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Thema:
eröffnet von Kugelfisch am 09.03.16 21:04
letzter Beitrag von Dan am 10.04.18 00:18

1. Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 09.03.16 21:04

Der erste Teil einer neuen Reihe.


1. Erste Berührungspunkte

„Guten Morgen“
Die Begrüßung klang gequält und so fühlte sie sich auch. Annegret schlurfte zu ihrem Schreibtisch und warf den Rechner an. Die letzte Nacht hatt sie echt Nerven gekostet. Erst die ewig lange Vorstandssitzung und dann die Eröffnung von Christine. Wo sollten sie so schnell eine Hexe hernehmen? Sie verdrängte diese Gedanken und stürzte ich in ihre Arbeit. Dann öffnete sich die Tür und die Bürochefin betrat den Raum. Annegret sah kurz auf, und dann stockte ihr Atem. Nicht wegen der Bürochefin, sondern wegen der Begleiterin. Lockige rotblonde Haare lagen auuf der Schulter. Es schien der natürliche Farbton zu sein. Und auch das alter passte. Hatte der Himmel ihre unausgesprochenen Gebete erhört, fragte sich Annegret.
‚Nun bloß nichts falsch machen‘, mahnte sie sich selbst zur Ruhe. Tatsächlich kam es dann, dass Sandra einen Platz neben ihre erhielt. Ilona erklärte ihr das Programm, und Annegret hörte mit einem halben Ohr zu. Die Neue war sehr kontaktfreudig, was ihr sehr gefiel. Noch ein Punkt mehr um es zu wagen.
In den Pausen versuchte Annegret mehr über Sandra zu erfahren, indem sie den Gesprächen zuhörte. Sie war neu in der Stadt und kannte sich noch gar nicht aus.
„Wenn du was über die Stadt wissen willst, musst du Annegret fragen“
„Ich bin in einem Historienverein“, Annegret. Als Sandra daraufhin wegsah, sah sie die Arbeitskollegen durchdringend an. Die verstanden und verreiten auch nichts weiter.
„Soll ich dir mal die Stadt zeigen? Passt es dir heute abend gegen 19 Uhr. Im Dämmerlich ist die Stdt noch schöner“
„Ja ist gut“, willigte Sandra ein.
Innerlich seufzte Annegret.
‚Der erste Schritt war gemacht‘, dachte sie.

Der Sommerabend war schön und die einsetzende Dämmerung gab den historischen Gebäude etwas märchenhaftes. Während Annegret geredet hatte, hatte sie natürlich auch immer das Thema Hexe mit eingeflochten. Sandra schien dem Thema nicht abgeneigt zu sein. Dann bogen sie auf den Marktplatz ab. Während Annegret stehen blieb, ging Sandra direkt auf den Pfahl zu. Nun lam auch Annegret hinzu:
„Der Schandpfahl“, erklärte sie, „Hier wurden früher die Hexen angekettet“
‚Das letzte Mal vor zwei Wochen‘, dachte sie still bei sich.
Laut fuhr sie fort:
„Dann kamen sie vor Gericht und wurden der Wasserprobe unterzogen“
„Was ist das denn?“
‚Das wirst du am eigenen Leib erfahren, wenn alles gut geht‘
Doch laut sagte sie:
„Die Hexen wurden an Händen und Füßen zusammengebunden und dann Hände und Füße miteinander verschnürt. Blieben Sie an der Oberfläche waren sie Hexen, gingen sie unter, waren sie unschuldig, ertranken aber. Mittelalterlogik“
Sandra besah sich die eisernen Ringe, die an dem Pfahl angebracht waren.
„Wozu sind die?“
Annegret hätte vor Freude hüpfen mögen. Doch nach außen zeigte sie keine Bewegung:
„Komm, ich zeige es dir“
Daraufhin kettet sie Sandra so an den Pfahl, dass sie mit dem Rücken zum Pfahl stand, ihre Hände mit Ketten an den Pfahl gefesselt waren und herunterhingen. Zusätzlich bekam Sandra noch einen Halsreif um.
„Wow“, machte diese.
2. RE: Die Moorhexe

geschrieben von maximilian24 am 09.03.16 21:44

Oh, das fängt ja gut an! Das kann ja nur noch toller weitergehen! Super Idee, kompakt erzählt!
3. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Rotbart am 10.03.16 19:27

Schöner Anfang, bin sehr gespannt wie es weitergeht!

Grüßle, Rotbart
4. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 11.03.16 19:55

Danke für die netten Nachrichten. Hier geht es nun weiter:

2. Das Hexenfest

„Gefällt es dir?“
„Naj, gefallen ist das anderes. Aber ich finde es spannend“, erwiderte Sandra.
Dann rasselte sie mit den Ketten.
„Machst du mich auch wieder los?“
„Klar doch“
‚Immerhin hats du die erste Probe mit Erfolg bestanden‘, setzte Annegret in Gedanken den Satz fort.
Annegret lud Sandra in die Gaststätte ein. Auf der Speisekkarte war der Name abgedruckt „Zum Hexenkessel“.
„Du hast mir gefühlte hundert mal was von Hexen erzählt“, meinte Sandra, „Wieso glaube ich nicht, dass der Name der Gaststätte ein Zufall ist? Gab es hier einen fall von Hexenwahnsinn, so wie in Salem?“
Annegret lächelte. Wieder ein Punkt, der für Sandra sprach. Sie kannte sich offensichtlich ganz gut aus, was Hexen anbelangte. Doch sie musste vorsichtig sein, mit dem, was sie sagte.
„Nein, hier gab es keine Hexenhysterie. Da kann ich dich beruhigen. Tatsächlich kommt die Häufung des begriffes von einer lokalen Sage. Die Stdt liegt an einem Moor und die Menschen fürchteten das Moor und die Gestalten darin wie Irrlichter und so. Nahe beim Moor lebte aber von alters her die Moorhexe, die die Stadt vor dem Moor beschützt.“
„Aha, ich verstehe. Eine gute Hexe also.“
Annegret schüüttelte den Kopf.
„Nicht wirklich. Jedenfalls waren die Bürger sich nicht sicher. Seit alters her zitieren die Bürger die Hexe vor die Stadt, um sicher zu sein, dass sie ihnen nichts böses will.“
Annegret wartete auf die Reaktion. Ob Sandra den feinen Unterschied verstanden hatte. Sie hatte „zitieren“ gesagt, nicht „zitierten“. Doch Sandra sagte nichts. Also fuuhr Annegret vor:
„Seit über fünfhundert Jahren wird bei uns das Hexenfest gefeiert. Das letzte ist erst vier Wochen her“, erklärte sie, wobei sie versuchte beiläufig zu wirken.
„Ein Hexenfest? Was passiert denn da? Das habe ich noch nie gehört?“
Annegret setzte sich zurück und begann zu erzählen:
„Also im Sommer ist ja die Saat ausgebracht und die Natur ist gewachsen. Jedoch nicht überall alles gleich, und so gab es früher die Gefhar, dass jemand jeden anderen durch die Hexe Schaden zufügen wollte. Heute glaubt das zwar keiner mehr wirklich, aber die Traditiuon ist geblieben.
Die Hexe wird aus ihrem Haus mit einem fahrbaren Käfig abgeholt. Dann erfolgt ein Umzug durch die ganze Altstadt. Danach wird sie auf den Marktplatz gebracht und auch an den Schandpfahl angeschlossen, so wie du vorhin. “
Annegret sah, dass Sandras Augen zu leuchten anfingen und an ihren Lippen hingen.
„Dann beginnt die Gerichtsverhandlung. Dabei wird sie befragt, wobei es heute natürlich ein Spiel ist. Es sind immer fünf Fälle, die verhandelt werden und für alle wird die Wasserfolter angeordnet. Nun ist Mittag und die Hexe wirdin den Pranger geschlossen. Nun können sich Gäste selbst an den Schandpfahl ketten oder mit der Hexe fotografieren lassen. Rundherum ist ein Markt mit essen,, trinken und anderen Ständen errichtet, so wie es früher an Gerichtstagen üblich war. Höhepunkt des nachmittages ist dann die Wasserfolter.“
„Das hatten wir ja schon geklärt“, erinnerte sie Sandra.
„Richtig. Da die Hexe dabei ihre Unschuld beweist, schwört sie für ein Jahr der ssdt dieTreue und wird wieder zur Dämmerung mit einem Umzug in ihr Haus gebracht. Das Fest endet für die Erwachsenen dann abends mit dem ‚Hexenball‘.“
Sandra schwieg erst, dann sagte sie:
„Da will ich mal dabei sein. Aber nun muß ich wohl ein Jahr warten“
Annegret merkte die Trauer in ihrer Stimme und legte den nächsten Köder aus:
„Wenn du willst können wir am Wochenende ins Heimatmuseum gehen. Da sind Bilder und auch einige Gegenstände von dem Fest.“
„Was für Gegenstände?“
„Fesseln aus verschiedenen Jahrhunderten, Käfige, Pranger, Büßerhemden und sowas. Und noch einiges anderes, was ich dir icht erklären kann. Das musst du einfach sehen.“
„Kann man das nur ansehen?“
Wieder vermerkte Annegret einen Punkt für Sandra.
„Normalerweise schon. Aber vielleicht macht das Museum für uns ein Auusnahme“, erklärte sie lächelnd.
„Gut, abgemacht“
5. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Wölchen am 11.03.16 20:30

Klingt interessant.Mal schaun wie es weiter geht.
Viel Spaß noch.

mfg Wölchen.
6. RE: Die Moorhexe

geschrieben von maximilian24 am 11.03.16 20:36

Super, das geht sehr vielversprechend weiter! Gratuliere.
7. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Rotbart am 12.03.16 01:03

Also das ist jetzt Folter, auf zu hören wo es spannend wird.

