme gab, führte ihr Gerrit ihr die Tasse zum Mund.

Ein Stück weiter gab es belgische Pommes, Gerrit war begeistert und sie teilten sich eine Portion.
Gerrit schaute danach auf die Uhr und meinte "Wir sollten den Rückweg antreten."

Sabine leitete Gerrit zurück zum Hotel und zum Lieferanteneingang. Gerrit nahm ihre Schlüsselkarte und öffnete das Tor. Wenig später waren sie zurück in der Wohnung.

"Schönes Makeup!" meinte Alina anerkennend, als Gerrit vor ihr stand. "Und Du bist mit dem Rock in der Stadt gewesen." lobte Natalie. Charlie nickte und ergänzte "Und Du warst für Sabine da."

Sabine und Gerrit erzählten, was auf dem Ausflug geschehen war und zogen sich ins Spielzimmer zurück.

Charly ergriff das Wort "Wenn ich das jetzt richtig sehe, hat Sabine begonnen, Gerrit zu formen, obwohl es eigentlich umgekehrt hätte sein sollen. Die Ergebnisse sind in Ordnung, das bringt Gerrit jetzt aber in Zugzwang, sonst wird es weh tun. Wenn Gerrit das schafft, wird Sabine geformt, wenn sie sich quer stellt, wird es ebenfalls weh tun. Der einzige Ausweg aus dem 'weh tun' ist der der Erfolg.
Gerrits Konzept ist also ein Selbstläufer, wir nehmen uns Chips, Popcorn und Bier und können es genießen. Am Ende kommen zwei perfekt geformte Subs dabei raus.
Soviel Tiefenverständnis muss man auch erstmal haben. Aber das ist bei Gerrit wohl nicht der präfrontale Cortex, sondern eher die Psychologin in ihr und die sitzt wohl eher im Unterbewusstsein, das ohnehin völlig unterschätzt wird."









106. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 19.08.26 03:19

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 92)

Gerrit kam rein und fragte Alina, ob sie mal eine Weile übernehmen könne. Die nickte und verschwand im Spielzimmer.

Gerrit bat Charly, mit ihr in den Laden zu gehen. Sie wollte sich die Spielsachen hinten im Lager ansehen. Die beiden verließen die Wohnung.

"Was hast Du vor?" fragte Charly unterwegs. Gerrit antwortete "Ich habe mir Gedanken gemacht über die Situationen, in denen sie die Dinge durcheinander gebracht hat. Fast immer hat dabei ihr vorlautes Mundwerk eine Rolle gespielt. Und das möchte ich etwas einhegen." "Knebel?" fragte Charly. "Die im Spielzimmer definitiv nicht, ich weiß noch nicht so genau. Ich will mich einfach mal inspirieren lassen." antwortete Gerrit.

Im Laden angekommen, zeigte Charly Gerrit ihre Sammlung und ergänzte "Ich kann auch etwas auf Maß anfertigen, wenn Du willst. Gib mir einen Rahmen, was soll sie können und was nicht."

Gerrit überlegte "Sie soll durch Mund und Nase atmen können, sehen und hören auch, nur sprechen nicht. Unartikulierte Laute sind ok, mehr nicht. Die Signaltöne hoher Ton: Alarm, mittlerer Ton: WC und tiefer Ton: OK müssen, wie bei der Kopfhaube, auch möglich sein. Und schließlich soll es auch noch hübsch aussehen. Ich nehme an, das ist die Quadratur des Kreises, oder?"

Charly zögerte "Vielleicht nicht. Gerrit, das ist jetzt Deine Kreation. Mach mal die Augen zu und sag mir, was Du siehst."

Gerrit schloss die Augen "Im Moment sehe ich die Kopfhaube, die hat mich in den letzten Tagen ja sehr beschäftigt, aber eher durch die Wirkung, als durchs Aussehen. Das finde ich nämlich irgendwie verstörend, rundum völlig glatt, keinerlei Gesichtskonturen, das wirkt entmenschlicht."

"Ich weiß, aber als ich das Ding entworfen habe, war ich technisch noch nicht so weit, den Innenbereich, der ja durchaus exakt konturiert ist, mit einem konturierten Äußeren zu kombinieren. Ich plane eine Neuauflage, die auch außen stimmige Konturen hat. Gehen wir mal davon aus, dass mir das gelingt. Spiel weiter mit dem Bild." erwiderte Charly.

"Gut, ich stelle mir das mal vor, das Bild das ich sehe, hat Sabines Konturen. Ich nehme mal raus, was ich nicht brauche, das Material über den Augen, über den Ohren und .. über dem Mund. Frage, ich kann mich nämlich nicht erinnern, ist ohne Material über dem Mund eine Artikulation möglich?"

Charly schüttelte den Kopf. "Die Polsterung lässt nur zwei oder drei Millimeter Bewegungsfreiheit und das reicht nicht."

Gerrit dachte nach "Lassen sich die Übergänge zwischen der Schale und den freien Bereichen sanft abfallend gestalten, sodass zum Beispiel bei den Augen die Entfernung zwischen den Konturen der Schale und den realen Konturen nicht störend wirkt?" fragte sie.

Charly nickte "Das geht, damit wird die Schale in den Grenzbereichen zwar weniger Festigkeit haben, aber das verändert die generelle Statik kaum."

Gerrit fragte "Kannst Du das mal in 3D durch modellieren und rendern, dann können wir mal schauen."

Charly sagte "Mach ich, aber ich weiß nicht, wie schnell das Fertigen dann geht. Schau Dich in meiner Sammlung mal nach einem Plan B um."

Gerrit stöberte. Sie fand Ring-Knebel, Ballon-Knebel, alles Dinge, die sie getragen und gehasst hatte, keine Option für Sabine. Schließlich fiel ihr eine Halskorsage in die Finger, die bis knapp unter die Nase reichte, also den Mund abdeckte. Sie versuchte, sich das Teil selbst anzulegen, es wollte nicht klappen. Charly kam rein und lachte "Das kannst Du nicht selbst, ich helfe Dir." Als es saß, stellte Gerrit fest, es ist absolut zwingend. Sie konnte nur noch durch die Nase atmen, das war ein Nachteil, aber der Mund war komplett verschlossen und als Plan B war das ziemlich gut. Sie gab Charly ein Zeichen und sie nahm ihr das Teil wieder ab.

Gerrit meinte trocken "Plan B." Charly schmunzelte, nahm das Ding mit und führte Gerrit zum Computer. Das Rendering war auf dem Bildschirm zu sehen, Charly drehte es, sodass man von allen Seiten schauen konnte.

Natalie kam rein, sah auf den Bildschirm und staunte "Wow, das sieht toll aus, das ist also der Grund für Euer konspiratives Treffen hier."

Gerrit nickte und Charly drehte es weiter, damit Natalie es von allen Seiten begutachten konnte.

"Kannst Du die Polsterung an den Wangen etwas dicker machen?" fragte sie. Charly änderte einige Parameter und die vorher geraden Lippen formten ein 'o'. Natalie war begeistert "Gerrit, das kann ich mir für Sabine gut vorstellen und ich finde Deine Intention angemessen, aber irgendwann später wird Dir das .." Charly setzte fort "auf den Kopf fallen!" Gerrit seufzte "Ich weiß."

"Setz Dich ran, Charly. Aber das wird wahrscheinlich heute Abend noch nicht parat sein. Gibt es eine Alternative?" fragte Natalie. Charly gab ihr die Halskorsage. Natalie nickte "Sehr gut!" An Gerrit gewandt, fragte sie "Willst Du ihr jetzt schon sagen, was ihr blüht?" Gerrit antwortete "Noch nicht, ich bleib noch etwas hier und helfe Charly. Aber Du kannst schon mal dafür sorgen, dass Sabine etwas zu essen und zu trinken bekommt. Heute Abend passiert da wohl nichts mehr. Wenn die Alternative zum Einsatz kommt, geht gar nichts, ansonsten nur trinken."

