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Thema:
eröffnet von housebutler am 29.12.20 16:51
letzter Beitrag von koischeTV am 07.01.21 18:04

1. psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von housebutler am 29.12.20 16:51

Hallo!

Ich bin hier zwar schon lange angemeldet, habe mich aber nur im Kopfkino mit Keuschhaltung beschäftigt, da ich immer gehofft habe die richtige Frau in meinem Leben hierfür zu finden und es nicht für mich alleine im stillen Kämmerchen machen zu müssen. (stiller Aufruf an alle dominanten Frauen )

Nun habe ich einen zufälligen Online Kontakt und bin seit fast einer Woche keusch. Vorher habe ich den KG mal tagsüber angehabt, aber alleine nie die Motivation gefunden, weiter zu machen. Jetzt soll es noch bis ins neue Jahr gehen, obwohl ursprünglich der 30.12. (also 7 Tage insgesamt) als Endtermin angesetzt war.

Ich muss dazu sagen, dass ich den KG nur zuhause trage und ihn für das rausgehen abnehme. (ich bin bis auf die Arbeit aber auch nur zuhause oder mit anderen Menschen unterwegs momentan, daher ist das auch sehr unwahrscheinlich, dass ich hier die Möglichkeit habe mit Erleichterung zu verschaffen)
Wenn ich tagsüber erregt bin, habe ich das zu melden und nach Wunsch auch per Foto zu dokumentieren. Ich darf mich dann aber nichtmal anfassen. Generell sind nur die nötigsten Berührungen erlaubt (Wasser lassen, wenn nicht im KG und tägliche Säuberung unter der Dusche)
Die Kontrolle und der eigene Wille das durchzuhalten und mich nicht anzufassen ist also ganz klar da.

Nach diesem Vorwort aber nun zum eigentlichen Thema:

Die psychischen Folgen der Keuschheit habe ich dabei ganz klar unterschätzt.
Nicht nur, dass ich mittlerweile fast dauerhaft erregt bin und an kaum mehr was anderes denken kann, bei mir gesellt sich auch noch eine völlige Appetitlosigkeit und Unkonzentriertheit (auch wenn ich gerade nicht erregt bin oder an die Keuschheit denke) ein.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Ist das "normal"? Oder bin ich da vielleicht auch in der eigenen Beobachtung etwas zu sensibel und es ist vielleicht reiner Zufall, dass das gerade jetzt auftritt und hat gar nichts mit der Keuschhaltung zu tun?

Grüße
2. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von Ihr_joe am 29.12.20 17:20


Zitat

Nicht nur, dass ich mittlerweile fast dauerhaft erregt bin und an kaum mehr was anderes denken kann, bei mir gesellt sich auch noch eine völlige Appetitlosigkeit und Unkonzentriertheit (auch wenn ich gerade nicht erregt bin oder an die Keuschheit denke) ein.

Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Ist das \"normal\"? Oder bin ich da vielleicht auch in der eigenen Beobachtung etwas zu sensibel und es ist vielleicht reiner Zufall, dass das gerade jetzt auftritt und hat gar nichts mit der Keuschhaltung zu tun?


Ich denke doch, das sind im Augenblick alles Folgern der Keuschheit.

Allerdings "normalisiert" sich das auch wider.
Noch ist es wie in der Kindheit aufgeregt sein und Vorfreude dazu kommt Erregung und ...

Gut, die Appetitlosigkeit kenne ich nicht über einen längeren Zeitraum aber einen, zwei Tage durchaus. Unkonzentriert hat auch unterbewusst mit dem Keusch sein zu tun, es ist ja doch permanent irgendwo in deinem Kopf vorhanden.
Mit etwas Anstrengung und Konzentration dürfte jedoch die Arbeit oder wichtige Tätigkeiten nur geringfügig betroffen sein.

Danke fürs schreiben

Ihr_joe

3. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von TigerOhneKrallen am 29.12.20 20:59

Sehe ich auch so. Es heißt ja auch nicht umsonst "Geilhaltung" statt "Keuchhaltung". Ja, nach ein paar Wochen wird es mehr oder weniger "normal" und dir gehts wieder besser. Ohne regelmäßiges teasen kanns sogar vorkommen, dass du deinen Drang nach Sex komplett verlierst (zumindest bis du wieder geteast wirst). Heißt, am Anfang musst du da jetzt durch.
4. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von sader79 am 30.12.20 08:00

Ich kann die Frage sehr gut nachvollziehen.
7 Tage sind bereits recht lang (obwohl das für einige sicher nicht mal eine warmlaufphase ist) und so schön das keusche Leben ist, ist man ja so dass das Kopf Kino heftig rattert.

