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HeMaDo
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Kassel


Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte Datum:12.02.17 16:20 IP: gespeichert Moderator melden


5 – blinder Gehorsam


Am nächsten Vormittag ging es wieder in die Küche wo die Schülerinnen grundlegende Kochtechniken lernten. Sie lernten Eier zu trennen, den Unterschied zwischen Kochen, Dämpfen, Blanchieren und so fort. Miss Lorena versuchte ihnen den richtigen Gebrauch von Gewürzen bei zu bringen und was zu welchen Speisen passte.

Nach dem Mittagessen gingen zu einem Nebengebäude welches Mara bisher noch nie betreten hatte. Es befand sich hinter dem Hauptgebäude am Ende des Gartens. An einem großen Schlüsselbund suchte Miss Isabella den passenden Schlüssel, öffnete die Eingangstür und ging hinein. Die Schülerinnen mussten draußen warten bis sie mit einigen großen Bündeln wieder kam. Sie warf die Bündel auf den Boden vor die Schülerinnen und sagte „Das, was jetzt kommt, wird euch ganz bestimmt keinen Spaß machen, das versichere ich euch. Aber ich werde es durchziehen, ob es euch passt oder nicht. Und jetzt alle ausziehen!“
Die Schülerinnen sahen sich gegenseitig ratlos an und begannen zögernd sich aus zu ziehen.
„Die Sandalen auch.“ rief Miss Isabella. Ordentlich legten die Frauen ihre Tuniken und Sandalen vor sich und standen nun nackt vor ihrer Lehrerin. Diese hob eines der Bündel auf das neben ihr lag und warf es Chris zu. „Anziehen. Und zwar etwas plötzlich!“ rief sie. Ihr Tonfall hatte sich schlagartig verändert. Von der relativen Freundlichkeit in den letzten Wochen war nichts mehr zu hören. Schnell öffnete Chris das Bündel und entwirrte die Sachen. Auch den anderen Schülerinnen warf Miss Isabella unsanft ihre Bündel zu. „In fünf Minuten seid ihr alle angezogen!“

Mara öffnete das Bündel und fand eine verwaschene Latzhose, ein löchriges Holzfällerhemd, ein paar Wollsocken deren Gummizug bereits ausgeleiert war, Boxershorts und ein Unterhemd aus Feinripp sowie grobe Arbeitsschuhe. Alles sah aus als wäre es das letzte mal vor einer Ewigkeit gewaschen worden und roch als hätte es bereits seit langer Zeit in einem muffigen Schrank gelegen. Schnell zog sie erst das Unterhemd und die Unterhose an. Beides war ihr mindestens zwei Nummern zu groß. Als sie sich um sah, bemerkte sie daß auch die Sachen die die anderen trugen ihnen zu groß waren. Sie zog das Hemd über und knöpfte es zu. Da sich die Knopfreihe auf der für sie falschen Seite befand brauchte sie zwei Versuche dazu. „Du sollst dich gefälligst beeilen.“ sagte Miss Isabella die ihr zugesehen hatte und nun vor ihr stand. Mit der Gerte bekam sie einen Schlag auf den Hintern. „Los jetzt! Weiter machen!“ Mara sah sie fassungslos an, beeilte sich aber Socken, Hose und Schuhe an zu ziehen.
„Na, gerade so geschafft.“ rief Miss Isabella. „Ihr Beide“ sie zeigte auf Chris und Caro die als erste in der Reihe standen „her kommen.“
Die Beiden folgten ihr in das Gebäude und kamen beladen mit einem Liegestuhl, einem Campingtisch und einer Wolldecke. Sie mussten Tisch und Liegestuhl neben dem Eingang aufbauen, und die Decke auf diesen legen. Dann traten sie zurück an ihre Plätze. Miss Isabella hatte eine Sprühdose in der Hand und ging zu einer nicht bepflanzten Fläche neben dem Schuppen. Sie maß mit Schritten etwas ab und sprühte eine grellgrüne Linie auf den Boden. Dann folgte im rechten Winkel eine weitere Linie und danach noch zwei. So hatte sie ein großes Rechteck auf den Boden gesprüht das etwa zehn mal sieben Meter maß. Dann ging sie in die Ecke zwischen Haupt- und Verwaltungsgebäude und sprühte ein eben so großes Rechteck in diese Ecke.
„Ob sie ein Haus bauen will?“ fragte Kim und alle begannen zu lachen.
„Ruhe!“ schrie Miss Isabella. „Ich will hier keinen Ton von euch hören. Verstanden?“ Sofort verstummte das Gelächter und alle sahen sie nur groß an.

Sie ging zurück in das Gebäude und rief „alle her kommen.“ Der Reihe nach kamen die Frauen zu der Tür. Jede bekam einen Blecheimer und einen Spaten in die Hand gedrückt. Nur Chris bekam statt dessen eine Gerte in die Hand gedrückt. Miss Isabella stellte sich in die Mitte des ersten Rechteckes auf und rief „Genau hier“ sie deutete auf den Boden „will ich ein schönes, großes Loch haben!“ Wieder sahen sich die Frauen nur ratlos an und begannen zu tuscheln. „Ruhe verdammt noch mal!“ schrie Miss Isabella. „Jede von euch macht einen Eimer voll. Und wenn ich voll sage, dann meine ich voll bis zum Rand. Dann bringt ihr die Erde mit dem Eimer da hin,“ sie deutete auf das zweite Rechteck „kommt wieder zurück und macht den nächsten Eimer voll. Du“ nun deutete sie auf Chris „bist dafür verantwortlich, daß keine eine Pause macht. Wer länger als zehn Sekunden stehen bleibt bekommt von dir mit der Gerte eine auf den Hintern. Wer den Eimer nicht voll macht, eben so. Und wer redet ebenso. Und wehe ich bin der Meinung, du schlägst zu locker.“

Chris sah sie fassungslos an, ließ die Gerte fallen und schüttelte den Kopf. Miss Isabella ging zu ihr und stellte sich so vor sie, daß ihre Gesichter nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt waren. „Aufheben! Sofort!“ schrie sie Chris an. Diese kniff die Lippen zusammen und schüttelte erneut den Kopf. Miss Isabella fasste sie am Kragen und zog sie unsanft weg bis zur Mauer die den Garten zur Straße hin abgrenzte. Dort fasste sie sie an der Schulter und drückte sie rücklings gegen die Mauer. Sie nahm Chris Hand, hob sie hoch und legte ihr einen Eisernen Ring um, der an der Mauer befestigt war. Genau so verfuhr sie mit Chris anderer Hand und ihren Füßen. Breitbeinig und mit weit gespreizten Armen stand Chris nun an der Wand.

Miss Isabella kam zurück, hob die Gerte auf und gab sie Caro. Diese schüttelte ebenfalls den Kopf.
„Nummer 5 weiß wie das so ist.“ sie deutete auf Chris. „Vielleicht möchtest du den Anderen ja erzählen wie sich das nach ein paar Stunden so anfühlt. Und wie ihr seht, sind noch genug Plätze an der Mauer frei daß ihr alle so die nächsten Tage verbringen könnt. Also kommt nicht auf die Idee hier zu rebellieren. Ich sitze immer noch am längeren Hebel.“

Kim, die bisher mitleidig zu Chris gesehen hatte schaute zu Caro und sagte leise „Mach was sie sagt. Du willst nicht lange so da stehen. Bitte Caro, tu es einfach.“ Caro schaute verwirrt zu Kim. Diese kniff die Lippen zusammen und nickte. Darauf hin nahm Caro zögernd die Gerte entgegen.
„Gut, wo das nun geklärt ist fangt endlich an.“ rieft Miss Isabella. Zögernd machten sich die Schülerinnen ans Werk. Eine nach der Anderen ging zu dem Rechteck und begann zu graben. Sie füllten die Eimer und brachten die Erde zu dem zweiten Rechteck wo sich eine halbe Stunde später bereits ein kleiner Haufen angesammelt hatte. Caro schaute dem ganzen nur zu. Die Erste die sich auf ihrem Spaten lehnend ausruhte war Larissa. Caro sah das, drehte sich schnell um und sah weg. „Nummer Drei! Nummer sieben ruht sich aus!“ rief Miss Isabella die das ebenfalls gesehen hatte. Zögernd ging Caro zu Larissa und schlug dieser halbherzig mit der Gerte. „Wenn du auch an die Wand willst, mach weiter so. Nochmal! Und dieses Mal so, das sie es auch merkt!“ Caro hob erneut die Gerte, setzte zum Schlag an und schloss die Augen. „Halt!“ schrie Miss Isabella „Sieh gefälligst hin was du machst!“ Caro öffnete die Augen, warf Larissa einen entschuldigenden Blick zu und schlug zu so fest sie konnte. Larissa, die bisher regungslos stehen geblieben war, schrie auf und begann weiter zu graben. Caro lief eine Träne die Wange hinab. Ihr war nun klar, daß weg sehen nichts brachte und sie fügte sich in das unvermeidliche. Jedes mal, wenn sie sah, daß sich jemand ausruhte oder den Eimer nur halb voll hatte, ging sie zu ihr und gab ihr einen Schlag mit der Gerte. „Tut mir leid.“ sagte sie jedes mal leise. Man konnte sehen, schwer ihr diese Aufgabe fiel.

Nach einer ganzen Weile, es mussten mittlerweile Stunden vergangen sein, ging Miss Isabella zu Chris und fragte „Möchtest du jetzt Nummer drei ablösen?“ Chris sah sie an und schüttelte energisch den Kopf. „Meinetwegen.“ sagte Miss Isabella und rief „Nummer drei, Nummer vier, her kommen!“ Caro und Mandy kamen zu ihr. Mandy musste Caro Spaten und Eimer geben und bekam dafür von dieser die Gerte. Auch Mandy versuchte zuerst weg zu sehen als Lena mit einem nur halb vollen Eimer die bereits recht große Grube verlassen wollte. Doch auch sie wurde von Miss Isabella dazu angetrieben zu zu schlagen. Die Schülerinnen arbeiteten wortlos weiter und fühlten sich schon balde schwach und geschafft. Keine konnte mehr schnell gehen und allen taten Beine, Arme und Rücken weh. Doch Miss Isabella hielt Mandy energisch an, sie weiter an zu treiben.

Frida, die gerade mit einem leeren Eimer zurück kam, ging zu Miss Isabella. „Entschuldigung Miss.“ sagte sie kleinlaut „Ich muss mal.“ Miss Isabella stand von dem Liegestuhl auf, auf dem sie es sich bequem gemacht hatte und auf einem Pad las. Sie ging in das Gebäude und kam mit einem Eimer und einer Rolle Papier zurück. Beides stellte sie neben die Tür so daß jede es sehen konnte. Sie deutete auf den Eimer und sagte zu Frida „Bitte. Da kannst du machen.“ Frida sah sie entsetzt an. Sollte sie hier vor allen Anderen in einen Eimer machen? „Wenn du nicht musst, warum bist du dann her gekommen? Mach weiter!“ schrie Miss Isabella sie an und deutete auf die Grube. Mit hängendem Kopf ging Frida zurück und arbeitete weiter. „Nur mal zur allgemeinen Information: Die Klamotten behaltet ihr die nächsten Tage an.“ reif sie laut so das alle es hören konnten. Alle sahen sie groß an. Frida ließ darauf hin den Spaten fallen und rannte zu dem Eimer. Mit hoch rotem Kopf zog sie die Latzhose und die Unterhose herunter und setzte sich darauf.

Als es dunkel wurde wurden helle Scheinwerfer die an der Wand des Hauptgebäudes hingen eingeschaltet. Kurz darauf kamen zwei Schülerinnen und brachten einen großen Topf und einige Dosen in das Gebäude. Miss Isabella ging hinein und kam nach kurzer Zeit wieder heraus. Fünf! Her kommen!“ rief sie. Kim ging zu ihr und wurde in das Gebäude gebracht. Miss Isabella kam kurze Zeit später wieder heraus. Kim kam eine weile danach wieder nach draußen und ging zu Miss Isabella. Diese nickte ihr zu und ging zu Chris, die noch immer an der Mauer hing. Sie machte einen gequälten Eindruck und weinte leise vor sich hin. Miss Isabella sagte zu ihr „Nach dem Essen löst du Nummer drei ab. Verstanden?“ Chris nickte leicht und wurde dann endlich von den Fesseln befreit. Sie fiel ins Gras und rieb sich Hand- und Fußgelenke. Nach einigen Minuten stand sie auf und ging mit zitternden Beinen zu Miss Isabella die wieder in ihrem Liegestuhl lag. Diese stand auf und rief laut „Abendessen. Alle her kommen!“

Die Schülerinnen ließen die Spaten fallen und gingen müde zu ihr. Sie führte sie in das Gebäude. In dem großen, gekachelten Raum stand der Topf auf einem uralten Holzherd und der Inhalt köchelte vor sich hin. Alle mussten sich einen Teller und einen Löffel nehmen. Miss Isabella schaufelte jeder eine große Kelle Eintopf auf die Teller. „Alle hin knien und essen. Wer nicht auf isst, bekommt Ärger.“ Kaum eine der Frauen hatte im Moment Lust darauf etwas zu essen. Aber der Hunger war stärker und so aßen alle den Eintopf auf und mussten auch noch einen zweiten Teller voll essen. Der Eintopf schmeckte zwar sehr fade aber es waren viele kleine Fleischstücke darin und er machte sie satt. Zu trinken gab es nur Wasser aus Flaschen. Diese wurden Reih um gereicht, erst wenn eine Flasche leer war, gab es eine neue. Auch das Wasser schmeckte irgend wie seltsam und fade. Doch durstig wie sie alle waren tranken sie in großen Zügen.

Nach dem Essen durften sie noch zehn Minuten im Gebäude bleiben. Dann rief Miss Isabella „So, weiter geht’s.“ Sie gab Chris die Gerte die nun die Anderen antreiben musste. Die schwere Arbeit steckte allen tief in den Gliedern doch sie wussten, das es nichts helfen würde um eine Pause zu bitten. Während der nächsten Stunden, die ihnen wie eine Ewigkeit vor kamen mussten sie ohne Pause weiter graben während Chris sie antrieb. Balde hatten alle mehr als nur einmal die Gerte zu spüren bekommen und zu den Gliederschmerzen gesellten sich auch noch die Schmerzen der Striemen hinzu.

„Feierabend!“ rief Miss Isabella nach einer ganzen Weile. Alle ließen die Spaten und Eimer fallen und wollten in ihren Schlafsaal gehen. „Halt! Wo wollt ihr denn alle hin? Die Eimer noch leer machen und alles hier hin gestellt. Dann kommt ihr hier rein.“ sie deutete auf die Tür des Nebengebäudes. Schnell waren die Eimer geleert und mitsamt den Spaten neben der Tür abgestellt. Sie mussten in den Raum mit dem Herd gehen und aus einem Nebenraum Matratzen und raue Wolldecken holen und auf dem Boden verteilen. „Du legst Holz nach damit es hier warm bleibt.“ sagte sie und deutete auf Mara.

Mara ging zum Herd und holte zwei Holzscheite aus dem Korb der daneben stand. Sie öffnete die Feuerklappe und ein Blatt Papier welches offenbar direkt an der Tür gehangen hatte und nur an den Rändern leicht verkohlt war fiel ihr entgegen. Sie wollte es aufheben damit nichts anfangen konnte zu brennen. Als sie es in der Hand hatte und an sah, traute sie ihren Augen nicht. Auf dem gelben Papier war das Bild eines Hundes zu sehen. Sie schluckte und ihr wurde plötzlich übel. Ohne zu überlegen warf sie das Papierstück in den Ofen zurück und legte die Holzscheite ins Feuer. Sie beschloss den Anderen besser nichts davon zu sagen was sie gerade gesehen hatte. Statt dessen legte sie sich zu den Anderen auf eine Matratze und deckte sich zu. Sie dachte über das Gespräch mit Larissa nach welches sie vor einer Weile über das Essen an anderen Schulen geführt hatte. Nun war sie sich nicht mehr so sicher, daß die Gerüchte nicht doch stimmten. Während sie darüber nach grübelte schlief sie erschöpft ein.

Isabella stand neben der Tür und hatte sich einen Zigarillo angesteckt. Sie schaute zu der Grube die die Schülerinnen heute ausgehoben hatten.
„Wie machen sie sich?“ fragte Ellen, die aus dem Schatten zu ihr getreten war.
„Schau es dir an. Ich bin erstaunt wie viel sie geschafft haben. Aber morgen wird es nicht mehr so schnell weiter gehen.“ Isabella zog an dem Zigarillo und blies den Rauch in die Luft der in einem schwachen Luftzug langsam zerfaserte und sich auflöste. „Ich glaube, morgen Vormittag wirst du gebraucht. Einige sehen schon ziemlich mitgenommen aus.“
„Wenn das hier durch ist, will ich dich auch in meinem Büro sehen. Verstanden?“ sagte Ellen und schaute sie streng an.
„In Ordnung. Aber kümmer dich lieber erst mal um die Schülerinnen.“
„Keine Sorge. Das mach ich schon. Übrigens, ich war gestern Abend Bei meinem Cousin zum Essen. Er hat mir was für dich mit gegeben.“ Ellen gab Isabella einen Umschlag. „Er ist ziemlich dankbar dafür, das Peter ihm diesen Job besorgt hat. Ist wohl bedeutend besser als der im Kraftwerk.“
Isabella öffnete den dicken Umschlag und schaute sich den Inhalt an. „Tageskarten? Ich hatte an Zeitkarten gedacht, so drei oder vier Stunden.“
„Komm schon, das tut dir auch gut. Mal einen ganzen Tag richtig entspannen. Danach geht‘s dir auch besser.“
„Ja, da hast du wahrscheinlich recht.“
„Als deine Ärztin weiß ich das. Jetzt leg du dich auch hin. In sechs Stunden musst auch du wieder raus.“
„Ja Frau Doktor.“ sagte Isabella. Sie warf den Zigarillo in die Grube und ging in die Waschküche zurück. Sie legte noch ein Stück Holz aufs Feuer und klemmte ein Stück Papier in sie Klappe so daß das Bild zwischen Tür und Rahmen hing und nicht verbrennen konnte. Dann legte sie sich auf ihren Liegestuhl, stellte den Wecker und schlief schnell ein.

„Aufstehen faule Bande!“ hallte Miss Isabellas Stimme laut durch den Raum. Ihr Geschrei hatte durch das Megaphon welches sie sich besorgt hatte hatte eine ganz neue Qualität. Die Schülerinnen schreckten auf und stellten sich schnell hin. Sie mussten die Decken und Matratzen weg räumen. Während dessen füllte Miss Isabella den Topf mit Wasser und schüttete aus einer durchsichtigen Plastiktüte Stücke aus gepresstem Getreide hinein. Sie griff in die Tüte, steckte sich eine Hand voll von den noch trockenen Stücken in den Mund und kaute genüsslich darauf herum. Sie rührte langsam um bis die Stücke weich waren und nur noch ein Brei übrig blieb. Sie ließ die Schülerinnen mit ihren Tellern antreten und kippte jeder eine große Kelle davon auf den Teller. Diese aßen den recht geschmacklosen, grauen Brei langsam auf. Einige stöhnten weil ihnen die Glieder schmerzten. Auf dem alten Matratzen hatte keinen von ihnen gut geschlafen. Nach dem Frühstück ließ sie Lena Holz auf das Feuer legen. Diese öffnete die Feuerklappe des Ofens und ein Stück Papier fiel ihr entgegen. Sie wollte es gerade ins Feuer werfen als sie die Augen weit auf riss und es entsetzt an sah. Sie schaute auf die Plastiktüte aus der Miss Isabella ihr Frühstück geholt hatte. Es waren kleine Stückchen in dunklen Grün- und Brauntönen in Form von Sternchen, Herzchen, Halbmonden und, sie sah zwei mal hin, Knochen. Sie schluckte und wollte gerade etwas sagen. „Ein Wort und du spielst heute den ganzen Tag lang Mauerblümchen.“ sagte Miss Isabella die direkt neben ihr stand. Lena schluckte und sah Miss Isabella mit großen Augen an.

Miss Isabella schickte alle wieder nach draußen und sie mussten sich Eimer und Spaten nehmen. Nun bekam Kim die Gerte und musste aufpassen während Miss Isabella es sich in ihrem Liegestuhl bequem machte. Den halben Vormittag über hatten sie nun schon gegraben. Zusätzlich zu ihrer Erschöpfung und ihren schmerzenden Gliedern hatten die Meisten Blasen an den Händen. Miss Isabella rief die Ärztin und ließ diese sich die Hände an sehen. Sie versorgte die Blasen mit einer Salbe und Pflastern, dann mussten die Schülerinnen weiter graben.

Larissa ging gerade den Weg entlang um ihren Eimer zu leeren als sie stolperte. Die Erde aus dem Eimer landete dabei auf einem Rosenstock der in einer runden Einfassung neben dem Weg stand. Miss Isabella, die das gesehen hatte ließ das Pad achtlos auf den Boden fallen, sprang auf so daß der Liegestuhl um fiel und rannte auf sie zu. Larissa war gerade dabei auf zu stehen, da stieß Miss Isabella sie unsanft zur Seite so daß sie in einem unbepflantzen Beet lang hin fiel.
„Sieh dir an, was du angerichtet hast!“ schrie Miss Isabella zornig mit hoch rotem Kopf. Sie kniete sich neben den Rosenstock und entfernte die Erde von den Zweigen. Mit bloßen Händen lockerte sie die Erde um den Stock herum auf. Larissa sah, daß sie tränen in den Augen hatte.
„Entschuldigung Miss, das tut mir leid.“ sagte sie leise. „Das wollte ich nicht.“
„Hau ab und komm der Rose nicht mehr zu nahe.“ schrie Miss Isabella unter Tränen und häufte die Erde um den Stock herum sorgfältig auf. Dann kniete sie vor dem Stock, hatte die Hände gefaltet und in den Schoß gelegt. Sie weinte und zitterte. Alle hatten aufgehört zu graben und sahen sie verwundert an. Nach einer ganzen Weile stand sie langsam auf. Ihr Gesicht war bleich und ihre Augen von den Tränen feuerrot. „Wenn eine von euch dieser Blume auch nur einen einzigen Zweig ab bricht, breche ich ihr eigenhändig beide Arme.“ schrie sie. Ihre Stimme überschlug sich dabei „Jetzt macht endlich weiter!“
„Isabella.“ die Schulleiterin war aus dem Verwaltungsgebäude heraus gekommen und lief auf die Lehrerin zu. Sie sah diese weinend vor dem um diese Jahreszeit blütenlosen Stock stehen, ging zu ihr, nahm sie in die Arme und führte sie ins Verwaltungsgebäude. „Ihr macht Pause.“ rief sie den Schülerinnen zu bevor die Tür hinter den Beiden zu fiel.

Die Frauen setzten sich auf den Rand der Grube und begannen leise sich zu unterhalten. „Was sollte das denn?“ fragte Lena. Doch niemand wusste eine Antwort darauf. Sie waren alle überrascht, über Miss Isabellas Reaktion. Frida hatte Larissa in den Arm genommen die noch immer erschrocken am ganzen Körper zitterte.

Nach ungefähr einer halben Stunde kam die Schulleiterin zusammen mit Miss Isabella wieder zu ihnen. Diese hatte sich offenbar wieder beruhigt, hatte aber noch immer rote Augen und zitterte leicht.
„Kommt alle hier her.“ rief sie die Schulleiterin. Sie kniete sich vor den Rosenstock. „Setzt euch.“ sie deutete neben sich. Die Schülerinnen und Miss Isabella knieten sich neben sie. Nur Larissa wollte nicht näher kommen. „Du auch Larissa.“ sagte Miss Isabella ruhig und winkte sie heran. Zögernd kam sie und kniete sich so weit wie möglich von dem Stock entfernt hin.

Die Schulleiterin begann mit belegter Stimme zu reden: „Ich glaube, wir sind euch eine Erklärung schuldig.“ sagte sie und machte eine kurze Pause, bevor sie weiter sprach. „Vor ungefähr 16 Jahren hatten wir eine Schülerin hier, sie hieß Sarah. Miss Isabella war damals ihre Mitschülerin und ich ihre Lehrerin. Im Sommer, ungefähr ein Jahr nachdem sie hier her gekommen war, hatte Sarah etwas angestellt, was das war spielt keine Rolle, jedenfalls musste sie dafür in den Keller. Sie hatte solche Angst davor das sie weg gelaufen ist. Mir blieb nichts Anderes übrig als zu der damaligen Schulleiterin zu gehen und zu melden, daß Sarah weg gelaufen war. Wir haben weit mehr als zwölf Stunden gewartet aber als sie am nächsten Morgen noch immer nicht zurück gekommen war musste die Schulleiterin das natürlich der Polizei melden. Zwei Tage später stand in der Zeitung daß sie auf der Flucht vor der Polizei in den Rhein gefallen und ertrunken ist.“ sie schwieg eine ganze weile. Dann fuhr sie fort „Einige vermuteten, daß sie selbst von der Brücke gesprungen ist um nicht ins Gefängnis zu kommen, Andere behaupten sie hätte sich im Wasser versteckt und ist, als sich die Aufregung gelegt hatte weg geschwommen und geflohen. Seit dem ist keine Schülerin mehr von hier weg gelaufen, aber es kann natürlich niemand dafür garantieren daß es nicht wieder vor kommt.“ sie machte eine kurze Pause und sah in die Gesichter der Schülerinnen. „Warum ich euch das erzähle fragt ihr euch sicher. Sarah hatte Blumen sehr geliebt und diesen Rosenstock gepflanzt. Das war ungefähr ein halbes Jahr bevor sie weg gelaufen ist. In diesem und dem folgenden Jahr haben alle Schülerinnen diesen Stock gepflegt. Natürlich wurden es immer weniger, die wussten was es damit auf sich hat, bis nur noch wir beide übrig geblieben sind.“ Wieder machte sie eine Pause bevor sie fort fuhr. „Achtet bitte darauf, diesen Rosenstock nicht zu beschädigen.“ Sie stand auf, knickste vor der Rose und ging zurück ins Verwaltungsgebäude.

„Miss, es tut mir leid.“ sagte Larissa noch einmal leise.
Miss Isabella erwiderte ihren Blick. „Pass bitte einfach auf. Ich wollte dich nicht so erschrecken. Aber jetzt weißt du, warum diese Blume nicht nur mir so viel bedeutet.“
„Ja Miss Isabella, ich verspreche besser auf zu passen.“
Miss Isabella stand auf und knickste vor der Rose. Alle Anderen taten es ihr gleich. Sie sah daß die Blicke mit denen die Frauen sie an sahen sich geändert hatten. Sie sah etwas wie ein Verstehen und Mitgefühl, etwas das sie nie von einer Schülerin erwartet hätte. Es fiel ihr schwer jetzt einfach weiter zu machen wo sie vorhin aufgehört hatte. Doch sie musste sich zusammen nehmen, musste weiter machen. Sie konnte jetzt nicht weich werden.
Es fiel ihr schwer, dennoch sagte sie „Was steht ihr alle hier noch herum? Macht weiter.“ Langsam gingen die Frauen wieder daran die Grube aus zu heben. Sie ging zurück und setzte sich wieder in ihren Liegestuhl.
„Kim!“ rief sie nach einer Weile. Sie schloss die Augen und atmete tief durch bevor sie nochmal rief „Nummer fünf! Wenn du nicht an die Mauer willst, dann treib sie mehr an!“

Eine Stunde später löste Georgia Kim ab und musste die Gerte übernehmen. Trotz der Pause fiel es ihnen immer schwerer die Eimer zu füllen und zu dem mittlerweile beachtlich großen Haufen zu tragen. Immer langsamer wuchs die Grube in die Tiefe. Miss Isabella fragte sich, ob sie noch auf die eingebauten Überraschungen stoßen würden oder ob diese bei dieser Gruppe verborgen blieben. Zum Mittagessen musste dieses Mal Mara den Inhalt von sechs Dosen in den Topf geben und mit Wasser zu einem Eintopf aufkochen. Sie tat dies sichtlich widerwillig. Miss Isabella ging zu ihr und schaute in den Topf. Sie nahm einen Löffel und probierte etwas davon. Dann schaute sie Mara grinsend an und machte ein Geräusch das sich wie ein leises Bellen an hörte. Mara schaute sie entsetzt an doch sie lachte nur und aß noch einen Löffel voll. ’Eigentlich nicht schlecht. Müsste nur etwas Salz dran.’ dachte sie bei sich.

Es war Mandy, die etwa zwei Stunden nach dem Mittagessen die erste Überraschung entdeckte. Sie schrie laut auf, kam zu Miss Isabella gerannt und hielt ein Stück Stoff in der Hand. „Miss, da liegt was drinne.“ schrie sie hysterisch. Miss Isabella folgte ihr. Sie sah die Frauen in der Grube stehen und entsetzt nach unten sehen. „Los, weiter graben!“ rief Miss Isabella „Grabt das aus und legt es bei Seite. Ich hab mich schon gewundert wo Katharina abgeblieben ist. Hab sie schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen.“
In diesem Moment kam die Ärztin aus dem Hauptgebäude gelaufen. Sie hatte Mandys Schrei gehört und sah zu, was die Frauen aus gruben. „Was ist denn los?“ fragte sie. Obwohl sie diesen makaberen Scherz schon oft mit gemacht hatte, konnte sie sich nicht so recht damit anfreunden. Als die Frauen das mit einer Tunika bekleidete Skelett ausgegraben und neben die Grube gelegt hatten ging sie zu diesem und horchte es mit dem Stethoskop ab. „Tja, kann man nichts machen. Plastik bleibt nun mal Plastik.“ sagte sie trocken und klopfte mit den Knöcheln auf den Schädel. Isabella schaute sie an und musste lachen. Die Frauen, denen der Schreck über ihren Fund noch in den Gliedern steckte sahen sich die Knochen genauer an. Alle konnten sehen, daß die blütenweißen Knochen mit Drähten zusammen gebunden waren.
„Das ist gemein.“ sagte Mandy deren Gesicht genau so weiß war wie die künstlichen Knochen.
„Stell dich nicht so an. Und jetzt weiter machen.“ sagte Miss Isabella.