Natalie sagte "Werde ich klar machen, übrigens heute Abend ist wieder kurzer Rock angesagt." Gerrit seufzte und Natalie rauschte ab.

Unterwegs telefonierte Natalie mit Laura. Die war fasziniert von den neuen Entwicklungen und organisierte eine Mahlzeit für Sabine.

Als Natalie wieder in der Wohnung war und die Lounge betrat, saß Sabine schon mit Alina am Tisch und wurde gefüttert.

"Warum bekomme ich jetzt schon was zu essen, wir sind doch später oben bei Lauras Team?" fragte sie. Natalie sah ihr tief in die Augen "Du wirst nachher nicht essen können, deshalb ziehen wir das vor. Gerrit erklärt Dir später mehr." Sabine seufzte und Alina schob ihr den nächsten Happen in den Mund.

Gerrit war zurück, Natalie schaute sie fragend an und ging ins Spielzimmer. "Ich kann Charly nichts mehr helfen. Ob die Kreation rechtzeitig fertig wird, ist unklar. Ich muss mich auf beide Varianten einstellen. Ich erkläre Sabine jetzt, worum es geht und brauche danach noch einen Spaziergang im Park." erklärte Gerrit und ging zurück in die Lounge.

Sabine war gerade fertig und hatte noch ein Bier mit Strohhalm vor sich stehen.

"Werde ich heute Abend auch nichts trinken können?" fragte sie Gerrit. "Möglicherweise." antwortete sie trocken und setzte sich zu ihr.

Gerrit holte aus "Jedes Mal, wenn Du hier irgendetwas durcheinander gebracht hast, spielte Dein loses Mundwerk eine Hauptrolle. Ich habe beschlossen, es einzuhegen.

Du wirst in der nächsten Zeit grundsätzlich nicht mehr in der Lage sein, zu sprechen. Du kennst die Signaltöne von der Kopfhaube, nutze sie. Zwischendurch wird es kurze Gesprächsmöglichkeiten geben, damit Du uns sagen kannst, wie es Dir geht, oder, ob Du Schmerzen hast. Das wird vorwiegend zu den Mahlzeiten sein. Insgesamt aber bleibst Du solange gezwungen stumm, bis Du Dich daran gewöhnt hast.

Dann werde ich Stück für Stück die Zeit verlängern, in der Du theoretisch sprechen könntest, aber, Du musst mit den Augen vorher um Erlaubnis fragen. Wenn ich es erlaube, darfst Du sprechen. Zusätzlich wird es Phasen geben, in denen Du ganz normal reden kannst. Das Signal für den Start einer solchen Phase ist 'Freie Rede Start', mit 'Freie Rede Stopp' endet diese Phase.

Während der Zeit des Zwangs, kannst Du nicht anders, als stumm zu sein.
Später braucht es Deine Disziplin und Demut, um die Regeln einzuhalten.

Damit Du eine zusätzliche Motivation dafür hast, gilt dann Folgendes: Wenn Du unerlaubt sprichst, wird ein Strich auf einer Strichliste hinzugefügt. Jeder Strich entspricht einem Schlag mit dem Reitstock für mich. Sie werden angesammelt und mir dann durch Charly verabreicht. Je disziplinierter Du bist, um so weniger Schläge werde ich erhalten. Und zudem werde ich das, was Dich stumm halten wird, später auch selbst tragen müssen. Natalie hat das schon angekündigt." endete Gerrit und schluchzte.

Sabine hatte Tränen in den Augen. "Du bindest Dein Schicksal erneut an mein Verhalten. Wir werden also wieder im Leiden und in Demut vereint sein." Gerrit nickte und stand auf.

Sie verließ die Wohnung und ging in den Park.

Alina tröstete Sabine. "Sie hat die Aufgabe, Dich zu formen und sie macht es sich nicht leicht. Und sie achtet darauf, dass nicht nur Du leidest, sondern sie auch. Was sagt Dir das?" fragte sie.

Sabine seufzte "Das ist die schönste Liebeserklärung, die ich mir vorstellen kann. Aber sie ist auch gnadenlos, mir und sich selbst gegenüber. Warum muss es uns immer so weh tun?"

Alina erklärte "Normales Glück ist ein flüchtiges Gefühl. Es entsteht schnell und vergeht schnell. Das Glück, das aus der Verbundenheit in Schmerz und Demut resultiert, ist tiefer und dauerhafter. Es übersteht auch Stürme und schweißt zusammen. Gerrit schweißt Euch beide zusammen, aber auch Dich und Natalie und ebenso sich und Natalie."

"Das ist schön erklärt, es tröstet. Und was ist mit Dir und Charly?" fragte Sabine. "Nicht alles auf einmal, lass Dich erstmal auf Natalie ein, in ihrem Auftrag ist Gerrit unterwegs. Das andere kommt später."

Sabine wollte etwas sagen, Alina legte den Finger auf ihre Lippen "Nicht jetzt, nur soviel: Gerrit dient Natalie und liebt sie, sie dient auch mir und liebt mich, sie dient Charly und liebt sie und sie liebt Dich. Und die Gegenrichtung ist auch stimmig. Liebe gibt Kraft, sie nimmt keine. Deshalb muss Liebe nicht geteilt werden, sie ist einzigartig und kann in jeder einzelnen Beziehung hundertprozentig sein, wenn die individuelle Bindung es hergibt."

Sabine war gerührt "Jetzt hab ich es begriffen. Aber was ist mit der Zeit, Zeit ist begrenzt. Und da muss man teilen."

Alina entgegnete "Im Prinzip hast Du Recht, aber da spielt unsere Konstellation eine wichtige Rolle. Wir Herrinnen sind ein Team und das ist sehr wichtig. Wenn wir darauf achten, dass wir einig sind, dann können wir zusammen das Gesamtsystem so austarieren, dass niemand zu kurz kommt. Und dabei zählen eben nicht nur die Punkt zu Punkt Verbindungen, sondern auch die Verbindungen untereinander. Wenn jede von uns auch an den Interaktionen der anderen Anteil nimmt, entsteht ein 'Wir' und für jede von uns ist die Ganzheit unser Kosmos und jede ist zu hundert Prozent drin."

Sabine stutze "Uff, soweit hab ich gar nicht gedacht. Ihr habt das aber sehr tief durchdacht."

Alina entgegnete "Sehr viel davon stammt von Gerrit und Charly, aber wir anderen haben auch weiter gedacht und es komplettiert. Und unterm Strich scheint es mir schlüssig und wir leben es ja auch so."

Gerrit und Charly kamen rein, gaben Alina ein Zeichen und gingen ins Spielzimmer. Alina schob Sabine in ihrem Rollstuhl hinterher.

Charly hatte das Hinterkopfteil aufs Kissen gelegt. Gerrit hob Sabine aus dem Rollstuhl, legte sie ins Bett und hob ihren Kopf an. Charly schob den hinteren Teil der modifizierten Haube in Position und fädelte ihren Zopf in die Öffnung ein. Gerrit ließ ihren Kopf sinken. Sie befahl Sabine, die Lippen zu einem 'o' zu formen, nahm den vorderen Teil der Haube, positionierte ihn und senkte ihn langsam ab, bis die Magnetverschlüsse einrasteten. Charly und Gerrit überprüften den Sitz und fragten Sabine, ob es Ok für sie war. Sie antwortete mit einem tiefen Ton, Ok. Gerrit forderte sie auf, etwas zu sagen. Es kamen nur unartikulierte Laute. Sie war nun stumm.

Gerrit hob sie aus dem Bett, zurück in den Rollstuhl. Alina schob sie ins Bad. Vor dem großen Spiegel sah sich Sabine zum ersten Mal in der neuen Haube. Augen frei, ein Steg zwischen beiden Augen, bis zur umschlossenen Nase, Nasenlöcher frei, Ohren frei und die Lippen komplett frei, zu einem 'o' geformt. Sie seufzte.





107. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 20.08.26 00:51

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 93)

Charly sah Gerrit in die Augen und fragte "Sitzung?" Sie entgegnete trocken "Sitzung!".
Sie zogen sich in Charlys Zimmer zurück.

Gerrit seufzte "Jetzt trägt sie die Haube und ich würde sie ihr liebend gern sofort wieder abnehmen. Mein Gedankengang war richtig, ihr Mundwerk einzuhegen. Aber ich unterdrücke damit auch ihre Spontaneität, die ich eigentlich mag. Zudem beschere ich ihr ein demütigendes Aussehen und sie wird gleich so bei Lauras Team auftreten, quasi zur Schau gestellt. Warum tue ich sowas?"

Charly überlegte "Du erinnerst Dich, Natalie hat Dir den Auftrag gegeben, Sabine zu formen und zu führen. Alles, was Du tust, ist von diesem Auftrag gedeckt. Und das Engagement, das Du dabei an Tag legst, zeigt mir, dass Du ihre Wertschätzung möchtest. Und die hat sie Dir heute bereits geschenkt, als sie das Rendering des Modells gesehen hat. Du legst Dich ins Zeug, um Sabine zu formen.." Gerrit setzte fort "und dabei forme ich mich selbst auch gleich mit. Im Moment steht wohl die Demut, die man empfindet, wenn man einem geliebten Menschen weh tun muss, auf dem Lehrplan."

Charly grinste "Du hast uns kürzlich noch ein Seminar dazu gehalten. Jetzt steckst Du emotional mitten drin und da helfen die Lehrsätze plötzlich nicht mehr."

"Was kann ich tun?" fragte Gerrit. "Fahre in Demut fort und trage den Schmerz in Deinem Herzen. Dort wird Liebe draus." erwiderte Charly tiefsinnig.

Gerrit atmete tief durch "Wir können gehen."

In der Lounge hatten sich die anderen schon für den Abmarsch parat gemacht.

Gerrit musste schnell noch den Rock wechseln und holte sie am Aufzug wieder ein. Sie übernahm Sabines Rollstuhl von Alina und schob ihn hinein. Oben angekommen formierten sie sich. Natalie, Alina und Charly bildeten ein Dreieck an der Spitze, dahinter schob Gerrit den Rollstuhl mit Sabine. Laura lugte um die Ecke und hob die Hand. Der Tross stoppte. Sie ging wieder rein, legte das Set von Markus Schulz von der Nature One 2024 auf, eine der Hymnen der letzten Tage. Laura kam wieder raus und gab das Go für den Einmarsch.

Ihr Team hatte sich in zwei Reihen aufgestellt und applaudierte. Dazwischen marschierte der Tross hindurch. Am Ende gab es Sekt zur Begrüßung. Sabine bekam ein Glas mit Strohhalm, das Miriam ihr hinhielt.

Anschließend bildeten sich lockere Grüppchen, die teils redeten, teils tanzten, andere begutachteten Sabines neue Kopfhaube, wieder andere betasteten die frischen Zeichen, die Gerrit auf den Schenkeln trug, sie zuckte bei jeder Berührung.

Nach einer guten Weile bat Laura darum, Platz zu nehmen und führte in den Abend ein.

Charly moderierte und fragte Gerrit, ob er in der Zeit, in der seine Arme und Hände eingegipst waren, Angstmomente gehabt habe.

"Oh, da gab es einige. Wenn meine Frau nicht da war, war ich manchmal im Bett angeschlossen. Vor dem Bett war ein Notfall-Handy, bei dem man nur irgendeine Taste drücken musste und ein Ruf zu ihrem Handy ging raus, mit voreingestellter Lauthörfunktion. Ich konnte dann also direkt mit ihr sprechen. Die Betätigung war auch mit Gipsen problemlos möglich.
Aber immer dann, wenn es an der Wohnungstür klingelte und sich schon Leute vor der Tür befanden, hatte ich Angst, eigentlich unbegründet, aber sie war da.
Was bei mir fast Panik erzeugte, waren Rolltreppen in Kaufhäusern oder im Bahnhof. Ich konnte nichts greifen, mich nicht festhalten, das war sehr heftig, zumal die Bewegung der Gipse auch ein gewisses 'Schleudermoment', so nenn ich es mal, mitbrachten. Meine Frau ist dann vor mir gegangen, hat sich gut festgehalten und mir quasi als Prellbock gedient. Ich war immer heilfroh, wenn solche Situationen überstanden waren." erklärte Gerrit.

Charly fragte "Wie weit bist Du mit den Gipsen in das gesellschaftliche Leben integriert gewesen?"

Gerrit kicherte "Eigentlich voll. Meine Frau hat mich zu allem mitgeschleift, was sie früher auch gemacht hat. Vielleicht hat sie sogar noch mehr gemacht, weil sie es geliebt hat, mich zu präsentieren. Wir sind zusammen einkaufen gewesen, wobei ich manchmal mit Gips Arm eine Tasche halten musste, was nicht einfach ist. Sie ist mit mir Essen gegangen und hat mich gefüttert, vorzugsweise dort, wo uns viele Leute sehen konnten. Sie ist mit mir in einer kleinen Diskothek gewesen, wir haben auch getanzt, den Begriff 'Schleudermoment' bei den Gipsen hab ich dort kreiert. Ich kannte schnell auch ihren Freundeskreis, das lief alles ziemlich harmonisch.

Da fällt mir ein, im Freundeskreis war auch eine etwas verrückte Truppe, die immer spannende Veranstaltungen machte, Krimi-Dinner und sowas.
Zu der Zeit hatten sie ein Programm entwickelt, das man am Ehesten 'Geisterbahn ohne Bahn' nennen könnte. In einer stillgelegten Fabrik war ein Parcours aufgebaut, der sich flott abmarschiert über etwa 45 Minuten erstreckte. An dem gab es zahlreiche Stationen mit Geistern, Vampiren, Sound-, Musik- und Licht-Effekten, Rätseln, die man zu lösen hatte.
Zwischendurch Buden mit kulinarischen Köstlichkeiten, insgesamt ein tolles Angebot für Groß und Klein
Und alles in einer dämonischen Stimmung, am Besten waren die Abendveranstaltungen im Dunkeln, da kam das noch besser zur Geltung.
Meine Frau hatte bei dieser Truppe schon früher mitgemacht und jetzt waren wir beide mit dabei. Ich trug einen langen Umhang ohne Ärmel, unter dem die Gipse verschwanden. Es sah fast so aus, als hätte ich keine Arme. Wir waren als Vampire geschminkt und an einer dieser Stationen aufgebaut, mit Scheinwerfern, die uns in wechselnden pulsierenden Farben angestrahlt haben. Sie hat sich um die Gäste herumbewegt, ihnen mit wehenden Ärmeln und neonfarbenen langen Fingernägeln Angst gemacht, ich konnte mit den Armen natürlich nichts machen, die waren ohnehin unsichtbar. Das war eine tolle Erfahrung, eine Woche lang haben wir zwei Vorstellungen am Tag gehabt." seufzte Gerrit, in den Erinnerungen schwelgend.

Charly fragte "Hat irgend jemand die medizinische Begründung für die Gipse in Frage gestellt?"

Gerrit antwortete "Offen hat das niemand getan. Bei der Truppe, von der ich gerade berichtet hab, bin ich mir aber sicher, dass sie den Kern unserer Beziehung verstanden hatten. Die waren ziemlich divers aufgestellt und hatten untereinander gute Drähte. Und meine Frau war ja auch schon einige Jahre bei den Veranstaltungen mit dabei gewesen und hat auch in dieser Woche im Umgang mit mir nichts zurückgehalten. Die wussten ganz bestimmt, dass ich ihr Spielzeug bin, denn so hat sie mich dort auch behandelt. Was die Gipse angeht, keine Ahnung, gesagt hat niemand was."

Charly sah Gerrit in die Augen "Was hat es mit Dir gemacht, so vollkommen abhängig von Deiner Herrin zu sein? Immerhin konntest Du die grundlegendsten Dinge, WC, Duschen, Zähne putzen, Essen und Trinken nicht mehr ohne ihre Hilfe machen."

