Restriktive Foren

Thema:
eröffnet von MattBeam am 12.03.07 18:02
letzter Beitrag von modex am 16.09.21 23:06

1. Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 12.03.07 18:02

Hi !
Melde mich mal wieder mit einem Quickie im doppelten Sinne. Wer also Spass an Kurzgeschichten bzw. sehr kurzen Kurzgeschichten hat, der möge sie vielleicht hier posten. Kommentare sind mir herzlich willkommen.
Und hier der Starter:




Sam

Es war hart, er grub sich tief in sie hinein, spürte es, wie sich diese Welle in ihr aufbaute. Sein bestes Stück war kurz davor zu bersten, sein Kopf aus den Ohren überzulaufen. Ihre Hände krallten sich in ihn, fordernd, verlangend, tief und schmerzhaft. Sein Puls dröhnte ihm in den Ohren und sie waren neben den Haaren, an denen sie sich gleich Zügeln festzuhalten schien, das einzige, was er noch oberhalb des Halses spürte. Der Rhytmus war nun zum Stakkato ausgeartet und plötzlich kam alles ins Gleiten, die Friktion war schlagartig weg und alles kam aus ihr heraus. Dumpf hörte er ihren Orgasmus, spürte, wie sich die Verspannungen ihrer von Erschöpfung verkrampften Muskeln zu lösen begannen. Es lief, sie lief, überall. Einige Momente später zog sie ihn an den verwuschelten Haaren zu sich nach oben, und während ihre rechte Hand prüfend seinen Käfig ertastete, hauchte sie ihm ins Ohr ´Züngel noch einmal, Sam. Sofort!´

MfG
Matt


2. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Harun al-Rashid am 17.03.07 03:45

"Mach´s noch einmal!"
3. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Harun al-Rashid am 17.03.07 03:54

EStE

Er lag, wie meistens, unten, spannte sich, presste, sein Glied glühte und steckte in ihr. Auf und ab glitt sie, ihr Atem wurde schneller, hechelnder, sie begann wie eine Hündin zu winseln, wurde nass, ganz glitschig, sie schrie ... "Himmel, was werden die Nachbarn denken?" Da schoss es ihm in den Sinn: Verdammt, die Steuererklärung musste raus, noch morgen früh! 10.000 EUR standen zur Disposition. Wie konnte er das schaffen? - Aus, vorbei, Scheiße!
4. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 18.03.07 17:57

Hallo Harun!

Ziemlich aktuelles Thema ... ... da könnte ich auch ...
Ok. Neue UKG:


Im Straßencafe

"Wir könnten doch da eine Tasse Kaffee trinken, ich bin schon ganz fertig von der Hitze." Mir lief es noch heiß und kalt den Rücken herunter, jedoch sicherlich nicht wegen der sommerlichen Temperaturen. Sie machte nie Vorschläge oder Bemerkungen auch wenn sie sich so anhörten, sondern sie erteilte stets Anweisungen. Die Formulierung war nur schmückendes Beiwerk, das sie genoss, da es noch mehr ihre Dominanz unterstrich. Sie war mit mir Shoppen gegangen, so wie sie es seit kurzem wollte. Es war erst das dritte Mal und ich war in diesem Moment glücklich an einem Cafetisch zu sitzen und meine Beine unter der lang überhängenden Tischdecke auszustrecken. Meine Füße schmerzten und den Gedanken, die sicherlich vier Kilometer zurück zum Auto laufen zu müssen, wollte ich lieber verdrängen. So schweifte mein Blick die Fußgängerzone entlang und plötzlich war die aufkommende Entspannung weg. Da lief sie, Mitte Ende zwanzig, lang und schlank und selbstbewusst, als sei diese triste Ruhrpotteinkaufszone der Catwalk der Mailänder Fashionweek. Sie trug schwarz, mit einem roten Jäckchen und der passenden Handtasche. Ihr Rock endete etwa Handbreit über den Knien, so dass gute drei Bauarbeiterhände bis dorthin Platz gehabt hätten. Weiter unten, mündete ihr Outfit in zwei gut zwölf Zentimeter hohen Riemchen-Highheels, die natürlich auch im passenden Rot waren. Mein Blick klebte förmlich an ihr und mein bestes Stück klebte sicherlich schon in allen Winkeln meines Neosteel. Erst als die Hand meiner Herrin dort unsanft eingriff, kehrte ich zurück in die Realität und vernahm nur noch den Rest ihrer Bemerkung an mich "... doch, nicht wahr? Sie sieht hinreißend aus und sie hat die gleichen Pumps wie du, nur dass du deine in Schwarz gerade unter deiner bodenlangen Hose versteckst. Ich werde sie dir sofort heute Abend im Internet auch noch in Rot bestellen. Weißt Du was, Du ziehst dir am besten gleich in der Umkleide bei H&M deine neuen Sachen an, ich mach dir noch die Schrittkette fest, die ich in meiner Handtasche habe, und dann kannst du dich auf dem Rückweg selbst in den Schaufensterscheiben bewundern. Ist das nicht eine prima Idee?" Das hatte ich davon.


MfG
Matt

5. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 18.03.07 21:45

Und noch eine ...
Kommentare sind hier herzlich willkommen !!!


Bestäubt

Die Party war in vollem Gange, meine Frau stand mit ihrer besten Freundin Nicole abseits und klagte ihr, dass wir nun schon seit vier Jahren kinderlos waren. Sie war offen. „Ja, es liegt an ihm.“ Nicole blieb cool. „Und fremdgehen? Nicht heimlich, er muss sogar zuschauen. Es gibt da so eine Agentur. Der matchende Mann kommt, ‚bestäubt die Blüte’ und geht. Zahlung nur bei Erfolg. Wie wär’s?“ Meine Frau notierte die Website auf eine Servierte. Am Morgen darauf weihte sie mich ein, die zwei darauf folgenden Wochen wurden für mich zur Hölle, bis ich aufgab. Sie buchte bei der Agentur und kurz darauf klingelte es an der Tür. Sie machte die Tür auf und wir beide erschraken beim Anblick von Nicole und ihrem Mann Ralf. „Guten Tag, Bestäubungsservice!“ Jetzt ging es schnell, Handschellen klickten und ich war am Treppengeländer im Flur fixiert. Nicole öffnete mit einem kleinen Schlüssel den Keuschheitsgürtel von ihrem Mann. „… ist Bedingung, nur nach Agenturfreigabe zu öffnen, selbst für mich …“ Meiner Frau, noch ganz verwirrt, half Nicole aus ihrer Hose und dann konnte ich die nächsten zwanzig Minuten nur schwer zusehen. Als die Bewegungen nachließen, öffnete Nicole plötzlich meine Hose, sorgte mit Kältespray ebenfalls für Ruhe und fingerte geschickt einen Plastikkäfig um mein bestes Stück. „Standardgeschenk der Firma. Schlüssel kann sich Deine Frau bei Erfolg bei mir abholen, oder auch nicht.“ und an ihren Mann gewandt „Und Du husch, husch zurück ins Stahlhöschen. Auftrag erledigt.“
Einige Wochen später, der Arzt hatte die komplikationsfreie Schwangerschaft bestätigt, hatte mir meine Frau endlich den Plastikkäfig abnehmen wollen. Ich hatte mir das anders vorgestellt. „Ich finde es sieht viel schicker aus, Ralf trägt es seit fast zwei Jahren problemlos und diesen Prengel kannst Du mir schon mal für die Zeit nach der Geburt warm halten.“ Die zwei Assistentinnen lächelten professionell und eine Stunde später, die Brieftasche war merklich schmaler geworden, fuhren wir als glückliche, werdende Eltern mit dem halben Sortiment nach Hause. Heute bin ich stolzer Vater zweier Töchter und eines Sohnes und des gesamten Sortiments, das ich, nach Gusto meiner Frau, zusammen mit meinem Stahlhöschen, das ich seit damals ununterbrochen trage, stets neu kombinieren „darf“.


MfG
Matt

6. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 23.03.07 16:19

Telefonsex

Seit zwei Stunden war die Woche vorbei, alles war eingekauft und bis Montag brauchten wir uns nur noch um uns zu kümmern, abgesehen von Purzel. Purzel war ihr Hund, den sie in unsere Beziehung mitgebracht hatte, und wenn Hunde sprechen könnten, hätte ich ihn längst als Mitwisser im Wald vergraben. Immerhin war er kein neugieriger Hund, er interessierte sich höchstens für die Geschmacksrichtung des Doseninhalts, wenn er den elektrischen Öffner hörte. Sybille hatte die Leine lässig um ihr Handgelenk der rechten Hand, die sie in ihrer Manteltasche vergrub. Mit der linken hatte sie sich bei mir eingehakt, während wir durch die laternenbeleuchteten Strassen gingen, hoffentlich nur die kleine Runde. Ich trug meinen Neosteel, ebenfalls seit zwei Stunden, den ich in den letzten drei Tagen gegen einen CB3000 hatte eintauschen dürfen. Sybille handhabte das flexibel, ebenso die Verwendung von Add-Ons, wie sie das nannte, und wovon ich eines gerade 12 cm tief, bei jedem Schritt, spürte. Mittwoch Abend war sie auf einer Tupper-Party der anderen Art gewesen und hatte dieses Ding mitgebracht. Sie war ganz stolz darauf gewesen, da es ein chinesischer Bausatz war, den man nur unter der Hand hatte bekommen können. Tina kläffte, Sybille nahm die Hand aus der Tasche und zog Purzel zurück. Eine Schimpfkanonade später saß er brav zu ihren Füßen, und sie steckte ihre Hand wieder in die Tasche, da sie nicht beabsichtigte, Frau Hormann dieselbige zu geben. Vier gefällige Sätze hielt es Frau Hormann aus, bevor sie mit dem neuesten Klatsch endlich rausrücken durfte. Frau Machowiak habe deren Ehemann rausgeschmissen, weil der für 300 € Telefonsex gehabt habe. Sybille wandte sich kurz zu mir und lächelte mich vielsagend an. Die ganze Nachbarschaft hätte das mitbekommen, wie sie ihm das Telefon, samt Tischchen, Telefonbüchern, Deckchen und seinen komischen Zeitschriften aus dem Fenster hinterher geworfen habe. Zwei Stunden habe der arme Mann im Trainingsanzug draußen gestanden. Plötzlich zuckte ich mit den Oberschenkeln zusammen, ich lief bestimmt rot an, da es mich völlig überrascht hatte und sich nun wiederholte. Jetzt hätten sie erstmal kein Telefon mehr, Frau Machowiak habe sie schon gefragt, ob sie auch mal bei ihr telefonieren dürfte, natürlich gegen Bezahlung. Der Mund der Frau öffnete und schloss sich pausenlos, aber ich konnte dem Redeschwall nicht mehr folgen. Es setzte wieder ein und dann zuckte es noch einmal. Das Kopfnicken zum Abschied bekam ich noch so gerade hin, der erste Schritt war da schon bedeutend schwieriger. Fünf Schritte später zuckte es erneute und ich stöhnte leise auf. Bis zur Ecke noch, außer Sichtweite, weiter wollte ich nicht. Als wir sie passiert hatten, blieb ich stehen. „Was ist?“ „Das Ding bewegt sich, es zuckt, es … ich … ich … was ist das?“ Sybille lächelte mich an. „Das war eine SMS, die ich dir fünfmal geschickt habe. Ich lasse es mal klingeln.“ Jetzt nahm sie ihr Handy aus der rechten Tasche und wählte ohne hinzusehen eine Kurzwahl. Aus dem Zucken wurde nun eine andauernde Stoßbewegung und ich beugte mich, an die Wand gelehnt, keuchend nach vorne. Es dauerte ewige Minuten, in denen Sybille sich dezent umschaute, während ich mit zusammengebissenen Zähnen ein zu lautes Stöhnen zu vermeiden versuchte. Purzel war mit seinen Besorgungen fertig, Sybilles Hand glitt wieder in ihre Manteltasche und in mir war tiefe Ruhe eingekehrt. „Und das war ein Anruf, bei dem ich es habe lange klingeln lassen. Beides ist für mich kostenlos, da ich 100 freie SMS im Monat habe, und Klingeln kostet eh nichts. Du siehst, ich werde überhaupt nichts dagegen haben, wenn wir zwei in den nächsten Monaten häufiger Telefonsex haben. Und nun komm, der Krimi fängt gleich an.“


MfG
Matt

7. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 23.03.07 17:44

Kommentare nach wie vor erwünscht


Die Treppe

Autoerotische Handlungen konnten schon so ihre Tücken haben. Die Zeitschaltuhr am Schlüsselsafe zeigte noch genau 36 Stunden an, aber seit gut zehn Stunden lag bereits die Post im Briefkasten, ich war sogar per SMS informiert worden. Bei normaler Post wäre das egal gewesen, aber diesen Brief konnte ich unmöglich bis Montagmorgen in dieser Blechkiste drei Stockwerke unter mir lassen. Wäre der Schlüsselsafe auch so eine Blechkiste gewesen, hätte ich ihn schon längst geopfert, so aber lagen in ihm die Schlüssel zu meinem Halsring, den Pumps, der Schrittkette und natürlich dem KG. Innerlich zerrissen wie eine kleines Stubenmädchen und äußerlich zufällig auch so angezogen, lief ich unentspannt in meiner Wohnung umher und lauschte ab und an an der Wohnungstür. Zwölf Parteien. Konnten die nicht mal was unternehmen, in die Disko gehen oder auf den Campingplatz. In den vergangenen zwei Stunden hatte es keine ruhigen zehn Minuten gegeben. Soviel hatte ich an Zeit kalkuliert. Meine Absätze waren mörderisch, der Fahrstuhl wegen Wartungsarbeiten schon seit dem Vortag außer Betrieb, dazu die sechs Treppenabsätze bis zu den Briefkästen und die Länge bzw. die Kürze meiner Schrittkette. Ich hatte es mit einem Stapel Zeitschriften simuliert, ich hatte sie definitiv nicht lange genug fürs Treppensteigen gemacht. Jetzt lief bereits zum vierten Mal der Wetterbericht an diesem Abend und gespannt hoffte ich, dass nun etwas Ruhe bei den Hauptfilmen einkehren würde. Drei Stunden später hielt ich es nicht mehr aus und stützte mich, mit beiden Händen auf dem Geländer und so schnell wie es leise ging, fast stürzend nach unten. Ich hatte meinen Dress gegen einen schlichten, schwarzen Einteiler gewechselt und hoffte in der Dunkelheit ungesehen meine Mission vollbringen zu können. Sie endete auf dem Rückweg in der zweiten Etage, als mir plötzlich Frau Kärner gegenüberstand, deren Hand noch auf dem Lichtschalter lag. „Guten Abend, Frau Kärner.“ „Oh … äh … haben Sie mich aber erschreckt … guten Abend Herr … äh.“ Ihre Augen waren kurz bis zum Bauchnabel an mir entlang geglitten und was sie bis dorthin gesehen hatte, hatte sie bereits irritiert. Sie hatte sich mit ihrem Hund noch zu einem Spaziergang fertig gemacht, der nun bereits fordernd um die Ecke des Geländers voran marschiert war. „Nach ihnen, Frau Kärner, es ist draußen angenehm mild.“ Das war natürlich gelogen, aber es bewegte sie, die Tür zuzuziehen und, meiner Geste folgend, an mir vorbei nach unten zu gehen. Das erschien mir günstiger, als an ihr vorbei die Treppe rauf zu stolpern und ihr einen aussichtsreichen Blick auf meine Pumps zu geben. Ich hielt mich nah an der Wand und hoffte, dass sie sich nicht umblicken und starren würde, als sie die ersten Stufen nach unten nahm. Eine Etage später lehnte ich von innen gegen meine Tür und mein KG fühlte sich wie mit dem Schraubstock zusammengepresst an. Das Blut strömte mir durch die Ohren und so schlitzte ich den Brief erst eine halbe Stunde später auf, damit ich auch ganz sicher nur den Brief aufschlitzte und nichts anderes. Er war wie erhofft und nun konnte ich ihn in Ruhe sonntags beantworten, Entspannung kehrte ein. Sie hielt sich bis zum zweiten Klingeln, dem ersten, bei dem ich realisierte, dass es an meiner Tür war. Es wurde penetrant und hörte erst auf, als ich die stumme Tür, deren Spion zugehalten war, einen Spalt breit öffnete. Es roch nach Lederfett und die Spitze der Gerte schob meine Nase unablässig zurück in die die Wohnung. Ihr folgte die Gerte, eine Hand in einem armlangen schwarzen Samthandschuh und der Rest von Frau Kärner, die mit der linken Hand hinter sich meine Tür wieder von innen schloss. „Sie sind mir ja einer. Da haben Sie so ein schönes Hobby, und verschweigen es mir einfach. Dieser Ring und … ihr Einteiler steht ihnen wunderbar …“ Ihre Gerte strich nun ganz nach unten bis zum Saum und wieder hoch, wobei sie den Stoff mitnahm und an der Kette hängen blieb. „… oh, das hatte ich mir schon gedacht und ach sogar zum Abschließen. Auf Ihre Schuhe bin ich direkt neidisch, ich konnte vorhin ihre Absatzhöhe nicht genau schätzen. Schauen sie mal wie dreckig meine sind.“ Ihre linke Hand kam nun nach vorne und bevor ich die Bewegung einordnen konnte, baumelte bereits ihre Hundeleine daraus hervor und schnappte mit einem Klicken an meinem Halsring ein. Nun wickelte Frau Kärner sie zweimal routiniert um die Hand und zog meinen Kopf gen Boden, assistiert von der Gerte, die sich in meinen Nacken bohrte. Die hingehaltene rechte, blitzblanke Schuhspitze war nur eine Geste, aber ich akzeptierte sie. Ihre Gerte entfernte sich und ich fühlte, wie der Einteiler bis zur Hüfte hochgezogen wurde. „Wunderschön. Und sogar eine weiße Spitzenschürze. Wenn Sie fertig sind, händigen Sie mir doch bitte sofort die Schlüssel aus. Ich werde Ihnen meinen Wohnungsschlüssel geben, damit sie zwischendurch aufräumen können.“ Automatisch antwortete ich, dass sie am Brett hingen, worauf sie antwortete, dass sie nicht den Wohnungsschlüssel gemeint habe, diesen aber auch gerne nähme. Mein Versuch mich aufzurichten wurde vereitelt und so erzählte ich ihr auf Händen und Knien von dem Schlüsselsafe. „Verstanden. Du brauchst ihn ab sofort nicht mehr, meine hübsche Zofe. Du kannst sie Dir Montag um Punkt sechs abholen, den Safe werde ich behalten. Vielleicht nützt er ja noch. Ich danke Dir, meine Schuhe sind jetzt sauber. Wir werden sie Morgen Abend gemeinsam wieder schmutzig machen, Du wirst mich bei meinem Sparziergang begleiten, sagen wir, um halb neun. Und bring Deine Leine mit, ich habe nur zwei.“


MfG
Matt

8. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von lork am 24.03.07 01:04

Echt nette geschichten. Genau das richtige zum einschlafen.
Nicht aufgeben.
Lork
9. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Under Her am 24.03.07 01:09

Nur weiter so. Mir gefällt, was ich hier lese.....

Gruß

Under Her
10. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Harun al-Rashid am 26.03.07 03:22

Er legte Hand an sich und lauschte, nichts ..., alles ruhig ..., dann dachte er an das, was er gesehen hatte, dachte sich hinein, wichste in sich hinein, wixte sich..., wixte nur noch..., hörte nichts mehr..., hörte nix..., - dann IHRE polternde Stimme: "Du elender Wixer, warum machste das? Ab morgen bekommst du einen Antiwixgürtel!" - Ooh ja, aber das heißt: CB-2000. - Scheiß drauf! Iss mir egal, wie dat Dingens heißt!
11. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Harun al-Rashid am 26.03.07 03:25

War das jetzt kurz genug? - Blöd frag.
12. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 26.03.07 14:21

Und dann tänzelte er,seinen Ballermann schwenkend,um die Ecke;aufgestachelt bis hin zum Irrsinn,er mußte jetzt kommen,alles andere wäre unerträglich...

Knapp erwischte er den letzten Bus und fuhr einer neuen Bestimmung entgegen...


Black Panter
13. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 26.03.07 23:07

... inspired by some postings in this forum ...

Die WG


Thomas saß gemütlich bei Musik in seiner Bude und las die neuesten Postings in seinem Lieblingsforum. Am nächsten Tag hatte er noch zwei Vorlesungen in Baustoffen und Statik und dann war endlich Wochenende, immerhin war es draußen auf dem WG-Flur ausnahmsweise ruhiger als sonst. Ganz vertieft hörte er das Klopfen erst, als es mit der flachen Hand vollzogen wurde, sicherheitshalber packte er ein anderes Fenster in den Vordergrund. „Ja?“ „Hi, ich wollte nur fragen, ob Du am Wochenende hier bist.“ Melanie stand unentspannt in der Tür und schaute ihn mit übergroßen Augen an. „Nö, ich fahr nach Hause. Wieso?“ „Musst Du? Weil, es ist dann außer mir keiner hier.“ „Nö, aber ich wollte auch nicht hier bleiben, letztes Wochenende war ziemlich öde.“ Er wunderte sich, da sie irgendwie anders klang als sonst und dass sich ihre Miene scheinbar grundlos aufhellte. Sie schien noch einen inneren Kampf mit sich auszutragen und dann lief sie leicht rot an, trat ganz in sein Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Ihre Hand nestelte an der Türklinke, bis sie den Schlüssel fand und abschloss. „Dann bleibst du hier, bei mir. Das wird total geil werden, das wird …“ Irgendetwas schien ihr die Sprache zu verschlagen. „Ist was, Melanie, Du bist so …“ „Wo ist Deine Spange?“ „Was, … äh … hier ist sie, wo sie immer ist. Noch was?“ Er grinste sie verstört an. „Nein, Dein Außenbogen. Ich weiß Du hast einen, wo ist er?“ Thomas lief jetzt selbst rot an, diese Information hätte sie unmöglich haben können, seine Augen glitten zu einem Schubladenschrank und sein Körper wurde vor Anspannung steifer. Melanie registrierte das überrascht, da sie plötzlich scheinbar Dinge wahrnehmen konnte, die sie zuvor noch nie so intensiv bemerkt hatte. Da der Schrank zwischen ihnen an der Wand stand und sie mit einem Schritt vor ihm stand, hatte sie den Headgear auch schon einen Augenblick später aus der obersten Schublade herausgeholt. Demonstrativ hielt sie ihn vor sein Gesicht. „Ich werde hier nicht die einzige sein, die so was trägt. Tue ihn rein.“ Er jetzt bemerkte Thomas, dass ihre Aussprache wohl mit ihrer neuen Zahnspange zusammenhing. Sie hatte zahnfarbene Brackets und einen ebensolchen Draht, die man nur sah, wenn man genau hinsah. „Seit wann hast Du denn eine?“ „Seit heute, Dienstag kriege ich auch so ein Ding hier. Ich habe es leider Katrin gesagt und jetzt weiß es der ganze Flur.“ „Außer mir.“ „Tue sie rein, sonst erfährt der ganze Flur noch etwas Neues per Email.“ Ihre Geste war nun deutlich und halb belustigt halb verunsichert steckte sich Thomas seine Nachtspange in den Mund. Melanie studierte Informatik im gleichen Semester wie er und inzwischen hatte er mitbekommen, das sie irgendwie anders tickte. Computer interessierten ihn relativ wenig, außer zum surfen, sie hingegen zockte schon mal ein ganzes Wochenende hindurch in irgendwelchen Fantasy-Spielen und redete dann danach nur blödes Zeug. Als er alles soweit hatte nahm sie ihren Arm, den sie die ganze Zeit hinter ihrem Rücken hatte nach vorn und griff mit der freien Hand nach seinem Bogen. „Ich habe hier ein Geschenk für dich, *Sklave_Samot_87*, das Du sofort annehmen wirst, sonst weiß es, wie gesagt, gleich der ganze Flur. Das Ding hat mich über hundert Euro gekostet, klar!“ Während ihre Worte an seinen Ohren vorbeiprasselten, rotierte sein Gehirn immer noch bei dem Namen, mit dem sie ihn angesprochen hatte. Thomas kannte ihn, benutzte ihn … geheim … im Forum … in dem er gerade war. Woher wusste sie von diesem Namen, woher kannte Louis die Telefonzelle in der sich Clark im nächsten Moment umziehen würde. Ihre Finger hatten seinen Headgear, das daran hängende Gesicht und seinen Körper zwei Meter im Kreis auf sein Bett bugsiert und nun saß Melanie rittlings auf ihm und ihre Lippen berührten seinen Hals. Sie richtete sich wieder auf und stemmte die Hände in die Hüfte, nachdem sie ihm das Paket auf die Brust gelegt hatte. „Aufmachen!“ In groben Packpapier war ein kleines Pappkästchen eingewickelt auf dem sieben Ziffern eingedruckt waren ‚CB-3000’. Melanie auf dem Bauch, die unreale Situation und dieses Päckchen in den Händen waren für Thomas zuviel, er verdrehte kurzfristig die Augen. Als er Sekunden später wieder in diese Situation zurückkehrte, lag ihre rechte Hand auf einer Stelle, an der sie eigentlich nicht hätte sein sollen. Feuchtigkeit breitete sich gerade dort rasant aus. „Ich wusste es. Ich habe zwei Wochen überlegt und dann hat das Ding noch mal eine Woche gebraucht, bis es kam. Zieh es an, sofort!“ Ihre andere Hand verschwand nun hinter ihrem Rücken und nestelte seinen Gürtel und seine Hose auf, dann rollte sie sich zur Seite und kniete sich auf dem Bett neben ihm hin. „Los, oder soll ich?“ Die Frage war wohl eher rhetorisch gemeint, noch ehe sich sein bestes Stück für einen zweiten Stand-up erholt hatte, hatte sie bereits mit flinken Fingern die wesentliche Arbeit erledigt. Nur das Fummeln mit den Ringen und den Stiften dauerte länger. Als dann das Bügelschloss zuschnappte, war Thomas so erschöpft wie noch nie. Zart glitten noch ihre Finger über dieses Plastikdingen, dann rollte sie sich über ihn, stand auf und lächelte ihn an. „Die hier verwahre ich, bis morgen Abend alle weg sind, *Sklave_Samot_87*. Ich werde Dir dann schon zeigen, was mir gefällt und wo Dein Platz ist, Sklave. Ich bin Altea, Level 60 Augrin, Mitglied der Gilde von Ashkeswod und Du wirst mir dienen.“ „Ja, nein … ich … wieso … was … woher weißt Du das alles eigentlich, ich …“ Für einen Moment schien sie wieder in die Realität zurückzukehren, dann lächelte sie spitzbübisch und zeigte ihm zum ersten Mal deutlich ihre neue Spange. „Ich bin nicht immer nur am spielen. Manchmal wende ich die Sachen aus der Vorlesung auch an. Das Wohnheimnetzwerk ist sicherheitstechnisch der letzte Schrott. Vor vier Wochen habe ich zum Spaß den ganzen Netzwerk-Traffic gescannt und bin bei Dir hängen geblieben. Seitdem habe ich alle Deine Postings gelesen. Jetzt mache ich Deine Phantasien war ……. und meine, jedenfalls solange ich meine Spange habe. Vielleicht auch länger.“


MfG
Matt


14. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Charly am 26.03.07 23:44

Mensch Matt,

sag mal, wie schüttelst du das so einfach alles raus.
Gerade die letzte Story, ich hab mich gebogen vor Lachen.
Absolut Super!!!

Das geht ja bei dir, wie in der Kleiemühle. Mach man blos
weiter. Das ist super.

Gruß - Charly
15. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Under Her am 27.03.07 17:56

MattBeam

Eigentlich schreit diese Geschichte nach einer Fortsetzung
16. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 27.03.07 21:48

@ Charly
@ Under Her
Viiiiiiiiiiieeeeeeeeelen Dank für die Blumen !
Solche Kommentare lese ich gerne auch mehrfach. Den doppeldeutigen Kommentar von lork Genau das richtige zum einschlafen. habe ich bereits als ´positiv gemeint´ verbucht. Werde bei dem Feedback sicher noch einige Geschichten posten, da sie schnell zwischendurch geschrieben sind. Wer sich zum nachmachen animiert fühlt, nur zu ! Schließlich habe ich den Thread ja ´various artists´ genannt. Wer eine Story fortsetzten möchte, herzlich gerne, das führt bei mir zu ganz neuen Ideen. Keine Angst, wenn mir die Fortsetzung nicht gefällt, schreibe ich einfach eine Alternative dazu. Variationen oder Ausschmückungen nach eigenem Gusto sind gerne gesehen.
@ Black Panter
Ultra cool. Ich glaub´ mich streift ein Bus. Werde die Story wohl noch ein paar mal lesen müssen, bis ich Deine Intention verstanden habe. So soll es sein.
@ all
Der Titel sagt alles, traut euch, hier könnt ihr euch gerne versuchen, ohne gleich einen eigenen Thread aufzumachen, was für euch vielleicht eine große Hemmschwelle ist, denn:
Ultra-Kurz : -> Du brauchst nicht viel schreiben, das schwarze Miezekätzchen hat´s vorgemacht. J u s t d o i t ( (c) n i k e)
Various Artists : -> Ja auch Du bist ein Schreiber, Du kannst hier mit machen, D u b i s t D e u t s c h l a n d ( (c) b u n d e s r e g i e r u n g)

Ok, ok, ein Gruezi in die Schweiz und ein Servus nach Österreich und ein freundliches ´Du bist ein geschätzter deutschsprachiger Leser(m/w/is/...) dieses Forums´ an alle, die sich von dem Slogan nicht angesprochen fühlen

Ok. Genug der ´nichterzählenden´ Worte.

MfG
Matt

17. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 27.03.07 23:28

@ Harun al-Rashid: Danke für die Inspiration!!!

EStE – The other side


Inge machte Gott sei dank die Haustür auf, da ich bereits im vollen Dress in der Küche stand und das Abendessen bereitete. „Guten Abend! Müller, Finanzamt Krefeld Süd, Frau Senger ? … Darf ich Sie kurz stören, es dauert nicht lange.“ „Kommen Sie herein.“ Es durchzuckte mich, dieser Müller konnte mich vom Flur aus nicht sehen, aber das Brutzeln der Pfanne und der Duft verrieten deutlich die Anwesenheit einer weiteren Person, die wohl kaum vorzeigbar war, nämlich mir. „Danke, ich werde Sie nur kurz behelligen, es geht um die Steuererklärung von Herrn Ralf Korscheid, auf der Sie als Ansprechpartner genannt sind. Ich konnte Herrn Korscheid nicht erreichen und Sie liegen quasi auf meinem Heimweg.“ „Na dann werde ich Ihnen Ihre Fragen schnell beantworten, damit Ihre Frau nicht auf Sie warten muss.“ „Keine Sorge, zuhause wartet nur meine Katze.“ „Schön. Womit kann ich behilflich sein?“ „Also es geht um folgendes. Herr Korscheid gibt an, täglich montags bis sonntags 40 Kilometer einfache Strecke zu fahren, an wohlgemerkt allen Tagen im letzten Jahr. Zudem rechnet er noch jede Menge Spesen für Berufskleidung ab und wenn ich allein die Fahrzeit nehme, mit 5 Euro Stundenlohn angesetzt, komme ich schon auf einen höheren Wert als angegeben. Das ist alles nicht ganz schlüssig. Sie haben seine Steuererklärung für ihn gemacht, was können Sie mir also dazu sagen.“ „Ich ? Gar nichts. Das muss Ihnen Ralf schon selbst erklären. Ralf !“
Ich hatte alles mit angehört und die Herdplatten bereits abgestellt. Nun trat ich rasch ins Wohnzimmer, da Inge mir sonst gehörig den Hintern versohlt hätte, hätte sie mich ein zweites Mal rufen müssen. Da stand ich nun in meiner French Maid Uniform, unter der die Beingurte und die Schrittkette hervorlugten. „Ralf, erkläre bitte dem Herrn Müller, wie Dein Tagesablauf aussieht und was Du verdienst.“ Sie wandte sich wieder Herrn Müller zu und lächelte ihn aufreizend an. „Herrin Inge ist so freundlich, mir für meine unwürdigen Dienste einen Zuschuss zu den Spritkosten und den Dingen des täglichen Lebens zu geben. Da sie es mir noch nicht gestattet hat, in ihren vier Wänden zu wohnen, hat sie meinem Vermieter meine Wohnung abgekauft und mir für eine günstige Miete überlassen. In diese Wohnung habe ich nach meinem Dienstende, frühestens um 21.00 Uhr, zu fahren. Morgens habe ich es so einzurichten, dass ich spätestens um 6.00 Uhr bei ihr bin, auch an Sonntagen. Während meines Dienstes habe ich die von ihr gewünschte Kleidung zu tragen.“ Herr Müller war von dem Anblick und dem Gesagtem sprachlos. Inge hatte ihn die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen und jede seiner Reaktionen wahrgenommen. Einschließlich der Verformung seiner Hose im Schritt. Als seine Mundbewegungen wieder geeignet waren, Laute zu artikulieren, war seine erste Frage „Und das tragen Sie den ganzen Tag? Ist das Ihre angegebene Berufskleidung?“ „Ganz recht, Herr Müller, natürlich kommen da noch ein paar Stücke hinzu, Ralf ist noch ziemlich zimperlich, was das Einkaufen angeht, da nimmt er immer einen langen Mantel mit. Aber das gewöhne ich ihm auch noch ab.“ „Und sie arbeiten von sechs bis neun? Für das Geld?“ „Ja, Sie haben ja Recht, Herr Müller. Eigentlich ist das noch viel zu viel. Sie sehen ja selbst, wie fett er noch ist. Grösse 33 ist ja noch knapp das Format einer Fasstonne. Ich werde ihm das Geld in diesem Jahr deutlich kürzen.“ Ich musste schlucken, Inge hatte mir diesen Plan noch gar nicht enthüllt. „Aber das ist ja Skla…“ „Aber nein, Herr Müller, nicht im geringsten, Ralf geht es prächtig. Schauen sie mal, wie gut seine Striemen verheilen. Hoch den Rock! Nun dreh Dich! Sehen sie, alles bestens, Ralf geht es blendend.“ Ihre Stimme schien ihn zu hypnotisieren, es konnte jedoch auch der Anblick von mir sein, mir wurde ganz anders und das nicht nur vom drehen. „Frau Senger … ich … ich kann das beim besten Willen nicht nachvollziehen, das ist …“ Inge fauchte ihn wütend an, was ihn erschrak und nun völlig aus dem Konzept brachte. So hatte ich noch keinen Steuerbeamten erlebt. „Erzählen Sie mir nichts. Natürlich verstehen Sie das, ich sehe das doch. Ich sehe, dass Sie das anmacht und ich werde gleich etwas dagegen tun.“ Während Inge in anfuhr, hatte sie ihm mit ihre rechten Fußspitze sanft ins Gemächt gestoßen und nun war unübersehbar, dass Herrn Müller die Situation wohl auch außerberuflich bewegt hatte. „Sie kommen jetzt mit mir! Ich werde Ihnen den Fleck beseitigen. Verstanden? Und Du machst das Essen fertig, klar?! Und stell noch einen zweiten Napf hin.“
Sie zog den armen, verdatterten Mann aus dem Sessel und durch die Tür in den Keller. Kurze Zeit später konnte ich seine Schreie hören, die zwischen Angst und Lust schwankten und später von einem Stöhnen abgelöst wurden, das wohl weniger von Schmerzen herrührte. Als Inge eine Stunde später mit ihm wieder nach oben kam, trug er eines meiner Outfits, die Inge für alle Fälle im Keller hatte. Selbst die Schuhe, Fesselpumps mit nur knapp 6 cm Absätzen, schienen ihm zu passen. Sie hatte seine Krawatte, an dem sie ihn hinter sich her ins Esszimmer zog, gegen eine Leine ausgetauscht, die in den Ring eingehakt war, der um seinen Hals verschlossen war. Aus eigener Erfahrung, die schon lange her schien, wusste ich, dass es einer von den Krawattentauglichen Halsringen war, er ihn also kaum mehr ablegen würde.
„Platz!“ Ich gehorchte, obwohl sie ihn angesprochen hatte, und er ihrem Befehl überaus rasch folgte. Inge aß ihr Abendessen, das ich ihr bereitet hatte, zusammen mit einem Glas Wein, während ich und mein Finanzbeamter uns mit je einem Napf des Essens und einem Napf Wasser vergnügen durften. Als meine Herrin endlich fertig war, erfuhr ich dann die Überraschung des Tages.
„Ralf ! Thomas hat sämtliche Unklarheiten beseitigen können und schickt Dir den Steuerbescheid umgehend zu. Er hat mir Rede und Antwort gestanden und ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass Du in Zukunft gefälligst etwas für mich leisten kannst. Ab sofort wirst Du mir nur noch von 8 bis 18 Uhr dienen, such Dir gefälligst für die Freizeit einen Job. Welche erlaubt sind, kläre ich mit Dir dann, wenn Du sie mir vorlegst. Ich werde Dir schon was Passendes aussuchen, in dem Du Deine Berufskleidung auch weiterhin tragen kannst. Die Spätschicht übernimmt ab sofort Thomas. Zur Belohnung muss er auch keine Schrittkette tragen, jedenfalls vorerst. Ich werde ihm eine Zimmer untervermieten und es steuerlich absetzen, dann kann er von hier aus direkt zum Finanzamt fahren. Um seine Arbeitskleidung werde ich mich am Wochenende kümmern, solange trägt er noch Deine Sachen. Bring gefälligst morgen Deine absatzlosen Ballerinas mit. Ich glaube, die kann Ralf auch im Büro tragen. Und jetzt macht gefälligst die Küche und verschwindet dann.“
Eine Woche später fuhr ich um kurz nach 18 Uhr zwanzig Kilometer in die Nachbarstadt um zu putzen. Inge hatte eine gute Freundin, die sie aus der Szene kannte, gefragt und die Antwort erhalten, dass diese für ihre Putzkolonne aus osteuropäischen, älteren Frauen noch Verstärkung suchte. Nach vier Wochen hatten sie mich schließlich akzeptiert, auch wenn sie sich mit abnehmender Tendenz halb totlachten, wenn ich mich in meinem Outfit an, auf oder unter irgendwelchen Büromöbeln verrenkte. Thomas lernte schnell und in den Jahren danach hatte ich nie wieder Probleme mit der EStE.


MfG
Matt


18. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 27.03.07 23:37

Dumdidumdidum...

einmal hinter sich herlaufend,aber schön im Kreis...

Dumdidum...


Black Panter

ÄHH, Entschuldigung.

Danke für die Blumen. Es gibt keine tausend Sachen,die schöner sind,als eine Büte auf einer mit Wasser gefüllten Schale.
19. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 28.03.07 16:43

Er stand einfach nur da. Pitschnass geschwitzt.

Mit den verbundenen Augen nahm er nur noch akustisch das Gemurmel wahr.

Da. Das Klopfen. Es kam näher. es schien ihm als würden die Trompeten von Jericho sich seinem Zentrum nähern.

Plötzlich Stille.

Er glaubte nur ein nervöses Scharren zu hören,
das plötzlich überall zu sein schien. Um Ihn,in ihm...

Eine Hand näherte sich seiner Schulter,Zentimeter um Zentimeter...,Millimeter um Millimeter...

Da. Sie berührte ihn...

DREH DICH NICHT UM;

DENN DER PLUMPSSACK GEHT UM!

Und er begann zu rennen...


Black Panter
20. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 29.03.07 10:32

Zitat

DENN DER PLUMPSSACK GEHT UM!

Tja, mit einem beliebigen KG wäre das nicht passiert, die halten den SACK nämlich schön in Form.

MfG
Matt

21. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Under Her am 29.03.07 10:44

Mattbeam

Ich werde an deine Geschichte denken, wenn ich meine nächste Einkommensteuererklärung mache
22. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Harun al-Rashid am 29.03.07 21:26

ESTE - The other side

Du bist - fiskalisch - betrachtet, ganz schön pervers! Und erst mal der Steuerbeamte - so einen hätte meine Frau auch gern, denn:
Es gibt nichts Geileres als Geld vom Staat zurück! *Angy ist nix dagegen!!*

Harun
23. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 29.03.07 22:18

Imperator IV

Die junge Frau warf mich schon gleich in ihren Bann. Ich genoss die Länge des Flurs, auf dem sie mir in ihrem taillierten Kittel entgegen kam. Ihre Clogs hallten auf dem Betonboden und ich konnte deutlich sehen, dass sie eine Art Pferdeschwan_z trug. Sie lächelte mich freundlich an, jedenfalls so gut sie es bei dem schweren Glas konnte, das sie trug. Als ich sie erreicht hatte, meinte ich nur „Prachtstück, was?“ und grinste. Sie musste lachen und ihre Zahnspange blitzte auf „Leider sehr selten … und ziemlich schwer.“ „Na ja, wenn man ihn so trägt. Wir haben es da einfacher.“ „Auch bei der Größe?“ „Klar. Ciao!“ Ich war nur einige Schritte weiter gekommen, als sie mir zurief „Warten Sie! Kommen Sie doch bitte mal und helfen mir.” Gerne, dachte ich. Ich hielt ihr die Tür zum Lagerraum auf, ging voran und ertastete den Lichtschalter. „Könnten Sie ihn bitte da oben reinstecken, es ist so hoch.“ Ich nahm das Glas, schob mir die Trittstufe mit dem rechten Fuß zurecht und stellte das Glas mit dem Präparat des ehemals besten Stücks vom Deckhengst „Imperator IV“ in das Regal. Inzwischen hatte sie die Tür von innen mit einer abgerissenen Palettenlatte verrammelt und berührte nun mit ihrer Nasenspitze meinen Schritt. Bevor ich auch nur wusste was passiert war, murmelte sie „Wer Behauptungen aufstellt, muss sie auch beweisen!“ und kostete mein bestes Stück so, dass ich von der Trittleiter fiel. Als ich mich zehn Minuten später revanchieren wollte, erlebte ich die nächste Überraschung. Unter ihrem Kittel und einem Rock trug sie einen Keuschheitsgürtel. Als ich sie fragend ansah, nuschelte sie erbarmungswürdig „Mein Verlobter ist ein Möchtegerndeckhengst von eigenen Gnaden, mit dem kleinsten Schniedel des ganzen Wohnblocks, aber mit der größten Eifersucht der ganzen Stadt. Nur deswegen laufe ich so herum.“ Ich nahm ihren Kopf in beide Hände und antwortete ihr mit vollem Ernst. „Du bist so schön mit Deinem Silberlächeln, Deiner raspelkurzen Frisur und Deinem grünen Kittel mit den grünen Clogs, dass ich Dich mit und ohne KG lieben würde.“ Es waren wohl die richtigen Worte, denn die nächsten zwanzig Minuten konnte sie jedenfalls kein Wort mehr zusätzlich in den Mund nehmen und ich war vor Verzückung zuckend sprachlos. Acht Stunden später klingelte es dann an meiner Wohnungstür. Sie stand davor, in einem Sommerkleid mit grünen Clogs und einer großen Sporttasche. Sie lächelte und ging an mir vorüber ins Schlafzimmer, dessen Tür offen stand. Ich folgte ihr und beobachtete, wie sie ihr Sommerkleid fallen ließ. Da stand sie nackt mit ihrem silbernen KG, ihrem silbernen Lächeln und zwei kleinen silbernen Schlüsseln, die sie hoch hielt. „Ich bin bei meinem Freund ausgezogen. Du sagtest, Du liebst mich mit und ohne KG. Beweise es, jetzt!“ Der Tag war zu schön um ihn zu träumen. Zwei Stunden später war ich fix und alle und ihren Lauten konnte ich entnehmen, das sie überglücklich war. „Darf ich bleiben?“ „Klar, so lange Du willst.“ „Darf ich Dich noch zwei Sachen fragen?“ „Schieß los!“ „Ich möchte noch ein paar Sachen aus der Wohnung sofort auspacken. Stört es Dich wenn ich mein Zaumzeug trage, so hat es jedenfalls mein Ex-Freund genannt?“ „Nein, was immer das auch ist.“ „Prima, und stört es Dich, wenn ich zur Abwechslung mal diejenige bin, die neidisch ist.“ „Nein, ich kann damit gut leben.“ Dachte ich mir jedenfalls zu dem Zeitpunkt noch. Von dem Abend an trug sie dann zuhause immer eine Außenspange, ihr Zaumzeug und ich … tja … und ich durfte mein bestes Stück in einem verschlossenen, durchsichtigen Stück Plastik tragen, dessen Schlüssel sie verwahrte. Ich konnte eigentlich ganz gut damit leben, denn spätestens nach zwei Nächten am Stück, wenn sie nicht gerade Nachtschicht in der Tierklinik hatte, zog sie mich in unserer „Box“ auf ihre Seite und ich durfte dann ihr Deckhengst sein, den sie mit niemanden mehr teilen wollte.

MfG
Matt


24. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 29.03.07 22:25

@Harun al-Rashid:
Zitat
... Du bist - fiskalisch - betrachtet, ganz schön pervers! ...
Mag sein, aber das ist nur eine von vielen Facetten, auf die Deine Einschätzung zutrifft. Obwohl, irgendwie hätte ich gerne gewusst, an welchem Satz Du es genau fest machst. Nur mal so zur Info für mich ...

@all: Viel Spaß bei der neuen UKG "Imperator IV", diesmal schön (fiskal-)gesetzlich korrekt ...

MfG
Matt

25. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Fesselopfer am 29.03.07 23:38

Mal schauen ob ich mithalten kann?

Auch hier sind Kommentare erwünscht.

Ein besonderer Traum

Ich komme von einem anstrengenden Arbeitstag ohne Essen, warum das erfahrt ihr später, nach hause!

Ich werde von meiner Frau beim nachhause kommen ganz lieb und zärtlich begrüßt, sie steht im sexy
Outfit (es ist Freitag, sie war früher zuhause und es ist unser freies Wochenende, da das Kind außer Haus
ist) vor mir. Sie umarmt mich und küsst mich sehr leidenschaftlich. Da ich dadurch sehr abgelenkt bin
bekomme ich nicht mit das sie plötzlich ein Tuch, welches sie vorher als Schlinge vorbereitet hatte, in der
Hand hat und mir somit die Hände hinter dem Rücken fest verbindet. Da sie sich sehr gut vorbereitet hat,
nimmt sie ein weiteres Tuch und bindet mir noch die Augen zu, denn ich soll nicht sehen was sie noch so
alles im Schilde führt. Ich werde von ihr erst mal ins Wohnzimmer geführt. Dort werden mir meine Ohren
mit einem mir noch unbekannten Gegenstand verschlossen und mit einem weiteren Tuch und Watte
werden die Ohren dicht verschlossen. Nun höre ich nichts mehr außer meinem Herz, was vor Aufregung
wie wild schlägt.

Von ihr nun so vorbereitet führt sie mich ins Schlafzimmer. Dort gibt sie mir mit leichten aber doch
energischen Druck, da ich ja nichts höre, zu verstehen das ich mich hinlegen soll. Es fühlt sich kühl an, ich
denke es ist das Plastiklaken. Nun weiß ich auch was der Gegenstand ist was meine Ohren dicht hält, es
sind Kopfhörer, denn sie hat ein Tonband mit ihrer sexy Stimme besprochen und es sind auch sehr nette
interessant sexy Geräusche zu hören. Dadurch werde ich so abgelenkt, denn ein Konzentrieren auf meine
Lage ist nicht möglich, das ich nicht bemerke das meine Beine plötzlich nicht mehr beweglich sind. Damit
ich mich nicht, für sie eventuell unangenehm wegen der Nachbarn, irgendwie bemerkbar mache verpasst
sie mir eine Kopfmaske die einen Knebel enthält.

Meine Hände hat sie kurz gelöst um sie dann so fest zu machen das ich meinen Sack und Schwanz so
umfassen muss das ich ihn zwar spüre aber nicht mit ihm spielen kann. Sie dreht mich zur Seite und mein
Hinterteil wird von ihr sehr liebevoll bearbeitet, dabei fällt ihr auf das ich gleich komme, und da ich das
nicht soll wird mein Schwanz von ihr durch gezieltem Druck daran gehindert. Mein Hinterteil wird von ihr
weiter bearbeitet und ich spüre gleich das mir mein Loch mit einem größerem Gegenstand gefüllt wurde.
Dann rollt sie mich auf die Seite und du lässt mich einige Zeit so liegen. Da ich mich nicht bewegen kann
und durch ihre Stimme, die vom Band kommt und das einzige ist was ich höre, abgelenkt bin merke ich
auch nicht wie die Zeit vergeht.

Plötzlich werde ich von ihr berührt, ich erschrak sehr, denn ich war durch das Band doch sehr abgelenkt
und mit meinen Gedanken ganz woanders. Nun bekomme ich auch zu spüren was der Gegenstand im
Hintern für einen Zweck hat. Denn ich spüre wie meine Frau diesen aufpumpt und vibrieren lässt. Sie
deckt mich mit irgendwas zu. Es ist der gleiche Stoff auf dem ich liege. Nun weiß ich auch was es ist. Es
ist aus Gummi und sie wickelt mich darin sehr fest ein. Das einzige was frei bleibt ist mein Kopf, wenn
dieser auch durch die Maske nicht so richtig frei ist, und mein Schwanz, denn dieser soll noch eine weitere
Behandlung von ihr erfahren. Nun liege ich auf dem Bett und sehe sicher aus wie eine dicke Gummiwurst,
aber das kann ich mir nur vorstellen, sehen kann ich mich ja so nicht, noch nicht, denn später erfahre ich
das die Videokamera die ganze Zeit im Schlafzimmer mitlief. So lässt sie mich eine Zeit lang liegen.

Dadurch das ich meinen Schwanz mit meinen eigenen Händen fest halte steht er wie eine eins und ist für
sie sehr einladend. Ich spüre wie meine Frau mich am Schwanz sehr liebevoll verwöhnt, sie bringt mich
damit fast zum Wahnsinn, soweit das ich ein kommen nicht mehr verhindern kann. Und da durch die
Haltung meiner Hände der Schwanz fixiert ist kommt es mir sehr gewaltig. So heftig, das sie diese Menge
nicht erwartet hat und sie es schlucken muss, was sie bisher noch nie getan hat. Ihr scheint es nicht zu
reichen denn sie will mehr von mir. Durch meine Situation und Lage bin ich nicht fähig mich zu wehren und
ihr völlig ausgeliefert. Sie nutzt es aus und benutzt mich sehr ausgiebig. Mein Schwanz steht, durch die
Haltung der Hände, immer noch wie eine eins. Durch das ausgefüllt sein im Hintern und durch die ständige
Vibration, die nicht auszuschalten geht, da der Schalter und Ventil für die Luft mit eingewickelt wurden,
werde ich ständig gereizt. Somit steht mein Schwanz ihr zur weiteren Verfügung.

Im Laufe des Abends werde ich von ihr mehrmals genommen. Ihre feuchte und warme Lusthöhle und auch
ihre Hinterforte wurden so ausgiebig verwöhnt. Langsam wird sie müde und schläft fast ein. Aber sie lässt
mich nicht frei, denn ich soll so die Nacht verbringen. Das einzige was sie entfernt ist die Kopfmaske mit
dem aufblasbaren Knebel. Ich will sofort was sagen aber daran werde ich durch einen anderen,
luftdurchlässigen Knebel gehindert. Ich mache mir Gedanken was ist wenn ich mal muss, aber sie hat
auch da vorgesorgt. Denn sie befestigt einen schlauch an meinem Schwanz der in einem Beutel endet.
Durch die Hinterforte kann nichts kommen (Nun weiß ich auch warum sie mir das Essen während des
Tages verboten hat). Denn nur so konnte sie verhindern das ich "groß" muss! Ich kämpfe mit der Müdigkeit
und verliere den Kampf.

Ich muss eingeschlafen sein, denn ich werde von ihr sehr liebevoll geweckt und sie gibt mir was zu trinken.
Was das kann ich, als ich es schmecke nicht glauben, ich bekomme den eigenen Natursekt zu trinken. Ich
genieße das sehr und mir gefällt es sehr ihr so ausgeliefert zu sein. Noch liege ich so da, wie sie mich
verpackt hat. Ob sich daran was ändert?

Der Samstag ist noch jung und das Wochenende liegt noch vor uns, was hat sie noch mit mir vor?

Das war ein besonderer Traum

(Wahrheit oder Phantasie? Von allem etwas)
26. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von lork am 30.03.07 00:09

Hi ihrs,
also das belibig finde ich gewagt, meiner, ein Gereke hält den sack nicht in form, er leihert ihn höchstens aus, wenn er nicht selber irgendwie in form gehalten wird. *grins

@MattBeam: Natürlich war das mit dem einschlafen positiv gemeint, ist doch durch die vorzügliche Vormulierung sonnen klar, oder? *doppelgrins

Lork
27. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von lork am 30.03.07 00:46

Dummheit muss bestraft werden!

Ich habe mich vor gut sechs Monaten auf eine wette mit meiner besten Freundin eingelassen.
Die Idee für die Wette bekam sie nach einem unserer Stunden langen Unterhaltungen in denen wir beinnahe unsere intimsten wünsche und Gedanken austauschten.
Wir beide hatten das Problem das wir uns ständig selbst befriedigten, außerdem hatten wir oft sex miteinander und, da wir beide nicht schlecht bei anderen ankamen, auch sonst viel spaß.
Die Wette war nun ganz einfach und sie hat sie so formuliert dass mich der ergeiz packte.
Die Wette war nun folgende: Wir würden uns beide einen maß gefertigten KG bestellen und sie gleichzeitig anlegen. wer dann als erster raus will, darf das zwar, hat dafür aber die Wette verloren und muss die KGs zahlen und das Zimmer des anderen Streichen. (Wir waren beide gerade in eine gemeinsame WG gezogen und die Bude war recht renovierungsbedürftig, dafür aber billig.)

Naja, was soll ich sagen. Gesagt getan. Ich habe die Wette gewonnen, sie hat die KGs bezahlt und mein Zimmer gestrichen. Aber sie hat auch noch die Schlüssel zu meinem KG.

Und sie hat mein Zimmer nicht nur gestrichen sondern auch gleich noch die ein oder andere Veränderung vorgenommen. Es gibt mittlerweile diverse Ösen in den wänden und auch einen Käfig in dem ich immer dann von ihr eingesperrt werde wenn sie sicher gehen will das ich nicht ausersehen auftauche.

Ich finde diese neue art zu leben sehr schön, und bin ihr daher auch sehr dankbar dafür, das einzige was mich stört ist das ich seit ich den KG das erste mal um mich verschlossen habe nicht mehr mit ihr sex hatte. Ich wurde zwar einmal im Monat zum Orgasmus gebracht ohne zu wissen von wem, aber ich weis genau das sie zwar immer dabei ist, aber es nie selber tut.

Und immer wenn ich sie anflehe das ich endlich wieder mit ihr sex haben will sagt sie nur:

"Dummheit muss bestraft werden"
28. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.03.07 07:54

@ Fesselopfer: Hi, sei willkommen mit Deinem Beitrag und nur zu, gerne mehr.
@ Lork: Na ja, "Genau das richtige zum einschlafen." steht auch auf jeder Schlafmittelwerbung und in Literaturkreisen ist es eine, zugegebenermaßen sarkastische, Umschreibung für "ultra langweilig". Aber ich konnte Deine positive Intention trotzdem erkennen. Danke.

MfG
Matt

29. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.03.07 07:58

Metzelei

Er stach das Messer tief ins Fleisch. Die Klinge glitt durch die Sehnen wie durch Butter. Ein erneuter Hieb und noch einer und noch einer. Jeder Hieb und jeder Stich ein Treffer. Blut rann zwischen seinen Fingern. Sechs Monate hatte er nun schon in seinem KG gesteckt, ohne Unterbrechung, zeitweilig mit Plugs oder Schrittketten oder beidem. Er sah sie vor seinen Augen, sie, um Haaresbreite verfehlte er die Hand. Er musste sich mäßigen, sich kontrollieren, obwohl es jetzt längst zu spät war. Jeder konnte es sehen, jeder mit Verstand, diese Verstümmelungen konnten nur das Werk eines Wahnsinnigen oder Idioten sein. Klein mussten die Stücke werden, klein, ganz klein. Ja, so mussten sie werden, beinahe Hackfleisch. Ihm gefiel diese Vorstellung. Als er erneut zustechen wollte, hielt er inne, erschrocken, lauschte, hörte von Ferne ihre Stimme, dann lauter, zwischen all dem pulsierenden Blut, deutlich, scharf, fordernd, vorwurfsvoll, verletzend, wie immer. Sie stand neben ihm. „Du hirnverbrannter Idiot. Wer soll denn dieses zermanschte Gulasch noch essen, und schau, du hast das Blut bis an die Gardinen gespritzt, du Ferkel. Du machst sofort die Schweinerei weg, in nicht mal vier Stunden kommen die Gäste und der Topf ist immer noch nicht auf dem Herd. Herrgott du bist in der Küche zu nichts zu gebrauchen. Deinen Aufschluss nächste Woche kannst Du knicken, nachher kriegst Du erstmal wieder Deine Schrittkette, damit meine Gäste sehen, wie ungezogen Du wieder warst.“ Erst nach zwei Stunden klang sein Blutrausch langsam ab und er jammerte wieder still und heimlich über die erneute Strafe, während er auf Knien die Küche schrubbte.

MfG
Matt

30. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 30.03.07 10:46

Hallo MattBeam!

Du hast verstanden...

Es grüßt dich,


Black Panter
31. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 31.03.07 13:35

Im Straßencafe

"Wir könnten doch da eine Tasse Kaffee trinken, ich bin schon ganz fertig von der Hitze." Mir lief es noch heiß und kalt den Rücken herunter, jedoch sicherlich nicht wegen der sommerlichen Temperaturen. Sie machte nie Vorschläge oder Bemerkungen auch wenn sie sich so anhörten, sondern sie erteilte stets Anweisungen. Die Formulierung war nur schmückendes Beiwerk, das sie genoss, da es noch mehr ihre Dominanz unterstrich. Sie war mit mir Shoppen gegangen, so wie sie es seit kurzem wollte. Es war erst das dritte Mal und ich war in diesem Moment glücklich an einem Cafetisch zu sitzen und meine Beine unter der lang überhängenden Tischdecke auszustrecken. Meine Füße schmerzten und den Gedanken, die sicherlich vier Kilometer zurück zum Auto laufen zu müssen, wollte ich lieber verdrängen. So schweifte mein Blick die Fußgängerzone entlang und plötzlich war die aufkommende Entspannung weg. Da lief sie, Mitte Ende zwanzig, lang und schlank und selbstbewusst, als sei diese triste Ruhrpotteinkaufszone der Catwalk der Mailänder Fashionweek. Sie trug schwarz, mit einem roten Jäckchen und der passenden Handtasche. Ihr Rock endete etwa Handbreit über den Knien, so dass gute drei Bauarbeiterhände bis dorthin Platz gehabt hätten. Weiter unten, mündete ihr Outfit in zwei gut zwölf Zentimeter hohen Riemchen-Highheels, die natürlich auch im passenden Rot waren. Mein Blick klebte förmlich an ihr und mein bestes Stück klebte sicherlich schon in allen Winkeln meines Neosteel. Erst als die Hand meiner Herrin dort unsanft eingriff, kehrte ich zurück in die Realität und vernahm nur noch den Rest ihrer Bemerkung an mich "... doch, nicht wahr? Sie sieht hinreißend aus und sie hat die gleichen Pumps wie du, nur dass du deine in Schwarz gerade unter deiner bodenlangen Hose versteckst. Ich werde sie dir sofort heute Abend im Internet auch noch in Rot bestellen. Weißt Du was, Du ziehst dir am besten gleich in der Umkleide bei H&M deine neuen Sachen an, ich mach dir noch die Schrittkette fest, die ich in meiner Handtasche habe, und dann kannst du dich in Deinem neuen Rock auf dem Rückweg selbst in den Schaufensterscheiben bewundern. Ist das nicht eine prima Idee?" Das hatte ich davon, wer anderen Leuten etwas wegguckt, wird selbst beguckt. Die Strecke kam mir wie 40 Kilometer vor und bestimmt gab es danach keinen Einwohner mehr, der mich noch nicht in meinem neuen Outfit gesehen hatte. Später erinnerte ich mich sehnsüchtig an diesen Tag, da es der letzte gewesen war, an dem sie ihre Wünsche auf ein Wochenende beschränkt hatte. Von da an, war ich schon froh, wenn ich ausnahmsweise mal eine schwarze Hose tragen durfte. Es war mir eine Lehre gewesen und ihr das reinste Vergnügen, wie sie mir kürzlich gestand, denn seit jenem Tag hätte ich nie wieder einer anderen Frau als ihr nachgeschaut.

MfG
Matt


32. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 05.04.07 16:21

Mahlzeit

Christian wusste, was ihm blühte. Die Schlange schien zu würgen, aber er wusste inzwischen aus Erfahrung, dass dem nicht so war. Seine Herrin übte ihren Beruf auch gerne privat aus, und wenn sie dann gefragt wurde, ob sie denn zuhause auch Tiere hielte, antwortete sie meist mit einem schelmischen Blick auf ihn, dass sie Schlangen halte. Und halt Tiere, die man als Züchterin eben so brauche. Besonders genoss Stefanie dann die Nachfrage, ob sie denn mit den Tieren auch mal nach draußen ginge, worauf sie dann stets lachend antwortete, dass man DIE ja schlecht an die Leine nehmen könne. Christian hasste Schlangen, vor allem die hier. Es war eine Schwarze Tigerotter, die er am liebsten in ihrer Heimat gesehen hätte, nämlich Australien und nicht in dem Terrarium, das hier in seiner Doppelgarage stand. Die Ratte war fett, mehr als fett und Christian hatte bei ihrem Anblick ein schlechtes Gewissen. Kein Geld der Welt hätte ihn dazu gebracht, dieses oder ein anderes Terrarium zu öffnen, es war Stefanies Teil der Garage und er betrat ihn äußerst ungern, auch zum Putzen. Die hinteren Pfoten verschwanden soeben im Maul der Giftschlange und sie hatte die schwerere Hälfte geschafft, da jetzt nur noch der Rattenschwanz kam. So schnell würde er die Ratte nicht wieder sehen, er erschrak, richtete sich von dem Schrubber auf, mit dem er gerade den Boden zum dritten Mal wischte und blickte Stefanie an. „Bist Du fertig? Auf die kannst Du lange warten, ich werde gleich die Heizung ein wenig runterdrehen, dann braucht sie für die Verdauung gut ´ne Woche länger. Aber Du kannst ja gerne jeden Tag gucken gehen, wenn Du dann hier auch sauber machst.“ Sie war immer noch sauer auf ihn. „Und noch was, wenn Du so wahnwitzig sein solltest, Deinen KG-Schlüssel aus den Überresten der Ratte heraus zu angeln, dann lass die Otter keine Sekunde aus den Augen! Klar? Der Zettel mit der Giftnotrufnummer klebt hier, falls Du ihn dann noch lesen kannst. Und jetzt sieh zu das Du fertig wirst.“ Das Maul einer der giftigsten Schlangen der Welt schloss sich über der Schwanzspitze und für geschlagene zehn Minuten schaute Christian gebannt auf seinen perfiden Schlüsselsafe. Als er weiter wischte, nahm er zur Kenntnis, dass der Strahler auf acht Grad Celsius herunter gedimmt war, Stefanie war wirklich schwer sauer. Es würde also eine lange, lange Zeit werden.


MfG
Matt


33. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Under Her am 05.04.07 23:52

Mattbeam

Die Geschichte "Im Straßencafe" finde ich sehr gut.....

Kann ich sehr gut nachvollziehen
34. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 07.04.07 18:25

Spam

Roland war gerade dabei, eine Transportbox mit Päckchen fertig zu stellen. Es war ein Technikfreak durch und durch und hofft in wenigen Wochen, vielleicht höchstens drei Monaten endlich soviel Umsatz zu machen, dass er seinen Job als Chemiearbeiter aufgeben konnte. Aber dazu musste er erst einmal wieder seinen Keller und seine Garage wieder leer bekommen, die mit kleinen, eckigen, blauen Pillen voll gestopft waren. Es klingelte und Roland sah automatisch hoch und auf sein Metallregal, in dem acht Rechner standen, die Tag und Nacht seine Werbebotschaften in Millionen von Email-Postkästen schickten. In der Mitte thronte ein Rechner, den er mit goldenem Lack angesprüht hatte, sein goldenes Kalb. Es klingelte wieder, da aber der Bildschirm nicht blinkte war es also keine neue Bestellung eines Kunden. Roland hatte sich den Rechner so eingerichtet, dass er sich bemerkbar machte, wenn ein Email bei ihm eintraf. Natürlich hatte er es so eingerichtet, dass der Rechner nicht auf die vom ihm gesandten Emails reagierte, da der Rechner sonst Daueralarm bis zum Versagen gegeben hätte. Es klingelte wieder und nun endlich registrierte Roland, dass es seine Haustür war. Zwanzig Stufen später machte er sie sie weit auf und nachdem zwei Elektroden ihren Luftweg auf seinem Weg beendet hatten und er zuckend in seinem Flur lag, machte sie eine energische Brünette wieder zu. „Roland Köchin? … Ok, Du bist Roland Köchin! Unsere Namen tun nichts zur Sache. Wir haben eine kleine Nachricht für Dich, die wir nicht an Deinen Account bluepill(at)longdingdong.com schicken wollten.“
Roland starrte sie mit weit aufgerissenen Augen an, wie sie eine Spielkarte, eine Pik-Dame auf ihn fallen ließ. Die zweite Frau, die die Tür geschlossen hatte, kniete sich jetzt zu ihm hin und machte sich daran, ihm die Hose auszuziehen.
„Roland Köchin, wir haben Ihren Standort mit Hilfe von Leuten ermittelt, die nicht genannt werden wollen. Wir können beweisen, dass Sie neben Ihren verachtenswerten Emails seit drei Wochen auch unser Forum zuspammen. Wir beide mussten vier Nächte damit verbringen, Ihre Spam-Postings zu löschen. Aber damit ist jetzt Schluss, wir werden Ihnen jetzt eine Lektion erteilen, dass Ihnen Hören und Sehen vergeht. Ich hoffe, Sie sind dann schlauer. Wenn ich jemals noch mal eine Spam-Email von Ihnen bekomme, dann leite ich Ihre Daten an ein paar Freunde im tiefen Osten weiter, denen Sie mit Ihren blauen Pillen mächtig in die Suppe gespuckt haben. Glauben Sie mir, dagegen ist das hier Kuscheln.“
Die andere Frau legte Roland nun einen modifizierten Latowski-KG an und ließ die Schlösser zuschnappen. Dann griff sie in einen Beutel, wie ihn Freikletterer tragen, und stopfte Roland blaues Pulver in den Mund. Er erkannte den Geschmack, hustete und verschluckte dann die erste Ladung, auf die noch ungezählte Hände voll folgten. Als sie von ihm abließ stellte sich Dunkelhaarige mit den Strähnchen genau über ihn, das Kontrollgerät auf ihn gerichtet. Sie grinst fies, während die andere begann das Haus zu durchstöbern. Kurz nachdem sie in den Keller ging, hörte er schon, wie jemand mit roher Gewalt sich an etwas zu schaffen machte. Das nächste, was er hörte, war das Herausspringen der Sicherungen im Sicherungskasten unter der Kellertreppe. Die Frau machte sich danach daran zu schaffen und er konnte aus dem Augenwinkel sehen, wie das Licht im Kellerflur wieder anging. Was er dann allerdings hörte, machte ihn sprachlos. Die Frau über ihn lachte jetzt und erklärte ihm genüsslich. „Meine Freundin ist Expertin. Sie hat den kompletten Sicherungskasten überbrückt und röstet nun Deine Computer, ich nehme an, Du hast ein Dutzend davon unten stehen. Sie weiß, was sie macht, Deine Festplatten werden gleich gegrillt. Wenn wir weg sind, schnapp Dir lieber einen Feuerlöscher oder so etwas, kann sein, dass Dir ohne Sicherungen die Bude abfackelt. Kannst es ja gerne auch mit Wasser bekämpfen, dann sind wir das Problem ein für alle Mal los.“
Sie lachte schallend und sah zu ihrer Partnerin, die zufrieden aus dem Keller kam.
„Hör zu Du Null, Deine Hardware ist Mus, Deine Verkabelung vermutlich auch, Dein Elektriker wird es Dir bestätigen, und …“, sie stellte nun ihren schwarzen Highheelstiefel auf seinen KG, „… und wenn der hier nicht bei unserem nächsten Überraschungsbesuch mehr dran ist, dann ist auch alles Mus, was hier drunter ist, klar?“
Als Roland fünf Minuten später fähig war, auf zu stehen, kam ihm alles wie ein böser Albtraum vor. Allerdings einer, der nach angeschmorten Isolierungen roch. Zwei Tage später, hatte er seine Schadensaufnahme abgeschlossen. Die Ware war durch die Schmorbrände der Leitungen verräuchert und unbrauchbar geworden. Seine Rechner ein Haufen Altmetall, der Elektriker plante für zwei Gesellen und sich in fünf Wochen eine Woche Arbeit ein, da es früher nicht ginge und sein Haus roch immer noch wie eine Räucherkammer.
Das Metallteil zwischen seinen Beinen, daran wollte er erst gar nicht denken, vier volle Tage hatten die Schmerzen gedauert, die er durch die Überdosis gehabt hatte. Er sehnte sich wieder nach Normalität und nach einem geregelten Leben an seiner Anlage auf der Arbeit. Aber jedes Mal, wenn er sich sicher fühlte, fand er eine Pik-Dame in seinem Briefkasten, auf seinem Autositz oder in seinem Spind auf der Arbeit. Er verfluchte die blauen Pillen. Nie wieder.


MfG
Matt

P.S.: Freue mich immer noch über Kommentare, Geschichten und Anregungen. Nur mal so zur Info ...


35. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 09.04.07 00:47

Er konnte es nicht glauben. Freiwillig hatte er sich in diese Situation begeben,in der Hoffnung...ja,was für eine Hoffnung?

Er wollte gehalten werden,Vertrauen spüren,sich loslassen können,das würde ihm Lust bereiten,ihr Lust bereiten,es wäre als würden Wasserfälle die erhitzten Gemüter zu kühlen versuchen,doch es würde weitergehen,immer weiter,und weiter...

Und jetzt hing er dort an diesem verdammten Seil,damit er nicht sofort unterging und versuchte verzeifelt Schwimmen zu lernen,während die johlende Menge am Beckenrand ihn anfeuerte.


Black Panter
36. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Harun al-Rashid am 09.04.07 16:04

Doppelt wirksame Therapie


„Sie wollten es doch. Nun kommen Sie auch mit. Hier lang. So, bleiben Sie da stehen.“
„Hier?“
„Ja da. Ich zieh Ihnen jetzt die Hose herunter… Das eine Bein hoch .. das andere ... ja gut so … jetzt auf die Liege, mit dem Bauch … möchten Sie ein Kissen drunter? … Ja? … Schön … hoch den Hintern … so, ist jetzt gut?“
„Ja.“
Im Hintergrund läutete ein Wecker. Fritzi verschwand hinter einem Vorhang.
„Alles klar, Frau Möllmayer?“
„Ja, alles in Ordnung.“
Kurze Zeit später kam Fritzi wieder hinter dem Vorhang hervor, in den Händen eine in durchsichtige Folie eingerollte Packung Fango, um sie zum elektrischen Ofen zu bringen. Dann war sie zurück.
„Frau Möllmeyer, Frau Hellman kommt gleich.“
„Ja, schön.“
„Und Sie bleiben erst mal so liegen, bis Frau Hasebrinck Zeit für Sie hat.“
„Ja.“
Dann kam Frau Hellman langsam ins Zimmer und schlug den Vorhang zur Nachbarkabine zurück.
„Tag, Frau Möllmeyer. Na – wie ist es heute?“
„Es geht, nicht mehr so schlimm.“
„Na, sehen Sie. Jedes Mal ein bisschen besser. Das kriegen wir schon wieder hin.“
„Na hoffentlich“, ließ er sich vernehmen.
„Also, Herr Mooser, halten Sie sich man zurück. Zu Ihnen komm ich auch noch, wenn ich hier fertig bin.“
Mooser stöhnte vernehmlich.
„Was ist los? So schlimm?“ Dann laut: „Fritzi, kannst du mir sagen, was mit Herrn Mooser heute los ist? War waas?“
Man hörte Frau Möllmeyer leicht seufzen: „Tut das gut.“
Fritzi rief aus dem Nachbarraum: „Nö, war noch nichts. Hab ihm aber gesagt, was Sie gleich mit ihm machen werden.“
„Naa schön! Dann weiß er ja, was gleich kommt.“
„O wei, Frau Hasebrinck, das können sie doch nicht machen“, flehte er, ein bisschen zu wehleidig, um es ernst zu nehmen.
„Nix, da! Was sein muss, muss sein. Nicht wahr, Frau Möllmayer?“
„Kann man wohl sagen. Mir hat’s ja auch schon geholfen, die Massage nach Fango und so.“
„Hören Sie?“ fragte Frau Hasebrinck. „Frau Möllmayer sagt auch, dass alles gut wird.“
„Na dann“, stöhnte er wieder, „schön wär’s ja.“
„Und ob das schön wird, woll, Frau Möllmayer?“
„Das hoffe ich auch“, antwortete diese. „Ich bin schon ganz neugierig, was ich zu hören kriege.“
„Wir lassen uns überraschen“, kommentierte Frau Hasebrinck sybillinisch.


Als Frau Hasebrinck mit Frau Möllmayer fertig war, kam sie in die angrenzende Kabine und tastete sich an seinem Rücken abwärts, bis sie seinen Slip bis ganz zu den Oberschenkeln hinunterzog. Dann holte sie aus und er spürte unvermittelt den heftigen Biss einer dünnen Gerte.
„Au!“
„Was, schon beim ersten Schlag? Nun reißen Sie sich mal zusammen. Was soll denn Frau Möllmayer denken?“
Wtsch!
„Oo, whh“
Wtschtsch!
„Autsch, ooh ha“
Wtsch-Wtschsch!
"Oha-oha-oha-hach-oha-oh"
Wtsch-Wtsch-Wtschtsch!
Er hechelte und pfiff die Luft durch die Zähne. Sein kurzer Atem kam kaum noch mit.
„Wie gefällt Ihnen das?“
„Super!“ antwortete Frau Möllmayer. „Darf ich weiter zuhören?“
„türlich!“ erwiderte Frau Hasebrinck. „War ja erst der Anfang.“
„Oh weh“, schluchzte er in den Lederbezug der Liege.
„Stellen Sie sich man ja nicht so an! Umso eher schlägt die Therapie an. Es fördert die gute Durchblutung. Und um so schneller werden Sie wieder fit.“
Wtsch!
Wtschtsch!
37. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 13.04.07 12:16

Noch fünf Minuten

"Ok, noch fünf Minuten. Aber dann nimmst Du mir diesen verdammten KG ab, der Plug bringt mich noch um." "Na wenn Du es nicht abwarten kannst, dann gebe ich Dir hier die Schlüssel, wenn Du mir versprichst, ihn nicht eher abzunehmen bis das kleine Lämpchen hier grün leuchtet." "Was ist das?" "Oh, das ist nur so ein Downloadprogramm aus dem Internet. Habe gerade spannende Lektüre heruntergezogen, damit ich Dich demnächst anspruchsvoller behandeln kann. Siehst Du, 35.4 MB geladen, verbleibende Zeit 5 Minuten 17 Sekunden. Wenn der Download fertig ist, darfst Du Dich aufschliessen. Keine Sekunde vorher, klar." "Ja, klar. Danke für Dein Vertrauen." "Wir werden sehen, ich gehe schon mal in´s Wohnzimmer, Du kannst dann ja nachkommen." "Gerne, Herrin." Es wurde ein ruhiger angenehmer Abend für Herrin Sophie. Endlich konnte sie alle drei Teile der letzten Rosamunde Pilcher Verfilmung am Stück sehen ohne gestört zu werden. Manchmal hatten diese überoptimistischen Zeitangaben diverser Downloadtools auch mal was Gutes. Besonders bei Laien.

MfG
Matt


38. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.06.07 16:39

Eine etwas andere SM-Beziehung

Janine hatte sich mit einem Kuss und einem Lächeln in der Tür zum Shoppen verabschiedet. Sie wollte mir etwas Passendes besorgen, eine Überraschung, etwas, was einfach dazugehöre. Ich war gespannt und erregt, soweit es jedenfalls ging. Denn seit Wochenbeginn trug ich einen kleinen Plastikkäfig um meinen besten Freund. Er war montags nachmittags vom lokalen Paketdienst geliefert und gleich darauf von mir getestet worden. Janine kam erst spät aus der Uni-Bibliothek und probierte ihn natürlich auch gleich an mir aus. Ihr Ausprobieren artete jedoch darin aus, einen passenden Platz für die drei kleinen Schlüssel zu finden, der ihren Ansprüchen am nächsten kam. Schließlich fand sie ihn am geflochtenen Bändchen ihres Handys, das sie sowieso 24h am Tag in Griffweite hatte. Als sie es zur Seite gelegt hatte, hatte ihre katzengleichen Augen gestrahlt und an diesem Abend war ihr Orgasmus so gewaltig gewesen, das ich dank ihrer Krallen in meinem Nacken anschließend aussah, als hätte mir ein Witzbold einen Eimer Tapetenkleister über den Kopf geschüttet. Von da an flötete sie mir bei jeder Gelegenheit ins Ohr, wie froh sie sei, mich gefunden zu haben. Dass ich mich ihr offenbart habe, dass sie dies im Leben nicht mehr missen wolle, das SM ihr Traum schlecht hin sei. Was sollte ich tun, ihre Worte jagten mir wohlige Schauer über den Rücken, da ich genauso dachte, ihre spürbar gestiegene Zuneigung presste sich immer härter in das Stück Plastik. Donnerstag kam ein Päckchen für sie, das sie aber nicht öffnete. Ich ließ es unkommentiert, wunderte mich aber, da sie sonst nie eine Verpackung ungeöffnet lassen konnte, die nicht durchsichtig war, selbst wenn auf der Vor- und Rückseite Dutzende Photos des Inhaltes prangten. Meine Gedanken drehten sich in einem fort im Kreis, als ihren Schlüssel in der Tür und daraufhin die Ziffern auf der Wanduhr bemerkte. Drei Stunden hatte ich gegrübelt, die sie dazu genutzt hatte, vier Einkaufstaschen zu füllen. Sie war knallrot im Gesicht, wie ich es bei ihr sonst nur kannte, wenn sie vor Aufregung kaum Worte finden konnte, was höchst selten geschah. „Endlich habe ich alles. Bist Du nun bereit für unsere SM?“ Ich schrieb ihre Ausdruckweise der Aufregung zu und nickte einfach nur. „Dann zieh Dich aus!“ war eine noch logische Antwort. In Erwartung der Fesseln, Schellen und Ruten, die sie aus irgendwelchen Shops zusammengerafft hatte, entledigte ich mich meiner gewöhnlichen Freizeitbekleidung bis auf, na ja, bis auf das Unvermeidliche, sprich Abgeschlossene. „Okay, warte im Wohnzimmer, ich … ich zieh mich auch um.“ Worauf ich, ihr voran, die Küche verließ und ihr im Flur den Weg zum Schlafzimmer eröffnete. Es hätte mich stutzig machen sollen, dass sie keine der Tüten mitnahm, aber dieser Gedanke kam mir erst später. Als sie nach einer Viertelstunde im Türrahmen des Wohnzimmers stand, sah sie atemberaubend aus, aber auf den zweiten Blick eher wie eine gut situierte Gouvernante als wie eine hemmungslose Vollzeitdomina. Zudem konnte ich sehen, dass ein Teil der Sachen, die sie trug, bereits seit langem Bestandteil ihrer Garderobe war. Sie lächelte. „Bereit für die SM?“ Ich nickte gequält, hatte ich doch nie und nimmer damit gerechnet, dass grammatikalische Unzulänglichkeiten fester Bestandteil niederer Folterstufen waren. Ihr entzückender Rücken verschwand und kam mit dem Paket wieder, das sie nicht geöffnet hatte. In der anderen Hand hielt sie die kleinste Tüte. Ich öffnete gespannt. In der Tüte waren weiße, blickdichte Feinstrümpfe, deren Größenangaben mir fremd vorkamen, da die Zahlkombinationen bei mir keine Assoziationen mit Janine hervorriefen. Der Karton enthielt dagegen etwas, was ich deutlich als zukünftig mir zugedacht erkennen konnte. Die Holzclogs hatten Größe 44. Sie waren im Grundton weiß, und was in dieser Größe wohl eher unüblich war, flächendeckend mit einem bunten floralen Druck versehen. Kaum hatte ich sie in Händen und den Karton beiseite gelegt, reichte mir Janine bereits die Strümpfe. „Erst die hier. Den Halter hole ich sofort. Aber sei vorsichtig, die reißen schnell.“ Ich nahm den aufgerollten ersten Strumpf und stülpte ihn, wie in Trance, über. Als Janine mit den anderen Tüten wieder im Zimmer war, stand ich vor ihr in weißen Strümpfen. Flugs drauf, zauberten ihre flinken Finger einen Strumpfhalter um meine Taille, so dass ich für kurze Zeit in Strapsen vor ihr stand. Es folgte ein Push-Up-BH, der bereits anderweitig gefüllt war, wie die leere Packung Tempos auf dem Wohnzimmertisch verriet. Dann kam das Finale, ein nicht einmal knielanges geblümtes einteiliges Sommerkleid schmiegte sich an meinen Körper. Der Reißverschluss machte keine Probleme, obwohl meine Figur keine fraulichen Proportionen hatte. Endlich war ich fertig, und durfte meine Körpergröße um fünf Zentimeter ergänzen, bevor ich gebeten wurde, in die Küche zu kommen. Mein Versuch, einen Abstecher zum Spiegel im Flur zu machen, unterbrach Janine mit einem sanften Zug an meinem Handgelenk. „Zeigst Du mir jetzt die Rohstöcke und Peitschen?“ ließ sie als Frage unkommentiert und drückte mich sanft auf den Küchenstuhl. Neben dem Tisch lagen die geknickten Tüten, alle samt leer, nur auf dem Tisch stand noch eine Box, auf dem ein Halsband lag. Janine legte es mir an, ohne das ich die Beschriftung, die es hatte, in der Schnelle lesen zu können. Sie sicherte es mit einem kleinen Vorhängeschloss. „Keine Angst, das trägst Du nur privat.“ Eine Aussage, die mich in dem Moment ein wenig beruhigte, beim darauf folgenden Moment aber zu erhöhtem Schweißfluss veranlasste. Hieß privat nun ‚nicht auf der Arbeit’ oder ‚nur in der Wohnung’ und warum beschränkte sie ihre Aussage auf das Halsband. Der Karton öffnete sich. Ein Styroporvisage schaute mich aus großen aufgemalten Augen an. Abgesehen von der Frisur, hässlich wie die Nacht. Und im nächsten Moment, mit weißer Glatze, unbeschreiblich abartig. Die Nana-Moskouri-Gedächtnisfrisur wechselte in diesem Moment temporär ihren Träger, so wie sie es fortan täglich tun würde, und landete auf meinen frisch gestutzten Haaren. Janine zog sie noch energisch hin und her, bis sie saß. Es folgte ein kleines Intermezzo mit einem Lippenstift und dann lächelte sie, bevor sie mir bebend einen Kuss gab und ein „Fertig“ in mein Gesicht hauchte. An ihrer Hand geleitet ging es ins Schlafzimmer, das gegenüber dem Flur, den Vorteil besaß, besser beleuchtet zu sein und eine ungefähr dreimal so große Spiegelfläche zu haben. Ich schauderte bei dem Anblick der zwei Frauen in meinem Schlafzimmer. Janine stand hinter mir, lugte, trotz ihrer Stöckelschuhe, an meinem Oberarm vorbei und griff durch den dünnen Stoff energisch an ihrer liebsten Stelle bei mir zu. Meine Augen flackerten von einer Stelle zur nächste und es dauerte, bis ich sie auf mein Halsband fixieren konnte. Die Spiegelschrift war eine zusätzliche Hürde bei der mangelnden Durchblutung meines Hirns, obwohl es sich schwerlich in tiefer gelegene Schwellkörper hatte verflüchtigen können. Im dritten Versuch hatten meine Lippen dann ein fremdes Wort formen können, das ich leise aussprach. Meine ansteigende Betonung am Satzende war Janine natürlich nicht entgangen und beinahe schnurrend antwortete sie „SM … Sissy Maid, das war es doch, was wir spielen wollten. Ab sofort bist Du meine Sissy Maid, so etwas habe ich mir schon immer gewünscht. Ich könnte Dich hier und jetzt stundenlang im Spiegel anschauen und bei dem Gedanken, dich endlich Sabine zu zeigen, läuft es mir an den Beinen herunter. Ich bin so geil, ich will, dass Du es mir sofort machst und dann … dann rufe ich Sabine … oder Nicole, nein am besten beide an … für morgen oder übermorgen. Nein, morgen zum Frühstück … und … und dann.“ Denn Rest ließ sie ungesagt, weil sich ich Mund über meine unbedeckten Hautpartien hermachte. Unter SM hatte ich immer etwas anderes verstanden, aber erregend wurde es schon. Mein Blutdruck erreichte schließlich Sonntag Nachmittag ungeahnte Dimensionen, als wir zu viert im Auto zu einem Ausflugslokal unterwegs waren, zum Damenkränzchen. Aber das ist eine Geschichte für sich.

ENDE

MfG
Matt


39. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.11.07 23:10

Ein platter Autoreifen

An der Wohnungstür klingelte es Sturm und dabei war es gerade mal acht Uhr an diesem Samstagmorgen. Die Arbeit am Freitag hatte mal wieder kein Ende gefunden und zu alle dem hatte Paul dann auf der Heimfahrt noch einen Plattfuß. Irgendwo am Arsch der Welt, auf einer gottverlassenen Kreisstrasse hatte er abends um elf das Vergnügen gehabt, auf einem unbefestigten Weg das Rad zu wechseln. Nass, kalt und reichlich frustriert war Paul so Stunden später als geplant nach Hause gekommen. Getragen von dem Gedanken, es noch ein wenig nett zu machen, hatte er dieses Wochenende ganz relaxt angehen wollen. Und das hieß seit einigen Wochen, sich einfach seiner Phantasie hinzugeben, eine devote Zofe zu sein.
Paul hatte schon länger einen CB-2000 besessen, den er aber nie regelmäßig getragen hatte, und nur ein einziges Mal zur Arbeit. Aber durch diese neue Phantasie beflügelt, hatte er sich diesmal einen richtigen Gürtel gekauft, den er nun seit dem Vorabend trug. Die Wochenenden waren kurz und für ihn die einzige Zeit, seine Neuanschaffung zu testen. Gleich nach dem Zufallen der Wohnungstür hatte sich Paul ein Bad eingelassen, seine verdreckten und klammen Klamotten in die Waschmaschine geschmissen und ihn aus der Kiste im Schrank geholt. Der Frust und die Erschöpfung hatten die Oberhand über seine Vorfreude gehabt und so war das Anlegen eine Sache von Augenblicken gewesen. Paul hatte die Schachtel wieder in den Schrank neben die anderen, ebenfalls neuen Schachteln gelegt. Sie enthielten den Rest zu seiner neuen Phantasie und waren zum Teil noch unangetastet. Lediglich die Highheels, die im Wohnzimmer lagen, hatte er schon anprobiert. Das Frotteehandtuch war binnen Sekunden bleischwer geworden und hatte seine Badewanne vor Kratzern zu schützen. Das war nun alle nur ein paar gefühlte Minuten her und so schleppte sich Paul, einen Bademantel überstreifend, Richtung Wohnungstür. Im Rahmen stand Frau Schremm, eine attraktive Mitdreissigerin, die es scheinbar aufgegeben hatte, sich neben ihrem Pferd noch den Luxus eines Ehemanns zu leisten.
„Herr Kuhn, Frau Kunster hat sich heute Morgen bei mir beschwert, ich hätte mit meinen Reitstiefeln den ganzen Dreck im Hausflur gemacht, dabei trage ich hier nie Reitstiefel und außerdem habe ich gehört, wie sie gestern Abend spät kamen und seitdem hat noch niemand …“
Ihr Wortschwall versiegte so plötzlich, wie er gekommen war, ein Phänomen bei Frauen, dem Paul erst wenige Male in seinem Leben hatte beiwohnen können. Unschlüssig über die Ursache folgte er dem Blick ihrer Augen und senkte seinen eigenen Kopf. Was er sah, war mehr als eine Rechtfertigung für ihre Reaktion gewesen. Dort unten hatte sich nämlich der nachlässig gebundene Knoten seines Bademantels gelöst und einen Panoramablick auf seinen blitzblanken KG gewährt, den er in dem Augenblick in einem Ensemble mit ein Paar Beinreifen und einer Schrittkette trug. Seine aufgerissenen Augen glitten nun an der Frau, die vor ihm stand, nach oben. Ein paar braune Clogs, eine schwarze Reithose, eine Gerte in der linken Hand, ein schwarzer Fleecepullover, ein unter den Arm geklemmter Reithelm und ein Gesicht, dass Erstaunen ausdrückte. Paul konnte es schlecht deuten, zumal er im gleichen Moment einfach die Tür mit einem gemurmelten „Ok“ schloss und tief in seinem inneren die Frag wand, ob das nun a) Entsetzen b) ungläubiges Erstaunen oder c) wissende Erkenntnis gewesen war. Die Tür fand wie immer alleine ins Schloss und so konnten Pauls Hände, während sich sein Hirn noch philosophischen Dingen hingab, gleich praktische Arbeit verrichten und in den Bademantel einen Knoten drehen, der sich nur noch durch ein Messer öffnen ließe.
Den gleichen Moment schien auch Frau Schremm für diverse Überlegungen genutzt zu haben, denn es war wohl eher unwahrscheinlich, dass nun jemand anderes an der Wohnungstür klingelte. Paul konnte schwerlich vortäuschen nicht da zu sein und so musste er wohl oder übel erneut die Tür öffnen.
„Entschuldigung, ich hatte nicht bemerkt, dass …“
Weiter kam er nicht. Frau Schremm hatte bereits demonstrativ ihren linken Fuß in die Tür gestellt, der, dank der Holzsohle ihres Clogs, einen soliden Türstopper darstellte. Ihre Gerte baumelte nun auch nicht mehr, sondern drückte Pauls Oberlippe samt Kopf in die Wohnung rein. Ihr Blick war verwegen und in einer gewissen Weise lüstern. Die Reitgerte schrammte nun an seinem linken Ohr vorbei und die dabei übertragenen Querkräfte ließen keinen Zweifel daran, dass er in sein Wohnzimmer gehen sollte. Die Wohnungstür fiel hinter ihr so schwungvoll wie beim ersten Mal ins Schloss und er fiel beinahe rücklings über seine Highheels im Wohnzimmer. Ihr Atem ging schwerer und beim Anblick der Schuhe bekam sie nun auch leicht Farbe im Gesicht.
„Los aufmachen!“
Ihre Gerte stocherte an Pauls gordischen Knoten, der sich letztendlich leider nicht als solcher erwies und wie in Trance öffnete er ihn genauso flink, wie er ihn gebunden hatte. Ihr Atem ging schnell und setzte für einen längeren Moment aus, als sie erneut den blanken Stahl vor sich sah. Ihre Gerte schlug wie ein Seismograph wild aus und erst nach einem längerem Augenblick fand Frau Schlemm wieder Worte, jedenfalls eines, „Anziehen“, wobei ihre Gerte auf die Highheels zeigte. Pauls Reaktionslosigkeit ob dieser völlig neuen Anforderung quittiert sie, was sie später bestritt, also quittierte ihre Reitgerte mit einem Schlag auf Pauls Wange. Noch etwas unsicher auf den Füßen und mit dieser Situation völlig überfordert, war das nächste was Pauls Hirn als Botschaft empfing, Folgendes: „Du kommst jetzt mit nach ganz oben in meine Wohnung. Putzzeug und heißes Wasser habe ich immer griffbereit und dann putzt Du vor meinen Augen das ganze Treppenhaus von oben nach unten blitzeblank. Verstanden?! Ja?“
„J….ja.“
„Ja, Herrin!“
„Ja … Herrin.“
Ihre Gerte wanderte von Pauls Kinn zum neben ihm stehenden Sessel und kam alsgleich zurück. Sie hatte den Kopfputz geangelt, der zu seinem Dienstmädchenkostüm gehörte.
„Wenn Du fertig bist, dann wirst Du Dich ordentlich umziehen und darfst Du in meiner Wohnung weitermachen. Haben wir uns verstanden?“
„Ja … Herrin.“
„Nach Dir.“
Es wurde ein unvergessliches Wochenende für Paul. Fortan hatte er nun doppelte Hausflurdienste – allerdings ohne Bademantel. Michaela, also Frau Schremm, hieß alsbald Frau Kuhn und benutzte ihre Gerte als dual-use Werkzeug zuhause und im Stall. Die Nachbarn, allesamt aus dem Erwerbsleben ausgeschieden, tuschelten bei seinem Anblick nur noch oder beeilten sich den stets blitzblanken Hausflur frei zu machen. Tja, und sein CB-2000 blieb weiter in seinem Karton, da Paul montags bis freitags schwerlich zwei KGs auf einmal tragen konnte. Und alles nur wegen eines platten Autoreifens.

ENDE

MfG
Matt

40. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von bluevelvet am 25.11.07 11:27

Klasse Geschichten! Vor allem die kürzeren unter ihnen erinnern ein wenig an die vor ca. 20 Jahren im englischen Sprachraum entstandenen Mini-Sagas. Dabei handelt es sich um vollständige Geschichten mit einem Umfang von genau 50 Wörtern. Bei uns gibt es seit einigen Jahrzehnten mehr der Sache als dem Begriff nach die "Kürzestgeschichten", bei denen die Länge flexibler als bei den angelsächsischen Mini-Sagas gehandhabt wird.

Blue
41. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Harun al-Rashid am 25.11.07 11:51

Schön, dass Du sie wieder in Erinnerung gerufen hast. Hatte sie schon fast aus dem Blickfeld verloren.

Die Idee einer formalen Begrenzung auf genau 50 (60 / 70) Worte finde ich, unter einem künstlerischen Aspekt, sehr reizvoll.

VG

Harun
42. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von bluevelvet am 25.11.07 14:50

Hallo Harun!

Diese Ehre reiche ich mal an MattBeam weiter, der gestern abend eine neue Ultra-Kurzgeschichte eingestellt hat. Meinen Vergleich hatte ich schon früher bringen wollen, bin aber davon abgekommen.

Formale Vorgaben stellen natürlich eine Herausforderung an die eigenen künstlerischen Fähigkeiten dar, vermögen aber auch zu ästhetischen Höchstleistungen zu animieren. Man denke an die japanischen vom Zen inspirierten Gedichtformen Haiku oder Waka, die neben formaler Vollendung eine z. T. beachtliche spirituelle oder auch nur gedankliche Tiefe spiegeln.

VG Blue
43. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.11.07 18:01

Fifty words I

Alles war hinter Plexiglas. Seine Augen suchten vergebens ein Entrinnen.
„Dreitausend Euro“ stieben durch sein Gehirn herum - oder drei Monate.
Ihr diabolisches Lächeln - Erinnerung, einen Tag und eine Woche alt.
So geil und doch so unbeholfen stand er allein zuhause.
Danach käme Stahl, hatte sie gesagt - er sehnte sich bereits.

MfG
Matt

44. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.11.07 20:21

Fifty words II

Da war sie, die erlösende Hand, nah und doch fern.
Rote Nägel kratzten nervös über schwarzen Kunststoff, der alles umhüllte.
Ein Glöckchen klingelte fern und doch fordernd – nach ihm – ihr.
Nun strich sie den Tüllrock glatt und griff zum Tablett.
Viermal Kaffee, je zwei für sie und seiner Eheherrin Schwiegereltern.


MfG
Matt

45. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von bluevelvet am 25.11.07 20:38

Gut hingekriegt, MattBeam! Ich könnte mir vorstellen, dass die Herausforderung, stilistische Qualität hinzubekommen größer ist als die Herausforderung, ein plausibles Geschehen in derartiger Kürze darzustellen. - Vermute ich mal als Nicht-Story Writer.

VG Blue
46. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.11.07 20:45

Fifty words III

Da saß sie, atemberaubend anmutig und manchmal doch so grausam.
Sein Keuschheitsgürtel war hier jetzt gefühlte drei Nummern zu klein.
Der knielange Rock über den feinbestrumpften Beinen verdeckte seine Schrittkette.
Sie nestelte an ihrer Halskette – dem Schlüssel – an ihrem Hosenanzug.
Irritiert lächelnd streifte ihm die Schuhverkäuferin den zweiten Lackpumps über.

MfG
Matt


47. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von bluevelvet am 25.11.07 20:53

Super, MattBeam. Sprachlich-stilistisch von den drei Mini-Sagas am besten gelungen. Wobei ich den Satz

> Rote Nägel kratzten nervös über schwarzen Kunststoff, der alles umhüllte.

aus der zweiten Mini-Saga absolut spitze finde!

Blue
48. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.11.07 20:54

Hallo bluevelvet!

Herzlichen Dank für die Idee mit den abgezählten Wörtern. Es ist eine wunderbare Fingerübung und die Beschränkung macht es einem leicht, nur den Kern - die Idee - einer Story zu erzählen, ohne sich langatmig mit Storyaufbau, Personeneinführungen, Handlungsstringenz abzugeben. Zudem macht es Spaß fehlende oder überzählige Wörter zu ersetzen, da dies auch wesentlich die Geschichte beeinflußt. Und das Ganze in wenigen Minuten geschrieben, das macht Laune.

Alle Leser sind herzlich gerne eingeladen, sich daran auch zu versuchen. 50 Wörter sind ein Klacks und nicht umsonst heißt der Thread ´Ultrakurzgeschichten´ !

Also, ich freue mich auf viele ´Fifty words´ !!!

MfG
Matt

49. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Harun al-Rashid am 25.11.07 21:44

Pfeffermühle

Abend und Abendessen in der Pfeffermühle waren sehr schön gewesen.
Zwei Entenbrustgerichte, eine Flasche Rotwein, ein köstlicher Nachtisch.
Draußen pfiff der kalte Nordostwind, und drinnen stieg uns die Wärme zu Kopf.
Ich setzte mich etwas breitbeinig, unauffällig, hin.
Beim Abschied fragte ich nicht einmal, ob Du den Schlüssel dabei hättest.
50. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.11.07 23:29

Fifty words IV

Da lag sie unberührt, durchsichtig und grausam in glänzender Feuchtigkeit.
Aus Eitelkeit eine Woche lang nicht getragen worden – unerlaubt, unentschuldbar.
Seiner Herrin Kenntnis darüber trieb ihn länger in diese Plexiglaskeuschheitsschelle.
Vier weitere Wochen im Verborgenen – sie hingegen wäre unablässig öffentlich.
Von der Herrin Hand geleitet wurde seine verhasste Zahnspange mundfüllend.


MfG
Matt


51. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.11.07 23:53

Fifty words V

Erst Lustgestöhne und dann ihr Wimmern – verstummt nach zwei Tagen.
Gekrümmte Finger und gebrochene Fingernägel – von der Ohnmacht letztlich besiegt.
Ihre Lust hatte – den Kombinationszettel wegwerfend – damals ihren Verstand vernebelt.
Pure Hilflosigkeit – ein Wochenende im Keuschheitsgürtel – davon hatte sie geträumt.
Links – rechts – aber bis zu welcher Zahl drehen – hoffnungslos – Montagmorgen.

MfG
Matt


52. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 01.12.07 14:54

Fifty words VI

Hochgewachsen, schlank, schüchtern stand sie da – die Hände im Schoss.
Tadellos in Pumps, dezenten Strümpfen, Rock, Bluse und passender Handtasche.
Noch neu in der Stadt – in sich selbst – schleichendes Unbehagen.
Ihre Stelle, ihre Herrin warteten – auf sie, die neue Zofe.
Am Keuschheitsgürtel zupfend wandte er sich vom Spiegelbild - und kam.

MfG
Matt


53. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Maschinenkind am 20.12.07 23:37

Zwei Worte


Zarte Hände mit festem Griff drücken mich zwischen ihre Beine.

Gegenwehr zwecklos,

gefesselt,

keuchender Atem.


Mein Mund trifft auf ihre Lippen, rosa, weit geöffnet, schmatzend.


Hitze,

Verlangen,

Wollust.


Zwei Worte: Leck mich!
54. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 21.12.07 02:03

Im dunklen Hintergrund nahm er die Trommeln

wahr. "Bomm... Bomm..." Seine Augen fixierten

ihren Latex-Körper,Ihre Dominanz durchdrang ihn.

Er versuchte witzig zu sein:

"Ist hier noch ein Plätzchen frei?"

Eine Peitsche knallte,Geflüster...

Sie führte ihre Hand zu der Glasschüssel,entnahm

ihr einen und reichte ihm den Keks.
55. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.12.07 16:02

Den Weihnachtsmann gibt es nicht mehr

Jochen und Britta lebten nun schon seit sieben Monaten in einer neuen Form von Beziehung zueinander. In der Woche nach dem Vatertag hatte sie ihn, aus gegebenem Anlass, vor die Wahl gestellt. Entweder das Ende ihrer Beziehung oder ein KG. Jochen hatte sich für Letzteres entschieden, wohl in der Hoffnung, dass es nur vorübergehend sein würde. Da hatte er sich jedoch getäuscht, da Britta bereits aus früheren Beziehungen Erfahrung mit dem Thema BDSM hatte und der KG für sie eine praktische Variante darstellte. Das spürte er seitdem auch deutlich und wie er nicht verheimlichen konnte, mit zunehmender Lust. Das lag wohl daran, dass Brittas Vorliebe weniger der physischen Gewalt galt als vielmehr den kleinen Gemeinheiten, die sie häufig geschickt in Nebensätze unterbrachte. Inzwischen hatten sich all diese Gemeinheiten summiert und herausgekommen war eine klare neue Herrin-Diener-Beziehung. Wobei dies die Sache nicht ganz traf, jedenfalls in Bezug auf ihn. In besagter Woche nach dem Vatertag hatte sie ihm den KG auf den Esszimmertisch gelegt und ihm de facto keine Wahl gelassen. Eine Woche später, soviel Eingewöhnungszeit hatte sie ihm immerhin gelassen, hatte Britta dann eine winzige Äußerung des Missmuts seinerseits zur Begründung genommen, im erstmals Ketten anzulegen. Ihr Kommentar
„So, jetzt weißt du wozu diese Beinringe gut sind. Ab sofort trägst Du die Kette jedes Wochenende und an jedem freien Tag. Und komm’ mir nicht mit Bowling.“
war eindeutig ausgefallen.
Jochens erster Abend, ein Freitagabend, wurde eine recht nackte Angelegenheit, das folgende Wochenende verbrachte er in Schürze und Bademantel. Ein Umstand den Britta hatte überhaupt nicht leiden können und den sie in der Folgewoche dadurch behob, dass sie ihm ein Hauskostüm mitbrachte. Für einige Wochenenden und Feiertage war das nun Jochens Dress, aber aus Sicht von Britta nichts Halbes und nichts Ganzes. Ein Umstand, den sie dadurch behob, dass sie ihm aus dem Internet ein für solche Zwecke produziertes ‚French Maid’-Kostüm besorgte. Dies saß wohlproportioniert an seinem nicht gerade athletischen Körper und tat seinen Zweck, ihm zu zeigen, wer nun die Hosen anhatte. So wuchs nach und nach Jochens Garderobe und mit ihr sein Schuhschrank. Seine alten Gesundheitsschlappen waren, so genau konnte er sich nicht mehr entsinnen, ziemlich schnell flachen Pumps gewichen, die von Paar zu Paar dann deutlich an Höhe gewannen. Selten trug er nun Paare, deren Absatz niedriger als eine Handbreit war, aber die dann auch mal ausnahmsweise in der Öffentlichkeit.
Britta war auf die Unsitte Anfang Herbst verfallen und sagte dann nur
„Schatz, es regnet gerade nicht, lass uns eine Runde spazieren gehen.“
Dann hatte es aus ihrer Sicht schnell zu gehen, wenn er offene Schuhe trug, durfte er sie noch wechseln. War es noch einigermaßen hell, so durfte er sein Kostüm durch eine Hose ersetzen, aber bei der Wahl seiner Schuhe hatte sie das letzte Wort. Und so stöckelte er an ihrer Seite mit ein wenig Unbehagen durch ihre Wohngegend und über die dahinter liegenden Wirtschaftswege. Dann vor anderthalb Monaten, den Anlass hatte er noch gut in Erinnerung, hatte Britta befunden, dass es erstens dunkel genug sei und dass sie zweitens nicht immer so lange warten wolle. Seitdem durfte sich Jochen lediglich seinen Mantel überziehen und direkt mitkommen. Jochens Gefühle waren dann immer sehr gemischt, da es Tage gab, an denen er zuhause seinen klassischen ‚French Maid’-Dress anhatte, er an anderen Tagen aber auch durchaus farbenfroher zurechtgemacht war. Am schlimmsten empfand er den roten Tülldress, der sich erstens unter dem Mantel trotzdem aufbauschte und zweitens von ihm stets mit den roten, hochglänzenden Lackpumps und den passenden Strümpfen getragen werden musste. Dann rauschte es nur noch in seien Ohren, wenn er von hinten kommend einen Fahrraddynamo hörte oder das Auto eines Nachbarn an ihnen vorbeifuhr.
All diese Momente gingen ihm nun durch den Kopf. All diese Momente höchster Anspannung schienen sich nun aufsummiert zu haben und standen, vielmehr lagen, greifbar vor ihm.
„Und was wird aus meiner Weihnachtsfeier, die werden mich sicher vermissen.“
„Ich habe für dich abgesagt, schon vor zwei Monaten. Die hatten Zeit genug jemand anderes zu finden.“
„Aber ich war seit Vereinsgründung der Weihnachtsmann, fast schon eine Tradition.“
„Die halt heute Abend endet. Aber wenn dir nach Tradition ist, dann beginnt heute Abend eine neue. Eine gute Idee, ich werde es Tanja gleich sagen, dass sie dich auch so ankündigt.“
„Wer ist Tanja?“
„Tanja ist die Leiterin des Stammtischs und in diesem Jahr noch die Leiterin des Fests.“
„Und du …“
„… ich bin dieses Jahr noch ihre Unterstützung und ab Ostern ihre Nachfolgerin.“
„Ostern auch?“
„Natürlich. Und ab sofort auch zweimal im Monat Stammtisch, kein aber.“
„In dem Aufzug?“
„Wenn du noch mehr Widerworte gibst, ja. Ansonsten ist das dein Dress für heute Abend und jetzt beeil dich, ich muss dich noch schminken.“
„Und …“
„… und was noch?“
„Und wie viel Leute werden da sein?“
„Tanja plant mit 150 plus minus 20 Gästen. Je nachdem ob jemand artig war oder nicht und ob noch Interessierte dazukommen. Aber sie plant auf jeden Fall mit dir. Verstanden?“

Jochen hatte verstanden. Vor ihm lag ein Engelskostüm mit Flügeln, das so oder vermutlich ein paar Nummern kleiner auf jeder Victoria’s Secret-Modenschau hätte präsentiert werden können. Dazu weiße Lackpumps mit guten 10 cm Absätzen und natürlich weißen Spitzenstrümpfen. Daneben lagen auf dem Bett, als herber Kontrast, seine Beinringe in Silber-Schwarz verbunden durch eine besonders kurze Kette, mit der in den vergangenen drei Wochen schon Bekanntschaft gemacht hatte. Die Zeit drängte – sie drängte – und so zog er sich schweren Herzens an. Eine Dreiviertelstunde später saß er neben ihr im Auto, die Flügel auf dem Rücksitz verstaut, und harrte der Weihnachtsfeier entgegen. Keine dunklen Wirtschaftswege mehr, kein langer Mantel, seine Aufgabe war es, der Moderatorin den ganzen Abend auf der Bühne zu assistieren, sein Kostümkragen wurde eng.
Britta hatte es natürlich bemerkt und in einem Anflug ihrer sanften Gemeinheit legte sie ihre Hand auf sein feinbestrumpftes Bein und sagte leise.
„Keine Angst, wir haben lange genug geübt, du läufst perfekt und siehst zauberhaft aus. Alle werden dich hinreißend finden, jetzt und in allen kommenden Jahren. Der zerzauste Weihnachtsmann ist endlich passé, Du wirst diese Nacht nie vergessen und nach Weihnachten kaufe ich dir zur Belohnung was Du willst … aus meiner Lieblingsboutique.“

Ende

MfG und frohes Fest
Matt


56. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 26.12.07 15:09

Fifty words VII


Sie stand über ihm und lächelte in sein verschwitztes Gesicht.
Leicht gebeugt - ihre Hand strich zärtlich über sein verschlossenes Stahlhöschen.
Hundertachtzig Kilo drücken – achtzig Kilo wiegen, hießen ihre strikten Vorgaben.
Er pumpte und bäumte sich nach allen Kräften – und wieder.
Eine ganz schlechte Idee – Freundin, Fitnesstrainerin und Domina in Personalunion.

MfG
Matt


57. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.03.08 20:33

Fifty words VIII

Sein frustrierter Blick glitt herab an seinem Mantel, seinen weißen Strümpfen.
Sissy, das weiße Fellknäuel, war plötzlich artig bei Fuß.
Im Schaufenster glänzten sie, zierlich, rot zwischen ihresgleichen.
Sissy sprang ihn ängstlich an - das Ehepaar mit Dogge lächelte.
Sein Käfig schnitt tief sein Fleisch - woher hatte sie bloß seine Pumps?

MfG
Matt


58. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.03.08 20:34

Fifty words IX

Sich selbst in schwarzen Lack getaucht saß sie selbstverständlich am Steuer.
Ihn hatte sie soeben komplett für das Wochenende hergerichtet.
In klassischer Uniform, keusch und geschminkt, wie zuhause.
Es sollte seine Premiere in dem Club werden – als ihre Zofe.
Der Abendstau wurde dichter, langsam ging das Verdeck auf – sie lächelte.

MfG
Matt


59. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 17.05.08 18:05

Fifty words X

Ihre zarten Hände ließen das Schloss einrasten – eine verlorene Wette.
Er trug die Schrittkette zum ersten Mal – außerhalb ihrer Wohnung.
In Trance griff er zum schwarzen, knielangen Jeansrock – ihre Wahl.
Wenn sie gewännen würde es schon keiner merken – hoffte er.
Sie hielt die beiden EM-Stadiontickets lächelnd hoch – Zeit zu gehen.

MfG
Matt


60. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 17.05.08 18:05

Fifty words XI

Er lächelte über die, den massigen Dildo prüfende, zierliche Frau.
Einen Augenblick zu lang, denn seine Herrin erkannte den Zusammenhang.
Zielstrebig durchschritt sie den Sexladen – sprach die Frau freundlich an.
Ihre Blicke hafteten an ihm, bevor beide mit zweien verschwanden.
Er verließ das Geschäft – ohne Tüte –, er war tatsächlich massig.

MfG
Matt


61. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 17.05.08 18:06

Fifty words XII

Mit ihrer Mutter tuschelnd zeigte das Mädchen unverkennbar auf ihn.
Seit drei geschlagenen Stunden saß er im Wartezimmer – mit Headgear.
Frauen, junge Mütter mit Kindern kamen und gingen – er blieb.
Zufall, – offiziell – dass sie heute jeden persönlich im Wartezimmer abholte.
Sie hatte Spaß – als Kieferorthopädin und inoffizielle Keyholderin seines KG.

MfG
Matt


62. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Sir_Rowan am 11.08.08 15:59

Kurzgeschichte

Mann liebt Frau, Frau will nicht, Mann unterwirft sich Frau, Frau findet das auch blöd, Mann verhaut Frau, Frau sagt "Aua", Mann unterwirft sich Frau, Frau sagt ja, Mann sagt ja, Standesbeamte sagt : "Ihr seid jetzt Mann und Frau", Frau unterjocht Mann, Mann denkt: "Blöde SM-Foren, ist doch nicht so geil Ehesklave zu sein."

Ende
63. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 22.08.08 00:09

Fifty words XII

Es waren wenige - zusammen keine Elle lang,
doch sie hatten Macht über sein Wochenende -
raschelnd unter dem Rock – ihm war heiß vor der Kasse.
Keine Hosen und langen Schritte, bis Montag verschlossen.
Sein KG aus Stahl – wie die Kettenglieder – unantastbar.
Er drehte den Wagen und begann einzuräumen, 83 Euro 99.

MfG
Matt


64. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 22.08.08 00:37

Fifty words XIII

Ein Jahr als Zofe – seit Mitternacht – mit seinem neuen KG besiegelt.
In Champagnerlaune rauchte seine Herrin die Packung Zigarillos leer.
Die Stummel gehörten – wegen der Klimaanlage – geruchlos entsorgt,
per Hotelfahrstuhl von ihm – Stück für Stück – im seinem neuen Maid-Dress.
Eine einzige Fahrt allein – ein schüchterner Wunsch - in dieser Neujahrsnacht vergebens.


MfG
Matt

65. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.08.08 20:47

Fifty words XIV
Freudestrahlend kam sie vom Einkaufen und rief ihn zu sich.
Meist bedeutete das nichts Gutes – zumal sie abends ausgingen.
Seine Anspannung stieg, wenn auch durch seinen KG gezügelt.
Er atmete auf, keine rosa Lackschühchen, wie er sie gerade trug.
Es waren braune Clogs – er schaute genau – mit 7 cm Absätzen.

MfG
Matt


66. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.08.08 20:49

Fifty words XV
Es war wie in einem Albtraum – aus den 60er Jahren.
Sie hätten ihn warnen müssen – schwarze Gartenzwerge.
Die Nachbarin, die gerade mit jemanden Gassi ging, grüßte – ihm wurde flau.
Abends würde er für alle hier grillen, als Einstand – als Sissy-Maid.
Vielleicht durfte er wenigstens mit einem Grillkittel seinen KG verbergen.

MfG
Matt

67. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.08.08 20:49

Fifty words XVI

Sie war soeben auf die Party gekommen, noch unsicher, wie damals.
Für einen Moment vergaß er sein Maid-Outfit – den KG mit Schrittkette – seine Herrin.
Sie schenkte ihm ein Silberlächeln - das seiner Jugendfreundin - hatte sie ihn erkannt?
Ihre Herrin zog an ihrer Leine, ihre Schrittkette ließ auch sie trippeln – ein Abschiedsblick.

MfG
Matt

68. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.08.08 20:50

Fifty words XVII

Ihre Hand glitt – die Erpressung in sein Ohr liebkosend – über versperrtes Terrain.
Er folgte seiner Kollegin vom Partysaal ins Hotelzimmer. Sie schien nicht überrascht,
geradezu sachverständig. Es ging schnell – der Champagner aus der Minibar reichte ihr
danach. Er wusch sich im Bad ihren Saft aus dem Gesicht, sein KG schmerzte.

MfG
Matt


69. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 19.10.08 22:53

Fifty words XVIII

Da standen sie, schneeweiß und noch völlig unberührt.
Sie hatte sie mit Bedacht gewählt, passend zu seinen künftigen Outfits.
Heute Abend gab er vor Freunden sein Coming-Out als French-Maid – Zuhause.
Aber schon morgen würde er ihm KG und auf den High-Heels seiner Holzpantoletten
seine Herrin zum Shoppen ins Einkaufszentrum begleiten.

MfG
Matt


70. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.01.09 21:53

Fifty words XIX

60 Stunden Schrittkette waren abgemacht, nicht eine Sekunde weniger.
Quälend, wie sein KG, fuhr der Zug langsam ein - verspätet wie jeden Freitag.
Noch sechs Minuten – er hatte sich schon umgezogen – unbemerkt.
Ein Wink, ein Kuss, sie standen abseits am Automaten.
Ihre Hand unter seinem langen Mantel war flink – endlich Zofe.

MfG
Matt

71. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 26.01.09 22:32

Fifty words XXI

Ihr Lächeln funkelte im Club silbern wie eine Diskokugel.
In ihm bäumte sich alles auf – vergebens – die Sklavin seiner Träume.
Wunderbarerweise zog sie ihn in den Darkroom – auch sie verlangend.
Kniend presste sie ihren KG mit Kette gegen sein Schienenbein.
Plötzlich funkelten ihre Augen vor Zorn – auch er war verschlossen.