Grüle, Rotbart
8. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 12.03.16 20:14

3. Im Museum

Sandra hatte die letzten Nächte wenig geschlafen. Der Schandpfahl und die Erzählungen Annegrets hatten sie bis in ihre Träume verfolgt. Sie hatte geträumt, wie sie die Hexe war, undall das durchlebte, was ihr Aannegret erzählt hatte.
Als sie bei dem kleinen Haus ankam, wartete Annegret schon auf sie.
„Dies ist das Haus der Hexe“, erklärt sie, „ Hier stand einst eine Bretterbude. Doch dann istz dieses Haus errichtet worden.“
Sandra folgte ihr ins Innere. Sie sah, wie Annegret überschwenglich begrüßt wurde. Das erste Zimmer des Museums zeigte Exponate aus der Natuur und das zweite die Arbeit der Bauern und Städter. Das dritte Zimmer hatte über der Tür ein Schild „Hexenfest seit 1434“. Sandra folgte Annegret zur ersten Vitrine. Darin war die Urkunde, in der der Landgraf der Stadt auf ewig das Privileg zusicherte, ungestraft das Hexenfest zum Schutz der Stadt zu feiern. Es war ein abschrift der verloren gegangenen Originalurkunde, wie ihr Annegret erklärte. Ein Stück Metall war der Reste einer Metallschelle, die beim Hexenfest im 16. Jahrhundert benutzt wurde und ältester erhaltener materieller Nachweis üüber das Fest. In der zweiten Virine sah Sandra mehrere Fotos aus dem letzten hundertfünfzig Jahren. Auf allen ware eine Reihe Menschen zu sehen, die sich zu dem Foto aufgestellt hatten.
„Das sind die Fotos des ‚ Hexenvereins‘“, erklärte Annegret, „Hier ist die Hexe, daneben die Häscher und das Gericht. Die anderen Reihen sind die anderen Mitglieder.“
Sandra sah, dass die Hexen auf den Fotos sich von den anderen Figuren abhobne, weil sie ein helles einfarbiges Gewand trugen. Noch auffälliger war allerdings, dass die Hexe Ketten trug. Hand- und Fußketten waren mit einem Halsring verbunden. Es gab auch immer ein oder zwei Frauen, die dünne Keten zwischen den Armen trugen, jedoch ein edles Gewand trugen.
„Das sind ehemalige Hexen“, erklärte Annegret, „Fällt die bei den Frauen was auf?“
Sandra sah auf die Fotos konnte aber nichts entdecken. Als sie den Kopf schüttelte, führte sie Annegret zur dritten Vitrine.
Sandra sah in an der Wand ein vergrößertes Bild einer Frau. Nun konnte sie deutlich erkennen, was Annegret meinte. Sie schluckte, als sie erkannte was es war. Schweigend ging sie zur anderen Vitrine zurück.
„Tatsächlich, außer den Frauen mit den Ketten und der Hexe tragen alle so einen … Halsreif“
Das letzte Wort betonte sie. Dann sah sie in die dritte Vitrine, wo solche Halsreife lagen. Sie waren etwa fünf Zentimeter hoch und fünf Millimeter dick. Als sie Annegret fragend ansah, erklärt diese:“
ja, tatsächlich. Die Frauen mit den Ketten waren mal Hexen. Alle außer ehemaligen und aktiven Hexen tragen Halsreifen, um mit der Hexe mitzuleiden.“
Beim Weitergehen sah Sandra die schon angekündigten Gestelle. Handpranger und Käfige standen dort. In einer vierten Vitrine hingen die weißen Hemden der Hexe, die Büßerhemden. Als letztes gab es noch eine fünfte Vitrine im Raum. Hier konnte Sandra die Fesseln anschauen, die die Hexen auf den Bildern trugen. Sie stellte sich vor, damit gefesselt zu sein.
„Möchtest du gerne mehr erfahren?“, riss Annegret sie aus ihren Gedanken.
„Wie mehr? Mehr ist hier nicht im Raum, und weitere Räume gibt es nicht, soweit ich das sehe.“
Annegret schloß die Tür zu den anderen Ausstellungsräumen und ging zu einer weiteren verschlossenen Tür.
„Schau mal“
Ja, da steht aber privat drauf“, sagte Sandra. Doch dann sah sie, wie Annegret die Tür öffnete.
„Das ist ein privater Ausstellungsbereich. Er ist nur Vereinsmitgleidern vorbehalten. Wenn du ihn ansehen willst, müssen wir bestimmte Vorkehrungen treffen.“
„Wieso? Und was ist das?“
„Die Überlieferung will es so. Du bekommst einen Halsring um, was dich als weibliches Mitglied des Vereins auszeichnet. Auch wenn du nicht aufgenommen bis, zählts du als Novizin und bekommst einen Knebel in den Mund. Denn es ist Novizen und Novizinnen verboten zu sprechen. Wenn sie es sollen, wird der Knebel einfernt. Das wichtigste ist aber der Armsack. Die Bilder in der Vitrine sind für die Öffentlichkeit. In der Tradition ist es die ‚offene Tracht‘, der sich in den letzten Jahrzehnten für öffentliche Veranstaltungen eingebürgert hat. In den Veranstaltungen des Vereins tragen wir aber die ‚Geschlossene Tracht‘. Dabei hält der Armsack deine Hände hinter dem Rücken fest.“
Dann faßte sie in die Tasche.
„Ich selbst war schon mal Hexe. Ich lege mir auch den Halsreif an und fessele meine Hände. Also was ist? Bist du mutig genug?“
Sandra sah ihre Arbeitskollegin an und nickte.
„Ja, ich möchte das“, sagte sie.
Sie ließ sich nun von Annegret den Halsreif und den armsack anlegen. Dann wurde sie geknebelt. Nun sah sie zu, wie sich Annegret Halsreif und Fesseln anlegte. Ihre Fesseln bestanden aus Ledermanschetten, die durch dünne Ketten mit dem Halsreif verbunden wurden. Nun nahm Annegret noch eine Hundeleine und klickte diese bei Sandra ein.
9. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 12.03.16 20:15

4. Das geheime Kabinett

Annegret hätte vor Freude tanzen können. Der Trick hatte hervorragend geklappt. Leider hatte ihre Hexenmutter das auch so gemacht, und bisher war wohl jede neue Hexe so geködert worden. Annegret machte nun das Licht an, und zerrte Sandra in den Raum.
„Hier siehst du das wareleben in unserer Gemeinschaft. Siehst du diese Tafel? Das Kreuz steht fr die vier großen Feste. Ja, genau. Es gibt nicht nur das eine, das wir für die Öffentlichkeit feiern. Schau her. Das sind keine alten historisch wertvollen Dinge. Dies snd die ketten, die ich getragen habe.“
Daraufhin trat sie zu Sandra, nahm ihr den armsack ab und schloß die Eisenschellen um ihre gelenke. Dann verband sie diese mit ihrem Halsreif. Der Gesichtsausdruck sprach Bände. Die Ketten waren für Ungeübte schwer und sehr hinderlich.
„Schau. Das sind die Kleider, von denen ich dir erzählt habe. Siehst du, hier ist der Armsack für die Trägerin. Jedes weibliche Mitglied hat drei Kleider. Das Kleid mit der offenen und das Kleid mit der geschlossenen Tracht. Daneben noch ein Kleid, das sie trägt, wenn sie das Los getroffen hat. Oh, das habe ich ja noch gar nicht erzählt. Bei den Hochfesten werden immer fünf Männer und fünf Frauen ausgelost, die dann Mägde und Knechte sind. Zwischen den Hochfesten finden dann die Gerichte über sie statt, und beim nächsten Hochfest müssen sie die andereren Vereinsmitglieder bedienen. Natürlich tragen sie dabei auch Ketten an Händen und Füßen. Diese ind aber leichter als deine.“
Dann führte sie Sandra in eine Ecke, wo ein Schandpfahl und eine Pranger standen.
„Hier ist dein Ausbildungsplatz, wenn du auserwählt wirst, nächste Hexe sein zu dürfen. Ich löse dir jetzt die Ketten, damit du einen Einblick bekommts, wie es ist, hier zu stehen.“
Sie entfernte die Ketten und spannte Sandra in den Pranger.
„Ich gehe mal kurz in den Garten. Bin gleich wieder da“. Sagte sie und verschwand aus dem Raum. Tatsächlich blieb sie hinter der Tür stehen, um Sandra zu beobachten. Die gebückte Haltung, zu der sie der Pranger zwang, führte schon nach kurzer Zeit zu Schmerzen zwischen den Schultern. Als sie sah, dass Sandras Gesicht sich anschickte, die Farbe einer Tomate anzunehmen, befreite sie diese wieder.
„Nun kannst du noch ein Kleid anprobieren. Es ist das Kleid einer Novizin, einfarbig und schmucklos.“
Sie steckte erst Sandras Arme in den Armsack und verschloss nun das Kleid.
„Alles gut?“
Sandra nickte. Annegret sah ihr die Erschöpfung an. Sie zog Sandra das Kleid aus und zog sie ungefesselt aus dem Raum. Nachdem sie die Tür wieder verschlossen hatte, entfernte sie Knebel und Halsreif, und befreite anschließend sich selbst von ihren Ketten. Sandra sagte nichts, da ihr der Knebel den Mund fast verrenkt hatte.
„Sag nun nichts“, gebot Annegret, „Du hats jetzt eine Woche zeit, darüber nachzudenken. Bitte sprich mit niemandem darüber, auch nicht mit mir. Es ist deine eigene alleinige Entscheidung. Simmst du zu, bist du am nächsten Samstag vor der alten Herberge in der Schmeidestarße. Wenn du nicht da bist, ist das kein Problem, ich werde dir dennoch wie eine Freundin zur Seite stehen. OK“
Wieder nickte Sandra nur.
10. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Rotbart am 13.03.16 00:40

Superklasse geschrieben.

Grüßle, Rotbart
11. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 15.03.16 19:53

5. Die Herberge

Christine hatte ein unruhige Woche hinter sich. Insgesamt standen drei Kandidatinnen als ihre Nachfolgerinnen bereit.
Die erste Kandidatein, Sandra lange rote Haare hatte, gegen sie sprach, dass sie erst neu in die Stadt gezogen war.
Katrins Familie lebte schon lange in der Stadt und hatte auch schon zwei Hexen gestellt, doch hatte Katrin schwarze Haare.
Die dritte Kandidatin war Liane. Sie hatte lange rote Haare und stammte auch aus dem Ort, lebte nun aber eine Stunde Autofahrt entfernt.
Den ganzen Abend hatten sie im Vorstand darüber gestritten, wie sie ein Auswahlverfahren organisieren sollten. Zum Schlus waren sie zu einem Ergebnis gekommen, das alle drei erst die Herberge besuchen sollten und dort den „Executor“ und den „Antiquar“ treffen und sie selbst sollten. Diese beiden Posten waren historisch gewachsen und der „Executor“ war so etwas wie ein Zeremonienmeister. Während der „Antiquar“ die Einhaltung der Überlieferung überwachte. Annegret hatte vereinbart, mit Sandra das Prüfungsteam am Sonnabend kennenzulernen.