Es ist sicher die Frage wie ernst man das ganze nimmt. Als Lebensweg ist es sicher nur ein Anfang und es wird besser und normal. Als erregendes Spiel gesehen muss man sich schon sehr zusammenreißen um konzentriert auf wichtige Dinge zu sein.
Wie das mit dem zusammenreißen allerdings funktioniert würde mich auch interessieren
5. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von Micha... am 30.12.20 10:07

eine gewisse Zeit zur Eingewöhnung gehört sicher dazu, bei mir ist zwischenzeitlich aber so das der KG ein Teil von mir geworden ist, ohne würde mir da unten was fehlen,

Bin mit KG im Alltag eher konzentrierter denn der Drang zur Selbstbefriedigung ist nach einigen Monaten komplett Weg,

Es obliegt nun alleine Deiner liebsten Deine Gefühle da unten zu aktivieren, das vereinfacht vieles...

6. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von FoG am 30.12.20 13:47

Zitat
Es obliegt nun alleine Deiner liebsten Deine Gefühle da unten zu aktivieren, das vereinfacht vieles...
Das würde ich SO pauschal nicht bestätigen.
Bei mir ist das so, dass ich seit über 2 Jahren verschlossen war und meine Liebste überhaupt keine Lust auf Sex oder Tease & Denial hat. Ja, das Verlangen, einen Orgasmus haben zu wollen verschwand bei mir annähernd völlig (das Kopfkino ist inzwischen auch gestorben), aber mein allgemeines sexuelles Verlangen, also das Bedürfnis danach, seine Sexualität irgendwie auch ausleben zu können, lässt kein bißchen nach. Da es bei mir keinen Weg mehr gefunden hat, führte das in meinem Falle zu Depressionen. Das kann wohl ehr nicht das Ziel des Verschlusses mittels KG sein. Deswegen bin ich seit kurzem wieder "unten ohne".
7. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von Moira am 30.12.20 14:00

@ FoG

... dachte aufgrund Statements in anderem Thread "keimt" bei Dir wieder was, wenn auch vielleicht vorerst mal nur die "Hoffnung"?

Es Dir/Euch von ganzem Herzen gönnen, dass sich da endlich mal was tut, doch, das kann ich und wünsch es Dir/Euch... und naja, manchmal bieten und bilden sich ja auch "alternative Möglichkeiten bzw. Konstellationen", die man vorher nichtmal zu denken gewagt hatte/hätte *lächel
8. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von housebutler am 30.12.20 15:14

Hallo Zusammen!

Vielen Dank für das reichliche Feedback in so kurzer Zeit.
Ich habe mich der Suche bemüht, aber ein ähnliches Thema nicht gefunden, was mich nun noch um so mehr wundert.

Eure Beiträge zeigen mir, dass meine Einschätzung richtig ist und die Symptome durchaus von der Keuschhaltung kommen.

Dass das ganze zu einer Depression führen kann ist natürlich harter Tobak und sollte deutlich aufzeigen, dass man Symptome für Voll nehmen sollte und nichts einfach so abtun sollte. Denn aus familiären Gründen weiss ich, dass eine Depression - woher auch immer sie rührt - ernst zu nehmen ist. Beim genaueren drüber nachdenken, ist es aber natürlich kein Wunder, dass eine Depression möglich ist.

Nun bin ich gestern Abend einfach ausgelaufen. Erst nur ein paar Tropfen und beim saubermachen dann in unfassbarer Menge. Das psychisch und physische Gefühl hat sich hierdurch aber nicht geändert.

Ich bin auf weitere Infos von Euch gespannt und bin ebenfalls gespannt, was für Horizonte mir das Thema Keuschhaltung noch aufzeigen wird.

Schöne Grüße!
9. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von Ihr_joe am 30.12.20 15:50

@ FoG

Zitat

Da es bei mir keinen Weg mehr gefunden hat, führte das in meinem Falle zu Depressionen. Das kann wohl ehr nicht das Ziel des Verschlusses mittels KG sein. Deswegen bin ich seit kurzem wieder \"unten ohne\".


In dem Fall hast Du völlig recht, ich hatte das Problem! Auf andere Weise zumindest bei mir war das dann so, dass ich wirklich für Änderung sorgen musste. Ich hatte keine Lust mehr zu nichts!

Es hat keinen Wert, wenn man durch das nicht ausleben von was auch immer krank oder depressiv wird. Das mögen zwar einige nicht verstehen aber auch ich musste es lernen.

Für die die es nicht wissen: hier nachlesen, hat aber wenig mit KG zu tun.

Seit der Zeit hat sich zwar einiges geändert ...

@ housebutler

Zur Zeit brauchst Du sicher keine Depression befürchten! Nach meiner Erfahrung kann man aber eine Neigung nicht verdrängen und muss sich einen passenden Weg suchen um mit sich im reinen zu sein.

Man kann auch nicht das Leben, was man irgendwo gelesen hat, selbst wenn es wahr ist, so sind es doch andere Personen, die anders reagieren.

Auch für Dich musst Du in dem Fall Deine Wirklichkeit finden und für mich scheint es Du bist auf einem guten Weg.