Fifty words XXII

Kalter Angstschweiß lief – Zum Wohl – die Messeparty war voll.
Nur sie fehlte, Kolleginnen und Kundinnen waren besonders aufreizend.
Ihm wurde alles zu eng. Hände glitten über seinen Po – Stößchen – ahnungslos.
Sie hatte ihre Maid einfach stehen gelassen – Notdienst – weg, samt Schlüssel.
Die Krawatte saß korrekt – Prost – über seinem Halsring – noch.

MfG
Matt

72. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von bluevelvet am 26.01.09 22:44

Hallo MattBeam,

vielen Dank für weitere gelungene Stories vom Typ "Fifty Words". Sprachlich finde ich die Story XXI geradezu exzellent. Die Wortwahl z. B. wirkt auf mich sehr klangvoll.

Viele Grüße
Blue
73. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.01.09 16:56

Fifty words XXIII

Lärm, Dunkelheit, flackernde Lichter – blau, beißender Gestank.
Unwillig wachte er auf – Kopfschmerzen, Hustenreiz.
Seine Hand glitt nach unten – die Kette - Poltern – Rufe – Panik.
Das Display des Keysafes zeigte -04h13, unmöglich.
Bademantel, war da – Bolzenschneider, noch im Baumarkt.
Er antwortete, öffnete die Tür. Hände packten ihn und tauchten ihn in Flutlicht.

MfG
Matt


74. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.01.09 18:04

Fifty words XXIV

Der Wagenheber versank im Matsch der nächtlichen Forsteinfahrt.
Ein Kleinwagen hielt, eine hilfsbereite Frauenstimme kam.
Seine heimliche Lustfahrt als verschlossene Maid war beendet.
Sie erschrak heftig – ging – kam mit ihrem Wagenheber zurück.
Geschafft. Seine Halskette mit Schlüssel verschwand in ihre Handtasche.
Ein Kuss – ihre Nummer – in Lippenstift auf seiner Heckscheibe.

MfG
Matt


75. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.01.09 19:11

Fifty words XXV

Sein Blick klebte an ihr – ihrem silbernen Mund – ein Tagtraum.
Sein unverfrorenes Stieren – unerträglich – sie handelte energisch, dominant.
Aus heiterem Himmel – unschöne Worte – ein geübter Griff – schmerzend,
fühlend, irritiert, erkennend, ihr plötzliches Lächeln so nah – Cinemascope – Jackpot.
Sein Handy vom Cafetisch – sie tippte ihre Nummer – ein neuer Sklave – sogar keusch.

MfG
Matt


76. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 04.04.09 23:16

Sonja, kfm. Angestellte, Anlagenbuchhaltung

Sonja saß wie üblich an ihrem PC, als Thomas nach Hause kam. Es war endlich Freitagabend und er freute sich schon auf das lustvolle, gemeinsame Wochenende. Jedenfalls war das die ganze Woche sein Plan gewesen. Dazu trug natürlich maßgeblich der KG bei, den er seit zwei Wochen tragen durfte. Er und Sonja hatten ihn schon vor 6 Wochen bestellt und an jenem Samstag hatten sie ihn extra beim Hersteller abgeholt, der ihn Thomas auf den Leib maßgeschneidert hatte. Inzwischen waren fast fünf ganze Tage vergangen, an denen Thomas den KG kontinuierlich hatte tragen müssen. Sonja hatte seit Montagmorgen darauf bestanden und sich zwischendurch nicht erweichen lassen, ihn für wenigstens ein paar Momente zu befreien. Sie arbeitete konzentriert an ihrem gemeinsamen Haushaltsbuch, einem PC-Programm für Privathaushalte und so fiel ihre Begrüßung nur spärlich aus.
„Zieh Dich schon mal um, ich komme gleich.“
Das hatte er eh vorgehabt und so ging Thomas weiter ins Schlafzimmer und entledigte sich seiner Büroklamotten. Zu seiner Überraschung hatte Sonja den größten Teil seiner höchst privaten Kleidung bereits über das Bett verstreut, was ihn arg wunderte, da sie sonst alles ziemlich penibel in den Schränken verstaut ließ. Er ließ es erstmal dabei bewenden und legte seine Sachen über einen Stuhl, bevor er sich Einzelstücke herausgriff. Sonja hatte ihm bereits in der Zeit, als er noch einen Plastikkäfig als KG trug, genaue Anweisungen gegeben, wie er sich in der Wohnung zu kleiden hatte. Es hatte sich damals ziemlich schnell entwickelt, sogar eher zufällig. Sie hatten lange Zeit Blümchensex miteinander gehabt, bis zu jenem Abend, an dem sie reichlich Alkohol intus hatten, so dass üblicherweise nicht mehr viel passiert wäre. Aber damals hatte Sonja ihm aus Versehen ihren Slip angezogen, der den weiteren Abend nicht überstand, aber dazu geführt hatte, dass sie trotzdem miteinander Sex haben konnten. Sonja war am folgenden Morgen sogar überzeugt gewesen, dass es der beste und längste Sex überhaupt gewesen wäre, den sie je zusammen gehabt hätten und zog entsprechende Schlüsse daraus. Bereits am darauffolgenden Wochenende steckte Thomas, nach einer aus ihrer Sicht notwendigen, entsprechenden Alkoholisierung erneut in einem nun passenden Damenslip, der zu dem von ihr gewünschten Ergebnis führte. Die weiteren Accessoires, die sie ihm zusätzlich angezogen hatte, schienen die Wirkung nur zu verstärken und so gesellten sich nach und nach zu Strapsen, Korsetts und Strümpfen auch elegante Highheels und da ein oder andere Outfit.
Thomas entschied sich spontan für die rote Spitzenwäsche, die so unnachahmlich zu seinen roten Lackclogs passte. Auch sie waren erst kürzlich angeschafft worden und er trug sie lieber als z.B. schwarze Pumps, auch wenn diese um Längen dezenter waren. Sie waren einfach bequem.
„Fertig?“
„Oh … ja, ok?“
„Ja, bis auf die hier. Die hast Du vergessen.“
„Muss ich die Schenkelbänder wirklich tragen?“
„Ja. Die Kette auch.“
„Aber …“
„Kein ‚Aber‘, das muss sein.“
„Wie, das muss sein. Ich meine, wenn Du willst, dass ich das trage, dann ok. Aber was heißt ‚das muss sein‘?“
„Das heißt, was es heißt. Andernfalls geht unsere Abmachung flöten und die ist die Basis. Die darf nicht flöten gehen.“
Thomas war verwirrt, er konnte Sonja nicht mehr so ganz folgen. Ok, er wusste immerhin noch, von welcher elementaren Abmachung sie sprach, aber das war auch alles.
„Tut mir leid Schatz, aber ich verstehe Dich nicht.“
„Erst die Kette.“
Ohne Widerspruch trat er in die beiden Ringe und zog sie hoch, um sie mit den flachen Ketten an seinem KG zu befestigen. Sie reichte ihm die kurze Schrittkette und das Schloss, dessen Schlüssel sie vorher abzog. Während Thomas die Kette einfädelte schob sie ihm barfuß seine roten Clogs von unter dem Bett zu und betrachtete ihr Geschöpf, wie es die Falten des Rocks glatt strich.
„Und nun?“
„Komm mit zum Computer, ich zeig es Dir.“
„Haben wir uns verrechnet, die Firma hatte uns doch direkt die Rechnung mitgegeben, oder …?“
„Nein, alles in Ordnung. Ich habe nur einen neuen Posten geschaffen und ihn die letzten zwei Stunden angepasst.“
„Was für einen Posten?“
„Spielzeug!“
„Spielzeug?“
„Ja. All die Jahre haben wir da nie drauf geachtet, das fiel immer unter alltägliche Einkäufe oder bei mir unter Hygieneartikel. War ja auch meist nicht viel. Eine Packung Kondome, die roten Herzchenhandschellen, Kleinkram.“
„Und?“
„In den letzen Monaten habe ich insgesamt 1500Euro für solchen Kleinkram ausgeben. Dein Plastik-KG, den Du jetzt nicht mehr brauchst, den, den Du trägst, die Outfits, Kosmetika. Da hat sich ganz schön was geläppert, was nicht mehr in unser damaliges Budget passte.“
„Echt, wir hatten dafür ein Budget?“
„In unsere Abmachung hatten wir genau stehen, wer wie viel für die Miete beisteuert, für die Einkäufe, für Anschaffungen und Urlaub und auch für Kleinkram.“
„Echt, da kann ich mich gar nicht … Moment, waren das die 30 Euro?“
„Genau, 15 Euro pro Nase und Monat. Das hat auch die ganze Zeit mehr oder minder gepasst.“
„Und nun?“
„Nichts, ich hab nur ausgerechnet, wie lange die Abschreibungsdauer sein muss.“
„Du bist hier nicht in der Anlagenbuchhaltung Deiner Firma, wozu Abschreibung und …“
„Mach mich nicht an. Ich weiß sehr wohl, dass es hier nicht um Umformer und Stanzen et cetera geht, aber Prinzip ist Prinzip.“
„Und das heißt?“
„Wenn Du investierst, dann musst Du auch abschreiben, sonst hast Du irgendwann keinen Plan mehr, wo Du finanziell stehst.“
„Und Du betrachtest das hier als Investition?“
„1500 Euro, mit den Clogs und den anderen Sachen. Jawohl.“
„Und die willst Du jetzt abschreiben? Nach welcher Formel?“
„Das habe ich mir vorhin lang überlegt. Ich habe es letztendlich gerundet und verbrauchsabhängig gemacht.“
„Verstehe ich nicht, schließlich bin ich keine Anlagenbuchhalterin.“
„Nein, aber ab sofort bist Du meine Zofe.“
„Ich mag das Wort nicht.“
„Ich weiß, aber es trifft. Also, pro Tag rechne ich Dir einen Euro für den KG an, zehn Cent für die Schenkelbänder und die Schrittkette zusammen, zehn Cent für die Clogs und dreißig Cent für die Kleider bisher.“
„Nochmal.“
„Pro ganzen Tag, einen Euro für den KG, zehn Cent für Schenkelbänder und Schrittkette, nochmal zehn Cent für die Clogs und dreißig Cent für die bereits gekauften Kleider, macht 1,50 Euro.“
„Ok, soweit so klar und was bedeutet das nun konkret, und eben sagtest Du nicht ‚ganzen Tag‘?“
„Das war natürlich implizit sowieso klar, Abschreibungen rechnet man mit ganzen Tagen und 360 Tagen im Jahr.“
„Das Jahr hat aber 365,25 Tage.“
„Nicht in der Anlagenbuchhaltung.“
„Und was heißt das wieder?“
„Das die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr auch bei Dir nicht mitzählen wird. Aber Du wolltest es konkret wissen. Also, wenn Du so wie Du jetzt bist, einen ganzen Tag rumläufst, sagen wir am Wochenende zwei Tage, dann rechne ich Dir drei Euro an. Übrigens, deswegen sagte ich eben nichts, an unserem Kleinkrambudget von 30 Euro ändert das nichts, der bleibt. Das ist ein Verbrauchsposten im Gegensatz zu diesem Investitionsposten.“
„Weihnachten, drei Euro, keine Änderungen - ich verstehe nur Bahnhof!“
„Nochmal. Wenn Du dieses Outfit den ganzen Tag trägst, dann schreibe ich 1,50 Euro verbrauchsabhängig ab, wenn Du unter der Woche nur Den KG trägst, nur einen Euro. Wenn Du den KG und die Schenkelbänder trägst, dann 1,05 Euro.“
„Eben waren es noch zehn Cent!“
„Mit der Schrittkette, aber die wist Du wohl kaum im Büro tragen, oder?“
„Also meinetwegen 1,05 Euro und am Wochenende jeweils 3 Euro …“
„Nein, drei Euro für das komplette Wochenende. Ein Feiertag unter der Woche wären z.B. 1,50 Euro.“
„… so sei es. Und wie lange?“
„Knapp vier Jahre, wenn wir den Urlaub weglassen. Wenn Du die Urlaubstage wie die Wochenenden zählst, dann bist Du nicht vor Ostern fertig, sondern sechs Wochen eher.“
„Vier Jahre?“
„Ab heute gerechnet, ja.“
„Das ist nicht Dein Ernst?!“
„So wie ich hier stehe.“
„Vier Jahre?“
„Nonstop.“
„Und wenn ich mal nicht kann … oder will?“
„Verlängert sich die Spanne, wobei letzteres nicht vorkommen wird. Und keine Sorge, die Wartungs- und Inspektionsintervalle sind bereits inklusive. Schließlich soll das ja nicht den Nachwuchs verhindern.“
„Unser Kind wäre dann vier!“
„Halblang, es wäre gut und gerne drei, aber dann müsste es schon bald klappen. Was ich jetzt verstärkt hoffe, da ja nichts mehr verloren geht.“
„Nichts mehr verloren geht?“
„Lassen wir das, das ist ein Thema für sich.“
„Und was nun?“
„Jetzt zieh Dir erst einmal was über, zum Beispiel dies hier oder willst Du den ganzen Abend in Unterwäsche herumlaufen.“
„Natürlich nicht.“
„Nein besser den langen Jeansrock, wir haben keine Käse-Cracker mehr.“
„Was hat das eine mit dem anderen zu tun?“
„Meinetwegen kannst Du auch im roten Mini zur Tankstelle fahren.“
„Das ist nicht Dein Ernst.“
„Doch, es sind nirgendwo mehr Käse-Cracker.“
„Ich meine, dass ich so zur Tankstelle soll.“
„Wieso nicht?“
„Wie soll ich mit Schrittkette eine Hose anziehen?“
„Wozu?“
„Ich kann doch nicht so zur Tankstelle fahren!“
„Sicher. Du kannst statt der Clogs auch Deine schwarzen Pumps anziehen, wenn Du Dich darin wohler fühlst.“
„Aber dieser Rock …“
„Zieh Deinen langen Mantel drüber, es ist sowieso kalt.“
„Aber …“
„Kein ‚Aber‘, Du kannst auch gerne in den REWE gehen, der hat auch noch auf. Dann kannst Du gleich noch ein paar andere Sachen mitbringen. Aber beeil Dich, gleich fängt der Krimi an, und da kann ich es nicht brauchen, wenn Du in der Küche rummachst.“
Thomas war wie vor den Kopf gestoßen. Sonja hatte inzwischen das Zimmer verlassen und es sich vermutlich auf dem Sofa bequem gemacht, während er nun im Zimmer vor dem Computer saß und die Abschreibungstabelle betrachtete. Er hatte sich sehr über seinen neuen KG gefreut und auch, dass Sonja so leidenschaftlich mitmachte, es ihm nicht übel nahm. Aber das war nun gelinde gesagt ein schwerer Schock für ihn. Unschlüssig stand er auf und ging zurück in das chaotische Schlafzimmer, wo er die Wahl der Qual hatte. Er schaute an seiner roten Spitzenwäsche herab, an den silbernen Beingurten vorbei auf seine roten Clogs. Er schlüpfte heraus, zog den langen Jeansrock an und trat wieder in sie hinein. Ein Blick in den Spiegel genügte, um ihm zu zeigen, dass sein Aussehen nicht ohne Reaktionen bleiben würde. Er wechselte die Schuhe und versuchte die schwarzen Pumps, aber auch das war keine Besserung. Zwar waren die um Längen dezenter, aber auch sie zeigten noch das Rot der Feinstrümpfe und ihre Absätze waren alles andere als leise und unauffällig. Was blieb ihm, er hatte keine Wahl, es sei denn, das schien ihm allerdings unlogisch. Thomas öffnete den Schrank und holte die Stiefel heraus, die ihm Sonja ziemlich bald nach seinem ersten KG besorgt hatte. Es waren schwarze Lacklederstiefel, die ihm bis zum Knie gingen und ebenfalls nicht gerade einen flachen Absatz hatten. Er zog seinen Jeansrock wieder aus und zog die Stiefel an, sie gingen im gerade unter die Schrittkette. Ein paar Schritte bestätigten ihm, dass sie keine verräterischen Geräusche auf den Fliesen im Bad machten, selbst wenn er es darauf anlegte, jedenfalls nicht mehr als es ganz normale Herrenabsätze taten. Er betrachtete anschließend das ganze Erscheinungsbild, inklusive Rock, vor dem bodenlangen Spiegel und war nicht mehr ganz so besorgt. Jetzt brauchte er nur noch eine geeignete Tankstelle, wie er fand. Thomas ging in Gedanken alle ihm bekannten Tankstellen in der Gegend durch, bevorzugt die, die er bisher nur ein- oder zweimal besucht hatte, weil sie nicht auf seinen üblichen Wegen lagen. Er schaute auf die Uhr und schätzte, dass er es noch vor acht schaffen würde, da er sich sicher war, dass die Tankstelle abends irgendwann schloss. Blieb nur zu hoffen, dass sie auch Käse-Cracker hatten. Mit seinem langen Mantel fühlte er sich schon viel wohler, als er die Wohnungstür passierte, aber es war das erste Mal, dass er mit Schrittkette und Stöckeln Treppenstufen herab ging und er musste sich zweimal am Treppengeländer abfangen. Die Fahrt gestaltete sich ebenso schwierig, da ihn die Absätze beim Kuppeln und Gasgeben arg behinderten, aber er schaffte die Strecke trotzdem ohne Zwischenfälle. Die Tankstelle war angenehm leer und sparsam beleuchtet, im Innenraum war jedoch eine junge Verkäuferin zu sehen, die gelangweilt Zigarettenpäckchen in die Regale nachfüllte. Thomas überlegte, ob er nicht doch lieber woanders hingehen sollte, aber da ihm keine bessere Alternative einfiel, redete er sich die Tanke lieber schön. Immerhin war es sicher besser, einer jungen Frau aufzufallen, als dem alten Inhaber. Einerseits mochte er vielleicht nicht genau auf ihn achten, aber wenn, so würde er sicher deutlich irritierter sein, als die junge Frau. Er wendete eine Straße weiter und fuhr zurück, um auf die Auffahrt der Tankstelle zu biegen. Dies hatte unerwartet den Vorteil, dass man aus dem Verkaufsraum nicht sehen konnte, wie er ausstieg, was sich ebenfalls unerwartet als schwieriger herausstellte als gedacht.
Mit kurzen Schritten ging er nun zügig auf den Eingang zu, seine Sinne waren aufs Äußerste geschärft und er versuchte möglichst auf den Ballen zu laufen und die Tür war zu, so dass er unvermittelt dagegen prallte. Die Verkäuferin lächelte und ruderte mit den Armen, er möge zum Nachtschalter kommen, was Thomas‘ Stimmung nun deutlich hob. So machte er sich möglichst vorsichtig, jedoch einen männlichen Gang mimend, auf zum Nachtschalter und wünschte der Stimme aus dem Lautsprecher ebenfalls einen guten Abend.
„Zwei Tüten Käse-Cracker, bitte.“
„Sonst noch etwas?“
„Nein, danke.“
Die junge Frau lief in den Verkaufsraum und bückte sich vor dem Regal mit Chips. Sie trug grüne Holzclogs, die zu ihrem Pullover passten. Sie kam wieder, scannte die Ware und nannte ihm den Preis. Er legte einen 10 €-Schein in den Wagen und bekam die Tüten und das Wechselgeld.
„Ein schönen Abend. Auf Wiedersehen.“
Er hätte auf direkten Weg zu seinem Auto gehen können, aber das wäre er die ganze Zeit im Blickfeld der Frau gewesen, so ging er an der Fensterfront entlang und dann hinter seinem Auto zur Fahrertür.
Sein Puls war erst wieder normal, als er bereits den halben Heimweg hinter sich gebracht hatte. Er schaute auf die Uhr und war glücklich und zufrieden, dass er es noch rechtzeitig bis zum Krimi nach Hause schaffen würde, er hatte sogar noch zehn Minuten Zeit. Kurzentschlossen bog er von der Landstraße ab und fuhr einen Feldweg herunter. An der folgenden Gabelung parkte er den Wagen am Wegesrand und beäugte noch einmal die Umgebung. Er konnte alles überblicken, nirgends regte sich etwas und er hatte den asphaltieren Weg für sich allein. Er wollte die Chance nutzen und wenigsten ein wenig die Stiefel einlaufen, deren Sohlen sich doch ziemlich glatt angefühlt hatten.
So schritt er nun auf und ab und probierte verschiedene Gangarten, die ihm in seiner Situation noch möglich waren. Er schaute auf die Uhr, es war Zeit, aber er fühlte sich deutlich wohler. Auch hatte er festgestellt, dass weniger die Schrittkette als vielmehr der Rock ihn am Gehen gehindert hatte, etwas das er eventuell abstellen konnte. Thomas drehte um und fuhr nach Hause. Mantel und Stiefel ließ er an der Garderobe, zog schnell seine Clogs an und füllte die Cracker in der Küche in eine Schale, der Krimi hatte gerade angefangen. Sonja schaute ihn zufrieden an und nahm die Schale in Empfang.
„Alles klar?“
„Ja.“
„Prima, dann muss ich mir in Zukunft ja keine Sorgen mehr darum machen.“
Thomas hatte es befürchtet aber insgeheim war er stolz auf sich. Später zeigte sich sein Stolz noch in anderer Weise, als sie ihn für die Nacht aufschloss. Den KG trug er, dank zahlreicher Accessoires, die im Laufe der folgenden Jahre hinzukamen, bis zur Einschulung seiner Zwillingstöchter, bevor er regulär abgeschrieben war und umgehend durch ein Nachfolgemodell abgelöst wurde. Dort traf er auch unerwartet die junge Frau aus der Tankstelle wieder, die er all die Jahre aufgesucht hatte. Sie hatte ihr Studium abgeschlossen, den Nebenjob aufgegeben und war nun Grundschullehrerin. Sie erkannte ihn sofort und begrüßte ihn mit den Worten
„Ah, der Mann mit dem Faible für Highheels.“
, aber das ist eine andere Geschichte.


Ende


MfG
Matt


77. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von drachenwind am 04.04.09 23:54

Hi!
Mal eine nette Geschichte.
Gibt es noch meht von dieser Sorte?
78. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 05.04.09 20:11

Fifty words XXVI

Das reduzierte Preisschild hing schlaff an den roten Highheels,
ein Pärchen kam, glücklicherweise von einem Kaffeeröster abgelenkt, heran,
ein letzter Blick auf die hell erleuchtete Schaufensterscheibe – auf sein Paar.
Er stöckelte leise davon – noch 182 Abende je 1 Euro – laut Herrin.
Eine Woche später – es hätte ihm 90 Abende gespart.


MfG
Matt



79. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 05.04.09 20:11

Fifty words XXVII

Seit der Hochzeit wollten sie immer begeistert Paartanzen lernen.
Jetzt – sie hatte inzwischen die Hosen an – wollte er nicht mehr.
Die Tanzlehrerin langte an seine Hüfte – sein Kleid wirbelte.
Seine Herrin sah aufmerksam zu, spielte mit dem Schlüssel.
Sie waren sich einig – die Schrittkette an seinem KG war eine Verbesserung.

MfG
Matt


80. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 05.04.09 20:12

Fifty words XXVIII

Noch sechs Haltestellen – brütende Hitze – sein Anzug klebte.
Sein Gegenüber, die junge Punkerin, trug das gleiche Nietenhalsband
wie ihr Hund und musterte ihn. Plötzlich lächelte sie, zwei Stationen
später stieg sie fröhlich aus. Sie tippte an ihr Halsband – er verstand und
erfühlte seinen Halsring deutlich sichtbar unter dem offenen Hemdkragen.

MfG
Matt


81. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 05.04.09 20:13

Fifty words XXIX

An der Uni hatte sie immer die gleichen Jeans und Turnschuhe angehabt.
Ihr Faible für den Partnerlook hatte sie – auch als seine Eheherrin – nie abgelegt.
Inzwischen suchte sie bevorzugt in Internetshops mit Übergrößen, während er
– in Pumps und Sommerkleid gleich ihrem Spiegelbild im Fenster –auf der Terrasse ein Buch las.

MfG
Matt


82. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Gummimike am 06.04.09 08:01

Auch eine Möglichkeit die Tragedauer vom KG zu berechnen bei Sonja.
Aber irgendwie ganz schön gemein nur 1Euro/tag.
83. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von folssom am 06.04.09 23:38

Mein Kompliment
an
MattBeam

für seine besonders gelungene Kurzgeschichte "Sonja..."

MfG
84. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 07.04.09 01:08

Der Kongress

Einfach mal gepflegt die Fresse halten, das war immerhin nicht zu viel verlangt, aber nein, er hatte sich mal wieder nicht daran gehalten. Nun saß er mitten in der Nacht in diesem gottseidank leeren ICE und hoffte, es bliebe dabei. Seinen Mantel hatte er sich als Decke übergelegt und auf dem heruntergeklappten Tischchen lagen zwei Zeitschriften, die er sich in seiner Verzweiflung über die ungeplante Rückreise noch schnell am 24h-Kiosk geholt hatte. Es hatte ihn etliches an Überwindung gekostet, den hell erleuchteten Laden überhaupt zu betreten, aber er hatte sich immer und immer wieder gesagt, dass er sicher die nächsten Jahre nicht wieder in diese Stadt kommen würde. Zum Glück war der Verkäufer in Anbetracht der frühen Morgenstunden ebenfalls nicht hellwach, was Thomas nur lieb war. Jetzt waren es noch knapp fünf Stunden bis zur Ankunft, es würde schon früher Morgen sein, wenn er ankäme, er rechnete nach. Wenn alles klappte, würde es zwanzig nach sieben sein, an einem Samstag eine noch recht ruhige Zeit. In Gedanken malte er sich aus, wenn es statt Samstag ein normaler Wochentag gewesen wäre, dann wäre er genau in die Rushhour gekommen, es überlief ihn kalt und so zupfte er seinen Mantel neu zurecht. Was hatte er nur Glück gehabt, das er den Mantel und nicht die Jacke für den Kongress mitgenommen hatte. Das die anderen Sachen so stressig geworden sind, dass hatte er beim besten Willen nicht absehen können. Jetzt war dem halt so und er konnte es sich, nein er wollte es sich beileibe nicht erlauben, für diesen Fehler nun tausend Euro zu zahlen. Es war natürlich glatte Erpressung, aber sie hatte es elegant eingefädelt und natürlich wusste Eugénie, dass er mitnichten zur Polizei gegangen wäre. Thomas war sich noch nicht sicher, ob er die tausend Euro nicht so oder so zahlen würde, aber sie hatte ihm stets versichert, dass sich das Etablissement für diese lächerliche Summe nicht die Finger schmutzig machen würde. Er hatte ihr seine Bankverbindung da gelassen, da er einer Geldsendung noch weniger vertraute, zumal aus dem Ausland. Sein Handy vibrierte. Ein Blick auf das Display sagte ihm, dass er wieder aufstehen musste, er tat es. Ein Blick in den Wagen verriet ihm, dass er der einzige Reisende in diesem Großraumabteil war, was ihm den Weg zur Toilette ersparte. Er legte sein Jackett ab, machte zur Sicherheit gleich zwei Bilder von sich, wie er zwischen den Sitzreihen auf dem Gang stand, bevor er wieder schnell Platz nahm, und Jackett, Mantel und Tisch in die Ausgangsposition brachte. Die Bilder waren nicht weltbewegend, aber sie zeigten das, was sie hatte sehen wollen – ihn. Sie wollte alle halbe Stunde ein Bild von ihm, egal wo er war, er nahm zur Sicherheit beide und schickte sie ihr per MMS. In Gedanken rechnete Thomas auch diesen Posten aus und kam zu dem Ergebnis, das er sich davon auch gut und gerne ein schönes Essen von hätte gönnen können. Besonders stachen im Blitzlicht die weißen Rüschen am Dekolleté und die vielen Glanzpunkte auf dem schwarzen Lack darunter hervor. Sein Halsring mit dem Ring war von Natur aus matt und jetzt wieder unter dem Schal verborgen, darüber war nur noch sein Kinn zu erkennen. Das zweite Bild, zeigte mehr das was es unterhalb des Dekolletés zu sehen gab. Allein deswegen wurde es ihm schon abwechselnd heiß und kalt. Das Kleid, vielmehr der Rock, oder noch genauer, die Uniform ging ihm nur bis zur Hälfte der Oberschenkel. Es war eine typische Maid-Uniform, die er sich vor einigen Monaten im Internet bestellt hatte. Damals hatte er nicht im Traum daran gedacht, sie außerhalb seiner bescheidenen vier Wände zu tragen. Sämtliche Säume waren mit weißer Spitze besetzt und auch der Unterrock, der für einiges an Fülle sorgte, war aus diesem Material.
Für das Photo hatte er ihn extra mit der freien Hand platt gedrückt, um auch das zu zeigen, was eine halbe handbreit darunter zu sehen war. Seine hochpolierten Beingurte, nebst Schrittkette sorgten für zahlreiche Glanzpunkte auf dem Display und für etliche Schweißperlen in seinem Nacken. Die Schrittkette hatte Eugénie bequem abgemessen, sie wollte nicht grausam sein, sondern nur seinem Wunsch entsprechen. Thomas konnte sich gar nicht mehr daran erinnern einen derart gearteten Wusch geäußert zu haben, aber sie hatte es so verstanden und nur das zählte jetzt, wenn er seine tausend Euro wiedersehen wollte. Dieser Gedanke war einer von Fünfen, die ihm zurzeit im Kopf kreisten. Ein anderer war der, endlich aus den Schuhen zu kommen, die er trug. Auf dem Bild sahen sie so unscheinbar neu und verführerisch aus, und bis vor wenigen Stunden waren sie das auch noch gewesen, aber jetzt dachte er anders darüber. Mit ihren sieben Zentimetern Absatzhöhe waren sie zum Glück nicht so hoch gewesen, wie das rote Paar in Lackleder, das daheim in dem Karton auf dem Schrank schlummerte, aber für ihn waren sie zu hoch. Ihre Sohle war fast noch jungfräulich zu nennen gewesen, da er bisher sich nur für wenige Schritte auf Teppichen genutzt hatte. Jetzt hatten sie bereits eine halbe Messestadt, einen kompletten Bahnhof und diesen Zug gesehen. Es wäre ein leichtes gewesen, sie auszuziehen, für je fünfhundert Euro das Stück, zuzüglich der knapp hundert Euro, die die gekostet hatten. Das Schweizer Taschenmesser hatte er in der Aktentasche und die kleinen Lederriemen, an denen je ein winziges Bügelschloss baumelte, hätte er zur Not auch durchreißen können. Aber, er blickte an seinem Handy vorbei auf die Fußstützen, insgeheim machte es ihn unheimlich an. Eugénie hätte ihn auch seinen Anzug anziehen lassen können, allein dieses Paar Schuhe zusammen mit dem Anzug hätte ihm bereits die Sinne geraubt, aber so war er seit dem er das Hotel verlassen hatte auf Wolke sieben hoch siebzig. In Gedanken ging Thomas noch einmal den Bahnsteig entlang, hörte zwischen den Rollgeräuschen des Trolleys das Klacken seiner Absätze auf den Platten. Ihm war es damals so vorgekommen, als wenn es der ganze Bahnhof hören würde, aber er hatte keine Alternative gesehen. Die ersten Meter aus dem Hotel, er hatte sich extra kein Taxi genommen, hatte er noch vorsichtige, leise Schritte gemacht. Aber das hatte ihn in annehmbarer Zeit keinen Meter vorwärts gebracht. Außerdem hatte er sich, nachdem Eugénie ihn in seinem Zimmer verlassen hatte, sich einen ziemlich kurzfristigen Zug ausgesucht. Die Dame am Empfang hatte sich noch gewundert, dass er die Nacht doch nicht mehr bleiben würde, aber spätestens bei seinem Verlassen der Lobby hatte sie bestimmt andere Gedanken. Die hatte er auch damals gehabt, als er sich vor vier Tagen diesen ganzen Scheiß eingebrockt hatte. Drei Tage Kongress, zwei Anzüge, den ganzen Tag in irgendwelchen Diskussionen sitzen, oder an Stehtischen mit Fingerfood die neuesten Trends mit wildfremden Menschen ausdiskutieren. Kein Wunder, dass er sich das ganze hatte ein wenig aufpeppen wollen. Den KG trug er nun schon seit gut fünf Monaten, die Schenkelbänder gelegentlich am Wochenende. Die Uniform war noch recht neu, eigentlich erst einmal richtig getragen, einen Samstag lang, wenn man den Abend, als er das Paket mit ihr ausgepackt hatte, nicht mitrechnet. Die Pumps waren nur wenige Tage älter gewesen und zusammen mit den roten gekommen, er hatte damals alles an einem Wochenende bestellt. Keine Ahnung was er sich dabei damals gedacht hatte. Jedenfalls war das etliches von den damaligen Bestellungen auf dem Hinweg zum Kongress in seinem Trolley gelandet. Er wollte es einfach mal in einer anderen Umgebung ausprobieren, wobei er darunter natürlich sein Hotelzimmer verstanden hatte. Tagsüber wäre alles schön ordentlich im Trolley geblieben, abgeschlossen natürlich, außer die Schenkelbänder, denn so aberwitzig hatte er schon sein wollen. Am Ende des ersten Tages hatte er eingesehen, dass es nicht den Effekt gebracht hatte, den er sich erhofft hatte. Gut, am Morgen, beim Eintreffen im Messe-Center hatte er etwas gespürt, hatte die Blicke der anderen studiert. Aber nach zwanzig Minuten hatte er die Erkenntnis gewonnen, dass sich niemand übermäßig für ihn interessiert hatte. Auch die angenehm gepolsterten Stühle im Saal hatten bei ihm keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, so dass er am ersten Tag nur noch ein Highlight nennen konnte. Sie war Norwegerin, ledig, sehr attraktiv und sie hatten beim Mittagessen nebeneinander gestanden und sich für eine Schale voll Essen angenehm unterhalten. Ja, das war für ihn schon besonders gewesen, da er wusste, dass auf solchen Kongressen auch der ein oder andere außerberufliche Kontakt geknüpft wurde. Thomas versuchte sich erst gar nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn sie sich ihn auserkoren hätte, falls sie überhaupt so etwas auf Kongressen tat. Vielleicht hätte er es retten können, aber mit Sicherheit wusste er es nicht. So war sein erster Abend sang- und klanglos auf seinem Hotelzimmer zu Ende gegangen. Der nächste und letzte wäre sicherlich genauso geworden bzw. war so, aber es war halt für ihn nicht der letzte Abend im Hotel gewesen. Kurz entschlossen hatte er am zweiten Tag beim Frühstück sein Hotelzimmer um einen Tag verlängert, da er nicht einsah, nach Kongressende noch den ganzen Freitagnachmittag nach Hause zu fahren. Üblicherweise waren dann die Züge gerappelt voll und so war sein ursprünglicher zweiter Plan, früh am Samstagmorgen zu fahren. Er sah auf die Uhr, früh ja, aber nicht so früh. Abends hatte er sich wieder allein auf sein Hotelzimmer begeben, die Norwegerin hatte er an dem Tag nur kurz zu Gesicht bekommen, aber das war eh nur ein Tagtraum. So hatte er, nachdem er sich komplett aufgehübscht und ein paar Erinnerungsbilder geschossen hatte, an seinen Laptop gesetzt und gesurft. Gegen elf hatte er dann all seinen Mut zusammengerafft und für Freitagabend eine Session in einem Studio gebucht. Wenn schon nicht die Norwegerin, so hatte sich Thomas gedacht, dann halt eine Hiesige, eine die wusste, was sie erwartete. Na ja, auch das stimmte nicht so ganz, denn Thomas hielt es für eher unwahrscheinlich, dass die Kundschaft üblicherweise bereits im KG erschien.
Mit dieser Überlegung, das hatte ihm Eugénie bestätigt, lag er auch gar nicht so falsch, aber so hatte es ihr sehr gut gefallen und sie hatte es ihn spüren lassen, dass sie Männer mit KG schätzte. Da er es nicht eilig gehabt hatte, Eugénie trotz Kongress keine Mondpreise verlangt hatte, war er am letzten Kongresstag kurz nach dem offiziellen Ende bis zum frühen Abend im Studio geblieben. Sie hatte an ihm ihr ganzes Programm durchexerziert und war für eine Domina, auch wenn Thomas noch keine Vergleichsmöglichkeiten hatte, genau sein Typ. Vermutlich hatte das zu seinem verhängnisvollen Fehler geführt, als er mal streckenweise keinen Ballknebel im Mund gehabt hatte.
Eugénie hatte ihn natürlich ständig gefragt, ob das, was sie gerade praktizierte, ihm gefallen würde, und dann natürlich entsprechend entgegengesetzt gehandelt, aber sie hatte an einer Stelle dann solange gebohrt, ihn so gelöchert, dass der Abend dann ganz untypisch weiterging. Unter gezielten Hieben hatte er ihr gestanden, dass er ein komplettes Outfit im Hotelzimmer hätte, was Eugénie umgehend damit bestrafte, dass sie ihn auf einen Bock spannte und kräftig für sein Vergehen den Hintern versohlte, dass er es nicht ebenfalls mitgebracht hatte. Nun hatte er, vermutlich um seine damalige Lage zu verbessern, den hirnverbrannten Vorschlag gemacht, dass er es ja noch holen könnte. Eugénie war nicht darauf eingegangen, sondern fühlte sich so veräppelt, dass sie das Paddel gegen eine Gerte tauschte und erzürnt weitermachte.
Thomas, der nicht viel gewöhnt war, bot daraufhin umgehend an, dass er gerne bereit wäre einen extra Obolus zu zahlen, wenn Eugénie erstens von ihm abließe und ihn zweitens zwecks Kontrolle begleiten würde. Insgeheim hatte Thomas gehofft, es würde nur bei dem extra Obolus bleiben, aber Eugénie ließ sich tatsächlich auf seine Vorschlag ein und so kamen sie gegen acht in seinem Hotel an.
Eugénie, die das Hotel kannte, hatte sich etwas Unverfängliches übergezogen und ging getrennt von ihm und kurz nach ihm zum Fahrstuhl. Er durfte vor der Zimmertür auf sie warten, da sie sich natürlich vorher seine Zimmerkarte hatte aushändigen lassen. Im Zimmer war dann alles recht schnell gegangen. Sie hatte darauf bestanden, dass er ihr alles zeigte und kurz darauf auch alles anzog. Die Gerte, die sie unter ihrem langen Mantel hervorgezaubert hatte, wurde aus Diskretion nunmehr nur noch zum Dirigieren genutzt, von ein paar Schlägen abgesehen. Besondere Freude hatte Eugénie an den abschließbaren Riemchen-Pumps und der Schrittkette gehabt. Nicht, dass sie seine Maid-Uniform nicht zu schätzen wusste, aber sie fragte nur, wozu er sie denn mitgebracht hätte, da sie doch vollkommen nutzlos seien. Thomas hätte allerspätestens da seine Klappe halten sollen, anstatt ihr davon zu erzählen, wie geil er es finden würde, dieses Outfit öffentlich tragen zu müssen – jedenfalls in seinen erotischen Träumen.
Eugénie hatte blitzschnell reagiert und sich den Notizblock des Hotels geschnappt und zu Schreiben begonnen. Drei Minuten später hatte er sein letztes Paar frischer Socken im Mund und das Dokument zur Unterschrift vorliegen. Sein erstes Kopfschütteln hatte sie dann umgehend mit zehn Gertenschlägen quittiert und auch seine zweite ablehnende Bekundung führte zu solchen Schlägen. Nur dass sich die Anzahl verdoppelt hatte und sie jetzt scheinbar mit voller Kraft zuschlug. Sie hatte Thomas dann eine Minute Pause gegönnt, vermutlich auch deswegen, weil ihm vor Schmerz die Augen tränten und er nichts sah. Eine weitere Verdoppelung hatte Thomas nun augenblicklich abgelehnt und den ihm dargereichten Kugelschreiber genommen. Über seiner Unterschrift stand nun der kleine Vertrag zwischen ihm und Eugénie, der sie um tausend Euro reicher machen würde, wenn er nicht bis zu seiner Ankunft zuhause alle halbe Stunde eine MMS mit einem Beweisfoto von sich an sie schicken würde. Ihr war es egal, wann er fuhr, aber bis dahin erwartete sie alle halbe Stunde eine MMS. Auf seine Frage, wann er dann schlafen solle, meinte sie nur, das sei ihr egal, aber sie würde seine Karte umgehend mit den tausend Euro belasten, wenn er nichts mehr von sich hören ließe.
Eugénie stellte es so dar, dass es beinahe positiv klang, da sie ihm ja schließlich vertrauen würde und ihm nicht, wie sie es hätte auch machen können, die Schlüssel per Post nach zu schicken. Fünf Minuten später war sie auch schon aus seinem Zimmer verschwunden gewesen, mit dem Vertrag natürlich, und vermutlich der Hoffnung, an diesem Abend tausend Euro leicht verdientes Geld erarbeitet zu haben.
Es war wieder soweit, ein kurzer Blick, zwei Fotos, eine MMS, die nächsten Bilder würde er nicht mehr im Zug machen können. Das brachte ihn wieder zu dem anderen Gedanken, der in seinem Kopf wirbelte. Er konnte unmöglich zu Fuß nach Hause gehen, da es schlicht zu weit war. S-Bahn schien ihm völlig abwegig, da die stets hell erleuchtet und nur ganz selten fast leer war. Blieb ihm nur das Taxi, aber wie. Der Taxistand war direkt vor dem Bahnhof, so dass ihn garantiert ein Dutzend Taxifahrer sehen würden, aber – das gefiel Thomas schon besser – er konnte genauso gut den Hinterausgang nehmen, wo gewöhnlich nur ein oder zwei Taxen warteten. Wenn er sich dann noch in einem Schwung, mit seinem Trolley auf die Rückbank setzen würde, würde der Taxifahrer so gut wie nichts mitbekommen. Er schaute auf seine Uhr, die Fahrt würde nur zehn Minuten dauern, mit Einsteigen, Bezahlen, Aussteigen vermutlich fünfzehn. Dies mussten dann genau die fünfzehn Minuten sein, die er zwischen zwei MMS Zeit hatte. Also am besten direkt nach der nächsten. Thomas Herz klopfte deutlich schneller, denn nach seinen Berechnungen musste er nun fast zwanzig Minuten Zeit am Bahnhof totschlagen. Andernfalls wäre er gezwungen unter Umständen im Taxi ein Bild zu machen, was sich von selbst verbot. Für den Weg brauchte er vielleicht sieben Minuten, zwei Minuten konnte er vielleicht noch im Zug vertrödeln, nein, diesen Gedanken verwarf er gleich wieder. Immerhin hatte der Zug aktuell fünf Minuten Verspätung, machten noch acht Minuten, die Thomas sich möglichst unauffällig irgendwo herumdrücken musste. Er konnte natürlich zum Hauptausgang gehen, in den Zeitschriftenladen, wo sich acht Minuten wie im Fluge vertrödeln ließen. Aber da ging er auch sonst hin, man kannte ihn vom Sehen, und so sollte es auch bleiben. Das Kiosk fiel genauso weg, die Toiletten sowieso, der Fotofix wäre gegangen, aber es war allgemein bekannt, dass er seit zwei Wochen defekt war. Thomas griff nach dem Zugplan in der Ablage vom Nachbarsitz und sah nach den Anschlusszügen. Es kam hin, auf dem benachbarten Gleis fuhr erst eine halbe Stunde später der erste Zug ab, er konnte sich also mehr oder minder unbeobachtet auf den Bahnsteig stellen oder vielmehr setzen. Thomas blieb beim Stehen, da dies flexiblere Ausweichmöglichkeiten bot und nicht selten Pfandjäger zu den Mülltonnen an den Sitzbänken kamen. Das Problem war also gelöst, jedenfalls wenn zur besagten Zeit am Hinterausgang mindestens ein Taxi stünde. Thomas ließ es darauf nicht ankommen und bestellte eins vor. Das nächste Problem war ihm auch schon bewusst, das Ziel. Gab er einerseits seine Adresse an, konnte der Taxifahrer, wenn er etwas merkte, ihn mit dieser Adresse in Verbindung bringen. Gab er die nächste Straße an, musste Thomas den Rest des Weges zu Fuß laufen. Er wägte ab und entschied sich für das übernächste Haus auf der anderen Straßenseite. Es hatte einen Torbogen, in den sich solange stellen konnte, bis das Taxi weg war und er musste dann nur noch über die Straße.
Der Schaffner kam auf seinem letzten Kontrollgang vorbei, wünschte noch einen angenehmen Tag und machte sich ins nächste Abteil auf. Jetzt galt es. Thomas war noch einmal voll am Anschlag, seine Sinne scharf wie nur selten zuvor und das rächte sich bitterlich auf dem kalten Bahnsteig, wo er die Kälte selbst da spürte, wo er sie noch nie gespürt hatte. Sein Blick haftete an der großen Uhr, ihm zog sich alles zusammen. Normalerweise wäre er auf- und abgelaufen, aber nicht in diesen Schuhen, nicht so. Zwei Bilder gemacht und gesimst, dann setzte er sich wie geplant in Bewegung, ignorierte so gut er konnte alle anderen Reisenden oder Bahnhofsmitarbeiter und ging zügig zum Hinterausgang. Seine Schritte hallten unangenehm in der Unterführung, aber das ließ sich nicht ändern, Thomas hoffte inständig, dass niemand auf die Idee kam, sie ihm zuzuordnen.
Der Taxifahrer stand parat und beschäftigte sich offensichtlich mit seiner Butterbrotdose, Thomas hatte wirklich Glück. Er stieg völlig unüblich auf der Fahrerseite hinten ein, seinen Trolley hatte er mit einem Schwung auf die Rückbank geschoben. Die Füße unter dem Fahrersitz vergraben, den Mantel glattgestrichen wünschte er einen guten Morgen und guten Appetit und griff nach dem Gurt, während er dem Fahrer die Adresse vom Haus gegenüber nannte. Als gewissenhafter Fahrer sagte er Thomas nach seinem Morgengruß, dass er vorbestellt sei und wurde sogleich von Thomas unterbrochen, der ihm seinen Namen wiederholte und bekräftigte, dass alles bester Ordnung sei.
So fuhr oder besser schlich der Fahrer dann zufrieden los und informierte Thomas unerwünscht über die Weltereignisse der letzten vierundzwanzig Stunden und seine ganz persönliche Meinung dazu. Thomas sah es positiv, da dies den Fahrer beschäftigte und ihn davon ablenkte, dass Thomas alle Nase lang auf die Uhr blickte. Aber das half ihm nichts, denn der Fahrer hatte irgendwie ein Gespür für rote Ampeln und so dauerte die Fahrt bereits die grob geschätzten fünfzehn Minuten. Als sie endlich vor dem Torbogen standen, hatte Thomas nur noch drei Minuten. Er gab reichlich Trinkgeld, wünschte einen schönen Morgen und schloss die hintere Tür so, dass sein Trolley vor ihm zum Stehen kam. Der Taxifahrer, der mitten auf der Wohnstraße gehalten hatte, steckte die beiden Scheine noch weg, fuhr dann aber zufrieden mit dem üppigen Trinkgeld davon. Thomas hatte inzwischen wichtig auf seinem Handy herumgedrückt, so dass er hinter seinem Trolley hatte stehenbleiben können. In Wahrheit hatte er die Kamera aktiviert und machte ohne Blitzlicht zwei Fotos von sich, die nicht übermäßig gut waren, aber man erkannte ihn und sie waren noch rechtzeitig, was die Hauptsache war. Die MMS schickte er bereits im Gehen und eine knappe Minute später war er endlich in seiner Wohnung. Hier machte er direkt zwei weitere Beweisfotos, die ihn zuhause angekommen zeigten und schickte sie Eugénie gleich hinterher. Thomas betrachtete sich – ohne Mantel und Jackett – noch einmal im Spiegel und fiel dann, so wie er war, todmüde ins Bett.
Als er gegen Mittag wieder wach wurde, hatte Eugénie ihm per SMS bereits geantwortet. Sie war sehr zufrieden mit ihm und betrachtete den Vertrag als erfüllt. Darunter war noch ein Link, den Thomas sogleich in seinen Rechner eintippte. Es war ein Direktlink auf den internen Bereich des Studios, wo er alle seine Fotos als Teaser für interessierte Kunden wiederfand, zusammen mit guten Wünschen und der Bitte um eine Wiederholung. Er wusste es vom Kopf nicht sofort, erst als er sich seiner Uniform und seines KGs entledigt hatte und wieder Bodenkontakt hatte, wusste Thomas, dass es nicht der letzte Kongress war, den er auf diese Weise besuchen würde.

Ende

MfG
Matt


Kommentare und Kritik (Lob/Tadel) erwünscht.

85. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 09.04.09 20:29

Fifty words XXX

Dreißig - Julias magische Zahl – sie war die letzte in ihrer Clique.
Das Gerät fiepte – endlich das gewünschte Ergebnis, ein Datum – sie weinte.
Als er es bemerkte, weinte auch er, dreißig Tage verschlossen
nun würden noch mindestens dreißig Wochen folgen.
Sie tippte den Geburtstermin in das Zeitschloß seines Keysafes – und verriegelte.

MfG
Matt


86. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 13.04.09 21:22

Fifty words XXXI

Langsam glitten ihre Hände über die Oberschenkel und schoben sanft den kurzen Rock hoch.
Vorbei an den Schenkelbändern entblößte sie mehr als er je geglaubt hatte, ihr Schritt wurde
feucht und er spürte ihre unbändig vibrierende Lust. Endlich küsste er ihre Lippen, während
sie – im Evakostüm – an seinem Bauchnabelpiercing knabberte.

MfG
Matt


87. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 13.04.09 21:40

Fifty words XXXII

Seine Augen hielten das Handspiegelbild für eine Fata Morgana. Umweltgeräusche – ihre Worte –
verschwanden unter dem Hämmern in seinen Ohren. Ein Jahr oder mehr, dunkel erinnerte er sich.
Sein KG, den er bereits solange trug, bedeutungslos. „Der Headgear wird irgendwann notwendig“ –
Worte seiner Kieferorthopädin. Jetzt lag er da und trug ihn.

MfG
Matt


88. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 13.04.09 21:59

Fifty words XXXIII

Seine stählerne Neuanschaffung trug er noch unsicher. Ein Diskoabend in einer von heißen Rhythmen
durchzuckten, anonymen Menschenmenge sollte das ändern. Der zweite Whiskey gab ihm bereits
Entspannung – bis sie anfingen. Eine bezaubernde Sie war ihm im Thekengewühl hautnah
entgegengekommen, nun griffen nach und nach alle ihre Freundinnen zu – wissend lächelnd.

MfG
Matt


89. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 13.04.09 22:18

Fifty words XXXIV

Die Mitvierzigerin – angekettete Lesebrille, strenger Haarknoten – lächelte ihn an. ´Il Decamerone´
- Turiner Ausgabe, sie müsste nachsehen. Die Antiquariatswandleiter glitt nach links und sie hinauf zur
Decke. Sein Blick verfing sich in der Schrittkette unter ihrem Rock – in Gedanken las ihm das Fräulein
das Buch bereits fast nackt am Kamin vor.

MfG
Matt


90. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von whipped scream am 14.04.09 04:30

Zitat
Der Kongress

[tolle Geschichte gesnipt]

Kommentare und Kritik (Lob/Tadel) erwünscht.



Bin sonst ein Kritikaster, aber hier habe ich keine Chance. Gefällt mir irre gut. Schöner, knapper, packender Stil, gut geschrieben, keine Fehler, alles realistisch nachvollziehbar. Aber Amateur (nicht gegen die Liebe gemeint, sondern als Gegensatz zum Profi) bist Du sicher keiner.

Danke für die schöne Geschichte.


whipped scream
91. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von bluevelvet am 14.04.09 06:36

> in Gedanken las ihm das Fräulein
das Buch bereits fast nackt am Kamin vor.

Tja, wer hat die eine oder andere (Buch-) oder sonstige Verkäuferin nicht schon in Gedanken entkleidet, vernascht, verBDSMt etc.?

Wirklich schöne Stories.

VG Blue

92. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.04.09 23:49

Diler - Die Kolonne

Dieter verglich den Ausdruck mit dem Türschild, hier war er richtig. Nein, er war hier nicht richtig, denn das war nicht sein Leben, konnte es nicht sein. Er war einmal Bauleiter gewesen – Bilderfetzen jagten durch sein Hirn – er hatte ein Stadtrandhaus gehabt, eine Frau, eine schwangere Frau, eine Frau, die zusammen mit ihrem Kind, die Fehlgeburt nicht überlebt hatte. Sonderurlaub, Alkohol, Resturlaub, Einlieferung, Kündigung, Zwangsversteigerung, Nordstadt, Sozialwohnung, Billigfusel, Ausnüchterungszelle, Notaufnahme, Ausnüchterungszelle, Therapieplatz, stabilisiert, nicht geheilt, Hartz IV, Zettel in der Hand. Seine Fallbetreuerin, Frau Becker, hatte ihn ihm vor einer knappen Stunde in die Hand gedrückt. Hier sollte er sich melden, Gebäudereinigung Steiner, er öffnete die Tür. Im zweiten Stock musste er klingeln, der Chef öffnete selbst, drei Zimmer Büro, der Charme der 80er aber blitzsauber.
“Guten Tag, mein Name ist …“
Dieter nuschelte ihn verlegen, er fand die Situation zutiefst schockierend.
“… Frau Becker hat mich gebeten, mich bei Ihnen zu melden, es …“
“Ah, Frau Becker, tüchtige Frau, ich habe schon viele tüchtige Leute von ihr bekommen, allerdings alles Frauen, das sollte sie auch wissen, komisch, dass sie Sie hier hergeschickt hat.“
“… nein Frau Becker sagte klipp und klar, Firma Steiner, Gebäudereinigung. Warten Sie, ich habe hier ihren Ausdruck. Sie hat sogar noch etwas für Sie handschriftlich hinzugefügt.“
“Lassen Sie mal sehen.“
Herr Steiner nahm den Ausdruck und las die kurze Mitteilung durch, es war ein persönlicher Dank für die Lösung im Fall Zimmermann, er möge bitte genauso verfahren. Grübelnd blickte Herr Steiner auf, er konnte die beiden nicht unter einen Hut bringen. Sicher, die Zimmermann arbeitete inzwischen seit sieben Monaten bei ihm, auf Empfehlung von Gülbahar, aber das war etwas ganz anderes. Gülbahar arbeitete seit seiner Firmengründung bei ihm, sie war seine beste Kolonnenführerin, zuständig für die großen Objekte, für neue Kunden, Spezialaufträge. Wenn Gülbahar eine Frau mitbrachte, dann hatte er sie noch immer eingestellt. Gülbahar wusste schließlich genau, wann und wie viel Bedarf er hatte. Er gab Dieter den Zettel zurück.
“Tut mir leid, aber ich kann Ihnen beim besten Willen keine Stelle geben, wie gesagt, ich beschäftige nur Frauen, natürlich inoffiziell. Wenn sie mir jetzt aber mit dem AGG oder so kommen und mich verklagen wollen, dann sag ich Ihnen gleich, dann kriegen Sie mehr Ärger als Ihnen lieb ist. Ich musste im Hof schon einen kompletten Sozialraum für meine Frauen einrichten – wissen Sie, was der mich gekostet hat – und wenn ich Sie nähme, wissen Sie was ich dann machen könnte, wissen Sie es – ich könnte die eine Mauer gleich wieder einreißen und wegen Ihnen, wegen einem Mann, könnte ich ein zweites Klo dran bauen. Wissen Sie, was mich das kosten würde, also, tut mir leid für Sie, wenn Sie Frau Becker in die Irre geführt hat, aber melden Sie sich woanders. Ich wünsche Ihnen trotzdem viel Glück. Auf Wiedersehen.“
“Auf Wiedersehen.“
Dieters Mundwinkel hatten sich im Laufe der Ansprache merkelesk nach unten verzogen. Seine Stimmung war auf Permafrostniveau, was ihn blitzartig an ein Bauprojekt in Archangelsk erinnerte, wo er vor langer Zeit einmal einen größeren Pfahlbau betreut hatte. Nicht einmal zum Putzen war er zu gebrauchen – Frauenarbeit – Dreck wegmachen, kein Job frei, kein Job für ihn frei. Er trottete nach draußen, die Treppe hinab und durch die Haustür hinaus in das strahlende Elend. Sie, Frau Becker, würde seinen Fall nun sicherlich aufgeben, seine Leistungen streichen, ihn sprichwörtlich vor die Tür setzen, Endstation Berber. Wie oft hatte er sie zuletzt gesehen, war ihnen auf ihrem Weg zu den Nachtquartieren begegnet. Theo, der mit dem Zottelbart, hatte seinen Stammplatz zwischen den Brückenlagern. Dort war es nicht zugig, aber tagsüber laut. Theo störte das aber nie, denn wenn er nicht gerade eine Pechsträhne hatte, konnte er seinen Pegel immer schön halten. Vielleicht lag das auch daran, dass er so kauzig aussah. Ein Penner, ja, eine bemitleidenswerte Kreatur, sicher, aber irgendwie auch nicht abschreckend, fast schon sympathisch. Ein kleiner alter Mann, gebeugt, grau, runzelig aber mit freundlichen, strahlenden Augen, einem heiteren Gesicht. Einer, der nüchtern, in einem gewaschenen Anzug, nach einem Bad und einer Rasur, als Opa auf jeder Familienfeier ein willkommener Gast gewesen wäre. Nur dass Theo, wie er selbst, keine Familie mehr hatte. Das Karussell des Lebens hatte auch ihn vor langer, langer Zeit aus der Bahn geworfen. Das Karussell des Lebens, seine Fahrt war auch hier vorbei, er ließ die Fahrkarte einfach fallen, eine neue würde Frau Becker nicht mehr ausstellen, Endstation. Hätte er einen Flachmann zur Hand gehabt, Dieter hätte keine Sekunde gezögert, ihn sich an den Hals zu setzen und ihn herunter zu stürzen. In Doppelkorn ertrinken, das wäre es gewesen, ein Meer von Doppelkorn, zur Not tat es sicherlich auch der Fluss, aber nicht nüchtern, nüchtern auf keinen Fall.
“Heh, Sie, hallo, Sie, heben Sie das auf! Hallo, Sie da, haben Sie keine Ohren, hallo, heben Sie das auf! Was glauben Sie, wo Sie hier sind.“
Verschwommen drangen die Rufe in sein Bewusstsein, sie waren nicht aufgeregt, hysterisch, sondern bestimmt und gebietend, und sie kamen näher. Dann stand sie ihm direkt im Blickfeld, ein ovales Gesicht, eingerahmt in einem vorne blaugetupften Schal, der hinten mit hellbraunen Tropfen bedruckt war. Ihre Augenbrauen waren nah an denen eines Theo Waigel und über ihren Lippen – ihre Lippen waren die Quelle der harschen Worte, die ihn jetzt direkter erreichten.
“Hier, das gehört Ihnen, da hinten ist eine Mülltonne, dann können Sie das reinwerfen.“
“Ja, und mich gleich dazu. Seien sie glücklich, dass Sie anderer Leute Müll wegmachen dürfen.“
“Ist Ihnen nicht gut?“
“Nein, nicht mal als Putze kann ich arbeiten, als Putze, als Putze, Müll wegmachen. Einfach nur Müll.“
“Hat sie der Chef rausgeschmissen?“
“Wie hätte er, er hat mich ja nicht mal eingestellt, als Putze. Ich muss weg.“
“Hier ihr Zettel!“
“Kann weg. Wertlos. Nur auf Empfehlung von Gül... Gül…irgendwas. Ein Putzjob auf Empfehlung, ohne, keine Chance, ein Putzjob, auf Empfehlung, ich habe Industrieanlagen gebaut, auf Empfehlung, ja schicken sie bitte ihn, wir kennen sein Projekt in Calais, ist noch in Istanbul, das ist schlecht, nun gut wir können vier Wochen schieben. Auf Empfehlung, damals habe ich empfohlen, der Henninger ist zu Bilfinger und Berger, durch mich, nur durch mich. Empfehlung als Putze, da kann ich mir gleich den Strick nehmen.“
“Ich bin Gülbahar.“
“Wer? Gülba …“
“Gül-ba-har. Ich kann meinem Chef Empfehlungen geben, ich, eine Putze.“
“Ich bin ein Mann, ihr Chef nimmt keine Männer.“
“Mein Chef nimmt alle, die von mir empfohlen wurden.“
“Aber keine Männer.“
“Der Chef weiß nicht alles.“
“Was soll das heißen?“
“Das heißt, der Chef weiß nicht alles. Und nun komm, wir trinken einen Tee.“
Was schadete es, Dieter hatte Durst, nicht unbedingt auf Tee, aber das war noch besser als jetzt allein durch die Straßen in seine triste Behausung zu wandern, falls er da überhaupt angekommen wäre. Gülbahar servierte ihm einen türkischen Tee mit abartig viel Zucker und nahm dabei die Gelegenheit war, den Zettel, den sie die ganze Zeit gehalten hatte, zu lesen.
“Eine kluge Frau. Eine sehr nette, kluge Frau.“
Dieter konnte ihr nicht ganz folgen.
“Erzähl mir Deine Geschichte, erzähl mir von Istanbul.“
Dieter, dem so gar nicht nach Erzählen zumute war, begann stockend, begann ganz am Anfang, als er gerade sein Diplom machte und täglich am Bahnhof, an Theos Bahnhof, vorbeikam. Er erzählte von seiner ersten Stelle, seiner Frau, der Heirat, dem Projekt in Istanbul, dem gemeinsamen Urlaub dort, von ihr, von allem. Gülbahar schenkte ihm immer wieder Tee nach, die Kanne füllte sich wie von selbst, aber es lag wohl eher daran, dass er nicht mitbekam, wie sie sie nachfüllte. Als er sie wieder im Hier und Jetzt anblickte, musste er dringend und draußen war bereits ein später, dunkler Sommerabend.
“Ich verstehe Dich jetzt, aber nur Du kannst entscheiden. Willst Du eine Putze sein oder sterben?“
Dieter schluckte, sie hatte es auf den Punkt gebracht. Das war die Wahl, die ihm noch geblieben war.
“Putze.“
“Lüg mich nicht an, wenn ich Dir helfe, dann nur, wenn Du es wirklich willst. Wenn ich Dir helfe, dann wirst Du eine Putze sein, kein Herr von und zu Bauwerkeplaner, dann bist Du nur eine Putze, wie die Zimmermann, und dann bleibst Du, ein Jahr oder zwei. Kein ‚Aber‘, bis ich sage, Du bist keine Putze mehr, dann kannst Du wieder Häuser planen. Häuser planen, die kein Mensch vernünftig putzen kann, aber wenn Du dann das machst, dann Gnade Dir der Allmächtige.“
Er blickte sie an, dieses energische Kopftuchwesen, was wusste sie schon von einem Jahr oder zweien, selbst der morgige Tag schien für Dieter ferne Fiktion. Andererseits könnte er sich auch, nachdem er den ganzen süßlichen Tee endlich entleert hätte, so zuschütten, dass er den morgigen Tag gar nicht mehr erleben bräuchte. Aber das ängstigte ihn noch mehr, zumal die Erinnerung an die schönen Zeiten durch die Erzählungen jetzt geradezu leb- und leibhaftig in seinem Kopf taumelte.
“Putze.“
Gülbahar nickte zufrieden.
“Ich wusste es. Für Dich ist es noch nicht zu spät. Kluge Frau, kluge Frau, die vom Amt. Du gehst jetzt nach Hause und wehe Du trinkst auch nur einen Schluck. Morgen sag ich dem Chef, dass ich eine neue hab, eine, die ab übermorgen mitkommen kann. Chef wird keine Einwände machen.
“Eineeee …?“
“Eineeee Putze. Du wirst eineeee Putze. Du kommst morgen Nachmittag hierher, pünktlich vier Uhr, bis dahin hab ich mit dem Chef alles klar gemacht, dann kommst Du zu mir, ich zeige Dir alles und wir fahren übermorgen früh zusammen zur Arbeit.“
“Zu Dir? Zusammen?“
“Keine Angst, Mann tot, seit sieben Jahren. Niemand wird merken.“
“Aber …“
“Nein, wir fangen sehr früh an, und erster Tag ist der wichtigste. Wenn Du auffällst, ist es auch letzter Tag. Aber das wird nicht passieren, glaub mir.“
“Ok.“
“Wann treffen wir uns?“
“Um vier.“
“Wo?“
“Hier.“
“Gut, und nun geh.“
Dieter nahm seine Jacke, die er im Laufe der Zeit den Rücken hatte runterrutschen lassen und ging in die beginnende Nacht hinein. Es war merklich kühl geworden und ihm war schlecht. Drei Häuser weit kam er, blickte sich um, und erleichterte sich um vermutlich zwanzig Tassen Tee. Sein Insulinspiegel durchschlug vermutlich gerade jede Skala, aber das ersparte ihm wenigstens das Abendessen. Zuhause angekommen warf er dennoch routinemäßig einen Blick in den fast leeren Kühlschrank. Das letzte Drittel eines Sixpacks lauerte dort, aber er war für diesen Abend bedient. Kurz vor seiner Haustür hatte er erneut einen Lattenzaun befeuchten müssen und er fühlte, dass sich in seinem Inneren immer noch Teeabbauprodukte tummelten. So ließ er vom Kühlschrank ab und schlief auf dem Sofa bis in den Nachmittag des folgenden Tags hinein. Irgendetwas hatte ihn geweckt und er hätte ihm dankbar sein müssen, denn so bestätigte ihm ein Blick auf die Uhr, dass er es noch rechtzeitig zu Gülba…dings, zu Gülbahar schaffen würde. Als er das Haus verließ, hatte er etwas alltäglichere, immerhin saubere Sachen, an, da er schließlich putzen würde und nicht zum Amt müsste. An eine Zahnbürste und einen Kamm hatte er auch gedacht, da er schließlich bei bei Gülba…har, er konnte sich diesen Namen einfach nicht merken, über Nacht bleiben würde. Eine weitere Nacht auf einem Sofa, oder vielleicht nur in einem Sessel, eine kurze Nacht, bis drei. Um halb vier würden sie am Firmentor in den Bulli steigen und ab vier das Objekt putzen, bis sieben. Dann würden sie zu einem anderen fahren und dort bis um zwei putzen. Ein großes Kino, das nachmittags wieder aufmacht. Manche aus der Firma würden da auch abends zwischen den Vorstellungen den Müll entsorgen, aber richtig geputzt würde morgens und mittags.
Dieter war überpünktlich und stand verloren hinter der Litfasssäule auf der gegenüberliegenden Straßenseite, genau da, wo er laut Gül-ba-har stehen sollte. Ein Bulli fuhr gerade weg und etliche Frauen wurden von Männern oder angehenden Männern mit soeben erworbenem Führerschein in alten, aber dicken Mercedes abgeholt. Einige Frauen machten sich zu Fuß vom Hof auf, nur eine stieg in einen alten Fiesta und fuhr selbst davon. Gül-ba-har, so langsam hatte er den Namen flüssig drauf, Gülbahar stand nun als letzte am Tor und schaute sich um bzw. schaute direkt in seine Richtung. Dieter trat zur Seite und zeigte sich ihr, sie nickte. Er schritt seitlich zwischen den eng geparkten Autos hervor auf die Straße und ging schräg darüber, um sie, die bereits den Gehweg entlang schritt, abzupassen.
“Guten Tag, Gülbahar.“
„Merhaba.“
“Oh, Entschuldigung.“
“Nein, Gülbahar war ganz richtig. ‚Merhaba‘ heißt ‚Hallo‘. Du wirst noch einige Vokabeln lernen müssen.“
“Vokabeln lernen?“
“Ja, damit Du die anderen verstehst und damit Du nicht auffällst.“
“Es hat also geklappt?“
“Natürlich, ab morgen wirst Du als Diler bei mir in der Kolonne arbeiten.“
“Dieter, ich heiße Dieter.“
“Nein, heißt Du nicht. Ab jetzt heißt Du Diler, bist meine Schwägerin und wohnst bei mir.“
“Dillller?“
“Diiii-ler.“
“Wieso Schwägerin, Du meinst Schwager.“
“Wir sind da.“
Gülbahar wohnt nur drei Straßen entfernt, öffnete die Tür des Achtparteienhauses und ging die Treppe bis zur Wohnungstür voran.
“Schuhe aus.“
Dieter gehorchte und trat durch die offene Tür auf den dicken Teppichboden. Gülbahar nahm seine Schuhe und stellte sie auf einen blauen Sack neben der Tür.
“Ich habe gestern Abend noch jemanden angerufen, sie müsste jeden Moment hier sein.“
Der Moment zog sich etwas hin und in der Zwischenzeit gab es wieder Tee. Als es endlich an der Wohnungstür klingelte, nahm Gülbahar nach einem kurzen Wortwechsel in Türkisch ein Paket entgegen und verabschiedete die Botin. Sie brachte es ins Wohnzimmer und stellte es auf den Boden.
“Ich habe Dir Kleidung besorgt, Diler. Sie wird Dir passen, ich habe meinem Mann und den Kindern immer Kleidung gekauft und sie hat immer gepasst. Welche Schuhgröße hast Du?“
“43“
“Wusste ich doch, die Schuhe sind in 44 aber die sind immer so schmal, die muss man eine Nummer größer nehmen.“
“Und jetzt?“
“Jetzt zieh sie an, damit wir sehen, ob sie passt und wie Du darin aussiehst. Ich hole noch etwas, Diler.“
Dieter konnte sich an den Namen einfach nicht gewöhnen, vorsichtig machte er den Karton auf. Eine Art Gürtel mit Ketten kam zum Vorschein, vermutlich zum Einhängen der Putzsachen. Die Arbeitssachen waren in Folie und originalverpackt, die Schuhe nicht. Es waren schwarze Clogs mit Fersenriemen, nicht das billigste Modell, das er schon im Discounter gesehen hatte, aber auch nicht viel hübscher und ganz unten ein Seidenschal und vermutlich etwas für Gülbahar. Als er alles draußen hatte und wieder zur Tür blickte stand sie dort bereits mit einem Lächeln und einer stabilen Gerte, eher einer Knute in der Hand.
“Diler, ich hatte doch eben gesagt ‚Anziehen‘, also los, steh nicht so rum.“
Dieter riss die Folie des größten Pakets ab und entfaltete den Inhalt. Es entpuppte sich als Schürzenkleid.
“Die haben das Falsche eingepackt, das hier ist ein Frauenkleid.“
“Ich weiß, Diler. Und jetzt zieh es an, immerhin bist Du meine Schwägerin.“
“Ich soll das anziehen?“
“Ja.“
“Und dann?“
“Dann wirst Du darin morgen putzen. Wie wir alle. Jede in der Firma trägt so ein Kleid, Diler.“
“Ich kann nicht.“
“Du kannst. Sofort. Zieh Dich aus, ganz.“
Ihr Ton war wieder so, wie er ihn das erste Mal von ihr gehört hatte, bestimmend. Ebenso bestimmend lag jetzt die Knute mit ihrem oberen Ende in ihre linken Handfläche, während er von ihrer rechten Hand so fest gehalten wurde, dass er ihre weißen Knöchel sehen konnte. Er fügte sich und entblößte sich bis auf die Unterhose, die nach einigen Blickwechseln dann auch fiel.
“Zuerst das hier, Diler.“
Ihr Knüppel wies auf den Putzgürtel . Dieter verstand die Welt nicht mehr und drehte und wendete das Metallding hin und her, bis er kreidebleich den eigentlichen Zweck ausmachte. Flehend sah er sie an, aber sie lächelte nur.
„Erstens bis Du meine Schwägerin, also kannst Du nicht aufs Herrenklo gehen und zweitens verbietet es mir mein Glaube, mit einem fremden Mann die Wohnung zu teilen, es sei denn, er ist ein Eunuch oder halt das da, Diler.“
Dieter verstand, jedenfalls tat er so im Anblick der Knute. Immerhin war er mehr beschämt und verängstigt als erregt und so bereitete ihm das Anlegen keine Probleme. Die Schlüssel nahm Gülbahar gleich an sich und gab ihm daraufhin noch zwei weitere Stahlringe in die Hand, die umgehend seine Oberschenkel zierten. Verbunden durch eine kurze Kette, war nun an eine Hose nicht mehr zu denken. Nun stellte sich auch heraus, dass das ganze Paket ausschließlich für ihn gedacht war und als sich anschickte, das Kopftuch zu entfalten, hielt ihm Gülbahar einen weiteren Ring hin.
“Das hier ist ein Halsring mit Deinem neuen Namen ´Diler´, Du wirst ihn erst, wie alles andere, dann wieder ablegen, wenn ich es Dir gestatte. Wenn Du Dich anständig benimmst, so wird er Dich zieren, wenn nicht, werde ich Dich daran anketten, wie einen dahergelaufenen Hund.“
“Aber …“
Nun spürte er zum ersten Mal die Knute, sein Oberschenkel brannte und er sank auf die Armlehne des Sessels hinter ihm. Gülbahar verließ das Wohnzimmer und kam mit einer Kette wieder.
“Knie Dich hin.“
Sie legte ihm den Halsring um, der hinten zuschnappte, dann kettete sie eine bestimmt zwei Meter lange, schwere Kette an den Ring, die in Kringeln vor im lag.
“Steh auf.“
Er fühlte nun fast das ganze Gewicht der Kette und musste seinen Nacken anspannen, um es auszugleichen. Sie fasste die Kette und führte ihn an das Wohnzimmerfenster zum Hinterhof.
“Ich werde jetzt Deine alten Sachen wegschmeißen, Diler. Dort unten in den großen Container, der immer abgeschlossen ist. Wenn ich zurückkomme, und Du bist nicht mehr da, dann ist das Schicksal.
Und wenn ich dann in der Zeitung lese, dass sie Dich aus dem Fluss gefischt haben, dann musste es sein. Aber wenn nicht, dann Gnade Dir, wenn ich Dich finde. Wenn ich jetzt da runter gehe und Deine Sachen wegschmeiße, und Du bist noch da, wenn ich wiederkomme, dann ist das auch Schicksal. Aber wenn ich dann von Dir noch ein einziges Mal ´Aber´ höre, dann werde ich Dir hiermit solange Deine Schlechtigkeit heraus prügeln, bis Du wünscht, Du wärst gesprungen, Diler.“

Gülbahar raffte seine Sachen, leerte sie sorgfältig und steckte sie in den großen Sack im Flur, auf dem schon seine Schuhe standen. Sie blickte am Container nicht hoch, als sie ihn aufschloss, sie war sich in diesem Moment einfach nicht mehr sicher, ob sie ihn nicht zu hart angefasst hatte. Hatte sie es übertrieben, hatte sie ihn zu weit getrieben, hatte sie eine andere Wahl gehabt. Sie hatte es ihm alles erklärt, sie hatte sich wieder darauf eingelassen, sie hatte ein zu weiches Herz. Die Zimmermann, die hatte sie auch so behandelt, nein, ungeschickter. Damals hatte sie nicht alles so schnell organisieren können, hatte eine Woche gebraucht, bis sie aus dem SM-Studio einen KG für ihn besorgen konnte. Hatte ihn dann sechs Wochen bei sich, bis sie ihn als Putze allein in die seine Wohnung gehen lassen konnte. Inzwischen war die Zimmermann ganz und gar eine von ihnen, auch nach der Arbeit. Sie hatte sie neulich abends gesehen, aber bei Diler war sie sich nun nicht so sicher, allen Worten zum Trotz. Außerdem würde Diler, labil wie sie war, nun tagtäglich mit jemandem zusammenarbeiten, der vor kurzem noch genauso labil war. Andererseits würden die anderen Frauen jetzt weniger Schwierigkeiten machen, da sie noch jemanden hatten, der für sie die schweren Arbeiten machen konnte. Diler würde in den ersten Wochen ab sofort die Bohnermaschinen rauf- und runtertragen, eine erhebliche Erleichterung, auch für ihre andere, die Zimmermann. Gülbahar schloss den Container und ihre Gedanken ab, sie würde sehen, ob Diler ein Teil der Kolonne würde oder bereits wie ein Windhauch verschwunden war.


MfG
Matt


Kritik, Anregungen, (Fortsetzungs-)Wünsche erbeten.


93. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Zauberdrachen am 15.04.09 09:11

Mann-O-Mann, MattBeam, jetzt hast du mich soweite, dass ich jede ´Putze´ sehr genau betrachten werde. Tolle Story, viel Stoff zum Grübeln, weil gar nicht so unrealistisch. Glückwunsch zu dieser Idee

LG Zauberdrachen
94. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 15.04.09 23:29

Die Kur

Lutz fühlte sich zugleich albern und geil. Drei Wochen grenzenlose Lust in seinem KG, das hatte er noch nie gehabt. Zum einen hatte er den KG erst seit einem halben Jahr, zum anderen hatte er ihn dann höchstens einmal über Nacht tragen können. Entweder war sie dann mit Bekannten weg gewesen oder er hatte geschäftlich auswärts schlafen müssen. Die Zeit war nun vorbei, sein Navi sagte ihm, dass es weniger als eine halbe Stunde sein würde und das Autobahnschild sagte ihm, dass es nur noch tausend Meter sein würden. Ein lustvolles Stöhnen und Lutz setzte den Blinker. Es war eine kleine Rastanlage, keine Gastronomie aber dafür ein großes Klohäuschen. Schlüssel und Jutetasche hatte er zur Hand, ein Druck auf die Fernbedienung, immerhin nichts los. Der LKW hatte zugezogene Gardinen und die Familie mit den gelben Kennzeichen setzte das Wagengespann gerade in Bewegung. Mein Gott, was würde er gleich von sich geben, er fühlte sich bis unter das Kinn geladen. Er hatte es tatsächlich eisern durchgehalten, kein einziger Aufschluss, kein Eincremen, nur täglich zweimal duschen und wenn ihm danach war, ein Entspannungsbad. Den Jutesack würde er dann hinter dem Reserverad verstauen, wie er es sonst tat, aber eins nach dem anderen. Seine Gedanken sprangen, hoffentlich hatte Eva die Kur gut überstanden. Sie war in letzter Zeit so abweisend gewesen, hatte auf alles verzichtet, weil sie es doch nicht genießen konnte. Wenn sie nun bloß nicht mehr so zerbrechlich war, ja dann wäre die Kur ein voller Erfolg. Insgeheim freute er sich schon darauf, hoffte, dass er sie mal wieder richtig – aber so ging das natürlich nicht. Lutz zweifelte, ob er sich nicht besser setzen sollte, aber der Anblick widerte ihn an. Einen Klodeckel gab es nicht, er würde besser stehen bleiben, nein, anders herum, ja so passte es. Langsam führte er den Schlüssel in das Bügelschloss, es hakte, er versuchte es nochmal, jetzt ging es besser. Er drückte den winzigen Schlüssel mit Daumen und Zeigefinger nach oben, so dass er das Weiße unter den Fingernägeln sehen konnte. Es passierte nichts, Lutz´ Herz beschleunigte sich. Er zog den Schlüssel heraus, jetzt hakte er auch schon dabei. Wieder und wieder versuchte er es, so langsam machte sich Verzweiflung breit. Lutz nahm den Schlüssel und hielt ihn hoch, so dass er ihn durch das Deckenlicht genau sehen konnte, rötlich, braunrötlich, die Spitze und feucht. Er tastete die Spitze ab, an seinen Händen blieb die braunrote Flüssigkeit haften und färbte sie stark. Er kannte diese Farbe, er war ein Idiot, ein hirnverbrannter Idiot, verzweifelt steckte er den nun sauberen, trockenen Schlüssel erneut in das Schloss. Er rührte sich keinen Millimeter weiter, das Schaumbad. Die Schaumbäder, entspannend und entfettend, Edelstahl, der Gürtel, ja, das Bügelschloß, nein, vier Euro aus dem Baumarkt, made in Billiglohnland, wo keinen interessiert, ob funktioniert oder man Bolzenschneider nimmt. In seinem Kopf konnte er die Mechanik im Inneren sehen, wie sich die Oxidschichten um all die kleinen, wichtigen Winzigkeiten ausgebreitet hatten. Kleine schmierige, glitschige Polster, die sich zusammenschoben und so fest wurden, dass sie einem Schlüssel wiederstanden, der sie bewegen sollte. Ihm half nun auch kein Bolzenschneider, er brauchte eine Bügelsäge oder eine Flex. Und er brauchte Zeit, die Tür rappelte, Zeit um – er blickte auf die Uhr – um noch vorher, die Tür rappelte wieder, er zog sich hastig an. Die Frau schaute ihn gestresst an und schon ihren quengelnden Racker eiligst in die Kabine, als er diese irritiert verließ. Sein Navi kündete ihm bereits von einer geplanten Ankunftszeit nach dem mit Eva abgesprochenen Termin, sein Navi lag falsch, er trat einfach drauf.
In seinem Kopf rasten die Gedanken, es war noch nicht alles verloren, er würde sie ja nur abholen, vielleicht ein Kaffee vor der Abfahrt. Dann die Rückfahrt, ein wenig Palaver im Haus, er würde sich für zwanzig Minuten verabschieden, oder besser sie würde sich Zeit erbitten. Bestimmt, sie würde ganz sicher ihre Kleider sofort auspacken wollen, damit sie nicht unnötig verknittern. Am schnellsten und leisesten war sicher die Bohrmaschine, einfach den Zylinder ausbohren, wie im Fernsehen die Türdienste. Fünf Minuten, die Reste dann einfach in die Ecke und das Problem war halt auf eine andere Weise gelöst, Lutz war mit seinem Plan B zufrieden.
Der Kies spritze ein wenig, es war eine exklusive Kurklinik, die Rezeptionsdame nannte ihm zuvorkommend die Zimmernummer und Eva strahlte nur so vor Zufriedenheit. Er ließ sich anschauen, ja dünner war er geworden, das war er tatsächlich, dank KG, und so erschlagen wie immer, er würde auch eine Kur gebrauchen können. Ach es sei herrlich gewesen, drei Wochen nur für sich und Energie tanken, sie würde sich schon so – ihre Hände lagen nun auf seiner Hüfte. Eva hatte sie da wohlwissend platziert, um ihren Worten, Wünschen Nachdruck zu geben, aber was sie fühlte war ihr fremd. Nun kam Lutz um eine Erklärung nicht mehr herum, ihre Hände waren schneller als seine Worte und noch bevor er alles heraus gestammelt hatte, hatte sie seine Hose schon auf Kniehöhe. Eva schien nicht im geringsten entsetzt zu sein, nur als die Zeit, die er das schon so machen würde, zur Sprache kam, schien sie gekränkt. Aber nur kurz, wie er fälschlicherweise in dem Moment glaubte, denn ihr Pragmatismus kam zum Vorschein. Eva ließ sich von ihm die Schlüssel geben und prockelte, nachdem er sich auf das Bett gelegt hatte, selbst an dem vermaledeiten Schloss herum. Lutz gab ihr keine Chance, aber er kannte nicht die Wässerchen, die Eva in petto hatte. Ihr Schminkkoffer stand neben all dem anderen Gepäck auf dem Boden, sie hob ihn auf und kramte, bis sie den Inhalt eines Fläschchens langsam über den Schlüssel tröpfelte. Danach prockelte sie weiter und beim dritten Versuch, sie hatte zwischenzeitlich vergeblich versucht, den Fläschcheninhalt direkt in das Schloss zu kippen, steckte der Schlüssel schon mal ganz drin. Nach zwei weiteren Benetzungen konnte sie den Schlüssel soweit drehen, dass das Schloss sich wiederwillig aufziehen ließ. Lutz war nun zu Bruchteilen eines Prozents erleichtert, wenigstens konnte er auf der Rückfahrt. Eva gebot ihm so liegen zu bleiben, überlegte es sich dann anders und blieb einfach auf ihm sitzen, wie sie es zur Öffnung getan hatte. Die Minuten verstrichen und auf dem Bettbezug türmten sich zerknüllte, stark ätzend riechende Kleenex, die abnehmend weniger rostrote Anhaftungen hatten. In den Händen von Eva hatte sich auf das kleine Bügelschloss wieder zu einem fast fabrikneuen Exemplar gemausert, dass sie nun exakt wieder dort platzierte, wo sie es eben noch mühsam aufgemacht hatte. Ihrer Meinung nach würde das nun so halten, bis sie ein neues Schloss besorgt haben würde, ein gutes, wetterfestes aus dem Fachmarkt, besser noch ein seefestes aus dem Bootszubehörmarkt im Nachbarort, Geld würde ja keine Rolle spielen, wenn es denn nur funktionieren würde. Lutz traute seinen Ohren nicht, so sprach sie sonst nur von Once-in-your-Lifetime-Anschaffungen, wie den Gartenmöbeln von vor fünfzehn Jahren, die sie satte sechstausend Mark gekostet hatten, ihm wurde flau im Magen.
Die Dame an der Rezeption verabschiedete sie noch freundlicher, als bei seiner Ankunft die Begrüßung ausgefallen war und dachte sich insgeheim, dass der Mann besser früher als später durch einen eigenen Aufenthalt zu ihrer Arbeitsplatzsicherung betragen sollte. Während der Rückfahrt konnte Eva dann, abgesehen davon, dass sie parallel pausenlos redete, kaum ihre Finger von seinem Taillengurt lassen. Seine weitere Planung bei ihrer Ankunft entpuppte sich erstens als hinfällig und zweitens als völlig verkehrt. Kaum hatte er den letzten Koffer im Schlafzimmer verstaut, lag er bereits zum zweiten Mal unter ihr auf einem Bett. Sie hatte sich bereits im Bad völlig entkleidet und vermutlich auch enthemmt, denn keine zwei Minuten später war auch er völlig nackt. Natürlich mit Ausnahme seines KGs, den sie nun noch einmal ausgiebig inspizierte, wobei sie stets eine Hand zu ihrer eigenen Erbauung nutze. Eva war scharf wie zuletzt, es muss in den frühen Neunzigern gewesen sein, aber es war ihr in diesem Moment egal. Vorsichtig steckte sie den vorhin behandelten Schlüssel wieder in das Schlüsselloch und das Bügelschloss sprang auf wie eine Überraschungskiste. Lutz half bei der Entsorgung des sperrigen Etwas gerne mit und beließ es dabei zu fühlen, was sich da in diesem Moment entfaltete. Eva schaute lieber genau hin, alles war prall, rot, hart, die göttlichen Hüter des Jungbrunnens mussten sie erhört haben. All die Jahre hatte sie sich so etwas gewünscht, sie presste mit Daumen und Zeigefinger das pralle Etwas zusammen, es war unnachgiebig. Minuten vergingen in purer Verzauberung, Minuten, die vor Monaten bereits schon nicht mal mehr der Anfang vom Ende sondern das Ende vom Ende gewesen wären. Endlich erhob sie sich und teste die Pracht ganz aus. Leichter Schritt, in den leichten Trab wechselnd, in Gedanken passierte die das Tor des Gestüts ihrer Jugend. Vor ihrem inneren Auge schwenkte sie in die Allee, eine endlose Allee, ein Meer aus Licht und Schatten, Hufe donnerten, eine große Runde, im Trab, nein, im fliegenden Galopp, um den See. Sie ließ die imaginären Zügel schießen und ihre Hände krallten sich in das, was sie für eine Pferdemähne hielt. Die Landschaft raste vorbei, der See, der Park, die Stallungen, in Evas Hirn explodierten die Farben dieser Erinnerung und als sie erschöpft die Augen öffnete, war Lutz gezeichnet. Nur langsam realisierte Eva, dass sie etwas anderes als eine Mähne zwischen ihren Fingern samt Fingernägeln gehabt hatte, aber das war ihr egal. Viel wichtiger war, was Lutz noch immer konnte. Ein leichter Trab zum Sattelplatz oder sie gab ihm die imaginäre Gerte und ritt im gestreckten Galopp einmal um die kurze Galoppstrecke auf der anderen Straßenseite. In der hinteren Bahnkurve zerriss es Eva erneut und sie fühlte sich, als ritt sie auf der Fontäne eines Geysirs.
Zwanzig Minuten später war Lutz wieder komplett in sein Stahlhöschen eingepackt. Zwei Stunden darauf hatte sie auch das letzte Quäntchen Information über die Zeit vor und nach dem Kauf erhalten und sich ihre abschließende Meinung gebildet. Ab sofort war sein Privatspielzeug ihr Privatspielzeug und die Mindesttragezeit drei Wochen. Dazwischen würde er sie anderweitig beglücken dürfen und Eva wusste schon genau womit. Das besagte Bügelschloss hing sie kurze Zeit später gerahmt ins Wohnzimmer, um ihn zu erinnern, keine Geheimnisse vor ihr zu haben, aber das bezog er irgendwie nicht auf die Dinge auf dem Dachboden. Eva fand das erst zwei Jahre später heraus, aber das ist eine andere Geschichte.

MfG
Matt

Feedback welcome !!!!

95. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 16.04.09 00:23

Fifty words XXXV

Er nippte grübelnd seinen Whiskey an der Hotelbar – sie sprach ihn an.
Sie sagte, ihr gefielen verschlossene Männer und Männer, die sie nicht anbaggerten.
Als er sie nachts nach einem heißen Intermezzo – in ihren KG gezwungen – verließ, wusste er,
dass seine neue Herrin ihren Spruch wörtlich gemeint hatte – verschlossene Männer.

MfG
Matt


96. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 16.04.09 01:34

Als Hommage an den Photographen gedacht in der Annahme, dass ihr alle wißt, welches Photo gemeint ist .

Kroll

Isolde kam aus dem Schlafzimmer zurück, in das sie das große, flache Paket gebracht hatte. In der Hand hielt sie nun einen schwarzen Pulli.
„Los zieh Dich ganz aus.“
Gunnar gehorchte, wobei er ihrem Wunsch natürlich nicht ganz nachkommen konnte, da sie den Schlüssel zu seinem Hüft-KG hatte.
„Gunnar, es ist jetzt ein Jahr her, dass Du mir das Bild gezeigt hast, mit dem alles anfing. Aus diesem Grund will ich, dass sich ab heute, ab unserem speziellen Jahrestag, einiges ändert.“
„Ja, Herrin.“
„Zieh den an. Die Clogs kannst Du anlassen, die spielen keine Rolle.“
„Ja, Herrin.“
Gunnar streifte sich den schwarzen Pulli über, der ein wenig knapp war. Sie hielt ihm nun einen Halsreif entgegen, den er ebenfalls bereitwillig anlegte. Isolde betrachtete ihr Werk und war zufrieden.
„Prima. Ab sofort wirst Du im Haus nur noch so herumlaufen, verstanden? Ich mache nachher ein Bild von Dir, damit Du das nicht vergisst und aus Versehen etwas anderes oder sogar mehr anziehst.“
„Ja, Herrin.“
„Geh ins Schlafzimmer, ich hab da das Bild von Eric Kroll – Dein Lieblingsbild – in Öl nachgemalt aufgehängt. Das Buch auf dem Photo hab ich für ein Schweinegeld bei einem US-Internet-Antiquariat gekauft, also sei vorsichtig. Ich mache dann das gleiche Photo von Dir, verstanden! Das hängen wir dann in Öl neben das Original. Ach, und hier ist noch die Brille, die brauchst Du auch.“
Gunnar lief, trotz dickem Pulli, bei dem Gedanken der kalte Schweiß bis zu den Clogs hinunter, dass er als Pin-Up in seinem eigenen Schlafzimmer enden würde. Original und Fälschung, ihrer Putzfrau würde sicherlich vor Scham das Gesicht rot anlaufen oder schlimmer vor Gelächter ein Hirnödem platzen. Und erst der Maler, der es stundenlang würde betrachten müssen. Dieses vermaledeite Bild – aber als Gunnar es sah, war es wie damals, nur diesmal steckte er selbst in einem solchen KG, vermutlich solange wie dieses Bild an der Wand hängen würde. Ewig - ihm wurde eng.


MfG
Matt


97. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 17.04.09 20:25

Think positive

Ralf erfuhr davon zufällig in der Kaffeepause am Automaten. Nadine aus dem Marketing wäre morgens nicht gekommen und würde wohl auch demnächst nicht mehr kommen. Der Kollege grinste und setzte die letzten Worte mit den Fingern in Anführungsstriche. Der Kaffeeautomat gab nun zum wiederholten Male Zischlaute von sich, aber Ralf verpasste nur die überraschte Antwort des Kollegen aus dem Call-Center. Sie sei eine Pozzerin und morgens im Bett verhaftet worden, die Nachbarin wäre eine Freundin der Mutter des Kollegen, der es erzählt habe. Nadine hätte das ganze Mietshaus zusammengeschrien, sie hätte es genossen, alle anzustecken, alle hätten es verdient gehabt. Ralf nickte freundlich und verließ den Raum um sich auf den langen Weg zurück zu seinem Arbeitsplatz zu machen, aus diesem Grund passten auch drei große Tassen Kaffee in seine Spezialtasse, die eher einem Nachttopf glich. Nadine aus dem Marketing, ihm wurde ganz heiß, kannte er, die Betriebsfeier im Sommer, ihm wurde immer heißer. Sie galt damals als mannstoll und Gerüchte behaupteten, sie habe bereits die halbe Firma … wann genau im Sommer. Nach dem Maifeiertag und vor den Schulferien war das Fest gewesen. Unten in der großen Werkshalle, freie Getränke, Buffet, Grill nach Wunsch umsonst. Genau, es war damals alles ganz schnell gegangen. Das Paket, sein Entschluss ihn sofort zu tragen, das Wochenende darauf – die Feier, es war damals sein unerwartetes Coming-Out, durch sie. Sie hatte glücklicherweise über den Zwischenfall in der Werkstatt geschwiegen, in die sie ihn gedrängt hatte, abgesehen von kleinen Andeutungen und leichten Anspielungen im Beisein von Kollegen. Ihm war dann immer heiß geworden, aber das hatte ihr dann besonderen Spaß gemacht. Damals war sie so heiß gewesen, dass sie ihn sofort in einem sinnfreien Quickie vernaschen wollte, dass sie ihn beinahe mit dem Hammer, der auf der Werkbank gelegen hatte, malträtiert hätte. Aber dann war es bei ein paar Küssen und groben Handgriffen geblieben, so schnell ihre Hitzewallungen gekommen waren, so rasch war sie auch wieder so abweisend wie sonst. Dämliche Ziege, Betriebsmatratze, Pozzer – der Kelch war an ihm gottseidank vorbeigegangen, trotzdem, er würde sicherheitshalber einen Schnelltest machen lassen – diskret.

MfG
Matt

Feedback welcome ...

98. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 19.04.09 00:10

Hallo, auf Wunsch von randy_ bzw. Lisa|Achim aus dem Chat poste ich hiermit eine Geschichte
rund um das Spiel „Twister“, die 3-4 Doms & Subs sowie die ein oder anderen Gemeinheiten
beinhaltet. Viel Vergnügen und vorab Danke fürs Feedback.

Kategorien: Fm/Ff/CD/Chastity/Spanking/Branding




Twisted Twister

Zufall, Vorsehung, Verschwörung, Masterplan, Lebenslüge. Im Nachhinein kriegte Thomas Angst, zog sich seine Bettdecke noch etwas über die Schulter und kämpfte mit seiner Ohnmacht, seiner Lust und seinen abstrusen Phantasiefetzen über den kommenden Freitag. Neben ihm schlief Irene den Schlaf der Gerechten, obwohl Thomas sie inzwischen nicht mehr dazuzählte. Ihr hatte er seine augenblickliche Lage zu verdanken, wobei er das Wort „Danken“ eigentlich lieber nicht in den Mund nehmen wollte. Irgendwie schon, ja, er hatte es gewollt, vor zwei Monaten, ein neues Spielzeug, harmlos, einfach dranmachen und genauso gut und schnell war es wieder ab, buntes Plastik. Es hatte ihre Beziehung weitergebracht, offener gemacht, welch ein dämlicher Vergleich in seiner Situation, aber so war es. Endlich lebten sie auf der „dark edge of life“, keine lahme Vanillesoße mehr, rein, rauf, runter, raus oder in einer ähnlichen Reihenfolge rumstochern. Aber das war jetzt doch radikaler, als er sich das gewünscht hatte. Irene hatte ihn ausgelacht, als er ihr das am Nachmittag gestanden hatte. Solange hatte er gebraucht, seine neue Situation zu verstehen und in Worte zu fassen. Ihrer Meinung hätte sie ihm das gleich am ersten Tag zumuten sollen, als er damals sein bestes Stück in diesem durchsichtigen Glasdingen präsentiert hatte. Irene hatte ihm damals direkt gesagt, natürlich nachdem sie sich von ihm alle Schlüssel hatte aushändigen lassen, dass sie in ihrem Leben vor ihrer Ehe kein unbelecktes Landei geblieben sei und auch mal in die SM-Szene eingetaucht ist. Irgendwie schien sie damals in Stimmung, eine Generalbeichte ablegen zu können bzw. zu müssen, was ihr in dem Moment besonders leicht viel, da er nackt und nur mit dem Plastikkäfig bestückt vor ihr kniete. Ja, sie habe ihm manches nicht oder mit Abweichungen erzählt – sprich gelogen – unter anderen woher sie Sabine kennen würde. Sabine, die hatte er gestern Abend tatsächlich kennengelernt, auf eine neue Art, denn sie kannten sich jetzt schon vanillemäßig seit drei Jahren, Freunde seiner Frau, ein Stadtteil weiter, gut situiert, Häuschen im Grünen, geeignet für kleine Grillfeste unter Freunden, wie gestern Abend. Ja, der gestrige Abend, er würde ihn sein Lebtag nicht vergessen, wie sollte er auch, ein Blick in den Spiegel würde genügen. Er hatte es tatsächlich noch zugelassen, ein kurzer Augenblick, geübte Hände, die richtige Temperatur. In Gedanken mutierte er in ein kleines flauschiges Etwas mit großen ängstlichen Kulleraugen, beißender Qualm steigt auf und schon ist es im gestreckten Galopp hakenschlagend davon. Seine linke Hand glitt an die Stelle, er fühlte, was sein Verstand nicht glauben konnte. War sie das wirklich, Irene, war das die Frau, die er im Brautkleid über die Schwelle ihrer damaligen Wohnung getragen hatte. Eine Woche sollte es dauern, gut gepflegt würde es keine Infektionen oder sonstigen Komplikationen geben, Asche sei keimfrei, ein dutzendmal bereits vollzogen, kein Problem. Mein Gott, dieser Abend, wie hatte er so dämlich sein können, das ganze Spiel nicht zu durchschauen, das Lachen, das falsche Lachen, wie sie ihn anstarrten. Ja, er war sicherlich schon vorher auserkoren worden, nicht als Sieger, als Verlierer. Er hatte von dem Spiel schon gehört, aber es nie gespielt. Zu seiner Seit hatte man es nicht gespielt, jedenfalls nicht in seiner Jugendclique. Dunkel konnte sich Thomas sogar noch an die TV-Werbung für „Twister“ erinnern und es waren alles keine gut situierten Erwachsenen, die sich dabei die Knochen verbogen. Gut situiert, anerkannte Bürger der Gesellschaft, gern und häufig gesehen bei Theaterpremieren und auf den Golfplätzen der näheren Umgebung. Er hatte diese Bürger gestern Abend anders kennengelernt, hautnah, näher als nah. Es gibt Körperstellen, da presst man seine Nase besser nicht drauf, zumal sie selten mit Eau de Cologne in Berührung kommen, er hatte gekämpft, vergebens. Leise stand Thomas auf und ging ins Wohnzimmer, wo sein Laptop stand. Der Wetterbericht für den gestrigen Abend wollte er sich ansehen, mit Freunden grillen, einen schönen Abend auf der Terrasse haben und bei einem Glas Wein den Grillen zuhören. Arschlecken, die Regenwahrscheinlichkeit hatte 95% betragen – Zufall. Er schaute sich die 10-Tagesvorhersage von vor zehn Tagen an, damals waren sie eingeladen worden, 90% - kein Zufall. Sabine hatte also genau gewusst, dass ihre schöne Grillparty ins Wasser fallen würde, keine Grillen, keine Sternennacht. Thomas schmiss Google an und forschte weiter. Der Reihe nach. Er und Sabine waren pünktlich gekommen, zusammen mit Lisa und Achim hatten sie vor der Tür gestanden und sich schon mal bekannt gemacht. Stefanie und Karin waren zwei Minuten nach gekommen. Stefanie, nun ja, er war tolerant – wo die Liebe hinfiel – aber er hätte sie, wenn er Irene nicht hätte, sofort genommen, schon gar aus den Händen dieser burschikosen Karin. Es war nicht an ihm und momentan war ihm eher danach, dass jemand ihn hätte retten sollen.
Der Beginn des Abends war unspektakulär, man machte sich bekannt, schwatzte ein wenig über Triviales und genoss die leckeren Spieße, die Frank auf den Grill gelegt hatte. Das alles im Stehen, da Sabine drauf gedrängt hatte, nicht erst umständlich Platz zu nehmen, sondern sich gleich an den angerichteten Speisen zu laben. Bestimmt hatte sich das diabolische Quartett das so alles ganz fein ausgedacht. Ein Puzzlestückchen Erinnerung blitzte für einen Moment vor seinem inneren Auge auf und war auch schon wieder als Bild weg. Etikettenreste. Etikettenreste an der Glasschüssel, keine ordentliche Hausfrau hätte das an einer guten Glasschüssel voll Nudelsalat gelassen. Teil des Plans, wie der Sonnenschirm. Alles war plötzlich innerhalb Minuten auf sie hereingebrochen, einschließlich Stefanie, die mit Sicherheit auch nicht durch Zufall nass geworden war. Eine Böenwalze war über sie hinweg gezogen, die dem Nudelsalat samt der Billigschüssel ein vorzeitiges Ende bereitete. Stefanie hatte glücklicherweise nicht nach den vom umkippenden Tisch fallenden Schüsseln gegriffen, aber sie stand gerade günstig im Epizentrum der Einschläge und bekam aus allen Richtungen alle Schüsselinhalte voll ab. Sabine hatte Frank zugerufen, er möge dringendst den Schirm und die Liegenbezüge aus dem Garten ins Haus holen, wobei ihn Achim sofort unterstützte. Gottlob passiert in der Natur alles nach einem festen Schema und so war die Böenwalze gerade vorbei, als die beiden krampfhaft versuchten, den Schirm aus dem Ständer zu ziehen. Irene erzählte ihm nachher mit einem diabolischen Grinsen, dass Sabine ihn extra mit einem Schraubenschlüssel fest angezogen hatte. So standen die beiden also wie auf dem Präsentierteller, als der Wolkenbruch über ihen niederging. Irene hatte ihn noch sinnloserweise zu ihnen geschickt, um wenigstens die imprägnierte Liege ins Haus zu holen, damit die beiden das nicht auch noch machen müssten, aber im Endeffekt zählte nur, dass sie alle drei klitschnass waren. Die vier Frauen konnten bequem vom überdachten Teil der Terrasse sehen, wie ihnen drei das Wasser zu den Kragen reinlief und zu den Hosenbeinen wieder raus. Also sie keinen trockenen Fetzen Stoff mehr am Leibe hatten, hatten sie den Schirm endlich soweit rausgezogen, dass sie ihn kippen und abtransportieren konnten, was sie dann auch eiligst taten. Inzwischen, so dachte sich Thomas, stand er bestimmt wieder an Ort und Stelle um zu trocknen. Sabine zog, nachdem sie sich von der ordnungsgemäßen Lagerung des Schirms überzeugt hatte, umgehend Stefanie zur Seite und nahm sie mit in ihr Bad, wo sie die Essensreste zu entfernen gedachte. Stefanie war das sichtlich unangenehm, aber gegen Sabines bestimmende Art war sie machtlos. Lisa hingegen fühlte sich derart heimisch, dass sie ohne viel Aufhebens Scheite in den Wohnzimmerkamin aufschichtete und die kleine Pyromanin in ihr herausließ. Die anderen versuchten, je nach Feuchtigkeitsgrad, ohne viel weiteren Schaden durch das Salatinferno auf dem Terrassenboden, das an einigen Stellen bereits von Sturzbächen hinweggeschwemmt wurde, ins Wohnzimmer zu kommen. Die Situation strebte auf ihren ersten Höhepunkt zu. Thomas schmerzte allein der Gedanke an das unerwartete Bild von Stefanie bei ihrer Rückkehr. Ja, dass war ein schöner Gedanke an den gestrigen Abend – Stefanie – mit feuchten Haaren und nahezu nackt in einem Hüft-KG mit einer Wolldecke über ihren Schultern. In dem Moment knöpfte ihm seine Frau bereits sein Hemd auf und er musste feststellen, dass sie sich mit einer Hand auch an seiner Gürtelschnalle zu schaffen machte. Sabine schien nur ein Blick zu reichen, denn Frank zog sich von allein den Reißverschluss auf. Nur Achim schien unbeteiligt, bis er von Lisa den gut gewärmten Schürhaken auf den Arsch geschlagen bekam. Dafür war er dann von den dreien am schnellsten nackt, jedenfalls fast. Zu Thomas Überraschung, trug er den gleichen Keuschheitsgürtel wie Stefanie, jedenfalls vom Hersteller und Typus her, die Herrenversion. Frank trug ebenfalls einen, einen, der rein gar nichts mehr sehen ließ und wie ein wulstiger Metallslip aussah. So war es an ihm – an ihm, Thomas – noch das meiste zu zeigen, nachdem seine Boxershort inzwischen gefallen war. Es war ihm im höchsten Maße peinlich gewesen, sein von Stefanie inspiriertes bestes Stück, knallrot aus allen Ritzen gequollen, allen Anwesenden präsentieren zu müssen. Aber da war es dann auch zu spät. Offziell wurde das ganze dann später als gemütliche Runde am Kamin tituliert, bei denen sich die Helden im Kampf gegen das Unwetter hatten aufwärmen und trocken sollen. Er selbst hatte es eher als misslungene Kombination aus FFK, Sauna und Swingerclub gesehen, aber es kam noch schlimmer.
Sabine, ganz die aufmerksame Gastgeberin, verteilte nun jetzt die ersten harten Drinks des Abends, die rundenweise mit Toasts und sonstigen Hipp-Hipp-Hurrarufen geleert wurden. Thomas war sich inzwischen sicher, dass auch das zu dem ausgekochten Plan gehört hatte, harter Stoff auf nüchternen Magen. Ein weiteres Indiz waren die Sandwiches, die sie nach der dritten oder vierten Runde plötzlich aus der Küche hervorgezaubert hatte. Damals hatte die Situation für Thomas bereits so groteske Züge angenommen, dass er sich das ganze schon gar nicht mehr vorstellen wollte. Drei Männer und eine Frau in verschlossenen Sexspielzeugen essen nackt vor und mit vier Frauen Sandwiches vor einem Kamin, der noch eine gute halbe Stunde brauchte, bis er endlich maximale, wohlige Wärme spendieren würde und an dem ringsherum die Tarnklamotten der besagten Nackten zum Trocknen respektive Räuchern hingen. Inzwischen war das Gewitter vor Ort und abwechselnd zuckten Blitze oder krachender Donner ließ die riesigen Fensterflächen vibrieren. Zufall – nein, diesmal war der Fuß Gottes im Spiel – Sabines Fuß, ein böses Foul, wie sich später herausstellen sollte. Der Fuß Gottes hatte, während der Donner die Luft im Wohnzimmer dröhnen ließ, ganz nebenbei gegen eine Teppichrolle gestoßen, die in einer Ecke neben dem Schrank am Kamin gestanden hatte. Diese Rolle schlug nun der Länge nach hin und entrollte sich auf einen knappen Meter. Nach einigen kleinen Schrecken drehte sich das Gesprächsthema bereits um das, was auf dem Teppich zu sehen war und wie durch ein Wunder war sich die Hälfte der Anwesenden – die bekleidete Hälfte – einig, dass man das doch glatt zum Aufwärmen spielen könne. Sabine fand auch – ebenfalls rein zufällig sofort die zugehörige Drehscheibe, die ihre kleinen Nichten im zarten Unterstufenalter natürlich auf den knapp raumhohen Schrank gelegt hatten. Über tausend Euro und die Extras, die er trug waren auch nicht ganz ohne, Thomas hatte inzwischen mal eine kleine Excel-Tabelle mit den Preisen seines aktuellen Outfits zusammengestellt. Das war eine Zehnerpotenz über dem, was sein Plastikkäfig gekostet hatte. Der Keuschheitsgürtel saß wie angegossen, offiziell war es der alte von Frank, aber auch daran hatte Thomas seine Zweifel. Irene hatte – er erinnerte sich undeutlich – einmal vor Wochen genau Maß genommen. Kurz nachdem er sich den Plastikkäfig zugelegt hatte, hatte sie seine Fortschritte in Bezug auf Gewichtsreduktion dokumentieren wollen – also da hatte alles schon begonnen, teuflisch ausgefuchst.
Da lag nun der Teppich und er, Frank, Achim und Stefanie waren nun aufgefordert, zu spielen. Sie alle ließen sich die recht simplen Spielregeln noch einmal erklären - den Zufallszeiger, der bestimmte wo sie welche Extremitäten hinsetzen sollten, dass jeder nur ein Feld belegen konnte, und der oder die, die umfiele oder kein Feld mehr erreichen würde verloren hätte. Lisa gab noch zum besten, dass sie es damals, als sie etwas älter gewesen sei, so gespielt hätten, dass die Verlierer sich nach und nach hätten ausziehen müssen, dies hier aber ja nicht mehr ginge. Darauf war Sabine angesprungen und hatte felsenfest behauptet, Thomas sei der einzige, der noch etwas ausziehen könne, da man seinen Plastik-KG ja unmöglich mit den anderen KGs vergleichen könne. Nach einem kurzen Aufruhr war die bekleidete Hälfte der gleichen Meinung und bestimmte, dass Thomas ihn im Falle einer Niederlage als erstes ablegen müsse. Da man damit automatisch zu dem Punkt gekommen war, dass dann tatsächlich niemand mehr etwas ausziehen könne, schlug Irene vor, man könne den Verlierer ja, wie vorhin Lisa bereits praktiziert hatte, mit dem Schürhaken fünf Schläge verabreichen. Dies stieß allgemein auf Protest, wurde aber nicht gänzlich abgetan. Karin warf ein, dass man mit dem richtigen – Thomas sollte später rausfinden, was sie mit richtig gemeint hatte – Schürhaken ja den Gesamtverlierer bestrafen könne, ein Vorschlag, der zu der weiteren Diskussionsebene führte, wer oder was denn den Gesamtverlierer kennzeichnen würde. Damit war zunächst die Ermittlung des- oder derselben gemeint und nicht die Sache mit dem Schürhaken. Schließlich einigte sich die bestimmende Hälfte auf sechszehn Runden, viermal vier, also für jeden genug Chancen, nicht zu verlieren. Pro Runde sollte es kleine Strafen geben, fünf Stockhiebe. An dieser Stelle hatte sich Sabine kurz entschuldigt und um eine kurze Unterbrechung gebeten. Als sie dann wiederkam, hatte sie eine große Kiste dabei, die sie auf einen Getränkekastenroller gewuchtet hatte. Nach kurzem kramen, kam dann eine zerschlissene Reitgerte zum Vorschein, die man als Stockersatz genehmigte.
Viel interessanter waren jedoch die anderen Utensilien, die noch in der Kiste schlummerten, und die laut Sabine zum Wühlen freigegeben war. Wie auf einen Schlußverkaufgrabbeltisch stürzten sich die Frauen und holten unaussprechliche Dinge aus einer Zeit hervor, als Sabine sie hauptberuflich gebraucht hatte. Die Herren einschließlich Stefanie sahen dann von den Fundstücken nur hier und da mal Einzelteile und bekamen nach diesem Rush mitgeteilt, dass man für jeden etwas Passendes gefunden habe. Nach jedem Viererblock würden die Verlierer umgehend bestraft und dann sähe man weiter. Thomas hätte eigentlich schon da das Ende sehen können, denn die Art der Bestrafung war an die Formel 1 angelehnt, sprich individuell angepasst. Gleiche Strafe für gleiches Vergehen, weit gefehlt, Runde 1 brachte ihn deshalb gleich ganz nach vorn. Drei weitere Runden ergaben, dass er zweimal verloren hatte, Achim und Stefanie je einmal. Frank schien, dank seiner Nichten, gut
geübt zu sein. Glück im Unglück hatte er nur, wenn man es so auslegte, dass er um fünf Hiebe mit der Gerte drum herum kam, denn seine erste Strafe bestand – vermutlich für die anderen ungerechter Weise – darin, dass Irene ihm seinen Plastik-KG abnahm. Das freute ihn nicht sehr, dachte er, denn sein bestes Stück war anderer Meinung – Thomas versuchte, in die von Stefanie verschiedene Richtung zu schauen, er half nichts. Das Spanking á fünf Hiebe für Achim und Stefanie, vor allem für letzt genannte, führte dazu, dass sich seine Freiheit so verfestigte, dass er sie als reguläre Extremität hätte einsetzen können. Allerdings war besagte Spielscheibe jugendfrei und so war dies kein wirklicher Wettbewerbsvorteil für ihn.
Die nächsten vier Runden wurden eingeläutet, von denen die erste Stefanie klar gewann, da sie hochmotiviert die für ihren zierlichen Körper günstigsten Felder blitzschnell ansteuerte. Runde zwei und drei wurden für sie zum Fiasko und Runde vier für Thomas, aus dem gleichen Grund. Irgendwie hatten sie es dreimal geschafft, sich so zueinander zu biegen, dass Stefanie seine ganze Pracht dort hatte, wo sie es äußert schamhaft empfand. Gelinde gesagt, er hatte ihr einmal damit die Pobacken gespalten und beim zweiten Mal damit die Nasenspitze gerieben. Beim dritten Mal besprang er sie förmlich wie ein Hündchen, wobei ihr Bauchnabelpiercing, ein Glöckchen so auf ihm zu liegen kam, dass ihm vor Stimulation seiner purpurnen Spitze, ganz einfach die Knie versagten. Die umstehenden Damen lachten und rechneten ab.
Achim war der Glückliche, dessen Hinterteil verschont blieb, Stefanie bekam gleich zwei Hände voll Hiebe, die sich Frank und Thomas immerhin teilen konnten. Zusätzlich bekam jeder noch seine individuelle Strafe, abgesehen von Achim. Für Frank war dies ein Plug, den er in sein Stahlmonster eingeführt bekam und ihn nicht gerade gelenkiger machte. Stefanie, die ohnehin ganz außer Atem war, bekam einen Ball-Knebel und Thomas, Thomas bekam wieder etwas anzuziehen. Das freute Stefanie aus zweierlei Gründen, erstens würde sie seine Pracht nun nicht mehr zu Gesicht bekommen und zweitens bescherte ihr die Prozedur einiges an Zeit um wieder Luft zu holen. Der Anblick ihrer sich schnell hebenden und senkenden Brüste war äußerst kontraproduktiv zu dem was, Irene und ihre Freundinnen vorhatten. Schließlich wurde Thomas in die Küche auf die Spüle befördert, wo man exzessiv das kalte Wasser aus dem Brauseschlauch und griffbereite Eiswürfel einsetzte, um ihn in seinen neuen KG zu stecken. Es war der besagte KG, in dem er jetzt immer noch steckte und der im Laufe der nächsten Runden noch Add-ons erhalten hatte. Im dritten Viertel hatte er sogenannte Schenkelbänder erstehen dürfen, die er im letzten Viertel noch durch eine Schrittkette verfeinert bekommen hatte. Da er sie aber nicht würde ständig tragen können, hatte man ihm zusätzlich noch einen Halsring verpasst, bei dem er das konnte. Allein der Gedanke, ihn ständig tragen zu müssen, verursachte bei ihm, so wie er da vor dem Laptop saß, schon wieder ein Gefühl höchster Enge.
Irene hatte ihm klar mitgeteilt, entweder Schrittkette oder Halsring oder beides – wenn ihr danach war, und im Augenblick war ihr danach. Er würde nach dieser Nacht und dem ganzen Sonntag immerhin am Montagmorgen die beschissene Schrittkette wieder los sein – hoffentlich funktionierte das mit der Krawatte tatsächlich, instinktiv griff sich Thomas an den Ring und zog und drehte ihn.
Runde drei hatte Achim verloren, obwohl Thomas mit seinem neuen KG zu kämpfen hatte, Stefanie zog sich, wie er selbst, erneut fünf Gertenschläge zu und präsentierte nun einen ziemlich farbenfrohen Po. Achim bekam seinen KG, genauso wie Thomas, mit Schenkelbändern verziert und sein Gesicht zeigte deutlich seinen Missmut, der auf Erfahrung mit diesen Dingern beruhte. Weitere Bonus-Dreingaben wurden nicht verteilt.
Die letzte Runde gewann Achim derart motiviert und stach somit Stefanie und Frank aus, die jeweils fünf Gertenschläge kassieren durften. Thomas kassierte ebenfalls fünf Gertenschläge und zusätzlich noch die bereits erwähnten Add-Ons Schrittkette und Halsring.
Die Kontrahenten durften Platz nehmen, außer Stefanie, die – zwecks gemütlicher Kommunikation –
ihren Knebel gegen einen Plug tauschen durfte. Da dies bei ihr einen Aufschluss erforderte, hatte Karin damit bis zum Spielende gewartet und sich dann mit ihrer Liebsten kurz ins Bad zurückgezogen. Thomas hatte noch einen kurzen Blick auf den Plug erheischen können und hatte bereits Mitleid mit Stefanie, als diese vor ihrer Herrin her spazierend, das Zimmer verließ. Spazierend war allerdings die falsche Bezeichnung, es war eher ein Trippeln, denn ihr tat alles weh und ihr Arsch leuchtete wie der eines paarungswilligen Pavianweibchens.
Irene kümmerte sich indessen um seinen neuen KG, befühlte alle Ecken und Enden und war rundum zufrieden mit ihrem Kauf, was Thomas allerdings zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste. Dass es eine zukunftsträchtige Investition ihrerseits war, wusste er immer noch nicht, aber sie hatte ihn auch nicht erschrecken wollen. Achim, der mit seinen Schenkelbändern mehr als unglücklich war, stellte nach einer weiteren Getränkerunde die höchst sinnlose Frage, wann er sie den wieder abmachen könnte, da das Spiel ja schließlich vorbei sei. Er, wie die anderen auch, bekam dann mit Gluckslauten unterbrochen zur Antwort, dass es erstens kein Spiel gewesen sei, zweitens der Hauptpreis an den Verlierer ja noch gar nicht vergeben worden sei und drittens, dass er weder jetzt noch zu irgendeinem künftigen Zeitpunkt überhaupt etwas selbst abmachen würde.
Frank hatte bei den Worten „Hauptpreis an den Verlierer“ kurz die Luft angehalten, da er diesen Punkt glatt wieder verdrängt hatte, aber dann hatte er wohl schnell im Kopf zusammengerechnet, dass er es unmöglich sein würde. Etwas, was Thomas, der ein wenig langsamer in Kopfrechnen war und zudem durch seinen neuen KG stark abgelenkt war, nicht berechnete, nichtahnend, dass er da zu unschönen Ergebnissen gelangen würde.
Sabine hob das Glas uns sprach einen Toast aus, in etwa auf den schönen Abend, auf die Abende, die da kommen würden und auf den tapferen Verlierer – Thomas.
Er hatte sich, wie im Laufe des gesamten Abends, brav an die Gepflogenheiten gehalten und war aufgestanden, um das Cognacglas hochzuhalten. Das gemeine Quartett hatte das wohl kalkuliert, ebenso seinen bereits fortgeschrittenen Alkoholkonsum und die Tatsache, dass er in dem Moment überaus günstig zum Kamin stand. So kam es dann, dass der Inhalt des Schwenkers nicht in seinem Mund landete, sondern im hohen Bogen, als feiner Nebel auf den Großteil der Anwesenden herniederging. Sein Schrei kam, wie Blitz und Donner, zeitlich versetzt zu dem Zischlaut und dem Qualm, der von seiner linken Pobacke aufstieg. Das nächste was Thomas akustisch außer seinem eigenen Schreien vernahm, war das Zischen aus der Eisspraydose, deren Inhalt von Lisa großzügig über seinem Hinterteil verteilt wurde. Das Ergebnis sah er gerade vor sich, Irene war den Morgen über fleißig gewesen und hatte mehrere Detailbilder in sein Profil gestellt, das sie bei der Sklavenzentrale für sie und ihn eingerichtet hatte. Das abgebildete Kunstwerk war ihr persönliches Logo, dass sie seit ihrer frühesten Jugend dazu benutzt hatte, um Bücher, Vasen, Kleider und was auch immer ihres war, als solches zu kennzeichnen. Jetzt prangte es, noch immer schmerzhaft, auf ihm und er war auch durch diesen Umstand mehr als schockiert. Er hatte ein bisschen Pepp in die Beziehung bringen wollen und jetzt hatte es diese Ausmaße angenommen, dass er samstagnachts vor dem Laptop saß, sich sein SZ-Profil ansaß und komplett in einem Monstrum von KG verschlossen sich seinen schmerzhaften Allerwertesten rieb.
Thomas machte einen Abstecher in die Küche zum Gefrierschrank und fügte sich danach dem Unvermeidlichen, seinem inzwischen kaum überwindbaren Schlafbedürfnis. Der Sonntag brachte leichte Verbesserungen, die erste Woche im neuen KG – mit Halsring – brachte unzählige Momente voll höchster nervlicher Anspannung und der Freitag … . Der Freitag brachte etwas Unvorhergesehenes, abgesehen davon, dass es diesmal tatsächlich trocken blieb und der Sonnenschirm wie zu erwarten Feuchtigkeitsflecke aufwies. Diesmal spielten die Damen, die Herrinnen ihrer Schöpfungen, „Twister“. Bestraft wurde wieder nach jeder Runde und zwar die Zuschauer, die aus ihrer Sicht zu frech gegrinst hatten. Aber es gab auch einen Hauptpreis – Melanie.
Melanie war eine Zofe aus einem professionellen Studio, die aus nicht näher genannten Gründen, dort besser zwei Wochen abwesend sein sollte. Man nannte es euphemistisch Urlaub und die Gewinnerin des „Twister“-Wettbewerbs würde sie für diese Zeit haben dürfen. Vermutlich lag es daran, dass der Teppich diesmal auf dem trockenen Rasen, der die Konsistenz eines Golfgrüns hatte, ausgetragen wurde, dass sich die vier energischen Damen nichts schenkten. Eine halbe Stunde nach Spielende hatten sie dann endlich das Ergebnis so lange ausdiskutiert, dass Melanie wusste, wohin sie gehen würde. Frank und Achim, die sich zwischenzeitlich mit Einwürfen an dem Disput beteiligt hatten, wussten auch, wohin sie nach dem Grillen gehen würden, Sabine hatte einen als Kunstwerk getarnten Strafbock bereits zwei Tage zuvor in eine Gartenecke gestellt. Jedenfalls kam Melanie zu Irene und Thomas nach Hause und schien darüber sehr erfreut, da sie gehört hatte, dass Irene noch relativ neu wieder dabei war. Insgeheim hoffte sie, wirklich eine Art Urlaub machen zu können, aber da hatte Irene andere Pläne mit ihr. Sie hatte schon längst den Plan gefasst, dass Melanie ihr Wissen um das angemessene Zofendasein an Thomas weitergehen könnte, aber das war noch Zukunftsmusik. Sie alle hingegen genossen noch bis in die tiefe Nacht hinein das gemütliche Beisammensein auf der Terrasse, den Blick in die Sterne und der bzw. die ein oder andere auch den Blick auf das nächstliegende, z.B. auf die glitzernde Schrittkette unter Thomas´ luftigen Sommerkleidchen.

