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eröffnet von IronFist am 20.11.18 19:04
letzter Beitrag von marpsp am 16.01.19 19:34

1. Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 20.11.18 19:04

Teil 1


Früh am Morgen saß ich nun hier in der Abflughalle des Flughafens von Frankfurt und dachte über die vergangene Woche nach. Ich hatte meinen Freund Bernd in Flagranti mit einer anderen in unserem Bett erwischt. Natürlich hatte ich ihn daraufhin umgehend aus unserer Wohnung geworfen und die Beziehung sofort beendet. Es war die richtige Entscheidung gewesen, aber ich fühlte mich trotzdem furchtbar und ich vermisste diesen Mistkerl. Eigentlich hatten wir vorgehabt gemeinsam eine zweiwöchige Karibik Kreuzfahrt zu machen, aber das hatte sich jetzt natürlich erledigt. Bernd hatte diese Reise gebucht und bezahlt, die Tickets dazu waren allerdings bei mir. Um es ihm heimzuzahlen, beschloss ich diese Reise selbst zu machen und ich hatte mir geschworen, dass er keinen Cent von mir zurückbekommen würde. Meine beste Freundin Heike würde für ihn einspringen und mich auf dieser Reise begleiten. Dummerweise hatte sie aber noch einen Wochenenddienst im Krankenhaus, den sie so kurzfristig nicht mehr verschieben konnte. Deshalb würde sie erst drei Tage später auf das Schiff kommen.

» Achtung bitte! Alle Passagiere, gebucht auf Air Eagle, Flug AE216 nach Santo Domingo, werden zum Flugsteig B42 gebeten. «

Das war mein Flug und ich spürte, wie schlagartig meine Anspannung stieg. Ich hatte zwar keine Flugangst, aber ich habe mich in Flugzeugen auch noch nie so richtig wohl gefühlt. Zudem musste ich völlig alleine fliegen und ich war auch noch nie zuvor auf so einem langen Flug gewesen. Über 11 Stunden würde dieser Flug dauern. Auf dem Weg zum Flugsteig machte ich noch einen kurzen Zwischenstopp an der Toilette. Jedenfalls dachte ich, dass es nur ein kurzer Zwischenstopp werden würde. Als ich jedoch meine Kabine verlassen wollte, hatte ich plötzlich den Türgriff in der Hand. Minutenlang versuchte ich den Griff wieder an seinen Platz zu befördern, aber leider vergeblich. Da hörte ich plötzlich Schritte im Waschraum.

» Hallo! Können sie mir bitte helfen? Der Türgriff ist abgefallen und ich komme hier nicht mehr raus. «

» Sprechen sie mit mir? «, hörte ich ein weibliche Stimme.

» Ja! Bitte helfen sie mir die Tür zu öffnen! «

Die Schritte kamen näher und dann ruckelte die Klotür. Aber sie öffnete sich leider noch immer nicht. Genau wie ich zuvor, versuchte auch diese Frau eine Zeit lang vergeblich die Tür zu öffnen. Irgendwann gab sie schließlich auf und versprach Hilfe zu holen. Ich wurde langsam nervös, denn jetzt saß ich hier schon 20 Minuten fest. Hoffentlich würde ich meinen Flug nicht verpassen. Etwa 5 Minuten später hörte ich erneut Schritte. Diesmal schienen es mehrere Personen zu sein.

» Keine Sorge, das haben wir gleich! «, raunte mir eine tiefe Stimme zu.

Und tatsächlich, keine 30 Sekunden später war die Tür offen. Ein Mann in einem Overall lächelte mich breit an. Er schien hier sowas wie der Hausmeister zu sein. Verzeihung, seine Stellung nannte sich offiziell bestimmt Facility Manager. Neben ihm stand eine Frau in mittlerem Alter, vermutlich die, mit der ich zuvor gesprochen hatte.

» Achtung bitte! Dies ist der letzte Aufruf für den Air Eagle Flug AE216 nach Santo Domingo. Frau Sabine Müller wird gebeten sich umgehend zu Flugsteig B42 zu begeben. «

Oh verdammt! Ich bedankte mich bei meinen beiden Rettern und hastete eilig in Richtung Flugsteig. Gerade noch rechtzeitig kam ich am Flieger an. Ich war die letzte gewesen, denn direkt hinter mir wurden die Türen des Flugzeugs geschlossen. So stressig hatte ich mir den Abflug jedenfalls nicht vorgestellt. Um zu meinem Fensterplatz zu gelangen mussten zwei Männer extra noch einmal aufstehen. Einer der beiden grummelte irgendwas Unverständliches vor sich hin. Vermutlich hatte ich mich bei ihm schon unbeliebt gemacht. Der gesamte Flug verlief relativ ereignislos. Ich schaute einen alten Film mit Mister Bean und es gelang mir sogar ein paar Stunden zu schlafen. Vermutlich war das der kurzen Nacht geschuldet und weil ich aus lauter Vorfreude nicht hatte einschlafen können. Als wir im Landeanflug auf Santo Domingo waren, war ich aufgeregt wie ein junges Mädchen. Ich freute mich auf Sonne, Meer, gutes Essen und vielleicht auch einen kleinen Urlaubsflirt. In dieser Beziehung war ich nun ja völlig ungebunden.

So viel Pech ich auch beim Abflug gehabt hatte, hier bei der Ankunft schien mir das Glück hold zu sein. Mein Koffer war der zweite, der auf dem Gepäckband erschien. Sehr schön, dann hatte ich im Bus zum Schiff bestimmt die freie Sitzplatzwahl. In der Ankunftshalle wartete schon eine ganze Meute von Reiseleitern, die alle ein Schild mit den Namen ihrer Veranstalter hochhielten. Oh verdammt, wie hieß mein Veranstalter noch mal? Ich kramte in meiner Handtasche um nach den Unterlagen zu suchen. Da fiel mir etwas abseits ein Mann in einer dunkelblauen Uniform auf. Er hielt ein Schild mit „Senora Muller“ in die Luft. Ob der mich meinte? Mein Nachname war alles andere als selten und es war durchaus möglich, dass noch eine andere Frau Müller auf diesem Flug gewesen war. Ich ging zu ihm rüber.

» Suchen sie vielleicht mich? Sabine Müller? «, fragte ich den Mann.

Als Antwort bekam ich einen spanischen Wortschwall, der mich geradezu überwältigte. Ich hatte absolut nichts verstanden, vermutete aber, dass er mich soeben begrüßt hatte. Noch immer unsicher, ob ich wirklich gemeint war, fragte ich nach dem Namen des Schiffs.

» MS Augenstern? «

» Si, si! «, antwortete der Mann, bevor er sich meinen Koffer schnappte und in Richtung Ausgang marschierte. Moment mal, versuchte der gerade meinen Koffer zu klauen. Ich hastete hinter dem Mann her, hatte aber Schwierigkeiten mit ihm Schritt zu halten, weil er ein beachtliches Tempo vorlegte. Draußen angekommen öffnete er den Kofferraum einer großen Limousine und verstaute mein Gepäck darin. Ich war überrascht, denn ich hatte einen Bustransfer erwartet und keine Nobelkarosse, die mich abholte. Irgendwas stimmte hier doch nicht. Bernd hatte damals gesagt, dass diese Reise eine Überraschung für mich sein sollte. Hatte er vielleicht ein kleines Vermögen für eine Luxuskreuzfahrt ausgegeben? Einerseits befriedigte dieser Gedanke meine Rachegelüste, aber auf der anderen Seite machte ich mir jetzt auch Sorgen, dass er mich vielleicht verklagen könnte und ich den Reisepreis erstatten musste. Mein Chauffeur öffnete die Hintertür des Wagens und deutete mit einer Geste an, dass ich einsteigen sollte. Also schön, wenn ich schon Gefahr lief tief verschuldet von dieser Reise zurückzukehren, dann sollte ich sie wenigstens auch genießen.

» Gracias! «, bedankte ich mich bei meinem Fahrer und kletterte auf den Rücksitz des Wagens.

Die Tür schloss sich mit einem dumpfen Plopp. Kurz darauf startete der Fahrer den Wagen und fuhr los. Der Motor war kaum zu hören und das Fahrzeug rollte sanft dahin. Es herrschte hier dichter Verkehr auf den Straßen und wir kamen nur sehr langsam voran.

» Faro a Colon! «, sagte mein Fahrer über die Schulter hinweg und deutete dabei nach rechts aus dem Fenster. Dort stand ein riesiges Gebäude in Form eines Kreuzes. Ich hatte davon in einem Reiseführer gelesen und wusste dies war das Wahrzeichen von Santo Domingo. Ein Leuchtturm, in dem angeblich die sterblichen Überreste von Christoph Kolumbus begraben waren. Die Ausmaße waren wirklich beeindruckend, ansonsten fand ich den Betonklotz aber eher hässlich. Nach etwa 20 Minuten hielt der Wagen vor einem Hafendock an. Ich schaute mich in alle Richtungen um, konnte aber nirgendwo ein Kreuzfahrtschiff entdecken. War ich vielleicht doch die falsche Senora Muller gewesen? Da näherte sich ein gut aussehender Mann in einer schneeweißen Uniform dem Wagen und öffnete meine Tür.

» Frau Müller, herzlich willkommen in Santo Domingo. Mein Name ist Max Krautmacher und ich bin der zweite Offizier der MS Augenstern. Unser Schiff liegt 12 Seemeilen vor der Küste und wir werden sie mit einem Boot dorthin bringen. «

Warum hatte das Schiff denn nicht direkt in Santo Domingo angelegt? War es dafür vielleicht zu groß? Oder wollte man sich die Hafengebühren sparen? Ich stieg aus dem Wagen und der zweite Offizier führte mich zu einem großen Motorboot, auf dessen Seite MS Augenstern zu lesen war. Ein zweiter Mann holte meinen Koffer aus dem Wagen und brachte ihn auf das Boot. Kurze Zeit später legte es ab und steuerte in einem Höllentempo aufs offene Meer hinaus. Mir kam die Sache irgendwie spanisch vor. Warum war ich die einzige neue Passagierin, die in Santo Domingo zustieg? Und wozu dieser ganze Aufwand mit dem Motorboottransfer, wenn dies auch viel einfacher möglich gewesen wäre. Irgendwann hörte ich auf zu grübeln und genoss einfach nur die Fahrt. Die Sonne schien mir ins Gesicht und der Fahrtwind strich sanft durch meine Haare. Ich hatte einen leicht salzigen Geschmack im Mund und über uns kreisten ein paar Vögel. Das Leben konnte ja so schön sein. Nach einer Weile konnte ich am Horizont ein Schiff ausmachen und unser Boot hielt direkt darauf zu. Das musste die MS Augenstern sein. Als wir näher kamen wuchs dieses kleine Schiff am Horizont zu einem riesigen weißen Riesen heran. Ich wusste, dass Kreuzfahrtschiffe ziemlich groß sein konnten, aber in natura war das doch noch mal was völlig anderes. Die Größe des Schiffs hatte mich jedenfalls schon beeindruckt. Obwohl die See relativ ruhig war, war es gar nicht so einfach von dem Boot auf die Treppe zu gelangen, welche an der Bordwand des Riesen hing. Es schaukelte fürchterlich und ich hatte Angst ins Wasser zu fallen. Aber mit Hilfe der Crew gelang es mir unbeschadet an Bord zu gelangen. Der zweite Offizier ordnete an, dass mein Koffer auf meine Kabine gebracht werden sollte und er führte mich danach einen Gang entlang zu einem Aufzug. Es ging rauf bis auf Deck 4, wo der Empfangsbereich lag und ich vom Hotelmanager freundlich begrüßt wurde. Nach den üblichen Formalitäten bekam ich die Keycard für meine Kabine. Allerdings brannte mir noch eine Frage auf den Nägeln.

» Sagen sie mal, ist diese Kreuzfahrt so schlecht gebucht, dass ich die einzige neue Passagierin bin? «

» Ganz im Gegenteil, wir sind fast ausgebucht! Aber unsere wöchentliche Route startet immer in Kingston und dort wechseln auch die meisten unserer Passagiere. «

OK, das erklärte natürlich warum ich völlig alleine an Bord gekommen war.

» Und warum legen sie nicht direkt im Hafen an? Das scheint mir so ziemlich umständlich zu sein. «

» Wir legen nur in Jamaika an, um neue Passagiere und Proviant an Bord zu nehmen. Ansonsten bleiben wir immer in internationalen Gewässern, um rechtliche Probleme zu vermeiden. Sie müssen wissen, dass einige Inseln hier ziemlich restriktive Gesetze haben. Aber sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, für Ausflüge bringen wir unsere Passagiere selbstverständlich mit Booten an Land. «

Rechtliche Probleme? Was hatte er damit gemeint? Vielleicht Umweltschutzvorgaben. Ich hatte im Fernsehen mal eine Reportage gesehen und wusste, dass Schiffsdiesel Schweröl verbrannten und somit ziemliche Dreckschleudern waren. Er überreichte mir einen Plan des Schiffs und zeigte mir dort den Standort meiner Kabine, der Restaurants, vom Schiffsarzt und wo wir uns aktuell befanden. Auf dem Plan war mir aufgefallen, dass das Schiff auf den Decks 5-9 in 3 farblich markierte Bereiche unterteilt war. Der vordere Bereich war rot, der mittlere gelb und am Heck gab einen grünen Bereich.

» Was hat es denn mit diesen 3 Bereichen auf sich? «, fragte ich neugierig.

» Diese Bereiche dürften vermutlich der Hauptgrund sein, weshalb die meisten Passagiere hier an Bord sind. Und genau wegen diesen Bereichen sind auch keine minderjährigen Personen auf dem Schiff zugelassen. «

Seine kryptische Antwort garnierte er mit einem verschmitzten Lächeln. Bevor ich allerdings weiter nachfragen konnte, klingelte sein Telefon. Er entschuldigte sich und war kurz darauf verschwunden. Keine Minderjährigen, was hatte das denn zu bedeuten? War dieses Schiff etwa ein schwimmendes Bordell? Die übrigen Mitarbeiter am Empfang sahen beschäftigt aus und ich beschloss einfach selbst herauszufinden, was es mit diesen farbigen Bereichen auf sich hatte. Als erstes wollte ich allerdings auf meine Kabine gehen, um den Koffer auszupacken. Ich hatte Kabine 4026, eine Innenkabine ohne Fenster. Das störte mich jedoch nicht, denn ich würde ohnehin nur zum Schlafen in meiner Kabine sein. Sie war im vorderen Bereich des Schiffes und lag auf dem gleichen Deck wie der Empfangsbereich. Meine Kabine war zwar klein, aber sehr hübsch eingerichtet. Allerdings könnte es vielleicht etwas eng werden, sobald Heike hier eintraf. Nachdem ich meinen Koffer ausgepackt hatte, rief ich bei meinen Eltern an. Sie machten sich immer viel zu viele Sorgen um mich. Und ganz besonders seit der Geschichte mit Bernd. Nachdem ich mich in ein paar Shorts und ein T-Shirt geschmissen hatte, machte ich mich daran das Schiff zu erkunden. Laut Plan lag der Pool Bereich ganz oben auf Deck 12. Dort würde ich mit meiner Entdeckungsreise beginnen. Im Aufzug fiel mir auf, dass es für die Decks 5-9 gar keine Knöpfe gab. Wie sollte man dann dorthin gelangen? Egal, zuerst einmal aufs Sonnendeck. Der Pool war relativ klein und die meisten Liegen waren leer. Kein Wunder, vermutlich waren die meisten Passagiere in Santo Domingo auf einem Ausflug. An der Poolbar gönnte ich mir jetzt erst einmal einen Pina Colada. Karibischer Rum in der Karibik erschien mir für meinen ersten Urlaubsdrink sehr passend. Nach ein paar Minuten bekam ich Gesellschaft an der Bar.

» Hi, ich bin Beate! Machst du die erste Erkundung des Schiffs? «

» Sieht man mir das an? «, fragte ich überrascht.

» Nun, ich habe dich noch nie an Bord gesehen, dir fehlt die übliche Karibikbräune und du läufst mit dem Schiffsplan durch die Gegend. Also ja, ich denke man sieht es dir an! «, erwiderte sie lächelnd.

» Oh, klingt irgendwie einleuchtend. Ich bin übrigens Sabine! «


Fortsetzung folgt!
2. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von *Gozar* am 20.11.18 20:48

Hi Blechhand

Schön wieder von dir zu lesen! Vielversprechender Anfang.
bin gespannt wies weiter geht!

Gruß Gozar
3. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 20.11.18 22:15

Interessanter Beginn einer Kreuzfahrt, lass uns bitte nicht zu lange warten mit der Fortsetzung. Vielen Dank.
4. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Lokmaus am 21.11.18 12:03

Schöner Anfang lass uns bitte nicht zu lange auf eine Fortsetzung warten.
5. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 21.11.18 14:45

Hallo IronFist,

zum raten ist es vermutlich etwas zu früh. Also warte ich ab und lass mich überraschen was auf den geheimnisvollen Decks vor sich geht.

6. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 21.11.18 20:51

...super. wieder eine neue "IronFist" Story...man darf gespannt sein...
7. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von zrx-till am 22.11.18 15:05

Klasse Anfang !

Bin schon gespannt, wo die Reise hingeht !
8. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Moira am 22.11.18 15:26

Ahoi! *mit Lady-Ticket für die Fanloge wedel
9. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 22.11.18 17:32

Ja, ich fahr auch mit, wenn im Maschinenraum noch etwas Platz ist.

Zz, zz, hätte doch fast die Abfahrt verpasst!

Ihr_joe
10. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von hartmann_g am 25.11.18 14:08

Bin schon gespannt, wie es weitergeht.
11. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 25.11.18 16:51

Endlich wieder eine Geschichte von IronFist. Dankeschön für die geniale Geschichte und super geschrieben.
12. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 26.11.18 19:14

Hallo *Gozar*,

schön wieder hier zu sein.

9 Monate Auszeit waren aber auch wirklich genug.
Damit du nicht auf dumme Gedanken kommst, nein ich war nicht schwanger!


Hallo AlfvM,

wie heißt es schon in dem alten Lied: Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön, …
Wollen wir doch mal sehen wie viel Wahrheit in dem Songtext steckt.


Hallo Lokmaus,

freut mich, dass dir der Anfang gefallen hat.
Und keine Sorge wegen der Wartezeit, die Fortsetzung wird morgen erscheinen.


Hallo jonnyf,

tu dir beim Spekulieren keinen Zwang an, denn dafür ist es nie zu früh.
Verrückte Ideen sind mir immer willkommen.


Hallo FE,

freut mich, dass du auf diese Geschichte gespannt bist.

Du weißt, dass ich kein Freund von Spoilern bin, aber eine Kleinigkeit kann ich dir vielleicht trotzdem verraten.
Es wird auch diesmal wieder ein paar gemeine Cliffhanger geben.


Hallo zrx-till,

ich danke dir für dein Lob.

Diese Reise geht kreuz und quer durch die Karibik.
Was allerdings während der Reise passieren wird, das werde ich jetzt nicht verraten.


Ahoi Moira,

willkommen an Bord.
Gilt dein Lady Ticket für den roten, gelben oder grünen Bereich?


Hallo Ihr_joe,

gut, dass du es gerade noch geschafft hast.
Diese Kreuzfahrtschiffe haben nämlich die dumme Angewohnheit nicht zu warten.

Mir ist allerdings nicht klar, warum du als Unterkunft ausgerechnet den Maschinenraum gewählt hast.
Du weißt schon, dass moderne Schiffe keine Rudersklaven mehr benötigen?


Hallo hartmann_g,

weil wir hier ja unter uns sind, will ich dir verraten, wie es weitergeht.
Mit Teil 2!


Hallo Trucker,

ich stimme dir voll und ganz zu, endlich wieder eine Geschichte von IronFist.

Allerdings frage ich mich, woher du wissen willst, dass dies eine geniale Geschichte ist.
Im ersten Teil kam die Erotik noch nicht einmal vor. Vielleicht geht es ja so bis zum Ende weiter?


LG
Fist
13. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von cuirin am 26.11.18 19:17

Hallo IronFist,

endlich ist der Meister zurück!
Du hast einen wirklich wunderbaren Schreibstil: Schon nach den ersten paar Absätzen ist man gefesselt und wird herrlich in die Geschichte und das Geschehen eingeführt. Herrlich!
Und da man ja schon weiß, daß es nicht bei einer einfachen, ruhigen (langweiligen) Kreuzfahrt bleiben wird, kann man nur erahnen, was der armen (?) Sabine alles auf dem Schiff passieren wird...

Weiter so und viele Grüße
14. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 26.11.18 19:37

Zitat

Hallo FE,

freut mich, dass du auf diese Geschichte gespannt bist.

Du weißt, dass ich kein Freund von Spoilern bin, aber eine Kleinigkeit kann ich dir vielleicht trotzdem verraten.
Es wird auch diesmal wieder ein paar gemeine Cliffhanger geben.



....na, das hoffe ich doch.... Und ist auch bei dieser Story jeweils Donnerstag Pflichttermin...?
15. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von maximilian24 am 26.11.18 19:56

Hallo IronFist!
Hier meldet sich noch einer, der begeistert Deine Stories liest, sich aber nur undankbar selten zu Wort meldet! In dankbarer Ungeduld
euer Maximilian24
16. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von folssom am 27.11.18 00:03

Hallo IronFist,

eigentlich bin ich kein Fan von Kreuzfahrten.

Das könnte sich jedoch ändern, wenn sich deine Geschichte so weiter entwickelt, wie ich es vermute.

Schöner Beginn, danke


PS.: und müsste dann natürlich im realen Leben auch zu buchen sein.
17. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 27.11.18 18:55

Hallo cuirin,

ich würde mich zwar nicht als Meister bezeichnen, aber ich danke dir natürlich trotzdem für dein Lob.
Ganz besonders freut mich, dass dich schon die Einführung gefesselt hat, obwohl bisher noch gar nicht viel passiert ist.
Das nennt man dann wohl Ziel erreicht!

Ich habe selbst schon so eine Kreuzfahrt gemacht und ich fand sie überhaupt nicht langweilig.
Und dabei hatte ich nicht einmal annähernd solche Erlebnisse wie Sabine.


Hallo FE,

keine Sorge bei den Cliffhangern werde ich dich nicht enttäuschen.

Aber Donnerstag? Da bist du wohl irgendwie zwei Tage zu spät dran.
Abgesehen vom Wochentag hast du aber Recht, denn es wird jeden Dienstag ein neuer Teil erscheinen. Ob das dann aber ein Pflichttermin ist?


Hallo maximilian24,

schön, dass du von meinen Geschichten begeistert bist.
Hiermit zolle ich dem Undankbaren meinen Dank!


Hallo folssom,

zuerst einmal ein Dankeschön für dein Lob.
Allerdings legst du die Latte gleich ziemlich hoch, wenn ich dir etwas schmackhaft machen soll, was du eigentlich gar nicht magst.

Mal schauen, ob ich diesen Ansprüchen gerecht werden kann.
Ich fürchte allerdings, dass sich eine solche Kreuzfahrt im realen Leben nicht buchen lässt. Leider! Oder zum Glück? Wer weiß?


LG
Fist
18. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 27.11.18 19:21

Teil 2


Beate musste so um die 30 sein und sie hatte eine beneidenswert gute Figur. Ihr knallig oranger Bikini war äußerst knapp geschnitten, aber er sah auf ihrer wohlgebräunten Haut richtig klasse aus. Die braunen Haare von Beate waren noch nass und hingen ihr leicht gewellt über die Schultern. Wir machten erst etwas Smalltalk. Danach erzählte mir Beate ein wenig über das Schiff und was es in der Karibik alles zu sehen gab.