Am späten Abend entdeckten sie die zweite Überraschung. Mit dem Spaten legte Mara einen dicken Schlauch frei der in der Grube endete. Sofort schoss Wasser heraus und die Grube war im Nu knöcheltief mit Schlamm und Wasser gefüllt als der große Tank neben dem Hauptgebäude leer lief. „Na, auf eine Wasserader gestoßen?“ fragte Miss Isabella lapidarisch und hielt sie an weiter zu machen. Neben der Erde mussten sie nun erst einmal das ganze Wasser mit den Eimern aus der Grube schöpfen. Doch mittlerweile waren alle so geschafft und erschöpft daß sie einfach weiter machten und sich nicht um den Schlamm kümmerten der in ihre Schuhe lief. Kein Laut kam über ihre Lippen als sie in den Schlamm sprangen und dieser nach kurzer Zeit an ihrer gesamten Kleidung, im Gesicht und den Haaren klebte. Selbst daß sie den Eimer für ihre Notdurft benutzen mussten kommentierte keine der Frauen mehr auch mit nur einem Wort. Miss Isabella wusste, daß die Frauen jetzt an dem Punkt waren an dem sie sie haben wollte. Und in den nächsten beiden Tagen, da war sie sich sicher, würden sie jede Anweisung wortlos und ohne Widerrede ausführen. Zwar würde dieser Zustand nicht all zu lange anhalten aber sie würden die Lektion gelernt haben wenn die Grube wieder zu geschüttet war. Sie hatte dafür gesorgt daß alle die Etiketten auf den Dosen und den Inhalt der Plastikbeutel in denen sich das Frühstück befand gesehen hatte. Am nächsten Morgen ließ sie zwei der Frauen an einer bestimmten Stelle etwas tiefer graben bis sie den Abfluss freigelegt hatten der in der Kanalisation endete. Schnell lief das noch vorhandene Wasser ab doch es blieb einiges an Schlamm zurück. Mittlerweile, so war sie sich sicher, hatten die Frauen gemerkt, daß diese ganze Aktion nichts weiter als eine weitere Übung war die sie auf ihren Weg bringen sollte. Sie stellte sich deren Gesichter vor wenn sie in einer Woche wieder in den Kochunterricht gingen. Sie beschloss, dieses mal mit dabei zu sein um nicht nur die entsetzten Blicke mit zu bekommen wenn sie fest stellten, welche Etiketten sich auf den Dosen befanden sondern auch den Rest dieses Schauspiels.

Zum Mittagessen ließ sie die Etiketten auf den Dosen. Doch Caro die dieses Mal den Eintopf zubereitete leerte ohne ein Wort oder einen Anflug von Ekel die Dosen in den Topf und bereitete den Eintopf zu. Auch als die Frauen zum Essen kamen und die leeren Dosen neben dem Herd liegen sahen, aßen sie ohne ein Wort alles auf.


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  RE: Neue Horizonte Datum:14.02.17 13:43 IP: gespeichert Moderator melden


Super weiter geschrieben und wieder echt spannend.
Danke an alle Autoren fürs schreiben ihrer Geschichten

Gruß truckercd
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HeMaDo
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Kassel


Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte Datum:14.02.17 18:51 IP: gespeichert Moderator melden


Nach dem Mittagessen stellte Miss Isabella sich neben die Grube und ließ die Frauen hinein springen. Sie sagte „So, jetzt haben wir ein schönes, großes Loch mitten in unserem Garten. Einen Wasseranschluss gibt es auch schon, da könnten wir einen wunderbaren Pool bauen.“ Sie ging einmal um die Grube herum. „Aber ich glaube, an dieser Stelle gefällt es mir nicht sonderlich. Also könnt ihr hier alles wieder zu schütten.“ Die Frauen sahen sie mit großen Augen an. „Was denkt ihr denn? Eure Nachfolgerinnen sollen doch auch sehen, wie viel Spaß Gartenarbeit macht. Sollen die etwa immer tiefer graben bis sie irgend wann in Neuseeland raus kommen? Nur zu eurer Information, Neuseeland liegt in der Nähe von Australien und damit fast genau auf der anderen Seite der Erde.“ sie war sich sicher daß die Meisten diese absolut nebensächliche Information nicht so schnell vergessen würden. „So, und jetzt los. An die Eimer und alles wieder zu schütten.“ rief sie. Die Frauen stöhnten leise, stiegen aus dem Loch und holten mit ihren Eimern die Erde wieder zurück. Bis zum Abend hatten sie einen kleinen Teil der Grube bereits wieder zu geschüttet.

Am nächsten Vormittag rief sie „Nummer eins, einmal bis zum Tor und wieder zurück laufen, dann mach weiter.“ Chris ließ den Eimer fallen, ging bis zu dem großen Tor am Ende des Gartens, kam wieder zurück und machte weiter womit sie aufgehört hatte.
„Nummer drei, zehn Kniebeugen.“ rief sie als diese mit einem vollen Eimer von dem Erdhaufen kam. Caro machte ohne ein Wort zu sagen zehn Kniebeugen und schüttete dann die Erde aus ihrem Eimer in das Loch. Solche und ähnliche Anweisungen gab sie nach und nach allen Frauen. Nun war sie sich sicher, daß sie die Lektion gelernt hatten. Alle führten ihre Anweisungen widerspruchslos aus. Als ein Teil der Grube bereits zu geschüttet war ließ sie das Skelett wieder hinein legen und zu schütten damit die nächste Gruppe es ebenso finden konnte.

Kurz vor dem Abendessen, Mara ging mit ihrem Eimer gerade an dem Tor vorbei rief sie „Nummer neun, mach das Tor auf. Wortlos öffnete Mara den Riegel und zog beide Flügel des schweren Tores nach innen. Da hörte sie von draußen einen großen Motor der laut aufheulte und ein orangener Bagger kam herein gerollt. Es dauerte keine halbe Stunde und dieser hatte den Erdhaufen abgetragen und das Loch wieder vollständig aufgefüllt. Nach dem Abendessen mit dem obligatorischen Eintopf mussten sie die Wege wieder säubern, die Erde auf dem Loch mit Harken begradigen und die Spuren des Baggers im Rasen beseitigen. Bis zum zu Bett Gehen waren alle Spuren der letzten Tage vollständig beseitigt. Die Frauen fielen wie die Steine auf die Matratzen und schliefen sofort ein.

Am nächsten Morgen ließ Miss Isabella die Frauen länger schlafen. Sie ließ Mandy, die zuerst aufwachte, die Getreidebrocken mit Wasser aufkochen. Nach dem Frühstück ließ sie die Frauen auch die Waschküche aufräumen und dann draußen antreten. „So, genug gespielt. Zieht euch aus und packt die Klamotten in das Fass da drüben.“ die Frauen zogen sich aus und waren froh die schmutzigen Kleider endlich los zu werden. Sie packten alles in das Fass und füllten es dann mit Wasser auf. So mussten sie die Sachen ausspülen und dann zum Trocknen auf den Boden legen. Während sie die Kleider ausspülten wuschen sie sich den gröbsten Schmutz vom Körper. Zum Schluss mussten sie die halbtrockenen Kleider in Wäschekörbe legen. „So, den Rest erledigt die Wäscherei. Also in ein paar Wochen nach der nächsten Gruppe ihr. Jetzt macht, das ihr in euren Schlafsaal kommt. Geht euch duschen und sauber machen. Rasieren und Kämmen nicht vergessen. Dann habt ihr frei bis morgen Früh. Aber wer beim Mittagessen oder beim Abendbrot fehlt, bekommt eine Freikarte für nächsten Monat. Die nächste Gruppe wird sich dann sicher über die Unterstützung freuen. Und jetzt ab Marsch in den Schlafsaal.“ rief sie.
Als die letzten der Gruppe gerade gerade ins Hauptgebäude gehen wollten rief sie „Stop. Ihr habt was vergessen.“ Lena und Frida hielten an und schauten matt zu ihr. Sie gab ihnen zwei Beutel mit Getreidebrocken. „Hier, mit nehmen, dann hab ihr Abends was zu knabbern. Wir achten hier doch gut auf eine Ausgewogene und gesunde Ernährung unserer Gäste.“ sagte sie mit einem breiten Grinsen. Die Beiden nahmen die Tüten und legten sie im Schlafsaal auf den Tisch. Frida zuckte mit den Schultern, öffnete eine davon und steckte sich unter den erstaunten Blicken der Anderen eine Hand voll davon in den Mund.

Eine gute Stunde später waren alle frisch geduscht und sauber. Doch die Anstrengung steckte allen noch in den Gliedern. Miss Isabella und die Ärztin kamen herein. Die Frauen wollten aufstehen und sich vor die Betten stellen. „Bleibt liegen.“ sagte die Ärztin. Beide gingen zu jeder der Frauen, die Ärztin schaute sie sich an und maß ihnen den Blutdruck. „Du trinkst heute Mittag mal einen Kaffee oder zwei und danach will ich dich im Krankenzimmer sehen.“ sagte sie zu Larissa die müde in ihrem Bett lag. Dann ging sie weiter zu Frida die im Schneidersitz auf ihrem Bett hockte und ein Buch las. Nachdem die Ärztin auch sie untersucht hatte und ihr bescheinigt hatte daß sie erstaunlich fit war stand sie auf und sagte „Miss, wenn wir heute frei haben,“
Miss Isabella unterbrach sie. „Komm mit in mein Büro.“ Frida knickste und folgte ihr nach draußen. Die Anderen schauten den beiden müde hinterher. Die Ärztin gab allen noch eine große Brausetablette die sie in einem Glas Wasser auflösen und trinken sollten bevor auch sie die Frauen alleine ließ. Die Meisten legten sich hin und schliefen bis zum Mittagessen.

In der Kantine standen sie wie gewohnt mit ihren Tellern an der Ausgabe. „Was darf’s denn sein? Eintopf oder Gemüseauflauf?“ fragte sie die Schülerin die heute hinter der Ausgabe stand mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Eine jüngere Schülerin die vor ihnen an der Reihe war schaute sich beides an. „Nimm bloß nicht den Eintopf.“ sagte Lena die hinter ihr stand.
„Was soll das denn?“ fragte die Schülerin hinter der Ausgabe. „Der Eintopf muss auch alle werden. Außerdem ist da Fleisch drinne und alles für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Lass sie doch selbst entscheiden.“ Die Schülerin entschied sich tatsächlich für den Eintopf während die Schülerinnen aus Miss Isabellas Gruppe den Auflauf nahmen. Sie setzten sich an einen Tisch und als sie sich um sahen bemerkten sie, daß gerade von den älteren Schülerinnen viele Eintopf aßen. Lena schüttelte sich und sah auf den Teller ihrer Tischnachbarin die diesen ebenfalls aß. „Was hast du denn? Ich mag einfach keinen Brokkoli.“ Lena schaute sie groß an, wandte sich dann aber ab und aß ihren Auflauf.

Nach dem Mittagessen gingen alle wieder in den Schlafsaal. Von Frida, die schon beim Mittagessen nicht anwesend war fehlte jede Spur. Auch zum Abendbrot war sie noch nicht wieder da. Alle fragten sich wo sie war. Doch auch von Miss Isabella, die nach dem Essen nach ihnen sah, bekamen sie keine Antwort auf diese Frage.
Eine Stunde bevor es Zeit war zu Bett zu gehen kam eine Frau in Jeans, Turnschuhen und weiter Bluse in den Schlafsaal gestürmt. Sie lief zu Chris und warf ihr drei große Stoffbeutel aufs Bett. „Hier, versteck das schnell.“ rief sie und rannte bereits wieder zur Tür. Dort drehte sie sich noch einmal um. Erst jetzt erkannte Chris unter der aufwändigen Hochsteckfrisur Frida. „Los, mach schon.“ rief sie ihr zu und verschwand wieder. Wenige Augenblicke später, Chris sah noch immer zur Tür, kam sie wieder herein gelaufen, rannte zu Chris Bett und wühlte in einer der Taschen herum. „Mach endlich. Versteck das schnell.“
Chris fand ihre Sprache wieder „Wo denn?“ fragte sie.
Frida ließ die Schultern hängen, fasste in ihre Frisur und zog eine Haarnadel heraus. „In Abigails Schrank.“ sie gab Chris die Haarnadel, fand was sie suchte und rannte mit einem Schlüsselbund in der Hand wieder aus dem Saal.
Chris schaute erstaunt zu den Beuteln. Sie nahm die Haarnadel und versuchte damit das Vorhängeschloss vor dem leeren Schrank zu öffnen. Nach zwei Minuten ging Mara zu ihr, nahm ihr die Haarnadel aus der Hand und öffnete geschickt das Schloss. „Bitte sehr.“ sagte sie und steckte sich die Haarnadel hinterm Ohr in die Haare.
„Machst du sowas öfter?“ fragte Chris erstaunt als die Beiden die schweren Beutel im Schrank verstauten.
„Schon seit ein paar Monaten nicht mehr.“ Mara schaute sie grinsend an. „Aber sowas verlernt man nicht so schnell.“ Sie drückte das Schloss wieder zu und legte sich zurück in ihr Bett. Die Anderen standen mittlerweile um sie herum. „Was war denn in den Beuteln drinne?“ wollte Georgia wissen. Die Beiden zuckten mit den Schultern. „Ich hab nicht rein gesehen. Und ich glaube, es ist auch besser, wenn wir das nicht wissen.“ gab Chris zur Antwort.
„Mich interessiert eher wo sie das her hat und wieso sie keine Tunika an hatte.“ Mara sah grübelnd zu den Anderen.
Die Tür öffnete sich und Frida kam gemütlich in den Saal. Sie trug nun wieder ihre Haare offen und war mit der Tunika bekleidet.
„Was war das denn eben?“ fragte Caro sie.
„Wir hatten doch frei. Warum soll ich da nicht mal die Kreditkarte von meinem Vater belasten?“ sagte sie und ging zu Abigails Schrank. Sie versuchte ihn zu öffnen. „Warum hast du zu gemacht?“ fragte sie Chris. „Mach wieder auf. Wir müssen bald ins Bett.“
Mara ging zu dem Schrank und hielt ihr die Haarnadel hin. „Was ist denn da drinne, daß du so dringend da dran musst.?“ fragte sie provozierend.
„Das wirst du gleich sehen. Also mach einfach auf.“
Mara öffnete schnell das Schloss. Chris holte eine der Tüten heraus und stellte sie vor den Schrank. „Bedient euch. Aber jede nur eine und nachher gut verstecken.“ Sie schauten in die Tüte die voll war mit Schokoladentafeln.
„Hast du einen Laden überfallen? Wie viel ist das denn?“ wollte Caro wissen. Frida, die inzwischen etwas aus einer der anderen Tüten holte drehte sich um. „Das sind hundert Stück. Mehr passt nicht in so eine Tüte. Hab ich ausprobiert, bevor ich hier her gekommen bin.“ Caro schaute sie erstaunt an. „Guck nicht so. Oft kann ich das nicht machen. Also musste ich genug mit bringen daß es für uns alle für die nächsten paar Monate reicht.“ sagte Frida.
Nachdem sich jede eine Tafel genommen hatte, nahm sie den Beutel und verstaute ihn wieder im Schrank. Sie verriegelte das Schloss und ging zum Tisch auf dem noch immer die Tüten mit den Getreidebrocken lagen. Es klapperte kurz als sie diese irgend wo hinein füllte. Dann drehte sie sich um und ging zu ihrem Bett. In der Hand hielt sie einen Plastiknapf für Hunde. Diesen stellte sie auf ihren Nachttisch, griff hinein und kaute auf den Getreidebrocken herum. Auf dem Tisch standen zwei weitere Näpfe die mit diesen gefüllt waren.
„Sag mal, spinnst du eigentlich? Wie kannst du das Zeug denn nur essen? Vor allem wenn du Schokolade hast?“ fragte Mara die ebenfalls wieder in ihrem Bett lag und genüsslich ein Stück Nussschokolade kaute. Es war lange her daß sie so etwas gegessen hatte und sie genoss jedes einzelne Stück.
„Ich weiß garnicht, was du hast. Ich finde das schmeckt garnicht mal schlecht. Ich hab mir gleich noch zwei Tüten mit gebracht.“
Mara schaute sie groß an und wusste nicht, ob sie darüber lachen oder ihre Mitschülerin für Verrückt halten sollte.

Zwei Tage später war Frida bereits nach dem Aufstehen ziemlich blass um die Nase. Sie klagte über Kopfweh und Übelkeit. Miss Isabella schickte sie noch vor dem Morgenlauf zur Ärztin.
Die Anderen fanden sich nach dem Frühstück zusammen mit Miss Isabella in der Küche ein die sich in eine Ecke stellte und sie beobachtete. Heute erwartete sie ein etwas ungewöhnlicher Kochunterricht. Jede von ihnen bekam unterschiedliche Sorten Fleisch und musste diese in Scheiben schneiden und anbraten. Dann sollten sie gebratenen Scheiben in kleine Stücke schneiden. Aus Gemüse, den Fleischresten die keine ganzen Würfel mehr her gaben und anderen Zutaten kochten sie eine dicke Suppe die sie fein pürierten. Mara wollte diese Suppe gerade würzen und ging zum Regal in dem die Gewürze standen. Miss Lorena rief laut „Stopp!“, worauf hin Mara stehen blieb und sie fragend an sah. „War das, was ihr gegessen hattet etwa gewürzt?“ fragte sie Mara. Diese wusste zuerst nicht, was sie meinte und schaute sie verwirrt an. Sie ging zurück an ihren Platz und schaute sich um. Einige ihrer Mitschülerinnen lachten und sahen sie an. Dann betrachtete sie den Haufen kleiner Fleischwürfel vor sich. Langsam wurde ihr klar was sie hier taten.

Nachdem alles vorbereitet war, mussten sie große Konservendosen in heißes Wasser legen und danach das Fleisch hinein füllen. Jede von ihnen hatte genug Fleisch für zehn Dosen. Zuletzt mussten sie die Suppe noch einmal auf kochen und einige Löffel eines weißen Pulvers hinein geben. „Das ist Agar Agar, ein Geliermittel. Wenn das kalt wird, bekommt man eine schöne, feste Masse. Ihr kennt das ja schon, nehme ich an.“ erklärte Miss Lorena grinsend. Dann füllten sie die Dosen mit der Suppe auf bis diese Randvoll waren. Die Dosen wurden verschlossen und kamen dann noch einmal in ein kochendes Wasserbad. Als diese etwas abgekühlt waren gab Miss Lorena ihnen Etiketten die sie auf die Dosen kleben mussten. Als Mara diese sah lachte sie lauthals los. Es waren die selben Etiketten die sie in der letzten Woche auf den Dosen gesehen hatte, aus denen der Inhalt des Eintopfes kam den sie letzte Woche essen mussten. Kurz vor dem Mittagessen waren alle Dosen fertig und standen zum Abkühlen in großen Drahtkörben in der Küche. Hätte Mara nicht gewusst, was sich darin befand, hätte sie es tatsächlich für Hundefutter gehalten.

Nach dem Mittagessen ging es in der Küche weiter. Aus Hafer, Ei, Milch, Quark und Öl wurde eine große Menge Teig zubereitet und aufgeteilt. Sie gaben verschiedene getrocknete Früchte, und Lebensmittelfarbe hinein. Der fertige Teig kam dann in eine Maschine die daraus kleine Bröckchen formte. Die Scheibe durch die der Teig gepresst wurde, wurde mehrmals ausgetauscht so daß Teilchen in Form kleiner Herzchen, Halbmonde, Sternchen und Knochen dabei heraus kamen. Diese wurden in den Backöfen getrocknet und nach dem Abkühlen in Tüten verpackt.
Als die großen, durchsichtigen Tüten neben den Dosen auf einem Tisch lagen, stand Mara davor und sah sich an was sie an diesem Tag alles geschafft hatten. Nachdenklich schaute sie zu den Tüten und kratzte sich im Nacken.
„Worüber denkst du denn nach?“ fragte Larissa die zu ihr getreten war.
„Ich weiß nicht, aber hatte Frida nicht gesagt, sie hatte sich noch welches gekauft?“ Mara deutete auf die Tüten. „Wo hat sie das denn bekommen?“
„Ich vermute mal sie hat es irgend wo in der Stadt gekauft. Aber ich bin mir nicht sicher, daß es das genau so zu kaufen gibt. Wer weiß, was da alles drinne ist.“
Die Beiden sahen sich an und begannen zu lachen. „Ich glaube, wir sollten es ihr lieber sagen wenn sie wieder gesund ist.“ meinte Larissa als sie sich wieder beruhigt hatten.

Im Laufe der nächsten beiden Wochen tauchte Frida nicht wieder auf. Sie hatte sich eine schwere Grippe eingefangen und musste im Krankenzimmer bleiben. Der Unterricht in diesen beiden Wochen war durch langweiliges Wiederholen des bisher gelernten und viel Sport geprägt. Die Schülerinnen waren nach dem Abendessen meist so geschafft, daß sie sofort in ihre Betten gingen. Frida tauchte plötzlich abends breit grinsend auf. Alle umringten sie und fragten wie es ihr ginge.
Sie war nach zwei Wochen dauernd im Bett liegen etwas schwach aber sie war wieder gesund und es ging ihr ansonsten gut. Da die Anderen ziemlich müde waren setzte sie sich auf ihr Bett und las. Sie holte einen der Näpfe und wollte die Getreideteilchen knabbern. Doch diese waren mittlerweile alle, die Anderen hatten, nachdem sie wussten, was sich darin befand auch angefangen sie zu essen.
„Na toll, ich dachte, ihr wolltet die nicht haben.“ sagte Frida enttäuscht. „Macht nix, ich hab ja noch welche.“ sie ging zu Abigails Schrank und öffnete diesen ungeschickt mit der Haarnadel die gut versteckt zwischen zwei Schränken steckte. Mit einem klappernden Geräusch füllte sie einen der Näpfe und nahm ihn mit zu ihrem Bett wo sie weiter las und gelegentlich nach dem Napf griff.

Einige Zeit später betrat Miss Isabella den Schlafsaal. „Liegen bleiben, ich muss mit Frida reden.“ sagte sie und ging zielstrebig zu ihr. Sie setzte sich auf die Bettkante und erklärte ihr, daß sie sie in den nächsten Wochen beim Sport etwas schonen würde bis sie wieder fit war. Dabei griff auch sie gelegentlich nach den Getreideteilchen.

Nachdem sie Frida den Plan der Ärztin erklärt hatte und wie weit sie beim Sport gehen konnte, stand sie auf und wollte gehen. „Sag mal, wo hast du die eigentlich noch her?“ sie zeigte auf den Napf den die Beiden fast leer gegessen hatten. „Die müssten doch schon längst alle sein.“
„Ich hab da noch ein paar Tüten von. An dem Tag als ich frei hatte hab ich noch Nachschub gekauft Miss“ winkte Frida ab. Sie schaute Miss Isabella an und schlug sich die Hand vor den Mund.
„Wenn du denkst, ich weiß nicht, das ihr was in Abigails Schrank versteckt habt, dann täuschst du dich aber gewaltig. Aber so lange ihr es nicht übertreibt, sag ich nichts.“ ein kurzes Grinsen huschte über Miss Isabellas Wundwinkel. Doch dann entgleisten plötzlich ihre Gesichtszüge. Mit starrem Blick schaute sie Frida an. „WO hast du die gekauft?“ wollte sie wissen.
„Na in einem Geschäft für Tierbedarf. Musste ganz schön lange suchen bis ich genau die gefunden hab Miss. Die Verkäuferin hat ganz schön blöd geguckt als ich alle Sorten probiert hab.“
„Sag mal, willst du mir damit sagen, das ich gerade Hundefutter gegessen habe?“ Miss Isabellas Gesicht wurde etwas blass um die Nase und sah Frida an.
„Das haben sie doch schon gegessen als wir im Garten waren Miss. Da haben wir das doch alle gegessen.“
Miss Isabella schaute zu den anderen Schülerinnen die in ihren Betten lagen und sich ausruhten. Einige schliefen bereits. „Und die Anderen haben dir nichts gesagt?“
„Was sollen sie denn gesagt haben Miss?“ Frida schaute sie verständnislos an.
„Ihr habt nie Hundefutter bekommen. Das war alles selbst gemacht. Deine Mitschülerinnen können dir ja mal verraten, wie das gemacht wird.“ Sie drehte sich um und schüttelte Mara wach. Diese sah sie, sprang sofort auf, knickste und stellte sich vor Miss Isabella.
„Mara, würdest du Frida bitte mal erzählen, was ihr in der Küche gemacht habt? So vor zwei Wochen am Montag?“ sagte sie leise mit drohender Stimme.
Mara, die nicht wusste, was überhaupt los war überlegte kurz und erklärte Frida dann wie sie das Essen gemacht und in Dosen und Tüten gefüllt hatten.
„Dann war das also kein richtiges Hundefutter?“ Frida sah sie erstaunt an. „Schmeckt aber ganz genau so.“ sie hielt Mara den Napf hin.
Mara schüttelte nur den Kopf. Darauf hin nahm Frida eine Hand voll aus diesem heraus, steckte es sich in den Mund und begann zu kauen.
Beide, Mara und Miss Isabella schauten sie mit offenem Mund an.
„Was?“ fragte Frida mit vollem Mund? „Mir schmeckt es trotzdem.“
Miss Isabella stand auf und verließ wortlos den Schlafsaal.

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  RE: Neue Horizonte Datum:15.02.17 06:53 IP: gespeichert Moderator melden


Zwei Sehr interesante Teile.

Da kann man nur hoffen das es Sarah geschaft had und irgendwo ein freies glückliches Leben führt.Zumindestens ist sie auf die ein oder andere Art frei.

Trotz allen die Lektion die sie ihren Schülern verpaßt haben waren sehr vielschichtig.
Da währen zum einen die Kleidung.Ihre Besitzer können ihnen die schlechteste Kleidung anziehen und sie damit immer rumlaufen lasen ohne das sie was machen können.Sie haben noch nicht mal das Recht auf ein richtiges Klo,ein Eimer irgendwo und sie müssen zu frieden sein.
Das gleiche mit der Arbeit.Wenn ihre BEsitzer ihnen stupide und anstrengende Arbeit auftragen müssen sie es machen.Genauso wenn sie den BEfehl erhalten andere Servas zu bestrafen bzw. wenn sie von anderen bestraft werden,das sie es nicht persöhnlich nehmen.Sie hatten keine Wahl.
Und dan das Essen.Ich denke an den Gerüchten wegen den Essen bei anderen Schulen ist was dran.Zu mindestens müssen sie damit rechnen bei ihren neuen Besitzern nur von irgendwelchen Resten zu leben,welche sie normaler weise nie anrühren würden.Nur haben sie dan keine Wahl.Denn ohne Grund macht diese Schule kein solches Training.

Tja mal schaun wie es weiter geht.Alles gute und viel Spaß weiterhin.

mfg Wölchen
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  RE: Neue Horizonte Datum:15.02.17 16:12 IP: gespeichert Moderator melden


Tja, ob Sarah es tatsächlich geschafft haben sollte, irgend wo dem Rhein zu entkommen, wer weiß das schon.

Und niemand kann sagen, wo hin sie verkauft wird und was dort auf sie zu kommt. Einigen wird es sicher nicht so gut gehen, wie anderen.
Das wird wohl die Zukunft zeigen.

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  RE: Neue Horizonte Datum:16.02.17 16:54 IP: gespeichert Moderator melden


6 – Rechtskunde


„Alle aufstehen!“ hallte Miss Isabellas Stimme durch ihr Megaphon verstärkt durch den Schlafsaal. Seit sie es sich für die Gartenarbeit besorgt hatte benutzte sie ihr neues Spielzeug in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder. Die Schülerinnen sprangen aus ihren Betten, zogen sich Sportsachen an und standen keine zwei Minuten später vor ihren Betten.
„Kleine Planänderung. Das Frühstück fällt heute aus. Ab ins Bad mit euch und waschen und Zähne putzen. Dann kommt ihr alle mit zwei großen und zwei kleinen Handtüchern wieder hier her.“ rief sie. Ihre Stimme hallte laut durch den Schlafsaal. Verwirrt schauten die Frauen sie an, gingen aber so schnell es ging ins Bad und machten sich fertig. Kurze Zeit später standen alle mit den verlangten Handtüchern vor ihren Betten.
„Schön. Die packt ihr jetzt in eure Taschen. Dazu Alles was ihr zum Duschen braucht. Dann packt ihr die hier auch noch mit ein.“ Sie heilt einen der Stoffbeutel hoch, die auf dem Tisch lagen.
Die Frauen fragten garnicht erst, holten die Taschen aus ihren Schränken und packten alles ein. Dann holte sich jede einen der Beutel die mit ihren jeweiligen Nummern beschriftet waren.
„Jetzt alle die Tuniken an ziehen und die Umhänge drüber.“ hallte Miss Isabellas Stimme wieder durch den Saal. Sie zogen die Tuniken und die Umhänge über die Sportsachen.
„Jetzt nehmt eure Taschen und macht das ihr in den Hof kommt.“ rief sie. Als Frida gerade den Saal verlassen wollte, hielt sie diese auf und wartete bis alle Anderen hinaus gegangen waren.