Ende


MfG
Matt


99. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 20.04.09 20:59

Spielfrei – Der Geburtstagsstrip

Thomas feierte seinen 25. Geburtstag relativ groß im erweiterten Freundeskreis, sogar seine Vereinskollegen aus der unteren Bezirksliga waren fast vollzählig da. Sie sahen das auch als eine Art Abschiedsparty, da Thomas mit dem zurückliegenden Saisonende auch seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte. Die Party lief gut, abgesehen davon, dass sich Thomas hier und da mal gezielt in den Schritt fassen musste, da er immer noch Birgits Valentinsgeschenk trug, schließlich stand er nicht auf dem Platz. Sie hatte ihm einen pinken Plastik-KG geschenkt und es geschafft – mit Ausnahme der Fußballtrainings und der Pokalspiele, dass Thomas ihn sonst ständig trug. Ihrer Ansicht nach hatte er sie ja förmlich darum angebettelt, wenn auch er das – offiziell – anders darstellte, als habe er das noch nicht einmal im Entferntesten angedeutet. Nun gut, es war sein großer Geburtstag und schließlich war sie kein Unmensch – offiziell. Gegen kurz vor elf gab sie ihm gezielt einen Kuss und meinte, er bekäme jetzt sein Geburtstagsgeschenk von ihr. Thomas war gespannt und noch mehr sogar, als Birgit plötzlich die Musik runter drehte und um Aufmerksamkeit bat. Sie, so sprach sie, nachdem ihr alle zuhörten, und ein paar Spielerfrauen, wie sie sie titulierte, hätten zusammengelegt und ihren Männern zum bevorstehenden Pokalgewinn eine Überraschung der besonderen Art organisiert. Musik setzte ein und irgendwo schlug ein Bierglas krachend auf den Boden auf. Drei wunderhübsche Frauen um die Zwanzig kamen katzengleich zur Tür herein und elektrisierten die Männer bereits beim ersten Anblick durch ihre spärliche Bekleidung. Sie bahnten sich ohne Mühe ihren Weg in die hintere linke Ecke des Raumes, in der schon den ganzen Abend drei Stangen standen. Bis zu diesem Augenblick waren sie als Stehtische getarnt, aber die Platten wurden durch einen Helfer, den Fahrer bzw. den sogenannten Manager des Trios, just in diesem Moment schon entfernt. Damit war nun sicherlich dem und der letzten Anwenden klar, dass das ein professionelles Table-Dance-Trio war, was die nächste halbe Stunde performen sollte.
Thomas und die Fußballerkollegen waren außer sich vor Begeisterung, vor allem die Junggesellen unter den Spielern, wovon es einige gab. Diejenigen, die in Begleitung dar waren, hatten nach dem Auftritt alle Hände voll zu tun, angeblich aufkommende Risse in der Beziehung umgehend zu beheben. Natürlich war das Blödsinn, aber das gehörte – aus Sicht der Frauen – einfach dazu.
Die letzten, die sich mit der Verlagerung der Reparaturversuche von der Tanzfläche in andere Gefilde Zeit ließen, verließen gegen halb vier die Party. Und so kam es, dass Thomas um Vier glückselig neben Birgit einschlief. Vermutlich hatte dazu auch beigetragen, dass ihn Birgit aus seinem Plastik-KG befreit und sich selbst eine Runde mit ihm gegönnt hatte. Gegen Mittag wurden sie wieder munter und Thomas war glücklicher denn je, denn seine Morgenlatte schmerzte ausnahmsweise nicht. Völlig sprachlos war er, als sich Birgit erneut über ihn hermachte, wenn auch, wie sie sagte, nur als präventive Maßnahme – was er jedoch nicht verstand.
Als sie danach frisch geduscht und in ebensolchen Klamotten in die Tenne kamen, wussten sie, mit was sie sich den restlichen Tag befassen durften. Der Anhänger mit dem Bier, der Musik- und Zapfanlage sowie dem Partymobiliar würde gegen 18 Uhr abgeholt werden, der Rest bedurfte eines Besens bzw. eines Hochdruckreinigers. Thomas Blick in die Gogo-Ecke machte ihn jedoch stutzig, da von den drei Stangen die mittlere samt Tischmechanik, auf der ein großes Paket lag, stehen geblieben war, obwohl der selbsternannte Manager nach dem Auftritt alles penibel eingesammelt hatte. Seine Frage, wieso da plötzlich wieder diese Stange stünde, beantwortete Birgit mit einem Lachen. Sie wickelte gerade den Schlauch vom Hochdruckreiniger ab, obwohl es Thomas‘ Meinung nach, dazu noch zu früh war. Sie antwortet ihm, das habe schon seine Richtigkeit und er solle noch das Paket, ihr Geburtstagsgeschenk für ihn, aufmachen. Thomas war verdutzt, da er von ihr bereits eine Kleinigkeit und den phantastischen Auftritt geschenkt bekommen hatte. Mit einem Danke begann er das Paket zu öffnen und erblickte – feinste Wäsche, Pumps und zu guter Letzt einen Herren-KG. Seinen sprachlosen Blick kommentierte sie mit dem Hinweis, dass, die ebenso die Stange mit dem Tisch Teil des Geschenks sei, das er nun doch mal anprobieren solle. Thomas war wie vor den Kopf gestoßen, sein bestes Stück hingegen begann sich wieder zu regen, was so gar nicht mit seinem Kopfschütteln in Einklang bringen ließ. Als er Birgit dann anblickte und immer noch den Kopf schüttelte, drückte sie den Anlasser des landwirtschaftlichen Reinigers und richtete die mannshohe Lanze auf seinen Lendenbereich. Ihre funkelnden Augen, ihr gerauntes ‚Sofort und zwar alles‘ verbunden mit dem feinen Sprühnebel, der immer dann entstand, wenn jemand den Abzug nur leicht betätigte, überzeugten Thomas, dass er sich wohl besser fügen sollte. Es dauerte und dauerte, bis er, noch immer leicht beschwipst, alle alten Klamotten aus und dann alle Inhalte der Kiste in der richtigen Reihenfolge wieder an hatte. Im groben entsprach dies dem Outfit der blonden Gogo-Tänzerin, wenn man den KG, die Schenkelringe und das Schrittband, sowie die kleinen Vorhängeschlösser an den Pumps außen vor nahm. Am meisten hatte er mit seiner Erregung zu kämpfen gehabt, bei der ihm auch Birgit nicht hatte helfen können oder wollen. Als er endlich alles dran hatte, war er erregter und peinlicher berührt als zuvor und lief unter Birgits breitem Grinsen sogar rot an. Aber sie legte nur die Lanze zur Seite, griff im zärtlich in den Schritt und gab ihm einen Kuss. Das würde ab sofort sein Trikot fürs Wochenende und er würde künftig an seinen spielfreien Tagen nur noch für sie da sein und an der Stange für sie Strippen. Aber jetzt und bevor er abends seinen Spaß an der Stange haben könne, solle er als gute Stripperin und ihre zukünftige persönliche Maid erst einmal den ganzen Kram aufräumen. Und wenn, so stellte sie ihm in Aussicht, er sich dabei anstrengen würde, so dass sie abends noch vor dem Hauptfilm entspannt in die Wanne könne, dann würde sie auch die Rückgabe der Partysachen übernehmen. Thomas überkam ein Schauer, was sie gleichzeitig mit dem „Wenn nicht“ andeutete … und legte sofort kräftig los. Frauen und Andeutungen – irgendwie war dieses Missverhältnis sein Schicksal.

Ende

MfG
Matt

Feedback welcome. Leserkritiken erwünscht. Jaaaa, auch von Dir!


100. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Zauberdrachen am 20.04.09 22:56

MattBeam, deine Partys sind immer für Überraschungen gut. Tolle short storys mit sehr viel Kopfkinopotential.
Aber damit du nicht abhebst auch ein bisschen Kritik: Dein twisted twsiter wäre mit ein paar mehr Absätzen besser zu lesen gewesen. (Was für ein Deutsch, aber ich lass es so stehen.)

LG Zauberdrachen
101. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von SteveN am 21.04.09 10:24

Hallo MattBeam !

Da muß auch ich einmal für deine Super-Kurzgeschi-
chten Lob zollen. Zu deinen Parties sollten alle
Foren-User einmal vorbeikommen, wenigstens
diejenigen die in der Nähe wohnen ... ... ...

Viele grüße SteveN


102. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.04.09 23:38

Fifty words XXXVI

Seit siebenunddreißig Minuten rammte er die Blondine von hinten,
ihre Zöpfe schaukelten zu rhythmischen Stößen. Zeitgleich lag er
bewegungslos dar – unter ihren schwarzgefärbten, kurzen Haaren lag ein fieses Grinsen.
Während ihre Hand seinen KG strapazierte, zuckte ihr Schoß auf seinem Gesicht –
und im Hintergrund dudelte ihr altes Heimvideo einfach weiter.


MfG
Matt


103. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 28.04.09 21:49

Ff, Fm, CH ... und mit Absätzen ... im Text


Hahn im Korb

Thomas köpfte sich den soeben geschlossenen Kragenknopf wieder auf und atmete an der frischen Luft erst einmal tief durch. Die Mittagssonne hatte sich in ihrem Lauf nur unmerklich weiterbewegt und ein Blick auf die Uhr bestätigte ihm, dass er gerademal zwanzig Minuten verloren hatte. Normalerweise hätte sich kein Mensch über zwanzig verlorene Minuten Gedanken gemacht, zumal Thomas sie äußerst reizvoll verbracht hatte, bis auf die letzten fünf Minuten vielleicht. Alles war wahnsinnig schnell abgelaufen, aber das war so gewünscht, anfangs auch von ihm. Als Paketzusteller hatte er überhaupt keine Schwierigkeiten mit Schnelligkeit und auch jetzt würde er ohne Ärger die verlorene Zeit wieder aufholen, aber das war etwas ganz anderes gewesen.

Am liebsten hätte er jetzt in Ruhe eine Zigarette geraucht, aber erstens hatte er es sich abgewöhnt, zweitens hatte er wirklich keine Zeit und drittens fühlte er sich gerade etwas unwohl im Schritt. Beim Hinsetzen auf seinen Fahrerplatz merkte er es überdeutlich, dass er sich gerade wie ein quergevögeltes Eichhörnchen fühlte. Je nachdem an was er gerade dachte, taten ihm sein bestes Stück oder seine Rosette mehr als das jeweils andere weh und er war ausnahmsweise froh, dass der Fahrersitz seine straffe Polsterung vor langer Zeit eingebüßt hatte. Irgendwie würde er es schon überleben, seine Tour war halb fertig und was einen Mann nicht umbrachte … .

Konnte er das überhaupt noch wahrheitsgemäß behaupten, nachdem was er erlebt hatte. Eigentlich war es die Erfüllung einer seiner ultimativen Sexträume gewesen – er allein unter einem halben Dutzend Frauen, willig und bereit zu hemmungslosem Sex. Und er hatte es einfach getan. Er hatte die alte Lagerhalle ganz offiziell als Paketbote betreten und war mitten in Sexaufnahmen herein geraten. Vor den Scheinwerfern tummelten sich da gerade fünf Blondinen und eine Schwarzhaarige umeinander und besorgten es sich hemmungslos. Von dem Moment an hatte sein Paket für ihn keine Dringlichkeit mehr und er fand es ok, so ruhig es eben ging, diesem erregenden Treiben zuzusehen.
Die Regisseurin kam leider wenige Augenblicke später zu ihm und machte Anstalten, ihm das Paket und damit seine Anwesenheitsberechtigung aus der Hand zu nehmen. Für einen Augenblick in seine Routine zurückgefallen, ließ Thomas sich den Empfang quittieren und versuchte dann noch möglichst viel von dem Schauspiel zu erheischen.

So musste Thea Koslowski ihn zweimal fragen, ob er nicht spontan mitmachen wolle. Es sei ein knapp zwanzig minütiger Hardcorestreifen für eine Pay-per-view-Internetseite und wenn er wolle, könne er die restlichen zehn Minuten dabei sein. In dem Augenblick schien Thomas´ Hirn nicht ganz vollständig durchblutet gewesen zu sein, denn er nickte und bejahte nur, schrieb mit dem ihm gereichten Kuli auf einem DIN-A4-Blatt mit dem Titel „No men allowed“ seinen Namen und seine Unterschrift und bekam von einem zweiten Assistenten bereits seinen Handcomputer aus der selbigen genommen. Thea schien eine Menge von den Abgründen des deutschen Rechtsstaats zu verstehen, denn bevor er die Szene, die bislang ohne Schnitte gedreht worden war, betrat, hatte er seine markante Paketzustelldienstuniform bereits eingebüßt. Eine der Blondinnen geleitete ihn von rechts in die Szene und gleich darauf stürzten sich die anderen Blondinnen auf ihn, so dass binnen einer Minute auf der letzte Fetzen von seinem Leibe gerissen war. Ihre Hände und Münder glitten über alle seine Körperteile, manche wurden bevorzugt und so machte er sich auch keine Schande, wenn eben jene Partien von der Kamerafrau in Nahaufnahmen verewigt wurden.
Das bunte Treiben hätte von ihm aus stundenlang weitergehen können – ihm war es in diesem Moment sogar gleich, wenn er dafür fristlos gefeuert worden wäre oder sein Transporter bereits den Ural passiert hätte – aber es war mit einem Peitschenknall augenblicklich vorbei.
Die Szene gehörte augenblicklich der Schwarzhaarigen, die etwas Silbernes in die Meute warf und ihre Mitspielerinnen anblaffte, dass ihnen Männer ausdrücklich seien. Einen Moment später schien sie sich selbst zu wiedersprechen, in dem sie Thomas selbst gierig betatschte, aber weit gefehlt.

Sie legte ihn sich nur zurecht und dann spürte er es kräftig, wie sie ihm mit einem Umschnallprengel tief in das Gesäß stieß. Sie machte keinen Spaß, sondern orgelte ihn wie ein Anlasser einen Kolben ohne Kompression hin- und her schleudern lässt. Unvermutet führte das bei Thomas dazu, dass er langsam aber sicher einem Orgasmus näher kam, seine Säfte flossen bereits und keine halbe Minute später zuckte er untrüglich und war auch nicht mehr echtes Mitglied des Ensembles, sondern bereits in anderen Sphären. Die Schwarze gab ihm noch ein paar heftige Stöße aus reiner Lust und überließ ihn dann den Blondinen. Wie die Hyänen zehrten die Blondinen nun an Thomas und mit mehr als unsanften Mitteln, um nicht zu sagen mit roher Gewalt, wurde sein bestes Stück nun traktiert. Er fühlte die Kälte, die Enge, die blankpolierte Metalloberfläche auf seiner Haut nicht und wusste auch nicht, wie ihm geschah. Ebenso wenig bekam er den Text mit, den die Schwarzhaarige ihren anscheinend Untergebenen widmete und mit ein paar Hieben einer Peitsche unterstrich, die sie aus ihrem Umschnalldildo gezogen hatte.

Sinngemäß verpasste Thomas die Worte, dass ihren Dienerinnen keine Männer erlaubt seien, es sei denn Eunuchen oder KG-Träger und zur Strafe habe sie ihnen das Lustobjekt für alle Zeiten entzogen. Die angekündigte Auspeitschung einer jeden fand dann nicht mehr statt, da sie Thema der Fortsetzung sein würde. Thea war hellauf begeistert und drückte Thomas, als dieser halbwegs bei Sinnen wieder auf den Beinen und von Helfern nahezu straßentauglich wieder bekleidet war, eine Visitenkarte in die Hand. Hier solle er sich abends melden, um das fertige Produkt zu sehen, sich seine Gage abzuholen und um seinen nächsten Einsatz zu planen. Augenblicke später las er die Karte noch einmal aufmerksam, steckte sie sich dann sicherheitshalber in seine Brieftasche, drückte den Anlasserknopf und fuhr zu seinem nächsten Kunden.

Gottseidank war bald Feierabend und er konnte sich vor dem zweiten Treffen mit Thea noch ein Entspannungsbad gönnen. So fuhr Thomas vom Firmengelände ohne zu ahnen, dass dies erst die erste Folge einer mehrteiligen Staffel mit ihm sein würde, dass er während dieser mehrmonatigen Dreharbeiten sein bestes Stück kein einziges Mal mehr zwischen die Finger kriegen würde und dass Entspannungsbäder bei den gezeigten Praktiken überhaupt nicht hilfreich waren.

Ende


Mfg
Matt

Kommentare erwünscht !!!


104. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 30.05.09 16:09

Gewidmet einer wundervollen Frau....


Da stand sie.

Sie stand einfach nur da.

Sie stand. Nichts weiter.

Mir fielen die Augen aus dem Kopf,und ich versuchte das Sabbern zu verhindern.

Es gibt Geschöpfe,da hat der liebe Gott nichts falsch gemacht.

Reine Schönheit.

Pure Ästhetik.

Sie schaute zu mir.

Ich verging.

Ich ging.

Ende.


Black Panter
105. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von bluevelvet am 30.05.09 19:27

Tolle Texte habt ihr da verfasst! Thema, Inhalt und Textsorte könnten verschiedener nicht sein, aber beide Texte, die Kurzgeschichte und das Gedicht, sind wirklich klasse!

VG Blue

106. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 31.05.09 12:41

Danke,Blue.

Listigerweise ist das ja auch alles außschließlich für hier....

Schmunzelnde Grüße aus dem Rheinland,

Black Panter
107. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 31.05.09 14:02

Ich hab`s gefunden,das perfekte Gedicht.


Gänsehaut pur,es heißt:


OHNE TITEL



Alle Theorien

wie Klischees

verpufft;all die

kleinen Gesichter

wie sie aufschauen

so gläubig und schön;

mir ist nach Heulen

aber Kummer ist

blöd. Ich möchte

glauben können

doch glauben ist

ein Friedhof.

Wir haben es auf

dem Punkt:

Schlachtermesser und

Spottdrossel.

Wünsch uns Glück"


by C.B.


Tja,irre,aber ich setz noch einen drauf:

Von AHOM(meine Signatur)


THE SWEET KISS OF SILENCE



"..........................................................................
..............................."



AHOM,Mai 2009

108. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Siro am 31.05.09 14:26

Panterchen das ist hier für Ultra-Kurzgeschichten und nicht für Ultra-Kurzgedichte.
109. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 31.05.09 14:32

Schweizerchen....das ist hier was für Literaten....

Ich wünsch dir was...

Sunny greetings,

Black Panter
110. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 16.06.09 22:54

Zitat
Panterchen das ist hier für Ultra-Kurzgeschichten und nicht für Ultra-Kurzgedichte.


Hallo Siro,

dem Namen nach ja, dem Sinn nach NEIN. Solche Texte sind hier herzlichst willkommen.

MfG
Matt

111. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 16.06.09 23:05

Fifty words XXXVII


Drei Wochen hatten gereicht, ihm rann der Schweiß aus den Achseln.
Nur nicht ins Stolpern kommen, der Kollege machte lange Schritte.
Er musste tatsächlich laufen lernen – laufen wie ein Mann – tagsüber.
In drei Stunden würde sie ihn wieder in Highheels stecken und die
Schrittkette schließen - ein Genuß für seine verkürzten Wadenmuskeln.

MfG
Matt


112. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 16.06.09 23:27

Fifty words XXXVIII

Er hatte ihr endlich im Wartebereich seine heimliche Leidenschaft gebeichtet.
Ihre Augen hatten einen Starreanfall, ihr Mund einen Verschlussdefekt bekommen.
Jetzt war sie eingecheckt, nach einem innigen Kuss - ein letzter Wink.
Zitternde Hände hatten sie verraten, als sie dezent begreifen wollte,
sie müsse überlegen, drei Wochen Malediven, sein KG-Schlüssel - Handgepäck.


MfG
Matt


113. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 16.06.09 23:41

Fifty words XXXIX

Ein Stück Blech – nichts Dramatisches. Es war sein Mantra,
obwohl jeder Toilettengang etwas anderes lehrte. Nur nicht nachgeben,
das verbot ihm sein Stolz. Sie würde ihn als Mann schon wiederhaben wollen.
Er hatte die Wochen durchgestanden, weitere wären kein Problem,
Seit Dienstag konnte er sogar in den Highheels richtig laufen.

MfG
Matt


114. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 17.06.09 00:14

Fifty words XL

Die Farbwirkung hatte er unterschätzt – hätte männliches Schwarz bestellt.
Ihre roten Nägel glitten über gleichfarbige Einfassungen verschlossenen Stahls.
Ihr Nackenkuss sollte ihn zum letzten Schritt anspornen – in rote Highheels.
Sie standen zwischen ihnen und ihrem Spiegelbild – seinem alten und neuen Leben.
Ihr Geschenk - seine lackschwarze Zofentracht - lag bereits im Nebenzimmer.

MfG
Matt


115. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 17.06.09 23:26

Fifty words XLI

Automatisch griff er immer wieder danach, aber es wurde nicht länger.
Eine Handbreit, ein halbe hätten ihn glücklich gemacht, es spannte.
Ein paar Schritte weiter war alles wieder beim alten, für alle sichtbar.
Sie hatte sein Kleidchen extra für diese Grillparty abgenäht,
damit seine neue Schrittkette gebührend zur Geltung kam.

MfG
Matt


116. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 17.06.09 23:27

Fifty words XLII

Die SMS war von ihr – Stöckl sind da.
Stöckl war das Wort, das stets in ihm klang – genauso Stöckeln.
Wann immer er es hörte, wurde ihm heiß bei dem Gedanken an sie.
Sie wusste es und verwendete es mit Wonne gegen ihn.
Neue Schuhe bereiteten ihm stets Blasen – arme Sissy.

MfG
Matt


117. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 20.06.09 22:04

Thomas’ Missgeschick

Da saß er und wartete auf seinen Behandlungstermin. Seit drei Jahren kam er regelmäßig zu Dr. Kirschner. Er hatte sich noch mit Ende Zwanzig entschlossen, eine Zahnspange zu tragen, was er nun Gott sei Dank überstanden hatte. Jetzt trug er nur noch einen Retainer, der in der Box lag, mit der er gerade in seinen Händen spielte.
Er wartete nun schon seit einer halben Stunde und es war kurz vor acht. Endlich schaute sie zur Tür herein und bat ihn ihr zu folgen. Dr. Kirschner wechselte ein paar freundliche Worte mit ihm, da sie sich durch seine Behandlung schon länger kannten und sie ihm als zuverlässigen, seriösen Patienten vertraute. Die Kontrolle würde nur ein paar Minuten dauern und benötigte keine weitere Hilfe, so dass ihre Assistentin soeben zusammen mit der letzten Patientin gegangen war.
Thomas nahm wie immer Platz auf dem Behandlungsstuhl und legte die Box auf ihre Ablage. Frau Dr. Kirschner legte ihm noch den Papierlatz um und ließ dann seinen Behandlungsstuhl in die Behandlungsposition fahren. Dabei blieb ihr Blick unvermittelt an seinem offenen Hosenschlitz hängen, durch den sie ein breites gelochtes Metallband erspähte. Für einen Moment zögerte sie und musste sich wieder aufs Sprechen konzentrieren, um nicht ins Stottern zu geraten. Konnte es tatsächlich sein, dass Herr Haffner einen KG trug. Sie öffnete seine Aufbewahrungsbox, inspizierte kurz den Retainer und setzte ihn ihm ein. Dies ermöglichte ihr, ihm im Rahmen der Behandlung den Kopf nach hinten zu strecken um den Sitz kontrollieren zu können. Diese Position nutzte sie, von seinem Kopfende mit dem Rollhocker wegzurollen und einen Kratzer von der Ablage zu nehmen. Ihr Ansinnen war jedoch, noch einmal einen unbeobachteten Blick auf seinen Hosenschlitz zu werfen.
Es gab keinen Zweifel, er trug einen KG, eine Seite an ihm, die sie nie erwartet hätte.
„Ihre Lebensgefährtin wird sicherlich glücklich sein, wenn Sie Ihren Retainer endlich los sind, nicht wahr Herr Kassner?“
Thomas war etwas überrascht von der Frage, nicht dass sie zu persönlich war, aber sie kam so unvermittelt.“
„Oh, leider gibt es zurzeit niemanden, der darüber glücklich sein könnte.“
Diese Antwort überraschte nun ihrerseits Frau Dr. Kirschner, da sie vermutet hatte, es gäbe garantiert jemanden, der den passenden Schlüssel verwahren würde. Innerlich war sie nun zutiefst angespannt, da es nach ihrer nächsten Frage kein Zurück mehr geben würde.
„Wenn Sie mir dann freundlicherweise die Schlüssel zu ihrem Keuschheitsgürtel aushändigen würden. Wie gesagt, brauchen Sie ab sofort Ihren Retainer nicht mehr zu tragen, aber nur aus dem Grund, da sie ihn eh nicht wie von mir gefordert tragen. Ich werde Ihnen einen neuen anfertigen müssen und noch einiges anderes am Behandlungskonzept anpassen.“
Thomas Kopf explodierte, das Blut schoss ihm ins Gesicht, es rauschte in seinen Ohren und pumpte gleichzeitig sein bestes Stück dermaßen auf, das die Röhre ihm erstmalig Schmerzen bereitete.
Ihre flache, fordernde Hand vor seinem Gesicht konnte er irgendwie nicht ignorieren und zog mechanisch einen Schlüsselbund aus der Hosentasche, den er in diese Hand legte.
Frau Dr. Kassner konnte den Schlüssel auf Anhieb identifizieren und entfernte ihn vom Ring. Sie legte den Schlüsselbund auf die Ablage und öffnete nun ganz dreist seine Hose, um den Schlüssel auszuprobieren. Thomas kam das wie ein Traum vor, wie seine Kieferorthopädin da an seinem Hosenstall herumnestelte. Das Schloss schnappte auf und wurde sogleich wieder geschlossen, Frau Dr. Kassner lächelte zufrieden. Sie stand auf und ging zu einer Anrichte, wo sie Abdruckmasse anrührte. Momente später hatte Thomas statt seines Retainers zwei Abdrucklöffel im Mund.
Seine Kieferorthopädin verließ den Raum und kam nach ein paar Minuten zurück. Sie interessierte sich weniger für die Löffel als erneut für das Bügelschloss an seinem KG. Sie öffnete es erneut und ersetzte es durch ein anderes, das sie aus dem Büro geholt hatte. Sie hatte unerhörtes Glück, da es problemlos passte und sie nach dem Zuschnappen zur garantiert einzigen Schlüsselinhaberin machte. Sie ließ ihre Hand auf dem glänzenden Stahl liegen und ihre Fingernägel kratzen sanft über seine Haut.
„Sehr schön Herr Kassner. Wenn ich die Modelle fertig habe, können wir nächste Woche im Folgetermin Ihre angepasste Behandlung besprechen. In Anbetracht der veränderten Situation spielt das Honorar keine Rolle mehr und so werde ich die Behandlung mit der Prämisse fortsetzen, das ästhetisch optimale Ergebnis zu erzielen. In Ihrem Fall werden wir dabei an einer erneuten Multibandbehandlung nicht vorbeikommen. Da ich jeden ihrer Molaren dabei um bis zu eine Zahnbreite verlagern muss, geht das leider nur Schritt für Schritt und sehr langsam. Außerdem muss ich zur Abstützung auf alle verfügbaren Hilfsmittel zurückgreifen. Aber bei Ihrer Affinität zu Stahl, werden Sie kein Problem haben, sich an Ihren Headgear zu gewöhnen. Leider ist das wieder ein herausnehmbares Behandlungsmittel und ich bin da erneut auf Ihre Mithilfe angewiesen, aber mir schwebt da eine Lösung vor, mit der ich das sicherstellen kann. Aber die wird sicherlich einige Wochen in Anspruch nehmen. Am besten wir fangen gleich damit an, in dem ich sie zu einem Gläschen hier um die Ecke in der Bar einlade. Da können Sie auch gleich ein wenig Ihre Aussprache mit Ihrem jetzigen Retainer trainieren, sie scheinen das nicht oft getan zu haben.“
Sie schloss seine Hose, nahm ihm die Abdrucklöffel heraus, fuhr seinen Behandlungsstuhl soweit hoch, dass er den Mund ausspülen konnte und gab ihm seinen Retainer. Eine Viertelstunde später betraten sie zusammen die Bar, sie hatte sich auf dem Weg dahin bei ihm eingehakt und mit der anderen Hand in ihrem Manteltasche mit seinem Schlüssel gespielt. Ihr Gespräch dauerte dann noch bis halb eins und endete mit Zärtlichkeiten.
Zwei Wochen später trug Thomas erneut eine feste metallene Zahnspange mit einigen speziellen Extras. Nachts hatte er einen Gesichtsbogen zu tragen und am Tage für mindestens zwei Stunden eine spezielle, funktionale, lose Spange, mit der seine Muskulatur neu trainiert werden sollte.
Nach fast einem Monat Tragezeit erlebte er dann zum ersten Mal das Tripel, als er an einem sonnigen Samstagmorgen sowohl seine lose Spange als auch seinen Headgear öffentlich tragen musste. Sie hatte ihn schließlich die ganze Zeit in Sichtweite, als sie seine Wohnung in zwei Möbeltransporter verfrachteten. Einer fuhr dann zu einem Lagerhaus, wo sie erst einmal eingelagert wurden, während der andere als Ziel ihr Haus hatte, in das er mit einziehen würde.
Das hatte sie an dem alles entscheidenden Behandlungstermin gemeint, als sie gesagt hatte, ihr schwebe eine Lösung vor. Was ihr noch alles vorschwebte erfuhr Thomas erst nach und nach, aber es gefiel ihm und so verging die Zeit die bis zu seinem ersten Aufschluss durch sie wie im Flug, auch wenn es dem Kalender nach zehn Wochen wurden. Aber Zeit spielte für sie beide nun keine Rolle mehr.


MfG
Matt


118. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.06.09 15:03

Fifty words XLIII

‚Mach Dein Sonntagskleidchen nicht schmutzig’ bekam das Mädchen hintergerufen.
Sonntagskleidchen – glücklicherweise war Samstag – ihr üblicher Parksparziergang.
Erst morgen würde er sein Sonntagskleidchen tragen müssen.
Sie lächelte ihn an, ihre zarte Hand presste seine – sie dachte das gleiche.
Die einfache Lösung dieses ewigen Problems – ein zweites Sonntagskleidchen zum Spielen an Samstagen.

MfG
Matt

P.S.: Feedback welcome.


119. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.06.09 15:03

Fifty words XLIV

Sein Sitznachbar im Flugzeug blätterte im Herrenmagazin.
Schwarze Strapse - sein versiegelter Plastik-KG bohrte sich ins Fleisch.
Er war noch immer Mann – auch wenn sie ihn stetig umerzog.
Ihr Blick an ihm vorbei ließ sie lächeln - noch drei Stunden bis zum Duty-Free.
Schwarze Strapse – auf dem Anschlussflug trug er sie selbst.

MfG
Matt

P.S.: Feedback welcome.


120. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.06.09 15:04

Fifty words XLV

Gebraucht zu werden hatte er sich anderes vorgestellt – romantischer.
Er hatte dabei an Herzschmerz und Sehnsucht gedacht – an Glück.
Ihre Vorstellung war dagegen realistischer, animalischer, drastischer.
Sie schnallte befriedigt den Doppeldildo ab - gab ihm einen Klaps auf den KG.
Vom Küchentisch runterkommend strich er sein Zofenkleid glatt und spülte weiter.

MfG
Matt

P.S.: Feedback welcome.


121. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.06.09 15:05

Fifty words XLVI

Es goss wolkenbruchartig – niemand weit und breit zu sehen.
Die Lust überkam ihn, als Sissy aus der Wohnung zu stöckeln.
Er würde nass werden – das Abenteuer war es wert.
Als er die Haustür aufriss stand sie da – geflüchtet, untergestellt.
Mit Mülleimer haste er zweimal an ihr vorbei – sie lächelte – errötet.

MfG
Matt

P.S.: Feedback welcome.


122. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.06.09 15:05

Fifty words XLVII

Er knöpfte sein Hemd vorm Spiegel zu, es war phantastisch gewesen.
Ihre Hände glitten zufrieden über seine Lenden - sein bestes Stück
spannte die Anzugshose – unschön, sein KG war jedoch bereits bestellt.
Ihr Besitzzeichen aber glänzte schon jetzt im Sonnenlicht – kurz –
dann verschwand sein Halsring unter der Krawatte – Zeit zu arbeiten.

MfG
Matt

P.S.: Feedback welcome.


123. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.06.09 15:05

Fifty words XLVIII

Das Frauenpärchen lief komplett ausstaffiert an ihrem Cafetisch vorbei.
Unter ihren schwarzen Röcken rasselten ihre Schrittketten.
Fetish Convention - dieses Wochenende - ausgerechnet in ihrer Stadt.
Ihr Blick auf die Uhr – für heute zu spät – Zeit für ihre Sissy zum Rasenmähen.
Erstmalig im Röckchen im Garten – die Schrittkette – Übung für den Messebesuch.


MfG
Matt

P.S.: Feedback welcome.


124. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.06.09 15:06

Fifty words XLIX

Die grellen Spiegellampen flackerten, zündeten einen Flashback.
In seinem entkoppelten Gehirn zuckten augenblicklich Erinnerungsfetzen.
Ihr erste Nacht in ihrem Bett, völlig durchgeschwitzt, von ihr mit alten Nylons gefesselt.
Jene Nacht - echte Handschellen – in der sie ihm erstmalig seinen KG anlegte.
Er war zurück, mit dem Lippenstift abgerutscht – hässliche Sissy - wegwischen.

MfG
Matt

P.S.: Feedback welcome.


125. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.06.09 15:08

Zum 50. Male ´50 Worte´ in der Jubiläumsausgabe

Fifty words L

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Keuschheitsgürtel – geheim, verstanden - kalter Stahl.
Dominiert – Zofe, Rüschen, Strapse – erregt.
Highheels, Stöckl, Pumps, Lackclogs – lustvoll.
Halsring, Silberlächeln, Headgear, Schrittkette – Intimität.
Zofenkleid, Perücke, geschminkt – fremdes Spiegelbild.
Verborgen, verschlossen, kontrolliert, unterworfen – privat.
Röckchen, sissified, gezwungen – peinlich berührt.
Spange, Nähe, Zärtlichkeit – endlos geliebt.
Ängstlich, gefesselt, bewegungsunfähig, gezüchtigt – geborgen
Aufschluss, Erlösung, mein Leben – Maid.

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MfG
Matt


126. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.06.09 20:01

Weißwürschtl

Das morgendliche Wiegen an diesem Freitag hatte 80,9 Kilo ergeben, was abzüglich des KGs und der anderen Kleinigkeiten genau 80 Kilogramm machte. Thomas hatte den Wert mit Fettstift in das Diagramm getragen, das an der Badezimmerwand hing. Deutlich war darauf ein riesiger Hügel zu sehen gewesen, der bei knapp 95 Kilo im Januar begann und zwischenzeitlich 110 Kilo hoch gewesen war.

Damals hatte Julia einen Riesenstreit mit ihrer Freundin gehabt. Er hatte ihnen beiden den Tee serviert und war ungewollt zum Auslöser der ganzen Geschichte geworden. Katrin hatte ihn vorher noch nie so gesehen, wie damals, es war auch für ihn das erste Mal gewesen, dass jemand anderes als Julia in so zu Gesicht bekam. Julia und Katrin ticken gleich, kannten sich seit Ewigkeiten, waren ein Herz und eine Seele und so hatte Julia keinen Grund gesehen, ihn von seinen Wochenendverpflichtungen zu entbinden. Das French-Maid-Kleid hatte sie ihm extra zu Weihnachten geschenkt und sie war mächtig stolz darauf, dass es an ihm so saß, wie sie es sich erträumt hatte. Hochgeschlossen und züchtig, aber mit all den weißen Rüschen feminin und verspielt, sollte es Thomas gewahr werden lassen, dass er in ihrem Leben ab sofort eine neue Rolle zu spielen hatte.

Die war nicht von ungefähr gekommen. Seit dem letzten Sommer, als er sich ihr offenbart hatte, hatte sie ihn konsequent seinen Plastik-KG tragen lassen. Aber nur für ein paar Wochen, als sie sich selbst mit dem Gedanken anfreunden musste, eine völlig neue Beziehung zu ihrem Lebensgefährten einzugehen. Damals hatte sie sich schwer überlegt, die Beziehung ganz abzubrechen, da sie es als mangelndes Vertrauen angesehen hatte, dass er sie nicht gleich in seine geheimen Wünsche einbezogen hatte. Nur ihre tiefe Liebe und ein paar Chats im Internet hatten sie erkennen lassen, welch schweren Schritt er dann doch getan hatte, es ihr zu beichten und sie hatte ihm kurz darauf reumütig verziehen.

Als Zeichen ihrer Vergebung und gleichzeitig als eigene Reuebekundung hatte sie für ihn dann eine Überraschung vorbereitet, die ihn wahrlich glücklich gemacht hatte. An diesem Spätsommervormittag, einem Samstag, war sie mit ihm zu einem KG-Hersteller gefahren und hatte zusammen mit ihm seinen neuen KG abgeholt. Er passte dank Ihrer genau er- und übermittelten Maße auf Anhieb, und so konnten sie bereits nach einer Stunde sein neues Glück mit einem Sparziergang durch die örtliche Fußgängerzone besiegeln. Der Sparziergang hatte auch einen praktischen Grund gehabt, aber ein Nachbessern war nicht nötig gewesen und so war der Kontrolltermin beim Hersteller zwei Stunden später eine reine Formalie gewesen.

Der Herbst und Winter hatten, dank seines neuen Höschens, zu einer völlig neuen, spannenden und lustvollen Beziehung geführt, von der auch Julia über die Maßen profitierte. Sie hatte es erlebt, als sie ihn das erste Mal aufschloss. Das war eigentlich, laut Hersteller, für den zweiten Sonntag nach Abholung geplant gewesen, aber sie hatte, leicht schmollend, daraus vier gemacht. Aber was sie dann an dem Samstagabend erlebt hatte, hatte sie fast alle Zweifel vergessen, alle Ängste verschwinden lassen und sie hatte erkannt, zu welchem Schatz der Schlüssel gehörte, den sie dann Sonntagmorgens nach dem Verschluss in der Hand hielt. Ihre restlichen Zweifel verschwanden, als sie ihn kurz vor Weihnachten dabei erwischte, wie er ihre Unterwäsche trug. Sie hatte schon seit der vorhergehenden Wäsche ihren schwarzen Seidenslip vermisst, der dann mittags, bei einem ungeplanten Lustanfall ihrerseits, unter seiner Hose zum Vorschein gekommen war. Ab dann gehörte er sowieso ihm und sie überwand sich, in einigen Dessousläden weitere Spitzenstückchen in seiner Größe unter verständnislosen Blicken der Verkäuferinnen zu erstehen. Ab dann mied Julia diese Läden, wenn es um ihre eigenen Accessoires ging, da dieses Größenwirrwarr die Verkäuferinnen endgültig verduzt hätte.

Von da an musste er ständig Feinwäsche tragen – bis Heiligabend. Julia hatte ihm zahlreiche Pakete unter den imaginären Weihnachtsbaum gelegt, der lediglich aus einem größeren Gesteck bestand. Sie hatte es an der Zeit gefunden – und ihr gemeinsamer Weihnachtsurlaub kam ihr gerade recht – dass er sich auch in Sachen Oberbekleidung seinen Neigungen fügen sollte. Da die Überraschung auf alle Fälle gelingen sollte, hatte sie mehrere Schuhpaare bereitliegen, so dass sie die falschen Größen nach dem Fest zurückschicken konnte. Ab dieser Bescherung hatte Thomas, mit wenigen Ausnahmen, in jeder freien Minute seinen neuen Dress getragen. Die ganzen zwei Urlaubswochen und auch jenes eben genannte Wochenende, an dem er Katrin so unter die Augen hatte treten müssen. Er hatte sich schnell wieder aus dem Zimmer begeben wollen, aber Katrin hatte darauf bestanden, ihn genau zu betrachten. Ein Viertelstunde später war er entlassen worden und hatte nur durch die geschlossene Tür den Streit der beiden – der Lautstärke nach aber nicht inhaltlich – vernehmen können. Als Katrin dann ging, herrschte wieder eitel Sonnschein und für ihn begann am nächsten Tag jenes Mästen, dass im Diagramm an der Badezimmerwand festgehalten war.

Die ersten drei Monate änderte Julia seinen Speiseplan dahingehend, dass sie ihm abends große, leckere, fettige Portionen seiner Lieblingsspeisen vorsetzte. Besonders ungewöhnlich war gewesen, dass sie stets darauf bestand, dass er aufaß. Auch beim Weizenbier ließ sie ihm freie Hand und wenn der Bierkasten zur Neige ging, hatte sie bereits stets einen neuen besorgt. Das Einzige, was seine Lust am ungehemmten Schlemmen in dieser Zeit störte, waren zwei Dinge. Sein KG, der sich nur unwesentlich in der Taille erweitern ließ und das Mieder, dass er darunter auf ihren Ratschlag hin trug, um keine Scheuerstellen zu bekommen. So war es bis zu jenem Tag, als er die 110 Kilo überschritten hatte, fröhlich weitergegangen, aber es war ihm im Unterbewusstsein irgendwie klar gewesen, dass es so nicht endlos weitergegangen wäre. An jenem Morgen nämlich verkündete sie ihm, dass er ab sofort auf Diät, sie seine Schwabbelwampe leid sei und er ohne absolviertes Fitnessprogramm erst gar nicht ins Bett kommen bräuchte. Für Thomas war der Sinneswandel überraschend und heftig gekommen, aber sie hatte eiserne Argumente, ihren Willen zu bekommen und so hatte er sich fügen müssen. Das Leidliche an der Sache war natürlich, dass es langwieriger und schwieriger war, die Pfunde wieder los zu werden, aber Julia achtete penibel auf die Kurve und duldete nur eine Richtung, nach unten. Ihr verordnetes Fitnessprogramm war recht einseitig, Bauch, Beine, Po und wenn Thomas zum Ausgleich andere Körperpartien trainieren wollte, bekam er gleich die rote Karte.

Endlich kam sie nach Hause und ihr Blick war voller Erwartung und Vorfreude. Sie hatte bereits jeden Tag mit dem Unterschreiten der von ihr gesetzten Gewichtsgrenze gerechnet und sie bekann zu strahlen, als er ihr bestätigte, dass er bei 80 Kilo netto sei. Sie küsste ihn und ihre Hand glitt zuckend in seinen Schritt. Sie verloren keine Zeit und gingen ins Bad, wo er sich ausziehen durfte. Die Waage zeigte nur noch 80,7 Kilo und Julia begann vor Erregung zu beben. Sie zückte den Schlüssel, befreite ihn von seinem KG, durchtrennte mit einer Nagelschere die Schnüre seines Mieders und drängte ihn auf das Bett. Halb an-, halb ausgezogen vernaschte sie ihn und ergötzte sich an seinem von ihr geformten Körper. Sein Arsch war knackig, sein Sixpack wohlgeformt, seine Lenden versprachen unendliche Lust, sie war im Himmel.

Thomas sah das ein wenig anders, er sah sich selbst immerhin zum ersten Mal seit langer Zeit wieder nackt. Julia hatte mit seinem Bauch und Po Recht, sie waren wirklich erstklassig wenn auch aschfahl, nur sein Oberkörper, ebenfalls aschfahl, passte nicht. Ohne die Einschnürung durch das Korsett schwabbelte alles hin und her und bildete hässliche Hautfalten. All die Monate war das unter seiner schwarzen Maid-Tracht nicht aufgefallen, aber jetzt sah es nur abstoßend aus. Julia, als sie von ihrer privaten Wolke wieder herabgestiegen war, erkannte seinen Blick und lächelte. Sie gab ihm einen innigen Kuss und griff mit beiden Händen beherzt zu. Was sie dabei ergriff war in ihren kühnsten Träumen nicht so schön herrlich weich und groß gewesen, aber da waren sie, gleichmäßig und mächtig – Brüste. Sie konnte ihr Glück kaum fassen, es war Freitagabend und sie musste daher in ihrer unermesslichen Lust nicht erst auf das Wochenende mit der Überraschung für ihn warten. Alles sollte so werden, wie sie es sich immer gewünscht hatte, seit damals, als sie in dieser Gesundheitsfachzeitschrift den Artikel über die Folgen starker Gewichtsabnahme gelesen hatte.

Sie küsste ihn, ließ ihn auf dem Bett liegen und holte seinen KG nach einer Reinigung aus dem Bad. Bevor sie ihn ihm wieder anlegte, öffnete sie ihren eigenen Kleiderschrank und holte aus der entsprechenden Box, seine Schenkelbänder und die Schrittkette. Thomas mochte sie nicht allzu sehr, aber Widerstand war zwecklos und es war ohnehin egal, da er am Wochenende seine Zofentracht ohnehin würde tragen müssen. Nach wenigen Minuten war er untenherum wieder in seinem gewohnten Zustand. Die Tatsache, dass sie ihm sein Mieder nicht wieder angelegt hatte, immerhin waren die Schnüre zerschnitten, erfreut ihn ungemein. Die schwarze Tracht war auch ohne dieses Wäschestück ungemein eng. Als sie erneut vom Schrank zurückkam, trug sie unerwartet eine große Schmuckbox, die er öffnen sollte, so etwas hatte sie zuvor noch nie gemacht. Zum Vorschein kam ein Stahlhalsband mit Ring in das links davon das Wort ´Zofe´ und rechts davon ´Amrei´ eingraviert waren. Sie nahm es heraus und legte es ihm an. Während sie die winzige Inbusschraube festzog, erklärte sie ihm, dass dies sein künftiger Name als Zofe sei, die Zeiten von ´Zofe Thomas´ seien endgültig vorbei und der Halsring stetige Ermahnung.

Amrei schluckte, was problemlos ging, als sie sich ausmalte, dass sie künftig nicht mal eben die Krawatte im Büro würde lockern können. Mit ihrem Aussehen zufrieden, erhob sich Julia erneut und holte nun zum letzten Schlag aus. Aus einer schwarzen Schutzhülle zauberte sie ein rot-weiß-blaues Dirndl. Amrei war sprachlos, als sie es sah. Sie musste sich vor den Spiegel stellen, als Julia ihr den weißen Halbschalen-BH anzog. Ihre schwabbelige Oberweite füllte ihn mehr als üppig aus. Die folgende Dirndlbluse war hinten geknöpft, was Julia ausgesprochen gerne tat, aber den eigentlichen Effekt erzielte sie durch die Schnürung an der Vorderseite. Mit ihren kurzen Puffärmeln und dem weiten Ausschnitt betonte sie geradezu atemberaubend Amreis Dekollete. Ihre schwabbeligen Hautlappen, Weißwürschtln ähnlich, die vom BH gestützt wurden, wurden nun prall und straff und bildeten zusammengepresst eine Busen, auf den jede zweite Frau neidvoll geblickt hätte. Julia zog noch weiter und erst als die Rippen heftigen Widerstand leisteten endete sie ihr Werk mit einer Schleife. Die roten Satinschleifen am eigentlichen Dirndlmieder waren dann lediglich Dekoration und sollten die Blicke weg von Amreis knielangem Rocksaum lenken. Kaum hatte ihre Herrin das letzte Band festgezogen, durfte sie in lackrote, relativ flache Pumps steigen, die das Gesamtkunstwerk abrundeten und sich nicht bewegen.

Nach einer halben Stunde kam Julia wieder, sie hatte sich ein wenig vom Anziehen er- und ihre Kamera geholt. Aber in Wahrheit hatte sie die alte Medizinzeitschrift herausgeholt, die Bilder darin mit ihren frischen Eindrücken verglichen, sie geküsst, geherzt, sich befriedigt und sie dann wieder weggelegt. Dank ihrer war sie damals auf die Idee der Mästung und nachfolgenden Diät gekommen, die bei Amrei so prächtige Resultate hervorgerufen hatte und die bei normalen Patienten, besonders bei männlichen, höchst unwillkommen waren.

Amrei war das Fotografieren recht unangenehm, aber Julia hatte sie schon so oft in ihrer Zofenuniform abgelichtet, dass es nichts Neues für sie war. Weitere Bilder folgten in den beiden folgenden Tagen. Das Wochenende verlief dann aber in gewohnten Bahnen, nur lustvoller, intensiver, aufreizender.

Dass sie diesmal die Bilder für einen anderen Zweck brauchte, verschwieg ihr Julia bis zum Mittwoch. Das schönste Bild von Amrei im Dirndel hatte sie inzwischen auf Einladungskarten an ihre eigenen Eltern und an Katrin gedruckt. Diese waren für das darauf folgenden Wochenende eingeladen und Julia wollte ihnen endlich reinen Wein über ihre Beziehung zu Amrei einschenken. Katrin sollte Amrei vorher noch zu Gesicht bekommen – als Generalprobe – und sich selbst davon überzeugen, dass aus dem hässlichen schwarzen Entlein ein stolzer, blau-weiß-roter Schwan geworden war. Julias künftige Schwiegereltern sollte Amrei zu gegebener Zeit dann selbst einladen, aber auch diese Einladungskarte lag mit einem schönen Sommerfoto von ihr bereits fertig in Julias Schublade.

The end


MfG
Matt

Kommentare sind hier ausdrücklich willkommen.

127. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 23.06.09 20:45

Fifty words LI

Pissoir – dieses Wort würde für ihn bald Verheißung bedeuten – er schluckte.
Entsetzt blickte er auf seine klavierlackfarbenen Bleistiftabsätze.
Das schwarze Etuikleid war ganz hochgeschoben – sein erster KG glänzte.
Die Knie ungewöhnlich hoch, klimperte dessen Schrittkette am Beckenrand.
Sissy Maid hatte er sein wollen – jetzt spürte er die Bedeutung seines Wunsches.

Mit freundlichen Grüßen
Matt


128. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.06.09 23:20

Fifty words LII

Eine ausgesprochen dämliche Idee – der Teufel musste ihn geritten haben.
Privat und intim hieß automatisch – nicht den Balkon betreten.
Sie war unerwartet da und flink gewesen – Kamerahandys eben.
Am nächsten Abend hatte sie geklingelt, den Ausdruck parat.
Seitdem war der Schlüssel weg und er jeden Abend so – als ihre Sissy.

MfG
Matt


129. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.06.09 23:21

Fifty words LIII

Niemand kann eines Anderen Eigentum sein – so ist es Gesetz.
Als er auf der Streckbank fixiert wurde, dachte er daran.
Er spürte die Hitze, seine Angst, die Endgültigkeit des Augenblicks.
Ihr Branding – sauber und tief, ihre Hand – sicher und schnell,
strich nun zufrieden über seinen KG – beides für die Ewigkeit.

MfG
Matt


130. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.06.09 23:22

Fifty words LIV

Als sie ihn kennenlernte, schämte er sich wegen seiner Zahnspange.
Sie fand das süß und verschloss ihn kurz darauf in einem KG.
Inzwischen trägt er ständig einen losen Retainer – ohne Scham.
Wenn sie dann doch aufkommt, dann kuriert sie ihn mit Schrittkette
und Röckchen und einem langen Sparziergang am Sonntagnachmittag.

MfG
Matt


131. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.06.09 23:23

Fifty words LV

Sie hatte sich in Schale geschmissen – schwarzes Lack-Maidkleid,
Highheels und ein KG ohne Schrittkette – die mochte sie nicht.
Leicht beschwipst alberte sie vor ihm herum und traktierte sein bestes Stück.
Zwei Stunden später war der Zauber vorbei. Er hingegen würde so wieder
den ganzen nächsten Monat herumlaufen – abends – mit Schrittkette.


MfG
Matt

132. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von drachenwind am 24.06.09 23:27

Zweimal das gleiche?
Wohl falschen Text erwischt!
133. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.06.09 00:07

Zitat
Zweimal das gleiche?
Wohl falschen Text erwischt!


Hallo drachenwind!

Danke für den Hinweis, hab´s korrigiert.

MfG
Matt
134. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.06.09 00:10

Und hier der ursprüngliche Text, der geposted werden sollte

Fifty words LVI

Statt seiner wöchentlichen Heimfahrt hatte sie ihn in seinem Projekthotel besucht,
seine Maiduniform mitgebracht und sich herrschaftlich verwöhnen lassen.
Zur Belohnung durfte er mit ihr am nächsten Morgen saunieren – ohne KG.
Ihre Kleidung wurde inzwischen feinsäuberlich vom Roomservice aufgeräumt.
Am Montagmorgen lächelten sie ihn – schwarz mit weißer Schürze – wissend an.

MfG
Matt


135. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 28.06.09 22:25

Fifty words LVII

Seit einer Stunde versuchte er die perfekte Schleife zu binden.
Es war umständlich, sie war hinten an seiner Maid-Uniform.
Der weiße Spitzenstoff war dick und erstklassig gestärkt.
Wenn sie erneut schief sein würde, würde seine Herrin sie binden und
er würde sie auch am Sonntag tragen – beim Besuch seiner Eltern.

MfG
Matt

136. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 28.06.09 22:25

Fifty words LVIII

Block-, Stift oder Keilabsätze, darum kreiste alles seit einer Stunde.
Auf dem Boden lag ein Dutzend Schuhe in Übergröße.
Die Verkäuferin hatte längst ihre Fassung und Sicherheit wiedergefunden.
Links in lackschwarz, rechts in knallrot, drehte er sich vor dem Spiegel.
An seinem Minirock zupfend litt er unter seiner triumphierenden Herrin.

MfG
Matt

137. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 28.06.09 22:26

Fifty words LIX

Er hatte soeben ihre Wette verloren, also musste er sie am nächsten
Wochenende selbst tragen. Sie waren auf dem Flohmarkt einer Frau
mit alten roten Toefflern begegnet. Clogs die seit Ewigkeiten nicht mehr
produziert wurden. Sie lächelte zufrieden, wieder ein Schritt auf dem
Weg, ihn zu ihrer Sissy zu machen.

MfG
Matt

138. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 28.06.09 22:26

Fifty words LX

Komm jetzt, Karin – er blickte entsetzt, die Verkäuferin war irritiert.
Seine Herrin war in Eile, verärgert, unkonzentriert als sie aufblickte.
Sie sammelte sich, um zu begreifen, was sie soeben gesagt hatte.
Kurzeitig verlegen, bekam ihr Mund nun einen entschlossenen Ausdruck.
Komm jetzt, Karin – Dein neues Zofenkleid gibt’s im nächsten Laden.

MfG
Matt

139. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 28.06.09 23:05

Fifty words LXI

Mein Dienstmädchen – er hasste ihre Bezeichnung für ihn.
Sie hatte ihm die neue Putzfrau verschwiegen, die sie herumführte.
Ihre Vorstellung überraschte ihn daher – korrekt als Maid uniformiert – beim Bügeln.
Die Studentin – auffallend hübsch – blieb förmlich, vermied erfolglos ein Grinsen.
Sie saß in seinem Mittwochstutorium – sein Semesterschein war ihr nun sicher.

MfG
Matt

140. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 28.06.09 23:20

Fifty words LXII

Draußen tobte ein Wintersturm, er ignorierte es – vor dem Kamin.
Soeben hatte er das Thermoelement seiner Selbstbondage aktiviert.
Nach gut zwei Stunden würde ihn das schmelzende Eis wieder befreien.
Höchst erregt sah er die Wassertropfen fallen – das Fenster klirrte.
Man fand ihn zwei Tage später – beim Orgasmus erfroren – im Schnee.

MfG
Matt

141. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 06.07.09 10:03

Fifty words LXIII

Sie hatte bei den Push-Up-Polstern nicht gespart – das war unübersehbar.
Ihr Knie in seinem Rücken nahm ihm die Luft – Möpse.
Der Korsettstoff formte ein Tal und Hügel – ein Riesendekollete.
Seine Hände krallten sich um das lose schlackernde Metall.
Sie lächelte und stellte ihrer Sissy den KG enger um die Wespentaille.

MfG
Matt


142. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 06.07.09 10:03

Fifty words LXIV

Er hatte diesen Semesterferienjob über seinen SM-Stammtisch bekommen.
eine geile Idee, Spaß und Geldverdienen im Club-Ressort zu kombinieren.
Er servierte den gutsituierten Damen unter den Sonnenschirmen kühle Drinks.
In ihren knappen Bikinis machten sie ihm lächelnd und zupfend eindeutige Angebote,
dann wurde es unerträglich – geil verschlossen im KG und Serviererinnenröckchen.

MfG
Matt

143. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.07.09 08:21

Fifty words LXV

Sanft küsste sie ihn auf die Stirn – er verstand es nicht.
Sie hatte immer soviel Wert darauf gelegt, gleich groß zu sein.
Als sie hereinstöckelte, hielt sie des Rätsels Lösung in der Hand.
Neun Zentimeter bleistiftdünne Absätze – seine neuen Pumps.
Nachdem die Schlösser einrasteten, fanden sich ihre Lippen - auf Anhieb.

MfG
Matt


144. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.07.09 08:21

Fifty words LXVI

Seine Entscheidung zwischen den beiden hingehaltenen Schlüsseln war einfach,
und einen Augenblick später war er seine vier Inch Highheels endlich los,
er hätte sie in seiner kommenden Urlaubswoche problemlos tragen können.
Sie lächelte zufrieden und nahm ihm den Schlüssel wieder ab,
der andere – sein KG-Schlüssel – zeigte bereits Anzeichen von Flugrost.

MfG
Matt


145. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.07.09 08:21

Fifty words LXVII

Seine devote Neigung kannte sie, lag er doch gefesselt unter ihr auf seinem Bett.
Als ihr heftiger Ausritt eines Abends jedoch mit einem Kleiderschrankkollaps endete,
fand sie seine wahre Natur heraus - bei der spontanen Suche in dem Trümmerberg.
Seitdem ist er KG-Träger und außerhalb seines Jobs auch ihre vollkommene Sissy.

MfG
Matt


146. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.07.09 08:22

Fifty words LXVIII

Er hatte sie und – als Nachfolger ihres Vaters – die Firma geheiratet.
Sie hatten sich online gefunden – ihre Neigungen exakt passend.
Am Morgen nach ihren Flitterwochen sollte er übernehmen.
Er wusste, er würde stets einen KG tragen – die Schrittkette kam unerwartet.
In das Erbe seines Amtsvorgängers war eingraviert – Kammerzofe der Patriarchin.

MfG
Matt


147. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.07.09 08:22

Fifty words LXIX

Pleasantville – morgens lief Edgar verschämt stets dunkelgrau an – ein Aussätziger.
Die Epidemie der Bunten – seine Frau lächelte ihn mit blutroten Lippen neckisch an.
Von Kindern abgesehen war er der einzige graue Weltliche.
Man tuschelte bereits – er sei impotent, Single oder Priester.
Die Wahrheit war – er war ihr Cuckold im Keuschheitsgürtel.

MfG
Matt


148. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.07.09 08:23

Wochenendende

Sie standen gemeinsam vor dem bodenlangen Spiegel im Schlafzimmer. Es war Thomas´ erstes Wochenende als Thea´s Sissy gewesen. Seit Freitagnachmittag steckte er in seinem nagelneuen Kostüm, das am gleichen Tag mit der Post gekommen war. Seinen KG hatte er schon zwei Wochen eher per Post erhalten und zuerst stundenweise dann auch mal einen ganzen Tag oder über Nacht getragen. Aber den vollen Kick hatte er erst am Freitag gehabt, als er sich das erste Mal als Sissy in einem schwarzen, knielangen Kleid mit weißer Schürze, Puffärmeln, Highheels und Halsring gesehen hatte.
Seine Frau hatte den Anblick ebenfalls genossen und ihn angehalten, den Rest des Wochenendes ebenfalls so herum zu laufen. Er hatte sich brav daran gehalten, auch als Thea Samstagmorgen für sie eingekauft und er allein zuhause sich um die Wochenendreinigung gekümmert hatte. Sanft strichen nun ihre Hände über seine eingeschnürte Taille und sie ließ abwechselnd eine Hand zwischen seine Beine gleiten, soweit es sein enges Kleid zuließ.
"OK, Arme auseinander."
Sein Kleid hob sich ein wenig und sie schob es noch ein Stück weiter nach oben, so dass sie das kleine Bügelschloss mit dem Schlüssel an ihrem Schlüsselbund öffnen konnte, das seine Schrittkette fest verschlossen hatte. Als sie dies geschafft hatte, stellte sich Thomas ein wenig breiter auf, was wegen des hochgeschobenen Kleids nun auch ging. Als nächstes öffnete Thea den Reißverschluss auf seinem Rücken, ließ ihn mit aus Ärmel herausschlüpfen und anschließend daraus heraustreten. Bevor sie ihn weiter auszog, hängte sie das Maid-Kleid ordentlich auf einen Bügel und dann – in seinen Schrank. Thomas machte ein fragendes Gesicht, aber sie betonte, das sei schon richtig, schließlich sei es seins.
Als nächstes zog sie ihm den Spitzen-BH aus und drängte ihn, sich vor den Spiegeltisch zu setzen, wo sie ihn abschminkte. Thomas war erleichtert, als er sich endlich wieder ohne die Creolen und die ganze Farbe im Gesicht sah. Normalerweise hatte er abends bereits einen leichten Bartschatten, aber er hatte sich nachmittags noch einmal rasiert und gepudert, so dass selbst jetzt nach der Reinigung keine Stoppeln zu sehen waren.
Das Entfernen des Nagellacks dauerte ein wenig länger, aber auch den konnte Thea problemlos und gekonnt spurenlos entfernen. Das einzige, was jetzt noch im Spiegel sein Wochenendvergnügen preis tat, waren der Halsring und das Korsett, das sich fest um seine Hüfte mit den Extra-Pfunden presste.
"Fertig!"
"Prima. Ich freue mich schon darauf endlich wieder aus diesem Gestänge zu kommen. Oder machst Du erst die Fußnägel?"
Thea sah ihn irritiert an. Natürlich hatte sie ihm auch die Fußnägel lackiert, damit sie in den offenen Highheels gepflegt aussahen.
"Wozu?"
"Wie? Wozu? Ich dachte wir beseitigen alle Spuren?"
"Haben wir doch!"
"Und der Halsring?"
"Fällt unter Deinem Kragen und der Krawatte überhaupt nicht auf."
"Aber das Korsett sieht jeder unter meinem Hemd."
"Stimmt. Deswegen habe ich Dir am Samstag ein paar neue Hemden gekauft, die blickdicht sind."
"Das heißt ..."
"Das heißt, dass Du natürlich morgen auch die Seidenstrümpfe tragen wirst. Also all das, was Du gerade anhast. Und damit Du Dich nicht erkältest, habe ich Dir noch diesen Seidenmantel besorgt.“
"Aber wenn mich jemand ..."
"Niemand wird etwas merken. Na ja, höchstens wird Deinen Kolleginnen auffallen, dass Deine Hüfte schmaler geworden ist, aber das stört Dich doch nicht, oder?“
"Und die Schenkelringe, die zeichnen sich doch unter der Stoffhose ab!"
"Nein mein Schatz, werden sie nicht. Aber Du kannst gerne auch einen Rock tragen, ich habe extra noch einen gekauft, der etwas kürzer ist. Schließlich gefiel mir, was ich da sah und wollte davon mehr sehen."
Thomas lief rot an und verzichtete auf weitere Einwände. Zwanzig Stunden später war er wieder daheim und eine halbe Stunde später wieder im gleichen Zustand wie am Sonntagabend. Niemand hatte im Büro etwas gemerkt, jedenfalls hatte er sich das fest eingeredet. Nur die neue Praktikantin hatte ihn plötzlich so freundlich angelächelt, vielleicht lag es daran, dass auch sie ein Schnürkorsett trug – allerdings über ihrer Bluse.

MfG
Matt


149. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.07.09 22:18

In Form gespritzt

Ralf trainierte seine Muskeln nur noch ab. Er hatte sich in eine Zimmerecke ein Multifunktionsgerät gestellt, seitdem er ihr zuliebe nicht mehr ins Fitness-Studio ging.
Na ja, eigentlich ging er nicht mehr hin, weil er seit damals ständig einen KG trug, den er im Studio hätte schlecht verstecken können. Damals, das war, als er sich beim Bankdrücken einen beidseitigen Muskelanriss in den Brustmuskeln zugezogen hatte. Eine überaus schmerzhafte Angelegenheit, die ihn auch zwei Wochen aus seinem Job katapultiert hatte.
Damals hatte Ingrid ihn vor die Wahl gestellt, entweder Fitness-Studio oder sie. Er hatte sich für sie entschieden und sie hatte es ihm kurz danach mit dem KG gedankt. Zugegeben, er stand auf diese Spielchen und er konnte dem KG-Tragen auch selbst etwas abgewinnen. Sie hatten weiterhin mehrfach die Woche Sex, jedenfalls Ingrid, wenn er sie wieder einmal nach allen Regeln der Kunst mit allen greifbaren Dingen, außer seinem Prachtstück, beglücken durfte. Er jedoch konnte froh sein, wenn er einmal im Monat seinen KG zwecks Orgasmus ablegen durfte.
Vor drei Monaten hatte Ingrid dann damit angefangen, ihm Seidenunterwäsche zu kaufen. Anfangs noch weiß und dezent, inzwischen aber entweder rot oder rosa und stets reich verziert. Selbst jetzt beim Workout trug er Damenwäsche, so wie sie es angeordnet hatte. Zuhause durfte er nur noch als Zofe herumlaufen, zur Arbeit trug er Gottseidank nur Damenunterwäsche, wobei er im gerade beginnenden Sommer auf den BH verzichten durfte, aber das konsequent. Ingrid steckte den Kopf zur Tür rein.
„Fertig?“
„Nein, aber ich kann jederzeit aufhören.“
„Gut, dann komm ins Schlafzimmer.“
Ralf ahnte, dass sie wieder etwas mit ihm vorhatte, aber er vertraute ihr und so folgte er ihr willig, legte sich wie gewünscht, nachdem er sich ausgezogen hatte, auf das Bett und ließ sich in gespreizter Form festschnallen.
„Ralf, ich bin ehrlich gesagt, sehr zufrieden mit Deiner Entwicklung, Du wirst von Tag zu Tag weicher und femininer und darauf bin ich sehr stolz.“
„Bitte.“
„Und um Dich zu belohnen, möchte ich Dich heute auf dem Weg, meine Sissy zu werden, auf besondere Art und Weise unterstützen.“
„Das ist lieb von Dir, aber wie …“
„Wie ich das machen will? Liebling, dazu muss ich Dir etwas verraten. Etwas über Dich.“
„Über mich? Ein Geheimnis, das ich nicht weiß?“
„Ja, Liebling.“
„Na dann bin ich mal gespannt.“
Ingrid strich im sanft über die Brust und über die kleinen, feinen Operationsnaben, die jedoch kaum zu sehen waren.
„Du trägst regelmäßig Deine BHs, leider nicht ständig, aber das hätte sich ja zum Winter hin geändert. Aber diese BHs sind überdimensioniert, sie passen nicht, Du hast sie gefüttert, aber selbst Körbchengröße A füllst Du nicht aus.“
„Ja, das ist wahr.“
„Ja, das ist wahr. Aber was wahr ist, muss nicht wahr bleiben. Man kann es ändern – Schrittweise – und somit eine neue Wahrheit schaffen.“
„Vielleicht, aber nicht bei mir.“
„Oh doch.“
„Du weißt doch was die Ärzte damals sagten. Sehen Sie zu, dass alles ordentlich verheilt, und dass wir nie wieder an die Stelle müssen, sonst müssen wir ihnen da Gewebe wegschneiden.“
„Ich weiß.“
„Also.“
„Aber das ist das Geheimnis.“
„Verstehe ich nicht.“
„Niemand muss bei Dir noch einmal etwas schneiden.“
„Sondern.“
„Susanne hat damals alles vorbereitet.“
„Susanne?“
„Ja, Susanne. Sie war mit im Ärzteteam und hat alles was nötig war getan.“
„Wie, was nötig war.“
„Na, damit Du eines Tages wunderschöne Brüste bekommst.“
„Sie hat was?“
„Warte, ich zeige es Dir. Halt still.“
Ingrid griff nach einer Plastikflasche und sprühte nun Ralfs Brust ein. Es roch nach Alkohol, gepaart mit dem typischen Geruch von Desinfektionsspray. Als sie alles eingerieben hatte, streifte sie sich gepuderte Latexhandschuhe über und zauberte aus einer Schachtel eine große Spritze hervor.
„Was ist das?“
„Kochsalzlösung.“
Die Spritze hatte bestimmt ein Fassungsvermögen von einem halben Liter und eine gut fünf Zentimeter lange Nadel. Diese stieß Ingrid nun vorsichtig von unten in seine linke Brust. Immer tiefer glitt die Nadel und Ralf hoffte inständig, dass Ingrid wüsste, was sie tat, aber da sie examinierte Krankenschwester war, war die Wahrscheinlichkeit sehr groß. Ein zweites Mal presste sie mit mehr Kraft und zog dann gleich an der Spritze. Sie lächelte, als sie eine leicht bläuliche Färbung am Boden der Spritze sah. Sie hatte genau das Kissen getroffen, das Susanne ihm vor seinen geflickten Muskel platziert hatte. Langsam presste sie nun das Kochsalz durch die Kanüle, Milliliter für Milliliter verschwanden jetzt unter seiner Haut. Es dauerte, bis er zum ersten Mal eine leichte Spannung verspürte. Die Haut um seine Brustwarze war nun deutlich gestrafft, aber noch elastisch und nicht zum Zerreißen gespannt. Das war auch gut so, denn die Hälfte der Spritze musste noch den Weg unter seine Haut finden.
Eine scheinbar kleine Ewigkeit später war es vollbracht und die Spritze komplett leer. Ralfs linke Brust war nun so schmerzempfindlich, dass selbst ihr liebkosendes Streicheln wie Nadelstiche brannte.
„Du bist so tapfer.“
Im höchsten Maße erregt, fand er darauf keine passende Erwiderung und außerdem war Ingrid bereits mit der zweiten Spritze zugange, die sie wie in Trance völlig sachgerecht handhabte.
Eine halbe Stunde später machte sie seine Arme vom Bett los und streifte ihm einen sanft gepolsterten Stütz-BH über, bevor sie auch seine Fußfesseln löste.
„Schau Dich im Spiegel an. Wunderschön.“
Ralf schritt zum Badezimmerspiegel im angeschlossenen Badezimmer und lief rot an. Was er da sah, war bestimmt eine satte B, wenn nicht gar soeben eine Körbchengröße C. Jedenfalls kaum mehr als trainierte Sportlerbrust herunterzuspielen.
„Gefallen sie Dir?“
„Sie … sie … sie sind so groß, so unwahrscheinlich groß, riesig.“
„Na, jetzt übertreib nicht. Das war nur die Menge, mit der man normalerweise die Haut vordehnt. In drei Monaten kommt dann die eigentliche erste Füllung.“
„Was soll das heißen?“
„Na dass Du in drei Monaten noch einmal die gleiche Menge gespritzt bekommst und in sechs Monaten die letzten Einheiten. Erst dann sind die Implantate korrekt gefüllt.“
„Aber dann habe ich ja Riesentitten!“
„Nein, eine für Deine Körpergröße angemessene Körbchengröße D.“
„Aber, die kann ich ja unter keinem Hemd mehr verstecken.“
„Teilweise. Du wirst Maßhemden tragen und mit abgebundenen Brüsten würdest Du in etwa wie früher aussehen, als Du noch richtig trainiert hast. Vielleicht kannst Du Deine alten Anzüge wieder tragen.“
„Und was ist, wenn ich sie nicht abbinde, dann baumeln da zwei Riesenglocken.“
„Ja, zwei wunderschöne, gleichförmige, ebenmäßige Monstertitten, um die Dich jede Frau beneiden wird.“
„Eben.“
„Na, dann werden wir sie eben hoch schnüren, Dich in ein Dirndl stecken und Dir eine Rüschenbluse kaufen, die Dein Dekolletee dann voll zu Geltung bringt.“
„Und wenn mich dann einer meiner Kollegen so sieht.“
„Keine Angst, keiner Deiner Kollegen wird Dich so sehen, vielleicht Deine neuen Kolleginnen.“
„Meine neuen Kolleginnen? Was soll das denn heißen?“
„Das soll heißen, dass Du in sechs Monaten nicht mehr bei Deiner Firma arbeitest.“
„Wieso das jetzt?“
„Das ist mein Geheimnis!“
„Dein Geheimnis?“
„Ja, jedenfalls war es das bis jetzt. Also ich … ich bin im dritten Monat schwanger, Zwillinge, und in sechs Monaten wirst Du in Elternzeit gehen, Dich mit anderen Müttern, Deinen neuen Kolleginnen, beim Spazierengehen amüsieren können, während ich die Stelle vom Maier übernehme, der dann in Rente geht. Das ist der Karriereschritt, auf den ich die ganze Zeit gewartet habe, aber nun fügt sich ja alles Stück für Stück wie ein Puzzle zusammen.“
„Zwillinge? Jetzt?“
„Ja, und Du wirst die beste Maid, Zofe, Amme, Babysitterin sein, die ich mir vorstellen kann. Ich liebe Dich so sehr.“
„Aber …“
Den Rest konnte er nicht mehr sagen, da sie ihn inzwischen leidenschaftlich küsste. Aber es wäre sowie vergebens gewesen, denn es trat dann alles genau so ein, wie sie es beschrieben hatte. Nur eines hatte sie unerwähnt gelassen, nämlich dass sein KG und die Schrittkette, die irgendwann stets zwischen seinen Schenkeln baumelte, wöchentlich aufgeschlossen wurden, da sie sich unbedingt weitere Kinder wünschte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ende


MfG
Matt


150. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.07.09 22:20

Fifty words LXX


Es klingelte, den Reißverschluss hatte sie strafhalber verklebt, er schwitzte.
Früher hätte er den Bademantel übergeworfen, die Pantoletten weggekickt
und wäre barfuss die Treppe des Miethauses hinunter. Die Metalabsätze klackerten,
der Paketbote schaute irritiert, zehn Zentimeter, schwarzes Lackleder, zweihundert Ösen.
Abends würde er wieder eine Stunde brauchen, die Schnürstiefel auszuziehen.

MfG
Matt


151. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.07.09 22:21

Fifty words LXXI

Eine Clubregel besagte, Stücklänge plus Absatz gleich zwanzig Zentimeter.
Deswegen trug ihre Sissy an Clubabenden auch Zehnzentimeterabsätze.
Sie ließ ihn sie auch zuhause tragen, damit er hier nicht lächerlich stolperte.
Immerhin lohnte sich sein KG, andere stöckelten auf fünfzehn Zentimetern.
Außer ihm, am Halsband wurde er gerade vorbeigeführt – in Ballerinas.

MfG
Matt


152. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von winnidey am 08.08.09 00:20

Habe gerade die Geschichte "In Form gespritzt gelesen. Ist zwar, denke ich pures Kopfkino, aber ich mag gerade so etwas lesen. Das "Erzwungene" kann für mich nicht ausgefallen genug sein. Diese Story, besser Episode hat so etwas von der Story "Supergrrl". Ich wünsche mir weitere Episoden in der Art.
MfG
winnidey
153. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Bulli31 am 08.08.09 22:18

Hallo MattBeam,

selbst in den Fifty Words-Stories bekommst du eine unerwartete Wendung hineingeschrieben bis hin zum handfesten Witz.

Das Themengebiet ist zwar nicht mein Fall, aber deine Geschichten und Geschichtchen sind interessant und spannend zu lesen.

Dann bin ich mal gespannt auf deine nächsten 50 Words. *lächel*

154. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.08.09 19:25

SZN 7263882 – 1 match found


„Du kannst schon mal gehen, Astrid, auf Stuhl zwei kommt jetzt Philip, wenn er da ist. So fertig, Herr Menzler. Wenn Sie mal schauen wollen, hier ist ein Spiegel.“
Die Kieferorthopädin reichte ihm den Handspiegel, wohlwissend, daß Thomas eine Überraschung erleben würde. Nichtsahnend lächelte er breit mit halb geöffneten Mund und ihm brach der Schweiß aus. Er hatte sich mit Ende Zwanzig für eine feste Zahnspange entschieden, aber in all den Gesprächen war immer von einer zierlichen Spange mit Keramikbrackets die Rede gewesen. Was er nun sah, waren Bänder bis zu den Eckzähnen und große Metallbrackets auf den Schneidezähnen, die oben wie unten durch dunkelrosafarbene Gummis verbunden waren. Dazu kamen zwei massive Bögen mit zahlreichen Schleifen und Biegungen und seitlichen Spannfedern. Zwischen den Kiefern spannten sich zwei weitere dunkelrosa Gummis, die ein Öffnen erschwerten.
„Aber, Frau Dr. Meier, wieso … ich meine … warum …“
„Stimmt was nicht, Herr Menzler. Natürlich kommt dann gleich noch der Bogen, aber das zeigt Ihnen Stefanie, wie das geht. Und denken Sie daran, mindestens vierzehn Stunden am Tag, aber das wissen Sie ja.“
„Nein, ich weiß gar nichts. Wieso haben Sie Metallbrackets genommen. Das sieht ja grauenhaft aus.“
„Grauenhaft? Keineswegs. Neunzig Prozent meiner Patienten tragen diese Art Spange, die finden die nicht grauenhaft.“
„Kinder.“
„Nein, nicht nur Kinder. Ich habe etliche Erwachsene, wie Sie jetzt.“
„Aber, Sie hatten gesagt, dass Sie Keramikbrackets einkleben würden, wie von mir gewünscht.“
„Von Ihnen gewünscht? Da erinnere ich mich anders.“
„Wie anders?“
„Anders. Aber da kann sicherlich Katrin Licht in die Sache bringen. Astrid! Astrid, kannst Du mal bitte Katrin hereinbringen.“
Thomas verstand die ganze Sache nicht, wer war Katrin, und was konnte sie schon zu der Sache sagen. Immerhin war sie damals bei dem Vorgespräch nicht dabeigewesen. Einige Augenblicke später war immerhin der erste Punkte geklärt, als die beiden Frauen sich gegenseitig Küßchen auf die Wange hauchten. Katrin war seine Nachbarin, gute fünfzehn Jahre älter als er und ungefähr im gleichen Alter wie Frau Dr. Meier.
„Hallo Herr Menzler. Wie ich sehe, haben sie soweit alles gut überstanden, aber eine Kleinigkeit fehlt ja noch, aber das ist eine Kleinigkeit, das weiß ich von meiner Nichte, die trägt auch so einen. Bist Du fertig, Angela, kann ich ihn mitnehmen?“
„Ja, Stefanie muß ihm nur noch zeigen, wie er den Gesichtsbogen einsetzt und wieder herausnimmt. Du weißt ja, daß er den, genauso wie Madeleine, vierzehn Stunden am Tag tragen muß.“
„Ja, meine Schwester achtet bei Madeleine sehr darauf. Ich werde ein Auge auf Thomas werfen.“
„Wie … wieso auf Thomas … auf mich? Seit wann Duzen wir uns?“
„Tun wir nicht. Du wirst weiterhin ´Sie´ zu mir sagen, ´Sie´ oder ´Herrin Katrin´! Verstanden?“
„Was?“
„Nun reicht mir aber das Theater. Du hast mir vor drei Monaten zwei Schlüssel zur Aufbewahrung gegeben. Auf dem einem stand ‚SZN 7263882‘, aber erst letzten Monat, als mir Angela erzählte, dass jemand aus meinem Haus bei ihr Patient würde, fand ich heraus, was das heißt. Angela sagte mir, daß Männer schon ganz besonders ticken müssen, um sich eine feste Spange einsetzen zu lassen. Ich wußte gleich, daß sie nur Dich meine konnte und als sie mir dann einige Sachen erklärte, war der Rest schnell herausgefunden. Deinen Eintrag beim Sklavenregister habe ich nach kurzer Zeit gefunden, damit wußte ich dann auch kurze Zeit später, daß der zweite Schlüssel von der Form her nur eins aufschließen konnte, Deinen Keuschheitsgürtel. Denn als KG-Träger bist Du dort ja schließlich registriert. Nein, sag nichts. Klappe. Das erklärte mir dann einiges, aber als ich dann mit Deinem Sklavennamen im Netz weitersuchte, fand ich diese andere Seite. Da wo Du von Deinen Phantasien schreibst, wie es ist, als keusche Zofe ein Röckchen und eine Zahnspange mit Außenbogen tragen zu müssen.“
„Wie … wie … oh mein Gott, aber ich .. ich … das ist doch nur … nur Phantasie … reine … ich meine, das ist doch … ihr … Sie … können doch nicht einfach.“
„Ich kann. Ich habe es getan und ich werde es weiter tun.“
„Wir werden es weiter tun.“
„Jawohl. Als junge Mädchen haben wir zusammen im Gras gelegen und davon geträumt, wie es wäre einen Mann zu haben, der einem alle Wünsche erfüllt. Jetzt ist der Tag gekommen und Du wirst sie uns alle erfüllen. Verstanden!?“
„Los Hose auf!“
Angela schritt noch schnell zur Tür, um diese für die nächsten Minuten zu schließen. In der Zwischenzeit war Katrin schon beim Reißverschluß und grinste.
„Genau wie beim Sklavenregister beschrieben. Sehr schön.“
Sie nahm aus ihrer Tasche den Schlüsselbund, den ihr Thomas gegeben hatte und öffnete mit dem kleinen Schlüssel das Bügelschloß. In ihrer Handfläche hatte sie aber noch ein weiteres Bügelschloß, das sie nun geschickt gegen das erste austauschte und zuschnappen ließ.
„Das ist ein Spezialschloß mit einem extra Splint, Angela. Kostet beim Hersteller 50 Euro.“
„So, jetzt ist sichergestellt, daß Du keine Schlüssel mehr hast. Für das täglich Prozedere kommst Du ab sofort pünktlich abends um 20 Uhr zu mir herüber. Zweimal die Woche und sonntags erwartet Dich Herrin Angela, unsere gute Frau Doktor, bei sich zuhause. Keine Angst, wir beide werden Dich schon zu der Art Zofe machen, die Du so ausführlich in Deinen Geschichten beschrieben hast.
So jetzt mach die Hose zu, die Assistentin von Angela wird Dir jetzt noch zeigen, wie Du Deinen Gesichtsbogen ab sofort zu tragen hast, glaub mir, an den Wochenenden wirst Du ihn rund um die Uhr tragen, und dann fahre ich Dich nach Hause.“
„Aber …“
„Keine Widerrede. Wenn Du Dein Auto meinst, das kannst Du heute Abend holen, wenn Du Dich anständig angezogen hast. Die Sachen liegen in meiner Wohnung. Du kannst dann gerne ein Taxi hierher nehmen, aber Du bist sicherlich so feige und läufst, wenn es dunkel geworden ist. Soll mir Recht sein, dann lernst Du wenigstens schon mal, in Deinen neuen High-Heels zu laufen.“
Zwei Minuten später kam Stefanie auf Bitten von Frau Dr. Meier herein. Die Erklärung von ihr, wie er das rosa Nackenband einzuhängen und die Außenspange richtig einzusetzen und herauszunehmen hatte, ging größtenteils an ihm vorbei. Seit einiger Zeit, genauer seit dem Blick in den Spiegel nahm Thomas ohnehin seine Umgebung nur noch wie durch Watte gefiltert war.
Als nächstes fühlte er, wie er von Herrin Katrin gestützt, seine Jacke aus dem Wartezimmer holte, das voll mit Kindern und teilweise ihren Müttern war, die ihn teils ungläubig, teils hämisch, teils irritiert ansahen.
Nach dem Fahrstuhl folgte die Fahrt in ihrem Corsa nach Hause, ein diesmal kompletter Strip in ihrem Wohnzimmer und ein Hauch von Barbie und Ken-Spielereien. Am Ende war Thomas leider nicht Ken, sondern Barbie im Hausmädchendress mit diversen Accessoires in Rosa.
Seine erste Trainingseinheit gestaltete Katrin bis 22.00 Uhr und brachte ihn dann ohne Hausschlüssel vor die Haustür. Er solle klingeln, wenn er mit dem Auto wieder da sei, jedenfalls wenn er vor Mitternacht wieder da sei, danach sollte er das auf jeden Fall unterlassen und sich selbst irgendwo um eine Schlafgelegenheit kümmern. Sie würde ihm jedenfalls nicht vor 7.00 Uhr am nächsten Morgen öffnen. Er würde erst bei seiner Rückkehr den Wohnungsschlüssel wiederbekommen um sich für seinen Job umzuziehen. Thomas schaffte es rechtzeitig, auch wenn er sechsmal gestolpert war und sich dabei die Feinstrumpfhose ruiniert hatte, von dem verknacksten Fußknöchel ganz zu schweigen. Er hatte die Passanten gezählt, siebenundzwanzig, die ihn in seinem Outfit gesehen haben mußten. Daß er den Gesichtsbogen drin gelassen hatte, erklärte er sich Tage später damit, daß er erstens sowieso nicht mehr hatte richtig denken können und zweitens das den Braten auch nicht mehr fett gemacht hatte.
Inzwischen hatte er auch sein erstes Wochenendtraining bei Frau Dr. Meier hinter sich gebracht, das sich nahtlos an das von Herrin Katrin anknüpfte. Nie zuvor in seinem Leben hatte er so viele orale Intimdienste geleistet, wie in den zurückliegenden Tagen, Thomas Nase meldete – ob wahr oder unwahr – nun fast dauerhaft den Duft ihrer Lustgrotten, der sich anscheinend in das Metall seines Gesichtsbogens eingebrannt hatte und sich auch durch Scheuermilch nicht entfernen ließ.
Genauso fehlerhaft arbeitete in der Folgezeit auch sein Unterbewußtsein, daß ihm zunehmend üble Streiche spielte. Zum Beispiel einen Monat später, als er zu einem regulären Kontrolltermin bei Frau Dr. Meier erschien, und erst als es zu spät war, er stand schon an der Rezeption, bemerkte, daß er zu seiner normalen Hose, aus Versehen die schwarzen, flachen Spangenpumps seiner Zofenuniform angezogen hatte. Nach einer schier unerträglichen Wartezeit im gut gefüllten Wartezimmer sah dies Frau Dr. Meier jedoch mit Wohlwollen und verlangte von Thomas, von da an immer diese Schuhe bei seinen Besuchen zu tragen. Aber das war nur ein Schaufelchen zu seinem Grab, das er sich nach un nach selbst schaufelte. Eine Kleinigkeit verglichen mit dem, was aus ihm zwei Jahre später wurde.
Aber das ist eine andere Geschichte, eine von einer Sissy mit strahlend femininem Lächeln hinter fast unsichtbaren, zahnfarbenen Brackets, deren rosa Gummis farblich auf ihren Lippenstift abgestimmt waren. Ein bezaubernder Anblick, den Frau Dr. Meier für die Nachwelt erhielt, in dem sie Thomas Behandlung in einem Fachbuch minutiös dokumentierte und mit gut zweihundert Portraits illustrierte.

Ende


MfG
Matt


155. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.09.09 19:42

Fifty words LXXII

Thomas freute sich schon auf die Wies‘n – O zapft is.
Julia grinste, hielt als angeheiratetes Nordlicht nichts davon.
Dieses Jahr würde es anders werden – für ihre neue Sissy.
Sein erstes Dirndl paßte ihm wie angegossen - bezaubernd.
Ihm wurde klar – weder er noch das Dirndl würden dieses Jahr die Wies‘n sehen.

MfG
Matt

156. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.09.09 20:00

Aaaahhhh, Kinderxxx ...... nein, niemals. Also erst bis zum Ende lesen.

Fifty words LXXIII

Ihren ersten Sex hatte sie im Kinderzimmer mit fünf – oral.
Mit sechs war sie geprägt fürs Leben – und ihm hörig.
Ihr erster eigener KG lag in der Schultüte – wo sonst –
ihr Herr hatte sich diesen lahmen Gag nicht verkneifen können.
Schwanger? Spätestens an ihrem nächsten Geburtstag, dem nächsten 29. Februar.

MfG
Matt




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Ok, nach dem ich gebeten wurde, dieses Posting zu entschärfen, tue ich es gerne. Halbe Geburtstage gibt es aber trotzdem nicht ...
157. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 21.09.09 22:49

Grins...

Prima Matt!

Wir machen das.

Black
158. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 23.09.09 13:17

Hi Matt!

Das Exposé steht.

Ich schicke es dir heute oder morgen zu.

Black
159. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 28.09.09 12:15

Fifty words LXXIV

Die zurechtgewiesene S-Bahn-Göre schrie beim Verlassen ´F:ck Dich selbst´.
Er und seine Herrin waren entsetzt - dann schmunzelte sie diabolisch.
Drei Tage danach schälten sich aus seinen Gipsabdrücken zwei Latexkopien.
Freitagabends säuselte sie ´F:ck Dich selbst´, und montierte einen Dildo
hinten in seinen KG. Den anderen nutzte sie dann selbst - hemmungslos.

MfG
Matt

160. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 05.10.09 21:52

Fifty words LXXV

Gut gelaunt, mit geschulterten Stilettos, tapsten sie durch die Pfützen.
Die unbekannten Freundinnen gingen lachend vor seiner dunklen Küchenscheibe vorbei.
Spätestens wenn es ruhiger war, würde auch er heimgehen - allein.
Nein, er müsste stöckeln - ohne seine Herrin nebenan zu wecken.
Zuhause waren die Schlüssel, für seine High-Heels und die Schrittkette.

MfG
Matt


161. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 05.10.09 22:12

Fifty words LXXVI

Herrenabend – seine erneute Absage hätte zum Ausschluss geführt.
Nach den Kneipen kam, wie abzusehen, die lokale Tabledance-Bar.
Seine Kumpel hatten reserviert – der Ausblick war schweißtreibend.
Er war der nächste – alle legten stets zusammen – verschwand wohlwissend.
Sie war hemmungslos – er dachte nur an das abendliche Geschenk seiner Herrin –
Points of Intrigue.

MfG
Matt


162. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.10.09 20:46

Fifty words LXXVII

Schlafzimmer. Noch eine Stunde – blaue oder rote Pille – Entscheidungsnot.
Rock oder Hose - Halsring, KG, Strapse und Highheels trug er bereits.
Rock hieß Schrittkette – Hose bedeutete gleichzeitig Gesichtsbogen.
Es war eine gut gefüllte Cocktailparty, Palaver ohne Ende – anstrengend.
Er nippt gerade, als sie durch die Menge kam und ihn sinnlich küsste.


MfG
Matt


163. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 15.10.09 21:34

Fifty words LXXVIII

Händchenhaltend zottelte sie – in Sneakern – vertieft an den Schaufenstern vorbei.
Das Mamorklackern war jedesmal ein Nadelstich in sein Bewusstsein,
wie die vorbeifliegenden Gesichter – erstaunte, ungläubige, lachende.
Die elegant, brünette Enddreißigerin blickte beim Überholen jedoch völlig anders zurück,
purer Neid auf die Manolos in ihren Augen. Seine roten Sohlen – eine Kennerin.

MfG
Matt


164. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 19.10.09 18:05

Fifty words LXXIX

Die Genossin hinterrücks besprungen, genoss er sein Tun – sie ließ ihn gewähren.
Dieser profane Anblick schnürte meine Kehle. Ein Blickwechsel – sie drückte meine Hand.
Er war fertig – sein rotes Halsband sauste in das nächste Parkgebüsch – mein Halsring juckte.
Meine Herrin lachte, mein KG blieb weitere acht Wochen versiegelt – glückselige Hunde.

MfG
Matt


165. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 19.10.09 18:05

Fifty words LXXX

“So schlimm?” – Sie war besorgt, ungeduldig und geil – zu Recht.
Zurück vom runden Geburtstag seiner Tante – der ganzen Sippe – ritt sie ihn fertig.
Kein leichtes Unterfangen und ein Genuss, der nach Wiederholung schrie.
Sie hatten seine KG-Schlüssel nicht finden können – morgens, panisch.
Die ständige Gefahr – tausend Berührungen ahnungsloser Hände – bombastisch.

MfG
Matt


166. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 08.11.09 20:04

Fifty words LXXXI

Seine Probezeit – seit gestern vorbei. Ab sofort Sissy – ihre – lebenslang.
Ihren Prosecco nippend schob seine Herrin ihm den Umschlag über den Cafetisch.
Mit zitternden Händen erwartete er seine endgültigen Dienstfarben.
Die Hauptkarte war schockierend – er schluckte – nie wieder dezente, schwarze Röcke.
Sie lächelte, reichte ihm seinen gleichfarbigen neuen Haarreif – altrosa.

MfG
Matt


167. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Jo am 13.11.09 22:53

Hallo Matt,
obwohl sehr schreibfaul, komme ich endlich mal nicht umhin, Dir neidvollst zu Deinem exzellenten Schreibstil zu gratulieren.
Hoffe, wir werden noch lange von Dir zu Lesen haben (gerne auch längere Geschichten).
Jo
168. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 18.11.09 00:19

KG - noch warm

Thomas versuchte sein Glück und rief an.
"Hallo? ... Ja, guten Tag ... ich bin wurzelgnom1111 ... ja, ja ... genau. Ja, der KG, .. genau. Ja, wir hatten ja vereinbart, dass ich ihn um 20.00 Uhr abhole, aber bei mir ist ein Termin abgesagt worden, so dass ich schon früher bei Ihnen sein könnte ... ja ... Wann? ... Reichlich vor sechs, aber ohne Hetze und pünktlich kann ich bei Ihnen um 18.00 Uhr vorbeikommen. ... Ja? ... Okay, gut, ... kein Problem ... natürlich ... okay ... ja ... gut 18.00 Uhr, die Adresse habe ich im Navi, kein Problem. Bis gleich. Auf Wiedersehen."
Na ging doch, jetzt stand einem entspannten Start ins Wochenende nichts mehr im Weg und er konnte seine freitägliche Runde mit einem Schlenker bei lady_sibylle2 verbinden.
Es hatte ihr Dienstagabend auf der Internetauktionsplattform einen Herren-KG abgekauft und direkt bezahlt und es in Kauf genommen, dass er die Ware abholen musste. Eigentlich war es ihm ganz lieb, denn er hatte schon Pakete zugeschickt bekommen, die so schlampig verpackt gewesen waren, dass der Absender auch gleich mit Edding seine Postanschrift auf die Ware hätte draufschreiben können.
Insgesamt aufgeregt und neugierig folgte er der vertrauten Stimme aus dem Navi und war entspannt um zwei Minuten vor sechs bei lady_sibylle2. Die hieß mit bürgerlichen Namen Dobrinck und wohnte in der zweiten Etage. Sie war eine attraktive Mitvierzigerin, die ihren Nickname nicht umsonst trug. Das lag wohl daran, dass sie, als sie Thomas die Wohnungstür öffnete, ein ziemlich dominantes Outfit trug. Nicht gänzlich Lack und Leder, aber die Schuhe, weit ab von Birkenstock, der Schmuck und ihre Miene ließen keinen Zweifel daran, dass sie hier die Hosen anhatte.
"Guten Abend. Thomas Lenkfeld. Wir hatten telefoniert."
"Ah, guten Abend, kommen Sie herein. Sibylle Dobrinck, aber sagen Sie Lady Sibylle zu mir."
"Gerne."
"Ich muss Dich leider einen Augenblick vertrösten, da ich ihn noch nicht fertig habe. Aber Du sagtest, Du wolltest ihn eh vor Ort anprobieren."
"Wenn es Dir keine Umstände macht."
"Lady Sibylle."
"Entschuldigung. Wenn es Ihnen keine Umstände macht, Lady Sibylle."
"Nein, ganz und gar nicht. Ich hoffe, es macht Dir nichts aus, Dich solange den Gepflogenheiten in diesem Appartment zu beugen, ich bin da sehr konsequent, was das angeht."
"Nein, ja, natürlich. Was genau ... Lady Sibylle?"
"Regel Nummer eins besagt. Keine Männer ohne Keuschheitsgürtel in meiner Wohnung."
"Oh, da kann ich sie beruhigen, Lady Sibylle, ich trage gerade einen."
"Gut. Aber gleich nicht mehr und daher gilt dann Regel zwei. Männer ohne KG sind stets fixiert."
"Oha, Sie meinen, Sie ..."
"Ich werde Dich an zwei Ketten, die im Wohnzimmer von der Decke hängen, im Stand fixieren."
"Ah, okay, kein Problem."
"Nackt."
Thomas lief es kurz kalt über den Rücken. Er hatte unter Anprobe verstanden, dass er im Bad oder Gästezimmer den KG einmal kurz anlegen würde um dann zurück in seiner Hose zu bestätigen ob er passt oder kneift. Das was Lady Sibylle da nun vorhatte, traf ihn wie ein Schlag. Aber es war eher ein Ritterschlag als ein Schlag in die Magengrube, so dass er sie selbst sagen hörte.
"Okay ... Lady Sibylle."
"Gut, zieh dich am besten direkt hier am Esstisch aus. Hast Du den Schlüssel?"
"Den ... ich ... nein ... natürlich, ja, heute morgen extra eingesteckt, Lady Sibylle."
"Egal, nicht nötig. Ich habe das passende Werkzeug."
Natürlich hatte Thomas den Schlüssel, allerdings im Auto im Handschuhfach. Er hatte ihn sonst immer zuhause, aber da er ja eine Anprobe vorhatte, hatte er ihn extra im Handschuhfach deponiert und natürlich dort vergessen. Immerhin besser, als ihn unterwegs liegengelassen zu haben, da dies unprofessionell wirkte und stets zu Fragen, wofür er denn sei, führte. Er gab sich einen Ruck und dann war sein Outfit auch schon über der Stuhllehne.
"Oh, in Pink. Wie niedlich."
Er sparte sich den Kommentar.
"Gut stell Dich hier rüber ... gut so ... den linken ... ja ... und jetzt den anderen ... gut. ich hole jetzt noch die notwendigen Sachen und dann zeige ich Dir Deinen KG. Wie gesagt, Du bist zu früh und ich muss ihn erst noch reinigen, so wie angeboten. Ich bin da sehr pingelig. Das wird etwas dauern, aber ich bin mir sicher, Du wirst Dich nicht langweilen."
Sibylle verschwand kurz aus dem Zimmer und kam dann mit zwei vollen Händen wieder. In der einen ein Ballknebel, in der anderen ein baustahlmattentauglicher Bolzenschneider.
"So, der Knebel ist desinfiziert und sorgt dafür, dass die Nachbarn gleich in Ruhe weiter Volksmusik schauen können. Der vorletzte Kunde war etwas übersensibel. Na ja, eigentlich will ich nur vorbeugen, wenn ich hiermit gleich abrutschen sollte."
Sie lachte, Thomas entwich die Farbe aus dem Gesicht. Bevor er noch Luft holen konnte, hatte er das Gummiungetüm zwischen den Zähnen, und das nächste, was er spürte, waren ihre langen Fingernägel an seinem Prachtstück, die das Bügelschloss passend drehten. Er blickte sorgenvoll nach unten, wo dieses rotlackierte Ungetüm, schwer auf seinem Gemächte lastete. Ihre Ellenbogen näherten sich und der Bügel halbierte sich ohne nennenswerte Gegenwert. Zwei Augenblicke später hatte sie seine ganze Pracht, die sich so seit drei Wochen nicht mehr entfaltet hatte, in ihrer rechten Hand und genoß sie fühlbar.
"Mein Gott, das lohnt sich ja richtig. Da würde ich ja schon in´s Grübeln kommen."
"Mmmmhhh?"
Sibylle hatte sein Gesabber richtig verstanden.
"Ach, meine Zofe Anna ist bei weitem nicht so gut bestückt, wie Du, junger Mann. Und manchmal fehlt mir so ein richtig großer ... aber vielleicht, da fällt mir ein ... hast Du eine Herrin?"
Thomas log zu spät. Sein Kopf hatte bereits einen Ausschlag nach links und zurück in die Mitte gemacht, als er zu nicken anfing. Sibylle lächelte und gab ihm mit der flachen Hand eine Ohrfeige, nur das diese Ohrfeige weitab seiner Ohren auf seinem Körper auftraf.
"Lüg mich nicht an. Du hast also keine Herrin. Den Schlüssel immer dabei, im Handschuhfach. Und dabei so gut bestückt. Nun ... ich bin mir sicher, wir werden uns irgendwie einig."
Sie lächelte.
"Nein, das kannst Du gleich vergessen. Bezahlt ist bezahlt."
"Anna!"
Sie wartete drei Sekunden und horchte, ob sich etwas rührte, was nicht der Fall war.
"Anna! Komm sofort ins Wohnzimmer, sofort."
Jetzt konnte Thomas Schritte hören und als er den Kopf leicht drehte, sah er Anna in der Tür stehen.
"Anna, das ist Thomas. Ich habe Thomas Deinen KG verkauft, weil Du jetzt einen neuen bekommst. Hast Du verstanden? Los zieh Deine Uniform aus, das ist mir zuviel Gerüsche."
Anna machte wie von selbst einen Knicks vor ihm und drehte sich dann mit dem Rücken zu ihrer Herrin, die ihr die Uniform aufschloss bzw. aufknöpfte. Anna war lang, hager und ziemlich glatt und androgyn im Gesicht. Jedenfalls von den Körperproportionen, denn im Gesicht hatte sie dezentes aber unverkennbares Make-Up. Als sie ihre Unform nach unten abgestreift hatte, kam unverkennbar ihr KG zum Vorschein, sein KG, der Auktionsartikel.
"Schön, nicht? Die Zubehörteile gebe ich Dir so dazu, wenn Du mit dem einverstanden bist, was ich Dir gleich ... aber eins nach dem anderen."
"Und Du, Du holst jetzt auf der Stelle Deine Schuhe, Süße. Klar?"
Anna schoß aus der Zimmertür und kam unglaublich schnell mit zwei High-Heel-Pantoletten wieder.
"Darüber sprechen wir noch."
So erhöht, konnte Lady Sibylle gleich ein paar Kettenglieder höher, die Kette von der Zimmerdecke mit dem Halsring an Anna´s Hals verbinden. Nicht auszudenken, wenn sie aus ihren High-Heels stolperte, aber das schien Thomas nicht wirklich zu beunruhigen.
"Oh, wie ich sehe gefällt Dir das. Nicht zu übersehen, vielleicht sollte ich vorsorgen, damit Du mir nicht das ganze Wohnzimmer versaust."
Gesagt, getan, schon hatte sie ihm einen Penispumpenaufsatz übergestülpt, der mehr als eng saß und wirksam ihre weiße Ledergarnitur schützte. Danach entfernte sie Anna´s KG mit dem Schlüssel, den sie an einer Halskette getragen hatte. Er bestand aus dem KG selbst, zwei Schenkelringen mit Zwischenkette und einem Edelstahlplug.
"Also, dass hier ist das Prachtstück. Die Taille passt, das sehe ich so. Nur das Rohr dürfte für Dich eng werden. Ich werde ihn jetzt mit Sagrota.n reinigen und danach, wie ich es ursprünglich geplant hatte, noch einen Durchgang in die Spülmaschine stecken. Das reicht dann, keine Sorge, die Kanten halten das aus, mehrfach ausprobiert. Bis gleich. Oh, ich vergaß."
Sie legte den KG auf den Holzboden und nahm ein Seil von einer Anrichte, mit dem sie Anna die Hände hinter dem Rück fixierte.
"So nicht, Mädchen. Nix zum spielen, aber sobald ich ausser Sicht bin, hast Du trotzdem die Finger dran."
Anna hatte tatsächlich bei der großen Lotterie der Natur eine Niete gezogen, denn das was da noch nicht einmal baumelte war zu klein, um überhaupt viele Worte darüber zu formulieren. Was Thomas allerdings schockte, war die Tatsache, dass sein bester Freund trotz der engen Haube sich anschickte, neue Größenrekorde aufzustellen. Ein Umstand der Lady Sibylle ganz und gar nicht verborgen blieb.
Eine Viertelstunde später, das Geräusch einer anlaufenden Spülmaschine hatte es angekündigt, kam sie wieder zurück, mit einem Paket in der Hand.
"So, Anna. Hier drin ist dein neuer KG. Du hast ja wohl nicht gedacht, dass du künftig ohne sein würdest. Und wie du anhand der Paktgröße siehst, ist es nicht so ein Plastikdingen wie das dort."
Thomas war gespannt, was er zu sehen bekäme. Er hatte natürlich vor seinem Kauf noch fleißig alle Hersteller abgeklappert und kannte nun so ziemlich alle auf dem Markt erhältlichen Modelle. Als Lady Sibylle ihn entnahm, und zwar so, dass er ihn im Gegensatz zu Anna sehen konnte, fand das aufgrund der hohen Kompression überschüssige Blut den Weg in seinen Kopf. Die Ärmste.
Es war ein Standardmodell, leicht modifiziert, denn es hatte keine Clips für die Ketten. Die Ketten waren eindeutig festgeschweißt - alle.
Nun sah es auch Anna, die sogleich anfing zu schluchzen.
"Nein, nein, nein, bitte ... nein ... nein ... bitte, Herrin, nein, bitte."
"Still. Aus. Keine Widerworte. Du wirst ihn tragen, auch zum runden Geburtstag, keine Ausnahmen mehr, für niemanden. Auch nicht für Deine Kellerasseln."
Sie drehte sich mit hämischen Grinsen um.
"Sie arbeitet im Amtsarchiv, da wo die ganzen Akten verstauben. Intern nennt man sie die Kellerasseln. Sie und ihren Kollegen. Mittlerweile weiß man, wie sie tickt. Mal habe ich sie Pumps tragen lassen, mal einen langen Rock. Lackierte Fingernägel sowieso, den Lippenstipft wischt sie sich immer ab, das weiß ich. Aber jetzt ist Schluß. Ab sofort trägt sie immer Rock oder Kleid. Basta. Ach ja, überleg es Dir, Süße, wenn Du mich wieder enttäuschst, dann habe ich was ganz Besonderes für Dich."
"Nein, nein."
"Oh doch, eine ganz eng geschnittenes Teil, wo man alles erkennen kann, also wo man bei Dir nichts erkennen kann, denn Deine Silhouette wird perfekt sein. Los steig ein."
Wenige Augenblicke später war der tranformierende KG an seinem endgültigen Platz. Das Röhrchen im Inneren, fast schon ein Ring, hatte problemlos Anna´s einzige Männlichkeit verschluckt und beim Verschließen so endgelagert, als sei selbst dies nie vorhanden gewesen. Der glatte Frontschild glich vollkommen einem Damen-KG und war ohne jegliche Kontur geschweige denn Beule.
"Los umdrehen."
Die Rückansicht war unspektakulär und bot Raum für mehr, was auch prompt kam.
"Alles klar? Damit Du nicht denkst, ich hätte Deine Unverfrorenheit von eben vergessen, darft Du dieses Wochenende gleich mit Deinem neuen Freund Bekanntschaft machen. Er ist, wie Dir vorstellen kannst, wieder eine Nummer größer."
Ohne viel weiteres Bohei versenkte Herrin Sibylle nun einen gewaltigen Plug zwischen den Pobacken und sicherte ihn am KG. Allein vom Anblick krampfte sich Thomas´ Magen zusammen.
"Neidisch?"
Er schüttelte rasch den Kopf.
"Haha, eine Lüge nach der anderen."
"Und Du, Du gehst jetzt und ziehst Dich ordentlich an. Zuerst Deine Uniform, ich will sehen, ob alles passt."
Lady Sibylle machte Anna los und gab ihr einen deftigen Klaps auf den Hintern, bevor diese auf staksigen Beinen das Wohnzimmer verließ.
"Nun mach schon!"
Nach kurzer Zeit stand sie wieder im Raum, in der gleichen Uniform wie zu Anfang des Abends. Ihre Herrin ließ den Finger kreisen und Anna folgte dieser Bewegung instinktiv.
"Bück Dich ... tiefer ... ok ... gut ... und nun das weiße."
Es dauerte vielleicht zehn Minuten und Anna stand mit einem weißen Tüllrock wieder im Zimmer, zu dem sie abgestimmte Pumps und Strümpfe trug.
"Ok. Gut so. Jetzt das auberginefarbene."
Im gleichen Takt ging es weiter. Auf das auberginefarbene Schlauchkleid folgte ein blauer Minirock, dann etwas rosanes aus Satin, dann ein biederes, kariertes Businesskostüm.
"Ok. Du hast Glück. Man sieht die Kette nur soeben, wenn Du die Beine zusammenstellst. Gut, kannst Du gleich Montag anziehen.
"Aber ... ich ..."
"Komm her!"
Die große Blumenvase auf dem Boden enthielt neben einem üppigen Trockengesteck auch eine Gerte, die sich, nachdem sich Anna in die richtige Position gedreht hatte, genau fünfmal schlagartig in die Karos bohrte, wo es für´s Sitzen ziemlich kontraproduktiv war.
"Weitere Einwendungen?"
"Nein, Herrin."
"Gut. Und jetzt die Tracht."
Anna kam nun als Krankenschwester zurück, mit kleinen, weißen Wollsöckchen und Clogs an den Füßen, darüber Kittel und Bluse und Haube, wie zu Zeiten der Schwarzwa.ldklinik. Thomas war sichtlich angetan, auch wenn in seiner bisherigen Vorstellung in diesem Dress stets eine Frau gesteckt hatte, die sich dann rührend um seine geknechtete Pracht gekümmert hatte.
"Oh, ich sehe, das Seismometer schlägt aus. Wie süß! Was Männer so Besonderes an Krankenschwestern finden. Ach ja. Ich wollte ja noch etwas zu unserem Deal sagen. Also, Dein KG ist gleich fertig Thomas, ich werde die Schlüssel behalten. Vorerst. Du bekommst sie dann beizeiten oder vielleicht auch gar nicht. Wenn dem so ist, sieh zu, dass Du Dir bis dahin dann eine Herrin angelacht hast, der ich die Schlüssel, und ausschließlich nur ihr, übergeben werde. Ach ja, natürlich nicht eine von Deinen Bekannten, die Dir einen Gefallen schuldet. Du kannst mir glauben, dass ich meinesgleichen erkenne. Bis dahin trägst Du Deinen KG rund um die Uhr und das Zubehör nach meinem Gusto. Da heute Freitag ist, also alles, und zwar bis Sonntagabend. Anna wird so freundlich sein, und Dir den Schlüssel bringen. Dabei kann sie gleich ihr neues Outfit draussen testen.
Damit Du nicht nackt gehen musst, bekommst Du das Schlauchkleid hier geschenkt und die Pantoletten dort geliehen, die mag Anna so, dass die sich ungern davon trennen würde.
Okay. Soweit der Teil zu Deinem Vergnügen. Nun zu meinem. Dann und nur genau dann, wenn ich Lust verspüre, werde ich Dich aufschließen und vor Anna´s Augen gebrauchen. Ich und nur ich. Wenn Du hälst, was das da verspricht, wird Dir der KG wieder Himmel auf Erden vorkommen, als Vorfreude auf jeden Aufschluß. Wenn Du allerdings schlapp machst, dann endest Du vielleicht so wie Anna, und ich werde Deinen neuen KG stellvertretend inserieren und Dir auch so einen wie diesen besorgen. Den Anschaffungspreis kannst Du mir dann, zungenfertig wie Du sicherlich bist, anderweitig vergüten. Oder ich verschenk Dich an eine Freundin. Alles verstanden? Dann will ich ein eindeutiges Kopfnicken sehen!"
Thomas kam dem nach, wenn auch sein Kopf eher unkontrolliert vor Schock auf die Brust fiel und er ihn reflexartig wieder aufzurichten versuchte.
"Ich werte das als ´JA´."
Lady Sibylle verließ das Zimmer und als sie wiederkam, roch es schon nach frischem Geschirr. In ihren Händen hielt sie mit spitzen Fingern die noch sehr warmen KG-Einzelteile aus der Geschirrspülmaschine. Mit dem Ellenbogen schob sie den Karton auf dem Esszimmertisch zur Seite und baute nun Teil um Teil zusammen. Der Plug, der zu Thomas´ Entsetzen bereits auf dem Schrittblech prangte, war um Längen kleiner als Anna´s, aber er war um Welten größer als Nichts.
Lady Sibylle ließ nichts aus, und wie ihr Augenmaß es schon vorausgesagt hatte, passte alles auf Anhieb, obwohl sich Thomas deutlich fetter wähnte als Anna.
"Ausatmen!"
Es klickte und der Tailenring, sein neuer KG, war fest verschlossen. Ein paar Ketten waren noch verdreht, aber mit ein paar einfachen Handgriffen hatte Lady Sibylle nun alles so, wie es vom Hersteller vorgesehen war. Das Gefühl war unbeschreiblich, Thomas kam es vor, als hätte er nie zuvor einen KG getragen, der Vergleich zu dem Plastikkäfig war indiskutabel. Zum ersten Mal spürte er, was es hieß eingeschlossen zu sein. Bisher hatte er sich allenfalls behindert oder genötigt gefühlt. Sein bestes Stück hatte sich selbst mit Käfig breit machen können, aber hier, bei diesem Modell, gab es keine Richtung, wohin das hätte gehen können.
Sie ging um ihn herum, prüfte alles kritisch und steckte ihre spitzen Nägel in jede Ritze.
"Passt."
Thomas nickte bestätigend.
"Gut. Anna! Anna, mach ihn los, zieh in an. Das Schlauchkleid. Dann fährst Du mit ihm mit, verstanden. Hier hast Du Geld für´s Taxi, Du kannst aber auch laufen. Hier ist meine Digitalkamera, ich will, dass Du von seinem Haus, seiner Wohnung und von ihm, von allem Fotos machst. Wenn Du ohne Fotos zurückkommst, gibt´s Dresche. Klar?"
Was jetzt passierte, glich für Thomas und Anna wie ein Albtraum. Thomas steckte in einem KG, mit Plug, mit Schrittkette, wurde in ein Kleid gestülpt und durfte seine Zehen in Pantoletten pressen, bis die anderen ein Einsehen hatten, und ihn barfuß gehen ließen.
Anna war ebenfalls peinlich berührt, nachts mit einem Fremden durch die Stadt zu kurven um dann im scheinbar besten Moment, von einer abseits gelegenen Parklücke über die Straße in ein Mietshaus zu stürzen, dessen Flurlicht gerade erst erloschen war. Die Fotos wurden zu mehr oder minder unscharfen Schnappschüssen, die alle Motive enthielten, um die Lady Sibylle gebeten hatte und wurden so zahlreich, dass Thomas Anna anbot, auch ohne Fotos zu knipsen, noch ein Weilchen zu bleiben. Er konnte ihr nachfühlen, dass sie auf den Heimweg nicht erpicht war.
Als sie aber langsam ihre Sorge erlag, dass ein zu spätes Kommen auch schmerzhafte Konsequenzen haben würde, schlich sie sich durch den dunklen Hausflur von dannen.
Thomas und sie lernten sich dann erheblich besser kennen, bis Thomas schließlich Gefahr lief an den gleichen Punkt zu kommen ... aber das ist eine andere Geschichte.