» Sag mal, was hat es denn mit diesen farbigen Bereichen hier auf dem Plan auf sich? «, fragte ich neugierig.

» Bist du denn nicht deshalb hierher gekommen? «, antwortete Beate mit einer Gegenfrage.

» Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was du meinst! «

» Du weißt es tatsächlich nicht. Das ist … nennen wir es mal den Entertainment Bereich des Schiffes. «

Mein verständnisloser Blick war wohl eine Aufforderung fortzufahren. Sie schnappte sich meinen Plan und fing dann an zu erklären.

» Also dieser grüne Bereich hier am Heck ist frei zugänglich. Dort gibt es eine Bibliothek, einen Wellness-Bereich und ein paar Fitness Räume. Und du findest dort auch noch eine kleine Shopping Mall. Interessant wird es dann hier im gelben Bereich, denn das ist die Fetisch Zone des Schiffs. Es gibt dort einen Dresscode und du kommst nur in Leder, Lack oder Latex hinein. In diesem Bereich findet die ganze Abendunterhaltung statt und es gibt dort ein Theater, ein paar Bars, eine Diskothek und ein Spielcasino. Und hier ganz vorne in Rot das ist der VIP-Bereich. Darüber kann ich dir leider nicht so viel sagen, denn das geht weit über meine Gehaltsstufe hinaus. Allein der Mitgliedsbeitrag sind 100.000 Euro pro Jahr und eine Kabine zu mieten soll sogar noch teurer sein. Es gibt Gerüchte, dass die Superreichen dort ihre ausgefallensten sexuellen Gelüste ausleben können. Keine Ahnung, ob da wirklich was dran ist. Ich wäre allerdings schon neugierig dort einmal Mäuschen zu spielen. Und vielleicht könnte man da ja auch mal einen berühmten Schauspieler oder Sportler kennenlernen. «

Beates Erläuterungen hatten mich regelrecht geschockt. Wo war ich denn hier rein geraten? Bernd, dieser verfluchte Mistkerl! Er hatte mich schon lange dazu überreden wollen Latex zu tragen. Aber ich fand schon das schwitzige Gefühl beim Tragen von Gummihandschuhen unangenehm und hatte es deshalb immer abgelehnt. Das war also seine Überraschung für mich gewesen. Und die war ihm auch voll gelungen. Ich hatte mich an ihm revanchieren wollen, indem ich ohne ihn verreiste. Jetzt lachte er sich vermutlich über mich kaputt, weil ich unwissend auf diesem Perversenschiff gelandet war. Sein hämisches Grinsen konnte ich förmlich vor mir sehen.

Nachdem ich meinen Cocktail ausgetrunken hatte, verabschiedete ich mich von Beate und setzte die Erkundungstour fort. Allerdings kreisten meine Gedanken weiterhin um Beates Erläuterungen. Sollte ich vielleicht besser sofort abreisen? Dann müsste ich auch Heike schleunigst informieren, damit sie erst gar nicht in den Flieger stieg. Vermutlich war ein vorzeitiges Abreisen aber gar nicht so einfach, denn das Schiff war ja jeden Tag woanders. Ich bräuchte einen Rückflug genau an dem Tag, an dem das Schiff vor Ort war. Oder ich müsste ein paar Tage in einem örtlichen Hotel verbringen. Aber jetzt war Hauptsaison und auch ein Hotelzimmer müsste zuerst einmal frei sein. Verdammt, und nun? Geistesabwesend kam ich erst an einem Volleyballfeld vorbei und entdeckte kurze Zeit später einige Markierungen auf dem Boden. Shuffleboard, der Inbegriff einer Kreuzfahrt Sportart. Ich hatte keine Ahnung von den Regeln, aber vermutlich war es ähnlich wie Boccia, nur eben mit Scheiben anstatt Kugeln. Da drifteten meine Gedanken auch schon wieder ab. Eigentlich müsste ich diese Fetisch Zone ja überhaupt nicht betreten. Man könnte sich ja auch außerhalb dieses Bereichs auf dem Schiff vergnügen. Genau, ich würde diesen Bereich einfach meiden und schon war alles OK. Ich sollte die Sache aber besser mit Heike absprechen, damit sie nicht den gleichen Schock bekam wie ich. Mal überlegen, Heike hatte Nachtschicht und es waren 6 Stunden Zeitunterschied. Am besten würde ich sie morgen früh anrufen, dann wäre es in Deutschland kurz nach Mittag und Heike müsste bereits ausgeschlafen haben.

Die Lösung des Fetisch Problems hatte meine Stimmung schlagartig verbessert. Ich ging ein Deck nach unten und gelangte in eines der Restaurants. Wow, was für eine tolle Aussicht man hier beim Essen genießen konnte. Nicht weit entfernt zog ein prächtiges Segelschiff vorbei und ein Stück weiter weg war ein riesiges Schiff zu sehen. Vielleicht ein Tanker oder ein Containerschiff. Ich setzte meinen Weg fort und kam noch zu zwei weiteren Restaurants, allerdings hatte mir das Erste bisher am besten gefallen. Irgendwann hatte ich die oberen Decks alle abgeklappert. Auch wenn ich bisher nur wenige Passagiere bei meinem Rundgang getroffen hatte, so schienen diese doch alle ziemlich normal auszusehen. Perverse Freaks hatte ich bisher noch nicht zu Gesicht bekommen. Sollte ich mir jetzt vielleicht auch den grünen Bereich einmal anschauen? Beate hatte ja gesagt, dass dieser frei zugänglich wäre.

Gesagt, getan. Die Bibliothek war größer als ich erwartet hatte. Hier gab es Bücher aus den unterschiedlichsten Genres. Besonders groß war die Auswahl jedoch bei der erotischen Literatur, was mich auf diesem Schiff eigentlich nicht sonderlich überraschte. Erstaunlich war jedoch, dass anscheinend niemand kontrollierte, wer die Bücher auslieh. Der Schwund dürfte deshalb wohl relativ hoch sein. Die Fitness Räume waren mit modernen Geräten ausgestattet und die Trainerin Annika hatte mich herzlich begrüßt. Sie sprach mit einem osteuropäischen Akzent und sie zeigte mir die unterschiedlichsten Möglichkeiten, die ihr kleines Reich bot. Ich würde während dieser Reise bestimmt irgendwann mal ein paar Einheiten auf dem Fahrrad oder dem Stepper machen. Als nächstes kam ich in den Wellness-Bereich. Entlang der Fenster gab es eine Reihe von Ruheliegen, die etwa zur Hälfte belegt waren, während sanfte Musik den Raum berieselte. Eine Kosmetikerin legte bei einer schlanken Frau gerade eine Gesichtsmaske auf und ein Stück weiter wurde ein leicht korpulenter Mann von einer zierlichen Asiatin massiert. Dies war eindeutig der belebteste Ort, den ich bisher auf diesem Schiff gesehen hatte. In einem Whirlpool sah ich ein junges Pärchen, welches verliebte Blicke austauschte. Wehmütig seufzte ich vor mich hin und wünschte mir, dass Bernd hier wäre. Nein, verdammt noch mal! Das war endgültig vorbei und ich musste diesen Scheißkerl endlich vergessen. So schwer mir das auch fiel.

Die „kleine“ Shopping Mall war größer als ich erwartet hatte. Bestimmt ein Dutzend Geschäfte verkauften hier Kleidung, zumeist eher luftige Sachen und Bademoden. Aber es gab auch einen Laden für die elegante Abendgarderobe und zwei Geschäfte deren Auswahl mich eher an einen Sexshop erinnerte. Eigentlich nicht weiter verwunderlich auf einem Schiff mit einer Fetisch Zone, aber ich fand sie trotzdem völlig deplatziert. Im Schaufenster eines dieser Läden war ein schwarzer Ganzanzug aus Latex zu sehen, der sogar den Kopf mit einschloss. Wer würde sich an einem warmen Ort wie der Karibik schon in solch ein Monstrum quetschen? Freaks. Kopfschüttelnd ging ich weiter und kam zu einem Juwelier. In der Auslage gab es wunderschöne Ringe zu bestaunen. Ein Goldring mit einem Rubin hatte es mir ganz besonders angetan, allerdings war dieser preislich weit über meinen Möglichkeiten. Eigentlich galt das für fast alle Schmuckstücke, die hier im Schaufenster zu sehen waren. Plötzlich spazierte ein Mann an mir vorbei und betrat das Juweliergeschäft. Er musste so Mitte 50 sein und an jedem Arm hing eine ziemlich attraktive junge Frau. Trotz seines Alters sah er verdammt gut aus und irgendwie kam mir dieser Mann auch bekannt vor. War das nicht dieser Schauspieler George Rooney? Nach genauerem Hinsehen war ich mir sicher, dass das George Rooney war. Ich fragte mich, ob ich hineingehen und nach einem Autogramm fragen sollte. Allerdings entschied ich mich dagegen, weil ich mich nicht bei seinen beiden Groupies einreihen wollte. Er konnte mir auf dem Schiff ja nicht weglaufen und ich würde bestimmt noch eine bessere Gelegenheit bekommen, um nach einem Autogramm zu fragen. Später bereute ich diese Entscheidung jedoch, denn George Rooney wohnte bestimmt im VIP-Bereich, zu dem ich ja gar keinen Zutritt hatte. Als nächstes kam ich an einem Friseursalon vorbei. Eine Frau mit lila Strähnchen und einem Nasenring war gerade dabei einem älteren Herrn die Haare zu schneiden. Einen ziemlich außergewöhnlichen Look hatte diese Frisörin und wahrscheinlich wäre sie damit auf keinem anderen Kreuzfahrtschiff je engagiert worden. Das Aussehen sagte aber natürlich nichts über ihre Fähigkeiten aus. Vermutlich war sie eine fähige Frisörin und vielleicht waren hier bei den Freaks ja auch durchaus ungewöhnliche Frisuren gefragt. Auch das nächste Geschäft war für ein Kreuzfahrtschiff eher ungewöhnlich. „New Skin“ prangte über der Tür. Der Laden schien im Augenblick geschlossen zu sein, aber im Schaufenster standen Bilder von tätowierten Männern und Frauen. Abgesehen von einem kurzen Spleen als Teenager hatte ich mich mit Tattoos noch nie wirklich anfreunden können. Aber zwei Delfine auf dem Oberarm einer jungen Frau gefielen mir ausgesprochen gut. Mit Sicherheit würde ich mir aber niemals selbst so ein Tattoo stechen lassen. Und schon gar nicht hier, wo es bei stärkerem Seegang bestimmt zu unerwünschten Ergebnissen kommen konnte. Anscheinend wurden hier auch Piercings gesetzt. Denn im Fenster stand das Foto von einer Frau, deren Ohrläppchen so große Löcher hatten, dass man sogar hindurchsehen konnte. Dazu trug sie auch noch etliche Piercings durch die Augenbrauen. Das auffälligste war allerdings ein gigantischer Ring durch die Nase, der bis zu ihrem Kinn herunterhing. Irgendwie fühlte ich mich stark an eine Kuh erinnert, die man am Nasenring herumführen konnte. Keine Ahnung was sich die Frau dabei gedacht hatte. Verglichen mit diesem Teil, war der Nasenring der Frisörin richtig dezent gewesen. Am Ende der Mall gab es noch ein Geschäft, welches Lederwaren verkaufte. Designer Handtaschen für mehrere tausend Euro und auch die angebotenen Schuhe waren nur von den edelsten Marken. Zweifelsohne wunderschön, aber ob solche High Heels auf einem Schiff wirklich zweckmäßig waren? Ehrlich gesagt waren hohe Schuhe nie zweckmäßig, dafür verliehen sie der Trägerin aber ein schlankes Bein. Natürlich hatte auch ich deshalb zwei paar Stöckelschuhe eingepackt, allerdings waren meine nicht ganz so hoch wie die im Schaufenster. Und vor allem nicht ganz so teuer.

Jetzt war ich an einer gelben Tür angekommen, vor der ein großer Mann in einer weißen Uniform stand. Er nickte mir zu und musterte mich von oben bis unten. Vermutlich ging es dort zur Fetisch Zone und es war seine Aufgabe den Dresscode zu überprüfen. Diese Anforderungen erfüllte ich natürlich nicht und ich hatte auch nicht vor dies jemals zu tun. Es blieben nur noch die untersten 4 Decks bei meinem Rundgang übrig. Die einzigen öffentlichen Einrichtungen auf diesen Decks waren der Empfang und das Hospital. Den Empfang hatte ich bereits gesehen und beim Hospital wäre es mir ohnehin lieber, wenn ich dieses nie zu Gesicht bekäme. Daher machte ich mich wieder auf den Weg zurück zu meiner Kabine. Es war inzwischen kurz nach drei und es dauerte noch ein paar Stunden bis zum Abendessen. Deshalb wollte ich meinen Bikini anziehen, mir ein Buch schnappen und noch etwas Zeit am Pool verbringen. Neben einem Liebesroman packte ich auch die Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 70 ein, schließlich wollte ich morgen nicht wie ein Krebs aussehen. Als ich meine Kabine wieder verließ, begegneten mir die ersten Freaks. Ein Stück weiter den Gang entlang öffnete sich eine andere Kabinentür und eine blonde Frau um die 50 trat heraus. Sie trug hohe schwarze Lackstiefel, die ihr bis zum Oberschenkel reichten. Dazu einen Body, der ebenfalls aus Lack zu bestehen schien und der ihre ausladende Oberweite fest zusammen presste. Es sah so aus, als würde sie dieses Teil jeden Moment sprengen. In ihrer rechten Hand hielt sie eine Gerte, so wie ich sie auch schon bei Reitern gesehen hatte. Links hingegen hielt sie etwas, das wie eine Leine aussah. Es dauerte nicht lange, dann kam auch das andere Ende dieser Leine in mein Blickfeld. Ein junger Mann, vermutlich Anfang 20, trat auf den Flur hinaus. Er war attraktiv, muskulös gebaut und fast komplett nackt. Lediglich ein äußerst knapper Ledertanga verhüllte seine Kronjuwelen. Um den Hals trug er ein stachliges Hundehalsband, an dem die Leine seiner Begleiterin endete. Als die Frau plötzlich in meine Richtung blickte, gab ich vor meine Kabinentür abzuschließen, nur um den Blickkontakt zu vermeiden. Das war natürlich völliger Humbug, denn die Kabinen hatten Schlüsselkarten und man musste die Tür einfach nur zuziehen. Diese unerwartete Begegnung hatte mich jedoch ziemlich nervös gemacht. Was fand dieser attraktive junge Mann eigentlich an einer Frau, die leicht seine Mutter hätte sein können? Verstohlen blickte ich den beiden hinterher, als sie sich von mir entfernten. Auch ich musste in diese Richtung, deshalb folgte ich ihnen mit einigem Sicherheitsabstand. Sie ließen den ersten Aufzug links liegen und gingen den Gang geradeaus weiter. Anstatt nun zum Sonnendeck hinauf zu fahren, ignorierte auch ich diesen Aufzug aus unerfindlichen Gründen und ging ihnen weiter hinterher. Ich bewunderte das Muskelspiel auf dem Po des jungen Mannes. Was war eigentlich los mit mir, dass ich jetzt schon anfing fremde Männer zu stalken? Zudem noch einen Mann, der ganz offensichtlich schon vergeben war. Am nächsten Aufzug hielten die zwei an und warteten. Sollte ich mit ihnen in den Lift steigen? Besser nicht, denn so nah wollte ich diesen Perversen dann doch nicht kommen. Ich ging an ihnen vorbei und beobachtete den jungen Mann aus den Augenwinkeln heraus. Er besaß sogar einen Sixpack. Ach ja, er war wirklich schnucklig und ich hätte ihn wohl nicht von der Bettkante gestoßen. Irgendwie erkannte ich mich selbst nicht mehr wieder und ich konnte mir mein Verhalten auch nicht erklären. Bernd hatte ich immer vorgeworfen, dass er jedem Weiberrock hinterher gaffte und jetzt benahm ich mich genau wie er. Warum eigentlich?


Fortsetzung folgt!
19. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 27.11.18 22:55

...interessanter Aufbau der Story... Es würde mich nicht wundern, wenn das "brave/anständige Mädchen" in einer der nächsten Fortsetzungen doch im gelben und anschliessend als Star im roten Bereich landet....
20. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Lokmaus am 28.11.18 00:50

Hallo IronFist

Danke für den tollen zweiten Teil.

Bitte weiter schreiben.

Gruß Lokmaus
21. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von coradwt am 28.11.18 09:49

Ooohhh, toller Anfang deiner Geschichte.

Da bin ich ja mal gespannt, wie es weitergeht. Vor allem, was Sabine auf diesem Schiff noch erleben wird.

Aufgrund von den Kommentaren hier, die ich gelesen habe, bin ich sehr neugierig was mich noch erwarten wird, bei deiner Geschichte .

LG Cora
22. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von BadPicture am 28.11.18 13:23

Auf jeden Fall wieder eine geniale Idee. Wenn die Pausen zwischen den Teilen doch nur nicht so lange wären ....
... egal, so bleibt es aber spannend. Vielleicht zu den Feiertagen mal eine Doppel- oder Triplefolge?
23. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 28.11.18 20:26

Hallo ironFist,
ich bin gespannt was die Prodagonistin anstellt um in die Fetischzone zu kommen und feststellt was dor abgeht.
LG Alf
24. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 28.11.18 21:15

Toller Beginn. Bin gespannt was sich da alles tut


Hab auch nochmals deine erste Story gelesen - Klasse.
25. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 28.11.18 23:25

Ja, so was habe ich erwartet:

Zitat

Hallo Ihr_joe, gut, dass du es gerade noch geschafft hast. Diese Kreuzfahrtschiffe haben nämlich die dumme Angewohnheit nicht zu warten. Mir ist allerdings nicht klar, warum du als Unterkunft ausgerechnet den Maschinenraum gewählt hast. Du weißt schon, dass moderne Schiffe keine Rudersklaven mehr benötigen?


Aber die Kabinen waren schon belegt, und die noch freien, im VIP Bereich konnte ich mir einfach nicht leisten, du weißt ja, die letzten beißen die Hunde, ach nein, bestraft die Herrin, oder doch...

Wie dem auch sei, ein gelungener Fahrtbeginn

Ihr_joe

26. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 29.11.18 00:08

Zitat

...Ob das dann aber ein Pflichttermin ist?

ES IST EIN PFLICHTTERMIN!!!

Toll das es wieder eine gute Geschichte von dir gibt IronFist.

Der Anfang ist, wie immer etwas langsam, damit man sich 'in Ruhe' einlesen kann und nicht gleich erschlagen wird von den Ereignissen. Aber davon wird es, deinem Schreibstiel nach zu urteilen noch reichlich geben.
27. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 01.12.18 12:41

sehr guter Anfang - bin sehr auf die Fortsetzungen gespannt...
28. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 03.12.18 18:36

Danke Danke Danke Danke Danke für die geniale Geschichte und super geschrieben.
29. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 03.12.18 19:57

Hallo FE,

deine Vermutung ist jetzt nicht so gewagt.
Ich stelle mir gerade den Shitstorm vor, wenn Sabine in Teil 3 nach Hause fliegen und die Geschichte damit enden würde.

Besser nicht!


Hallo Lokmaus,

vielen Dank für dein Lob.
Morgen geht es weiter!


Hallo coradwt,

da bin ich aber etwas enttäuscht, wenn es nur die Kommentare sind, die dich neugierig gemacht haben.
Freut mich aber, dass dir meine Geschichte gefällt.


Hallo BadPicture,

schön, dass dir die Geschichte gefällt.

Aber so lange sind die Pausen zwischen den Teilen doch nun auch nicht.
Es dürfte hier im Forum nur wenige Geschichten geben, die in einem kürzeren Intervall erscheinen.

Deiner Bitte um eine Doppel- bzw. Triplefolge kann ich leider nicht nachkommen.
Der Grund dafür ist sehr simpel. Je weiter das Ende dieser Geschichte in der Zukunft liegt, umso mehr Zeit bleibt mir für meine nächste Geschichte.


Hallo AlfvM,

so schwierig ist es ja eigentlich gar nicht, in die Fetisch Zone zu gelangen. Man muss einfach nur den Dresscode erfüllen.
Sabine scheint aber noch ein wenig unwillig zu sein. Da muss ich wohl noch etwas Überzeugungsarbeit leisten.


Hallo lot,

es wird eine ganz entspannte Urlaubsreise.
Zumindest glaubt das Sabine. Aber pssst, verrate ihr bitte nichts von meinen Plänen!

Ich habe "Das Konzert" letzte Woche auch mal wieder gelesen.
Dabei bin ich über einige Formulierungen gestolpert, die ich heute wohl anders schreiben würde. Vermutlich ist das die Entwicklung, die man innerhalb von 2 Jahren durchmacht.


Hallo Ihr_joe,

inzwischen solltest du wissen, dass ich solche Steilvorlagen immer für einen dummen Spruch nutze.

Natürlich ist es verständlich, dass du dir keine Kabine im VIP-Bereich leisten kannst. Das kann wohl kein Normalverdiener.
Trotzdem wundere ich mich, dass du ausgerechnet den lauten Maschinenraum als Unterkunft gewählt hast.

Gab es da keine besseren Alternativen?
Wie wäre es mit der Wäschekammer? Keine Sorge Boris Becker ist nicht an Bord!


Hallo Toree,

kein Grund so zu schreien. Ich habs kapiert, für dich ist es ein Pflichttermin.

Ja, für den langsamen Start bin ich wohl berüchtigt. Und ich bin mir auch bewusst, dass ich damit wohl manche Leser abschrecke.
Aber hey man es nie allen Recht machen. Vor allem ist es aber wichtig, dass die Geschichte zuerst einmal mir gefällt.


Hallo marpsp,

ich danke dir für deine lobenden Worte.
Und wenn du auf die Fortsetzungen gespannt bist, dann habe ich wohl mein Ziel erreicht.


Hallo Trucker,

bitte bitte bitte bitte bitte. Gern geschehen!
Ob die Geschichte aber genial ist, das muss sich wohl erst noch herausstellen.


LG
Fist
30. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 03.12.18 20:18

Zitat

Hallo Toree,

kein Grund so zu schreien. Ich habs kapiert, für dich ist es ein Pflichttermin.



Hallo IronFist,
ich habe von hause aus eine laute Stimme.
Da ich oft bei meiner Oma war, und die immer zu mir gesagt hatte, dass ich laut und deutlich sprechen soll.
31. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 04.12.18 18:34

Hallo Toree,

ich kann mich nicht erinnern, dass du mein Enkel wärst.