Die anderen beiden hatte siie in den letzten Tagen kennengelernt und sie empfand es als Katastrophe. Auch die beiden Männer hatten nur mit dem Kopf geschüttelt. Wenn nun Sandra auch durchfiel, hatten sie ein ernstes Problem.
Dann tauchte Annegret auf, und Christine behiert ihre Gedanken für sich. Tatsächlich tauchte auch Sandra auf, diie Christine gleich erkannte, da sie schon ein Foto von ihre gesehen hatte. Die Frauen begrüßten sich, und Annegret öffnete die Tür. Christine blieb hinter Sandra um sie zu beobachten. Die sah sich im Foyer um und sagte nichts.
„Willst du nicht weitergehen?“, fragte Christine.
„nein, ich glaube nicht“, erwiderte Sandra,“ Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sollten Frauen in diesem Haus besonders aussehen. So will ich das mal sagen. Ich weiß nicht, wohin ich mich wenden soll, daher warte ich, bis mir jemand das sagt.“
Annegret sah Christine lächelnd an, der vor Staunen der Mund offenstand.
Annegret öffnete ein Tür und die drei Frauen betraten einen Raum, der voller Schränke stand. Christine ging zuerst zu einem große Schrank und holte das Kleid der Novizin daraus hervor. Sandra zog es über und die Hände verschwanden im Armsack. Nun legte ihr Christine das Halsband an.
„Hilfst du mir bitte?“, fragte Christine dann Annegret.
Sie selbst zog das graue Kleid der Hexe an und ließ sich dann von Annegret An Händen und Füßen eichte Ketten anlegen. Die Schellen waren aus dünnem Blech und die Kettenglieder aus Draht. Das sah zwar sehr gefährlich aus, war aber nicht sehr hinderlich. Leider durfte die Hexe diese Schhmuckketten offiziell nie tragen, und die anderen Ketten hatten schon ihre fünf bis zehn Kilogramm.
Als siegehen wollten, stockte Sandra.
„Bekomme ich keinen Knebel um? Ich bin doch Novizin.“
Christine nickte Annegret anerkennend zu, die den Knebel um Sandras Hals legte.
„Neun, heute bekommst du keinen Knebel. Wenn du Fragen hast, sollst du diese auch ungehindert stellen können“
Nun übernahm Christine die Aufgabe Sandra die Herberge zu zeigen. Sie bestand aus drei Bereichen. Auf der linken Seite des Foyers war der Bereich der „Bürger“, wie sich die gewöhnlichen Vereinsmitglieder nannten. Hier gab es auch Zellen für die Angeklagten bei den Magd- und Knechtprozessen.
Der rechte Teil war den „Honorationen“ vorbehalten. Hier befanden sich die Diensträume des Vereinsvorstandes. Dort stellte Christine Sandra den beiden Männern vor. Auch hier sprach Sandra nur, wenn sie aufgefordert wurde. Beide sagten etwas zu Sandra. Diese hatte die Aufgabe, dies nach dem Rundgang möglichst wahrheitsgetreu wiederzugeben. Auch während des Rundganges war Sandra auch ohne Knebel sehr still. In dieserm Bereich befand sich auch die Kerkerzelle.
„Dies ist der schlimmste Teil des Jahres“, erklärte Christine, „Am 21. Dezember kommen die Häscher zu dir und dann wirst du hier eingesperrt. Die ketten da sind keine Zierde, sondern du wirst an Händen und Füßen festgeschlossen. Am schlimmsten ist Weihnachten, wenn du nur mit einem Kerkermeister zusammen bist. Erst am 6. Januar ist die Haft zu Ende. Der Hintergrund ist, dass man die Hexe hindern wollte, an der wilden Jagd teilzunehmen. Aber ich kann dir sagen, dass die Geschenke, die du am 7. Januar bei dir zu Hause findest, diese haftzeit mehr als wettmachen.“
Sie sah Annegret an, die mit einem Lächeln und einem Nicken diese Erfahrung bestätigte.
Nun gingen sie zum Mittelteil, wo sich ein große Saal mit Tischen und Bänken befand. An einer Seite stand ein erhöhter Tisch mit fünf Plätzen.
Dem Podium gegenüber war eine doppelflügige Tür, üüber der ein Schild stand „teatrum torturum“.
Annegret ging in den Raum und die anderen folgten ihr. Sandra sah sich um, sagte aber nichts.
Annegret erklärte den Raum:
„Hier finden die Verhöre statt. Dort sind die Sitzbänke für die Vereinsmitgleider. Dortdrüben steht die Bank für das Gericht. Wie du siehst, können die Angeklagten an verschiednen Stellen angekettet werden. Die Anklagepunkte sind oft absurd, und das ganze ein großer Spaß. Darum tun wir auch keinem weh und gängigste Foltermethode ist das Abkitzeln. Gesteht der oder die Angeklagte die Tat, dann erfolgt die Strafe. Dies ist meist eine Fesselung in der der Angeklagte unbeweglich ist. Entweder mit Seilen, Ketten oder er oder sie kommen in den Pranger oder die Schandgeige. Nur bei der Hexe macht man den Unterschied, dass sie nach der Verhandlung in die schweren Ketten dort geschlosen wird.“
„Oh, die sind aber schwer. Ob ich die mal anprobieren kann?“
Nun horchte Christine auf.
„Klar, wenn du mal möchtest“
Christine sah zu, wie Annegret Sandra in die Ketten schloss.
‚Das ist genau die richtige Nachfolgerung für mich‘,dachte sie. Die ist interessiert, kann auch leiden und auch mal den Mund halten. Wenn sie dann noch die Prüfung der Männer besteht, ist alles perfekt.
12. RE: Die Moorhexe

geschrieben von lot am 15.03.16 20:22

Macht echt Spaß zum Lesen.

Weiter so...

lg
lot


13. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Wölchen am 16.03.16 00:45

Tolle GEschichte.Freu mich schon auf die Fortsetzung.

mfg Wölchen
14. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 21.03.16 16:07

6. Hexendreikampf

Nach den Erlebnissen in der Herberge herrschte in Sandras Kopf ein Riesendurcheinander. Sie hatte diie mündlichen Aufgaben bestanden und ihr macht auch das Tragen der Ketten nichts aus. Und dennoch dachte sie daran, dass das dooch was besonderes war. In den nächsten Tagem üüberlegte sie, ob sie noch normal war. Es war wie in einem Hamsterrad. Gerne wollte sie die Hexe eine, aber gleichhzeitig stieß es sie ab. Doch dann kam am mittwoch Annegret auf sie zu.
„Der Vorstand kann sich nicht entschließen. Es soll zu einem Stechen kommen“, eröffnete sie Sandra. Dann erzählte sie ihr, dass es eine harte Diskussion im Vorstand gab. Die anderen beiden Bewerberinnen hatten viele Freunde und Bekannte und so recht wollte man dem Urteil der Kommission nicht glauben. Die Vorstandsmitglieder wollten sich selbst ein Bild machen.
„Dann hätten wir die Hälfte von Sonnabend weglassen können“, meinte Sanra etwas maulig.
Annegret streichelte tröstend ihre Wange.
„Ja, da hast du wohl recht. Aber willst du jetzt die Flinte ins Korn werfen?“
Sie hob Sandras Kinn mit einem Finger an und lächelte. Da lächelte Sandra zurück.
„Fassen wir es an.“