ENDE

MfG
Matt


169. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Black Panter am 01.12.09 15:03

50 einsame Worte


WEG.

Nicht mehr da.

Einfach weg.

Wohin wäre die Frage,

aber vielleicht auch die Antwort

Es kreist im Kopf...

es karusellt...

Und da wirft diese Sadistin noch

einen Groschen in den Schlitz

TÖtet sie...lieber nicht....



Ich bekomme nicht mal mehr 50 zusammen

Mit besten Grüßen,

Black Panter
170. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 23.12.09 21:09

Fifty words LXXXII

Der Tannenbaum - geschmückt wie immer - diesmal anders.
Er spürte es - als einziger in der Familie - tief in ihm.
Großeltern und Enkel sangen heimelige Lieder - seine Frau lächelte.
Ein Latexttannenzapfen fehlte - klein, enthüllt, unauffällig - Teil seines KGs.
Alle übrigen am Baum - der Größe nach - würden in 2010 folgen - Woche für Woche.

MfG
Matt


171. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 23.12.09 21:37

Fifty words LXXXIII

Zur abendlichen Bescherung trug er seine bereits elf Stunden.
Sein 2010 würde hart werden - stahlhart - aus gutem Grund.
Als ihre Kinder im Bett waren - ließ seine Herrin ihn spüren, wie sehr.
Die Gerte - sein Geschenk für seine Tochter - offiziell.
Jetzt war sie in ihren enttäuschten, strengen Händen - ´Hü, Wallach, hü´.

MfG
Matt


172. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 27.12.09 13:42

Fifty words LXXXIV

Rot, real, respektabel - wie er ihn sonst nur in seinen Träumen sah.
Er spannte die Muskeln, aber es war hoffnungslos - unerreichbar.
Ihr kalten Hände spendeten Creme und verbotenes Vergnügen.
Die Röhre - hinein - davor blanker Stahl - breit, anschmiegend - die Inspektion vorbei.
Losgekettet strich er sein Uniformkleid damenhaft glatt - drei Monate mindestens.

MfG
Matt


173. RE: Gute Vorsätze für 2010

geschrieben von MattBeam am 29.12.09 19:38

Hallo,

ich habe eine Umfrage im Off topic-boad gestartet. Leider erschien sie nicht unter den neuen Beiträgen. Daher hier noch einmal der Link:

Gute Vorsätze für 2010

BG
Matt


174. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 31.12.09 17:12

Fifty words LXXXV

Es war einfach nicht normal, dass man unter Sohlen durchsehen konnte.
Bedächtig löffelte er seinen Eisbecher - die Menge waberte vorbei.
Turnschuhe, Sneaker, da - nichts zu sehen, da auch - nichts.
Sie kam lächelnd zurück - "Keine Ausreden mehr. Nein, erst zuhause."
Auf Highheels stöckelte er hinterher. Rot lackierte Keilabsätze - auch keine Lösung.


MfG und einen guten Rutsch
Matt


175. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 21.01.10 21:27

Fifty words LXXXVI

Ihr süßer Mund formte das Wort "Nein" hart und klar - schon wieder.
Er hatte sich alles etwas anders vorgestellt - vor allem aufregender, öfter.
Seinen Keuschheitsgürtel hatte er als luststeigerndes Objekt tragen wollen.
Jetzt trug er ihn seit Monaten, verschlossen, unbefriedigt.
"Aus - das ist kein modischer Stahltanga und jetzt - leck mich."

MfG
Matt


176. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 09.08.10 23:21

Fifty words LXXXVII

Urlaub – endlich. Voller Vorfreude schloss er ihre Haustür.
Sie war fast fertig mit Packen. Ein Kuss, ein Griff, noch zwei Dinge.
Ohne Pause schleppte er alles ins Cabrio – abgehakt.
Dann fiel seine Hose, er wurde blass – Schenkelbänder ohne Schloss.
Lächelnd zündete sie – High-Heels, kleines Schwarzes – Augenschmaus.
Ihre Sissy – Vollzeit - abgehakt.

MfG
Matt






Fifty words LXXXVIII

Sie schwieg, er redete mit Engelszungen, Blumen stapelten sich.
Sie schwieg, die dritte Woche – wegen nichts – ein Handjob – seiner.
Ihr erstes Wort – „Hier“ – ein Zeigefinger, ein Paket auf dem Küchentisch,.
Er öffnete, schluckte, las, schwitze und verschwand im Schlafzimmer.
Zurück. Sie prüfte – „Die Schlüssel“ – ihr Hauskleid fiel, ein Zeigefinger „Hier“.

MfG
Matt


177. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von zahnspange und kg am 14.08.10 08:36

Klasse Matt,endlich mal wieder was von dir!Mach bitte weiter,denn ich finde deine Shorts echt klasse
178. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 17.08.10 01:05

Fifty words LXXXIX

Sie maulte, war höchst unzufrieden, einfach zu groß – angeblich – alte Lesbe.
Er hatte jahrelang nachgeholfen – als Single - mit Vakuum.
Eines Abends hatte er ein deja-vu – es wurde eng für ihn.
Ihre Apparatur, eine Hochdruckpresse – 90 Tage Laufzeit – konstant zunehmend.
Als sie sie entfernte, reichte sein Rest für einen Damen-KG – dauerhaft.

MfG
Matt



179. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 31.08.10 23:38

Fifty words XC

Die Session war vorbei, er hatte seinen Spaß gehabt - wie immer.
Als er seine Schuhe unter der Bank suchte, waren sie weg.
Plötzlich stand seine Domina neben ihm – lächelnd, wissend.
„Barfuss oder High-heels – Du hast die Wahl - draussen friert´s?“
Sein Heimweg toppte alles, Schritt für Schritt wurde sein KG enger.

MfG
Matt

180. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 01.10.10 13:28

Fifty words XCI

Genüsslich kraulten sich ihre kleinen Zehen an ihm hoch.
Nur hauchdünne Nylons trennten ihre Lust von seiner Qual
Ihr Vorspiel fand versteckt unter der Tischdecke des Cafes statt.
Sie winkte – „Die Rechnung bitte“ – und schlüpfte barfuß in ihre Sandalen.
Hochrot zupfte er Rock und Strapse zurecht und eilte ihr nach.

MfG
Matt

181. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 12.12.10 18:05

Fifty words XCII

Ein Blick auf das Etikett erklärte alles – Länge 38.
Als er sie bat, kürzere Jeans zu reichen, lächelte sie wissend.
Zehn Zentimeter umschlagen oder abschneiden – in Gedanken schnitt er schon.
Daheim vorm Spiegel überraschte sie ihn lächelnd mit roten Lackplateaus.
Abschneiden – nun kein Wunsch mehr, dafür fehlten ihm vier Zentimeter.

MfG
Matt

182. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 09.01.11 02:32

Fifty words XCIII

Er war schmierig, rotbräunlich und die Situation glatt zum Verzweifeln.
Immer und immer wieder steckte er ihn tief hinein – vergebens.
Völlig verdreht und schon mit ersten Rissen gezeichnet – völlig nutzlos.
Er hatte überhaupt nicht damit gerechnet – beim Duschen, Baden, Schwitzen.
Das kleine KG-Schloss war verrostet, der Schlüssel – sein Ding – wertlos.

MfG
Matt


183. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Unicorn am 17.01.11 14:16

Hut ab MattBeam,

deine Ultra-Kurzgeschichten haben wirklich etwas, auch wenn es nicht mein Thema ist.

Mach weiter so
184. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 13.06.11 23:24

Fifty words XCIV

Wie würde sie reagieren? Momentan ritt sie sich selbst besinnungslos.
Er hatte sie unverschämt gekitzelt, und sie hatte ihn deshalb festgebunden.
War das noch Vanilla oder schon mehr in die richtige Richtung.
Sie lächelte noch überglücklich und überhörte mit Sicherheit,
wie er sie zum ersten Mal leise mit „Mistress“ ansprach.

MfG
Matt

185. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 13.06.11 23:34

Fifty words XCV

Sie war vernarrt in ihn – in seine neuentdeckte weibliche Seite.
Seit er ihre keusche, feminine Sissy war, war sie wild.
Ihre Gedanken kreisten ständig um ihn, ebenso ihre Kamera.
Freitagabends, er war in züchtiger Tracht zu Ihren Diensten,
nahm sie ihn und zeigte ihm seine Website, mit all seinen Sissy-Bildern.

MfG
Matt


186. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 19.06.11 12:56

Fifty words XCVI

Ja, er war ihre keusche Sissy, aber noch nicht öffentlich.
Ihre Abmachung war, dass er keine Damenkleidung sichtbar tragen müsse.
Damenunterwäsche trug er seit Monaten - von ihr liebevoll ausgesucht.
Doch jetzt drehten sich die Passanten irritiert nach ihm um,
er schwebte in einer Wolke Chanel No. 5 – seiner eigenen, unsichtbar.

MfG
Matt


187. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 19.06.11 12:56

Fifty words XCVII

Eigentlich war es längst aus zwischen ihnen, die Zuneigung erloschen.
Seine Untreue hatte ihre Beziehung nachhaltig beeinträchtigt – und ihn.
Hätte sie nicht das besondere Etwas gehabt, er wäre längst weg.
Sie hütete es in einem Bankschließfach in feinster HD-Qualität.
Sein KG schnappte zu, sie würden sich vier Wochen nicht sehen.

MfG
Matt


188. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 19.06.11 12:57

Fifty words XCVIII

Es hatte mit harmlosen Spielereien angefangen – als Sex Toy.
Nun hatte sie ihn instrumentalisiert und genoss es.
Wünsche äußerte sie jetzt mit Nachdruck – im physikalischen Sinne.
Als Serien-KG war er natürlich verstellbar und keine Maßanfertigung.
Seine Diät würde nun andauern, bis er den kleinsten Umfang erreicht hatte -
seine Tragezeit auch.

MfG
Matt


189. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 20.06.11 23:27

Fifty words XCIX

HRH, HRH, HRH, alle mussten ihn gesehen haben, ohne Zweifel.
Eine ganze Bilderserie, hochaufgelöst, im Netz, für alle Gäste.
Im Zentrum ihr pralles Brautjungfernende, scharf, mit zwei markanten Streifen.
Ihr Herr hielt sie keusch, gerne auch mit Schrittkette, wie am Hochzeitstag.
Sie musste sich berühren – sofort – leider unmöglich. So hot.

MfG
Matt


190. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.06.11 14:43



Hallo,

wenn ich mich nicht verzählt habe, dann ist dies meine einhunderste Ultra-Kurzgeschichte ( C ), die ich hier in diesem Forum geposted habe. Ich freue mich, dass die Geschichten über all die Zeit immer ganz gut angekommen sind und die geneigten Leser zu sehr schönen Kommentaren verleitet haben.

Der Ursprung der "Fifty words" ging "damals" auf folgende Ursachen zurück. Erstens hatte ich viele Storyideen, die ich mit Euch teilen wollte, zweitens hatte ich keine Zeit, diese alle in "echte" Kurzgeschichten zu verpacken, deshalb auch der Name "Ultra-Kurzgeschichten" und drittens fand ich die Idee der Selbstbeschränkung auf fünfzig Worte für eine Geschichte geradezu
zwingend für ein Forum, bei dem es sich um (Fremd-) bzw. Selbstbeschränkung in Form von Keuschheitsgürteln oder -schellen geht. Ich hoffe, ihr habt dies auch so gesehen bzw. seht dies noch so. Thematisch habe ich etliche Bereiche abgedeckt, je nach gerade vorherrschendem eigenen Interesse, und mich immer über die Resonanz efreut, die ich damit erzielt habe. In der Zukunft werde ich sicherlich nicht die Finger von dieser lieb gewonnenen Fingerübung lassen und es bleibt spannend, wie lange es diesmal dauern wird, bis die zweiten einhundert Ultra-Kurzgeschichten vollendet sind. Vielleicht gibt es ja bis dahin diese Einhundert zusammen mit thematisch passenden Photos in einer realen, bei Amazon erhältlichen, Edition.

Ich freue mich hier an dieser Stelle über Eure zahlreichen Kommentare, über die Nummer(n) Eurer Lieblings-"Fifty words" und besonders über alle, die es selbst mal mit einem "Plagiat" versuchen wollen.

MfG
Matt




Fifty words C

Der Fahrstuhl ging auf, es war ungewöhnlich eng für zuhause,
die Gruppe darin sprach angeregt über die verstrichene Geburtstagsparty.
Alle so klein - noch elf Stockwerke abwärts, zum Briefkasten und zurück.
Plötzlich wurde sein CB eng, er hatte sie vergessen – zu bequem,
zu selbstverständlich - seine roten Lackpumps. Er trug sie noch.


MfG
Matt







191. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von dragonia am 24.06.11 23:24

gartauliere dir, und uns dich in der forumsgesellschaft zu haben, auf weiter 100erte ukg.
192. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von folssom am 25.06.11 01:29

Hallo MattBeam,

nicht nur deine "fifty words" sondern auch deine anderen "Kurzgeschichten" in diesem Thread hab ich gern gelesen und möchte das auch weiterhin.

Danke für die ersten 100.

Ich freue mich schon jetzt auf die Veröffentlichung deiner nächsten 100 neuen Gedanken.

Freundl. Gruß
193. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.10.11 22:54

Hallo geneigte Leserschaft, nach längerer Pause nun mal wieder ein
Beitrag von mir. Aus Lust und Laune in Form einer "längeren"
Kurzgeschichte. Freue mich über Kommentare!


Herrin Mine


Ihre Beziehung hatte sich in der letzten Zeit deutlich geändert. Als sie sich damals kennengelernt hatte, war sie eine nette Frau mit Hang zu englischen Romanen über Zauberlehrlinge gewesen. Aber dann war da dieses entscheidende Wochenende gewesen. Alles war durch ein dummes Missgeschick ausgelöst worden. Ein Wochenendtrip nach Berlin, eine stürmische Nacht und ein Bettpfosten, der ihn seine Unterhose gekostet hatte. Er hatte seine Ersatzhosen leider nicht in Griffweite gehabt, da sie noch bei ihnen zuhause gelegen haben - Pech. Aus Spaß hatte Nicole ihm eine Panty von ihr angeboten - er hatte natürlich abgelehnt, dann lieber unten ohne.
Ein kurzes Wortgefecht, eine Güterabwägung und ein strategischer Rückzug später hatte er sie bereits an und es sofort bereut. Es hatte nur wenige Augenblicke gedauert, bis er sich durch den Anblick und ihre belustigten Blicke so erregt hatte, dass Nicole aus dem Staunen und der Lust gar nicht mehr herausgekommen war. Es war bis dato ihr sexueller Höhepunkt gewesen, unerwartet und gigantisch.
Seitdem hatte Nicole ihn nicht mehr vom Haken gelassen. Aus einer, ihrer Panty war eine ganze Wäschekollektion geworden – seine Kollektion. Nach und nach waren noch weitere feminine Accessoires dazugekommen, glücklicherweise musste er sie bisher nur ab und an daheim tragen.
Nun saßen sie gemeinsam im Restaurant und feierten ihren Jahrestag beim Nachtisch.
„Liebling, ich habe hier ein Geschenk für Dich.“
„Oh. Danke.“
„Pack es aus, aber vorsichtig.“
Thomas nahm das kleine Päckchen und löste die Schnur. Sie hatte es nicht zugeklebt, so dass es sich leicht auspacken ließ, der Schriftzug, der zum Vorschein kam, lautete CB-3000.
„Was ist das?“
„Wirf einen kurzen Blick drauf!“
Ihre Warnungen ließen ihn stutzig werden, vorsichtig hob er den Deckel und erblickte ein rotes Plastiketwas in einer Tiefzugschale. Was immer es genau war, er schloss den Deckel lieber wieder sofort.
„Was ist das?“
„Dein neuestes Accessoire. Zieh‘ es bitte gleich an, da hinten sind die Toiletten, es dauert nur einen Moment und ist kinderleicht.“
„Das beantwortet nicht meine Frage!“
„Aber das hier!“
Sie reichte ihm ihr Handy aus der Handtasche, tippte vorher noch schnell ein paar Befehle und als er es ihr aus der Hand nahm, war es bereit, ein Video zu zeigen. Er startete es, das Handy krächste laut, dann stoppte er es wieder, drehte die Lautstärke auf Null und startete es erneut. Auf dem kleinen Bildschirm konnte er nun sehen, wie ein Geschlechtsgenosse an dessen Geschlecht genussvoll hantierte und dann ein paar weibliche Hände das Treiben unterbrachen, um jenes Plastikdingen – ebenfalls in Rot – kunstvoll um das Gehänge zu drapieren. Der Vorgang dauerte nur wenige Sekunden und endete mit einem Vorhängeschloss, an dem, nachdem es geschlossen worden war, noch einmal mit Kraft gezogen wurde.
„Soll ich …?“
„Ja, sofort, Liebling!“
„Aber …“
„Aber?“
Nicole legte nun ihren ‚Keine Widerworte‘-Blick auf, den er zuhauf in den letzten Wochen zu Gesicht bekommen hatte, zum Glück immer nur daheim.
„Nun, wenn Du nicht willst, dann muss ich wohl meinen Zauberstab herausholen!“
Das saß. Thomas hatte das Ausrufezeichen, mit dem sie ihre Ansage beendet hatte, deutlich vernommen. ‘Ihren Zauberstab herausholen‘, das würde sie nicht tun, er hielt ihrem Blick stand und tat … gar nichts. Nicole hielt seinem trotzigen Blick stand, griff ohne einen Blick zu ihrem Weinglas, trank und stellte es wieder ab.
„Zwei.“
„Zwei?“
„Jetzt sind es zwei Nächte, die Du den Keuschheitskäfig …“
„Shhhhh“
„… den KEUSCHHEITSGKÄFIG tragen wirst. Eigentlich hätte ich Deinen Kleinen morgen wieder herausgeholt und ihn gehätschelt – das passiert jetzt erst übermorgen.“
Thomas sagte das nicht viel, einerseits konnte er sich zusammenreimen, was sie inhaltlich meinte, aber er hatte null gefühlsmäßigen Bezug dazu. Er tat weiterhin gar nichts.
„Ok, Du willst es nicht anders. Hier ist mein Zauberstab. Wenn Du nicht aufgestanden bist, bis ich mein Glas ausgetrunken habe, werde ich – Herrin Mine - ihn schwingen.“
Thomas blickte wie gebannt auf den schwarzen Stab. Er war nicht länger als ihr kleiner Finger und nicht wesentlich dicker als ihr Daumen. An beiden Enden stand jeweils eine dreistellige Zahl und diese hier kannte er gut. Sie stand für „Glimmer Glossy Rosé“ und war das letzte, was er jetzt auf seinen Lippen sehen wollte.
Nicole hatte ihn ihn schon einmal öffentlich tragen lassen – zur Strafe. Damals hatte er sich auf einer Party bei Freunden um ein Taxi kümmern sollen, da sie beide an dem Abend etwas hatten trinken wollen. Aber er hatte es verpennt gehabt und als er kurzfristig eines hatte bestellen wollen, war keines zu bekommen gewesen. So waren sie damals allein im Nachtbus unterwegs gewesen und waren durch die Gegend geschaukelt worden. Damals hatte der Busfahrer keine Notiz genommen und er war noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.
Während er noch an diese Nacht dachte, hatte Nicole beiläufig ihr Glas zum Mund geführt und machte Anstalten, es zu leeren.
Im letzen Moment schob Thomas den Stuhl zurück, nahm die Packung und stand auf – Nicole lächelte und leerte das Glas.
Zu seinem Glück war die Kabine geräumig, sauber und nicht stockduster. Die Hose auf Kniehöhe mit gespreizten Beinen gehalten und die Packung auf der Ersatzklorolle liegend fummelte Thomas nun an seinem besten Stück herum. Seit dem er Feinstrümpfe trug, hatte er diesen Trick trainiert, die Hose nicht bis ganz unten fallen zu lassen, da manche Kabinen unten einen recht großen Spalt hatten. An diesem Abend trug er rote Strümpfe - was sicherlich kein Zufall war - über die er immerhin schwarze Socken hatte ziehen dürfen, und ihr Rot passte unter dieser Beleuchtung genau zu diesem verflixten Plastikdingen, das jetzt so gar nicht über sein bestes Stück passen wollte.
Es kam ihm wie ein Ewigkeit vor, bis er, wie der Mann im Video, endlich das Bügelschloss zudrücken konnte, aber das war nur sein eigenes Zeitempfinden. Für alle Außenstehenden kam er nach einer vertretbaren Zeit wieder von der Toilette zurück.
Nicole nahm seine Hand, bevor er sich setzte und zog ihn zu sich herunter. Innerhalb eines Kusses nahm sie ihm nun die Packung ab, legte sie zur Seite und streifte wie durch Zufall genau jenen Ort, wo sich deren Inhalt nun befinden sollte.
Als sich ihre Köpfe trennten, lächelte sie zufrieden.
„Sehr schön! War es schwierig?“
„Äh … nein.“
Er setzte sich und gönnte sich einen Schluck Wein. Sicher war sicher und ein kurzer Blick in die Schachtel stimmte Nicole noch froher – die Schlüssel – alle Schlüssel lagen in der Mulde, in der der CB vorher gelegen hatte.
„Keine Bange, Du musst es so schnell nicht wieder machen.“
Ein Anflug von Erleichterung schien über Thomas‘ Gesicht.
„Jedenfalls nicht selbst. Wollen wir zahlen? Der Kellner war schon da.“
Thomas öffnete die Mappe, legte ein paar Scheine hinein und legte sie zurück auf den Tisch. Erst jetzt nahm er wahr, dass dort nicht mehr Nicoles Zauberstab lag – eine Sorge weniger.
Das Aufstehen und die ersten bewussten Schritte waren nun deutlich unangenehm – dieses Plastikdingen war doch äußerst prägnant spürbar und er war kurz davor sich heftig in den Schritt zu fassen. Na ja, anstandshalber würde er es erst draußen tun.
Vor der Tür blieben sie kurz unter der Eingangsbeleuchtung stehen, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen und natürlich um das zu regeln, was zu regeln war.
„Bück Dich!“
„Was ist?“
„Bück Dich und halt still!“
Er beugte sich zu ihr herunter.
„Kussmund!“
Da war er wieder, „Glimmer Glossy Rosé“ breitete sich über seine Lippen aus und Nicole blickte konzentriert auf ihr Werk, das auf keinen Fall schlampig aussehen sollte.
„So, fertig. Alles ok?“
„Ja.“
Welch stupide Antwort, nichts war ok. Er trug ein viel zu enges Plastikdingen um sein Prachtstück und in seinem Gesicht prangte jetzt eine unnatürliche Glamour-Farbe, die an Männerlippen nichts zu suchen hatte – selbst bei Popsängern vom anderen Ufer nicht.
„Prima. Ich hab Lust auf einen Absacker. Lass uns noch ins ‚Moe‘ gehen und noch an einem Cocktail nippen. Los komm!“
Thomas lief es kalt den Rücken herunter, seine Lust stieß gerade an enge Grenzen, sein Sack fühlte sich wie ab, Gehen war plötzlich etwas völlig Unnormales und bei Nippen dachte er an lauter Lippenstiftverschmierte Cocktailgläser, die er der Bedienung im hellerleuchteten Barraum zurückgeben müsste. Er stöhnte kurz auf. Sie drehte sich zu ihm um, lächelte, griff ihm zwischen die Beine und küsste ihn voller Geilheit.
„Wenn Du es für die Dauer von drei Cocktails aushältst, dann lass ich Dich morgen schon wieder raus, ok?“
„Jaaa.“
„Aber …“
„Aber?“
„… aber, so wie Du trinkst, verschmierst Du die Hälfte Deines Lippenstifts immer am Glas. Du wirst Dir die Lippen also nach jedem Glas nachziehen.“
„Aber …“
„Aber? Ach so, ja, wenn Du keinen Absacker mehr magst, dann können wir auch gleich nach Hause …“
Thomas atmete tief ein.
„… dann machen wir das dann halt nächstes Wochenende und das hier bleibt solange wo es ist.“
Was sie damit meinte, war ihm nun klar, da ihre Hand zärtlich an seinem neuen Käfig rüttelte, und inzwischen hatte er auch einen gefühlsmäßigen Bezug zu diesem roten Plastikdingen entwickelt.
Einen Blick später war alles klar, er steckte den Zauberstab ein und überlegte sich, was wohl die kleinsten Cocktails waren, die er bestellen konnte.

Ende

MfG
Matt


194. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 28.10.11 18:29

...schöne Geschichte...aber kurz kannst du besser!
195. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 26.02.12 20:16

Fifty words CI

Er stand mit seiner Herrin vorm Fahrstuhl des Bürozentrums.
Sie war rücksichtsvoll – er trug bisher nur Damenwäsche.
Die Fahrstuhltür ging auf und Geschäftsmänner schauten sie an.
Ein Stubs, ein „Schönen Tag, Schatz“ und hinter ihm schloss sich die Tür.
In den nächsten dreißig Sekunden durchströmte Chanel No.5 die gesamte Kabine.

MfG
Matt


196. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.03.13 20:03

Fifty words CII

Swarowski-Steine waren ihr liebster Schmuck.
Seit seine Herrin eine gleichgesinnte Juwelierin gefunden hatte, war nichts mehr sicher.
Begeistert drehten sie das Handy. Dann ein Blick, ein Stirnrunzeln, ein Lächeln der Erkenntnis.
Die Juwelierin zwinkerte ihm zu, denn vor ihr stand zweifellos ihr vorletztes Projekt -
ein pinker CB-6000 übersät mit Glitzersteinchen.

MfG
Matt


197. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.03.13 20:04

Fifty words CIII

Es hatte damals machomäßig vielversprechend mit ihrem Mund begonnen.
Unersättlich hatte sie ihn liebkost und sein Loch mit ihren unartigen Fingern massiert.
Nun, acht Monate später lutschte sie Hartplastik oder traktierte ihn mit einem Dildogürtel.
Und heute krönte sie ihren Triumph ‚Los jetzt, ab ins Röckchen, Sissy. Danach leck mich.‘

MfG
Matt


198. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.03.13 20:04

Fifty words CIV

Sie liebte geheimnisvolle Männer – er hatte definitiv eines.
Vom Bowlingabend im Freundeskreis ließ sie sich deshalb von ihm heimfahren.
Gespielte Ängstlichkeit, Ritterlichkeit und ihr Überraschungsangriff brachten sie überstürzt
auf ihren Hochflorteppich. Sofort war ihre Hand am Ziel ihrer Wünsche.
Sie stutze, er errötete. Abgeschlossenes Hartplastik. Geheimnis gelüftet. Unverhofft Herrin. Jackpot.

MfG
Matt


199. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.03.13 20:04

Fifty words CV

Mutters Geburtstag – Kaffeetrinken – Pflichttermin – Zeit für Erinnerungen, absurde Themen.
TV-Thema vom Vorabend: Masturbation. Sie erinnerte an seine Pubertät.
Endlich gebot seine Frau dem Erzählschwall Einhalt.
‚Keine Sorge, Lisbeth. Er trägt seit fünf Jahren einen Keuschheitsgürtel.“
Er errötet. Seine Mutter erstarrte, lächelt und drücke dann fest die Hand seiner Herrin.
‚Danke‘.

MfG
Matt


200. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 22.02.14 17:41

Hallo!
Auch wenn manche nach längerer Zeit lieber eine Ultrakurzgeschichte an dieser Stelle gelesen hätten, passte nachfolgende Story leider nicht in fünfzig Worte. Dem Wortlaut nach frei erfunden, steckt trotzdem bittere, schmerzvolle Wahrheit und Erkenntnis darin. Viel Spass beim Lesen. Ich kaufe mir jetzt noch schnell einen Lottoschein und träume von der Chance auf einen Ausweg ...



Expressfahrstuhl abwärts

Thomas war am Arsch. Letzte Woche noch hatte er gedacht, er sei einer der aufstrebenden Mitarbeiter dieser Firma, bei dem es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis er an der Quelle von Milch und Honig sitzen würde. Nun aber war er nur noch ein Schwanzlutscher, den das Leben von heute auf morgen in den Arsch gefickt hatte. Er fühlte sich wie ein einst strahlender, chinesischer Wachsoldat, der Glanz seiner Einheit, bereit zum Karrieresprung, dessen Name selbst der Kaiserin geläufig war und dessen Karriere dann nach nur einem einzigen Fehler als namenloser Eunuch unter Tausenden Höflingen geendet hatte.
Natürlich war sein Wandel sicherlich niemandem im Büro verborgen geblieben und gewiss wurde in jeder passenden Minute über ihn getuschelt – aber das musste er nun wohl notgedrungen aushalten. Insgeheim hoffte er aber, die Kaiserin würde für genug Aufregung sorgen, so dass seinen Kollegen keine Zeit bliebe, sich das Maul weiter über ihn zu zerreißen. Darin war sie stets fantastisch gewesen. Jeder der Kollegen, die beiden Kolleginnen konnte man getrost als asexuell bezeichnen, war in ihrer Gegenwart stets bedacht, unterwürfig, arbeitsam und maximal unauffällig zu sein. Graue Gesichter in grauen Anzügen, die stets geschäftig auf Tastaturen klimperten und wichtiges Kauderwelsch in Telefonhörer phrasierten. Gott, was hatte er diese Arbeitsameisen verachtet, denen ihre trostlose Arbeit genau so viel Spaß zu machen schien, wie einem angeketteten Verurteilten der Anblick des eigenen Erschießungskommandos.

Nun aber beneidete er sie aus ganzem Herzen. Denn seine Kollegen hatten immerhin noch ein sogenanntes normales Leben außerhalb des Büros. Hatten in den meisten Fällen eine Frau, die ihnen hoffentlich nicht auch mit Verachtung begegnete, Kinder, die noch ahnungslos ihren „Daddy“ für den Größten hielten und einen sonorer Kundenbetreuer von der Bank, nennen wir ihn Herrn Kaiser, der unerschütterlich daran glaubte, das jeden Monat pünktlich die Raten für das spießige Eigenheim an sein Institut überwiesen werden. Jedenfalls hofften das seine Kollegen sicherlich. In Wirklichkeit war es wohl eher so, dass Herr Kaiser sich heimlich wünschte, endlich mal einen kapitalen Kreditausfall nach allen Regeln der Kunst zu Gunsten der Bank und seiner Karriere abwickeln zu können. Durchschnittliches Einfamilienhaus, Restschuld deutlich kleiner als der Verkehrswert abzüglich lukrativer Verwaltungsgebühren, also ein einfacher, wasserdichter Fall aus dem „Lehrbuch zur Leistungsabwicklung gestörter Immobilienkredite“, mit dem er dann endlich vor seinem Vorstand glänzen und von dessen Extraprovision er sich das 1500l-Süßwasser-Aquarium für seine winzigen Zierfische in seinem eigenen, privaten Kellerloch leisten könnte.
War es wirklich Glück, dass er bisher nicht in die Fänge dieses freundlich lächelnden Sackgesichts geraten war, Thomas war sich da inzwischen unsicher. Bis jetzt hatte er es immer als äußerstes Glück angesehen, nicht am Gängelband dieser informellen Mitarbeiter des Staatswesens zu sein, aber es wäre ihm sicherlich rechtzeitig eine Lehre gewesen, was sein tatsächlicher Stand oder seine Kaste war.

Dieser IM Kaiser hätte ihm sicherlich bei der Unterzeichnung eines Kreditvertrages unmissverständlich gesagt, dass er eigentlich nichts anderes als ein einfacher Leibeigener sei, der stets den Hut zu ziehen, die Fresse zu halten, über jedes Stöckchen zu springen und pünktlich seine Abgaben, Zinsen und Zinseszinses zu zahlen habe, denn andernfalls würde man ihn ausstoßen, verfolgen, zur Rechenschaft ziehen oder schlicht und einfach nach allen Regeln der Gesetze fertigmachen.

Na ja, jetzt wusste er es. Die Kaiserin hatte es ihm gesagt. Unmissverständlich. Gut daran war, dass er es nun endlich kapiert hatte, sicherlich ein wenig zu spät und mit deutlichen Blessuren, die er sich hätte ersparen können, aber die Botschaft des Herrn Kaisers hatte ihn endlich erreicht. Preislich musste er sich lediglich Frau und Kinder abschminken, mit ein wenig Glück nur die Kinder und im Falle eines Wunders war vielleicht doch noch Hoffnung auf eine Familie gerechtfertigt.

Aufpassen! Ihre wütende Stimme schallte schon wieder durch das Büro, aber sie meinte nicht ihn sondern galt einer armen Sau am anderen Ende der Telefonleitung. Er musste sich zusammenreißen, die Buchstaben tanzten auf dem Monitor, das war nicht gut, er durfte nicht zu stark abfallen. Bisher hatte er alle anderen outperformed, jetzt hatte Schwierigkeiten eine einfache Email zu schreiben, von der er wusste, dass sie irgendwann auch auf dem Monitor der Kaiserin auftauchen würde.

Na ja, er hatte ausreichend Leistungsreserven, bis er auf das Niveau seiner Kollegen sinken würde, also erledigte er die unkritischen Dinge und schaute von Zeit zu Zeit an die Bürowand, wo er zum ersten Mal in seinem Leben feststellte, wie sichtbar schnell sich doch ein Minutenzeiger auch dann drehen kann, wenn er nicht, als Teil einer ZDF-Reportage, im Zeitraffer gefilmt wurde.

Vor dem Feierabend, dieser hatte für alle anderen Kollegen bisher stets mindestens sieben Minuten nach dem Feierabend der Kaiserin – diese Zeit benötigte sie durchschnittlich um mit ihrem Sportwagen für alle sichtbar aus der Tiefgarage zu kommen – begonnen, musste er noch einmal alle seine Sinne zusammenreißen. Das Meeting mit der anderen Abteilung fand vierzehn Etagen höher statt und im letzten Moment hatte sie noch seinen Fahrstuhl nach oben erreicht.
„Heute keine rote Krawatte … Sissyboy?“
Hatte sie ihn gerade ehrlich so genannt, er war sprachlos. Ihr Handy, das sie auch jederzeit als Faustkeil nutzen konnte, legte sie auf ihre Mappe und im nächsten Moment glitten ihre perfekt manikürten und lackierten Finger auch schon über seinen Schritt. Sie fühlte, was sie erwartete und lächelte überlegen.
„Ausgezeichnet, Sissyboy. Hätte mich auch gewundert, wenn Dir Schwanzlutscher über Nacht Eier gewachsen wären.“

Sie zog ihre Hand zurück und griff nach einem Post-It, das an ihrer Mappe klebte.
„Du kaufst Dir heute Abend ein rotes Dessous, die passende Größe habe ich Dir mit aufgeschrieben, machst von Dir darin ein Foto und schickst es an diese Emailadresse. Sag der Verkäuferin, es sei für Deine fette Frau, falls sie Dich nach der Zahl fragt.“ Sie lachte. „Wenn nicht, liegen meine Fotos von Dir morgen in Farbe im Druckerschacht. Wenn Du auf dumme Gedanken kommst, ist das ganze Video mit einem Klick im Internet. Haben wir uns verstanden …. Sissyboy?“
Der Fahrstuhl öffnete sich und er folgte apathisch ihren energischen Schritten in den Meetingraum.

Mit Fotos meinte sie natürlich Standbilder aus dem Handyvideo, das sie heimlich von ihrem ersten, einzigen und hoffentlich letzten amourösen Treffen gemacht hatte. Zwei verfluchte Tage war es erst her, Montag war sie nicht bei ihnen im Büro sondern bei ihrem Chef in der Zentrale gewesen - angeblich. Vielleicht hatte sie auch die Zeit dafür gebraucht, um sich selbst aus dem Video herauszuschneiden - was sicherlich keine Kunst war, wenn man vorher wusste, was die Kamera aufnahm – und um es so zu bearbeiten, dass es für ihn maximal peinlich war.

Das Machwerk hatte ihn am Montagabend erreicht, privat, per Email aus Kasachstan, die er beinahe fatalerweise manuell aus seinem Spam-Ordner gelöscht hätte, wäre ihm nicht sein Username im Betreff komisch vorgekommen. Woher sollte ein kasachischer Spammer den Usernamen kennen, mit dem er sich lediglich im Büro am Rechner anmeldete. Die Mail war dann ziemlich konkret, ziemlich persönlich und mit einem Link zu einem Video versehen, das nur Stunden vorher heimlich aufgenommen worden war.

Das Meeting zog sich, der bequeme Ledersessel linderte ein wenig den Schmerz, den er beim Sitzen noch fühlte, konnte aber nicht völlig davon ablenken, dass seine Männlichkeit inzwischen in ein rotes Etwas eingeklemmt war. Das Etwas hieß „CB-6000“ und war von ihr mit einem einzigartigen Siegel verschlossen worden. Thomas konnte es, wenn er daran dachte, immer noch nicht fassen, das er das Ding nun trug – tragen musste. „Lass das Licht an, ich will Dich nicht nur fühlen sondern auch sehen. Oh, Du bist so groß, Du bist so …“ Bla, bla, bla, genauso gut hätte sie in ihrem Hotelzimmer auch noch Anweisungen an den Beleuchter oder den Kameramann geben können, aber als Perfektionistin hatte sie ihr Handy schon optimal platziert.

Wenn etwas zu gut ist, um wahr zu sein, dann stimmt etwas nicht. Super Hinweis! Schön, dass es ihm erst Montagabend aufgefallen war, als er die Mail gelesen hatte. Chefin nimmt neuen, aufstrebenden Mitarbeiter zu einer Tagung über das Wochenende mit, trinkt anscheinend zu viel, spielt ihre Rolle als Prinzessin, die tagsüber im Beruf als Drache alle gnadenlos mit Feuer bekämpft und privat eigentlich ein bezaubernde, hilfsbedürftige, sehnsüchtige, unbefriedigte Persönlichkeit ist, die genau auf einen Traumprinzen … äh … Esel wie ihn gewartet hat. Shrek lässt grüßen. Ein paar schmachtende Blicke an der Hotelbar, ein paar anzügliche Komplimente, ein Gentleman, der sie an ihre Zimmertür bringt und sich noch freut, wenn es keiner auf dem Hotelflur gesehen hat, wie sie ihn stürmisch hereinzog.

Die Prinzessinnenrolle hatte sie dann noch gut eine Stunde gespielt, vermutlich aus purem Eigennutz, da er tatsächlich nicht schlecht gebaut war. Aber – auch wenn er dem Meeting nun überhaupt nicht mehr gedanklich folgen konnte – wenn er es recht bedachte, hatte sie noch geiler gestöhnt, als sie ihn von ihrer schmutzigen Fantasie überzeugt hatte. Was hatte sie noch gleich gesagt. „Oh, Du bist so groß, so stark, so dick, so hart, oh wenn ich Dich nicht hätte, hätte ich es mir heute Nacht wieder hiermit besorgen müssen, ich hasse diesen Minipimmel, oh, jetzt wo ich Dich habe.“

Den nachfolgenden Wortschwall hatte Thomas jetzt leider nicht mehr ganz so präsent, aber im Grunde war es darauf hinausgelaufen, dass sie es ihm hatte demonstrieren wollen, wie unterbefriedigt sie mit diesem Silikonteil bisher gewesen wäre und ohne es zu hinterfragen, hatte er es akzeptiert, dass sie auch noch ein Geschirr in ihrem Koffer gehabt hatte, mit dem sie den Dildo fachgerecht an ihm hatte ausprobieren können. Auch völlig unwidersprochen hatte er ihre Aussage in der Nacht zum Sonntag stehen lassen, dass der Dildo generell unbefriedigend – weil zu klein – sei.

Auf dem Video war jedenfalls wunderbar zu sehen, dass er ihn nicht nur wie ein Eis am Stil in den Rachen gestoßen bekommen hatte – so viel konnte er peinlich berührt, aber guten Gewissens behaupten – sondern bei der anschließenden, weiteren Benutzen, im Gegensatz zu ihr, auch keinen Orgasmus vorgetäuscht hatte. Eine Tatsache, die ihrerseits sicher auf jahrelanger Erfahrung im Umgang mit Strap-On-Dildos beruhte, wobei ihm noch unklar war, wenn sie damit üblicherweise penetrierte.

Für einen Augenblick musste er jetzt kurz aufmerksam zuhören und zwei Detailfragen beantworten, bevor er wieder in seine katastrophale Gedankenwelt zurückgleiten konnte.

Genauso schnell wie sie den Dildo aus ihrem Koffer hervorgezaubert hatte, hatte sie auch dieses rote Plastikteil hervorgeholt und mit einlullenden Worten um sein erschlafftes, bestes Stück praktiziert. „Oh Du mein Held … unglaublich … Wahnsinn … mein Schatz … mein neues Lieblingsstück … nur für mich … versprich es … nein … beweise es … oh, ja, fest verschlossen … mir allein …“ Sülz, sülz, sülz. Normalerweise hätten bei ihm längst die Alarmglocken geschrillt, aber nach der Nummer mit dem Dildo und geschwächt durch den absoluten Orgasmus hatte diese Schlange den Peniskäfig schneller an ihm angelegt, als er überhaupt begreifen konnte, was sie eigentlich im Schilde führte.

Die Tonlage änderte sich, das Meeting wurde gerade beendet und Thomas konnte rechtzeitig – also gleichzeitig mit allen anderen - aus den tiefen Sesseln hervorkommen, um ohne weitere Beachtung im Tross den Raum zu verlassen. Im Fahrstuhl wurde es nun allerdings eng und er musste sich von jetzt auf gleich zum ersten Mal Gedanken machen, wie er dieses harte Plastikdingen, das sich gerade übermäßig stark aus seiner Hose heraus beulte, künftig vor zufälligen, entlarvenden Berührungen schützen könnte. Gottseidank war das Problem nach der Hälfte der Fahrt mangels Gedränge nicht mehr akut und nach einer weiteren Viertelstunde, sie war gleich bis zur Tiefgarage weitergefahren, stellte es sich auch nicht im Bus.

Die Dessous, er kaufte zur Sicherheit gleich mehrere, um nicht nackt ohne ein einziges Passendes dar zu stehen, kaufte er einfach im Vorbeigehen im Warenhaus ohne jede Nachfrage. Lediglich den obligatorischen Hinweis, dass seine Ehefrau die Teile nur unbenutzt und nur gegen Vorlage des Kassenbons umtauschen könne, falls sie nicht passten, musste er zur Kenntnis nehmen. Ein Hinweis den sich die Kassiererin auch hätte sparen können, da es einerseits keine Ehefrau gab und er sie andererseits andernfalls in den Altkleidercontainer geworfen hätte.

Eine weitere Busfahrt, zwei Flaschen Bier, eine peinliche Travestienummer vor dem Spiegel, eine Stunde Photoshop am Rechner und eine Email später kam für Thomas dann der letzte spannende Moment für diesen Tag. Sein Handy klingelte. „Hallo ?“ „Ja?!“ „Meld‘ Dich gefälligst ordentlich Du Schlampe! Für heute lasse ich dein Verhalten noch einmal durchgehen, Sissyboy. Aber ich warne Dich. … Den Slip trägst du übrigens morgen im Büro und wenn Du wieder im Meeting einpennst, hänge ich dich daran an der nächsten Türklinke auf. Klar?“ „Ja.“ „Morgen Abend schickst du mir gefälligst Ganzkörperfotos, auf denen auch Deine dämliche Visage zu sehen ist, oder ich drucke Deine Fotos so groß aus, dass dich die Kollegen an deinen Muttermalen und der fettigen Haut erkennen. Klar? … Noch eine Sache: Bis Ende der Woche hast du den Bericht über die Budgets für das nächste Quartal fertig. Die Sommer soll ihn Korrekturlesen, mehr schafft die dumme Schlampe eh nicht. Irgendwann schmeiß ich die raus und dann kriegt sie mit ihrem Arbeitszeugnis maximal noch ´ne Putzstelle im Knast. Das gilt ab sofort auch für Dich, die freuen sich da schon auf solche Sissies wie dich. Dein Schwanz und Dein Arsch gehören mir, und wenn ich Dich jemals ohne Deine Plastikmöse erwische oder Du mir noch einmal im Büro in die Quere kommst, dann war das dein letzter Fehler! Klar?“ „Ja.“ „Noch was, damit dein Ding nicht stinkend im Büro abfault gehst Du ab sofort jede Woche zu Madame von Knecht, eine alte Studienfreundin. Du findest sie im Internet, sie erstattet mir dann Bericht.“

Thomas lief nach dem Anruf in die Küche und musste kotzen. Karrieretechnisch war sowas von am Arsch.

MfG
Matt
201. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 20.01.19 23:43

Eins-Sieben

Wie üblich hatte Sabine alle Hände voll, die Aktentasche in der linken Hand, daneben noch die schwere Mehrwegtüte vom Einkaufen, in der rechten Hand den Haustürschlüssel am Schlüsselbund und gleich auch noch den 6er Träger Wasserflaschen. Der nächste Zwischenstopp war ihr Briefkasten „S.Richter“, Kasten abstellen, 2 Rechnungen und 1 Werbeschreiben. Kasten zu, Moment, auf dem darüberliegenden Kasten lag noch eine Warensendung im Luftpolsterumschlag „S. Richter“. Sie überlegte kurz, ob sie noch etwas erwartete, Amazon, ebay oder von diesem einen Webshop, der … egal, die Mehrwegtüte beendete alle weiteren Überlegungen und drängte auf umgehenden Transport an ihr Ziel.

Zehn Minuten später - alles was dahin gehörte war im Kühlschrank, heißes Wasser für den Tee war in Arbeit und ihre Büroklamotten gegen ihren flauschigen Hausanzug gewechselt – griff sie erneut nach der Post und bugsierte sie ins Wohnzimmer. Die Rechnungen konnten warten, die Warensendung hatte glücklicherweise einen roten Plastikzipper – oder wie auch immer diese Dinger hießen – und gab ihren Inhalt ohne Umschweife preis. Es war ein schwarzes Plastiketui mit Reißverschluss und weißem „CB-6000“. Sabine war keinen Deut schlauer, „Was zum Henker …“.

Ja, es war nicht das erste Mal, dass sie sich nicht mehr auf Anhieb an das Produkt erinnern konnte, das sie auspackte. Schuldig im Sinne der Anklage. Im besten Fall war es einfach zu lang her, dass sie es bestellt hatte und dass das Päckchen – mit Ausnahme der Antarktis – gefühlt ein Dutzend Umschlagzentren in allen anderen Kontinenten gesehen hatte, bevor es letztendlich bei ihr im Briefkasten gelandet war. Im nicht so guten Fall war es wieder eine von diesen Bestellungen gewesen, die man mit einem Klick auf eine Bestelltaste in der Größe des halben Bildschirms hatte ordern können – auch wenn man schon 2 Flaschen Rotwein intus hatte und ansonsten nur noch „Mausrutscher“ hinbekam. Aber weder hatte sie in letzter Zeit eine Rotweinorgie gehabt noch hatte der Umschlag tausende Stempel aus Übersee gehabt.

Egal. Reißverschluss auf, den Inhalt vorsichtig rausziehen und „Was is’n das?“ rosa Plastikkrams, ein Mini-Vorhängeschloss und Gefrierbeutelverschlüsse … mit Nummern. Hier stimmte was nicht, selbst bei 3 Flaschen – und das war damals das einzige Mal, als Jan mit ihr Schluß gemacht hatte – wäre sie nie auf die Idee gekommen, was auch immer das war, das zu bestellen.
„CB-6000“ murmelte sie und griff sich ihr Tablet und einen Schluck Tee. Google war ihr Freund. Ok, es gab das Ding bei Amazon, Bilder, kein Schlauchboot und auch kein Gabelstabler, Peniskäfig, Male Chastity Device. Ok, das kam hin, ihre anatomischen Kenntnisse und ihre Vorstellungskraft bescheinigten ihr, dass ein männliches Prachtstück, ok, ein ganz kleines männliches Stück…chen, in dieses trichterförmige Etwas hineinkommen könnte.

„Scheiße!“ Der Tee in der Tasse schwappte bedenklich, als sie diese hastig auf den Tisch stellte und hektisch nach dem Umschlag griff „S. Richter, Landgrafenstrasse 17, 50931 Köln“. „Scheiße!“. Sabine war „S. Richter, Landgrafenstrasse 19, 50931 Köln“, „S. Richter, Landgrafenstrasse 17, 50931 Köln“ war Stefan im Haus nebenan. „Uuuups“. Es war nicht das erste Mal gewesen, dass die zahllosen, ausgeruhten, hochintelligenten und bestbezahlten Postzusteller die Briefe und Sendungen für sie und Stefan nicht in den jeweils falschen Briefkasten geworfen hatten. Manchmal war sie auch sehr froh darüber gewesen, wenn sie noch vor dem Öffnen der offensichtlichen Rechnung ersehen konnte, dass der Kelch ausnahmsweise an ihr vorbeiging und sie die Rechnung einfach in den Briefkasten des Nachbarhauses werfen konnte.
„Stefan, Stefan. Das hätte ich dir gar nicht zugetraut.“ Es war Zeit sich das Plastikdingen genauer anzusehen. Sabine zögerte. Sie wollte nichts kaputtmachen und bestenfalls auch keine sichtbaren Spuren hinterlassen. Sie legte die offene Schachtel wieder auf den Tisch und griff sich ihr Tablet, schließlich war Youtube ebenfalls ihr Freund, gerade wenn es ums Erklären von irgendwelchen total nicht alltäglichen Sachen ging.

Zehn Minuten später war sie mit Youtube durch und tippte mühsam mit links erneut „CB-6000“ und „chastity“ und „sissy“ auf der Google-Video-Seite ein. Die beiden letzten Begriffe hatte sie nun mehrfach in den Videos gehört und so wollte sie einfach mehr wissen, auch wenn es umständlich war. Ihr war ein wenig heiß, vermutlich vom Tee, die Sonne spiegelte auf ihrem Tablet, das ungünstig auf ihrem linken Schenkel lag und mit links tippen war so gar nicht Sabines Ding. Aber irgendwie war ihre rechte Hand schon seit dem zweiten Video unterm dem Bund ihrer Hausanzugshose verschwunden. Das xNagetier – auf dem sie schon mal den ein oder anderen gut durchtrainierten Boy begutachtet und dann in ihren nächtlichen Phantasien eingebaut hatte – wurde nun deutlich konkreter. Die Boys trugen nun süße Kleidchen und Pumps und ihre z.T. nicht so kleinen Prachtstücke quellten förmlich aus den Plastiktrichtern raus. Sabine war angeschossen, ihre rechte Hand leistete autonom, mechanisch und unter Volllast Höchstleistungen. Was sie auf ihrem Tablet sah törnte sie zu einer Trillion Prozent an. Männer, glatt rasiert, zart, sanft, willig, gefügig und unter 100%-er Kontrolle dominanter Herren und Damen in krassen Outfits.

Als Sabine gut 20 Minuten später wieder ihre Umwelt wahrnahm, lag ihr Tablet kopfüber auf dem Teppich und ihr Bad benötigte dringend einen Besuch ihrerseits. „Scheiße. Scheiße. Scheiße“, sie war sauer, das Schimanski-Zitat absolut zutreffend. Sauer auf sich, sauer auf die Welt im Allgemeinen und Besonderen und momentan besonders auf die aktuelle Situation. Kaum hatte sie die Tür zu einer neuen faszinierenden Welt einen Spalt aufgestoßen, würde sie ihr umgehend wieder vor der Nase zugemacht. Sie konnte den gepolsterten Umschlag nicht ewig zurückhalten. Sie konnte ihn auch nicht einfach Stefan mit einem „Sorry, aus Versehen geöffnet.“ auf seinen Briefkasten im Nachbarhaus legen oder bei ihm klingeln. Andererseits wollte sie maximale Informationen über den weiteren Verbleib dieses geilen Utensils haben. Na, ja, eigentlich wollte Sabine am liebsten über den Verbleib minutiös bestimmen, aber wie.
„Scheiße. Scheiße. Scheiße. Optionen. Sofort. Was ist das Problem? Was ist die Ursache? Wer ist dafür verantwortlich? Wer ist dessen Chef? Wie lautet dessen Telefonnummer?“ Sabine’s übliches Denkmuster wollte nicht so recht funktionieren. Wenn doch nur alles so einfach wäre, wie auf der Arbeit. Dort konnte sie delegieren und Lösungen fordern. Ein Anruf. Meist.
„Anruf!“ Ein Gedanke, ein eigenständiger, ein brillanter, ein genialer, manchmal konnte Sabine so lösungsorientiert sein, dass sie sich selbst hätte bespringen können.

„Köhler AG. Lehmann.“ „Herr Köhler, Sabine Richter hier, haben sie einen Moment?“ „Hallo Frau Richter, sicher, wir sind noch den ganzen Abend hier. Haben Sie ein Problem mit Ihrer Schlüsselkarte, denn da müssten Sie …“ „Nein, alles ok. Aber ich habe eine Frage dazu, ich …“ „Da wenden Sie sich bitte an die 5-mal-die-Fünf, wir sind hier nur der technische Support für …“ „Alles ok, Herr Köhler, sie funktioniert bestens. Ich wollte nur wissen, was sie mit den alten Karten machen?“ „Die werden direkt vernichtet. Sie können Sie jedoch auch selbst in die Datentonne stecken.“ „Also wertlos?“ „Ja, in gut zwei Wochen nach der Umstellung aller Türen sind sie nutzlos.“ „Hatten Sie nicht auch so mobile Kartenleser, so zum Überprüfen und mobilen Auslesen der Karten?“ „Ja, aber auch da bekommen wir Neue.“ „Könnte ich vielleicht so einen Leser ausleihen oder abkaufen?“ „Äh, was?“ „Ich … ich habe zuhause das Gefühl, dass Deko … also Topfpflanzen … in der Wohnung einer Nachbarin verschwinden. Ich glaube sie ist so schlau und stellt sie immer in den Schrank, wenn ich vorbeischaue, aber … ich bin mir sicher.“ „Und jetzt wollen sie eine Karte reinlegen und dann mit dem Kartenleser …“ „… genau!“ „Ja, kein Problem, ich kann Ihnen einen Leser zur Seite legen und auch ein paar nicht personalisierte Karten. Es kommt ja auch hier so viel weg, das glaubt man kaum.“ „Echt?“ „Letzte Woche ein ganzer Drucker/Fotokopierer im D-Gebäude. Ist ja schließlich keine Kaffeetasse. Unglaublich.“ „Okay, vielen Dank. Bis morgen.“

Sabine war auf vollen Touren. Direkt am nächsten Morgen machte sie einen Umweg am F-Gebäude vorbei und ließ sich zwei Dutzend Karten und den Leser aushändigen. Die Kollegin machte sogar einen frohen Eindruck, den „Elektroschrott“ kosten- und formlos los zu sein.
In der Mittagspause musste die erste Karte bereits dran glauben. Streifen für Streifen schnibbelte Sabine sich dem Chip entgegen um frustriert herauszufinden, dass es wohl mindestens ein Streifen zu viel gewesen war. Sie legte die Sachen für den Abend zurück.

Vor der Haustür traf sie den Nachbarn aus der 17, der vom Einkaufen kam. Ein rüstiger Rentner. „Hallo Herr Wolf. Na, gibt’s heute Abend noch lecker Selbstgebrutzeltes?“ „Ah, guten Tag Frau Richter. Nein, heute Abend nur noch Abendbrot, das ist mein Mittagessen für morgen.“ „Ja, abends viel essen ist auch nicht gesund.“ „Sagen Sie das ihrem Namensvetter, der hat jeden zweiten Abend das Pizzaauto vor der Tür, schrecklich dieses ganze Gerenne im Hausflur.“ „Ja, ja. Schlimm. Besonders wo sie im Parterre wohnen.“ „Kann man fast die Uhr nach stellen?“ „So?“ „Ja, der feine Herr ist Langschläfer und verlässt morgens immer als Letzter das Haus, selbst die Studentin ist eher unterwegs. Aber Punkt 18:36 Uhr kommt er wieder. Jeden Tag. Früher war ich da schon längst auf’m Platz. Früher hatte ich da schon eine Halbzeit hinter mir.“ Ja, früher. So als der 1.FC noch Meister wurde und Schmidt noch Kanzler war. „Schönen Abend, Herr Wolf!“ Jetzt schnell sein, wenn solche alten Herren das Buzzword „Früher“ erst einmal ausgesprochen hatten, dann wurden daraus leicht Monologe, die selbst den Führer in den Schatten gestellt hätten. Aber sie war Herrn Wolf auch unheimlich dankbar. Jetzt musste sie Erfolg haben.

Ein ganzes Glas Rotwein und drei Karten später hatte sie endlich einen Transponder samt Antenne vor sich liegen. Der Kartenleser konnte ihn einwandfrei lesen. Sabine ging einen Schritt zurück. Tschaka. Armlänge, doppelte Armlänge, noch ein Schritt. Noch einer. Nope. Ein Schritt vor. Jupp. Vorzüglich. Sie nahm das fingernagelgroße Etwas und ließ es im Flur in ihrem Mantel verschwinden. Doppelte Armlänge und ein Schritt. Nope. Doppelte Armlänge. Einfache Armlänge und ein Schritt. Geronimo. Jetzt noch das neue Schloss. Es war größer als das im Karton, aber es musste ja auch der Chip rein. Eine Stunde später waren der Chip und die Antenne hinter einer dünnen schwarzen Plastikschicht aus einer zerschnittenen Parfümverpackung verschwunden. Der Sekundenkleber, den sie sonst extensiv für ihre Absatzflecken nutzte hatte Wunder gewirkt. Das Schloss sah fabrikneu aus und der Transponder funktionierte immer noch einwandfrei. Sie ließ das Originalschloss geschlossen im Karton, schmiss die Originalschlüssel weg und legte ihr Schloss samt in den neuen Umschlag. Ebenfalls per Hand beschrieben und mit maschineller Frankierung aus ihrer Firma, allerdings ohne den Firmenstempel, den die Frankiermaschine auf drei Post-Its aufgedruckt hatte. Keine Spuren, jedenfalls keine offensichtlichen.

Zehn Minuten später war sie wieder zurück in ihrer Wohnung und die Warensendung lag endlich da, wo der Zusteller sie hätte von Anfang an hin hätte hinlegen müssen, „S. Richter, Landgrafenstrasse 17, 50931 Köln“, siebzehn mit „S“ wie sieben. Jetzt hieß es warten. Und Überstunden machen. Der 146er Bus kam immer um 27 nach an. Wer arbeitete nur um die Zeit? Außerdem müsste sie einen ziemlichen Umweg machen, da sie eigentlich aus dem Osten kam. Dann brauchte sie sicherlich zwei besser drei Stationen, um ihn überhaupt zu finden. Okay, gefunden. Verbindung zu ihrer Firma? Galaktisch, drei Mal um den Pudding, inkl. Warten eine dreiviertel Stunde. Gut dass sie immer früh im Büro war. „Morgen?“ „Morgen, morgen, morgen, nein. Zu früh. Vielleicht findet Stefan den Umschlag erst morgen früh. Übermorgen? Vermutlich nicht. Scheiße. Dann ist Wochenende. Montag! Montag, garantiert Montag. Okay, Montag. Bis dahin … ich brauche Sachen. Rot. Rot ist super. Ich habe noch … nein … scheiße … kein Rot … jedenfalls nicht … nein … Pumps … ja, aber die Nachbarn, nein, nicht wenn ich rübergehe … wo ist mein Tablet?“

Sabine schaute sich die Videos, die sie in ihren Favoriten gespeichert hatte, noch einmal an, zusätzlich ein paar verlinkte Videos. Sie konnte sich gar nicht richtig konzentrieren, sie wollte sich den Stil der Dominas anschauen, aber ihre Blicke klebten quasi an den makellosen, schlanken Körpern in den gerüschten Spitzenwäscheteilen, deren Zungen nahezu ununterbrochen zwischen den Oberschenkeln der Frauen hingen, die am anderen Ende der Leine die Kontrolle über die Halsbänder ausübten. Am Ende des Abends hatte sie einen ziemlich teuren Auftrag bei einem Online-Sexshop abgeschickt, der so ziemlich alles enthielt, das sie in den Videos gesehen hatte.

Das Wochenende wurde busy. Anprobieren, posen, kombinieren, wieder posen, schminken, abschminken, einige Selbstversuche mit ihrer alten Reitgerte. Dann einige mit nassem Papier, da ihr Oberschenkel definitiv nicht für weitere Versuche zur Verfügung gestellt würde. Es riss mal schneller mal weniger und zum Schluss gar nicht, sie hatte den Bogen raus. Die Sprüche fand sie fast alle albern, die meisten waren eh englisch, die russischen unverständlich und die wenigen deutschen, na ja, die hatten alle schon gut 80 Jahre auf dem Buckel und die hatte Herr Wolf sicherlich noch selbst gehört. Sonntagabend hatte Sabine ein gutes Gefühl und war sich sicher, ihren Stil gefunden zu haben. Sie packte ihre Aktentasche und freute sich auf die Woche.

20 Stunden später stand sie nach einer kleinen Odyssee an der Haltestelle und wartete auf den 146er. Sie stieg ein und Gotcha, perfekt. Dort saß, vertieft in ein Buch und hinter ihm eine freie Bank. Diana war mit ihr, bam bum bang. Völlig unbeteiligt ging sie an ihm vorbei und setzte sich hinter ihm, ein kurzer Rundumblick, alle starten auf ihre Handys bis auf die Mutter, die ihr Kleinkind bespaßte.

Der Kartenleser ging nicht richtig als Handy durch, nicht mal als Steinzeithandy, aber da sie eh keiner beobachtete, was sollte passieren. Zuerst versuchte sie es hinter der Rückenlehne, dann tiefer, fast unter seiner Sitzbank, dann – so als wollte sie auf ihre Uhr sehen - in Schulterhöhe und knapp an seinem Ohr vorbei, er reagierte null. Dafür das Gerät. Das Display wurde einen Tick heller und zeigte eine ihr bekannt Ziffernkombination an. „Yessss!“. Keine Gute Idee, der Leser verschwand zwischen ihren Schenkeln und die Mutter blickte nur kurz hinüber. Wohl eher, weil sie jede Art von Lärm von ihrem Töchterchen fernhalten wollte. Einen Tastendruck später war der Leser wieder in der Handtasche. Er trug ihn. Oder nicht? Er hatte ihn dabei, aber, nur in der Tasche? Warum würde er so etwas tun. Nein, er trug ihn. Garantiert. So sicher wie das Amen im Dom. Oder doch nur in ihrer Wunschvorstellung. Dieser Gedankenwirrwarr brachte sie förmlich zur Verzweiflung. Sabine wurde zu ihrem Leidwesen ganz feucht. Nicht jetzt. Uncool. Absolut uncool. Noch eine Station. Andere Gedanken. Was tun? Zweite Meinung. Zweite Meinung. Sie musste noch einmal sichergehen. Frontal. Direkt an seinem besten Stück. Wie ein ungezogener Hund. Sie war aber kein ungezogener Hund. Egal. Schnell wie ein Dolchstoß. Ansprechen. Umdrehen lassen. Messen. Wegstecken. Mit einem Gespräch ablenken.

Eine Häuserecke und vier Häuser später hatte sie ihn ein- und überholt. „Ach hallo, Herr Richter. Ich habe sie gar nicht gesehen?“ Er stutzte, blieb stehen und drehte sich ein wenig zur ihr. „Hallo Frau … Richter. Sie hier? Sind sie auch mit dem Bus gekommen? Ich …“ Zack. Knopfdruck. Warten. Warten. Einstecken. Hand demonstrativ an die Haare und einmal durch. Erwischt. Hoffentlich. „Ich … ja … ausnahmsweise … ein Termin … bot sich an.“ „Ah, ja schlimm abends. Mit dem Auto geht ja gar nichts.“ „Ja. Schlimm. Eigentlich müsste ich öfters … aber …“ Kurze Pause, Schluss mit dem Gelaber. „Haben Sie das Päckchen bekommen, der Postbote hatte es mal wieder bei mir reingeschmissen?“ Oh oh, Volltreffer, sein Gesicht lief leicht rot an, vermutlich dachte er daran, dass sie es hätte versehentlich öffnen können. Schnell entgegenwirken. „Ich habe es gleich von meinem Briefkasten auf ihren gelegt, die Adresse war ja deutlich zu lesen. Na ja, wenn man des Lesens mächtig ist.“ Er atmete tief aus und die Farbe wurde nicht intensiver, Lüge gelungen. „Ja, vielen Dank. Meine Tante wäre sicherlich unglücklich geworden, wenn sie es zurückgeschickt bekommen hätte.“ Okay, touché, auch er war um eine Notlüge nicht verlegen, na ja, er hatte ein ganzes Wochenende Zeit, sich sie auszudenken. „Ja, diese Paketdienste sind echt die Hölle. Andererseits habe ich Samstag zwei Pakete ohne Probleme bekommen, na ja, manchmal hat man auch Glück.“ „Ja, mal so mal so. Ein schönen Abend.“ Mit einem Wink verschwand er in seinem Hausflur und Sabine ging einfach ein Haus weiter in ihren. Als ihre Tür ins Schloß gefallen war, zog sie den Leser hastig aus der Manteltasche. Das Display zeigte geile Nummer an und darunter „100%“. „Geil. Geil. Geil. Yesssss.“ Jetzt war sich Sabine ebenfalls 100%ig sicher, dass Stefan den Keuschheitskäfig trug. Ihre gute Bürohose konnte sie vergessen.
Am liebsten hätte sie sich statt ihren Wohlfühlklamotten direkt ihren neuen Dress angezogen und wäre mit der Spielzeugtasche und der Gerte direkt in das Nachbarhaus gestöckelt, aber sie musste es anders angehen. Strategischer. Geplanter. G-e-p-l-a-n-t-e-r, sprich mit einem Plan. „Mmmmmhngnnnngaaaaaah“. Scheiße. Wie konnte man nur Pläne schmieden, wenn einem die M*se gerade Stoßwellen durch den Körper jagte und das Hirn gerade noch Kapazität hatte, den Körper ohne Verdrehungen langsam an der Wohnungstür herabrutschen zu lassen. Wieder bei Sinnen, schleppte sie sich in ihr Bett und genoss zwei weitere Wellen.

Donnerstag und Freitag wiederholte sie die „zufälligen“ Begegnungen im Bus, Dank der zuverlässigen Reisezeiten ihres Nachbarn. Er trug ihn immer noch. „Ich heiße Sabine.“. Oh Gott, super dämlich, suuuper dämlich, wenn er etwas wusste, dann ihren Vornamen. „Stefan.“ . Er lachte, noch. Na ja, Sabine hatte es einfach unpassend gefunden als Frau Richter in seine Wohnung einzufallen. Sie konnte es kaum noch abwarten. Punkt 20:00 stand sie vor seiner Tür. Jede Minute davor hatte sie dazu genutzt, sich in Schale zu schmeißen und den Abend komplett zu planen. Es klingelte, die Tür ging auf. „Oh, hallo, Frau Richter.“ „Sabine, Du erinnerst Dich?“ „Sabine.“ „Ich …“ Sabine öffnete mit ihrer rechten Hand ihren langen Mantel und präsentierte sich in ihrer schwarzen Corsage Stefan. „Wir müssen etwas besprechen, darf ich reinkommen?“ Stefan war perplex, sein bestes Stück sendete gerade Alarmsignale aus seinem engen Plastikgefäß und sein Gehirn versuchte zu ermitteln, ob dies die Realität war, oder ein Fehler in der Matrix oder doch nur ein Traum oder eine Mischung aus allem. Sabine übernahm die Initiative und schob ihn mit der freien Hand zurück, trat ein und schloss die Tür hinter sich.
„Gefällt Dir was Du siehst, Stefan? Natürlich. Du wirst es gleich ganz in Ruhe Zentimeter für Zentimeter erkunden und kosten können. Jetzt zieh Dich aus … Du Schlampe!“
Seine Augen rissen auf wie die eines Rehes im Scheinwerferlicht. Sofort nachsetzen.

„Ich weiß nicht, ob Du das passende Röckchen hast, wenn nicht. Ich habe hier was für Dich mitgebracht.“ Sabine tippte dabei auf ihre mitgebrachte Tasche. „Ich, ich …“ Sein Kopf schien zu explodieren, seine Hautfarbe hätte jeder Hollandtomate zur Ehre gereicht. Initiative ergreifen, behalten, verteidigen, bis zum Sieg behalten. Okay, es war kein Wettlauf zu einer Rheinbrücke, aber sie blieb in Bewegung, gedanklich, sprachlich und mit ihren Händen. „Los, Hose runter. Ich weiß, dass Du einen Keuschheitskäfig trägst und ich will ihn endlich an seinem rechtmäßigen Platz sehen.“ Tomatenmark, eingekochtes Tomatenmark aus der Dose. Die Adern hatten bereits eine ungesunde Form angenommen. Die Handlung ergreifen. Hand. Ergreifen. Sabine nahm es wörtlich und krallte sich in den Plastikkäfig seines besten Stücks. „Zieh. Dich. Aus. Jetzt.“ „Ich … Du … Wie … woher …“ Flatsch. Die Ohrfeige saß. Sabine war fast noch überraschter als Stefan. Aber jetzt kam endlich Bewegung in seinen Körper. Sekunden später war die Hose auf Höhe der Waden und sein unsäglicher Sportslip auf Kniehöhe. „Sehr schön!“ Das Ende ihrer unter dem Mantel hervorgezauberten Gerte dirigierte sein bestes Stück in alle Richtungen. „Gut. Gut. Sehr vorbildlich von Dir, es seit Montag brav zu tragen.“ Durch Stefan’s Kopf rasten die Gedanken. Woher wusste sie das alles, hatte sie ihn gehacked? War seine Laptopkamera von einem Trojaner manipuliert worden. Wie zur Hölle. Autsch. Seine wirren Gedankenfetzen wurden durch einen knackigen, kurzen Hieb in Sekundenbruchteilen zerstoben. „Steh nicht so dar! Zieh Dich aus. Jetzt. Sofort!“ Er gehorchte ihr. Das Eis war gebrochen. In seinem Wohnzimmer konnte sie ihre nächsten Trümpfe ohne Gegenwehr ausspielen, Stefan war so weit von einem „Schneider“ entfernt wie der Mond vom Mars. Völlig nackt – bis auf den CB-3000 – drehte er sich auf Gertenkommando mal links mal rechts herum. Dann folgten sehr zu seiner Verwunderung die neuen Klamotten aus ihrer Tasche, knallrot, hauchzart und 1000%ig feminin. Jedes kleine Zucken und Zögern seinerseits wurden konsequent bestraft und Sabine konnte ihr Glück kaum fassen, dass sein bestes Stück von Teil zu Teil härter von seinem Gefängnis malträtiert wurde. Das war der beste Beweis, dass sie alles richtig machte. „Gut schaust Du aus“ „Ich, ich … Danke.“ „Danke, Herrin Sabine!“ „Danke, Herrin Sabine! Sag es!“ „Danke, Herrin Sabine!“ „Nochmal!“ „Danke, Herrin Sabine!“ „Gut, jetzt hol Deine Pumps!“ „Was?“ Patsch. „Wie heißt das?“ „Was … Herrin Sabine?“ Patsch. „Bitte!“ „Bitte, Herrin Sabine!“ „Erzähl mir nicht, dass Du keine roten Pumps hast!“ „Ich, ich …“ „Muss ich selbst suchen?“ „Ich … nein … ich …“ Er drehte sich um und verließ das Wohnzimmer. Es war eine kritische Situation. Sabine schoss der Gedanke eines Fehlers durch den Kopf, sie hatte ihn aus ihrem Kontrollbereich entlassen, ein Risiko. Die Sekunden wurden zu Minuten, die Minuten zu Ewigkeiten. In Wahrheit war er wirklich nur einen Augenblick aus dem Raum gewesen, nun stand er dort, leicht verlegen und doch genauso wie sie ihn haben wollte. Stefan trug rote Lackclogs, kein hoher Absatz, aber auch so kein Exemplar, das sie jemals an einem Mann gesehen hatte. Ihre Gedanken rotierten. Nicht ihr Traum, aber er hatte sie gekauft, er selbst, freiwillig und vielleicht sogar, um sie draußen zu tragen. Clogs waren unisex. Im Allgemeinen, die hier sicherlich nicht. Also doch feminin. Okay. Ein Anfang. Einfach. Einfach ein Anfang, sie würde es dabei belassen. Ausbaufähig. Sie wusste auch schon wie. Mit einem langen Mantel. Nur ein langer Mantel. Wenn der Tag gekommen war, würde er genau so zu ihr herüberkommen müssen. Na ja, vielleicht noch ein paar Accessoires, später. „Gut, Stefanie.“ Seine Augen bekamen wieder etwas bambihaftes. „Ich werde Dich Stefanie nennen, das ist am einfachsten. Und jetzt … Stefanie … knie nieder und beug Dich vor!“ Sie gab ihm den Moment und hakte dann die Hundeleine in sein – oder musste sie es jetzt ihr Halsband nennen – ein. Sie ruckte ein- zweimal an der Leine und sah die ohnmächtige Verwirrung in ihren Augen. „Stefanie?!“ „Ja … ja, Herrin Sabine?“ Mit der linken Hand zupfte sie die langen Schnüre ihrer Korsage aus dem Schritt und spreizte ihre Beine. „Küss mich! Jetzt!“

Stefanie erstarrte, Sabine’s Aufforderung war sonnenklar und der Zug an der Leine ließ auch keinen Zweifel aufkommen, dass vielleicht doch Sabine’s Mund hätte gemeint sein können.

Eine halbe, orgiastische Stunde später kraulte Sabine genüßlich sein Haar und beglückwünschte sich selbst zu diesem totalen Sieg. Auf wackeligen Beinen besuchte sie sein Bad, machte sich frisch und grinste wie ein Honigkuchenpferd in den Spiegel. War es ein Traum? Sie kniff sich. Autsch. Es war real. Es war galaktisch. Warum hatte sie das nicht viel früher getan? Wieviel mit schlechtem Sex vertane Zeit? Ihr Grinsen gefror. Falscher Gedanke. Falscher Gedanke. Weg. Weg. Aus. Böse. Es war galaktisch. Es ist galaktisch. Es wird galaktisch werden. Ja. So würde es sein. Von jetzt an. Wieder zurück im Wohnzimmer war alles, wie sie es verlassen hatte. Erschöpft, geil und glücklich lag Stefanie auf dem Boden mit dem Oberarm auf dem Sofa. Sabine beugte sich nieder, schaute ihr in die Augen und gab ihr einen langen, intensiven Kuss. „Du warst phantastisch, Stefanie. Ich werde Dich belohnen.“ Aus ihrer Tasche zauberte sie nun einen Anschnalldildo und legte ihn an. Den Bambi-Blick kannte sie schon aber es war ein Hauch Lust darin zu sehen. Eine halbe Stunde später bestand daran kein Zweifel mehr. Stefanie war mehrfach gekommen, hatte ihre letzten Flüssigkeiten verausgabt und ihr Schwänzchen war hart und blau wie eine fast reife Pflaume. Sie gab ihr eine Pause.
„Na, wieder auf der Erde gelandet?“ „Ja, Herrin Sabine.“ „Es war schön mit Dir. Ich lasse Dich nur ungern allein, aber ich muss zurück in meine Wohnung.“ „Ja, Herrin Sabine.“ „Ich erwarte Dich morgen Abend Punkt 19:00 bei mir!“ „Ja, Herrin Sabine.“ „Genau so, mit Deinen Clogs. Du darfst Dir einen langen Mantel überwerfen.“ „Was? Ich … das geht nicht … ich“ „Hör auf. So und nicht anders. Da drin ist noch eine schwarze Strumpfhose, falls Dir Deine zu rot ist. Und jetzt keine Widerrede!“

Zwanzig Minuten später schloss sie ihre eigene Tür hinter sich zu. Verdammt. Sieg. Sieg. Sieg. Auf ganzer Linie. Das war der Beginn von etwas Großartigem. Sie konnte es noch gar nicht richtig glauben. All die Videos, die sie seit der letzten Woche gesehen hatte waren nicht annähernd so galaktisch gut, wie dieser Abend. Und es würden noch zahllose Abende wie dieser folgen. Und bessere. Und ganze Tage. Es würde phantastisch werden. Sie hatte den Jackpot geknackt.
Mit diesem Gedanken fiel sie ins Bett und danach wurde es Schwarz.

Ende

MfG
Matt

202. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Moira am 21.01.19 14:27

Hallo Matt,

Seite 11 Deines Threads hat mich direkt verlockt, ihn ab Seite 1 zu lesen ^^

Gerade so kleine, weitestgehend in sich abgeschlossenen Kurzgeschichten-Phantasiehäppchen gefallen mir wirklich gut: Denn für die sehr langen Stories fehlen mir manchmal Konzentration und Zeit bzw. finde ich mich nicht mehr so gut wieder rein, wenn ich längere Lesepausen hatte bzw. machen musste.

Bin derzeit bei Dir hier zwar "erst" auf Seite 3, freue mich aber bereits auf die restlichen!

Sehr gerne darfst Du auch jetzt schon weiteren pikanten Nachschub ersinnen *fingertippel - wetten, dass ich schneller lese, als Du schreiben kannst?

Naja, nö, SO geht das ja nicht - EINE weitere Story von Dir gilt noch nicht als "Wette gewonnen", also STRENG DICH AN!

Beste Grüße ~ M

PS:
Danke auch an die "verbundenen Autoren" (various artists) für ihre Beiträge
203. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 25.01.19 01:43

Hermes‘ Woche

Paketdienste! Christina bekam schon bei der bloßen Nennung dieses Wortes schlechte Laune.

Nun gut, die gute alte Zeit, in der ein freundlicher Briefträger auch mal ein Päckchen dabei hatte und es freundlich überreichte, war lange, lange her. Jetzt durfte sich ihre Zofe mit schlecht bezahlten, gehetzten, voll gestressten und teils mies gelaunten abgeben, die aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht mal den Wortschatz eines deutschen Kindergartenkindes beherrschten.

Aber Herrin Christina war nun mal auch eine verantwortungsbewusste Arbeitgeberin, die einen Kunden und dessen Umsätze nicht grundlos und ohne Not ablehnte. So wie „deliveryboy92“, der sie über Whatsapp kontaktiert hatte. Er war zudem ein Kunde, nun ja ein potentieller Neukunde, der nach seiner Schicht frühmorgens – also quasi an seinem Feierabend – ihre Dienste in Anspruch nehmen wollte. Auch das war ein Pluspunkt in Sachen gleichmäßig verteilte Auslastung des Dienstplans. Ihre sonstigen Kunden kamen bevorzugt einige Stunden nach Büroschluss und gerne alle zur Primetime. „Ka-tas-tro-phe. Ka-tas-tro-phe!“ in genau der Sprechweise ihres Lieblingsschrotthändlers im Fernsehen war genau der Ausdruck, den sie dann auf den Lippen hatte, wenn sie am Telefon die ersten Alternativvorschläge abgelehnt bekam und die Absagen kein Ende mehr nahmen.

Nun war es 10:07 Uhr. 7 Minuten nach 10:00 Uhr, knapp 20 Minuten nach der Zeit an der ein guterzogener deliveryboy92 vor der Tür hätte stehen müssen, 7 Minuten für die er bitter büßen würde und unverschämte 9 Minuten nach seiner Whatsapp, in der er ihr - immerhin in ordentlicher Ausdrucksweise - seine Verspätung angekündigt hatte. Vermutlich hatte er beim Tippen nicht gleichzeitig rennen können, was Herrin Christina ihm eher anlastete als anrechnete, dass er seine Verspätung überhaupt angekündigt hatte. Der erste Eindruck war immer entscheidend da es für ihn kein zweites Mal gab.

10:08. Es klingelte. „Karin! Bleib wo Du bist!“ Sonst war ihre Zofe Karin dafür zuständig, den Kunden die Tür zu ihrem Studio im zweiten Stock dieses alten Prachtbaus zu öffnen. Aber in dieser besonderen Situation wollte Christina selbst von Anfang an für klare Verhältnisse sorgen. Ob Neukunde oder nicht, sie warten zu lassen, war eine Vergehen nahe der Todsünde. Im Gehen griff sie sich noch einen Ballknebel von der Kommode im Flur und riss die Tür auf.

Vor ihr stand – wie erwartet – ein junger DHL-Mitarbeiter in seiner Firmenkluft mit diesem Touchpad-Knochen in der einen Hand und einem schuhkartongroßen Paket in der anderen Hand. „Guten Morgen!“ Immerhin er konnte akzent- und fehlerfrei Deutsch.

„Schnauze!“ Mit der rechten Hand fasste sie packend zwischen seinem Schritt zu und war schon mal angetan über das sperrige Piercing, das sie unter dem Stoff zu spüren bekam. Ein Keuschheitskäfig hätte ihre Laune zwar deutlich verbessert, aber immerhin kein Weichei, der aus jedem Kratzer an seinem besten Stück gleich eine Staatsaffäre machte.

„Aber … was machen Sie da … ich …“. Ein Laberheini. Darauf hatte sie nun wirklich keinen Bock. Ja, umfangreiche, wohlformulierte und schmeichelnd geschriebene Nachrichten zu bekommen war eine Sache, aber sie jetzt voll zu texten über das Offensichtlichste der Welt und das 10 Minuten nach 10 ging gar nicht. Dafür ging der Ball-Gag umso besser in dieses verdatterte, offenstehende Maul von diesem unpünktlichen Paketfuzzi. Ein Handgriff später war außer protestierendem Gestöhne Ruhe im Karton.

„Mach das weg!“ Christina war endlich wieder 100,0% gefasst und in ihrer Routine. Ihre angeblaffte Zofe Karin beeilte sich, das Päckchen, das tatsächlich an ihre Herrin adressiert war und den Elektronikknochen in das Kundenfach No.1 zu verstauen. Währenddessen hatte ihre Herrin den Gast bereits in den „Dungeon“ gezerrt und den Ball-Gag hinten an einem herabhängenden Haken eingehakt. Dem Vernehmen nach „Halt die Hände still!“ und diversen Treffern mit der Reitgerte ging Karin davon aus, dass das Fesseln der Hände ebenfalls unerwartet schwierig gewesen ist, aber so war das nun mal mit Neukunden. Sie hatte es schon so oft erlebt. Vor der Tür waren sie noch gewillt und festen Mutes, aber im Anblick ihrer Herrin wollten dann einige nur noch eins – flüchten.

Karin musste lächeln. Insgeheim waren Ihrer Herrin das die liebsten Kunden. Nicht jene abgestumpften Profis, die außer ihrer eigenen Lust kaum noch ihre Umwelt wahrnahmen und jedes Detail genau nach ihrer Phantasie geregelt wissen wollten. Ja, davon gab es viele. „Brot- und Buttergeschäft“ – aber mit der Zeit fühlte auch sie sich dabei so abgestumpft wie eben diese Kunden.

Dieser hier, der war so frisch, der würde Spaß machen. Vor allem Herrin Christina, und eine gut gelaunte Chefin war für eine Zofe Gold wert. Sie trat pflicht- und ehrfurchtsvoll ein und erwartete ihre Befehle. „Zieh sie runter!“ Natürlich. Sie kniete ich vor dem Kunden hin und begann, den Gürtel seiner Uniformhose zu öffnen. Es war stiller geworden, abgesehen von seinem Schnaufen und Stöhnen. Nein, nicht, dass ihre Herrin bereits an seinem Wohlbefinden gearbeitet hatte, vielmehr war er bereits in Ansätzen kunstvoll verpackt worden. Zu dem Ball-Gag war inzwischen ein Paar Handschellen hinzugekommen. Herrin Christina war im Umgang damit sehr geübt und wahnsinnig schnell und hätte jeden Clubtürsteher mit ihren Künsten in den Schatten gestellt. Der massive D-Ring des breiten Lederhalsband, der nun zusätzlich zu dem Ball-Gag mit einem Haken von der Decke für eine Streckung und Fixierung des Kunden sorgte, erlaubte es Herrin Christina, das Ball-Gag-Provisorium wieder zu entfernen. Sie wusste, dass es besser war, die empfindlichen und in Schadenersatzansprüchen meist teuren Beißerchen schonend zu behandeln.

Anders natürlich als sein bestes Stück, das – zu Leben erwacht – ein massives Piercing zur Geltung brachte. „Schön, Sklave. Immerhin. Es gibt Schlimmere als Dich. Weinerliche Weicheier, die beim kleinsten Kratzer schon in die Notaufnahme gebracht werden wollen. Dein Piercing immerhin ist brauchbar.“ „Los! Er macht sich nicht von alleine fest!“ Christinas Gerte zischte durch die Luft und traf Karin. Derart motiviert schnellte sie zur Seite und griff sich vom Tisch ein Metallröhrchen, dass sie nahezu hektisch und reichlich unsanft auf das Glied diese Gastes stülpte, das bereits seit etlichen Minuten nahezu steinhart die genau entgegengesetzte Form angenommen hatte.

Sein Stöhnen bekam nun etwas Jämmerliches , insbesondere, als Karin mit angehaltenem Atem versuchte, das Piercing blindlings durch das runde Metallblech und durch das fast unsichtbare Loch im Schwellkörper wieder in eine verschließbare Position zu bringen. Herrin Christina konnte diesen Anblick nur genießen, geschah es diesem ungehobelten, unpünktlichen und undankbaren Wicht nur recht.

Es klingelte. Herrin Christinas Genuss endete abrupt. Das Personal war verdammt nochmal nicht da und das hatte seinen wirtschaftlichen Grund, da 10:16 nun mal keine Stoßzeit war, jedenfalls nicht in ihrem Studio. „Mach auf und schau‘ nach wer da stört!“ Ihr Ton war scharf und bissig, noch im Rahmen ihres Selbstverständnisses als professionelle Dienstleisterin, aber insgeheim gingen ihr dieser aktive Widerstand und diese Störungen von außen gegen den Strich. Sie verstand sich auch als Künstlerin und eine solche hatte Anspruch auf Ruhe während ihres Schaffens.

Sie warf – harrend der Rückmeldung der Ursache der Störung durch ihre Zofe Karin – einen Blick durch einen Spalt der ansonsten licht- und blickdichten Vorhänge auf die Straße. Dort stand breit und blinkend in zweiter Reihe ein rot beschrifteter gelber Lieferwagen in zweiter Reihe. Ihre Laune erlitt einen erneuten Dämpfer nach … nun ja … darüber ließ sich streiten. Normale Menschen hätten natürlich „nach unten“ gesagt, aber Christina beflügelte so etwas nur. Endlich hatte sie mal einen von diesen rollenden Verkehrshindernissen genau dort, wo sie ihn während all ihrer Fahrten durch die Stadt schon immer mal haben wollte. Ach, das würde ein Spaß werden. So sah das vermutlich auch Opa Galuschke von nebenan.

Karin kam ungebührend schnell in das Zimmer rein. Ihre Augen waren wie nach einem ausgiebigen Spanking weit aufgerissen und beinahe hätte sie in ihrer kindischen Art lauthals drauflos geplappert, wenn Christina ihr nicht ihren mit schwarzem Lackleder ummantelten Zeigefinger senkrecht vor die Nase gehalten hätte. Karin fasste sich und begann zu murmeln.

„Draußen steht der Gast für 10:00 Uhr!“ „Nochmal!“ „Draußen steht der Gast für 10:00 Uhr! Er sagt es tue ihm furchtbar leid, dass er sich verspätet hätte.“ Herrin Christina war nun, und man konnte mit Fug und Recht sagen „seit einer Ewigkeit“ zum ersten Mal wieder tatsächlich herausgefordert, eine ihr unklare und unübersichtliche Situation im wahrsten Sinne des Wortes zu meistern. Sie atmete tief ein und unterließ ein hörbares Ausatmen, das einen stets schwach erscheinen ließ. „Steuerfahndung“ schieß ihr durch den Kopf. Das letzte Mal, also die Ewigkeit vorher, da hatte eines Abends - in ihrem vollen Studio - eine gefühlte Hundertschaft spießig normtreuer Staatsdiener samt uniformiertem Begleitschutz ihre gesamte Einrichtung auf der Suche nach steuerrelevanten Unterlagen auf den Kopf gestellt. Das hier, das nahm gerade ähnliche Ausmaße an. Mit zwei weiteren unhörbaren Atemzügen stand sie einem erdbraun uniformierten, schüchtern lächelndem beta-Männlein gegenüber, das ein gequältes, sich dessen Schuld bewusstes „Guten Morgen“ über die Lippen brachte.

„deliveryboy92 ?“ „Ja, Herrin Christina.“ Innerlich schrie in Christina ein Schrottplatzbesitzer „Ka-tas-tro-phe. Ka-tas-tro-phe!“ und die Episode mit den Finanzbeamten verblasste angesichts dieser Situation zu einem sepiabraunem Kindergeburtstagsfoto aus glücklichen Tagen. „Freiheitsberaubung in Tateinheit mit Körperverletzung und Verkehrsbehinderung“ schoss Christina durch den Kopf. Völliger Blödsinn. Hirnrissiger Quatsch, kein Mensch, kein Richter würde sich in einem solchen Fall mit „Verkehrsbehinderung“ befassen. Der Hammer sauste nieder. „Zum ersten, zum zweiten, zum dritten, verurteilt im Namen des Volkes. Arrrrrrgh!“ „KARIN!“ Wo steckte Karin, warum hatte sie sich in den Millisekunden, die allerhöchsten hatten vergangen sein können, von der Tür entfernt? „KARIN!“ Das waren schon mal 100 Gertenhiebe sicher … am Mittag … wenn dieser Albtraum hier vorbei war. Christina war gerade im Inbegriff ein drittes Mal Karin zu rufen, was jener welche 100 hoch 100 Gertenhiebe beschert hätte, als diese kreidebleich aus dem Dungeon gelaufen kam, den rechten Arm waagrecht hinter sich herziehend.

„Galuschke!“ Himmelherrgott. War die Welt ein Irrenhaus geworden. Wen interessierte Opa Galuschke jetzt in diesem Moment. Nun ja, wenn er sich ausgerechnet diesen Moment zum Ableben ausgesucht hätte, nun, dann, wenn schon Scheiße, dann natürlich gleich als größter Haufen.

Mit der Hacke die Tür zu, den unseligen „deliveryboy92“ mit höflich ausgestrecktem Arm im Rücken vor sich herschiebend Richtung Dungeon und von dort ohne jene welchem mit weiteren vier langen Schritten zum Vorhang.

Opa Galuschke. Er lebte. Unschön, aber Christina kam nicht umhin „Leider“ zu denken. Denn Opa Galuschke gestikulierte mit seinem Gehstock wild vor einem Pärchen herum, mal auf den fröhlich blinkenden Lieferwagen zeigend, mal auf ihr Haus genauer gesagt auf ihre Fensterfront in der zweiten Etage. Das besagte Pärchen war ihrerseits nämlich ebenfalls uniformiert und gehörte unzweifelhaft zu dem blau-weißen Auto, das ebenfalls mit fröhlich blinkendem Warnblinklicht hinter dem Pakettransporter die rechte von zwei Fahrspuren blockiert. Das Pärchen setzte sich nun bestinformiert in Bewegung und ging zielstrebig auf den Hauseingang neben der Tordurchfahrt zu, ihrem Hauseingang. „Ka-tas-tro-phe. Ka-tas-tro-phe!“

„KAAAAAARIIIIIIN!!“ Ihre Betonung hatte nun jegliche Contenance eingebüßt. „Ja, Herrin?“ „Karin, fang die beiden Polizisten auf der Treppe ab und bring sie so unauffällig wie möglich her.“ „Ja, Herrin.“ Pommes rot-weiss. Und wo steckten diese vermaledeiten Schlüssel der Handschellen. Christina war strengste Ordnung gewohnt. Sie hatte Zofen und Sklaven schon blau und grün geschlagen, wenn diese auch nur gewagt hatten, ihre dreckigen Straßenlatschen auf einen ihrer erlesenen Läufer zu setzen anstatt sie in das für sie vorgesehene Schuhregal zu stellen. Immerhin hing der Sicherheits- und Ersatzschlüssel zusammen mit allen anderen derartigen Schlüsseln an dem rot umrandeten weißen Brett hinter dem Vorhang neben der Zimmertür. Sicherheit. Sicherheit. Sicherheit. Darauf ließ sich ein Unternehmen aufbauen.

„Polizei! … Guten Morgen … Sie können uns das hier erklären … sagt Frau Wenske?! Sie sind Frau?“ „Wegner. Ja … ich kann.“ Jedenfalls hoffte das Christina inständig. Die von der Gesichtsfarbe her rote Pommes war so verschämt, dass sie ihren Namen nur gehaucht zu Protokoll gab. Die weiße Pommes konnte das erst, als Christina ihr den Ball-Gag aus dem Mund genommen hatte. Zehn mega-peinliche Minuten später war die Situation für die Polizei restlos aufgeklärt, die Gesichter der Beamtin und des Beamten hatten sich entspannt und angesichts der Aussicht, das Vorgefallene in allen seinen pikaten Details zu Protokoll bringen zu müssen, waren sie – nach Rückversicherung bei allen Beteiligten – generös, was den Parkverstoß betraf. Der Verursacher hatte in ihren Augen unzweifelhaft ein handfestes Alibi gehabt, Frau Wegner hatte eine irrtümliche Handlung begangen, die der Leidtragende jedoch nicht verfolgt sehen wollte und das braune Erdmännchen – der eigentliche Verursacher des ganzen Durcheinanders – war juristisch gesehen noch nicht mal als Zeuge zu betrachten. So verabschiedete sich das Polizistenpaar, nachdem es nochmal eine Mahnung ausgesprochen hatte, den Verkehrsverstoß nun umgehend zu beseitigen, sichtlich erheitert und auch der DHL-Bote raffte nur seine Hose hoch und rannte förmlich kopflos davon. Das hochrote Erdmännchen stammelte und stotterte noch Entschuldigungen und Selbstverwünschungen bevor auch es die Gunst der Stunde nutzte und schnellstmöglich verschwand.

Übrig blieben Karin und Herrin Christina. Letztere grübelnd, wie sie sich diesen Schlamassel nur selbst hatte einbrocken können. Ja, so viel Verstand hatte sie sich trotz dieser Situation noch bewahrt, dass sie die Schuld ausschließlich bei sich suchte. Sie war die Chefin. Sie war die Herrin. Bei ihr endeten die Eimer. Alle. Jederzeit. Herrgott im Himmel, was für ein Affentheater. War es Gier gewesen? Die Tageszeit? Christina war keine Lerche. „Kaffee!“ Na ja, auch nur eine Krücke. Dieser Morgen war gelaufen, ab sofort würde sie erste mittags Kunden empfangen. Na, ja. Natürlich nicht. Zahlende Kunden waren schließlich zahlende Kunden. Aber sowas. Am frühen Morgen. „Ka-tas-tro-phe!“

Eine halbe Stunde, zwei Tassen Kaffee und 100 Stockhiebe für Karin ging es ihr deutlich besser oder, wie es Ärzte immer so gerne formulierten „den Umständen entsprechend“. Sklavin Ulrike kam vor dem Mittagessen mit eben jenem. Aber Appetit konnte sich so recht bei Herrin Christina nicht einstellen. Als endlich Herrin Andrea eintraf, konnte sie ihr unter vier Augen den ganzen Scheiß vom Morgen erzählen und als diese zwischendurch herzhaft lachte, nun da konnte auch Christina leicht mitlachen. De facto gab es kein Polizeiprotokoll, abgesehen von ihrer unfähigen Zofe hatte niemand einen körperlichen Schaden erlitten und jeder war bedacht gewesen, das Geschehene als ungeschehen zu betrachten.

Okay, in einem Punkte hatte Andrea Recht. Jetzt da sie es ausgesprochen hatte, hatte das Studio einen Verlust von genau einem Keuschheitskäfig erlitten, der zusammen mit dem DHL-Boten unbezahlt das Haus verlassen hatte. Andererseits allerdings auch ohne die passenden Schlüssel und wiederum andererseits hatte eben jener DHL-Bote mit dem Paket, das er hatte abliefern wollen und das er, ohne Quittung durch Herrin Christina, dagelassen hatte, gleich zwanzig neue Keuschheitsschellen geliefert. Also quasi plus Neunzehn. Und ein paar Handschuhe. Diese stammten allerdings nicht von dem Paketboten sondern vielmehr – jedenfalls der Größe nach zu urteilen – von der Beamtin. Diese hatte sie zum Zwecke der Protokollaufnahme auf den Tisch gelegt und dann nach Verzicht auf das Protokoll wohl – aufgrund eines unerwarteten Abbruchs des üblichen Prozesses und der sichtbar heiteren Stimmung – von dort auch nicht mehr mitgenommen.

Zusammengenommen stellte sich in dieser allerersten Retrospektive der Morgen dann doch nicht als so katastrophal dar, wie zuerst erlebt. Einige Stunden später, als dann ganz routiniert und mit Unterstützung der gesamten Belegschaft die ordnungsgemäß gebuchten Stammgäste abgearbeitet wurden, klingelte es erneut. Herrin Christina, der persönliches Fazit beinhaltet hatte, auf keinen Fall mehr die Tür selbst zu beantworten, wurde darüber informiert, dass eine gewisse Melanie an jener Tür im Flur stand. Melanie war Christina jedoch besser bekannt als „die Polizisten, die an diesem Morgen bereits in ihrem Studio gewesen war“. Herrin Christina war froh, den besagten Restanten von diesem unsäglichen Morgen los zu werden und ging mit eben jenem Paar Handschuhe zur Flurtür. Eher überrascht – und das überraschte Christina nun an diesem überraschende Tage nun nicht mehr – war sie vom Outfit der Beamtin. Diese stand vor ihr in Joggingklamotten und mit Kapuzenshirt, dessen Kapuze unhöflich aber identitätswahrend tief in das hübsche Gesicht der jungen Beamtin hineinragte.

„Guten Abend! Bitte, ihre Handschuhe!“ „Guten Abend. Danke. Ich …“ „Keine Ursache. Ich habe sie gleich zur Seite gelegt. Und Danke für Ihre Professionalität und Ihr Verständnis heute.“ Die Kapuze lachte. „Professionalität? Wir … aber erzählen Sie das niemandem weiter … haben es nur bis zur nächsten Querstraße geschafft und uns dann im Streifenwagen totgelacht.“ „Nein, ich … wir werden schweigen wie ein Grab und wie gesagt. Danke!“ „Dannnn …“ Die Beamtin sprach Konsonanten einen winzigen Hauch zu lange aus. Christina war zu gut darin, zwischen den Zeilen zu lesen und notfalls auch zwischen einer Reihung von Konsonanten. „Möchten Sie einen Blick in die anderen Räume werden? Inkognito!?“ Treffer. Die Kapuze knickte nach hinten weg und es kamen verdutzte strahlend weiße Beißerchen zum Vorschein. „Ich? … Nein. Das geht nicht!“ „Ein Blick?“ „Nein, ich … in meiner Position … ich … nein, auf keinen Fall!“ Der Imperator vielmehr die Imperatrix war zurück. „Ich verstehe …“ Christina wusste und verstand, dass eine Beamtin auch in ihrem Privatleben kein geheimes Doppelleben in einem Studio leben konnte. Erpressbar sein konnte. „… aber …“ Sie ging einen Schritt zur Kommode zurück und griff aus der mittleren Schublade etwas. „… das dürfte gehen!“ Die Imperatrix machte keine Anstalten die ihr hingehaltene Visitenkarte entgegen zu nehmen. „Sonntag mache ich eine Privatparty. 50 Gäste. Venezianischer Karneval. Verkleidet. Ich würde mich freuen!“ „Ich bin Polizistin!“ „Und wir sind alle erwachsen und haben ein Recht auf ein Privatleben, das mehr enthält als nur Bienchen und Blümchen. Manchmal auch Bienchen und Bienchen.“ Das saß. Für einen Moment sah sie ihr in die Augen. Die Karte wechselte die Besitzerin, ein Nicken, ein Lächeln. „Guten Abend.“ „Guten Abend Melanie und bis Sonntag.“ Treffer. Versenkt.

Zwei Tage später stand das kleine erdbraune Männchen „deliveryboy92“ diesmal überpünktlich vor der Tür. Herrin Christine nahm es jedoch erst im „Dungeon“ in Empfang und lieferte ihm zwei volle Stunden, deren Gegenwert – sehr zur Zufriedenheit des Erdmännchens – seine Bezahlung gefühlt übertraf. Ein kommender Stammkunde, kein Zweifel.

Das Wochenende – nun, das wäre eine ganz andere Geschichte, aber die Genießerin genoss und schweigt – beschloss diese Woche mit dem anscheinend so katastrophalen Tag und gab der neuen Woche am Montagnachmittag die Chance, als genau jene Woche in die Annalen einzugehen, die sich direkt an die „Hermes-Woche“ und nicht „Kirmes-Woche“ anschloss.

„Herrin Christina?!“ „Ja?“ „Können Sie bitte an die Tür kommen, es ist …“ Nicht die Tür. Nicht noch so eine Woche. Christina eilte zur Tür. Je schneller das erledigt war, desto besser. Sie erkannte ihn sofort, auch ohne Uniform. Insgeheim hatte sie ihn schon viel früher erwartet. Andererseits auch gar nicht. Ein Bolzenschneider, ein wenig Übung, eine winzige Spur an Überwindung und dieser Besuch hätte nicht stattfinden müssen. „Ich …“ Ausreden lassen! Christina übte sich bewusst in Selbstdisziplin. Keine voreiligen Schlüsse ziehen! A-u-s-r-e-d-e-n l-a-s-s-e-n, Ausrufezeichen.

„Ich … ich komme wegen dieses …“ Sein Blick wanderte nach unten und sein rechter Zeigefinger zeigte darauf. „Natürlich. Ich habe den Schlüssel extra zur Seite gelegt. Sie brauchen nicht mitzukommen. Ich hole ihn persönlich. Bleiben Sie einfach da stehen. Sie können den Keuschheitskäfig auch behalten … und … vielen, vielen Dank, dass Sie bei der Polizei keine Anzeige erstattet haben.“ Ausreden? Christina verzichtete geradezu straflässig auf Selbstdisziplin, jedenfalls für ihre Verhältnisse. Geradezu eine Labertasche. Unsäglich. „Nein. Bitte. Ich … ich … möchte … machen Sie das … bitte!“ Jetzt schlug es Dreizehn. Hatte er das gerade tatsächlich gesagt? Sie musste sicher sein. Gab es nur noch Irre auch der Welt? „Hören Sie, bei mir im Studio werden Keuschheitskäfige nur zur Kontrolle oder zur Bestrafung abgenommen und anschließend wieder fest verschlossen. Wenn Sie ihn ab haben wollen, dann hole ich Ihnen jetzt den Schlüssel und dann auf Wiedersehen!“ Er schaute sie nun in einer Mischung aus Erleichterung und lustvollem Erschrecken an. Die vergangenen Tage mit diesem Ding, seine Flucht aus dem Studio, dieses hochnotpeinliche aber folgenlose Zusammentreffen mit der Polizei und nun ihr Blick und ihre Stimme. Es arbeitete in ihm. Christina trat einen Schritt beiseite. „Nach Ihnen.“ Er ging. Sie folgte ihm. Schloss die Tür. Die Tür zum Dungeon zu. Die Tür zu einer neuen Welt für ihn auf.

Paketdienste! Christina bekam schon bei der bloßen Nennung dieses Wortes gute Laune.

Ende

MfG
Matt


204. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Moira am 25.01.19 09:44

Ist das ok, eine Lady ta-ge-lang auf die neueste Story warten zu lassen? Hm? Antwort!

Seit Mittwoch war ich schon durch ... tz tz tz

Den Lapsus kannst Du jetzt höchstens noch wieder ausbügeln, wenn kurzfristig den "Maskenball" oder eben ähnlich Prickelndes ablieferst! *streng guck

Auch Deine "Roaring 50s" find ich übrigens echt klasse (und ja, ich weiß natürlich, dass die eigentlich "Fabulous" genannt werden ^^)

edit: kleine, aber überaus peinliche Korrektur vorgenommen *schäm
205. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von folssom am 25.01.19 23:00

Hallo MattBean,

ich bin überrascht und um so mehr erfreut, das es hier mit deinen Kurzgeschichten weitergeht.
mfg
206. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von dragonia am 27.01.19 21:29

die letzte geschicht ist ein wahrer spaß. gratuliere.
so flüssig und spannend geschrieben.
207. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 05.09.19 03:09

Stefanie

Thomas schaute auf sein Handy. Er konnte es noch schaffen und ging einen Schritt schneller. Am liebsten hätte er einen kleinen Zwischenspurt eingelegt, aber mit den Clogs war das keine gute Idee. Vermutlich waren sie deswegen aus der Mode gekommen. Er hatte in den letzten vier Wochen, in denen er sie tragen sollte, genau beobachtet wer noch welche trug. Keine Birkenstock Sandalen, die fast jeder selbst jetzt noch im Herbst trug. An der Uni sowieso, kaum eine Kommilitonin ohne. Aber seine schwarzen Holzclogs, die bei jedem Schritt auf dem Pflaster ein Klack hinterließen, hatte er nur zwei Mal gesehen. Einmal in Weiß zu einem luftigen Blumenkleid, das wohl ein verzweifelter Versuch gewesen war, den Sommer zu verlängern und einmal in Blau. Quasi als Hausschuhe, na ja, eine der Bibliothekarinnen in der Uni Bib hatte sie beim Einsammeln der liegengebliebenen Bücher getragen. Als Thomas sie ein anderes Mal beim Ausschecken der Bücher an ihrem Schreibtisch gesehen hatte, standen sie unter ihrem Tisch während sie selbst Loafer trug. Endlich, er presste auf den Klingelknopf und ein Surren später trat er aus der kühlen Abendluft in ein helles Treppenhaus. Hier hallten nun sein Holzsohlen besonders prägnant bis in die erste Etage. Ein weiteres Klingeln und sie öffnete ihm, Nadine.

Nadine versuchte für einen Augenblick ein Lächeln aufzusetzen, vermutlich ein alter Wesenszug, den sie noch nicht unter Kontrolle hatte. Thomas konnte, obwohl er es bereits wusste, sehen, warum sie es inzwischen eher vermied, zu lächeln. „Hallo Nadine.“ „Hallo Steffi, komm rein, Herrin Claudia ist gleich bei dir.“ Thomas schauderte und griff sich unbewusst an den Hals. ‚Stefanie‘ stand da eingraviert, genauer gesagt ‚Sissy Stefanie‘ getrennt durch den kleinen Ring der an seinem Halsreif angeschweißt war. Er schauderte jedes Mal, wenn ihn jemand so ansprach. Nadine ging an ihren Empfangstresen zurück, ihre Figur war makellos - wunderschön betont durch ihr Kostüm, ihr Gang perfekt und ihre schwarzen Haare reichten ihr bis zu ihren Schulterblättern. Thomas war hart und das merkte er deutlich. „Dein zwölftes Mal?“ „Ich weiß nicht. Ja, ja, kann sein.“ „Mmmh, Moment, ja, laut Computer, genau, das 12. Mal heute.“ „Okay? Bedeutet das was?“ „Oh, … ich … ich, ja, ja, die … die …“ Nadine war sichtlich ins Schleudern gekommen „… die Herrinnen gestalten alles in Quartalen, also ja.“ Thomas wurde noch härter, seine Keuschheitsschelle fühlte sich nun wie ein Schraubstock an. „Ehm … wieviel wiegst Du jetzt?“ „73,8 … also heute Morgen.“ „Okay notiert. Ach da ist sie ja schon.“

„Hallo Stefanie.“ „Hallo Herrin Claudia.“ „Folge mir. 73,8? Sehr gut, wie fühlst Du Dich, Stefanie?“ „Gut, Herrin Claudia“ „Was macht das Studium?“ „Momentan sind noch Semesterferien, die Vorlesungen gehen erst im Oktober wieder los.“ Herrin Claudia schloss die Tür hinter ihm. „Du kannst da ablegen, lass Dich mal anschauen, Stefanie.“ Thomas wusste, dass damit nicht nur sein Parka gemeint war, dessen Kapuze er immer noch trug. Einen Moment später kamen seine kastanienbraunen Haare zum Vorschein, strubbelig und mit einigen rotbraunen Strichen von seinem ersten Färbeversuch. „Aha.“ Die Ohrstecker, noch die vom Stechen, waren kaum erkennbar. Unter dem Parka trug er eine grobe Strickjacke in Dunkelblau, ein weißes Poloshirt und darunter einen Sport-BH, so wie man ihm aufgetragen hatte. Die Jeans war eine ganz normale Unisex-Markenjeans und gab nach dem Ablegen den Blick auf die schwarze Feinstrumpfhose und seinen kleinen schwarzen Plastikkäfig frei. „Warum noch die Socken?“ Die Frage ließ Thomas mit einem schiefen Lächeln unbeantwortet. „Ach, noch so schüchtern? Na, ja, ich helfe Dir.“ Herrin Claudia musste lächeln, „Zieh‘ bitte beide aus, Stefanie.“ Herrin Claudia nahm zwischenzeitlich ein Maßband von ihrem Schreibtisch und maß nach einer auffordernden Geste seinen Bauchumfang. „Sehr schön, Stefanie. Beneidenswert, wie Du abnimmst. Läufst Du viel?“ „Ja, Herrin Claudia.“ „Auch mit Deinen Heels?“ „Nur daheim.“ „Schade. Einen Moment. Deine Strähnchen gefallen mir übrigens sehr gut.“ Claudia ging in ihr Hinterzimmer, wo sie ein kleines Lager für ihre Sissies eingerichtet hatte. Hier gab es fast alles, was zu einer Ausbildung notwendig war. Mit einigen gezielten Handgriffen hatte sie einen Gürtel mit Bändern, ein Paar Strumphosen, Schuhe und ein Kostüm gegriffen. Als sie aus der Tür trat kreuzte sich ihr Blick mit dem von Thomas, der seine Augen beim Erblicken der Heels förmlich aufriss. „Gefallen sie Dir?“ „Für mich?“ „Ja sicher, probiere sie gleich mal an.“ Sie stellte sie vor ihm auf den Boden, legte die Kartons und die Bekleidung auf ihren Tisch und half mit einem Griff an die Taille, das Gleichgewicht zu behalten, während er in die Pumps trat. Sie hatten ein kleines Plateau und waren trotz ihres femininen Absatzes vergleichsweise flach. „Geh ein paar Schritte zur Tür.“ Thomas folgte und bei der 3. Rückkehr sahen seine Schritte deutlich sicherer und gleichmäßiger aus. Sie verrieten Claudia auch noch ein weiteres Geheimnis, seine Schrittlänge in diesen Schuhen. „Das machst Du prima, Stefanie. Stell Dich bitte wieder vor den Spiegel, Du vereinfachst mir die Arbeit ungemein.“ Thomas war einen Moment unklar, was sie meinte, bis er den kleinen Schlüssel in ihrer Hand sah, mit dem sie nun seinen kleinen schwarzen Käfig öffnete.