LG
Fist
32. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 04.12.18 19:06

Teil 3


Am Pool angekommen hielt ich nach Beate Ausschau. Sie war nirgendwo zu sehen und so ließ ich mich auf einer der Liegen nieder. Nachdem ich mich gründlich mit Sonnencreme eingerieben hatte, schlug ich mein Buch auf und versank in der kitschigen Welt von Dr. Morata. Diese Liebesschnulzen waren nicht gerade anspruchsvolle Literatur, aber ich liebte sie trotzdem. Nach einer Abkühlung im Pool und zwei weiteren Kapiteln von Dr. Morata merkte ich, dass ich langsam Hunger bekam. Kein Wunder, meine letzte Mahlzeit im Flieger war am Vormittag gewesen. Es war jetzt halb sechs und ab 18 Uhr gab es in den Restaurants das Abendessen. Ich ging zurück in meine Kabine, sprang kurz unter die Dusche und überlegte was ich anziehen sollte. In Filmen war auf einer Kreuzfahrt immer Abendgarderobe angesagt. Ob das hier auch so war? Der Hotelmanager hatte nichts dergleichen gesagt und ich hatte vergessen danach zu fragen. Also entschloss ich mich für einen Mittelweg, elegant aber nicht übertrieben festlich. Ich trug meine schwarzen Pumps, dazu einen langen eleganten Faltenrock und eine Seidenbluse. Auf dem Weg zum Restaurant musste ich feststellen, dass sich hohe Schuhe und leichter Seegang nicht so gut miteinander vertrugen. Auch wenn ich recht geübt im Laufen auf hohen Schuhen war, so schwankte ich doch wie eine Betrunkene hin und her. Hoffentlich würde ich mich mit der Zeit daran gewöhnen.

Am Eingang zum Restaurant erklärte mir ein Kellner, dass es auf diesem Schiff keine feste Sitzordnung gab und ich mir meinen Platz frei aussuchen konnte. Da ich eine der ersten war, hatte ich noch fast die freie Auswahl. Also entschied ich mich für einen Tisch direkt am Fenster. Die Sonne war gerade am Untergehen und ich hatte von meinem Platz aus einen spektakulären Blick darauf. Mit der Zeit füllte sich das Restaurant und die Gäste trudelten in den unterschiedlichsten Outfits hier ein. Einige sahen so aus, als ob sie direkt von einem Ausflug zum Essen gekommen waren. T-Shirt, kurze Hose und Turnschuhe. Ein Mann trug sogar noch eine Kamera um seinen Hals. Andere wiederum hatten sich etwas eleganter gekleidet. Genau wie ich waren sie aber noch weit von Smoking oder Abendkleid entfernt. Die allermeisten Gäste tauchten hier jedoch in freizügigen Fetisch Outfits auf. Ich kam mir vor, als wäre ich in Sodom und Gomorra gelandet. Es überraschte mich mit welcher Selbstverständlichkeit hier selbst die extremsten Outfits getragen wurden. Eine junge Frau trug nichts außer einem Geflecht aus Lederriemen am Körper. Ihre intimsten Stellen waren für jeden offen sichtbar, aber trotzdem verhielten sich alle so, als wäre dies die normalste Sache der Welt. Seltsamerweise stellte sich bei mir irgendwann das Gefühl ein, dass ich hier unpassend gekleidet war. Schließlich kam ein Pärchen zu mir an den Tisch.

» Dürfen wir uns vielleicht zu ihnen setzen? «, fragte ein dunkelhaariger Mann. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und ich realisierte plötzlich, dass ich nicht nur Zuschauerin in dieser fremdartigen Welt war. Nein, auch ich war ein Teil davon. Das Restaurant hatte sich soweit gefüllt, dass es keine freien Tische mehr gab.

» Ja natürlich! «, stotterte ich herum.

Jetzt hatte ich zwei Freaks direkt an meinem Tisch sitzen und ich bekam das Gefühl irgendwie in diese unangenehme Sache mit hineingezogen zu werden. Die beiden hatten sich als Karl und Beatrix vorgestellt. Karl trug eine lange schwarze Lederhose und dazu eine Weste, die tiefe Einblicke auf seine beeindruckende Brustmuskulatur gewährte. Beatrix hingegen war ein eher zierliches Persönchen. Sie balancierte auf extrem hohen Absätzen und versuchte auf diese Weise wohl ihre geringe Körpergröße auszugleichen. Ihr schlanker Körper steckte in einem knallengen dunkelblauen Latexkleid, welches ihr knapp über die Knie reichte. Keine Ahnung wie sie es geschafft hatte da hinein zu kommen. Zudem war sie auch noch sehr stark geschminkt. Auf den ersten Blick kam sie mir vor wie ein feuchter Männertraum, der gerade zum Anschaffen ging. Mit der Zeit kam allerdings eine Unterhaltung in Gang und irgendwann musste ich meine Vorurteile schließlich begraben. Die beiden waren frisch verheiratet und gerade auf ihrer Hochzeitsreise. Sie waren wirklich nett und ich begann den Abend immer mehr zu genießen. Gegen halb neun wollten mich Karl und Beatrix jedoch verlassen.

» Wir gehen jetzt ins Theater und wollen danach noch zum Tanzen gehen. Möchtest du vielleicht zu uns stoßen, dann halten wir dir einen Platz im Theater frei? «, fragte Beatrix lächelnd.

» Nein danke, der lange Flug war anstrengend und ich bin müde. Ich werde heute wohl früh ins Bett gehen. «

» Wie du willst. Dann vielleicht ein anderes Mal! «, hauchte mir Beatrix zum Abschied zu.

Das war natürlich eine Ausrede gewesen, denn ich hatte nicht vor, mich in die Höhle des Löwen zu begeben. Allerdings musste ich mir eingestehen, dass diese Fetisch Freaks vielleicht gar nicht so schlimm waren, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Aber selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich die beiden nicht begleiten können. Ich besaß gar keine Kleidung aus Lack oder Latex und Lederjacke und Rock hatte ich zuhause gelassen, weil sie mir für die Karibik viel zu warm erschienen waren. Das Restaurant leerte sich nun ziemlich rasch. Wie ich vom Kellner erfuhr, begann jeden Abend um 9 Uhr das Unterhaltungsprogramm im Theater. Mir wurde plötzlich klar, dass die Abende hier wohl ziemlich langweilig werden konnten, wenn die ganze Unterhaltung immer in der Fetisch Zone stattfand. Sollte ich vielleicht doch besser abreisen? Ich würde das wohl am besten morgen früh mit Heike telefonisch klären.

Sehr früh am Morgen wachte ich auf. Ich duschte mich und zog mir bequeme Kleidung für einen Ausflug an. Das Schiff lag heute vor Puerto Rico und ich hatte die Absicht mir die Hauptstadt San Juan anzuschauen. Zuerst wollte ich allerdings mit Heike telefonieren, denn vielleicht musste ich mich stattdessen ja um einen Rückflug kümmern. Meine Freundin überraschte mich jedoch, denn sie wirkte ganz und gar nicht geschockt. Ganz im Gegenteil, denn sie hatte die Fetisch Zone äußerst interessant genannt und wollte mehr darüber erfahren. Ich erzählte ihr das Wenige, was ich von Beate wusste. Heike wirkte aufgeregt und wollte noch zum Shoppen gehen, bevor sie ihre Reise antrat. Nach dem Ende des Telefonats war ich ziemlich irritiert. Gab es da eine dunkle Seite an meiner Freundin, die ich noch nicht kannte? Sie war noch nie ein Kind von Traurigkeit gewesen und sie hatte auch einen ziemlichen Männerverschleiß. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass sie gerne eine Fetisch Veranstaltung besuchen würde. Nachdenklich machte ich mich auf den Weg zum Frühstück.

Im Restaurant war es so früh am Morgen noch recht leer. Ich bediente mich am Buffet und setzte mich an den gleichen Tisch wie am Abend zuvor. Die Fetisch Nachteulen schienen alle noch in ihren Betten zu liegen, denn bis auf einen einzelnen Mann waren heute keine Freaks zu sehen. Und dieser eine schien noch von letzter Nacht übrig geblieben zu sein, denn er machte einen betrunkenen Eindruck. Er trug einen engen Latexanzug, der seiner Figur nicht gerade schmeichelte. Überall zeigten sich kleine Speckröllchen und er erinnerte mich eher an eine Presswurst. Sollte sowas erotisch sein? Na ja, wer‘s mochte! Während des Frühstücks dachte ich über Heikes Reaktion nach. Konnte es vielleicht sein, dass ich in dieser Sache zu panisch reagierte? Alle Leute, die ich hier bisher kennengelernt hatte, waren eigentlich ganz nett gewesen. Und sobald Heike hier eintraf, würde ich mit Sicherheit in die Fetisch Zone mitgeschleift werden. Wahrscheinlich wäre es besser, wenn ich mich dort vorher schon einmal umschauen würde, damit ich zumindest wusste was mich erwartete. Ich hatte noch 90 Minuten Zeit bis das Boot nach San Juan ablegte. Also beschloss ich vorher noch einen kurzen Abstecher in die Shopping Mall zu machen. Ob die so früh schon geöffnet hatten? Innerlich hatte ich wohl gehofft, dass die beiden „besonderen“ Läden noch geschlossen waren. Allerdings war das nicht der Fall und so stand ich nun mit einem Kloß im Hals vor der Eingangstür des ersten Ladens. Warum hatte ich plötzlich das Gefühl etwas Verbotenes zu tun? Ich kam mir kindisch vor, atmete einmal tief durch und öffnete dann die Tür. Ein starker Duft nach Gummi hüllte mich augenblicklich ein. Dies war auch einer der Gründe, warum ich Latex nicht mochte. Der strenge Geruch. Ich schaute mich im Laden um und sah eine sehr attraktive Frau im mittleren Alter auf mich zukommen.

» Kann ich ihnen vielleicht behilflich sein? «, fragte sie mich mit einer piepsigen Stimme.

Augenblicklich bekam ich eine Gänsehaut, denn ich empfand ihre Stimme als extrem unangenehm. Sie konnte natürlich nichts für ihre Stimmlage, aber trotzdem überfielen mich sofort Fluchtgedanken. Vielleicht war es aber auch nur mein innerer Impuls, diesen Sexshop möglichst schnell wieder verlassen zu wollen.

» Danke, aber ich möchte mich erst ein wenig umsehen! «, antwortete ich etwas wirsch.

Sie schien von meiner Tonart irritiert zu sein. Und das galt auch für mich selbst, denn ich hatte gar nicht vorgehabt unfreundlich zu sein. Vermutlich war das meiner Nervosität geschuldet und der Tatsache, dass ich mich hier nicht wohl fühlte. Sie ließ mich nun in Ruhe, aber sie beobachtete weiterhin jeden meiner Schritte. Alibimäßig schaute ich durch ein paar Regale und bewegte mich langsam wieder auf die Ausgangstür zu.

» Auf Wiedersehen! «, rief ich der Frau zu, bevor ich schnell nach draußen huschte.

Mein Herz hämmerte und ich hatte zu schwitzen begonnen. Das war aber mal ein peinlicher Auftritt gewesen. Ich hatte mich wie ein unreifer Teenager benommen. Und das nur weil ich einen Laden betreten hatte, in dem viele Passagiere hier an Bord wohl auch schon mal gewesen waren. Sabine du hast echt einen Knall, sagte ich zu mir selbst. Nach etwa 5 Minuten hatte ich mich wieder halbwegs beruhigt und fasste den Plan einen zweiten Versuch in dem anderen Laden zu starten. Im Schaufenster dieses Ladens stand der Ganzanzug mit der integrierten Kopfmaske. Ich hatte zuerst das andere Geschäft gewählt, weil mir dieser Anzug irgendwie bedrohlich vorkam. Aber jetzt blieb mir wohl keine andere Wahl mehr. Ein freundliches Bimmeln ertönte, als ich die Tür öffnete. Ohne genau zu wissen warum, fühlte ich mich hier sofort wohler als in dem anderen Laden. Es war hier wesentlich heller, es roch nicht so penetrant nach Gummi und vor allem stürzte sich nicht sofort eine Verkäuferin auf mich. Das konnte natürlich daran liegen, dass sie bereits eine andere Kundin bediente. Ungestört schaute ich mich nun näher in dem Geschäft um. Rechts vom Eingang hingen jede Menge Klamotten aus Lack. Das war aber nicht das Richtige für mich, weil ich diese Sachen zuhause nicht mehr tragen konnte. Am besten wäre wohl etwas aus Leder, denn dieses Material war unverfänglich genug, um es auch zu anderen Anlässen tragen zu können. Ich sah einen Ständer mit Lederröcken im hinteren Bereich des Ladens und ging darauf zu. Dabei kam ich an einer Schaufensterpuppe mit einem blauen Latexkleid vorbei. War dies nicht das Kleid, das Beatrix gestern Abend getragen hatte? Ja, es sah tatsächlich so aus. Das Kleid glänzte hier im hellen Licht noch stärker als gestern im Restaurant. So wenig ich dieses Material auch mochte, so musste ich doch zugeben, dass der Look wirklich außergewöhnlich war. Für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu außergewöhnlich. Ich strich mit der Hand über den Rock und war überrascht wie weich sich dieses Latex anfühlte. Ganz anders als die Gummihandschuhe, die ich zum Putzen benutzte.

» Möchten sie es vielleicht einmal anprobieren? «, fragte eine freundliche Stimme.

Ich drehte mich um und stand wieder einer Verkäuferin gegenüber. Diesmal fühlte ich mich allerdings nicht so beobachtet wie zuvor. Irgendwie hatte diese Frau etwas Mütterliches an sich und ich fühlte mich bei ihr sofort geborgen. Dabei konnte sie höchstens 10 Jahre älter sein als ich. Sie hatte einen schwarzen Wuschelkopf, der mich irgendwie an Videos aus den Achtzigern erinnerte. Ein schwarzes Lackkleid endete knapp oberhalb ihrer Knie und ein paar hohe Stilettos mit roter Sohle rundeten ihr Outfit ab. Im Gesicht war sie eher dezent geschminkt, aber dafür hatte sie an den Fingern lange rote Krallen. Ihr Erscheinungsbild wirkte auf mich sehr sexy, aber nicht nuttig.

» Nein, ich denke nicht, dass dieses Kleid etwas für mich wäre. Ich habe es gestern an einer anderen Frau gesehen und war einfach nur neugierig. «

» Sind sie sicher? Ich denke dieses Kleid würde ihnen ganz ausgezeichnet stehen! «

» Ja, ich bin sicher! Ich mag kein Latex und habe eher an etwas aus Leder gedacht. «

» Und was genau? Hose, Rock oder vielleicht ein Kleid? «

» Ich weiß noch nicht so genau. Einen Lederrock besitze ich bereits, was haben sie denn so an Kleidern da? «

Sie führte mich quer durch den Laden. Die gesamte Rückwand des Geschäfts hing voller Kleider und auf der linken Seite waren die Lederkleider. In der Ecke stand eine weitere Schaufensterpuppe und diese trug ein enges schwarzes Lederkleid, welches vom Hals bis zu den Knöcheln hinunter reichte. Es sah auf den ersten Blick ziemlich steif und unbequem aus.

» Kann man sich in diesem Panzer hier überhaupt vernünftig bewegen? «, fragte ich neugierig.

» Nein! Aber genau das ist ja auch der Clou dabei! «, erwiderte die Verkäuferin lachend.

Natürlich, das hätte ich mir eigentlich auch denken können. Schließlich war das ja hier keine normale Boutique. Da stach mir plötzlich ein knallrotes Kleid mit einem tollen Schnitt ins Auge. Es hatte kurze Ärmel, zeigte etwas Ausschnitt und verjüngte sich an der Taille. Der schmale Rock reichte bis übers Knie und hatte hinten einen Schlitz, damit man normal gehen konnte. Das Kleid war wirklich wunderschön, aber diese Signalfarbe war überhaupt nicht mein Fall. Schließlich wollte ich in der Fetisch Zone ja nicht übermäßig auffallen.


Fortsetzung folgt!
33. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Toree am 04.12.18 19:20

Zitat
Hallo Toree,

ich kann mich nicht erinnern, dass du mein Enkel wärst.

LG
Fist


ICH SAGTE ICH WAR OFT BEI MEINER OMA!
Also kann ich nicht dein Enkel sein!
34. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 05.12.18 13:13

Hallo IronFist,

bei den beiden Freundimnen treffen offensichtlich etwas "verklemmt" mit Vorurteilen auf die noch nicht anwesende Offene mit Interesse an Latex aufeinander.

Wird unsere Verklemmte von Heike mitgeschleift werden in die Tiefen des Schiffes? Ich denke: auf jeden Fall.

Und irgendwann wird die Verklemmte wohl zum hemmungslosen SMler.

Bin gespannt....
jonnyf
35. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von andreas am 06.12.18 10:36

Sehr nett geschrieben, ich bin schon gespannt wie sie sich auf dem Schiff einlebt
36. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 06.12.18 12:54

...ich habe mich bisher noch nie für Kreuzfahrten interessiert. Aber ein derartiges Angebot könnte mich umstimmmen... Bei welchem Anbieter kann ich mich informieren...?
37. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 07.12.18 11:57

Lieber IronFist,

noch ein paar Vorlage:

Lach wer sagt denn, dass ich Maschinist bin …
Ich arbeite doch als Elektriker, das zählt zwar zu den Maschinisten-Jobs umfasst aber die Instandhaltung elektrischer und elektronischer Anlagen im Deck-, Hotel-, Service- und Maschinenbereich. (da lügt aber einer... weder Engine noch Elektrik)

Lach wer will da zum Housekeeping … und Angst vor Bobele? Als Mann?

In welchem Jahrhundert lebst Du, schlafen im Maschinenraum?! – Doch nicht auf so einem Schiff- frech grinse…

… und mich an Deiner ausgezeichneten, spannenden Geschichte erfreue!


Ihr_joe
38. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 09.12.18 19:31

Hallo Toree,

da habe ich wohl noch einmal Glück gehabt.
Denn in diesem Fall habe ich dann auch kein Kind, von dem ich bisher noch nichts wusste.


Hallo jonnyf,

(flüsternd) was hast du dir nur dabei gedacht, so etwas laut auszusprechen.

Sabine lass dich von solchen Kommentaren nicht runterziehen, natürlich bist du nicht verklemmt!!
Nichts ist falsch daran, bisher nie mit Fetisch in Berührung gekommen zu sein. Und es ist auch nicht dein Fehler, dass du auf diesem Schiff gelandet bist.
Es ist vollkommen normal, dass du in deiner Lage etwas nervös reagierst. Denn die Situation ist völlig neu für dich und du kannst ihr auch nur bedingt aus dem Weg gehen.
Am besten du ignorierst einfach seine Worte und zeigst ihm aus welchem Holz du wirklich geschnitzt bist.

Sabine du bist eine tolle Frau!
Lass dir von niemandem etwas anderes einreden.


Hallo andreas,

"nett geschrieben" hört sich fast so an wie "er war stets bemüht". Autsch!


Hallo FE,

solche Kreuzfahrten können natürlich bei IronFist Tours gebucht werden.
Sie sind allerdings nicht ganz billig.


Hallo Ihr_joe,

ich habe nie behauptet, dass du Maschinist wärst.
Als Elektriker sehe ich dich allerdings auch nicht. Nachher legst du noch das gesamte Schiff lahm.
Im Housekeeping kannst du wohl den geringsten Schaden anrichten. Dort verärgert du höchstens mal die Prinzessin auf der Erbse.

Natürlich muss man vor Boris keine Angst haben.
Aber ein nächtlicher Besuch von Bum Bum Becker in der Wäschekammer wäre vielleicht trotzdem etwas störend.

Übrigens noch danke für deine lobenden Worte zu meiner Geschichte.


LG
Fist
39. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 09.12.18 20:33

Zitat

Hallo FE,

solche Kreuzfahrten können natürlich bei IronFist Tours gebucht werden.
Sie sind allerdings nicht ganz billig.



...nachdem ich sowieso keines habe, spielt das doch überhaupt keine Rolle....
40. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 10.12.18 19:06

Hallo FE,

was hast du keines, Geld?

Man kann so eine Kreuzfahrt auch abarbeiten. Vielleicht wendest du dich damit mal an Ihr_joe.
Er scheint sich näher damit beschäftigt zu haben, wie man auf diesem Schiff einen Job bekommt.

LG
Fist
41. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 10.12.18 19:36

Hi IronFist und Sabine,

was war noch mal der nächste Hafen. Ich werde dann zusteigen damit ich sehe aus welchem Holz sie geschnitzt ist oder Schläge bekommt - kicher.

jonnyf
42. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 10.12.18 19:37

...ich habe gehört, dass auf Kreuzfahrtschiffen charmante Eintänzer gesucht werden für die alleinreisenden Damen. Muss dann nur noch einen Tanzkurs machen. Meinst Du, das Arbeitsamt zahlt das...?
43. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von HeMaDo am 10.12.18 20:05

Nein, ich wollte doch nicht mehr…

Jetzt habe ich doch wieder angefangen eine deiner Geschichten zu lesen.
Was soll ich zu dieser Geschichte sagen? Dein Schreibstil ist, wie auch bei deinen anderen Geschichten wieder sehr gut.
Und das was du schreibst, ist flüssig zu lesen, ohne daß der Lesefluss durch viele Fehler unterbrochen wäre.


Aber die Geschichte selbst…
So ein Fragezeichen im Titel ist schon eine fiese Sache. Damit kann man im Titel oder einer Schlagzeile behaupten, was man will, ohne tatsächlich den Beweis erbringen zu müssen.

Ja, ich weiß, was Glück oder ein Happy End sind, darüber lässt sich trefflich streiten, Aber die Geschichten, die ich bisher von dir gelesen habe, weisen irgend wie ein Muster auf, was das Ende der Protagonisten anbelangt und ich habe das Gefühl, daß es dieses Mal nicht anders ist.

Ich bin mal gespannt, ob ich mit meiner Vermutung recht habe oder nicht.


HeMaDo
44. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 10.12.18 20:43

Hallo Ironfist,
vielen Dank für diesen Teil, ich bin gespannt für welches Outfit sie sich entscheidet und was passiert wenn sie tatsächlich in die Fetischzone kommt. Ist ihre Bekannte dann auch dabei ? Wir werden sehen.
VLG Alf
45. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 11.12.18 18:38

Hallo jonnyf,

du weißt doch, dass ich nicht spoilere. Weil du in diesem Fall aber einen Flug buchen musst, mache ich mal eine Ausnahme.
Der nächste Halt wird bei den Virgin-Islands sein. Irgendwie kurios für so ein Schiff, nicht wahr?


Hallo FE,
dann wirst du dich mit deinem Tanzkurs aber schwer beeilen müssen.
In Verbindung mit der Kostenübernahme durch das Arbeitsamt dürfte das kaum zu schaffen sein. Vermutlich musst du dort 12 Formulare ausfüllen, damit dein Antrag nach einem Jahr abgelehnt wird.


Hallo HeMaDo,

da brennt mir doch sofort eine Frage auf den Nägeln. Warum wolltest du nicht mehr?

Es besteht schon ein Unterschied zwischen einer Schlagzeile in einer Zeitung und dem Titel einer fiktiven Geschichte. Bei einer seriösen Tageszeitung halte ich Fragezeichen in der Überschrift für ein No Go, weil sie über Fakten berichten sollen und nicht spekulieren. In einer erfundenen Geschichte kann hingegen alles wahr sein und sei es auch noch so unwahrscheinlich. Wie du schon selbst gesagt hast, dürfte es ziemlich schwierig sein Glück zu „beweisen“, weil jeder etwas anderes darunter versteht. Und genau deshalb habe ich auch das Fragezeichen im Titel gesetzt. Jeder Leser soll selbst beurteilen, ob es für ihn ein Happy End ist oder nicht.