Schöne Grüße und die besten Wünsche
Ihr_joe
10. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von Moira am 30.12.20 16:24

Zitat
Nach meiner Erfahrung kann man aber eine Neigung nicht verdrängen und muss sich einen passenden Weg suchen um mit sich im reinen zu sein.

Man kann auch nicht das Leben, was man irgendwo gelesen hat, selbst wenn es wahr ist, so sind es doch andere Personen, die anders reagieren.

Auch für Dich musst Du in dem Fall Deine Wirklichkeit finden ...


DAS, lieber Ihr_joe, sollten sich ALLE Menschen immer wieder deutlich vor Augen halten, sowohl die, die ihres Erachtens sich ständig durch alles benachteiligt fühlen und "nichts kriegen" ... als auch die, die "trotz allem" stets "den Hals nicht vollkriegen"!

Wenn uns "das Leben" derzeit leider NICHT viel anderes (halbwegs positiv verwertbares) lehrt, dann doch immerhin "Bescheidenheit" in der persönlichen "Anspruchs-" bzw. gar "Erwartungs-Haltung"!!!
11. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von Bulli31 am 31.12.20 20:29

> Die psychischen Folgen der Keuschheit habe ich dabei ganz klar unterschätzt.
> Nicht nur, dass ich mittlerweile fast dauerhaft erregt bin und an kaum mehr
> was anderes denken kann, bei mir gesellt sich auch noch eine völlige
> Appetitlosigkeit und Unkonzentriertheit (auch wenn ich gerade nicht erregt
> bin oder an die Keuschheit denke) ein.

An dieser Stelle könnte dich deine dominante Dame in ihrem Sinne trainieren. Sprich, du tust für sie etwas und sie schenkt dir dafür einen Orgasmus ... ruinierten Orgasmus ... ein Abmelken ... wie auch immer. Damit gibt sie dir die Möglichkeit dich wieder auf deine Arbeit zu fokussieren.

Nach ein paar Tagen ist der Effekt vergangen und eine geschickte Dame ... usw. usf.

Oder, wenn deine dominante Dame solche Sachen schon mit dir gemacht hat,
scheint sich dein Körper zu verlieben und auf das Werben um eine Frau einzustellen.
Verliebtheit ist eine psychische Extremsituation.

Aber Vorsicht, die Abhängigkeit kann extrem sein.

Wohin das führt?
Nach der Literatur ... irgendwann zu einem entsexualisierten Mann, der Sissy, Cucky, Diener, Strap-On-Stecher, Ehemann, Fetischdesigner oder was auch immer ist.

Wenn die Dame es ernst mit dir meint ... ist die nächsten 60 Jahre alles im Lot.
Wenn nicht ... wirst du vielleicht irgendwann externe Hilfe benötigen.

- - -
Ein Beitrag von dem, der gerade nicht gut drauf ist.
Sorry.
12. RE: psychische Folgen der Keuschhaltung

geschrieben von koischeTV am 07.01.21 18:04

Bei mir war es definitiv am Anfang anders, aufregender und manchmal auch schwieriger.

Mittlerweile ist meine Ehe-KH in ihre Rolle gewachsen und es ist für mich Alltag, verschlossen zu sein. Wenn sie mir nach einer Pause, egal wie lange sie dauerte, mitteilt, dass ich mich verschliessen solle, dann ist es selbstverständlich, dass ich das umgehend tue - und ich tu das dann auch gern. Grundsätzlich ist nicht festgelegt wir lange ich verschlossen bin oder wann ich mit oder ohne KG einen Orgasmus haben darf. Das unterliegt ganz ihrer Laune und so möchte ich das auch.

Wie weit sie davon beeinflußt wird, ob und wie sie darüber im Alltag nachdenkt, weiß ich gar nicht im Detail. Manchmal reizt sie mich damit, aber meist ist Alltag eben Alltage und der ist ja derzeit nicht ganz so abwechslungsreich.

Auf mich hat es schon eine gewisse Wirkung, Ich denke über den Käfig öfter nach, vermutlich auch, weil ich ihn ja spüre (und geniesse) und er natürlich bei manchen Banalitäten (zB. Toilettengang, Duschen) präsent ist. Daher dürfte mir der Käfig präsenter sein als ihr und daher schweifen meine Gedanken auch eher ein wenig ab und ich bin im Kopf devoter als es sich im Alltag ergibt.

Depressiv werde ich dadurch nicht, es macht mich auch nicht (mehr) ständig "rattig". Das ist sicher auch eine Frage der Persönlichkeit, vermutlich neige ich grundsätzlich kaum zu Depressionen - da ist zum Glück jeder Mensch anders. Andererseits ist das auch einfach eine Folge dessen, dass es mein/unser Alltag ist. Es ist einfach so, wie es ist und ich bin ihr dafür dankbar. Meiner KH dürfte es ähnlich damit gehen. Es ist einfach Teil unserer Beziehung und wie jede Beziehung gibt es diese und jene Zeiten, mal geht es heiß her, mal plätschert es dahin - egal ob mit oder ohne KG.


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