Es klopfte. „Ja, bitte?“ Nadine stand in der Tür und brauchte eine Sekunde um ihre Botschaft los zu werden, ihre Augen glitten noch über das ganze Zimmer und bei diesem wohlvertrauten Anblick hatte sie tief eingeatmet. Als sie ihre Fassung wieder hatte, verkündete sie „Herrin Simone ist gerade gekommen und möchte Sie zu einem Abendessen mitnehmen.“ Herrin Claudia war sichtlich hin- und hergerissen, einen Moment jedenfalls, ein Umstand, als er ihr bewusst wurde, der sie sehr ärgerte. „Bitte sie herein.“ Sissy Nadine nickte und drehte sich um. Einen Augenblick später drückte sie die Tür weit auf, ließ Herrin Simone passieren und schloss die Tür nach ihr. „Hallo Claudia, Überraschung!“ „Ach, Simone, schön Dich zu sehen. Ich habe hier leider noch Arbeit.“ „Du, ich will nicht stören, ich dachte nur …“ „Nein, nein, setzt Dich. Das hier ist Sissy Stefanie, meine Jüngste.“ „Sissy Stefanie, das ist Herrin Simone, sag artig Guten Abend!“ „Guten Abend, Herrin Simone.“ Thomas‘ Herz raste nun, sein bestes Stück, befreit von allen Zwängen, hatte sich bereits zu voller Pracht entwickelt, wobei Pracht relativ zu verstehen war, sehr relativ. Ihre Blicke verfingen sich und Thomas‘ Herz legte nochmal mindestens 10 Schläge drauf, als er sie wiedererkannte. Sie war es, kein Zweifel. Sein Gesicht sprach Bände und das war Herrin Simone’s Spezialgebiet, wortwörtlich. „Pädagogische Grundkonzepte Band I und noch zwei Bücher, vier Euro fünfzig, vorgestern. Du sitzt in der zweiten Etage, Westflügel, letzte Reihe links außen.“ Sie war es tatsächlich, die mit den blauen Holzclogs. „Schau an, schau an. Du hast mir noch gar nichts von ihr erzählt, von Stefanie.“ „Ihr kennt euch?“ „Na ja, dieses süße Jüngelchen ist regelmäßig bei mir in der Bibliothek und lernt fleißig. … Aber Du hast etwas an Deinen Haaren gemacht, richtig?“ „Ja.“ Die behandschuhte Hand von Herrin Claudia landete klatschend auf Stefanie’s Pobacke. „Ja? …“ „Ja, Herrin … Simone.“ „So ist’s brav.“

Claudia wandte sich an Simone „Magst Du mir assistieren, dann sind wir schneller fertig? Hier sind Handschuhe. Wo willst Du denn heute Abend hin?“ „Gerne. In’s ‚La Stella Nera‘, ich habe schon einen Tisch reserviert, Absagen ist nicht.“ „Für?“ „20:00 Uhr“ „Das schaffen wir locker. Du, stell Dich gerade vor den Spiegel und Arme waagrecht.“ Thomas wurde schwarz vor Augen, nicht wegen Kreislaufproblemen, sondern weil er in diesem Augenblick bereits einen schwarzen Stoffbeutel über dem Kopf hatte. Dumpf hörte er das Geräusch der Kordel, die den Beutel zackig um seinen Hals schloss. „Oh, mei, ich erinnere mich, dass ich mir einmal gedacht habe, er wäre was für Dich, aber …“ „Wie oft habe ich Dir schon gesagt, nicht denken, handeln. Die bezaubernde Stefanie könnte schon längst erlöst sein, wenn Du mich damals informiert hättest.“ „Hätte, hätte, Fahradkette.“ „Nein, ernsthaft, sprich mit mir. Fällt Dir gerade noch jemand ein, bei dem Du gedacht hast, das er was für mich wäre?“ „Nein … ich … nein, ich bin auch gerade selten an der Ausgabe.“ Thomas fand dieses Unterhaltung, die er gedämpft mitbekam, über und nicht mit ihm höchst erregend, vielleicht waren es auch nur Herrin Claudia’s gekonnte Griffe in seinem Schritt, die ihn aufgeilten. Die Anwesenheit von Herrin Simone war es auf jeden Fall, seine ganze Fassade zwischen Uni und dem hier war in Sekunden zu Bruch gekommen. War sie eine Klatschblase? Redete sie viel? „Das macht vier Euro fünfzig Verspätungszuschlag.“ Eher nicht, kein „bitte“, kein Lächeln, vermutlich war sie nicht der Flurfunk der Uni Bib.

Auf seinem besten Stück und drum herum war inzwischen eine weiße Schicht Fettcreme aufgebracht worden und das hatte er auch nur durch das Auftragen fühlen können, weil die Kühle des starren Metallrohrs höchst unterschiedlich zu spüren war. Es war vorne offen, sein Plastikkäfig war vorne zu gewesen und hatte dort gedrückt. Was zum Henker bedeutete also diese krumme, offene Rohr … . „Autsch“ „Oh, entschuldige.“ Eine kleine Ecke vom Hüftgürtel hatte Thomas an der Taille gestreift, instinktiv wollte er mit seinem linken Arm zu der Stelle und sie kratzen, aber Herrin Simone war schneller und mit einem kräftigen Klaps war sein Arm wieder in der Waagrechten. „Oh, der sitzt wunderbar. Schau mal.“ Das Gespräch fand weiter ohne Thomas statt und er kam sich vor wie eine Schneiderpuppe, an der zwei Schneiderinnen gerade ein Kleidungsstück anpassten. Bis auf die Puppe war genau das die Situation. „Bereit?“ Ein Nicken. „Beine ein wenig auseinander, Sissy Stefanie!“ „Ahhhh“. Das war jetzt äußerst unangenehm gewesen, irgendetwas drückte nun von unten gegen seine Hoden, von oben pressten behandschuhte Hände auf seinen Penis, der nun von was starrem Engem gegen ihn gepresst wurde. Zwei Hände glitten um seine Taille und auch dort spürte er nun eine Enge bevor er ein leises Klicken hörte. „Passt das?“ „Ja!“ Jetzt drückte eine Hand wieder von unten gegen seinen Schritt und es klickte wieder. „Sehr schön. Wie angegossen.“ „Da liegt es!“ „Danke.“ Wieder ein Klick, intensiver. „Fertig!“ „Nein, nicht ganz.“ „Oh, willst Du …“ „Ja.“ „In einem Zug?“ „Sie hat Ferien, der beste Zeitpunkt.“ „Richtig.“ „Stefanie?“ „Ja, Herrin … Simone?“ „Arbeitest Du in den Semesterferien?“ „Ich … nein … ich … ich muss lernen.“ „Gut, wir suchen noch eine Aushilfe für die Bibliothek.“ „Ich … ich …“ „Weißt Du, die Verwaltung sieht einfach nicht unseren Bedarf, gerade jetzt mit der Neustrukturierung der sozialwissenschaftlichen Abteilung. Die haben uns nur eine befristete Studierendenstelle bewilligt, eine einzige, befristet. Kannst Du Dir das vorstellen?“ „Ihr mit euren Planstellen …“ „Hopp, linkes Bein anheben … gut … jetzt das rechte … gut.“ „Was ist mit den Strümpfen?“ „Das soll sie gefälligst selbst machen.“

Wieder glitt kühles Metall an Stefanie’s Haut entlang und wenige Handgriffe und Klickgeräusche später schien es zur Ruhe gekommen zu sein. „Stimmt die Länge hier?“ „Ja, habe ich schon passend rausgesucht, das sind die neuen, einfach nur draufstecken.“ „Aha“ „Was machen wir hiermit? Ich meine, es passt nicht zu … .“ „Du hast Recht. Arme hoch, Stefanie … ja so ist es gut.“ „Hast Du ihn?“ „Hier!“ „Arme wieder waagrecht.“ „Wunderschön, wo kriegst Du sowas nur her?“ „Alibaba, aber Du musst nach chinesischen Größen schauen. Dieser hier ist aber speziell, so flach gibt es die normal nicht in der Größe.“ Thomas hatte sich längst einen Reim darauf gemacht, dass sich bei „dem“ um einen kratzenden Bügel-BH handeln musste, der soeben in Position gezerrt und gezurrt wurde. Energische Hände schoben seine Haut unter den Armen gezielt nach vorne und leicht nach oben. „Ärmlich.“ Herrin Claudia lachte. „Jede fängt mal klein an und die Tricks sind immer noch die gleichen.“ „Stimmt. Dieser hier hat aber …“ „Nein, nicht alles auf einmal. Unsere kleine Sissy Stefanie wird schon genug zu kämpfen haben. „Kannst Du übermorgen anfangen, Stefanie?“ „Ich, ich …“ „Wieso soll sie erst übermorgen anfangen?“ „Oh, ich muss das morgen noch mit meinem Kollegen aus dem naturwissenschaftlichen Teil klären, wir würden sie uns dann teilen. Reine Formalität.“ „Ja, umgekehrt macht das immer einen schlechten Eindruck.“ „Ok, Donnerstag, 7:00 Uhr am Personaleingang! Weißt Du wo der ist? Bestimmt, kaum zu übersehen. Unten an der Bushaltestelle neben dem großen Liefertor. Donnerstag, 7:00, ich werde dich dann dort treffen und mitnehmen.“ „Ich … ich …“ „Linker Fuß! … Gut … rechter Fuß! Super“ „Schick, sieht super aus.“ „Nicht war“ „So, Arme anwinkeln, linker Arm jetzt vorsichtig in diesen Ärmel … ja … ja … gut so … Moment … ja … jetzt das gleiche rechts … ja … hervorragend.“ Ein Reißverschluss glitt nun von unten nach oben an Thomas Rücken entlang, hakte zweimal an dem leicht hervor stehenden Metall seines Hüftgürtels und an dem Verschluss seines BHs. „Dreh Dich mal!“ „Wow, wunderschön.“

Nach einer vollen Drehung in den Pumps stand er vermutlich wieder so wie vorher, es wurde hell. Herrin Claudia nahm ihm den Beutel vom Kopf und nach einem Moment der Anpassung konnte er sie im Spiegelbild sehen. Vor ihm stand Stefanie in einem wunderschönen königsblauen und knielangen Kleid mit einem kleine V-Ausschnitt und bestickten Ärmeln, die ihre halben Oberarme bedeckten. „Gefällt es Dir, Stefanie?“ Ihr Schwänzchen, das ihr neues metallenes Gefängnis inzwischen auf Körpertemperatur gebracht hatte, dehnte es jetzt auch maximal aus, jedenfalls in Gedanken, denn tatsächlich gab das Rohr keinen Nanometer nach. „Ich … bitte … ich … darf ich … ich kann nicht … ich … ich … bin das nicht … ich kann das nicht … bitte.“ Niemand antwortete Stefanie, natürlich nicht. „Hier bitte setzt dich. Du hast Recht. Zu so einem hübschen Kleid darf ein hübsches Gesicht nicht fehlen. Möchtest Du?“ „Sehr gerne!“ Herrin Nadines linke Hand griff nun Stefanies Unterkiefer und dirigierte ihr gesamtes Gesicht in die gewünschte Richtung. Die Puderquaste tupfte mal oberhalb im Gesicht, mal unterhalb am Hals ihre Ladung auf ihre Haut. Die Kommandos „Augen zu!“, „Augen auf!“, „Augen zu!“, „Kussmund!“ „Mund auf!“ „Mund zu!“ prasselten auf Stefanie nun im gefühlten Sekundentakt ein. „Mei, ist sie hübsch.“ „Ein echter Glücksgriff.“ „Du sagst es. ….“ „Soll ich die Haare?“ „Wie Du möchtest!“ „Ich finde das zu strubbelig … so … hier noch ein wenig Gel … ja … so … hier … aha … da noch was. So schaut sie gut aus. So fertig. Nicht war?“ „Stell Dich bitte vor den Spiegel, Stefanie.“ „Oh, warte, einen Moment, ich … meine Handtasche … Moment … nicht alles verkleben … hier … diese Haarspange… was meinst Du?“ „Perfekt, sehr schön.“ Stefanie trat wieder vor den Spiegel. Der durchsichtige Lipgloss, den sie extra für ihren wöchentlichen Termin mit Herrin Claudia aufgetragen hatte, war einem leuchtenden Rot gewichen, den sie bisher allenfalls in ihrem Bad probeweise aufgetragen hatte. Ihre Wangen waren gekonnt feminin akzentuiert, ihre Ohrläppchen lagen frei, ihre gesamten Augen waren perfekt gestrichen und in ihrem geglätteten Haar steckte nun eine Haarspange mit angedeuteter Schleife.

„Wie spät?“ „Halb.“ „Perfekt.“ „Sissy Stefanie. Deine Sachen kannst Du morgen Abend um 19:00 abholen, ich behalte sie über Nacht hier. Hier ist Dein Parka.“ Stefanie war völlig perplex, wurde von ihr tatsächlich erwartet, dass sie jetzt so nach Hause gehen sollte? „Claudia, was hältst Du davon, wenn wir sie mitnehmen, wir haben eh einen Tisch zu viert?“ „Sehr gute Idee! … Nur, dann sollte sie sich aber noch die Strümpfe anziehen und zwar schnell.“ „Sicher? Ihre Beine sind makellos und so glatt wie ein Babypopo, ich wünschte meine wären noch so.“ „Du hast Recht.“ Sie drehte sich um und drückte auf einen Knopf auf ihrem Schreibtisch. Einen Augenblick später stand Nadine in der Tür „Bitte, Herrin?“ „Nadine, mach Dich bitte fertig, wir haben um 20:00 einen Tisch im ‘La Stella Nera‘ … wir vier, bestell bitte eine Großraumtaxi.“ „Ja, Herrin.“ Stefanie war immer noch perplex und konnte diesen Zustand auch keinesfalls verbergen. „Stefanie? Hast Du Deine Schlüssel?“ Instinktiv griff sie in ihre Jackentaschen, aber da waren sie nicht, ihr Blick wanderte zur Jeans. Herrin Simone hatte Gottseidank mitgedacht und reichte Stefanie die Hose. „Handy? Ausweise?“ „Claudia?“ „Ja?“ „Deine Sissy Stefanie braucht dringend eine Handtasche!“ „Ja, wie dumm von mir. Handtasche …. Handtasche … wo habe ich denn eine … da … nein … wo … wo … wo … da könnte eine sein.“ Herrin Claudia war geradezu in ihr Hinterzimmer geeilt um auf die Suche zu gehen, was sie auf dem Rückweg in der Hand hatte war … ein Notbehelf. „Sollte für heute Abend reichen.“ „Sissy Stefanie!“ „Ja, Herrin?“ „Du kaufst Dir morgen früh eine passende eigene Handtasche. Verstanden?“ „Ja, Herrin.“ Und wieder stand Nadine in der Tür „Das Taxi ist da.“

Das Quartett machte sich auf den Weg, Stefanie hatte erhebliche Probleme, die Treppe mit Pumps und Schrittkette herunter zu kommen und musste gestützt werden, Claudia kontrollierte noch einmal die verschlossene Tür ihrer Praxis und kam dann hinterher. Der weitere Abend wurde dann zu einem Wechselbad der Gefühle für Stefanie. Den Rückspiegeltest des Taxifahrers im Großraumtaxi schien sie bestanden zu haben, aber im Restaurant im diffusen Licht und mit all den anderen Gästen, hatte sie sicherlich mehrfach gepatzt. Der Kellner war übertrieben freundlich gewesen und hatte die Damen höflichst behandelt und sich sicherlich seinen Teil über die zwei falschen Ladies gedacht. Der Taxifahrer, den ihr Herrin Nadine nach dem Essen für die Heimfahrt spendiert hatte, war seinerseits viel zu erschöpft gewesen, um überhaupt etwas zu merken. Im Hausflur ihres Mehrparteienhauses war ihr Gottseidank überhaupt niemand über den Weg gelaufen, um etwas zu merken. Das war also das zwölfte Mal. Sie hätte Nadine während des Essens gerne darüber ausgefragt, ob es immer das zwölfte Mal war oder ob das was sie an diesem Abend durchgemacht hatte, immer das war, was beim zwölften Mal passierte. Aber das spielte nun auch keine Rolle mehr. Sie setzte sich hin, vielmehr musste sich hinsetzen, sie hatte eindeutig zu viel Wasser getrunken. Ihr Blick fiel unweigerlich auf die beiden rosa Schenkelbänder und diese vermaledeite Kette zwischen ihnen. Ja, im Stehen zu … konnte sie ab sofort vergessen, ihre Hosen konnte sie auch vergessen, Jogging konnte sie auch vergessen, als Student … als Thomas aufzukreuzen … auch das konnte Stefanie vergessen. Sie steckte ihren Zeigefinger hinter ihren Halsreif, der irgendwie enger zu sein schien. Ja … Thomas zu sein … konnte sie vergessen. Sie drückte ab, nestelte ihre Sachen zurecht und besah sich im Badezimmerspiegel. Definitiv … Thomas konnte sie vergessen … da war kein Thomas mehr zu sehen. Duckface, Grimasse, Lächeln, Grimasse, schüchterner Blick, Grimasse, unauffälliger Blick, abwesender Blick, fragender Blick, Lächeln und wieder Duckface. Nein, keine Spur von Thomas. Mit einem Rest von Intelligenz machte sie noch ein paar Selfies, bevor sie sich abschminkte und ins Bett ging.

Am folgenden Abend hatte sie – nach mehreren Versuchen – ein annähernd gleiches Ergebnis für ihren Termin bei Herrin Claudia erzielt, die sehr zufrieden war. Auch darüber, dass Stefanie an die Handtaschen gedacht hatte. Im Gegenzug hatte Herrin Claudia ihr ein Outfit für den folgenden Tag zusammengestellt, das einer Mitarbeiterin der Uni Bib angemessen war. Na ja, jedenfalls aus Sicht einer Amateurin. Weniger amateurhaft sondern richtig professionell war dann noch die Spritze, die Herrin Claudia dann noch vor dem Gehen in den Allerwertesten verabreicht hatte. Stefanie war froh, als sie ihr Kleid wieder herunter lassen konnte, und dann nicht mehr, als sie erklärt bekam, dass sie jetzt alle 4 Wochen erneut eine Spritze bekäme. Herrin Claudia musste bei dem Gesichtswechsel innerlich lachen. Als wenn der Pieks einer Spritze das Schlimmste wäre, um das sich Sissy Stefanie Gedanken machen müsste – aber so waren die Menschen. Eine Nadel und der Weltuntergang war nahe.

Der erste Arbeitstag unter der Aufsicht von Herrin Simone war fast Panik pur. Stefanies Aufgabe war es, die Bücher von allen Lesestellen und Regalen einzusammeln, so dass sie wieder einsortiert werden konnten. So durfte Stefanie den ganzen Tag über die schweren, tiefen, weichen Teppiche laufen, ihren Wagen schieben und hoffen, dass das leise Rasseln, das manchmal zu hören war, von den Umstehenden mit eben diesem Wagen in Verbindung gebracht wurde. Auf der einen Seite war sie ein graues Bibliotheksmäuschen, von dem in der Regel wenig Notiz genommen wurde, auf der anderen Seite lief sie den Leuten sprichwörtlich direkt an der Nase vorbei. „Gut gemacht! Morgen wieder um 7:00 und bring Deine schwarzen Clogs mit. Mit den Pumps machst Du Dir keinen Gefallen.“ Stefanie schaute auf die Uhr, ihr 1. Arbeitstag war tatsächlich schon rum und sie konnte einfach durch die Drehtür des Haupteingangs gehen. Da stand sie nun und war mit drei Dingen konfrontiert, die sie völlig ausgeblendet hatte. Erstens es war mitten am Tag eines sonnigen Herbsttages, zweitens hatte gerade die Mensa zugemacht und strömte um sie herum und drittens war ihr Leben kein „Mission Impossible“-Film mit perfekten Masken.

„Thomas?“ Um dies zu verneinen, war es in dem Moment schon zu spät gewesen, als sie ihren Kopf in Richtung der Fragestellerin gedreht hatte. Birgit, nicht Birgit. „Thomas! Ich … Du … wieso … was … was … was machst Du hier?“ Nun das war sicherlich nicht Birgit’s Hauptinteresse aber immerhin eine Frage die sie beantworten konnte. „Arbeiten.“ „Oh mein Gott … Du … wieso … hast Du eine Wette verloren?“ „Nein.“ Ihr Bedarf weitere Fragen von Biggi zu beantworten sank auf Null und so wendete sie sich leicht ab, um mit dem Strom der vorbeiströmenden, satten Kommilitoninnen zu verschwinden. Wie zur Hölle hatte sie sie überhaupt erkannt? Biggi’s Hand zog ihn jetzt leicht zurück. „Sorry. Ich … ich wollte Dich nicht verletzten … bist Du mir böse?“ Stefanie schüttelte im Weitergehen den Kopf. Biggi war erleichtert und setzte ihr nach, die Hand noch an der Schulter. Sie zog Stefanie erneut zurück, brachte sie zum Stehen und positionierte sich direkt vor sie. „Hallo, ich bin Birgit. Meine Freunde nennen mich Biggi. Du kannst mich auch Biggi nennen.“ Es folgte eine kleine Pause. „Wie heißt Du?“ Stefanie konnte in ihrem Blick ehrliches Interesse und echte Anteilnahme erkennen. „Stefanie.“ „Hallo, Stefanie.“ Wieder entstand eine künstliche Pause. „Darf ich Dich auf einen Kaffee einladen, Stefanie?“ Stefanie nickte. Birgit drehte sich um, hakte Stefanie ein und versuchte für beide einen entgegengesetzten Weg durch den Strom der anderen zu finden. „Schöne Schuhe.“ Birgit’s Blicke wanderten unentwegt an ihrer eingehakten Begleiterin entlang.

Das Studi-Cafe war angenehm leer und somit eine begehrte ruhige Ecke frei. Birgit übernahm die Versorgung mit Kaffee und an ihren hastigen Bewegungen zurück an Stefanie’s Tisch war erkennbar, dass sie keine Zeit mir Nebensächlichkeiten verplempern wollte. Die ersten Schlucke waren wohltuend, Birgit’s Augen wanderten von den geordneten Haarsträhnen über die nun sichtbaren Ohrstecker, das perfekte Make-Up, die roten Lippen, den weißen Blusenkragen, die beiden darunter leicht abgehobenen Rundungen und wieder zurück. Stefanie’s Augen wanderten lediglich zu ihrer weißen Kaffeetasse mit dem roten Lippenstiftspuren, ein höchst ungewohnter Anblick. „Gut schaust Du aus … Stefanie.“ Stefanie wurde aus ihren Gedanken gerissen und blickte auf. „Danke.“ „Stefanie?! Wieso gerade Stefanie?“ „Oh, den Namen habe ich bekommen.“ „Echt? Von wem … ich meine ich habe meinen von meinen Eltern.“ „Meine He.., meine …“ Stefanie hatte sich noch nie Gedanken gemacht, wie sie ihr Verhältnis zu Herrin Claudia anderen gegenüber beschreiben sollte und jetzt spontan auf die Schnelle ging das schon gar nicht. „Von Claudia.“ „Aha. … Darf ich ehrlich sein? Du bist mir schon damals aufgefallen … als Thomas … irgendwie warst Du anders … also es hat mir gefallen … aber ich konnte nicht fassen, was … halt anders. Aber so … sowas hätte ich nie vermutet.“ „Und?“ „Ich finde das wahnsinnig mutig … und … und … überraschend … Stefanie.“ Stefanie musste immer noch leicht schaudern, wenn sie diesen Namen hörte. „Mmmh.“ „Wie lange bist Du schon … schon … Du?“ „Seit drei Monaten.“ „Drei? Aber ich habe Dich so …“ „Seit vorgestern. Claudia. Claudia ließ mir keine andere Wahl.“ „Zwingt sie Dich?“ „Nein, nein. So ist das nicht. Sie … sie hilft mir.“ „Okay?!“ „Und wissen es schon die anderen?“ „Wer?“ „Tobias, Markus, Christiane, Kirsten … halt die anderen … alle.“ „Nein. Du bist die erste und ich … bitte …“ „Du fühlst Dich unwohl?“ „Ja … nein … es ist … alles … so … so neu … so viel … so viel neu.“ „Verstehe. Sollen wir gehen?“ „Okay.“ „Bist Du regelmäßig auf dem Campus … also … jetzt?“ „Ja!“ „Sehen wir uns die Tage? Ich rufe an!“ „Okay.“ „Muss Du auch zur S-Bahn?“ „Ja.“ Sie gingen zusammen an der Uni Bib vorbei zur S-Bahn, Biggi hakte Stefanie wieder ein, die Absätze waren doch noch ungewohnt. „Komm, die schaffen wir noch!“ „Nein, ich nicht. Ich bin nicht so schnell.“ „Entschuldige. Natürlich. Daran habe ich gar nicht gedacht. Sollen wir mal zusammen shoppen gehen, ich kenn da Superbequeme?“ „Mmmh.“

In der S-Bahn war dann keine Unterhaltung mehr möglich, bei der Verabschiedung umarmten sie sich. Stefanie spürte, wie Birgit ihren BH-Verschluss streifte. Na ja, das war jetzt wohl so. Besser als ihr Taillenband. Zwei Straßen weiter war Stefanie dann endlich wieder zuhause. Endlich raus aus den Pumps. Vor ihrer Wohnungstür lag ein Paket für Thomas. Hatte sie eines bestellt? Es war ganz schön schwer, egal, sie nahm es herein und schloss ihre Wohnungstür. Sie konnte sich auch immer noch einen Reim darauf machen, warum die Reißverschlüsse von manchen Kleidern auf dem Rücken waren, total unpraktisch. Als sie kurze Zeit später am Spiegel im Flur vorbeikam, durchzuckte es sie wieder. Ja, da war Stefanie … im Spiegel … lange Strümpfe samt Halter, ein rosa Keuschheitsgürtel samt Schenkelbändern unter dem hauchzarten Halter, ein süßer weißer BH und dieser Halsring mit dem kleinen Ring vorne, ihr Mund lächelte und selbst das war feminin zart. Aber irgendwie war alles zuletzt feminin zart, selbst die Kacheln auf dem Damen-WC in der Uni Bib. Dem war natürlich so, es waren immer noch weiße, trostlose Kacheln, beschienen von weißem, trostlosen Neonlicht, das lediglich an den roten Seitenwänden der Kabinen reflektiert worden war und einen Schimmer von Rosa auf die weißen Bodenfliesen gezaubert hatte. Die eigentliche Ursache war mehr chemischer Natur und tags zuvor einer kleinen Nadel entsprungen.

Die Kühle ihrer kleinen Studentenwohnung konnte Stefanie jedenfalls nicht abhalten, nun endlich das Paket zu öffnen. Der Begleitzettel lag oben auf und war ellenlang, also mindestens zwei oder gut drei DIN A4-Zettel. Das Wichtigste stand jedoch auf dritten Seite … „Noch offener Betrag … 0,00 €“, Stefanie atmete durch. Geld war immer ein knappes Gut, zuletzt sogar sehr, hatte sie doch gefühlt immer doppelt eingekauft, und irgendwie war alles, was Rosa war, immer deutlich teurer als die blauen Artikel in der Drogerie. Gleich das erste Packstück gefiel ihr wahnsinnig, ein Negligee aus Satin, rosa Satin. Überhaupt sehr viel in dem Karton schimmerte Rosa durch die Plastikfolien. Im Spiegel sah es noch viel besser aus, auf Anhieb hatte es den Spitzenplatz in ihrem Kleiderschrank errungen, was wiederum hieß, dass es diesen wohl kaum je von innen sehen würde.

Wieder über das Paket gebeugt kamen jetzt Unmengen von Spitzenwäsche, eher normalen Wäschestücken, Strümpfen, einigen Shirts, Blusen, weitere Röcke und Kleider zum Vorschein. Ihr ganzer Boden war nun damit bedeckt. Das schwarz weiße Kleid mit dem komischen Muster, laut Internet Hahnentrittmuster, war sehr speziell und Stefanie hoffte, es nicht allzu bald tragen zu müssen. Der grau-beige karierte Rock aus Wolle mit dem Sakko aus dem gleichen Material gefiel ihr deutlich besser, passend dazu war die beige Seidenbluse mit V-Ausschnitt. Der schwarze ¾ lange Leder-Rock gefiel ihr auch sehr, aber sie konnte sich nicht erinnern, Kommilitoninnen schon mal darin gesehen zu haben. Viele von ihnen trugen eh nur blaue Jeans oder die etwas älteren dunkle Stoffhosen. War es im Sommer anders gewesen? Stefanie versuchte sich zu erinnern, aber alles an das sie sich erinnern konnte, waren sandige Shorts und T-Shirt auf durchgeschwitzten Muskelbergen am Beach-Volleyball-Feld hinter der Maschinenbau-Fakultät. Das Sakko in einer Art Mausorange hatte offiziell den Farbton „Dark-Cheddar“ und landete erst einmal im Mittelfeld der Beliebheitsskala. Ganz vorne spielte hingen ein Cape mit. Cape „Natasha“ in „Galaxy blue“. Sie fand es wahnsinnig praktisch, schick, schlicht, unauffällig und doch feminin. Irgendwie so wie sie. Ihr geliebter Parka hatte soeben die Charts verlassen. Es war gleich zweimal im Karton, wobei das zweite Cape deutlich länger war und ihr bis über die Knie reichte. Das Artikelschild nannte es Cloak „Gibson“, was auch immer ein Cloak war. Jedenfalls war er/es schick. Alles war schick, okay, fast alles, Stefanie wollte so viel ausprobieren, aber sie fühlte, dass sie doch ein wenig k.o. war. Egal, ein kühles Glas Weißwein, an dem sofort wieder Lippenstift prangte, und schon flogen die Sachen durch das Zimmer. Es waren Kleidungsstücke aus ihrem Schrank, die Platz machen mussten. Sie würde nicht alles wegschmeißen, aber Hosen hatten gerade keinen guten Stand. Spontane Ideen, Altes mit Neuem zu kombinieren hatten unterschiedliche Resultate, es gab noch so viel, was sie nicht wusste. Ein Riesenchaos.

Das Riesenchaos war auch noch ein Riesenchaos, als sie am nächsten Morgen kurz vor Mittag in das Zimmer blickte. Freitags arbeitete Herrin Simone selbst nur halbtags und hatte Stefanie somit erst für Montag wieder eingeplant. Stefanie überkam große Unlust, als sie das Chaos in seiner ganzen Dimension erfasste und ging erst einmal duschen. Der Rasierer hatte kaum etwas zu entfernen und nach dem Grundieren war ihre Haut so makellos wie gewünscht. Ihr Griff zu ihrem normalen Lip-Gloss kam abrupt zum Halt, stattdessen eilte Stefanie in das Zentrum des Chaos und fischte neben dem leeren Karton ein Schminkset und das kleine Schmuckkästchen heraus, in dem ganz neue Lippenstifttöne zum Vorschein kamen. Stefanie überlegte kurz, es war Freitag, der Kühlschrank war voll, sie hatte alle Bücher termingerecht zurückgebracht, von Partys wusste sie nichts … die Farbe war der Knaller „Warmes Rot“ satt und schmatzend auf ihren Lippen. Bei den Augen war sie vorsichtiger, lieber blieb sie bei dem, was sie gelernt hatte. Nur mit dem Mascara sparte sie nicht. Die Haare waren vom Duschen noch ganz feucht und ließen sich prima kämen, links, rechts, wieder links, streng nach hinten, waagrechter Pony, wuselig, aber nur kurz. Glatt, mit einem Seitenscheitel, die Ohren frei und die Spitzen hinter den Ohren nach vorne. Ja, so gefiel ihr es am besten. Vorsichtig leerte sie nun das Kästchen auf einem Handtuch aus und sah sich die kleinen Preziosen an. Es waren natürlich keine echten Schmuckstücke, aber sie sahen traumhaft aus. Chemisch verstärkt, aber Stefanie fand momentan einfach alles traumhaft. Ihre beiden Ohrstecker wichen nun zwei silbernen Anhängern, schlicht, vielleicht zwei Zentimeter lang, aber ihr gefielen sie einfach am besten. Es kitzelte, als sie ihren Kopf schnell hin- und herdrehte. Süß, einfach nur süß. Die eine Strähne, die andauern ins Gesicht fiel wurde kurzerhand mit einem Clip gebändigt und jetzt musste sie sich nur noch anziehen. Es wurde der grau-beige Rock mit beigem V-Hals-Shirt und dem Sakko. Schlichte schwarze Strümpfe und die Pumps, die ihr Herrin Claudia gegeben hatte, ergaben ein ultra-schickes Bild. Eigentlich zu schick für die Uni und ihr Halsreif schien wie auf dem Präsentierteller zu sein. Stefanie blickte erneut in die Tiefen des Chaos auf ihrem Boden, aber da war kein einzige Rollkragenpullover, kein Hoodie, kein Schal, nichts. Es klingelte.

Stefanie erschrak kurz, sie erwartete niemanden. Paketdienst? Sollte sich ein anderer drum kümmern … nein … sie … sie war perfekt … quasi overdressed … wenn nicht so, wie dann … wenn nicht jetzt, wann dann … Thomas würde langfristig nicht mehr die Tür aufmachen. Sie rief „Jaha!“ und öffnete die Tür.

Der Paketbote hatte kein Paket für einen Nachbarn. Auch nicht für sie. Auch keine Uniform, es war auch nicht der Paketbote. Es war Biggi. „Wowwwww!“ „Hallo Biggi.“ „Hallo Stefanie. Einfach nur wowwww.“ „Äh, komm rein … ist aber chaotisch.“ Kaum ausgesprochen war Biggi auch schon im Flur und die Tür hinter ihr zu. „Ich … ich … nach gestern … wow … ich musste Dich einfach sehen.“ „Okay?“ „Du siehst wahnsinnig aus!!!“ Stefanie schaute Biggi fragend an. „Wahnsinnig toll, wahnsinnig frauenmäßig, wahnsinnig süß, einfach wahnsinnig, ich konnte die ganze Nacht an nichts anderes denken.“ „Oh.“ Dass sie ihre Herbstjacke gerne hätte ablegen können, hatte Biggi irgendwie implizit schon vorher verstanden gehabt und so lag sie jetzt halb gefaltet neben der Tür. „Oh, wow! Was für ein Chaos! Sind das alles Deine? Oh, die ist ja süß, die in Mausorange“ „Dark-Cheddar!“ „Oh, traumhaft, von Calzedonia, oh mein Gott, wenn ich so viel Geld hätte, würde ich … oh mein Gott, der Mantel.“ „Cape“ „Traumhaft. Trau-m-haft!“ „Ja, gefällt mir auch fast am besten.“ „Zieh ihn mal an. Oh mein Gott, Deine Lippen, ich seh‘ das erst jetzt, Du … Du … Wahnsinn.“ „Danke.“ „Okay, ich ziehe ihn für Dich an.“ Stefanie war vom Puls her wieder heruntergekommen, es war so wie es war. Sie hatte sich ordentlich in Schale geworfen, ihr Wohnzimmer war ein Schlachtfeld voller Höschen, BHs und fast sämtlicher Damenoberbekleidung die sie besaß und mittendrin stand Biggi, eine Freundin aus der Clique, eigentlich die Ex von Stefan, über den sie … aber da sie zwischenzeitlich so gut mit Kirsten befreundet war, war sie irgendwie darüber dabei geblieben. „Und?“ „Ich kann mich nur wiederholen, traumhaft, einfach traumhaft. Nur …“ „Nur was?“ „Für die Uni?“ Stefanies Bestätigung suchende Lächeln verschwand unter einem ernüchternden Blick „Das dachte ich auch schon.“ Biggi fühlte sich sichtlich unwohl, es gesagt zu haben. „Was ist mit dem da?“ „Das Schwarz-Weisse, ich weiß nicht, das ist noch auffälliger.“ „Zeig’s mir!“ „Okay, aber diese Reißverschlüsse.“ „Warte, ich helfe Dir.“

Springer F3 schlägt Bauer G5. Schach. Schachmatt.“ Für einen Moment war Stefanie nicht ganz auf der Höhe der Zeit gewesen und jetzt war es zu spät. Biggi’s linke Hand, sie war Linkshänderin, zog den Reißverschluss bereits am BH-Verschluss vorbei … jetzt … jetzt passierte sie den Tailliengurt und „Oh!!!“ es folgte natürlich eine Pause, Biggi war zwar supernett, fleißig und konsequent, aber sie war keine Großmeisterin des Schachs oder anderer Denksportspiele. „Was ist da?“ Stefanie entschied sich die Frage unbeantwortet zu lassen und sich Biggi zuzuwenden, die instinktiv einen Schritt zurück gemacht hatte, als hätte sie beim Anheben eines Kartondeckels eine Kobra vorgefunden. Na ja, fast, also in der Art, halt irgendwie erstaunt, erschrocken. Da Stefanies Kleid nun eh offen war, zupfte sie ein wenig an den Schultern, hielt ihre Arme senkrecht nach unten und mit Hilfe der Kraft, die auch Newtons Apfel zu Fall gebracht hatte, stand sie nun in all ihrer Pracht fast nackt vor Biggi. „Das ist mein Keuschheitsgürtel, ich habe ihn jetzt seit drei Tagen. Er hilft mir … ich zu sein.“ Biggi war fassungslos, ihren Mund, den sie zur Freude eines jeden Zahnarztes maximal geöffnet hatte, bedeckte sie jetzt automatisch mit ihrem linken Handrücken. Ihr Blick hing gefesselt an den ganzen Chromteilen in ihren rosa Randeinfassungen. Lediglich die kleinen Bügelschlösser dürften ihr vermutlich bekannt vorgekommen sein. Biggi wurde irgendwie anders, ihr Puls raste, in ihrer Vorstellung hatte ihre Hautfarbe bereits die Farbe gekochter Krebse und ein leichtes Schwindelgefühl hatte sie erfasst. Außerdem hatte ihr Unterleib wohl soeben den Sezessionskrieg erklärt, machte eine Höllenradau und verursachte die Hitzewallungen, die sie lange nicht mehr unter ihrer molligen Hülle gespürt hatte. Aber das war nur Stefan in Schuld, er war einfach eine Niete gewesen. Punktum.
Biggi, so sehr sie sich auch im Klaren über Stefan war, kämpfte nun einen Vielfrontenkrieg. Im Süden die Separatisten, die Hitzewelle nach Hitzewelle aussandten, weiter südlich ihre beiden Jogging-gestählten Beine, die in einem akuten Dr.Oetker-Stadium waren. In der Mitte brach ihr der Schweiß aus, als habe eine aktiver Vulkan einen Gletscher durchstoßen und nördlich schnitt ihr ihr eigener Spitzen-BH eine Wunde in ihr Fleisch, wie die Scherenklaue eines Abrissbaggers. Ganz im Norden regierte der Pelz, vornehmlich auf ihrer Zunge, die sich so dick anfühlte, wie als wenn ein ganzer Bienenstock hineingestochen hätte. „Wawawawawa.“ Ok, das war eine präzise Frage gewesen, aber selbst Biggi hatte unter dem Rauschen in ihren Ohren nur Babylaute verstanden. „Alles gut?“ Stefanies Frage war für sie selbst erkennbar in der Unendlichkeit von Biggis Schock entglitten und so stieg sie aus dem Kleid, ging in die Küche und holte zwei Gläser mit kalten Wasser. „Hier bitte.“

Stefanie und Biggi tranken beide ihre Gläser langsam und vorsichtig leer. Das hatte den netten Nebeneffekt, Biggi die Zeit zu geben, die sie brauchte, um wieder herunter zu kommen. Stefanie war viel zu sehr mit sich selbst und dieser heftigen Reaktion von Biggi beschäftigt gewesen, um sie richtig zu deuten. Und so ging – auch für Biggi unerkannt – dieser Beinahe-Orgasmus folgenlos an Biggi vorüber. „Was ist das?“ Okay, vermutlich lag das folgenlose Vorbeigehen an der Zeitschleife, in der Biggi gefangen zu sein schien, Stefanie entschied sich für die Kurzversion „Ein Keuschheitsgürtel. Er hilft mir ich zu sein.“ „Tut er weh?“ „Nein.“ „Ist das Metall?“ „Ja.“ „Trägst Du ihn immer?“ „Momentan ja.“ „Kannst Du ihn abmachen?“ „Nein.“ „Aber die Schlösser?!“ „Kein Schlüssel.“ „Kein Schlüssel?“ „Nein.“ „Wer dann?“ „Claudia!“ „Claudia?“ „Herrin Claudia, kennst Du nicht.“ „Herrin Claudia?“ „Ja, mein Herrin. Sie hilft mir, ich zu sein.“ „Schlägt sie Dich?“ „Nein!“ „Und sie hat den Schlüssel?“ „Ja.“ „Und wie lange?“ „Seit drei Monaten.“ „Was? So lange?“ „Ja.“ „Aber … aber … ich dachte Du hast … Du hast erst seit …?“ „Ja, nein. … Ja, diesen Gürtel habe ich erst seit drei Tagen, aber davor … hatte ich einen anderen.“ „Wieso?“ „Mädchen haben keinen Penis.“ „Oh … oh … natürlich … oh … natürlich … ich … entschuldige.“ „Ist schon okay.“ „Tut er weh?“ „Nein … nur manchmal … ein wenig … ist halt so starr.“ „Ich … ich … ich muss mal eben zur Toilette.“ Stefanie presste die Lippen aufeinander. So war das also. Eigentlich gar nicht so schlimm. Sie schloss die Augen, auch ihr Herz galoppierte, auch sie hatte feinen Schweiß auf ihrer Haut, der gerade so wunderbar nach Vanille duftete und ihr kleiner Gefangener war schon seit dem sie Biggi vor der Tür erkannt hatte am randalieren. Sie legte das Kleid weg und griff nach dem schwarz-weißen Kleid, streifte es gekonnt über und kämpfte erfolgreich mit dem Reißverschluss. „Darf ich ihn nochmal sehen?“ Stefanie drehte sich um, Biggi war ein wenig erfrischt, aber immer noch servierfertig in jedem guten Hummerlokal.

Stefanie entschied sich, das Kleid hochzustreifen um diesen Reißverschluss-Unfug aus dem Wege zu gehen und setzte damit ihrerseits ihre beiden Hände schachmatt. Biggi ging in die Knie und nach einem gehauchten „Darf ich?“ auf dessen Beantwortung sie scheinbar eh nicht gewartet hätte, glitten ihre heißen Hände über Stefanies Oberschenkel. Besonders über die Schenkelbänder, die Ketten und dann über ihr Frontschild. „Ich habe so etwas noch nie gesehen. Ich habe noch nie davon gehört … außer … in Witzen über Kreuzritter und ihre Burgfräulein … aber das sind Witze nicht wahr … Witze … einfach nur Witze … aber das hier … das ist … oh mein Gott … das ist …“ „Wunderschön?“ Biggi blickte auf und nickte kurz. Stefanie nahm sie beim Arm und gab ihr den Impuls, aufzustehen. Mit ihren Pumps war sie nun noch ein wenig größer als Biggi uns so schien es so, als kämen die Worte tatsächlich vom hohen Rat, als sie ihr sagte „Es gibt sie heute auch für Burgfräulein … wie Dich.“ Biggi hatte in einem erneuten Schub orgasmischer Aktivitäten lediglich ein kurzes Aufreißen ihrer Augen in petto. „Burgfräulein“ brannte sich, in diesem Moment für sie völlig unbewusst, über die heruntergelassene Brücke, durch das Falltor, über den Burghof, die Wendeltreppe im höchsten Turm hoch, durch die massive, jedoch offenstehende Eichentür ihres Gemachs für immer in das Oberstübchen ihres Unterbewusstseins ein und würde fortan ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen.

Biggi, sowieso schon völlig durch den Wind, entfleuchte nun ultimativ der Realität und, in Ermangelung eines Prinzen oder wahlweise eines Drachens, schloß die Augen und drückte Stefanie einen Kuss auf. Gefühlt 99 Jahre später lösten sich ihre Lippen und beide öffneten die Augen. Diese sprachen Bände. Band 1 Verwirrung. Band 2 Unglaube. Band 3 Lust. Band 4 Schrecken. Und so weiter, eine rund dreißig Bände umfassende Enzyklopädie ihrer Gefühle. „Stefanie?!“ „Ja?“ „Es tut mir leid, ich, ich bin total neben der Spur. Ich bin total verknallt in Dich. Aber irgendwie doch nicht. Ich will so sein wie Du, aber ich bin schon ich. Ich finde, was Du machst ist geil, geil, geil, soooo geil. Aber irgendwie stimmt was nicht. Ich stimme nicht. Ich … ich … es fühlt sich nicht richtig an. Es … ach ich weiß es einfach nicht. Du … du … bist so … gigantisch … so unbeschreiblich und ich bin … ich bin … einfach nur ich … und ich weiß … ich kann da nicht mithalten … ich will aber … ich habe die ganze letzte Nacht nicht schlafen können … Du … Du als Stefanie … ja ich weiß … es gibt sie … aber … in meiner Clique … Du … in meiner Clique … das ist … unvorstellbar. Ich meine, wenn Du … wenn Du … aber ich … nein … oh, man … was rede ich für einen Scheiß … ich … ich muss …“ Und schon war sie wieder weg. Stefanie schauderte es, sie musste schlucken, Tränen schossen ihr in die Augen und all ihre Selbstbeherrschung war futsch. Tränen, Gesichtscreme, Makeup und ihre Zeigefinger produzierten zusammen eine unansehnliche Mischung und so richtig trocken waren ihre Augen danach auch nicht. Biggi war diesmal schneller wieder da, den Geräuschen nach, hatte sie nach Jörg und Jörn gerufen. „Kaugummi?“ „Danke. Hast Du geweint? Wieso?“ „Ach, einfach so. In letzter Zeit passiert mir das häufiger.“ „Wir sind schon zwei. Die eine kotzt, die andere heult. Wegen nichts.“ „Mmh.“ „Das Kleid gefällt mir!“ „Ja?“ „Ja, sieht ohne verlaufenes Make up sicherlich noch viel hübscher aus.“ Biggi hatte ihren alten Charme wiedergefunden. Stefanie ging nun ihrerseits in ihr kleines Bad, dessen Blindglasfenster sperrangelweit offen stand. Ach Scheiß auf die Nachbarn, der Geruch bzw. die Frischluft waren wichtiger. Ein Blick in den Spiegel verriet, das die teuren Make up-Produkte doch ihr Geld wert waren. Stefanie hatte mit Panda-Augen gerechnet, aber sie konnte ihr Make up auch so noch retten. In gefühlter Rekordzeit war die Frau im Spiegel wieder wie vorher und auch die Gefühlslage war wieder im grünen Bereich. Stefanie spielte mit dem Kragen ihrer Jacke, besonders mit dem obersten Knopf, der zusammen mit dem Stehkragen herrlich ihren Hals hinter einer Art Burgwall verschwinden ließ. Besonders ihren Halsreif.

Als Stefanie wieder in ihr großes Zimmer kam, war auch Biggi wieder auf der Höhe der Zeit. Sie hatte sich augenscheinlich im Flurspiegel hergerichtet und sah wieder aus, als wäre nie nirgends auch nur ein Wässerchen getrübt worden. „Fertig?“ Die Frage kam jetzt völlig kontextlos. „Fertig? Fertig für was?“ „Es ist F-R-E-I-T-A-G-N-A-C-H-M-I-T-T-A-G. Obwohl Du da einen Haufen Klamotten liegen hast, hast Du nur das anzuziehen, was Du gestern und heute am Leibe trägst. Lass uns shoppen gehen! Und danach noch einen Longdrink beim Mexikaner.“ Stefanie atmete schwer durch, sie wollte diesen Freitag eigentlich gemütlich daheim … und nun das. „Ja oder ja?“ „Ich muss …“ „Dich noch anziehen und schminken. Ha, netter Versuch … Stefanie.“ „Ich …“ „Hast Du Geld, Handy, Schlüssel?“ „Ich …“ „Schuhe, Du brauchst dringend Stiefel. Du kannst nicht den ganzen Herbst in Pumps herumlaufen. Ich sagte Dir doch, ich kenn da einen Laden.“ „Ich …“ „Hast Du Deinen Lippenstift dabei? Mascara kann ich Dir leihen, aber Dein Lippenstift, die Farbe steht mir nicht … ist sicherlich noch im Bad.“

Zwei Minuten später stand Stefanie mit ihrem Cloak auf der Straße. Vermutlich war er eigentlich noch zu früh für diese Jahreszeit und diese Temperaturen aber er war halt deutlich länger und angenehmer als das Cape. Vielleicht an einem sonnigen Nachmittag, ja, dafür wäre das Cape prima. Untergehakt gingen sie Richtung Zentrum, Richtung Reklame, Richtung LED-Lichter. Biggi wusste genau wo sie hin wollte und so strichen so viele Schaufenster ungenutzt an ihnen vorbei. Das Schuhgeschäft war klein, ein Spezialgeschäft, keine billige Plastikware aus China, dementsprechend die Preise, trotz Reduzierung. Die Verkäuferin schien Biggi wieder zu erkennen und außer einem Moment hochgezogener Augenbrauen entwickelte sie sich von einer Verkäuferin mit höflicher Beflissenheit zu einer charmanten Beraterin in speziellen Fragen. Zugute kam allen, das Stefanies Füße die Skala der in diesem Geschäft vorrätigen Schuhgrößen soeben einhielt und sie aus einer erfreulichen Anzahl an Stiefeln auswählen konnte. Eine halbe Stunde später ließ sie diese auch sogleich an und war nun offen für was auch immer noch eingekauft werden sollte. Biggi genoß sichtlich ihre Rolle als Begleiterin und Guide durch die Oasen der für Damen gedachten Shoppingerlebnisse. Stefanie fühlte sich sichtlich wohl an ihrer Seite, da Biggi instinktiv die meist weiblichen Verkäufer so in Anspruch nahm, dass diese den ersten Moment des Erkennens, des Verwundert sein, des Fassung zurück erlangen überwinden konnten, ohne Stefanie in einem Moment peinlichen Schweigens anstarren zu müssen. Stefanie plante Biggi insgeheim für ihre nächsten Shopping-Touren fest ein. Jedenfalls im Frühjahr, oder Ostern, wenn ihr Kontostand das dann wieder zuließ. „Genug?“ „Ja.“ „Zum Mexikaner?“ „Ja.“

Sie gingen eher schlenderten in die gewünschte Richtung, am Ende der Reklameflut war der obligatorische Sombrero schon zu sehen. Die Farben wechselten, nach dem Deichmanngrün kam das Vodafonerot, nach eher dunklen, überfachteten Schaufenstern kamen wieder weiß strahlende Fenster mit einem Minimum an feilgebotenen Waren. So auch dieser Optiker einer Kette. Stefanie warf einen Blick in das Schaufenster und ihre Schritte wurden kürzer. Biggi blieb stehen und stellte sich dann mit ihr vor das Fenster. „Gute Idee?“ „Mmh?“ „Gute Idee, mit Brille siehst Du bestimmt noch weiblicher aus.“ „Ja?“ „Gefällt Dir eine besonders?“ „Mmm, die sieht schön aus.“ „Ja. Was ist mit der?“ „Ich weiß nicht.“ „Laß uns reingehen!“ „Aber ich brauch doch gar keine Brille.“ „Na umso besser, dann ist die noch billiger. Los, las mal schauen.“ „Guten Abend die Damen, wie kann ich helfen?“ „Wir suchen für meine Freundin eine Brille … für ein Vorstellungsgespräch … was Klassisches.“ „Ah verstehe.“ Der Brillenverkäufer war ein Profi. Er hatte sich in dem Moment auch schon wieder gefangen, als er seine beiden Kundinnen ins professionelle Auge genommen hatte und für einen Bruchteil der Sekunde überlegt hatte, in welcher Abteilung er denn nach dem gewünschten Hilfsmittel suchen sollte. Die genaue Beauftragung half zudem ungemein, das Gespräch in die gewohnten Käufer-Kunde-Bahnen zu lenken. „Haben Sie bereits eine konkrete Vorstellung, welches Klassikmodell sie gerne hätten. Metall, Kunststoff? „Nein, nein, dar nicht.“ „Darf ich noch einmal sehen. Ja … sehr schön … bei Ihrer Gesichtsform würde ich Ihnen dieses Modell vorschlagen, alternativ dieses und dieses.“ Stefanie war nicht überzeugt, aber da war sie und mangels einer besseren Idee, probierte sie die drei Modelle vor dem Spiegel an. Ihre Ohrringe tanzten wieder vom Drehen ihres Kopfs. „Das hier eher nicht.“ Dies schien für Brillenverkäufer eine Art Pawlow’scher Trigger zu sein, denn nun riss die Flut der Modelle nicht mehr ab. Nach kurzer Zeit, vermutlich allein durch ihr Mienenspiel, ähnelten sich die Modelle zusehends und dunkle Metall und Hornmodell in Cat Eye-Form gaben sich die Klinke in die Hand. „Die hier?“ Biggi nickte lächelnd. Stefanie nahm ihre andere Favoritin und setzte sie auf „Oder die hier?“. Der Verkäufer war sichtlich zufrieden, der Auswahlprozess war recht zügig verlaufen und der Geschäftsabschluss in greifbarer Nähe. „Nehmen Sie doch einfach beide, auf die zweite gibt es 50% Rabatt. Also auch auf die Teurere, das machen wir von Haus aus so. Kundenservice.“ „Okay.“ „Haben Sie Ihren Brillenpass dabei … oh … Sie tragen ja sonst gar keine Brille.“ „Nein.“ „Leiden Sie manchmal unter Müdigkeit oder leichten Kopfschmerzen beim Lesen oder so?“ Wer tat das nicht, allein schon der Inhalt der meisten Lehrbücher führte zu Kopfschmerzen. Bevor Stefanie auch nur antworten konnten, bat sie der bestens geschulte Verkäufer bereits vor dem Hightech-Meßgerät Platz zu nehmen und in die beiden Okulare zu schauen. Die Prozedur dauerte zwei Minuten, war vollautomatisch und endete mit einer kleinen bedruckten Scheckkarte, auf der nun Stefanies Werte standen. Der Verkäufer blieb ob dieser Werte charmant und formulierte es so, dass die Werte völlig im Rahmen des Normalen wären, Stefanie nicht zwingend schon längst einen Augenarzt hätte aufsuchen müssen und ihr Füherschein, also eigentlich Thomas‘ Führerschein, nicht schon längst mangels Sehkraft für null und nicht hätte erklärt werden müssen. „Ist eine halbe Stunde okay für sie, sonst können Sie sie natürlich auch morgen früh abholen?“ Aus Sicht des Verkäufers war der Deal schon längst wasserdicht und nach einer kleinen Pause mit einem Schluck Energydrink hätte er am liebsten die nächste Kundschaft abgefertigt. Biggi antwortete mit „Ja, also zehn nach!“ „Ja, zehn nach. Kein Problem. Wenn Sie jetzt zahlen, können Sie sie gleich so mitnehmen. Brillenputztücher und unsere Hardcases sind selbstverständlich inklusive dabei.“

„Puhh.“ Stefanie war draußen ein wenig geplättet, all die Kopfschmerzen nur wegen einer fehlenden Brille. „Tja, dann wird das wohl so schnell nix mit dem Mexikaner.“ „Hunger?“ Biggi war nicht Biggi wenn sie hungrig war, also ja … nein … nicht so wie in der Werbung, aber Thomas … also jetzt Stefanie hatte Biggi immer irgendwie mit Essen verbunden. Vielleicht war sie irgendwann mal einfach nur Birgit gewesen, aber spätestens mit Kleidergröße 46 war sie vermutlich zu Biggi geworden. Biggi, Kumpel, Teil der Clique, weniger Männermagnet und Beutetier, halt Biggi. Stefanie konnte auch nicht leugnen, dass sie auch wirklich Hunger hatte. Seit ihrem späten Aufstehen hatte eigentlich … nein, sie hatte nichts gegessen, Punkt. Der kürzeste Weg führte quer durch die von links und rechts vorbeiströmenden Käufermassen auf die andere Seite zu einer Pommesbude mit Innengastronomie. Es war keine Kette, es war ein Relikt aus den Achtzigern, es war von der unteren Mittelschicht frequentiert und hier wurde frei Schnauze geredet. „Zweimal Currywurst, Pommes, Mayo und zwei Cola.“ „Doppelpommes?“ „Ja.“ „Zum Mitnehmen?“ „Hier essen!“ Damit war der Bestellvorgang erfolgreich abgeschlossen und sie konnten die beiden Dosen direkt mitnehmen und sich einen Tisch suchen. Die beiden Herren, die am Fenstertisch saßen, noch zur sozialen Schicht der Wohnungsbesitzer zählten und von denen jeder sein Quantum Dosenbier gerade abzuarbeiten hatte, kommentierten das Vorbeigehen von Stefanie und Birgit mit einem feuchten „Ey, guck mal die da.“ Stefanie’s Puls schnellte erneut in die Höhe, aber der andere Saufkumpan weilte bereits in Sphären, die fernab von Stefanies Äußerlichkeiten waren und so erstickte dieser Auftakt zu einer lebhaften Diskussion über ihre Person in eben diesen kurzen Monolog. Zwei weitere Gäste die sich ebenfalls aufgefordert gefühlt hatten zu schauen, saßen Gottseidank so ungünstig, dass sie nur noch Stefanies grazilen Rücken zu Gesicht bekamen. „Zweimal Currywurst Doppelpommes Mayo!“ Nun, auch damit musste man in diesem Lokal klarkommen. Biggi war so freundlich und holte die Speisen und für die nächste halbe Stunde waren beide froh und glücklich einfach nur satt zu werden.

Zur vollen Stunde verließen die beiden Intensivkonsumenten pünktlich ihre Plätze, so als sei soeben zu ihrem Schichtende geläutet worden. Stefanie war das nur genehm. Fünf Minuten später zahlten sie und schleppten ihre Tüten wieder quer durch die Menschenmassen. Es lag alles bereit, der Abholschein wurde gestempelt, als wäre es ein Luftpostbrief, der eine Reise über alle Kontinente hinter sich gehabt hätte und dann kam eine Frage, die Stefanie völlig überraschte. „Welche möchten Sie aufsetzen?“ Stefanie entschied sich für da Modell mit dem schwarzen Rahmen und steckte dann alles in ihre Einkaufstaschen. Irgendwie schien man davon auszugehen, dass die Brille auf Anhieb perfekt sein musste, denn der Mitarbeiter schien keine Anstalten zu machen, mehr zu tun also die bezahlte Ware auszuhändigen. Stefanie fühlte sich etwas unsicher. Ihr räumliches Bild war irgendwie anders, ihre schicken Stiefel waren wirklich schick, nur irgendwie weiter weg als vorher. Biggi hakte sie wieder unter und geleitete sie zur offenen Store-Front. „Geht’s?“ „Ja, Moment, es fühlt sich komisch an, es sich alles so schief aus.“ „Ernsthaft?“ „Nein … nein, nein … es ist sicherlich alles richtig, bloß ungewohnt.“ Sie liefen vorsichtig ein Stück. Die Stiefel waren wirklich superbequem und nicht so hoch und halfen jetzt ungemein. Stefanie blieb an einer dunkleren Stelle der Fußgängerzone stehen und schaute sich jetzt um, der Boden, die Laterne, die Leuchtreklamen, die weit entfernten Leuchtreklamen, sie konnte das Nike-Logo erkennen, von hier aus. War ihr das vorher nie aufgefallen. „Und?“ „Alles so scharf!“ „Echt jetzt?“ „Ja, nicht das ich das vorher nicht auch so gesehen hätte, aber jetzt sehe ich es einfach so, ohne Anstrengung.“ „Super. Da hinten ist der Mexikaner. Die Longdrinks warten. Die haben wir uns echt verdient.“ Stefanie ging weiterhin vorsichtig, umzuknicken war jetzt das letzte, was sie gebrauchen konnte.

Diese Besorgnis war nach der Hälfte des ersten Sex on the Beach verflogen. Ebenso der Geschmack der Doppelpommes. Der Mexikaner war gewohnt schummrig, angenehm voll und durch die Aufteilung der Tische im Vergleich zu Pommesbude sehr privat. Der Umstand, dass Stefanie sie um einen Platz für ihre Handtasche Gedanken machen musste, ließ sie nun auch einen Blick hinein werfen. Sie hatte zwei WhatsApp-Nachrichten von Herrin Claudia, die fragte, wie es ihr ginge. Sie waren schon etwas älter, aber … na ja … Stefanie antwortete direkt. „Entschuldige, es ist Claudia.“ Biggi zeigte Verständnis und schlürfte ihren SotB, sie registrierte die Blicke der vorbeigehenden Männer und stellte fest, dass sie inzwischen im Hintertreffen lag. Bestimmt lag es an der Streber-Brille … Vorstellungsgespräch … was hatte sie da nur wieder verzapft. Stefanie sah wirklich bezaubernd aus, die Brille war das I-Tüpfelchen. Kein Mann würde hier je auf den Gedanken kommen, dass Stefanie eigentlich Thomas war. War … gewesen ist … gewesen war. War Thomas jemals Thomas gewesen? War Stefanie nicht irgendwie schon immer da drin gewesen? War es das gewesen was sie damals an Thomas irritiert hatte? War es das gewesen, was sie heute … Biggi sog den letzten Rest aus. Die Kellnerin bemerkte das und bevor Biggi die Frage „Noch zwei, es ist noch Happy hour … zwei Große zum Preis von zwei Normalen?“ beantworten konnte, hatte sie wohl bereits ein zustimmende Handgeste getätigt. Stefanies Glas war noch zu 2/3 voll und ihr Gesicht, ihr knallroter Lippenstift, ihre entspiegelte Brille vom Licht ihres Handys erleuchtet. Biggi, obwohl sie keinen Chemie- genauer gesagt Hormoncocktail von Frau Dr. Claudia Meinhoff intus hatte, spürte doch tiefe Lust, ein tiefes Verlangen so glücklich zu strahlen, wie es Stefanie im Anblick ihrer Nachrichten jetzt tat. Stefanie blickte auf und nippte an ihrem Drink. „Und … kannst Du alles gut lesen?“ Welch selten dämliche Frage, jedenfalls in dem Moment, in ihrem Gemütszustand. Der Elefant, der im Raum stand, trug seitlich einen Umhang mit der Aufschrift „Es ist mir egal, das Du jetzt Stefanie bist, ich finde Dich so geil, vögel mich einfach, jetzt und hier. Vögel mich vor allen Leuten“. Biggi nippte ihren neuen Cocktail halb leer. „Herrin Claudia schreibt, ob wir noch vorbeikommen wollen.“ Biggi war mit einem Schlag wieder im hier und jetzt, jedenfalls so gut es nach eineinhalb Cocktails ging, sie hatte sie schnell getrunken, aber es waren auch keine Virgins.

„Du hast ihr von mir erzählt?“ „Ja sicher. Sie fragt, was ich seit vorgestern gemacht habe und ich habe ihr alles geschrieben.“ „Und jetzt sollen wir vorbeikommen?“ „Ja, sie möchte das Burgfräulein gerne kennenlernen.“ „Du hast mich … Du hast …?“ „Hey, sie kennt sich damit aus, kein Problem, die ist total easy.“ „Oh.“ „Wenn Du nicht mitkommen willst, dann sag ich einfach ab.“ „Nein, nein. Du kannst auch alleine …“ „Was ist denn? Sie ist eine gute Freundin, ich kenne sie jetzt seit drei Monaten, sie ist Ärztin, sie ist okay.“ „Ich weiß nicht.“ „Komm schon.“ „Ich …“ „Du hast mich zu der Shoppingtour überredet, jetzt komm mit zu Claudia. Die beißt schon nicht.“ „Ich … ich … okay.“ Biggi fühlte sich unwohl, aber der Alkohol in ihrem Blut vernebelte dieses Gefühl und ebenso ihren Widerstand, diese Claudia kennenzulernen. Sie hatte keine Vorstellung von ihr, aber wenn sie junge Männer in Metallslips stecken und in wunderschöne Frauen verwandeln konnte, dann war Respekt angesagt. Die Kellnerin war ein wenig überrascht über den spontanen Aufbruch und kassierte schnell ab. Als Kommilitonin, die hart für ihre Geld arbeiten musste, bot sie an die Cocktails in ToGo-Becher umzufüllen, sie mischte Biggis und Stefanies in einen und den unangetasteten Becher von Stefanie in einen zweiten Becher. Stefanie war ein wenig überfordert, Handtasche, Einkaufstüten, Pappbecher. Sie ordnete draußen an der inzwischen kühlen Luft alles noch einmal in Ruhe. „Wo müssen wir hin?“ „Es ist hier ganz in der Nähe. Eigentlich auf halben Weg zu mir.“ „Müssen wir jetzt wirklich dahin.“ Ja, ich hab’s versprochen.“ „Hat die so spät noch auf?“ „Ja, die macht immer erst nachmittags auf.“ „Können wir da so mit den ganzen Sachen aufkreuzen?“ „Schaffst Du Deinen Cocktail vorher?“ „Wie weit?“ „Zehn Minuten?!“ „Ja.“ Stefanie tat wie zur Aufforderung einen tiefen Zug an ihrem Cocktail und stellte ihn dann drei Häuser weiter neben einem dösenden Obdachlosen zu seiner halbleeren Weinflasche ab. „Hier. Stell meinen dazu.“ Stefanie war irgendwie aufgedreht. Die kühle Luft klärte ihren Kopf, der Cloak war wunderbar kuschelig warm, ihre Augen hatten inzwischen Frieden mit ihrer Brille gefunden und lieferten gestochen scharfe Bilder und ihre herrlich warmen Stiefel waren wirklich ein Genuss darin zu laufen.

Stefanie klingelte. Die Haustür öffnete sich mit einem Surren. „Wir müssen in den ersten Stock.“ Alkohol und helles Licht waren keine gute Kombi, aber es war nur ein Moment. An der Tür stand bereits ein junge Frau, eine echte, Stefanie war sich sicher. Sie trug nahezu das gleiche Outfit, das auch Nadine getragen hatte, nur das für ihre Oberweite, das Hemd deutlich mehr Stoff benötigte. „Stefanie?“ „Ja!“ „Und?“ „Biggi … also Birgit.“ „Ich melde Euch an.“ Sie schloss die Tür hinter ihnen. „Die Tüten könnt ihr vor den Tresen stellen, es kommt heute keiner mehr. Ich bin übrigens Melanie. Wir haben uns bisher immer verpasst.“ „Hallo Melanie.“ Es kam bereits eine zu viel, schoss es Biggi bei Melanies ersten Satz durch den Kopf. Sie war irritiert. Dieses vollbusige Geschöpf, dem der Herrgott oder vermutlich auch nur ein Schönheitschirurg ein Übermaß an Oberweite verpasst hatte, passte ebenso wenig in ihre Vorstellung einer Arztpraxis wie dieses geschmackvolle Entree, das keine Spur von klinischem Weiß enthielt, den Treppenhausflur ausgenommen. Melanie säuselte gedämpfte Worte in den Hörer und geleitete dann die beiden zur hinteren, rechten Tür, dem Büro von Herrin Claudia. Herrin Claudia öffnete überraschend die Tür selbst und begrüßte ihre Gäste gleich an ihrer Bürotür. „Stefanie lass Dich anschauen. Du siehst bezaubernd aus. Diese Brille … einfach bezaubernd und die Stiefel … habt ihr die zusammen ausgesucht?“ „Hallo, mein Name ist Dr. Claudia Meinhoff, ich begleite Stefanie auf ihrem Weg.“ „Hallo. Biggi … ehm Birgit Neumann, eine Freundin von Stefanie.“ „Oh das ist sehr schön. Freut mich. Stefanie hat mir von Dir erzählt, Birgit. Du bist Teil ihrer Clique, nicht wahr. Es ist schön Dich kennenzulernen, Birgit ...“ „Biggi. Mich nennen alle nur Biggi.“ „Biggi. Für Stefanie ist es eine Riesenerleichterung jemanden zu haben, der mit ihr all die Dinge macht, die sie neu lernen muss. Einfachste Dinge wie … Schuhe zu kaufen oder auszugehen. Ich bin echt erstaunt und überglücklich, dass Stefanie das bereits getan hat, so schnell und schau sie Dir an, Biggi, sieht sie nicht unheimlich glücklich aus? Und diese Brille, ich hätte es nicht besser machen können. Hast Du ihr zu ihr geraten, Biggi?“ „Ja, jein, es war eine von zwei, eigentlich fand ich die andere hübscher, die hier hat sich Stefanie ausgesucht.“ „Stefanie, Du hast eine zweite? Darf ich sehen welche Biggi für Dich ausgesucht hat?“ „Sicher, Herrin Claudia.“ Stefanie eilte in Trippelschritten hinaus, irgendwie konnte sie in diesen Stiefeln laufen als hätte sie in ihrem Leben nichts anderes gemacht. „Setzt Dich, Biggi, zieht die Jacke ruhig aus, ich beiß nicht.“ Die Worten waren sanft, einladend und freundlich gesprochen worden, aber auch bestimmt und bestimmend wie ein militärischer Befehl. Stefanie kam zurück, der Einfachheit halber hatte sie gleich alle Tüten mitgebracht. Nun kramte sie nach dem Etui und öffnete es für Herrin Claudia. „Setz sie bitte auf.“ Stefanie tat, wie ihr geheißen war. Claudia betrachtete sie von beiden Seiten. „Du trägst schon länger ein Brille, Biggi?“ „Ja, seit meiner Kindheit.“ „Eine vorzügliche Wahl, sie gefällt mir noch besser als Deine, Stefanie. Laß sie einfach auf, ich packe die andere wieder in das Etui. Sie ist perfekt. Sie schmeichelt Deinem Gesicht, akzentuiert es vorzüglich und ist ein Traum von femininer Eleganz. Danke, Biggi, ausgezeichnet.“ Biggi war hin- und hergerissen, sie fühlte sich immer noch unwohl, wissend um die Macht ihres Gegenübers aber auch akzeptiert, willkommen und geschmeichelt durch die lobenden Worte.

„Wie ist es Dir in den vergangenen Stunden unserer letzten Sitzung ergangen? Erzähl mal, Stefanie.“ Stefanie erzählte in wilden Sprüngen ohne jegliche Chronologie von ihren Erlebnissen der letzten Tage fast vielmehr Stunden. Biggi erkannte kein Muster, kreuz und quer wechselte Stefanie die Themen, mal waren es Schuhe, dann Kommilitonen an Schreibtischen, dann eine Herrin Simone, Klamotten, ihr Keuschheitsgürtel, wieder Schuhe. Eine halbe Stunde ging es so, aber Dr. Meinhoff machte nicht den Eindruck, dass sie zwischenzeitlich den Faden verloren hätte, vielmehr schien es ihr ein logisches Muster zu sein, das sie – so tat sie es jedenfalls scheinbar – Zeile für Zeile auf ihrem Klemmbrett abhaken konnte. „Danke Stefanie. Ich bin stolz auf Dich. Sehr, sehr stolz auf Dich. Schön, dass wir uns heute Abend noch einmal gesehen haben. Das war mir sehr, sehr wichtig. Komm, lass Dich drücken!“ Beide standen auf und umarmten sich, Biggi war inzwischen vollkommen entspannt. Ja, die konfuse Erzählung, die Banalitäten, die Stefanie so ausgiebig beschrieben hatte, hatten für sie alle keinen Sinn ergeben. Aber ihre Stimme war so angenehm und lieblich gewesen, Stefanie war so offenherzig und so enthusiastisch in ihrem Erzählen gewesen, das sie ihr den Inhalt nicht übel nehmen konnte. Vielleicht lag es auch am Alkohol, dass sie weniger auf die Worte als vielmehr auf Stefanies Gesten geachtet hat. Sanfte Gesten, feminine Gesten, Gesten die Stefan nie und nimmer gemacht hätte. Selbst Stefanies Haltung war feminin, wie konnte es ihr in all den Semestern bisher entgangen sein? War sie so blind? Diese und ähnliche Gedanken und der Alkohol ließen sie ein wenig abwesend werden. Aber das änderte sich mit einem Blick.

„Stefanie? Laß mich bitte, wo Du schon mal hier bist, eine Blick auf Deinen Keuschheitsgürtel werfen.“ Biggi war wieder voll im hier und jetzt. Ihre Blicke klebten an der makellosen Figur von Stefanie und tief in ihrem Inneren fühlte sie Neid, wie die Hände von Frau Dr. Meinhoff über Stefanies Hüfte glitten. Was sie nicht wusste, Frau Dr. Meinhoff, Herrin Claudia, interessierte sich nicht die Bohne für Stefanies Keuschheitsgürtel und dank ihrer Professionalität und dem leicht desolaten Zustand ihrer beiden Gesprächspartnerinnen blieb sie auch die einzige, dem dieser Umstand klar war. „Sehr schön.“ Sie drückte Stefanie noch einmal an sich und flüsterte ihr leise ins Ohr „Ich kümmere mich jetzt um Biggi. Sie braucht Hilfe. Danke, dass Du sie hergebracht hast. Geh jetzt. Wir sehen uns Dienstag. Melanie soll Dir ein Taxi bestellen, ich möchte dass Du sicher nach Hause kommst, Du hast ganz schön einen im Krönchen.“ „Okay.“ Stefanie nahm ihre Einkaufstüte und ging ohne ein weiteres Wort zur Tür und verschwand.

Claudia setzte sich nun auf Stefanies Platz, einen tiefen gemütlichen Sessel, beugte sich zu Biggi herüber und fragte sanft „Gefällt er Dir, Stefanies Keuschheitsgürtel?“ Biggi war inzwischen soweit, das ihre sämtlichen Schranken, ihre Schutzschilde, Zugbrücken, Falltore, kurzum ihre komplette Verteidigung zusammengebrochen war. Claudia nahm es als Geschenk. Sie überlegte ernsthaft, ob sie es nicht sogar zukünftig in ihre Behandlung einbauen sollte. Kollegen und Kolleginnen in stationären Einrichtungen hantierten mit hochkomplexen, gefährlichen und teils nutzlosen Medikamenten herum, um diese Art Zugang zu ihren Patienten zu bekommen und hier waren es lediglich ein paar Longdrinks auf fast nüchternen Magen. „Ja.“ „Was gefällt Dir an Stefanies Keuschheitsgürtel?“ „Alles.“ „Schön, Biggi, sehr schön. Und was besonders?“ „Das er zu ist.“ „Ja, Biggi, er ist zu, verschlossen, verrammelt, verriegelt, einfach zu. Ist das das Schönste an Stefanies Keuschheitsgürtel?“ „Ja.“ „Weißt Du, dass Stefanie keine Schlüssel zu ihrem Keuschheitsgürtel hat?“ „Ja, weiß ich.“ „Und wie findest Du das?“ Es dauerte einen Moment, aber Claudia war schon klar warum, Fremden gegenüber dieses Wort auszusprechen kostete Überwindung, selbst in diesem Zustand, beim ersten Mal. Nur beim ersten Mal. War dieser Damm einmal gebrochen, würde es übertrieben oft gebraucht, so als ob es keine anderen Wort auf der Welt dafür geben würde. „Wie findest Du das, Biggi?“ „Geil.“ Da war es. „Wie findest Du es, dass ich Stefanie anfasse?“ „Geil.“ „Wie findest Du es, dass ich allein den Schlüssel zu Stefanies Keuschheitsgürtel habe?“ „Geil.“ „Wie fandest Du es, als Du heute Stefanie berührt hast?“ „Geil.“ Jetzt galt es eine scharfe sprachliche Klippe zu umschiffen, aber Claudia war darin eine Meisterin. „Wie wäre es, wenn ich Dich auch berühren würde?“ „Geil.“ „Wie wäre es, wenn ich von Dir auch verlangen würde, dass nur ich Dich berühren darf?“ „Geil.“ „Wie fändest Du es, wenn ich Dir hier und jetzt Deinen eigen Keuschheitsgürtel anlegen würde?“ „Geil.“ „Ich weiß, dass niemand seit langer, langer Zeit, Deine Muschi berührt hat. Wie wäre es, wenn ich das vorher täte?“ „Geil.“ „Wie wäre es, wenn Du hier einfach sitzen bleibst, Deine Hose und Deinen Slip ausziehst und ich mich um Deine eigenen, ganz persönlichen Keuschheitsgürtel kümmere?“ „Geil.“ „Gut, ich gehe jetzt zu Melanie und dann mache ich Dich gleich geil.“

Herrin Claudia war sehr zufrieden. Natürlich barg die Ernüchterung am nächsten Morgen einige Gefahren, aber aufgrund des Verhaltens in der letzten Stunde konnte Claudia problemlos eine Diagnose stellen und das therapeutische Hilfsmittel hatte sie kartonweise in ihrem Hinterzimmer. Zuerst aber ging sie nach vorne zum Tresen und klärte mit Melanie ab, dass diese die Adresse von Biggi in Erfahrung brachte und sie persönlich bis in ihr Bett eskortieren würde. Auf dem Rückweg begleitete Melanie ihre Herrin, sie wußte, was jetzt kommen würde. Während Claudia schon mal in ihrem Hinterzimmer nach einer passenden Kombination Ausschau hielt, streifte Melanie Biggi gepolsterte Handfesseln über die Handgelenke. Die Hose und die Unterhose hatte sie Gottseidank allein ausziehen können. Als nächstes holte Melanie die Buschschere, jedenfalls in ihren Gedanken. Sie hatte seit langem keinen solchen Bewuchs mehr gesehen, ebenso Herrin Claudia, die mit diversen Karton zurückkam. „Ein wenig vernachlässigt!“ „Ja, Herrin.“ „Kümmerst Du Dich bitte darum.“ „Schon dabei. Soll sie zuerst …“ Melanie zeigte mit dem Finger an die Decke. „Ja. Ich helfe Dir.“ „So, Biggi, jetzt spielen wir ein Spiel, bei dem wir die Arme heben müssen und aufstehen und uns ganz doll dabei strecken.“ „Das ist ein doofes Spiel.“ „Aber ich werde Deine Muschi berühren …“ „Geil.“ Claudia nahm dies als Einverständnis. Die Handfesseln wurden nun an einer Stange eingehakt, die an einem Drahtseil von der Decke hing. Ein Flaschenzug ließ sich per Fernsteuerung aktivieren und mit einem leisen Surren hob sich Biggi’s Körper aus dem tiefen Sessel. Melanie war schnell und der Busch und die umliegenden vereinzelten Sprengsel im Nu gelichtet. Claudia kam ihrer ärztlichen Pflicht nach und untersuchte Biggi‘s Vagina nach allen Regeln der ärztlichen Kunst. Sie war zufrieden. Jetzt maß sie Biggi aus und wählte die passenden Komponenten aus den Schachteln auf ihrem Schreibtisch aus. Besonders zufrieden war sie mit sich selbst, da sie die passenden Bauteile bereits per Augenmaß richtig aus ihrem Hinterzimmer mitgebracht hatte. Die übrigen konnten dann wieder zurück. Für Biggi kam nur schwarz in Frage. Schwarz die Frage der Demut, der Unterordnung und des Gehorsams. Biggi war eine andere Art von Patientin als Stefanie, nicht weil sie eine Frau war, sondern weil sie eine Dienerin war, eine Sklavin. Eine Sklavin wie Melanie. Biggi würde nach einer langen Eingewöhnungs- und Trainingsphase unter ihrer Aufsicht unter Garantie ihr Lebensglück finden. Das Problem war lediglich, Biggi so lange auf Kurs zu halten, bis sie es selbst erkannt und akzeptiert hatte. Ihr Glück war ihr momentan so fremd, so unbekannt, so anwidernd, dass sie es von heute auf morgen niemals im Leben akzeptieren würde. Aber das war nun mal ihr Job, ihre Berufung, dafür musste sie, Dr. Claudia Meinhoff, sorgen, dass diese Patientinnen ihr Dasein glücklich fristen konnten.

Während sie diese Gedanken durchgegangen war, hatten ihre geübten Hände mit Melanies Hilfe den Keuschheitsgürtel angelegt und den Sitz geprüft. Ein paar Biegungen und beide waren zufrieden. Claudia nahm nun einen elektrischen Vibrator in die linke Hand und stimulierte zusammen mit ihrer rechten Hand Biggi aufs Schärfste. „Mmmmmh ooooooaahhh mmmmmmhhhh jaaaaaaaa jaaaaaaaa.“ Ein narrensicherer Job. Melanie rückte die Sessel ein wenig weiter weg und hielt dann ein Handtuch zwischen Biggis Beine. Es dauerte keine weitere Minute, da spratzte Biggi ihre Lust in das Handtuch. Claudia war nicht überrascht. Menge und Konsistenz passten zu ihrer Einschätzung, dass Biggi längere Zeit nicht mehr sexuell aktiv gewesen war und so nickte sie Melanie zu und wiederholte die Prozedur. Erst nach dem 7. Mal, Biggi war inzwischen ein schweissgebadetes, erschöpftes Wrack, war Claudia mit der Konsistenz und Farbe zufrieden und gab Melanie das Signal zum Säubern. Rundum sauber, innen wie außen, mit einer dicken Schicht Hautcreme eingecremt verschloss nun Herrin Claudia Sklavin Birgit. Es war einer der ersten Punkte, die sie in ihrer therapeutischen Arbeit mit Biggi abarbeiten würde. Biggi musste gehen. Biggi war ein asexuelles, unbrauchbares Wesen, ein fetter Kokon in dem sich eine verletzte Birgit zurückgezogen und versteckt hatte. Versteckt vor der Welt und versteckt vor sich selbst, vor der Erkenntnis, dass die, Birgit, nicht geschaffen war, die Widrigkeiten der Welt allein durchzustehen. Sie, Birgit, braucht stets einen Meister, eine Meisterin, von denen sie geführt und geleitet würde. Es würde ein hartes Stück Arbeit werden, aber ein lohnendes, aber nicht mehr an diesem Freitag. Melanie korrigierte sie, es war bereits Samstag. Stefanie schlief bereits in ihrem rosa Negligee und für sie drei wurde es auch Zeit. So sehr sich Claudia über diese unerwartete, neue Aufgabe freute, dieser Tag war vorbei.

„Laß, mach den Rest morgen früh. Lüfte aber durch.“ Melanie nickte. Herrin Claudia rief ein Taxi und half Melanie dabei, den Rollstuhl mit Sklavin Birgit zum Fahrstuhl und in das Taxi zu bringen. Der Taxifahrer bekam von ihr vorab ein Trinkgeld und den Auftrag, Melanie dabei zu unterstützen, Birgit in ihr Zimmer im Wohnheim zu bringen. Aber das war dann gar nicht nötig. Die Flure waren hell, breit, gut beleuchtet und einen Fahrstuhl gab es auch. Niemand schien um diese Zeit vor Ort zu sein, das Wohnheim war wie ausgestorben. Statt fürs Helfen wartete der Taxifahrer nun einfach für das Geld, aber Melanie war schnell. Birgit lag zugedeckt – wenn auch mit ihren Klamotten – im Bett. Ihre Tüten standen daneben, ihre Handtasche, ihre Schlüssel lagen auf ihrem Schreibtisch, das Handy lag auf dem Pad der Ladestation und in mitten all dieser Dinge drei eng beschriebenen Din A4-Zettel, die Birgit hoffentlich einige Erklärungen am nächsten Morgen bieten würden. Die Zimmertür fiel Gottseidank wie eine Hoteltür ins Schloss und nach einem kleinen Test, dass sie tatsächlich nicht von außen aufging, hatte nun auch Melanie endlich Feierabend. Ihr Taxi entschwand mit ihr in die Nacht.

Am nächsten Morgen hatte Stefanie einen gehörigen Schädel. Birgit den gleichen, nur im Quadrat. Sie hatte eine völligen Filmriss und kurzfristig mehrere Panikattacken, die sie jedoch alle zu verbergen versuchte. Sie wusste immerhin wo sie war und dass es nicht gut war, den gesamten Flügel zusammenzuschreien, also biss sie in ihre Faust. Aspirin, Wasser, noch ein Aspirin, eine kalte Dusche, Reihern über der Kloschüssel, eine warme Dusche gegen das Zittern, noch mehr Wasser. Ihre Haut fing an zu schrumpeln und auch das heiße Wasser fühlte sich nur noch kalt an. In Schlappen und Bademantel wagte sie sich vor die Tür, es war Leben im Trakt, aber niemand zu sehen. Entscheidend war eh der Kaffeeduft. Zwei Augenblicke später war sie wieder zurück in ihrem Zimmer mit einer übergroßen Tasse Kaffee, schwarz, acht Stücke Zucker. Der Kaffee war frisch, heiß und so brauchte es eine halbe Stunde, bist Birgit die Tasse geleert und ihren Kopf mit Bruchstücken des vorherigen Abends gefüllt hatte. Hilfreich waren auch die Zettel auf ihrem Schreibtisch, die ziemlich detailliert beschrieben, was ihre Muschi bedeckte, wie es sauber zu halten war, wer es dort platziert hatte und wann sie sich regulär dort wieder einfinden sollte bzw. wen sie im Falle eines Notfalls telefonisch kontaktieren sollte. Der Notfall war in den drei Absätzen darüber genau definiert worden, jedenfalls alles das, was nicht zu einem Notfall zählte. Birgit überlegte kurz, es war zudem deckungsgleich mit allem, was sie gerade für einen guten Grund hielt, anzurufen.

Eine WhatsApp-Nachricht erschien. Der Sender war nur eine Nummer, Nummern kannte Birgit eh nicht. Trotzdem las sie die Nachricht. „Guten Morgen. Geht es Dir gut? Habe ich Dich in das richtige Bett gelegt?“ Birgit war hellwach, jedenfalls so wach wie es ging, sie schrieb zurück „Stefanie?“ „Nein, hier ist Melanie.“ Sie musste einen Augenblick überlegen, Melanie sagte ihr nichts. „Melanie wer?“ „Melanie, die Assistentin von Frau Dr. Meinhoff“ „Wo Du gestern warst“ „mit Stefanie!!!“ Für Birgit machten diese Nachrichten jetzt endlich Sinn. An den Abend mit Stefanie konnte sich Birgit recht gut erinnern, jedenfalls an die Blicke der Männer, da hatte Stefanie geführt und an den Penner, dem Stefanie ihren schönen Cocktail geschenkt hatte. Und dann war da die Praxis gewesen, die so gar nicht nach Praxis ausgesehen hatte. „Warst Du die an der Tür?“ „Ja.“ „Was ist mit mir passiert?“ „Geht es Dir gut?“ „Nein, mir ist schlecht. Kopfweh und dann dieses Ding.“ „Tut es weh?“ „Nein, aber warum ist das da.“ „Okay, super. Hast Du die Zettel gelesen?“ „Ja.“ „Okay, super. Alles weitere erklärt Dir die Frau Doktor am Montag. Schönes Wochenende“ „Und kurier Deinen Kater.“ „Hey was ist mit diesem Ding?“ Birgit erhielt keine Antwort. Sie rief kurzerhand an, aber Melanie blockte ab und schrieb stattdessen „MONTAG!!!!!!!!!“ Schöne Scheiße. Birgit rief Stefanie an, aber deren Handy war nicht im Netz angemeldet, vermutlich leer. Sie trank den Rest ihres Kaffees, stand auf, legte den Bademantel ab und betrachtete diese Ding genauer. Es war schwarz, schwarz und Chrom. Und es fehlte was, also alles an den Beinen fehlte. Und es war eng. Birgit atmete tief aus und bekam ihre Finger unter den Hüftgurt, die beim Einatmen sofort einklemmten. Unter das Ding zwischen ihren Beinen bekam sie gar nichts. Sie hatte keine Bügelschlösser wie Stefanie, ihre sahen aus wie Kofferschlösser. Erst jetzt fiel ihr auf, war sie denn wirklich noch so betrunken, dass sie blank wie Strandhäschen war. Sie steckte nicht nur in einem Keuschheitsgürtel, sie war auch noch blitzblank rasiert. Und sie hatte keinen blassen Schimmer wieso. Sie versuchte noch einmal eine Finger unter das Metall zwischen ihren Beinen zu bekommen, aber es war aussichtslos. Aussichtslos wie in einem Turm ohne Fenster, gefangen in einem hohen Turm ohne Fenster, von einer bösen Hexe bewacht und ohne Hoffnung auf Rettung durch einen Prinzen. Ein einsames keusches Burgfräulein, das sich ganz ihrem Schicksal ergeben muss, was immer auch geschah. Birgit wurde heiß, ihre Finger zwischen ihren Beinen wurden feucht, Hitzewellen schossen ihr von da unten in den Kopf, ihr Herz raste als hätte sie zehn Kaffeepötte leer getrunken. Sie biss sich auf die linke Hand, unterdrückte ihr Stöhnen, ihre Lust, ihre absolute Geilheit. Es hatte Klick gemacht. Sie wusste nun wer sie war, was sie war. Sie war eine keusches Burgfräulein, ihrer Sexualität beraubt von einer bösen Hexe und dieser auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, der Prinz, den sie sich all die Jahre erträumt hatte, er würde nie mehr kommen. Oh, diese Hexe, diese vermaledeite Hexe, diese geile, strenge Hexe. Ihre Hexe. Birgit trat weg. Als sie wieder zu sich kam, war ihr kalt, kalter Schweiß und klebriger Glibber hingen an ihr. Das sie erneut duschte, davon nahm niemand Notiz. In der letzten Stunde war die Promillezahl auch eher gestiegen als gesunken, waren die letzten Partypeople doch jetzt erst eingetroffen und in ihren Betten verschwunden. Die Jeans passte Gottseidank noch, sogar besser als vorher. Birgit musste raus. Allein sein. Stefanie hatte sie abgehakt, auch wenn sie so viel Fragen an sie hatte, sie war sich sicher, Frau Dr. Meinhoff hatte die besseren Antworten. Sie war Stefanie nicht böse, sie versuchte es, dieses Ding, dieser Keuschheitsgürtel machte es ihr nicht einfach, aber es war nicht Stefanies Schuld. Sie schaute sich um, niemand weit und breit. Die Laterne schien ihr geeignet, einige Kaltumformungen an ihrem Hüftgürtel vorzunehmen, es funktionierte. Er war jetzt vorne etwas flacher und dafür breiter. Die nächste Straße lief sich so gleich angenehmer. Es war eine gute Idee gewesen, so wie sonst auch, eine Runde zu gehen, zu überlegen. Nur wurde sie jetzt auch zusätzlich geil. Das Schrittband stimulierte sie bei jedem Schritt, Birgit machte Pause, blieb stehen, nutzte einmal ein Gartenmauer, aber auch wenn es jedes Mal verschwand, mit jedem neuen Schritt baute sich ihre Lust wieder auf. Sie überlegte, sie hatte das nicht einkalkuliert, nicht wissen können, und jetzt war sie maximal weit weg von ihrem Studentenwohnheim, egal ob sie den Weg zurück ging oder auf diesem Weg von der anderen Seite herkommen würde. Vor ihr lag eine Bushaltestelle und neben ihr hielt soeben ein Bus. Sie stieg ein. Zwei Stationen, Kurzstrecke, Semesterticket, 0,00 €. Problem gelöst. Von da bis zu ihrem Wohnheim waren es nur noch 50 Meter. Den Rest des Samstags verbrachte sie vor dem Computer, es gab tausende Bilder von oftmals deutlich schlankeren Frauen, die im gleichen oder einem ähnlichen Keuschheitsgürtel steckten. Birgit hielt das meiste davon für Pornographie aber einige Blogs sprachen ihr aus der Seele. Der Sonntag verging noch schneller, sie hatte noch eine Klausur zu schreiben und dafür zu lernen. Ein Blog hatte ihr besonders gefallen, sie las ihn nun von Anfang an, zwei Duschen zwischendurch waren eine Wohltat, besonders die nadelartigen Hochruckstrahlen des Duschkopfs, die auch Stellen erreichen konnten, die ihre Finger nie und nimmer erreichten. Das Tutorium am Montag ließ sie auf keinen Fall ausfallen. Sie schaute auch bei Stefanie in der Bibliothek vorbei, vermied es aber, sie einzuweihen. Stefanie war glücklich und zufrieden und entspannt. Sie trug jetzt ein dezentes Make up und die Brille, die ihr Frau Dr. Meinhoff bzw. die sie, Biggi, ihr empfohlen hatte und eines ihrer neuen Kleider vom Fußboden. Birgit verabschiedete sich, die wollte Stefanie nicht bei der Arbeit stören, schaute ihr aber noch ein wenig zu. Die wunderschöne Stefanie, wie hatte es jemals sein können, das sie mal Thomas hieß und war. Ihr schien diese Zeit ewig her zu sein, dabei war es gerade Montag. Birgit schaute auf die Uhr, den spontanen Gedanken einen großen Eisbecher im Studi-Cafe zu verschlingen gab sie im gleichen Moment wieder auf. Sie ging trotzdem dorthin, ein großer Mineralwasser mit Zitronenscheibe und ihr neuestes Buch aus der Uni Bib Ausleihe mussten genügen. Stunden später, die Seitenzahl war im hohen zweistelligen Bereich stand die Bedienung an ihrem Tisch und sprach zu ihr „Wir schließen jetzt.“ Birgit schaute entsetzt auf die Uhr und packte schnell zusammen. „Entschuldigung.“ Sie verließ das Cafe, nahm die S-Bahn und fuhr bis zu Stefanies Haltestelle. Birgit schaute nun auf ihr Handy. Sie konnte es noch schaffen und ging einen Schritt schneller. Am liebsten hätte sie einen kleinen Zwischenspurt eingelegt, aber mit dem Schrittband war das keine gute Idee. Vermutlich wurden sie von den ganzen Pornodarstellerinnen nur im Bett am Set getragen. Und die anderen, die echten Trägerinnen kamen sicherlich nicht auf die dumme Idee damit laufen zu wollen. Birgit kam der Gedanke, ob sie die Einzige war, die Einzige an der Uni, die Einzige außer Stefanie … natürlich. Sie würde ihre Kommilitoninnen in den nächsten Wochen beobachten. Sie würde es bestimmt herausfinden. Endlich, sie war da. Sie presste auf den Klingelknopf und ein Surren später trat sie aus der kühlen Abendluft in das helle Treppenhaus. Bemüht ging sie die Treppe in die erste Etage hinauf. Ein weiteres Klingeln und sie öffnete ihr, Nadine. Birgit schaute noch einmal hin, Nadine war wie Stefanie. „Hallo, ich bin Nadine. Bist Du Sklavin Birgit?“ Birgit durchzuckte es. „Birgit, ja.“ „Verzeihung. Prima, Herrin Claudia erwartet Dich schon.“ Nadine ging voran, es tat ihr irgendwie leid, sie klopfte. „Herein.“ „Birgit ist da, Herrin Claudia.“ „Hallo, da bist Du ja. Wie geht es meinem Burgfräulein?“ Nadine ließ Birgit vorbei und schloss die Tür „Burgfräulein?! Burgfräulein!“ Sie würde es sich merken, mal was Neues. Aber das, das war eine Geschichte für einen anderen Tag.


ENDE

MfG
Matt



208. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 18.09.19 20:27

Stefan & Carolin

Stefan schlenderte langsam die Fußgängerzone hinunter. Der Tag im Büro war wieder lang gewesen und zuhause wartete niemand auf ihn. Der späte Septembernachmittag war trüb, kühl und ein Vorgeschmack auf den bevorstehenden nassen Herbst. Die Passanten hatten es im Gegensatz zu ihm alle eilig dahin zu kommen, wo sie hinwollten und würdigten ihn keines Blickes. Sie schauten entweder auf ihre Handys oder stur auf ihren Weg, bemüht mit jemanden wie ihm, der vor dem Galeria Kaufhof Schaufenster stehengeblieben war, nicht zusammenzustoßen.

Blaue und weiße Rauten in allen erdenklichen Größen waren in der Auslage dekoriert, bajuwarischer Tand, Maßkrüge und Brezen ließen den Betrachter unmissverständlich die Botschaft zur Kenntnis nehmen, dass das Oktoberfest kurz bevorstand. Betrachter war dabei nicht ganz korrekt, denn diese Dekoration richtete sich eigentlich an Betrachterinnen. Bezaubernde Dirndl in zahlreichen Varianten wurden von spindeldürren Puppen in gewagten Posen zur Schau getragen, jeweils mit einem detaillierten Preisschild zu ihren Füßen. Stefan gefielen sie alle, inklusive Preisschild, aber das war es auch schon, dieses Bruchstück eines Gedanken, er verwarf es sogleich. Es war auch ziemlich einfach, denn Carolin störte soeben jeden weiteren Gedankengang.

„Schön nicht? Das dunkelblaue gefällt mir am besten. Schade, dass man es hier nicht tragen kann – kommt man sich ja vor wie im Fasching.“

„Ach, hallo Carolin. Ja. Stimmt.“

Carolin war eine seiner Bürokolleginnen vom Ende des Flurs. Deutlich jünger und verwitwet, eine von den toughen Damen, die morgens früh kamen und dann den ganzen Tag Vollgas gaben. Sie lächelte ihn an, natürlich wusste sie, dass es bei Stefan niemanden gab, dem er ein Dirndl hätte mitbringen können, aber Dirndl waren halt nun mal auch dazu gemacht, ausgiebig betrachtet zu werden.

„Welches gefällt Dir am besten?“

Er hatte seinen Einsatz für eine umfassendere Antwort als „Ja. Stimmt.“ verpasst und so durfte er jetzt wohl oder übel ihre Frage beantworten.

„Das mit den Rosen bestickte.“

Carolin musste lachen.

„Mädchen und rosa Blümchen. Typisch. Na dann, bis morgen.“

„Bis morgen.“

Thomas war ein wenig erleichtert, dass sie so schnell von ihm abgelassen hatte, schaute ihr noch nach, wie sie in der nächsten Stichgasse abbog und ordnete sich dann in den fließenden Strom der grauen Passanten ein, Ziel Wohnung.

Der Donnerstag verlief dann genauso, außer dass er nicht – wie am Vortag – vor dem Galeria Kaufhof Schaufenster stehengeblieben war. Der Typ von Wissen vor Acht war nervig, diese betont lustige Erklärung von Alltagsphänomenen war ein gutgemeinter aber verzweifelter Abklatsch der Mäuse-Sendung und vom Niveau her nur unterboten von der anschließenden Börsenwerbung mit ihren grottigen Reimen und Pseudo-Bauernweisheiten. Der Gong erlöste ihn. Stefan war auf den Gong nicht gefasst und hätte beinahe das Weizenbier fallenlassen, wer konnte diese spätabendliche Besucher also sein. Vermutlich die Nachbarin mit einem Päckchen für ihn, er öffnete.

„Hallo Stefan.“

Er war perplex. Sie genoss seine Verwirrung. Sie öffnete den Knoten ihres langen Mantels und präsentierte ihre Neuerwerbung in Rosa mit Blümchen.

„Darf ich hereinkommen?“

„Sicher.“

Stefan war im Automatikmodus, die gegebene Antwort war eigentliche jene, die er tausendfach im Büro auf eben diese Frage zu geben pflegte und nicht unbedingt die, die er mit etwas mehr Hirn hätte geben wollen. Ja, zwischen ihr und ihm hatte es unterschwellig im Büro schon geknistert, aber bisher waren sie stets auf Kollegialität bedacht gewesen. Dass Carolin nun in dem Dirndl, das er am Vorabend besonders gelobt hatte, vor ihm in seinem Flur stand, war wie olympischer Dreisprung, nur dass die Springerin den Anlauf, den Absprung und alles andere übersprungen hatte und nun glückselig in der Mitte der Sprunggrube saß.

„Gefällt es Dir?“

Welch hirnrissige Frage … in seinem Geiste lief sein Sabber schon in ganzen Fäden in ihr Dekolleté und sein Gesichtsausdruck der Überraschung musste bestimmt schon dem der animalischen Wollust gewichen sein. Die Wohnungstür fiel ins Schloss und er zog seinen rechten Arm an ihr vorbei zurück in seine intime Zone. Nicht, dass er sich jetzt an seinem besten Stück zu schaffen gemacht hätte, das seinen The Curve zu sprengen drohte, sondern in diesen Kreis mit 60 Zentimeter Durchmesser, der gedacht um ihn herum lag und ihn im Alltag Schutz bot. Carolin war noch in der persönlichen Zone, aber auf dem besten Wege, diese in seine Richtung zu verlassen. Das war strange. Sie hatten seit Jahren Interzonen-Kontakt, sei es ein flüchtiger Gruß auf dem Flur in der sozialen Zone, ein Mittagessen in der Gruppe und demnach ein Treffen in der persönlichen Zone und ab und an ein gemeinsamer Blick auf diese bescheuerten Computerbildschirme, wenn die Systeme mal wieder streikten. Da ließ sich die intime Zone nicht vermeiden. Aber in diesem Moment stand sie Zentimeter vor seiner intimen Zone, in seinem Flur, in einem bezaubernden Dirndl.
Sein Arm schaffte es leider nicht. Katzenhaft schnell und geschmeidig hatte sie ihn in der Bewegung ergriffen und seine noch von der Türklinke geöffnete Hand an ihre linke Brust gedrückt.

„Fühlt sich das nicht wunderbar an?“

Die Website brach zusammen. Stefans interner Webserver erlebte einen taktilen DDOS-Angriff und rauchte in Bruchteilen von Sekunden ab. Sein Proxy-Server war platt, seine demilitarisierte Zone überrannt und seine Datenbank mit den guten Tipps und Tricks, wie man in einer solchen Situation zu reagieren hatte, war einfach abgestürzt. Carolin nutzte diese Situation nun gnadenlos aus, mit einem Schritt in ihren rosa Heels stand sie nun zusammen mit ihm in seiner Intimzone und begann ihn leicht mit ihrem Dekolleté gegen die Wand hinter ihm zu drücken. Ihre freie rechte Hand ging dabei zum Frontalangriff über und versuchte mittels sensorischer Aufklärungsdaten die gestellte Frage selbst zu beantworten. Die nächsten Sekunden veränderten Stefans Leben dann dramatisch.

Carolins fragendes Gesicht, das noch immer auf eine Bestätigung aus war, hatte sie ganz nach an seines gebracht, ihre linke Hand hatte seine rechte Hand förmlich in ihr erhitztes Dekolleté hereingepresst und ihre rechte Hand hatte eine wunderbar harte, fleischwurstgroße Schwellung taktil ermittelt, die ihre kühnsten Träume übertraf. So groß, so hart und mit langen seitlichen Schlitzen, jetzt war sie irritiert, was das bloß war. Ihre Verwirrung wurde abrupt beendet, als Stefan leicht strauchelte. Es war wie ein Geschenk der Götter, er hatte etliche Zentimeter an Größe eingebüßt, so dass sie sich für einen Kuss nicht mehr so hätte strecken müssen, und zudem hatte sie ihn jetzt zusammen mit der Wand schraubstockartig fixiert. Das Geräusch, das das Straucheln begleitet hatte, war ihr vertraut vorgekommen, aber das hatte Prio 2. Sie schloss die Augen und gab Stefan einen intensiven Kuss, den er nach einem langen Moment akzeptierte und auf sie einging. Carolin schwebte im Himmel, am liebsten hätte sie den Kuss für den Rest des Abends fortgesetzt, aber ihr war jetzt ein tiefer Augenkontakt wichtiger. Na ja, situationsbedingt hatte er Prio 3. Prio 1 war, dass sie sicherstellen wollte, dass dieser wunderbare Schraubstock nicht plötzlich versagen würde, weshalb sie unter anderem mit Prio 2 nun doch Richtung Boden blickte, um die Ursache für das bisherige Straucheln und ein gegebenenfalls künftiges Straucheln zu eruieren.

Das Ergebnis von Prio 2 führte dann aber dazu, dass Prio 3 zu Prio 99 wurde und aus dem ersehnten tiefen Augenkontakt ein verstörter, ungläubiger Blick wurde, gefolgt von einem Türspalt, einem dunklen Treppenhaus, einem langen dunklen Gang durch menschenleere Seitenstraßen und ein sinnloses Starren auf die leere Google-Suchmaske ihres heimischen PCs. Für Stefan war ihr verstörter Blick noch verstörender gewesen, als ihre Hand in seinem Schritt und ihre übereilte Flucht die Krönung des Chaos, das sie mit ihrem spontanen Besuch angerichtete hatte. Er schloss die Tür und blickte herunter auf das Paar rosafarbener Lackpumps, über die er gestolpert war und wechselte gleichzeitig den Aggregatzustand. Sein Blut kochte, sein Puls raste, seinen Blutdruck hätte er an jeder x-beliebigen Tankstelle per Manometer messen können und seine Gesichtsfarbe hätte jede holländische Tomate vor Neid erblassen lassen. Wie in Trance ließ er die Pumps in seinem speziellen Schrank in Schlafzimmer fallen und schloss die Türen sorgfältig. War das gerade wirklich passiert, hatte er das nur geträumt, war da nicht doch noch ein Hauch von Parfüm im Flur zu erhaschen, seine Sinne spielten ihm nur noch Streiche und sein bestes Stück schmerzte jenseits von Gut und Böse.

Carolin sortierte sich gedanklich immer noch. Er war Single, er stand auf Dirndl, er stand auf das Dirndl, das sie trug, er stand auf rosafarbene Lackpumps, die sie nicht trug, die bei ihm zuhause im Flur lagen, keine 36, keine 39, auch keine 42, in XXL, Elefantenfüße. Aber nichts sonst. Sie hatte nicht viel gesehen, ihn, eigentlich bewusst nur ihn, ihn, den sie hatte sehen wollen, gesehen hat. Da war nichts. Bilder? Nein. Irgendwas Weibliches? Nein. Ein weiblicher Geruch? Nein. Nichts, gar nichts. Ihre Hände legten sich auf die Tastatur. Google musste es wissen, Google wusste alles. „mann pumps rosa“. Sie wollte keine Rosa Pumps günstig online kaufen. Hatte er es getan? Wer sonst. Warum? Der siebte Eintrag „Männer in Pumps“, was zur Hölle. Die nächste Seite „Pumps für Männer“, sie runzelte die Stirn. Ihr wurden nun ihre eigenen Füße bewusst, die noch immer in ihren Fesselriemenpumps steckten und das ging natürlich gar nicht. Surfen im Netz ohne ein Glas Rotwein schon zweimal nicht und in diesem Moment hatte sie eigentlich geplant gehabt, dieses Figur betonende Dirndl auch schon längst ausgezogen gehabt zu haben. Der PC konnte warten.
Zurück mit dem dreiviertelvollen Glas - den nächsten Morgen würde sie bereuen – und in ihrem Hausanzug sprudelten nun die Suchwörter nur so aus ihr heraus. Fast jeder neue Treffer, den sie anklickte, brachte sie immer deutlicher auf eine Spur, die sie nie vermutet hätte. Zwischenergebnisse wie „crossdresser dirndl pumps“ waren ganz entscheidend für das unglaubliche Bild, das sich ihr langsam erschloss. Carolin war kein Mauerblümchen und lange Abende hatten sich in der Vergangenheit durchaus mit expliziten Seiten gut gebauter Männer angenehm verkürzen zu lassen. Diese Seiten waren nun viel ergiebiger als Google. Und nach ein paar Suchen konnten sie auch das Geheimnis um das große, harte, seitlich geschlitzte Etwas lüften, das sie ertastet hatte. Es nannte sich „chastity cage“ und war jenseits ihrer kühnsten Fantasie.

Die meist sehr kurzen Filme zu diesem Suchbegriff auf der von ihr bevorzugten Webseite waren verwirrend und doch erregend. Diese Aura der Macht, die die Frauen darin ausstrahlten machten Carolin einfach nur geil. Wie zur Hölle war ihr das in all ihren Jahren entgangen, all diese Spitzenwäsche, all das süße und niedliche Zeugs und hier trugen die Frauen einfach nur Schwarz. Punkt. Ihre Seite war erschöpft, das Zauberwort hieß „vanilla“, sie musste sich erneut der Google-Suche bedienen. Was allerdings jetzt mit den inzwischen aufgeschnappten Wörtern an Treffern zu Tage kam, war eine Welt für sich. „Keuschheit“ war für sich bereits ein Universum und Carolin hatte auf Anhieb eine Foren-Seite gefunden, die dieses Universum von allen Seiten betrachtete. „Schlüsselherrin“, natürlich, auch solche Menschen musste es geben. Wer so einen Peniskäfig trug, der trug ihn natürlich verschlossen, mit einem Schloss und einem Schlüssel und oder mit einem Siegel. Und es gab jemanden, der oder die darüber wachte. Wachte jemand über Stefan? Nein, bestimmt nicht, niemand. Wie bei so vielen hier im Forum. Rosarote Lackpumps in Elefantengröße, eine Nachricht wie ein Extrablatt zum Kriegseintritt. Sie waren seine. Er trug eine Keuschheitsschelle und er liebte rosarote Dirndl, nur nicht an ihr. Nicht an ihr. Das hatte sie falsch verstanden. Total falsch verstanden. Aber wer hätte darauf auch schon kommen können oder sollen. Männer liebten Dirndl. Das war so. Männer liebten Dirndl. Stefan liebte Dirndl. Aber anders. Seine Blicke, im Büro, e schaute oft und gerne den Frauen nach, andere Männer, verheiratete Männer waren das diskreter, aus Vorsicht. Aber er hatte aus einem anderen Grund hinterhergesehen. Auch hinter ihr? Sie trug eine große Palette an Klamotten, eine Freundin hatte ihr mal gesteckt, dass man an ihrer Kleidung schon ihre Stimmung und noch etwas anderes ablesen konnte, aber das war nicht ganz ernst gemeint gewesen. Oder doch? Stefan hatte ihr regelmäßig Komplimente gemacht, wie zahlreiche andere Kollegen auch. Eigentlich unprofessionell, aber wozu gab sie sonst so viel Geld aus, wenn ihre Glanzstücke dann unbeachtet blieben. Was hatte er gelobt? Gab es ein Schema? Das Glas neigte sich dem Ende. Das eine Mal zusammen mit Dings und dann bei der Besprechung mit dem Vorstand, ja, da hatte er ihr auch mit einem Kompliment geschmeichelt und … nein, das war ein anderer Kollege gewesen. Beides Mal hatte sie sich betont dezent angezogen gehabt, hohe Tiere, bloß nicht unangenehm auffallen. So eine Idiotie. In den letzten Wochen hatte sie sich betont schick gekleidet gehabt und damit bei ihm genau das Gegenteil erreicht.

Sie konnte gleiten. Das sprach für ein weiteres Glas Rotwein und eine genaue Analyse ihres Kleiderschranks. Wunderbare Stücke und doch vergebens. Carolin stellte das Kostüm von dem besagten Meeting zusammen und konnte sich eines Lächelns nicht erwehren, da es sie ziemlich stark an den einen Porno-Clip mit der Gerte erinnerte. Sie änderte die Bluse und nahm ihre Stiletto-Pumps, die nicht Bürogeeignet waren, sondern für Partynächte gedacht waren. Kombiniert mit dem schwarzen Spitzen-Wonderbra hätte sie sich damit auch locker an die Straße in … egal … jenseits von Gut und Böse. Sie reduzierte es wieder auf das Ausgangskostüm vom Meeting und hängte es griffbereit an ihre Schlafzimmertür. Sie war gewappnet. War er es? Dieser Gedanke schoss ihr plötzlich durch den Kopf. Hatte sie ihn gestört? Wollte er am Abend zuvor das Dirndl kaufen? Hatte er vielleicht schon welche? Würde er diese für sie holen und anziehen? Könnte sie ihn dazu zwingen? Wo bekam man Gerten her? Gab es noch das Jagd- und Reitsportgeschäft in der Kernerstrasse? Welche Handtasche wäre groß genug, diese darin zu verbergen? Welche Größe hatte er?

Carolins Kopf drehte sich ob all der Fragen. Mit dem Glas setzte sie sich wieder vor den PC. Es gab Bilder, Thomas war 1,97, das wusste jeder und Anja war ziemlich genauso groß wie sie selbst, hatte an dem Tag jedoch Keilsandalen angehabt. Sie ging die Bilder vom Sommerausflug der Abteilung Bild für Bild durch. Paint und Excel brachten schließlich das Ergebnis, na ja, die fundierte Schätzung und die Webseite des Shops, wo sie öfters Dessous geschoppt hatte, machten aus den Zentimetern Konfektionsgrößen … für Frauen.

Der Wecker klingelte schräg, vielleicht lag es auch an ihrem Schädel oder daran, dass sie ihn doch nicht später hatte klingeln lassen. Beides war fünf Minuten später vergessen, dank der kalten Dusche und der Aspirin-Tablette. Carolin hatte heute etwas vor, Kopfschmerzen waren da indiskutabel, ebenso ein unnötiges Räubern des Gleitzeitkontos. Freitags ging er immer früher, das schlug schon rein und die Mittagspause würde auch ausgiebig werden, immerhin konnte sie sich einen Weg sparen.

Punkt 16 Uhr verließ Stefan das Büro mit Adleraugen von ihr verfolgt. Sie gab ihm einen Vorsprung, es brauchte niemand nichts zu wissen. Gegen 16 Uhr 15 verließ dann auch sie das Büro, mit nur einer halben Stunde Minus auf ihrem GZK. Carolin ging ihren Heimweg, jedenfalls bis zu der Seitenstraße, wo sie hätte links abbiegen müssen. Nun ging sie einfach weiter, seinen Heimweg. Zehn Minuten später stand sie wieder vor seiner Wohnungstür, die Haustür hatte man ihr netterweise aufgehalten. Sie horchte. Er war da. Ihr Herz schlug schneller und ihre Lenden zuckten. Bilder, Videos und Bruchstücke ihrer Phantasie schossen ihr durch den Kopf. Es klingelte, sie klingelte. Die Tür öffnete sich.

Stefan war erschrocken. Es war unwirklich. Den ganzen Tag, sie hatte sich nichts anmerken lassen, hatte sich in ihm die Verschwörung breit gemacht, dass dieses Zusammentreffen am Vorabend nur eine Phantasie gewesen war, eine Fata Morgana, ein feuchter Traum, aber das hier schien so real wie am Tag zuvor.

„Du?“

„Ja, hast Du jemand anderen erwartet?“

„Nein, ich …“

„Möchtest Du mich nicht herein bitten?“

„Ich …“

Carolin behalf sich selbst, ein Schritt auf ihn zu wirkte Wunder, sie schloss die Tür diesmal selbst.

„Danke. Ich habe die halbe Nacht über Dich nachgedacht!“

„Ich …“

„Du bist mir ja einer. Schauspielerst mir den ganzen Tag etwas vor und dann sowas.“

„Ich … was?“

Sie öffnete nun ihren Mantel, ließ zuerst ihren einen Ärmel fallen, griff dann ihre Handtasche und die Einkaufstasche vor Galeria Kaufhof um und ließ ihn schließlich zu Boden gleiten.

„Na? Gefalle ich Dir so besser, mein Schwanzmädchen?“

Stefan wurde nun recht blass um die Nasenspitze, Carolin nahm diese mit Genugtuung zur Kenntnis.

„Da hast Du mich ja vorgestern ganz schön verladen. Aber ich bin Dir auf die Schliche gekommen und es Dir mitgebracht … passend zu Deinen wunderschönen pinken Pumps, meine Sissy.“

Sie schmiss mit ihren neuerlernten Vokabeln nun um sich, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Die Einkaufstasche hielt sie ihm nun auffordernd vor die Brust, so dass er sie instinktiv entgegennahm.

„Los. Zieh Dich um, oder muss ich Dir Beine machen?“

Dieses Kommando war etwas zu früh gekommen, aber nachdem sie aus ihrer großen Handtasche die Gerte samt Preisschild herausgezogen hatte und Stefans Augenbrauen einmal Achterbahn gefahren waren, verfehlte es dann noch nicht seine Wirkung.

„Hiergeblieben. Geh da rein.“

Den Anblick wollte sie sich wahrhaftig nicht entgehen lassen. Stefan war so dermaßen überrumpelt, dass er einfach nur tat was ihm geheißen war. Die Furie ganz in Schwarz mit dem strengen Pferdeschwanz und der passenden Gerte in der Hand war in diesem Moment eine ihm nicht bekannte und vertraute Person, der man besser einfach nur gehorchen sollte.

„Oh wie schön … in Rosa … Du stehst auf Rosa, Sissy, nicht wahr? Ein rosa Schwanzmädchen durch und durch.“

Dieser Kommentar, der sich auf seinen Curve bezog, hatte etwas Demütigendes und Erregendes zugleich, für sein Schwänzchen eher etwas Quälendes. Das Dirndl war ein wenig zu groß, Carolin war glückselig, er trug es, alles andere war nebensächlich. Die Schürze band sie etwas fester, ein Traum.