Am Freitag Abend stanmd Sandra vor der Herberge. Ihr herz klopfte wild vor Aufregung. Sie hatte absolut keine Ahnung, wie das Auswahlverfahren funktionieren sollte. Dann öffnete Annegret die Tür, und ließ sue eintreten. Sie ging zur Umkleide und bekam ein graues Gewand an. Dann bekam sie ihren Halsring um und zusätzlich wurde ihr noch eine Kapuze über den Kopf gezogen. Nun wurden ihre Arme auf den Rücken gezogen, und sie spürte, dass diese mit einem Strick zusammengebunden wurden. Nun bekam sie noch eine Augenbinde um und wurde aus dem Raum geführt. Nachh einiger Zeit wurde sie zu Booden gedrückt und ihr Halsring an etwas befestigt. Als sie sich bewegte, merkte sie, dass sie an eine Wand geschlossen war. Es dauerte etwas, und sie merkte, dass noch zwei Personen in den Raum gebracht wurden.
„Ist hier noch jemand?“, hörte sie eine Stimme. Doch ehe sie antworten konnte, schrie eine weibliche Stimme:
„Still, ihr Unwürdigen. Wer hat euch erlaubt zu sprechen? Euch werde ich eure Ungehorsamkeit austreiben.“
Wenig später wurde Sandra ein Tuch vor den Mund gebunden. Sandra saß still an der Wand, während die anderen beiden schabten und jammerten.
Nach einer gefühlt unendlich langen Zeit hört Sandra Schritte. Dann fühlte sie, wie sie losgemacht und auf die Füße gezogen wurde.
„Wehe du sagst einen Mucks“
Dann wurde der Knebel und die Kapuze entfernt. Sandra erkannte den Raum als den Hexenkerker wieder. Sie sah einen Mann und eine Frau, die sie aus dem Raum stießen und sie in die Folterkammer brachten. Bevor sie den Raum betraten, bekam Sandra eine grüne Kapuze mit Sehschlitzen auf. Als sie den Raum betrat, sah sie sich kurz um. Es saßen um die zwölf leute auf den Bänken, darunter auch Annegret und Christine. Vor den Bänken konnte sie zwei Gestalten sehen, die ähnlich wie sie gekleidet waren, aber eine rote und eine blaue Kapuze trugen. Sie stellte sich daneben.
Sandra hörte eiin dreimaliges Klopfen. Dann erhob sich Annegret:
„Es wird sich nun zeigen, ob eine von euch würdig ist, die Hexe des Moores zu werden. Da eure bisherigen Auftritte Wert waren, euch mit Schimpf und Schande aus der Stadt zu jagen, hab ihr nun die Möglichkeit, Ehre auf eure Familien zu häufen. Fangt an.“
Sandra wußte nicht, wen sie meinte, doch dann fühlte sie, dass sie jemand am Arm fasste.Vor ihr wurde die blaue Kapuze von einer Frau zu einem Amboß geführt. Dann trat auch ein Mann in ihr Gesichtsfeld. Sandra sah, dass die Frau den Strick um die Handgelenke löste und dann eine Metallfessel um die Handgelenke legte. Nun legte die Frau unter der Kapuze die Hand auf den Amboss und ein Nier wurde umgeschlagen. Die Hände der Frau waren nun so gut wie unlösbbar verbunden. Genauso wurden nun ihre Fußgelenke mit Schellen versehen, zwischen denen sich eine schrittlange Kette befand. Genauso wurde dann die rote Kapuze gefesselt und zum Schluß sie selbst. Sanda sah, wie die Frau nun kleine Glöckchen verteilte.
„Wenn ihr nicht mehr könnt, klingelt ihr mit dem Glöckchen“ sagte Annegret. „Erste Disziplin“
Diesmal war Sandra die erste. Sie spürte, wie etwas in ihre Handfessel eingehängt wurde.
„Los“
Auf dieses Kommando wurden die Hände schnell stark nach oben gezogen, so dass Sandras Schultern stark angespannt waren.
Irgendwann taten ihr die Arme so weh, dass siie mit dem Glöckchen klingelte. Sie sah, dass die anderen beiden noch in der unbequemen Haltung verharrten. Es dauerte noch ein oder zwei Minuten, bis auch die anderen klingelten.
„Disziplin zwei“, sagte Annegret.
Die Frau führte Sandra zu einem Tisch, auf dem mit Wasser gefüllte Becher standen. Die Aufgabe war einfach, die Becher zu einem anderen Tisch zu tragen, der drei Meter entfernt stand. Diese aufgabe bewältigte sie alleine. Die anderen beiden standen einfach nur da. Als die blaue Gestalt einen Becher fassen wollte, ließ sie ihn gleich wieder fallen.
„Disziplin drei“
Nun klingelte das erste Glöckchen. Der Mann nahm die blaue Gestalt und führte sie zu einer Bank.
„Rot, nenne die vier Hochfeste“
Die Frau atmete schwer und es kam nur ein Stottern aus ihrem Mund.
„Grün, nun du“
„Im Frühjahr schwört die Hexe, der Stadt nichts böses zu tun. Im Sommer wird der Vertrag erneuert und die Hexe geläutert. Im Herbst muss die hexe für die Ernteschäden geradestehen. Und im Winter
wird sie daran gehindert, an der wilden jagd teilzunehmen“
„Korrekt.“
„Büttel, legt sie in leichte Eisen und bringt sie in den Kerker zurück, wie haben uns zu beraten.“
Daraufhin wurden den drei Kapuzen mit einem Meißel die Handfesseln entfernt und sie wurden danach in Handfesseln mit einer Kette geschlossen.
Als sie wieder an die Wand geschlossen wurde, merkte Sandra, wie ihr das Blut in die Arme geschossen kam. Diesmal war es still. Entweder waren alle mit sich selbst beschäftigt oder es wollte keine einen neuen Knebel riskieren. Nach einer unbestimmten Zeit wurden sie wieder losgeschlossen und in den großen Saal gebracht.
„Wir haben gesehen, dass zwei von euch von Ehrgeiz so zerfressen sind, dass sie ihre eigene Grenzen überschreiten. Wer im Moor seine Grenzen überschreitet, wird versinken. Und so haben wir unwiderruflich entschieden, dass ‚Grün‘ die nächste Hexe wird. Entfernt die Kapuzen!“
Nun wurden die Kapuzen entfernt und Sandra hört ein erstauntes Raunen. Offensichtlich hatten die wenigsten damit gerechnet, dass sie die neue Hexe sein würde.
„Sandra, nimmst du die Wahl an. Entscheide dich jetzt!“
„Ja, ich bin bereit“, sagte sie.
Annegret wandte sich an Christine:
„Deine Schülerin gehört dir“
Daraufhin ging Christine zu Sandra und schloss eine Hundeleine an ihren Halsreif.
„Und ihr!“;a annegret wandte sich an die anderen beiden, „Wollt ihr Mitgleider bei uns werden?“
Beide bejahten. Sandra hatte von Annegret auch erfahren, warum. Um Mitglied zu werden bedurfte es zwei Bürgen. Doch wenn man sich der Prüfung zur nachfolgerin stellte, genügte schon einer. Und das war dann der, der die Kandidatin dem Vorstand empfohlen hatte.
„So sei es. Antiquar, nehme die drei in die Liste auf. Büttel, waltet eures Amtes.“
Dann klopfte sie mit einem Hammer auf den Tisch.
Nun wurde Sandra von Christine in die Folterkammer geführt und dort von den Ketten befreit, die sie trug. Stattdessen bekam sie Armmanschetten auus dünnem Blech und Zierketten um.
„Deine Hexenketten. Du wirst sie in diesem Haus immer tragen“, erklärte Christine.
15. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 25.03.16 13:08

Noch einen neuen Teil und allen ein frohes Osterfest

7. Das Herbstfest

Am Sonnabend ging Christine zusamen mit Sandra zum Hexenhaus am Moor.
„Wir haben ja noch zwei Monate Zeit für das Herbstereignis. Zuerst möchte ich dir erklären wie es abläuft“
Daraufhin schloss sie eine Seitentür im Museum auf, und führte Sandra zu einem kleinen Zimmer. In dem Zimmer sah Sandra zwei Betten, einen Tisch und zwei Stühle.
„Hier werden wir beide in der Nacht vorher schlafen“, erklärte die Hexe, „ Mit dem Sonnenaufgang werden Hans und Klara kommen und uns holen.“
„Hans und Klara?“
„Ach ja, du kennst sie ja noch nicht. Das sind die Büttel. Sie sind miteinander verheiratet und betreiben ein Geschäft in der Herberge. Sie sind die guten Geister des Vereins. Aber weiter. Sie kommen mit einem geschlossenen Transporter. Im Laderaum liegen Schandgeigen und Fußpranger für uns.“
„Das kenne ich nicht“
„Das macht nichts, wir werden alles ausprobieren. Es geht ja darum, dass es Spaß ist, und du keine Angst hast. Aber lass mich fortfahren. Wir kommen dann in der Herberge, wo man uns der Hexerei beschuldigt. Dabei sind unsere Hände mit Stricken gefesselt.“
Inzwischen hatten sie das Hexenhaus verlassen und setzten sich auf eine Bank.
„Wie? Vorne oder auf dem Rücken?“
„Vorne“, antwortete Christine. Dann lächelte sie spitzbübisch.
„Ich habe noch eine Überraschung für dich, fällt mir gerade ein. Sozusagen dein Einstiegsgeschenk.“
Daraufhin holte sie aus ihrer Tasche eine Röhre aus Stoff heraus.
„Ich will doch jetzt keinen Muff“, beschwerte sch Sandra, „Es ist August“
„Du willst, wetten“, sagte Sandra und zog aus der Tasche altertümlich aussehende handfesseln aus Eisen hervor.
„Die wirst du nämich ab jetzt tragen. Also möchtest du doch den Muff?“
Nun musste Sandra auch lächeln.
„Na gut, überredet“
Sie hielt die Hände vor. Dann steckte Christine erst den Muff auf einen Arm, kette dann Sandras Hände zusammen. Dann schob sie den Muff über die Hände, wo der alles vor neugierigen Blicken verdeckte.
„Komm wir gehen ein Stück“
Christine half Sandra auf und gemeinsam gingen sie in die Stadt.
„Wir werden der Hexerei beschuldigt“, fuhr sie fort, „Wir weisen das natürlich von uns. Da die werte Bürgerschaft noch schläft, werden wir in schwere Ketten gelegt und in den Kerker gesteckt, wo wir an die Wand gekettet werden. Nun kommen die Vereinsmitglieder in die Herberge, die es sich natürlich nicht nehmen lassen, uns ihre Ehrerbietung zu zeigen, wie es in der Chronik steht. Du wirst sehen, viele sehen es als besonderen Spaß an, uns dort liegen zu sehen. „
„Und wie lange sind wir dort?“
„So drei bis vier Stunden, denke“
„Was? So lange?“
„Ja, zwischendurch werden wir aber gefüttert“
„Um zehn Uuhr beginnt dann die Gerichtsverhandlung. Wir werden in den Ketten in den Saal geführt. Dort werden wir beschuldigt Ernteschäden herbeigezaubert zu haben. Wie weisen das natürlich von uns, und die fünf Ankläger erscheinen. Auch das weisen wir ab und beschuldigen die Ankläger.“
„Wie geht das denn?“
„Ach so, habe ich ganz vergessen, dir zu erzählen. Die Gerichtsverhandlung folgt einer vorlage, die die drei Vorsteher ausgearbeitet haben. Wir als Hexen sind vor allem Schauspielerinnen, und der gesamte Verein spielt bei dem Stück mit.“
Sie machte eine kurze Pause.
„Geht es noch?“
Nun schüttelte Sandra den Kopf. Die Handschellen sahen zwar nicht so leicht aus, aber auf die Dauer zogen sie doch ganz schön an den Schultergelenken.
„Das macht nichts“, beschwichtigte sie Christine, „Bis zum Fest bist du gewohnt, solche Fesseln über einen langen Zeitraum zu tragen. Nun lass uns einen Kaffee trinken.“
Sandra schüttelte die befreiten Hände aus und gemeinsam gingen sie in das Cafe‘.
„Und wie geht es weiiter?“, fragte Sandra, nachdem sie ihre bestellung erhalten hatten.
„Nun wird die peinliche Frage gestellt“, erklärte Christine, „ Dabei erhalten die Ankläger auch Büßerhemden an. Das beruht darauf, dass eine Zeitlang auch Zeugen gefoltert wurden. Nun erfolgt die Wahrheitsfindung. Dabei stellt sich dann heraus, dass drei Anschuldigungen zu Unrecht erfolgt sind. Nun wird über die Deliquenten das Urteil verkündet und sie werden bestraft. Es sind Prangerstrafen, Stehen in der Schandgeiger oder im Halseisen. Dann gehen die anderen zum Essen. Zum Abendessen werden die Strafen aufgehoben, wir bekommen aber zwischendurch auch was zu essen und zu trinken. Die Bürger tragen wieder ihre Tracht und wir unsere Ketten. Es sind bei Veranstaltungen aber immer schwere Ketten. Zum Sonnenuntergangwerden die Knechte und Mägde ausgelost und das Fets beendet. Als letztes schafft man uns in Hexenhaus. Meist ist man dann so kaputt, dass man die nächste Nacht dort schläft. Es ist aber nicht vorgesehen, hat sich aber so eingebürgert“
„Oh, Mann“
Sandra sah auf ihre Tasse.
„Das ist ja echt ein hartes Stück Arbeit“
„Ja, aber das Beste kommt noch. Da du ja den Zauber von der Stdt genommen hast, steht dir nach alter Tradition am folgenden Sonntag ein Frühstück zu, von dem du dich eine Woche lang ernähren kannst. Das brauchst du aber auch, weil das Tragen der Ketten doch ganz schön schlaucht.“
16. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Rotbart am 25.03.16 17:48

Einfach eine tolle Geschichte.