Ein gewisses Muster in meinen Stories lässt sich wohl nicht leugnen. Bei erotischen Geschichten lässt sich das auch nur schwer vermeiden, weil eigene Vorlieben eben mit eine Rolle spielen. In gewisser Weise ist dieses Muster für manche Leser vielleicht auch ein Grund meine neue Geschichte zu lesen. Man mochte die alten Geschichten und erwartet nun etwas „Ähnliches“. Ich kann mich beispielsweise noch gut erinnern, dass ich in den Achtzigern nach dem Kauf einer CD von den Fanta 4 furchtbar enttäuscht war, weil es plötzlich völlig andere Musik war als zuvor. Danach habe ich nie wieder Musik von ihnen gekauft, weil mir die neue Richtung nicht gefiel. Aber egal wie man es auch macht, es wird immer einige geben die es mögen und andere die es nicht mögen.

Jedenfalls bin ich auf dein Fazit am Ende der Geschichte gespannt.


Hallo AlfvM,

ich denke Sabine wird sich wohl eher für konservative Kleidung entscheiden, schließlich will sie ja nicht übermäßig auffallen. Aber was ist schon konservativ in so einem Laden?
Heike hat ihren Auftritt erst in zwei Tagen, daher muss sich Sabine noch alleine mit den „Widrigkeiten“ dieses Schiffs herumschlagen.


LG
Fist
46. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 11.12.18 19:11

Teil 4


» Haben sie dieses Kleid hier auch in anderen Farben? «, mit diesen Worten zeigte ich auf das feuerrote Kleid.

» In Schwarz haben wir es auf alle Fälle da und in Weiß glaube ich nur noch in den Größen 32 und 34. «

» Also in eine 34 werde ich wohl nicht mehr hineinpassen. Aber könnten sie mir das Kleid vielleicht in Schwarz zeigen? Größe 38 bräuchte ich! «

Die Verkäuferin durchsuchte den Kleiderständer, konnte allerdings keines in der richtigen Größe finden. Sie entschuldigte sich kurz und verschwand durch eine Hintertür aus dem Laden. Während die Verkäuferin im Lager suchte, schaute ich mich noch ein wenig um. Da hörte ich plötzlich das Bimmeln der Türglocke und zwei neue Kundinnen betraten das Geschäft. Vermutlich waren die beiden Schwestern, denn eine gewisse Ähnlichkeit war nicht zu übersehen. Die zwei begannen bei den Lackklamotten zu stöbern. Irgendwann zog die etwas größere ein kurzes weißes Kleidchen heraus und hielt es sich vor den Körper. Das Teil war verdammt kurz und hatte ein rotes Kreuz im Bauchbereich. Vermutlich sollte dies wohl das sexy Krankenschwester Kostüm sein. Sehr klischeehaft, aber ohne Zweifel sexy. Die andere Frau lachte darüber und meinte, dass sie dieses Kleid vielleicht mal in Gegenwart von Dr. Hausmann tragen sollte. Dann wäre die nächste Beförderung sicher nicht mehr weit. Waren diese beiden etwa tatsächlich Krankenschwestern? In diesem Moment kam die Verkäuferin mit dem schwarzen Lederkleid zurück. Ich ging in die nächste Umkleidekabine und schlüpfte in das weiche Leder. Das Kleid saß wie angegossen und machte eine schöne schlanke Taille. Mein silberner Gürtel würde sicher ganz hervorragend dazu passen und dürfte die schmale Taille sogar noch weiter betonen. Innerlich hatte ich das Kleid bereits gekauft. Als ich allerdings das Preisschild sah, blieb mir fast die Luft weg. Echtes Leder hatte nun mal seinen Preis. Aber so viel hatte ich eigentlich nicht ausgeben wollen. Ich argumentierte mit mir selbst, ob es das wirklich wert wäre. So langsam musste ich allerdings eine Entscheidung treffen, denn das Boot nach San Juan legte in 20 Minuten ab. Wer weiß wann ich so eine Reise noch einmal machen würde, deshalb sollte ich ausnahmsweise nicht so aufs Geld schauen. Und somit bekam meine Kreditkarte in diesem Geschäft ihren ersten größeren Einsatz.

Ich brachte meinen Einkauf in die Kabine zurück, packte noch ein paar Dinge zusammen und machte mich dann auf den Weg zum Boot. Heute war etwas mehr Seegang als am Tag zuvor und mir wurde auf der Überfahrt nach San Juan furchtbar übel. Den Blick auf den Horizont gerichtet betete ich, dass diese Fahrt bald vorüber war. Ich war heilfroh, als ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Und ich war nicht die einzige, der es so ergangen war. Auch ein paar andere Passagiere sahen nach der Bootsfahrt etwas bleich aus. Nach einer Weile hatte sich meine Übelkeit aber wieder gelegt und ich konnte den Ausflug in vollen Zügen genießen. Ich hatte mir die Altstadt und die Festungsanlagen von San Juan angeschaut, welche malerisch auf einer kleinen Insel lagen. Danach war ich im neueren Teil der Stadt beim Essen gewesen und machte schließlich bis zur Rückfahrt des Bootes noch einen Schaufensterbummel. Dabei gab es eine böse Überraschung, über die ich mich noch heute ärgere. In einer Boutique sah ich genau das gleiche Kleid, welches ich am Morgen gekauft hatte. Allerdings zum halben Preis. Sowas konnte auch nur mir passieren. Auf der Rückfahrt zum Schiff blieb mir glücklicherweise die Seekrankheit erspart, weil sich das Meer wieder etwas beruhigt hatte.

Ich hatte den heutigen Ausflug wirklich genossen und dabei sogar etwas Farbe abbekommen. Nach einer kurzen Dusche machte ich mich für den Abend bereit. Es war seltsam, aber irgendwie freute ich mich jetzt sogar darauf die Fetisch Zone zu erkunden. Vielleicht lag es daran, dass Fetisch auf diesem Schiff völlig normal war und ich mich nicht dafür rechtfertigen musste. Nachdem ich mich dezent geschminkt hatte, schlüpfte ich in mein neues Lederkleid. Der silberne Gürtel und mein schwarz-weißes Paar Pumps vervollständigten mein heutiges Outfit. Ich drehte mich vor dem Spiegel und war mehr als zufrieden mit dem Anblick. So sah eine selbstbewusste Frau aus, die genau wusste was sie wollte. Zumindest stellte ich mir so eine selbstbewusste Frau vor. Jedenfalls verlieh mir diese Vorstellung mehr Sicherheit und einen ähnlich peinlichen Vorfall wie am Morgen würde es hoffentlich nicht mehr geben. Heute kam ich eine Stunde später zum Abendessen als am Tag zuvor. Die Tische waren bereits alle besetzt und an meinem Stammtisch saßen zwei ältere Männer. Dort wollte ich mich eigentlich nicht dazusetzen. Ich schaute mich im Restaurant um und entdeckte schließlich Beatrix, die mir bereits zuwinkte. Sie saß ganz alleine an ihrem Tisch und begrüßte mich überschwänglich. Beatrix stand wohl wirklich auf Latex, denn ihr gestriges Outfit war ziemlich harmlos zu dem was sie heute trug. Ihr Kleid hatte eine gelbbraune Farbe und war völlig transparent. Noch dazu trug sie darunter weder Slip noch BH, so dass man ihre privatesten Stellen gut erkennen konnte. Also ihren Mut hätte ich ganz sicher nicht. So viel wohl zum Thema selbstbewusste Frau. Das Latexkleid hatte lange Ärmel, einen hohen Stehkragen und reichte ihr hinunter bis zu den Waden. Es saß hauteng und modellierte aufreizend ihren schlanken Körper.

» Wo hast du denn Karl gelassen, ist er gestern irgendwo verloren gegangen? «, fragte ich scherzhaft.

» Nein, nein! Er ist nur noch einmal zurück zu unserer Kabine, weil ich meine Handtasche mit dem Schminkzeug vergessen habe. «

Beatrix hatte jedenfalls nicht vergessen sich zu schminken, denn sie trug im Gesicht noch grellere Farben als am Vortag. Ihre Augen schimmerten in einem glitzernden Lilaton, auf ihre Wangen hatte sie ein kräftiges Rouge aufgetragen und ihre Lippen waren Neon orange gefärbt. Ihre Schminke passte sich wohl auch dem extremeren Outfit an. Ich bezweifelte allerdings, dass sie dieses Farbspektakel noch einmal auffrischen musste. Etwa 10 Minuten später kehrte Karl zurück. Gestern hatte ich schon seine tolle Brustmuskulatur unter der Weste bewundert und heute war er komplett oben ohne. Sein ganzer Oberkörper schien eine einzige Muskelpartie zu sein. Wow, sowas bekam man auch nicht alle Tage zu sehen. Er trug eine lange enge Lackhose und ich ertappte mich dabei, wie ich ihm in den Schritt schaute, um festzustellen ob er dort unten ähnlich gut gebaut war. Mein eigenes Verhalten irritierte mich, denn sowas machte ich doch sonst nicht.

Wir hatten beim Essen eine interessante Unterhaltung und ich erfuhr, dass Beatrix Anwältin und Karl Polizist war. Ob so eine seriöse Anwältin aussah? Wohl kaum. Vermutlich musste sich Beatrix im Beruf immer ziemlich spießig kleiden. Deshalb nutzte sie nun hier die Möglichkeit ihre verruchte Seite auszuleben. Warum auch nicht? Karl hatte einige spannende Geschichten aus seinem Berufsleben zu erzählen. Besonders amüsant fand ich die Geschichte über einen jungen Mann, der plante ein Fast Food Restaurant zu überfallen. Zuvor erkundete er das Restaurant, um beim Überfall keine bösen Überraschungen zu erleben. Eigentlich keine schlechte Idee, allerdings hatte sein Plan auch ein paar Schwächen. Sein erster Besuch war gerade mal eine halbe Stunde vor dem Überfall, so dass sich die Angestellten an ihn erinnerten. Das eigentliche Problem war jedoch, dass er sich beim ersten Besuch als Arbeitssuchender ausgegeben und einen Personalfragebogen ausgefüllt hatte. Mit echtem Namen und Adresse. Karl erzählte, dass seine Kollegen nicht schlecht gestaunt hätten, als der Restaurantleiter einen Überfall meldete und dabei den Namen und die Adresse des Täters nannte. Vermutlich war dies wohl ein klassisches Beispiel für „Dummheit gehört bestraft“. Leider hatte ich selbst keine solchen Geschichten zu erzählen. Als Verwaltungsangestellte bei einer Krankenkasse war mein beruflicher Alltag eher langweilig.

Um halb neun brachen wir auf um ins Theater zu gehen. Der „große Santini“ sollte heute auftreten. Von diesem Magier hatte ich sogar schon einmal gehört, auch wenn ich ihn noch nie gesehen hatte. Als Beatrix von ihrem Stuhl aufstand, bemerkte ich erst wie eng ihr Rock wirklich war. Sie hakte sich bei ihrem Mann ein und hoppelte danach mit Minischritten in Richtung Ausgang. Wir kamen kaum voran und ihr aufreizendes Aussehen zog selbst in dieser Umgebung viele Blicke auf sich. Ihr Kleid als unpraktisch zu bezeichnen wäre noch eine Untertreibung gewesen. Warum trug sie nur solch ein Kleid? Vielleicht für ihren Ehemann. Es schien eine Ewigkeit gedauert zu haben, bis wir endlich die gelbe Tür erreichten. Der Uniformierte am Eingang musterte uns kurz und wünschte uns danach einen schönen Abend. Ich verstand mich selbst kaum, aber ich war tatsächlich aufgeregt, diese neue Welt zu entdecken. Anfangs war ich etwas enttäuscht, denn es sah hier auch nicht viel anders aus als auf dem restlichen Schiff. Aber was hatte ich hinter der Tür eigentlich erwartet? Etwa eine wilde Sexorgie, bei der alle übereinander herfielen? Ich hatte wohl eine ziemlich naive Vorstellung von einer Fetisch Zone gehabt. Die Zeit verstrich und irgendwann erreichten wir schließlich ein großes Foyer. Am anderen Ende sah ich 3 offenstehende Flügeltüren und ein Schild verkündete:

Der große Santini
Lassen sie sich von seiner Magie verzaubern und erleben sie den Zauber des Magischen.
Fühlen sie die knisternde Erotik der Überraschung, welche sie magisch verführen wird!


Ganz offensichtlich befand sich dort hinten das Theater. Ob der große Santini auch mit knisternder Erotik warb, wenn er in einer normalen Konzerthalle auftrat? Vermutlich war dieses Plakat ein wenig an das hiesige Publikum angepasst worden. Vereinzelt waren noch ein paar Leute im Foyer zu sehen, die aber allesamt auf die Eingangstüren zu strebten. Beatrix tat zwar ihr bestes, aber wir näherten uns noch immer unglaublich langsam dem Theater. Als wir endlich die mittlere Eingangstür erreicht hatten, bekam ich einen ersten Blick in den Saal. Wow, so groß hatte ich mir das Theater gar nicht vorgestellt. Es musste über mehrere Decks hinweg reichen, denn die Bühne lag bestimmt 15 Meter tiefer als die Eingangstüren. Und es war auch bereits sehr gut gefüllt, denn ich konnte nur in der allerersten Reihe drei freie Sitze direkt nebeneinander entdecken. Eigentlich kein Wunder, denn wir waren ziemlich spät dran. Wir hatten tatsächlich 25 Minuten vom Restaurant bis zum Theater benötigt.

» Ganz vorne gibt es noch drei freie Plätze! «, sagte ich zu Karl und Beatrix.

» Geh du doch schon mal vor und sichere uns die Sitze. Wir kommen dann nach! «, meinte Karl.

Als ich an den Sitzplätzen angekommen war, setzte Beatrix ihren Fuß etwas wacklig auf die dritte Treppenstufe. Kurz darauf zog sie den zweiten Fuß nach. Laufen war mit ihrem Kleid schon extrem schwierig, aber Treppen schienen ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Auch Karl bemerkte, dass sie in diesem Tempo kaum die Sitzplätze vor Showbeginn erreichen konnten. Deshalb legte er sich Beatrix Arm um die Schultern und trug sie dann auf Händen die Stufen herunter. Es sah völlig mühelos aus, auch wenn Beatrix mit ihrer zierlichen Figur sicher nur ein Fliegengewicht war. Aber vermutlich hätte Karl auch mit einem höheren Gewicht keine Probleme gehabt. Ich fragte mich nur, warum er das nicht schon viel früher gemacht hatte. Wahrscheinlich mühte sich Beatrix doch nur seinetwegen mit diesem Kleid ab. Also musste er sie doch dabei nach besten Kräften unterstützen. Na ja, Männer eben! Karl trug Beatrix bis zu unseren Sitzen und dann nahmen die beiden neben mir Platz.

» Meine Damen und Herren, bitte begrüßen sie nun den großen Santini! «, tönte aus den Lautsprechern.

Applaus erschallte, aber von Santini war nichts zu sehen. Plötzlich gab es eine Explosion auf der Bühne. Als sich der Rauch wieder verzogen hatte, stand Santini in einem Smoking mitten auf der Bühne und machte eine tiefe Verbeugung. Er begrüßte das Publikum und legte danach mit seinen ersten Tricks los. Aus dem Nichts zauberte er einen Blumenstrauß hervor und warf ihn einer Frau in der ersten Reihe zu. Nach einer schnellen Drehung hielt er plötzlich eine Flasche Wein in seiner rechten und ein leeres Glas in seiner linken Hand. Einen Moment später war die Weinflasche nur noch halbvoll, dafür allerdings das Glas gefüllt. Dieses volle Weinglas reichte er nun einem Herrn links von uns, während die Flasche wieder direkt vor unseren Augen verschwand. Ich hatte keine Ahnung wie er das anstellte.

» Bitte begrüßen sie jetzt meine reizende Assistentin Andrea! «, kündigte Santini an.

Unter Applaus stöckelte eine ziemlich attraktive Blondine in einem silbernen Paillettenkleid auf die Bühne. Sie stellte sich neben Santini und verbeugte sich tief vor dem Publikum. Dann gab es eine zweite Explosion und urplötzlich hatte Andrea ein goldenes Paillettenkleid an. Natürlich hatte ich im Fernsehen schon Ähnliches von anderen Magiern gesehen, aber es wirkte Live noch viel verblüffender. Und fast immer assistierte dabei eine extrem gut aussehende Frau. Ich hatte noch nie einen männlichen Assistenten gesehen. Vermutlich lag das daran, dass die Assistentin auch die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen sollte, damit der Magier seine Tricks unbeobachtet ausführen konnte. Und diese Aufgabe bewältigte Andrea sogar ganz hervorragend. Plötzlich fiel mir auf, dass die beiden auf der Bühne eigentlich gegen den Dresscode in der Fetisch Zone verstießen. Vermutlich machte man da bei Künstlern eine Ausnahme. Schmunzelnd dachte ich mir, dass Andreas schneller Kostümwechsel mit einem Latexkleid wohl auch etwas schwierig gewesen wäre. Das Programm lief noch eine Weile ziemlich konventionell weiter. Mit Kartentricks und auch dem obligatorischen Kaninchen aus dem Zylinder. Von der angekündigten Erotik war bisher aber keine Spur. Vielleicht einmal abgesehen von Andrea, denn sie war Erotik pur.

» Wie ist dein Name? «, fragte Santini einen jungen Mann ein Stück rechts von uns im Publikum.

» Hans! «, rief dieser zurück.

» Und die junge Frau daneben, gehört sie zu dir? «, fragte Santini weiter.

» Ja, das ist meine Freundin! «, kam nicht ohne Stolz.


Fortsetzung folgt!
47. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Billyboy am 11.12.18 23:08

Santini ist hoffentlich eine Hommage an DEN Santini, einer der besten Fetischautoren die wir je hatten! meiner Info nach lebt er leider nicht mehr, aber deine Story nimmt, um beim Motto zu bleiben, langsam Fahrt auf.
Bin gespannt
Billyboy
48. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 12.12.18 18:46

Hi IronFist,

danke für deine Info - leider hast du das Datum vergessen für die Ankunft auf den Virgin Islands.

Sabine hat sich ja recht schnell entschieden tiefer in die Szene einzutauchen - kann uns ja nur recht sein.

Check doch mal ob noch Plätze an Bord frei sind - es gibt sicherlich viele Interessenten.

jonnyf
49. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 12.12.18 21:23

Hallo IronFist,

Du wendest bei dieser Story einen anderen Schreibstil an. Bei den anderen Stories ging es in Teil 4 meistens schon richtig zur Sache... Dieses Mal ist alles noch völlig harmlos...aber die Spannung steigt. Du hast die Leser auch so völlig in der Hand...
50. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 14.12.18 19:23

Hallo Billyboy,

natürlich ist das eine Hommage an Frederic Santini.

Psst, kann ich dich mal unter 4 Augen sprechen?
Ich muss gestehen, dass ich bei der Namenssuche nicht an den Autor gedacht habe. Aber erzähle es bitte nicht weiter!


Hallo jonnyf,

du meinst ich soll beim Datum schon wieder spoilern? Also schön, aber das ist jetzt das letzte Mal.
Das Schiff wird am 08.01. bei den Virgin-Islands ankommen. Da hast du also nochmal Glück gehabt, denn nach den Feiertagen dürfte es leichter sein einen Flug zu kriegen.

Die Kabine ist allerdings ein Problem, da nur noch Plätze im VIP-Bereich frei sind.
Hier sitzt du wohl leider mit Ihr_joe in einem Boot. Oder du findest zu Weihnachten noch einen großzügigen Spender.

Ich denke nicht, dass Sabine vor hat, tiefer in die Szene einzutauchen. Vermutlich will sie nur mal reinschnuppern.


Hallo FE,

ich würde es nicht einen anderen Schreibstil nennen.
Diese Geschichte ist länger als meine Vorherigen und das gleiche gilt auch für die Einführung in die Handlung.

Beim Korrektur lesen habe ich überlegt, ob ich den Anfang der Geschichte kürzen soll.
Da Sabine aber eine blutige Anfängerin ist und etwas Eingewöhnungszeit auf dem Schiff benötigt, habe ich mich letztlich dagegen entschieden.

Aber ich kann dir versprechen, dass es nicht so harmlos bleiben wird!


LG
Fist
51. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 15.12.18 17:11

...ich vertraue Dir voll und Ganz, dass auch diese Story ein Knaller wird...
52. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 15.12.18 18:02

Hallo IronFist,

Flug ist gebucht - dafür ist jetzt die Kabine finanziell nicht mehr drin -

Werde schon ein Plätzchen im Rettungsboot bekommen.
Ups - wie komm ich an Bord? Vielleicht kann mir einer der anderen helfen?

jonny
53. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 15.12.18 19:21

Hallo jonnyf,

Zitat

Die Kabine ist allerdings ein Problem, da nur noch Plätze im VIP-Bereich frei sind. Hier sitzt du wohl leider mit Ihr_joe in einem Boot. Oder du findest zu Weihnachten noch einen großzügigen Spender.


Lach im Maschinenraum ist auch noch (m)ein Plätzchen frei und ich lass dich abholen. Ich bin aufgestiegen zum Grafen!
Viel besser da kommt man überall hin, ach diese Mädels und Jungs wollen doch immer wieder Fotos zur Erinnerung!

Na ja, die digitalen Fotos braucht man ja nicht mehr entwickeln, dafür "entwickelt" sich die Geschichte aber prima.

Danke Ihr_joe


54. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 17.12.18 19:22

Hallo FE,

von Knaller habe ich doch überhaupt nichts gesagt.
Aber vielleicht sollte ich an Silvester ein paar davon aufheben, um sie stattdessen im nächsten Jahr auf dem Schiff zu zünden.


Hallo jonnyf,

also wenn eine Kabine im VIP-Bereich finanziell nicht drin ist, dann glaube ich nicht, dass dies am Flug liegt.
Bei dem großzügigen Angebot von Ihr_joe wäre ich allerdings trotzdem vorsichtig.

Irgendwie habe ich den Verdacht, dass er dir seinen Job auf dem Schiff andrehen will.
Vermutlich will sich der feine Herr Graf nicht mehr mit schnöder Arbeit belasten.


Hallo Ihr_joe,

du solltest dir mit deinem neu erlangten Adelstitel nicht zu sicher sein.

Es gibt da so eine Gruppe von Leuten, die sich Demokraten nennen. Sie hinterfragen die Gott gewollte Ordnung und sind tatsächlich der Ansicht, dass alle Macht dem Volke gehöre.
Diese Leute gewinnen immer mehr an Einfluss und machen vermutlich auch vor einem neureichen exbürgerlichen keinen Halt.

Pass also besser auf, dass du nicht "zufällig" über Bord gehst.


LG
Fist
55. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 17.12.18 20:51

Lach, Meister der Feder...
Bislang habe ich keine Probleme, die wollen doch nur Fotos, dazu ist ein FotoGRAF doch auf jedem Kreuzfahrtschiff.
Und man kommt überall rein. Oder?

Zitat

Hallo Ihr_joe, du solltest dir mit deinem neu erlangten Adelstitel nicht zu sicher sein.


Ihr_joe

56. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 18.12.18 10:22

Hallo IronFist, hallo ihr_joe,

den Platz im Maschinenraum lehn ich dankend ab. Zudem ist das Problem an Bord zu kommen noch nicht gelöst - ich bin jedoch Tag und Nacht am überlegen.

Manch kreatives habe ich schon, verrate aber nichts.

Hammer... während dem Schreiben fällts mir ein: Im Standkoffer vom "Graf" komm ich an Bord. Da ist genug Platz für mich - grins.

jonnyf
57. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 18.12.18 18:42

Hallo Ihr_joe,

lass mich mal einen Schritt von meiner Leitung treten. Ah, ein Fotograf!
Und plötzlich ergibt dein erster Kommentar auch einen Sinn.