Gerrit seufzte "Am Anfang hatte ich wirklich Mühe damit, das Gefühl des Ausgeliefertseins war immens. Aber nach zwei, drei Tagen habe ich losgelassen und mich in mein Schicksal gefügt. Nach einer Woche entstand eine gewisse Normalität, aber ein Gefühl tiefer Demut blieb immer. Aber es gab auch ganz witzige Momente. Einmal war eine Mülltüte, die ich beim Duschen über den Gipsen trug, undicht und der Gips war nachher nass. Sie musste aber in ihren Laden und hat den Gips mit dem Föhn auf höchster Stufe getrocknet. Ich hatte noch eine Stunde später einen heißen Arm."

"So, nun zur letzten Frage für heute. Hast Du die Gipse durchgehend tragen müssen?" fragte Charly.

"Nein, sie hat sie etwa alle drei oder vier Tage abgenommen, um nachzuschauen, ob alles Ok ist darunter. Dann durfte ich duschen und bekam neue Gipse. Es gab auch drei Nächte, die ich ohne schlafen konnte. Dann hat sie mir erst morgens neue Gipse angelegt." antwortete Gerrit.

Laura fragte "Habt Ihr das später nochmal wiederholt?"

Gerrit schüttelte den Kopf "Das war ein so großer Aufwand und für mich oft auch ziemlich schmerzhaft. Mit den modernen Materialien wäre das weniger belastend und vor allem leichter. Aber sie ist dem Thema Immobilisierung trotzdem treu geblieben. Das waren aber dann Orthesen, allerdings zweiteilig. Je eine Handorthese und eine Armorthese, die einteiligen Varianten, die Charly gehören, sind Einzelstücke. Das gab es damals nicht zu kaufen.

Laura sprach die Abmoderation und die Vorspeise wurde gereicht.

Gerrit sah Sabine an und der Schmerz war wieder da. Sie spürte erneut den Wunsch, ihr die Haube wieder abzunehmen. Ihr kamen die Tränen.

Miriam hatte das bemerkt und sagte einfühlsam "Du leidest, gehen wir mal aufs WC?"

Gerrit nickte und die beiden gingen raus.

Auf dem WC fragte Gerrit "Bist Du im Bilde?" Miriam nickte "Laura hat uns erzählt, was gerade bei Euch abgeht."

Gerrit weinte, Miriam nahm sie in den Arm.

Charly kam rein, umarmte die beiden und sie blieben eine Weile so stehen, bis Gerrit sich beruhigt hatte.
Charly erklärte Miriam die Hintergründe.

"Eine ziemliche Zwickmühle: Um den Auftrag Deiner Herrin auszuführen, musst Du weiter machen, Dein Herz sagt Dir aber etwas anderes. Charlys Empfehlung hat wohl nicht geholfen?" fragte Miriam.

"Während ich berichtet habe, war alles Ok, insofern hat mir Charly schon geholfen. Ich war vor dem Gespräch mit ihr kurz davor, gar nicht zu kommen und mich in mein Bett zu verkriechen. Als der offizielle Teil beendet war, habe ich Sabine angesehen und mich schuldig gefühlt. Sie sieht aus, wie eine Puppe und ich hab das Teil auch noch selbst entworfen." antwortete Gerrit.

Miriam kicherte "Da hast Du Recht, so sieht sie wirklich aus und Deine Kreation ist toll. Hätte ich auch gern."

Charly gab zu bedenken "Gerrit, wir müssen zwei Dinge trennen. Zum einen ist da die Intention, ihr loses Mundwerk einzuhegen und dem hat Natalie ganz klar zugestimmt. Und dazu stehe ich ebenfalls, denn sie hat schon mehrmals Einiges durcheinander gebracht. Das darf so nicht weiter gehen, auch wenn Du ihre Spontaneität magst. Zum anderen ist da Dein Konzept, und, als ein Werkzeug die Haube."

Miriam schaltete sich ein "Ich glaube das Problem ist die Haube. Gerrit will Sabine nicht demütigen, weil sie sie liebt, genau das aber bewirkt die Haube."

"Hey, Du bist gut. Gerrit, ist das richtig?" fragte Charly.

Gerrit überlegte und nickte schweigend.

Laura kam rein "Sabine hat einen hohen Ton rausgehauen. Alina nimmt ihr gerade die Haube ab. Ihr solltet rüber kommen!"

Sie gingen zurück.

Sabine lag ohne Haube auf dem Sofa und schaute Gerrit flehend an. Die sagte "Freie Rede Start!"

Sabine holte aus "Gerrit, ich habe vorhin schon gesehen, dass Du leidest, eben wieder und ich musste jetzt die Reißleine ziehen. Was Ihr alle nicht wisst: Ich habe mir so eine Haube schon vor Monaten mal vorgestellt und ich fand die Idee extrem prickelnd. Wie eine Puppe auszusehen und nicht sprechen zu können, hat mir gefallen. Charly konnte damals aber sowas, wegen der äußeren Konturierung, technisch noch nicht machen. Also hab ich nichts gesagt.

Heute hast Du, ohne es zu wissen, genau diese Fantasie aufgegriffen und einen Entwurf gemacht. Wir sind uns wirklich sehr nahe. Und Charly ist offenbar inzwischen soweit, dass sie es technisch umsetzen kann. Das Ergebnis ist faszinierend schön und fühlt sich toll an. Ihr habt mir einen Wunsch erfüllt. Und ich möchte sie so oft und so lange tragen, wie möglich. Aber da ist der Spaß, den ich mit ihr habe, nur ein Teil der Motivation.

Viel wichtiger ist die Verbindung, die Du wieder zwischen Deinem Schicksal und meinem Verhalten geknüpft hast. Wenn Du geschlagen wirst, leide ich extrem und ich möchte das vermeiden, zu Deinem und zu meinem Besten.

Ich bitte Dich sehr: Lasse mich erst dann wieder ohne diese Haube sein, wenn Du Dir sicher bist, dass ich meine Impulsivität kontrollieren kann, nicht unerlaubt losplappere und wieder ein Chaos anrichte!"

Gerrit sah Sabine tief in die Augen, fand Demut, Verbundenheit und Liebe.
Sie nickte, sagte "Freie Rede Stopp!", legte ihr die Haube wieder an und setzte sie in ihren Rollstuhl.

Der Hauptgang wurde gebracht.







108. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 21.08.26 01:57

© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 94)

Während sie speisten, erzählte Gerrit Charly von der Begeisterung, die Miriam für ihre Kreation empfand und von ihrem Wunsch, auch eine zu bekommen.

"Da müssen wir von ihr aber erstmal einen 3D-Scan machen. Mir fehlt zur Zeit aber die Assistentin." entgegnete Charly. "Denkst Du, ich könnte es lernen?" fragte Gerrit. "Ich denke schon, aber das wird nicht im ersten Versuch klappen. Sabine und ich sind eben eingespielt.

Für Miriam wird es mit mehr Zeitaufwand verbunden sein und sie wird währenddessen nackt sein, denn ich will dann, wie bei Dir, gleich mehrere Scans machen. Dann müssen wird die Sauerei mit dem Einsprühen nicht mehrfach machen." antwortete Charly und fragte Miriam "Würde es Dir was ausmachen?"

Miriam schüttelte den Kopf und ergänzte "Ich hoffe nur, dass mir dabei nicht kalt wird, wenn ich zittere, werden die Scans wohl verwackelt." Charly lachte "Wir werden uns luftig anziehen, damit wir nicht schwitzen und für Dich die Temperatur höher einstellen. Wir werden, ohne Dich, mal die Abläufe durchgehen und wenn ich ein gutes Gefühl habe, dann machen wir einen Termin." stellte Charly in Aussicht.