Grüßle, Rotbart
17. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Rainman am 25.03.16 18:05

Hallo Kugelfisch.

Liest sich bisher sehr gut. Bin ja mal gespannt, wie es weitergeht.


MfG Rainman
18. RE: Die Moorhexe

geschrieben von lot am 26.03.16 13:35

Schöne Geschichte. bin auch schon gespannt wie es weitergeht.

Nackt in Ketten und Kuschheitsgurt............. Das wäre genau mein Fall.

lg und schöne Ostern.
lot


19. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 29.03.16 21:46

8. Der schicke Gürtel

Wieder verging eine Woche. Sanda hatte von Christine den aufrtag erhalten sich mit Sportzeug auszurüsten. Sie trafen sich am Sonnabend früh im Park. Christine hatte mit Sand gefüllte Manschetten mitgebracht, die sie sich anlegten. So begannen sie durch den Park zu joggen. Sandra spürte die Gewichte sehr schnell und es treib ihr den Schweiß auf die Stirn.
„Was ist los mit dir? Alles OK?“
„Ja, es geht“
„Überlaste dich nicht. Sage, wenn es nicht mehr geht. Komm lass und etwas gehen“
Christine umfasste Sandra und gemeinsam gingen sie auf dem Sandweg. Dann kam ein Fahrradfahrer und hielt direkt vor ihnen.
Christine schien zu erschrecen:
„Robert? Bist du wieder da? Ich dachte, du bist noch auf Kur“
„Hallo, ihr beiden.“
Der Mann war auch so um die vierzig und lächelte:
„Du bist also Sandra. Ich bin Robert, wie du ja bereits gehört hast. Wie deine Vorgängerin richtig festgestellt hat, war ich auf Kur und bin nun wieder da. Du weißt doch, was ich bin?“
Sandra sah erst ihn an und dann Christine. Die schlug sich vor den Mund:
„Oh, Gott, das haben wir ja ganz vergessen. Ich habe es ausgeblendet und die anderen wohl nicht daran gedacht. Oh Mann, das tut mir nun aber leid.“
„So,so. Ihr habt mich also vergessen“Robert schmunzelte, „Dann sollten wir das Missverständniss schnellstens ausräumen, findest du nicht. Könnt ihr in, sagen wir mal, einer Stunde bei mir sein?“
Christine nickte.
„Ja, OK. Die drei Wochen Tage gehen ja schon bald los.“
Daraufhin verschwand Robert und die beiden Frauen sahen ihm nach.
„Frage jetzt bitte nicht“, bat Christine,“ Wir fahren jetzt nach Hause. Du duscht dich, und um halb komme ich vorbei und dann fahren wir zu Robert. Er ist auch bei uns im Verein und ist der ‚ Landreiter‘. Es ist also alles OK.“
Nun nickte Sandra auch.

Sanda war etwas irritiert, als sie an dem haus von Robert ein Schild sah, dass auf einen Metallverarbeitungsbetrieb hinwies, und eine dreihundertjährige Handwerkstradion zeigte. Christine kannte sich aus, und führte sie zu einem kleinen Raum. Auf der einen Seites des Raumes war ein Vorhang und in dem Raum stand ein Tisch und zwei Stühle. Die Frauen setzten sich und kurz darauf kam Robert hinzu.
„Sabineläßt euch grüßen. Leider ist sie auf Arbeit, und kann nicht persönlich mit euch reden.“
Nun plauderte Robert mit Christine über Roberts Frau.
„Aber kommen wir zum Thema zurück. Christine wird dir den Ablauf des Herbstfestes doch erklärt haben? Gut, dann weisst du auch, dass du morgens der Hexerei angeklagt wirst. Weißt du, wie das vor sich geht?“
„Na, nichts bestimmtes.“
Robert zog die Augenbrauen hoch und schüttelte verständnislos den Kopf. Christine hatte einen knallroten Kopf bekommen.
„Also“, begann er, „Zu diesem morgendlichen ersten Programmpunkt sind traditionell nur wenige Leute anwesend. Bevor ihr befragt werdet werdet ihr nach Hexenflecken abgesucht.
„Wie soll das denn gehen? Wir haben doch was an“, erklärte Sandra.
Doch dann sah sie, das Christine den Kopf schüttelte.
„Was? Haben wir nicht?“
Sandra sah sie entgeistert an.
„Doch, habt ihr, wenn auch nur in gewisser Weise“, erklärte Robert, „Ihr tragt beide einen Florentiner.“
„Einen Hut?“
„Wieso einen Hut?“
„Na, es gibt doch so ein Lied: ‚ Und dann kaufe ich mir einen Florentiner Hut, der steht mir so gut...“
„Nein, darum geht es nicht“, erklärte Christine, „Am besten, wir zeigen es ihr.“
Nun stand Robert auf und ging zu dem Vorhang. Dahinter kam ein regal zum Vorschein, in dem eiinige stälerne gegenstände lagen, die Sandra nicht erkennen konnte. Daneben befanden sich an einer Wand in Kopfhöhe zwei Eisenschellen. Christine stellte sich an die Wand und Robert schloss die Schellen. Dann sah Sandra, wiie Robert der Frau die Hose und die Unterhose auszog. Dann nahm Robert einen der stählernen Gegenstände.
„Ein Florentiner Gürtel, auch Keuschheitsgürtel genannt. Die Hexe trägt ihn drei Wochen vor den Hochfesten. Er wird um die Taille gelegt und dann kommt noch das Schrittband. Du kannst deine Geschäfte machen, aber du mußt keusch bleiben in der Zeit.“
Sandra sagte nichts dazu, sondern sah zu, wie Robert Christine einschloß. Dann zog er Christine die Hose wieder an und schloß sie los.
„Sowas brauchst du wohl vorläufig nicht“, sagte er, als er ihr lächelnd die Unterhose gab.
Als Christine ohr die Hand hinhiert verstand Sandra. Sie nahm nun den Platz von Christine ein.
„Du wirst nun vermessen und bekommst erst einmal ein Universalgeschirr. Wenn ich den Florentiner fertig habe, bekommst du ihn auch angelegt.“
Als sie damit fertig waren, setzten sie sich wieder um den Tisch.
„Nun zu meinen Aufgaben. Es kommt nicht von ungefähr, dass ich die Gürtel verwalte. Früher war der Landreiter so etwas wie der Polizist. Er hat nach dem rechten gesehen, Anzeigen aufgenommen und Ermittlungen geführt. Die Büttel selbst waren die Ausfühhrenden. Im Lauf der Jahrhunderte hat es sich dann so entwickelt, dass der Landreiter nach der Hexe schaut und dem Vorstand berichtet. Bei den Hochfesten ist es meine Aufgabe die Mägde und Knechte zu holen. Dazu benutze ich dann das hier.“
Er kramte in einer Schublade und holte eine seltsame Konstruktion heraus. Eine oberarmlange Schiene hatte an beiden Seiten Schellen. Robert konnte zwei Flacheisen nach beiden Seiten auseinanderklappen, so dass zwei Mulden entstanden. Nachdem Sandra die Hände in die Mulden gelegt hatte, klappte Robert die beiden Flacheisen zurück und sicherte sie mit einem Karabinerhaken, an dem sich eine Kette befand. Sandras Hände waren nun vor dem Körper so fixiert, dass sie einen halben Meter Abstand voneinander hatten.
„Einfach und wirkungsvoll“, erklärte ihr Robert.
Sandra behielt die Fessel an, während sie den Trainingsplan füür die nächsten Wochen besprachen.
20. RE: Die Moorhexe

geschrieben von halsband27 am 08.04.16 01:55

Vielen Dank bis hierher für die spannende und gut geschriebene Geschichte. Ich hoffe es geht bald weiter, bitte....
Gruß Carsten
21. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 08.04.16 13:13

9. Gerätetraining

Sandra hatte die Woche zu tun, sich an ihr neues Kleidungsstück zu gewöhnen. Tatsächlich gelang es ihre einigermaßen, damit zurechtzukommen. Momentan war ihr Blick auch auf die Arbeit und ihre neue Tätigkeit ausgerichtet, so dass sie sich nicht sonderlich um die Männerwelt kümmerte. Trotzdem machte sie sich in ihrem Kopf schon eine Liste, welchem der Herren sie den Kopf verdrehen würde, wenn sie ihr Schmuckstück los war.
Am Donnertag sagte ihr dann Christine, das sie am Sonnabend mit dem gerätetraing anfangen. Sie sollte nichts esse und luftige Kleidung tragen.
Gerne war sie dem nachgekommen und war dann auch am Sonnabend an der Herberge. Christine öffnete die Tür und ließ sie ein. Sandra wunderte sich, wieso sie keon Halsband umbekam und ihre arme nicht auf den Rücken verschlossen wurden. Stattdessen winkten ihr die anderen gleich mitzukommen. Später standen sie dann in der Folterkammer.
Hans stand vor ihr und die beiden Frauen wohl hinter ihr. Nun begann Hans auf Sandra einzureden:
„So, Teufelsliebchen, ich frage dich im Guten: Hast du die Stdt verzaubert?“
Dabei hatte er einen scharfen Ton in der Stimme. Sandra schüttelte den Kopf.
„Nein? Dann will ich dir die Geräte zeigen“
Wieder hatte die Stimme einen unheimlichen Klang.
„Das ist der Glockenzug. Darauf wirst du hochgezogen, bis die Füße vom Boden abheben. Dann liegt dein Gewicht in den Schultern. Die werden knacken und du wirst vor Schmerzen schreien. Wenn du deinen Buhl dann noch nicht vertrieben hast, werde ich dir diese Platte an die Füße ketten, und dich noch höher ziehen. Dann werde ich Gewichte auf die Platte stellen, und ...“
Plötzlich wurde Sandra schwarz vor Augen und dann wurde es dunkel um sie herum.