Manchmal verstehe ich Kommentare ja absichtlich falsch, aber diesmal war ich einfach nur schwer von Begriff.
"Von Begriff", könnte das vielleicht auch ein Adliger sein? Wo der Ort Begriff wohl liegen mag?


Hallo jonnyf,

also ich weiss nicht, ob dein Plan mit dem Standkoffer wirklich völlig ausgereift ist.
Nachher wird er verschlossen und du verbringst deinen gesamten Uralub darin.


LG
Fist
58. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 18.12.18 18:43

Warte auf den nächsten Teil
59. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 18.12.18 19:13

Teil 5


» Wie heißt deine Freundin denn? «

» Janine! «

» So so, Janine und Hans. Du scheinst mir Hans im Glück zu sein. Komm doch bitte mal zu mir auf die Bühne! «

Jetzt wirkte Hans ein wenig nervös. Verständlich, denn ich wäre auch nicht gerade begeistert vor so vielen Menschen auf einer Bühne zu stehen. Er erhob sich von seinem Platz, erklomm ein paar Stufen zur Bühne und stellte sich dann neben den Magier. Santini berührte mit zwei Fingern seine Stirn und der Kopf des jungen Mannes kippte augenblicklich nach vorn. Hatte Santini ihn etwa gerade hypnotisiert? So schnell hatte ich das noch nie gesehen. Dem Publikum erklärte Santini, dass er Hans nun ein paar Suggestionen einpflanzen wolle.

» Du kannst dich nicht mehr an deinen Namen erinnern! «, sprach Santini in einer sehr ruhigen Art.

» Sobald jemand den Namen Hans erwähnt, brüllst du wie ein Esel! «, fuhr er fort.

» Sobald du selbst den Namen Janine erwähnst, verspürst du eine große sexuelle Erregung! «

Langsam erschallte Gekicher aus dem Publikum und Janine bekam plötzlich große Augen. An ihrer Stelle wäre ich jetzt auch besorgt. Wer weiß, wo das noch hinführen sollte.

» Sobald du selbst das Wort „Ja“ erwähnst, wird dir furchtbar warm werden und du reißt dir die Kleider vom Leib! «

Santini schnippte mit den Fingern und der Kopf des jungen Mannes hob sich wieder. Er wirkte etwas verwirrt und brauchte ein paar Sekunden bis er realisierte, dass er auf einer Bühne stand.

» Herzlich willkommen in meiner Show! Und du bist wer? «

Der junge Mann schien erst nachzudenken und schaute dann etwas ratlos zu seiner Freundin.

» Mein Name ist Santini und ich bin erfreut dich kennenzulernen. Willst du mir deinen Namen nicht auch verraten? «

» Freut mich auch sie kennenzulernen. Mein Name ist … äh … «

» Du heißt also Äh? «, fragte Santini todernst.

» Nein, natürlich nicht, aber … äh … «

» Vielleicht fragen wir besser mal deine Freundin wie du heißt. «

Janine zögerte erst und entschied sich dann mitzuspielen.

» Hans! «, rief sie zurück.

» IhAhhh! «, kam postwendend aus dem Mund von Hans.

Schallendes Gelächter ertönte aus dem Publikum. Hans hielt sich vor Schreck die Hände vor den Mund. Er runzelte die Stirn und schüttelte leicht den Kopf. Vermutlich versuchte er zu ergründen, was hier gerade vorging.

» Was hast du gerade gesagt Hans? «, fragte Santini mit einem Grinsen auf dem Gesicht.

» IhAhhh! «, ertönte wieder aus dem Mund des jungen Mannes. Inzwischen kugelte sich das Publikum vor Lachen und der Blick von Hans bekam etwas Verzweifeltes. Mir tat der arme Kerl mittlerweile Leid.

» Ich habe gehört, die hübsche junge Frau dort unten ist deine Freundin. Willst du mir vielleicht ihren Namen verraten? «

» Janine! «, kam wie aus der Pistole geschossen. Hans schien froh zu sein, dass er sich wenigstens an ihren Namen erinnern konnte. Aber kurz darauf wurde er etwas unruhig und man konnte sehen, wie sich langsam eine dicke Beule in seiner Hose bildete. Karl direkt neben mir amüsierte sich königlich darüber. Ich fand allerdings, dass dies viel zu weit ging.

» Sag mal fühlst du dich nicht wohl? Möchtest du vielleicht lieber wieder auf deinen Platz zurück? «, fragte Santini gespielt besorgt.

» Ja! «, antwortete Hans erleichtert. Plötzlich wurde sein Kopf knallrot und Schweißperlen bildeten sich auf der Stirn. Er öffnete den Reißverschluss von seiner Jacke und schälte sich aus dem Lackteil. Ein gut gebauter Oberkörper kam zum Vorschein, allerdings konnte er mit Karl nicht wirklich mithalten. Kurz darauf streifte er auch seine Lackhose ab und aus der Beule im Schritt wurde schnell eine waagerecht abstehende Latte. Und in diesem Bereich schien er bei der Vergabe ebenfalls Hans im Glück gewesen zu sein. Plötzlich wurde auch mir warm. Und ich war vermutlich nicht die einzige Frau, der es so erging. Man hörte ein erstauntes Aufstöhnen und es ertönten auch einige Pfiffe. Janine hingegen hatte den Kopf gesenkt und hielt sich die Hand vor Augen. Santini berührte wieder kurz die Stirn von Hans und sofort kippte sein Kopf nach vorne. Die Verspannung etwas weiter unten hatte allerdings Bestand.

» Janine würdest du nun bitte ebenfalls zu mir auf die Bühne kommen! «

Sie hob den Kopf und ich erkannte ihren erschreckten Gesichtsausdruck. Es war nicht zu übersehen, dass sie keine große Lust dazu hatte.

» Keine Angst, ich habe nicht vor dich zu hypnotisieren. Und Hans wird seine Suggestionen morgen früh vergessen haben. Allerdings könnte dir eine davon heute Nacht vielleicht noch nützlich sein. «

Wieder Gelächter bei den Zuschauern, denn es war ziemlich offensichtlich was er mit dem letzten Satz gemeint hatte. Janine zögerte noch immer, aber Anfeuerungsrufe aus dem Publikum ließen sie schließlich doch auf die Bühne kommen. Sie hielt allerdings einen Sicherheitsabstand zu Santini ein, damit dieser nicht ihre Stirn berühren konnte.

» Gibt es irgendwas, was du dir von Hans wünschst? «, fragte Santini.

» Einen Heiratsantrag! «, antwortete Janine nach kurzer Überlegung. Santini lachte über diese Antwort.

» Das ist etwas, was wohl besser aus eigenem Antrieb kommen sollte. Ich habe da eher an etwas gedacht, was du gerne an ihm verändern würdest. Rauchen, Unpünktlichkeit, etwas in der Art! «

Janine überlegte einen Moment und hatte dann eine Idee.

» Ich würde mir wünschen, Hans wäre etwas entschlussfreudiger. Immer wenn es Entscheidungen zu treffen gibt, dann muss ich das tun. «

Santini nickte und überlegte kurz. Dann winkte er Andrea zu sich und flüsterte ihr irgendwas ins Ohr, woraufhin diese von der Bühne eilte. Als nächstes flüsterte Santini auch Hans etwas ins Ohr. Es dauerte nicht lange und Andrea kehrte auf die Bühne zurück. Sie stellte sich zwischen Santini und Janine. In ihren Händen hielt sie ein Tablett, welches mit einem schwarzen Tuch abgedeckt war. Santini schnippte mit den Fingern und sofort erwachte Hans aus seiner Trance. Nach einer kurzen Verwirrung erblickte Hans seine Freundin auf der Bühne und es zeigte sich ein lüsterner Ausdruck auf seinem Gesicht.

» Ihr könnt jetzt wieder zu euren Plätzen zurückgehen. Ich habe hier aber noch ein Abschiedsgeschenk für euch! «, mit diesen Worten zog Santini das schwarze Tuch von Andreas Tablett und es kamen darunter ein paar Handschellen zum Vorschein.

Hans ging sofort zu Andrea, nahm sich die Handschellen und legte diese seiner Freundin an. Janine stand völlig verblüfft da und starrte ihren Freund nur mit großen Augen an. Dann zog der komplett nackte Hans seine Freundin hinter sich her und führte sie gefesselt von der Bühne. Allerdings führte er sie nicht zu den Sitzplätzen zurück, sondern er erklomm die Stufen in Richtung Ausgang. Das gesamte Theater schaute dem Pärchen hinterher. Kurz vor dem Ausgang rief eine Zuschauerin den beiden hinterher.

» Hans, bleib doch hier! «

» IhAhhh! «, schallte es zurück und dann war das Pärchen durch die Tür verschwunden.

Nachdem das Gelächter abgeklungen war, brachte Andrea die zurückgelassenen Kleidungsstücke von der Bühne und Santini führte seine Show fort. Das war dann wohl mit der Erotik gemeint gewesen. Dieses Pärchen würde sicherlich eine spannende Nacht zusammen verbringen. Ob das aber eine ausreichende Entschädigung für eine solch demütigende Vorführung war? Nach einer Reihe harmloserer Tricks wurde eine große Kiste auf die Bühne geschafft. Diese sah ein wenig wie ein Spind aus. Vermutlich würde sich nun Andrea in diese Box stellen und dann darin verschwinden. Auch sowas hatte ich schon bei anderen Magiern gesehen. Allerdings fragte Santini nun nach zwei weiblichen Freiwilligen für den nächsten Trick. Nach den Erlebnissen von Hans und Janine war es aber wenig überraschend, dass sich niemand meldete. Plötzlich hob Karl den Arm seiner Frau in die Höhe. Und kurz darauf wurde mein rechtes Handgelenk gepackt und ebenfalls in die Luft gestreckt.

» Ich will nicht auf die Bühne! «, fauchte ich Karl an und zog meinen Arm schnell wieder zurück.

» Warum nicht? Beatrix geht doch auch! «, fragte er grinsend. Für mich sah Beatrix nicht so aus, als ob sie an der Show teilnehmen wollte. Auch wenn sie sich noch nicht dazu geäußert hatte.

» Ich glaube nicht, dass deine Frau sich freiwillig melden will. Beatrix sag doch auch mal was dazu! «

» Also wenn Karl möchte, dass ich mich melde, dann mache ich das natürlich! «, fiel mir Beatrix in den Rücken. Ich war völlig perplex und Karl grinste mich nur breit an. Dann packte er wieder mein Handgelenk und zog es zum zweiten Mal in die Höhe.

» Wie es scheint haben wir zwei Freiwillige in der ersten Reihe. Einen Applaus bitte für die beiden jungen Damen! «, verkündete Santini bevor ich meinen Arm wieder zurückziehen konnte.

Das Publikum applaudierte und Beatrix erhob sich von ihrem Sitz. Nein!!! Oh verdammt! Karl grinste mich noch immer triumphierend an. Beatrix hoppelte die paar Schritte zu mir und machte dann ein Handzeichen, dass ich mich erheben sollte. Ich wollte mich allerdings nicht so plump übertölpeln lassen und blieb demonstrativ sitzen. Meine Weigerung wurde jetzt auch von den Zuschauern in der Nähe bemerkt.

» Komm, da wird schon nichts Schlimmes passieren! «, rief mir eine Frau zu.

Am liebsten hätte ich zurückgerufen: „Warum hast du dich dann nicht gemeldet?“ Allerdings wollte ich nicht noch mehr Aufmerksamkeit auf mich ziehen und verzichtete deshalb darauf.

» Aufstehen, aufstehen, aufstehen,… «, ertönten die ersten Sprechchöre.

Das lief hier in die völlig falsche Richtung. Die Sprechchöre wurden etwas lauter. Jetzt schaltete sich auch noch Santini ein, indem er das Publikum aufforderte mit einzustimmen.

» Aufstehen, aufstehen, aufstehen,… «, dröhnte es nun von allen Seiten.

Ach verdammt, dieser blöde Gruppenzwang. Schließlich gab ich nach und erhob mich aus meinem Sitz. Ich erntete dafür einen wahren Beifallssturm. Gemeinsam mit Beatrix ging ich langsam zu der kleinen Treppe, welche zur Bühne hinauf führte. Dort bekam Beatrix jedoch ein Problem. Sie versuchte einen Fuß auf die unterste Stufe zu setzen, aber sie konnte ihr Bein nicht weit genug anheben, weil die Stufen zu hoch waren. Sofort sprang Karl auf und eilte zu uns. Er schnappte sich seine Frau und trug sie die Treppe hinauf. Ich dackelte peinlich berührt hinter ihm her und spürte einen dicken Kloß in meinem Hals. Jetzt bloß nicht sowas wie heute Morgen. Du bist eine selbstbewusste Frau, redete ich mir selbst ein. Karl setzte seine Frau auf der Bühne ab und verschwand danach wieder im Publikum. Beatrix hoppelte die letzten Meter bis zu Santini und ich folgte ihr unwillig. Aus dem Zuschauerraum ertönten vereinzelte Pfiffe. Vermutlich war das eine Reaktion auf ihr transparentes Kleid.

» Schön, dass ihr es endlich geschafft habt! Wie heißt ihr zwei Hübschen denn? «, fragte Santini mit einem schelmischen Lächeln. Was für ein blöder Spruch! Der sollte doch froh sein, dass wir überhaupt bei seinem Trick mitmachten.

» Ich bin Beatrix und das hier neben mir ist Sabine! «

Eigentlich war ich ganz froh, dass Beatrix das Reden übernahm. Ich war unglaublich nervös und vermutlich hätte ich keinen vernünftigen Ton herausgebracht. Als Anwältin war es Beatrix wohl gewöhnt vor Leuten zu sprechen. Nach ein paar Willkommensworten ging Santini zu der großen Kiste und öffnete sie. Danach rief er Karl noch einmal auf die Bühne zurück. Er sollte prüfen, ob es einen versteckten Ausgang in dieser Kiste gab. Karl klopfte sie sorgfältig von innen ab und bestätigte dann, dass es keine weiteren Öffnungen in dieser Kiste gab. Natürlich musste es irgendwo einen geheimen Mechanismus geben. Solange diese Öffnung aber verriegelt war, konnte Karl sie mit Abklopfen auch nicht finden. Nachdem Karl die Bühne wieder verlassen hatte, wurde Beatrix aufgefordert sich in die Kiste zu stellen. Eigentlich war ich ganz froh, dass nicht ich in diese Kiste musste. Vielleicht könnte ich hier auf der Bühne sogar herausfinden wie der Trick funktionierte. Beatrix hoppelte langsam auf die Kiste zu und ihr Po schwang dabei aufreizend hin und her. Dies erzeugte im Publikum erneut ein paar Pfiffe. Auch wenn dieser erzwungene Gang äußerst unpraktisch war, so musste ich doch zugeben, dass er ziemlich sexy bei ihr aussah. Beatrix wackelte vorwärts in die Kiste hinein und drehte sich dann darin um. Als nächstes schloss Santini die Kiste wieder und verriegelte sie mit ein paar Vorhängeschlössern. Ich stellte mich etwas seitlich hin, um auch hinter die Kiste blicken zu können. Denn ich vermutete, dass es einen Ausgang auf der Rückseite gab. Santini veranstaltete nun einen magischen Hokuspokus und sprach irgendwelche Beschwörungsformeln. Dazu tänzelte Andrea lasziv um ihn herum. Das Ganze war eindeutig ein Ablenkungsmanöver, weshalb ich die Kiste fest im Blick behielt. Nach etwa einer Minute stoppte Santini seine Beschwörungen und machte sich dann daran die Vorhängeschlösser wieder zu öffnen. Als alle Schlösser entfernt waren, ertönte aus den Lautsprechern ein Trommelwirbel. Santini klappte die Kiste auf. Wie nicht anders zu erwarten, war Beatrix verschwunden und die Kiste leer. Ich hatte allerdings nicht erkennen können, wie er das angestellt hatte. Hinten hatte Beatrix diese Kiste jedenfalls nicht verlassen. Vielleicht gab es ja eine Klappe im Boden. Oder einen versteckten abgeteilten Bereich im Inneren der Kiste. Obwohl mir die Kiste dafür zu klein vorkam.


Fortsetzung folgt!
60. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 19.12.18 19:02

Hallo Trucker,

wer wird denn so ungeduldig sein?


LG
Fist
61. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 19.12.18 19:12

Hallo IronFist,
vielen Dank für die Fortsetzung. Ich bin gespannt wie der Trick funktioniert.Vll. verrätst du es uns noch vor Weihnachten. Falls nicht wünsch ich dir bereits jetzt schöne Feiertage und einen guten Rutsch, sowie viele tolle Einfälle bei deinen Geschichten.
LG Alf
62. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von maximilian24 am 19.12.18 20:11

Also ich hoffe doch, dass wir noch vor Weihnachten die Fortsetzung lesen können, alles andere wäre Folter, und das zu Weihnachten?
Aber unser geschätzter IronFist hat das Talent dazu, seine Fortsetzungen immer an einer so spannenden Stelle zu beenden, dass der Leser förmlich malträtiert wird. Unsere Alternative besteht daher nur in der Frage, unter welcher Fortsetzung wir leiden dürfen.
63. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von confused am 20.12.18 08:09

ich glaube so einige leute sind hier ungeduldig und hoffen auf rasche fortsetzung.

Ich bin gespannt wohin sich die Story entwickelt und vorallem was mit Sabine auf der Bühne passiert
64. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 21.12.18 17:15

Bei so einer spannend geschriebenen Geschichte darf doch auch mal ungeduldig sein. Dankeschön für die geniale Geschichte und super geschrieben.
65. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 23.12.18 19:24

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!


Hallo AlfvM,

du weißt doch, dass Magier ihre Tricks niemals verraten. Und weil ich keinen Ärger mit dem großen Santini will, werde ich seine Tricks ebenfalls nicht aufdecken.
Und schon gar nicht vor Weihnachten, denn ich will ja die Überraschung nicht verderben.


Hallo maximilian24,

also ich würde das nicht Folter nennen, sondern weihnachtliche Vorfreude.
Außerdem stehst du doch drauf ein wenig zu leiden, oder etwa nicht?


Hallo confused,

wie heisst es immer so schön: Geduld ist eine Tugend!
Ich gebe allerdings zu, dass dies vielleicht nicht die richtige Seite für die Tugendhaften ist.

Ich schätze, dass Sabine weniger gespannt auf die weitere Bühnenshow ist. Vermutlich würde sie sich lieber wieder hinsetzen.
Nur bekommt man nicht immer das, was man will. Leider?


Hallo Trucker,

für deine lobenden Worte sei dir ein wenig Ungeduld gestattet.
Aber nicht übertreiben!


LG
Fist
66. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 25.12.18 19:01

Teil 6


Nachdem der Applaus verklungen war, bat Santini auch mich in seine Kiste zu steigen. Ich hatte ein ungutes Gefühl bei dieser Sache. Und ich wollte auch nicht, dass mir Santini zu nahe kam. Schließlich hatte ich nicht vor wie Hans als brüllender Esel zu enden. Abstand zu ihm wahrend ging ich auf die Kiste zu, drehte mich davor um und machte dann einen Schritt zurück. Jetzt kam Santini auf mich zu und mir wurde schlagartig klar, dass ich ihm nicht mehr ausweichen konnte. Ich hob meine Arme an, um ihn abwehren zu können, falls er versuchte meine Stirn zu berühren. Aber alles was er machte, war die Kiste zu schließen. Völlige Dunkelheit umfasste mich. Ob das Publikum wohl meine Angst vor Santini bemerkt hatte? Von draußen hörte ich ein leises Klicken, welches vermutlich von den Vorhängeschlössern stammte. Und dann passierte lange Zeit nichts. Sollte ich hier einfach nur rumstehen oder wurde von mir irgendwas Bestimmtes erwartet? Gedämpft konnte ich ein paar Stimmen hören, aber ich konnte nicht verstehen was sie sagten. Mit meinen Händen tastete ich die Innenwände der Kiste ab, vielleicht musste ich ja irgendeinen Mechanismus auslösen. Allerdings fand ich absolut nichts, denn die Wände waren innen völlig glatt. Es kam mir wie eine Ewigkeit hier drinnen vor, so langsam konnten die mich wirklich wieder raus lassen. Plötzlich hörte ich wieder das leise Klicken und kurz darauf einen Trommelwirbel. Na endlich! Ich hörte ein lautes „Oh“ und danach einen lang anhaltenden Applaus. Aber ich stand immer noch hier im Dunkeln herum. Jetzt begriff ich, was passiert sein musste. Natürlich war Beatrix als erste wieder erschienen. Aber ich hatte mich doch gar nicht aus dieser Kiste heraus bewegt, wie konnte sie dann wieder daraus erscheinen? Anscheinend funktionierte dieser Trick doch anders als ich vermutet hatte. So langsam wurde mir hier drin ziemlich warm. Und ich fühlte mich auch stark eingeengt. Bekam ich etwa langsam Platzangst? Oder hatten sich die Innenwände der Kiste vielleicht verschoben? Erneut tastete ich die Wände mit meinen Händen ab. Aber ich hatte nicht den Eindruck, als ob sich irgendetwas verändert hätte. So langsam reichte es mir wirklich, ich wollte hier endlich wieder raus! Sollte ich vielleicht rufen? Doch dann hörte ich wieder die Stimmen von draußen. Vermutlich war das Santini mit seinen Beschwörungsformeln. Also gut ein paar Minuten gab ich ihm noch, aber danach würde ich versuchen mit Gewalt hier herauszukommen. Kurz darauf ertönte wieder der Trommelwirbel und dann wurde ich von hellen Scheinwerfern geblendet. Na endlich! Das Publikum brach in stürmischen Applaus aus und ich hörte auch eine ganze Reihe von lauten Pfiffen. Als ich mich wieder an das helle Licht gewöhnt hatte, sah ich Santini direkt vor mir stehen. Und ein Stück entfernt stand Beatrix, die mich breit anlächelte. Irgendwas war anders an ihr. Richtig, sie hatte sich umgezogen und steckte nun nicht mehr in diesem Latexmonstrum. War ich etwa so lange in dieser Kiste gewesen? Dieses Lederkleid stand ihr wirklich gut und sie wirkte auch in diesem Outfit richtig sexy. Plötzlich fiel mir der silberne Gürtel auf, der sich um ihre Hüfte schlang. War das nicht mein Gürtel? Und sie trug auch mein Kleid! Was ging hier vor? Plötzlich kam mir ein schrecklicher Verdacht. Ich schaute an mir herunter und sah meine Brüste fest umschlungen von durchsichtigem Latex. Oh mein Gott! Hektisch schob ich die Hände vor meine Brüste. Doch dann fiel mir ein, dass es eine noch intimere Stelle gab, die ebenfalls offen sichtbar war. Also hielt ich eine Hand vor meinen Schritt und verdeckte die Brüste mit dem anderen Arm. Das Publikum amüsierte sich über meine Reaktion. Die hatten leicht lachen, sollten die sich doch mal hier so hinstellen.

Ich versuchte aus der Kiste herauszutreten, aber mein Fuß ließ sich nur ein kleines Stück nach vorne schieben. Nach 5 Minischritten hatte ich es geschafft und war endlich aus dem Ding heraus. Einerseits war ich froh darüber, andererseits stand ich nun aber nackt vor Publikum auf der Bühne. Streng genommen war ich überhaupt nicht nackt, sondern sogar zu sehr großen Teilen bekleidet. Der Kragen des Kleides drückte auf meinen Hals und meine Brüste fühlten sich so an, als ob sie in einem zu kleinen BH stecken würden. Die langen Ärmel klebten mir an den Armen und meine Beine wurden so stark komprimiert, dass ich sie nicht mehr spreizen konnte. Also ja, ich war tatsächlich vollständig bekleidet. Allerdings fühlte ich mich ziemlich nackt. Wie hatte Santini das nur gemacht? Ich hätte es doch eigentlich merken müssen, wenn mir ein anderes Kleid angezogen wurde. Hatte man mich vielleicht betäubt? Oder wurde ich hypnotisiert ohne es zu merken?