Die Beiden kamen fünf Minuten später ebenfalls in den Hof. Dort stand ein schwarzer Kleinbus mit getönten Scheiben. Die Taschen mussten sie im Kofferraum verstauen und sich dann hinein setzen. Sie schnallten sich an und Miss Isabella setzte sich hinters Steuer. Frida saß neben ihr und so konnten die Anderen sie nicht fragen was sie noch im Schlafsaal gemacht hatten. Die Fahrt ging durch die halbe Stadt. Auf einer Brücke über den Rhein hielt Miss Isabella den Wagen an. „Sitzen bleiben.“ sagte sie und stieg aus. Sie stellte sich ans Geländer der Brücke und stand eine Weile mit gefalteten Händen dort und schaute aufs Wasser.
„Das muss die Brücke sein wo ihre Mitschülerin runter gesprungen ist.“ sagte Larissa leise. Die Anderen nickten nur wortlos und schauten ebenfalls auf den Fluss.
Miss Isabella knickste und stieg dann wieder in den Wagen. Lautlos setzte dieser sich wieder in Bewegung bis sie auf einen großen Parkplatz fuhren der um diese Zeit noch fast leer war.
„Alle aussteigen und aufstellen.“ sagte Miss Isabella und stieg selbst aus. Die Schülerinnen stiegen aus und stellten sich in einer Reihe neben den Wagen.
„Also, heute ist Sonntag und es ist schönes Wetter.“ sie deutete in den Wolkenverhangenen Himmel. „Also werden wir heute mal ein wenig Sport machen. Hatten wir ja schon lange nicht mehr.“ die Frauen stöhnten leise auf. „Ruhe und stellt euch nicht so an. Eines noch: wer sich heute daneben benimmt, spielt morgen Mauerblümchen. Also benehmt euch. Und zwar alle. Jetzt holt eure Taschen raus und nehmt meine auch gleich mit.“
Die Frauen knicksten, holten die Taschen aus dem Kofferraum und folgten ihr über den Parkplatz.
„Haaaalt.“ rief sie. Geht mal ordentlich hintereinander. Ihr lauft rum wie eine Horde Halbstarker.“
Sie ging weiter und die Frauen gingen hintereinander und beinah im Gleichschritt über den Parkplatz. Sie erreichten ein großes Gebäude und gingen zum Eingang.
„Wir gehen Baden?“ fragte Caro erstaunt als sie sahen daß es sich um ein Hallenbad handelte.
„Hatte ich euch das nicht gesagt?“ fragte Miss Isabella und lachte. „Ruhe jetzt.“
Nacheinander gingen sie in den Vorraum des Hallenbades. Dort gab Miss Isabella jeder eine Karte und sagte „Nicht verlieren. Sonst habt ihr nachher ein Problem.“ Vor einem Drehkreuz hielt sie die Karte an ein Lesegerät und ging hindurch. Die Frauen taten es ihr gleich und folgten ihr zu den Umkleiden. „Wir haben doch gar keine Badesachen dabei.“ sagte Mandy und schaute sich ratlos um.
„Macht eure Taschen auf. Ich denke, die sollten euch passen.“ sagte Miss Isabella. Die Frauen öffneten ihre Taschen und fanden neben Badeanzügen je eine Flasche Wasser und eine Klarsichttüte mit belegten Brötchen sowie eine halbe Tafel Schokolade in den Stoffbeuteln die sie vorhin eingepackt hatten. In einer Sammelumkleide zogen sie sich um und verstauten ihre Kleidung in den Spinden. Die Eintrittskarten steckten sie in die Schlösser der Spinde und konnten dafür deren Schlüssel ab ziehen die sie sich um die Handgelenke banden. Nachdem sie sich abgeduscht hatten gingen sie zusammen in das eigentliche Schwimmbad. Miss Isabella ließ sie in einer Reihe antreten. „Wenn ich hier mit pfeife, kommen alle zu mir.“ Sie nahm eine Pfeife die sie um ihren Hals hängen hatte und pfiff einmal laut. „Und ich will hier keinen Ärger haben, also benehmt euch gefälligst. So, jetzt alle auf die Böcke stellen und fünf Bahnen schwimmen. Wenn eine von euch schneller ist als ich, dann gebe ich euch nachher das Mittagessen aus.“ sagte sie und stellte sich selbst auf einen der Bücke an dem großen Schwimmerbecken. Die zehn Bahnen waren durch schwarze Fliesen auf dem Boden des Beckens abgeteilt. Die Frauen stellten sich ebenfalls auf die Startböcke und warteten. Miss Isabella pfiff auf ihrer Pfeife und sprang ins Wasser. Die Schülerinnen taten es ihr gleich und schwammen los.

Nachdem sie selbst wieder aus dem Wasser aufgetaucht war drehte sie sich um und sah zwei Schülerinnen noch auf den Böcken stehen. Sie drehte um, schwamm zurück zum Beckenrand und kletterte hinaus. Dann pfiff sie noch einmal und fragte Lena und Larissa „Warum seid ihr nicht im Wasser?“
„Entschuldigung Miss, aber ich kann doch nicht schwimmen.“ sagte Larissa und senkte den Kopf.
„Ich auch nicht. Und Mara anscheinend auch nicht.“ Lena zeigte zu Mara die im Wasser herum paddelte und versuchte nicht unter zu gehen. Dabei wedelte sie wie wild mit den Armen. Miss Isabella sprang, als sie das sah, ins Wasser, schwamm zu Mara die gerade wieder den Kopf unter Wasser hatte, fasste sie von hinten und zog sie zurück zum Beckenrand. „Raus mit dir.“ sagte sie, kletterte aus dem Wasser und half Mara ebenfalls aus dem Wasser heraus. Diese hustete und schaute betreten zu Boden. „Alles in Ordnung?“ fragte Miss Isabella. Mara nickte nur hustend.
„Geh dich da hin setzen. Und ihr beide setzt euch auch.“ sagte sie zu Lena und Larissa. Die anderen Schülerinnen standen mittlerweile ebenfalls wieder neben ihr. „Ihr wartet hier.“ sagte sie und ging zu Mara die sich mittlerweile beruhigt hatte. „Geht’s wieder?“ fragte sie.
„Ja Miss Isabella.“ sagte Mara „Alles wieder in Ordnung.“
„Sag mal warum bist du eigentlich ins Wasser gesprungen wenn du nicht schwimmen kannst?“ fragte Miss Isabella verärgert.
„Entschuldigung Miss, aber Sie haben doch gesagt, das wir fünf Bahnen schwimmen sollen.“
Miss Isabella fasste sich an den Kopf. „Na gut, damit hast du gerade dafür gesorgt, das der Unterricht in Rechtskunde auf nächste Woche vorverlegt wird.“ Sie winkte die Schülerinnen heran. „Also gut, nur mal für alle zum mit denken: Wenn ihr eine Anweisung bekommt, die euch in Gefahr bringen könnte, dann sagt das gefälligst, bevor ihr etwas macht. Verstanden?“ Die Schülerinnen nickten. „Kann ich euch drei hier sitzen lassen, ohne das etwas passiert?“ fragte sie.
Mara, Larissa und Lena nickten und sagten „Ja Miss Isabella.“
„Gut, dann die Anderen wieder aufstellen. Oder kann noch jemand nicht schwimmen?“ Sie und die restlichen Schülerinnen stellten sich wieder auf die Böcke. Sie pfiff noch einmal und alle sprangen wieder ins Wasser. Nach drei Bahnen hatten Chris und Frida bereits einen beachtlichen Vorsprung vor ihr. Nach den fünf Bahnen lag Miss Isabella eine halbe Bahn hinter den Beiden.

„Gratuliere.“ sagte Miss Isabella nachdem alle auf dem Beckenrand saßen, zu Frida und Chris. „Ihr dürft nachher das Essen aussuchen. „So. Und jetzt, macht, was ihr wollt. Aber immer zu zweit und alle halbe Stunde will ich euch sehen.“ sagte sie, deutete auf die große Uhr die über den Eingängen zu den Duschen hing und sprang ins Wasser. Auf der anderen Seite des Beckens kletterte sie heraus und ging zu den drei Nichtschwimmerinnen. „So, jetzt mal zu euch Dreien. Schwimmen werde ich euch heute nicht beibringen können. Also bleibt ihr drei heute zusammen und bleibt vom Schwimmerbecken und vom Sprungturm fern. Ich will euch jede halbe Stunde sehen. Mindestens. Ansonsten könnt ihr euch hier frei bewegen und machen was ihr wollt. Obwohl, dich“ sie deutete auf Mara „sollte ich vielleicht besser ins Babybecken setzen, das dürfte am sichersten sein.“
Mara schaute sie beschämt an. Sie stellte sich vor wie sie als 18 Jährige im Babybecken saß. Das wollte sie auf keinen Fall. Lieber würde sie den ganzen Tag hier sitzen bleiben.
„Mach nicht so ein Gesicht. Das war ein Scherz. Ich werde mal in die Sauna gehen. Viel Spaß ihr Drei.“ Miss Isabella stand auf, holte sich aus ihrer Tasche ein großes Handtuch und ging Richtung Sauna.

Die Drei gingen zum Nichtschwimmerbecken und stiegen in das warme Wasser. Langsam wurden sie locker und begannen herum zu tollen. Lena besorgte beim Bademeister einen Ball und sie begannen sich diesen zu zu werfen. Chris und Frida kamen später zu ihnen und es entspann sich ein Ballspiel bei dem alle ihren Spaß hatten. Langsam kamen immer mehr Badegäste und das Schwimmbad begann sich mit Menschen zu füllen. Miss Isabella schaute gelegentlich nach ihren Schülerinnen und legte sich auf einen der Liegestühle.

Nachdem sie eine ganze Weile Ball gespielt hatten kam eine Frau zu ihnen. Sie trug ein Kleinkind auf dem Arm das sichtlich Spaß im Wasser hatte. An ihrem Halsband konnten sie sehen, das es sich um eine Serva handelte. „Na, Schulausflug?“ fragte sie die Fünf.
„Woher wissen Sie?“ fragte Chris.
Die Frau lachte. „Ich kenne diese Badeanzüge. Ich hab selbst noch so einen zu Hause.“ sagte sie. Statt eines Badeanzuges trug sie jetzt einen recht knappen, schwarzen Bikini. „Wenn ihr wollt, können wir uns nachher ja mal unterhalten. Ich lade euch auf ein Eis ein.“ Die Fünf nickten „Wenn Miss Isabella das erlaubt gerne.“ sagte Chris.
„Fein.“ sagte die Frau. „Aber dürfte ich euch jetzt bitten, etwas Platz zu machen und vorsichtig zu sein? Wir sind zum Babyschwimmen hier.“ sie deutete auf eine Gruppe Frauen die mit ihren Kindern gerade ins Becken stiegen. Eine von ihnen zog eine schwimmende Absperrung durch das Becken und teilte dieses dadurch in zwei Teile. In dem kleineren Teil des Beckens begannen die Frauen mit ihren Kindern zu planschen. „Gerne doch. Dann gehen wir auf die Rutsche.“ sagte Frida. Sie und Chris stiegen aus dem Wasser und verschwanden hinter einer Ecke. „Vielen Dank.“ sagte die Frau. „Machen wir doch gerne.“ erwiderte Lena freundlich.

Die drei Nichtschwimmerinnen schauten sich etwas um und sahen daß der Whirlpool gerade frei wurde. Sie verließen das Becken und legten sich in den Pool. Das Wasser war noch wärmer als das des Nichtschwimmerbeckens und die Luftblasen die das Wasser zum Schäumen brachten kribbelten angenehm auf der Haut. Sie lagen eine ganze Weile entspannt im Wasser bis Lena auf einmal anfing zu lachen. Die andern Beiden sahen sie verständnislos an. „Was hast du denn? Wollte Larissa wissen.
„Ich hab mir gerade überlegt, daß es sich genau so im Kochtopf eines Kannibalen anfühlen muss.“ sagte diese noch immer lachend.
Auch Larissa und Mara fielen nun in das Gelächter mit ein.

Alle hatten an diesem Tag ihren Spaß. Gegen Mittag pfiff Miss Isabella auf ihrer Pfeife und die Schülerinnen versammelten sich am Nichtschwimmerbecken. Von dort gingen sie gemeinsam zum Restaurant des Hallenbades und Frida und Chris durften aussuchen was es zu essen gab. Sie einigten sich auf Schnitzel mit Pommes Frites und einen gemischten Salat, dazu Limo für alle. Sie aßen in aller Ruhe und eine lockere Unterhaltung kam in Gang. Nachdem sie gegessen hatten kam auf einmal eine Frau mit einem Säugling auf dem Arm an den Tisch. „Entschuldigung, darf ich mich zu Ihnen setzen Miss?“ fragte sie Miss Isabella. „Mein Name ist Jolanda. Ihre Schülerinnen und ich sind vorhin bereits aufeinander getroffen.“ stellte sie sich vor.
Miss Isabella deutete auf einen freien Platz und sie setzte sich. „Ich hoffe, sie waren nicht unhöflich zu Ihnen.“ sagte Miss Isabella.
„Oh nein, im Gegenteil.“ sagte Jolanda. Sie lächelte und nickte Lena zu. „Sie waren ausgesprochen freundlich. Wir hatten Babyschwimmen und mussten sie leider bitten etwas Platz zu machen. Ich hatte ihnen versprochen, sie auf ein Eis einzuladen, wenn Sie als ihre Lehrerin nichts dagegen einzuwenden haben. Das Versprechen wollte ich jetzt einlösen.“
Miss Isabella stimmte zu und so bekamen alle Schülerinnen auch noch ein großes Eis wofür sie sich ordentlich bei Jolanda bedankten.

Auch den restlichen Tag über hatten alle viel Spaß. Sie spielten Wasserball, schwammen, rutschten die Wasserrutsche um die Wette und gingen in die Sauna. Am späten Nachmittag sammelte Miss Isabella sie ein und sie duschten und zogen sich in der Sammelumkleide wieder an. Dann fuhren sie zurück in die Schule Als sie zurück im Schlafsaal waren, fielen alle zwar ziemlich müde in ihre betten doch alle fanden den Tag sehr gelungen. Als Miss Isabella nach dem Abendessen noch einmal herein kam um nach ihnen zu sehen, bedankten sich alle bei Ihr für diesen Tag.

Nachdem sie noch einmal bei den Schülerinnen war, ging Isabella noch einmal zur Schulleiterin um ihr von dem Vorfall zu erzählen. Diese öffnete ihr die Tür und bat sie in ihr Büro. „Was ist denn passiert, daß du um diese Zeit noch mal her kommst?“ fragte Miss Wilhelmina sie.
„Es gab einen Vorfall im Schwimmbad.“ sagte Isabella. Während sie von Maras beinahe Ertrinken erzählte, schenkte Miss Wilhelmina zwei Gläser Sherry ein und reichte ihr eines davon.
„War sie denn schon bei Ellen?“ wollte Miss Wilhelmina wissen.
„Nein, ich denke auch nicht, daß es nötig ist. Aber ich werde sie mal zu ihr schicken.“
„Tu das. Nicht, daß doch was zurück bleibt.“ sagte Miss Wilhelmina.

Dann machte sie ein ernstes Gesicht. „Wo du gerade hier bist, hast du das schon gelesen?“ Sie schob ihr einen ausgeschnittenen Zeitungsartikel hin.
„Ja, ich habe es auch gelesen. Sie wurde auf offener Straße von ihrem Eigentümer verprügelt. Anscheinend wegen einer Kleinigkeit. Aber ich frage mich, wer diese Frau war, die den Mann Krankenhausreif geschlagen hat. War die Serva Schülerin an unserer Schule?“ wollte Isabella wissen.
„Nein, anscheinend nicht. Das letzte mal war es ja eine deiner ehemaligen Schülerinnen. Aber diese hier konnte ich in unseren Akten nicht finden. Aber was mir aufgefallen ist ist das hier.“ sie hielt Isabella die Zeitung hin und deutete auf das Bild welches dort abgebildet war. Diese nahm die Zeitung und hielt sie sich dicht vors Gesicht.
„Das ist eine Blume. Und?“ fragte diese.
Miss Wilhelmina gab ihr eine andere Zeitung und zeigte auf eine Stelle auf einem Bild.
„Wieder eine Blume.“ Isabella sah sie fragend an.
„Ich habe eine Bekannte die bei der Polizei arbeitet. Als ich sie danach gefragt habe, hat sie mir das hier geschickt.“ Sie reichte Isabella ein Pad. Das Bild welches dort zu sehen war zeigte eine weiße Rosenblüte. Auch das nächste Bild zeigte eine solche. „Das sind Aufnahmen von den beiden Stellen an denen es passiert ist.“
Isabella stand auf und wollte zur Tür gehen.
„Du brauchst nicht nach zu sehen. Das habe ich vorhin schon getan. Es sind die gleichen.“ sagte Miss Wilhelmina.
Isabella setzte sich wieder und schaute sich die Bilder mit nachdenklichem Gesicht noch einmal an „Mich ärgert, daß solche Vorfälle nur deshalb irgend jemanden interessieren weil jemand die Eigentümer verprügelt hat.“ sagte sie.
„Ja, das ist leider wahr. Aber wenn so etwas öfter passiert könnte es Probleme geben. Auch für uns. Egal wer das war, ich hoffe, man findet diejenige schnell.“
„Ich hoffe, das man sie nicht findet und sie möglichst schnell weiter macht. Es ist gut, wenn möglichst viele dieser Vorfälle ans Licht kommen. Die, die sowas tun, sind doch meistens Leute mit so viel Geld, das sie denken sie können sich alles erlauben.“ sagte Isabella wütend.
„Isabella. Du weißt selbst, daß so etwas nicht die Lösung sein kann. Gewalt ist nie eine Lösung für ein Problem.“
„Aber wenn so etwas nicht passiert, dann wird sich nie etwas ändern. Gerade Leute mit viel Geld haben auch genug Möglichkeiten etwas zu vertuschen. Sieh dir nur mal diese selbsternannte Baroness an die immer mal wieder auf den Auktionen erscheint. Du kennst die Gerüchte über sie. Und ich gehe jede Wette ein, daß diese Gerüchte nicht einfach so entstanden sind. An jedem Gerücht ist auch immer ein Funke Wahrheit, sagt man. Und so wie sie sich aufführt, kann ich mir das durchaus gut vorstellen.“ Isabella redete sich gerade in Rage. „Und was macht das Amt dagegen? Nichts. Wie denn auch? Selbst hier, in einer Großstadt mit fast 100000 Einwohnern sind das gerade mal zwei Leute die da arbeiten. Und einer von denen ist mindestens hundert Jahre alt, fast taub und debil. Da kommen doch nur Beamte hin, die man sonst nicht mehr einsetzen kann damit sie die Zeit bis zum Ruhestand überbrücken können.“
„Nun übertreib mal nicht Isabella. Der Mann ist gerade mal 59 und seine Sekretärin eine durchaus fähige Frau. Und was diese Baroness angeht, glaubst du ernsthaft, wenn an diesen Gerüchten etwas dran wäre, würde sie noch auf freiem Fuß herum laufen?“
Isabella schaute Miss Wilhelmina resigniert an. Sie holte mehrmals tief Luft und versuchte sich zu beruhigen. Sie merkte, daß sie den Bogen überspannt hatte. Nachdem sie sich etwas gefasst hatte sagte sie „Ich würde gerne den Unterricht in Rechtskunde auf diese Woche vor ziehen. Nicht nur deswegen. Auch wegen Mara. Nicht, daß so etwas noch mal passiert. Ich hab sie zwar rechtzeitig raus geholt. Aber alleine daß sie das ohne nach zu denken gemacht hat, ist schon schlimm genug. Und auf jeden Fall muss das in ihre Akte. Bei zwei Anderen auch. Die können auch nicht schwimmen.“ sagte Isabella.
„Du hast recht. Sag mir die Nummern, das erledige ich gleich.“
Isabella sagte „Larissa, die sieben; Lena die acht und Mara, Nummer neun.“ Die Schulleiterin nahm ein Pad und trug die entsprechenden Bemerkungen in den Akten der Drei ein.

„Wo wir gerade dabei sind. Ich habe eine Lösung für unser Problem mit deiner Neun. Balde sollen deine Schülerinnen ja ihren Probemonat absolvieren. Danach ist für die Gruppe der Unterricht in Etikette und benehmen dran und dann nur noch Wiederholungen bis zu ihrer Prüfung.“ Miss Wilhelmina reichte Isabella ein Blatt Papier.
Diese las es sich durch. „Sieht gut aus. Wenn das so klappt, merkt sie nicht einmal was davon. Das wird sicher klappen, wenn Peter sich da mit rein hängt. Aber was ist mit den Anderen?“
„Für deine Eins haben wir auch was arrangiert. Aber mehr geht einfach nicht. Und selbst wenn, niemand garantiert daß es auf Dauer gut geht. Außerdem müssen wir vorsichtig sein. Wenn wir das bei zu vielen machen, dann fällt es auf.“ Miss Wilhelmina sah sie ernst an.
„Sie haben ja recht Miss.“ Isabella zuckte mit den Schultern.
„Ich bedauere ja auch, daß im Moment nicht mehr geht. Aber vielleicht wird sich das ja irgend wann ändern.“
„Vielleicht, ja. Irgend wann, hoffentlich.“ Mit diesen Worten stand Isabella auf und verabschiedete sich. Sie wünschte der Schulleiterin eine gute Nacht und ging in ihr Zimmer.

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WölchenVolljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte Datum:16.02.17 20:18 IP: gespeichert Moderator melden


Hey.

Ein klasse Teil,der echt schön war,aber auch eine menge Fragen auf geworfen had.Tja ob die Angreiferin etwa Sarah war?Immerhin had sie eine Rosenblüte als Zeichen hinterlassen,naja das Bild davon.

Jede Sklavenbekämpfung had oft immer im Untergrund und Hintergrund begonnen.Mal schaun wie es auf alle Fälle weiter geht.Besonders der Rechtsunterricht dürfte Interessant werden.

Freu mich schon.

mfg Wölchen

mfg Wölchen
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domtraeumer
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  RE: Neue Horizonte Datum:17.02.17 00:56 IP: gespeichert Moderator melden


Herrliche Geschichte, in sich schlüssig und gefühlvoll. Bitte die Story zu Ende schreiben.

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HeMaDo
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte Datum:18.02.17 12:47 IP: gespeichert Moderator melden


Einige Tage später führte Miss Isabella die Schülerinnen in einen kleinen Raum in dem lediglich einige Sitzkissen lagen und eine große Tafel an der Wand hing. Die Frauen mussten sich im Halbkreis hin knien so das alle die Tafel sehen konnten. Miss Isabella kniete sich vor diese. „Ich nehme an, ihr alle erinnert euch noch an den Vorfall im Schwimmbad?“ sie schaute erst Mara eindringlich an und sah dann in die Runde. Die Schülerinnen nickten. „Gut, dann fangen wir einfach mal an. Wenn ihr einen Befehl bekommt, von dem ihr wisst, daß ihr ihn nicht ausführen könnt oder daß seine Ausführung euch gefährlich werden kann, wie sinnvoll ist es dann, diesen trotzdem aus zu führen?“ sie sah noch immer zu Mara die rot angelaufen war. „Was ist denn das schlimmste, was ein vernünftiger Mensch machen kann, wenn ihr etwas nicht könnt?“
„Wir werden bestraft.“ sagte Mara leise.
„Ich denke nicht.“ sagte Miss Isabella. „Wenn ihr etwas nicht könnt, ist das schlimmste, was euch passieren kann, daß ihr es lernen müsst. Aber einen Befehl auszuführen obwohl ihr genau wisst, das ihr es nicht könnt, halte ich schon für blöd genug um euch zu bestrafen.“ sie schaute zu Mara, die sie mit offenem Mund an starrte. „Nein, ich werde dich nicht dafür bestrafen, auch wenn du es vielleicht verdient hättest. Aber mal ganz ehrlich, so hart es jetzt klingen mag. Eine Serva kostet viel Geld. Und niemand wirft einfach so sein Geld zum Fenster raus indem er eine Serva etwas tun lässt, was sie in Gefahr bringen könnte.“
„Also liegt es nur daran, für wie viel wir verkauft werden, wie gut oder schlecht es uns nachher gehen wird?“ fragte Mandy.
„Nicht nur. Für jemanden mit genug Geld sind 6000 Dollar recht egal. Aber für jemanden der hart für sein Geld arbeiten muss, ist das eine Menge Geld. Nun ratet mal, wer euch besser behandeln wird.“ allen war klar, worauf sie hinaus wollte. „Aber zum Glück gibt es Regeln, an die sich auch eure späteren Eigentümer und Eigentümerinnen halten müssen. Allerdings gilt das auch für euch. Ihr habt euren Eigentümern bedingungslos zu gehorchen. Es sei denn, und jetzt kommt der wichtige Punkt, eure Gesundheit oder euer Leben sind dadurch in Gefahr. Und das gilt nicht nur für eure körperliche sondern auch für eure geistige Gesundheit.“
„Also darf ich sagen, das ich nicht ins Wasser springe, weil ich nicht schwimmen kann?“ wollte Larissa wissen.
„Du darfst es nicht nur sagen, du musst das sogar tun. Aber es gibt noch ein paar andere Gesetze. Ich habe aber keine Lust, jetzt stur einen Haufen Paragrafen vor zu lesen, das werdet ihr nachher selber tun. Ich fasse die aber einfach mal zusammen. Also, das ihr alle Befehle ausführen müsst, ist euch ja sowieso schon klar, daß ihr das nicht dürft, wenn ihr euch oder Andere dadurch in Gefahr bringt, habe ich euch gerade erklärt. Wie geht es weiter? Ihr dürft nicht selbst bestimmen, wo ihr euch aufhaltet, ihr dürft kein Eigentum besitzen, ihr dürft nicht für Geld arbeiten, außer wenn es darum geht, eurem Eigentümer bei dessen Arbeit zu helfen, ihr dürft weder wählen, noch gewählt werden, ihr dürft natürlich nicht gegen irgend welche Gesetze verstoßen, selbst wenn euch das befohlen wird und ihr habt euch immer anständig und angemessen zu verhalten, das heißt, so daß weder euer eigenes Ansehen noch das eures Eigentümers geschädigt wird. Das heißt, alles was ihr tut, fällt auch immer auf euren Eigentümer zurück. Fragen dazu?“
„Was ist denn damit gemeint, das wir nicht bestimmen dürfen wo wir uns aufhalten? Müssen wir jedes mal fragen wenn wir von einem Raum in einen Anderen gehen wollen?“ es war Chris die diese Frage gestellt hatte.
„Ja, genau das heißt es im Grunde genommen. Wenn du gesagt bekommst, bleib da sitzen, dann hast du genau da sitzen zu bleiben. Aber normalerweise sollt ihr ja im Haushalt oder wo auch immer etwas tun, also wird euch euer Eigentümer schon sagen, wo ihr euch frei bewegen könnt. Und wenn nicht, gibt es immer noch eine ganz einfache und seit Jahrhunderten erfolgreich Methode das heraus zu finden.“ Die Schülerinnen sahen sie fragend an. „Ihr könnt fragen.“
Die Schülerinnen lachten.

„So , das was jetzt kommt, lese ich einfach mal ab. Das ist glaube ich einfacher: Zur Kennzeichnung hat jede Serva einen Halsreif aus Stahl oder einem anderen Metall zu tragen. Dieser wird ihr von ihrem Besitzer oder in dessen Auftrag angelegt. Dieser Halsreif darf nicht geöffnet werden können, ohne ihn zu zerstören. Der Halsreif hat eine Breite von 25 bis 40 Millimetern zu haben. An der Vorderseite des Halsreifs muss sich ein frei beweglicher Ring mit einem Durchmesser von 20 bis 40 Millimetern befinden. An der linken Seite des Halsreifs muss die Registriernummer der Serva deutlich sichtbar eingraviert sein.
Der sichtbare Edelmetallanteil des Halsreifs darf 30 Prozent nicht überschreiten. Der Halsreif darf nicht durch Kleidung verdeckt sein.“
„Gilt das auch für mich?“ Frida sah Miss Isabella fragend an.
„Nein, für dich gilt das mit dem Halsband nicht. Aber die meisten Dinge die hier gesagt werden gelten nicht für dich. Trotzdem solltest du gut aufpassen. Erstens kommt das in einem Jahr bei eurer Prüfung dran und zweitens kann es unter bestimmten Umständen trotzdem für dich gelten. Was dich betrifft, dazu komme ich aber später noch.“ sie machte eine kurze Pause. „Es gibt eine Ausnahme für das Halsband. Es gibt Serva, die sind sozusagen Staatseigentum. Die arbeiten zum Beispiel an Schulen als Lehrerin oder in Behörden. Die Meisten von denen sind eigentlich ziemlich arm dran. Während ihr einen Eigentümer habt, der euch nicht nur Befehle gibt sondern in den meisten Fällen auch auf euch aufpasst und der natürlich für euch zu sorgen hat, haben diese meistens nicht mal eine Bezugsperson. Viele haben nicht mal ein eigenes Zimmer. Ich habe gesehen, daß einige von ihnen sogar in irgend einem Behördengebäude leben. Sie haben irgend wo im Keller oder auf dem Dach eine Ecke wo sie schlafen können und kommen nur raus, wenn sie frei haben. Nicht, daß es für andere Serva anders sein müsste, aber die meisten Serva haben zumindest ein richtiges Bett und ein Zimmer in dem sie alleine oder zusammen mit anderen Serva wohnen. Jedenfalls, Serva die unter Staatseigentum stehen haben immer Halsbänder die viel breiter sind, nämlich fünf bis sechs Zentimeter. Und glaubt mir, sowas kann richtig schwer sein.“ Die Schülerinnen schauten sie ungläubig an. „Was denkt ihr denn, was mit einer Serva passiert, die nicht verkauft wird? Man kann sie in den meisten Fällen ja nicht einfach frei lassen.“
Miss Isabelle tippte auf ihrem Pad und schaute die Schülerinnen an. Sie sah keine erhobene Hand also sprach sie weiter: „Natürlich haben eure späteren Eigentümer ebenfalls Rechte. Das sind zwar nicht viele, insgesamt nur 4 Absätze im Gesetzestext aber die sind ziemlich umfassend. Abgesehen davon, das er euch alles befehlen kann was ihm in den Sinn kommt, wenn es nicht gerade gegen eure Gesundheit geht oder gegen geltende Gesetze oder die sogenannten guten Sitten, dürft ihr verkauft, verschenkt oder vererbt werden. Dazu gehört auch, das ihr zur Tilgung von Schulden eingesetzt werden könnt. Aber die meisten Banken oder Gläubiger wollen das nicht. Das ist nämlich immer auch mit Aufwand verbunden. Dann dürft ihr verliehen werden. Aber nicht gegen irgend eine Gegenleistung wie Geld oder Waren oder sonst was. Eure Eigentümer dürfen euch mit und hier steht es im Gesetz ziemlich schwammig, angemessener körperlicher Gewalt dazu bringen ihre Anweisungen zu befolgen. Was das heißt, kennt ihr ja schon.“ sie hob ihre Gerte und wedelte damit herum. „Das heißt auch, das ihr bestraft werden dürft, wenn ihr euch etwas zu schulden kommen lasst. Aber verlasst euch bloß nicht auf das Wort ’Angemessen’, das legt nämlich jeder anders aus. Für den einen sind fünf Schläge angemessen dafür, das ihr versucht, weg zu laufen, für den Anderen hundert wenn ihr die Falte im Kopfkissen auf der falschen Seite macht. Versucht also am Besten, daß es garnicht erst dazu kommt.“ Die Schülerinnen schauten nun ziemlich betreten aus der Wäsche. „Das ist etwas, auf das weder ihr noch ich Einfluss nehmen könnt. Obwohl, ihr dann eher als ich. Betteln soll manchmal helfen habe ich mir sagen lassen.“ Sie schaute in die Gesichter der Schülerinnen. „Versucht es bei mir garnicht erst. Obwohl, wer weiß, vielleicht hilft es ja trotzdem.“ Einige der Frauen lachten leise.