„Wo sind Deine Pumps, Sissy?“

„Im Schlafzimmer … im Schrank!“

„Du voran.“

Carolin war die Herrin der Situation, sie war in ihrem Element, ihre Glückshormone wurden im Akkord und in Doppelschichten produziert und sie nahm ihre Umgebung wie in einer Matrix-Zeitlupe war.

Stefan öffnete den Schrank oder war es die Büchse der Pandora? Die pinken Pumps lagen auf einem Stapel Spitzenunterwäsche, rechts hingen zwei Kleider, eines in Schwarz und eines in Weiß. In zwei Fächern standen passende Riemchen-Pumps dazu. Ein verlorener Lippenstift ragte unter einem Absatz hervor.

„Du kleine Schlampe. All die schönen Sachen und Du verbirgst sie vor der Welt. So geht das nicht!“

Carolin nahm die Pumps und den Lippenstift, lehnte die Schranktüren an und deutete Stefan mit der Gerte an, wieder in das Wohnzimmer zu gehen.

„Knie Dich hin!“

Der Lippenstift hatte einen schrecklichen Rotton, der so überhaupt nicht zu dem Dirndl passte, aber besser als nichts.

„Steh auf, zieh Deine Pumps an. Wie läufst Du hier überhaupt rum?“

Alles lief wie am Schnürchen. Stefan war wie gefangen in der Situation und Carolin voll in ihrem neu entdeckten Element. Sie ließ in sich drehen, posieren, knicksen, verbeugen, sie betastete ihn ausgiebig an allen Stellen und an einer besonders und machte ihm mit jeder Geste klar, wer die Chefin war.

„Zettel und Stift!“

Carolin war erschöpft. Auch wenn es insgesamt nur vielleicht etwas über eine Stunde gedauert hatte, war sie fix und alle. Sie schrieb ihre Adresse auf den Zettel.

„Hier ist meine Adresse. Du kommst morgen Abend zu mir. Sechs Uhr. So wie Du bist, die Pumps kannst Du feiges Fräulein notfalls im Vorgarten anziehen. Wenn nicht, werde ich an Dir das Leder meiner Gerte zartklopfen. Sonntagabend solltest Du dann nicht mehr so zimperlich sein. Verstanden?“

„Ja.“

„Ja, was?“

„Ja, Herrin.“

„Und bis morgen Abend weißt Du hoffentlich wie man eine Herrin ohne sein Minischwänzchen befriedigen kann … und wenn nicht … Du wirst es, so wahr ich hier stehe, lernen und bis zur Perfektion meistern. Verstanden?“

„Ja, Herrin.“

„Gut. Den Schlüssel!“

„Welchen Schlüssel?“

„Ahhhh …. Welchen Schlüssel, Herrin?“

„Den für Dein Minischwänzchen! Glaubst Du etwa, ich lass Dich bis morgen Abend abspritzen wie es Dir gefällt? Die Zeiten sind vorbei! Los, her damit.“

Carolin war nicht verwundert, dass er neben seinem Rechner lag, nahm ihn, machte sich keine Gedanken über Kopien und ging ohne viele weitere Worte. Zuhause genoss sie ein heißes Bad, ihren batteriebetriebenen Zauberstab und drei Orgasmen. Wie um alles in der Welt hatte sie bisher auf dieses göttliche Geschenk weiblicher Dominanz verzichten können? Samstagabend stand Stefanie, wie Carolin sie ab sofort nannte, pünktlich und korrekt gekleidet vor ihrer Haustür. Es war der wahre Beginn von etwas Besonderem, einem Glück von dem sie und ganz besonders Stefanie nie, nie, nie zu träumen gewagt hätten.


-ENDE-

MfG
Matt

... Feedback ist hier willkommen!












209. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von AlfvM am 18.09.19 20:32

Nette Geschichten bitte weiter so. Vielen Dank.
210. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Rotbart am 19.09.19 07:23

Wow, wunderschön geschrieben.

Ich hoffe Du schreibst weiter, auch wenn es eigentlich als Kurzgeschichte geplant war

Rotbart
211. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Ihr_joe am 19.09.19 22:24

„Ja“

„Ja was?!“

„Sehr, sehr schön!“

„Und?“

„?“

„Und was!?“

„Dankeschön, für das feine Leseerlebnis.“

Ihr_joe
212. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Moira am 21.09.19 00:17

clevere Carolin - hat direkt "geschaltet", pikante kleine Story - mag ich!

Und freu mich jetzt schon auf die nächste...
213. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von folssom am 02.10.19 00:27

ich freue mich immer wieder über deine kurzen oder auch längeren (kurzen) Geschichten.
214. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 15.10.19 01:58

Die Perfekte Zehn

„Schatz, Du hast Post. Hier.“
Carsten gab seiner Frau den stilvollen, handschriftlich adressierten Umschlag, der mit seinem dicken Papier aus der Menge der sonstigen Werbebriefe und Rechnungen hervorstach wie ein NBA Basketballspieler in einer Gruppe Liliputaner. Als Absender stand lediglich ein „Lady Andrea“ in der linken oberen Ecke.
„Danke, Carolin.“
Carsten schauderte es kurz, er hatte sich immer noch nicht daran gewöhnt, dass ihn seine Frau seit zwei Wochen mit seinem neuen Namen ansprach. Ihre Beziehung hatte glückliche und zuletzt eher schwierige Zeiten hinter sich, jedenfalls bevor sie sich auf eine neue Beziehung zueinander eingelassen hatten. Anfangs war es eine reine Spielerei gewesen, ein Spontankauf von ihm im Sexladen an der Autobahn. Es waren eine schwarze Maske, ein paar lange schwarze Handschuhe und eine Gerte gewesen, Nachwehen von „Fifty shades of Grey“. Sandra, seine Frau, hatte dies zuerst ein wenig belächelt und die Sachen nur halbherzig getragen, aber seine Reaktionen waren dann doch so erfreulich gewesen, dass sie diesen Weg hatte weiter beschreiten wollen. Ein eigener Besuch in einem entsprechenden Laden in der Koblenzer Innenstadt hatte sie dann einen Teil der wirklich relevanten Utensilien erstehen lassen und zusätzlich einige Ideen hervorgerufen, die sie dann doch anschließend lieber im Internet bestellt hatte. Insbesondere der Inhalt der DVD, deren Titel „Fifty shades of Grey“ veralberte, hatte sie inspiriert. Dieser Film war so extrem gewesen, dass sie ihn lieber nicht Carsten gezeigt hatte, ihr hingegen war es feucht im Höschen geworden.

Jedenfalls war das Ergebnis, dass sie ihn als erstes in eine metallene Keuschheitsschelle gesteckt hatte. Ein Woche später, sie hatte ihn täglich aufgeschlossen und kontrolliert, war er dann das erste Mal mit Pumps, Slip und BH ausgestattet worden. So hatte er dann bis zum folgenden Wochenende abends im Haus herumlaufen müssen bis das nächste Päckchen eingetroffen war. Carolin hatte vorsichthalber nur einen Dress gekauft, ein „French Maid“-Kostüm, ganz so wie auf der DVD. Die Wirkung auf Carsten war umwerfend gewesen, sein bestes Stück war nahezu dauererigiert, jedenfalls im Rahmen der Möglichkeiten innerhalb des Metallkäfigs. Ein Freitagabend später hatte Sandra dann die Sache insgesamt rund gemacht, ihm eine Perücke, ein Make-Up, lackierte Nägel und seinen neuen Namen „Carolin“ verpasst. Insgesamt war die Zeit so aufregend gewesen, dass sie sich tatsächlich noch einmal neu in ihren Mann bzw. in diese bezaubernde Frau namens „Carolin“ verliebte.

Sandra schaute sich um und nahm dann den Griff des Kaffeelöffels um das Kuvert an der kurzen Kante ohne große Beschädigung zu öffnen. Sie nahm als erstes die größeren, zentriert gedruckten Worte „The Perfect Ten Party“ und „Sandra & Carolin“ wahr und begann erst dann der Reihe nach zu lesen. Hatte sie alles richtig verstanden? Sie war sich nicht sicher und las die Einladung ein zweites und ein drittes Mal bevor sie zufrieden lächelte. Sie war nun völlig im Bilde und fand die Idee zu einer gemischten Party mit allen Herrinnen und ihren Sissys genial. Der Brief war von Andrea, ihrer Mentorin, an alle Teilnehmer des kleinen Stammtischs geschickt worden, dem sie vor sechs Wochen beigetreten war. Sandra war schlau genug gewesen, sich nicht nur aus dem Internet und aus DVDs zu informieren, und war dem Koblenzer SM-Stammtisch beigetreten, den sie natürlich auch im Internet gesucht und gefunden hatte.
„Wir sind zu einer Party eingeladen, nächsten Freitag!“
„Geburtstag?“
„Nein, von meinem Stammtisch, er ist an Sandra und Carolin adressiert.“
„An Carolin? Soll ich etwa …“
„Ja.“
„Aber, ich kann nicht, ich …“
„Du kannst und du wirst.“
„Aber doch nicht …“
„Genau so … na ja … ich werde dich noch ein wenig hübscher machen. Ich hoffe, ich bekomme das Paar noch so schnell.“
„Und … und wer kommt da alles?“
„Vielleicht sieben Paare, wenn alle kommen.“
„So viele?!“
„Ach, es wird bestimmt phantastisch. Du wirst sie mögen.“
Carolin war da komplett gegenteiliger Meinung. Bisher war Sandra die Einzige, die ihn so, als Carolin, je gesehen hatte und nach seiner/ihrer Meinung konnte und sollte das gerne auch so bleiben.
„Na hoffentlich wird meine Grippe bis dahin nicht schlimmer.“ murmelte sie leise.
Sandra hatte ihr Gemurmel deutlich gehört, so war es von Carolin auch gedacht gewesen, und ging nun zu ihr hin.
„Süße, wenn Du so krank bist, mache ich Dir für morgen Nachmittag einen Termin bei Dr. Fellner zur Grippeschutzimpfung. Du weißt, dass man dabei die Hose herunter lassen muss und die Spritze in den Allerwertesten kommt?!“
„Eh …. eh … es ist wohl doch nur eine leichte Erkältung!“
„Eine Grippeschutzimpfung sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.“
„Ja, ja, aber … aber … ich … ich gehöre bestimmt nicht zur Risikogruppe, also …“
„Ja, Carolin, war nur ein Scherz, Du kannst auch nächste Woche dahin, wenn Du am Freitag lieb bist, dann sogar auch ohne Deine Schelle. Einverstanden?“
„Eh … danke. Okay.“
„So jetzt lass uns nach oben gehen, dann kontrolliere ich stattdessen, ob alles in Ordnung ist, natürlich geht das nur ohne Schelle.“
Carolin ließ sich das nicht zweimal sagen, ein Aufschluss, jeder Aufschluss war es wert, sofort genutzt und genossen zu werden. Fünf Minuten später ließ sich Carolin dann – wie immer – mit den am Bett festgemachten Fesseln nackt fixieren und freute sich auf die bevorstehende Behandlung. Diese war in diesem Abend leicht anders, denn Sandra verband ihr als nächstes die Augen und schloss erst dann auf. Ebenso anders war die dann einsetzende Handmassage, statt wie sonst mit einem lauwarmen feuchten Lappen war es diesmal ihre bloße Hand samt ihrer spitzen Fingernägel. Sandra legte es geradezu auf einen Orgasmus an, sie griff hart zu und schlug zwischendurch mit, der Gefühl nach, einem schmalen Holz-Paddle zu. Carolin spritze heftig ab und war schon im siebten Himmel, als nach einer kurzen gönnerhaften Pause, Andrea ein weiteres Mal kräftig Hand anlegte und das Spiel von vorne begann.
„Schön, schön, … sehr schön.“
Zwanzig Minuten später war Carolin wieder fest verschlossen und mit der Decke zugedeckt. Sandra ließ sie einfach ihren Wogen ausgeliefert und hatte sich inzwischen im Esszimmer an den Laptop gesetzt, sie wollte auf keinen Fall die falschen Pumps bestellen. Die ersten Treffer waren zwar super sexy aber untragbar und so suchte sie ein wenig weiter und war dann sehr zufrieden mit der Auswahl, dem Preis und dem garantierten Liefertermin am übernächsten Tag. Zwei Clicks später war die Sache geritzt. Dank dieses schnellen Liefertermins hatte Carolin dann ganze acht Tage Zeit, diese Monster-Heels einzutragen, na ja, nicht im Sinne von bequem darin laufen zu können, sondern überhaupt einen Schritt vor den anderen zu setzen.
„Müssen die sein?“
„Ja.“
„Kann ich nicht meine Lackpumps tragen, die haben die gleiche Farbe und würden auch prima passen.“
„Nein, Du trägst die hier, keine Diskussion. Punkt. Und jetzt üb‘ weiter fleißig.“
Carolin wusste nicht, warum Sandra so beharrlich an diesen Pumps festhielt, gut, sie waren neu, sie hatte sie extra gekauft, aber sie waren so verdammt hoch und er musste sich bewusst auf jeden Schritt konzentrieren, also völlig ungeeignet für eine Party, auf der er eigentlich entspannt sein sollte. Was wiederum auch nicht stimmte, denn auf der Party würde es alles andere als entspannt werden. Er mochte sich gar nicht ausmalen, welchen Blicken er ausgesetzt sein würde, ja, es würde auch andere in seiner Lage geben, aber was interessierten ihn die Qualen anderer. Allein der Gedanke an diese Party ließ seinen Käfig wieder um Zehnerpotenzen kleiner werden, so klein, dass es schon wehtat.
„Übst Du noch? Sollen wir heute Abend einen Spaziergang um den Block machen?“
„NEIN!“
Carolin nahm dies als Wink mit dem Zaunpfahl und wurde ein wenig aktiver im Haus. Mit dem Staubwedel in der Hand ging sie von Zimmer zu Zimmer und erledigte auch noch die liegen gebliebenen Hauswirtschaftsarbeiten, treppauf und treppab. Na ja, es war alles etwas langsamer aber sie machte es Schritt für Schritt immer sicherer. Sandra nahm es mit Genugtuung zur Kenntnis, schoss zwischendurch heimlich ein Photo und schickte es an die WhatsApp-Gruppe des Stammtischs. Neben Herzen und Daumen nach oben reagierten zwei Damen auch selbst mit Photos ihrer Sissies, die Sandra ein Lächeln ins Gesicht zauberten, hach, diese armen zarten Geschöpfe, es würde eine zauberhafte Party werden. Sie zählte innerlich die Stunden.

Kurz nach neunzehn Uhr am Freitag war es dann endlich soweit, die „The Perfect Ten Party“ hatte begonnen und Carolin stand da nun in ihren schwarzen Samt-Pumps mit Rüschen und 14 cm hohen Absätzen im Flur von Frau Andrea Kempfert, die sie mit „Lady Andrea“ anreden sollte. Immerhin trugen die weiteren Herrinnen an diesem Abend ebenfalls High Heels, so dass sich die Party insgesamt auf einem hohen Niveau befand – sinngemäß. Carolin fühlte sich von Minute zu Minute weniger unwohl, denn ihre Leidensgenossinnen waren genauso wie sie. Fast alle waren weiter als sie, waren schon mal draußen gewesen, richtig draußen, im Hellen, zwei sogar in Geschäften. Das wiederum hatte sich eher negativ auf Carolins Magen ausgewirkt, aber es war wohl unausweichlich. Um halb zwei war die Party dann vorbei, nicht schleichend, wie sie es von anderen Partys her kannte, sondern mit Ankündigung. Lady Andrea machte vorher noch Gruppenbilder von allen Sissys, auf einem trugen die Sissys jeweils ein Blatt Papier mit einer Nummer, Carolins Nummer war die 14, die Zweitkleinste.

Um viertel vor drei lagen Carolin und Sandra dann endlich wieder in ihrem Bett, Sandra glücklich, dass es eine harmonische Party gewesen war und sich „ihre“ Sissy so überdurchschnittlich geschlagen hatte, Carolin, dass sie endlich vorbei war und sie in der Masse hatte untertauchen und mitschwimmen können. Alle waren sehr nett gewesen und insbesondere die Herrinnen oder Ladies, wie sie sich teilweise von ihren Sissys hatten anreden lassen, hatten ihr das Gefühl gegeben, sie selbst zu sein, wirklich Carolin zu sein. Auf die nächste Party würde sie sich sogar beinahe freuen.

Mittwochs war dann ein großes, verstärktes Kuvert in der Post gewesen, wieder an Sandra adressiert. Sie öffnete es und lächelte, es war ein großes Hochglanz-Photo, nachbearbeitet und mit dem Titel „The Perfect Ten“ beschriftet.
„Hier schau‘ mal, ein Photo von euch. Du kannst er gleich rahmen.“
Carolin besah es sich, es war das Photo, wo sie alle ihre Schilder hochgehalten hatten, sie die 14, Melanie die 12, Jessy die 15, Jaqueline die 16 und Monika hatte an dem Abend die höchsten Absätze getragen, ganze 18 cm. Unter ihnen allen war nun in einem, mit Photoshop eingefügten, goldenen Rahmen der Namen der Party „The Perfect Ten“ zu lesen. Sie kräuselte die Stirn.
„Was hat es eigentlich mit dem Namen The Perfect Ten auf sich, hätte es nicht The Perfect Fourteen heißen müssen, weil es eigentlich sieben Paare waren, die hätten kommen müssen?“
„Nein.“
„The Perfect Seven?“
„Nein.“
„Oder The Perfect Eighteen, weil Melanie …“
„… Monika …“
„… weil Monika die höchsten Absätze getragen hat?“
„Woher hätte das Lady Andrea bei Ihrer Einladung wissen sollen?“
„Stimmt auch wieder …“
Sandra machte nun ein mitleidiges Gesicht, eine bewusste Pause und setzte dann zur Antwort an.
„Weißt Du, The Perfect Ten ist bewusst englisch gewählt, Die Perfekte Zehn ist nicht die richtige Übersetzung, völlig falsch.“
„Wieso?“
„Es geht nicht um Punkte, es geht um eine Längenangabe, in englischen Maßen. 10 Inches, the perfect 10.“
„Und? Was bedeuten 10 Inches?“
„10 Inches bedeuten 25,4 Zentimeter.“
„Ich weiß.“
„Deine Absätze waren 14 Zentimeter hoch.“
„Ja?!“
„Fehlen?“
„Elf komma vier Zentimeter?!“
„Genau!“
„Und?“
„Elf komma vier Zentimeter ist die Länge von Deinem Sissy-Schwänzchen!“
Das saß.
„Die Länge Deines Sissy-Schwänzchen plus die Länge Deiner Absätze ergeben … tada … wie bei allen anderen Sissys an diesem Abend … tada … genau 25,4 Zentimeter – zehn Inches – The Perfect Ten.“
Carolin lief kirschrot an, spätestens jetzt wusste jede von der Party und jeder der dieses Photo jemals zu Gesicht bekäme die Länge ihres … , sie drehte sich auf der Stelle um, lief mit ihren Pumps so schnell sie konnte in die Küche und … na ja … ließ ihren Magensäften freien Lauf. Sandra stand wenige Augenblicke später hinter ihr und legte ihr die Hand auf den Rücken.
„Ach Carolin, Du gewöhnst Dich dran, jetzt Freitag ist die nächste Party, Birgit hat diesmal eingeladen, formlos per WhatsApp. Das Motto dieser Party ist diesmal ‚Acht Kostbarkeiten‘. Besser, nicht?“
Carolin nickte stumm, acht war auf alle Fälle besser als zehn.
„Und weißt Du was, Du kannst diesmal Deine schwarzen Schnürschuhe anziehen.“
„Okay.“
„Und zwar jetzt. Zieh Dir Deine lange Hose an, wir gehen noch vor die Tür. Jeder Schritt zählt, nicht wahr?“
Carolin nickte automatisch, sie wusste inzwischen was noch alles folgen würde.
„Ja.“
Eine Stunde später stand sie mit Sandra in einem Modeladen des Einkaufszentrums, ihre Schuhe mit den fünf Zentimeter Absätzen unter überlangen Hosenbeinen kaschiert, und suchte mit ihr zusammen ihr Outfit für die Party aus. Etwas Florales. Aber das ist eine Story für sich.

Ende

MfG
Matt





Feedback willkommen
215. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 22.10.19 11:17

Das Kind lag wie immer in meinen Armen.
Es sog an meinem rechten Nippel.
Die Milch aus meiner Brust machte es zufrieden.
Acht Wochen war die Kleine jetzt alt.
Ein properes Kind.
Wohlgenährt.
Zufrieden.
Es war ein Glücksgefühl es zu stillen.
Meine Brüste waren voll und dick.
Sie gefielen mir.
Die Geburt war normal verlaufen.
Erst hatte ich an einen Kaiserschnitt gedacht.
Doch dann wollte ich das Mutter werden vollständig erleben.
Es war ganz schnell gegangen.
Die Hilfe der Hebamme war sehr gut gewesen.
Schmerzen hatte ich gehabt.
Starke Schmerzen.
Wie wohl jede Frau bei einer Geburt.
Wilhelm war bei mir gewesen.
Hatte meine Hand gehalten.
Mich getröstet.
Ich hatte geschimpft.
Ihn beschimpft.
Er hatte gelächelt.
Er wusste ja das ich es so gewollt hatte.
War vielleicht ein wenig seine Rache.
Ihm war während der Schwangerschaft so manches klar geworden.
Er war unbefriedigt gewesen.
Seitdem wir wussten das ich schwanger bin.
Ich hatte mich ihm verwährt.
Wollte seinen Schwanz nicht mehr.
Sein Schwänzchen.
Hatte irgendwie keine Lust mehr auf ihn.
Hatte eigentlich nie grosse Lust aufs „fi**en“.
Kuscheln mochte ich gerne.
Kuscheln mag ich gerne.
Auch mit dem Kind.
Das Kind war ein Glücksgefühl.
Vielleicht lag es auch am Schwanz von Wilhelm.
Er störte mich.
Wenn er steif wurde war er im Weg.
Ich liebte seine Hände.
Ich liebe seine Zuneigung.
Ich liebe seine Wärme.
Ich fand es toll ihn zu küssen.
Der Penis aber war überflüssig.
Zum Schwängern war er gut.
Klein aber eben erfolgreich.
Ich hatte es Wilhelm gesagt.
Er zeigte Verständnis.
Er meinte wohl es läge an der Schwangerschaft.
Habe ihn dann auch mal beim Wixen erwischt.
War ihm sehr peinlich
Ich habe ihn gefragt, ob er krank sei.
Sein Pimmel wurde ganz schnell klein.
Und er rot im Gesicht.
Ich hab ihn angelächelt.
Hab seinen Pimmel in die Hand genommen.
In seine Augen geschaut und ihn gewixt.
Er ist ganz schnell gekommen.
In das Waschbecken.
„Beim nächsten Mal fragst du mich!“
Er hat genickt.
Hat sich wohl geschämt.
Er hat mich nie gefragt.
Einmal auf einer Party hat er geflirtet.
Ich fand es unverschämt.
Eine junge schwarzhaarige schlanke Schönheit.
Hemmungslos hat er sich auf sie gestürzt.
Mit ihr getanzt.
Sie angefasst.
Seine schwangere Frau muss zu sehen.
Zusehen wie er eine „Schlampe“ anbaggert.
Abends im Bett hab ich ihn zur Rede gestellt.
Ob er schon mal fremd gegangen sei.
Er hat gesagt das er das nicht tuen würde.
Seinen Pimmel habe ich gespürt.
Der war steif.
Ich habe ihn in die Hand genommen.
Ihn kräftig gedrückt.
„Sie hat dir gefallen!“
„Nein!“
„Und der Ständer zwischen deinen Beinen?“
Er kam dabei plötzlich auf meine Hand.
„Wir müssen das klar stellen Wilhelm!“
Ich habe ihm tags darauf einen Keuschheitsgürtel gekauft.
Ich hatte ihn im Internet gefunden.
Nach 14 Tagen war der da.
Erst hat Wilhelm sich geweigert.
Jetzt trägt er ihn schon lange.
Ich bin beruhigt.
Wilhelm ist ruhiger geworden.
Wir haben viel gekuschelt.
Er war sehr zärtlich.
Ist er immer noch.
Er ist auch ganz stolz auf unser Kind.
Ich hab meine Regel wieder bekommen.
Bald habe ich meinen Eisprung.
Ich glaub dann schliess ich ihn wieder auf.
Nur für die Zeugung.
Mir reicht es.
Er fügt sich.
Wir sind glücklich.
216. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 22.10.19 15:43

Zitat
Das Kind lag wie immer in meinen Armen.
...

Sehr schön. Kurz, knapp, knackig und plausibel. Hat mir gut gefallen.
217. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 14.11.19 13:11

Ich kann mich nicht mehr an meine erste Erektion erinnern. Muss wahrscheinlich nicht so wichtig gewesen sein! Ich weiß aber das ich als junger Mann oder besser gesagt Jugendlicher jeden Abend meinen Schwanz gewixt habe! Es war einfach geil wenn nach einer gewissen Zeit der Masturbation das weiße Sperma aus dem Loch in meinem Schwanz geschossen kam und mir diese geile Befriedigung gab. Die Fantasien die mich zum Rubbeln meines Penis brachten war mannigfaltig und natürlich ging es immer darum eine Frau zu beschlafen, zu fi**en oder sie gar gegen ihre Willen meinen Schwanz in ihre M*se zu stoßen. Dieses Gefühl den steifen Penis in der Hand zu halten und ihn so zu manipulieren bis er endlich den weißen Saft ausstieß war sowas von toll und erregend das ich es lange heraus gezögert habe, um auch zu beweisen eine Frau lange und ausgiebig zu fi**en um ihr einen Orgasmus zu bescheren, denn so hatte es doch in der eingängigen Fachliteratur gestanden! So habe ich bestimmt sehr lange jeden Abend meinem Pimmel gerubbelt bis der Orgasmus aus ihm heraus kam. An manchen Tagen habe ich es sogar bis zu drei Mal geschafft!

Irgendwann hatte ich dann Glück bei der Weiblichkeit und eine Frau oder war es doch noch ein Mädchen zeigte Interesse an meiner Person! Es klappte, gleich beim ersten Mal hab ich ihr meine Finger in die Fut gesteckt, klitschnass war es da! Sie hatte ihre Hand an meinem Schwanz und hat ihn auch in ihren Mund gesteckt. Das war mir unheimlich und die darauf folgende Aufforderung sie zu fi**en habe ich abgelehnt, denn ich hatte kein Kondom und Angst vor ungewollter Schwangerschaft! Soweit ich mich erinnere bin ich in ihrem Mund gekommen, es kann aber auch gewollte Wunschphantasie sein. Es dauerte dann doch noch ein paar Tage, vielleicht auch Monate bis ich endlich eine Frau gefunden hatte, mit der ich fi**en wollte. Es war so geil meinen ziemlich steifen Schwanz in ihre nasse M*se zu stecken, das es nicht lange dauerte bis ich sie mit Sperma geflutet hatte. Sie hat gestöhnt und ich meinte sie hatte auch einen Orgasmus. Doch darüber jetzt nachgedacht, lässt mich doch eher meinen, das der vorgetäuscht war, wie viele andere danach auch.
Doch dieses Gefühl, wenn mein harter, steifer Schwanz in die Muschi einer Frau einfuhr war mit nichts zu vergleichen. Es war immer wie eine Eroberung. Immer waren es enge, manchmal weite kleine Höhlen in denen ich meine Härte und Steifheit verlor und die ich meistens mit meinem Sperma vollsaute. Es hat mich später nicht mehr so interessiert, ob die Partnerin auch einen Orgasmus hatte, mir ging es darum zu fi**en, zu stoßen und mein Sperma da zu lassen. Ich habe auch schon in Ärsche gefickt. Leider bin ich damit erst angefangen als die Härte in meinem Pimmel nachließ. Es war ein ähnlich schönes Gefühl, wie in der Scheide der Frau, nur nicht so schön feucht. Doch hätte es bestimmt noch mehr Spaß gemacht wenn ich brutaler und härter hätte einfahren können. Ging nicht mehr. Mein kleiner Schwanz wurde nicht hart genug.

Irgendwann wurde es dann weniger mit dem „Einfahren“ in die Fotzen. Ob ich die Lust verloren habe oder kein Interesse von der weiblichen Seite her bestand, kann ich nicht mal sagen. Ich hatte den Eindruck, das mein Geschlecht nicht nur nicht mehr steif genug wurde, sondern den Frauen auch zu klein und mickrig war. Habe dann zuerst unbewusst und später bewusst zur devoten Seite gewechselt. Es war ein ganz neues Feeling der Frau zu dienen und zu machen was sie wollte. Habe schon vor mancher Muschi gelegen und mir wurde das „fi**en“ untersagt und ich habe gehorcht. Seitdem trage ich hin und wieder einen Peniskäfig, damit ich gar nicht erst in Versuchung komme eine Frau zu belästigen.

Da sich kaum noch Frauen für mich interessierten bin ich dann mal auf einen Mann gestoßen der mir so absolut geil meinen Schwanz geleckt hat und sogar mein Sperma geschluckt hat. War eine völlig neue Erfahrung, die mir da zu teil wurde. Es hat sich im Laufe dieser Beziehung allerdings so verändert, das ich dann mal meinen Peniskäfig angelegt habe und ihm den Pimmel geblasen habe, was er o gut fand, das er mich nicht wieder raus gelassen hat und mir sogar seinen Penis in den Arsch gesteckt hat und mich voll gesaut hat.

Ich finde es geil.
218. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von lot am 14.11.19 18:01

so geht es einem wenn er älter wird. und verschlossen ist auch nicht schlecht
219. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 28.11.19 17:32

Annalena



Freitag
„Ja, sag der Kollegin sie soll Montag zu mir kommen, dann gehe ich mit ihr das Berechtigungskonzept der neuen Schnittstelle noch einmal durch, die Sternchen-Berechtigung kann sie sich auf jeden Fall abschminken. … Okay … aha … wer? … Die schon wieder … die würde auch ihre Ohren verlieren, wenn die nicht angewachsen wären … ja … ja … genau deshalb gibt es diese Policy … das ist mir egal … wenn sie ihr Passwort 20 mal ändert um ihr gewohntes Passwort wieder benutzen zu können, dann hat sie eindeutig zu viel Zeit … ja … nein … werden wir dann sehen … ja … ja … notfalls wird ihr User gesperrt … okay, ja, klärst Du das? Gut. Bis dann.“

„Idoten! Lauter Idioten!“ Annalena war angefressen, Frau Vogt, diese dumme Trulla, war in der ganzen Firma bekannt dafür, dass sie sich ihre Passwörter noch nicht einmal von vor bis nach dem Mittagessen merken konnte. Annalena waren, als IT-Leiterin und für die Datensicherheit Verantwortliche, solche Mitarbeiterinnen ein absoluter Dorn im Auge, aber sind konnte sie leider nicht feuern. Sie ging in die Küche und machte sich erst einmal eine Tasse Tee, das war eines der Privilegien, die man im Home-Office hatte. Heißer Tee, ein Blick aus dem Fenster und schon war der Ärger wieder verraucht. Vor der Tür stand ein Sixt-Transporter und drei junge Männer wuchteten Möbel heraus. Sie erinnerte sich, die Wohnung in der 2. Etage war kürzlich wieder frei geworden, Frau Menkowiak hatte es nicht mehr ins Altersheim geschafft. Einerseits Glück, dass sie nicht mehr umgetopft wurde andererseits hätte sie sicherlich noch ein paar Jährchen machen können. Vermutlich war einer von den Dreien oder waren es zwei von Ihnen die neuen Mieter. Nein es war eindeutig der brünette Langhaarige, er schien am meisten um die Möbel besorgt zu sein.

Annalena nahm einen weiteren Schluck, ihr kam etwas in den Sinn und so ging sie in ihr Büro zurück. Sie hatte sich richtig erinnert, das WLAN „EasyBox-836553“ war erat kürzlich hinzugekommen, sie schaute es sich nun genauer an. Es bot „WPA“-Verschlüsselung an, Amateure. Fast schon routinemäßig startete sie ihre Sicherheitstoolbox vom Firmenlaptop und penetrierte dieses WLAN-Netz. Sie stellte sich innerlich darauf ein, ihren Tee in Ruhe austrinken zu können, jedenfalls war das inzwischen in ihrer Firma so. Dort hatten, bis auf die Trulla, inzwischen alle das kleine Einmaleins der Datensicherheit begriffen. Nicht so der Benutzer von „EasyBox-836553“, ihr Programm blinkte frohlockend und gab ihr den Netzwerkschlüssel preis „SuperS1cheresGehe1mesKennw0rt“, Annalena war kurz davor, den Glauben an die Menschheit zu verlieren. Da waren die Menschen so schlau und brachten ihre Rechner, Telefone und Kaffeemaschinen als erstes in die Wohnung und dann stellten sie sich bei der Schlüsselvergabe so dämlich an.

Sie wollte sich schon fast wieder mit ihren eigenen schwarzen Schäfchen befassen, aber wo sie ihre Toolbox schon mal offen hatte. Der Router hatte keine weiteren Hürden für sie parat, der Laptop von dem neuen Mieter war sogar online. Die Aktualität des Betriebssystems war nicht gegeben, die Firewall war Shareware und ohne automatische Updates, kurzum, er hätte die Daten auch gleich bei facebook posten können. Das Telefon klingelte, sie klickte noch wie automatisch auf „Duplizieren“ und nahm den Anruf dann entgegen. „Wolfbock. … Mmmmh … Ja … Ja … Gut. Sehr gut. Email? … Vielen Dank, Herr Strehlink, Ihnen auch. Tschüss.“ Endlich mal gute Nachrichten, es gab doch nicht nur Idioten auf der Welt. Sie schaute gleich in ihre Emails, auf Herrn Strehlink war Verlass, seines war eines der wenigen Projekte die rund liefen. Herr Hallhuber hatte ebenfalls positives Feedback zu dem Projekt, dem Release stand nichts mehr im Wege. Die anderen Emails waren zumeist belanglos oder hatten Zeit bis Montag, sie war schon fast durch, als ein Erfolgs-Pop Up aufploppte und sie darüber informierte, ein komplettes Backup erstellt zu haben. Annalena hatte es fast schon verdrängt, nun gut, dann sollte es so sein, jetzt hatte sie also ein komplettes Backup des Rechners ihres neuen Nachbarn. Juristisch nicht ganz korrekt, aber sie startete sogleich ihr kleines Batch-Programm, das die Daten nun von ihrem Firmenlaptop spurlos auf ihren eigenen Rechner verschob. Keine Registry-Einträge, keine Logs und alle Bereiche wurden automatisch mehrfach mit Datenmüll überschrieben. Diese Hacker waren schon pfiffig, Annalena hätte gerne einen von diesen vermutlich russischen Programmierern in ihrem Team gehabt, aber das Monatsgehalt, das sie hätte bieten können, verdienten die Jungs in der halben Woche.

Sie öffnete den Ordner, machte einen Link auf ihrem Desktop und schaute auf die Uhr. Drei Stunden, zwei Tassen Tee und noch eine paar ernste Gedanken zu dem Problem von Herrn Schulz später, klappte sie ihren Laptop zu. Er war so eingestellt, dass er in diesem Falle automatisch nach 3 Minuten herunterfuhr. Sicher ist sicher. Ein Blick in den Kühlschrank machte es notwendig, dass sie noch einmal zum Einkaufen aufbrach, erst danach konnte sie sich auf das Wochenende freuen. Das Abendessen war ausgiebig mit einem guten Glas Rotwein nach all dem ganzen Tee, den sie sich über den Home-Office-Tag eingeschüttet hatte. Das Fernsehprogramm war laut Programmzeitschrift unspektakulär öde und so schnappe sie sich ihr Touchpad und öffnete das Verzeichnis, das sie nachmittags angelegt hatte. Ein erster Eindruck war, dass sie so ziemlich alles kopiert hatte, was so ein Aldi Standard-Laptop auf seiner Festplatte haben konnte, es gab nur zwei Partitionen, die erste war ziemlich unspektakulär. Ein User, ein Menge privater Dateien, Texte, Bilder, Videos in genau den Ordnern, die das Betriebssystem standardmäßig dafür vorgesehen hat. Die Namen der Dokumente waren sehr aufschlussreich, Bewerbungsunterlagen, ein paar private Schreiben, Kündigungen von Versicherungen und einem Fitness-Club-Vertrag. Kaum Excel-Dateien, dafür aber ein Photo-Ordner mit zahllosen Unterordnern von datierten Handy-Foto-Uploads. Annalena schaute stichprobenartig durch, das meiste waren Partyphotos oder dergleichen, Hendrik Kammler, so war sein Name, war kein Einsiedler. Die zweite Partition war individueller, Hendrik hatte die Ordnerstruktur selbst gewählt, es gab natürlich einen „Games“-Ordner, der mehr oder minder aktuelle Mainstream-Spiele enthielt sowie einen „Steam“-Unterordner. Ein weiterer Ordner enthielt sämtliche Versionen seiner Bachelor-Arbeit, Annalena kräuselte die Stirn, denn hier hatte Hendrik noch alle üblichen Sicherheitsratschläge bei solchen Projekten befolgt. Es gab ein knappes Dutzend weiterer Ordner mit thematisch halbwegs sortiertem Inhalt, interessant wurde es bei „Privat“. „Privat“ war immer ein Zeichen für den interessantesten Inhalt. In der Firma gab es die Policy, dass Mitarbeiter eigentlich - und es gab einen ziemlich eindeutigen Hinweis, dass es eigentlich gar nicht erwünscht war – überhaupt keine privaten Dateien auf Firmenverzeichnissen speichern sollten. Aber im wirklichen Leben war das natürlich nicht realisierbar und sei es einfach nur der mit Word erstellte Aushang, wann und wo es anlässlich eines Geburtstags oder Jubiläums Kaffee und Kuchen gab. Solche Dokumente wurden zumeist auch dann nicht gelöscht, wenn sie ihrerseits schon einen runden Jahrestag hätte feiern können. Im Mail-Client war ein solcher „Privat“-Ordner Vorschrift. Im Falle eines kurzfristigen Ausscheidens war Annalena – und bei kurzfristigen Ausscheiden eigentlich immer – die Einzige, die auf Nachfrage diese Ordner durchforsten durfte, um ggf. rechtlich wichtige Mails zu sichten oder den ganzen Ordner zur physischen Löschung freizugeben. Sie nahm einen Schluck Rotwein aus dem Glas, das sie sich zum Abendessen eingegossen hatte.

Hendrik hatte hier einige Unterordner, die auf Dating-Seiten referenzierten und weitere Unterordner mit Handy-Foto-Uploads, aber die waren sehr privat. Hätte sie weiter oben angefangen, einen Ordner wahllos zu öffnen, hätte sie es einfacher gehabt. Aber sie hatte einen erwischt, bei dem sie zuerst dachte, Hendriks Zwillingsschwester zu sehen – auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick war ihr klar, dass diese nicht Hendriks Zwillingsschwester sein konnte. Annalenas Körper sandte ihr eine wohlige Wärmewelle von den Schenkeln bis zum Hals und sie fand es eine gute Idee, das Glas Wein besser abzustellen. Das nächste Bild war wieder nicht Hendriks Zwillingsschwester, es unterschied sich vom ersten Bild nur durch die Pose vor dem Spiegel. Im dritten Bild war die Pose wie im ersten Bild, lediglich die Pumps hatten sich geändert. Annalena spürte nun eine gewisse Hitze, Hendriks Unterverzeichnis entpuppte sich als Daten-Mega-GAU einer süßen, kleinen, brünetten, langhaarigen Sissy. Die stand auf Make-Up, feminine Kleider und Pumps – ein Geschenk des Himmels. Annalena schloss die Augen, hielt ihr Tablet nur noch einhändig und ließ ihrer linken Hand und ihren Gedanken freien Lauf. Hendrik würde ihr privates Prio 1 Projekt werden, noch ohne Namen, aber alles andere hatte sich ab sofort diesem unterzuordnen. Wie weit war er schon? War er schon trainiert? Nein, bestimmt nicht. War er bzw. sie gelehrig? Bestimmt, sie machte einen intelligenten Eindruck? Würde sie sie teilen müssen? Hoffentlich nicht, aber da hatte sie Mittel und Wege. Wann sollte sie anfangen? Sie könnte sich ihre Puschen anziehen und gleich nach unten gehen. Nein, natürlich nicht. Doch, es war immer noch ihr erstes Glas Rotwein. Nein, völliger Blödsinn. Aber wenn sie jetzt, selbst wenn sie untrainiert wäre, einfach nur ihre Zunge in Annalenas Spalte stecken könnte, dann … . Humbug, später, später. Morgen? Nein, nicht morgen. Annalena spielte dieses gedankliche Pingpong-Spiel noch einige Minuten bevor sich ihre zerebrale Gewebestruktur kopfüber in einen virtuellen Pool aus Endorphinen badete und ihr urzeitlicher Primärkern ihre Hardware nach einer Überlastphase zu einem Spontanabsturz samt sehr, sehr langsamen Reboot führte. Annalena war keine der Frauen, die mit wüstenähnlichen Bedingungen zu kämpfen hatten, außerdem war ihr kuscheliger Hausmantel überaus saugfähig, so dass er die aus ihrem Slip ausgetretenen Reaktionsflüssigkeiten problemlos von ihrem hellen Sofa fernhalten konnte. Annalena blieb daher noch ein wenig liegen, genoss die Wogen, die durch ihren Körper hin- und her waberten und kleidete ihr Prio 1 Projekt in Gedanken in Kleider, die eben dieses Prio 1 Projekt in aller Öffentlichkeit würde tragen können. Dabei kamen ihr einige Orte und frivole Handlungen in den Sinn, die einen sofortigen Ortswechsel erzwangen. Ihres Sofa-Retters entledigt sparte sich Annalena aller weiteren Auskleide-Anstrengungen und kombinierte, so wie sie angezogen war, einfach die zweite Überlastphase mit einer heißen Dusche. Zwanzig Minuten später und leer wie eine frisch formatierte Festplatte, zog sie die nassen Sachen aus, rieb sich trocken, föhnte sie sich ihre Haare und holte sich einen ihrer Bademäntel, die sie aus ihren Urlaubshotels sammelte – natürlich offiziell bezahlt, mit Quittung. Ach, das Projekt, noch ohne Namen, würde phantastisch werden.


Sonntag
So war es auch, ganz von selbst. Am späten Sonntagmorgen klingelte es an ihrer Wohnungstür und ein brünetter, langhaariger, junger Mann mit einer Hand voll kleiner Mini-Pralinenschachtelen stand vor ihrer Tür und lächelte freundlich. „Guten Tag, meine Name ist Hendrik Kammler, ich bin der neue Nachbar aus der 2. Etage. Ich freue mich Sie kennenzulernen und auf eine gute Nachbarschaft. Hier das ist für Sie, als kleine Entschuldigung für die nächsten Tage. Es könnte zwischendurch ein wenig laut werden, wenn die Handwerker Löcher für die Küche und so bohren.“ Ach, das hatte er schön aufgesagt, bestimmt hatte er es die ganzen letzten Tage über geübt. „Guten Tag und Dankeschön. Das ist aber nett. Dankeschön. Möchten Sie auf eine Tasse Kaffee hereinkommen?“ In Gedanken hatte Annalena noch ihre feuchten Lippen ergänzt, die es nicht erwarten konnten, bis zur Ekstase geleckt zu werden. „Vielen Dank, aber ich muss noch zu allen anderen Mietern über Ihnen.“ „Ja, natürlich. Falls Sie etwas brauchen, was beim Umzug verschütt‘ gegangen ist, sagen Sie einfach Bescheid, ich bin sicher, dass ich Ihnen kurzfristig aushelfen kann.“ „Oh, vielen Dank.“ Hendrik machte einen Schritt zurück und Anstalten, zur Treppe zu gehen, Annalena lächelte ihn noch einmal freundlich an und schloss dann ihre Tür.

Wow, in natura war sie sogar noch süßer als auf den Bildern, die Annalena bereits verschlungen hatte. Nun gut, sie würde es schnell und geschickt anstellen müssen, Hendrik schien einer von der flinken Sorte zu sein, die die sich überall schnell herauswinden konnten. Und überhaupt, Hendrik, Hendrik, Henrietta, Henriette, HenRieke, Rieke. Rieke, Rieke war gut, Rieke passte, Rieke gefiel ihr. Kurz, prägnant, gut zu rufen und für Rieke fast vertraut. Sie würde sie ab sofort Rieke nennen, ihr Projekt hatte einen guten Namen, immer ein gutes Omen. Jetzt müsste sich Rieke nur noch daran gewöhnen, was in einer vertrauten Umgebung natürlich einfacher wäre. Viel einfacher. Diesen Gedanken fand Annalena so zielführend, dass sie sogleich ihren Drucker neu bestückte und ihn anstellte. Das Ausdrucken der 20 schönsten Bilder von Rieke in ihren weiblichen Outfits ging von allein, so dass sie sich ihrem Hauswirtschaftsraum widmen konnte.
Ihr Hauswirtschaftsraum war ein eher tristes Zimmer, wie der Name schon vermuten ließ. Hier standen ihr Trockner, zwei Wäscheständer, das Bügelbrett, der Staubsauger, ein Regal mit Gedöns, ein Regal mit Kisten voller Gedöns und ein Regal mit Waschmitteln und Gedöns - kurzum ein ganzer Raum voller Gedöns. Nicht einmal die Deckenlampe hatte es über das Einzugsstadium geschafft, es war eine triste Glühbirne in einer Baustellenfassung. Annalena dachte an die Ausdrucke und verwarf diesen Gedanken gleich wieder, ein paar DIN A4 Papiere mit Reißzwecken an die Wand getackert machten aus dieser Tristesse kein erotisches Spielzimmer. Google. Nein Amazon, hier musste Amazon helfen. Auf dem Absatz drehend setzte sie sich an ihren PC und fing an zu stöbern. Sie ging kurz darauf in ihr künftiges Spielzimmer, nahm den Zollstock aus dem Regal und maß alles noch einmal aus. Wieder am PC ging es mit der Suche weiter. Annalena kam von Höcksken zu Stöcksken, ein Browser-Tab nach dem anderen wurde geöffnet, hin- und herswitchend wurden die gefundenen Artikel miteinander verglichen und kombiniert. Die Deckenlampe war dabei die Quelle, die Wurzel von allem gewesen. Eine Mischung aus Steampunk, Bordell und Puppenstube, allerdings in der falschen Farbschattierung. Die Vorhänge waren relativ einfach zu matchen, die Wandtapeten hingegen ein Akt des Wahnsinns, abgesehen vom Preis plus Zollgebühren. Weitere Zettel neben demjenigen mit den Maßen des Zimmers füllten sich, Notizen, was noch alles fehlte, Möbelstücke, die sie bereits gefunden hatte, Geschäfte, die sie lokal noch aufsuchen musste. Das Mittagessen fiel unbemerkt aus, ebenso der Kaffee und erst als sich ihr Magen unangenehm bemerkbar machte, sah Annalena, dass der Sonntag rum war, dafür war aber ihr Schlachtplan nun bis ins Detail ausgearbeitet.


Montag
Montag nach der Arbeit klapperte Annalena sofort den Wohntextilien-Markt und einen Baumarkt ab. Sehr zu ihrer Freude war die Wandtapete genau das, was sie sich optisch und preislich vorgestellt hatte. Im Baumarkt fand sie dann – es musste ihr Glückstag sein - dann auch noch eine Serie von Leuchten für die Wände, die genau der Stil war, den sie suchte. Die angedeuteten Flammkerzen waren zudem das Sahnehäubchen. Einziges Manko war, das Maschine für den Holzzuschnitt einen Defekt hatte und sie hier nichts mitnehmen konnte.

Zuhause angekommen schleppte sie erst einmal die aparten Lampen in ihren langen Flur. Ihre Wohnung war eine von den ganz wenigen, die von ihrem Vermieter noch nicht renoviert und gesplittet worden waren. Vermutlich weinte er sich jede Nacht darüber in den Schlaf, allein ihr nunmehr alter Hauswirtschaftsraum hätte ein prima Wohnzimmer in einem neuzugeschnittenen Miniappartement zum doppelten Preis abgegeben. Ein Steinbohrer unterbrach ihren Gedanken, es waren auch noch andere Leute fleißig. Fleißig müsste sie jetzt auch sein, immerhin hatte sie sich den ganzen Bürotag über geschont, um jetzt fit zu sein. Nachdem sie sich umgezogen hatte, schleppte sie alles Übrige aus ihrem Feldzug durch die Geschäfte in ihre Wohnung. Ganz zum Schluss die besonders schweren Pakete mit dem neuen Parkettboden, sehr dünn aber dafür auch sehr günstig. Froh endlich die Wohnungstür ein letztes Mal hinter sich geschlossen zu haben, ließ sie die Sachen Sachen sein und checkte ihre Online-Auktionen.

Auch hier gab es nur Erfreuliches zu lesen. Drei vielseitig talentierte Handwerker hatten sich um ihren Auftrag gerissen und so war der Preis, den sie letztendlich nur zahlen musste so niedrig, dass Annalena sich um weitere Dekodetails Gedanken machen konnte. Einen Tag hatte sie noch Zeit, sie wollte ihn bestmöglich nutzen. So fing sie an, ihren Hauswirtschaftsraum bis auf den Trockner und die Regale komplett auszuräumen und die Sachen nach Möglichkeit direkt sinnvoll an einen neuen Platz zu räumen. Gegen 21:00 Uhr war sie endlich fertig und zufrieden. Der Raum war fast leer und einmal komplett feucht durchgewischt, selbst unter dem Trockner.


Dienstag
Dienstags konnte Annalena dann zwei weitere Gleitzeitstunden von ihrem Konto abschmelzen und in dieser Zeit in einem großen schwedischen Möbelhaus eine ganze Wagenladung voll Deko erstehen, die ihrem neuen Raum das gewisse Flair vermittelt sollte. Dies stapelte sie dann anschließend alles in ihren Schlafzimmer, es mussten Opfer gebracht werden.


Mittwoch
So auch am Mittwoch, ihrem Hauptkampftag. Sie hatte ihren Homeoffice-Tag vorverlegt und gedanklich weitere acht Stunden von ihrem Gleitzeitkonto abgebucht, aber so weit kam es dann doch nicht. Der Handwerker war pünktlich, machte einen kompetenten Eindruck, fragte die richtigen Fragen und als er dann keine mehr hatte, legte er in einem Tempo los, das Annalena das Beste hoffen ließ. Aufgrund des zu erwartenden Staubs fing er mit dem neuen Klick-Laminat an, das kontinuierliche Kreissägearbeiten erforderte, die auch in der entferntesten Wohnungsecke trotz geschlossener Tür zu vernehmen waren. So gut, das Annalena es auffiel, als der Rhythmus längere Zeit unterbrochen war. Sehr zu ihrer Freude war der Grund dafür jedoch keine Frühstückspause sondern Fußleisten. Ihr Experte war tatsächlich schon bei den Fußleisten angekommen. Er hatte sie nicht endgültig montiert, aber ihr Zuschnitt war soweit und sie hätten jederzeit nach den Tapeten angebracht werden können. Einen Tee lehnte er mit Verweis auf seine 2,5l Thermoskanne Kaffee dankend ab und begann mit dem Zusammenfegen der Späne. Annalena ihrerseits gönnte sich einen frischen Tee und bei ihrem nächsten Blick in das Zimmer, war der niegelnagelneue Boden bereits durch Folie abgedeckt und ein Tapeziertisch stand zum Aufbau bereit an der Wand. In Gedanken war sich bereits bei 5 Sternen, 6 konnte sie leider schlecht geben, aber 5 von 5 Sternen waren mehr als angemessen, alles andere würde sie im Kommentarfeld erledigen.

Nun wurde es noch einmal laut und staubig, vier Schwerlastdübel samt Ösen für zwei Kinderschaukeln versenkte der fähige Fachmann feinsäuberlich und forsch in die Decke. Dann war er bereit für das vorletzte Kapitel, das am längsten dauern sollte. Es dauerte, das hatte er ihr vorher aber bereits erläutert und sie hatte es sich eh schon gedacht, dann deutlich länger als bei weißen Raufasertapeten, die gemusterten Stofftapeten an die Wände zu bekommen. Gegen halb fünf bot sie ihrem Heinzelmännchen dann einen frischen Kaffee samt Kuchenstücken vom Bäcker an und da konnte er dann schließlich nicht mehr nein sagen. Sie sparte auch nicht mit Lob und nach zwanzig Minuten Pause waren dann kurze Zeit später die Fußleisten dran und er konnte sich den Kabeln aus Decke und Wänden widmen. Dank der Dicke und der Struktur der Stofftapeten hatte er sie überzeugen können, das für die Wandleuchten keine Schlitze notwendig waren und er die dünnen Kabel optisch und preislich unschädlich so verlegen konnte, dass sie an den Stellen zum Vorschein kommen würden, die sie beide festgelegt hatten. Eine halbe Stunde später erstrahlte der nun fertige Raum endlich in seinem neuen, flackernden, matten Glanz. Glanzvolle Dankbarkeit strahlte auch aus den Augen des Handwerkers beim Abschied, als er nicht nur den verabredeten Lohn, sondern auch noch ein stattliches Trinkgeld und eine höchst löbliche Bewertung mit auf den Heimweg bekam.

Annalena war glücklich. Sie ging in ihre neues Reich und blickte sich um. Selbst die Gardinenstangen hingen an den beiden Fenstern, ein guter Grund direkt mit den Fenstern und den Gardinen zu beginnen. Die Fenster bekamen eine gründliche Wäsche und eine milchige Folie verpasst, so blieb der Spaß im Zimmer auch wirklich im Zimmer. Zudem wurde die Atmosphäre noch düsterer. Faltrollos in Dunkelrot/Schwarz, sowie kleine schwarze Klettstoffbänder nahmen den Fenstern den letzten Hauch von sterilem Weiß, das hier so gar nichts mehr verloren hatte. Dicke Stoffvorhänge an den mehr als stabilen Stangen sorgten dann endgültig dafür, dass keiner mehr auf die Idee kam, die Fenster als solche nutzen zu wollen. In diesem Sinne und selbst ist die Frau, blickte Annalena kurz auf die Uhr und begann dann noch, die Einfassung für den Wäschetrockner zu basteln. Das Holz aus dem Baumarkt, jede Menge Stoff und eine elektrische Nagelpistole ließen ein Podest entstehen, dass überaus viktorianisch aussah und den Wäschetrockner vollkommen verschwinden ließ. Für den Tag hatte sie genug, ein Glas Rotwein sollte der Lohn sein. Dieser schmeckte dann auch gleich viel wunderbarer, als sie die Lieferbestätigung des Herstellers für Sporthallenausstattungen las, der Termin am Samstag war bestätigt worden.


Donnerstag
Donnerstag klotzte Annalena dann in der Firma ran, Gottseidank gab es nichts Spezielles, so dass sie den Alltagskram schnell und gut wegerledigen konnte, eines ihrer Lieblingswörter.


Freitag
Freitagmorgen rappelte es dann auf ihrem fast ununterbrochen. Die Amazon-Päckchen waren da und in ihrer Vorahnung hatte sie sie gleich auf drei verschiedene Packstationen verteilt. Diese Packstationen waren ein einfacher Graus, zumal, wenn sie mehrere Sendungen erhalten sollte. Egal, sie waren da und nur das zählte. Büro, Baumarkt, Packstation, Zuhause. Ihr Auto hatte in ihren Phantasien schon tiefe Rillen auf dieser Strecke in den Asphalt gefräst und sie hätte das Steuer eigentlich loslassen können, aber es waren schließlich nur Gedanken … nur Gedanken. Der Baumarktberater mit dem übergroßen Bolzenschneider hatte ihr die Geschichte mit den Hollywoodschaukeln nicht so recht abgenommen, aber das war Annalena egal gewesen, sie brauchte die Ketten in genau den Längen, und zwar alle. Alle? Ihr kamen auf der Treppe Zweifel, wollte sie tatsächlich ein Kreuzfahrschiff am Kai vertäuen, papperlapapp, einmal und nie wieder. Ihr fehlten nur noch zwei Amazon-Pakete und die Lieferung vom Samstag. „Oh guten Abend Frau Kempe. Kann ich Ihnen helfen?“ Ja natürlich konnte sie das, am einfachsten in dem Rieke ihre Zunge in ihre Spalte steckte und dann … „Hallo Hendrik, sag einfach Annalena zu mir, Frau Kempe macht mich so alt. Ja gerne!“ Ach wenn Rieke wüsste, was sie da gerade hochschleppte. „Sie … Du warst auch ganz schön am heimwerken!“ „Ja … ja … so ein Einzug erinnert einen daran, was man bei seinem eigenen Einzug hat alles liegenlassen.“ „Zurecht, ganz schön schwer! Ketten?“ „Ja, für einen Hängesessel.“ „Oh, wow, bestimmt super kuschelig und bequem wie ein Vogelnest, so richtig zum Relaxen, hätte ich auch gerne.“ Annalenas Blutdruck machte einen Sprung nach oben, vor ihrem inneren Auge nahm sie ein vogelähnliches Etwas, das eigentlich in einem Ball von Tütüs und Federboas steckte und eiförmig verschnürt halb aus einem Hängesessel hervorlugte, von hinten und brachte sich selbst zur maximalen Ektase. Eine Variante? Nein, selbst schwarz lackiert, würde das Ei nicht passen. Ein Ei im Wohnzimmer, in der linken Ecke, nein, am Fenster, ja, aber weiter zurück, ja, da hätte es Platz, da hätten sie Platz. Amazon? Nein, sie hatte aus dem Augenwinkel in der Gartenabteilung des Baumarkts eines gesehen. Handwerker? Handwerker! Aber erst übernächste Woche, frühestens. „Wenn alles fertig ist, kannst Du ihn Dir gerne ansehen und ausprobieren!“ „Oh, danke, gerne. Wenn es keine Umstände macht.“ „Nein, natürlich nicht.“ „Kann ich Dir bei noch was helfen?“ Multiplen Orgasmen, lang anhaltenden, multiplen Orgasmen und dem Gefühl endlich die Sexpartnerin ihrer Träume gefunden zu haben, dabei konnte ihr Rieke auf alle Fälle helfen. „Nein, danke. Es sind nur noch ein paar leichte Päckchen. Vielen Dank und schönen Abend und wegen des Hängesessels sage ich Dir gerne Bescheid.“ „Ok, na dann, auch Dir, Annalena, einen schönen Abend.“ Herrin Annalena, Sissy Rieke, es heißt Herrin Annalena. Es durchzuckte sie, eigentlich konnte sie ihre Vorfreude kaum noch im Zaum halten. Zwei Wege später hatte sie dann auch ihre Päckchen in der Wohnung.

Päckchen auspacken war immer noch fast so wie Weihnachten als Kind. Sie begann mit der Papprolle und war begeistert. Erstklassige Qualität, CHIO tauglich, formidable. Die Gerten dieses Reitsportversands waren jeden Cent wert, sie lagen erstklassig in der Hand, Spitzenmaterial und erstklassige Verarbeitung, eine Schande, sie einfach in einen Schrank zu legen. Deutlich grober waren dann die Lederfesseln, die in dem größten Paket waren, aber das war auch so gewollt. Kein Chichi zum Posen sondern Material zum Arbeiten. Der Inhalt dieses Pakets nahm fast kein Ende, alles war schwarz, massiv und praktisch. Im nächst kleineren Paket glänzte alles metallisch, hier waren jetzt jene Adapter drin, die aus den Haken an der Decke und den Ketten, die noch in einer festen Schachtel aus dem Baumarkt waren, einen kontemplativen Ort für eine Sissy machen konnten. Annalena brachte sie gleich mit einer Haushaltsleiter an, wunderschön. Sie stockte, so ging es nicht, kurzerhand holte sie nun zuerst die schwedischen Bilderrahmen, bestückte sie mit den Ausdrucken und verteilte sie in ihrem neuen Spielzimmer. Zufrieden mit dem Ergebnis kreiste der Hammer und wenige Augenblicke später, hingen die gerahmten Bilder an ihren Plätzen. Nun war auch klar, wo die Hakenleisten hingehörten, der Staub auf den weinroten Tapetenstoffen war zwar katastrophal aber kein Problem für den Staubsauger. Dieser war auch schwarz und dunkelrot, nicht weinrot aber … ihr kamen neue Ideen. Unter diesem Bild von Rieke sah die Hakenleiste mitsamt den Gerten zauberhaft aus, Annalena war stolz auf sich, alles entwickelte sich so, wie sie es sich unter der Dusche vorgestellt hatte. So bzw. besser. War alles fertig? Deko, ja! Spielsachen, ja! Hilfsmittel, ja, nein, noch welche im Bad und in ihrem Schlafzimmer, ja, doch! Rieke? Sie musste lächeln, ja, eigentlich fehlte nur noch Rieke. Sie erschrak … und sie natürlich … sie fehlte, ihre bessere sie, also ausgeruht, entspannt und schick in Schale.


Samstag
Samstagmorgen kam dann die Lieferung mit den Sportartikeln. Pünktlich. Gute Firma, gute Spedition. Sollte sie? Ach, scheiss drauf, sie kamen aus Stuttgart, sollten sie ruhig wissen, das Annalena keine frühkindliche Bewegungsförderung machte. Die beiden Auslieferungsfahrer waren aufgrund der Adresse eher von einer kleinen, privaten Turnhalle, vielmehr einem kleinen, privaten Turnraum einer Kita im Hinterhof ausgegangen, aber es kam für sie anders. Beides, der Turnbock und das Seitenpferd sollten tatsächlich in diese erste Etage, in diese Wohnung. Sie fingen mit dem kleinen Bock an. Annalena dirigierte sie in ihr neues Spielzimmer und augenblicklich zerplatzte die Illusion der frühkindlichen Bewegungsförderung. Eine Mischung aus Entsetzen, Erstaunen, Unglaube und Belustigung durchzuckte beide Gesichter, Annalena nahm es lächelnd zur Kenntnis. Die Katze war aus dem Sack. Das Seitpferd war eine ganz andere Nummer, die beiden nahmen es ein wenig auseinander und in Einzelteilen an seinen finalen Bestimmungsort. Dort war es dann im Handumdrehen und nach dem Umdrehen zum Aufstellen einsatzbereit. Annalena lobte die beiden, nahm dann eine Gerte von der Wand und fragte mit einem Lächeln, ob sie denn eine Belohnung wünschten, was die beiden erst irritiert und dann lachend ablehnten. Gemeinsam lachend quittierte Annalena noch den Lieferschein und bedankte sich mit einem 50-Euroschein für das Aufstellen. Sichtlich dankbar, zufrieden und erleichtert verabschiedeten sich die beiden Herren und spätestens bei Erreichen der Stadtgrenze sollten deren Disponentin bzw. die Lebensgefährtinnen der beiden über diese Lieferung genauestens Bescheid wissen. Annalenas Finger glitten über das hellbraune, dicke, frische, gutduftende Leder. Sie nahm die Halterungen aus den Pappkartons und schraubte sie an die vorgesehenen Stellen. Schaffte sie es selbst noch? Kopf ein wenig geduckt und … hopp … und nein, nein, nein. Gestrecktes Bein, umgreifen, hochziehen, jetzt saß sie. Nach ewiger Zeit saß sie wieder breitbeinig auf einem Seitpferd, oh ja, mein Gott, was würde das für ein Spaß werden. Sie stieg ab und wandte sich dem kleinen Sprungbock zu, seine Beine waren ganz eingefahren und eigneten sich hervorragend, Ketten dran festzumachen. Die Höhe konnte sie notfalls immer noch optimieren. Dieser Raum war fertig. Sie schloss die Tür hinter sich. Flur, Wohnzimmer und Küche bedurften ihrer Aufmerksamkeit, es ging schnell, zum Mittagessen war alles tiptop. Mit einer Kleinigkeit im Bauch widmete sie sich nun ihrem letzten Paket. Es enthielt, wie der Name auf der Schachtel erahnen ließ, Mode. Annalena brauchte einige Ergänzungen und ein Minimum an Grundausstattung für Rieke. Diese Sachen war bezaubernd und thematisch eine Punktlandung.
Jetzt fehlte nur noch Rieke.

… to be continued

MfG
Matt

Feedback willkommen.

220. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von kedo am 29.11.19 08:09

furios.
sehr gerne lese ich eine fortsetzung.
221. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Moira am 29.11.19 14:06

... ich auch ... und am "allerliebsten" ... BALD! *lach

Schöne Grüße ~ M
222. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von dragonia am 29.11.19 19:14

schönes kopfkino und wie so oft von dir, so tolle bilder!
223. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 26.12.19 03:58

Last Christmas

Thomas hatte gemischte Gefühle, einerseits freute er sich mächtig auf den Skiurlaub andererseits hatte Eva ihm kein frei gegeben. Er trug jetzt ersatzweise seinen CB6000 Käfig anstelle seines Neosteel-Gürtels aber völlig ohne wäre ihm deutlich lieber gewesen. Sie schaute mit einem raschen, seitlichen Blick auf den Google Maps-Ausdruck, den ihnen Silvia hatte extra zukommen lassen. „Wie heißt der Weg?“ „Mühlenweg. Er teilt sich und unten drin steht ein einzelnes Haus.“ „Da vorne?“ „Eins weiter, oder?“ Eva vertraute lieber auf ihr Navi, das ihr auf einem riesigen Display die hiesige Ansammlung von privaten Hotels, Pensionen, Ferienhäusern und den ganzen Stichwegen dorthin schön anzeigte. Leider konnte sie jedoch nicht rechts ranfahren, da nur die enge Talstraße geräumt war und halb Europa entweder vor oder hinter ihr darauf war, um am hiesigen Bettenwechsel teilzunehmen. Lediglich der ortskundige Busfahrer, der eine volle Ladung Aprés-Skifahrer geladen hatte kam ihnen gerade entgegen, die abreisenden Gäste waren wohl schon alle weg oder waren als Hartgesottene unter den Gästen im Bus. Sie bog hinter dem Haus ab und schaltete manuell einen Gang runter, der Weg wurde steil. Immerhin konnten sie sich jetzt nicht mehr verfahren, da ihre Ferienwohnung am Ende des Weges lag, wenn sie es überhaupt bis dahin schafften. Gut, dass sie darauf bestanden hatte, mit ihrem Auto zu fahren, ihr Firmenwagen hatte genügend Bums und Spielereien, um mit dem Schnee klar zu kommen. Es brannte Licht und vor dem Haus standen bereits zwei bekannte Autos, Silvia und Stefan und Anja und Heiko waren also schon da, sie hupte. Es dauerte kurz, sie setzte gerade noch einmal zurück, da ging die Tür auf, Silvia stand im Türrahmen und winkte. „Hallo ihr zwei, endlich seid ihr da!“ Sie kam auf das Auto zu und begrüßte Eva und Thomas. Silvia war eine alte Studienfreundin von Eva und daher kannten sie sich schon ewig. Thomas öffnete die Heckklappe und nahm die Koffer und Taschen heraus „Warte, ich helfe euch!“ Als er die schwarze Sporttasche rausnahm, holte Eva tief Luft und wollte schon intervenieren, aber ließ es dann bleiben, sie würde sie einfach in ihren Schrank stellen, für die letzten beiden Abende. Mit vier Gängen, Thomas durfte zweimal ran, hatten sie schnell die Sachen inkl. Skier im Vorraum des Chalets und konnten, nachdem sie die Tür hinter sich zu hatten, die Hitze des Kamins genießen. Es folgte ein großes Hallo und eine herzliche Begrüßung inkl. Heikos, dem neuen Freund von Anja, den sie dieses Jahr das erste Mal dabei hatte. Jeder, außer Heiko, konnte sich natürlich noch an das letzte Jahr erinnern, als Anja von Martin dabei gehabt hatte, aber das war eine peinliche Geschichte für sich gewesen. „Champagner?“ Es gab keine Widerworte, Anja hatte eh alles bereits vorbereitet und öffnete einfach das Fenster, holte eine Flasche herein und Heiko hatte die Ehre, sie zu öffnen. Eva hatte sich strategisch geschickt einen Stehplatz direkt am Kamin ergattert und war einfach nur glücklich, endlich angekommen und im Warmen zu sein und vor allem, nicht mehr fahren zu müssen.

„Auf uns und einen schönen Urlaub!“ „Auf uns!“ Silvia brachte den nächsten Toast aus „Auf uns und einen harmonischen Urlaub ohne böses Blut und vorzeitige Abreisen!“ Anja musste schlucken, das war nahezu hundertprozentig auf sie und Martin gemünzt gewesen. Im Vorjahr hatten sie sich so gezofft, dass er am vierten Tag einfach ohne sie abgefahren war. Eva hatte sie nach Hause bringen müssen, wo er dann schon alles leer geräumt hatte und ausgezogen war. „Auf uns!“ Eva und Silvia schauten jetzt beide Anja erwartungsvoll an, was sie denn als Trinkspruch erwidern würde und setzten Anja so unter Zugzwang, dass sie mit „Auf uns und einen Urlaub ohne Geheimniskrämerei!“ antwortete. „Auf uns!“ Die Damen tranken jetzt aus den Gläsern und gaben damit indirekt zu verstehen, dass sie keine weiteren Trinksprüche erwarteten, den Herren war es recht. „Meinst Du das ernst?“ „Was?“ „Keine Geheimniskrämerei!“ „Ja! Martin war ja ständig in meiner Abwesenheit am Telefon und ihr wusstet das, warum habt ihr mir nicht … !“, sie ließ die weitere Ausführung des Vorwurfs sein. „Okay. Gut. Was müssen wir dieses Jahr also wissen?“ „Wie meinst Du das?“ „Na, ja, letztes Mal hatte Martin eine Affäre, Du hattest es bereits geahnt, hast ihn fast auf Schritt und Tritt kontrolliert und dann … bumm … hat’s geknallt!“ Anja schaute schnell zu Heiko, diese Details waren eigentlich von Interesse für ihn, sie hatte ihm nur in groben Zügen vom letzten Urlaub hier auf der Hütte erzählt, sie setzte an. „Also, wir, Heiko und ich …“ „…haben uns am 30.11. verlobt und bekommen im Juni ein Kind.“ setzte Heiko zum Entsetzen von Anja den Satz fort. Es waren auf alle Fälle zu viele Details und insgesamt nicht die Information, die sie ihren Freundinnen hier und jetzt hatte geben wollen. Silvia hob das Glas „Auf Anja und Heiko! … Und auf das Baby! … Und auf die geheime Verlobung!“ „Auf Anja und Heiko!“ Anja schien jetzt doch irgendwie erleichtert zu sein, auch wenn Silvia ihren Toast mit einem leicht angespannten Tonfall ausgesprochen hatte. Stefan erhob nun die Stimme und verlor sie auch nur deswegen nicht in der gleichen Millisekunde, weil Silvias Blick nicht wirklich Laserstrahlen erzeugen und ihm den Hals durchschneiden konnte. „Silvia war im Sommer nicht an der Küste in einem Luftkurort …“ Ihre Augen fokussierten nun die seinen und diese hätten eigentlich, wie in der Szene in der Felsenkirche von Petra im Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug", flüssig aus seinen Augenhöhlen austreten müssen. „… sondern in einer Entzugsklinik im Odenwald um wieder gesund zu werden.“ Betretendes Schweigen, nur das Prasseln des Feuers im Kamin war zu hören.

„Auf die Gesundheit!“ „Auf die Gesundheit!“ Eva und Anja schauten jetzt Silvia an, einerseits mitfühlend und besorgt, andererseits auch gleichzeitig enttäuscht, dass sie es erst jetzt erfuhren. Silvia erzwang sich ein gequältes Lächeln und nahm dann einen etwas größeren Schluck aus dem Glas. Sie schaute nun Anja an und wie auf ein geheimes Kommando schauten beide dann Eva an. Thomas begann in der Sekunde an zu schwitzen, nicht das er es vorher nicht auch schon getan hatte, war es im Chalet doch geradezu heiß, aber mit dieser Situation hatte er total nicht gerechnet. Eva blickte ihn nun grübelnd an, ihr entging natürlich nicht, dass ihr Mann gerade wie auf heißen Kohlen saß. Mit einer Mikroexpression ihres Mundwinkels gab sie ihm zu verstehen, dass sie ihn durchschaut hatte. Thomas‘ Mikroexpression war eher nicht so mikro, denn er wurde dunkelrot im Gesicht. Das konnte nur noch schief gehen. „Ich vögele seit Ostern mit Daniel aus der Buchhaltung.“ Thomas blieb für einen Moment das Herz stehen, das hatte er nicht erwartet, er war geradezu erleichtert, hatte er doch etwas komplett anderes erwartet. Silvia, die gerade einen Schluck Schampus genommen hatte, prustete ihn direkt aus. „T’schuldigung! Waaaass?“ Anja starrte sie nur ungläubig an, ihr schwante Schlimmes, wieder so ein vermurkster Urlaub. Heiko und Stefan verhielten sich wie echte Männer einer Truppe, von der ein Mitglied tödlich von einer feindlichen Truppe getroffen worden war. Sie ignorierten das Geschehen, nahmen still einen Schluck und versuchten mit der Umgebung eins bzw. unsichtbar zu werden. Stefan schaffte das, am Kamin stehend, spielend, in dem er einen Schritt zurück ins Zwielicht trat.

Anja ergriff die Initiative „Weiß Thomas davon?“. Thomas dachte sich ‚Bitte keine Details. Trinkspruch und gut‘ aber seine Frau war gewillt zu antworten. „Sicher, Daniel vögelt ja auch Thomas. Also nicht Thomas direkt … sondern Steffi … genauer gesagt, Sissy Stefanie oder auch einfach nur Sissy oder Steffi oder Sissy Steffi, also Thomas Alter Ego, wenn er Röckchen trägt.“ Stefan konnte nicht mehr an sich halten, jedenfalls nicht mehr den Kelch, nicht den aus Indiana Jones sondern nur das Sektglas, es zersprang im Ständer für die Schürhaken. Thomas hatte genau das andere Problem, seine Finger krampften sich um den Glasstiel und sein Blutdruck war jenseits von Gut und Böse. „Bitte was?“ Eva wandte sich jetzt Silvia zu. „Mein Mann, Thomas, ist eine Sissy, eine Schwuchtel, eine Schwulette, eine bisexuelle, unterwürfige, kleine Schlampe, die es liebt im Fummel herum zu stöckeln, hart genommen zu werden, echten Männern einen zu blasen und Gottseidank auch jederzeit meine Vagina göttlich ausleckt.“ Silvias Blick wechselte von stark irritiert zu grotesk schockiert, ihr Versuch einen weiteren Schluck zu nehmen scheiterte daran, dass sie den Rand des Glases einen fingerbreit von ihren Lippen entfernt hielt. Eva gab ihr den coup de grâce. „Eigentlich hatte ich Steffis Lieblingsröckchen nur für die letzten zwei Tage mitgebracht, an denen ihr schon gefahren seid, aber jetzt kann sie … also Thomas … sie ja auch die ganze Zeit tragen. Vielleicht kaufe ich ihr im Dorf noch was dazu.“ Thomas‘ Puls war außerhalb jeder als medizinisch unbedenklich eingestuften Skala und er hörte das Blut durch seine Ohren strömen, seine Augen waren prall wie Gaskartuschen und sein Herz war jenseits der 3 Hertz. Anja lachte auf einmal laut los, hemmungslos, ansteckend und mit vollem Körpereinsatz. Silvia, Stefan und Heiko stimmten erleichtert mit ein, waren sie Eva doch glatt auf den Leim gegangen. Eva war dafür bekannt, andere hinter die Fichte zu führen und in ihren Späßen auch nicht prüde, ja, Eva hatte sie erstklassig verladen. Eva lächelte und lachte nun ein wenig mit, die anderen, die sie genau im Blick hatten, fühlten sich bestätigt, erleichtert, eine Bärengeschichte, aufgebunden und das Fell verkauft, das sich gut vor dem Kamin gemacht hätte. Eva ging auf Thomas zu und gab ihm einen zärtlichen Kuss, auch er schien erleichtert zu sein, hatte Eva doch anscheinend ihre Geschichte so aufgetischt, dass die anderen sie für einen Jux hielten. „Oh, Eva, immer für einen Spaß zu haben! Du hast uns echt schockiert! Ganz die alte, wie damals in der Mathe-Vorlesung.“ Eva war nur mit einem Ohr bei Anja, sie küsste noch immer Thomas, hielt mit einer Hand noch immer das Sektglas fest und hatte nun endlich mit der anderen Hand Thomas’ Hosenknopf auf, der als Letztes – Gürtel und Reisverschluss hatte sie bereits im Eifer des Beginn des Kusses geöffnet gehabt – noch seine Hose auf Hüfthöhe gehalten hatte. Die Jeans glitt – für Thomas und Eva nicht überraschend - seidig glatt und zügig gen Boden und gab nun den Blick frei auf sein Paar schwarze Feinstrümpfe, die von Strapsen gehalten, seine makellos glatten Beine bedeckten. Eva beendete den Kuss, trat hinter Thomas, umschlang ihn und streifte so seinen Pullover nach oben, so dass alle problemlos seinen schwarzen Seidenslip und den Strumpfbandhalter sehen konnten. Der schwarze Seidenslip gab seinem Namen keine Gerechtigkeit, da er trotz seiner Farbe so rein gar nichts zu verstecken vermochte. Man hätte im Schein des Kaminfeuers sicherlich problemlos eine Zeitung durch ihn hindurch lesen können, aber Silvia, Heiko, Stefan und Anja starrten nun lediglich gebannt auf ein tiefrotes Plastiketwas mit einem kleinen Vorhängeschloss, das Wasserhahnmäßig an der Stelle war, wo sonst, so waren sich alle anatomisch völlig einig, ein männlicher Freudenspender hätte sitzen sollen. „Tada!“ Thomas Puls hatte ich in den letzten zehn Sekunden gefühlt verdoppelt und sein Blutdruck konnte man sicherlich inzwischen an jeder Reifenfüllstation einer beliebigen Tankstelle messen. „Oh mein Gott!“ „Was ist das?“ „Fuck!“ „What da fuck!“ „Ist das …?“ „Was zum Henker …?“ Eva musste innerlich lachen, immerhin hatte sie kein betretendes Schweigen erzeugt, Fragen waren immer gut, Fragen konnte man beantworten und wo keine Fragen offen waren, war alles in bester Ordnung.

„Das ist ein Keuschheitskäfig für Männer … oder … Sissies … wie Steffi. Das ist Steffis Keuschheitskäfig. Steffi hat auch einen Keuschheitsgürtel, der ist bequemer, aber der ist noch da drüben in der Sporttasche, eigentlich für die letzten Tage und die Rückfahrt, aber sie wird ihn dann ab morgen tragen. Süß nicht?“ Sie presste nun ihre Armbeugen um Thomas‘ Hüfte, um seinen Pullover oben zu halten und um mit ihren nun freien Händen den Slip nach unten zu ziehen. „Trägt er das immer?“ „Ja, zuerst schon. Dann bekam sie ihren Keuschheitsgürtel. Den Käfig sollte sie jetzt zum Skifahren tragen, aber der Gürtel geht sicher auch.“ „Und Du hast den Schlüssel?“ „Ja. Und auch nur ich! Ich kann ihr nicht vertrauen, zack aufgeschlossen und freie Hände und schon wichst sich meine kleine Steffi so schnell es geht.“ Heiko waren das entschieden zu viele und zu intime Details. „Das heißt er kann mit dem Ding nicht …?“ „Nein, kann sie nicht, deswegen heißt es ja auch Keuschheitskäfig!“ „Wieso sie?“ „Sie? Ach so, Steffi ist eine Sissy und Sissies werden von Natur aus als Frauen, na ja, Fast-Frauen gesehen. Zuhause ist Steffi immer Steffi, auf der Arbeit ist sie noch Thomas und … bisher für euch auch Thomas, aber nun kann sie auch hier endlich Steffi sein.“ „Habt ihr noch Sex?“ „Sicher!“ „Damit?“ „Nein, natürlich nicht, mit diesem Mini-Schwänzchen war das sowieso fast unmöglich. Nein, wir machen’s wie Lesben, Steffi und ich. Nicht wahr, Steffi?“ Thomas ignorierte die rhetorische Frage und hätte am liebsten das ganze Chalet ignoriert, aber den Zeitpunkt hatte er unten in der Talstraße mit der Karte auf den Knien verpasst. „Läuft er immer so rum?“ „Sie! Steffi! Ja, unten drunter trägt sie das immer.“ „Auch das Kunststoffdingen?“ „Ja, oder halt das aus der Sporttasche da hinten, das zeige ich euch dann morgen.“ „Und wieso?“ „Weil es ihr gut tut und ich es will!“ „Einfach so?“ „Einfach so!“ „Er … Sie schaut aber nicht so aus!“ „Ach, das ist nur der Schock, da Chalet hat doch einen Whirlpool, spätestens da hättet ihr ihren Keuschheitsgürtel oder ihren Keuschheitskäfig gesehen.“ „Hat er dich betrogen?“ „Nein, hat sie nicht … und sie wird es auch nicht … und … wenn Daniel sie vögelt bin ich ja schließlich dabei!“ Heiko schritt jetzt ein und hob sein Glas „Auf die Partner die nicht betrügen!“ „Auf die Partner!“ Stefan sprang ihm bei „Es gibt einen Whirlpool? Ist er oben? Ist der schon an?“ Silvia sah ihn an, als hätte er gefragt, ob ein Kreis rund sei. Sie erklärte ihm, dass der Pool draußen in einer kleinen Hütte sei und er natürlich heiß sei, da er ansonsten bereits ein Block Eis gewesen wäre. Heiko übernahm den Staffelstab, zog demonstrativ seine Schuhe, seine Hose und seinen Pullover aus, rief „Erster!“ und verschwand durch die Terrassentür, die er offen ließ, Richtung Hütte. Thomas drehte seinen Kopf zu Eva, die ihm unmerklich zunickte und dann entledigte auch er sich seiner spärlich verbliebenen Kleidungsstücke und rannte lediglich mit seinem Plastikkäfig zum heißen Blubberwasser.

„Wow!“ „Was ‚Wow‘?“ „Ich weiß nicht, von was ich mehr schockiert bin, von Dir oder von Silvia!“ „Such es Dir aus!“ „Hat er Dich betrogen?“ „Nein!“ „Ist er schwul? Lasst ihr euch scheiden?“ „Gott nein! Sie, Stefanie! Meine Sissy gebe ich im Leben nicht mehr her!“ „Aber wolltest Du nicht immer einen Mann, der … der … der es Dir richtig … der Dich richtig ...?“ „Besorgt? Liebt? Ja, Stefanie tut genau das! Kein Frust mehr mit schlechtem Sex, kein männliches Rumgezicke, kein Machogehabe, keine Balzereien, kein gar nichts. Sie macht was ich will wann ich will und Punkt.“ „Und er … sie … stört es Dich gar nicht, dass … sie ... demnächst … ihr beide?“ „Das sie wie eine Frau rumläuft? Oh ich liebe es jetzt schon zuhause und kann es gar nicht erwarten. Am liebsten würde ich mit ihr morgen schon … aber da sind die Geschäft ja zu …“ „Hallo! Touri-Ort! Die sind in der Saison 7 Tage auf, außer zu Meßzeiten!“ „Stimmt, super!“ „Meinst Du das geht gut, die Woche?“ „Wieso? Schau sie Dir an, sie sitzen doch schon in einer Wanne!“ „Hast auch Recht!“ „Tut dieser Käfig eigentlich weh?“ „Was? Nein, nein, ganz und gar nicht. Eingewöhnen, ja, wehtun, nein!“ Anja wurde direkt. „Willst Du etwa ihren Käfig für Stefan …?“ „Du sagtest, Du hättest noch einen Gürtel? Würde der Käfig denn passen? Ich meine von der Größe.“ „Ist Stefan denn so viel kleiner gebaut als Steffi?“ Silvia musste lachen „Nein, nein, sonst wäre er nicht hier!“ Nach einem herzhaften Lachen aller antwortete Eva nur „Klar. Du kannst ihn gerne auch sofort anlegen. Im heißen Whirlpool ist das ein Kinderspiel. Nein warte, das mach dann besser ich, bzw. ich helfe Dir dann. Dann ist das eine Sache von Sekunden.“ „Du willst an Stefan rumfummeln und …?“ „Sowie Du damals an Ansgar!“ „Okay, schon verstanden, kein Problem. Revanche. Machen wir so!“ „Ansgar?“ „Das war vor Deiner Zeit, Anja.“ „Ihr habt Ansgar nie erwähnt, welcher Ansgar?“ „Ansgar aus dem Maschinenbau. Der Fachschaft-Ansgar, der …“ „Komm lass es, das können wir ihr noch die ganze Woche erzählen. Die haben einfach die Tür nicht richtig zugemacht!“ „Dein Mann hat die Tür nicht richtig zugemacht!“ „Ja, Steffi hat die Tür nicht richtig zugemacht. Aber gleich bekommt sie erst einmal eine unerwartete und unverdiente Belohnung. Sei’s drum. Einen Moment!“ Eva ging in den Vorraum zu ihrer Sporttasche und kam dann nach einigen Augenblicken mit einem schwarzen Keuschheitskäfig zurück. „Noch einer? Wie viele habt ihr davon?“ „Reichlich, aber nur die beiden und der Gürtel hier. Den hier trägt sie, wenn es absolut dezent sein muss.“ „Kann sie denn dann nicht einfach nichts tragen?“ „Nein! Hier, für Heiko.“ „Für Heiko? Spinnst Du! Der wird den im Leben nicht tragen!“ „Oh, schon wieder ein Liebhaber, der vorzeitig abreist?“ „Das macht er nie! Das würde er nie machen! Er steht absolut zu mir und nur zu mir!“ „Gut! Beweise es!“ „Was?“ „Sag ihm, das sei ein Treuetest, eine Art Prüfung, entweder das Ding oder Aus die Maus!“ „Hast Du sie nicht alle?“ „Steffi wird gleich ihren Käfig an Stefan abtreten und sobald der ihn anhat, werden Silvia und ich ihn daraufhin anmachen und dann werden wir Heiko sagen, dass wenn er kneift, eigentlich direkt gehen kann!“ „Das macht er, er setzt sich ins Auto und ist weg!“ „Guter Hinweis. Eva legst Du die Autoschlüssel beiseite!“ „Welche?“ „Alle!“ „Und wohin?“ „Dort auf dem Kaminsims steht eine leere Vase, schmeiß sie da rein.“ „Okay, dann werden Du und ich uns ein wenig bemühen müssen, im Pool. Verstanden?!“ „Ernsthaft?“ „Ernsthaft!“ „Und Du?“ „Ich werde Steffi einen Handjob verpassen, den sie im Leben nicht vergessen wird und im Bett bekommt sie dann ihren Gürtel an.“ „Warum nicht im Whirlpool?“ „Das verschreckt nur Stefan und Heiko! Die können ihn sich auch morgen Abend noch in aller Ruhe ansehen!“ „Stimmt auch wieder!“ „Los?“ „Halt, ich bin noch eingepackt wie ein Michelin-Männchen!“ „Wieso eigentlich, hier drin ist es so heiß, hier könntest Du Kakteen züchten, Du Frostbeule!“ „Bla, bla, bla. Ich hab halt nicht so viel Fett auf den Rippen wie andere, bäh!“ „Na, dann stolpere besser nicht draußen im Schnee!“ „Wag es!“

Die drei Freundinnen verließen zusammen das heiße Zimmer in den eiskalten Abend hinaus und eilten zu der dampfenden Hütte. Als sie sich genug aufgeheizt hatten, setzten sie ihren diabolischen Plan wie ausgeheckt um. Silvia hatte alles fest im Griff und nachdem sie ihrem Gatten ins Ohr geflüstert hatte, was ihn nun erwartete, fiel er fast in eine Schockstarre und Eva hatte kinderleichtes Spiel. Heiko war geschlaucht, abgelenkt und von dem Jagertee, den der Besitzer freundlicherweise in einem kleinen Kochtopf in der Ecke der Hütte angerichtet hatte, bereits so angeknockt, dass er das stille Drama um Stefans Männlichkeit gar nicht richtig mitbekam. Steffi hatte direkt, als sich Eva ins Wasser und ihre Arme gleiten ließ, eine Zusammenfassung des Plans erhalten und war nur allzu bereitwillig für eine Spende gewesen. Eva und Anja tuschelten dann noch eine Planänderung aus, die sich äußerst vorteilhaft ergeben hatte. Hierbei bekam Heiko die besondere Rolle, bei jeder Runde Jagertee einen dreimal so vollen Becher zu bekommen und zudem exklusive Nachschenkrechte. Stefan, der bereits Keuschheitskäfigtechnisch mit dem Exemplar von Steffi versorgt worden war, ließ zwar kurzfristig reinen Neid aufkommen und wollte ebenfalls mehr haben, aber ein gezielter Griff von Silvia, ein Knabbern am Ohrläppchen und ein paar energische, geflüsterte Worte änderten seine Meinung und er begnügte sich einfach mit dem Rest in seinem Becher. Für Heiko jedoch hatte der Topf fast keinen Boden und als es dann doch soweit war, konnte er sich kaum noch über Wasser halten. Zu dritt griffen die Freundinnen nun zu und stülpten das kleine Schwarze auf das noch kleinere Fleischfarbene und schon hieß es „Mission accomplished“. Eva durchzuckte beim Zudrücken des Bügelschlosses ein Hitzeschauer, der noch heißer als der Whirlpool war, sie lächelte Silvia zufrieden an, glitt dann zu Steffi und ließ sie auf ihrem Schoß nieder. Steffi hielt inne, ließ los und gewährte Eva eine Talfahrt, wo noch eben seine Faust auf- und abgefahren war, das war nun die echte Krönung. Silvia, nicht ganz langsam im Oberstübchen, gab ihrer Freundin nun Rückendeckung und nahm genauso Platz auf dem Schoß ihres Liebsten, um Stefan innig zu küssen. Anja hingegen konnte ihrem Heiko lediglich von der Seite küssen, da sie seinen Arm um ihren Hals schlang, sich so gut es ging abstütze und verhinderte, dass sie beide untergingen. Heiko war willig, aber seine Küsse waren alkoholbedingt eher unschön. Ganz im Gegensatz zu Eva, die es superschön fand, dass Steffi hart wie Tragseil war und ihr in den letzten Minuten den ganzen Stress der Vorurlaubszeit, der Packerei und der Fahrt aus dem Leib gevögelt hatte. Ja, sie war nicht die Bestgebaute, aber in diesem Moment, im Whirlpool, war sie einfach nur die Richtige. Zwei möglichst dezent verlaufende Orgasmen später war der Abend allseits gelaufen. Im Jagerteepott schmolz nun Schnee allein durch die Raumtemperatur, Thomas und Stefan halfen einem nahezu bewusstlosen Heiko bis ins Bett, Anja und Silvia schauten, dass alles über Nacht zu und sicher war, und endlich auf ihrem Zimmer angekommen, legte Eva ihrer Steffi noch vor dem Zubettgehen endlich ihren Keuschheitsgürtel an. „Du warst großartig!“ „Musste das sein?“ „Ja … keine Geheimnisse!“ Sie küsste Steffi und hätte sie am liebsten ein weiteres Mal gevögelt aber kaum war es unter der Bettdecke einigermaßen warm, war sie auch schon fest eingeschlafen.

Der nächste Morgen war – nett formuliert – unentspannt. Stefan hatte ein Gesicht wie sieben Tage Regen war aber ansonsten ruhig, Silvia ließ ihn keine Sekunde aus den Augen. Steffi war semi-entspannt, da sie lediglich ihre neue Funktionsunterwäsche – natürlich über ihrem KG - tragen durfte, die komplett in einem frischen Rosé-Farbton gehalten war. Heiko war offen ungehalten und versuchte eine Endlosdiskussion anzuzetteln, die aber mangels Resonanz in einem Monolog ausartete. Anja versuchte weder zu besänftigen noch zu beschwichtigen, sondern verwies einfach auf das Gespräch, das sie unter vier Augen auf dem Zimmer gehabt hatten und das es halt nun mal so sei, wie es war. Natürlich hatten alle anderen jenes Gespräch unter vier Augen Wort für Wort mitbekommen und hielten es für klüger, sich nicht einzumischen. Eva kümmerte sich nach dem Frühstück einfach um ihre Ausrüstung und Anja gesellte sich hoffnungsvoll zu ihr, um dem andauernden Monolog ihres Freundes zu entkommen. Mit einem Mal durchzuckte es Eva und sie drehte sich zu den Skianzügen um. Anja hielt inne „Was?“ „Wie groß bist Du?“ „Wie eh und je … 1,78 … mit Stöckeln 1,90“ „Steffi ist 1,82!“ „Ja?!“ „Würdest Du mit ihr Deinen Skianzug mit Steffi tauschen?“ Anja drehte sich nun um und sah die beiden Anzüge nebeneinander hängen, der von Steffi war ein dezenter schwarz-weiß gehaltener Anzug, ihr Anzug war eine übergroße Mon Cheríe Praline. „Meinst Du der passt … ihr?“ „Bestimmt!“ „Okay!“ Eva war über so viel Spontanität beinahe erstaunt. „Steffi! Kommst Du mal!“ Zwei Minuten später war der Tausch geritzt, Steffi war halb erleichtert halb verunsichert. Zum einen trug sie nun glasklar einen Frauenanzug, zum anderen war jetzt auch klar, dass Eva sie auch sonst maximal weiblich aufbrezeln würde. Eine Stunde später konnte sie das Ergebnis in der Talstation allen anderen Gästen und Einheimischen präsentieren, jedenfalls, das was man von ihr sehen konnte. Lackierte Fingernägel, pinke Lippen, geschminkte Augen unter einer Damensonnenbrille und ein zartrosa Sonnenschutz auf den Wangen.

Ihr anfängliches Unbehagen war unbegründet, aus ihren Chalet-Mitbewohnern war sie niemandem aufgefallen, alle waren entweder mit ihrer Arbeit oder dem Ergattern der besten Plätze vollauf beschäftigt. Und so verlief auch der weitere Tag, selbst auf der Almhütte bei der Jause nahm niemand Steffi zur Kenntnis. Gegen halb vier entschieden sich alle, den ersten Tag mit einer Talabfahrt zu beschließen. Silvia, die sich am besten auskannte, schlug die Route vor, die nicht in das Gedränge der Talstation führte, sondern die alternative, lange Route über etliche Ziehwege ins Dorf. Das hatte den Vorteil, dass sie von dort in einem nahezu leeren Bus auf dem Weg zur Talstation auf halber Strecke an ihrem Chalet aussteigen konnten. Am Ende dieser Talabfahrt war sogar ein großes Hotel mit Service, bei dem sie gegen einen kleinen Obolus ihre Skiausrüstung stundenweise in Verwahrung geben konnten. Ein Umstand, den Steffi eher mittelprächtig fand, da ihr ihr Helm weitaus mehr Privatsphäre geboten hatte als ihre rosa Skimütze. Da Eva sowieso mit ihr einkaufen wollte, trennten sie sich und verabredeten sich zum Kaffee am besagten Hotel. Stefan, Heiko wollten eh keinen Meter mehr machen, Silvia und Anja war das nur recht und in dem edlen 5*-Hotel konnte man selbst in Ski-Klamotten auf der Terrasse bella figura machen und den zumeist Russen dabei zusehen, wie sie die wirklich, wirklich teuren Sachen spazieren führten. Etliche der Damen waren superschlank und supersportlich aber Anja bezweifelte, dass sie ihre makellosen Gesichter mit einer Schlitterpartie über ziemlich lange Eisplatten in Gefahr bringen würden. Die schon von weiten erkennbaren Embleme maximal nobler Ausstatter hatte sie oben am Berg nur in den ganz flachen Stücken vor der Bergstation und im überwiegenden Maße auf der Sonnenterasse gesehen. Sie schaute kurz zu ihrem Freund, der der Russin lang hinterherschaute, und drehte ihren Kopf dann wieder weg. Geschah im recht, geschah im Recht, in diesem Moment gönnte sie ihm seinen Käfig voll und ganz, es würde ein Nachspiel haben. Sie schaute wieder zu ihm rüber, lächelte ihn unverblümt an und griff seine Hand. Silvia hatte es besser im Griff, immer wenn eines dieser sündhaft teuren Geschöpfe an ihrem Tisch vorbeiflanierte, lenkte sie Stefan mit einem Gespräch ab, bei dem er sie notgedrungen ansehen musste und zu ihrer äußersten Befriedigung merkte er noch nicht einmal, was sie mit ihm trieb.

Unterdessen waren Steffi und Eva bereits schon wieder auf dem Rückweg vom äußersten Ende der Einkaufsmeile. Thomas war sich sicher, dass er keine der Verkäuferinnen hatte täuschen können und alle Verkäuferinnen waren sich sicher, dass sie Thomas so bedient hatten, als hätte er dies perfekt getan. Na ja, eine Verkäuferin hatte ihn ganz sicher durchschaut, aber das junge Mädel, die Tochter der Inhaberin, war auch erst in ihrer ersten Saison als angehende, vollwertige Verkäuferin und ihre Mutter hatte sie gleich beim zweiten Satz abgelöst und zu einem völlig trivialen, alten Pärchen aus Übersee geschickt. Steffi war Chefinnen-Sache, das hatte sie in dem Moment erkannt, als ihre Tochter ihren Job begonnen hatte. Zudem hatten Eva und die Inhaberin sogleich die richtige Chemie, um nicht zu sagen, eine überaus kostspielige Chemie und für die nächste Dreiviertelstunde drehte sich alles nur um Steffi. Das Modegeschäft hatte alles, vom Kopf bis zum Fuß, natürlich hauptsächlich Trachten, einige moderner viele traditionell und auf Nachfrage auch Artikel eher für die heimische, arbeitende Bevölkerung. Eva konnte die Modelle natürlich nur gut vor dem Spiegel begutachten, der natürlich nicht in der Umkleidekabine war, die selbst eine Sardinenbüchse in Platzeffizienz überboten hätte. Steffi war nach der zweiten Tracht und zahllosen Blicken in das Geschäft soweit heruntergekommen, dass sie alle weiteren Ankleiden klaglos über sich ergehen ließ. Ebenso die Kommentare von Frau Schirngruber, so hieß die Inhaberin, und Eva, die nach Lösungen für Probleme suchten, die niemand gehabt hätte, insbesondere Frauen, für die diese Trachten eigentlich zugeschnitten waren. Aber Frau Schirngruber war verkaufstüchtig, mit vorpubertären Girlies aus der westlichen Hemisphäre und anatomisch nicht besonders markanten Damen aus der fernöstlichen Hemisphäre vertraut und gut sortiert. Am Ende waren es fünf Tüten und ein freundlich dankbarer Blick, als Steffi Frau Schirngruber Thomas‘ Mastercard hinhielt und der vierstellige Betrag problemlos abgebucht wurde. Nach einem eher unspektakulären Zwischenstopp in einer Drogerie gesellten sie sich dann endlich zu den anderen. „Na fündig geworden?“ Heikos Frage bedurfte keiner Antwort. Der Ober war sofort zur Stelle und nahm die Bestellung über zwei heiße Kakao mit Cointreau ohne mit der Wimper zu zucken auf. „Was hast Du Dir denn Schönes gekauft?“ Eva wusste, dass Anja die Frage an sie persönlich gerichtet hatte und mit Sicherheit vermutete, dass in den Tüten, die eindeutig aus Damengeschäften stammten, etwas für sie sein würde. „Ein paar Kleinigkeiten für Steffi. Sie hatte ja nur was für kommendes Wochenende dabei.“ Nun blickten sie alle an, außer Steffi, die bemüht desinteressiert schaute, so dass niemand auf die Idee kam, dass der Tüteninhalt für sie gedacht war. „Oh, wir zeigen euch das gerne nachher in Ruhe im Chalet!“ Nein, das war nicht das, was Steffi sich gedacht hatte, aber immerhin gab es sofort einen Themenwechsel. Ihr Einkauf hatte wohl doch länger als gewünscht gedauert und so wurde direkt gezahlt, als ihr Kakao gebracht wurde. Nachdem dieser dann auch endlich eine trinkbare Temperatur erreicht hatte, fühlten sie die beiden irgendwie genötigt, die Tassen schnellstmöglich zu leeren. Die Skier ausgelöst, die Busstation erreicht, zusammen mit ein paar Einheimischen, die so aussahen, als würden sie die halbe Nacht Pistenraupen fahren, den Bus bestiegen, an ihrem Dreieck ausgestiegen und dann zu Fuß die letzten paar hundert Meter erklommen, das war der Nachteil eines solchen Chalets.

„Was nun? Umziehen, Duschen, Whirlpool, Essen oder erst Essen und dann Whirlpool?“ „Auf keinen Fall! Aber nur kurz in den Whirlpool zum Muskelentspannen, nach einer Viertelstunde kriegt mich da sonst keiner mehr raus.“ „Jupp, bei mir genauso?“ „Wollt ihr zuerst? Dann habt ihr mehr Platz!“ „Ja, super Idee.“ Eine Stunde später waren alle einmal im Whirlpool, der Kamin, vielmehr das Holz im Kamin brannte, das Käsefondue war abgeschmeckt und der Tisch gedeckt. „Ziehst Du Dich eben um!“ Steffi schaute Eva fragend an. „Ich kümmere mich schon um den Wein. Zieh Du Dich um und mach Dich hübsch. Am besten das rote!“ Steffi nickte nur, viel lieber hätte sie ihre Trainingsanzug anbehalten, aber Eva würde insistieren. „Und Steffi?“ Sie drehte sich noch einmal um. „Denk an die Polster!“ Natürlich, die Polster oder vielmehr die Einlagen in dem Push-Up-Bra, der aus einem knappen A-Körbchen ein pralles C-Körbchen zaubern konnte. So oder so ähnlich hatte es Frau Schirngruber formuliert gehabt. Silvia, die das Brot schnitt, hatte mucksmäuschenstill zugehört. „Das rote?“ Eva blickte zu ihr und schaute beseelt. „Ja, das rote. Ein zauberhaftes Dirndl, dezent, geschmackvoll, eigentlich zu gut zum Arbeiten und schlicht aber schick genug für die Sonntagsmesse. Eines, das auch von den einheimischen Frauen hier getragen wird, kein Touri-Nepp.“ „Oh! Habt ihr noch mehr für sie gekauft?“ Das „sie“ war Silvia inzwischen überraschend leicht von den Lippen gegangen. „Ja. Alles war für sie.“ „Was? Alle Tüten?“ „Ja, sie hatte doch fast nichts.“ „Du meinst es echt ernst, hmm?“ „Hör zu, das ist kein Spiel oder so, das ist Ernst. Steffi ist Steffi, je mehr, je öfter, je besser, je einfacher. Sie war in dem Laden heute einfach zauberhaft. Irgendwann war sie ganz sie selbst und hat sich um nichts geschert. Ich habe die anderen Kundinnen aus dem Augenwinkel beobachtet, etlichen hat man angesehen, dass die erst Steffi und dann Thomas gesehen haben. Aber Steffi war da bereits bis zum Schluss herrlich sie selbst. Ach wäre das schön, wenn das immer so wäre.“ „Entschuldige, ich …“ Silvia umarmte Eva und schaute ihr dann in die Augen. „Steffi! Steffi! Steffi! Steffi! … Steffi!“ Eva nickte, hoffentlich war der Groschen gefallen. Silvia kümmerte sich nun wieder um das Brot und Eva entkorkte eine weitere Flasche Wein. Anja kam herunter und half, die Sachen auf den großen Esstisch zu stellen. Es wurde kalt, Stefan und Heiko kamen gut gelaunt herein, immerhin etwas. „Da seid ihr ja. Wir warten schon!“ „Sicher. Sieht man.“ „Wo wollt ihr hin?“ „Nach oben, uns umziehen.“ „Nix da, wir essen jetzt!“ „So?“ „Ist euch etwa kalt?“ Das war eher eine rhetorische Frage, den sie hatten dicke Baumwollbademäntel um und im großen Zimmer herrschten schon wieder subtropische Temperaturen. „Na gut, was gibt es denn?“ „Käsefondue, Salat, grobe Würste für die mit Bärenhunger und einen hiesigen Rotwein von 2009.“ „Überredet. Wo ist Thomas?“ Stefan bekam keine Antwort, stattdessen schauten ihn die Damen mit in die Hüften gestemmten Händen und bösen Blicken an. „Äh … wo ist Stefanie?“ „Stefanie?!!!“ „Ich komme.“ „Da ist sie … also da kommt sie.“ Alle schauten nun zur Treppe. Das erste was man sehen konnte, waren Pumps aus rotem Velourleder, die mit einer prächtigen Silberschnalle verziert waren, dann weiße, feine Strümpfe und ein tiefrotes, reich besticktes Dirndl aus dem oben eine weiße Bluse herauslugte. Steffis Make-Up war dezent aber eindeutig sichtbar und ihre Frisur war für alle außer Eva total ungewohnt aber absolut typgerecht und ebenfalls eindeutig feminin. Aber das hatten alle, diesmal auch Eva mit eingeschlossen, nur am Rande wahrgenommen, denn ihrer alle Blicke lagen auf Steffis Dekolletee. Die Kombination aus eng geschnürter Trachtentaille, der Magie des Push-Up BHs und der Einrahmung durch die Bluse hatten den Effekt, dass Steffi einen Busen präsentierte, der zahllose, weniger damit gesegnete Frauen in Evas, Silvias und Anjas Bekanntenkreis neidisch bis rasend gemacht hätte. Stefan und Heiko hatten Gottseidank nichts in der Hand, denn das wäre ihnen glatt aus denselben gefallen. Ihre Käfige, die im heißen Whirlpool noch so entspannt mit ihrer Umgebung harmoniert hatten, zettelten in diesen Sekunden den 3. Weltkrieg an. Wie die Klauen einer Kiesschaufel am Entladeterminal eines Binnenhafens frästen sie sich jetzt Stefans und Heikos beste Stücke rein und beide wussten nicht wieso. Waren sie einfach nur verwirrt und der simple Anblick von zwei prächtigen aber falschen Möpsen hatte sie in diesen Zustand versetzt oder schlummerte tief in ihnen beiden schon drin, dass sie eines Tages genau so enden könnten. Sie konnten vor Schmerzen diese Frage nicht beantworten und gafften einfach weiter auf die Spalte in der Mitte Kinn und Bauch. Evas Reaktion war weniger schmerzhaft, ihr lief lediglich eine Freudenträne über die linke Wange, zufällig über jene, die niemand sehen konnte und sie war überwältigt, wie gut Steffi in ihrem Outfit aussah. Silvia und Anja stockte der Atem, war das wirklich noch Thomas, oder war das eine Nachbarin, die über den Balkon gestiegen war und sich nun einen von Evas Scherzen erlaubte. Das Make-Up war perfekt, ihre Bewegungen waren perfekt und ja, auch sie konnten über das Dekolletee nicht hinwegsehen. Anja war von ihnen dreien am besten bestückt, aber auch Silvia hatte alles, was Frau sich wünschte und was Steffi das präsentierte, stand garantiert auf der Wunschliste zahllose Frauen. „Wow!“ „Wow!“ Na immerhin hatten die beiden ein Kompliment geäußert. „Gefalle ich euch?“ Steffi war nun unten angekommen, Eva hielt nichts mehr und sie stürmte auf Steffi zu, griff ihren Kopf, wollte sie stürmisch küssen, stockte und küsste sie dann ganz, ganz vorsichtig und zärtlich. Anja fiel spontan nichts Besseres ein, als zu klatschen und alle anderen schlossen sich dem gerne an. Eva geleitete Steffi nun zu einem Stuhl in der Mitte auf der anderen Seite des Tisches, schob ihn ihr gentlemanlike zurecht und setzte sich dann rechts von ihr. Die Flasche Wein mit dem Korkenzieher im Korken war ihr komplett entglitten, jedenfalls glücklicherweise nur aus dem Gedächtnis, und ihre Augen hafteten nur an Steffi. Zwei Augenblicke später kam auch bei den anderen Bewegung in die Sache, der Fonduetopf wurde vom Herd geholt, der Wein final entkorkt und das Abendessen begann endlich.

Es wurde lang, gemütlich, zärtlich, intim und für Steffi nicht besonders reichhaltig, da ihr ihr enggeschnürtes Dirndl hierbei einen Strich durch die Rechnung machte. Eva aß auch nicht allzu viel, sie hatte vielmehr damit zu tun, sich an Steffi satt zu sehen. Stefan und Heiko, total irritiert und verwirrt von den Schwingungen, die in der Luft lagen und den schmachtvollen Blicken, die Silvia und Anja den beiden schwerverliebten zuwarfen, taten das, was man in solchen Situation am besten tun konnte und aßen fast alles an Fondue auf. Irgendwie machte niemand die Unternehmung, den Ort des Geschehens auf die Sofas und Sessel vor dem Kamin zu verlagern und so war es schließlich Anja, die aufstand, die Teller in der Küche unter Wasser setzte und sich dann mit Heiko als erste verabschiedete. Aus ihrem Zimmer drangen später ihre lustvollen Geräusche und auch nur ihre. Nach einer intensiven, diesmal jedoch sehr, sehr leisen Diskussion über die flanierenden Russinnen am Nachmittag und der aus diesem Grund in Aussicht gestellten Möglichkeit, dass Teile von Heiko noch etwas länger in ihrem Plastikkäfig verbringen könnten, hatte er sich entschlossen, sie bestmöglich und egal wie auch immer einfach nur glücklich zu machen. Dem Vernehmen nach mit Erfolg.

Silvia war sich der Bedeutung dieses Abends voll bewusst und überließ Eva natürlich den Vortritt. Ihr kurzes Geplänkel mit Eva, wer, was ab- und aufräumen könnte, war nur der Form halber und ihnen war beiden klar, dass Eva an diesem Abend wichtigere Sachen im Kopf hatte, als das Feuer im Kamin zu löschen oder die Teller abzuräumen. Sie verabschiedeten sich und später am Abend waren sie beide nicht zu überhören. Das war in dem Moment auch gerade ganz passend, denn Silvia hatte Stefan über die ganze Situation zur Rede gestellt und hatte ihren Kopf auf seiner Brust und ihre Hand an der Quelle der Wahrheit. Natürlich hatte Stefan ihr gegenüber in diesem Quasi-Verhör sämtliche Irrungen und Wirrungen geleugnet, aber ihre rechte Hand spürte jede einzelne Lüge und jedes Körnchen Wahrheit, das er ihr ins Ohr hauchte. Mein Gott, was hatte Eva ihr da bloß für ein Geschenk gemacht. Sie hörte seinen Herzschlag und sie fühlte durch das dicke Plastik hindurch seine Spannung, seine Hitze, seine Zuckungen und vor ihrem inneren Auge sah sie ihn die Treppe herabschweben. Sein Gesicht, das sie so gut kannte, verfeinert, betont und umrahmt von seinen wunderbaren schwarzen Haaren, sie wünschte sich, dass die Woche schon zu Ende wäre und sie wieder daheim wären, wo sie diese Vision sofort angehen würde. Sofort, in einem Mal, kein Zögern, kein Zaudern, Fakten schaffen und damit leben. Guter Plan, sie schlief ein.

Am Freitag war es dann soweit, es ging nach Hause. Steffi und Eva blieben noch zwei Nächte, fuhren jedoch, anders als geplant kein Ski mehr. Vielmehr wechselten sie vom Frühstück zum Brunch zum Mittagessen, zum Tee und zum Abendessen durch die Restaurants, Hotels und zum Schluss durch die Clubs um zu sehen und gesehen zu werden. Sonntagabend waren sie spät wieder daheim und Montagmorgen war Thomas wieder im Büro. Zwischendurch traf man sich mehrmals zwanglos, zum Grillen im Sommer bei Steffi und Eva, im Herbst zum Brunch bei Silvia und Stefan aber es dauerte fast bis auf den Tage genau ein Jahr, bis sie sich wieder im Chalet einfanden. Vom Nachbarchalet am Fuße der Straße nicht ganz unbemerkt, denn die dortigen Herren der Schöpfung hatten abends bei der Ankunft und aus der Ferne durch die Fenster nur sechs überaus attraktive Damen in feschen Dirndln beim Abendessen gesehen und sich vorgenommen, dem in den nächsten Tagen auf den Grund zu gehen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ende

MfG & frohe Weihnachten
Matt



Wham! Feedback welcome!
224. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von kedo am 29.12.19 09:52

hallo Matt,

die letzte geschichte ist aber alles andere als ultrakurz. macht aber nix, die ist ebenfall von hoher qualität.

nachdem ich erst kürzlich über diesen thread stolperte, las ich ihn in den letzten wochen komplett durch. großes kompliment, besonders für deine geschichten in diesem offenen thread. ob ultrakurz (50 worte) oder etwas länger, ich mag deinen erzählstil sehr gerne. es gibt immer den augenzwinkernden moment, der den stories ein wenig die absolute ernsthaftigkeit nimmt - achtung, bdsm/fetisch = lachen verboten!
entgegen anderslautender stimmen, gefallen mir die etwas ausführlicheren geschichten noch besser, als die 50er.

ich wünsche einen gutes jahr 2020, mit vielen kreativen momenten.
225. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 29.12.19 17:58

Hallo kedo,

vielen, vielen Dank für das Lob und das Geständnis (?!), dass Du Dich durch alle UKGs durchgelesen hast . Ein Feedback wie Deines macht das Schreiben noch befriedigender (für mich). Es ist zwar schön, wenn der Thread-Lesezähler hochgeht, aber (konstruktive) Kritik ist das wahre Sahnehäubchen.

Gab es Highlights oder Settings, die Dich besonders angesprochen haben (Nr./Name)?

Bzgl. der Länge der (U)KurzGeschichte (hüstel, hüstel) "Last Christmas" muss ich meinerseits das Geständnis ablegen, dass ich eigentlich an einer anderen (U)KurzGeschichte schreibe, die aber aktuell zu einer (UK)Geschichte ausartet, so dass ich unbedingt eine Schreibpause und eine Ablenkung mit dieser spontanen, zum aktuellen Anlass passenden, (U)KurzGeschichte brauchte.

MfG
Matt

226. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Ihr_joe am 29.12.19 19:33

Nett, nein schön die Weihnachtsgeschichte!

Eine lange, lange, Kurzgeschichte da steht das Ultra eben für jenseits einer kurzen Geschiche.
Egal was, ich wurde gut Unterhalten.

Vielen Dank Ihr_joe

227. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von folssom am 02.01.20 23:12

Hallo MattBean,

ob kurz oder lang, ich lese all deine Geschichten sehr gern und finde sie (bis auf ganz wenige Ausnahmen), sehr gelungen.

Interessante Themen, gut geschrieben, schöne Wortspielerein, etwas Sarkasmus, was will man mehr?

Freundl. Gruß
228. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 06.03.20 17:46

Der Umzug


Es war 16 Uhr und Stefan war sei 5 Uhr auf den Beinen. Pünktlich um 6 Uhr waren die drei Männer vom Umzugsunternehmen vor seiner Tür gewesen und hatten seine Behausung der letzten Jahre bis auf die letzte Klopapierrolle in den LKW verfrachtet, der nun zwischen Sattelschleppern auf dem Autobahnrasthof stand. Die Männer waren richtige Kanten, denen man von weitem ansah, dass sie ihren Lebensunterhalt nicht mit Bleistifte anspitzen erarbeiteten. Selbst der Jüngste im Trio, Mitte zwanzig, war bestens durchtrainiert. Stefan fiel daher sofort auf, denn er war schlank, sehr schlank, fast schlaksig und hatte bisher keine Spuren eines rauen Erwerbslebens davongetragen. Momentan bestand auch nicht der Hauch einer Chance, dass welche hätten dazukommen können, er war schlicht arbeitslos. Das war auch der Grund für seinen Umzug, was aber nicht bedeutete, dass er wegen eines neuen Jobs umzog. Aber was ja nicht war, konnte noch werden.