» Vielen Dank an unsere beiden reizenden Freiwilligen Beatrix und Sabine, einen kräftigen Applaus bitte! «

Moment mal, hatte er da nicht was Entscheidendes vergessen. Ich wollte aus diesem Latexteil auch wieder heraus. Santini deutete mit dem Arm in Richtung Treppe und für ihn war unser Auftritt damit wohl beendet. Sollte ich fordern, dass er diesen Trick wieder Rückgängig machte? Vermutlich würde ich mich damit aber nur lächerlich machen und noch mehr Aufmerksamkeit auf mich ziehen. Ich schluckte meinen Ärger herunter und wackelte langsam auf die Stufen zu. Nach einer halben Ewigkeit hatte ich endlich die kleine Treppe erreicht. Und nun? Da kam auch schon Karl zu Hilfe. Er hob mich mit Leichtigkeit hoch und trug mich die paar Stufen hinunter. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass er die Situation ausnutzte. Seine linke Hand lag dabei seitlich auf meinem Busen. Sollte ich ihn dafür zur Rede stellen? Andererseits konnte das auch unabsichtlich passiert sein. Und vor allem würde ich später sicher noch seine Hilfe benötigen, wenn ich die Treppe zum Ausgang erklimmen musste. Ich schwieg und bedankte mich sattdessen für seine Unterstützung. Da ich nun von der Bühne herunter war, verzichtete ich darauf meine intimen Stellen mit den Händen zu bedecken. Schließlich konnte ich das nicht ewig machen und ich brauchte meine Arme auch um besser die Balance halten zu können. Bis ich endlich meinen Sitzplatz erreicht hatte, war ich richtig ins Schwitzen gekommen. Und das nach den paar Metern. Das Gehen in diesem Kleid war extrem anstrengend.

» Können wir in meine Kabine gehen und unsere Kleider wieder zurücktauschen? «, flüsterte ich Beatrix zu.

» Lass uns doch morgen die Kleider tauschen, das ist einfacher! «, kam von ihr zurück. Einfacher? Für sie vielleicht, aber ich wollte aus diesem Monstrum endlich wieder heraus.

» Ich bin völlig verschwitzt und dieses Kleid klebt mir überall am Körper! «, flehte ich Beatrix an.

» Das ist ganz normal bei Latex. Was glaubst du wie lange wir brauchen würden, um zu deiner Kabine und danach wieder zurück zu gehen? Inklusive Umziehen wären wir bestimmt eineinhalb Stunden beschäftigt. Bis dahin ist die Show längst vorbei. «

Vermutlich hatte sie damit Recht. Aber von dieser Show hatte ich ohnehin genug. Und ich wollte vor allem dieses Kleid wieder loswerden.

» Dann gehe ich eben alleine. Du kannst dir dein Kleid morgen in Kabine 4026 abholen! «, raunte ich verärgert.

» Sag mal, wohnst du alleine auf deiner Kabine? «, fragte mich Beatrix, als ich gerade aufstehen wollte.

» Warum willst du das wissen? «, fragte ich misstrauisch zurück.

» Nun ja, ohne Hilfe dürftest du aus diesem Kleid nur schlecht wieder herauskommen! «, erwiderte sie lächelnd.

Oh verdammt, das hatte ich gar nicht bedacht. Es gab auf der Vorderseite dieses Kleides keinen Reißverschluss, also ließ es sich vermutlich nur hinten öffnen. Und eingeengt wie ich war, konnte ich den Reißverschluss hinten vermutlich nur schwer erreichen. Wenn überhaupt. Genervt ließ ich mich wieder in meinen Sitz gleiten.

» Und was schlägst du vor? «, fragte ich frustriert.

» Lass uns in Ruhe den Rest der Show genießen und hinterher gehen wir zu dritt noch etwas Trinken. Ich verspreche dir, dass ich dir danach auch bei deinem Kleid helfen werde. «

Welche Wahl blieb mir denn schon. Schmollend saß ich neben Karl und Beatrix und verfolgte den weiteren Verlauf der Show. Santini war wieder zu Standardtricks zurückgekehrt, aber ich war mit meinen Gedanken ohnehin woanders. Ich dachte darüber nach, wie er das bloß gemacht haben könnte. Bei meinen Überlegungen fiel mir eine Ungereimtheit auf. Beatrix war viel schmaler gebaut als ich, wie konnte ich also in ihr Kleid passen? Noch dazu in ein derart enges. Und mein eigenes Kleid hätte Beatrix eigentlich viel zu groß sein müssen, aber es schien ihr wie angegossen zu passen. Mit der Zeit wurde ich durch seltsame Gefühle von meinen Gedanken abgelenkt. Neben dem unangenehm schwitzigen Gefühl stellte sich auch eine merkwürdige Geborgenheit ein. Die Einengung fühlte sich wie eine feste Umarmung an, die ich auf unerklärliche Weise sogar mochte. Mir war außerdem aufgefallen, dass ich ein leichtes Kribbeln verspürte, wenn ich mit der Hand über meinen mit Latex verpackten Körper strich. Ich war irritiert und versuchte zu ergründen, ob die positiven oder negativen Empfindungen überwogen. Eine halbe Stunde später endete Santinis Show. Unter großem Applaus verließ er mit Andrea die Bühne. Karl und Beatrix erhoben sich und auch ich kämpfte mich aus meinem Sitz heraus. Selbst einfaches Aufstehen war mit diesem Kleid schwierig und auch ziemlich anstrengend.

» Lasst uns doch noch in die Eden-Bar gehen! «, schlug Karl vor.

Ich zuckte nur mit den Schultern. Zum einen weil ich die Bars in der Fetisch Zone nicht kannte, aber hauptsächlich deshalb, weil die beiden ohnehin schon über meinen Kopf hinweg entschieden hatten. Arm in Arm schlenderten sie auf die Treppe zu und ich zuckelte so schnell es mir möglich war hinterher. Vor der Treppe warteten die beiden auf mich und tauschten ein paar Zärtlichkeiten aus. Als ich die zwei endlich erreicht hatte, signalisierte Karl mit einer Handbewegung, dass ich auf der Treppe voran gehen sollte.

» Willst du mir denn nicht die Treppe raufhelfen? «, fragte ich schon leicht außer Atem.

» Ich will uns doch nicht den Spaß verderben. Außerdem haben wir doch Zeit! «, antwortete Karl mit einem Grinsen.

» Spaß? Welchen Spaß denn bitte? «, fragte ich verärgert.

» Du glaubst gar nicht wie sexy du aussiehst, wenn du so schön hilflos bist! «, bekam ich zur Antwort.

Ich schäumte vor Wut und hätte ihm am liebsten eine gescheuert. Da legte er sogar nochmal nach.

» Und du bist sogar ganz besonders sexy, wenn du wütend bist! «, lachte er mir jetzt offen ins Gesicht.

» Da muss ich Karl Recht geben! «, mit diesen Worten fiel mir Beatrix jetzt schon zum zweiten Mal in den Rücken.

Die beiden grinsten mich frech an und ich unterdrückte meinen ersten Impuls eine passende Antwort zu geben. Den Triumph einer wütenden Reaktion wollte ich ihnen nicht gönnen. Was war nur los mit Beatrix, von weiblicher Solidarität hatte sie wohl noch nie gehört. Vermutlich war ihr aber der Ehemann einfach nur näher als irgendeine Urlaubsbekanntschaft. Ich hätte die zwei dafür am liebsten erwürgt. Stattdessen stellte ich mich seitlich zur Treppe und setzte meinen rechten Fuß auf die unterste Stufe. Das Latex spannte sich und mein Po wurde zusammengepresst. Als ich einen festen Stand hatte, drückte ich mein Knie durch und war damit auf der ersten Stufe. Allerdings blieb mir auf dieser Stufe nicht mehr viel Platz für meinen zweiten Fuß. Ich stand halb auf dem Treppenabsatz und fürchtete jeden Moment herunterzufallen. Aber Karl beobachtete mich sehr genau und er schien bereit dazu zu sein, mich im Notfall aufzufangen. Das Treppensteigen war mit diesem Rock eine extrem unsichere Angelegenheit und ich fand es ganz und gar nicht spaßig. Mit der Zeit wurden diese Stufen zu einer ziemlich schweißtreibenden Angelegenheit. Seltsamerweise war Schweiß aber nicht der einzige Saft, der bei mir ins Fließen geriet. Das Latex rieb durch die Bewegung sanft an meinen Beinen und erzeugte ein Kribbeln, welches sich immer weiter ausbreitete. Es schien sich direkt in meinem Schritt zu konzentrieren, wodurch ich dort immer feuchter wurde. Wie war das nur möglich? Ich wurde tatsächlich durch simples Treppensteigen angeturnt. Nichtsdestotrotz war ich heilfroh, als ich endlich die letzte Stufe erklommen hatte. Und das auch noch unfallfrei. Das merkwürdigste war allerdings mein Stimmungswechsel. Am unteren Ende der Treppe hätte ich Karl am liebsten geohrfeigt, jetzt war ich jedoch in einem Zustand, in dem ich ihn am liebsten besprungen hätte. Was geschah nur mit mir in diesem Kleid? Sowas war doch sonst nicht meine Art.

Nach einem ewig langen Fußmarsch hatten wir schließlich die Eden-Bar erreicht. Schummriges rotes Licht beleuchtete die Bar. Im Eingangsbereich standen zwei Kreuze in X-Form, an denen zwei fast nackte Männer festgeschnallt waren. Einer der beiden war eindeutig erregt, denn sein bestes Stück begrüßte aufrecht stehend jeden neuen Besucher. Lüstern schaute ich darauf und ich hätte seine Lage am liebsten sofort ausgenutzt. Mein Blick schien auch Karl und Beatrix nicht entgangen zu sein, denn sie flüsterten sich heimlich irgendetwas zu. Mittlerweile war mir das aber auch schon egal. Wir gingen gemeinsam an die Bar, um uns dort ein paar Drinks zu bestellen. Als ich den Barhocker erblickte, bekam ich zuerst einmal große Augen. Denn aus der Sitzfläche ragte ein großer Dildo heraus. Karl drehte seinen Hocker und der Dildo verschwand ganz langsam im Sitz. Beatrix zog jedoch ihren Rock nach oben und ließ sich genüsslich auf diesem Ding nieder. Wie gerne hätte ich es ihr gleichgetan, aber dieses enge Kleid ließ das einfach nicht zu. Seufzend drehte auch ich meinen Hocker bis der Dildo verschwunden war. Dann merkte ich, dass ich mich ohne Hilfe gar nicht hinsetzen konnte, weil der Hocker zu hoch war.

» Karl, könntest du mir bitte helfen! «


Fortsetzung folgt!
67. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 25.12.18 22:55

Wow!
Klasse Fortsetzung
68. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Chaoskarl am 26.12.18 07:40

Klasse! Wo kann ich den großen Santini buchen?
69. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 26.12.18 13:38

eine absolut tolle fortsetzung. So ein "Latexmonstrum" würde ich auch gern mal tragen wollen
70. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 26.12.18 20:38

....tolle Fortsetzung....weiter so....
71. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von maximilian24 am 26.12.18 22:41

sehr spannend! Große Klasse!
72. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 29.12.18 18:10

Super weiter geschrieben und spannend wie immer. Da lohnt es sich mal zu warten. Aber ungeduldig bin ich trotzdem. 😉😉
73. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 30.12.18 16:51

sehr schön. Lese ich immer gerne

dir und allen anderen Schreibern und Lesern der tollen Stories einen guten Rutsch sowie ein gutes neues Jahr.

Hoffe es geht schnell weiter.....

Liebe Grüße
lot
74. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 30.12.18 18:24

Ja, sehr schön ä spannend,
Dann bleibt mir nur ein gutes neues Jahr zu wünschen...

Danke Ihr_joe
75. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von andreas am 31.12.18 08:07

sehr schöne Fortsetzung, mal sehen was in der Bar noch passiert...

Andreas
76. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 31.12.18 19:46

Allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Feiert schön, aber haltet euch mit dem Alkohol zurück. Nicht dass ihr morgen für den nächsten Teil zu verkatert seid.



Hallo marpsp,

ich danke dir für dein Lob.


Hallo Chaoskarl,

ich fürchte du kannst Santini nicht einfach so buchen.
Schließlich ist er der große Santini und er tritt deshalb auch nur vor großem Publikum auf.

In dieser Hinsicht ist der Mann etwas eigen. Er ist eben auch eine große Diva!


Hallo SeguAnimal,

danke für deine netten Worte.

Aber du solltest mit deinen Wünschen besser vorsichtig sein.
Sonst steckt dich der große Santini auf der Silversterparty mit Freunden in so ein Latexmonstrum.


Hallo FE,

auch dir ein Dankeschön.

Aber es wäre doch ziemlich langweilig genauso weiterzumachen. Oder etwa nicht?
Also lasse ich mir lieber etwas Neues einfallen.


Hallo maximilian24,

freut mich, dass dir der letzte Teil gefallen hat.


Hallo Trucker,

ich habe dich beim letzten Mal gewarnt, dass du mit deiner Ungeduld nicht übertreiben sollst.
Anscheinend hat diese Warnung aber nicht bei dir gefruchtet. Da helfen dir jetzt auch keine netten Worte mehr.

Also lasse ich dich auf den neuen Teil bis zum nächsten Jahr warten. Strafe muss sein!


Hallo lot,

nach deinen lobenden Worten darf ich dich natürlich nicht so lange warten lassen.
Deshalb bekommst du eine bevorzugte Behandlung und es geht für dich bereits morgen weiter.


Hallo Ihr_joe,

lass mich dein Urteil mal mit "schön spannend" zusammenfassen.
Dass du Labertasche aber auch immer um den heißen Brei herumreden musst.


Hallo andreas,

natürlich auch einen Dank an dich.
Und wer weiß, vielleicht kommt es in der Eden-Bar ja zum Sündenfall?


LG
Fist
77. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 01.01.19 13:15

Hallo IronFist. Da würde ich noch nicht mal nein sagen. aber ist leider nichts passiert
78. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 01.01.19 18:33

Hallo SeguAnimal,

dann hattest du wohl das Pech, dass der große Santini vergangene Nacht anderweitig beschäftigt war.


LG
Fist
79. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 01.01.19 18:41

ja das schein leider so zu sein
80. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 01.01.19 19:07

Teil 7


Diesmal wurde meine Bitte nicht verweigert. Karl hob mich hoch und setzte mich auf den Barhocker. Danach entschuldigte er sich und verschwand auf die Toilette. Nachdem wir unsere Drinks bestellt hatten, musterte mich Beatrix eingehend.

» Du bist aufgegeilt bis zum Anschlag, nicht wahr? «, hauchte sie mir mit einem schelmischen Grinsen zu. Diese direkte und persönliche Frage hatte mich völlig unvorbereitet getroffen. Mir schoss das Blut in den Kopf und es wurde mir sogar noch wärmer. War mein Zustand so offensichtlich?

» Also … ich … äh … «, stotterte ich herum.

» Du brauchst mir nichts zu erklären, ich weiß ganz genau wie du dich gerade fühlst. Was meinst du warum ich dieses Kleid heute angezogen habe? «, flüsterte sie mir verschwörerisch zu.

» Allerdings konnte ich natürlich nicht ahnen, dass du darin enden würdest. Aber keine Sorge, wir kümmern uns darum, dass du heute noch auf deine Kosten kommst! «

Was sollte das denn heißen? Planten die beiden etwa einen Dreier mit mir? Obwohl ich in meinem aktuellen Zustand am liebsten den nächstbesten Mann vernascht hätte, so war ich mir doch unsicher, ob ich wirklich Sex mit einer Frau haben wollte. Auf einmal schloss Beatrix die Augen, bewegte sanft ihre Hüfte und stöhnte dann leise vor sich hin. Neidisch beobachtete ich sie dabei, denn ich hätte mich jetzt auch zu gerne selbst befriedigt. In diesem Moment kam Karl an die Bar zurück. Er beobachtete, wie seine Frau unruhig auf dem Hocker herumrutschte. Nachdem er dem Barkeeper ein Handzeichen gegeben hatte, überreichte dieser ihm ein kleines Kästchen. Karl blickte mich an und legte den Zeigefinger auf seine Lippen. Irgendetwas hatte er vor.

» So, habe ich dich bei unerlaubter Selbstbefriedigung erwischt! «, sagte er in einem strengen Ton zu seiner Frau. Beatrix öffnete erschreckt die Augen und setzte ein übertrieben künstliches Lächeln auf.

» Nein, ich habe mich nur etwas entspannt! «, erklärte Beatrix mit Unschuldsmiene und klimpernden Wimpern. Nicht besonders überzeugend, aber ich hatte das Gefühl, dass dies zu ihrem gemeinsamen Spiel gehörte. Karl drückte auf einen Knopf an dem Kästchen und plötzlich öffnete sich eine Klappe an der Vorderseite der Bar. Er holte ein paar Handschellen aus der Klappe heraus, fädelte diese hinter einer Stange an der Bar hindurch und schloss sie danach um die Handgelenke seiner Frau. Jetzt war Beatrix an die Bar fixiert und konnte nicht mehr weg. Sie hatte einen lasziven Gesichtsausdruck und es war ziemlich eindeutig, dass sie auf solche Spielchen stand. Als nächstes holte Karl etwas Schwarzes aus der Klappe heraus. Es zeigte sich schnell, dass dies eine Ledermaske war. Er zog sie Beatrix über den Kopf und schnürte sie auf der Rückseite zu. Spätestens an diesem Punkt hätte ich normalerweise fluchtartig die Bar verlassen. Aber ich spürte in meinem Schritt sehr deutlich, dass mich diese Vorführung noch weiter anturnte. Soweit das überhaupt möglich war. Diese Maske verlieh Beatrix ein bizarres Aussehen. Es gab darin Öffnungen für Mund und Augen, und ihre orange geschminkten Lippen bildeten einen krassen Kontrast zu dem tiefen Schwarz der Maske. Aber Karl war noch lange nicht fertig mit ihr, denn als nächstes nahm er sich zwei Seile aus der Klappe. Eines der Seile schlang er mehrfach um das rechte Fußgelenk von Beatrix. Danach fädelte er es durch einen Metallring auf der Rückseite ihrer Maske. Was sollte das werden? Als Karl langsam am Seilende zog, wurde das rechte Bein von Beatrix seitlich nach oben und ihr Kopf nach hinten gezogen. Beatrix stöhnte leise auf. Erst war ich etwas besorgt um sie, aber ihre weit geöffneten Augen schrien „Mach weiter!“. Als ihr Schuh fast die Höhe der Sitzfläche erreicht hatte, hörte Karl auf zu ziehen und verknotete das Ende an ihrem Hocker. Es dauerte nicht lange und Karl hatte auch das zweite Bein seiner Frau auf die gleiche Weise fixiert. Beatrix machte einen völlig hilflosen Eindruck. Aber gleichzeitig wirkte sie in dieser Pose ziemlich erotisch. So langsam verstand ich, was Karl vorhin gemeint hatte. Nämlich, dass ich gerade deshalb sexy aussehen würde, weil ich in dem Kleid hilflos wirkte. Ergab das irgendeinen Sinn? Vermutlich nicht, aber ich war trotzdem gespannt, was er für seine Frau noch geplant hatte. Die Hände von Beatrix klammerten sich an der Stange fest, welche die Vorderseite der Bar umsäumte. Ihr Kopf wurde soweit zurückgezogen, dass sie nun in den Spiegel an der Decke starrte. Und ihre Beine waren so weit gespreizt, dass sie die Außenseiten des Barhockers berührten. Karl strich mit den Händen sanft über die gefesselten Beine seiner Frau. Beatrix Atem beschleunigte sich und sie fuhr mit der Zunge über ihre orangefarbenen Lippen. Dann drückte Karl plötzlich einen zweiten Knopf an dem Kästchen, woraufhin ein leiser Brummton erklang. Beatrix stöhnte laut auf und schloss ihre Augen. Mir war nicht so ganz klar was gerade passierte, aber ich beobachtete wie Beatrix immer unruhiger wurde. Soweit es die Fesselung zuließ, bewegten sich ihre Hüften vor und zurück. Das Brummen schien von ihrem Barhocker zu kommen. Da begriff ich endlich, der Dildo in ihrem Hocker hatte angefangen zu vibrieren. Du meine Güte! Ich versuchte mir vorzustellen, was Beatrix wohl in diesem Moment durchmachte. Etwas ungläubig und mit leicht erhöhtem Atem beobachtete ich die Szenerie. Es dauerte keine Minute bis Beatrix ihre Erleichterung laut herausschrie. Was mich dabei aber am meisten irritierte, war meine Sehnsucht an ihrer Stelle zu sein. In Videos hatte ich natürlich schon SM-Szenen gesehen, aber dort waren sie mir immer brutal und abstoßend erschienen. Was war hier anders? Karl strich mit den Händen sanft über den Körper seiner Frau und Beatrix gab dabei wohlige Laute von sich. Sie erinnerte mich irgendwie an eine schnurrende Katze. Irgendwann ließ er schließlich von ihr ab und wandte sich mir zu. Ich musste schlucken und bekam auf einmal Angst. Nicht unbedingt vor Karl, sondern eher vor mir selbst. In meinem aktuellen Zustand hätte ich wohl allem zugestimmt, solange es mir nur Erleichterung verschaffen würde.

» Wie steht es mit dir Sabine? Du siehst so aus, als ob du Beatrix gerne Gesellschaft leisten würdest! «, raunte mir Karl verführerisch zu.