Gerrit schaute Sabine in die Augen und flüsterte "Sollen wir tanzen?" Sabine schaute verdutzt. Gerrit erklärte "Ich kann mich bewegen und Dich umtanzen, mit allem, was ich einsetzen kann. Du hast Deine Augen, folgst mir und drückst Dich mit ihnen aus und mit den leichten Kopfbewegungen, die Du noch machen kannst." Sabines Augen strahlten und sie nickte.

Gerrit schob sie in ihrem Rollstuhl auf die Tanzfläche, ziemlich in die Mitte und bat Laura, die nächsten zwei Tracks zu überspringen. Laura nahm den Kopfhörer, schaltete die Lautsprecher ab und suchte den gewünschten Einstieg. Sie stimmte sich über die Augen mit Gerrit ab. Die ging in Position, die Musik setzte ein und sie startete ihre Performance.

Es war der starke Ausdruckstanz, den sie schon am Wochenende präsentiert hatte. Mit den intensiven Arm, Hand und Fingerbewegungen plus der expressiven Mimik hätte sie jede Kobra beschwören können, sofern die auf Trance steht. Sie kannte jede melodische Pointe, jeden Beat in diesem Part des Sets von Markus Schulz und konnte das auch visualisieren.

Sabine war fasziniert, ihre Augen leuchteten. Alina war auch richtig reingekommen in den Groove und stieg mit ein. Jetzt wurde Sabine von zweien umtanzt und beschwört. Charly hatte die Augen geschlossen und wartete auf die Zündung, dann stieg auch sie ein. Natalie folgte kurz drauf.

Vier Sterne, die um die Sonne kreisten. Lauras Team drehte sich, mit etwas Abstand, tanzend mit und bildete die Planeten.
Sabine war gerührt und sie nickte leicht, im Takt zur Musik.

Gefühlt, eine Ewigkeit später, drehte Laura die Lautstärke runter und bat zum Nachtisch.

Langsam löste sich das Sonnensystem auf und schließlich saßen alle wieder am Tisch und genossen das Dessert.

Nachdem sie gesättigt waren, bedankte sich Laura bei allen und beendete den Abend.

Zurück in ihrer Wohnung zog sich Gerrit mit Charly auf ihr Zimmer zurück.

"Das war ja jetzt eine interessante Wendung mit der Haube bei Sabine. Hattest Du eine Ahnung?" fragte Gerrit. "Ich hatte ein unbestimmtes Gefühl, aber keine Zeit, dem nachzugehen. Dass sie schon vor Monaten diese Idee hatte, ist mir verborgen geblieben. Sie hatte ja auch nicht darüber gesprochen." entgegnete Charly.

Gerrit überlegte "Schließt die Faszination, wie eine Puppe auszusehen, auch das Spielen mit ihr ein?" Charly lachte "Darüber hast Du ja heute aus Deiner eigenen Erfahrung einiges berichtet. Du bist ja selbst Spielzeug gewesen und eigentlich bist Du es auch jetzt wieder. Möglicherweise springt sie drauf an. Was hast Du vor?"

"Ich habe darüber nachgedacht, die Aktion, die Natalie gestern mit ihr angefangen hat, fortzuführen." sagte Gerrit.

Alina kam rein und fragte "Soll ich Sabine schon fertig machen fürs Bett, oder passiert noch was?" Charly grinste "Ich denke, es passiert noch was."

Gerrit nickte "Hol mal das Zeitgeist-Konzert raus und park sie in ihrem Zimmer. Sag Bescheid, wenn sie aus dem Weg ist, dann brauchen wir ein Lagerfeuer im Spielzimmer."
Alina verschwand wieder.

Kurz drauf saßen sie um das imaginierte Lagerfeuer herum.

Gerrit begann "Natalie, Du hast ihr gestern Abend eine sensorische Erfahrung vermittelt, die an den Schultern endete. Ich würde da gern fortsetzen, zunächst ohne Berührung, später mit Berührung. In den nächsten Tagen können wir uns abwechselnd weiter vorarbeiten, der Basisablauf bleibt."

Natalie antwortete "Das finde ich stimmig, was hast Du Dir vorgenommen?" "Gestern sind die Energien von einer Schulter zur anderen geflossen. Damit wäre mehr möglich gewesen, hatte ich den Eindruck, aber der Schlusspunkt war richtig, ein Cliff-Hänger.

Den nehme ich auf und geh danach etwas tiefer. Ihr wisst, dass ich an den Brüsten sehr empfindlich bin und ich kenne mich gut. Daher möchte ich gern testen, ob sie da so reagiert, wie ich. Deshalb muss sie auch noch im heutigen Outfit bleiben. Das Top ist sehr soft und ausreichend dick, dass es bei mir genau die richtige Schicht zwischen Fingern und Brüsten bildet, die ich brauche." erklärte Gerrit.

Alina staunte "Du bist ja eine richtige Analytikerin in Brust-Sensorik."

Gerrit lachte "Seitdem ich diese Empfindlichkeit habe, hat es mich immer interessiert, die Details herauszufinden. Und das möchte ich heute auch bei ihr machen. Wichtig ist mir, dass Ihr genau auf die Reaktionen achtet. Solange ich sie nicht berühre, muss sie die Augen schließen, sie sieht sonst meine Hände, später kann sie die Augen öffnen und Ihr könnt in ihnen lesen. Ich werde dabei nämlich hinter ihrem Rollstuhl stehen und kann nicht viel beobachten. Noch Fragen?"

Es gab keine Fragen und sie holten Sabine.

Alina legte die gewünschten Tracks des Zeitgeist-Konzerts auf und setzte sich zu den anderen. Der Rollstuhl stand vor dem Bett, Gerrit dahinter. "Augen zu!" befahl Gerrit Sabine. Sie gehorchte.

Gerrit begann mit der Ausgangsposition der Finger neben den Schultergelenken, ohne Berührung, wartete eine geraume Zeit, formte die Hände dann zu Schalen und hielt sie in etwa zwei Zentimeter Abstand vor Sabines Brüste.

Sie wartete, zog die Hände etwas weg und kraulte die Luft über den Brüsten, im Takt zu Musik. Sabine spürte das und seufzte leise.

Gerrit bewegte die Hände weiter weg, näherte die Fingerspitzen aneinander an, zielte jeweils auf einen engeren Bereich und ließ sie stimmig mit der Melodie außen kreisen. Die Kreise wurden enger und enger bis die Finger an den Brustspitzen zum Stehen kamen. Sabine seufzte lauter.

Die Hände bewegten sich zurück in die Außenbereiche, kreisten wieder und näherten sich ihrem Top. "Augen auf!" befahl Gerrit. Beim Kontakt mir ihrem Top stöhnte Sabine leise. Die Kreise wurden wieder enger und kurz vor den Brustspitzen benutzte sie nur noch die Fingerkuppen der Zeigefinger. Erst langsam, dann schneller, Sabine stöhnte immer lauter.

Gerrit zog die Hände zurück und ließ es ausklingen. Der nächste Cliff-Hänger.








109. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 21.08.26 23:47

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 95)

"Die Feedbackrunde wird heute kurz." kündigte Gerrit an und fuhr fort "Ich bin etwas frustriert, das hatte gerade wenig mit dem zu tun, was es werden sollte.

Meine Referenz sind die Erfahrungen mit meiner besten Freundin, die mit der Tango-Leidenschaft. An den Brüsten habe ich es nicht machen können, das hätte Ärger mit ihrem Freund gegeben und sie wollte es auch nicht. Also habe ich mir ein anderes Betätigungsfeld gesucht, obwohl mich ihre Brüste sehr fasziniert haben.

Ich habe mich für Nacken, Schultern und Rücken entschieden. Sie lag auf dem Bauch, ich war, halb auf ihrem Po sitzend, halb links und rechts neben ihren Flanken kniend, in einer entspannten Position und konnte vom Nacken bis zum unteren Rücken alles bequem erreichen. Die Synchronisation mit der Musik spielte auch damals eine große Rolle. Da kamen Stücke von Tangerine Dream, zum Beispiel 'The Thief' oder 'Solar Music' von Grobschnitt zum Einsatz.