Die Männer saßen vor ihren Bergen an Proteinen, also vor ihren Fleischbergen, und schaufelten sie Gabel für Gabel in sich hinein. Gut gelaunt und in ihrer Landessprache unterhielten sie sich über weiß Gott für ein Thema, aber angeregt, lachend und sehr wortreich. Stefan begnügte sich mit dem vegetarischen Menü des Rastplatzes, was eine Kombination zweier Beilagen der „normalen“ Menüs war. Für seine Auswahl hatte er grinsende Blicke und unverständliche Kommentare geerntet und ein „Iss, Du bist doch eingeladen. Da isst man. Richtig.“ Ja, sie waren eingeladen, Jutta hatte alles perfekt organisiert. Sie hatte die Umzugsfirma bestellt und zu ihm geschickt, sie war es, die die Männer bezahlte, die war es, die sie zu diesem Rastplatz dirigiert hatte und zum Essen eingeladen hatte. Der Chef der Truppe hatte das Geld vorgestreckt, aber da er Jutta scheinbar von früheren Aufträgen kannte, war Geld kein Thema, man kannte sich, man vertraute sich. Und außerdem hatten sie Hunger und noch mindestens fünf Stunden zu fahren um zu ihrer Halle zu gelangen. Sie würden dann am nächsten Morgen Stefans Möbel bei ihm abliefern, so hatte es Jutta ihm erklärt. Das Handy des Chefs klingelte, er schluckte ohne zu kauen und ging dann mit einem Lächeln dran. „Bialsko! … Guten Tag … Ja … Ja … Wir sind schon da … ja … im Restaurant und danke nochmals … ja … okay … Sie kommen … gut … Auf Wiedersehen.“ Es folgten ein paar chefmäßige Worte an seine Mitarbeiter in fremder Sprache, die daraufhin ihre Arbeitskleidung überprüften und in Ordnung brachten, dann richtete er sich an Stefan. „Die Chefin kommt. Ist gleich da. Schon auf dem Parkplatz.“ Stefan war einerseits freudig andererseits auch ein wenig erschrocken. Wenn sich Jutta so viel Mühe machte, ihn auf der Raststätte zu treffen, dann sicherlich nicht ohne Grund. Er nickte nur und beeilte sich, aufzuessen, etwas, was bei seiner kleinen Portion kein Problem war.

Wenige Minuten später bog sie auch hinter der Tresenbiegung um die Ecke. Jutta, vielmehr Herrin Jutta, war eine imposante Erscheinung. Stattlich, groß gewachsen, durchtrainiert aber nicht muskulös, elegant gekleidet und mit einer Aura von Erhabenheit und Führungsanspruch umgeben. So wurde auch umgehend der Ehemann von seiner Frau am Arm zurückgezogen und aus dem Weg bugsiert, der gerade von ihrem Tisch aufgestanden war. Ein kurzes, demütiges und entschuldigendes Nicken seitens der Frau begleitete diesen Akt und im Anschluss bekam er noch zu hören, dass er gefälligst aufzupassen habe. Währenddessen war Herrin Jutta und ihr zweiköpfiger Tross schon vorbei. In ihrem Schlepptau waren Thea und eine junge Frau mit großem Trolley, die Thomas noch nicht kannte. Seine Begleiter erhoben sich und begrüßten Jutta mit dem Respekt von langjährigen Dienstleistern, der von ihr auch entsprechend honoriert wurde. Erst dann hatte sie Augen für ihn. „Stefanie! Wie schaust Du denn aus? Völlig mitgenommen! Lass Dich umarmen!“ In dieser Kombination aus Lautstärke und Handlung musste es nun auch der letzte Gast in der Raststätte mitbekommen haben, dass sie ihn mit „Stefanie“ angesprochen hatte. Sie drehte ihn um und stellte ihn nochmal seinen Begleitern vor, die mit ihm zusammen bereits den gesamten Morgen verbracht hatten. „Das ist Stefanie, meine neue Muse, mein neues Kunstwerk! Ist sie nicht bezaubernd.“ Die Männer schauten Herrin Jutta lediglich freundlich an, so als hätte sie gerade selbst in einer ihnen unbekannten Sprache etwas geäußert. „Ach Thomasz, schau nicht so. Du weißt, ich kann zaubern!“ Jetzt nickte der Chef. Sie steckte ihm Geld in die Brusttasche der Latzhose „Fürs Essen.“ Thomasz‘ Blick wurde noch freundlicher. „Ich habe euch Thea mitgebracht, um wieder etwas Schwung in die müden Knochen zu bekommen. Wenn ihr bereits aufgegessen habt, serviert sie euch gerne einen Nachtisch. Euch allen, natürlich.“ Die drei Männer lachten sich begeistert an und jeder schien der erste sein zu wollen. Stefan hätte jetzt natürlich auf den Chef getippt, aber es schien sich zwischen dem Altgesellen und dem Junggesellen zu entscheiden und natürlich stach Ober Unter. Thea lächelte professionell und entblößte dabei ihre feste Zahnspange auf ihren nahezu perfekten Zähnen. Sie hatte keinen Grund unfreundlich oder mit der Wahl unzufrieden zu sein, denn in irgendeiner Reihenfolge hätte sie die Herren so oder so bedient, Pjotr stand geschmeidig auf, hakte Thea unter und beide gingen Richtung Sanitärabteilung. Stefan wusste, und sein Sanifair-Bon bewies es, dass dort ein mittelalter Afrikaner saß, der einen weißen Unterteller mit Münzen bewachte und jedem Gast, der das Drehkreuz passiert hatte, zur Begrüßung ein Papierhandtuch reichte.

Auch wenn dessen Deutschkenntnis höchst zu wünschen übrig ließen, war er jedoch inzwischen mit den hiesigen Sitten und Gebräuchen auch deutschen Autobahnraststätten so vertraut, dass er für die zwanzig Euro Trinkgeld, die ihm Thea charmant und unauffällig gereicht hatte, sogleich das Behinderten-WC aufsperrte und auch freundlich die Tür schloß.

Unterdessen stellte Herrin Jutta Sabine Stefanie vor. Sabine war ausgebildete Visagistin und in ihrem Trolley war ihr ganzes Handwerkszeug untergebracht, dass nur darauf wartete, an Thomas angewendet zu werden. Der dafür auserkorene Ort war das Wickelzimmer, das auf dem Gang zu den Toiletten lag. Sabine öffnete die Tür, fand es leer vor und bugsierte ihren Trolley hinein, die Tür für Stefan aufhaltend. Kaum zugefallen kam auch schon die Ansage. „Zieh Dich schon mal aus, ich habe Deine Sachen für Dich dabei.“ Thomas wusste, dass es sich um keine männliche Kleidung handeln würde. Feige wie er war, hatte er an diesem Tag lediglich einen schwarzen Seidenslip an und ansonsten umzugsgerechte Männerkleidung. „Den Slip auch!“ Nun gut, er machte den Braten in keinster Weise fett, verbarg sich unter ihm doch das in rosa Kantenschutz eingefasste Stahlschild seines Keuschheitsgürtels. „Oh, bist Du schlank, da werde ich ja fast neidisch.“ Sabine versuchte die Situation ein wenig mit Smalltalk aufzuheitern. „Hast Du eine bestimmte Vorliebe?“ „Dezent!“ kam es wie aus der Pistole geschossen. „Natürlich. Aber aus meiner Erfahrung weiß ich, lieber ein wenig mehr als zu wenig. Zu wenig macht stutzig und stutzige Leute schauen genau hin.“ Leute schauten immer hin, Leute gafften, Leute durchbohrten in mit Laseraugen, von vorne, von hinten, von der Seite, er nickte nur sich seinem Schicksal ergebend. „Trägst Du Kontaktlinsen?“ „Ja, wieso?“ „Jutta hat mir eine Brille für Dich mitgegeben … aber keine Bange, die wechseln wir ganz zum Schluss, dann kannst Du bis dahin alles sehen. Hier, wir fangen mit dem Korsett an.“ Das Korsett machte aus Stefans schlanker Taille eine Wespentaille und schob das bisschen Haut Richtung Hals. Dort wurde es durch das nächste Bekleidungsstück, einem Push-Up-BH, noch einmal mittig zusammengedrückt und durch die Pads im Volumen nahezu verdreifacht. Optisch hatte Thomas nun einen überaus femininen Busen über einer überaus femininen Taille. Unter die kam nun dank Schummelslip ein apfelförmige Hüfte samt ausladendem Hinterteil, dessen Konsistenz absolut naturgetreu war. Jedenfalls bei Personen, die keine Hungerhaken waren. Im nächsten Schritt kam die Maniküre, die rasant von statten ging. Sabine schnitt und feilte Thomas‘ Nägel in Form und klebte dann erstklassige French Nails darauf. Das UV-Licht aus der batteriebetriebenen Leuchte verwandelte den scharf riechenden Kunststoff samt Kleber und Lösungsmitteln zusammen mit seinen Nägeln in eine kompakte Masse und sorgte dafür, dass dies die nächsten Wochen auch so bleiben würde. Die wunderschön akzentuierten Nagelspitzen, die problemlos so hätten bleiben können, verschwanden im nächsten Schritt von links nach rechts unter einer roten Lackschicht, die natürlich mit Bedacht ausgewählt war. Ein kurzer Blick und Sabine war sichtlich angetan von ihrem Werk. Nun kam Sabines Königsdisziplin, der Kopf. Thomas‘ Frisur war binnen weniger Handgriffe für die spätere Finalisierung vorbereit und so konnte sie sich ausgiebig seinen Konturen widmen. Handgriff für Handgriff und Lage um Lage an Kosmetika entstand eine wunderschöne Stefanie vor ihr. Stefanie war ein wenig erschrocken, als Sabine angefangen hatte, ab ihren Augenbrauen zu zupfen, aber wer war sie ihr ins Handwerk zu pfuschen. So nahm sie innerlich höchst erschrocken zur Kenntnis, dass allein dieser Vorgang erhebliche Zeit in Anspruch nahm und die Anzahl der gezupften Härchen jegliches Maß einer Anwendung bei einem Mann längst überschritten hatte. Ein knappes Dutzend Niesanfälle später sagte Sabine „Wunderschön“, legte die Pinzette beiseite und beließ es dabei. Augen und Wangen gingen schnell, die mit dem Pinsel bearbeiteten Lippen dauerten im Vergleich länger. „Der Ton ist haarscharf der Deiner Heels und Deiner Nails. Wenn er trocken ist, ist er kussfest.“ war wieder ein nett gemeinter Kommentar, den Stefanie leicht anders aufnahm. Endlich war Sabine mit dem Schminken fertig und nahm ihr, die Ohrstecker aus den Ohrlöchern. An ihre Stellen traten zwei mittelgroße Ohrhänger, passend zur Brille, wie ihr Sabine versicherte. Nun kam das Finish für ihre Haare, die mittellang waren und von ihm bisher unauffällig als Seitenscheitel getragen wurden. Sabine machte daraus kurzerhand einen strengen Mittelscheitel mit Flechtwerk links und rechts, die sich in einem kurzen Zopf vereinten. So lag ihr Haar nun dicht an ihrem Kopf und ihr Gesicht samt Ohrschmuck kam prägnant zur Geltung. „Du kannst die Kontaktlinsen nun rausnehmen. Bitte vorsichtig. Verschmier nichts!“ Sabine tat, wie ihr geheißen war und legte die Kontaktlinsen vorsichtig auf eines der Kosmetiktücher, sicherlich hatte Sabine irgendwo das Döschen dafür. „Okay, gut, nichts verschmiert. Gut so.“ Aber das war ein Irrtum. Schon mit der Art, wie sie das Kosmetiktuch nahm , so als wäre darauf ein riesiger Rotzhaufen, war Stefanie klar, dass sie nicht die Absicht hatte, ihre Kontaktlinsen aufzubewahren. In kurzer Duftschwall aus dem Eimer für gebrauchte Einwegbabyunterhosen war das finale Salut für die kleinen, teuren Helferlein aus Kunststoff, die Stefanie bisher durchs Leben geführt hatten.

„Siehst Du noch was?“ Stefanie hatte nur ein müdes Lächeln für diesen abgestandenen Witz übrige, bei dem Sabine ihr ihre rechte Hand kurz vor der Nasenspitze hin und her bewegte. Das Etui öffnete sich und sie reichte ihr nach dieser überflüssigen Winkerei ihre neue Brille. Stefanie sah es auch mit etlichen fehlenden Dioptrien, dass das Gestell sehr feminin war, besonders in ihrem Gesicht, als sie sich nun scharf sehen konnte. „Oh mein Gott!“ „Schick, nicht? Steht Dir ausgezeichnet!“ Stefanie konnte nicht widersprechen, aber war das im Spiegelbild noch wirklich er? War da irgendwo noch ein Rest Stefan? Die Haare, das Augenmakeup, die Brille, ihren vollen roten Lippen, ihr blasser Hals und das tiefe Dekolletee. Instinktiv glitt er mit seiner Hand über seinen Hals, aber die roten Fingernägel hatten genau den gegenteiligen Effekt. „Oh, Du hast Recht. Da fehlt was.“ Sabine kniete nieder, holte eine Schatulle aus ihrem Trolley und öffnete sie auf der Wickelkommode. „Hier Dein Halsreif! Wir müssen aufpassen, er muss richtig herum sein.“ Sie schaute genau hin, schaute zweimal hin. Zur Sicherheit hatte er auch noch einen aufgeklebten Pfeil auf dem „unten“ stand. Simone trat hinter Stefanie, den Pfeil fest im Blick und legte den Reif an. „Unten. Unten stimmt. Okay. Unten stimmt.“ Es klackte. Als nächstes nahm sie den Pfeil ab, kontrollierte den feinen Schriftzug und dreht dann den kleinen Ring, der zwischen den beiden Worten Stand nach vorne. Sie steckte nun ihre halbe Hand zwischen Reif und Hals und lächelte zufrieden. „Passt perfekt. So, bitteschön. Sieht er nicht wunderschön aus?! Passt er nicht perfekt zu den Ohrhängern?!“ „Und was steht da, ich kann das so klein und verkehrt nicht lesen?“ „Stimmt die Brille nicht?“ Stefanie bewegte sie ein wenig nach vorn und hinten „Sissy Stefanie.“ „Genau. Puh, ich dachte schon, der Optiker hat einen Fehler gemacht.“ „Deswegen der Pfeil?“ „Ja, soll ja nicht auf dem Kopf stehen.“ Hätte man doch leicht korrigieren können!“ Sabine ließ es unkommentiert stehen. An diesem Reif war nichts mehr zu korrigieren, außer mit einer Flex. „Laß uns fertig werden, nicht das hier gleich noch Mütter und Kinder auftauchen!“ Stefanie hatte diesen Gedanken in der ganzen Aufregung völlig ausgeblendet. Das Kostüm war edel und beinahe maßgeschneidert, was auch an dem Korsett lag. Die roten Pumps stachen auf den schwarzen Seidenstrümpfen natürlich brachial hervor, aber mehr als 100% feminin ging eh nicht. Der kleiner Finger breite rote Lackgürtel nahm das Kontrastspiel ebenfalls auf. „So fertig. Nur noch zusammenpacken.“ Stefanie war erleichtert und zufrieden, Sabine hatte Recht gehabt, lieber ein wenig mehr als zu wenig, ihr Spiegelbild war 100% Stefanie und 0% sein altes ich. „Oh verdammt!“ „Was?“ „Wir haben die hier vergessen?“ „Was?“ „Die Schenkelbänder!“ „Müssen die sein?“ „Bei einer jungen Sissy wie Dir, absolut!“ „Und jetzt?“ „Kostüm hochstreifen und fertig!“ „Nur die Bänder?“ „Nein, natürlich auch das Schrittband, sonst machen sie ja keinen Sinn!“ „Kann ich die Pumps …“ „Ja, geht.“ Es klickte zwei Mal, dann nahm Sabine die kleine, kurze Metallkette und nach zwei weiteren Klicks war es vollbracht. „Jetzt aber raus.“ Wenig geordnet landete ihr Handwerkszeug wieder in den Fächern des Trolleys und als er zugeklappt und verschlossen war, hatte sie auch schon die Klinke in der Hand.

Stefanie hatte ein wenig Mühe der davoneilenden Sabine hinterher zu kommen, lieber stöckelte sie etwas langsamer als vor aller Augen, die spätestens nach Ende des Flures auf sie einfallen würden, zu stolpern. Aber sie meisterte den Weg trotz Schrittkette bravurös. Das Lächeln das sie damit Herrin Jutta ins Gesicht zauberte, war mit Geld kaum zu bezahlen. „WUN-DER-SCHÖN MEINE LIEBE!“ tönte es durch diesen Teil des Raumes, Herrin Jutta war aufgesprungen und deutete nun eine Umarmung mit Küsschen-Küsschen an, wie es in der Bussi-Bussi-Gesellschaft wohl üblich war. „Toll siehst Du aus meine Liebe! Toll, toll, toll!“ Die Stielaugen der beiden Gesellen schienen das nur zu bestätigen, immerhin schienen sie auch diesbezüglich Profis zu sein, wenn sie schon länger mit Herrin Jutta arbeiteten. „Willst Du Dich noch frisch machen bevor wir fahren?“ Stefanie nickte automatisch auch wenn es dämlich war, da sie die letzte halbe Stunde nach allen Regeln der Kunst frisch gemacht worden war. „Komm, Thea sollte auch fertig sein.“ So machte Stefanie auf ihren hochhackigen Absätzen kehrt und folgte ihrer Herrin wieder Richtung Sanitärräume. Thea war tatsächlich fertig und zog ihre Lippen nach. Die zwei Sanifair-Bons bzw. ihre eigener Bon war die erste Herausforderung für Stefanies neue Hände, aber die eigentliche Herausforderung stand dahinter. Seine Augen waren hell aufgerissen, sein Gemächt zeichnete sich unter der billigen Stoffhose überdeutlich ab und sein Puls war durch die Geräusche der letzten halben Stunde bereits ein wenig in Wallung geraten. Herrin Jutta schaltete schnell. „Ten minutes for twenty Euro, blowjob only!“ Der Afrikaner nickte geistesabwesend und fummelte einen der drei Zwanzig-Euro-Scheine aus seiner Hose wieder hervor. Er hätte diese Angebot in jeder Sprache verstanden, ob Englisch, Deutsch oder Chinesisch. Mit der linken Hand öffnete er die Tür zum Behinderten-WC, mit dem rechten Arm geleitete er Stefanie hinein. Stefanie wurde es heiß und kalt. Was machte sie da gerade eigentlich? Sie war keine Jungfrau mehr, aber das, das war nicht der Dildo an der Wand zum üben, das war nicht das Stummelschwänzchen auf der Swinger-Party mit der Gerte ihrer Herrin im Nacken, das hier war mehr. Verschwommen nahm sie noch ein „Mach Dich nicht dreckig!“ wahr, bevor sich die Tür schloss und seine Hose öffnete. Der Halsring lag ihr nun eng an, „Mach Dich nicht dreckig!“ schwirrte ihr durch den Kopf, es ging schnell, zwei Mal. Nicht völlig herausziehen lassen, da verlor man die Kontrolle, mit den Lippen immer dranbleiben, schlucken, und dann nochmal. Es ging diesmal schneller, natürlich, alle mitnehmen, keine Flecken, ein letztes, trockenes Zucken, sie machte einen Satz zurück, drückte sich hoch und weg. In einem Schwall kam alles wieder raus, ins Waschbecken, nachspülen, ein Spritzer Seife, geleckt, scharf, künstlich, abstoßend unappetitlich, aber den Zweck erfüllend. Der Geschmack, sein Geschmack, war vollständig weg. Ein Blick in den Spiegel, der Lack auf den Lippen war tadellos, ihr Makeup tadellos, ihre Dress tadellos, ihre Strümpfe ebenfalls tadellos. Ein kurzes „Ciao“ und sie schritt über das zuckende Etwas, das sich selbst in der Zwischenzeit ein wenig bekleckert hatte und noch immer in höheren Sphären schwebte. Wie leicht hätte sie ihm in diesem Moment noch die anderen 40 Euro aus der Brusttasche ziehen können, die sie allemal wert war. Aber andererseits war es unter ihrer Würde, diesem zuckenden Haufen ohne Sinn und Verstand das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie schloss die Tür und nahm stattdessen ein Zwei-Euro-Stück vom Teller. Mit diesem verriegelte sie die Tür von außen und legte es wieder ab. Hinter der Schranke wurde sie musternd von Herrin Jutta in Empfang genommen, die von ihrer Position aus deutlich den Haufen zuckender Zellmembranen hatte sehen können. „Sehr gut meine Liebe, sehr, sehr gut.“

Die Blicke auf dem Weg hinaus nahm Stefanie nicht einmal zur Kenntnis, sie nahm auf dem Beifahrersitz ihrer Herrin Platz und freute sich, dass es nun deutlich schneller voranging. Wenige Stunden später war sie dann endlich im Haus ihrer Herrin angekommen, das sie von Besuchen bereits kannte. Dort blieb sie dann über Nacht. Erst am späten nächsten Morgen bekam sie dann ihre eigene, kleine, neue Wohnung zu Gesicht. Als erstes hatten die fleißigen Transporteure natürlich ihr Schlafzimmer aufgebaut. Das war, bis auf ihre einzuräumenden Sachen fertig. Im Gegenteil, es hatte sogar Sachen, die Herrin Jutta für sie ausgesucht hatte, hinzubekommen. Eine Spiegelkommode, einen rosa Pranger und einen kleinen Springbock, der nun sicherlich in irgendeiner Schulturnhalle vermisst wurde. Der Chef kam dazu. „Wir brauchen noch gut zwei Stunden.“ „Es eilt nicht. Bitte. Nehmt euch alle Zeit, die ihr braucht, ich werde nicht hierbleiben, ich muss mich noch um Thea kümmern.“ „Gut, danke.“ „Stefanie!“ „Ja, Herrin?“ „Stefanie, sei so gut und verwöhne die Herren nach allen Regeln der Kunst, sie gehören zu meinen besten Leuten. Ich fahre jetzt zu Thea, heute Nachmittag um Punkt fünf bekommst Du dann Deinen Plug, so wie sich gehört. Verstanden?“ „Ja, Herrin!“ „Und ich verlass mich auf euch, dass ich heute Nachmittag damit keine Problem habe, verstanden?“ „Ja, Chefin, verstanden.“

Damit hatte der Transporteur keineswegs gelogen. An diesem Morgen waren sie zu fünft in Stefanies Wohnung, die zwei Kollegen hatten eigentlich helfen sollen, den Auftrag schnellstmöglich umzusetzen, aber jetzt hatte sich die Ansage deutlich geändert. Bis viertel vor fünf war sie nun keinen Augenblick allein, abgesehen von ein paar Momenten, die man ihr zum Austreten ließ. Erst um viertel vor fünf war der Spuk schlagartig beendet, die Handwerker waren weg, ihre neue Wohnung war einwandfrei aufgebaut und ihr verlängerter Rücken war wund und brannte leicht.

Es reichte zeitlich gerade für einen weiteren Austritt und eine notdürftige Pflege als sich Herrin Juttas Schlüssel im Schloss drehte. „Na meine Süße, einen schönen Tag verbracht?“ Stefanies Blick genügte als Antwort. Theas Blick war nicht viel besser, sie war hinter ihrer Herrin in die Wohnung getrottet und hatte die Tür leise geschlossen. Sie trug, kaum zu übersehen, einen kieferorthopädischen Gesichtsbogen, und war darüber nicht sonderlich begeistert. Jutta sah auch das und beschwichtigte gleich in Richtung Stefanie „Thea muss den Bogen eigentlich zwei Jahre lang nachts tragen, aber so schafft sie es auch in einem Jahr. Ist doch toll, nicht wahr, Thea?“ Thea nickte, machte einen kleinen Knicks und stand dann mit gesenktem Kopf, als wollte sie mit der Tapete verschmelzen. „Ach, achte einfach nicht auf sie, sie hat nur Angst, dass sie keine Blowjobs mehr machen darf, dabei stehen meine Freunde gerade auf Sissies wie Thea. Aber das merkst Du noch früh genug. Für Dich heißt es in den nächsten 4 Wochen auch ‚Blowjob only‘. Wie Du weißt, ist es mir wichtig, dass Du Dich ganz auf Deine Pflichten konzentrierst. Ich hoffe Du hattest heute Spaß, denn es wird für einige Zeit, je nachdem wie Du Dich anstellst, da letzte Mal gewesen sein. Aber nach gestern mache ich mir für Dich keine großen Sorgen. So, hier ist Dein Plug, ich habe ihn eine Größe größer genommen, so wie im wahren Leben, Du verstehst.“ Herrin Jutta holte aus ihrem Shopper einen Riesenprengel und gab ihn Stefanie. „Steck ihn rein, ich werde ihn dann mit diesem Metallstreifen sichern. Und beeil Dich, die Party ist außerhalb und wir kommen in den Feierabendverkehr.“ „Ja, Herrin.“ „Ach warte, einen Moment.“ Stefanie kannte das bereits, dass sich ihre Herrin in nur zwei Sätzen selbst widersprechen konnte. „Mund auf! Runterschlucken!“ Sie tat wie es ihr Jutta geheißen hatte, dann verschwand sie erneut im Bad. Mit viel Gleitgel und einigen Schmerzen konnte sie das Silikonmonster bändigen und durch ihre Herrin an Ort und Stelle einsperren lassen. Die Party erreichten sie dann trotzdem mit Verspätung, aber es war nur die erste Party von zahllosen, die noch folgen sollten.

In den Tagen, Wochen und Monaten darauf pendelte sich alles ein, die täglichen Pillen hatten aus Stefanies gemogelten Brüsten inzwischen echte werden lassen. Ihre Zähne waren ebenfalls hinter Gitter gekommen und sie trug den gleichen Gesichtsbogen wie Thea. Ihre neue Arbeit war keine bezahlte Arbeit, noch nicht, aber eine offizielle Umschulung zur Kosmetikerin, so wie sie Sabine abgeschlossen hatte. Sabine, die eigentlich mal Jens gewesen war, aber das hatte Stefanie erst geglaubt, als sie sie mal auf einer Party völlig entblößt getroffen hatte, gehörte zum Prüfungsausschuss. Ihren Lebensunterhalt bestritt sie vielmehr mit Diensten im Freundeskreis ihrer Herrin oder auch mal im Freundeskreis der Freunde von Freunden ihrer Herrin. Sie galt als talentiert und bezaubernd und so fiel es ihr nicht schwer, für sich selbst aufzukommen und nebenbei etwas zurückzulegen. Mit einer satten Körbchengröße C und hormonbedingt femininen Gesichtszügen schaffte sie es dann in eine reguläre Stelle in einem Drogeriemarkt, wo sie nach zwei Jahren dann auch den Posten der Filialleiterin erklimmen konnte. Nur privat ergab sich nichts, ein paar flüchtige Affären, ein paar ausschweifende Orgien und ab und an die kalte Gerte ihrer Herrin. Aber Stefanie war froh und zuversichtlich, dieses Leben war meilenweit von ihrem alten Leben entfernt und auch meilenweit besser als ihr altes Leben. Aber das wurde ihr erst klar, als sie und ihr Trolley von ihrer Herrin zu einem Ausflug auf eine Autobahnraststätte mitgenommen wurden, wo ein zierlicher, androgyner, junger Mann am Tisch mit zwei Umzugsmitarbeitern saß und seine Suppe löffelte.

Ende

MfG
Matt
229. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 10.03.20 22:08

Nach langer Zeit endlich mal wieder eine echte Ultra-Kurzgeschichte.



Fifty words CVI

Der Reißverschluss schloss.
KG, Schenkelbänder und Schrittkette verschwanden endlich unter dem Cocktailkleid.
Eine hungrige Sissy starrte auf ihr feminines Spiegelbild.
Fünf Wochen fasten und üben.
Wohnung, Kühlschrank, Schminkkasten - leer.
Blanker Hunger trieb sie nachts in die grelle Pizzeria gegenüber - zu seiner Herrin.
Deren Plan war aufgegangen - nie wieder Closet Sissy.


MfG
Matt

230. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 11.03.20 20:58

Fm/KG Ff/KG, ae statt ä statt ** zur besseren Lesbarkeit, Feedback welcome.


Stummelschwaenzchen

Nicole machte gerade eine kurze Schnappatmungspause auf dem Treppenabsatz zum 3. Stock ihrer neuen Wohnung. In den Händen, vielmehr auf ihrem angewinkelten Knie, hielt sie einen Karton mit ihrem Geschirr, das auf keinen Fall zu Bruch gehen sollte. Und alles nur wegen Stefan, diesem Arsch. Na ja, eigentlich wegen Sabrina, diesem Flittchen, mit der Stefan sie betrogen hatte. Vor zwei Wochen hatte ihr eine gute Freundin ihr den Tipp gegeben und nur Stunden später war für Nicole alles klar gewesen. Zu ihrem großen, großen Glück hatte sie über eine andere Freundin diese neue Wohnung ergattern können, denn jeder Tag mehr hätte sie in Gefahr gebracht, eines der Brotmesser aus diesem Karton entweder Stefan oder Sabrina, diesem Flittchen, einmal quer über den Hals zu ziehen. Schritte rissen Nicole aus ihrem Blutbad und dieser Bruchteil einer Sekunde an Verzögerung hielt sie nun ab, nicht wie üblich einen Schritt zur linken Seite zu machen und den Treppengeher als neuen Nachbarn freundlich zu begrüßen, sondern still zu verharren und ungläubig zu glotzen.

Völlig autistisch wie sie ihn kennengelernt hatte, stand Thomas nun vor der Tür eine Halbtreppe unter ihr, der Tür zur Wohnung genau unter ihr, ordnete ungelenk seine schlecht sitzende Kleidung und schellte dann – zu ihrer Verblüffung – nicht unkontrolliert Sturm sondern nur ein einziges Mal.
Ausgerechnet Thomas, ihr Ex-Ex, ihr „Stummelschwaenzchen“, dieser schlaksige, treudoofe, herzensgute Mann, diese absolute Niete im Bett, diese Verlegenheitslösung nach Andreas, schien in diesem Haus regelmäßig zu verkehren. Nun waren hohe Absätze auf Steinfliesen zu hören, energische, schnelle, näherkommende Schritte, Nicole machte nun doch einen Schritt nach rechts in den toten Winkel hinter dem Treppenaufgang.

„Ah, da bist Du ja. Pünktlich auf die Minute. Nun komm schon, ich brauche Dich dringend! Ich bin total verspannt und heute Abend muss ich absolut fit sein! Los, komm rein!“
Nicole musste grinsen, sie biss die Zähne zusammen, konzentrierte sich krampfhaft auf ihr Gleichgewicht und darauf, nicht laut loszulachen. Wer auch immer diese Frau war, sie war zu bemitleiden. Thomas hatte zwei linke Hände und jede Form von Massage die er bieten konnte führte unweigerlich zu einem ärztlichen Rezept über Ergotherapie bzw. ärztliche Massagen durch zertifizierte Profis. Die Tür schloss sich und sie konnte auf leisen Sohlen in ihre Wohnung gehen. Das Auspacken war nun völlig nebensächlich, Nicole lauschte aufmerksam Richtung Boden und fand schließlich in ihrem eigenen Schlafzimmer eine Stelle mit dem besten Empfang. Kurze Zeit später war ihre untere Nachbarin auf Sendung, eingeführt von einem Intro ihres knarzenden Bettes. Lediglich zehn Minuten später stimmte sie bereits die Ouvertüre an und ihre rhythmische Lustlaute drangen beinahe ungefiltert durch Nicoles Fußboden. Ganze zwanzig Minuten dauerte das Lustgestöhne und Nicole wurde allein vom Zuhören feucht und rattig. Was in aller Welt passierte da unten bloß, fragte sie sich. Die Frau musste eine Pygmäin sein, ein abgebrochener Meter, eine Zwergin um mit dem Wenigen, was „Stummelschwaenzchen“ zu bieten hatte, derart bedient zu werden. Unten schloss die Wohnungstür und seine untrügliche, ungelenken Schritte treppab halten durch das Haus. Nicole eilte zum Fenster und ihre Augen folgten Thomas bis hinter die Häuserecke an der Kreuzung. Ihr Kopf drehte sich, das war einfach nicht möglich, das was ihre Ohren ihr mitgeteilt hatten, konnte aus kurzer eigener Erfahrung einfach nicht wahr sein. Das Geschirr wartete.

Einige Tage später, Thomas war nicht wieder aufgetaucht, wollte Nicole gerade die Tür hinter sich zu ziehen, als sie zwei Frauen unter sich quatschen hörte. Sie erstarrte, bremste leise die Tür ab und lauschte aufmerksam. „…ja, aber er ist so gut.“ „Konnte ich hören, da werde ich auf meine alten Tage glatt noch neidisch, Andrea.“ „Ach, mach dich doch nicht älter als du bist.“ „Doch, doch.“ „Soll ich ihn mal vorbeischicken." „Aber nein, nicht doch, wo kommen wir denn da hin … das geht doch nicht.“ „Gerda, ich sage ‚Es geht‘ und wenn ich sage ‚Es geht‘, dann geht das auch.“ „Nein ich kann doch nicht … Gott bewahre.“ „Wie lange ist dein Erwin nun tot?“ „Vier Jahre.“ „Gerda, gib dir einen Ruck, ich …“ Nicole wollte nicht länger zuhören, mit einem leichten Knall zog sie ihre Etagentür zu und ging dann eiligen Schrittes die Treppe hinunter um dann „überrascht“ auf die beiden Nachbarinnen zu treffen. „Guten Tag. Ich bin Nicole Steiniger, die neue Nachbarin aus der 3. Etage.“ „Guten Tag, Wegmann.“ „Mein Name ist Melzer, guten Tag. Willkommen in der Hausgemeinschaft. Wir haben hier alle ein sehr gutes Nachbarschaftsverhältnis und wenn Sie etwas brauchen, sagen Sie einfach Bescheid.“ Nicole war irgendwie angespitzt und kiebig. „Danke, alles was ich brauche ist Ruhe, Ruhe und Abstand von meinem Ex.“ „Im Streit ausgezogen?“ „Milde ausgedrückt, ja.“ „Schade für Sie, aber hier in diesem Haus gibt es nur gute Männer, nicht wahr, Andrea?“ „Ja, Gerda, durch die Bank herzensgut, wie Dein Erwin.“ Die beiden Frauen schauten sich einig und selig an und erwarteten keinen Kommentar seitens Nicole, überhaupt keinen, was Nicole aber nicht abhielt, ihren Senf dazuzugeben. „Das glaube ich sofort. Wenn Thomas was war, dann herzensgut, diese Lusche.“

Dieser spitze Kommentar, den Gerda in ihrem fortgeschrittenen Alter erst einmal sacken lassen musste, führte bei Andrea zu einer sofortigen Hebung der rechten Augenbraue, einer frontalen Ausrichtung ihres Kopfes auf Nicole hin und der schneidenden Frage „Woher kennen Sie Thomas?“

„Thomas? Thomas war der zweitgrößte Fehler meines Lebens, nach Stefan diesem Arsch, von dem ich mich gerade getrennt habe.“ „Sie und Thomas waren mal zusammen?“ „Wundert mich nicht, dass er Ihnen das verschwiegen hat, ich hätte ihm auch kein gutes Zeugnis ausgestellt!“ „Inwiefern?“ Nicole war sichtlich irritiert, die Frau, die ihr diese Fragen stellte, war muskulös, hochgewachsen und von ihrer Kleidung und ihrem Auftreten her überdurchschnittlich intelligent einzuschätzen. „Sein Spitzname war ‚Stummelschwaenzchen‘, reicht das … Ihnen?!“ Andrea nahm diese beleidigende Aussage über Thomas und die damit verbundene indirekte Beleidigung ihrerseits regungslos zur Kenntnis. „Ich verstehe.“ Nicole feierte innerlich ihren Triumph, aber nur für einen Moment, eine kleine rhetorische Pause, die sich Andrea – wie es ihr zugestanden hatte – genehmigte. „Mit anderen Worten, Sie waren zu unbedarft, die Qualitäten von Thomas zu erkennen und zu schätzen. Sie tun mir leid.“ Breitseite, Volltreffer, Leckagen auf allen Decks, Schlagseite, Nicoles Hochstimmung drehte sich - wie bei einer Eskimorolle – um zu äußerster Gereiztheit. Gerda schloss lediglich ihren offenen Mund und war sich schnell klar, dass die beiden jungen Damen diesen Strauß untereinander ausfechten sollten. „Ich konnte bei Thomas auch keine befriedigenden Quantitäten entdecken, anders als Sie, scheinbar. Aber es heißt ja ab einem bestimmten Alter ´Man nimmt was man kriegen kann.´“ Andrea lachte innerlich über diesen Zwergenaufstand und genoss den Moment, die nächsten Schritte in ihrem spontanen Plan, das Geschenk, das sich ihr hier unerwartet präsentiert hatte – ein herrlicher Tag. „Sie sagen es. Momentan fehlt mir noch eine Zofe. Vorlaute Zofen sind mit sogar die Liebsten. Ich schlage Ihnen eine einfache Wette vor. Wenn Thomas Sie zu meinen Bedingungen zum Orgasmus bringt, gefilmt, dokumentiert, beweisbar, dann mache ich Sie zu meiner Zofe. Wenn nicht, gebe ich Ihnen 5000 € und wir reden nie wieder über ihr ‚Stummelschwaenzchen‘. Gerda ist Zeugin, Gerda wird bei der Wette dabei sein und neutral alles beobachten und notfalls beurkunden. Einverstanden?“ Nicole war sichtlich überrumpelt, sie schwamm eh nur noch mit der Reeling über Wasser. 5000€ waren eine enorme Summe, die sie in diesem Moment mehr als gut gebrauchen konnte und die Wette war völlig unfair, aber sie musste fremde Leute auch nicht gegen deren Willen aufschlauen. Ihr Blick fixierte Andrea „Zofe?“ „Zofe! In meinem Studio. Halbes Jahr Ausbildung und danach ein halbes Jahr fester Vertrag.“ „Als Nutte?!“ „Zofe! Handjobs! Blowjobs! Mehr nicht!“ „Gegen Geld?“ „Natürlich! Wie alle anderen Zofen auch!“ „20000€“ „10000€“ „17500€“ „12500€“ „15000€“ „Deal!“ „Deal!“ „Wann?“ „Freitagabend! Da treffen sich immer ein paar Stammgäste, die sind schon ganz heiß auf Thomas.“ Nicole lachte hämisch. „Dann kennen sie Thomas nicht!“ „Freitagabend. 20:00 Uhr. Studio Beatrice, Meldegasse 9, 2.ter Stock.“ „15000€“ „15000€“ „Die lasse ich mir bei Gott nicht entgehen, bis Freitag.“ Nicole bahnte sich nun siegessicher ihren Weg zwischen den beiden durch und ging endlich einkaufen, Lebensmittel, aber in Gedanken kaufte sie sich bereits für 15000€ exquisite Mode und Schmuck.

An jenem Freitag war es halb neun, als endlich alle Gäste – jeder hinter eine kleinen venezianischen Augenmaske versteckt – über den kleinen Show-Act, die Wette informiert waren. Frau Wegmann hätte ihre Maske genauso gut weglassen können, da man sie anhand ihres fortgeschrittenen Alters mühelos im Kreise der Midlife-Crisis-Opfer hätte ausmachen können. Alle waren mehr oder minder nackt, nur zwei Zofen waren in steifen Uniformen mit enggeschnürten Korsetts dabei, die ein wenig widerspenstige Nicole auf ein geneigtes Andreaskreuz zu binden. Das waren also „ihre Bedingungen“ gewesen, festgebunden zu sein und wehrlos die mickrigen Versuche seitens Thomas über sich ergehen zu lassen. Sie musste einfach nur fest an die 15000€ denken und dieser Abend würde spurlos an ihr vorbeigehen, Nicoles Plan stand fest. Nach den Handgelenken folgten die Fußgelenke und dann – zu ihrer völligen fast schon Schmähung, machte sich eine Zofe an ihrer Intimrasur zu schaffen. Mit einem Rasiermesser und geübten Händen waren nach wenigen Strichen keine Härchen mehr an ihren Stellen und Nicole war mädchenhaft blank. 15000€! 15000€! 15000€ und Zeit und alles würde gut werden.

Irgendwo öffnete sich eine Tür, die Köpfe drehten sich und Herrin Andrea zog ein in das große Zimmer. Zwei Schritte hinter ihr und an einer Leine geführt war Sissy Jennifer. Ihr Haar mit Haarteilen voluminös verlängert, graziös geschminkt, eng geschnürt, so dass sich ein ansehnliches Dekolletee geformt hatte, und unter ihrem rosa Tutu ein stählerner Keuschheitsgürtel mit eng geketteten Schenkelbändern. Leichtfüßig ging sie nun auf ihren 15 cm hohen Heels weiter auf Nicole zu, vergewisserte sich der befehlenden Handbewegung ihrer Herrin Andrea und kniete dann zwischen Nicoles Schenkeln nieder. Nun trat Gerda Wegmann in die Mitte der Gästeschar und positionierte sich so, dass sie die Fotokamera, die auf einem Profilgelenk montiert war, wackelfrei auf das sich abzeichnende Bildnis halten konnte. Ein Nicken von Herrin Andrea gab das Startsignal. Sanft glitten Sissy Jennifers Hände an den fixierten Innenschenkeln von Nicole hoch und sorgten für einen ersten unerwünschten Schauer an Regungen. Ein Libellenflügelschlag im Vergleich zu dem, was dann an Orkanstärke über Nicole hereinbrach. Sissy Jennifers Zunge umspielte nun kunstvoll ihre Lippen, die sogleich purpurrot anschwollen. Ihr Mund saugte sich wie ein Blutegel zwischen ihnen fest und nur wenige Augenblicke wurde es Nicole ganz schwammig vor den Augen. So sehr sie sich auch wehrte, bewusst, willentlich und geldgierig, so sehr war sie in diesem Kampf unterlegen. Jeder Zungenschlag von Sissy Jennifer raubte Nicole etwas mehr von ihrem Bewusstsein und keine drei Minuten später war davon nichts mehr übrig. Unerbittlich von der Kamera dokumentiert verwandelte sie sich Minute zu Minute in einen schwitzenden, keuchenden, orgiastischen Zellhaufen, der auf dem schmalen Grat zwischen Unersättlichkeit und kognitivem Overload hin- und herschlingerte. Fünf Minuten später war alles vorbei. Völlig weggetreten pumpte ihr Körper nur noch ihre ekstatischen Flüssigkeiten von ihr, sei es als unkontrollierter Speichelfluss, perlender Schweiß oder in Form rhythmisch gespritzter Strahlen von ehemals aufgestauter Lust. Sekunde für Sekunde und zu je 30 Bildern pro Sekunde wurde ihr Orgasmus Bit für Bit aufgezeichnet. Ein Machwerk, das sie sich in den Tagen, Wochen und Monaten danach regelmäßig ansehen musste, wenn sie etwas neben der Spur war.

Aber diese Erziehungsmethode wandte Herrin Andrea bei ihr höchst ungern an. Ihre bevorzugten Mittel waren immer noch stahlhart, wie der KG, die Schenkelbänder und die Schrittkette, die man Nicole gut eine Stunde nach ihrem Orgasmus angelegt hatte. Sie und Sissy Jennifer sahen sich jetzt mehrfach die Woche abends „auf der Arbeit“ und innerlich war Nicole zerrissen zwischen ihrer heimlichen Anerkennung für die Qualitäten, die Sissy Jennifer bei ihren Kunden zeigte und andererseits für die Folgen, die sie, Zofe Nicole, inzwischen zu tragen hatte. Dreimal die Woche wurde sie abends mehrfach mit mal mehr oder weniger prächtig gewachsenen Prengeln konfrontiert, die sie nach allen Regeln der Kunst mit Hand und Mund zu verwöhnen hatte. Zwei Monate Ausbildung und dann weitere sechs Monate Einsatz standen ihr noch bevor. Aber hatte sie diese wirklich durchzustehen, zu erleiden? Die 15000€ hatte sie inzwischen trotz geringer Vergütung als ihre Kolleginnen, die nicht mehr in Ausbildung waren, längst verdient. Und das waren 15000€ nach Abzug aller Ausgaben für ihre neue Wohnung und die Aufrechterhaltung eines normalen Lebens mit Halbtagsjob als Büroangestellte. Alles in allem, es hätte schlimmer kommen können – ihre große Klappe, ja, das war etwas, an dem sie auch noch zu arbeiten hatte, aber daran wurde sie ja durch ihr stählernes Höschen täglich erinnert. Und „Stummelschwaenzchen“, die hatte ihr bereits die nächste Niederlage eingebracht, aber diesmal hielt Nicole ihre Klappe, sie hatte ihre Lektion gelernt. Mochte das Dekolletee von Jennifer ihres inzwischen hormonbedingt übertrumpfen, sie sparte sie jeglichen Kommentars und konzentrierte sich auf das vor ihr liegende - des Kunden Stummelschwaenzchen.

Ende

MfG
Matt

231. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 03.04.20 20:50

Kommentare willkommen. Ich weiss, dass ihr alle zuhause seid und Zeit habt.


Corona-Schlamassel

Anton war Single, seine letzte Partnerin hatte ihm den Laufpass gegeben, als sich herausgestellt hatte, dass er weniger der kraftvolle Hengst als vielmehr der sensible Frauenversteher war, der sich gerne auch mal was sagen ließ. Das abrupte Beziehungsende ihrerseits hatte lediglich den positiven Aspekt gehabt, dass das ein oder andere ihrer Höschen bei ihm geblieben war. Irgendwie und irgendwann hatten sie dann den Weg auf seinen Körper gefunden und zu zahlreichen sehr entspannenden Sessions seinerseits geführt. Im Nachgang, auch mit nicht unerheblichen Scham- und Schuldgefühlen behaftet, hatte sich Anton dann eingehender mit diesem Fetisch beschäftigt und herausgefunden, dass das, was ihn anmachte, gemeinhin als Obsession von Sissies angesehen wurde, somit war er also eine sogenannte Sissy. Mit diesem Wissen schlidderte er nun immer tiefer in diese Phantasie und dank des Internets war es ein Leichtes, sich ein paar weitere Accessoires zu bestellen. Neben Strümpfen, Pumps und einem Zofen-Outfit war ziemlich schnell klar, dass er um eine Keuschheitsschelle nicht herumkommen würde, wenn er es wirklich ernst meinte. Und das tat er.

Das erste Wochenende war eine quälende Herausforderung, der erste Ring, angenehm zu tragen aber völlig wirkungslos, was sich schon nach wenigen Minuten herausgestellt hatte. Der kleinste Ring war eine unerträgliche Qual und bereits nach Sekunden wieder runter, den zweitkleinsten übersprang er geflissentlich und somit bliebt der zweitgrößte Ring übrig. Er ging und so konnte Anton nach einer guten halben Stunde endlich das Vorhängeschloss anbringen. Sofort war er geil, der Gedanke, verschlossen zu sein und nicht mehr wie sonst, an seinem besten Stück herumspielen zu können, machte ihn mehr als wuschig. Seine Hände glitten über das harte und unnachgiebige Plastik und zerrten daran, glitten über die winzigen Spalten aus denen sein erregtes Fleisch herauspresste und sorgten für lustvolle Zuckungen. Er steigerte seine Bemühungen, aber der Keuschheitsring wurde seinem Namen gerecht und verhinderte weitere Luststeigerungen. Anton kam der Gedanke, es auf die bisher übliche Weise zu versuchen, er schmiss sich in Schale und verwandelte sich in das kleine französische Zofen-Luder Lulu. Die Kombination aus Zimmermädchen-Kostüm und seinem Intim-Gefängnis war unschlagbar, sein Spiegelbild erzielte den gewünschten Effekt und so konnte er sich, so gut es gerade ging, einen Höhepunkt gönnen, der ihn für alle die Mühen des Anlegens entschädigte. Zwanzig Minuten später – Anton war immer noch auf Wolke sieben – überkam ihn ein weiteres Verlangen, das er den halben Tag ignoriert hatte, Hunger. Es wäre jetzt natürlich das Nächstliegende gewesen, sich selbst etwas zu brutzeln, aber ein Griff zum Telefon war noch naheliegender für ihn und so bestellte sich Anton eine Pizza bei der Pizzeria um die Ecke. Da er sie sich abholen würde, gab es immer ein paar Pizzabrötchen extra gratis dazu. Jetzt hatte er noch eine Viertelstunde Zeit, sich so anzuziehen, dass er straßentauglich war. Der French Maid Dress war schnell abgelegt, die Wäsche, Strapse und Strümpfe konnten so bleiben, eine Jeans und ein Sweatshirt waren ausreichend genug, ein straßentaugliches Bild abzugeben und so machte er sich, eine Jacke überziehend, auf den Weg die Pizza abzuholen.

In der Pizzeria, die eigentlich eine reine Lieferpizzeria war, war es ungewöhnlich voll. Ein normaler Gast und zwei Polizisten warteten auf ihre Bestellungen und hielten den inzwischen vorgeschriebenen Abstand von eineinhalb Metern. Anton sagte kurz Hallo und weiter nichts, die beiden Pizzabäcker wussten genau, wer er war, was er bestellt hatte und was er nun abholen wollte, und so stellte er sich einfach nickend so zu den anderen, dass der Abstand gewahrt blieb. Es dauerte und der kleinere der beiden Polizisten beäugte ihn nun ständig von oben bis unten. Anton beschlich eine Unsicherheit, war irgendetwas an ihm zu sehen, gab es einen Grund, warum er so genau beäugt wurde, schaute irgendwas von seiner delikaten Wäsche heraus, er war sich unsicher und hoffte, das Beste. Natürlich wäre es jetzt dämlich gewesen, an seinen Sachen herum zu nesteln, so unterdrückte er diesen Impuls und blieb einfach ruhig stehen. „Wohnen Sie hier?“ „Bitte?“ „Wohnen Sie hier in der Nähe?“ „Äh, ja, eine Querstrasse weiter.“ „Sind sie hierher gelaufen?“ „Ja, sicher.“ „Nein, sind sie gelaufen oder gegangen?“ „Gegangen.“ Warum um alles in der Welt wurde er verhört, er stand ein wenig auf dem Schlauch. „Fühlen Sie sich wohl?“ „Äh, ja, sicher, sicher!“ Der Polizist schaute ihn weiter prüfend an und zückte dann eine Art Rasierapparat, jedenfalls der Form nach. Es war jedoch ein Laserthermometer und dessen Strahl traf Anton nun genau auf der Stirn. „Sie haben erhöhte Temperatur!“ „Äh …“ „Waren Sie kürzlich in Tirol?“ „Äh, nein, nein, ganz und gar nicht!“ Der Polizist, bzw. die Polizisten, sein Kollege hatte die Pizzen inzwischen bezahlt und gesellte sich umgehend zu seinem Kollegen, schauten ihn nun beide prüfend an. Ein unscheinbares Nicken und ein „Wir möchten Sie bitten, uns zu einer ärztlichen Untersuchung zu begleiten!“ folgten. „Und wenn ich …“ „Dann führen wir Sie dem Arzt vor. Sie wissen, dass uns die aktuellen Gesetze zum Schutze der Gesundheit der Allgemeinheit dazu ermächtigen?!“ „Ich … äh … ja … äh, kann ich wenigstens meine Pizza …“ „Gut, machen Sie schnell.“

Zwanzig Minuten später saß Anton in einem Behandlungszimmer und hatte seinen Karton leergefuttert. Eine Krankenschwester kam herein und nahm einen Abstrich aus seinem Mund. Hoffentlich hatte er es bald überstanden. „Gut, jetzt brauche ich noch eine Blutprobe, bitte ziehen Sie die Hose aus.“ „Ich, ich, waaass?“ „Bitte!“ „Können Sie sie nicht aus dem … äh … äh … Arm nehmen?“ „Nein. Seien Sie nicht so zimperlich, ich mach das Tag für Tag, oder soll ich die beiden Beamten hereinbitten, weil Sie nicht kooperieren?!“ „, Nein … bitte ich … ich …“ Die Krankenschwester war wirklich nicht zum Diskutieren aufgelegt oder einfach nur in Eile. Ein Griff an seine Gürtelschnalle und Anton kooperierte umgehend. Tief in seinem Inneren hoffte er auf die ärztliche Schweigepflicht, die sich hoffentlich auch auf das Pflegepersonal erstreckte. Zwei Augenblicke später wusste nun auch sie, warum er sich so zimperlich angestellt hatte. „Oh … sehr hübsch! Wie heißt Du denn, Süße?!“ „Äh … Anton.“ „Nein, richtig!“ „Äh … Lulu.“ Es piekste. „So fertig, Lulu, Du kannst Dich wieder anziehen.“ „Sie … sie werden doch nicht …?“ „Nein, keine Angst, ärztliche Schweigepflicht!“

Es dauerte eine weitere halbe Stunde, dann war der Test ausgewertet. Er war positiv. Anton war schockiert. Die Krankenschwester versuchte ihn zu beruhigen, nicht jeder positive Test bedeutete gleich das Schlimmste, es gab auch falsch positive Tests und wirklich sicher konnte man erst sein, wenn keine sonstigen Symptome vorlagen – seine Temperatur war gerade wieder ganz normal.
Die Polizisten drückten ihm eine Verfügung in die Hand, dass er sich für vierzehn Tage in häusliche Quarantäne zu geben und alle sechs Stunden seine Temperatur zu notieren hatte. Sollten sich zwischenzeitlich Symptome ergeben, sollte er sich telefonisch melden. Andernfalls, wenn die Temperaturtabelle nichts Auffälliges ergeben würde, würde man ihn aus der Quarantäne erlassen.

Eine Stunde später war Anton froh und glücklich wieder daheim. Er war so k.o., dass er sich nur kurz aus der Jeans und dem Sweatshirt schälte und auf direkt zu Bett ging. In den nächsten Tagen hielt er sich strikt an das Protokoll und war einerseits erleichtert, dass keine Auffälligkeiten zu messen waren, andererseits auch sauer, dass er sich überhaupt in Quarantäne befand. Der einzig positive Effekt war, dass er sich um seine Keuschheitsschelle keine Gedanken machen musste. Mangels Kollegen konnte niemand etwas bemerken und die Krankenschwester hatte offensichtlich Wort gehalten.

Am vierzehnten Tag, nachdem er die Daten zweimal durchgegeben hatte, wurde er spät nachmittags angerufen und gebeten, im Krankenhaus persönlich vorstellig zu werden. Er kam diesmal durch einen anderen Eingang, wartete durch zwei leere Stühle von den anderen Patienten getrennt geduldig darauf, aufgerufen zu werden und konnte sein Glück kaum fassen, dass es bereits nach 78 Minuten soweit war. Es war zu seiner Verwunderung die gleiche Krankenschwester, die ihn beim ersten Mal behandelt hatte, neben ihr stand ein Arzt in den späten Fünfzigern. „Ist er das?“ „Ja, Dr. Schawigo.“ „Herr Anton Bruckner?“ „Ja?!“ „Folgen Sie mir bitte … Herr … Bruckner.“ Anton tat wie ihm geheißen, es ging in das Büro des Doktors, nicht in seinen Behandlungsraum.“ „Schwester Claudia, können Sie das bitte erklären! Sie wissen, wie wichtig die Statistik im Moment ist, jede Zahl geht gerade an das RKI und wird zehnfach überprüft.“ „Ja, Dr. Schawigo.“ „Also? Sie haben bei Herrn ... bei Herrn Bruckner … ich betone das ausdrücklich - im Fragebogen angekreuzt „Patient weiblich“. Wie konnte das passieren?“ „Herr Doktor, das ist so …“ „Ja?!“ Claudia wurde es zu blöd, sie hatte eh nur eine Chance, eine einzige gute Chance vielleicht, aber hier half kein Reden. Sie drehte sich halb zu Anton um, ging auf ihn zu und mit einem gezielten Griff war sie all ihre Sorgen los. „Lassen Sie sie sich ausziehen!“ „Sie?“ „Ja, sie, Herr Doktor. Ihr Name ist Lulu … Lulu Bruckner, weiblich, wie von mir in der Patientenakte korrekt vermerkt.“ „Anton Bruckner!“ „Ja, das stammt aus ihrem Personalausweis, die Daten wurden vor der Untersuchung durch die Beamten erfasst.“ Der Arzt kam nun um seinen Schreibtisch herum und auf Anton zu. „Ich sehe eindeutig einen Mann.“ Verzweifelt griff Claudia nun Dr. Schawigos Hand und presste sie auf Antons Gemächt, nun ja, jedenfalls auf die Stelle, an der Dr. Schawigo Antons Gemächt hätte vorfinden müssen. Seine Neugier war nun geweckt, er raunte ein „Verstehe.“ Anton war nun hochrot, er hatte lediglich eine förmliche Feststellung seiner Genesung erwartet und nicht diese hochnotpeinliche Situation. „Bitte entkleiden Sie sich, die Hose reicht!“ „Ich … ich verstehe nicht! Wieso?“ „Zieh die verdammte Hose runter, Lulu! Verdammte Scheiße!“ Anton war nun total irritiert und tat einfach, wie ihm befohlen wurde. Dr. Schawigo genügte ein kurzer Blick auf die Keuschheitsschelle, das Höschen, den Strapshalter und die Seidenstrümpfe. „Gut, sie können sich wieder ankleiden. Bitte entschuldigen Sie mich einen Moment.“ Zwei Minuten später war er wieder mit einer kleinen Ampulle zurück und begann eine Nadel aufzuziehen. Anton starrte ihn irritiert an? „Was ist das? Bin ich etwa nicht gesund?“ „Das … das ist etwas, das sie jetzt regelmäßig nehmen werden. Es hilft Ihnen dabei, die Symptome unter Kontrolle zu halten und den Prozess schnell und erfolgreich abzuschließen.“ Dr. Schawigo verabreichte Anto die volle Dosis. „Bin ich nun krank?“ „So würde ich das nicht nennen.“ „Und wofür ist die Spritze gut?“ „Die ehrliche Antwort?“ „Natürlich!“ „Wir haben vor zwei Wochen eine positive Probe einer weiblichen Person an das RKI gemeldet. Das RKI erwartet von uns nun eine zweite Probe einer weiblichen Person zwecks Bestätigung oder Ausschluss, ob eine Infektion weiter vorliegt, etwas anderes würde sofort zu Ungereimtheiten führen und niemand von uns will Ungereimtheiten in dieser Situation, oder? Die ganze Nation schaut auf diese Zahlen und wenn herauskäme, dass Sie die Ursache für falsche Zahlen wären, würden sich die Reporter auf sie stürzen wie … wie … wie ein Virus auf eine ungeschützte Schleimhaut.“ „Und … und jetzt?“ „Jetzt habe ich das Problem auch in Ihrem Sinne gelöst.“ „Und wie?“ „Nun, Lulu. Ich werde die Ausschlussprobe einer weiblichen Patientin an das RKI melden und alle Probleme sind gelöst.“ „Aber ich bin ein Mann!“ „Ja. Aber das ist ein Umstand, den wir gerade korrigieren. Sie haben eine initiale Dosis Hormone erhalten und in wenigen Wochen wird es deutlich weniger offensichtlich sein, dass sie ein Mann si … waren. Wenn in gut sechs Monaten die übliche Re-Evaluation der gemeldeten Zahlen stattfinden wird, dann wird es keine Zweifel geschweige denn Probleme mehr geben.“ „Sie haben mir Hormone gespritzt?“ „Ja, eine Dosis, als wären sie mit Siebenlingen schwanger.“ „Aber …“ „Sie dürfen jetzt gehen, Antonia Lulu. Ich sehe Sie dann in sechs Wochen für die nächste Dosis wieder! Schwester Claudia, bitte geleiten Sie die Patienten raus.“

Eine Stunde später war Antonia wieder daheim. Ihr war furchtbar schlecht, aber ansonsten war sie kerngesund. Was war da bloß gerade passiert, er hatte doch lediglich Hunger gehabt und hatte seine Pizza abholen wollen. Völlig verwirrt zog er sich komplett aus, bis auf die Schelle, deren Schlüssel er in seiner Verwirrtheit nicht auf Anhieb wiederfand. Krampfhaft suchte er im Spiegel nach ersten Veränderungen aber die Medizin konnte auch keine Wunder vollbringen. Konnte man diese Spritze rückgängig machen? Eine Frage, die ihm beim Anblick und Abtasten seiner Brust durch den Kopf schoss, er schmiss sich in seine Wohlfühlklamotten und machte sich sofort auf Recherche. Das Thema war gerade nicht eines, zu dem jeder Hinz und Kunz etwas schrieb, eigentlich hatte so gut wie niemand etwas zu diesem speziellen Thema geäußert. Es klingelte. Wer war auch schon so dämlich und ließ sich versehentlich eine Hormondosis spritzen. Er versuchte es nun in weiteren Sprachen, vielleicht gab es ja nicht Deutsch sprechende Idioten, denen so etwas schon mal passiert war. Es klingelte nun mehrfach kurz hintereinander. Anton schreckte auf und trottete widerwillig zur Wohnungstür, ein kurzer Check seiner Jogginghose und er machte sie auf, in der Erwartung, das irgendeiner der Nachbarn mal wieder irgendein absolut nicht dringendes Anliegen um diese Uhrzeit mit ihm erörtern wollte. Dem war nicht so.

Claudia sah ihn gut gelaunt an. Gut gelaunt im Sinne von Lara Croft, die gerade einem toten Spinnenbösewichthybriden eine goldene Kugel entrissen hat, die geeignet wäre, die Völker der Erde zu versklaven. Aber Claudia war an der Erdbevölkerung nicht gelegen, ihr ging es nur um Lulu. „Hallo Lulu! Möchtest Du mich nicht hereinbitten?! Danke, zu großzügig.“ Claudia schloss die Tür hinter sich einfach selbst. Nach der Türklinke griff sie mit nahezu der gleichen Bewegung nach seinem besten Stück und war dann hoch erfreut, dass es noch in seiner Verpackung war. „Sehr gut, Lulu, braves Mädchen! Und jetzt zieh Dich aus, Du siehst schrecklich aus!“ „Ich … ich … also … ich.“ Lulu handelte sich eine schallende Ohrfeige ein. „Stammle nicht so rum und zieh Dich aus, Du Zimperliese. Ich habe mich die letzten zwei Stunden meiner Schicht nur gefragt, was Du wohl zuhause tragen würdest und jetzt will ich das endlich wissen!“ Lulu setzte zum Sprechen an und Claudia mit der Hand zu einer weiteren Ohrfeige, was Lulu dann im gleichen Moment dazu bewegte, doch keinen Ton zu sagen, sondern an ihrer Jogginghose zu nesteln. Nachdem auch das Sweatshirt unten war, dirigierte sie ihn in sein Schlafzimmer, wo sie seine Sissy-Sachen vermutete. „Dann lass mal sehen!“ Seine „Ich habe keine Ahnung was Du meinst und ich habe doch nichts“-Geste wurde mit einer weiteren Ohrfeige quittiert und Claudia öffnete einfach den erstbesten Schrank selbst. Hier war gar nichts Spannendes, so schaute sie sich um, nicht ohne ein Auge auf Lulu zu lassen, die in ihrem Verhalten einen unguten Indikator für eine erfolgreiche zweite Suche abgab. Es war also die Kommode, Claudia schritt darauf zu und zog die drei Schubladen von unten nach oben auf. Sie wurde nicht enttäuscht, war sie doch quasi auf eine „Goldader“ gestoßen. Sie verschaffte sich einen kurzen Überblick über die Sachen, die ihr am besten gefielen und kombinierte sie in ihren Händen, um sie dann auf das Bett zu schmeißen. „So, Lulu. Ich will, dass Du das jetzt anziehst und Dich so hübsch wie möglich schminkst. Ich hole mir jetzt in der Küche erst einmal etwas zu trinken und wehe Du hast nichts Anständiges da. Wenn Du fertig bist, kommst Du nach! Verstanden!“ Lulu nickte nur.

Zwanzig Minuten später, eine kleine Ewigkeit, die Claudia allerdings gerne investierte, zumal der Rotwein wirklich sehr lecker war und Lulu auch noch eine fast volle Pralinenschachtel herumliegen gelassen hatte, stand sie dann endlich in der Tür. Schüchtern, verwirrt, geil und völlig planlos. „Dreh Dich!“ Claudia wurde binnen Sekunden feucht wie eine kalte Metallplatte in einer Nebelkammer. „Sehr schön, Lulu, sehr, sehr schön. Was Deinen Geschmack angeht, bist Du sehr begabt, aber ob das bereits reicht, ist noch die Frage! Egal, falls nicht, werde ich Dich solange erziehen, bis Du auch darin passabel bist, aber ich bin mir sicher, dass bist Du jetzt schon. Los, ins Wohnzimmer!“

Claudia folgte Lulu ins Wohnzimmer, das keinen besonderen Charme versprühte. Es war das lieblos gestaltete 08/15-Zimmer eines männlichen Singles, der hier überhaupt keine Orgien feierte. Aber sie war nicht umsonst Krankenschwester, was implizit bedeutete, jederzeit und unter jeden Umständen einen klaren Kopf zu behalten, Initiative zu ergreifen und die Situation bestmöglich zu meistern. „Halt das!“ Nachdem er ihr Rotweinglas entgegengenommen hatte, rückte sie nun seine Couch, den Couchtisch und die Stehlampe so zur Seite, dass sie beide Platz hätten. Sie nahm ihm das Glas wieder ab und stellte es auf den Couchtisch. „Knie Dich hin, Sissy Lulu!“ „Was ich …?“ „Hinknien, Du Luder!“ Zur Sicherheit bückte sie sich und hob ein Nachrichtenmagazin mit rot umfassten Titelbild auf, das sie gleich aufrollte. Lulu, die schon kniete, aber nicht auf ihren Pumps saß, durfte sogleich erfahren, dass dieses Blatt nicht nur bei den Verkaufszahlen ein absoluter Volltreffer war. „Wenn Du das hier verbockst, dann prügle ich Dich so windelweich, dass meine Kolleginnen Dich gleich in der Nachtschicht auch noch zu Gesicht bekommen. Verstanden?!“ „Ja, bitte, ich …“ „Hör auf zu reden!“ Claudia stand nun vor Lulu bzw. zwischen Lulu und dem Sofa. Sie legte das Magazin auf die Lehne, ließ jetzt ihren Mantel herab gleiten und legte ihn auf die freie Sitzfläche. Dann schob sie ihr Taupe-farbenes Kleid mit Tüllstickereien nach oben und streifte ihren Slip in der nächsten Bewegung nach unten, bis sie mit ihren recht flachen Stiefeln heraus war. So setzte sie sich nun auf die Kante der Couch, nahm erneut da Magazin, rollte es auf und lehnte sich dann auffordernd zurück. „Küss mich! Küss mich tief und fest und lang und saugend und zwar jetzt! Klar?!“ Der Wink mit dem aufgerollten Magazin in ihrer linken Hand verlieh ihrer Forderung zusätzlichen Nachdruck.

Lulu tastete sich im wahrsten Sinne des Wortes langsam heran und zögerte ein wenig, der Aufforderung nachzukommen. Wie in der besagten Volksweisheit „Leichte Schläge auf den Hinterkopf …“ endete das Zögern in einem tiefen Nasenstüber seinerseits in Claudias Intimzone und einem lustvollen Aufschrei ihrerseits. Es wurde mühselig, Lulu taten irgendwann die Knie weh, aber Claudia ließ nicht ab. Kurze gute Ansätze seinerseits ließen sie auf mehr hoffen und so dirigierte sie ihn bis kurz vor Mitternacht stetig vor sich her und baute so einen Zustand auf, den Lulu dann tatsächlich am Schluss in einem finale furioso gänzlich auflösen konnte. Claudia war für wenige Augenblicke völlig weggetreten und hatte das Glück, dass Lulu einfach in dieser Situation weitermachte, obwohl es völlig sinnlos war. Claudias Synapsen waren durch ein Dauerfeuer derart überlastet, dass sie Lulus weitere Bemühungen gar nicht mehr wahrnehmen konnte.

Um halb eins war Claudia dann wieder halbwegs stabil, um aufzustehen, sich im Bad kurz frisch zu machen und den Heimweg anzutreten. Sie schaute sich kurz um, nahm einen Schlüsselbund von der Anrichte im Flur und fragte „Sind das Deine Ersatzschlüssel?“ Lulu nickte nur, ihre Zunge war noch immer nicht in der Lage, Worte zu formen. „Gut, dann bis morgen Abend, gleiche Uhrzeit! Ich weiß ja, dass Du da bist! Sei diesmal fertig, ich will nicht warten! Und überrasch mich, Du hast so viele schöne Sachen, mach mich an!“ Sie öffnete die Tür und war fast durch, als sie sich noch einmal umdrehte „Und vergiss nicht, Deine Temperatur zu messen, hörst Du! Wäre doch schade, wenn Du in Deinem Negligee bei mir auf Station lägest und ich Dich nicht an mich drücken kann! Klar?!“

Ja, das war Lulu klar, glasklar. Sie hatte 38,5 °C, kein Wunder, ihr Kopf war puterrot, sie trug den Wert lieber so ein, nicht das man ihr später Messverfälschungen vorwerfen würde. Die hatten sicher dann noch stärker einschneidende Konsequenzen als seine zarte Unterwäsche bereits gehabt hatte. Vierzehn Tage Quarantäne, das würde was werden. Ja und es wurde was, aber es war nichts im Vergleich dazu, was Claudia von ihr dann im Anschluss abverlangte, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Ende


MfG
Matt

232. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Erika2 am 22.04.20 08:26

Hallo Matt,

danke für die wunderschönen Ultrakurzgeschichten.

Liebe Grüße

Erika
233. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Erika2 am 22.04.20 13:27

Hi Matt,

auch deine Sissygeschichten fesseln mich, bitte weiter so schöne Stories schreiben. Ich bin schon ein richtiger Fan von dir und deinen Geschichten.

Liebe devote Sissygrüße

Erika
234. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.04.20 19:51

@ alle Leserinnen, Leser und Lesenden

Vielen Dank für nun über 200.000 Lesungen allein in diesem Thread.
Neben der reinen Anzahl an Lesungen motivieren mich auch stets
freundliche Kommentare, Wünsche und Ideen.

Also, immer her damit ...



MfG
Matt


235. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 29.04.20 00:49

Fifty words CVII

Dieses Spiel war neu, sie genoss es.
Unscheinbar flanierten sie durch die Fußgängerzone.
Alle trugen Gesichtsmasken in allen Variationen - seit Montag.
Manche widerwillig, manche verkehrt, er trug seine vorbildlich.
Kein Millimeter trennte seine, in roten Lippenstift getauchten, Lippen
vor den Blicken aller Passanten.
Seine Erziehung zur Sissy - ab sofort öffentlich.


MfG
Matt
236. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 29.04.20 01:08

Fifty words CVIII

„So, fertig!“ Er konnte ihr überhaupt nicht zustimmen.
Sie hatte lediglich seine Augen geschminkt, ihm Ohrringe angesteckt.
Im Spiegel sah er weder Fisch noch Fleisch, er zögerte.
„Hier Deine Maske, diesmal lässt Du sie freiwillig auf, oder?!“
Sie hatte gewonnen. Lieber eine maskierte Frau sein,
als ein hässlich geschminkter Mann.


MfG
Matt

237. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von kedo am 29.04.20 12:29

wie schön, MattBeam, dass du wieder schreibst. ob deine „kurzen“ oder ultrakurzen geschichten, ich finde sie ganz großartig.
238. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Erika2 am 30.04.20 13:50

Hi Matt,

wieder zwei wunderbare Kurzgeschichten, es ist so aktuell und für mich auch eine Überlegung, mich mit Maske als Sissy in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Lieben Dank und hoffentlich gibt es bald wieder ein Geschichtchen

Erika
239. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Ihr_joe am 30.04.20 16:55

Danke auch,
ich hatte den "Corona-Schlamassel"

nicht gelesen, allein wegen dem Titel.
Jetzt habe ich es nachgeholt und die Geschichte als solches gemocht kurzweilig und amüsant.

Bei den 50 Wörtchen bin ich mir nicht so ganz sicher, die 107 fand ich gut aber die 108 war nicht so mein Ding!

Danke und bleib Gesund
Ihr_joe








240. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 30.04.20 18:40

Zitat
Danke auch,
ich hatte den ''Corona-Schlamassel''

nicht gelesen, allein wegen dem Titel.


Upps. Da muss ich ja meine Goldwaage, auf die ich meine Wörter lege, ja mal dringendst zum Eichamt schicken ...
241. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 05.05.20 11:11

„Kommst du mit?“
„Was hast du denn vor Ulrike?“
„Ein wenig frische Luft schnappen!“
„OK!“
„Wenn so viele Menschen da sind ist es echt muffig in dem Saal!“
„Stimmt!“
„Willst du eine rauchen?“
„Nein lass uns nur ein wenig laufen!“
„Gute Idee!“
„Du siehst echt gut aus in dem kleinen Schwarzem!“
„Danke!“
„Wollen wir uns dort auf die Bank setzen?“
„Ja!“
„Trägst du keinen BH?“
„Nein ich dachte mir es sähe so besser aus!“
„Alle Männer haben es bemerkt!“
„Du auch?“
„Oh ja!“
„Macht dich wohl an was?“
„Oh ja!“
„Küss mich!“
„Ulrike!“
„Los küss mich!“
„Mach ich dich an?“
„Du küsst so gut!“
„Deine Titten sind so weich!“
„Du hast ja ein Rohr in der Hose!“
„Ist das ein Wunder?“
„Lass mich deine Hose aufmachen!“
„Ulrike!“
„Gott ist der gross!“
„Du trägst ja nicht mal einen Slip!“
„Stimmt!“
„Du geiles Luder!“
„Heute abend ja!“
„Ulrike!“
„Los küss mich!“
„Du bist ja klitschnass!“
„Er flutscht ja richtig rein in deine Muschi!“
„Ich will dich!“
„Halt!“
„Nein jetzt mach ich weiter!“
„Du hast doch kein Gummi!“
„Ist doch egal,Ulrike!“
„Nein ist es nicht!“
„Mir ist es egal!“
„Ich habe meine gefährlichen Tage!“
„Ja und?“
„Du Arsch!“
„Ist sowieso zu spät!“
„Oh nee!“
„Leid tut es mir nicht!“
„Bitte?“
„Ich hatte meinen Spass!“
„Du bist ja witzig!“
„Du warst einfach so heiss!“
„Ich war.....“
„Ich konnte nicht mehr halten Ulrike!“
„Und nu?“
„Werden wir sehen!“
„Werden wir sehn! Werden wir sehen!“
„Ja was denn sonst?“
„Ich bin verheiratet Mensch!“
„Reif für ein Kind!“
„Was ist los!“
„Wenn du nen dicken Bauch bekommst wird dein Mann komisch gucken was?“
„Spinnst du jetzt?“
„Nein!“
„Der will kein Kind!“
„Nein will er nicht!“
„Ich will es aber!“
„Ich glaubs ja nicht!“
„Deine Muschi glaubt es aber, das fühl ich doch!“
„Ich könnt schon wieder!“
„Ich auch!“
„Diesmal will ich aber kommen!“
„Mal sehen!“
„Wie mal sehen? Streng dich an!“
„Soll ich!“
„Er ist schon drin!“
„Ja!“
„Mach langsam!“
„Du bist so nass und weich und eng Ulrike!“
„Schnauze!“
„Was ist!“
„fi**k mich!“
„Mach ich doch!“
„Los!“
„Ich mach dir den Bauch dick!“
„Ist mir egal!“
„Ja?“
„Ja!“
„Du geile Sau!“
„Ja!“
„Ich mach dir deinen Bauch dick!“
„Ist mir echt egal!“
„Du wirst eine süsse Mutter sein!“
„Ja. Mach mir ein Kind!“
„Nicht Eines Ulrike! Viele!“
„Ist egal! Er wird es nicht merken!“
„Wenn ich dir sie alle mache bestimmt nicht!“
242. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 05.05.20 12:02



Marima Honverstan.
Eine junge Tennisspielerin.
Sie stand unter den ersten Zehn in der Weltrangliste.
Ihr Leben bestand seit dem zehnten Lebensjahr aus Tennis.
Von Woche zu Woche in einem anderem Hotel.
Andere Menschen.
Andere Länder.
Andere Sitten.
Als sie es geschafft hatte unter die ersten Zehn zu kommen war es soweit.
Sie musste nicht mehr nur die Tennis Oberen begrüßen.
Sie war auch bei den Bürgermeistern erwünscht.
Bei den höheren Politikern.
Öfter erschien sie in der Tageszeitung.
Seit diesem Tag fühlte sich mehr als vorher beobachtet.
All die Menschen die ihr zu jubelten beobachteten sie.
Wie sie gekleidet war.
Welchen Rock sie trug.
Wie die Frisur saß.
Was sie in ihrer Freizeit tat.
Sie wurde beobachtet.
Marima hatte einen Verehrer.
Doch noch wusste Marima nichts von ihm.
Sie absolvierte weiter ihre Turniere.
Mit mehr oder weniger guten Erfolg.
Dann kam der Monat August.
Es waren Turniere im Nahen Osten und Arabien angenommen worden.
Nach dem ersten Turniersieg in Dhubai erschein Marima nicht zur
Pressekonferenz.
Ihr Manager berichtete der Presse von einer plötzlichen Sehnenzerrung.
Die Presse gab sich mit dieser Auskunft zufrieden.
Später gab es eine Presse Erklärung das Frau Marima Honverstan vom aktiven Tennissport zurückgetreten sei.
Monate später gab es eine kurze Mitteilung das die ehemalige „Prinzessin des weißen Sports“ zum Islam übergetreten sei.
Mehr hörte man nicht mehr von Marima Honverstan.

Was wirklich geschah.

Marima war gleich nach der Siegerehrung von ihrem Manager zu einem arabischen Schloß beordert worden.
Sie hatte das Schloß ohne ihn betreten.
Es sei wichtig hatte er gesagt.
In dem Schloß waren drei Männer anwesend.
Marima hatte noch ihren Tennisdress an.
Den kurzen weissen Rock und ein weisses Shirt.
Sie war freundlichst begrüsst worden.
Man hatte ihr einen Tee gebracht.
Sie hatte ihn getrunken und war gleich darauf eingeschlafen.
Als sie wieder wach wurde war sie nackt.
Die gleichen Männer standen vor Marina.
„Du bist eine hübsche Frau!“
Marima war von der dunklen Stimme erschrocken.
„Wo bin ich? Was wollt ihr von mir!“
Die Männer lächelten sie an.
Jetzt bemerkte Marima das die Männer auch nackt waren.
„Du wirst ab nun nur noch hier sein um zu dienen“
Ohne sich zu wehren standen zwei Männer neben ihr.
Der dritte stand vor Marima.
Bis zu diesem Augenblick war Marima noch Jungfrau gewesen.
„Sollen wir anfangen?“
Die beiden Männer zogen Marimas Beine auseinander.
„Sie ist nass die geile sau!“
Marima schämte sich.
„Sie hat Haare an der fo***e!“
Marima hörte den Männer zu.
Sie begann zu schluchzen.
Sie heulte.
„Die Weiber aus dem Westen sind eben dreckig.“
243. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.05.20 19:40

Fifty words CIX

Sie saß gemütlich bei einem Glas Wein vorm Fernseher.
In ihrer anderen Hand hielt sie einen Zähler und drückte ihn.
Für die nächste Minute war fast nichts zu hören, dann ein Klackern.
Stilettos schlugen auf die Marmorstufen vom Obergeschoß bis zum Keller.
Neunundsiebzig. „Noch einundzwanzig Mal, Sissy.“ Nippte und drückte.

MfG
Matt

244. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.05.20 19:40

Fifty words CX

Mitternacht. Noch eben die nasse Wäsche aufhängen. Im Keller.
Mut oder Hybris? Alles ruhig. Im Keller der Schock. Eine zweite
Maschine war fertig. Wäsche schnell aufhängen. Zurück im Kellerflur
stand sie vor ihm, die Nachbarin. Augenkontakt halten, Smalltalk, wenig
bewegen. Hoffentlich hatte sie seine Pumps übersehen. Sie lächelte nur müde.

MfG
Matt

245. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.05.20 19:41

Fifty words CXI

Auf dem Weg in die Küche, ein Klopfen an der Wohnungstür.
Abwesenheit vorgaukeln? Ging nicht - Clogs auf Steinboden.
Barfuß öffnen? Nein, er streifte seine Hose tief über seine Absätze,
stand schmal und frontal neben der Tür. Nur die Nachbarin.
Nur ein Paket. Sie nahm seine UGGs nicht wahr. Glück gehabt.

MfG
Matt

246. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.05.20 19:41

Fifty words CXII

Kleine Müslipackung, kleines Paket Biokaffee, ein Portion Fleisch,
halber Liter Milch, kleine Packung Margarine, ein Platzdeckchen aus dem
Wochenangebot. Es piepte. Die junge Verkäuferin blickte irritiert ihn,
lächelte dann, es piepte, sie nahm den Warentrenner, nannte den Preis.
Er lächelte unschuldig, warf den Lippenstift in die Einkaufstasche, zahlte und ging.

MfG
Matt

247. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 20.05.20 20:36

Hallo, hier mal wieder eine längere Ultra-Kurzgeschichte. Feedback willkommen.



Endlich Urlaub



Notes war dreifach kontrolliert, alle offenen Vorgänge delegiert oder zurückgestellt, der Abwesenheitsagent war aktiviert, der Schreibtisch war leer, die Postmappe musste noch in das Ausgangsfach, Telefon war umgestellt, Fenster waren zu, Feierabend.

Endlich konnte Thomas abschalten, nach Hause und ein paar Tage Urlaub genießen. Die letzten Tage vor einem geplanten Urlaub waren immer die schlimmsten, besonders, wenn die Kolleginnen und Kollegen von dem Urlaub wussten und noch schnell irgendwelchen Scheiß erledigt haben wollten, der nicht bis nach dem Urlaub warten konnte – aus deren Sicht. Aber jetzt war es endlich soweit. Zudem war es erst Mittwoch, dank des Feiertags und des Brückentags war es auch noch eine kurze Arbeitswoche gewesen. Kurze Arbeitswochen waren die besten. Na ja, außer dieser, aber das lag nicht an der Arbeit, sondern dass ging auf Irenes Kappe. Ein letzter Blick, ah, wie immer, das Netzteil. Ja, eigentlich im Urlaub total überflüssig, aber total beschissen, wenn man es dann brauchte und es stattdessen im Büro verschimmelte. Jetzt aber.

Der Feierabendverkehr war angenehm ruhig, die gescheiten Arbeitnehmer hatten eh schon mittags Feierabend gemacht und waren bestimmt schon auf dem Weg in die Ferne. Endlich fiel ein wenig der Stress von Thomas ab, den er den ganzen Tag verspürt hatte und der ihn hatte vergessen lassen, dass Irene ihn die letzten beiden Tage und diesen Mittwoch absichtlich geneckt hatte. Nichts Schlimmes aber jetzt im Autositz wurden sie ihm wieder bewusst, ein prüfender Griff, eine streichende Handbewegung, noch immer vollkommen unauffällig, aber vielleicht lag es auch einfach nur an seiner legeren Hose, die er Gottseidank im Büro tragen konnte. Eine feine Anzughose aus Stoff wäre sicherlich eine ganz andere Hausnummer gewesen.

Ein kurzes Piepen, einen Türenschlagen und einen Knopfdruck später war auch die Heimfahrt endlich zu Ende und er konnte nach ein paar Schritten endlich die Haustür hinter sich schließen.

„Hallo Schatz, bin zurück!“
„Hallo Dicki, endlich! Wo warst Du solange?“
„Ach, Du weißt doch, der letzte Tag ist immer der Schlimmste.“
„Ich habe nicht auf Dich gewartet, aber Deine Portion steht noch warm im Ofen.“
„Auflauf?“
„Lasagne, zur Feier des Tages!“
„Ah, sehr gut!“
„Aber erst ziehst Du Dich um!“
„Ich bin …“
„Keine Widerrede, Dicki, Deine Sachen habe ich Dir aufs Bett gelegt!“

Thomas kräuselte die Stirn, eigentlich hatte er einen Mordshunger aber er zog sich ja auch sonst um, wenn er von der Arbeit kam. Oben im Schlafzimmer angekommen warf einen Blick auf das Bett und schaute dann ein zweites Mal genauer hin. Ohne Zweifel war es neu, dunkelblau und ziemlich formell. Vor dem Bett standen blaue Lackpumps passend zum blauen Lackgürtel, der auf dem Business-Kostüm lag. Daneben lag noch eine weiße Bluse und hauchdünne blaue Strümpfe. Thomas zog sich erst einmal aus. Herrenschuhe, Socken, die seine schwarzen Strümpfe kaschiert hatten, seine Bürojeans und sein Herrenhemd samt T-Shirt. Somit stand er jetzt fast nackt im Schlafzimmer wäre da nicht sein Keuschheitsgürtel gewesen, den er nun seit fünf Monaten trug.

Waren es tatsächlich schon fünf Monate? Damals hatten Irene und er zufällig seine alte Verlobte getroffen, die nach Jahren wieder in ihre, Irenes und Thomas, Stadt gezogen war. Ein kurzes Gespräch auf dem Gehweg in der Kälte, ein paar nette Worte, belanglose Zusagen, reine Höflichkeit, nichts Besonderes und doch, Irene war seit dem Tag wie ausgewechselt gewesen. Der Gedanke, ihn, Thomas, an jene – und hier benutzte Irene sehr gerne die übelsten Ausdrücke aus der Gossensprache – Person zu verlieren, hatten sie fast krankhaft eifersüchtig gemacht. Heiße Wortgefechte und innige Treueschwüre hatten das Problem eher verstärkt als beseitigt, und so war er dann bereits am Wochenende danach mit einem kleinen Plastikkäfig samt Plombe konfrontiert worden. Ausweglos hatte er ihn anlegen müssen. Nicht, dass sie ihn gezwungen hatte, aber eine Weigerung seinerseits hätte die eheliche Apokalypse heraufbeschworen und so war dieser Käfig das Geringere von zwei Übeln.

Und so war es dann auch. Irene war beruhigt, kontrollierte mehrfach am Tag die Plombe und entwickelte fast so etwas wie Routine. Aus der Ad-hoc-Aktion wurde dann allerdings eine Riesensache, als sie sich, im Internet auf der Suche nach weiteren Sicherheitstipps, plötzlich mit Aussagen idiotischer Zeitgenossen konfrontiert sah, die haarklein beschrieben, wie sie ihre bestes Stück heraus pulen, damit Spaß haben und wieder einstecken konnten, ohne die Plombe zu beschädigen. Dieser Artikel und ein paar dazu korrespondierende YouTube-Videos brachten Irenes Welt erneut fast zum Einsturz und führten zu dem, was er jetzt dauerhaft trug.

Thomas stählerner Keuschheitsgürtel war fast maßgeschneidert. Irene hatte ihn mehrfach zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten ausgemessen und dann die Werte an den Hersteller geschickt, mit dem sie bereits gleich nach Kenntnisnahme des Artikels in Kontakt getreten war. Derart vorbereitet und mit ca.-Maßen bereits bestückt, hatte dieser einen Rohling bereitgelegt, der dann von jetzt auf gleich und gegen eine entsprechende Extra-Prämie in einen tragbaren Keuschheitsgürtel mit Thomas‘ Maßen hatte gefertigt werden können.

Soweit, so gut für Irene bzw. schlecht für Thomas, aber dieses Stück Blech hatte unabsehbare Folgen für ihre Beziehung gehabt. Zuerst kaum wahrnehmbar aber bereits überaus positiv hatte Irene, mit den einzigen Schlüsseln rund um die Uhr an ihrer Halskette, zunehmend das Vertrauen gehabt, dass Thomas sie wirklich nicht betrog. Auf Thomas hatte sein neues Stahlhöschen die Wirkung gehabt, dass er zunächst total fixiert auf alles war, was damit zusammenhing. Er hatte sich die Konsequenzen, die ein solches Accessoire mit sich brachte, total unterschätzt. Auf der anderen Seite aber auch die Wirkung auf seine Ehefrau unterschätzt, die nun von Tag zu Tag selbstbewusster und sicherer geworden war. Mit jedem Tag hatte sie neue Aspekte ihrer Rolle als Schlüsselherrin bzw. als echte Herrin hinzugelernt und war selbst überrascht gewesen, wie selbstsicher und leitend sie eigentlich sein konnte. An dieser Stelle hätte Thomas damals am liebsten das „Experiment“ abgebrochen, aber aus Sicht von Irene gab es keine Alternative, kein Zurück mehr. Im Gegenteil, aus dem KG wurde ein Symbol ihrer positiven Entwicklung. Es begann mit dem Verschleiß eines Silikonprofils, das Thomas durch eine schmerzhafte Kollision mit einer Kommodenecke ruiniert hatte. Dieses schwarze Silikonprofil wurde – dank der Bestellung, die Irene inne gehabt hatte – samt aller anderen Silikonprofile rosa. Irene hatte es nicht wirklich bewusst Rosa bestellt, also mit einem gedachten und geplanten Ziel, sondern vielmehr hatte sie sich einfach die Optionen angeschaut und dann hatte ihr noch unsicheres Unterbewusstsein die abstoßendste und unmännlichste Farbe ausgesucht.

Damals war dann auch mit dem gleichen Paket ein Dildo mitgeliefert worden, den sie an das Frontschild anclipsen konnte, wenn sie einerseits Lust auf eine eigene Befriedigung hatte und sie andererseits ihm hatte keine gönnen wollen.

Mit diesem Mindset in den siebten Himmeln war es für Irene dann in den Tagen danach auch nur folgerichtig gewesen, Thomas‘ Männlichkeit insgesamt zu ruinieren, nur um sicher zu stellen, dass diese – böses F-Wort – auch ja die Finger von ihrem Mann ließ. Thomas‘ Einwände wurden seit dem mehr oder minder in der gleichen Sekunde ignoriert, wie er sie hervorbrachte und so gesellte sich zum dem stählernen Keuschheitsgürtel mit den rosa Profilen alsbald auch rosa Spitzenhöschen, rosa Strumpfhosen, dann rosa Seidenstrümpfe und für Daheim ein rosa Nachthemd.

Thomas hatte sich mehr oder minder in dieses Schicksal gefügt, da es eins garantierte, nämlich Ruhe und Frieden in der Beziehung zu seiner Frau. Und diese blühte förmlich auf, wie er es sich nie hätte erträumen können. Liebte er seine Frau vorher u.a. wegen ihrer Eifersucht auf ihn, diesem Zeichen ultimativer Zuneigung, so mochte er es nun, wenn sie – sich ihrer Solo-Rolle als Geliebte sicher – nun das körperlich holte, was sie stets bei anderen Frauen vermutet hatte. Es war nicht all die Jahre er gewesen, der woanders seinen Spaß und zuhause nur langweiligen Sex hatte, es war tatsächlich nicht er gewesen. Sie und nur sie allein hatte sich durch ihre dämlichen Hirngespinste ihren eigenen Sex kaputt gemacht und nun, da er garantiert treu war, konnte sie ihn auch endlich, ohne einen Gedanken an diesen Unsinn zu verschwenden, genießen. Na ja, das war dann aber auch der Punkt gewesen, an dem das Pendel zur anderen Seite ausschlagen war und Irene das erste Mal in ihrer Beziehung zu Thomas statt undefinierbare Angst echte Lust verspürt hatte. Lust, die auch dann nicht verging, wenn er zur Arbeit war, Lust in Zeiten, wo sie sich sonst krampfhaft Gedanken und Sorgen um seine Treue gemacht hatte. Lust, die umgehend befriedigt werden musste, was dank des Internets auch problemlos möglich war. Wenn das Objekt ihrer Lust dann wieder daheim und real zur Verfügung stand, lag Irenes Fokus eher darauf, sich zu vergewissern, dass er auch wirklich noch sicher war anstatt sie umgehend nach Aufschluss zu befriedigen.

So kam es, dass aus dem täglichen Aufschluss ein mehrfacher Aufschluss in der Woche, dann ein einfacher Aufschluss in der Woche und danach ein Aufschluss bei Bedarf und zum Rasieren wurde. Zusammen mit seinen rosa Abwehrmitteln veränderte sich ihr Sexleben immer mehr in das eines lesbischen Paares. Aus Küssen wurden ausgiebige Schleckereien, aus Spielchen mit Phallus-Replikaten wurden servile Befriedigungsdienstleistungen mittels dieser Replikate zu ihren Gunsten. Lediglich wenn Irene in absoluter Top-Laune gewesen war, hatte sie zu den Schlüsseln an ihrer Halskette gegriffen und seine Erfolge selbst honoriert.

Das lag nun Wochen bzw. gar Monate zurück, das Kostüm hingegen lag direkt vor Thomas auf dem Bett. Erst jetzt fiel ihm die goldene Nadel am Revers auf, es war ein Flugzeug. Warum ein Flugzeug, was hatte Irene mit Flugzeugen am Hut? Es war auch kein Hut, vielmehr ein Schiffchen, ebenfalls mit einer Flugzeugnadel versehen, nicht die gleiche, sondern halt nur ein Flugzeug, es dämmerte ihm. Vor ihm lag ein Stewardessenkostüm, kein echtes, vielmehr eines aus der Fantasie von Irene. Der Rock zu knapp, die Strümpfe zu un-dezent und die Pumps zu hoch und das Halstuch, das er unter dem Rock gefunden hatte, farblich eine Nuance zu satt im Vergleich zum Schiffchen. Thomas musste insgeheim lachen, damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Normalerweise – außerhalb der aktuellen Krisenzeit – wäre auch er mittags bereits Zuhause gewesen und jetzt – um diese Uhrzeit – hätten sie voller Vorfreude in irgendeiner Abflughalle gesessen und auf ihren Urlaubsflieger gewartet. Irene schien das echt massiv zu fehlen. Nun gut, Thomas wollte kein Spielverderber sein und machte sich daran, sein Bestes zu geben, diese Rolle heute Abend zu erfüllen. Als er alles anhatte warf er sich noch die Schminkschürze um und googelte passende Fotos bzgl. der von ihm erwarteten Schminke. Der angesagte Stil war dezent in der Farbwahl aber satt in der Ausführung, so dass auch die letzte Reihe im Flieger noch notfalls Lippenlesen konnte, um die Durchsagen beim Stewardessenballett zu verstehen.

Sicheren Schrittes, die Pumps waren nahezu authentisch, ging er nun die Treppe herab und präsentierte sich seiner Gattin mit den typischen Armbewegungen.
„Die Notausgänge befinden sich auf beiden Seiten vorne, hinten und über den Tragflächen. Im unwahrscheinlichen Falle eines Feuers und starker Rauchentwicklung finden sie die Markierungen zum nächsten Ausgang auch hell erleuchtet auf dem Boden.“
Irenes Augen leuchteten. Er sah einfach hinreißend in dem Kostüm aus. Der ganze Anblick von Kopf bis Fuß, vom Schiffchen bis zur runden Schuhspitze war sensationell und es liefen ihr kalte und heiße Schauer durch den Körper. Völlig unerwartet und die Kirsch auf der Torte war die tatsächliche Rocklänge. Sie hörte beinahe genau auf der Höhe seiner Schenkelbänder auf und bedeckte sie bei geradem Stehen und gab deren metallisches Funkeln preis, wenn er einen Schritt machte.

„OH! MEIN! GOTT! Du siehst scharf aus. Scharf, scharf, scharf!“
„Danke. Aber jetzt habe ich Hunger!“

Irene hätte ihn erwürgen können, während ihr die Lust fast aus den Ohren kam bei Anblick ihrer Kreation, waren seine Gedanken bei etwas so Profanem wie Essen.

„Ich habe den Ofen nochmal angemacht, sollte heiß sein. So heiß wie Du!“

Thomas lächelte, machte auf mittelhoher Hacke kehrt und begab sich in die Küche, wo im Ofen schon das Objekt seiner Begierde wartete. Irene brauchte einen Moment und ein unschuldige Sofakissen, dass zwischen ihre Schenkel gepresst, den Überdruck in ihrem Körper aufnehmen konnte. Eine gefühlte wohlige Ewigkeit aber in der Realität nur Dutzende Sekunden später hörte das Flackern ihrer Augenlieder auf und sie konnte ihrem Mann in die Küche folgen. Eine schnelle Oberkörperbeugung, ein Griff auf den Sofatisch und dann schnell in die Küche zur Vollendung ihres Meisterwerks.

„Und heiß?“
„Ja. Lecker!“
„Wie Du! Ahhh! Laß Dich umarmen!“

Aus irgendeinem, für Thomas unersichtlichen, Grund war Irene zupackender, im wahrsten Sinne des Wortes, klammerte sich von hinten um ihn und drückte ihn gegen den Herd. Die warme Abluft aus dem Backofen drang jetzt direkt unter seinen Rock und sein Keuschheitsgürtel presste sich, zwischen ihm und der Herdkante gefangen, tief in seine Lenden.

„Du bist so heiß!“
„Mir wird auch heiß!“

Irenes Hände wanderten nun von seiner Brust, die in einem A-Körbchen-BH steckte, über seine Taille, seine Hüfte und seine Oberschenkel immer tiefer. Sie bückte sich, dirigierte seine Beine auseinander und genoss mit ihren Händen seine seidenen Beine von den Knöcheln bis zu den Schrittbändern.

„Das geht nicht! Der Ofen ist zu heiß! Lass ihn uns wenigstens ausmachen, und …“
„Halt die Klappe, Tonja!“

Irenes Lippen liebkosten nun seinen linken Schenkel, ihre Hände glitten an den Ketten, die seit fast drei Tagen seine Schenkelbänder am Keuschheitsgürtel befestigten auf und ab. Irene wechselte mit ihren Streicheleinheiten auf die Innenseite seiner Oberschenkel und Tonja quittierte diese sofort mit einem Stoßseufzer. Irene nahm nun ihren Handrücken für die sanfte Massage und jedes Mal, wenn sie oben war, versuchte sie, sich mit ihren Fingernägel unter den Schrittgurt zu krallen. Tonja hatte den Ofen inzwischen fast vergessen. Egal woher die Hitze kam, die war kurz vor dem Explodieren. So kurz, dass lediglich sieben weitere Streicheleien dazu reichten, ihr das Licht auszuknipsen. Ihre körperlichen Reaktionen tropften in dickem Schwall auf den Boden und durch die heiße Backofenluft – vermengt mit den Aromen aus dem Inneren des Backofens – konnte sie es auch problemlos riechen. Irene ließ ab, die genoss diesen Augenblick in gleichem Maße und hatte Mühe, sich schnellstmöglich wieder auf ihr eigentliches Ziel zu besinnen. Mit zittrigen Händen, von denen Tonja absolut nichts merkte, hakte sie eine kurze Schrittkette in Ösen auf beiden Seiten zwischen Thomas‘ Oberschenkeln ein und drückte die beiden Miniaturvorhängeschlösser fest zu.
Es dauerte dann noch in etwa solange bis aus dem Ofen ein erster leichter Geruch von anbrennendem Essen bemerkbar machte, bis sie von der Umklammerung seiner Oberschenkel abließ und ihn endlich sein Essen aus dem Ofen nehmen ließ.

„Was hast Du gemacht?“
„Die Schrittkette angebracht!“
„Wieso?“
„Weil die fehlte!“
„Wieso fehlte die Schrittkette?“
„Was machen Schenkelbänder für Sinn, wenn sie nicht durch eine Schrittkette verbunden sind?“

Tonja hob die Augenbrauen, das klang logisch. Völlig unvorbereitet und auf fast nüchternen Magen, aber logisch. Die eigentliche Frage, die sie Irene am Sonntagabend hätte stellen müssen, wäre gewesen „Wozu die Schenkelbänder?“ aber die Kette absolut folgerichtig. Egal, sie hatte jetzt Hunger und diese dunkelbraune Lasagne hatte schon viel zu lange warten müssen. Tonja stellte die gut halbvolle Form einfach auf ein Holzbrett und aß direkt aus ihr, so wie beim Italiener. Irene kümmerte sich selig um zwei Gläser Wein und reichte ihrer Geliebten ein fast randvolles Glas. Eigentlich hätte Tonja in diesem Moment stutzig werden müssen, den Alkohol und Stehvermögen hatten bei ihr keine additiven Effekte aber ihr Magen hatte Bedarf nach additivem Inhalt. Irene setzte sich einfach gegenüber, nippte an ihrem ebenfalls vollem Glas Rotwein und schwelgte in Hormonen. Kurz vor dem Ende, Tonja aß so schnell es die Hitze zuließ, streckte Irene dann ihr rechtes Bein und suchte damit die Gewissheit, dass unter dem Tisch alles an seinem Platz war. Tonja schaute kurz auf, lächelte und nahm einen Schluck Wein.

„Lecker!“
„Lecker!“

Ja, Tonja war ein echter Leckerbissen und Irene konnte es eigentlich gar nicht mehr abwarten. Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie direkt nach der letzten Gabel erneut abgehoben, aber da war sie einfach zu gierig. Sie hatten nun drei lange Wochen Zeit. Drei Wochen, in denen Tonjas ganze Welt sich nur um sie kreisen würde. Außerdem wussten beide inzwischen aus Erfahrung, dass eine kleine Pause nach dem Essen unbedingt einzuhalten war. Eine Pause in der Länge von „Catch Me If You Can“, der gleich im Fernsehen kommen würde – ein Fingerzeig des Schicksals, quasi. Vermutlich würden sie das Ende gar nicht mehr sehen, vermutlich würde sie auch einen Hauptteil der Handlung nicht sehen, sondern nur an ihren Lippen hängen, wie auf einem Pärchensessel im Kino bei einem grottenschlechten Film. Irene sollte Recht behalten, die Handlung zog an ihr ohne Spuren vorüber und nach der dritten Werbepause schalteten sie den Fernseher ab und gingen nach oben.

Der Rundflug war lang und kostete Irene den letzten Tropfen ihres Sprits. Kaum gelandet fiel sie in einen eher atypischen komatösen Schlaf in den Armen ihrer heißgeliebten Stewardess. Tonja tat ihr Möglichstes sich aus dieser Situation zu befreien und in etwas Bequemeres für die Nacht zu schlüpfen, was ihr auch gelang.

Am nächsten Morgen war Irene wieder topfit, bestens gelaunt und voller Freude auf die kommenden drei Wochen im eigenen Heim. Tonja war hingegen etwas irritiert, denn ihr Wunsch, die Schrittkette abgenommen zu bekommen, wurde rundweg abgelehnt und sie wurde aufgefordert, ihre Uniform wieder in Ordnung zu bringen und zu glätten, da sie sie den ganzen Tag würde tragen müssen. Tonja fügte sich. Ebenso am Brückentag, am Wochenende und noch am Montag. Am Dienstag wurde Tonja dann zur Pflegerin, in einem schneeweißen Schwesternoutfit. Lediglich die Schrittkette blieb von ihrem Stewardessenkostüm. Nach der Pflegerin folgte die strenge Lehrerin, die servile Kammerzofe, das adrette französische Zimmermädchen, das laszive Schulmädchen und am Montag der letzten Urlaubswoche die nymphomane Sekretärin. Aber das war eigentlich eine Mogelpackung, denn abgesehen von dem Schiffchen und den fehlenden Anstecknadeln war es das gleiche Kostüm, mit dem Tonja ihren Urlaub begonnen hatte. Nichtsdestotrotz erlebte Tonja darin dann mittwochs ihren ersten ungewollten öffentlichen Höhepunkt, als sie, komplett geschminkt und kostümiert, Irene im Auto zum Drive-In des örtlichen, amerikanischen Schnellimbisses hatte begleiten müssen. Als Beifahrerin, in ihren hochhackigen Schuhen, tat sie ihr Bestes, komplett mit dem rechten Innenraum zu verschmelzen und sich den Blicken der jungen Systemgastronomiemitarbeiterin hinter deren Maske zu entziehen. Ob sie damit den gewünschten Erfolg gehabt hatte, würde sie vermutlich nie erfahren und so konzentrierte sie sich drauf, möglichst schnell und unauffällig ihren Teil des Inhalts der Papiertüte schnellstmöglich und möglichst damenhaft zu essen. Irene schien sich alle Zeit der Welt zu lassen und genoss förmlich den Ausgang dieses Urlaubs.

In einem echten Urlaub hätte sie sich mit Tonja spätestens jetzt über ein Fazit unterhalten und Pläne für den nächsten Urlaub gemacht. Je nachdem ob der Urlaub gut verlaufen wäre oder nicht, also ob man einen ähnlichen Urlaub erneut machen würde oder ob man etwas komplett anderes planen musste. An diesem Abend erübrigte sich die Unterhaltung, die Diskussion, die Planung. Das Einzige, was Irene durch den Kopf ging, war, wann Tonja das erste Mal am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub als Tonja zur Arbeit gehen würde, von ihr aus konnte dies ruhig schon in fünf Nächten sein.

ENDE

MfG
Matt


248. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Erika2 am 29.05.20 11:32

Hi Matt,

immer wieder ein Genuss deine wunderbaren Kurzgeschichten zu lesen. Gerne wäre ich die Stewardess aus deiner Geschichte.

Liebe Grüße

Erika
249. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Keuschli_69 am 29.05.20 11:53

Hallo! Sehr schön geschrieben! Genau unser Geschmack ☺️

Liebe Grüße
Marie und Max
250. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Holzfäller am 05.07.20 16:41

Hallo MattBeam,
respekt, vor der Menge an guten Kurzgeschichten von Dir.
Mich würde aber mal interresieren, wie es mit Annalena (vom 28.11.2019) und Rieke weitergeht.
Eine Vortsetzung war ja angekündigt.

251. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 23.07.20 23:15

Annalena

Sonntag
Annalena war konsequent sportlich, der Sonntagmorgen gehörte ihrer Fitness, also drehte sie ihre übliche halbe Stunde raus auf die Felder, einmal durch den Wald und wieder zurück. Als sie gegen 9 wieder ins Haus kam, traf sie Hendrik, der sich gerade mit frischen Schrippen eingedeckt hatte. „Guten Morgen, Hendrik. Die duften aber gut!“ „Oh, guten Morgen Annalena, möchtest Du welche? Ich habe genug.“ „Oh, nein. Danke. Heute nicht. Vielleicht nächsten Sonntag, dann plane ich das in meine Diät ein.“ „Gerne, dann nächsten Sonntag. 9 Uhr?“ „9 Uhr 30. Nach dem Duschen.“ „Dann bis nächsten Sonntag.“

Manchmal lief es im Leben wie geschnitten Brot, Rieke würde sich in genau sieben Tagen von selbst bei ihr einfinden und dann ihrer wahren Bestimmung entgegen gehen. In ihren ersten Gedanken schien ihr diese Zeitspanne noch unendlich lang aber nur Bruchteile später erinnerte sich Annalena, dass sie noch so viele offene Todos, so viele lose Enden hatte, um die sich kümmern musste. Das besonders Unschöne war dann zudem, dass diese Todos wechselseitige Abhängigkeiten hatten, die präzise bedacht, geplant und abgearbeitet werden mussten. Und die Kirsche auf dieser Problemtorte on top war, dass Annalena sich selbst noch nicht einmal sicher war, ob ihr augenblicklicher Plan denn die optimale Vorgehensweise war, es gab so viele bedenkenswerte Alternativen, die zum Teil erfolgsversprechender schienen. Ihr rauchte der Kopf, sie begann sich selbst dafür zu hassen und machte sich erst einmal einen Tee. Das konnte doch alles nicht wahr sein, sie stellte sich an wie ein überforderter Junior Consultant, der tatsächlich mal etwas abliefern sollte und nicht nur schick in Schale optisch mit der Büroausstattung verschmelzen sollte. Ärgerlich nahm sie einen Stift ein, nein zwei Blätter Papier und malte einen Projektplan und eine OP-Liste auf. Diese füllte sich rasch mit offenen Punkten, die noch offene Vorbedingungen hatten und ihrerseits zu weiteren offenen Punkten führten. Sie drehte sich im Kreis und erst als ihr nach zwei Minuten ohne neuen OP partout kein OP mehr spontan einfiel, war sie halbwegs erleichtert. Die OPs nahm sie nun und übertrug sie in einen Netzplan um sie zu strukturieren und – das war ihr größter Herzenswunsch – zu bestätigen, dass sie bis zum nächsten Sonntag mit allen Tasks fertig war.

Konnte sie Aufgaben parallelisieren? Nein, natürlich nicht, denn sie war bei diesem Projekt höchst allein tätig, und sie konnte sich schlecht Unterstützung aus der Firma anfordern. „Frau Kempe, wofür haben Sie die zwei Stunden Rechenzeit bei Amazon verwendet, ich finde keine Projektnummer?“ „Oh, Herr Big 5-Wirtschaftsprüfer, ich musste einen Brute-Force-Angriff auf das Firmenpostfach meines Nachbarn durchführen, um diskreditierende Daten auf seinem Firmenrechner einzuschleusen, so dass er umgehend während seiner Probezeit gekündigt wird und mir als Bewerber zur Verfügung steht.“ „Sagen Sie das doch gleich Frau Kempe, das können wir sogar als Werbungskosten buchen und absetzen. Haben Sie noch etwas in der Richtung?“ „Ja, Herr Wirtschaftsprüfer, der Nachbar ist inzwischen meine persönliche Assistentin, die mir auch privat 24/7 zur Verfügung steht, kann ich für sie auch die rosafarbene „Arbeitsbekleidung“ steuerlich absetzen?“ „Leider nein, Frau Kempe, aber Sie können sie reinigen lassen und diese Rechnungen einreichen.“ „Oh, prima, vielen Dank. Darf ihnen meine Assistentin zum Dank einen blasen?“ „Ja, sehr gerne, während meiner Mittagspause, aber ich werde sie leider ortsüblich dafür bezahlen müssen, da es sonst Bestechung wäre.“ „Natürlich Herr Wirtschaftsprüfer, Sie können mir das Geld gerne vorab geben – Sie werden nicht enttäuscht werden.“ Annalena war gedanklich völlig von der Spur abgekommen und ihr Netzplan war nicht einen Schritt weiter. Das was sie sonst in Minuten erledigen konnte, beschäftigte sie – hormonbedingt – nun seit über einer Stunde.

Rieke wurde zu Projekt „R2020-1“ und auch alle anderen Schlüsselwörter, die bei ihr ein wohliges Prickeln auslösten, ersetzte sie durch nichtssagende Akronyme. Vier Minuten später sah der Plan derart aus, dass er sich von x-beliebigen Firmenplänen nicht mehr im Geringsten unterschied. Mit einer Tasse Tee Abstand, ein wenig Meditation und einem neuen, frischen, nüchternen Blick auf den Plan, regte sich bei Annalena nichts mehr und ihre langjährige Professionalität konnte endlich die Aufgabe lösen. Ein Spaziergang, eine Fingerübung, eine Kleinigkeit, die sonst einen frischen Absolventen bzw. einen angehenden Teilprojektleiter höchstens eine Stunde beschäftigt hätte.

Sie ergänzte noch Tage und Stunden und war zufrieden. Ordnung, Struktur, Logik, Fallback-Szenarien, ihr Plan hatte alles, aber er war tight, super tight, ein Pfad kritischer als der nächste, es konnte eigentlich direkt in diese Minute schon losgehen. Natürlich billiger, viel billiger als ein zwei-stündiger Amazon Cloud-Rechner. Annalena nahm sich noch einmal Riekes Rechner vor und wurde sofort fündig. Rieke hatte sich die Firmenpasswörter als Excel an ihre private Emailadresse geschickt, das Excel war zwar verschlüsselt, aber „12345“ war auch nur der Schatten eines Passworts. Nun konnte sie sich auf Riekes Firmenrechner, der ebenfalls im WLAN hing, lokal einloggen. Sie schwankte noch, ob sie es sich nicht einfach machen wollte, und die Lawine per Skript von seinem Rechner aus los zu treten, aber sie entschied sich lieber für Social Engineering. Die lokale Outlook-Kopie enthielt die gesamte Firmenadressdatei und es schien Pflicht zu sein, dass die Profilbilder gepflegt waren. Annalena war auf der Suche nach Frau Vogt, also nicht ihrer Frau Vogt, sondern der aus Riekes Firma. Bild und Position halfen ihr ungemein, eine vielversprechende Kandidatin zu ermitteln.

Sie wurde schnell fündig und speicherte sich diesen Kontakt für den nächsten Tag ab.

Montag
Kurzum, ohne ins Detail gehen zu wollen, Annalena schickte dieser Frau Vogt gleich als erstes am Montagmorgen um 07:00 Uhr die Lawinen-Email, die alle weiteren Ereignisse auslösen würde. Schon 20 Minuten später rief Frau Vogt eine indische 0800er-Telefonummer an, die sie für eine Rufnummer des regulären IT-Dienstleisters hielt und war heilfroh in Annalena eine perfekt Deutsch sprechende Ansprechpartnerin zu haben, der sie erklären konnte, warum sie Probleme hatte, das dringende Excel-File von Herrn Kammler – Annalena hatte natürlich seinen Emailaccount genutzt -, das er extra von seiner Firmen-Emailadresse an seine private Emailadresse und dann an sie geschickt hatte, zu öffnen. Mehr als bereitwillig hatte sie dann eine Remote-Session zugelassen, die zu 0,0% aus der Einflußsphäre des IT-Dienstleisters stammte, aber die freundliche Frau am Telefon mit der perfekten deutschen Aussprache hatte ihr nun mal versprochen, sich des Excel-Problems anzunehmen. Annalena öffnete in den ersten 20 Sekunden, in denen sie Frau Vogt dicht quatschte, eine permanente Verbindung zum Firmen-Intranet von Rieke´s Firma im Hintergrund, verwirrte Frau Vogt dann mit allerlei Analysen um schlussendlich die Excel-Dateiendung lediglich umzubenennen, was den gewünschten Effekt brachte. Frau Vogt war glücklich, Annalena war glücklich, Rieke war sich ihres Glückes noch nicht bewusst. Immerhin war nun dieser Pfad nicht mehr kritisch und musste nur noch zu Ende gegangen werden. Annalena widmete sich dem nächsten Problem, was natürlich an sich kein Problem war, sondern lediglich ein abzuhakendes Todo. Der automatische Abgleich der Mitarbeiter jeglichen Geschlechts mit ihren Facebook-Aktivitäten – sie hatte auch hier ein paar nette Tools in ihrem Arsenal – führt zu den drei größten Tratschmäulern jener Firma, sie sich bestens eigneten, Gerüchte in die Welt zu tragen. Und diese kamen sinngemäß so in die Welt, eine Freundin einer Freundin der betreffenden Facebook-User hatte das unbedingte Mitteilungsbedürfnis jene User über eine gefährliche Nebenbuhlerin der besten - gemeinsamen – Bekannten zu warnen, die auf Partyfotos immer so tat, als sei sie liiert, aber der angebliche Freund sah halt auf dem weiteren Foto komischerweise selbst aus wie die Freundin, der Freundin, der Freundin, der gemeinsamen Freundin, ach ja und irgendwie, wie der neue Mitarbeiter, dieser Herr Kemmler. Die Lawine war losgetreten, völlig unbeobachtet und nebensächlich. Diese Frau Vogt war bei weitem nicht schlau genug, um zu erkennen was gerade vor sich ging, aber sie war hell genug, erstens die Frau vom Gesicht her mit dem stillen Partygast auf den anderen Partyfotos zu matchen, zweitens diesen Partygast in Verbindung zu Herrn Kemmler zu bringen und drittens, das lächerliche, kompromittierende Bild einer Sissy mit dem Partygast und somit indirekt direkt mit ihrem neuen Kollegen in Verbindung zu bringen. Sich dieser selbst erbrachten, gehirnakrobatischen Meisterleistung bewusst – dass es ein abgekartetes Spiel gewesen war, wäre ihr im Leben nicht in den Sinn gekommen – dauerte es dann auch nur Bruchteile von Augenblicken, bis diese Erkenntnis an weitere Kollegen und Kolleginnen geteilt wurde.