„Ich würde sagen, wir machen kurz Pause. Draußen steht Kaffee.“ Miss Isabella stand auf, schüttelte kurz die Beine aus und ging nach draußen, wo sie sich auf einem Servierwagen eine Tasse Kaffee einschenkte, Milch dazu gab und sich mit der Tasse in der Hand an die Wand lehnte. Die Schülerinnen holten sich ebenfalls Kaffee. Im Flur unterhielten sie sich leise.
„So, weiter geht’s. Aber ihr nehmt den Servierwagen mal mit rein. Ihr könnt euch drinne noch einen Kaffee nehmen solange ihr nichts verschüttet.“ Miss Isabella ging mit ihrer Tasse zurück ins Zimmer und kniete sich wieder vor die Tafel. Die Frauen füllten ihre Tassen auf und knieten sich ebenfalls wieder hin.

„So, jetzt mal zu euren Rechten, die habt ihr nämlich auch. Und die könnt ihr auch durchsetzen, zumindest in der Theorie. Die Leute die sich an diese Gesetze halten brauchen sich nicht drum zu kümmern weil es für euch garnicht nötig ist und die die sich nicht daran halten, denen sind sie sowieso egal. Aber die Meisten halten sich zum Glück daran. Und dafür daß ihr zu solchen Leuten kommt, dafür sorgen die Sperrlisten. Auf denen stehen Leute wie diese Polizistin die euch damals her gebracht hat, Mara weiß sicher noch, wen ich meine. Die dürfen keine Serva kaufen, also braucht ihr euch darum kaum Sorgen zu machen.“ Ihr war bewusst, wie wenig diese Sperrlisten im Grunde genommen halfen. Aber sie wollte den Frauen nicht unnötig Angst machen, sie wusste ganz genau, daß es keinen Sinn machte, darüber nach zu denken. Denn niemand unternahm etwas gegen diese schwarzen Schafe. Und auch wenn es nicht viele waren die sich nicht an diese Gesetze hielten, so war doch jeder Einzelne schon einer zu viel. „So, eure Rechte: Ihr habt, abgesehen von Strafen, das Recht darauf körperlich und geistig nicht verletzt zu werden. Außerdem habt ihr das Recht auf eine angemessene Ernährung die ausreicht um eure Gesundheit zu erhalten und wenn es nötig ist, zu verbessern. Was es heißt, sie zu verbessern, das weiß Caro sicher am Besten. Das muss nämlich nicht immer so viel sein, daß ihr nicht ab nehmt. Dazu gehört aber auch, das ihr nicht nur immer irgend einen Getreidebrei essen müsst sondern eine ausgewogene Ernährung bekommen müsst. Nicht wahr Frida?“ sie schaute grinsend zu dieser herüber.
„Dann habt ihr des Recht auf medizinische Versorgung. Diese Versorgung übernimmt der Staat. Euer Eigentümer muss lediglich dafür sorgen, daß ihr diese auch wahrnehmen könnt. Dann habt ihr das Recht auf Kleidung. Niemand darf euch nackt in der Gegend herum laufen lassen. Obwohl, auch das gibt es ab und zu mal. Es gibt einfach Leute denen gefällt es euch nackt in der Wohnung rum laufen zu lassen. Und wenn es warm genug ist, spricht nicht einmal etwas dagegen. Denn im Gesetzt steht wörtlich: ’Eine Serva hat das Recht auf mindestens zwei Garnituren Kleidung die den jeweiligen Wetterbedingungen, ihren jeweiligen Aufgaben und ihrem körperlichen Zustand angemessen sind.’. Das heißt, wenn es drinne warm genug ist, dann ist nackt auch angemessen. Und mal ganz ehrlich, keine von euch braucht sich zu verstecken. Nein Caro, du auch nicht.“ sie schaute diese an.
„Ich weiß nicht.“ sagte Caro. „Ich bin doch viel zu dick. Da würde mich doch jeder verstecken wollen."
„Ach? Hast du dich in der letzten Zeit mal im Spiegel angesehen? Klar den perfekten Modellkörper hast du nicht, aber schlecht siehst du auch nicht aus. Die Diät und das Fittnesscenter haben schon einiges gebracht. Und du hast immer noch mehr als ein ganzes Jahr Zeit um an dir weiter zu arbeiten.“ Caro wurde vor Verlegenheit rot. Diese Worte gingen ihr herunter wie Öl.
„So, weiter im Text: Ihr habt das Recht auf mindestens zehn Stunden Ruhezeit am Tag, also Zeit in der ihr nicht arbeiten müsst. Dann habt ihr das Recht auf mindestens einen freien Tag im Monat an dem ihr auch aus gehen dürft. Aber nur, in einem Bereich von urbaner Größe, so steht es zumindest im Gesetz. Wer kann sich denn denken, was das heißt?“
Keine der Schülerinnen antwortete auf diese Frage.
„Das heißt, ihr dürft euch in dem Ort bewegen in dem ihr wohnt. Aber das kann natürlich auch von eurem Eigentümer ausgeweitet werden. Auf diese freien Tage darf die tägliche Ruhezeit natürlich nicht angerechnet werden. Und ihr dürft diese freien Tage sammeln. Und zwar maximal ein Jahr lang. Das heißt also fast zwei Wochen am Stück. Was ihr während dieser freien Tage anstellt, darf euch auch niemand vorschreiben. Außer natürlich dadurch würde euer Ruf oder der eures Eigentümers geschädigt werden. Zum Schluss habt ihr auch noch das Recht auf eine freie Meinung. Selbst wenn die mit der eures Eigentümers nicht zusammen passt. Das gibt euch aber nicht das Recht, seine Meinung und seine Ansichten schlecht zu machen.“
Miss Isabella gab Chris ihre Tasse und bat sie diese noch mal voll zu machen. Chris reichte ihr die volle Tasse zurück und sie trank einen großen Schluck.
„Keine Angst, es kommen nur noch drei Gesetze.“ ein leises Stöhnen ging durch den Raum. „Ich weiß, das dieses Thema ziemlich trocken ist. Aber es ist wirklich wichtig, daß ihr das alles versteht. Wenn ihr euch die Gesetze selber durchgelesen habt, dann kommen sicher noch einige Fragen auf. Und wenn ihr dazu Fragen habt, dann sagt mir das. Ich werde sie euch dann so gut ich kann beantworten. Aber bitte, glaubt mir, es ist mir wirklich wichtig, daß ihr das alles versteht.“
Die Frauen nickten, ihnen war klar, daß auch Miss Isabella keinen großen Spaß daran hatte das alles zu erklären. Sie hätte ihnen auch einfach die entsprechenden Texte kommentarlos zum Lesen geben können. Statt dessen bemühte sie sich ihnen alles verständlich zu erklären.
„Dann kommen wir jetzt zu den Pflichten eurer Eigentümer und den Dingen die dieser nicht tun darf. Euer Eigentümer hat für eure körperliche und geistige Gesundheit zu sorgen. Dazu gehört, das er euch einmal im Jahr und bei Bedarf zu einem Arzt gehen lässt oder wenn der zu weit weg ist um hin zu gehen, das er euch hin bringt. Die Zeit die dafür nötig ist, darf nicht von eurer freien Zeit abgezogen werden. Er hat dafür zu sorgen das ihr ordentlich zu Essen und zu trinken bekommt und er muss dafür sorgen das ihr ausreichend Kleidung, eine ordentliche Unterkunft und alles was ihr für eine ordentliche Hygiene benötigt habt.

Was jetzt kommt, ist vielleicht etwas unverständlich, steht aber so ähnlich im Gesetz. Euer Eigentümer darf euch keinen körperlichen oder geistigen Schaden zufügen. Außer natürlich wenn es um Strafen geht oder er dafür sorgt, daß ihr seinen Anweisungen folge leistet. Dann steht hier noch, und jetzt wird es schwammig, das Verletzungen denen ihr zustimmt, erlaubt sind wenn diese weder eurer Lebensqualität noch eurem Ansehen schaden..“
Nun kam ein leises Raunen unter den Schülerinnen auf.
„Ruhe bitte! Ich sage ja, es wird schwammig. Was ist damit gemeint fragt ihr euch jetzt sicher. Damit sind Sachen wie Piercings und Tattoos gemeint. Eigentlich sogar Spritzen beim Arzt. Das sind alles Körperverletzungen. Und denen müsst ihr ausdrücklich und nachweisbar zustimmen. Aber ich würde euch raten, euch das dreimal zu überlegen. Ein Piercing kann man ja noch entfernen aber ein Tattoo, geht einfach nicht mal von selbst wieder weg. Deshalb rate ich euch eindringlich, wenn ihr nicht ganz sicher seid, nicht mehr weiter verkauft zu werden, lasst es bleiben. Und wenn ihr selber ein Tattoo oder ein Piercing wollt, dann wird euch niemand ohne ausdrückliche Erlaubnis eures Eigentümers sowas machen. Und selbst wenn beide, also ihr und euer Eigentümer einem Tattoo zustimmen, auch ein Tattoo kann eurem Ansehen schaden. Es ist nämlich ein Unterschied ob man ein Tattoo an irgend einer Stelle hat die sonst niemand zu Gesicht bekommt oder ob mitten auf eurer Stirn groß ’Depp’ steht.“ ein leises Murmeln ging durch die Reihe der Schülerinnen, einige lachten leise.
„Was ist denn, wenn wir schon ein Tattoo haben?“ fragte Mandy und rollte den Ärmel ihrer Tunika hoch so das der kleine Vogel auf ihrem rechten Oberarm zum Vorschein kam.
„Was soll damit sein? Vielleicht drückt er deinen Preis, vielleicht auch nicht. Es gibt durchaus Leute die sowas absolut nicht wollen. In deiner Akte steht das ja sowieso schon drinne. Also mach dir darüber mal keine großen Sorgen. Das ist halt etwas, das kann man nicht ändern. Aber niemand wird dir da einen Strick draus drehen.“
Mandys Gesichtsausdruck spiegelte Erleichterung wieder.

„Nächster Punkt: Ihr habt das recht auf ein ’angemessenes’ Taschengeld. Was angemessen bedeutet kann euch niemand sagen. Aber es kommt drauf an, wie viel Geld euer Eigentümer hat und wie ihr euch verhaltet. Das Geld und das, was ihr damit kauft, bleibt aber Eigentum eures Eigentümers. Es sei denn, ihr kauft euch Essen oder sowas. Da kann euch niemand verbieten es zu essen. Außer euch sind bestimmte Sachen verboten worden. Wenn dir Caro, dein Eigentümer also grundsätzlich Schokolade oder Chips verbietet, dann darfst du dir sowas auch nicht kaufen. Ihr dürft auch kein Vermögen mit dem Geld anhäufen. Das würde nämlich voraussetzen das ihr Eigentum besitzen dürft, was ihr aber nun mal nicht dürft. Im Grunde genommen gehören selbst die Sachen die ihr tragt ja eurem Eigentümer. Dann hat euer Eigentümer dafür zu sorgen daß ihr jederzeit zur Polizei oder zum Amt für Serva gehen könnt um euch zu beschweren. Wie das aussehen kann wenn ihr sagt, „’Ich will mich über sie beschweren’, könnt ihr euch allerdings selber ausmalen. Zum Schluss noch ein Thema das auch nicht unwichtig ist. Spätestens an eurem 40sten Geburtstag muss euer Eigentümer euch fragen ob ihr freigelassen werden wollt. Außer wenn ihr anstelle einer Gefängnisstrafe Serva geworden seid. Dann muss er euch an dem Datum fragen wenn ihr aus dem Gefängnis herausgekommen wärt. Plus die zwei Jahre die die Schule dauert. Danach muss er euch mindestens einmal im Jahr fragen. Und wenn ihr sagt, das ihr freigelassen werden wollt, muss er das auch machen. Wie es dann weiter geht, das ist dann eine Sache zwischen euch und eurem Eigentümer. Aber der Staat lässt euch dabei auch nicht im Regen stehen. Ihr habt Anspruch auf die selben Sozialleistungen wie jeder andere Mensch. Wann würdest du denn frei kommen Chris?“
Chris schaute sie an und rechnete. „Mit 41 Jahren Miss.“ sagte sie.
„Und du Caro?“ Auch Caro rechnete kurz „Mit 32 Miss.“ Sie fragte Reih um die anderen Schülerinnen. Georgia würde mit 37 Jahren, Larissa mit 30, Lena mit 36 und Mara mit 45 Jahren die Möglichkeit haben frei gelassen zu werden. Alle schauten zu Mara. Niemand hatte damit gerechnet, das sie eine so lange Strafe bekommen hatte. Dieses Thema war an der Schule nie angesprochen worden.
„Schaut sie nicht so an. Ich kenne die Akte aber euch sollte das nicht interessieren. Damit das ihr hier seid ist das alles nicht mehr wichtig. Auch nicht für euch. Und ihr braucht auch nicht zu fragen. Soweit solltet ihr eure Neugier schon zu zügeln wissen. Anders gesagt, es geht euch einfach nichts an. Verstanden?“ Sie sah die Schülerinnen eindringlich an. „Chris, wie wäre es denn ,wenn ich allen sagen würde, was du angestellt hast? Was ist mit dir Georgia? Vielleicht interessiert es deine Mitschülerinnen ja auch warum du hier bist.“ Die Beiden schüttelten vehement die Köpfe.
„Also, dann gleiches Recht für alle.“ Die Frauen nickten. Ihnen war klar, daß Miss Isabella recht hatte und es sie einfach nichts anging.
„So, bleibt nur noch Kim. Wann würdest du denn frühestens freigelassen werden?“
Kim sah sie erstaunt an. Sie hatte sich noch keine Gedanken darüber gemacht. Und da sie ja freiwillig in der Schule war, rechnete sie nicht damit, überhaupt freigelassen zu werden. Sie zuckte ratlos mit den Schultern.
„Du bist mit 19 in die Schule gekommen. Also beendest du sie mit 21 Jahren. Im Grunde genommen kannst du deinen Eigentümer jederzeit darum bitten. Aber frühestens nach 5 Jahren muss er deiner Bitte entsprechen. Und spätestens nach zehn Jahren musst du gefragt werden.“ Miss Isabella machte eine kurze Pause und holte sich noch einen Kaffee.

„So, und jetzt wird es interessant. Ich habe diesen Punkt absichtlich bis zum Schluss aufgehoben. Danach ist für heute Vormittag der Unterricht erst mal beendet.“ sie suchte die Blicke der Schülerinnen „Eurem Eigentümer ist es verboten, euch zu sexuellen Handlungen, egal welcher Art, zu zwingen.“ ein leises Raunen ging durch die Reihe der Schülerinnen. „Dazu ist immer eure Zustimmung nötig. Aber mal ganz ehrlich, ich nehme an, ihr seid euch im Klaren darüber, daß es in den meisten Fällen genau darum geht.“ unter den Schülerinnen machte sich betretenes Schweigen breit. „Jemand der euch kauft, egal ob Mann oder Frau, kauft euch nicht um euch einfach nur anzusehen. Aber das ist euch sicher selbst schon klar.“
Die meisten Schülerinnen nickten wortlos. Ihnen war an zu sehen, daß dieses Thema ein mindestens leichtes Unwohlsein in ihnen hervor brachte. „Wenn ihr einmal eingewilligt habt“ fuhr Miss Isabella fort „egal ob schriftlich, mündlich oder durch Handlung, wie es hier im Gesetz so schön steht, heißt das nicht, das dieses Einverständnis für alle Zeit gilt. Ihr könnt es jederzeit genau so widerrufen.“
Noch immer schwiegen die Frauen betreten. Alle hatten dieses Thema verdrängt welches nun plötzlich im Raum stand. Keine fühlte sich besonders wohl dabei darüber nachzudenken.
„Guckt nicht so aus der Wäsche als würdet ihr zum Schafott geführt. Natürlich ist das ein unangenehmes Thema für euch, das kann ich mir gut vorstellen. Ihr erinnert euch doch sicher noch an Jolanda aus dem Schwimmbad? Sah sie besonders unglücklich aus? Oder sah meine Mutter auf den Bildern besonders traurig aus?“ Alle sahen sie nur groß an und schüttelten die Köpfe.

„Also, natürlich ist Sex ein Thema. Aber ich denke nicht, das ihr euch groß Sorgen machen müsst. Ihr habt genau so die Wahl wie eure Eigentümer. Wenn es passt, dann ist es in Ordnung und wenn nicht, dann passiert in den allermeisten Fällen auch nichts. Denkt immer daran, das ihr als Serva in der Gesellschaft nicht nur akzeptiert seid sondern man euch in vielen Fällen auch respektiert. Bei einigen Menschen sind Serva gesellschaftlich sogar höher angesehen als andere Frauen. Und das liegt ganz bestimmt nicht daran das ihr straffällig geworden seid sondern eher daran, das ihr die Schule durch gemacht habt und daher in vielen Fällen sogar eine gute Partie seid. Denkt mal darüber nach bis es Zeit zum Essen ist. Und jetzt raus mit euch. Wir treffen uns nach dem Mittagessen wieder hier.“ Miss Isabella stand auf und ließ die Schülerinnen mit ihren Gedanken alleine.

„Hast du dir darüber schon mal Gedanken gemacht?“ Mara sah von dem Pad auf, auf dem sie die Gesetze nach lasen die ihnen Miss Isabella genannt hatte. Es war noch eine gute Stunde Zeit bis zum Mittagessen und so hatten die Beiden sich im Garten auf eine Bank gesetzt um die letzten Sonnentage zu genießen.
„Über Sex?“ Larissa schaute sie an. „Daß es irgend wann dazu kommen wird ist doch nichts neues, oder?“
„Ja, auch.“ Mara sah nachdenklich aus. „Aber das ist einfach, man legt sich hin und muss nichts machen.“
Larissa schaute sie groß an. „Sag mal, so wirklich Erfahrung hast du da noch nicht, oder?“
„Wie kommst du da drauf?“ Mara wurde leicht rot im Gesicht und druckste herum. Sie schaute geradeaus und schüttelte den Kopf. Larissa kicherte leise doch Mara schaute weiter gerade aus und sagte „Ich meine, viele Serva werden doch von Frauen gekauft, weißt du, was du da machen musst?“
Nun lachte Larissa laut. „Also ich werd dir das bestimmt nicht erklären. Warum fragst du da nicht Miss Isabella?“
„Was hat sie denn damit zu tun?“ Mara wollte ganz sicher, nicht gerade ihre Lehrerin zu diesem Thema fragen.
„Sie ist immerhin verheiratet.“ Sagte Larissa. „Und ihre Frau ist, ähm, nun ja, eine Frau eben.“
Mara starrte Larissa unverwandt an. „Miss Isabella? Mit einer Frau? Und woher willst du das denn wissen?“
Larissa lachte noch einmal. „Ich habe sie gefragt.“
Mara schaute wieder geradeaus und hing ihren Gedanken nach.

Sie saßen eine ganze Weile schweigend auf der Bank als eine Frau den Garten betrat. Sie trug einen weiten Rock und ein kurzärmeliges Shirt. Ihr Bein steckte in einem dicken Gipsverband und sie stützte sich beim Gehen auf eine Krücke. Ihr Arm steckte abgewinkelt in einem Gips und auch um ihren Hals konnte man einen dicken Verband sehen. Zielstrebig ging diese Frau auf den Rosenstock in der Mitte des Gartens zu, stellte sich davor und blieb eine ganze Weile so stehen.
„Was haben Sie denn hier zu suchen?“ Miss Isabellas Stimme schallte verärgert durch den Garten. Sie war gerade aus dem Verwaltungsgebäude heraus gekommen.
Die Frau drehte sich um und sagte, als Miss Isabella fast neben ihr war „Hallo Isa. Lange nicht mehr gesehen.“
Miss Isabella blieb wie angewurzelt stehen und schaute zu der Frau. Sie ging auf sie zu und wollte sie umarmen. „Bitte vorsichtig Isa.“ die Frau hob die Hand vor sich.
Miss Isabella hielt inne „Becky? Was ist denn mit dir passiert?“
„Wenn du Zeit hast, erzähle ich dir das nachher, ist eine längere Geschichte. Ich hab mich gefragt, ob ich mir einen Ableger mit nehmen kann.“ sagte die Frau und deutete auf den Rosenstock.
Miss Isabella schaute diesen an. „Ich glaube, das würde sie sehr freuen.“ sagte sie leise.
Wortlos holte die Frau eine kleine Schere aus ihrer Handtasche und schnitt einen langen Zweig von der Rose ab, entfernte sorgfältig einige Blätter bevor sie den Zweig vorsichtig in ein Tuch wickelte und ihn in die Handtasche steckte. „Danke Sarah.“ sagte sie leise und deutete einen Knicks an.
Auch Miss Isabella knickste und die beiden Frauen gingen an Mara und Larissa vorbei zum Hauptgebäude. Als sie neben der Bank waren schaute die Frau die Beiden an und lächelte ihnen zu. Dann waren sie auch schon im Eingang verschwunden. Mara sah ihnen hinterher. Irgend etwas an dem Blick dieser Frau war seltsam gewesen. Es war als hätte sie mit ihren dunklen Augen direkt in Maras innerstes gesehen. Ein leiser Schauer fuhr ihren Rücken hinunter.
„Hey, alles in Ordnung mit dir?“ Larissa tippte ihre Schulter an.
Mara atmete tief ein und schüttelte dieses seltsame Gefühl ab. „Was war das denn?“ fragte sie.
„Was meinst du?“ Larissa sah sie fragend an.
Mara schüttelte den Kopf „Schon gut.“ sagte sie und schaute wieder auf ihr Pad.

Als die Beiden zum Mittagessen mit ihren Tellern an einen fast leeren Tisch knieten sah Mara an einem Nebentisch Miss Isabella, diese fremde Frau und die Schulleiterin. Die drei unterhielten sich angeregt. Die Frau sah mehrmals zu Mara die jedes Mal den Kopf zur Seite drehte. Sie fühlte sich ertappt weil sie die Frau so anstarrte.
„Mara, was ist denn los mit dir? Nimmt dich das Thema so mit?“ fragte Larissa und lachte. Sie schien das alles ziemlich leicht zu nehmen.


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  RE: Neue Horizonte Datum:18.02.17 19:43 IP: gespeichert Moderator melden


Ich hasse dich!!!
Mußtest du meinen Rat so wörtlich nehmen.Du kannst doch nicht einfach wenn es spanned wird aufhören.Bist du gemein.

Aber was solls.Vielen Dank für den nästen tollen Teil.Freu mich schon auf die Fortsetzung.Mal schaun was die Dame zu erzählen had.

mfg Wölchen

P.S. Den ersten Satz nicht persöhnlich nehmen.Ist nicht ernst gemeint.
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  RE: Neue Horizonte Datum:18.02.17 20:11 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Wölchen,


Zitat

Ich hasse dich!!!

ich nehme das mal als Kompliment ;-)

Zitat

Du kannst doch nicht einfach wenn es spanned wird aufhören

Das musste leider sein, sonst hätte die Aufteilung nicht so geklappt, wie ich sie haben wollte. Aber da der nächste Teil nur noch zum Korrekturlesen ist (Hilft leider auch nicht bei allen Fehlern die mir so unterrutschen) besteht Hoffnung, daß ich ihn Morgen bereits online stellen kann, aber garantieren möchte ich dafür nicht.


Zitat

Mal schaun was die Dame zu erzählen had.

Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber diese Frau wird erst mal nicht so schnell wieder auftauchen. Zumindest nicht in den nächsten beiden Teilen, die sind nämlich schon soweit fertig gestellt. Aber auch ihre Geschichte wird noch zum Tragen kommen.

HeMaDo


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  RE: Neue Horizonte Datum:19.02.17 14:36 IP: gespeichert Moderator melden


Nach dem Mittagessen trafen die Schülerinnen sich wieder in dem kleinen Zimmer wo Miss Isabella geduldig alle ihre Fragen beantwortete.
„Was ist den wenn wir Kinder bekommen?“ wollte Caro wissen.
Miss Isabella schaute sie kurz an. „Was soll dann sein? Ich hoffe ja mal, ihr geht alle regelmäßig zum Arzt und bekommt einmal im Jahr eine Kapsel gespritzt. Die hat ja auch noch andere Vorteile. Also was die Hygiene angeht.“ man konnte sehen, daß Miss Isabella dieses Thema etwas unangenehm war.
„Ja, aber wenn wir trotzdem Kinder bekommen, was ist dann mit denen?“ fragte Caro weiter nach.
„Ich weiß, worauf du hinaus willst. Kinder sind grundsätzlich frei. Die Zeiten als Kinder von Sklaven auch automatisch Sklaven wurden sind ja zum Glück seit mehr als 500 Jahren vorbei.“

Eine weitere Hand hob sich. „Ja Frida?“ sagte Miss Isabella und deutete zu dieser.
„Was ist denn bei mir nun alles anders?“ wollte Frida wissen.
„Bei dir ist einiges anders. Zuerst mal das Halsband. Du musst es nicht tragen, hast aber das Recht dazu. Dein Halsband kannst du auch jederzeit selbst ab nehmen. Allerdings darfst du kein Halsband mit Ring tragen. Alles Andere daran ist gleich. Dann bist du natürlich frei und hast somit auch alle anderen Rechte freier Bürger. Du darfst Eigentum besitzen, darfst wählen und, wenn du alt genug dazu bist auch gewählt werden und so weiter. Aber du darfst dich Serva nennen und auch dein Geld als solche verdienen.“
„Wie soll das denn gehen?“ warf Frida ein.
„Du kannst als freie Serva auch eine Stelle annehmen in der du als Serva arbeitest. Zum Beispiel bei jemandem der für eine begrenzte Zeit eine Serva benötigt. Alles weitere musst du dann natürlich mit dem oder derjenigen ausmachen, wie viel Geld du bekommst, welche Regeln gelten und so weiter. Da gibt es irgend wo sogar Musterverträge in denen alles wichtige geregelt ist. Ich kann dir nachher mal einen raus suchen wenn du möchtest.“

Als nach einer ganzen Weile endlich alle Fragen beantwortet waren sagte Miss Isabella, die gerade ihre Kaffeetasse aufgefüllt hatte „So, wenn jetzt keine Fragen mehr auftauchen dann mal ein wenig Geschichte.“ Ein leises Stöhnen ging durch die Reihe der Schülerinnen. „Stellt euch nicht so an. Das gehört auch dazu.“ Sie tippte etwas auf ihrem Pad und einige Jahreszahlen erschienen an der Tafel. „Wenn ihr alle mit macht, haben wir das schnell durch und wir können für heute Feierabend machen, also packt euer Schulwissen aus, dann geht das auch schnell.“

Sie zeigte auf die erste Jahreszahl. „Das Jahr 2051, wer kann mir sagen, was da passiert ist?“ Sie schaute in die Runde und mehrere Arme hoben sich. Mit ihrer Gerte deutete sie auf Lena.
„Da ist die große Seuche ausgebrochen.“ sagte diese.
„Und was weißt du über die große Seuche Lena?“
„Da ist ein Virus ausgebrochen der mehr als die Hälfte aller Menschen getötet hat. Und sie wurde 75 Jahre später ausgerottet.“ sagte Lena.
„Na ja, fast. Richtig ist, das von 10 Milliarden Menschen nach dem Ende der Seuche 2130 nur noch weniger als fünf Milliarden übrig waren. Und davon waren durch die Seuche nur noch ein Drittel Männer und zwei Drittel Frauen über geblieben. Aber der Virus hat nicht einen einzigen Menschen getötet. Er hat dafür gesorgt, daß ein Teil der Menschen unfruchtbar wurde. Und er ist schuld daran, das auch jetzt noch doppelt so viele Mädchen geboren werden wie Jungen.“ dozierte Miss Isabella. Sie deutete auf die nächste Jahreszahl. „Was passierte 2149? Mandy?“
„Also da ist der Krieg ausgebrochen. Da sind fast eine Milliarde Menschen bei gestorben.“
„Richtig. Und wie wurde der Krieg beendet?“ Miss Isabella deutete nun auf Frida.
„Der Krieg wurde 2162 beendet durch den Aufstand der Arbeiter.“ sagte diese.
„Richtig. Durch die Wirtschaftskrise die durch die Arbeiteraufstände ausgelöst wurde, verloren viele einflussreiche Menschen ihr Vermögen, Regierungen wurden gestürzt und ganze Staaten gingen Bankrott. Die Bürgerkriege die dadurch überall auf der Welt ausgebrochen waren wurden erst beendet als sich 2166 die ersten Staatenbünde gebildet haben. Im Jahr 2199 wurde die erste übergeordnete Regierung gewählt und die Grenzen zwischen den einzelnen Staaten sind gefallen. Seit dem gibt es nur noch ein paar wenige unabhängige Staaten wie Japan, Kanada und die Pazifikunion.“
Miss Isabella trank einen Schluck Kaffee und deutete auf Mara „Was war 2181?“
„Márvin Donant wurde Präsident?“ sagte diese abwesend.
Die anderen Schülerinnen lachten und auch Miss Isabella musste sich zusammen reißen um nicht ebenfalls los zu lachen. „Na ja.“ sagte sie. „Zumindest nicht ganz falsch. Ein Jahr zuvoer, also im Jahr 2180 hat man festgestellt, daß es zu viele Arbeiter gab, oder zu wenig Arbeit für die verbliebenen Menschen, wie auch immer. Ich finde es jedenfalls erstaunlich, daß man das ganz plötzlich herausgefunden hat. Aber vermutlich arbeiten Politiker langsamer als andere Menschen. Also wurden jedenfalls einige Vorschläge ausgearbeitet um diese Menschen nicht aus dem Sozialen System auszuschließen. Wer war denn dieser Márvin Donant?“ sie deutete auf Larissa die als einzige die Hand gehoben hatte.
„Der Mann war ein verrückter Schriftsteller, Verleger und Filmproduzent.“ sagte Larissa und erntete einiges an Gelächter.
„Verrückt oder nicht, wer kann das so genau sagen?“ sagte Miss Isabella. „Aber es stimmt, er war Autor und Verleger. Die meisten seiner Ideen hat er von einem Autor aus der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts übernommen, um nicht zu sagen, er hat einfach abgeschrieben. In dessen Werken spielten Sklavinnen eine Hauptrolle. Außerdem war er politisch sehr engagiert. Er hat den Vorschlag gemacht, einen Teil aller Frauen zu Sklavinnen zu machen und ihnen das Arbeiten zu verbieten. Er war der Meinung, das sei die natürliche Ordnung und daher nur konsequent, das nur Frauen zu Sklavinnen werden sollten. Als es zu einer Abstimmung über die Vorschläge kam waren am Ende alle ziemlich überrascht, daß ausgerechnet der Vorschlag von Márvin Donant von ungefähr der Hälfte aller Wählerinnen und Wähler befürwortet wurde. Wer kennt die Worte die Präsident Plissken damals an ihn richtete?“
Sie deutete auf Caro die sich gemeldet hatte. „Herzlichen Glückwunsch Mister Donant, Sie haben die Welt 300 Jahre in die Vergangenheit katapultiert, machen Sie das Beste für deren Zukunft daraus.“ Diesen Satz kannten die Meisten noch aus dem Schulunterricht.
„Genau das waren seine Worte. Ein Jahr später wurde das erste Gesetz über unfreie Bürgerinnen verabschiedet. Da das aber zu sperrig klingt und man das Wort Sklavin unbedingt vermeiden wollte, wurde das lateinische Wort Serva gewählt, was so viel wie Dienerin bedeutet, aber genau so gut auch mit Sklavin übersetzt werden kann. 2183, also zwei Jahre nachdem dieses Gesetz verabschiedet wurde, vor jetzt 235 Jahren, entstand in Montreux in einem ehemaligen Spielcasino direkt am Genfer See die erste Schule für Serva. Die ersten Schülerinnen waren ausnahmslos freiwillige die unter großem Jubel in die Schule einzogen.“ Miss Isabella holte kurz Luft, trank ihren Kaffee aus und sagte dann „Ich glaube, das war genug für heute.“ Sie beendete den Unterricht für diesen Tag und schickte die Schülerinnen nach draußen. Bis zum Abendessen waren noch einige Stunden Zeit, die die Meisten nutzen um weiter zu lesen. Frida, die wie so oft im Schneidersitz auf ihrem Bett hockte hatte einen Napf neben sich stehen aus dem sie Hundetrockenfutter knabberte von dem sie mehrere Türen, für alle gut zu sehen, auf ihrem Schrank stehen hatte.