Wenn wir uns auf die Musik eingelassen hatten und im Flow waren, ging es los. Sie war mein Instrument und ich spielte auf ihr und zwar grundsätzlich ohne Körperkontakt.

Wenn ich drin war, fühlte es sich für mich so an, als würden Kaskaden von Energie aus meinen Fingern fließen. Sie reagierte unmittelbar und ziemlich stark. Je nach Region hatten die Reaktionen eine unterschiedliche emotionale Farbe.

Da mir die Synchronisation mit den Spannungsbögen der Musik wichtig war, musste ich im Bereich mittlerer und unterer Rücken, direkt über der Wirbelsäule, oder eine Handbreit daneben, sehr vorsichtig sein. Wenn ich da auch nur einen Moment zu lange oder zu intensiv war, kam sie, bevor der musikalische Höhepunkt erreicht war. Mit der Zeit waren wir aufeinander eingespielt und die Choreografie lief.

Die Energie, die eben aus meinen Fingern kam, war mehr ein Rinnsal und die Rückmeldung auch eher verhalten. Bei den etwas stärkeren Reaktionen am Ende hatte ich den Eindruck, sie spürt zwar was, aber forciert ihr Feedback, um mich nicht zu frustrieren. Was denkt Ihr?" fragte sie.

Natalie schüttelte den Kopf "Du bist wirklich gnadenlos selbstkritisch, Respekt. Hast Du diese energetische Aktion überhaupt schon mal an Brüsten gemacht?" fragte sie.

Gerrit schüttelte den Kopf "Bei sich selber funktioniert das prinzipiell nicht. Ich kann nicht in einem Teil meines Körpers einen Energieüberschuss aufbauen, in einem anderen Teil eine Senke und über die Hände einen Energiefluss auslösen. Selbst wenn es möglich wäre, gäbe es einen Kurzschluss, wenn da im Energieweg nicht noch ein steuerbarer Widerstand wäre.

Sowas kann man problemlos in einer elektronischen Schaltung machen. Beim Menschen braucht es also immer eine zweite Person.

Bruststimulation funktioniert bei mir selbst immer über direkten Kontakt, aber mit Stoff dazwischen, der sorgt für eine Vergrößerung der Wirkpunkte der Fingerspitzen."

Charly fragte "Wie würdest Du die Fragen, die sich aus der Erfahrung mit Sabine ergeben, auf den Punkt bringen?"

Gerrit überlegte "Erstens ist die Frage zu klären, ob ich noch die Energie habe und die auch über die Hände und Finger einsetzen kann. Dazu wäre ein Setting, wie damals bei meiner besten Freundin geeignet.

Zweitens müsste man checken, wie Sabine auf das gleiche Setting, wie vorhin reagiert, wenn jemand anderes das durchführt. Natalie und Alina fallen da aus, die sind beide meisterhaft darin, das kann kein Vergleich mit mir sein.

Da bleibt wohl nur Charly übrig, oder bist Du ebenso erfahren und gut?" Charly schüttelte den Kopf "Ich hab da keine Erfahrung, aber Energie in den Fingerspitzen kenne ich schon. Ich spüre sie beim Tanzen, aber ob sie wirklich körperlich bei anderen ankommt, weiß ich nicht."

"Ok, dann haben wir ja die nächsten Schritte. Jetzt sollten wir mal schlafen gehen. Ist Sabine schon im Bett?" fragte Charly. Alina nickte. "Ich werde mich die Nacht über um sie kümmern." kündigte Gerrit an und ging ins Spielzimmer.

"Dabei bleiben, oder im eigenen Bett schlafen?" fragte Charly. Alina brauchte eine Auszeit und zog sich zurück.

Natalie fragte "Kuscheln?", Charly antwortete trocken "Kuscheln". Sie zogen sich in Natalies Zimmer zurück.







110. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 22.08.26 02:10

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 96)

Sabine war unruhig. Gerrit drehte das Licht etwas heller und sah in ihre Augen. Sie waren feucht. "Hast Du Schmerzen?" fragte Gerrit. Sie nickte. Gerrit stand auf, holte die Magnetschlüssel und nahm ihr die Haube ab.

Gerrit sagte "Freie Rede Start!". Sabine berichtete von Schmerzen am linken Handgelenk und am rechten Schultergelenk. Gerrit holte eine Taschenlampe und sah sich die Bereiche an, beide waren gerötet und etwas geschwollen. Sie holte ihr Diensttelefon und rief die Krankenschwester an.

Eine Weile später stand sie mit Laura im Spielzimmer, die Betriebsärztin war auch dabei. Die Ärztin und die Krankenschwester schauten sich die Lage an und entschieden sich für eine Untersuchung im Krankenhaus.

Gerrit ging und zog sich schnell etwas an. Laura verließ die Wohnung, um den Krankenwagen in Empfang zu nehmen. Es dauerte nicht lange und sie war mit den Rettungssanitätern wieder da. Die ließen sich einen Bericht geben, machten erste Checks und brachten Sabine in ihrem Rollstuhl zum RTW.

In der Notaufnahme kam der diensthabende Arzt zu ihnen, begrüßte Laura herzlich und fragte nach dem Ursprung der Probleme. Sie berichtete von der zu langen Zeit am Andreaskreuz, den Maßnahmen der Betriebsärztin und den aktuellen Schmerzen. Es wurde eine erste Diagnostik durchgeführt.

Der Arzt fragte nach dem Zeitpunkt des Andreaskreuz-Unfalls. Da das ja schon ein paar Tage her war, ging er von anfangs verborgenen Verletzungen oder Schädigungen aus, die erst nach einiger Zeit eine konkrete Symptomatik entwickelten.
Das könnte an anderer Stelle ebenfalls latent schon da sein, stellte er fest und entschied sich für eine stationäre Aufnahme und eine umfangreiche Diagnostik am nächsten Tag.
Die Schwestern nahmen Blut ab, maßen den Blutdruck und erstellten ein EKG. Sabine bekam entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel. Anhand der Diagnostik-Ergebnisse würden weitere Maßnahmen folgen.

Eine Krankenschwester der Station, auf die Sabine sollte, kam mit einem Bett. Sabine wurde von der Untersuchungsliege hinüber geschoben. Gerrit stand daneben. "Ich bin Schwester Lisa" stellte sie sich vor und ergänzte "Ich schieb das Bett hoch und Du folgst mit dem Rollstuhl."
Gerrit war erstaunt, dass die Schwester sie so selbstverständlich duzte, konterte aber ebenso selbstverständlich "Wir können gern beim 'Du' bleiben."
Schwester Lisa sagte nichts und Gerrit dachte sich "Hab ich wieder was falsch gemacht."

Auf dem Weg nach oben, bemühte sich Gerrit, sachlich und distanziert zu sein und sagte 'Sie'. Die beiden rangierten Sabine durch Aufzüge und Gänge, die Schwester war ebenso sachlich und so kamen sie schließlich ohne weitere Irritationen auf der Station an.

Sabine schluchzte "Muss ich jetzt hier bleiben?" Gerrit antwortete "Zunächst mal bis morgen, dann wird eine Ganzkörper-Diagnostik gemacht, denn da könnte ja noch etwas im Verborgenen liegen. Wenn die Ergebnisse vorliegen, werden die Ärzte über das weitere Vorgehen entscheiden. Ich komme Morgen Mittag wieder und werde mich mit den Ärzten besprechen und Dich informieren. Dann schauen wir weiter."

Sabine sah Gerrit traurig an. "Ich wünsche Dir gute Besserung und hoffe, dass Du morgen Nachmittag oder am Abend wieder zurück bist." sagte Gerrit und streichelte ihr über die Wange.

Laura kam hinzu, sie hatte den Weg zur Station nicht gleich gefunden. Auch sie verabschiedete sich und ging mit Gerrit wieder runter. Die Betriebsärztin stieß hinzu, sie hatte noch mit dem Diensthabenden geredet und zusammen nahmen sie ein Taxi.








111. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 23.08.26 01:29

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 97)

Natalie, Alina, Charly und Gerrit saßen beim Frühstück. Sie machten sich Sorgen um Sabine und vermissten sie.

Gerrit seufzte "Heute Nacht habe ich vollmundig versprochen, heute Mittag ins Krankenhaus zu kommen und nun merke ich, so einfach ist das gar nicht. Obwohl ich noch gar nicht so lange hier und Euer Eigentum bin, es ängstigt mich, allein zum Krankenhaus zu fahren. Die Alltagswelt ist inzwischen soweit weg, dass die Selbstverständlichkeit, mit der ich das vorher gemacht habe, verblasst ist. Versteht Ihr das?" fragte Gerrit.

Alina sagte "Das verstehe ich sehr gut, vielleicht fährt Natalie Dich." Natalie fragte "Traust Du Dir das Fahren an sich noch zu?" Gerrit überlegte "Ich bin auch in der Zeit mit meiner Frau Autogefahren, sie hatte keinen Führerschein und wollte auch keinen machen. Grundsätzlich habe ich mir die Fähigkeit also bewahrt, obwohl es ein Störfaktor für meine Rolle war, Autofahren ist halt eine eigenverantwortliche selbstständige Tätigkeit.

In der Zeit mit den Gipsen, hat ihr Vater notwendige Fahrten übernommen, wie auch schon vor meiner Zeit, und das fand ich sehr angenehm. Aber jetzt, im Zusammenhang mit Sabine, möchte ich wirklich nicht kneifen."

Natalie schlug vor "Dann fahren wir zusammen, mit Deinem Auto und Du sitzt solange am Steuer, wie es geht. Wenn es nicht mehr geht, übernehme ich." Gerrit nickte zustimmend. Alina warf ein "Ich möchte auch mit." Natalie war einverstanden.

Es klingelte an der Tür, Charly öffnete und kam mit Laura zurück.

Laura erklärte "Die Diagnostik bei Sabine musste vorerst gestoppt werden. Es gab einen schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße mit einer Reihe von Verletzten, die jetzt Vorrang haben. Sabine wird also heute noch nicht nach Hause kommen.

Bisher gibt es folgende Befunde: Im rechten Schultergelenk handelt es sich wohl um eine Schleimbeutelentzündung, ob die allerdings vom Unfall hier verursacht wurde, ist fraglich.
Im linken Handgelenk scheint eine Sehnenscheidenentzündung vorzuliegen, ein Zusammenhang mit dem Andreaskreuz wäre schlüssig, allerdings müsste sie dann schon länger Schmerzen gehabt habe. Die Behandlung läuft bereits."

Natalie erklärte Laura, was sie eben besprochen hatten. Laura meinte "Wenn Ihr nichts dagegen habt, kann Miriam mitfahren, die kennt sich bestens aus. Ich habe keine Zeit und Charly wird in ihrem Laden gebraucht. Es muss ja nicht so lange dauern. Hauptsache, Sabine sieht Euch und spürt, dass Ihr Euch kümmert.

Ich brauche Euch nämlich später hier noch. Das Bunker-Team hat einiges zu besprechen. Ist das Ok für Euch?" fragte Laura.

Sie stimmten zu und einigten sich mit Laura auf Abfahrt in einer Stunde. Laura ging wieder.

Natalie schlug vor, keinen Partner-Look anzuziehen, Sabine konnte sich nicht beteiligen und sie wollten sie nicht ausschließen. Alina ging los, um für Sabine eine Tasche zu packen, mit Dingen, die sie im Krankenhaus brauchte oder gebrauchen konnte. Gerrit ging in die Tiefgarage und checkte kurz das Auto.

Eine Weile später waren sie soweit und Miriam kam. In der Tiefgarage staunte Miriam beim Anblick des Audi "Der ist wohl schon ein Oldie und sieht super gepflegt aus, welches Baujahr?" fragte sie.
Gerrit lächelte "1995, am Tag nach dem Geburtstag meiner Frau war die Erstzulassung. Wahrscheinlich ist er genau an ihrem Geburtstag vom Band gelaufen.
Ich bin mit meinem Vater in einem Leihwagen nach Ingolstadt gefahren, wir haben eine Werksbesichtigung gemacht, sind in der Werkskantine Essen gewesen und mein Vater hat dann die Papiere in Empfang genommen. Nach seinem Tod habe ich den Audi übernommen."

Miriam stieg auf der Beifahrer-Seite ein, um Gerrit leiten zu können, Gerrit auf der Fahrer-Seite, Alina und Natalie hinten. Gerrit startete den Motor, parkte aus und schaltete die Sound-Anlage an. Miriam zuckte zusammen "Ist das Deine normale Lautstärke" fragte sie. "Gerrit lachte "Ich brauche beim Fahren Power auf den Boxen. Mit der richtigen Musik in der passenden Laustärke, ist Autofahren für mich, wie Tanzen. Ich passe auch meine Fahrdynamik an die Musik an. Bei eintönigen Autobahnfahrten geht da leider nicht viel, aber im Stadtverkehr und auf kurvigen Landstraßen macht das richtig Spaß."

Sie verließen die Tiefgarage und Miriam dirigierte Gerrit zum Krankenhaus. Auf dem Weg dahin gab es einige Streckenabschnitte, bei denen sie verstanden, was Gerrit mit Tanzen meinte. Die Beschleunigungs- und Flieh-Kräfte folgten dem Verlauf der Musik.

Am Krankenhaus angekommen, parkte Gerrit und sie gingen ins Krankenhaus.

Sabine lag mit ihren Orthesen im Bett und freute sich, als sie das Zimmer betraten "Ich hab Euch so vermisst." seufzte sie. "Wir Dich auch!" entgegnete Gerrit bewegt.

Sie umarmten sie, soweit das möglich war und setzten sich an ihr Bett. Sabine berichtete, was in der Zwischenzeit passiert war.

Gerrit stand auf und ging los, um mit dem Arzt zu sprechen. Sie musste warten, konnte aber dann mit ihm reden.

Kurz drauf kam sie zurück ins Zimmer. Schwester Lisa fütterte Sabine und kümmerte sich sehr einfühlsam um sie.
"Eine Untersuchung können wir heute noch machen und die wird in etwa 20 Minuten stattfinden." erklärte sie.

Natalie nickte und sagte Sabine, dass sie noch eine Sitzung des Projekt-Teams hatten und wieder fahren müssten.
Sabine war traurig und fragte "Kommt Ihr morgen wieder?" Gerrit sah ihr liebevoll in die Augen und antwortete "Aber natürlich!".

Sie verabschiedeten sich und gingen zurück zum Parkplatz.

Auf der Rückfahrt berichtete Gerrit, dass dem Arzt die Schleimbeutelentzündung in der rechten Schulter Sorgen bereitete. Wenn die nicht gut auskuriert wird, könnten Bewegungseinschränkungen die Folge sein. Die seien zwar prinzipiell nicht so schlimm, aber das Andreaskreuz wäre wohl nicht mehr möglich. Er würde sie gern dabehalten, um für einen optimalen Heilungsverlauf zu sorgen. Die Krankenkasse würde das aber nicht bezahlen.

Miriam sagte "Da sollten wir mit Laura drüber reden, die hat schon so oft kreative Problemlösungen gefunden. Und das Andreaskreuz ist ganz wichtig für sie, das braucht sie."

Gerrit steuerte in die Tiefgarage, schaltete die Musik ab und parkte ein.

Auf dem Rückweg in ihre Wohnung merkte Natalie an "Gerrit, das hat ja gut geklappt." "Ja, ich hab auch Spaß am Fahren gehabt. Aber, Ihr alle seid mein Schutz vor der Außenwelt gewesen, emotional war ich gar nicht weg. Danke!" sagte Gerrit bewegt und öffnete die Tür.





112. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von ChasHH am 23.08.26 05:07

Moin. Schöne Geschichte.
Im 10. Absatz von unten hast du "Alina" statt "Sabine" geschrieben. Kann passieren.
113. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 23.08.26 12:48

@ChasHH

Danke Dir, ich habs korrigiert.
114. RE: Geschichten von Alina und Natalie

geschrieben von Jo_the_O am 23.08.26 22:28

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Die Dienerin (Part 2, Kapitel achtundneunzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

In der Lounge lag ein Stapel Unterlagen für die Projektbesprechung. Natalie schickte Gerrit weg "Zieh Dich mal um, Partner-Look mit langem Rock und Stiefeln!"

An Miriam gewandt fragte sie "Soviel Papier in so kurzer Zeit ist heftig. Kannst Du ihr eine kurze Zusammenfassung geben und die Teile, die sie lesen sollte, am Rand markieren?" Miriam nickte.

"Für die anderen ist 'Lagerfeuer' angesagt, ab ins Spielzimmer!" kommandierte Natalie.

Sie zogen ab.

"Erstes Thema ist Gerrit. Ich hätte gern ein Feedback über den Besuch im Krankenhaus." sagte Natalie.

Alina erklärte "Am Anfang beim Ausparken hatte ich den Eindruck, sie muss sich erst wieder rein finden. Sie war sehr zaghaft, schaute dauernd in die Spiegel und fuhr extrem langsam. Als die Musik lief, ging es zügiger, aber immer noch verhalten. Erst hinter dem Hotelgelände, auf der Landstraße, war die Selbstverständlichkeit da und sie fühlte sich wieder sicher. Da begann sie auch, mit dem Auto zu tanzen, wie sie das formuliert hatte."

Natalie warf ein "Und das hat mir wirklich gefallen, ich hab Beschleunigung, Abbremsen und die Lenkmanöver als sehr stimmig mit der Musik erlebt. Besonders hat mich beeindruckt, dass die Konzentration aufs Fahren, sie hatte immer alles im Blick, auch im Rückspiegel, und die Konzentration auf die Musik, vollkommen parallel liefen. Da sollten wir gelegentlich nochmal nachhaken, das interessiert mich."

Miriam kam rein "Gerrit hat jetzt die wichtigsten Punkte in Kurzfassung und noch die Parts, die sie genau lesen sollte. Braucht Ihr mich noch?"

"Aber sicher, setz Dich zu uns. Wir sammeln gerade Feedback über Gerrit." antwortete Natalie.

Miriam setzte sich und begann "Trotz der lauten Musik war sie voll konzentriert, nahm meine Anweisungen auf und setzte sie nahtlos um. Da war ein Flow, sie hat sich auf mich verlassen und ich hab ihr im richtigen Moment gesagt, wo es lang geht. Und sie strahlte eine Fahrsicherheit aus, die es mir erlaubte, die Fahrt zu genießen. Und das ist sonst wirklich selten.
Ich bin eine extrem schlechte Beifahrerin, entweder ich rede dem Fahrer oder der Fahrerin dazwischen 'Achtung hier, Achtung da' oder ich trete auf die nicht vorhandene Bremse und rolle die Fußmatte auf. Vorhin war ich einfach tiefenentspannt, trotz der sehr dynamischen Fahrweise."

Natalie hakte nach "Und was war mit dem Gefühl von Demut und des Ausgeliefertseins?"

Alina lachte "Das war kurz hinter dem Hotel, schlicht und ergreifend, verschwunden! Und jetzt verstehe ich auch, wieso das Fahren in der Beziehung mit ihrer Frau ein Störfaktor war."

Charly kam rein und schüttelte den Kopf "Ein Lagerfeuer ohne mich?"

Natalie rechtfertigte sich "Wir wollten Dich nicht bei der Arbeit stören." und gab ihr eine Zusammenfassung.

Charly grinste "Sowas hab ich erwartet, sie ist noch nicht so lange unsere Sub und konnte offenbar schnell in ihren Alltagsmodus zurück wechseln. Aber unterschätzt nicht Euren Einfluss. Ihr habt ihr Rückendeckung gegeben und notfalls hätte Natalie fahren können. Zudem hat Miriam gesagt, wo es lang geht. Sie war nur teilweise in der Außenwelt und auch nur in den Bereichen, die verinnerlicht sind."

Miriam warf ein "Übrigens, sie hat eine sehr persönliche Beziehung zum ihrem Auto. Als sie einstieg, hat sie gesagt 'Hallo meine Liebe' und vor dem Aussteigen 'Danke, hat Spaß gemacht, bis Morgen'."

Alina staunte "Hab ich gar nicht mitbekommen, ist ja süß."

Natalie wurde nachdenklich "Im Moment sollten wir Gerrit viel Freiheit lassen, denke ich, nur sie sollte nicht allein fahren. Wenn Sabine wieder hier ist, stellt sich aber die Frage, wie wir fortan mit dem Thema Autofahren umgehen, Charly, was meinst Du?"

"Wenn wir sie vollumfänglich unter Kontrolle haben wollen, wird es nicht mehr möglich sein, ihr diese Freiheit zu gestatten. Da sie uns gehört, gehört auch ihr Auto uns und bleibt damit Familienmitglied. Bis es aber soweit ist, muss erstmal ihre alte Existenz abgewickelt werden. Die Umschreibung des Autos sollte der Schlusspunkt sein." antwortete Charly.

"So, das war das Thema Gerrit, wenden wir uns Sabine zu." schloss Natalie.

Alina begann "Sie leidet im Moment mehr darunter, nicht bei uns zu sein, als unter den Schmerzen selbst. Ich hätte sie gern so schnell, wie möglich wieder hier."

Natalie erwiderte "Das geht uns wohl allen so, aber da ist eben auch die medizinische Komponente. Oberste Priorität muss die vollständige Heilung sein. Sie darf keine Einschränkungen davon tragen."

Miriam gab zu bedenken "Ich stelle die Priorität nicht in Frage, aber nachdem, was Gerrit auf der Rückfahrt sagte, wird die Krankenkasse den stationären Aufenthalt bis zur kompletten Heilung ohnehin nicht übernehmen. Dann könnten wir auch gleich über Varianten nachdenken, die das Ziel im Auge behalten, aber flexibler sind."

Charly fragte "Was meinst Du?"

"Wenn die Diagnostik durch ist und der Therapieplan steht, könnte man aus der stationären Behandlung vielleicht auch eine ambulante machen. Da brauchen wir zwar regelmäßige Krankenfahrten, aber sie könnte hier sein und würde nur dann zum Krankenhaus gebracht, wenn etwas Konkretes ansteht." erwiderte Miriam.

Charly nickte bedächtig "Das könnte eine Lösung sein. Wir müssen mit Laura darüber reden und auch schauen, ob wir hier unten dafür gerüstet sind oder was nötig ist, damit wir es dann sind."

Es klingelte, Natalie ging zur Tür und kam kurz drauf mit Laura zurück.

Natalie berichtete über die Ergebnisse ihres Lagerfeuers. Laura fand die Idee von Miriam sehr interessant.

"Wir haben hier, innerhalb der Wohnung, noch das ehemalige Gemeinschaftsbad als Reserve-Fläche. An Platz mangelt es also nicht. Ich werde mal mit dem Arzt im Krankenhaus über diese Variante sprechen. Umbauten dürften im Moment recht schnell gehen, da ja nicht nur unsere eigenen Leute da sind. Die externen Kräfte für die Umbauten in Eurer Etage oben sind auch noch verfügbar." schlug Laura vor, schaute auf die Uhr. "Den Arzt erwische ich noch, ich schau mal, was er sagt." ergänzte sie und rauschte ab.

Miriam erklärte, sie müsse sich für die Besprechung auch noch vorbereiten und folgte.

Gerrit kam rein und sagte trocken "Fertig!"

Alina fragte "Du hast ja offenbar ein sehr persönliches Verhältnis zu Deinem Auto. Hat es einen Namen?"

"Anfangs hatte ich 'Sabine' im Kopf. Gottseidank habe ich das verworfen und es 'Audine' getauft." antwortete Gerrit lachend. Die anderen fielen ein.










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