„Nicht schlecht“, meinte Hans,„Du hast beim ersten Mal wenigstens noch bis zum Feuer unter den Füßen durchgehalten“
„Du hast echt komischen Humor“, sagte Christine, die die ohnmächtige Sandra stützte. Klara holte eine Trage und zusamen mit Hans trug sie Sandra aus dem Raum. In einer Sitzecke auf dem Hof hielt Klara dann der immer noch ohnmächtigen Sandra ein Fläschchen mit Ammoniak unter die Nase. Von dem stechenden Geruch wurde diese dann auch in die Wirklichkeit zurückgeholt.
„Du bist ein richtiger Sadist“, fauchte Sandra, als sie Klaus erkannte.
Nun fingen die anderen drei laut an zu lachen. Auf Sandras erstaunten Blick hin faßte sich Christine und erklärte:
„Tut mir leid, dass wir gelacht haben. Aber genau das habe ich damals auch gesagt. Klaus hat es mir immer wieder vorgeworfen. Das du das jetzt auch so gesagt hast, fanden wir total witzig.“
Klaus legte Sandra beruhigend die Hand auf den Arm.
„Ich weiß, dass das unfair war. Es tut mir wirklich leid. Aber mal im Ernst.“
Er machte eine kurze Pause.
„Genau das ist das, was von uns erwartet wird. Wir schaupielern beide, damit es für die Zuschauer recht gruselig klingt. Du musst lernne, dein Kopfkino auszuschalten und diese beängstigenden Vorstellungen auszublenden. Daher wird das Gerätetraining aus zwei Bereichen bestehen. Wir werden dir helfen, dein Kopfkino so zu schützen, dass du nicht in Ohnmacht fällst. Daneben weißßt du ja inzwischen, dass wie die Geräte trotzdem nutzen, wenn auch auf andere Art. Auch diese Art wirst du lernen. Erinnere dich an den Hexentest, wo den anderen beiden allein vom Hochziehen schon die Arme lahm geworden sind.
Sandra sah die drei an und versuchte zu verarbeiten, was sie gerade gehört hatte.
„Wir sollten in die Scheune gehen“, schlug Klara vor und machte damit der Stille ein Ende.
Sandra hatte immer noch weiche Knie und war Christine dankbar, dass diese sie stützte.
Wenig später betraten die vier die Scheune. Nachdem sie sich an das Halbdunkel gewöhnt hatte, konnte Sandra einen Wagen erkennen. Er hatte Deichseln und war wie in einem Indianerfilm mit einer Plane bedeckt.
„Dieser Wagen wird dich vom Hexenhaus zu uns bringen“, erklärte Hans.
„Sollte ich nicht in einem Käfigwagen fahren?“
„Nein, das ist nur im Sommer so. Dann wollen die Gäste was zum Schauen haben. Dieser Wagen ist ist für die kleinen Feste. Komm wir gehen mal au die Ladefläche.“
Sandra war immer noch nicht überzeugt:
„Meist du das mit geschlossenem Transporter? Ich hatte an ein Auto gedacht“
Klara hatte eine Kabellampe geholt und so sah Sandra im Inneren des Wagens Holzkonstruktionen, auf die sie sich keinen Reim machen konnte.
„Da habe ich mich falsch ausgedrückt. Wir nennen diesen Wagen unseren Transporter, weil er eben Gegenstände transportiert. Die Pferde leiht uns Franz, aber einen Van können wir uns nicht leisten.“
Sandra nahm sich vor, später noch mal nach diesem Franz zu fragen. Vielleicht konnte man bei ihm auch mal ein Pferd ausleihen. Sie liebte es, mit einem Pferd durch die Natur zu reiten.
Klaus kam hinzu und er hatte auch einige holzerne Gerätschaften unter dem Arm.
„Hier ist die zweite Garnitur“, erklärte er, „Wer fängt an? Christine?“
„Am besten keiner“, erklärte Klara, „Wir legen sie ihnen parallel an. Sonst läuft noch jemand weg.“
„Das sollten wir als erstes verhindern.“
Sandra setzte sich mit Christine zusammen auf den Boden des Wagens. Dann sah sie, wie Klara einen Balken nahm, der arrmlang aber handbreit hoch und breit war. In dem Balken befanden sich zwei Löcher. Das ganze erinnerte Sandra ein wenig an die Eisenschelle, die Robert ihr gezeigt hatte. Doch diesmal verschwanden ihre Knöchel in den Löchern. Nun wurden die beiden Balken am Boden des Wagen befestigt. Als nächstes sah Sandra ein Gerät, das sie schon aus dem Museum kannte. Das hölzerne Gerät hatte drei Löcher, wovon das größere für den Hals war. Die beiden kleineren Löcher fixierten die Hände der Trägerin. Mit den beiden Geräten war Sandras Bewegungsfreiheit sehr stark eingeschränkt. Obwohl die Fesseln sehr einfach waren, begann Sandra schon nach ziemlich kurzer zeit der Körper wehzutun. Zuerst das Gesäß und dann die Muskeln in Armen und Beinen. Während sie selbst umherrutschte, sah sie, dass Chrstine anscheinend ruhig sa saß, und ihr die Fesseln nichts ausmachten.
„Komm, wie befreien euch“, sagte Hans, der ihre Gedanen wohl erahnt hatte.
„Das ist auch so ein Teil“, erklärte seine Frau, „Du musst Körperbeherrschung lernen, damit dich die Fesseln nicht kirre machen.“
Sandra schwirrte schon der Kopf, als sie sich klarmachte, was sie alles erlernen sollte.
Doch dann klopfte ihr Christine auf die Schulter, die inzwischen auch befreit worden war.
„Keine Angst, Kleine! Wie helfen dir“
„Ich glaube, da war noch Kaffee in der Kanne“, wandte sie sich dann an Klara.
„Ich glaube auch“, erwiderte diese und lachte.
22. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 14.04.16 19:38

Nun wird es mal bisschen krimihaft.

10. Alben und Träume

Die nächsten Wochen waren für Sandra eine rasante Achterbahnfahrt. Am Tag konnte sie es ausblenden, aber in ihren Träumen sah sie sich als Hexe, die gefoltert wurde. Der Fernseher blieb aus oder das fernsehprogramm reduzierte sich auf harmlose Kindersendungen. Doch sie war nicht allein. Sie hatte nicht nur die Telefonnummern, sondern es standen auch jeden Tag kleine Geschenke vor ihrer Wonungstür, die sie aufmunterten. Es entwickelte sich alles gut, bis zu jenem Tag, an dem sie einen Anruf bekam.
‚Liane war weg‘
Dieser Gedanke schoss ihr durch den Kopf als sie den Telefonhörer auflegte. Sandra rief Christine an
„Hallo- Christine es ist was schreckliches passiert. Liane ist weg- Na, die Liane aus der Hexenprüfung- Keine Ahnung, ihre Mutter meint, die ist seid einer Woche verschwunden- Sie glaubt, dass das was mit dem Artikel zu tun hat- Na, dem Artikel über die Hexenprüfung in der Zeitung-Ist gut, ich komme“
Sandra zog sich eine Jacke an und verließ die Wohnung. Auf dem Weg zur Straße überlegte sie, was mit Liane passiert sein könnte.

Der Käfig ließ nicht viel Spielraum. Liane besah sich immer wider die Fesseln, aber es gab kein Entrinnen. Der Knebel, den sie trug, war auch mit einem Schloss gesichert. Sie lag auf einer Strohschütte und verfluchte sich, dass sie so dumm gewesen war.

Alles begann mit einem Anruf. Darin wurde sie auf eine Geburtstagsparty eingeladen. Zusammen mit ein paar Freundinnen war sie dann zu diesem Schloß derer von Petersberg gefahren. Sophia war die jüngste Tochter des Hauses. Die Mädchen hatten sich das ganze Wochenende freigenommen, und es sollte eine richtige Sause werden. Mit dem Geburtstagskind waren sie sechs Personen und es war tatsächlich sehr lustig. Dann kam die Mutter des Geburtstagskindes herein, und lud sie zu einem Spiel ein. Dabei wurden den Frauen die Hände auf den Rücken gefesselt und sie sollten so versuchen einen Kuchen schnell aufzuessen. Es dauerte nur drei Runden, da trugen alle sechs Handschellen. Doch dann holte die Hausherrin eine Pistole hervor, und das Geburtstagskind befreite sich von den präparierten Handschellen.
„Die Party ist nun zu Ende.“, erklärte die Hausherrin,“Ihr werdet für uns unsere neuen Spielzeuge testen. Wie wollen ja was zu Lachen haben.“
Während die fünf Frauen wie gebannt auf den Lauf der Pistole starrten, bekamen sie Fußschellen und Ballknebel angelegt. Die Ballknebel wurden mit einem Schloß gesichert. Nun mussten sie in den Keller gehen, wo sich Liane in diesem Käfig wiederfand. Er befand sich in einem Raum und war zwei mal zwei Meter groß. Ein kleines Fenster spendete dem Raum Licht. So konnte Liane die Tage ihrer Gefangenschaft zählen.
Dann ging die Tür auf, und Lydia kam herein. Die Frau, die sich als das Geburtstagskind ausgegben hat, war die Gespiein des Hausherrenpaares und offiziell deren Sekretärin.
„Komm es gibt Essen“, sagte sie hämisch und öffnete den Käfig. Dann bekam Liane eine Kette um ihren Hals, an dem eine Hundeleine angebracht war. Wenn sie nun nicht schnell genug war, zog sich die Kette um ihren Hals zusammen, so dass sie dachte, ersticken zu müssen. Dann wurde Liane in einen Raum geführt, in dessen Mitte ein großer hölzerner Tisch stand. Auf ihm standen sechs Gedecke und neben jedem Gedeck ein breiiter eiserner Halsreif mit einer Kette. Lydia wartete bis sich Liane gesetzt hatte, dann schloss sie ihr den Halsreif um und befreite sie. Der Knebel rutschte unters Kinn und die Hand- und Fußschellen wurden nur an einer Seite aufgeschlossen. Liane hatte in den letzetn fünf Tagen gelernt, dass es besser war zu schweigen. Eine Frau mit langen blonden Haaren wurde an diesen hochgezogen, weil sie beim Essen um Salz gebeten hatte. Schon nach wenigen Augenblicken standen ihr bei dieser Folter die Tränen in den Augen. Seitdem herrschte Grabesstille beim Essen.
Liane sah auuf ihren Teller und schaufelte lustlos ihr Essen in sich hinein, neben sich hörte sie die leisen Geräusche der anderen beiden. Glücklerweise war heute kein „Test“ angesetzt. Ihre Peiniger verstanden darunter, dass eine der Frauen ausglost wurde und ein Foltergerät „ausprobierte“. Dabei wurden die Frauen an die Wände gekettet, damit sie das Geschehen gut beobschten konnten. Dann wurde eine ausgewählt und zum Foltergerät gebracht, das erste war die Rolle. Doch hier hielten sich ihre Peiniger nicht an irgendwelche Regeln. Liane wurden die Augen feucht, als sie an die Schmerzenzschreie dachte. Dann dieses schmatzende Geräusch als das Schutergelenk auskugelte. Während die Gepeinigte fortgeschafft wurde, wurden die anderen in ihre Zellen gesperrt. Die zweite Frau verschwand, als ihr bei den Spanischen Stiefeln die Scheinbeine brachen.
Liane schob die Gedanken an morgen weg, denn dann war der nächste an der Reihe.