Der Unterricht bestand von nun an hauptsächlich aus wiederholen des gelernten, Kochen, Haushaltsführung und dem Üben von den unterschiedlichsten Verhaltensweisen, zum Beispiel wie sich eine Serva gegenüber anderen zu verhalten hatte, wie sie Speisen und Getränke in den unterschiedlichsten Situationen zu servieren hatte, wie man Gäste Empfängt und so fort. Der Frühsport wurde ausgedehnt und nach dem Morgenlauf und dem stetigen Wiederholen der Haltungen mussten die Schülerinnen jeden Morgen eine Stunde in der sogenannten Folterkammer verbringen. Diese war eigentlich nichts anderes als ein gut mit Sportgeräten ausgestatteter Raum in dem sie zusammen mit drei anderen Gruppen verschiedene Fitnessübungen absolvieren mussten. Für jede Schülerin gab es einen eigenen Trainingsplan der unter Aufsicht der vier Lehrerinnen genau eingehalten wurde. So verging die Zeit bis zum nächsten Frühjahr in einer immer besser eingespielten Routine die nur durch den gelegentlichen Küchendienst und die Arbeit in der Wäscherei unterbrochen wurde. Die Unterrichtszeiten wurden stetig verlängert bis diese oft erst zwei Stunden vor dem zu Bett gehen endeten.


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  RE: Neue Horizonte Datum:19.02.17 14:50 IP: gespeichert Moderator melden


7 – Das erste Mal


„Lena, gleich kommt eine wichtige Besucherin. Bring sie bitte sofort in den Salon sobald sie ankommt.“
„Ja Miss.“ sagte Lena und schrie gleich darauf laut auf als Miss Isabellas Gerte auf ihren Hintern klatschte von der sie in der letzten Zeit immer häufiger Gebrauch machte wenn eine der Schülerinnen im Unterricht Fehler machte.
„Es heißt Herrin und nicht Miss. Verstanden?“ sagte Miss Isabella ruhig.
„Ja Mi.. Herrin.“ Lena stand mit gesenktem Kopf im kleinen Saal und versuchte Miss Isabellas Blick auszuweichen. Auf dem Boden war mit buntem Klebeband der Grundriss eines Hauses abgebildet. Es gab eine Eingangshalle und mehrere Räume in denen einige Möbel standen. Während Lena in der Küche Tee zubereitete klopfte es an die Tür des Saales welche die Haustür darstellte. Sie ging zur Tür und öffnete diese. Miss Noell, eine Lehrerin die an diesem Tag Miss Isabella assistierte trat steif und mit hoch erhobenem Kopf ein. Noch während Lena die Tür schloss verschluckte sie gerade noch ein Lachen. Sie nahm Miss Noell den Mantel ab und hing diesen an die Garderobe. Dann hielt sie es nicht mehr aus und brach in lautes Gelächter aus. Obwohl sie das heute schon sechs mal mitgemacht hatte, fiel es selbst Miss Isabella schwer, ernst zu bleiben. Noell hatte sich Heute selbst übertroffen, dachte sie. Doch sie ging schnell zu Lena und zog ihr die Gerte mehrmals über den Allerwertesten bis sie endlich aufhörte zu lachen. Statt dessen hielt sie sich nun den Hintern, was ihr noch einen Schlag einbrachte, der dieses mal auch die Hände traf. Miss Noell, die sich das Ganze nur angesehen hatte, hob pikiert den Kopf und sah Lena, in deren Augen sich Tränen sammelten, mit missbilligendem Blick an.

„Und wenn der Präsident hier rein kommt, einen Minirock und Boxhandschuhe trägt und einen pinken Irokesenschnitt hat, über Gäste wird! nicht! gelacht! Hast du das verstanden?“ brüllte Miss Isabella. Sie deutete auf Miss Noell die in einem knallbunten, weiten Rock und einem pinken Oberteil da stand. An den Füßen trug sie unterschiedlich geringelte Socken und Holzschuhe. Ihre Haare hatte sie an den Seiten zu zwei abstehenden Zöpfen gebunden und sich beinahe wie ein Clown geschminkt. Zu alledem hatte sie sich auch noch falsche Hasenzähne in den Mund gesteckt. „Selbst wenn ein Gast so aussieht, hast du nicht über ihn zu lachen!“

Lena, die sich am liebsten in einer Ecke verkrochen hätte nickte und sagte schniefend „Ja Herrin.“
„Gut, dann nochmal das Ganze! Und wehe ich höre auch nur ein leises Kichern von dir.“ sagte Miss Isabella nun wieder in einem ruhigen Ton. Miss Noell ging wieder nach draußen und Lena musste zurück in die Küche. Wieder ging sie auf ein Klopfen hin zur Tür, öffnete diese und ließ Miss Noell hinein. Sie nahm ihr den Mantel ab, hängte ihn an die Garderobe und sagte missmutig „Einen schönen guten Tag Miss, darf ich Sie gleich in den Salon führen?“
„Stop!“ rief Miss Isabella. „Wer will denn eine Serva sehen die mit so einem Gesicht herum läuft? Du sollst lächeln Lena!“ wieder bekam diese einen kräftigen Schlag mit der Gerte. Es brauchte noch zwei weitere Versuche bis Miss Isabella zufrieden war. Lenas Hintern war nach dieser Übung feuerrot und wies einige ziemlich heftige Striemen auf als sie von Miss Isabella zur Ärztin geschickt wurde.

Auch Mara und Frieda, die als Letzte an der Reihe waren erging es nicht besser. An diesem Tag lagen alle Schülerinnen Bäuchlings auf ihren Betten und sahen Miss Isabella missmutig an als diese nach dem Abendessen in den Schlafsaal kam um ihnen mit zu teilen, daß sie für den Rest des Tages und das gesamte Wochenende frei hatten. Keine von ihnen machte Anstalten auf zu stehen. Sie beschloss, das zu übersehen und verließ den Schlafsaal.

Im Flur traf sie auf Ellen die auf sie gewartet hatte. „Ich weiß nicht, wer schlimmer aussieht, du oder deine Schülerinnen.“ sagte diese. Und musterte sie eingehend. „Aber heute hast du es mal wieder hart an die Grenze gebracht. Und auf die Hände hättest du sie wirklich nicht schlagen müssen.“
„Ich weiß Ellen, aber sie müssen einfach merken daß es nicht immer leicht ist.“
„Da hast du vermutlich recht. Aber das kannst du besser beurteilen als ich. Kommst du nachher noch in mein Büro?“
„Danke Ellen, aber ich muss noch mit der Schulleiterin reden. Wir müssen noch einiges für Montag vorbereiten. Danach fahre ich nach Hause.“
„Dann wünsch ich dir ein schönes Wochenende.“
„Danke Ellen, das wünsch ich dir auch. Wir sehen uns am Montag.“ Isabella ging langsam über den Hof zum Verwaltungsgebäude. Sie klopfte an die Tür der Schulleiterin und wartete. Nach einem „Herein!“ trat sie ein und knickste.
„Setz dich Isabella.“ Miss Wilhelmina deutete auf den runden Tisch in der Ecke. Isabella setzte sich auf einen der Stühle und nahm einige der Papiere die säuberlich geordnet auf dem Tisch lagen. Während dessen schenkte Miss Wilhelmina zwei Gläser Sherry ein, brachte sie an den Tisch und setzte sich zu ihr.

„Bist du bereit Isabella? Das kann etwas länger dauern.“
Isabella sah von den Papieren auf und nickte. „Wenn ich mir das hier so ansehe, dann kann ich ihnen nur zustimmen.“
„Ich hoffe, es wird nicht all zu kompliziert. Fangen wir einfach mal an. Am Besten hinten.“ Miss Wilhelmina tippte auf die Blätter die Isabella bereits in den Händen hielt. „Nummer zehn, ich dachte an Peter.“
Isabella schaute die Schulleiterin groß an. „Ich hätte nie gedacht, daß sie so sadistisch sein können.“
Miss Wilhelmina lachte. „Übertreib es mal nicht. Aber Peter ist dagegen. Immerhin stehen seine Familie und die deiner Zehn in direkter Konkurrenz. Es wäre für alle Beteiligten sicher nicht sehr sinnvoll. Da muss ich ihm zustimmen. Also was machen wir mit ihr?“
„Ich würde sagen, wir legen sie mal beiseite und sehen nachher, wer noch bleibt.“
„Gut, dann deine Neun. Da gibt es die wenigsten Probleme. Sie kommt zu Julian.“ sagte Miss Wilhelmina.
„Julian? Ist der neu?“
„Ja, Peter hat ihn mir neulich vorgestellt.“ sie gab Isabella eine Akte.
Diese schaute kurz darauf. „Ich verstehe. Damit wäre das andere Problem mit Mara auch gleich gelöst.“
„Richtig. Deshalb gibt es da auch nichts zu entscheiden.“ Miss Wilhelmina nahm zwei Akten, klammerte sie zusammen und legte sie bei Seite. Dann die Acht.“
Isabella suchte eine Akte heraus, hielt sie hoch und sagte „Ich denke, Lena ist recht einfach. Das ist das Richtige für Charlotte. Sie macht das zum ersten Mal, da wollen wir sie nicht gleich verschrecken. So viele, die das mit machen haben wir ja leider nicht.“
„Vor Allem Leute bei denen wir sicher sein können.“ Miss Wilhelmina klammerte auch diese beiden Akten zusammen und legte sie bei Seite. „Dann deine Sieben. Ich nehme an, bei ihr wird es am schwersten.“
„Ja, leider. Ich mache mir ehrlich gesagt Sorgen um sie. Larissa ist einfach nicht so stark wie die Anderen. Jetzt können wir noch beeinflussen was passiert, aber was ist in einem Jahr?“
„Sehen wir erst mal, wie sie sich macht, vielleicht fällt uns bis dahin noch etwas ein. Aber jetzt würde ich Peter vorschlagen. Er ist zwar sehr konservativ aber auch recht locker.“
„Ich glaube auch, daß es das Beste wäre.“ sagte Isabella, nahm die beiden Akten, klammerte sie zusammen und legte sie auf dem Stapel ab. „Ich wundere mich ja, das sich Peter überhaupt dazu bereit erklärt hat.“
„Sagen wir mal so, er war nicht besonders glücklich darüber daß ich diese Kelly eingeladen habe, wenn auch nur um den Schülerinnen zu zeigen, daß es auch ziemlich unangenehme Überraschungen geben kann. Als ich ihm gesagt habe, daß ich mir gut vorstellen kann, sie mit in das Programm auf zu nehmen hat er zähneknirschend zugesagt. Er kann sie genau so wenig leiden wie du.“
Isabella lachte auf Miss Wilhelminas Erklärung laut auf. „Ich kann mir sein Gesicht gut vorstellen.“

Drei Gläser Sherry später lagen nur noch drei Akten auf dem Tisch. Isabella nahm zwei davon. „Dann ist Chris, also Nummer eins, bei Felix sicher am Besten aufgehoben.“ Sie heftete die beiden Akten zusammen, legte sie bei Seite und schaute auf die letzte Akte. „So, wo ist der Rest?“
„Tja Isabella, das war der Rest. Damit sind alle Schülerinnen dieses Quartals untergebracht. Bis auf deine Zehn. Aber wir können Kelly immer noch mit rein nehmen.“
„Auf keinen Fall. Aber was sollen wir mit ihr machen? Wir können sie ja schließlich nicht allein hier lassen. Oder soll ich sie vielleicht so lange zu mir nehmen?“ Isabella lachte als sie das sagte.
„Vielleicht wäre das garnicht einmal so eine schlechte Idee. Soweit ich weiß, fahrt ihr dieses Jahr nicht in Urlaub. Da wäre das doch eine ziemlich brauchbare Lösung.“
Isabellas Lachen verstummte schlagartig. „Auf keinen Fall, was ist denn mit Peters Schwester? Oder einer der anderen Lehrerinnen?“
„Bei Peters Schwester ergibt sich das selbe Problem wie bei Peter, außerdem hat sie schon ein paar mal gesagt, daß sie das nicht machen will. Und du bist die einzige Lehrerin die dieses Jahr zu Hause bleibt. Und die Lehrerinnen aus den anderen Quartalen sind die meiste Zeit hier und damit nicht verfügbar.“ sagte Miss Wilhelmina.
Isabella versuchte noch einige Gegenargumente ein zu bringen aber leider musste sie einsehen, daß diese recht ungewöhnliche Lösung die einzig annehmbare war. Sie leerte ihr Glas in einem Zug und hielt es Miss Wilhelmina hin. Diese schenkte ihr schmunzelnd nach. Sie kannte Isabella gut genug um zu sehen, daß sie sich damit abgefunden hatte. Sie holte ihre Akte aus einem Schrank, kopierte diese und heftete die Kopie und Fridas Akte zusammen. „Damit wäre das also auch geklärt. Ich rufe dir ein Taxi, dann kannst du ins Wochenende fahren und es mit Maja besprechen.“
Isabella sah sie fragend an. „Ein Taxi?“
„Glaubst du denn, nach fünf Sherry lasse ich dich noch fahren?“ Miss Wilhelmina stand auf, ging zu ihrem Schreibtisch und rief das Taxi. „In zehn Minuten ist es hier.“

Isabella verabschiedete sich, holte ihre Tasche aus ihrem Zimmer und ging dann vors Tor. Während sie auf das Taxi wartete bemerkte sie eine Bewegung auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Sie sah eine helles Gesicht im Schein der Laterne welches direkt in ihre Richtung sah. Seltsam war, daß die Person nicht auf dem Gehweg sondern hinter einem Busch zu stehen schien. In diesem Moment fuhr das Taxi vor. Sie schaute kurz zu dem Wagen der direkt vor ihr hielt. Als sie wieder auf sah, war das Gesicht verschwunden. Sie schüttelte kurz den Kopf und schob das, was sie gesehen hatte auf den Sherry. Dann stieg sie in das Taxi welches sie nach Hause brachte.



Nach dem Abendessen hatten die Schülerinnen jeweils zwei Betten zusammen geschoben und lagen jeweils zu dritt quer auf zwei Betten. Auf dem Boden zwischen den Betten hatten sie ein Brettspiel aufgebaut und spielten dieses im Liegen um ihre Hinterteile zu schonen die nach Miss Isabellas heutigem Unterricht allen weh taten. Mara lag neben Kim und Georgia, die dicht nebeneinander lagen und die Arme über den Rücken der jeweils anderen gelegt hatten. Ihre Köpfe hatten die Beiden aneinander gelehnt. Auf der anderen Seite lagen Chris, Frida und Lena.
„Sagt mal, könnt ihr beiden nicht mal damit aufhören?“ fragte Chris als Kim an der Reihe war zu würfeln, aber dadurch, daß Georgia gerade an ihrem Ohr knabberte etwas abgelenkt war.
Kim sah sie grinsend an. „Warum denn?“ fragte sie und würfelte. Sie schob ihre Spielfigur auf dem Brett nach vorne und zog eine Karte.
„Sagt mal, hier steht für die nächsten vier Wochen ’Übung’ auf dem Lehrplan.“ Larissa war gerade zu ihnen gekommen und hielt ein Pad vor Fridas Gesicht. „Kann mir mal jemand sagen, was das heißt?“
Frida schob das Pad bei Seite und würfelte. „Ich könnte es dir sagen, aber Miss Isabella hat mir angedroht, daß ich diese vier Wochen im Keller verbringe, wenn ich es jemandem verrate. Und dazu habe ich nicht die geringste Lust.“ Sie schob ihre Spielfigur vor, zog eine Karte vom Stapel und grinste Mara an deren Figur vorne lag. Sie nahm die Figur und setzte sie einige Felder weiter nach hinten.
„Kim, du hast dich doch auch über die Schule informiert, weißt du, was das heißt?“ drängte Larissa.
„Ja, weiß ich, aber ich werd’s dir auch nich verraten. Ich hab nämlich keine Lust noch ma in den Keller zu gehen, erst recht keine vier Wochen.“ sagte Kim.
Larissa stellte sich schmollend ans Fenster und sah in den Hof, der nur schwach von den Lichtern der angrenzenden Zimmer erhellt wurde. „Wo geht Miss Isabella denn um diese Zeit noch hin?“ fragte sie.
„Na wo soll sie wohl hin gehen? Nach Hause wahrscheinlich. Sie hat ja auch noch sowas wie ein Privatleben.“ sagte Frida und schob Chris an, die neben ihr lag. Diese nickte und tippte Mara an die ihr gegenüber lag.
Mara schaute die Beiden an. „Auf keinen Fall. Das macht ihr alleine. Da will ich nicht mit rein gezogen werden. Ich habe keine Lust noch mal zwanzig Peitschenhiebe zu bekommen.“
Larissa schaute zu ihr. „Sicher nicht? Und das was ihr vor habt, ist mindestens das Doppelte wert.“ sagte sie grinsend.
„Nein, auf keinen Fall.“ sagte Mara energisch. Obwohl es mehr als ein halbes Jahr zurück lag daß sie wegen Miss Vitórias heruntergefallenen Bildern ausgepeitscht worden war, konnte sie sich noch zu gut daran erinnern. Sie wollte auf keinen Fall noch einmal so etwas erleben.
„Mensch Mara, komm, du bist die einzige, die das richtig kann.“ sagte Chris.
„Nein. Es reicht schon, daß ich euch das gezeigt habe. Wenn Miss Isabella das mit bekommt fragt sie mich sowieso zu aller erst. Das steht ganz groß und fett in meiner alten Akte. Und Miss Isabella wird die sicher kennen.“ erklärte Mara.
„Zu spät, sie kommt schon wieder zurück.“ sagte Larissa. „Sie hat nur ihre Tasche weg… Nein, das ist sie garnicht. Die Frau kenne ich garnicht.“ Sie beobachtete die Frau die sich ständig um sah und ins Hauptgebäude ging.
„Dann machen wir das eben alleine. Montag neun Uhr nehme ich an?“ sagte Frida. Kim nickte. „Das sind ungefähr 60 Stunden.“ Frida ging an Abigails Schrank, öffnete mit der Haarnadel das Schloss und holte einige kleine Päckchen heraus. „Hier, 60 Stunden.“ sie öffnete die Päckchen mit Chirurgischem Faden der sich durch den Sauerstoff in der Luft in ungefähr 60 Stunden auflösen würde.
„Es lebe die moderne Medizin.“ sagte Kim, gab Georgia einen Kuss und stand ebenfalls auf. Auch Chris stand auf, holte die kleine Tasche mit Nähzeug aus ihrem Schrank und die Drei gingen aus dem Schlafsaal.
„Das gibt doch nur Ärger.“ sagte Mara. Lena stimmte ihr zu, stand auf und schaute ebenfalls aus dem Fenster.

Eine gute Stunde später kamen Frida, Chris und Kim zurück. „So, lasst uns weiter spielen. Wir müssen morgen früh ja nich laufen und können bis zum Frühstück aus schlafen.“ sagte Kim, die sich wieder neben Georgia legte, ihr einen Kuss gab und den Arm um sie legte. Auch Frida, Chris und Lena legten sich wieder auf die Betten. Sie spielten weiter und beendeten das Spiel erst kurz vor Mitternacht. Sie schoben die Betten wieder ordentlich an ihre Plätze und legten sich schlafen.
„Wenn ihr wieder so einen Lärm veranstaltet wie letztes Wochenende dann hol ich einen Eimer kaltes Wasser.“ sagte Mandy drohend zu Kim und Georgia, die zusammen in Kims Bett lagen.
„Lass sie doch.“ sagte Larissa die die Beiden insgeheim bewunderte. Nicht nur dafür, daß die Beiden, obwohl sie wussten daß es in ungefähr einem Jahr vorbei sein würde, überhaupt eine so enge Beziehung eingingen sondern vielmehr dafür daß sie es noch nicht einmal vor Miss Isabella verheimlichten. Nach und nach schliefen die Schülerinnen ein und nur noch leises Atmen war im Schlafsaal zu hören.

Nach einem sehr ruhigen und entspannten Wochenende wurden die meisten der Schülerinnen von Miss Isabella geweckt die in den Schlafsaal kam und fröhlich „Einen schönen guten Morgen zusammen“ rief. Nur Kim und Frida waren bereits wach und standen in Sportsachen vor ihren Betten. Die anderen standen schnell auf und zogen sich um. Nach dem Morgenlauf hatten sich alle geduscht und wurden mal wieder sehr sorgfältig von Miss Isabella inspiziert. Dieses mal schickte sie einige der Frauen ins Bad um sich noch einmal die Finger zu waschen oder sich gründlich zu rasieren. So kamen sie alle recht spät zum Frühstück. Doch Miss Isabella ließ ihnen Zeit in Ruhe zu essen. Dann folgten sie ihr ins Verwaltungsgebäude wo sie in den zweiten Stock gingen. Dort befand sich der große Saal, den sie bisher nur während den Putzaktionen vor den Versteigerungen betreten hatten. Vor einer Bühne waren einige Stühle aufgereiht. An einer Wand stand ein Tisch auf dem ein Buffet angerichtet war und drei Schülerinnen aus einer anderen Gruppe hielten Tabletts mit Getränken bereit.
„Sieht aus wie bei einer Versteigerung.“ flüsterte Lena. „Was sollen wir denn hier machen? Essen servieren?“
„Ich wusste garnicht, daß jetzt eine Versteigerung statt findet.“ sagte Chris und schaute sich im Saal um.
„Ruhe auf den billigen Plätzen.“ rief Miss Isabella. „Alle ausziehen und dann stellt ihr euch da hin“ sie deutete auf eine Reihe mit mehreren Markierungen die mit Klebeband auf dem Boden vor den Tischen mit dem Buffet angebracht waren. „und präsentiert euch. Ihr werdet jetzt versteigert.“

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  RE: Neue Horizonte Datum:21.02.17 19:20 IP: gespeichert Moderator melden


Außer Kim und Frida sahen alle entsetzt ihre Lehrerin an. „Los, heute noch wenn´s geht.“ sagte Miss Isabella nur und wedelte mit ihrer Gerte. Verwirrt taten die Schülerinnen, was sie verlangte. Sie legten die Tuniken ab und hängten sie auf einen bereit stehenden Garderobenständer. Dann stellten sie sich auf die Markierungen. Sie legten die Hände in den Nacken und verschränkten diese. „Mittlerweile wisst ihr ja, wie das abläuft.“ sagte Miss Isabella. Sie trat zu jeder einzelnen Schülerin und korrigierte mit der Gerte ihre Haltung. Die Frauen sahen sie entsetzt an.
„Aber das ist doch erst in einem Jahr.“ stotterte Larissa, was ihr einen Schlag mit der Gerte einbrachte. Miss Isabella musste nicht einmal sehr fest zu schlagen, die noch immer sichtbaren Striemen auf ihrem Hintern sorgten dafür, daß bereits dieser leichte Schlag seine Wirkung erzielte.
„Was denkt ihr denn, was passiert, wenn euch euer Eigentümer nicht mehr haben will? Meint ihr denn, ihr würdet gefragt werden? Und jetzt still. Ich will keinen Ton mehr hören. Ihr redet nur, wenn ihr gefragt werdet!“ sagte Miss Isabella laut. Als sie bei Frida, welche als letzte in der Reihe stand angekommen war, stellte sie sich hinter sie und kam mit ihrem Gesicht ganz nah neben Fridas.
„Mund auf!“ befahl sie ihr leise. Als Frida den Mund öffnete steckte sie ihr etwas hinein. „Fest halten bis das hier vorbei ist.“ Frida schloss den Mund um das flache Heftchen aus verschweißtem Plastik. „Ich nehme an, du weißt, was das ist. Außer dir kann das ja keine von euch gekauft haben.“ Frida nickte nur. „Schön. Vielleicht sollte ich dir damit ja den Mund zu nähen. In 60 Stunden bekommst du ihn dann ja wieder auf.“ Frida wurde blass im Gesicht. „Leider darf ich das ja nicht. Aber ich nehme an, dir ist klar, daß ich die erste Tunika nicht an habe.“ wieder nickte Frida. Sie musste sich sehr zusammen reißen um nicht laut los zu lachen. Sie hatte aus genau diesem Grund dieses Heft mit dem Chirurgischen Faden in Miss Isabellas Zimmer liegen lassen, eben so wie sie nicht die Tunika die ganz oben auf dem Stapel lag präpariert hatte sondern die zweite. „Darüber werden wir beide heute Abend mal ganz intensiv bei einem Gespräch unter vier Augen reden.“ Miss Isabella stand wieder vor ihr und schaute sie eisig an. Wieder nickte Frida. Da sie wusste, was balde auf sie alle zu kam, wusste sie auch, daß sie die nächsten vier Wochen nicht in Miss Isabellas Reichweite sein würde. Frida schaute unauffällig zu den Schulternähten von Miss Isabellas Tunika und sah, daß sich bereits die ersten Fäden lösten.

Miss Isabella trat zwei Schritte zurück und sprach laut alle Schülerinnen an. „Ich nehme nicht an, daß Frida alleine war als sie meine Tunika präpariert hatte. Damit ihr etwas habt, auf das ihr euch in den nächsten vier Wochen freuen könnt, verspreche ich euch jetzt schon, daß die Jenigen von euch die daran beteiligt waren, sowie ihr wieder hier seid viel Spaß haben werden. So, und jetzt mal für euch alle zum mit denken: Ihr werdet jetzt versteigert. In vier Wochen sehen wir uns dann wieder. Und wehe, ihr benehmt euch nicht, denn alles, was ihr in den nächsten vier Wochen anstellen werdet, werde ich brühwarm zu hören bekommen. Das Ganze ist zwar eine Übung für euch. Aber ihr werdet genau so behandelt wie in einem Jahr, wenn ihr dann an eure endgültigen Eigentümer versteigert werdet. Also tut es nicht leichtfertig ab sondern verhaltet euch genau so wie man es von einer Serva erwartet.“ Die Schülerinnen waren sichtlich erleichtert, daß es noch nicht ganz so ernst wurde, wie sie zuerst befürchtet hatten. Nur Kim und Frida, die ja bereits wussten, was auf sie zu kommen würde, waren die ganze Zeit über recht gelassen geblieben. Dennoch waren alle, auch die Beiden, ziemlich aufgeregt.

Nachdem Miss Isabella geendet hatte öffnete sich die Tür des Saals und einige Leute kamen herein. Die fünf Männer und fünf Frauen die zusammen mit der Schulleiterin den Raum betraten gingen auf Miss Isabella zu und begrüßten sie. Die Meisten schüttelten ihre Hand, nur eine der Frauen, eine Serva, knickste vor ihr. Diese hatte rote Haare die zu einem Bubikopf geschnitten waren und lächelte freundlich.
„Bitte meine Damen und Herren, Sie kennen das ja bereits. Bedienen Sie sich und schauen sie sich die Frauen in aller Ruhe an. Sie dürfen selbstverständlich auch Fragen stellen.“ sagte die Schulleiterin. Die meisten der Käuferinnen und Käufer gingen zuerst zum Buffet und bedienten sich. Dann traten sie nach und nach zu den Schülerinnen und betrachteten diese. Sie ließen sie sich hin knien und wieder auf stehen, schauten sie sich eingehend an und stellten ihnen Fragen.

„Na, kennst du mich denn noch?“ die Frau, die vor Mara stand schaute diese grinsend an.
Mara war der Meinung dieses Gesicht bereits schon einmal gesehen zu haben, wusste aber nicht mehr wo. „Es tut mir leid Miss.“ sagte sie und bemühte sich, deutlich zu sprechen.
„Jetzt bin ich aber etwas beleidigt. Ich dachte eigentlich, daß wir uns erst in einem Jahr wieder sehen würden. Aber Miss Wilhelmina war so freundlich, mich ein zu laden, wenn ich dich schon nicht bei einer richtigen Auktion kaufen kann, dann will ich doch wenigstens einen Monat meinen Spaß mit dir haben.“ Die Frau leckte sich über die Lippen. „Schade, daß ich kein Vorkaufsrecht für dich bekommen habe.“ nun erinnerte sich Mara wieder an die Beamtin die sie vor einem Jahr hier her gebracht hatte. Sie kniff die Lippen zusammen und schüttelte ängstlich den Kopf.
„Mal sehen wie es läuft.“ die Frau grinste sie breit an, trank einen Schluck aus ihrem Sektglas und ging dann weiter zu Lena.