Gegen acht rief Annalena dann Doris aus dem HR an. „Guten Morgen Doris. Hast Du eine Minute?“ „Guten Morgen Annalena. Für Dich immer. Was gibt’s?“ „Es geht um die Stelle EN27/2019.“ „Moment … ja … 27 … ja, hab ich, ist noch offen.“ „Gut, ich hätte da jemanden.“ „Wirklich, das wäre ja super, die Stelle ist ja schon eine Weile offen.“ „Ja, ich weiß.“ „Ja, aber den Bonus kann ich Dir trotzdem nicht geben, Du weißt ja, Teil Deiner Stellenbeschreibung.“ „Ja, das wäre mir in diesem Falle auch gar nicht so wichtig, es geht um etwas anderes.“ „Schieß los.“ „Der Kandidat oder die Kandidatin … ach egal … er, sie fällt wohl unter das neue ‚Divers‘.“ „Echt? Es wäre unser erster Fall.“ „Genau, deswegen rufe ich an.“ „Einfache Lösung, einfach fragen, wenn er sich für eine sie hält oder sie sich für einen er, dann tragen wir das hier so ein und der Fall ist erledigt.“ „Ah, sehr gut. Gut zu wissen. Dem Vernehmen nach ist er/sie noch ziemlich unsicher, ein junges Ding, könnte zu Überraschungen führen.“ Doris musst laut loslachen „Also … also … wenn … sie zu einem er wurde und hier so geführt würde und dann schwanger würde und in den Mutterschutz gehen müsste … dann … dann wäre das hier so ziemlich die einzige Überraschung, die ich mir vorstellen könnte. Ehrlich gesagt wüsste ich nicht einmal, ob das in unseren Arbeitsanweisungen bereits vorgesehen ist. Ich mach‘ mir mal direkt eine Notiz um das zu klären.“ Annalena lachte mit „Nein, nein, DAS wird wohl nicht passieren.“ „Okay, okay, dann bin ich beruhigt. Hast Du schon ihre Unterlagen?“ „Ihre?“ „Seine!“ „Ach ihre? Nein, aber ich denke, es dauert nicht lange, das was ich bereits weiß, er … sie … ist genau die Person, die wir gesucht haben.“ „Gut, sie kann sie mir direkt schicken, ich weiß dann Bescheid. Noch was?“ „Ja. Ich würde sie in den ersten Wochen gerne im Home-Office arbeiten lassen. Ich glaube, wenn sie sofort mit unseren charmanten Kollegen und ihrer neuen Aufgabe konfrontiert wird, wird das zu viel.“ „Ja … das handhaben wir normalerweise nicht so, Du weißt, wir lernen unsere neuen Kolleg…innen gerne schnellstmöglich kennen, dafür ist die Probezeit ja da, wir würden hier zudem einen Präzedenzfall schaffen und Du weißt, die Chefetage hasst Präzedenzfälle … gerade im Arbeitsrecht.“ „Hmm, verstehe. Gut … mmmh … wie sind die Regelungen bei Praktika?“ „Praktika, da gibt es keine dementsprechenden Regelungen, da ist alles möglich.“ „Gut, dann würden wir ihm … ihr … ein einmonatiges Praktikum anbieten und dann einen fließenden Übergang in die Probezeit, die wir – im Einvernehmen mit ihr – ja jederzeit verkürzen können, richtig?“ „Wenn sie sich darauf einlässt wäre das der ideale Weg.“ „Prima, vielen Dank, Doris. So machen wir es … ach eine Sache noch. Die Vergütung im Praktikum?“ „Ist offiziell nicht gedeckelt, aber wir haben einen relativ niedrigen, üblichen Betrag.“ „Kann man die Differenz zum Einstiegsgehalt nachzahlen?“ „Sicher, ich bereite eine Klausel im Arbeitsvertrag vor, quasi dann als eine Art Antrittsgeld.“ „Sehr gut, ich hoffe der ganze Aufwand lohnt sich.“ „Das ist Deine Kandidatin und zukünftige Mitarbeiterin, das musst Du entscheiden. Im Falle des Praktikums kannst Du das sogar völlig allein regeln, ich brauche lediglich die Meldedaten für die Praktikantin.“ „Verstehe. Ich kläre das mit ihr beim nächsten Kontakt, momentan ist alles noch recht vage und sie ist soweit ich weiß auch noch in einer Anstellung.“ „Denk an die Kündigungsfristen, das geht normalerweise nicht von heute auf morgen.“ „Probezeit!“ „Ach so, okay. Na dann, bin ich mal gespannt.“ „Danke Dir, ciao.“ „Ciao, Annalena.“

Zeit für einen Tee. Annalena war äußerst zufrieden. Der Stapellauf war initiiert, der Zielhafen war informiert, ihr Rettungsschiff war einsatzbereit, jetzt musst der frisch zu Wasser gelassene Kahn nur noch anfangen zu sinken und ihr Rettungsplan würde aufgehen. Natürlich durfte nie bzw. vielmehr in nächster Zeit nicht publik werden, dass sie den Rumpf angebohrt und die sich anbahnende Katastrophe verursacht hatte. Und der Kahn musste natürlich noch einen neuen Anstrich bekommen. Sie überlegte, hatte sie bereits die passenden Klamotten für Rieke gekauft, sie hatte bereits eine Menge gekauft, aber diese Käufe waren doch recht eigennützig gewesen. Hatte Rieke vielleicht … im Geiste ging Annalena die Fotos, die sie beinahe auswendig kannte, Bild für Bild durch, … vielleicht die blaue Hose mit dem Top von dem anderen Foto … nein, das war wohl doch zu casual … nein … sie war sich nicht sicher … aber egal, eine passendes Business-Kostüm war schnell gekauft, Riekes Statur und Figur waren feminin genug, um problemlos etwas zu finden. Ein Lächeln flog über ihr Gesicht, sie würde es mit ihr zusammen einkaufen, das würde deutlich einfacher werden, als online etwas Passendes zu kaufen. Sie blickte in ihre leere Teetasse und erinnerte sich, dass das Tagesgeschäft ihrer Firma noch auf Erledigung wartete und so kümmerte sie sich darum.

Am späten Nachmittag zwang sie sich zu einer Jogging-Runde, tief in ihrem Inneren hatte sie das dringende Bedürfnis schön und schlank und vor allem fit zu sein für die vor ihr liegende Zeit.

Mittwoch
Der Dienstag war eher im Stillen verlaufen. Hendrik hatte ganz normal in der Firma gearbeitet und es unter den Passus „Ich bin halt der Neue“ verbucht, dass relativ viele Leute relativ triviale Sachen von ihm heute wissen wollten. Ebenso schien die Aufmerksamkeit, die ihm während der Mittagspause in der Kantine zuteil geworden war, ein eher positives Zeichen für die neuen KollegInnen zu sein, die sich scheinbar sehr für ihn, den neuen Kollegen, interessierten.

Annalena hatte ihr neues Spielzimmer auf die Schnelle umdekoriert. All die bezaubernden Photos von Rieke hatte sie abgenommen und die leeren Flächen mit Tinnef kaschiert. Die Bilder in ihren Rahmen waren umgehend in ihrem Schlafzimmer in der untersten Schublade ihrer Kommode verschwunden. Zudem hatte sie kurzfristig im Baumarkt tatsächlich einen eiförmigen Hängesessel online bestellen, sofort liefern und montieren lassen können. Ihre kleine Notlüge hatte sich somit als hervorragende Idee entpuppt. Sie hatte direkt ein paar Sitzpositionen ausprobiert und gleich festgestellt, dass ohne ein halbes Dutzend Kissen kein Komfort zu erzielen war. Und mit einem halben Dutzend Kissen war das Nest voll gewesen und hatte eher den Charme einer Sardinenbüchse gehabt.

Wie dem auch war, Annalena hatte den Dienstagabend freudig mit einem Glas Wein ausklingen lassen und jetzt, am Mittwochmorgen, hatte sie wieder einen ganzen Tag Zeit, ihre Vorbereitungen voranzutreiben oder vorantreiben zu lassen.

In diesem Fall von Herrn Dr. Merseburger, Leiter Personal, in Riekes Firma. Sein Gespräch mit Rieke, für das er sie von ihrem Arbeitsplatz in sein Büro gebeten hatte, war relativ einseitig gewesen. Außer einem noch freundlichen „Guten Morgen“ hatte Rieke in den weiteren Minuten, von denen einige durch peinlich berührtes Schweigen ausgefüllt waren, nicht mehr viel zu sagen gehabt. Herr Dr. Merseburger zeigte sich von seiner besten katholisch konservativen Seite, sprach über Irrungen in jungen Jahren und Fehlern, die er nicht strafen mochte, aber Rieke’s Verhalten sei nun einmal in keinster Weise mit Werten, für die seine Firma stand, in Einklang zu bringen. Natürlich hatte sich Herr Dr. Merseburger ein wenig schwammiger ausgedrückt, eine Art, die ihm normalerweise sehr zuwider war, aber als promovierter Jurist war ihm auch sonnenklar, dass die Gründe, die zur fristgerechten Aufhebung der Probezeit bei sofortiger Freistellung des Delinquenten geführt hatten, juristisch nicht nur anfechtbar, sondern geradezu illegal und kostspielig für das Unternehmen waren. Um sich jedoch keine Blöße zu geben, hatte er diese juristisch fadenscheinigen Worte mit ausgleichender Lautstärke unterlegt und auf diese Weise sein Bedürfnis an Autorität befriedigt.

Rieke bekam durch ihren Gruppenleiter noch vor der Tür ihre persönlichen Sachen – Mantel und Tasche – in die Hand gedrückt und wurde dann höflich bis zum Firmentor begleitet. Ihren Ausweis bekam der Pförtner mit einem roten Laufzettel ausgehändigt, der sogleich anfing grimmig zu schauen und einen auswendig gelernten Satz bzgl. Hausverbot und dessen rechtliche Folgen aufzusagen. Ihr Gruppenleiter zwang sich noch zu einem Lächeln, einem Händedruck und besten Wünschen für den weiteren Lebensweg und schien dann innerlich bis drei zu zählen, bevor er auf dem Absatz kehrt machte und eiligen Schrittes wieder im Hauptgebäude verschwand.

Rieke stand nun wie ein begossener Pudel mit einer Klarsichthülle vor dem Pförtnerhaus und wurde mit stierenden Blicken gen Bürgersteig bugsiert. Sie tat wie ihr non-verbal geheißen wurde und ging die paar Schritte auf den Bürgersteig. Langjährige Erfahrung des Pförtners hatten ihn dazu befähigt, die Schranke in dem Moment zu schließen, in der sie Riekes Kopf, ihren Nacken und ihren Rücken um lediglich eine Handbreit verfehlen würde – vorausgesetzt, sie behielt ihr Schritttempo bei, aber seine Hand hatte auch den Nothalt-Schalter völlig unter Kontrolle. Es klatschte metallisch, der gefederte Schwenkfuß am Ende der Schranke hatte den Asphalt getroffen, war eingefedert und schwang jetzt noch ein wenig in seiner Ruheposition nach. Rieke war innerlich total aufgewühlt, vor einer Viertelstunde hatte sie noch freudig an ihrem Arbeitsplatz gesessen und sich in das Thema eingearbeitet, das ihr ihr Chef gegeben hatte, jetzt war sie hier vor der Schranke. In Cartoons war dem immer ein Arschtritt, ein bogenförmiger Flug über die geschlossene Schrank und eine satte Arschlandung vorausgegangen und genau dieses Gefühl hatte sie jetzt. Sie ging ein paar Schritte den Bürgersteig entlang, stellte dann fest, dass die Mauer auf der falschen Seite war – also auf der gleichen Seite wie am Morgen, als sie in die Firma gekommen war – und drehte um, natürlich misstrauisch von dem Pförtner mit dem roten Zettel beäugt. Sie fröstelte und ging nun schneller. Einfach nur nach Hause, einfach nur weg. Was hatte her Dr. Merseburger gesagt, Verhalten, das nicht den Werten der Firma entsprach, Wirrungen, was zum Henker hatte er eigentlich gemeint. Ihr schossen nun tausend Gedanken durch den Kopf, jede Minute versuchte sie Revue passieren zu lassen, rote Ampel, sie stoppte, der erste Arbeitstag, Rundgang durch die Büros, Händeschütteln, ihr Rechner, konfigurieren, das Abholen des Dienstausweises, die Schulung bzgl. Zeiterfassungssystem, die Do’s und Don’ts in der Kantine, die ganzen Passwörter. Wo hatte sie einen Fehler gemacht? Grün. Die Kollegen, der Smalltalk, die Meetings, sie ging es chronologisch Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute durch. Sie ignorierte die Straßenbahn, ihre Straßenbahn, sie hatte Zeit, sie hatte kein Bedürfnis unter Menschen zu sein, ihr war kotzübel. Was hatte das für Konsequenzen? Probezeit nach zwei Wochen beendet? Sofortige Freistellung? Hatte sie etwas gestohlen? Hatte die Firma überhaupt einen Tresor? Was hatte sie falsch gemacht? Hatte sie jemanden in der Straßenbahn morgens übersehen? Jemanden nicht gegrüßt? Hatte sie sich in der Mittagspause auf den reservierten Stuhl einer ihr unbekannten wichtigen Kollegin oder eines Kollegen gesetzt? Was hatte sie falsch gemacht? Sie überquerte die breite Brücke über die Autobahn und wechselte damit das Stadtviertel, sicher gab es einen kürzeren, geschickten Fußweg, aber sie folgte mit ihrem Kleinhirn einfach nur den Straßenbahnschienen bis zu der Haltestelle Amselweg, wo die sonst die Straßenbahn wechselte. Zwanzig Minuten später war es soweit und ihr Kleinhirn folgte instinktiv der gerade abfahrenden Tram. Was würde nun werden? Sie hatte alles aufgegeben, na ja, das hörte sich dramatischer an, als es war, aber ihre billige Studenten-Bude war bereits neu vergeben, ihre Wohnung hatte drei Monate Kündigungsfrist, ihr Bankkonto war dank Mietkaution nicht gerade üppig gefüllt und dunkel erinnerte sie sich – notfalls hatte sie es schriftlich – dass sie für diesen Monat nur ein anteiliges Gehalt bekommen würde und man ihr kulanter Weise den einen erarbeiteten Urlaubstag generös ausbezahlen würde. Rieke fing an zu frösteln, sie war am Arsch, Job weg, Konto fast leer, Fixkosten ohne Ende - sie hatte erst in der Vorwoche das von der Firma gesponserte Job-Ticket abonniert – und eine erneute Bewerbungsphase, die sie über sich ergehen lassen musste. Konnte sie sich noch bei den Firmen melden, denen sie vor wenigen Wochen abgesagt hatte? Wie würden die reagieren? Was sollte sie ihnen als Begründung liefern? „Hallo, ja, ich bin achtkantig rausgeworfen worden … nein, ich weiß nicht wieso … ja, ich würde jetzt doch gerne bei Ihnen anfangen … Zeugnis … nein, sicher nicht … ah … schon vergeben, aber im Internet … ach so, noch nicht aktualisiert … okay … na dann. Auf Wiederhören.“ Sie malte sich die anstehenden Telefonate schon aus. Sollte sie einfach besser diese Stelle verschweigen? Aber warum dann der Umzug hierher? Der Liebe wegen? Aber wo war dann der Verlobungs- oder Ehering? Sie war am Arsch. Mechanisch ging sie immer weiter, die Grünfläche, die sie aus ihrem gesenkten Blick erspähte war ein gutes Zeichen, ein Zeichen, dass sie bald daheim war. Aber war es wirklich Daheim? Diese dunkle, kalte Wohnung, die noch voller Kisten stand, die nur darauf warteten, wieder in einen Miettransporter geladen zu werden. Was für eine Scheiße. Was für eine große Scheiße. Was war nur passiert? Ihre rechte Hand glitt in die Hosentasche und drei Schlösser später, den Briefkasten hatte sie im Vorbeigehen geleert, war sie in ihrer Wohnung, schmiss sich auf das Sofa und heulte los.

Donnerstag
Annalena hatte heute zahlreiche Termine in der Firma und war bereits früh in die Firma gefahren. Zwischendurch dachte sie in freien Minuten immer mal wieder an Rieke, aber dann kam meist schon wieder ein Anruf, ein Besucher oder eine Email, die ihrer uneingeschränkten Aufmerksamkeit bedurfte. Gegen vier Uhr nachmittags gab es dann sogar noch eine ernste Situation, als eine der beiden Firewalls sich in Rauch auflöste. Das Netzteil hatte einen Kurzschluss gehabt, hatte geraucht, die CO-Anlage und die Brandmeldeanlage ausgelöst. Dank der schnellen Reaktion des Kollegen im Nachbarraum und der Geistesgegenwart der Empfangsdame wurde die Alarmierung der Feuerwehr in der gleichen Minute wieder zurückgezogen, so dass nicht der gesamte Löschzug anrückte sondern nur das Leitfahrzeug mit dem Brandmeister, der sich den Schaden und den Zustand der ausgelösten Anlage anschaute, die Beteiligten lobte und dann zufrieden abrückte. Annalena ließ die Netzwerktopologie, gemäß des Notfallplans, umkonfigurieren, stellte eine Meldung in das Intranet, dass es zu Einschränkungen käme und bat um sparsame Nutzung des Internets bis zum Einbau des Ersatzgeräts, das bereits bestellt war.

Gegen acht Uhr abends verließ sie das Unternehmen und brauchte die gesamte Heimfahrt, um sich von den Themen gedanklich zu lösen. Erst als sie ihre Post gesichtet, ihre Wohlfühlklamotten angezogen und eine Tasse Entspannungstee in der Hand hatte, fiel der Stress von ihr ab und sie dachte zum ersten Mal richtig an Rieke. Sie hielt einen Moment inne und lauschte, aber sie hörte gar nichts, das Haus war still bis auf eine gerade schleudernde Waschmaschine. Sie setzte sich auf ihr Sofa, schnappte sich ihr Tablet und schaute sich ihre Nachrichten an. Als nächstes öffnete sie eine verschlüsselte Remote-Verbindung zu einer IP-Adresse im Reich der Mitte, von der sie dann einen Blick auf den Email-Server von Riekes Firma warf. Die Suche dauerte nicht lange, stand doch „Kammler“ in sämtlichen für sie interessanten Betreff-Zeilen der Emails.

Ihr Plan war zu 100 Prozent aufgegangen, die Tratschtanten hatten getratscht, die Bedenkenträger hatten ihre Bedenken vorgetragen und die Angsthasen waren in großen Sprüngen davon gehoppelt. „Kompromittierende Fotos“, „Abnormale Vorlieben“, „Erpressbar“, „Nicht tragbar“ und „Umgehend freisetzen“ waren die weiteren Formulierungen, die in diesen Emails verwendet wurden. Besonders amüsant fand Annalena den Versuch, die bereits bezahlten Gebühren, die der Headhunter eingestrichen hatte, zurückzufordern. Zu ihrem Erstaunen gab es zu diesem Ansinnen sogar bereits ein positive Antwort seitens der Agentur, der scheinbar sehr viel an diesem Kunden gelegen schien. Annalena hatte genug gesehen, sie initialisierte ihren Exit, eine doppelte Falle, ihr war nicht wirklich daran gelegen, eine deutsche Firma den asiatischen Hyänen auszuliefern. Die Zugangsdaten landeten zusammen mit ablenkendem Datenmüll im Darknet, wo sie sicherlich schon Stunden später analysiert und von echten Hackern genutzt werden würden. In der Firma aktivierte sie einen Mechanismus, der den Zugang der erfolgreichen Hacker auf wenige Minuten beschränken und durch einige schlecht konfigurierte Hardware auch umgehend wieder dauerhaft verwehren würde. Dies hätte zudem den Effekt, dass das Unternehmen selbst auch nicht mehr ins Internet kommen würde, was wiederum deren IT-Sicherheit auf den Plan rufen würde. Die würden dann die Chinesen finden, die gewünschten falschen Schlüsse ziehen und von sich aus alle anderen forensischen Spuren vernichten.

Als nächstes warf sie einen Blick in Riekes WLAN-Netz, aber da war die große Leere, kein Gerät war verbunden, totale Stille. Annalena machte sich ein wenig Sorgen aber sie konnte es auch verstehen, dass Rieke den Kaffee aufhatte und nirgends aktiv war.

Freitag
Annalena entschied sich, den Tag mit einer Morgenrunde Jogging zu beginnen und hatte unverschämtes Glück mit dieser Entscheidung. Sie wollte gerade den Schlüssel in das Schloss ihrer Wohnungstür stecken, als sie hörte, wie Rieke ihrerseits ihre Wohnung verließ. Sie beeilte sich und konnte Rieke aus der Haustür noch erspähen, die ihrerseits ebenfalls eine Joggingrunde gestartet hatte. Annalena entschied, dass sie sich diesmal beim Laufen aufwärmen würde und versuchte, Rieke nachzusetzen. Sie schaffte es Rieke im Blick zu halten und wusste dann ziemlich genau, was das Ziel von Rieke war. Es ging zum städtischen See, ein überaus beliebtes und gut ausgebautes Jogginggebiet, das um diese Uhrzeit von den üblichen Verdächtigen stark frequentiert wurde. Rieke hatte ein flottes Tempo drauf und Annalena musste umplanen. Sie kannte nun das Ziel und kurze Zeit später wusste sie auch die Drehrichtung, in der Rieke den See umrunden würde. Annalena entschied sich, ihn auf der ihr zugewandten Seite entlang zu laufen, so dass sie Rieke auf der gegenüberliegenden Seite im Blick behalten konnte. Als sie sich dann zu begegnen drohten, verließ Rieke den breiten Uferweg und machte ein wenig Gymnastik hinter einer Buschgruppe. Rieke hätte sie aber vermutlich auch so nicht wahrgenommen, airpods, stoischer Blick, sie war in ihrem eigenen Kosmos, Annalena folgte ihr mit Abstand. Am Ende der langen Ufergeraden drehte sie dann wieder um und das Spielchen ging von neuem los. Als Rieke zu einer dritten Runde ansetzte zollte ihr Annalena großen Respekt und bog stattdessen auf den Heimweg ab. Nach einer Dusche war sie bereits auf dem Weg ins Büro, als sie Rieke ziemlich k.o. im Flur begegnete.

„Guten Morgen, Hendrik!“ Er reagierte nicht und so schaute sie ihn noch einmal direkt in die Augen und formte mit ihrem Mund erneut ein „Guten Morgen, Hendrik!“ Er nahm nun schnell die airpods raus und antwortete „Guten Morgen, Annalena.“ „Heute Spätschicht?“, sie lachte. Hendriks Blick trübte sich auf einen Schlag, Annalena reagierte schnell „Muss los, schönen Tag, Hendrik.“ und machte, dass sie aus der Haustür kam. Hendrik war auch froh, dass sich seine Arbeitslosigkeit noch nicht herumgesprochen hatte und ging zu seiner Wohnung rauf. Er war so voller Endorphine und so k.o., dass er keinen weiteren Gedanken an den gestrigen Tag verschwendete.

Zwei Main-Quests und 104 tote Orks später klingelte es an seiner Tür. Vermutlich war es nur ein verzeifelter Paketbote auf der Suche nach einer Unterschrift auf seinem Lesegerät, der Ork am Ende der Brücke starb deshalb umgehend durch einen Bogenschuss in den Kopf. Es klingelte erneut, Hendrik pausierte das Spiel und raffte sich auf, zur Wohnungstür zu gehen. Annalena stand mit einem lächelnden Gesicht vor der Tür und begrüßte ihn mit einem „Hallo Hendrik“. „Hallo?“ „Ich habe oben einen Fruchtshake mit Eiweiß, ein Stück Kuchen, falls Du es Dir leisten willst und der Sessel ist fertig!“ Hendrik brauchte zwei gedankliche Wiederholungen um das Gesagte innerlich zu wiederholen und zu begreifen. „Ah … okay … ja … gerne.“ Er nahm seinen Schlüssel, schlupfte in seine Birkenstock und zog die Tür hinter sich zu. Annalena hatte oben alles perfekt vorbereitet, die richtigen Türen waren auf, die richtigen Türen waren geschlossen, Hendrik war positiv angetan, er hatte mit einer spießigeren Einrichtung gerechnet. „Shake oder Tee?“ „Tee, bitte.“ „Passt auch besser zum Kuchen. Hier bitte, hier hängt das gute Stück.“ Rieke folgte ihrer Aufforderung und nahm im Nestsessel Platz. Er schien Erfahrungen mit dieser Art Möbel zu haben, denn auf Anhieb hatte er eine bequeme Sitzposition gefunden. Annalena war zufrieden und ging in die Küche, der Vogel war fast im Käfig, aber nur fast.

Mit einem Tablett Tee und Kuchen – sie hatte da was vorbereitet gehabt – kam sie zügig zurück, Hendrik stand auf und kam zum Esstisch. „Bleib ruhig sitzen!“ „Nein, nein.“ „Und wie gefällt er Dir, wäre er nicht auch etwas für Deine Wohnung?“ „Meine Wohnung? Oh … ich weiß nicht … es ist … vielleicht gerade ungeschickt.“ Riekes Gesicht hatte mit einem mal wieder diesen traurigen Ausdruck. Annalena nutzte nun diesen Moment. „Hast Du Sorgen … Du … Du schaust so ernst aus?“ Rieke blickte sie nun überrascht an, versuchte sich dann eines munteren Ausdrucks an dem sie grandios scheiterte und senkte dann einfach ihren Blick. Statt einer Antwort nickte sie nur kurz. Sie nippte nun an ihrem Tee und bereitete sich innerlich auf die nächste Antwort vor. Annalena war nun hochkonzentriert, äußerstes Fingerspitzengefühl war nun gefragt.

„Solange Du gesund bist, und heute Morgen sah mir das sehr danach aus, und es auch sonst in Deiner Familie keine gesundheitlichen Probleme gibt, gibt es sicherlich für alles eine Lösung.“ Rieke nickte nur zustimmend, sie atmete tief ein und dann dauerte es doch noch zwei Schluck Tee bis die leise sagte. „Ich bin gefeuert worden. Gestern. Einfach so, von jetzt auf gleich. Ich habe keine Ahnung wieso.“ Annalena war nun höchst konzentriert, einerseits freute sie sich wahnsinnig, dass sich Rieke ihr anvertraute, andererseits musste sie auch weiterhin äußerst feinfühlig agieren.

„Verstehe. Das … das kann ich Dir nachfühlen. Das hätte ich jetzt nicht gedacht, Du … Du bist jetzt wie lange dabei?“ „Seit Anfang des Monats.“ „Wow. Moment mal, seit Anfang des Monats und … und … und haben Sie mit Dir mal über irgendwas gesprochen, ich meine … Anfang des Monats … irgendwas?“ „Nein, nichts. Das ist es ja gerade. Bis vorgestern war alles bestens, der Chef hat mich gelobt, meine Aufgaben habe ich überpünktlich abgegeben, ich … ich … keine Ahnung.“ „Wo bist … warst Du?“ „Breitlang AG.“ „Oh, die sind groß hier. Als was?“ „Ingenieur.“ „Also wenn die Dich genommen haben, dann kann es ja kaum an Deiner Qualifikation liegen.“ Rieke schaute kurz auf und kräuselte dann die Stirn „Der Typ hat irgendwas von katholischen Fehlern in jungen Jahren gefaselt und mir einen Arschtritt verpasst.“ „Oh … okay. Das hört sich nicht koscher an. Irgendeine Idee?“ „Nein. Ich habe mir gestern den ganzen Tag das Hirn zermartert, der Wichser ist mir jetzt egal … nur … jetzt geht der scheiß Bewerbungszirkus von vorne los.“ „Breitlang … Breitlang … Joga … Laufgruppe … nein.“ Annalena murmelte nun nur noch leise „Golfplatz, die Blonde, wie hieß sie noch, mmh … ja … ja, das müsste sie sein, hab ich ihre Nummer noch … Handy, nein, aber auf der Teilnehmerliste.“ Wieder and Rieke gewandt „Lass mich mal was versuchen, Hendrik.“ Annalena rief Traudl an und ging währenddessen langsam in die Küche. „Hallo … Annalena Kempe hier, wir kennen uns aus dem Golfkurs … ja … ja … genau die … störe ich Dich gerade … nein okay … Du ich habe auch nur eine kurze Frage … Du musst auch nicht antworten … nein … doch … nein, Du … mich hat eine gute Freundin gefragt, ob ich wüsste warum euer Neuer gekündigt wurde, sie kennt ihn und seine Mutter gut und macht sich Sorgen um beide … nein keine Ahnung, hat erst vor kurzem bei euch angefangen und ist gestern gekündigt worden … ach, vorgestern, ja auch möglich … mmmh … ja verstehe … natürlich … kannst Du Dir absolut sicher sein … oh wirklich … oh … ja … verstehe. Ja, nein noch nie, aber … ja … ja … nein, aber ich habe von unserer HR-Abteilung die Info, dass die sowas handhaben können … ja … ja … schon klar … aber nur solange es ein Geheimnis ist, das ist der springende Punkt … ja verstehe, nein, das weiß man natürlich nicht, ja schwierig, ja … ja … ja … okay … nein versprochen … ach Du bist voll eingestiegen … wow … spitze … nein, keine Chance … ah, okay … okay … ich schau mal, wäre super, würde mich riesig freuen. Danke. Ciao.“

Als sie wieder in das Wohnzimmer kam, saß Rieke immer noch wie ein Häufchen Elend vor einer leeren Tasse Tee. Sie blickte auf, als Annalena ihr nachschenkte, und formte ihr Gesicht zu einem einzigen großen Fragezeichen. Annalena schenkte sich auch ein und setzte sich dann auf den Stuhl neben Rieke. „Der Chef ist ein Idiot. Fachlich waren sie mit Dir höchstzufrieden, aber …“ „Aber?“ „Irgendwie scheinen die ein Problem mit Deiner Familie zu haben, es ging wohl um ein Foto … Deiner Schwester oder Cousine, so genau habe ich das nicht verstanden, das dem Chef nicht gefallen hat. Irgendeine Ahnung?“ „Ich habe keine Schwestern. Und meine Cousinen sind zehn und sieben, nein acht.“ „Ich habe hier das Photo, also ein Photo von einem Photo auf einem Bildschirm. Wer ist die junge Frau?“ Sie reichte ihm ihr Smartphone und ihr Blick klebte an Riekes Gesicht. Sie sah sie jetzt leider nur im Profil aber sie wohl ihr so nah wie möglich sein. Rieke nahm das Smartphone, drehte es in die Waagrechte und schaute auf das dunkle Foto, das auf einem Monitor mit direkter Sonnenbestrahlung und erbärmlicher Auflösung kaum zu erkennen war. Sie kannte das Photo, ihre Augenlider fuhren für einen Moment in die Anschlagposition, ihr Hautfarbton bekam für einen Wimpernschlag eine Frostnote bevor er rasend schnell ins Rötliche wechselte. Ihre Halsschlagader trat hervor, als würde sie gerade im Finale des olympischen Reißens stehen. Ihre Schweißporen schienen im gleichen Moment aufgeplatzt zu sein und ihr Hals wurde feucht wie eine Hundenase. Ihre Hände begannen zu zittern und Annalenas Smartphone tanzte für einen Moment in Riekes Händen wie ein Stück Bratfett in der überheißen Pfanne bevor es den einen Zoll auf die Tischplatte fiel. Ihre Hände nahmen eine ungesunde weiße, totenähnliche Farbe an, ihr Organismus war total aus der Spur und augenblicklich im Notfallmodus. Annalena legte Rieke die Hand in den Nacken zur Beruhigung, aber es hatte eher den gegenteiligen Effekt auf sie selbst. Sie spürte wie Riekes Körper hochdrehte, überdrehte und agierte, als sei sie in Eiswasser gefallen und kurz davor zu erfrieren. Ihre Haut, ihre Gänsehaut fühlte sich real an, so real wie eine gerupfte Gans oder Pute. Die Poren waren so dermaßen hervorgetreten, dass selbst Annalena nun einen Anflug von Gänsehaut und leichter Panik bekam. Rieke war stark, Rieke war fit, Rieke war körperlich in bester Verfassung, aber wenn sie ihr nun vom Stuhl kippte, dann war es eher ein Zeichen von der Heftigkeit, mit der Rieke getroffen worden war, ein Zeichen davon, dass hier physisch total was aus dem Ruder lief. Sie reagiert nun instinktiv, drehte Riekes Schulter ein wenig und umarmte sie nun mit aller Kraft. Ihr schien es so, als müsse die alle Kraft aufbringen, um überhaupt zu Rieke durchzudringen. Vielleicht konnte ihr Körper, dieser direkte körperliche Kontakt diesen außer Kontrolle geratenen Zug noch rechtzeitig stoppen. Es vergingen Minuten, viele Minuten, Annalena fühlte nur, wie der Puls langsam runter ging, ganz langsam, ungewöhnlich für einen trainierten Sportler, aber er ging runter.

Nach einer ganzen weiteren Weile löste sie sich von Rieke und ging so weit zurück, dass sie ihr in die Augen schauen konnte. Sie wiederholte ihre Frage von vor einer Ewigkeit, leise, mit Bedacht, wohlwissend um die Antwort aber auch, dass es Zeit war, sie nun durch Rieke beantwortet zu bekommen. „Wer ist diese junge Frau?“ Rieke flüsterte nur leise „Ich.“ „Du?“ „Ich.“ „Du siehst bezaubernd aus.“ Annalena ging wieder in den Vollkörperkontakt-Modus über. Geronimo. Tora, tora, tora. The eagle has landed. Was sie nun erneut in den Händen hielt, gedachte sie nicht mehr los zu lassen. Riekes natürliche Reaktion war natürlich ein Anspannen ihres gesamten Körpers aber nur zwei Augenblick später entspannte sie sich und schien froh über die körperliche Nähe zu sein. Nach einer ganzen Weile, die auch Annalena genießen konnte, löste sie sich erneut und sah Rieke in die Augen. „Ich möchte sie kennenlernen.“ „Wen?“ „Sie!“ „Sie?“ „Dich … wenn Du sie bist.“ Rieke schaute nur stoisch. „Das ist jetzt auch egal.“ „Du bist mir nicht egal. Ich mag Dich, Du bist …“ Annalena verkniff sich im letzten Moment noch das Wort „besonders“ und sagte stattdessen „…wie eine Seelenverwandte.“ Upps, da hatte sie geschlampt und nicht aufgepasst, sie hatte es so früh noch nicht sagen wollen, aber sie konnte es jetzt auch nicht zurücknehmen. Rieke schien diese Wort zu mögen, vielleicht waren es auch nur die sanften Streicheleinheiten, mit denen Annalena ihr durch das Gesicht fuhr. Rieke schien noch eine letzte Ausflucht zu suchen. „Es war nur einmal, ein einziges verdammtes Mal, eine Studentenhausparty, alle waren anders angezogen, alle.“ „Ich fürchte, alle anderen sahen nicht so bezaubernd aus … wie Du.“ „Ich … ich.“ Annalena nahm nun Riekes Gesicht zwischen ihre flachen Handflächen und stoppte somit sämtliche vorangegangenen Kopfbewegungen Riekes. „Hast Du die Sachen noch?“ „Ja.“ „Dann gehen wir jetzt runter zu Dir und Du stellst mich ihr vor. Jetzt, sofort.“ Annalena schob ihren ganzen Haufen Chips in die Tischmitte und deckte ihre Hand auf – all in. Sie hatte ein verdammt gutes Blatt, kein Killerblatt, kein 100% Siegchance-Blatt, aber sie war bereit alles zu riskieren. Ein weiterer langer Blick und dann küsste sie Rieke und betete, dass sie keinen Stein küsste.

Ihr Gebet wurde erhört und ihr Kuss erwidert und als sich ihre Lippen lösten, war Annalena voller Tatendrang, Rieke bis zu deren Kleiderschrank zu schubsen. Halb hob sie Rieke, halb standen sie gemeinsam auf und gingen dann immer noch umschlungen auf die Wohnungstür zu. Annalena griff sich mit einem Auge und einer Hand ihren Wohnungsschlüssel und geleitete Rieke dann in ihre Wohnung.

Rieke hatte etliche Sachen einfach auf den Boden fallen lassen, vermutlich eine Folge ihrer akut gestörten seelischen Verfassung, denn ansonsten sah die Wohnung ziemlich ordentlich aus. Annalena navigierte sie unmerklich Richtung Schlafzimmer, das, wenn sich Rieke nicht völlig abwegig eingerichtet hatte, hinter der üblichen Tür verbergen würde. In ihrem Schlafzimmer angekommen, entließ Annalena Rieke aus der bisherigen Umarmung und ließ ihr Raum, den Schrank und eine daneben stehende Schulade – die unterste – zu öffnen. Aus der Schublade, die übervoll schien, kamen erst ein paar Herrenjeans zum Vorschein, die bis zu diesem Moment ein wundervolles, schwarzes Cocktailkleid unter sich begraben hatten. Im Kleiderschrank waren hingegen nur eine schwarze Strumpfhose mit einer nicht zu übersehenden Laufmasche und ein paar schwarze Stiefelletten mit gut acht Zentimeter hohen Absätzen. Als das Paar vor dem Schrank auf dem Boden landete, fiel etwas Rosafarbenes heraus. Rieke erschrak kurz, schaute Annalena mit aufgerissenen Augen an, aber da hatte diese das Etwas schon aufgehoben. Es war aus milchigem Plastik, hatte eine Form, die in etwa an die David Statue – also jedenfalls den zentralen Part derselben – aufwies und mit einem Schlüssel und einem Schloss versehen war. Natürlich wusste Annalena auch, was sie gerade in den Händen hielt und schaffte es trotzdem nun ihrerseits, seinen entsetzten Blick mit einem überrascht-fragenden Blick zu kontern. „Ist das für Deinen Penis?“ Offenheit siegte, Rieke nickte nur. „Gut, probieren wir gleich mit aus.“ Rieke drehte sich einerseits der Magen andererseits schien sich auch so etwas wie Erlösung über sie auszubreiten. Der letzte Gegenstand, den sie hervorkramte war eine kleine Holzbox, in der Schminkutensilien zusammengewürfelt waren. Inzwischen knieten beide vor den hervorgekramten Gegenständen und Rieke war wieder mit Vollgas in eine Sackgasse gefahren und rührte sich nun kein Stück. Annalena rutschte näher, schaute ihr in die Augen und knöpfte sich dann ihre Bluse auf. Sie hatte ein wunderbares Dekolletee und war von der Natur zufriedenstellend bedacht worden. Wenn Sie auf dem Oktoberfest Dirndl trug half sie natürlich ein wenig nach, so wie alle Frauen es taten, die nicht das umgekehrte „Problem“ hatten. Jetzt an einem normalen Tag, trug sie lediglich einen ihrer üblichen BHs, die alle handverlesen waren und ihrem Rücken gut taten. Ihre Bluse sauber beiseite gelegt, nestelte sie nun an Riekes T-Shirt, zog es ihr über die bereitwillig hochgehobenen Arme und über den Kopf. Annalena hatte den Jackpot gezogen, ihre künftige Sissy war prachtvoll anzuschauen. Ein paar Restanten was die Haare anging gab es und ihre Achseln hätten Nena alle Ehre gemacht, aber das war in Nullkommanix behoben. Annalenas Hände glitten nun völlig planlos über Riekes nackte Haut und immer tiefer bis zur Gürtelschnalle. Sie machte auch tatsächlich Anstalten, aufzustehen und die Hose auszuziehen, aber Annalena wollte auf Nummer sicher gehen und bremste sie. Sie griff nach dem Cocktailkleid und reichte es Rieke. „Ich hoffe, es passt noch.“ Rieke lächelte nur verschämt, so viel hatte sie seit dem letzten Wochenende sicherlich nicht zugenommen. Sie nahm es, drehte es richtig rum und raffte es, um es sich über den Kopf zu ziehen. „Hast Du nicht etwas vergessen, Süße?“ Annalena beugte sich ein wenig zur Seite und angelte einen Push-Up-Bra aus dem Schrank, den sie ihr dann vorwurfsvoll vor die Nase hielt. Rieke legte das Cocktailkleid auf die Schenkel und nahm den ihr vorgehaltenen Büstenhalter. Ein wenig zurechtgedreht war er einen Augenblick später an seinem Platz und pushte eine Menge Haut zu zwei kleinen Häufchen zarter Rundungen, die jeden normalen pubertierenden Teenie in Verzweiflung gestürzt hätte. Annalena sah sofort die Schwächen dieser amateurhaften Konstruktion und machte sich einen gedanklichen Merker, hier eine professionelle Lösung zu etablieren.

„Sehr schöne, Süße“. Sie hasste sich bereits nach dem zweiten Gebrauch dieser Anrede, aber Hendrik war nun völlig unpassend und solange sie noch nicht den Namen gehört hatte, den sich Henrike selbst gab, wollte sie sie nicht Rieke nennen. Rieke streifte sich nun das Cocktailkleid über, das die soeben erzeugten Rundungen noch betonte. Annalena richtete sich nun auf und Rieke folgte ihr nach. Als sie standen, gab Annalena ihr einen weiteren Kuss, bevor sie an Riekes Gürtelschnalle nestelte. Sie glitt mit ihren Händen an Riekes Oberschenkeln entlang und schob so die Jeans und gleichzeitig den Slip herab. Rieke hatte bereits glattrasierte Haut, sie war so zum Anbeißen, Annalena musste sich konzentrieren. „Fuß … anderer Fuß.“ Rieke ließ das Cocktailkleid nun fallen, aber auf halber Strecke verhakte es sich an etwas, das hart und im steilen Winkel abstand und sich einfach nicht unter den mit Spitzen verzierten Stoff zwängen lassen wollte. Ihre Konzentration wurde durch die durch sie rauschenden Hormone hart attackiert, ebenso wie das Becken unter ihrer Stoffhose, das sich nun gegen das widerspenstige Etwas unter dem Cocktailkleid drückte. „Uhmmm … Du bist noch keine fünf Minuten in Deinem Lieblingsdress und schon auf dem Gipfel der Genüsse, hmm? Ich glaube, ich muss hier jetzt einschreiten, bevor Du hier gleich ohnmächtig zusammenklappst.“ Rieke hörte Annalenas Stimme, aber noch mehr spürte sie ihre Hand dort wo sie das größte Unheil anrichten konnte. Mit zwei Schritten standen sie vor Riekes Bett und eine Bewegung weiter lagen sie drauf. Jetzt konnte Annalenas Hand zum furiosen Finale ansetzen, das sich epischer anhörte als es dann tatsächlich war. Rieke zerfloss unter den energischen Griffen in Sekunden und war im gleichen Moment nur noch ein zuckendes Etwas. Aber die Hand ließ nicht locker und so folgte eine Welle nach der anderen, bis dieses imaginäre Euter absolut leer war. Leer und schlaff wie die Hülle eines Heißluftballons, der vor wenigen Minuten gelandet war, und die jetzt auf dem Weg war, platt auf der Wiese zu liegen. Das war der Moment, dieser eine Moment in der Zeit, dieser Moment von dem Whitney gesungen hatte, der für Annalena und Rieke gekommen war, um die Dinge für alle Zeiten zu ändern. Ein wenig robbte Annalena das Bett herunter und griff blind nach dem rosafarbenen Etwas, bekam es zu greifen und robbte wieder hoch. Sie wusste, das sie gerade nur eine Chance hatte, es schnell und problemlos auf Riekes schlaffes Prachtstück zu schieben und so schaute sie es sich noch einmal genau an. Ihre ungeübten Handgriffe waren doch zielführend und bevor Rieke sich wieder aufpumpen konnte, waren die beiden Plastikteile miteinander verbunden und das Ministeckschloß steckte im Loch. Der Schlüssel ließ sich butterweich drehen und abziehen und somit war das Kunstwerk vollbracht. Der Ring mit den drei Schlüsseln verschwand mit einem gezielten Griff in Annalenas Slip und so konnte sie sich wieder ganz Rieke widmen. „Hallo Süße, zurück aus dem Kaninchenloch?“ „Hmm?“ „Du bist so bezaubernd, ich weiß gar nicht, wo ich bei Dir anfangen soll, Dich zu liebkosen. „Hmm? Was hast Du gemacht?“ „Dir geholfen, Dein Cocktailkleid standesgemäß zu tragen.“ „Hmmmmm.“ „Fühlst Du Dich fit genug, aufzustehen?“ „Hmm, was ist?“ „Ich möchte, dass Du in Deine Pumps steigst, mir nach oben folgst und ich Dich vollenden kann. Deine kleine Kiste ist allenfalls dafür geeignet, den Bürgersteig zu verzieren. „Waaaas? Sooo?“ „So und nicht anders!“ „Aber … aber ich kann doch nicht so …“ „Wieso?“ „Wenn die Nachbarn …“ „Du hast Recht, die Nachbarn sollten Dich unbedingt nicht so sehen.“ Rieke war erleichtert.“ „So ohne heile Strümpfe und ein gescheites Make-Up. Aber ich glaube, wir werden keinem begegnen, vorhin haben wir ja auch keinen getroffen.“ Annalena klappte sich hoch, stand auf und zog Rieke in die Senkrechte. Die Finger fest ineinander verschränkt zog sie Rieke hinter sicher her, öffnete die Tür einen Spalt, lauschte und wollte dann los. Ihre Routine ließ sie stoppen. „Wo ist Dein Wohnungsschlüssel?“ „Hier!“ Sie lauschte erneut, schubste Rieke dann in den Flur, ließ die Wohnungstür ins Schloss fallen und schob Rieke dann die Treffe rauf. Rieke war willig aber nicht fähig in ihren Pumps und in ihrem aktuellen Zustand die Treppenstufen im gewünschten Tempo hoch zu laufen. Aber es war schnell genug, um niemandem zu begegnen und somit war ihre größte Befürchtung Gottseidank ausgeblieben. Jetzt klopfte Annalenas Herz wie wild. Sie lehnte sich von innen an ihre Wohnungstür, in ihrer linken Hand hielt sie Rieke in einem wunderschönen Dress, in ihrem Slip war der Schlüssel zu Riekes Keuschheitsschelle und vor ihr lag ein ganzes Wochenende in dem sie Rieke kennenlernen würde und Rieke ihren Haushaltsraum kennenlernen würde. Goldene Zeiten lagen bevor.


… to be continued



MfG
Matt




Feedback willkommen.
252. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Moira am 24.07.20 04:57

*Zettelchen unter seiner Tür durchschiebt ...
253. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 24.07.20 10:05

Zitat
*Zettelchen unter seiner Tür durchschiebt ...


Hallo Moira,
stehe gerade ein wenig auf dem Schlauch ... magst Du es noch einmal in zwei, drei Sätzen ausführlicher beschreiben. Vielleicht kann ich ja dann direkt darauf reagieren.

MfG
Matt
254. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Moira am 24.07.20 13:23

damit es nicht wieder 4,5 Monate dauert,
einfach öfter auf Deine Nachricht/en achten,
insbesondere, wenn hier (dieses Mal) noch extra ein Hinweis steht ^^

oder aber:
Profil
Einstellungen
Benachrichtungsoptionen
Benachrichtigung bei PM
Möchtest Du eine Nachricht, bei Erhalt einer PM?

ja / nein ... aktivieren

Zitat
Zitat
*Zettelchen unter seiner Tür durchschiebt ...


Hallo Moira,
stehe gerade ein wenig auf dem Schlauch ... magst Du es noch einmal in zwei, drei Sätzen ausführlicher beschreiben. Vielleicht kann ich ja dann direkt darauf reagieren.

MfG
Matt
255. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Moira am 24.07.20 20:35

Ich persönlich mag diese Art von "hemmungsloser Skrupellosigkeit" gar nicht, dennoch bewundere ich irgendwie IHREN perfekt-perfiden Plan und die akribische Umsetzung;

so lange "4good4two" gilt, ists irgendwie doch ok, denn zumindest hat SIE für "es"
einen neuen "diversestmöglichen" Arbeitsplatz ja doch gewährleistend-fürsorglich organisiert bzw. koordiniert... zumindest meinem Verständnis der Story nach ...
256. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Holzfäller am 27.07.20 18:55

Danke für die gelungene Fortsetzung.
257. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Holzfäller am 30.11.20 17:51

Bevor diese Beiträge von der ersten Seite verschwinden, hole ich sie mal nach vorn. Vielleicht gibt´s ja bald wieder was von Rike´s Erlebnissen.
258. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 03.12.20 22:01

Fifty words CXIII

Er fühlte sich als Agentin auf winterabendlicher Geheimmission.
Tritt für Tritt kroch kalter Fahrtwind über bestrumpfte Oberschenkel unter ihren Mini.
Verkehrskontrolle. Ihr Puls raste sofort, seine lippenstiftroten Lippen pressten sich unter ihrer Maske zusammen.
Der Polizist nahm ihre hellen Fahrradlichter zur Kenntnis und winkte ihn durch. Das war knapp gewesen.


MfG
Matt


259. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 03.12.20 22:02

Fifty words CXIV

Homeoffice. Sein Körper schrie nach Bewegung.
Ein mitternächtlicher Spaziergang um den Block. Schneegestöber, erfrischend.
Er genoss jeden Schritt durch den knirschenden Schnee in seinen Schnürpumps. Unbemerkt. Allein.
Am nächsten Morgen, Kaffee und ein Blick aus dem Fenster. Verräterische Spuren führten zum Haus.
Grobe Stollenschuhen der Zeitungsbotin und seine Pumps. Erwischt.


MfG
Matt


260. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Erika2 am 07.12.20 07:57

Hi Matt,

endlich wieder Ultrakurz-Geschichten, ich habe diese so vermisst. Hoffentlich gibt es bald weitere dieser anregenden Stories.

Lieben Dank

Erika
261. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.12.20 20:11

Fifty words CXV

Ihre Wohnung war betont schwach beleuchtet, seine Herrin war gnädig gestimmt.
Außer ein paar Kerzen nur die Esstischleuchte über dem Raclette.
Die Nachbarn fassten es als stimmungsvoll auf.
Er war froh, dass sie seine Schritte in die Küche nur hören konnten.
Unter der extralangen Hose trug er seine verschlossenen Highheels.

MfG
Matt


262. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.12.20 20:12

Fifty words CXVI

Das Wortgefecht im Einkaufszentrum hätte er sich besser gespart.
Seine Eheherrin war not amused – strafte unbekümmert schnell.
Der Ballknebel in seinem Mund war das Resultat.
Sein Blick schweifte vom Beifahrersitz zur jungen Fahrerin neben ihm an der Ampel.
Sie lächelte, sein KG presste wie eine Schraubzwinge, Gottseidank trug er Mundnasenschutz.

MfG
Matt


263. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.12.20 20:13

Fifty words CXVII

Ausgangssperre, Kontaktverbot, er wusste, was ihm blühte.
Sein dauerhaftes Homeoffice hatte ihn und seine Ehe erheblich verändert.
„Keuschheitsschelle im Büro nur am Casual Friday unter der Jeans“, war längst passe.
Er trug inzwischen Keuschheitsgürtel, Kostüm oder Hauskleid, je nach Uhrzeit.
Schenkelbänder und Schrittkette hingen bereits in Klarsichtfolie verpackt am Weihnachtsbaum.

MfG
Matt


264. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.12.20 20:14

Fifty words CXVIII

„Gut, dann nicht!“. Sie beendete die Diskussion, oder nicht?
Die neuen, roten Lackpumps daheim dauerhaft zu tragen – „No way!“.
KG ja, Seidenstrümpfe ja, aber die waren unsichtbar. Sie schwiegen.
Als er morgens die Wohnungstür zuzog, hatte er Gewissheit.
Beide Paare, Größe 44 und 38, standen im Schuhregal im Treppenflur. Subtil.

MfG
Matt


265. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Erika2 am 17.12.20 07:51

Hi Matt,

vier wunderbare Ultras, ein schönes Gefühl sich diese Situationen vorzustellen. Ich kann nur deine Phantasie bewundern.

Lieben devoten Dank

Erika
266. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Holzfäller am 20.05.21 22:13

Hallo Matt,

sicherlich hast Du auch Anderes zu tun. Doch es ist fst ein Jahr her, dass Du von Annalena und Rieke
berichtet hast.
267. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.07.21 00:18

Fifty words CXIX

Im Spiegel erblickte er KG, Schrittgurt, metallenen BH - von seiner Eheherrin verschlossen.
Ihre Freundin - umgezogen. Ihre leergeräumte Wohnung - acht Tage einsames Magenknurren,
Leitungswasser, hungrige Blicke auf die Schnellpizzeria gegenüber. Es war Zeit.
Schminke, Sommerkleid, Pumps, Cape, Handtasche. Die Tür knallte.
Ab sofort nie mehr 'Closet Sissy'. "Eine große Tonno, bitte."

MfG
Matt

268. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.07.21 00:20

Fifty words CXX

Warme Abendluft, ein dünnes Sommerkleid, glimmende Straßenlaternen, quälende Riemchenheels und nur Kleingeld.
Seine Eheherrin hatte ihn erneut so am anderen Stadtende ausgesetzt. Für den vollbesetztn Bus heim hätte es gelangt.
Er stöckelte lieber durch ein weiteres Stadtviertel. Endlich, die Magistrale, Taxis, nun langte auch das Geld dafür.
Er winkte erleichtert.

MfG
Matt


269. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 14.07.21 00:21

Fifty words CXXI

"Mmmh ... verschlossen, ab sofort ist das unser Geheimnis ... Sissy!"
Die Fahrstuhltür glitt hinter der neuen Kollegin im Hosenanzug zu.
Offiziell ehemalige Schuhverkäuferin, inoffiziell wohl Domina, Expertin in beiden Metiers.
Ihr analytischer Blick, ihr Griff in seinen stählernen Schritt - zielsicher.
Seine als Herrenschuhe getarnten Damenschnürschuhe - mit ihren identisch - hatten ihn verraten.

MfG
Matt

270. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von folssom am 14.07.21 00:33

Hey MattBeam,

schön mal wieder etwas von dir zu lesen.

271. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Erika2 am 14.07.21 11:17

Hallo Matt,
wunderbar wieder deine schönen Ultras zu lesen.
Habe solange darauf gewaret und immer wieder nachgeschaut.

Hoffentlich hast du noch viele dieser antörnenden Geschichten.

Lieben Dank

Erika
272. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 16.07.21 08:56


...ich versuche es auch einmal.....

001

..... wie konnte er so dumm sein auszubrechen, hatte sie ihn doch gewarnt, nun die Quittung. Sein bestes Stück hatte sie schon komplett durch den Ring gefädelt, nun setzte sie den Dilator an. Unerbittlich schob sie ihn in das beste Stück und der superkleine Korb ließ ein entkommen nicht mehr zu....


Danke
Diccy


273. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 16.07.21 10:37

Zitat


...ich versuche es auch einmal.....

Diccy's fifty words #001


Wie konnte er so dumm sein, auszubrechen?
Hatte sie ihn doch gewarnt - nun die Quittung.
Sein bestes Stück hatte sie schon komplett durch den Ring gefädelt,
nun setzte sie den Dilator an. Unerbittlich schob sie ihn in das beste Stück,
und der superkleine Korb ließ ein Entkommen ... nicht mehr zu.


Danke
Diccy




... und sogar sehr erfolgreich. Genau 50 Worte, abgeschlossene Story, auf den Punkt gebracht, hervorragend. Glückwunsch. Weiter so.

MfG
Matt

274. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 16.07.21 12:00


Hallo Matt,

Du machst mich ein wenig verlegen, aber ich muß wirklich sagen, Deine 50Worte Geschichten haben es mir angetan. Ich werde mich mal bemühen noch was zusammen zu bringen.....

Gruß
Diccy
275. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 16.07.21 14:49

Versuche ich es doch gleich auch einmal, als kleinen Dank für Eure Kurzgeschichten:

Er hatte es wieder getan.
Sie musste konsequent sein. Sonst würde er es wieder tun, das wusste sie. Sie wich seinem flehenden Blick aus, während sie wartete. Sie schaute auf die Uhr. Die Zeit war um. Der Klebstoff im Schloss seines Keuschheitsgürtels war trocken.
Er würde es nie wieder tun.

276. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 16.07.21 14:59

Zitat


modex's fifty words 001

Er hatte es wieder getan. Sie musste konsequent sein,
sonst würde er es wieder tun - das wusste sie.
Sie wich seinem flehenden Blick aus, während sie wartete.
Sie schaute auf die Uhr. Die Zeit war um.
Der Klebstoff im Schloss seines Keuschheitsgürtels war trocken.
Er würde es nie wieder tun.



Ahhh ... endlich "various artists" erwachen zum Leben ... Auch auf den Punkt 50 Worte, kurz, prägnant, abgeschlossene Handlung, markante Szene. Vielen Dank. Weiter so. Have fun.

MfG
Matt

277. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 16.07.21 15:07


I have a lot of fun......

002

Latowski, Korselett, Stützstrümpfe, Stahlplug, dazu die Gummihose mit Kinderbildchen.
Er hatte es übertrieben, es wird nie wieder zu einem Schäferstündchen mit seiner Sekretärin kommen.
Die wusste Bescheid und hatte von seiner Eheherrin eine satte Lohnerhöhung als Ausgleich bekommen.
Ihr bereitete es große Freude im Büro seine Unterbekleidung kontrollieren zu dürfen.....


Mfg
Diccy
278. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 16.07.21 21:30

Danke Leute! Na, dann noch eine:

Er sollte nur schnell Geld in der Bank an der Ecke einzahlen.
Der Alarm war vermutlich bloß ein technischer Defekt.
Dennoch wurden vorsorglich alle Anwesenden abgetastet.
Die erfahrenen Hände der Polizistin erfühlten mühelos seine Keuschheitsschelle.
Auch der fette Buttplug blieb ihr nicht verborgen. Zur Kollegin gewandt rief sie laut: "Gesichert!".
279. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 17.07.21 06:47

Er reagierte nicht auf ihre eindeutigen Signale. Fast krampfhaft starrte er nach unten.
Gefiel sie ihm denn gar nicht? Sie sah doch die Beule in seiner Hose.
Ganz oder gar nicht. Sie steckte ihre Hand in seine Hose.
Sie fand nur unnachgiebigen Stahl.
In seinen Augen sah sie die Tränen.
280. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 17.07.21 08:55


003

Sie war die beste Freundin seiner Schlüssel Eheherrin.
Wie jeden Donnerstag trafen sie sich alle gemeinsam in der Stammkneipe.
Im Vorraum der Toiletten trafen sie aufeinander.
Sie sah ihn lüstern und grinsend an, sagte ihm das sie ihn gern vernaschen würde, griff in seinen Schritt und sagte kurz „aber Sooo“.....
281. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 17.07.21 18:07


004

Der Anruf war eindeutig.
Der Bull kommt nachher, meine Sissy soll ihn empfangen.
Der Cucki wusste was zu tun ist.
Erst der Silikontorso mit Brüsten, dann der Neosteel mit großem Plug, aus Latex das Servierkleid mit Häubchen, Rüschenhöschen, Handschuhen dazu die hohen Heels.
Der Bull wird ihn wieder maximal demütigen.


Mfg
Diccy


282. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 18.07.21 08:43

Fünf. Würde er diesen Monat Glück haben? Noch zwei Fünfer würfeln, und er bekäme fünf Minuten nach der Reinigung Zeit, bevor sie ihn wieder in seinen Keuschheitsgütel sperrte. Fünf! Nach zehn Monaten nur mit Abmelken hatte er es so nötig. Zwei Minuten vor drei Monaten waren viel zu kurz. SECHS!
283. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 18.07.21 16:17

Zitat


modex's fifty words 004

Fünf. Würde er diesen Monat Glück haben?
Noch zwei Fünfer würfeln, und er bekäme fünf Minuten nach der Reinigung Zeit,
bevor sie ihn wieder in seinen Keuschheitsgütel sperrte.
Fünf! Nach zehn Monaten nur mit Abmelken hatte er es so nötig.
Zwei Minuten vor drei Monaten waren viel zu kurz.
SECHS!



"Fünf" als Thema der vierten UKG zu nehmen ist ... visionär ... Glückwunsch, hat mir super gefallen.
Wird er nächsten Monat sechs Minuten bekommen, wenn er drei Sechser würfelt ... ach die Mathematik ist mir zu hoch ...

MfG
Matt

284. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 19.07.21 00:41

...inspired by private_lock and current news

Fifty words CXXII

Dreihundertachtundvierzigster Tag Homeoffice, fünfzigster Tag Keuschheitsgürtel. Feierabend.
Gurgelnde Fallrohre, Unwetter, Spätnachrichten, Schlafenszeit, unruhig, träumend, phantasierend, lustvoll.
Harter, unnachgiebiger Stahl, sein nun schiefes Bett bebte, schlagartig wach, wo war er?
Kälte, Wasserrauschen, Verwirrung, seine Handylampe, ein Loch ... im Boden.
Sein Homeoffice, sein Rollcontainer, seine Schlüssel ... weg. Braune Wassermassen überall. Ein Albtraum.

Mfg
Matt


285. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 19.07.21 06:39

"Du hast genau fünfzig Wörter", befahl sie mir. Fünfzig Wörter?
Wie sollte ich mein Leben in genau fünfzig Wörtern darstellen?
Alleine die ersten beiden Sätze haben zusammen zwanzig Wörter verbraucht.
"Du sollst nicht nachdenken, sondern einfach schreiben und zählen, Sklave!"
Noch ist es zu schaffen:
"Ich bin für immer keusch."
286. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 19.07.21 09:19


@Matt: ein echt schweres Thema, wenngleich aktuell....


005

„Schlafenszeit“.
Er ging in sein Zimmer, zog sich aus.
Eine Windelhose aus dem Schrank zog er über den KG.
Dann der rosafarbene PVC- Windelbody, die Druckknöpfe blieben auf.
„Fertig“.
Sie kontrollierte ihn, schloß die Druckknöpfe.
Er ging ins Bett, das Edelstahlhalsband mit Kette schnappte ins Schloß.
16:00 Uhr, gute Nacht.....

Mfg
Diccy

287. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 19.07.21 14:19

"A204 - Schalter Sechs". Zögerlich ging er zum Schalter.
Er legte die Abholkarte, die Wartemarke und seinen Ausweis hin.
Die bildhübsche Postangestellte holte das Päckchen, schaute auf die aufgeklebte Zollerklärung, dann auf sein Halsband und seinen Schritt.
"Ein 'The Nub V3' in Pink. Dürfte problemlos passen. Auch farblich zum Halsband, Sissy!"
288. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Keuschling von Lady N. am 20.07.21 10:21

Ich versuchte es auch einmal

Sie schaute ihm tief in die Augen,sein Hüftgurt saß perfekt. Sie drückte die Schlösser zu, sein Glied drückte sich in die Edelstahlröhre. Sie nahm die Schlüssel und steckte sie ein. Er wusste was es heißt. Bis zu ihrem Geburtstag Keuschheit. Er bekommt ein bisschen angst.4 Monate Keuschheit, gnadenlos.

Meine erste.

Gruß Keuschling
289. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 20.07.21 18:13

Zitat

Keuschling #001

Sie schaute ihm tief in die Augen, sein Hüftgurt saß perfekt.
Sie drückte die Schlösser zu, sein Glied drückte sich in die Edelstahlröhre.
Sie nahm die Schlüssel und steckte sie ein.
Er wusste was es hieß - bis zu ihrem Geburtstag Keuschheit.
Er bekam ein bisschen Angst ... vier Monate Keuschheit ... gnadenlos.

Gruß Keuschling


Hallo Keuschling!
Willkommen im Club, schön dass Du Dich animiert fühlst, es selbst auch zu versuchen, und dann auch noch gleich auf Anhieb überaus erfolgreich. Respekt.
Ich war so frei und habe den Text minimal redigiert, u.a. ist es echt augenfälliger, wenn es mehrere kurze Zeilen mit Zeilenumbrüchen sind.
Eine #001 habe ich Dir auch gleich spendiert

Also, SUPER, weiter so, haut die Stories raus, als wenn es kein Morgen gäbe!
Der/die/das erste mit 25 Stories auf dem Konto, bekommt von mir eine Story mit Widmung.

MfG
Matt

290. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 20.07.21 18:41

Inspiriert von modex 006

Fifty words CXXIII

Seine Gesichtsfarbe wechselte zur Farbe seines rosa Halsbandes.
Die Kollegin von Zollschalter sieben trat hinzu, "Mitkommen!"
Im Nebenzimmer, zweites Paket, "Aufmachen!" Noch vier Keuschheitsschellen!
"Handeln Sie gewerblich?" Er zuckte zusammen, verneinte verzweifelt.
"Sie werden nur kleiner!" Seine Zollbeamtin entgegnete trocken
"Hiltrud, Bolzenschneider! Sie, Hose runter ... Zeit, eine Größe zu überspringen!"


Mfg
Matt

291. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 20.07.21 18:58

Inspiriert von Keuschling 001

Fifty words CXXIV

Unter der Bettdecke umspielten ihre Finger seinen Taillengurt.
"Abgenommen. Brav!"
Er stutze ... das machte sie misstrauisch.
"Aufstehen!"
Die Inspektion ergab ausgefranste Nieten, hinten.
"Keuschheitsschelle! Sofort!"
Eine Woche später war der Keuschheitsgürtel wieder da, geschweißt und verstärkt.
Ihm wurde mulmig - in ihrem Dorf, eine Autowerkstatt, ein Schweißer, ihr Ex. Wo sonst?

Mfg
Matt


292. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Keuschling von Lady N. am 20.07.21 20:51

Danke MattBeam

Ich versuch es das nächste mal so zu schreiben 😎👍
293. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 20.07.21 21:51


006

Latowski zu verkaufen.
Er hatte gehofft sie würde nicht wieder drauf ansprechen.
Falsch gehofft.
Er hörte nur „kaufen, die Maße sind wie für Dich gemacht“.
Zähneknirschend ging er ins KG-Forum und schrieb eine Nachricht, auch hier in der Hoffnung „schon verkauft“.
Er wird wohl lernen müssen einen Latowski zu tragen.

Mfg
Diccy

294. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 20.07.21 21:54

Die Stewardess hatte doch etwas zu viel getrunken.
Ihr Fuß "verirrte" sich unterm Tisch in den Schritt des muskulösen Matrosen,
der ebenfalls alles andere als nüchtern war.
Verwundert zog sie ihn hinter sich her aufs WC.
Unter seiner Uniform stieß sie auf einen Carrara 2.0.
Beide seufzten: "De Kölsche Fastelovend..."
295. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 20.07.21 22:33

Eins. Piep. Acht. Piep. Null. Piep. Sieben. Piep. Er konnte sein Glück kaum fassen.
Im letzten Versuch. Sie hatte tatsächlich ihr Geburtsdatum als Code für den Safe benutzt.
Darin lag der Schlüssel für seinen Keuschheitsgürtel, und sie war unterwegs.
Acht. Piep. Er holte tief Luft. Zwei. Nein, Drei! 1983!
Klack.
296. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 21.07.21 08:53



007

Sie liebte es wenn er sich ganz als Frau fertig machte, große Brüste, hohe Hacken, schickes Kleid und geschminkt mit Perücke.
Nun sollte es ein Stück weitergehen.
„Hoch mit dem Rock und runter mit dem Höschen“.
Das Schloß vom KG schnappte ein.
„So, den brauchst Du nicht als echte Lady“.

Mfg
Diccy


297. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 21.07.21 14:49

Sein Plug hatte wieder schmatzend seinen Platz gefunden.
Der Dilator war zurück an Ort und Stelle.
Seinen Keuschheitsgürtel samt Schrittkette hatte er wieder angelegt und ordnungsgemäß verschlossen.
Schnell noch die Ringe wieder durch die Brustwarzen und am Guiche gezogen.
Er gönnte sich eine frische Windel, darüber die Gummihose.
Metalldetektoren nervten.
298. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 21.07.21 17:54


008

Die Eheherrin hatte alle Toys in den Hauswirtschaftsraum gepackt, es war mal wieder eine Grundreinigung nötig.
Als er im transparenten Latexoutfit den Auftrag ausführen wollte stand die Hauswirtschafterin bereits im Raum obwohl erst Dienstag war, hielt einen KG in der Hand, zeigte auf seine Beule und fragte grinsend „den auch“....

Mfg
Diccy

299. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 21.07.21 20:31

009

Komm, wir machen einen Waldspaziergang.
Das Wetter war top, er stimmte zu.
Aber, sie reichte ihm den großen Plug zum KG, er musste den kompletten Zodiac anziehen und bevor er die Gasmaske aufsetzte bekam er den großen Knebel verpasst.
Im Wald hakte sie unter und es wurde ein langer Spaziergang.

Mfg
Diccy

300. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 21.07.21 23:02

"Bestellst du die bitte? Hab sie schon in den Warenkorb gelegt. Bittebitte!"
Warum nicht? Die Buffalo Towers würden in dieser Pepsi-Farbgebung an ihren süßen kleinen Füßen sicher verdammt gut aussehen.
"Ok. Bestellt!" meldete er zurück.
"Oh, zu schnell. Bestellst du sie bitte auch noch in schwarz in meiner Größe?"
301. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 23.07.21 16:28


010

....er hasste es, aber sein Meister wollte es.
Bewegungslos im stramm aufgeblasenen Gummisack, luftdichter Vollkopfmaske wartete er auf das was kommt.
Jetzt, das Kontrollgerät reduzierte ihn die Luftzufuhr....bloß keine Panik.
Aber er wusste auch das sein Meister auf sein zappeln wartete um sich dann vor seinen Augen zu befriedigen...

Mfg
Diccy

302. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 23.07.21 22:44

Alles war reibungslos verlaufen. Die Mullschläuche, die Polsterwatte und die Kunststoffbinden.
Der FBC war sein Traumgips und er genoss es, vollkommen unbeweglich, stumm geknebelt, blind und fast taub zu sein, während dank Ballondarmrohr und Katheter für alles gesorgt war.
Er hätte ihnen bloß besser vorher gesagt, wo die Gipssäge lag.
303. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 24.07.21 08:49



011

Sie hatte ihm Strafe angedroht.
Nun saß er in ihrem Dominastudio stramm gefesselt und geknebelt, der Kopf bewegungslos.
Dann kam sie und er hörte die Maschine.
Ohne Pause fuhr sie mit der Rasiermaschine von hinten über seinen Kopf, immer wieder.
Nur wenige Minuten später war er ein gehorsamer, glatzköpfiger Kunde.

Mfg
Diccy



304. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Klett-max am 24.07.21 15:57

Gilt das auch...
- - -

Platzhirsch

Alle flachgelegt!
Gefilmt, erpresst.

Geile Discosause!
Neue Tussi...
Gespielin gebaggert
Ihre Wohnung.
Aufgegeilt gefesselt geknebelt...
Tease, Denail...
Sie machts sich!
Er wimmert "Gnade"
Tease, Denail...
Wiederholungen...
Er verzweifelt...
zu Allem bereit...
...darf spritzen.
Eisspray. Geschrumpft!
Keuschheitsschelle, Schloß klickt!!!
Video gezeigt.
Ihm gedroht.

Abserviert.
Gedemütigt.
Disco gestrichen!

Wöchentliche Kontrolle.
Underdog!
- - -

Darf als Inspiration für Story in Langform verwendet werden...
305. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 24.07.21 18:31



012

Er war absoluter Gummifetischist.
Bei gutem Wetter und Gummiausstattung radelte er los.
Fröhlich traf er nach wenigen Kilometern auf eine Frau am Waldesrand.
Er fragte ob Hilfe gebraucht wird.
Sie fühlte das Gummi und flüsterte ihm ins Ohr „nimm mich“.
Den Hinweis auf seinen KG erwiderte sie mit „dann Oral“.

Mfg
Diccy




306. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 24.07.21 21:49

Das Estim-Gerät inklusive Kabeln und Pads,
die Analplugs in Übergröße,
die Pumpe samt Schläuchen,
die passenden Nippelzylinder,
die High Heels mit Plateau,
der Latex-Suit "ouvert" samt Öl und Puder,
der Spidergag, Kondome, der schwere Halsreif. Alles da.
Es fehlte nur der Schlüssel für den Keuschheitsgürtel.
Egal, Hauptsache Urlaub.
307. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 24.07.21 23:58

013

Du musst abnehmen, ich mache dein Fitnessprogramm.
Erst Radfahren, das alte Damenrad.
Dann der Daunenanzug, Zodiak und die Vollgesichtsmaske.
Vor ihm die menschenleere Strecke mit Zeit und Ziel.
Dort wartet sie 3Minuten, dann neues Ziel, neue Zeit
Irgendwann passt es.
Er trat in die Kette, trotz VollKG und schwerem Plug.

Mfg
Diccy
308. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 25.07.21 08:37

014

Sie provozierte ihn immer wieder mit ihrer Liebe zu alten Dingen und gebrauchter Kleidung.
Ok, dachte er, da will ich mal sehen wie weit die Liebe geht.
Er durchstöberte die Versteigerungsplattform bis er fand was er gesucht hat.
„Superstrammes lachsfarbenes Schnürkorselett mit 8Strapsen aus den 50er Jahren“, er drückte „Sofortkauf“....

Mfg
Diccy

309. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 25.07.21 08:52

Jetzt übertreiben sie alle,
masslos...
ob mit oder ohne
Wettbewerb !
Nehmt euch Zeit ihr Bukowskis dieser Welt !
310. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 25.07.21 09:06



@johelm:.....und dann gibt es noch die Möglichkeit den Strang nicht mehr aufzurufen....


311. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von HeMaDo am 25.07.21 11:02

Ich muss Johelm zustimmen. Das vollspammen der letzten 40 Beiträge mit diesen "Geschichten" ist einfach nur nervtötend. Die interessanten Dinge sieht man kaum noch und wenn man mal eine Weile nicht nachsieht, sind die Dinge, die interessant sind, schon rausgespammt.

Zitat

und dann gibt es noch die Möglichkeit den Strang nicht mehr aufzurufen....

Geht doch einfach damit in den Offtopic-Bereich, da stört ihr sonst niemanden.

HeMaDo

312. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 25.07.21 13:02


....ich weiß gar nicht wo hier das Problem ist. Werden die Leute dann auch angesaugt wenn sie in Off Topic schreiben?

Der Strang heißt Ultra Kurz Geschichten bedeutet KEINE langen oder SEHR KURZE Geschichten ist über 14 Jahre alt (damit deutlich älter als viele Mitgliedschaften), und wurde von Matt als Various Artists ins Leben gerufen. Das Format 50Wörter hat Matt ebenfalls in „seinen“ Strang eingebaut. Er nimmt niemanden den Raum und kann, muß aber nicht, gelesen werden. Und wenn Du, HeMaDo Probleme mit den scrollen hast, ja denn.

Ich für meinen Teil werde weiter hier schreiben wenn mir der Sinn danach ist, hoffentlich andere auch. Im Gegenzug werde ich dann Deine/Eure Geschichten links liegen lassen, mir ist die Zeit eh zu schade um Wochen- teilweise Monatelang auf Fortsetzungen zu warten.

Jeder wie er will, und bitte, erspart mir weitere Diskussionen die letztlich in persönlichen Anfeindungen ausarten.....


Mfg
Diccy

PS.: Ich habe bislang 14 Beiträge mit jeweils 50 Wörtern geschrieben, plus Grüße, das sind gerade mal ca 720 Wörter, zählt mal bei Euch.......


313. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von HeMaDo am 25.07.21 13:29

Du scheinst da etwas nicht verstanden zu haben.
Es geht nicht darum, den Thread aufzurufen oder nicht, sondern darum, daß der Spam auch in den letzten 40 Beiträgen auftaucht, an denen viele hier sich orientieren, um interessante Beiträge zu finden. Echte Geschichten tauchen da einmal in der Woche auf, vielleicht auch mal öfter, wenn jemand einen Kommentar dazu schreibt.
Aber durch euren Spam sieht man das, was in den letzten 40 Beiträgen auftaucht kaum noch. Und jemand, der eben nicht so viel Zeit hat, alle möglichen Unterforen nach für ihn interessanten Beiträgen abzugrasen, freut sich über die letzten 40 Beiträge.


Zitat

Jeder wie er will, und bitte, erspart mir weitere Diskussionen die letztlich in persönlichen Anfeindungen ausarten.....

Damit hast du ja gerade angefangen:
Zitat

Und wenn Du, HeMaDo Probleme mit den scrollen hast, ja denn.


Aber sei beruhigt, auf dieses Niveau lasse ich mich nicht herab.




Zitat

Im Gegenzug werde ich dann Deine/Eure Geschichten links liegen lassen, mir ist die Zeit eh zu schade um Wochen- teilweise Monatelang auf Fortsetzungen zu warten.

Damit habe ich genau so wenig Probleme, wie vermutlich du, daß ich deine/eure Ultrakurz"geschichten" nicht lese.



Zitat

....ich weiß gar nicht wo hier das Problem ist. Werden die Leute dann auch angesaugt wenn sie in Off Topic schreiben?

Ich weiß nicht, was du mit "angesaugt" meinst, aber was im Offtopic geschrieben wird, taucht in den letzten 40 Beiträgen nicht auf und stört andere somit nicht.

Alternativ dazu kann ich euch noch Twitter empfehlen. Die 280 Zeichen pro Tweet dort passen ja recht gut zu den 50 Wörtern.

HeMaDo
314. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von daxi am 25.07.21 13:42

Ich finde den Thread gut. Hemadogeschichte lese ich eh nicht, ist mir also egal ob die irgendwo auftaucht.
315. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Unpenetrated80 am 25.07.21 17:17

Valerie spaziert mit mir durch die liebliche Küstenstadt als wäre nichts gewesen. Ihr hat es wohl gefallen. Ich bin noch dabei alles zu verarbeiten und habe das Gefühl, dass jeder auf meinen Mund starrt. Dank Valerie bin ich endlich entspannt. Doch zu welchem Preis? Ich kann es noch gar nicht fassen, dass Valerie mich so weit gebracht hat es zu tun. Ihre Rollenspielen haben mich schon sehr angeturned, ehrlich geschrieben gefällt es mir auch sehr von ihr untersucht, hingehalten oder für ihre Lusterfüllung benutzt zu werden. Aber das heute am Morgen sprengt alles Bisherige. Jetzt schwirren so viele Fragen durch den Kopf. Hat Valerie alles eingefädelt, wollte Valerie es überhaupt oder war alles nur ein Test meiner Unterwürfigkeit. Außerdem geniere ich mich so sehr für das was ich getan habe.

Valerie wollte etwas neues ausprobieren, das habe ich gespürt. Gleich zu Urlaubsbeginn hat Valerie dann aufgehört mit mir Verkehr zu haben. Genauer geschrieben hat Valerie mir keine Entspannung gegönnt. Valerie wollte nur mehr mit meiner Zunge verwöhnen werden und ich bin auf der Strecke geblieben. Jedesmal beim Liebesspiel bin ich immer wahnsinniger vor lauter Verlangen geworden. Natürlich habe ich Valerie vorsichtig darauf angesprochen, aber sie wollte nicht darüber sprechen. Mich nicht kommen zu lassen, darüber hat Valerie zwar schon öfters geschwärmt, aber erst jetzt ist es das erste mal, dass Valerie es wahr werden hat lassen.

Beim Spiel ist mir aufgefallen, dass jedesmal, wenn ich ein klein wenig weiter unten meine Zunge spielen hab lassen, ich einen kurzen Moment ihrer Berührung genießen durfte. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich mir das nur einbilde oder alles nur ein blöder Zufall war, aber an diesem Morgen wagte ich es Valerie an ihrer intimsten Stelle zu küssen. Das erste mal, als meine Zunge Valerie anal berührte hat sie angenehm gestöhnt und zeitgleich bekam ich diese unendlich zärtliche Berührung an meinem Schaft. Ich überbrückte die erste Unsicherheit und liebkoste Valerie immer intensiver an ihrer intimsten Stelle. Währenddessen ließ sie ihre zauberhaften Hände sanft Flöte spielen. Ihr Flötenspiel wurde aber immer weniger, je intensiver ihr Verlangen wurde. Unerwartet zuckte sie so intensiv wie ich es noch nie erlebt habe. Wie kann das sein? Zum Abschuss sorgte sie mit einem breiten Grinsen für meine schnelle Entspannung.
316. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von sturmgras1 am 26.07.21 15:32

Urlaub will geplant sein!
"Hallo Bea, hast Urlaub?"
"Ja, morgen Algarve."
"Freust Dich?" "Ja sehr"
"Legst Dich bäuchlings auf die Liege, Beine in die Schlaufe. ... Heute gänzlich unbestrumpft? Wo sind Deine medizinischen Kompressionsstrumpfhosen?" "Im Schrank daheim. Es ist soo warm." "Du weisst wie wichtig diese Hosen besonders auf Reise und im Sommer sind!? Ich glaub ich kann Dir helfen....sagen wir 20 mit dem Stock zwischen Fuss und Steiss! Raute oder Karo?" "W A S" "also Raute, mitzählen!" Zisch
AAUU.." "eins heisst das"
Merke MKS sind wichtig. IMMER!
317. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von HeMaDo am 26.07.21 19:12


Zitat

Ich finde den Thread gut. Hemadogeschichte lese ich eh nicht, ist mir also egal ob die irgendwo auftaucht.

Dieser höchst selbstlose Kommentar spiegelt das Nieveau dieses Threads wieder.
318. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Klett-max am 26.07.21 19:58

Es ist der giftigen Tinte zuviel vergossen worden. Nur hat noch nicht Jeder Jedem Alles um die Ohren gehauen. Jede weitere Antwort zum Streit erhöht nur den Adrenalinspiegel und den Beitragszähler, sowie bringt einen zusätzlichen Eintrag in den "Letzten Vierzig".

Ich schlage vor, daß man, so sie für den Wettbewerb gedacht sind, mehrere Beiträge in einer Antwort zusammenfassen kann. Das sollte die "Letzten Vierzig" entlasten ohne allzusehr die gestalterische Freiheit einzuschränken. Wer jetzt mehr als Fünfzig Beiträge auf dem Zähler hat, der kann auch Neuzugänge in ältere Beiträge hinein editieren. Diese Empfehlung gilt besonders dann, wenn der letzte Beitrag ein Eigener ist.


319. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Honey am 26.07.21 23:57

Egal.
“Hör endlich auf immer über den Schweinekram zu reden” herrschte sie ihn an. Er wollte lediglich seine Geilheit loswerden, endlich wieder einmal in ihr kommen. Fast hat er aufgegeben, aber diesmal lässt er nicht locker und erklärt seiner Frau, dass er auch Bedürfnisse hat und diese selbst befriedigt. Sie reagiert nicht auf sein Geständnis. Was soll er machen? Soll er wieder aufgeben? Nein, diesmal nicht! Er zieht sich vor seiner Frau nackt aus, seine riesengroße Erregung pulsiert zuckend versperrt in einem Käfig. Emotionslos reagiert seine Frau. Sie dreht sich angewidert weg und tut so als würde sie schlafen. Jetzt oder nie denkt er sich. Der Ehemann nimmst ihren Vibrator, schaltet diesen ein und genießt die erregende Schwingung an seinem Käfig. Herrin räuspert sich und weist ihn an sofort damit aufzuhören und ihm ihr Gerät auszuhändigen. Ohne Erlösung geht er sich kalt duschen. Weil das noch immer nicht hilft nimmt er den Duschkopf und bewegt diesen mehrmals fest in Richtung seiner ungenutzten Kronjuwelen. Das tat weh und doch so gut. Als er zurückkommt hört er ihr Stöhnen und den Vibrator.
320. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 27.07.21 18:50



015

Was soll ihn davon abhalten, er war gern Sissy.
Er zog sein FrenchMaidKleid mit Häubchen an, stieg in die HighHeels und sein Rüschenhöschen versteckte den engen Keuschheitsgürtel.
Er stöckelte zum Partyeingang und schon dort fasste ihn der Erste an das Gesäß.
Er war geil und es wird ein spannender Abend....

Mfg
Diccy



321. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 29.07.21 10:21

016

Einmal in ein Vakuumbett.
Er träumte immer wieder davon.
Sie wollte ihm den Traum erfüllen.
Aufgeregt stieg er mit Kg und Latexmaske in das Latexbett.
Es dauerte nur einen Augenblick und er war bewegungslos.
Dann passierte etwas Unerwartetes.
Sie setzt sich auf sein Gesicht und sagte nur „gib dir Mühe“.

Mfg
Diccy

322. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von keuschy am 29.07.21 11:45

Vielleicht solltest du dich bei diesem Wettbewerb hier auch einmal versuchen.
Auch wenn du nicht besonders schreibbegabt bist, solltest du dies hinbekommen.
Wenn nicht, darfst du die Gerte auf deinen Hintern schmecken.

Keuschy
323. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 04.08.21 10:59

017

Der mechanische Akt der Reinigung war wieder mal erledigt.
„Ich gebe Dir drei Minuten“ sprach sie, startete den Timer und verließ das Bad.
Sein Kopfkino ratterte und ratterte, er gab sich alle Mühe die drei Minuten auch zu nutzen.
Plötzlich, sie stand sie neben ihm und er hörte nur „Pling“.

Mfg
Diccy

324. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 07.08.21 05:50

Zufall

An sich war alles noch einmal gut gegangen. Sofort nach dem absurden Unfall hatten sie ihn in die nahe gelegene Klinik gebracht, eine gute, private noch dazu mit tüchtigen und verschwiegenen Ärztinnen.

Er selbst konnte sich hinterher nicht an den Hergang erinnern, was aber nicht sonderlich ungewöhnlich war, wenn er tatsächlich so ungewöhnlich gefallen war.

Seine Erinnerung endete einige Momente davor. Er wusste noch, wie er wie fast jeden Tag mit Metallballstretchern, Hodenpranger und einer Stretch- und Streckvorrichtung im Versuch, sein doch eher klein geratenes Anhängsel etwas zu verlängern, im Flur unterwegs war, als es klingelte, und er schnell in die weite Jogginghose schlüpfen wollte, um seiner neuen Bekanntschaft zu öffnen.

Wobei sie viel zu früh dran war, sie waren doch erst später verabredet. Ungefähr bei diesem verwunderten Gedanken stoppte sein Gedächtnis und setzte erst in der Klinik wieder ein, wo ihm der weitere Verlauf berichtet wurde.

Seine Bekannte, die ihn gefunden hatte, durfte demnach sogar im Rettungswagen mitfahren und wartete die gesamte Zeit, während sie in langer Operation zu retten versuchten, was zu retten war. Sie war es letztlich auch, die in Absprache mit den Ärztinnen alles klärte, als immer klarer wurde, was alles kaputt war und wie man möglichst ein "normales" Liebesleben - als ob er das jemals gehabt hätte - ermöglichen konnte.

An die Tage danach hatte er auch keine wirkliche Erinnerung, außer ein paar Blicken von weiß bekleideten Personen, dumpfen Schmerzen und Fahrten im Bett liegend mit dem Blick auf Deckenlampen.

Jetzt aber war alles überstanden. Die Narben waren kaum zu sehen, die Schwellungen und Blutergüsse waren abgeklungen. Aus der Bekanntschaft war schnell mehr geworden, was er vorher kaum gehofft hatte. Nur, dass dieses "Mehr" so ganz anders war.

Seine Bekannte hatte jetzt einen Schlüssel und musste, obwohl sie bewiesen hatte, dass sie es konnte, nicht mehr mit ihrer schmalen Hand durch den Briefschlitz greifen, um die Türklinke von innen zu drücken.

Und ja, es gab ein Liebesleben. Immer, wenn sie es wollte. Sie griff dann zur Fernbedienung und die kleine starke Pumpe drückte die Flüssigkeit aus dem Reservoir über seinen schweren und hühnereigroßen Hodenimplantaten in den ebenfalls sehr üppig in Länge und Dicke dimensionierten künstlichen Schwellkörper. Sie konnte ihn (be)nutzen, solange sie wollte, zumal alles, was noch aus ihm auslaufen konnte, für sie ungefährlich war und ohnehin aus dem Reroute hinter seinem schweren Gehänge austrat, da der reguläre Weg durch den massiven Zylinder versperrt war, der selbst dann noch eindrucksvoll war, wenn die Flüssigkeit zurückgepumpt wurde.

Dass er wegen der Nervenverletzungen fast nichts spürte, und nur Kälte und Wärme sowie starke Schmerzen wahrnehmen konnte, machte ihn zu dem lebenden Spielzeug, dass sie sich schon immer gewünscht hatte. So ein Zu-Fall.

325. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 08.08.21 12:41

018

Er wusste das er ihr nicht trauen konnte wenn sie auf das Klassentreffen der Ehemaligen geht.
Ihr war es wichtig, sie würde ihren ehemaligen Schwarm treffen.
Mit Zugeständnis erlaubte er es.
Er zog ihr ein Windelhöschen an, eine Gummihose drüber und die abschließbare Schrittkette.
Soll sie doch ihren Spaß haben.

Mfg
Diccy


326. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 09.08.21 08:51

Zitat
Zufall

An sich war alles noch einmal gut gegangen. Sofort nach dem absurden Unfall hatten sie ihn in die nahe gelegene Klinik gebracht, eine gute, private noch dazu mit tüchtigen und verschwiegenen Ärztinnen.

Er selbst konnte sich hinterher nicht an den Hergang erinnern, was aber nicht sonderlich ungewöhnlich war, wenn er tatsächlich so ungewöhnlich gefallen war.

Seine Erinnerung endete einige Momente davor. Er wusste noch, wie er wie fast jeden Tag mit Metallballstretchern, Hodenpranger und einer Stretch- und Streckvorrichtung im Versuch, sein doch eher klein geratenes Anhängsel etwas zu verlängern, im Flur unterwegs war, als es klingelte, und er schnell in die weite Jogginghose schlüpfen wollte, um seiner neuen Bekanntschaft zu öffnen.

Wobei sie viel zu früh dran war, sie waren doch erst später verabredet. Ungefähr bei diesem verwunderten Gedanken stoppte sein Gedächtnis und setzte erst in der Klinik wieder ein, wo ihm der weitere Verlauf berichtet wurde.

Seine Bekannte, die ihn gefunden hatte, durfte demnach sogar im Rettungswagen mitfahren und wartete die gesamte Zeit, während sie in langer Operation zu retten versuchten, was zu retten war. Sie war es letztlich auch, die in Absprache mit den Ärztinnen alles klärte, als immer klarer wurde, was alles kaputt war und wie man möglichst ein \"normales\" Liebesleben - als ob er das jemals gehabt hätte - ermöglichen konnte.

An die Tage danach hatte er auch keine wirkliche Erinnerung, außer ein paar Blicken von weiß bekleideten Personen, dumpfen Schmerzen und Fahrten im Bett liegend mit dem Blick auf Deckenlampen.

Jetzt aber war alles überstanden. Die Narben waren kaum zu sehen, die Schwellungen und Blutergüsse waren abgeklungen. Aus der Bekanntschaft war schnell mehr geworden, was er vorher kaum gehofft hatte. Nur, dass dieses \"Mehr\" so ganz anders war.

Seine Bekannte hatte jetzt einen Schlüssel und musste, obwohl sie bewiesen hatte, dass sie es konnte, nicht mehr mit ihrer schmalen Hand durch den Briefschlitz greifen, um die Türklinke von innen zu drücken.

Und ja, es gab ein Liebesleben. Immer, wenn sie es wollte. Sie griff dann zur Fernbedienung und die kleine starke Pumpe drückte die Flüssigkeit aus dem Reservoir über seinen schweren und hühnereigroßen Hodenimplantaten in den ebenfalls sehr üppig in Länge und Dicke dimensionierten künstlichen Schwellkörper. Sie konnte ihn (be)nutzen, solange sie wollte, zumal alles, was noch aus ihm auslaufen konnte, für sie ungefährlich war und ohnehin aus dem Reroute hinter seinem schweren Gehänge austrat, da der reguläre Weg durch den massiven Zylinder versperrt war, der selbst dann noch eindrucksvoll war, wenn die Flüssigkeit zurückgepumpt wurde.

Dass er wegen der Nervenverletzungen fast nichts spürte, und nur Kälte und Wärme sowie starke Schmerzen wahrnehmen konnte, machte ihn zu dem lebenden Spielzeug, dass sie sich schon immer gewünscht hatte. So ein Zu-Fall.



Ganz gegen meine Gewohnheit finde ich diese Geschichte abartig !
327. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 11.08.21 08:22

019

Sie saßen am Kaffeetisch seiner Mutter.
Zum x-ten Mal fragte sie wann sie Oma würde.
Seine Herrin war es leid und befahl ihm „Los jetzt, zeigs ihr“.
Zu Vorschein kamen am Korselett angestrapste Stützstrümpfe, und sein bestes Stück im Latowski mit großem Analplug.
„So Schwiegermutter, er wäre lieber ein Mädchen“....

Mfg
Diccy


328. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von beitlamed am 12.08.21 14:02

Gegen Mitternacht hatte sie ihn erwischt.

Also stand er zu Dienstantritt mit gebeugtem Kopf vor dem riesigen Eichenschreibtisch, die Hände schmerzhaft streng auf den Rücken gefesselt, seine überdeutlich aufstrebende Männlichkeit unverkennbar ausgestellt für alle, die an den Glaswänden des edel ausgestatten Chefbürovorzimmers vorbeigingen.

Hinter ihm öffnete sich die Tür.

Seine Sekretärin mit dem übersinnlichen Mund, der edelgriechischen Nase und der aufregend tiefen Stimme, klang heute beinahe ungehörig fröhlich:
"Guten Morgen, Herr Direktor! Ich bringe Ihnen Ihren Kaffee, Herr Direktor! So wie Sie Ihn gern haben, Herr Direktor! Zwei Stück Zucker, Herr Direktor, und eine wohlverdiente Tracht Prügel!"
329. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 15.08.21 09:47

020

Ungehorsam- das braucht Strafe.
Erst der transparente Latexlangbeinbody mit Öffnungen an Brust und Geschlecht, das unerbittliche Gummihalskorsett, die polierten Gummiwaders, lange schwarze Gummihandschuh und der Klepper mit Kapuze.
Es nieselte bei 25Grad aber die Einkaufsmeile war Superlang.
Sie war froh eine Mundnasemaske über dem Knebel zu tragen, aber der Doppeldildo.....

Mfg
Diccy

330. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 15.08.21 20:20

Fifty words CXXV

Ihr strenger Blick, ihr teures Festivalbier, er leerte es widerstrebend.
Die Setlist war erst halbvoll, seine Blase gänzlich. Alarm.
Seine Herrin verstand, tippte die Männer neben ihr an, deutete.
Erst wurde sie angehoben, wild gestikulierend abgesetzt. Dann er ... Toilettenexpress.
Bis vorne sechzig Meter und gefühlt sechshundert Hände an seinem Latowski.

MfG
Matt


331. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 15.08.21 20:35

Fifty words CXXVI

Sie hatten die Strandpromenade wie einen Laufsteg abgeschritten.
Arm in Arm als beste Freundinnen. Heels, Sommerkleid, Hut und
riesige Sonnenbrille hatten ihn perfekt getarnt, niemand hatte auf ihn reagiert.
Sie steuerte eine winzige Taverne an, schummrig, Bänke - Rücken an Rücken.
Er lächelte mit blutroten Lippen, der Kellner grinste zurück. Aufgeflogen.

MfG
Matt

332. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 15.08.21 21:24

Fifty words CXXVII

Breitbeinig auf seinem Ziel landend, zermalmten seine metallbeschlagenen Stiefel alles.
Ein halblautes "Yeeeessss", als endlich der langersehnte Jingle ertönte. Stufe achtzig.
Aus dem Schlafzimmer kam ein "Komm endlich ins Bett!", er speicherte und schaltete alles aus.
Trippelnd verließ er das Zimmer, Schrittkette und seine ultrahohen Stöckel ließen nichts anderes zu.

MfG
Matt

333. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Erika2 am 16.08.21 07:38

Hi Matt, diccy und beitlamed,

lieben Dank für die wunderbaren Ultras, bitte bald fortsetzen.

Devote Grüße

Erika
334. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von beitlamed am 16.08.21 17:55

(100 W. / Erster Versuch)

Der Fliesenboden bohrt sich mir in die Knie. Mein Glied müht sich aufgeregt, schmerzhaft, erfolglos. Vielleicht hat die Geliebte Göttin ihren göttlichen Sekt gelassen, während ich ihr einerseits Räucherlachs, Toast und Dillsauce hielt, andererseits den Louis Roederer.

Nach ihrem Bad kommen die Handschellen.

Mund für Mund beuge ich mich in die Wanne aus Stahlemail, richte mich ächzend auf und spucke Wasser in die Waschmuschel.

Sie sperrt meine Handschellen auf, sodass ich ihr einen Martini kredenzen kann. Zur Belohnung tätschelt sie mir über den kahlgeschorenen Mönchskopf und benutzt mein baumelndes Säckchen zur Boxübung.

Ihr glücklicher Ehepriester bin ich der Geliebten Göttin.
335. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 16.08.21 19:33

Hallo beitlamed,

herzlichen Glückwunsch zur Doppel-Fünfzig (hab's nachgezählt, passt).
Hundert Worte sind ja schier purer Luxus, da kann man ja fast schon ganze Novellen mit erzählen,
quasi UKNs - Ultrakurz-Novellen. Deine UKG/UKN hat mir viel Spaß gemacht. Weiter so.

MfG
Matt


336. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von beitlamed am 16.08.21 20:09

Hi Matt,

Zitat

herzlichen Glückwunsch zur Doppel-Fünfzig (hab's nachgezählt, passt).


Danke, danke. Das zählt mein Texteditor für mich, hehe.

Zitat

Hundert Worte sind ja schier purer Luxus, da kann man ja fast schon ganze Novellen mit erzählen,
quasi UKNs - Ultrakurz-Novellen.


Unter 100 geb ichs nicht. Es soll eine Challenge sein, die zu stärkeren Bildern führt, und eine Übung für mich - aber auch wieder nicht so, dass ich mich verrenken muss und auf Ausdruckskraft verzichten.

Zitat

Deine UKG/UKN hat mir viel Spaß gemacht. Weiter so.


Freut mich sehr, danke!
337. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 17.08.21 10:08

021

Diese Woche war seine Woche.
Putzen, Waschen, Bügeln, Kochen und sie verwöhnen und befriedigen.
Er schlüpfte mit angelegtem KG in das Latex Maid Dress, Rüschenslip, Häubchen, Heels, legte den StrapOn bereit und begann mit der Arbeit.
Ihre Pingelichkeit war bekannt.
Aber die Woche wird vorbeigehen und dann....ist sie dran....

Mfg
Diccy

338. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von beitlamed am 17.08.21 14:29

Psalm 1 (100 W. / Zweiter Versuch)

===================================================

Wer richtet sich auf, um die tobende Glut
in den Hoden genießen zu dürfen?

Wer beuget sich leicht für das langsame Krampfen,
die steigende Müdigkeit?

Wer den Schmerz wählet, hat keine Wahl.

Wer die Müdigket wählt, wählt den Schmerz.

Unsere winzige Welt dreht sich sachte im Kreis,
immer hin,
her und mehr.

Freut Euch, Ihr Auserwählten, preiset seliglich
die Geliebte Göttin,
frohlocket mit Leid und mit Schmerz!

Im Wechselchoral
von heilignüchternem Glüh'n und Vergehen
sind wir gesegnet mit dem Erkennen,

wie sehr unsere Männlichkeit
nur Ihr Spielzeug ist.

Mögen die Geliebten Göttinnen hinter der Bühne
sich an unserer Lächerlichkeit amüsieren!
339. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 18.08.21 23:06

022

Sie hatte ihn ungefragt zur Gayparty angemeldet.
Nun musste er in das Outfit.
Zuerst der Silikontorso mit Brüsten und EdelstahlBH, den Neosteel mit Feminizer, abgeschlossenen Plug und Oberschenkelkette, dazu eine Frauenmaske mit Bitchhalsband und schöne Stiefeletten zur Schrittkette.
Nun war er wie versprochen anonym, bis auf das glasklare PVC Cape.

Mfg
Diccy

340. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 20.08.21 08:53

023

Allein im Cabrio cruisen war sein Ding.
Heute musste es sein, trotz harter Bedingungen.
Der Keuschheitsgürtel und Plug waren normal, aber der PVC WindelBody unter der Kleidung....
Sie kontrollierte und verschloss den Edelstahl Bauchgurt.
Er startete und genoss die bewundernden Blicke über sich im sündhaft teueren Cabrio.
Wenn die wüssten....

Mfg
Diccy

341. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 20.08.21 09:52

...gähn...
342. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 20.08.21 14:09

Na, das ist wirklich mal ein hilfreicher Beitrag.
Ultrakurz, auf den Punkt gebracht und künstlerisch deutlich über dem offenbar langweiligen Niveau von Geschichten wie der folgenden:

-----
Lange hatte er auf den Brief gewartet.
Das Abmelken mit dem fetten Spzialplug
brachte inzwischen kaum Erleicherung mehr,
obwohl er täglich mehrmals zugange war.
Wie verlangt, nahm er das "Unboxing"-Video auf.
So konnte er noch Wochen später
seine Reaktion betrachten, als der Zettel
"Du - Niete!"
aus dem Umschlag fiel.
-----
und, damit es bloß kein "neuer" Beitrag wird:
-----
Der letzte Brief hatte eine Enttäuschung und eine
- verdiente - Beleidigung enthalten.
Er blieb eine Niete.
Endlich war wieder Post da. Ein Päckchen sogar.
Er drehte das Video, wie immer. Aber um sich zu
erinnern, was außer dem Schlüssel noch angekommen
war, musste er bloß auf seine noch kleinere Keuschheitsschelle blicken.
343. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 20.08.21 16:39

....zwei Dinge

ERSTENS:
Hi Matt, diccy und beitlamed,

lieben Dank für die wunderbaren Ultras, bitte bald fortsetzen.

Devote Grüße

Erika

UND ZWEITENS:
ich hatte gedacht das ich es hier mit halbwegs normalen (um es nett auszudrücken) Menschen zu tun habe, allerdings frage ich mich „wenn es doch so gähnend langweilig ist, warum lies man es ÜBERHAUPT.“


Mfg
Diccy

344. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 20.08.21 17:27

... credits to Diccy for inspiring me ...

Fifty words CXXVIII

"Arrgh, Idioten, lauter Idioten!"
Im Auto seine Standardunmutsäußerung mit dem Mittelfinger Sechzehntelnoten auf der Lichthupe spielend.
Abends keusch am Rechner, Forenkommentare von Leuten lesend, die einfach nur den Thread/die Spur hätten
verlassen brauchen, kam in ihm die gleiche resignierende Wut hoch.
Lichthupensmileys, der Welt fehlte es eindeutig an Lichthupensmileys.


MfG
Matt

345. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 20.08.21 19:45

Vielen Dank Matt, es freut mich das Du mir zur Seite stehst. Es freut mich besonders weil Du mit den Kurzgeschichten begonnen hast und mich damit animiert es auch einmal zu versuchen.

Ich werde mich weiter bemühen wirklich kurze, max 50 Wörter lange Geschichten zu schreiben.

Ich darf noch hinzufügen das diese kurzen Geschichten das Kopfkino des Leser einschalten soll.

Mfg
Diccy

PS.: Dein letztes Stück hat es auf den Punkt gebracht.....





346. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von beitlamed am 21.08.21 21:09

Das Gähnen (100 W. / Dritter Versuch)

Er gähnte.

"Ist dir langweilig?" fragte sie ihn aus ihrem Minirock über Stöckelschuhen.

"Ja, die schreiben im Forum wieder nur das Banalste."

"Meinst du, du könntest es besser?"

"Ist das eine Frage?"

"Soso. Sehnst dich nach Abwechslung?"

"Wär schon toll, ja."

"Bestrafung gefällig?"

"Wirklich?"

"Mal was Neues?"

"Ja, bitte!"

"Zieh dich aus!"

"Ja...?"

"Das war keine Bitte."

"Okay..."

"Schmier deinen Arsch mit Gleitmittel ein."

"Ja!"

"Mach die Beine breit!"

Ihre Brüste waren der Hammer, ihre Beine perfekt.
Ihr Lächeln war unergründlich.

"Gerne!"

"Hör auf zu sabbern!"

"Na gut..."

"Nase und Hände an die Wand."

"Und weiter?"

"Wie, weiter?
Nichts weiter."
347. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von MattBeam am 23.08.21 16:53

Fifty words CXXIX

Rolex, Handtasche von Hermes, Maledivenurlaub ... alle blickten nun auf ihn.
"LARP-Rüstungsteil." lautete lapidar seine Antwort auf die Frage der Kollegen,
was er vom Gehaltsbonus gekauft hatte.
"Nicht dass Du nächste Woche mit Kettenhemd kommst!"
Sie lachten. Sie mussten es nicht wissen, aber er trug seine „Rüstung“ bereits,
einen Latowski.


MfG
Matt

348. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 25.08.21 06:45

"Es ist nicht so, dass ich das gerne mache."
Sie nestelte zwischen seinen Beinen herum. Er spürte, wie ihr Atem schneller wurde.
Der Keuschheitsgürtel war lange schon seine zweit Haut.
Seit der Elektroepilation gab es nurmehr Reinigungskurzaufschlüsse.
Die passende Schrittkette brachte sie erst gerade dauerhaft an.
"Nein, ich liebe es!"
349. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 25.08.21 07:02

024

„Du musst lernen Der Aufforderung sofort nachzukommen“.
Er öffnete Ihre Spalte und massierte eine erbsengroße Menge Creme ein.
Sie zuckte zusammen und unvermittelt schossen ihr die Tränen in die Augen.
Stunden später, der Schmerz hatte nachgelassen, ging sie vor ihm auf die Knie und begann mit der ihr zugeteilten Aufgabe.

Mfg
Diccy

350. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 25.08.21 09:19

Kritik gehört zum Handwerk,sagte mein Gärtner immer,worauf ich ihm gähnend zustimmte.Den Blumen war es egal!
351. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 25.08.21 12:41



…….ich habe meinem Gärtner den Kommentar gezeigt, als Antwort bekam ich zu hören

„was kümmert es eine Eiche wenn sich eine Sau daran kratzt“…..


Mfg
Diccy

PS.: im Übrigen ist der Kommentar, was Satzzeichen und Rechtschreibung angeht, auch keine Glanzleistung für einen Autor der nur negative Kritik für andere Schreiber hat……



352. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 25.08.21 12:58

Und weil es Dich scheinbar soooo berührt hab ich die Nummer 25…..


025

Als Kundendienstmonteur war er immer auf Achse.
Diesmal war es ein defekter Waschautomat.
Eine wunderschöne Mitvierzigerin begrüßte ihn schroff, „wird auch Zeit“.
Als er sich zur Maschine herunterbeugte bemerkte sie den Bauchgurt vom Neosteel zwischen Hose und Hemd.
Er wurde feuerrot.
„Na, für Erziehung hat die Chefin ja schon gesorgt“.

Mfg
Diccy


353. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 25.08.21 13:20

Ich hatte alles vorbereitet, wie sie es mochte:
Die Wohnung geputzt, den Tisch gedeckt,
ein anständiges Menü gekocht, das Bett frisch bezogen,
im Bad alles bereitgelegt und Kerzen angezündet.
Nackt bis auf Plug und Keuschheitskäfig öffnete ich die Haustür.
Sie stellte mich dann ihrem heutigen Lover vor: "Das ist mein Ehesklave."

-----

Nachdem ich von meinem Platz auf der Matte am Fußende des
ehemaligen Ehebettes mehrere Höhepunkte ansehen und danach
beide mit der Zunge reinigen durfte, bekam ich statt des Plugs
noch einmal seinen Speer zu spüren.
Der dickere Plug verhinderte, dass sein Saft wieder aus mir auslief.
"Du wirst besser, Cucky".

-----

Die Nacht war etwas kurz. Die beiden waren schon früh
wieder heftig zugange. Beneidenswertes Stehvermögen.
Ich säuberte mich und den Plug im Gästebad.
Ich würde bald einen größeren brauchen,
wenn es so weiter ging. Ich brachte Frühstück ins
Schlafzimmer. Er hatte eine Idee:
"Sollte dein Sklave nicht einen Dilator tragen?"

-----

Ihre Lover kamen und gingen, mal schneller, mal langsamer.
Der Dilator kam und blieb. Er erinnerte mich zusätzlich an mein Dasein
als Cuckold und daran, dass mein Anhängsel nichtmal mehr zum
Entleeren der Blase taugte. Mit der Zeit wurde
der Dilator wie meine Plugs zu dünn.
"Morgen kommen die Neuen!"

-----

Sie sollte Recht behalten. Ich stand wieder einmal
in der Küche und bereitete das Menü vor.
Ob der neue Dilator oder der neue Plug
mir mehr Freude oder Schmerzen bereiteten,
konnte ich nicht sagen. Pünktlich öffnete ich die Tür.
"Darf ich vorstellen? Mein Ehesklave - meine beiden Neuen für diese Nacht."
354. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 27.08.21 15:03


@ Modex: „Respekt….“…..


355. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 27.08.21 15:17


026

Er saß im Latexanzug gefesselt und geknebelt auf dem alten Friseurstuhl.
„Deine Beschwerden über den Duft beim Oraldienst nerven mich“.
Sie zog ihm die luftdichte Gasmaske über und verschloss diese.
Etwas später rollte sie einen Ständer zum Stuhl, hängte eine Flasche mit gelber Flüssigkeit ein und schloss den Gasmaskenschlauch an.

Mfg
Diccy

356. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 30.08.21 07:24


027

Er fragte ob er zum Stammtisch dürfte.
„Sicher“ sagte sie, „Du kannst wählen zwischen dem alten Gummiurinal oder einer Windel mit Gummihose“
Zähneknirschend wählte er die Windel.
Der Keuschheitsgürtel wurde abgelegt, sie setzte ihm einen Katether, den Keuschheitsgürtel, die Windel und Gummihose drüber.
So Liebster, trink nicht zu viel Bier.....

Mfg
Diccy

357. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 04.09.21 07:34


028

Er hatte Geburtstag und freute sich auf das angedeutete Geschenk.
Wie immer am Geburtstag wurden die Augen verbunden, diesmal auch die Hände.
Sie öffnete die Hose, entfernte den steelheart.
Er spürte wie sie den Dilator einführte und sein bestes Stück zusammengedrückt wurde.
„So, der Little Looker wird Dir Manieren beibringen“....

Mfg
Diccy

358. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 05.09.21 21:47

Es tat gut: Beim Einkauf keine Maske, ohne Bürokratie vor dem Café in der Sonne Bier trinken. Abends im Hotel schwärmte sie vom hier fast normalen Leben, während sie die Luft aus seinem Knebel mit der Strohhalm-Öffnung ließ und er die vom mühsam eingesaugten Leitungswasser durchnässte Windel wechseln durfte.

-----

@diccy: Aus gegebenem Anlass und aus Dänemark: Mange tak!
359. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Fehlermeldung am 06.09.21 01:44

Ich mag Kurzgeschichten Geschichten mit mrhr als

1oo Forenseiten oder mehr als ein Jahr laufzeit

kjlicke ich garnicht ewrst an mache weiter so
360. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von Erika2 am 06.09.21 10:44

Auch ich liebe diese Ultrakurzgeschichten, da diese das Kopfkino anregen und man sich selbst in diesen Situationen sieht.

Liebe Grüße

Erika
361. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 06.09.21 20:24

Es würde in Zukunft nicht mehr vorkommen, dass er versehentlich eine von den Jeans "von früher" anzog. Die waren jetzt im Container, ebenso alle seine Unterhosen. Er hatte ab jetzt nur noch hautenge Spray-Ons, unter denen sich sein Carrara 2.0 "so schön" abzeichnete - wenn er mal keine Windel trug.

-----

Es würde in Zukunft nicht mehr vorkommen, dass er versehentlich eine von den Windeln "von früher" anzog. Die waren jetzt gespendet, waren schließlich noch originalverpackt.
Er hatte ab jetzt nur noch die Betterdry M10, die sich "so schön" unter seinen Spray-Ons zeigten, obwohl sie leider seinen KG kaschierten.

-----

Es würde in Zukunft nicht mehr vorkommen, dass er versehentlich eines von den Hemden "von früher" anzog. Auch die waren gespendet, ebenso alle seine Unterzieh-Shirts.
Er hatte ab jetzt nur noch die glatten hautengen Shirts mit Elasthan-Anteil, unter denen sich seine Brustwarzen-Ringe "so schön" abzeichneten, wenn er überhaupt was trug.

-----

Es würde in Zukunft nicht mehr vorkommen, dass er versehentlich nur einen von den dünnen Analplugs "von früher" trug. Die waren fort (nein, nicht gespendet).
Er hatte ab jetzt nur noch die innovativ mit dem KG verbundenen Tunnel Plugs, die man bei Bedarf verstöpseln oder "so schön" offen lassen konnte.

-----

Es würde in Zukunft definitiv nicht mehr vorkommen, dass er "wie früher" versehentlich kam, sie aber nicht. Er hatte ab jetzt nicht nur den durch ein zusätzliches PA-Schloss gesicherten KG, sondern hatte den extra langen, dicken und dunklen Frontshield-Dildo, der sie "so schön" an einen echten Mann erinnerte.
362. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 08.09.21 22:00


029

Er freute sich schon riesig auf das Endspiel.
Getränke und Knabbereien standen schon auf dem Wohnzimmertisch.
Dann eröffnete sie ihm sein Endspiel.
Den Kg mit Reizstromgerät am Dilator und Dildo, die Lederdeprivationsmaske die nur wenig Luft und kaum Ton durchläßt und selbstverständlich die Zwangsjacke.
Es wir sicher ein tolles Endspiel.

Mfg
Diccy

363. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 10.09.21 23:23

Sie hatte sich schon lange zwei oder drei Intimpiercings gewünscht. Zu ihrem Geburtstag war es Zeit, ihr endlich den Wunsch zu erfüllen. Sie war trotzdem überrascht, als ich sie ins Piercingstudio führte. Sie brauchte daher etwas, die passenden Piercings auszusuchen. Jetzt habe ich einen PA, eine Guiche und ein Hafada.

-----

Sie spielte wie so oft an den inzwischen gut eingeheilten Piercings herum. Es war mein Geburtstag und ich bekam mehr Piercings geschenkt. Die Piercerin desinfizierte meine Brustwarzen. Bevor sie die erste Klemme setzte, wanderte ihr Blick wieder auf meinen Keuschheitskäfig. Es stimmte, dank des PA kam ich nicht mehr heraus.

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An die Kette zwischen meinen Nippelringen habe ich mich zügig gewöhnt. Auch die anderen Hafadas, die dazugekommen sind, und nun als Scrotal Ladder schon ein ordentliches Gewicht haben, sind eher stimulierend. Aber die massive Kette, die den dicken Guiche-Ring mit meinem fetten Buttplug verbindet, baumelt unglücklich an meinen Knien.

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Dass die Kette zwischen meinen Knien pendelt, wäre zwar noch okay. Aber weil sie sich dabei nicht selten in der Schrittkette verheddert, die meine Schrittweite begrenzt, ist entsprechend oft Zug auf dem Piercing und dem Buttplug. Letzteren muss ich dann häufig rausnehmen, um die Ketten zu entwirren - immer noch ungewohnt.
364. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 13.09.21 08:03


030

Biken war seine Liebe, Latex war verhaßt.
Nun stand das 45km/h E-Bike vor ihm.
„Du hast eine Stunde für den 40km Rundkurs.
Für jede Minute später 2Std im Gummisack, ab 5Min mit Gasmaske und Luftreduzierung“....
Er fuhr wie der Teufel, schon die erste Nacht verbrachte er mit Maske im Sack.....

Mfg
Diccy

365. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von johelm am 13.09.21 15:01

"Nein,danke!",sagte sie.
Eva fand es war gar nicht ihr Typ!
Er drehte sich um und verschwand hinter dem Apfelbaum.
Adam hatte sich mehr erhofft!
366. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 13.09.21 17:18


031

Nur drei Tage später.
Wieder der gleiche Rundkurs, wieder das 45km/h Bike, wieder die gleiche Drohung.
Aber diesmal verschärft im verhassten Latexbody mit Atemschutzmaske aus Latex, und das bei sengende Hitze
Er ahnte schlimmes, sie freute sich schadenfroh, der Sack und die Maske lagen schon für die kommende Nacht bereit…

Mfg
Diccy

367. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von diccy am 16.09.21 11:57

032

Und wieder sind 3Tage vergangen.
Sie eröffnete mir das es nicht leichter wird für mich, ein Ganzanzug musste es sein.
Diesesmal allerdings in der beginnenden Dämmerung mit verschlossener Vollkopfgasmaske und Natursektinhalator im Rucksack.
Mir war klar, es wird wieder eine schwere Nacht für mich, so sehr ich mich auch anstrenge…

Mfg
Diccy

368. RE: Ultra-Kurzgeschichten (various artists)

geschrieben von modex am 16.09.21 23:06

Sie schaute auf ihre Smartwatch: "Ich glaube, es wird Zeit."
Mühsam erhob ich mich, denn die schweren Eisen an Hals, Handgelenken und Füßen waren zusätzlich durch stabile Ketten mit dem Taillenring verbunden. Während ich mich näherte, hörte ich die Esse rauschen. Heute würde der Schmied meine Fesseln endlich fest verschweißen.

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Die Hautkrebsvorsorge war immer schon etwas unangenehm gewesen, so nackt vor der Hautärztin zu stehen, zumal mit seinen vielen Piercings. Aber er gewöhnte sich daran. "An sich bin ich berufsbdingt gegen so große Tattoos", bemerkte sie, als sie seinen Rücken ansah. "Aber hierfür mache ich mal eine Ausnahme - 'Lecksklave' ".


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