Christine war mit Sandra zu einem Haus am anderen Ende der Stadt gefahren.
„Hier wohnt Caro. Sie kennt Liane gut. Vielleicht kann die uns helfen“
Caro entpuppte sich als Frau um die dreißig und war eine Arbeitskollegin von Liane.
„Ja, ich weiß. Sie hatte sich frei genommen“, bestätigte sie, „Aber so vergesslich wie sie ist, hat sie sich das irgendwo aufgeschrieben. Da wette ich mit euch.“
Also fuhren die drei nun zu Lianes Mutter. Liane wohnte in einer Einliegerwohnung im Haus ihrer Eltern und deren Mutter ging mit den beiden Frauen in Liane‘ Wohnung.
Hier stellte sich heraus, dass Caro ihre Arbeiitskollegin sehr gut kannte. Sie fanden einen Zettel, auf dem Liane Anweisungen notiert hatte. Auch eine Telefonnumer und ein Name stand da drauf.
„Lydia von Petershagen. Schau an“
Caro pfiff zwischen den Zähnen.
„Warte mal“
Sandra stand da und überlegte.
„Über die Familie habe ich mal was gelesen, glaube ich. Oder es kam eine Reportage über das Schloss. Ich weiß nur nicht mehr genau, worum es da ging.“
„Ich weiss ja nicht, wovon ihr sprecht“, warf Caro ein, „Aber die Lydia ist keine von Petershagen. Ich weiß nicht, wie sie heißt, aber sie ist die Sekretärin auf dem Schloss.“
„Dann ist da was faul an der Sache“
Sandra hatte gerade die Telefonnummer mit dem Eintrag ins Telefonbuch verglichen.
„Ich meine, wieso meldet sich eine Sekretärin unter falschem Namen und lädt Liane zu einer Geburtstagsparty in das Schloss ihrer Herrschaften ein? Ich schlage vor, das sollten wir uns mal ansehen.“
„Das finde ich auch“
Wenig später fuhren zwei Autos zum Schloss. Im vorderen saßen Christine, Caro und Sandra und im hinteren Annegret, Klara und Hans. Sandra wurde vorgeschickt, um im Schloss nach Liane zu fragen, da die anderen zu bekannt in der Gegend waren.. Hans hatte ein Funkmikrophon mitgebracht, das Caro nun versteckt trug. So konnten sie alle Geräusche und Gespräche mithören.
Sie hörten wie Caro an der Tür begrüßt wurde und wenig später ein dumpfes Geräusch.
„Ich denke, du hast sie gecheckt?“
„Ja, habe ich aus. Sie hat mir selbst gesagt, sie hat keine Verwandten mehr“
„Weißt du, wer das ist? Die neue Hexe. Nun haben wir ein Problem.“
„Ach was. Man wird beide in einer Woche am Ufer finden. Unerfüllte lesbische Liebe und gemeinsamer Freitod“
Danach sagten die beiden Stimmen nichts mehr. Sie gehörten aber eindeutig zu zwei weiblichen Personen.
„Ja, das war dumm“, meinte Caro, „Liane ist adoptiert worden.
„Das mag sein, ich ich denke, momentan sind mindestens zwei menschen in großer Gefahr.“
„Hans Friedrich“, hörten sie aus dem Lautsprecher.
„Ah, der Hausherr wird gerufen.“
„Was soll das?“, die Männerstimme klang sehr erregt, „Du weißt, was dir für dieses Verhalte blüht, Weib?“
„Ja, Herr“, die erst so herrische Frau war auf einmal sehr unterwürfif, „ Doch musste ich zu diesem dastischen mittel greifen, denn es ist etwas unvorhergesehens passiert.“
Nun berichtete die Frau von den Ereignissen.
„Lydia, das klären wir noch. Bringt sie zum Auto, und die andere auch. Lydia, du kommst mit mir“
„Herr?“, die Stimme klang sehr kläglich.
„Nein, du erhältst noch eine Chance.
„Katarina“, wandte er sich an seine Frau, „ Kontrolliere die anderen beiden. Ich möchte keine weiteren Zwischenfälle. Und nun fasse sie unter.“
Schritte ließen nun vermuten, dass Sandra weggetragen wurde.
Nun wendete Christine das Auto und fuhr zur Straße, Sie hatten einen Notruf abgesetzt, und wollten die Polizei vorher abfangen.
Die älteren fuhren ihren Wagen vor das Tor des Schlosses.
Es dauerte tatsächlich nicht mal zehn Minuten als sich die Türflügel mit einem leisen summen nach innen öffneten und die Lichtkegel zweier Scheinwerfer die Dunkelheit durchbrachen.
In diesem Moment startete auch Klaus den Wagen der genau vor der Einfahrt stand.
Der Hausherr zögerte und hielt seinen Wagen zwischen den Torpfosten. Er konnte die Türen nicht öffnen. Erst als er hinter sich die Blinklichter der Einsatzfahrzeuge sah, setzte Klaus zurück. Auch der Schloßherr setzte zurück, um zu flüchten, doch nun standen die beiden Frauen am Auto und hielten die Türen zu. Bevor weiteres passierte, stürmte die Polizei das Schloss. Sie befreite die eingesperrten Frauen und nahm die drei Täter fest. Später gab es noch weitere Festnahmen, wie Sandra in der Zeitung lesen konnte. Sie wurde mit den anderen Frauen zur Überwachung in das Krankenhaus gebracht.
23. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Wölchen am 15.04.16 04:07

Was für Aschlöscher.Wollen wir mal hoffen,das die lange im Knast landen.
Das Problem ist auch,es wird sicher in der Presse eine Verbindung zum Fest gezogen.So das es möglicher weise in den Dreck gezogen wird.

Auf alle Fälle,steht doch die Frage an,haben die das zum ersten mal gemacht?Oder schon öfter?Und wie wirckt es sich auf Liane aus.

Vor allen was ist mit den Frauen die fortgeschaft wurden bzw.verschwanden?Was ist mit denen passiert?

Mal schaun was da noch so kommt.

mfg Wölchen
24. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 15.04.16 21:31

Mit dieser Folge möchte ich das Ende einleiten, wobei ich momentan noch nicht weiß, wieviel Folgen noch kommen.

11. Lichtblick

Schon am näcsten Tag fuhr Christine ins Krankenhaus, um ihren Schützling zu besuchen. Sandra lag im Bett wie tot.
„Was ist mit ihr?“
„Wir mussten sie ruhigstellen. Sie hat geschrien und getobt. Warum kann ich Ihnen auch nicht sagen.“
„Und die andere Frau?“
„Mit der sie gekommen ist? Die ist nun in der Psychatrie. Die hat die nacht die ganze Station zusammengeschrien. Dann kam mitten in der Nacht der Anruf, dass wir die beiden trennen sollen. Mehr darf ich Ihnen nun wirklich nicht sagen.“
Christine gab der Schwester die Blumen und ging auss dem Krankenhaus.
‚Was immer da passiert war, es muss Liand eschrecklich mitgenommen haben.‘
Da sie ja leider nicht mit Sandra verwandt war, konnte sie auch nichts über deren Zustand erfahren. Ob Sandra Familie hatte wusste sie auch nicht. So blieb nur das Warten.
Die Ärzte behielten Sandra eine Woche zur Kontrolle im Krankenhaus, um eine Gehirnerschütterung auszuschließen.
Nach zwei Tagen tauchte in einer großen Zeitung, die jeder kannte aber nach eigenen Angaben niemals las, ein Bericht auf. Das Ehepaar wollte das Schloss zu einem mittelalterlichen Erlebnishotel umbauen, und hatte dazu auch eine Folterkammer mit originalgetreu nachgebauten Geräten eingerichtet. Offensichtlich wollte sich Lydia ein geringeres Strafmaß verschaffen, denn die wurde in dem Artikel zitiert. Als gewisse kreise davon erfuhren, bekam das Ehepaar hohe Summen geboten, wenn Sexvideos der härtesten Art mit den Geräten gedreht wurden. Es entstand der Plan, Frauen zu entführen und deren Folter heimlich zu filmen. Die entfürhrten Frauen mussten bei der Peinigung zusehen. Die geschändeten Frauen wurden in eineKlinik eines der Abnehmer gebracht, wo die Verletzungen als Unfälle getarnt und behandelt wurden. Den Frauen hatte man angedroht, dass sie die anderen Geräte kennenlernen, wenn sie auch nur einen Hauch erzählen. Wieviel davon wahr war, wusste Christine nicht.
Aber wenn auch nur ein wenig davon stimmte, und Liane das mitgemacht hatte, dann hatte die im Krankenhaus Albträume. Da war sich Christine sicher. Und wenn sandra aus der zeitung von dem Ganzen erfuhr…- sie wollte nicht daran denken. Schlimmstenfalls musste sie noch ein Jahr die Hexe allein geben. Denn jemanden neues anzulernen, dafür fehlte nun einfach auch die Zeit.