Miss Isabella, die sich gerade mit einem Mann unterhielt, hatte gesehen wie Kelly, die als Beamtin beim Gericht arbeitete mit Mara geredet hatte. Innerlich musste sie breit grinsen. Sie fand die Idee von Miss Wilhelmina zwar nicht sehr freundlich aber sie musste sich eingestehen, daß es sicher sehr lehrreich sein müsste, die Schülerinnen mit so etwas zu konfrontieren. Peter redete gerade mit Frida, die genau wusste, wen sie vor sich hatte. Auch sie machte kein all zu glückliches Gesicht als dieser ihr sagte, das er auf sie bieten wolle. Leider hatte Miss Wilhelmina niemanden gefunden an den Caro, Mandy, Kim und Georgia sich in einer ähnlichen Weise erinnern würden. Miss Isabella spürte wie es an ihrer rechten Schulter leicht zu ziehen begann. Sie hob den Arm zur Schulter und merkte, wie der linke Ärmel ihrer Tunika herunter rutschte. Sie sah wie der Ärmel zu Boden fiel und bückte sich um ihn auf zu heben als die Nähte an den Schultern nach gaben und die drei Stoffteile aus denen die Tunika bestand herunter fielen. Nur mit dem rechten Ärmel bekleidet stand sie nun nackt vor Julian der sie ungläubig an sah. Zum Glück hatte dieser genug Anstand, ihr weiterhin ins Gesicht zu sehen. „Bitte entschuldigen sie mich einen Moment.“ sagte sie mit rotem Kopf. Sie ging zu dem Garderobenständer an dem die Tuniken der Schülerinnen hingen und suchte Fridas heraus. Sie zog diese an und band eine Schleife in den Gürtel. Alle Anwesenden hatten gesehen, was passiert war und schauten zu ihr. „Ich glaube, ich werde heute Abend mal ein ernstes Wort mit meiner Schneiderin reden müssen. Wie es aussieht, kann ich sie ihnen auf keinen Fall weiter empfehlen.“ sagte sie und ging zu Frida. Peter stand noch immer bei ihr und redete mit süffisantem Grinsen auf sie ein. „Entschuldigst du uns bitte einen Moment Peter?“ fragte sie.
„Aber gerne doch Isabella, Wir werden ja die nächsten vier Wochen noch genug Zeit haben uns zu unterhalten.“ sagte Peter, verbeugte sich höflich vor Miss Isabella und ging zum Buffet.
„Ich nehme an, du hast nichts dagegen, mir deine Tunika zu leihen.“ sagte sie zu Frida. Diese hatte noch immer das Päckchen Garn im Mund und schaute sie groß an. Zwar wollte sie nicht unbedingt nachher nackt durch die ganze Schule laufen aber ihr blieb anscheinend keine andere Wahl, also fügte sie sich in ihr Schicksal und nickte nur leicht. „Vielen Dank Frida.“ sagte Miss Isabella mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

„Meine Damen und Herren, darf ich Sie bitten, Platz zu nehmen. Wir wollen nun beginnen.“ sagte die Schulleiterin die sich auf der Bühne hinter ein Pult gestellt hatte und drei mal mit einem kleinen Holzhammer auf dieses klopfte. „Heute kommen die Schülerinnen mit den Nummern 241801 bis 241810 zur Versteigerung für ihren Probemonat. Die Gebote sollen sich im üblichen Rahmen bewegen. Der letztendliche Kaufpreis wird allerdings nur ein Hundertstel des letzten gültigen Gebotes betragen. Dennoch bitte ich Sie, davon ab zu sehen, höher zu bieten als der übliche Preis betragen würde. Ich rufe nun die Nummer 241801 auf die Bühne.“
Chris nahm die Arme herunter und ging auf die Bühne wo sie sich präsentierte. Sie drehte sich einmal um und kniete sich dann neben das Pult.
„Hiermit ist die Auktion eröffnet.“ sagte die Schulleiterin und die ersten Gebote wurden abgegeben. Es entspann sich ein Duell zwischen einem Mann und einer Frau welches der Mann gewann. „Die Nummer 241801 ist für 5850 Dollar an Herrn Lenz verkauft.“ Dieser ging zu Miss Wilhelmina und zählte ihr den Kaufpreis auf das Pult. Chris folgte ihm auf ein Zeichen hin von der Bühne. „Zieh dir bitte was an und hol deine Sachen. Wenn du fertig bist, komm wieder hier her.“ sagte er zu Chris. „Ja Herr.“ sagte diese und knickste bevor sie ihre Tunika an zog und den Saal verließ.

Miss Wilhelmina rief die Schülerinnen nacheinander auf und diese wurden für ähnliche Preise versteigert. Caro, Kim und Lena wurden an Frauen versteigert, Mandy und Georgia an Männer. Larissa wurde für einen recht hohen Betrag von 7900 Dollar an Peter versteigert. Dieser wartete interessiert das Ende der Auktion ab.
Dann war Mara an der Reihe. Sie stellte sich, nachdem sie aufgerufen wurde, auf die Bühne und verschränkte die Hände hinter dem Nacken. Auf ein Zeichen von Miss Wilhelmina hin startete Frau Maite, die Beamtin welche Mara und die anderen in die Schule gebracht hatte mit 1000 Dollar. Sie und ein Mann namens König überboten sich gegenseitig bis dieser den Zuschlag für 7200 Dollar bekam. Erleichtert sah Mara daß dieser das Geld auf Miss Wilhelminas Pult zählte. Wie bereits die Anderen musste sie sich an ziehen und ihre Sachen aus dem Schlafsaal holen. Sie stellte sich zu den anderen Schülerinnen neben die Eingangstür und wartete. Alle waren nervös und brachten kein Wort hervor.

Als letzte war Frida an der Reihe. Als freie Schülerin war dies das einzige Mal das sie versteigert werden würde. Dennoch nahm sie sich vor, alles zu tun den besten Eindruck zu hinterlassen. Sie nahm das Ganze mindestens genau so ernst wie alle Anderen auch. Als sie aufgerufen wurde, ging sie auf die Bühne, präsentierte sich und drehte sich einmal um ihre Achse. Dann kniete sie sich hin und wartete. Als Miss Wilhelmina das Zeichen gab, begann Peter mit einem Gebot von 2000 Dollar. Dann bot die Frau die bereits auf Chris, Larissa, Lena und Mara erfolglos geboten hatte 2500 Dollar. Peter überbot sie mit 2800 Dollar, wurde selbst aber von der Serva mit 3500 Dollar überboten. Er erhöhte auf 4000 Dollar worauf hin die Frau 200 Dollar mehr bot. Als Peter 5000 Dollar bot, zuckte diese mit den Schultern und legte das Schild mit ihrer Bieternummer neben sich auf den Boden. Nun boten nur noch Peter und die Serva, die für 8500 Dollar den Zuschlag bekam. Frida war erleichtert daß Peter nicht gewonnen hatte, war sich jedoch nicht sicher, ob das für sie das bessere Ergebnis war. Nachdem die Serva der Schulleiterin das Geld hin gezählt hatte sagte sie freundlich lächelnd „Dann geh dich mal an ziehen und verabschiede dich von deinen Freundinnen. Ich muss balde nach Hause.“
Frida nahm das Päckchen mit dem Faden aus dem Mund. „Verzeihung Herrin, aber Miss Isabella hat meine Tunika. Darf ich nach unten gehen und mir eine neue holen?“
„Das wird nicht nötig sein. Wir gehen gleich an deinem Schlafsaal vorbei und nehmen deine Sachen mit.“ sagte Fridas neue Herrin und deutete auf die anderen Schülerinnen. Frida ging zu ihnen und verabschiedete sich von allen. Kim und Georgia standen Hand in Hand nebeneinander. Sie konnte sehen daß beide recht unglücklich aussahen. Sie umarmte beide zusammen und wünschte ihnen viel Glück in den nächsten Wochen.

„Bevor ihr gleich geht, stellt euch bitte alle noch einmal auf.“ sagte Miss Isabella. Die Frauen taten was sie sagte und sie stellte sich vor sie. „Während der nächsten vier Wochen seid ihr keine Schülerinnen sondern Serva. Bitte benehmt euch auch dementsprechend und macht mir keine Schande.“
Die Schulleiterin kam dazu und sagte „Ihr bekommt nun eure Halsbänder. Tragt sie mit Stolz und benehmt euch ordentlich.“ sagte diese. Sie ging zu jeder der Frauen, und legte ihnen Halsbänder an. Diese waren aus schwarzem Metall und hatten allesamt einen Ring an der Vorderseite. „Ab sofort werdet ihr diese Halsbänder tragen bis zu dem Tag an dem ihr die Schule verlasst. Ich wünsche euch allen viel Glück in den nächsten Wochen.“

Frida überkam ein seltsames Gefühl als das Band sich um ihren Hals schloss. Sie fühlte mit der Hand darüber, fühlte den Ring an seiner Vorderseite und schloss kurz die Augen.
Die Schulleiterin und Miss Isabella ließen sie so stehen und gingen zu den Gästen wo sie sich noch eine Weile unterhielten. Als erstes kam die Serva, die sich von Miss Isabella und Miss Wilhelmina mit einem Knicks verabschiedete. Sie kam zu Frida und deutete ihr mit einem Wink an, mit ihr zu gehen. Frida knickste und folgte ihr schweigend. Zielsicher ging diese Frau aus dem Verwaltungsgebäude hinaus über den Hof und zum Schlafsaal wo Frida sich endlich eine neue Tunika anzog und ihre Sachen packte. „Nimm alles, was du brauchst mit. Es ist zwar im Moment schönes Wetter aber man weiß ja nie wie es sich entwickelt.“ sagte sie.
„Ja Herrin.“ sagte Frida und knickste.
„Und bitte, nenn mich nicht Herrin. Ich habe selbst eine Herrin, du wirst sie nachher noch kennen lernen. Sie wirst du als Herrin ansprechen und ihr wirst du gehorchen. Mein Name ist Maja. Wie heißt du denn?“
Frida sah sie überrascht an. Nun wurde ihr klar, daß Maja nicht für sich gehandelt hatte. Eine Serva durfte ja kein Eigentum besitzen. „Mein Name ist Frida.“ sagte sie und packte fertig.
„Dann komm Frida, wir fahren gleich los.“ sagte Maja. Frida folgte ihr aus der Schule, erst jetzt wurde ihr bewusst, daß Maja sich in der Schule ziemlich sicher bewegte und sich gut auszukennen schien.
„Entschuldigung, wie soll ich sie denn ansprechen?“ fragte Frida.
„Du kannst du sagen und mich Maja nennen.“ sagte diese mit ihrem freundlichen Lächeln.
„Danke Maja. Darf ich fragen ob du auch hier zur Schule gegangen bist?“
„Nein, ich war in Hamburg auf der Schule.“ sagte Maja.
Nachdem die Beiden die Schule verlassen hatten ging Maja zu einem kleinen Sportwagen. Sie öffnete die winzige Kofferraumklappe und Frida legte ihre Tasche hinein. „Setz dich.“ sagte sie und deutete auf die Beifahrertür.
Nachdem sie selbst auf der Fahrerseite Platz genommen hatte sagte sie „Gut anschnallen.“ Sie selbst legte den Sportgurt geschickt an und wartete bis auch Frida angeschnallt war. Sie trat auf das Gaspedal und mit quietschenden Reifen fuhr der Wagen aus der engen Parklücke. Bis zur nächsten Kreuzung schaffte es Frida nicht, sich nach vorne zu beugen, so sehr beschleunigte der Motor das Auto. Dann jedoch hing sie in den Gurten als Maja bremste und in die Kurve rutschend links ab bog, gerade als die Ampel von Grün auf Gelb umsprang. Erst als der Wagen die Höchstgeschwindigkeit erreichte fuhr Maja ruhiger. Sie bog ein paar Kreuzungen später auf eine Landstraße ab die aus der Stadt führte. Dort beschleunigte sie den Wagen, und lenkte ihn sicher über die kurvige Straße bis in den nächsten Ort. Dort bog sie von der Hauptstraße ab. In einem Wohngebiet bremste sie kurz ab und parkte vor einer Garage die vor einer Reihenhaussiedlung an der Straße stand.
„So, da wären wir.“ sagte Maja. Frida war ein wenig blass um die Nase. Majas Fahrstil war sehr sportlich und sie hatte mehrmals das Gefühl sich übergeben zu müssen. Maja sah sie lächelnd an. „Ist alles in Ordnung mit dir? Entschuldige, aber wenn die Herrin mit fährt, kann ich leider nicht so fahren. Aber es macht einfach zu viel Spaß den kleinen hier“ sie streichelte über das Armaturenbrett „mal richtig aus zu fahren.“ sie stieg aus und nachdem sie es geschafft hatte, den Gurt zu öffnen stieg auch Frida aus. Maja gab ihr ihre Tasche und sie folgte dieser zu dem letzten Haus der Reihe. Der kleine Vorgarten war hübsch und äußerst ordentlich. Ein blau gestrichener Lattenzaun grenzte diesen von dem Weg ab der vor den Häusern her führte. Der Weg die drei Meter vom Tor bis zur Haustür war mit kleinen Steinen gepflastert und von zwei sorgfältig gemähten Rasenflächen gesäumt. Links des Weges stand auf einem Baumstumpf eine Schale mit bunten Blumen, zur Rechten gab es einen Rosenstock dessen Blüten weiß leuchteten. Dieser war mit Steinen eingefasst.
„Ist das der gleiche Rosenstock wie in der Schule?“ fragte Frida und betrachtete diesen.
„Ja, das ist er, es ist ein Ableger davon.“ sagte Maja. Frida knickste vor dem Rosenstock und folgte Maja dann zur Eingangstür. Irgend etwas kam ihr seltsam vor, sie kam jedoch nicht darauf, was es war.
„I. und M. Becker“ las sie auf dem Klingelschild.

„Komm, ich zeige dir erst mal dein Zimmer, dann mache ich uns einen Tee.“ sagte Maja nachdem sie den kleinen Flur betreten hatten. Sie führte sie eine Treppe hinauf. Im ersten Stock gab es vier Türen. Im zweiten Stock, einem Dachgeschoss führte nur eine Tür von dem Flur weg. Ansonsten war das ganze Stockwerk ein einziger, offener Raum in dem nur eine Couchgarnitur mit einem kleinen Tisch stand.
„Hier wirst du die nächsten vier Wochen wohnen.“ Maja öffnete die Tür. Sie gingen in ein gemütlich eingerichtetes, kleines Zimmer. Neben dem Bett stand ein kleiner Nachttisch, gegenüber gab es einen kleinen Tisch an dem zwei Stühle standen und ein Schrank stand neben der Tür. Eine weitere Tür führte zu einem kleinen Badezimmer mit Dusche. „Ich hoffe, es gefällt dir.“ sagte Maja.
„Ja, es ist schön.“ sagte Frida etwas schüchtern. Ihr eigenes Zimmer zu Hause war mindestens doppelt so groß wie die Grundfläche des ganzen Hauses aber bei weitem nicht so gemütlich wie dieses hier. Über dem Bett gab es ein Dachfenster durch daß man den blauen Himmel sehen konnte. „sehr gemütlich.“ sagte sie leise.
Maja lachte „Das war früher mal mein Zimmer, nachdem die Herrin mich in der Schule gekauft hatte, habe ich hier drei Jahre lang gewohnt. Jetzt ist es nur noch ein Gästezimmer.“ Frida warf ihr einen erstaunten Blick zu.
„Schau nicht so. Ich war damals mindestens genau so schüchtern wie du jetzt. Es hat mehr als einen ganzen Tag gedauert bis ich mich das erste mal aus diesem Zimmer getraut habe und noch ein Jahr bis ich mich das erste mal getraut habe in ihr Schlafzimmer zu gehen während sie noch im Bett gelegen hat.“ Maja schaute verträumt aus dem Fenster.
„Was ist denn so lange passiert?“ fragte Frida ohne nach zu denken.
„Was soll passiert sein? Nichts.“ Maja lachte. „Und auch danach ist noch lange zeit nichts passiert. Ich habe den Haushalt gemacht und den Garten. Sonst nichts. Sie ist die Geduld in Person. Wahrscheinlich ist sie die beste Herrin die man sich nur wünschen kann.“
Frida nickte nur wortlos, diese Aussage kam ihr etwas übertrieben vor aber sie war sich sicher, daß auch etwas Wahrheit in diesem Satz steckte.
„Komm, wir gehen nach unten, lass die Tasche einfach stehen. Auspacken kannst du nachher. Wir machen uns einen Tee und setzen uns in den Garten.“
Frida folgte Maja ins Erdgeschoss in die kleine Küche. Dort setzte Maja Wasser auf und zeigte Frida wo sie die Tassen finden konnte. Sie gab Tee in ein Teesieb und hängte dieses in eine Kanne. Dann goss sie das Wasser auf nachdem es nicht mehr kochte. Nach drei Minuten nahm sie das Sieb aus der Kanne, stellte die Kanne, drei Tassen, Zucker, ein paar Scheiben Zitrone und Milch auf ein Tablett. Frida nahm dieses und folgte ihr in ein kleines aber gemütliches und helles Wohnzimmer. Auf einem halb hohen Schrank standen einige Vasen mit frischen Blumen, ein paar Figuren und viele gerahmte Bilder. Frida betrachtete im vorbei Gehen die Bilder. Einige dieser Bilder glaubte sie bereits gesehen zu haben. Es waren Bilder von einem Mann und einer Frau, einer Serva, die in die Kamera lächelten. Ein Hochzeitsbild zeigte Maja mit ihrer Frau und Herrin.
„Ach du Scheiße, ich bin sowas von tot.“ entfuhr es Frida. Sie blieb vor diesem Bild stehen und starrte es ungläubig an.
„Bitte, sowas sagt eine Serva nicht.“ sagte Maja ernst. „Was schaust du denn so?“
„Das… Das ist… Sie wird mich umbringen.“ stammelte Frida und starrte weiter das Hochzeitsfoto an welches Maja und Miss Isabella zeigte.



„Dann warst du das mit der Tunika?“ Maja brach in lautes Gelächter aus. Es dauerte etwas bis sie sich wieder gefasst hatte. Dann nahm sie Frida, die bleich und mit offenem Mund noch immer das Bild an starrte das Tablett ab und brachte es auf die Terrasse. „Komm, beruhig dich erst mal. Sie wird dir nicht gleich den Kopf ab reißen. Ich finde ja, das war ein sehr gelungener Scherz. Wenn er nicht gerade vor den Gästen passiert wäre, wäre das nicht mal besonders schlimm gewesen. Aber das konntest du ja nicht wissen.“
Frida folgte ihr auf die Terrasse. Sie sagte lieber nicht, daß sie und Kim die einzigen waren, die wussten was an diesem Montag Morgen passieren würde und daß sie fest damit gerechnet hatten daß es vor den Gästen passierte. Maja setzte sich und deutete auf einen Stuhl. Frida setzte sich und vergrub das Gesicht in den Händen.
„Trink erst mal einen Tee, dann geht es dir wieder besser.“ Maja reichte ihr eine Tasse und trank einen Schluck. Sie grinste noch immer breit.
Schweigend tranken die Beiden ihren Tee als ein Wagen auf der Straße hielt und kurze Zeit später jemand die Haustür öffnete. Maja stand auf und stellte sich neben die Tür. Frida sah zu ihr auf und beeilte sich, es ihr gleich zu tun. Nach einigen Geräuschen im Flur kam Miss Isabella auf die Terrasse und die beiden Knicksten. Frida hielt den Kopf gesenkt und wagte es nicht, sie an zu sehen.
„Guten Tag meine Herrin.“ sagte Maja.
Miss Isabella ging zu ihr und gab ihr einen Kuss. „Irgend jemand hat sein Auto auf meinen Parkplatz gestellt. So ein kleiner roter Sportwagen. Ich glaube, wenn der in zehn Minuten noch da steht, dann behalte ich ihn.“ sagte sie lächelnd.
„Verzeihung Herrin.“ sagte Maja grinsend. Miss Isabella gab ihr ihren eigenen Schlüssel und sie ging nach draußen.

„So, nun mal zu dir Frau Schneiderin.“ sage Miss Isabella. Frida betrachtete eingehend die Fließen der Terrasse.
„Sieh mich an, wenn ich mit dir rede.“ sagte Miss Isabella leise und ohne einen Anflug von Ärger in der Stimme.
„Verzeihung Miss.“ sagte Frida leise und hob den Blick. Sie war überrascht Miss Isabella lächeln zu sehen nachdem was sie angestellt hatte.
Noch immer lächelnd sagte Miss Isabella „So lange du hier bist, heißt das Herrin. Und nun mal zu der Sache mit meiner Tunika, eigentlich eine ziemlich gute Idee nicht gleich die erste um zu schneidern und dann noch den Faden wie zufällig liegen zu lassen. Ich nehme mal nicht an, daß du mir verraten wirst, wer noch alles daran beteiligt war. Aber wenn ich raten müsste, würde ich sagen, Kim und Chris haben Schmiere gestanden und Mara hat derweil die Tür geöffnet.“
„Ich bin dafür verantwortlich Mi… Herrin.“ Frida berichtigte sich im letzten Moment. „Es war meine Idee und ich habe ihre Tunika umgenäht.“
„Das glaube ich dir aufs Wort, aber ich glaube nicht, daß du das alleine warst. Aber egal, darüber reden wir in vier Wochen. Jetzt setz dich wieder.“ Miss Isabella setzte sich an den Tisch und schenkte sich Tee ein. Während Frida sich setzte, gab sie einen Löffel Kandis und einen Spritzer Zitrone in ihre Tasse und rührte bedächtig den Tee um.

„Zu aller Erst mal herzlich willkommen.“ sagte sie überaus freundlich. „Du bist nicht wegen der Sache mit meiner Tunika hier. Es gibt leider nicht viele Leute, die bereit sind, eine Serva für nur vier Wochen zu sich zu nehmen. Daher haben Miss Wilhelmina und ich beschlossen, daß du so lange zu mir kommst. Auch wenn ich der Meinung bin, daß es egal ist, ob du nach der Schule etwas ganz anderes machst als dein Leben als Serva zu verbringen ist es für die anderen Schülerinnen noch viel wichtiger als für dich, diese vier Wochen bei fremden zu verbringen und zu lernen wie es ist, als Serva zu leben. Nichts desto trotz werden wir dich behandeln wie eine Serva und du wirst dich genau so verhalten wie du es gelernt hast.“ Miss Isabella sprach ruhig und ohne die sonst übliche Strenge „So lange du hier bist, gelten einige Regeln. Einige werde ich dir jetzt erklären, andere, wenn es an der Zeit ist. Zuerst einmal, du darfst dich hier im Haus und im Garten frei bewegen. Nur das Schlafzimmer ist für dich verboten. Wenn es etwas wichtiges gibt, das keinen Aufschub duldet während Maja oder ich im Schlafzimmer sind, klopfst du und wartest bis wir heraus kommen. Wenn Gäste da sind, egal ob Majas oder meine, hast du dich im Hintergrund zu halten und gegebenenfalls zu bedienen. Ansonsten verrichtest du deine Arbeit und wirst nicht aus irgend etwas ausgenommen. Du wirst dich nur dann setzen, wenn wir dich dazu auffordern. Ansonsten hast du zu knien, egal ob beim Essen, im Garten oder sonst wo. Das gilt natürlich nicht für dein Zimmer. Zum Schluss noch eines, du wirst Majas Anweisungen genau so befolgen wie meine. Wie du sie ansprichst, das überlasse ich ihr, aber in den kommenden vier Wochen hast du mich, auch wenn es dir sicher schwer fallen wird, mit Herrin an zu reden. Das selbe gilt natürlich auch für Gäste. Und da ich die nächste Zeit Urlaub habe, wird es sicher auch mal vorkommen, daß Gäste hier sind, genau so wie es sicher gelegentlich vorkommen wird, das wir irgend wo eingeladen sind. Eventuell wirst du uns dann auch begleiten. Hast du dazu noch fragen?“

Frida war immer noch ein wenig verschreckt und sah sie an. Sie schüttelte stumm den Kopf.
„Gut, du wirst sicher ein paar Tage brauchen bis du dich eingewöhnt hast, aber ich denke, gerade dir sollte das recht schnell gelingen. Wenn du dich entsprechend benimmst, wird es dir hier hoffentlich auch ein wenig gefallen. Aber solltest du das nicht tun, wirst du mit den Konsequenzen leben müssen. Es gibt zwar in diesem Haus weder eine Gerte noch eine Peitsche,“ Frida warf ihr einen ungläubigen Blick zu. „Was denn? Meinst du, mir macht es übermäßig Spaß andere zu schlagen? Im Gegenteil. Aber es gehört nun mal zu meinem Beruf dazu. Aber das heißt nicht, daß ich nicht andere wirksame Möglichkeiten habe, eine Serva die frech, ungehorsam oder faul ist zu disziplinieren. Da kannst du gerne Maja fragen, was sie dazu sagt. Und jetzt gehst du am Besten nach oben und räumst deine Sachen ein. In ungefähr einer Stunde wird Maja dich rufen, dann hilfst du ihr, das Mittagessen zuzubereiten.“
Frida stand zögernd auf. „Ja Herrin.“ sagte sie, knickste und wollte gerade ins Haus gehen da sagte Miss Isabella „Warte einen Moment. Auf der Treppe liegt ein Beutel. Nimm ihn mit nach oben. Du hast jetzt vier Wochen Zeit, meine Tunika wieder zu nähen. Aber sollte ich nicht zufrieden damit sein, wirst du alles wieder auftrennen und noch einmal nähen. Und zwar so lange, bis ich damit zufrieden bin.“ Miss Isabella grinste sie breit an, nicht unfreundlich aber dennoch war Frida sich darüber klar, wie ernst sie es meinte. „Ja Herrin.“ sagte sie leise. „Es tut mir leid.“ fügte sie aus einem Gefühl heraus noch hinzu. Dann wandte sie sich ab und ging nach oben. Auf der Treppe nahm sie den Stoffbeutel in dem sich die Tunika befand mit und ging in ihr Zimmer. Dort räumte sie ihre wenige Kleidung in den Schrank.

- - - -

„Was willst du denn noch verdammt noch mal?“ hörte sie ihren Vater aus dem Wohnzimmer. Er war wie so oft in letzter Zeit ziemlich laut wenn er mit ihrer Mutter sprach. „Die Scheidung ist rechtskräftig, genau wie du es wolltest, also beschwer dich nicht.“ sagte er laut in sein Comm. „Sie ist 17 Jahre alt. Und ich werde sie ganz bestimmt nicht zwingen dich zu besuchen.“
Er sah auf als sie aus er Küche ins Wohnzimmer kam. „Deine Mutter ist dran, sie möchte mit dir sprechen.“
„Ich will aber nicht mit ihr sprechen.“ rief sie so laut, das ihre Mutter es auch sicher mit bekam. „Wenn sie mit mir reden will, hätte sie nicht auch noch abhauen sollen.“ sie warf ihrem Vater einen wütenden Blick zu, ging aus dem Wohnzimmer in den Flur und schlug die Tür so laut sie konnte hinter sich zu.
Bernd schaute seiner Tochter hinter her und schüttelte den Kopf. Er war sich sicher, daß die relativ vernünftige Art und Weise wie sie in den letzten Wochen miteinander umgegangen war wieder vorbei war. Saskia sagte etwas und er nahm sich zusammen während sie redete. „Du kannst deinen Anwalt gerne anrufen. Aber der wird dir das Selbe sagen. Du kannst sie nicht dazu zwingen.“ er drückte wütend auf den Knopf der das Gespräch beendete und warf das Comm auf den Tisch.

Es dauerte eine Weile und einen starken Kaffee bis er sich wieder beruhigt hatte. Er ging die Trappe hinauf und klopfte an ihre Zimmertür.
„Was ist denn?“ rief sie von drinne. Er öffnete die Tür ein Stück weit und sah sie weinend auf ihrem Bett liegen wie so oft in letzter Zeit. Es tat ihm weh, sie so zu sehen. Wie so oft kam er sich einfach nur hilflos vor. Er ging zu ihrem Bett und setzte sich auf die Kante. „Es tut mir leid. Aber was soll ich denn machen? Ich muss dich doch wenigstens fragen. „Er legte die Hand auf ihren Arm. Sie zog ihn wenigstens nicht weg, was er als gutes Zeichen auffasste. „Ich habe hier was für dich.“ Er holte den Umschlag aus seinem Jackett und hielt ihn ihr hin. „Hab ich heute morgen abgeholt.“
„Was ist das?“ fragte sie und wischte sich die Tränen mit dem Ärmel aus dem Gesicht. Ein paar ihrer langen, blonden Strähnen hingen ihr vor den Augen.
„Mach doch einfach auf. Sieht ziemlich offiziell aus. Ich hoffe nur, du hast nichts angestellt.“
Sie nahm den Umschlag und riss ihn auf. Eine kleine Karte aus Plastik fiel heraus. Sie nahm diese und schaute sie sich an. Er sah wie sich ihre Laune schlagartig besserte. „Super.“ sagte sie strahlen. „Kann ich heute Abend dein Auto haben?“
„Ich glaube, das lassen wir besser mal. Immerhin sind es noch drei Wochen bis zu deinem Geburtstag.“ sagte er lachend.
Schmollend sah sie ihn an. Trotzdem setzte sie sich auf und umarmte ihn. „Danke Paps.“


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  RE: Neue Horizonte Datum:25.02.17 14:21 IP: gespeichert Moderator melden


Weil’s dieses Mal etwas länger gedauert hat gibt’s nen Schokoriegel, ach nee, das war was Anderes. Dann gibt’s eben noch einen etwas ruhigeren Teil.