Jetzt wurde es ernst. Mein Herz raste und ich sah, dass meine Hände leicht zitterten. Ich nickte Karl zu, wohl wissend, dass ich damit mein eigenes Schicksal besiegelte. Aber ich konnte in diesem Moment einfach nicht widerstehen. Er lächelte mich breit an, ging um mich herum und fuhr mir mit einem Finger über meinen Latexrücken. Allein diese winzige Berührung ließ mich bereits aufstöhnen und ich wünschte mir, er würde damit an empfindlicheren Stellen fortfahren. Tat er aber leider nicht. Karl holte sich zwei Seile aus der Klappe und er forderte mich danach auf, meine Hände hinter den Rücken zu nehmen. Er umwickelte erst meine Handgelenke und kurz darauf wurden auch meine Ellenbogen miteinander verknotet. Jetzt war ich wirklich hilflos und ihm völlig ausgeliefert. Und auf irgendeine verschrobene Art machte mich das auch noch an. Als nächstes holte Karl ein Ledergeflecht mit einem roten Ball aus der Klappe. Wozu diente das denn? Ich sollte es sofort herausfinden. Karl stopfte mir den roten Ball in den Mund, zog das Ledergeflecht um meinen Kopf und zurrte das Ganze schließlich an meinem Hinterkopf fest. In einem Spiegel hinter der Bar konnte ich jetzt meinen neuen Look bewundern. Diese rote Kugel mitten in meinem Gesicht sah ziemlich albern aus. Aber merkwürdigerweise turnte mich auch dieser lächerliche Anblick weiter an. Inzwischen hatte sich Karl ein weiteres Seil geholt. Er hob mich von meinem Hocker herunter und stellte mich auf die Füße. Etwas wacklig versuchte ich die Balance zu halten. Das war gar nicht so einfach mit einem extrem engen Rock und hinter dem Rücken gefesselten Armen. Karl verknotete das neue Seil mit meiner Handgelenksfesselung. Kurz darauf wurden meine Arme plötzlich nach oben gezogen. Immer und immer höher. Ich musste mich nach vorne beugen, bis ich irgendwann mit meinem Kopf die Vorderseite der Bar berührte. Hatte ich mich zuvor schon hilflos gefühlt, so konnte ich mich jetzt fast gar nicht mehr rühren. Es gab absolut kein Entkommen mehr und Karl hätte mich in dieser Position problemlos nehmen können. Wäre da nicht das enge Latexkleid gewesen. Leider! Mein Körper gierte nach Zuwendung und ich sollte sie auch bekommen. Mit beiden Händen fuhr Karl meinen Rücken nach oben. Seine Finger wanderten langsam nach vorn und schließlich knetete er ausgiebig meine Brüste. Es war kaum zum Aushalten, meine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt. Stoßartig atmete ich ein und aus. Ich hatte das Gefühl nicht mehr genug Luft zu bekommen. Trotzdem gierte ich nach seinen Berührungen. Ja, mach weiter so! Aber urplötzlich ließ Karl von mir ab. Neiiiiiiiiin!!! Dann traf mich völlig überraschend ein Schlag auf den Hintern. Ein hörbares Stöhnen entwich meiner Kehle. Gleichzeitig begannen meine Muskeln unkontrolliert zu zucken. Ich wurde von weiteren Hieben getroffen und jeder Schlag trieb mich immer weiter in einen bisher ungeahnten Orgasmus hinein. Wie ein Tsunami überrollte mich dieser Höhepunkt und spülte mich meilenweit davon.

Als ich irgendwann japsend zu mir kam, starrte ich auf den Fußboden. Speichel lief mir aus dem Mund und tropfte in langen Fäden auf den Boden. Mein Hintern brannte wie Feuer und in meiner Muschi spürte ich eine pulsierende Wärme. Ich fühlte mich völlig ausgelaugt, empfand aber gleichzeitig eine tiefe Zufriedenheit. Einen solchen Höhepunkt hatte ich noch nie erlebt. Den Kopf drehend suchte ich nach Karl. In meiner derzeitigen Position konnte ich allerdings nicht allzu viel sehen. Vor mir war die Holzverkleidung der Bar, links von mir ein leerer Hocker und auf der rechten Seite konnte ich Beatrix unter den Rock schauen. Auch sie schien voll auf ihre Kosten gekommen zu sein, denn der Sitz des Barhockers zeigte deutliche Spuren ihres Lustsafts. So langsam wurde meine Position aber wirklich unbequem. Ich wünschte mir, dass Karl mich wieder losmachen würde. Wo steckte der Kerl bloß? Nach ihm rufen konnte ich ja schließlich nicht. Eine halbe Ewigkeit schien ich in dieser Position verharrt zu haben, als Beatrix neben mir erleichtert aufseufzte. Kurz darauf konnte ich ihr linkes Bein in mein Blickfeld kommen sehen. Anscheinend wurde sie gerade aus ihrer misslichen Lage befreit. Dann konnte es bei mir hoffentlich auch nicht mehr allzu lange dauern. Vermutlich war ihre Fesselung noch deutlich unbequemer gewesen als meine. Irgendwann erhob sich Beatrix von ihrem Barhocker. Es gab ein schmatzendes Geräusch, als der Dildo aus ihr herausglitt. Kurze Zeit später ließ endlich auch der Zug an meinen Armen nach. Mit der Hilfe von Karl erhob ich mich wieder und stand nun mit weichen Beinen vor meinem „Peiniger“. Diesmal war es allerdings eher ein Zeichen von Erschöpfung, dass ich etwas wacklig dastand.

» Danke! «, krächzte ich heraus, als Karl mir den Knebel abnahm.

» Ist alles OK mit dir? «, fragte er fürsorglich.

Körperlich ging es mir gut, vielleicht abgesehen von der Müdigkeit. Aber geistig war ich völlig aufgewühlt und ich versuchte irgendwie meine Empfindungen zu sortieren. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich mich freiwillig von einem beinahe fremden Mann fesseln lassen würde. Und noch unmöglicher war der Gedanke, dass ich quasi darum gebeten hatte. Diese hemmungslose lüsterne Gier nach Sex kannte ich gar nicht von mir. Eigentlich war ich doch eher eine Romantikerin, die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnte. Aber ich hatte soeben erlebt, wie ich komplett von meiner Lust kontrolliert wurde. Ich war mir nicht sicher, ob mir das gefiel. Karl hatte inzwischen meine Arme von den Seilen befreit und ich rieb mir die Handgelenke, an denen sich jetzt rote Streifen zeigten. Nichts wirklich Dramatisches, aber doch eine Erinnerung daran, was kurz zuvor geschehen war. Der restliche Abend an der Bar war relativ kurz. Wir tranken noch unsere Getränke aus und machten uns danach auf den Weg zu den Kabinen. Mir stand noch ein anstrengender Marsch mit Minischritten bevor und ich war heilfroh, als ich zusammen mit Beatrix endlich meine Kabinentür erreicht hatte. Karl hatte sich kurz zuvor im Aufzug von mir verabschiedet und ich war wirklich dankbar dafür. Auch wenn er mich in einem sehr intimen Moment erlebt hatte, so wäre es mir doch unangenehm gewesen, mich vor ihm auszuziehen. Eigentlich seltsam, oder? Als ich mit Beatrix meine Kabine betrat, wartete eine Überraschung auf uns. Auf dem Bett lag ein Kleidersack und obenauf ein kleiner Umschlag. In dem Couvert steckte eine Karte mit dem folgenden Text:

Vielen Dank, dass sie an meiner Show teilgenommen haben!
Anbei erhalten sie ihre Kleidung zurück. Als Zeichen meiner Wertschätzung möchte ich ihnen ihr Bühnenoutfit zum Geschenk machen.

Gruß Santini


Erstaunt öffnete ich den Kleidersack und fand darin mein Lederkleid, den silbernen Gürtel und meinen Slip. Also hatten Beatrix und ich gar nicht die Kleidung getauscht, sondern es gab unsere Sachen doppelt. Aber wie war das möglich? OK, das Lederkleid hätte sich Santini in dem Laden auf dem Schiff besorgen können. Aber meinen Gürtel hatte ich von zuhause mitgebracht und soweit ich wusste war das ein Einzelstück.

» Das erklärt natürlich einiges! «, äußerte sich Beatrix.

» Ich hatte mich schon darüber gewundert, dass mir dein Kleid so gut passt! «, fuhr sie fort.

Genau das war mir auch schon aufgefallen und dieses Rätsel war hiermit wohl gelöst. Aber woher sollte Santini im Voraus wissen, welche Kleidung seine Freiwilligen tragen würden. Ob das vielleicht ein abgekartetes Spiel gewesen war? Schließlich hatte uns Karl ja mehr oder weniger freiwillig gemeldet. Vielleicht steckte er ja mit Santini unter einer Decke.

» Glaubst du Karl hat etwas damit zu tun? «, fragte ich Beatrix.

» Was meinst du? «, fragte Beatrix verständnislos zurück. Ich erklärte ihr meinen Gedankengang und sie überlegte kurz.


Fortsetzung folgt!
81. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 01.01.19 20:43

...mit solch einer Fortsetzung am Neujahrstag kann 2019 nur ein gutes und spannendes Jahr werden...
82. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 02.01.19 19:38

Welch eine Hammer vortsetzung. Wie gern würde ich so eine kreuzfahrt mal machen. Ich glaube da müsste man mich die ganze reise in einen KG stecken weil ich dauer geil wäre
83. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 03.01.19 08:34

Danke für das schöne Neujahrs Geschenk. Versuche mich in Geduld bis nächsten Dienstag die neue Folge kommt.
84. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 03.01.19 19:53

Hallo ironfist,
als erstes ein gutes neues Jahr und vielen Dank für die tolle Geschichte bitte weiter so.
VLG Alf
85. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 06.01.19 19:16

Hallo SeguAnimal,

da ist das neue Jahr für dich ja gleich mal bescheiden gestartet, weil sich Santini nicht blicken ließ.
Vielleicht konnte ich dich aber mit der Neujahrsfolge ein klein wenig entschädigen.

Ich weiß nicht ob ein KG während der gesamten Dauer einer Kreuzfahrt eine gute Idee ist. Ist so ein Teil überhaupt strandtauglich?
Könnte mir voirstellen, dass es ziemlich unangenehm ist, wenn da Sand reingerät.


Hallo FE,

dein Wort in Gottes Gehörgang.


Hallo Trucker,

dann hat meine kleine disziplanrische Maßnahme ja gewirkt.


Hallo AlfvM,

vielen Dank für deine lobenden Worte.
Ich werde mein Bestes tun, damit euch die Geschichte auch weiterhin gefällt.


LG
Fist
86. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von DarkMephisto am 07.01.19 01:42

Hallo ironfist,

Habe gerade deine Geschichte in einem Rutsch gelesen und bin begeistert.

Ich hoffe das der nächste Teil nicht so lange auf sich warten lässt.

Lg Darkmephisto
87. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 07.01.19 19:05

Hallo DarkMephisto,

es freut mich, dass dir meine Geschichte gefällt.
Ich veröffentliche meine neuen Teile immer Dienstags, also kannst du dich bereits morgen auf eine Fortsetzung freuen.

LG
Fist
88. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 08.01.19 19:03

Teil 8


» Nein, ich denke nicht. Karl ist wie ein offenes Buch für mich und ich sehe ihm an, wenn er etwas vor mir verheimlicht! «, widersprach sie mit Inbrunst.

Ich war allerdings nicht wirklich überzeugt davon. Vielleicht war Beatrix ja auch mit darin verwickelt. Jedoch war es müßig darüber zu spekulieren. Ganz egal ob Karl und Beatrix zu dem Trick beigetragen hatten, er war trotz allem ziemlich erstaunlich. Und ich hatte noch immer nicht die Spur einer Ahnung, wie es funktionierte. Die Kleiderrücktauschaktion mit Beatrix war nun jedenfalls hinfällig. Sie half mir aus dem Latexteil heraus, was sich als ziemlich schwierig herausstellte, weil mir das Kleid überall am Körper klebte. Alleine hätte ich das ganz bestimmt nicht geschafft. Und erneut erlebte ich dabei gemischte Gefühle. Einerseits war ich froh endlich wieder normal laufen zu können, aber andererseits fehlte mir jetzt die warme Umarmung des Latex.

» Da wir ja nun beide das gleiche Latexkleid besitzen, sollten wir unbedingt mal im Partnerlook ausgehen! «, schlug Beatrix beim Abschied vor.

» Du meinst, damit wir ein Schneckenrennen veranstalten können? «, antwortete ich scherzhaft.

Lachend umarmten wir uns und kurz darauf war Beatrix verschwunden. Ihr Vorschlag war durchaus eine Überlegung wert, denn unerwarteter Weise hatte ich den Abend tatsächlich genossen. Ich gönnte mir noch eine warme Dusche und fiel danach hundemüde ins Bett. Allerdings konnte ich trotz meiner Müdigkeit nicht einschlafen, weil mir der vergangene Abend im Kopf herumging. Was sagte mein heutiges Verhalten über mich aus? War ich eine Perverse? Oder gehörte ich vielleicht auch zu den Freaks und wusste es nur noch nicht? Ich fand keine Antworten auf meine Fragen. Aber ich war mir sicher, dass ich diesen Abend gerne wiederholen würde. Irgendwann musste ich dann doch eingeschlafen sein. Am nächsten Morgen wachte ich schweißgebadet auf. Ich hatte einen verrückten erotischen Traum gehabt, in dem ich zusammen mit Beatrix in einem durchsichtigen Latexkleid für zwei steckte. Wir klebten wie siamesische Zwillinge aneinander und hoppelten im Gleichschritt vor Karl herum. Ihr Po rieb dabei an meiner Muschi und meine Brüste wurden fest gegen ihren Rücken gepresst. Karl verfolgte uns und verpasste mir mit einer Gerte regelmäßig Schläge auf den Hintern. Es war wirklich zu schade, dass ich aufgewacht war, denn ich hätte zu gern gewusst wie es weiterging. Schwer atmend kletterte ich schließlich aus dem Bett. Ich brauchte schon wieder eine Dusche und diesmal am besten eine kalte.

Heute lag das Schiff vor den Virgin-Islands und ich plante einen Badeausflug zu machen. Eine gewisse Ironie war nicht zu bestreiten, denn allzu viele Jungfrauen dürfte es auf diesem Schiff wohl nicht mehr geben. Das Wetter war anfangs etwas diesig und ich befürchtete das Baden vergessen zu können. Aber bereits bei der Überfahrt nach Virgin Gorda klarte der Himmel auf. Ein wunderschöner Strand mit einer malerischen Felsformation erwartete mich dort. Genau so hatte ich mir eine karibische Insel immer vorgestellt. Ich lümmelte die meiste Zeit auf einer Liege herum und vertiefte mich in mein Buch. Dr. Morata verbrachte mit der neuen Krankenschwester eine heiße Liebesnacht. Dies war der Auftakt zu einer leidenschaftlichen Affäre. Als seine Verlobte Dr. Mattarella allerdings davon erfuhr, kam es zu einem heftigen Streit und Morata musste sich zwischen den beiden Frauen entscheiden. Und genau an dieser Stelle endete das Buch mit einem Hinweis auf den nächsten Roman. Verdammt nochmal, was für ein beschissener Cliffhanger! Ob ich hier in der Karibik wohl irgendwo die Fortsetzung kaufen konnte? In Papierform wohl kaum und mein E-Book-Reader war zuhause, weil er mir für den Strand ungeeignet erschienen war. So ein Mist! Unterbrochen wurde meine Faulenzerei nur durch gelegentliche Abkühlungen im türkisblauen Wasser. Und obwohl ich mich die meiste Zeit im Schatten aufgehalten hatte, so hatte ich doch richtig Farbe bekommen. Jetzt sah ich wenigstens nicht mehr ganz so käsig aus, wie noch am ersten Tag. Auf der Rückfahrt zum Schiff überlegte ich mir, was ich am Abend machen wollte. Im Theater gab heute Jonny Nash ein Konzert. Aber Country Musik war eigentlich nicht so ganz mein Geschmack. Vielleicht konnte ich Karl und Beatrix ja überreden, dass sie mir mehr von der Fetisch Zone zeigen würden. Denn bisher hatte ich ja bloß das Theater und die Eden-Bar kennengelernt. Das klang nach einem guten Plan.

Als ich mich zum Essen fertigmachte, überlegte ich tatsächlich einen kurzen Moment, ob ich wieder das enge Latexkleid anziehen sollte. Schließlich wollte Beatrix ja im Partnerlook gehen. Allerdings konnte ich nicht mit Sicherheit wissen, ob Beatrix auch heute wieder das Kleid tragen würde. Und zudem würde ich auch Hilfe beim Anziehen benötigen. Dieses Latexkleid musste demnach warten bis Heike hier eintraf. Und weil meine Auswahl an Fetisch Kleidung mehr als dürftig war, blieb mir nur das schwarze Lederkleid für den heutigen Abend. Offensichtlich musste ich meine Garderobe in dieser Hinsicht noch etwas aufstocken, wenn ich nicht jeden Abend mit den gleichen Klamotten ausgehen wollte. Aber vielleicht brachte Heike ja auch etwas Schönes aus Deutschland mit, denn sie hatte die gleiche Kleidergröße wie ich. Auf dem Weg zum Restaurant begegnete mir das Pärchen, welches ich auch am ersten Tag im Flur getroffen hatte. Zumindest vermutete ich, dass sich unter den zwei schwarzen Gummibällen der gutaussehende junge Mann verbarg. Sein Latexanzug schien wie ein Luftballon aufgeblasen worden zu sein, weshalb von seinem stattlichen Körper absolut nichts mehr zu sehen war. Nicht einmal der Kopf. Die blonde Frau nickte mir zu, als wir gemeinsam auf den Aufzug warteten. Sie trug heute ein Lederkleid, welches meinem nicht ganz unähnlich war. Allerdings war ihr Kleid hochgeschlossen und zeigte keinerlei Ausschnitt. Trotzdem war ihre große Oberweite auch unter dem Leder deutlich erkennbar. Was mich aber am meisten erstaunte, das war ihre extrem schlanke Taille. So schmal hatte ich sie gar nicht Erinnerung. Ihre geschwungenen Kurven ließen mich unweigerlich an eine Sanduhr denken. Als der Aufzug eintraf, hoppelte der unförmige Gummiball quietschend in die Kabine hinein. Er war derart breit, dass er beide Seitenwände des Aufzugs berührte. Seine Begleiterin quetschte sich zu ihm in den Aufzug und forderte mich auf ebenfalls einzusteigen. Auch wenn ich mich heute in Gegenwart dieses Pärchens wohler fühlte als am ersten Tag, so hatte ich trotzdem nicht die Absicht im Lift auf Tuchfühlung zu gehen. Deshalb verzichtete ich und wartete lieber auf den nächsten Aufzug.

Heute war mein Stammtisch am Fenster wieder frei. Ich nahm dort alleine Platz, weil Karl und Beatrix noch nirgendwo zu sehen waren. Es gab gegrillten Schwertfisch mit irgendeinem exotischen Gemüse, welches ich nicht kannte. Beides hatte ich noch nie gegessen, aber es war genauso köstlich wie es roch. Nach einer halben Stunde erschienen Karl und Beatrix im Restaurant. Karl hatte heute ein ziemlich merkwürdiges Outfit gewählt, denn er trug Cowboystiefel, ein paar Bluejeans und eine lederne Weste. Vermutlich sollte das zur Country Musik von Jonny Nash passen. Als die beiden näher kamen bemerkte ich den auffälligen Glanz seiner Jeans. Das war gar kein Denim sondern Latex. Und genau wie am Tag zuvor wurde mein Blick magisch von seinem Schritt angezogen. Warum machte ich das ständig? Ich zwang meine Augen in eine andere Richtung und wurde mit dem Anblick seiner Frau belohnt. Beatrix war auch heute in Latex gekleidet, aber sie gab ein völlig neues Bild ab. Sie trug ein ärmelloses rotes Kleid mit Ausschnitt, welches in einen weit ausgestellten Rock überging. Unter diesem Rock konnte man weiße Unterröcke hervor blitzen sehen. Dazu trug sie ein paar rote Pumps mit Metallabsätzen, die extrem laut über den Holzfußboden klackerten. Die Haare hatte sie auftoupiert und sie trug einen kräftigen roten Lippenstift. Irgendwie erinnerte mich ihr heutiges Outfit stark an die fünfziger Jahre. Was mich aber am meisten verblüffte, das war ihre zerbrechlich schmal wirkende Taille. Das wirkte puppenhaft künstlich, fast wie bei einer Barbie. Beatrix hatte zwar keine solch opulenten Rundungen wie die Frau aus dem Aufzug, aber sie wirkte dennoch extrem sexy in diesem Outfit. Diese Wespentaille ließ ihre relativ kleinen Brüste deutlich größer erscheinen. Nach einer herzlichen Begrüßung musste ich das Thema einfach anschneiden.

» Wow, deine Taille sieht ja unglaublich aus. Wie machst du das? «, fragte ich interessiert.

» Genau so, wie es die Frauen auch schon früher gemacht haben. Mit einem Korsett! «

» Du meinst, du hast dich in so einem altertümlichen Teil einschnüren lassen? «, fragte ich verwundert. Ich kannte Mieder die den Körper formten, aber diese erzeugten bei weitem nicht so einen Effekt. Korsetts hingegen hatte ich immer für ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten gehalten.

» Also altertümlich trifft es nicht wirklich, denn dieses Korsett ist sehr modern. Aber einschnüren ist völlig richtig. Karl hat dafür fast eine halbe Stunde benötigt! «

» Und ich liebe es! «, fügte ihr Mann lächelnd hinzu.

» Aber ist das nicht ziemlich unbequem? «, fragte ich etwas naiv.

» Ist das nicht auch bei Stöckelschuhen so? «, fragte Beatrix zurück.

Da war durchaus was dran. Die meisten Frauen trugen zu bestimmten Anlässen auch hohe Schuhe. Das galt auch für mich. Und längere Zeit damit zu laufen konnte zu einer echten Qual werden. Aber wie fühlte es sich wohl an in einem solchen Korsett zu stecken? Vielleicht ähnlich wie in dem Latexkleid? Nein, wohl eher nicht. In Filmen fielen die eingeschnürten Damen immer in Ohnmacht. Natürlich konnte das ein Filmmythos sein, aber ich konnte mir auch gut vorstellen, dass man durch das Tragen eines Korsetts Kreislaufprobleme bekommen konnte. Irgendwann kamen wir auf den vergangenen Abend zu sprechen. Karl wollte wissen, ob es mir gefallen hatte. Es war mir zwar etwas peinlich das offen zuzugeben, aber ich konnte nicht leugnen, dass es ein toller Abend gewesen war.

» Was haltet ihr davon, wenn wir nach Jonny Nash wieder einen Abstecher in die Eden-Bar machen? Mir fällt da bestimmt wieder was Schönes für euch zwei Hübschen ein! «, fragte Karl mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht.

» Jonny Nash? Du willst da wirklich hingehen? «, fragte ich erstaunt.

» Klar, der Mann ist eine lebende Legende! «, antwortete Karl enthusiastisch. Beatrix rollte dabei mit den Augen und war wohl nicht so ganz seiner Meinung.

» Also ich weiß nicht. Auch wenn Jonny Nash eine Legende ist, so bleibt es doch Country Musik. Das ist so gar nicht mein Fall! «, äußerte ich skeptisch.

» Wie wäre es denn, wenn wir beiden gemeinsam losziehen würden? Und nach dem Konzert treffen wir uns dann mit Karl in der Eden-Bar! «, schlug ich an Beatrix gewandt vor.

» Weißt du, Karl liebt Country Musik und er möchte da unbedingt hingehen. Und als seine Frau werde ich ihn selbstverständlich begleiten. Aber wenn du nicht mitkommen willst, dann können wir uns später natürlich gerne in der Eden-Bar treffen. «

Was war nur los mit dieser Frau? Sie war ganz offensichtlich kein großer Fan von Jonny Nash, aber trotzdem musste sie unbedingt ihren Mann begleiten. Hatte sie denn kein eigenes Leben? Manchmal verhielt sich Beatrix wirklich eigenartig. Also schön, dann würde ich eben alleine losziehen und die Fetisch Zone ein wenig erkunden.

» Wir sehen uns dann später in der Eden-Bar! «, rief mir Beatrix über die Schulter zu, als sie zusammen mit ihrem Mann das Restaurant verließ.