Chrite traf sich mit Annegret und den beiden Männern des Vorstandes. Sie alle wussten, wie die Lage war.
„Ich habe in den Chroniken geblättert. Mich hat interessiert, wie unsere Vorfahren das Hexenfest gefeiert haben, wenn seuchen oder Krieg die Stadt heimgesucht hatten. Ich habe auch einige Abschnitte dazu gefunden“
Christine horchte auf.
„Ja und? Was steht das drin?“
Der „Antiquar“ schüttelte den Kopf.
„Bis jetzt habe ich die Textstellen noch nicht übertragen. Wäre es euch recht, wenn wir uns in vier Tagen wieder treffen. Dann sieht die Welt vielleicht schon anders aus.“

Zu Hause sah Christine auf ihren Anrufbeantworter.
‚ Sicher so ein paar Spinner‘, dachte sie. Trotzdem drückte sie auf den Wiedergabeknopf. Erleichtert hörte sie, dass es sich um die besorgten Anfragen von Bürgern und Vereinsmitgliedern handelte. Darnter auch der einer Dame, die sie aufhorchen ließ. Diese sprach davon, dass in schwierigen Zeiten das Ritual wiederholt wurde. Sie haqtte es als junges Mädchen nach den Kriegen selbst erlebt. Allerdings konnte sie sich nicht mehr an Einzelheiten erinnern.
Christine informierte gleich den „Archivar“ über die neue Erkenntnis.
Die vier trafen sich in vier Tagen wieder.
„Ich habe es gefunden“, verkündete nun der Arcivar stolz, „Tatsächlich ist diese Wiederholung des Rituals etwas, was es nur sehr selten gibt. Das hat verschiedene Gründe. Der wichtigste ist, dass es verboten wurde, und nur in ganz extremen Fällen genehmigt wurde.“
Er machte eine kleine Pause.
„Der Grund ist, dass bei dem Ritual die Opferung von Tieren und Menschen an das Moor nachgespielt wurde. Ein Zustand, der früher zu sehr an Götzenglauben erinnerte und später einfach zu heidnisch und grausam war.“
„Und wie läuft das ab?“
„Zuerst treffen sich die Anwesenden am Hexenhaus. Die beiden Hexen gehen in das Innere des Moores auf den Hügel. Die Menschen bleiben am Hexenhaus und wachen die ganze Nacht. Zur jeden vollen Stunde wird ein Wesen rituell dem Moor geopfert. Dabei tönt ein Schuß. Am Morgen dann werden die beiden Hexen wiedergeholt. Das Moor hat nach altem Glauben seine Töchter wieder bei sich aufgenommen.“
„Und die Hexen bleiben im Moor?“
Der Antiquar nickte.
„Selbst für Kundige ist es unmöglich durch das Moor zu gehen. Wir kennen nur den einen weg zu Hügel, der uns überliefert wurde. Ihr selbst wißt, wie oft Kinder aus dem Moor gezogen werden, und wie knapp es dabei zugeht. Glücklicherweise hatten wir lange kein Opfer zu beklagen“
Die vier nickten. Dass dies auch der Aufmerksamkeit der Menschen im Hexnehaus zu verdanken war, wußten sie alle, aber es sprach niemand aus.
Irgendwie ahnte Christie , dass der Antiquar noch was verschwieg:
„Da ist noch was, nicht?“
Der Antiquar nickte.
„Die Hexen verbringen die Nacht in einem Ring aus sechzehn Frauen. Diese können den Ring nicht öffnen, weil Eisen sie daran hindert.“
„Die Frauen sind zusammengekettet?“
„Ja, so ist es.“

25. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 21.04.16 16:20

Zum Schluss wird es mystisch.

12. die Geister, die riefen

Nun war der große Tag gekommen. Am Dienstag ar der Tag an dem tag und Nacht gleich lang waren, und nun war Freitag Abend. Annegret wusste nicht genau, was einiuge menschen unter Altweibersommer verstanden, denn die Nächte waren jetzt, Ende September schon recht kalt. Angesichts der Ereignisse der letzten Wochen hatten sich die Vereinsmitglieder fast einstimmig bereit erklärt, dieses herbstfest anders zu begehen als gewohnt. Die Frauen und Männer hatten sich für diese Nacht stark eingemummelt, damit keiner eine Lungenentzündung oder schlimmeres abbekam, wenn sie die Nacht durchwachten. Es hatte bei der Stdtverwaltung einige Aufregung um das Feuer gegeben, dass sie die ganze Nacht brennen lassen wollten. Aber die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr hatten dann zugestimmt, auf das Feuer aufzupassen, wenn sie mit heißen und belebenden Getränken versorgt werden. Dem zuzustimmen war für Annegret selbstverständlich. Vor dem Hexenhaus hatten sie aus Bauzäunen eine Aqbsperrung errichtet, die mit Planen verhangen war. So wollten sie Besucher fernhalten.
An diesem Abend herrschte ein mystisch- stille Athmosphäre unter den Vereinsteilnehmern. Die sechzehn Frauen, die den Ring bilden sollten, wurden kurz vor Sonenn untergang zum Hüggel ins Moor gebracht. Dann nahm Annegret Christine und Sandra und führte die auf die Hügelkuppe. Dort wuchs nur ein flachwachsendes Rankgewächs, das aber genug Schutz vor dem Wind bot. Annegret verband beiden Frauen die Augen und wiederholte das auch bei den anderen sechszehn Frauen, die schon mit Eisenfesseln an den Händen zusammengekettet waren und auf Decken saßen. Zu guter letzt schloss Annegret die beiden Frauen am Eingang zusammen. Damit war der Ring geschlossen und das Ritual hatte begonnen.

Sandra saß auf der Decke und wartete darauf, dass ihr kalt wurde. Doch nichts dergleichen geschah.
Stattdessen bemerkte sie wie sie zunehmend müder wurde. Gleichzeitig spürte sie eine Hand, die ihre suchte. Sie erfasste sie und die Berührung von Chrstines Hand gab ihr Halt. Sie bemerkte, dass nun auch Christine ruhiger wurde. Übergangslos entstanden Bilder in ihrem Kopf.

Sie sah die Stadt doch diese war seltsam verändert. Erst an den Bekleidungen erkannt sie, dass dies die Zeit des Mittelalters war. Sie sah das Hexenhaus als eine Holzhütte, vor der eine Frau mittleren alters stand. Sie hielt ein seltsames Glas vor dem Auge und sah hindurch. Dann schien sie Sandra zu bemerken und winkte ihr. Sandra sah sich auf die Frau zugehen, die ihr das Glas gab. Als Sandra hindurchblickte sah sie eine gläserne Wand hinter der eine graue Masse auftürmte. In der Masse sah sie bewegte Gestalten, die ihr unheimlich waren. Dann sah Sandra, dass sich Risse im Glas bildeten. Sie glaubte, dass sie das der anderen Frau im Traum erzählte, doch hörte sie sich nicht. Dann sah sie, wie die Frau nickte. Irgendetwas in ihrem Hinterkopf begann zu verstehen. Das Bewachen dieser Mauer war also die ursprüngliche Aufgabe der Hexen in dieser Stadt. Nun stellte sich die Frau vor eien Busch. Sandra kam die Art seltsam vertraut vor. Die Frau lud Sandra ein, sich ihr gegenüber zu stellen. Nun sah sie, wie der Büsch sich um die Hand- und Fußgelenke der Frau wand. Gleiches spürte sie auch bei sich selbst. Nun spürte sie etwas Fremdes, das freundlich zu ihr war. Auch die Frau erschien ihr nun und gemeinsam gingen sie um eine Mauer aus festem Stein. Da wo der Riss war, hatten sich Ziegel gelöst, die die Frau mit einer Handbewegung wieder einsetzte. Nun löste sich der Traum auf und Sandra erwachte.

Doch es war eigenartig. Sie hatte die auugen verbunden und bewegen konnte sie sich auch nicht. Irgendetwas hielt sie an Händen und Füßen fest. Sie geriet in Panik und rief nach Christine. Auch der schien die Situation unheimlich zu sein.
„Wartet, ich bin schon da“
Annegrets Worte beruhigten Sandra.
Annegret nahm ihr die Augenbinde ab. Sandra höret eine Schere schneiden und richtete sich auf. Sie sah erst Christine an und dann an sich selbst hinab. Eine Ranke hatte sich erst um ihr linkes Handgelenk gewickelt, war dann zu ihrem rechhten Handgelenk gewachsen und hatte sich auch dort herumgewickelt. Ebenso war es auch an ihren Fußgelenken. Sandra griff sich an den hals, wel da etwas scheuerte. Plötzlich stutzte sie. Auch dort hatte sich eine Ranke herumgewickelt.
‚ Wie die Fesseln, die wir tragen‘, dachte sie .Annegret schnitt die Ranken so entzwei, dass sie noch um Hand und Fußgelenke gewickelt blieben. Dann gingen die drei zu den Frauen. Diese hatte man inzwischen losgemacht, doch auch sie trugen Ranken um den Hals. Keiner sagte etwas.
„Nun wissen wir, wo die Symbole herkommen“, erklärte der Antiquar.
„Außer das Verstecken der Hände“
„Nein. Aber sieh selbst“
Sandra sah, dass eine Puppe, die wohl geopfert wurde und eine Frau darstellte. Bei dieser wuchs auch eine Ranke um den Hals und die Arme wurden von einer weiteren Ranke auf den rücken festgehalten.
„Und die Ernteschäden?“, fragte Christine, und erinnerte an den Sinn des Herbstfestes.
„Diese sind nach alter Tradition abgegolten, denn das Moor hat das Opfer der Stadt angenommen, wie die Ranken an euch zeigen. Nun lasst uns ins bett gehen, und uns auf heute Abend freuen. Dann ist der Ball in der Herberge.“

- ENDE -
26. RE: Die Moorhexe

geschrieben von pardofelis am 21.04.16 22:15

Hi Kugelfisch,

Danke für die angenehme Geschichte.
Ich werde sie zwar nochmals zusammenhängender lesen müssen, um irgendwie dahinter zu steigen,
aber das spricht ja eher für statt gegen die Story.

und auch Danke fürs letzte Wörtchen. ;o)
27. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Kugelfisch am 22.04.16 09:15

Danke für die Blumen.

Erst sollte die Geschichte auch anders enden. Aber dann habe ich festgestellt, dass das Training an den "Geräten" zwar Text schafft und auch Fantasien erfüllt, aber die Geschichte nicht voranbringt. Hätte ich geschrieben, wie Sandra Pranger, Schandpfahl und Andreaskreuz ausprobiert, hätte die Geschichte Soap-Charakter bekommen und der rote Faden wäre unterwegs verschwunden oder zu einer Faser ausgedünnt. Dann ist schon ein Kraftakt notwendig, um dann wieder auf Touren zu kommen, und den roten Faden wieder aufzunehmen. Ich finde die Erfahrung wertvoll und deshalb stelle ich sie hier auch mal so dar. Bei meinem nächsten Text will ich es anders machen.

28. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Rotbart am 22.04.16 14:08

Muss Dir wiedersprechen, es wäre scher sehr interessant geworden wenn DU das mit dem Training geschrieben hättest und ich hatte mich darauf gefreut, war sehr gespannt!

Schade das Du die Geschichte so enden hast lassen.

Grüßle, Rotbart
29. RE: Die Moorhexe

geschrieben von tatiana.m am 24.04.16 12:32

Moin Kugelfisch,

Dir vielen Dank für die interessante Geschichte.

miststück
30. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Hardy14812 am 25.04.16 12:49

Hallo Kugelfisch...

vielen Dank für deine schöne Geschichte, mir hat sie gut gefallen, das der Trainingsteil nicht dabei war, hat nicht geschadet.

LG
Hardy
31. RE: Die Moorhexe

geschrieben von Dan am 10.04.18 00:18

Hallo Kugelfisch,

danke für deine schöne Geschichte sie hat mir sehr gefallen. Und ich würde mich freuen wenn du weiter solche schönen Geschichten uns erzählen wirst.

MfG


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