- - -

„Dann komm mal mit.“ sagte der Mann der sie ersteigert hatte zu Mara.
„Ja Herr.“ sagte diese, knickste und folgte ihm nach draußen. Während sie die Treppen nach unten gingen sagte er „Ich nehme an, das ist für dich das erste Mal?“
„Ja Herr.“ sagte Mara unsicher.
„Dann willkommen im Club, für mich ist es das auch. Ich habe nur die Regeln gelesen und die Einweisung von Wilhelmina bekommen, mehr als das, weiß ich auch nicht. Also ich heiße Julian König. Aber ich nehme an, du musst mich mit Herr oder so anreden. Er schaute zu Mara die schweigend links neben ihm her ging.
„Wie Sie es wünschen Herr.“ Mara war sich nicht sicher was sie dazu sagen sollte, dies schien ihr die beste Wahl zu sein.
„Dann sag einfach Julian zu mir. Das Herr und so gefällt mir nicht besonders. Ich bekomme das immer bei meinen Bekannten mit. Ich meine, die leben zusammen, hocken die meiste Zeit im selben Raum, sitzen zusammen am Tisch und schlafen im selben Bett. Das ist doch albern.“ er schaute zu Mara die wortlos nickte, sie wollte nicht widersprechen, hielt aber das höfliche Herr dennoch für die bessere Anrede. „Und wie heißt du? Ich kenne bisher ja nur deine Nummer. Und mit 241809 will ich dich nicht die nächsten vier Wochen lang anreden müssen.“
„Mein Name ist Mara Herr Julian.“ sagte sie schüchtern.
Julian lachte. „Also bitte, entweder Julian oder Herr, beides zusammen ist ja noch schlimmer als der Herr.“
„Ja Herr.“ sagte Mara. Sie erreichten das Tor und gingen auf die Straße. Julian wies auf einen großen Wagen der am Straßenrand stand. „Deine Sachen werf in den Kofferraum. Dann geht’s auch gleich los, ich muss noch arbeiten. Wir werden wohl erst am Nachmittag zu Hause sein. Wenn du Hunger hast, einfach Bescheid sagen, wir halten dann irgend wo.“
Während Mara ihre Tasche im Kofferraum verstaute stieg Julian auf der Beifahrerseite des Wagens ein. Mara schaute ihn verdutzt an. „Na, du fährst.“ sagte er und deutete auf die Fahrerseite des Wagens.
„Ich habe doch keinen Führerschein Herr.“ sagte Mara verunsichert und blieb neben der Beifahrertür stehen.
„Na fantastisch. Aber fahren kannst du doch, oder?“
„Etwas Herr.“
„Gut, dann steig ein, ich hab ja noch ein wenig Zeit.“ wieder deutete er auf die Fahrerseite, nahm drei runde Schilder mit einem großen, grünen F vom Rücksitz, stieg aus und befestigte diese an den Seiten und der Kofferraumklappe. Dann stieg er wieder ein und setzte sich. „Jetzt darfst du fahren.“ sagte er.
Zögernd stieg Mara auf der Fahrerseite ein und schnallte sich an. Sie legte den Wahlschalter auf ’vorwärts’ und wollte los fahren.
„Stop. Erst stellst du dir den Sitz ein. Du kommst doch so kaum an die Pedale.“ sagte er.
Er hatte Recht, sie musste sich ziemlich strecken um überhaupt an die Pedale zu kommen. Aber so etwas hatte sie früher auch nie großartig gestört. Mara stellte den Wahlschalter wieder zurück in die Mittelstellung und stellte den Sitz so ein, daß sie gut an die Pedale kam. Sie wollte nicht gerade einem Fahrlehrer verraten, das sowas nebensächlich war, wenn man gerade dabei war ein Auto zu klauen. Dabei kam es nur darauf an, möglichst schnell zu verschwinden. Für solche Nebensächlichkeiten hatte sie meist erst denn Zeit wenn sie die Stadt bereits verlassen hatte.
„Wenn du gut an die Pedale kommst und auch gut sehen kannst, dann blinkst du und wenn von hinten kein Auto kommt, fährst du langsam los.“ Mara schaute auf die Monitore und wartete bis hinten frei war, dann stellte sie den Wahlhebel wieder auf vorwärtsfahrt, schlug das Lenkrad ein und trat beherzt aufs Gaspedal. Der Wagen schnellte mit einem Satz vor und sie lenkte in die andere Richtung so daß der Wagen gerade auf der Straße fuhr. Julian, der bisher eher lässig auf dem Sitz gesessen hatte, setzte sich nun gerade hin und hielt sich am Handgriff über der Tür fest. „Da vorne rechts.“ sagte er. An der Abzweigung bremste Mara kurz, schlug das Lenkrad ein und beschleunigte noch in der Kurve so stark, daß die Reifen quietschten. „So so, fahren kannst du ja anscheinend, obwohl du keinen Führerschein hast. Aber jetzt kannst du langsam fahren. Die Polizei ist nicht hinter uns her und geklaut ist dieses Auto auch nicht.“ sagte Julian.
Mara nahm den Fuß vom Gaspedal und ließ den Wagen ausrollen. Sie starrte ihn an und fragte „Woher wissen Sie…?“
„Ich wusste es bis jetzt nicht, aber ich kann eins und eins zusammen zählen. Jetzt hältst du dich aber an die Geschwindigkeit. Fahr weiter und da vorne dann links.“ Als Mara nun langsamer weiter fuhr entspannte er sich sichtlich und setzte sich wieder bequem in den Sitz. Er musste nur selten eingreifen wenn Mara die Beschilderung nicht beachtete oder etwas zu schnell fuhr. Er war erstaunt wie sicher und routiniert sie fuhr. Nachdem sie eine gute halbe Stunde durch die Stadt gefahren waren sagte er „So, da Vorne hältst du an und setzt dich nach hinten. Da steht mein erster Fahrschüler.“ Mara lenkte den Wagen an den Straßenrand, stieg aus und setzte sich in den Fond.
„Hier, damit dir nicht langweilig wird.“ sagte er und gab ihr ein Pad. Sie tippte darauf und ein Test erschien darauf.
Der Fahrschüler stieg in den Wagen, stellte den Sitz ein und fuhr los. Bei ihm musste Julian wesentlich öfter eingreifen als bei Mara. Diese löste verschiedene Prüfungen und bekam immer recht ernüchternde Ergebnisse angezeigt. So ging es bis zum frühen Nachmittag, ein Fahrschüler wurde abgesetzt, Mara fuhr den Wagen bis zu dem Ort wo der nächste bereits wartete und stieg dann nach hinten wo sie weitere Prüfungen versuchte zu lösen. Während sie zuerst einfach versuchte, Fragen die bereits vorgekommen waren so zu beantworten wie sie vorher richtig gewesen wären, ging sie langsam dazu über, sich diese durch zu lesen und versuchte zu verstehen worum es eigentlich ging.

Nachdem sie eine Fahrschülerin, die Letzte an diesem Tag, abgesetzt hatten, fuhren sie in eine Hochhaussiedlung am Stadtrand. Dort musste Mara den großen Wagen in die enge Tiefgarage eines Hochhauses lenken. Die Schranke an der Einfahrt öffnete sich automatisch und sie lenkte den Wagen sicher zu einem gekennzeichneten Parkplatz. Sie stiegen aus und als Julian ihre Tasche aus dem Kofferraum geholt hatte, gingen sie zu einem Aufzug und fuhren in den 25sten Stock. Dort betraten sie eines der Appartements.
„Willkommen in meinem Wohnklo, wie meine Eltern es nennen.“ sagte Julian lachend. „Ich zeig dir mal alles, viel gibt’s ja nicht zu sehen. Das hier ist die Wohnessküche.“ er deutete vage in den großen Raum in dem sie gerade standen. Neben dem Eingang befand sich eine Küchenzeile. Mitten im Raum stand eine großzügige Kochinsel mit Herd. Weiter vorne im Raum stand ein Esstisch mit sechs Stühlen auf dem ein großer Haufen Kleidungsstücke lagen. Links davon befand sich eine große Sitzlandschaft mit Couchecke, Diwan und Tisch. An der Wand hing ein riesiger Fernseher über einem breiten Sideboard. „Hier ist der sogenannte Wäscheraum.“ er öffnete eine Tür neben dem Eingang, gegenüber der Küche. In dem kleinen Raum standen eine Waschmaschine und ein Trockner. Quer auf diesen stand ein Wäschekorb mit Wäsche. Auf dem Boden standen in einer Reihe mehrere Paar Schuhe. Er schloss schnell die Tür und ging durch die Essecke zu einem Durchgang in einem schmalen Flur. „Da ist mein Schlafzimmer und hier das Bad.“ er öffnete zwei Türen und schloss diese schnell wieder. In beiden Zimmern sah Mara eine gewisse Unordnung. Sie fragte sich, wo sie schlafen sollte und sah sich bereits die nächsten vier Wochen auf der Couch liegen. Doch dann öffnete er eine weitere Tür. „Hier kannst du dich breit machen.“ Mara folgte ihm in das kleine Zimmer. Hier gab es ein Bett, einen Kleiderschrank und einen Schreibtisch mit einem bequem aussehenden Bürostuhl aus Leder. Auf dem Schreibtisch stand ein kleiner Fernseher. Dieses Zimmer war im Gegensatz zum Rest der Wohnung ordentlich aufgeräumt. Mara stellte ihre Tasche vor das Bett und sah sich um. „Da ist die Dusche, die hast du für dich alleine.“ er öffnete eine weitere Tür. „Sonst gibt es hier nur noch einen Balkon und das war’s auch schon. Ich nehme an, du kannst kochen?“ er deutete zur Küche.
„Ja Herr.“ sagte Mara.
„Klasse. Ich bekomme nämlich gerade mal Rühreier hin. Am Besten du machst uns mal was. Ich hab einen Bärenhunger.“
„Ja Herr, was soll ich denn machen?“
Er schaute sie etwas ratlos an. „Am Besten, du schaust einfach, was du aus dem was da ist hin bekommst. Vielleicht solltest du dabei gleich auf schreiben, was wir morgen noch einkaufen müssen. Viel ist nämlich nicht im Kühlschrank.“
Mara knickste und ging in die Küche. Dort schaute sie in den Kühlschrank. Sie fand eine Packung Eier, deren Ablaufdatum mehrere Monate in der Vergangenheit lag. Die wollte sie am Besten garnicht erst versuchen zu benutzen. Außer diesen gab es mehrere Becher fertigen Pudding und ein Bund Bananen. Im Gefrierfach fand sie einige Fertigpizzen und andere Fertiggerichte. Die würde sie wohl machen müssen, wenn sie nichts anderes fand. Doch dann fand sie wenigstens zwei Beutel Mehl und eine Tüte Milch, zudem weitere Backzutaten die jedoch auch zusammen nicht all zu viel her gaben. Sie ging zu Julian der es sich mittlerweile auf der Couch bequem gemacht hatte und sich im Fernsehen die Nachrichten an sah.
„Herr?“ fragte sie und knickste.
„Ja?“ Julian sah auf.
„Das einzige, was ich machen könnte sind wohl Pfannkuchen mit Banane. Die Eier sind leider nicht mehr gut. Oder Fertigpizza.“
„Dann mach einfach mal die Pfannkuchen.“ sagte er.
„Darf ich fragen was Sie sonst gerne essen, damit ich weiß, was ich alles auf die Einkaufsliste schreiben muss.“
„Ich esse eigentlich alles außer Meeresfrüchten, Fisch und Spinat. Am liebsten natürlich ein schönes Steak, aber da habe ich eine Adresse. Der Koch macht die besten Steaks der Stadt.“ Mara knickste und ging wieder in die Küche. Dort musste sie erst einmal Geschirr spülen. Sie nahm sich eines der Haargummis vom Handgelenk und band sich die Haare nach hinten, ein Trick den ihr Miss Isabella gezeigt hatte. Sie ließ Wasser in das Spülbecken laufen und spülte schnell alles was sie benötigte, einen Teil des Geschirrs stellte sie in die Spülmaschine. Dennoch blieb einiges liegen was dort nicht mehr hinein passte. Sie stellte diese noch an und bereitete dann aus zerdrückten Bananen, Mehl, Backpulver und etwas Zucker einen Teig zu den sie in der Pfanne briet. Die Pfannkuchen stellte sie in den Ofen bis der ganze Teig verarbeitet war. Dann nahm sie ein Glas, füllte es mit Fruchtsaft, legte einen der Pfannkuchen auf einen Teller und stellte beides zusammen mit Besteck auf ein Tablett. Dies trug sie an den Couchtisch und knickste.
„Sieht lecker aus.“ sagte Julian. „Isst du nichts?“
„Wenn ich darf Herr?“
„Na, sicher, du sollst ja schließlich nicht verhungern, hol dir auch was und nimm Platz.“ er deutete auf einen der Sessel gegenüber der Couch.
„Vielen Dank Herr.“ sagte Mara, knickste und ging in die Küche wo sie ein weiteres Tablett füllte. Sie ging zurück zum Esstisch und stellte das Tablett darauf. Dann stellte sie sich vor den Tisch und wartete.
„Du kannst dich ruhig setzen. Aber ich nehme an, du wartest das ich es dir erlaube.“
„Ja Herr.“
„Na, dann nimm endlich platz und iss.“
„Vielen Dank Herr.“ Mara kniete sich auf den weichen Teppich vor den Tisch und begann zu essen. Julian aß und schaute gelegentlich zu Mara. Nachdem er den Pfannkuchen gegessen hatte sagte er „Das schmeckt gut, gibt es noch welche davon?“
„Ja Herr.“ sagte Mara, stand auf, nahm seinen Teller und holte ihm noch einen der Pfannkuchen.“
„Danke Dir.“ sagte er und aß diese auf. Mara brachte, nachdem er auch den letzten gegessen hatte, das Geschirr in die Küche. „Was soll ich denn nun machen Herr?“ fragte sie.
„Ich weiß nicht, es ist das erste Mal, daß ich eine Serva habe.“ er schaute sie verlegen an.
„Ich könnte die Küche aufräumen und die Wäsche waschen.“ sie deutete auf Wäschehaufen auf dem Esstisch.“
„Das klingt nach einer guten Idee. Am Besten fängst du mal mit der Küche an, aber übertreib es nicht. Das sieht schon so lange so aus, da muss nicht alles sofort gemacht werden.“
Mara konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Sie knickste und ging in die Küche wo sie begann das restliche Geschirr zu spülen und auf zu räumen. Als sie gerade dabei war, ab zu trocknen klingelte es. Sie schaute zu Julian der sofort hektisch auf stand.
„Maike.“ sagte er. „Die hatte ich ganz vergessen. Machst du bitte auf, ich ziehe mich nur schnell um.“ er verschwand hektisch im Schlafzimmer.
Mara trocknete die Hände und nahm das Gummi aus den Haaren. Dann ging sie zur Tür und öffnete. Vor der Tür stand eine Frau in Jeans, Turnschuhen und gelber Sommerbluse. Mara knickste und begrüßte die Besucherin mit einem „Guten Tag Herrin.“
„Oh, Entschuldigung, ich glaube, ich bin zu früh aus dem Aufzug ausgestiegen. Ich wollte eigentlich zu Herrn König.“ sagte die Frau und sah etwas verwirrt aus.
„Der Herr zieht sich gerade um.“ sagte Mara und deutete auf den Durchgang zum Schlafzimmer. In diesem Moment kam Julian schon heraus. Er hatte sich in aller Eile umgezogen.
„Hallo Maike.“ sagte er, ging zu der Frau und gab ihr einen flüchtigen Kuss. Zu Mara sagte er „Pass auf, wir gehen ins Kino und dann essen. Ich weiß nicht, wann ich zurück komme. Du kannst von mir aus fernsehen.“ Dann schob er die Frau aus der Tür. Mara sah gerade noch daß ein Stück seines Hemdes hinten aus der Hose heraus schaute. Sie wollte noch etwas sagen, da war die Tür aber schon ins Schloss gefallen.

Mara stand etwas ratlos vor der geschlossenen Tür. Sie zuckte mit den Schultern. Dann ging sie zurück in die Küche und spülte das Geschirr fertig und begann diese auf zu räumen. Als sie auf die Uhr sah, war es gerade einmal acht Uhr abends. Sie sah sich um und ging ins Wäschezimmer wo sie begann die Wäsche zu sortieren und stellte die Waschmaschine an. Dann ging sie in ihr Zimmer und begann ihre Sachen in den Schrank zu räumen. Als sie damit fertig war schaute sie nach der Wäsche. Es dauerte sicher noch eine Stunde bis diese fertig war. Also ging sie zurück in ihr Zimmer und stellte den Fernseher an. Dort lief gerade eine Nachrichtensendung. Mit all den Ereignissen konnte sie nicht viel anfangen. Dort wurde eine ganz andere Welt gezeigt als sie sie im letzten Jahr erlebt hatte. Sie schaltete um und fand einen Film den sie ganz interessant fand. Als dieser fertig war schaute sie nach der Wäsche und steckte die Sachen in den Trockner. Dann beschloss sie ins Bett zu gehen. Auf dem Nachttisch stand ein Wecker den sie für morgen früh stellte. Sie lag noch einige Zeit wach im Bett und schlief irgend wann ein.


8 – Probemonat


Seit einer Woche war Frida nun schon bei Herrin Isabella und Maja. Sie hatte sich gut eingelebt und es hatte sich eine gewisse Routine entwickelt. Nach dem Aufstehen ging es in Sportsachen nach draußen um zu Laufen, allerdings ohne das in der Schule noch immer obligatorische exerzieren der Haltungen und den damit verbundenen Schlägen mit der Gerte. Dann wurde geduscht und sich angezogen. Frida war für dafür zuständig den Tisch zu decken, eigentlich waren es zwei Tische denn sie musste an einem niedrigen, kleinen Tisch knien während Isabella und Maja am Esstisch saßen. Sie musste das Frühstück zubereiten und Maja bei den anderen Mahlzeiten zur Hand gehen. Zwischen den Mahlzeiten putzte sie das Haus während Maja meistens im Garten arbeitete.

Als sie an diesem Morgen fertig angezogen die Treppe herunter ging hörte sie im Bad im ersten Stock eindeutige Geräusche die ihr sagten, daß sie heute wohl etwas länger auf die Beiden warten würde. Sie deckte die beiden Tische, stellte Aufschnitt, Butter, Honig und Marmelade auf den Servierwagen neben dem Esstisch und schnitt die Brötchen an von denen sie jeweils zwei Stück auf jeden Teller legte.

„Ich verstehe nicht, wie ihr das in der Schule jeden Morgen machen könnt.“ Maja war gerade herunter gekommen und stellte die Kaffeemaschine aus. „Da ist man doch schon vollkommen geschafft bevor der Tag richtig angefangen hat.“
„Also ich finde das überhaupt nicht so schlimm.“ sagte Frida. „Ich glaube, das würde mir sogar fehlen.“
Maja lachte. „Mir ganz sicher nicht. Ich bin froh, das ich das nur am Wochenende machen muss oder wenn die Herrin Urlaub hat.“
„In der Schule hast du das auch jeden Tag gemacht. Das es dir jetzt so schwer fällt ist einfach die Strafe dafür, daß du es nicht auch machst, wenn ich nicht zu Hause bin meine liebste Maja.“ Herrin Isabella stand in der Küchentür und beobachtete die Beiden. Sie drehten sich um und knicksten.
„Ja Herrin.“ sagte Maja ein wenig missmutig.

Sie gingen ins Esszimmer wo Isabella bereits am Tisch saß und wie jeden Morgen die Zeitung las. Maja schenkte allen Kaffee ein und setzte sich auf ein Zeichen Isabellas an den Tisch. Auch Frida kniete sich nun vor den kleinen Tisch und sie begannen zu essen.

„Ich hoffe, es gefällt dir hier zumindest ein wenig.“ sagte Herrin Isabella nachdem sie gegessen hatten und Frida gerade dabei war den Tisch ab zu decken. Sie las noch in der Zeitung und trank ihren Kaffee.
„Ja Herrin, sehr sogar. Ich glaube, ich könnte mich glatt daran gewöhnen.“ sagte Frida ohne groß nach zu denken.
„Das freut mich. Ich glaube, ich muss deiner Lehrerin sagen, daß es bisher nichts an deinem Verhalten auszusetzen gibt. Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit dir.“ sagte Herrin Isabella.
„Vielen Dank Herrin.“ antwortete Frida mit rotem Kopf. Ein solches Kompliment hatte sie nicht erwartet.
„Ich gehe nach oben, mich um ziehen, wenn du den Tisch abgeräumt hast, läufst du bitte noch mal in die Bäckerei und holst sechs Brötchen.“ Isabella holte einen Geldschein aus der Hosentasche und legte ihn auf den Tisch.
„Ja Herrin.“ sagte Frida und knickste.

Maja hatte bereits das Geschirr in die Spülmaschine geräumt und auch alles Andere ordentlich verstaut als Frida mit den Brötchen zurück kam. „Das ging aber schnell.“ sagte sie „Dann können wir sie gleich belegen.“ Sie holte Butter, Schinken, Käse und einige hartgekochte Eier. Die Beiden belegten die Brötchen und packten sie in Frischhaltebeutel. Zusammen mit einigen Flaschen Saft und Wasser packten sie diese in eine große Kühlbox mit Rollen und einem ausfaltbaren Griff an dem man die Box wie einen Koffer hinter sich her ziehen konnte. Maja holte einige mit einem blauen Gel gefüllten Beutel aus dem Eisfach und packte diese mit in die Kühlbox.
„Hast du auch eine andere Tunika als diese?“ fragte Maja.
„Nein, nur die hier. in der Schule gibt es keine anderen.“ antwortete Frida.
„Dann komm mal mit, ich geb dir eine von mir.“ Maja ging nach oben und Frida folgte ihr. Vor dem Schlafzimmer blieb sie stehen und wartete auf Maja die nach kurzer Zeit mit einer blauen Tunika heraus kam. „Zieh die hier mal an, ich glaube, die steht dir ganz gut.“
„Und zieh am Besten deine Sportsachen darunter an. Und nimm deine Sandalen mit.“ rief Herrin Isabella ihr aus dem Schlafzimmer zu.
„Ja Herrin.“ sagte Frida und knickste obwohl Isabella sie sicher nicht sehen konnte, was ihr ein breites Grinsen von Maja einbrachte. Sie ging nach oben und zog sich um so wie die Herrin es ihr gesagt hatte. Die Tunika stand ihr tatsächlich sehr gut, fand sie als sie sich im Spiegel betrachtete. Sie war aus einem einfachen hellblauen Stoff und besaß an Stelle eines Gürtels eine breite Knopfleiste die vom Hals bis knapp über die Knie reichte. Die Tunika selbst reichte ihr bis an die Knöchel und war am Saum mit gelben Band abgesetzt. Auch an den weiten Ärmeln waren die Säume ebenfalls mit diesem Band abgesetzt. An der Taille war diese Tunika etwas enger geschnitten so daß diese noch betont wurde. Nachdem sie auch noch ihre Sandalen angezogen hatte ging sie nach unten und wartete.

„Dann sind wir ja fertig. Frida nimm bitte die Kühlbox mit.“ sagte Herrin Isabella. Sie und Maja gingen voraus zum Auto, einem geräumigen Kombi, und Frida folgte den Beiden. Die Kühlbox räumte sie in den Kofferraum, zusammen mit einer großen Reisetasche die Maja trug. Sie hatte eine ähnliche Tunika an wie Frida, nur war ihre in einem hellen Grün gehalten das gut zu ihren roten Haaren passte. Isabella trug eine weite, blaue Sommerhose und ein weißes Top, Darüber trug sie eine lange Sommerjacke. Sie setzte sich ans Steuer und fuhr, nachdem Maja und Frida sich gesetzt und angeschnallt hatten los.
„Wo geht es denn hin Herrin?“ fragte Frida.
„Das wirst du schon sehen, wenn wir da sind.“ gab Herrin Isabella lachend zurück.

Nach wenigen Minuten lenkte sie den Wagen auf die Schnellstraße. Auf der Zufahrt beschleunigte sie den Wagen und ließ dann das Steuer gehen. Der Wagen fädelte sich von selbst in den fließenden Verkehr ein hielt immer den selben Abstand zum voraus fahrenden Fahrzeug.
Nach einer knappen halben Stunde lenkte Isabella den Wagen von der Schnellstraße herunter und fuhr über eine Landstraße. Nach weiteren 20 Minuten, wurde der Verkehr immer dichter, die Autos schienen aus allen Richtungen zu kommen und auf das selbe Ziel zu zu steuern. Sie lenkte den Wagen auf einen riesigen Parkplatz. Hinter einigen hohen Bäumen konnte Frida ein Riesenrad sehen und eine große Achterbahn.

Sie stiegen aus dem Wagen und holten Tasche und Kühlbox aus dem Kofferraum. Von weitem konnte man Schreie hören als die Achterbahn in einen Looping fuhr. Frida musste nun die Reisetasche tragen während Maja die Kühlbox den langen Weg vom Parkplatz bis zum Eingang des Parks zog. Frida fragte sich, wozu die Tasche sein sollte, folgte den Beiden aber schweigend. Ihre Eltern hatten nie Zeit um mir ihr etwas anders zu unternehmen. Ihr Vater musste sich ständig um die Firmen kümmern und ihre Mutter war dauernd mit irgend welchen Empfängen oder offiziellen Veranstaltungen beschäftigt. Sie selbst war bis vor einem Jahr in einem ziemlich teuren Internat in Stockholm gewesen und so war es das erste Mal für Frida daß sie in so einem Park war.

Am Eingang holte Isabella drei an Bändern befestigte, eingeschweißte Karten aus der Handtasche und gab Maja und Frida je eine davon. Sie selbst hängte sich das Band mit der Karte um den Hals. Die Beiden taten es ihr gleich und folgten ihr zum Eingang. Eine Frau, nicht älter als Frida, in einer bunten Uniform scannte die Karten, sie öffnete ihnen eine kleine Tür in dem Durchgang und hieß sie herzlich willkommen.
„Warten Sie bitte einen Moment.“ sagte sie freundlich. „Ein Shuttle bringt Sie gleich zum Hotel.“
„Ein Hotel?“ fragte Frida, „Das geht doch nicht, das kostet doch sicher ein Vermögen.“
„Erstens, mach du dir mal keine Gedanken darum und zweitens heißt daß ’das kostet doch sicher ein Vermögen Herrin.’.“ gab Isabella zurück.
Frida wurde rot und sagte leise „Entschuldigung Herrin.“

Isabella sah sie an und konnte ehrliches Bedauern in Fridas Blick erkennen. Sie fragte sich, was hinter ihrer Stirn wohl vorgehen mochte. In der Schule war sie immer eine der Ersten die sich an irgend welchem Unsinn beteiligte und meistens ziemlich vorlaut. Aber seit Anfang der Woche hatte sie sich verändert, nicht langsam sondern urplötzlich. Sie war still und ernst und befolgte jede Anweisung schnell und genau ohne irgend welchen Unsinn zu veranstalten den sie von ihr erwartet hätte. Gleich am ersten Morgen nach dem sie zu ihnen gekommen war hatte sie ihr sogar die säuberlich genähte Tunika gegeben. Die Nähte waren von Hand genäht und wiesen selbst nach sorgfältiger Kontrolle keinen Fehler auf. Sie hatte sich gefragt, wie lange sie wohl daran gearbeitet hatte um das so sauber und ordentlich hin zu bekommen. Jedenfalls sah sie an diesem Morgen recht müde aus als hätte sie die ganze Nacht daran gearbeitet. Isabella hatte den Eindruck, daß alleine die Tatsache daß sie Frida eben korrigiert hatte, mehr gesessen hatte als es ein Hieb mit der Gerte getan hätte. Sie beschloss Frida bei Gelegenheit danach zu fragen woher diese Veränderung kam.

Es dauerte keine zwei Minuten bis ein Golfwagen angefahren kam. Der Fahrer begrüßte sie freundlich und lud Tasche und Kühlbox auf eine kleine Ladefläche. Die drei setzten sich in den Wagen und wurden zu einem Hotel auf dem Gelände gebracht. Dort nahm Frida wieder die Reisetasche und folgte den Beiden zum Eingang. Zwei Männer in altertümlichen, aufwändigen Pagenuniformen hielten ihnen die Türen auf und verbeugen sich.

Am Empfang wurden sie ebenfalls freundlich begrüßt und Isabella checkte sie ein. Sie wurden von einem anderen Pagen der Frida die Tasche ab nahm auf ihr Zimmer geführt. Das Zimmer war eine Suite mit Schlafzimmer, einem kleinen Aufenthaltsraum und einem geräumigen Badezimmer. In dem Schlafzimmer stand neben einem großen Doppelbett ein einfaches Bett. Sollte sie hier schlafen, im selben Zimmer wie Herrin Isabella und Maja? fragte Frida sich im Stillen. Doch da es hier schon zwei Betten gab, war dies wohl das naheliegendste. Der Page stellte die Tasche vor das Bett.
„Das Frühstücksbuffet im Speisesaal ist von sieben bis zehn Uhr geöffnet. Den Park können sie als Hotelgast bis 23 Uhr besuchen, danach wird dieser geschlossen. In den Gaststätten bekommen Sie das Essen mit ihren Karten. Es wird dann später mit der Hotelrechnung beglichen.“ erklärte der Page. „Jeden Abend um 20 Uhr findet auf der Hauptstraße die große Parade statt. Wenn Sie den Wellnessbereich buchen möchten oder sonst etwas wünschen, dann rufen Sie einfach den Service an.“ er deutete auf ein Comm neben der Eingangstür. „Der Pool steht Ihnen bis zwei Uhr morgens zur Verfügung.“ Isabella bedankte sich bei ihm und gab ihm einen Schein als Trinkgeld.

„Ich glaube, die Kühlbox hätten wir auch zu Hause lassen können.“ sagte sie während Maja zusammen mit Frida die Sachen in den Kleiderschrank räumten. Frida war überrascht, daß auch ihre zweite Garnitur Sportsachen und einige ihrer Tuniken in der Reisetasche waren.

„So, dann kommt mal ihr Beiden, wir wollen jetzt mal Spaß haben.“ sagte Herrin Isabella nachdem alles im Schrank verstaut war. Sie ging aus dem Zimmer, gefolgt von Maja und Frida. Sie gingen einen gepflasterten Weg entlang durch eine Sperre mit Drehkreuzen die sie mit ihren Karten aktivieren konnten und befanden sich direkt im Park. „Wo wollen wir denn zu erst hin?“ fragte sie.
„Wir fahren Achterbahn.“ sagte Maja begeistert.
„Na, wenn das so ist.“ Isabella grinste breit „Dann auf ins Vergnügen.“ sie ging schnurstracks zu der nächsten Achterbahn. Anstatt sich an der langen Schlange an zu stellen ging sie an dieser vorbei auf eine kleine Tür in der Absperrung zu und zeigte einem Mann in Uniform ihre Karte. Dieser bat sie einen Moment zu warten und öffnete ihnen die Tür nachdem die Bahn angehalten hatte und die anderen Fahrgäste ausgestiegen waren. Frida sah sie fragend an.
„Schau mal auf deine Karte, das sind VIP Tickets. Da brauchen wir nicht überall lange an zu stehen sondern können fast überall direkt mit fahren. Wenn nachher mehr Betrieb ist müssen wir hier zwar auch warten aber bei Weitem nicht so lange wie die Anderen.“

Den ganzen Vormittag über gingen sie zusammen von einem Fahrgeschäft zum Anderen. Maja ging neben Herrin Isabella die den arm um ihre Taille gelegt hatte während Frida mit etwas Abstand hinter den Beiden her ging. Bei der dritten Achterbahn an diesem Vormittag, eine mit mehreren Loopings und anderen Schikanen war Frida froh außer dem Frühstück noch nichts gegessen zu haben. Obwohl sie etwas blass um die Nase war, hatte sie, genau wie die beiden Anderen großen Spaß an diesem Vormittag.