Daher marschierte ich alleine los, aber die Fetisch Zone wirkte wie ausgestorben. Anscheinend war dieser Jonny Nash tatsächlich eine ganz große Nummer. Als erstes warf ich einen kurzen Blick in die Oktopus-Bar. Sie war im maritimen Stil eingerichtet, es war hier allerdings nicht so schummrig wie in der Eden-Bar und die Möbel erinnerten auch nicht an Sexspielzeug. Diese Bar war schlicht ein Platz für ein paar Drinks und eine gepflegte Unterhaltung. Jedoch gab es hier im Moment kaum potentielle Gesprächspartner. Ein gelangweilt wirkender Barkeeper schob ein paar Flaschen hin und her, ansonsten war hier aber tote Hose. Ich verließ die Bar wieder und kam als nächstes zu einer Flügeltür über dessen Eingang der Name „Starboard“ prangte. Das Wummern von Bässen drang gedämpft durch die Tür und ich vermutete, dass dies die Diskothek sein musste. Meine Annahme erwies sich als richtig als ich den Laden betrat. Aber auch hier herrschte noch gähnende Leere. Mitten auf der Tanzfläche stand ein merkwürdiges Gestell, zwischen dem sich ein riesiges Spinnennetz ausbreitete. Ob man damit wohl aufdringliche Antänzer einfangen konnte? Dieser Gedanke ließ mich schmunzeln. An den Wänden sah ich einige dieser Kreuze, die ich schon im Eingangsbereich der Eden-Bar gesehen hatte. Und direkt vor dem Pult des DJ stand etwas, das wie ein mittelalterlicher Pranger aussah. Dieser Club war definitiv für Fesselspielchen ausgestattet. Hoch über dem DJ hing eine große Videowand, auf der im Moment ein Film zu sehen war. Eine Frau in einem merkwürdigen Outfit stolzierte umher und schwang ihre Knie dabei hoch in die Luft. Sie trug lange Stiefel, deren Sohlen wie Hufe aussahen. Und über den ganzen Körper verzweigte sich ein Ledergeschirr, welches ihre intimeren Stellen aber mehr betonte als bedeckte. Seitlich der Augen saßen ein paar Scheuklappen, während zwischen ihren Zähnen eine Trense steckte. Quasi als Krönung wedelten auf dem Kopf noch ein paar lange Federn im Rhythmus ihrer Schritte hin und her. Kein Zweifel, diese Frau sollte ein Pferd darstellen. Aber warum, sollte das etwa erotisch sein? Zugegeben sie zeigte sehr viel Haut und es war deshalb natürlich auch erotisch. Diese ganze Pferdenummer erschien mir allerdings ziemlich unnötig. Ich hatte genug gesehen und machte kehrt, um die Diskothek wieder zu verlassen.


Fortsetzung folgt!
89. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 08.01.19 21:28

Wie immer - mal wieder eine wirklich klasse Fortsetzung.
Da scheint sich mir viel Raum für weitere "Abenteuer" zu entwickeln...
90. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von FE am 08.01.19 22:42

....Danke, dass Du uns Lesern in dieser Fortsetzung etwa Luft zum Atmen von der vorhergehenden gewährst...
91. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Ihr_joe am 09.01.19 00:08

Vielen Dank, hab doch glatt den letzten Teil nicht kommentiert, das ändert sich jetzt, liest sich prima, wobei, wie macht er das nur mit den Kleidern, klar kannst Du nichts verraten... genau so wie über diesen Jonny (aus) Nash(ville) - ist ja auch gut so, sonst bräuchte ich ja nicht weiter lesen...
Aber ein Gängefeger ist der Kerl oder wie nennt man die Gassen vom Schiff?

Huch, jetzt habe ich auch diesen letzten Teil kommentiert, dabei war er doch nicht der Letzte oder doch?
Sicher nicht Du schreibst ja weiter... oder doch? Ist dann der Nächste der Letzte? Sachen gibts, nicht zu glauben.

Na ja eins ist sicher, er ist nicht das Letzte, wie könnte er auch.

Vielen Dank für den Lesespaß
Ihr_joe

92. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von SeguAnimal am 09.01.19 04:55

eine Absolut tolle Fortsetzung die du wieder geschrieben hast.
Mir gefällt die geschichte immer mehr und ich warte schon immer den Dienstag ab um weiter lesen zu können.
Ich bin sehr gespannt in welches "abenteuer" sie diesen Abend wieder erleben wird
93. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 09.01.19 08:24

Super weiter geschrieben und spannend wie immer. Da lohnt es sich mal zu warten bis es weiter geht. Allerdings steigt mit jeder Fortsetzung die Ungeduld wieder an.😉😉 bis Dienstag.
94. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von AlfvM am 09.01.19 18:40

Hallo IronFist,
auf dem Schiff gibt es im Fetischbereich bestimmt noch mehr zu entdecken. Vll. wirft sie auch noch einen Blick in die Show. Vielen Dank.
VLG Alf
95. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von jonnyf am 09.01.19 21:26

Hi IronFist,

war jetzt doch länger unterwegs als geplant. Bin jetzt auf den Virgin Islands wie angekündigt.

Im nächsten Teil bin ich dann wohl auf dem Schiff.....

jonnyf
96. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von lot am 10.01.19 17:55

Tolle Fortsetzung.
Lass sie doch mal für ein/zwei Tage in nem KG rumlaufen auf dem Schiff.
Heiß wie ne läufige Hündin ist sie ja schon.

liebe Grüße
97. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Rainman am 11.01.19 02:25

Hallo IronFist.


Tolle Geschichte von dir. Gut geschrieben und toll zu lesen.

Bin ja schon auf das Ende gespannt, welches verkorkste Ende du uns diesmal erwarten läst.


MfG Rainman
98. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 15.01.19 18:56

Hallo marpsp,

feut mich, dass es dir gefallen hat.
Auf so einem Kreuzfahrtschiff ist naturgemäß sehr viel Raum.


Hallo FE,

mit anderen Worten heißt das, dass der letzte Teil langweilig war.


Hallo Ihr_joe,

also vom letzten Teil sind wir noch ein ganzes Stück entfernt.
Wo wir doch gerade einmal bei Tag 3 der Kreuzfahrt angekommen sind.

Ich kenne natürlich auch nicht die Tricks des großen Santini, aber ich habe die Vermutung, dass da ein Magic Glamour Alkoven im Spiel sein könnte.


Hallo SeguAnimal,

immer wieder schön, so etwas zu hören.
Mal schauen was der nächste Abend für Sabine bringt.


Hallo Trucker,

mir scheint du bist mit deiner Ungeduld ein hoffnungsloser Fall.


Hallo AlfvM,

ich bin eher skeptisch, ob Sabine und Country Musik noch zusammenfinden.
Aber da lässt sich doch bestimmt irgendetwas anderes finden.


Hallo jonnyf,

wenn du bisher noch nicht an Bord bist, dann hast du eine Problem.
Es ist bereits Abend und das Schiff ist schon wieder Unterwegs in Richtung Anguilla.

Da wirst du wohl Insel-Hopping betreiben müssen.


Hallo lot,

in Sachen KG bist du bei meinen Geschichten leider falsch.
Ich kann mit diesen Dingern nichts anfangen, weshalb meine Protagonisten um diese Teile immer herumkommen.


Hallo Rainman,

ein verkorkstes Ende? So wie in meinen bisherigen Geschichten? Autsch!
Sagen wir es einmal so, dass ich mich diesmal besonders bemüht habe nicht zu abrupt abzuschliessen.


LG
Fist
99. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 15.01.19 19:26

Teil 9


Über der nächsten Tür hing einfach nur ein Schild „Casino“. Ich betrat das Spielcasino und stellte erfreut fest, dass hier ein bisschen mehr los war. Das Casino war zwar bei weitem nicht voll, aber hier kam man sich wenigstens nicht ganz so einsam vor. Eigentlich könnte ich doch auch mal mein Glück versuchen. Ich war zusammen mit Heike mal in Baden-Baden im Spielcasino gewesen und wir hatten damals sehr viel Spaß gehabt. Der Trick dabei war, dass man sich vorher ein Limit setzte und aufhörte sobald das Geld weg war. Also tauschte ich für 100 Euro Chips ein. Als erstes setzte ich mich an einen Black Jack Tisch. Anfangs hatte ich zwei Mal gewonnen, danach ging es aber steil bergab. Nachdem ich schließlich 40 Euro verloren hatte, wollte ich es mit einem anderen Spiel versuchen. Beim Roulette schaute ich zuerst eine Weile lang zu. Ein junger Mann in einem Bikeroutfit schien eine Glückssträhne zu haben. Die Chips stapelten sich vor ihm und ich schätzte, dass dort mehrere Tausend Euro lagen. Er war richtig euphorisch und seine blonde Begleiterin stachelte ihn an weiterzumachen. Persönlich hatte ich das Gefühl, dass er besser aufhören sollte. Das schienen mir die perfekten Rahmenbedingungen zu sein, um alles sofort wieder zu verlieren. Eine emotionale Hochstimmung plus eine hübsche junge Frau, die er beeindrucken wollte. Unglücklicherweise sollte ich mit meiner Vorahnung Recht behalten. Je öfter er verlor, umso riskanter setzte er danach. Und schon 20 Minuten später waren alle seine Chips wieder verloren. Armer Kerl! Ziemlich geknickt zog er zusammen mit seiner Begleiterin ab. Jetzt beteiligte ich mich auch selbst an dem Spiel. Ich setzte immer nur kleinere Beträge und zumeist auch nur auf die einfachen Einsätze. Auf diese Weise konnte man relativ lange spielen, weil sich die Gewinne und Verluste in etwa ausglichen. Nach etwa 45 Minuten hatte ich aber eine richtige Pechsträhne, denn ich verlor 8-mal in Folge. Mir waren nur noch 2 Chips a 5 Euro geblieben und ich beschloss meinen Casinoabend zu beenden. Weil ich zuletzt so viel Pech gehabt hatte, setzte ich meine letzten beiden Chips auf die 13. Der Croupier ließ die Kugel rollen, sie hüpfte etwas im Kessel herum und blieb schließlich liegen.

» 13 – Noir – Impair – Manque! «, verkündete der Croupier laut.

Ich konnte es nicht fassen und schaute ungläubig auf die kleine Kugel. Da hatte ich doch gerade tatsächlich 350 Euro gewonnen. Anscheinend war mein Abend im Casino wohl doch noch nicht zu Ende. Aber ich würde jetzt nicht den gleichen Fehler machen wie der junge Mann zuvor. Am besten machte ich zuerst einmal eine Pause und genehmigte mir einen Drink. Auf dem Weg zur Bar hörte ich plötzlich einen Mann laut schimpfen.

» Schon wieder! Das gibt’s doch gar nicht! Mir reicht‘s, ich steige aus! «

Ein Mann im mittleren Alter erhob sich von einem Pokertisch, sammelte seine verbliebenen Chips ein und stürmte dann wütend an mir vorbei. Offensichtlich hatte er gerade verloren. Ob ich vielleicht seinen Platz an dem Pokertisch einnehmen sollte? Ich hatte früher immer mit meinen Brüdern gepokert und sie dabei regelmäßig abgezockt. Ja warum eigentlich nicht, ich würde einfach vorsichtig setzen. Und selbst wenn ich etwas Geld verlieren sollte, so würde ich den Abend am Ende trotzdem mit einem Gewinn abschließen.

» Hätten sie etwas dagegen, wenn ich ins Spiel einsteigen würde? «, fragte ich in die Runde.

» Natürlich nicht, bitte nehmen sie Platz! «, antwortete lächelnd ein grauhaariger Mann, der auf der gegenüber liegenden Seite des Tisches saß. Er hatte die meisten Chips hier am Tisch und schien derjenige zu sein, den es zu schlagen galt. Links von mir saß eine stark geschminkte Frau, deren Outfit mich an Mitglieder aus der Gothic Szene erinnerte. Allerdings schien sie mir dafür ein wenig zu alt zu sein, denn ich schätzte sie auf Mitte 40. Doch natürlich konnte es auch Gothics in diesem Alter geben, vermutlich war das einfach nur ein Vorurteil von mir. Der Herr rechts von mir sah ziemlich unscheinbar aus, selbst in seinem Fetisch Outfit. Er musste um die 30 sein und hatte bereits den Ansatz einer Glatze. Eigentlich ein typischer Durchschnittsmann, der einem nicht besonders auffiel, wenn man ihn auf der Straße traf. Allerdings stellte sich dieser Durchschnittstyp als ziemlich aggressiver Pokerspieler heraus. Er ging fast jede Runde mit, erhöhte ständig und liebte es anscheinend zu bluffen. Jedoch hatte er das Pech, das der grauhaarige Mann seine Bluffs immer wieder erkannte und ihn jedes Mal heftig bluten ließ. Auch ich hatte es einmal mit einem größeren Bluff versucht und wurde dafür von meinem Gegenüber kräftig über den Tisch gezogen. 80 Euro hatte er mir in diesem einen Spiel abgeknöpft und ich ärgerte mich mächtig darüber. Vermutlich hätte mir der Abgang meines Vorgängers besser eine Warnung sein sollen. Aber dafür war es nun zu spät. In der Folge spielte ich wieder vorsichtiger und ging nur noch bei sehr guten Blättern mit. Deshalb hielten sich meine Verluste danach auch in Grenzen. Und dann bekam ich plötzlich ein sagenhaftes Blatt. Ich hatte 3 Buben auf der Hand und als ich zwei Karten tauschte bekam ich auch noch den vierten hinzu. Jetzt war endlich die Chance gekommen, mich an dem Grauhaarigen zu revanchieren. Den Einsatz erhöhte ich nur leicht, damit die anderen nicht gleich ausstiegen. Trotzdem passte die Gothic Frau sofort und der Grauhaarige ging lediglich mit. Aber auf unseren Durchschnittstypen war Verlass, denn er erhöhte gleich kräftig weiter. Ich erhöhte sein Gebot erneut nur leicht und hoffte, dass er weiter steigern würde. Doch nun verblüffte mich der Grauhaarige, indem er gleich um 100 Euro erhöhte. Eine solche Erhöhung hatte es bisher noch nicht einmal im Ansatz gegeben. Der Mann rechts von mir schluckte und stieg schließlich aus. Sollte ich mitgehen oder sollte ich weiter erhöhen? Ich schaute meinem Gegenüber ins Gesicht und versuchte zu ergründen, ob er tatsächlich ein besseres Blatt haben könnte als ich. Er verzog allerdings nicht die geringste Miene. Aber seine Karten konnten einfach nicht besser sein als meine. Oder etwa doch? Ein kurzer Blick auf meine Chips verriet mir, dass ich noch 205 Euro hatte.

» Also schön, wie sie wollen. Ihre 100 und ich erhöhe um weitere 105! «

Jetzt lieferte ich mir ein Blickduell mit meinem Rivalen. Er schien zu überlegen, ob ich tatsächlich ein gutes Blatt haben könnte.

» OK, ihre 105 und dann noch weitere 500! «, verkündete er mit einem breiten Lächeln.

Bei dieser Summe klappte mein Unterkiefer herunter. Verdammt, ich hätte vorhin einfach mitgehen sollen, anstatt zu erhöhen. Sollte ich jetzt tatsächlich 500 Euro in neue Chips investieren? Damit würde ich gegen meine eigene Regel mit dem Limit verstoßen. Aber mit diesem Blatt konnte ich doch eigentlich nicht verlieren.

» Warten sie bitte kurz auf mich, ich muss mir erst neue Chips besorgen! «, sagte ich zu meinem Gegenüber.

» Ich fürchte das geht nicht, sie dürfen während des Spiels den Tisch nicht verlassen! «, erklärte er mir mit einem Grinsen über das ganze Gesicht.

» Aber so viel habe ich nicht mehr! «, sagte ich verärgert und deutete auf seinen Einsatz.

» Nun dann werden sie wohl aussteigen müssen! «, konterte er kurz.

Ich schäumte innerlich, denn dieser Mistkerl wollte mich einfach aus dem Spiel rausdrängen. Ob er wohl meine Armbanduhr als Einsatz akzeptieren würde? Vermutlich nicht und ehrlich gesagt war sie auch gar nicht so viel Wert.

» Darf ich ihnen vielleicht aushelfen! «, sagte ein dunkle Stimme und eine Hand legte einen 500 er Chip vor mir auf den Tisch. Ich drehte mich zu der Stimme um und mein Herz blieb vor Schreck fast stehen. Hinter mir stand George Rooney und lächelte mich breit an. Er trug einen Smoking, aber der ungewöhnliche Glanz ließ mich vermuten, dass dieser aus Latex gefertigt war.

» Nachdem sie gewonnen haben, können sie mir den Chip einfach wieder zurückgeben! «, fuhr er fort.

Ich hatte noch immer keine Worte gefunden und schaute von Rooney zu dem Chip direkt vor mir. Der Grauhaarige hatte jetzt einen besorgten Gesichtsausdruck. Ob Rooney wohl mein Blatt kannte? Oder hatte er vielleicht einfach nur meinen Gegner verunsichern wollen? Egal, jetzt war meine Zeit gekommen den Grauhaarigen über den Tisch zu ziehen.

» Vielen Dank! «, stotterte ich Rooney zu.

» Ich will sehen! «, mit diesen Worten schob ich den 500 er Chip in die Mitte des Tischs.

Mein Gegner zeigte noch immer sein Pokerface, aber es wirkte längst nicht mehr so überzeugend wie zuvor. Seine Stirn war leicht gerunzelt und die Augenbrauen zogen sich zusammen. Sollte er etwa nervös sein? Ich zeigte ein breites Lächeln und deckte danach langsam Karte für Karte auf. Als ich den vierten Buben umgedreht hatte, starrte mich mein Gegenüber ungläubig an. Diese Genugtuung hatte ich gebraucht. Doch ganz plötzlich verwandelte sich das Gesicht meines Gegenübers in eine grinsende Grimasse. Dann deckte er genüsslich vier Damen auf und begann laut zu lachen. Geschockt starrte ich auf seine Karten. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Das war doch nicht möglich. Wie konnte ich dieses Spiel nur verlieren? Die Wahrscheinlichkeit für zwei solche Blätter zur gleichen Zeit musste doch verschwindend gering sein. Zu meinem ersten Schock gesellte sich jetzt auch Verärgerung. Er musste betrogen haben! Aber ohne einen Beweis konnte ich eine solche Anschuldigung natürlich nicht laut äußern. Ich stand auf und wollte so schnell wie möglich weg vom Ort meiner Schmach. Als ich mich umdrehte stand ich direkt vor Rooney.

» Das tut mir leid! «, sagte er mitfühlend.

» Sie werden ihr Geld natürlich wieder zurückbekommen! «, stammelte ich um Fassung ringend.

» Ach vergessen sie das Geld einfach. Kommen sie, ich lade sie zu einem Drink ein! «

» Aber … das geht doch nicht … es war doch ihr Geld! «

» Glauben sie mir, ich kann den Verlust verschmerzen. Aber mein Schmerz könnte gelindert werden, wenn ich eine reizende junge Dame zu einem Drink einladen darf! «, zu seinen Worten machte er eine übertrieben theatralische Geste.

Ich musste lachen und fühlte mich gleich ein wenig besser. Er war nicht nur gutaussehend, sondern hatte auch noch Charme und Witz.

» Ich bin übrigens George! «, stellte er sich mit einem Lächeln vor.

» Oh, ich weiß ganz genau wer sie sind. Und ich kann noch immer nicht glauben, dass ich hier mit ihnen spreche. «

» Dass ich mit dir spreche, wolltest du doch sicher sagen! «, korrigierte er mich. Zuerst begriff ich gar nicht was er damit meinte.

» Wie? «, fragte ich verständnislos. Doch dann dämmerte mir, dass ich ihn wohl duzen sollte.

» Ach so, ja klar! Und ich heiße Sabine! «

Wir gingen gemeinsam in die Oktopus-Bar um dort unsere Drinks zu nehmen. Irgendwie hatte sich das Desaster im Casino in ein Date mit George Rooney verwandelt. Nun eigentlich war es nicht wirklich ein Date, aber wir verbrachten einen schönen Abend miteinander. George war ein aufmerksamer Gesprächspartner und ich erfuhr sogar ein paar Details aus seinem Privatleben. Ich war verwundert gewesen, dass er so gut Deutsch sprach. Doch dann erzählte er mir, dass er in Nürnberg aufgewachsen war und erst im Alter von 15 mit seinen Eltern nach Amerika gezogen war. Wir tauschten Telefonnummern aus und auf meine Bitte hin machten wir auch noch ein Selfie zusammen. Ohne das Foto hätte mir Heike diese Geschichte niemals geglaubt. Mit steigendem Alkoholpegel wurde auch ich redseliger und ich erzählte von meinem gestrigen Erlebnis mit Santini und dem anschließenden Bondage Abenteuer mit Karl und Beatrix. George schien mir hierbei ganz besonders interessiert zuzuhören. Eigentlich nicht weiter verwunderlich, schließlich ging es ja dabei um Sex. Beim Erzählen der Geschichte bemerkte ich, dass ich Karl und Beatrix versetzt hatte. Das war gar nicht meine Absicht gewesen, ich hatte bei dieser angenehmen Gesellschaft einfach nur die Zeit vergessen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich aber trotzdem und ich würde mich bei den beiden entschuldigen müssen.

» Was hältst du davon, wenn wir morgen Abend gemeinsam essen würden? «, fragte mich George zu fortgeschrittener Stunde.

» Eine tolle Idee, sehr gerne! «, antwortete ich begeistert. Im gleichen Moment fiel mir aber ein, dass Heike morgen eintreffen würde. Es wäre ziemlich schäbig von mir, sie am ersten Abend auf dem Schiff sitzen zu lassen.

» Ach nein, das geht ja gar nicht! Meine beste Freundin Heike kommt morgen an und ich will sie nicht gleich alleine lassen! «

» Dann bring sie doch einfach mit! Ich bestell uns einen Tisch im Restaurant Oceanview. «

» Wirklich? Super! Meine Freundin wird ausflippen, wenn ich ihr davon erzähle. Sie ist ein großer Fan von dir! «

Ich überlegte einen Moment und erinnerte mich an meinen Schiffsrundgang am ersten Tag. Restaurant Oceanview, war ich da schon mal gewesen? Nicht das ich wüsste. Hatte ich dieses Restaurant beim Rundgang vielleicht übersehen?

» Sag mal George, wo ist dieses Restaurant Oceanview eigentlich? «

» Es liegt auf Deck 9 im VIP-Bereich! «

» Ach deshalb kenn ich es nicht. Und wie komme ich da hin? Im Aufzug gibt es keine Knöpfe für die Decks im VIP-Bereich. «

» Ja, für diese Decks benötigt man eine spezielle Schlüsselkarte. Aber keine Sorge, ich lasse euch morgen um 20 Uhr abholen und zu mir bringen. «

» Abgemacht! «, sagte ich begeistert. Auch wenn der heutige Abend noch kein Date gewesen war, so konnte der morgige vielleicht eines werden. Unglaublich, ich hatte tatsächlich eine Verabredung mit George Rooney. Hoffentlich entwickelte Heike nicht auch irgendwelche Ambitionen, denn in der Regel bekam sie die Männer, die sie wollte.

» Und was sollen wir morgen anziehen? Ich meine, gibt es dort irgendeinen Dresscode? «


Fortsetzung, folgt!
100. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von Trucker am 15.01.19 19:52

Danke lieber IronFist für die wieder super gelungene Fortsetzung deiner Geschichte. Ja ich bin in Punkto Ungeduld ein hoffnungsloser Fall, was bei so einer tollen Geschichte auch nicht einfach ist.
101. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von IronFist am 16.01.19 19:03

Hallo Trucker,

es ist nicht einfach ein hofflungsloser Fall zu sein?
Gratulation, du machst das ganz ausgezeichnet!


LG
Fist
102. RE: Kreuzfahrt ins Glück?

geschrieben von marpsp am 16.01.19 19:34

Und wieder eine klasse Fortsetzung - bitte weiter so.
Und... "Rooney"... musste schallend lachen...


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