Als es Zeit wurde zu Mittag zu essen gingen sie zusammen in eines der Restaurants und bestellten sich am Tresen ihr Essen. Herrin Isabella ging geradewegs auf einen niedrigen Tisch zu der für Serva reserviert war. Sie setzte sich im Schneidersitz davor und nickte Maja und Frida zu, Platz zu nehmen. Nachdem ihre Nummer aufgerufen wurde, schickte sie Frida los, das Essen zu holen. Diese nahm die beiden Tabletts und brachte sie an den Tisch. Sie stellte diese ab und knickste. Herrin Isabella nickte und sie kniete sich wieder an ihren Platz.

Nach dem Essen sagte Herrin Isabella. „So Frida, du brauchst nicht den ganzen Tag hier mit uns herum zu laufen. Wenn du willst, kannst du gerne auch alleine los ziehen. Wir treffen uns um 19 Uhr dann wieder hier. Wenn irgend etwas sein sollte, dann gehst du zu einem der Infoschalter. Essen und Trinken bekommst du mit deiner Karte, wenn du irgend was anderes kaufen willst, hier ist dein Taschengeld.“ sie gab Frida einen Schein. „Aber wenn du willst, kannst du auch mit uns mit kommen, aber anscheinend sind die großen Achterbahnen ja nichts für dich.“ sagte sie grinsend.
„Vielen Dank Herrin.“ sagte Frida und hielt ihr den Schein hin. „Aber das kann ich doch nicht an nehmen.“
„Doch, kannst du, das ist das Taschengeld welches du von der Schule für diesen Monat bekommst. Also zier dich nicht so und nimm es einfach.“
„Danke Herrin.“ sagte Frida und steckte den Schein in ihren Sport BH.
„Kluges Mädchen.“ sagte Maja und lachte. „Jetzt weiß ich, warum ich sowas nie tragen soll.“
„Na, du hast ja auch Taschen in deiner Tunika, damit du sowas nicht tragen musst.“ auch Isabella lachte nun.

Nach dem Essen verließen die Drei das Restaurant und Frida blieb alleine stehen während die anderen Beiden wieder auf eine Achterbahn zu gingen. Sie schaute sich um und beschloss erst einmal auf der Wildwasserbahn zu fahren.

Sie fuhr an diesem Nachmittag mit vielen der Fahrgeschäfte und hatte viel Spaß. Aber am Liebsten wäre sie bei Herrin Isabella und Maja geblieben, so fühlte sie sich etwas verlassen in dem riesigen Park. Nachdem sie einige Zeit verbracht hatte fragte sie sich, wie spät es wohl sein mochte. Sie ging zu einem Infoschalter. Eine junge Frau stand dort ein wenig gelangweilt herum. Frida knickste und fragte „Entschuldigung, können Sie mir sagen, wie spät es ist?“
„Sieh mal da.“ die Frau deutete den Weg entlang auf einen hohen Turm. Auf diesem befand sich eine große Uhr. Sie zeigte kurz nach 18 Uhr an.
„Vielen Dank.“ sagte Frida und knickste noch einmal.
Sie beschloss sich in der verbleibenden Stunde die Andenkengeschäfte einmal an zu sehen und bereute es, ihre Kreditkarte in der Schule gelassen zu haben. Hier hätte sie eine Verwendung dafür gehabt. Sie kaufte zwei Schneekugeln, in einem befand sich eine winzige Nachbildung der großen Achterbahn und in der Anderen eine kleine Figur, das Maskottchen des Parks. Sie ließ sich beides in Geschenkpapier einpacken und kaufte sich noch eine Tüte rot weiß gestreifte Sahnebonbons.
Auf dem Weg zu dem Restaurant vor dem sie sich mit Herrin Isabella und Maja treffen sollte naschte sie diese genüsslich. Obwohl die Bonbons gut schmeckten vermisste sie ein Wenig das Trockenfutter von dem sie noch immer einige Beutel auf ihrem Schrank in der Schule stehen hatte. Ihr kam der Gedanke, was wohl passieren würde, wenn andere Schülerinnen diese sehen würden.

Als sie vor dem Restaurant an kam, standen Herrin Isabella und Maja bereits dort und warteten. Maja hatte eine Tüte Hähnchenteile in der Hand die sie genüsslich knabberte. Isabella griff gelegentlich in die Tüte und erntete dafür missbilligende Blicke von Maja.
„Stell dich nicht so an.“ sagte Herrin Isabella mit vollem Mund „Sei froh daß du überhaupt welche bekommst.“
Als Frida zu den beiden kam hielt Maja ihr die Tüte hin. Frida nahm sich eines der Teile, bedankte sich und aß es. Sie bot den Beiden, nachdem Maja die Tüte mit Hilfe von Herrin Isabella leer gegessen hatte die Bonbons an.
„Das sind ja richtige Plombenzieher.“ sagte Maja lachend.
Gemeinsam schlenderten sie durch den Park Richtung Hauptstraße an der sich bereits eine Menge Leute angesammelt hatten. Während sie warteten das die Parade begann unterhielten sich die Drei und beschlossen morgen zusammen erst einmal das Wellnessangebot im Hotel zu genießen bevor sie wieder den Park unsicher machen würden.

Genau um 20 Uhr begann die Parade mit einem Trommelwirbel. Von einer Kapelle begleitet zog die Parade an ihnen vorbei. Auf bunten, hell erleuchteten Motivwagen zogen Figuren aus diversen Kinderfilmen an ihnen vorbei, andere Figuren aus anderen Filmen liefen herum und unterhielten die Zuschauer. Die Parade endete mit einem großen Feuerwerk mit dem der Park für die Meisten Besucher geschlossen wurde. Nur die Besucher die in den Hotels wohnten konnten noch zwei Stunden länger die Fahrgeschäfte nutzen doch die Drei waren zu müde und wollten zurück ins Hotel gehen. Dort aßen sie in einem der Restaurants zu Abend. Wie schon zum Mittagessen nahmen sie an einem der für Serva reservierten, niedrigen Tische Platz. Nach dem Essen gingen sie auf ihr Zimmer. Sie zogen sich ihre Nachthemden an und Isabella und Maja kuschelten sich unter einer Decke auf der Couch zusammen und wollten noch einen Film ansehen. Frida wollte die Beiden alleine lassen doch Maja sagte, sie solle sich ruhig zu ihnen setzen. Also kniete Frida sich neben die Couch und lehnte sich an diese an.
„Was wird das denn?“ fragte Herrin Isabella. „Du kannst dich auch in den Sessel setzen. Wenn du willst, kannst du auch zu uns auf die Couch kommen, wir beißen nicht.“
Frida schüttelte den Kopf und setzte sich statt dessen auf den Sessel, zog die Beine an und deckte sich mit einer Wolldecke zu. Verstohlen schaute sie gelegentlich zu den Beiden hinüber und bemerkte wie diese sich ungeniert unter ihrer Decke zu streicheln begannen und sich küssten.

Nachdem der Film zu Ende war stand Herrin Isabella auf. „So, jetzt ab in die Betten.“ sagte sie. Sie legte sich mit Maja in das große Doppelbett während Frida sich in das schmale Bett an der Wand legte. Sie lag eine Weile wach im Bett und schaute zur Decke während sie ihren Gedanken nach hing als sie aus dem anderen Bett eine Bewegung wahr nahm. Sie drehte den Kopf und sah die Beiden sich küssen und streicheln. Nach einer Weile hörte sie eindeutige Geräusche. Sie drehte sich um und schloss die Augen. An Schlaf war jedoch kaum zu denken. Insgeheim beneidete sie Maja für ihre Herrin. Sie hatte in der vergangenen Woche ein vollkommen anderes Bild von Herrin Isabella bekommen, das sich mit dem von Miss Isabella ganz und garnicht deckte. Zu Hause war sie ein vollkommen anderer Mensch. Während die Lehrerin streng und meist unnachgiebig war schaffte sie es hier nur mit leisen Worten mehr zu strafen als sie es mit ihrer Gerte in der Schule je geschafft hätte. Sie war bisher nicht ein einziges mal laut geworden. Selbst als Frida versehentlich eine offene Saftflasche auf dem Teppich im Wohnzimmer umgestoßen hatte, hatte sie nicht einmal geschimpft. Sie hatte sie nur angesehen und leise „Frida“ gesagt. Dieses einzige, leise gesprochene Wort hatte eine dermaßen große Wirkung auf sie gehabt daß sie sich unter Tränen entschuldigte und den Saft wortlos weg wischte. Maja hatte sie danach in den Arm genommen bis sie sich wieder beruhigt hatte. Jetzt verstand Frida was Maja damit meinte als sie sagte, „wahrscheinlich ist sie die beste Herrin die man sich nur wünschen kann.“ Frida war sich sicher, wäre sie nicht frei, hätte sie sich genau eine solche Herrin gewünscht.
Nachdem im Bett der Beiden endlich Ruhe eingekehrt war, schlief auch Frida langsam ein.

- - -

„Wie siehst du denn aus?“
Sie hatte mit dieser Reaktion gerechnet, aber nicht damit, daß er dermaßen schreien würde wenn er ihre feuerroten Haare sehen würde.
„Geh das sofort wieder weg machen.“ er deutete in Richtung Badezimmer „Und dann mach die Sauerei gefälligst gleich mit weg. Oder denkst du ich soll hier alles alleine machen? Ich habe einfach auch andere Dinge zu tun als nur hinter die her zu räumen.“
Langsam ging ihr das Geschrei auf die Nerven. „Ich kann doch nichts dafür das sie weg sind.“ schrie sie ihn an. „Wenn dir deine Arbeit nicht wichtiger gewesen wäre als wir, dann wäre das doch alles nie passiert.“ Tränen der Wut stiegen in ihr auf. Sie rannte in ihr Zimmer und zog die dunkle Lederjacke an. Sie roch den Duft das Leders, klappte den gefütterten Kragen hoch und schmiegte die Wange in das weiche Futter.
Sie wischte die Tränen weg und ging nach unten. Er saß regungslos an dem runden Tisch an dem sie um diese Uhrzeit alle zusammen gefrühstückt hätten.
Er sah auf und warf ihr einen Blick zu. „Zieh die sofort aus. Die gehört dir nicht.“ schrie er sie an.
Sie schrie zurück „Du hast doch selber gesagt sie kommt nicht mehr wieder. Wen stört es dann wenn ich sie an ziehe?“ Wütend nahm sie ihren Rucksack und stapfte in den Flur.
„Wo willst du denn jetzt wieder hin?“ fragte er. Sie konnte deutlich sehen wie schwer es ihm fiel, sich zusammen zu reißen.
„Ich gehe in die Schule. Wohin soll ich denn sonst gehen? Und nur damit du es weißt, danach gehe ich einkaufen. Sie hat morgen Geburtstag und ich will ihr ein Geschenk kaufen.“ Mit diesen Worten schlug sie die Tür hinter sich zu. Sie atmete tief ein und spürte die Sonne die warm auf ihre Haut und auf das Leder schien. Trotz der Sonne und trotz der warmen Luft fröstelte sie.

Er schaute hinter ihr her. Sie sah von hinten genau so aus wie ihre Schwester. Mit den rot gefärbten Haaren war diese Ähnlichkeit sogar noch größer als zuvor.

Als sie am nächsten Tag aus der Schule kam stand sein Auto noch in der Einfahrt. Wenn er vor hatte, ihr ihre schlechten Noten vorzuwerfen dann würde er eine ganz schöne Überraschung erleben. Sie würde ihm das Zeugnis auf den Tisch werfen und sie würde sich über sein blödes Gesicht freuen. Sie ging die Einfahrt hinauf, öffnete die Haustür und ging ins Haus. Als sie in die Küche kam, traute sie ihren Augen nicht. Auf dem Tisch stand eine Torte mit brennenden Kerzen. Zwanzig Stück zählte sie. Es war zwar eine fertige Torte aber darauf stand in ungelenker Schrift mit Zuckerfarbe der Name ihrer Schwester. Daneben stand ein kleines Päckchen in Geschenkpapier verpackt und mit einer Schleife darum. Auf dem Anhänger stand ebenfalls Ihr Name. Sie griff in die Jackentasche und legte ihr Geschenk daneben. Sie spürte wie eine Träne über ihre Wange lief, einen Augenblick an ihrem Kinn hing und sich dann löste. Sie setzte sich an den Tisch, holte ihr Zeugnis aus dem Rucksack und legte es auf den Tisch. Weinend starrte sie auf die Kerzenflammen.
Er kam aus dem Wohnzimmer, setzte sich zu ihr und nahm sie in den Arm. Sie ließ es geschehen, lehnte sich an seine Schulter und weinte.
„Danke Paps.“ sagte sie nach einer ganzen Weile leise.
„Du hast mir immer vorgeworfen, ich wäre Schuld daran, das sie weg gelaufen ist und das ich nicht versuchen würde sie zu finden. Kiki, du wirst nächste Woche 18. Und ich finde, es ist an der Zeit, dir das hier zu zeigen.“ er gab ihr einen Stapel Briefe.
„Was ist das?“ fragte sie.
„Lies es am besten selbst, vielleicht hilft es dir, zu verstehen. Glaub mir, ich vermisse sie genau so wie du. Und eure Mutter vermisse ich eben so. Vielleicht bin ich Schuld daran, daß sie weg gelaufen ist, vielleicht bin ich auch Schuld daran, daß eure Mutter uns verlassen hat als sie das gelesen hat,“ er deutete auf die Briefe in ihrer Hand „aber ich kann es nicht mehr ändern. Was ich tun kann ist, dafür zu sorgen daß du alles hast, was du brauchst. Ich arbeite nicht aus Spaß so viel sondern dafür um wenigstens dir alles geben zu können was du brauchst. Ich weiß, es war ein Fehler zu glauben, es reicht, daß du dir alles kaufen kannst. Ich hätte viel mehr für dich da sein sollen, ich weiß. Aber im Reden und zu hören war ich noch nie sehr gut. Aber glaub mir Kiki, ich will dich nicht auch noch verlieren.“
Sie sah seine Tränen die auf sein weißes Hemd fielen und wusste nicht wie sie sich verhalten sollte. Es war das erste Mal daß sie ihn so sah, daß sie ihren Vater weinen sah, der sonst immer so distanziert und gefasst schien.

Sie nahm den ersten Umschlag und holte den Brief heraus. Es war die Kopie eines Gerichtsurteils. Sie las die Anklage, das Urteil und dessen Begründung. Sie musste die Behördensprache zwei mal lesen um zu verstehen was dort geschrieben stand. Aber den Schlusssatz verstand sie sofort.
„…die Angeklagte hat eingewilligt statt der Gefängnisstrafe die Schule für Serva zu besuchen.“
„Heißt das, sie ist jetzt eine Sklavin?“ ihr Vater nickte nur. „Wo ist sie jetzt?“
„Ich weiß es nicht.“ er entfaltete einige Briefe.
„Aus rechtlichen Gründen können wir ihr Auskunftsersuchen nicht beantworten.“ stand in jedem dieser Briefe.

- - -

Mara setzte sich hinters Steuer während es Julian sich auf dem Beifahrersitz bequem gemacht hatte. Seit nun einer Woche immer die selbe Routine. Morgens fuhr sie zu den Stellen wo sie die Fahrschüler abholten und während diese fuhren löste sie im Fond die Prüfungsfragen. Nachmittags ftand meistens der Theoretische Teil statt. Während er den Fahrschülern im Hinterzimmer eines Geschäftes die Theorie erklärte, kniete sie in der Ecke neben der Tür und verfolgte den Unterricht. Dabei gewann sie den Eindruck, zwar vielleicht nicht die beste Schülerin zu sein aber die meisten Fragen die die Schüler stellten konnte sie sich selbst recht einfach beantworten.
Abends kochte sie und räumte dann weiter die Wohnung auf. Mittlerweile sah sie so aus das man ohne schlechtes Gewissen Gäste hätte einladen können. Auch die Schränke in der Küche waren nun so gut gefüllt, daß sie mit wenig Aufwand ein kleines Menü hätte zubereiten können. Insgeheim dankte sie Miss Lorena dafür daß diese ihr einiges an Haushaltsplanung eingebläut hatte.

„Wo soll es denn hin gehen Herr?“ fragte sie.
Julian sah von seinem Pad auf „Erst mal gerade aus. Und dann auf die Schnellstraße Richtung Frankfurt.“ sagte er, stellte den Fuß auf die Ablage vor sich und las weiter auf seinem Pad.
„Jetzt hier abbiegen?“ fragte sie als sie an eine große Kreuzung kamen. Die grünen Schilder wiesen auf die Schnellstraße Richtung Norden.
Julian setzte sich wieder gerade in den Sitz. „Ja, genau, da vorne rechts.“
Sie blinkte ordnungsgemäß und wartete an der Ampel. An der Kreuzung bog sie ab. Diese Straße führte direkt auf die Schnellstraße. Die Schilder wiesen nach Frankfurt, Köln, Hannover, Hamburg und Berlin. Ihr wurde etwas mulmig zu mute. Auf einer der Schnellstraßen war sie noch nie zuvor gefahren. Ein Auto mit fast 300 Kilometern in der Stunde über eine Straße zu fahren auf der die Autos dicht an dicht fuhren machte ihr trotz der automatischen Steuerung etwas Angst.
Julian bemerkte ihre Unsicherheit „Keine Angst, gib einfach Gas. Bei 200 schaltet sich die Automatik von selbst ein.“ sagte er.
Mit einem beherzten Tritt aufs Gas beschleunigte Mara den Wagen. Die Elektromotoren gaben ein Brummen und piepsen von sich das selbst im Inneren noch zu hören war. Die Tachonadel kletterte stetig weiter. Bei 180 vibrierte der Wagen leicht und Mara wollte vom Gas gehen.
„Weiter drauf treten.“ sagte Julian ruhig. Mara trat das Pedal weiter nach unten und als der Tacho auf 200 stand blinkte eine Anzeige im Armaturenbrett auf und signalisierte daß sich die Automatik eingeschaltet hatte. Das Gaspedal gab weit nach und der Wagen beschleunigte zügig auf 300 Kilometer in der Stunde. Vollautomatisch fuhr der Wagen die nächsten zwei Kilometer weiter und fädelte sich dann in den Verkehr ein.

Mit nicht einmal 200 Metern Abstand zum vorausfahrenden Wagen bei 300 zu fahren machte Mara angst und sie wollte auf die Bremse treten.
„Stop. Mach das ja nicht.“ sagte Julian ruhig. „Und nimm die Hände vom Lenkrad. Wenn du die Spur wechseln willst, einfach blinken, den Rest macht das Auto selber. Wenn du anhalten willst, dann blinkst du einfach nach rechts. Das Auto fährt dann von selber auf den nächsten Parkplatz. Genau so wenn du abbiegen willst. Einfach blinken. Auf der Ausfahrt musst du dann selber wieder übernehmen. Jetzt lehn dich einfach nach hinten und sieh auf die Straße.“ Julian lehnte sich wieder in seinen Sitz und las auf seinem Pad weiter.
Mara schaute auf das Armaturenbrett wo die Anzeigen ihr zeigten, was gerade passierte. Zwei der vier Motoren waren ausgeschaltet und die Automatik zeigte die Abstände zu den Fahrbahnrändern, zum Vordermann und zum Hintermann an. Langsam entspannte Mara sich.

Nach gut 40 Minuten tauchte vor ihr ein grünes Schild auf. Auf dem Armaturenbrett erschien das selbe Schild welches die Ausfahrt nach Frankfurt ankündigte.
„Herr, ich glaube, wir sind da.“ sagte sie.
Julian öffnete die Augen, schaute aufs Armaturenbrett und sagte „Stimmt. Jetzt einfach blinken.“ Mara blinkte nach rechts und der Wagen wurde ein klein wenig langsamer. Er fädelte sich automatisch auf die rechte Spur ein und bog nach wenigen Kilometern von selbst von der Schnellstraße ab auf die Ausfahrt und wurde langsamer.
„Einfach machen lassen.“ sagte Julian. „Erst bei hundert nimmst du die Hände ans Lenkrad und musst dann wieder selber fahren.“
Mara tat was er gesagt hatte. Als der Tacho nur noch 100 anzeigte nahm sie das Lenkrad in die Hand und fuhr weiter auf eine Kreuzung zu. „Da fahren wir links.“ sagte er.
Als der Wagen vor der Ampel stand beruhigte Mara sich langsam wieder. „Was passiert eigentlich wenn die Automatik kaputt geht?“ fragte sie.
„Dann rollt der Wagen einfach aus und fährt hoffentlich gerade aus weiter. Aber ich hab von keinem Fall gehört wo das passiert wäre, jedenfalls nicht in den letzten 50 Jahren. Also glauben wir einfach mal, daß das nicht passieren kann.“ er zwinkerte ihr zu und wies ihr den Weg mitten in die Großstadt. Vor einem großen Behördenkomplex musste Mara einen Parkplatz suchen und den Wagen ab stellen.
Julian stieg aus und Mara tat es ihm gleich. „So, ich muss da rein, kann ’ne Weile dauern. Hier, kauf dir was zu essen oder geh shoppen.“ er gab ihr einige Scheine in die Hand und ging dann zum dem Gebäude.
Mara kam sich gerade etwas verlassen vor und wusste nicht, was sie tun sollte. Also schaute sie sich um und ging langsam die Straße entlang auf ein großes Kaufhaus zu. Vor diesem stand eine Imbissbude. Da sie seit heute Morgen nichts mehr gegessen hatte und es fast Mittag war beschloss sie sich dort etwas zu Essen zu holen. Sie kaufte sich eine Bratwurst im Brötchen und eine Flasche Limo. Damit setzte sie sich auf eine Bank und begann zu essen.

„Nicht schon wieder.“ eine Serva setzte sich neben sie und deutete auf die Straße. Mehrere Hundert Menschen kamen umsäumt von Polizisten auf sie zu.
„Was machen die da?“ fragte Mara.
„Die demonstrieren für unsere Rechte.“ die Frau lachte. „Aber niemand hat uns dazu gefragt. Ich bin stolz darauf was ich bin und ich will es auch garnicht anders. Und ich kenne keine Serva die das anders sieht. Und wenn die endlich mal anfangen würden die Gesetzte die es schon gibt auch richtig durchzusetzen dann würde das vollkommen ausreichen. Aber die da“ sie deutete auf die Menschenmenge die immer näher kam „würden die Schulen am liebsten sofort schließen und alle Serva frei lassen. Übrigens, ich heiße Bianca.“
„Hallo, ich bin Mara.“
„Ein schöner Name. Nicht aufstehen, einfach sitzen bleiben und warten bis sie vorbei sind. Ist das Beste.“ sagte Bianca. Mara hatte nicht das geringste Bedürfnis in diese Menschenmenge hinein zu geraten und befolgte ihren Rat. Vor ihnen hielt ein großer, blauer Kastenwagen mit der Aufschrift eines Fernsehsenders. Eine Frau mit langen blonden Haaren stieg aus und stellte sich mit einem Mikrofon bewaffnet mitten vor der Bank auf die Straße. Ein Mann mit Kamera kam hinten aus dem Wagen, stellte diese vor der Frau auf und hielt auf die Frau. Allerdings war die Kamera damit auch genau auf die Bank gerichtet. Zwanzig Minuten später war alles schon vorbei. Der Wagen mit samt Kameramann und Reporterin war verschwunden nachdem die Menschenmenge vorbei gezogen war.

Mara stand auf und verabschiedete sich von Bianca. Sie ging in das große Kaufhaus das sie vorhin gesehen hatte. Das erste Mal seit langem war sie in einem Laden und hatte sogar Geld um sich etwas zu kaufen dabei. Sie war erstaunt wie freundlich sie von den Verkäuferinnen und Verkäufern begrüßt wurde. Sie schaute sich in um und ging zielstrebig auf die Abteilung mit der Damenbekleidung zu. Doch dann fiel ihr ein, daß sie sich keine Kleidung zu kaufen brauchte. Zumindest für das nächste Jahr war sie ausreichend ausgestattet und was danach war wusste sie sowieso nicht. Außerdem fühlte sie sich in ihrer Tunika mittlerweile so wohl, daß sie sich nicht mehr vorstellen konnte, andere Kleidung zu tragen. Ihr Blick fiel auf einen Kalender der hinter einer der Kassen hing. In genau zwei Wochen würde sie ein Jahr an der Schule sein. Doch noch etwas Anders fiel ihr ein als sie das heutige Datum sah. Langsam ging sie zu den Rolltreppen und fuhr in das Untergeschoss. Dort kaufe sie sich einen kleinen Kuchen, etwa so groß wie ihre Hand und eine kleine Kerze die man auf den Kuchen stecken konnte. Sie ging wieder zu der Bank und setzte sich. „Na, wieder hier?“ fragte Bianca, die noch immer hier saß.
Mara nickte. „Entschuldige bitte, aber hast du zufällig Feuer?“ fragte sie diese.
„Zufällig ja, und lass mich raten, gleich fragst du mich auch nach einer Zigarette?“ Bianca lachte.
„Nein.“ sagte Mara, packte den Kuchen aus und steckte die Kerze darauf.
„Oh.“ sagte Bianca etwas betreten. „Du hast Geburtstag?“ fragte sie und steckte ihr die Kerze an.
Mara nickte während ihr eine Träne die Wange hinab lief.
Bianca nahm ihr den Kuchen aus der Hand und hielt ihn ihr vor. „Dann wünsch dir was.“ sagte sie. Mara blies die Kerze aus, nahm sie von dem Kuchen herunter und legte sie auf die Bank neben sich. „Alles gute wünsche ich dir. Und das dein Wunsch in Erfüllung geht.“ sagte Bianca.
Mara teilte den Kuchen in zwei Hälften und gab Bianca eine davon. „Du, das kann ich doch nicht annehmen.“
„Meine Mutter hat immer gesagt, wenn man teilt, schmeckt es gleich viel besser.“ sagte Mara leise.
„Dann herzlichen Dank Mara.“ sagte Bianca. Gemeinsam aßen sie den Kuchen. Als dieser aufgegessen war fragte Bianca „Hat dein Herr nicht daran gedacht?“
„Ich weiß nicht. Aber woher soll er das auch wissen? Ich bin ja noch in der Schule und nur für vier Wochen bei ihm.“
„Verstehe.“ sagte Bianca.
Sie saßen noch eine Weile schweigend da dann sah sie Julian auf der anderen Straßenseite entlang gehen. „Ich muss los.“ sagte Mara. Sie stand auf und verabschiedete sich von Bianca die sie zum Abschied umarmte und ihr noch einen schönen Geburtstag wünschte. Sie ging zum Auto und wartete auf Julian. Sie stiegen ins Auto und als dieser gerade die Tür schloss, glaubte Mara zu hören wie jemand ihren Namen rief. Sie drehte sich um und schaute aus dem Seitenfenster. Aber sie sah nur eine junge Frau mit feuerroten Haaren die scheinbar ziellos auf der Straße herum lief. Sie kannte außer sich selbst niemanden mit roten Haaren. Und daß ausgerechnet hier jemand nach ihr rief wäre wohl auch ein ziemlich großer Zufall gewesen. Sie schaute auf den Monitor, blinkte und fuhr langsam los. Dabei wäre ihr diese rothaarige Frau beinahe vor den Wagen gelaufen so daß sie scharf bremsen musste. Sie hupte und zeigte ihr im Vorbeifahren einen Vogel. Die Frau schrie sie durch das Seitenfenster an, doch von Draußen drangen kaum Geräusche nach innen so das sie nicht hören konnte, was diese Frau ihr zu rief.
„Entschuldigung Herr.“ sagte sie.
„Schon in Ordnung.“ Julian grinste breit. „Als Autofahrer musst du halt einfach immer aufpassen ob nicht jemand einfach auf die Straße rennt. Jetzt fahr uns wieder nach Hause. Heute hab ich keine Schüler mehr.“
„Ja Herr.“ sagte Mara erleichtert. Sie fuhr aus der Stadt heraus und wieder auf die Schnellstraße. Dieses Mal wusste sie was sie tun musste. Auf der Auffahrt trat sie das Gaspedal durch und als der Tacho 200 anzeigte und die Automatik mit einem Blinken signalisierte daß sie nun übernommen hatte ließ sie das Lenkrad gehen und nahm den Fuß vom Pedal.

Als sie bereits eine halbe Stunde auf der Schnellstraße waren, Mara hatte sich mittlerweile etwas an die hohe Geschwindigkeit und daran, einfach nichts zu tun gewöhnt, klingelte Julians Comm. „Fahrschule König.“ meldete er sich „Hallo Maike. Ja, prima, 18 Uhr? Prima. Was? Oh je. Aber dafür hab ich was gut bei dir. Bis nachher Schatz.“

Es dauerte nicht lange, dann kamen sie zu Hause an. Mara lenkte den Wagen in die Tiefgarage. Sie stiegen aus und fuhren mit dem Aufzug in die Wohnung.
„Du brauchst heute nichts zu Essen zu machen. Maike kommt nachher noch vorbei.“ sagte Julian.
Mara lachte. „Um 18 Uhr Herr?“
„Ja, genau. Bis da hin geh in dein Zimmer und sieh fern oder so. Ich muss noch ein paar Papiere fertig machen.

„Mara, kommst du bitte mal her?“ Mara lag auf ihrem Bett als Julians Stimme sie aus ihren Gedanken riss. Sie stand auf, richtete ihre Tunika und ging ins Wohnzimmer wo er zusammen mit Maike am Esstisch stand. Auf dem gedeckten Tisch stand eine Torte mit einer Kerze darauf.
„Alles gute zum Geburtstag.“ sagten beide.
Mara starrte auf die Torte. Sie hatte einen Kloß im Hals und musste schlucken.
„Vielen Dank.“ sagte sie leise. Es war das erste Mal seit drei oder vier Jahren daß jemand an ihren Geburtstag gedacht hatte.
„Naanaa, wer wird denn gleich weinen?“ fragte Maike. Sie kam zu ihr und nahm sie in die Arme.
Nachdem sie sich beruhigt hatte, bedankte sich Mara noch mal bei beiden. „Dann komm, setz dich und schneid deine Torte an.“ sagte Maike. Sie und Julian setzten sich. Auch Mara nahm nun Platz.
„Jetzt die Kerze aus pusten.“ sagte Julian. Mara pustete die Kerze aus, die zweite an diesem Tag. Über diese hier konnte sie sich im Gegensatz zu der ersten richtig freuen.
Julian gab ihr ein Messer und sie schnitt die Torte an. Sie gab zuerst Julian ein Stück. „Nee du, so geht das aber nicht. Du bist das Geburtstagskind, das erste Stück ist deins.“ sagte dieser und reichte ihr den Teller mit dem ersten Stück. Nachdem auch er und Maike ein Stück auf ihren Tellern hatten, aßen sie genüsslich, tranken Kaffee und unterhielten sich.

„So, jetzt ziehst du dir was anderes an und dann fahren wir ins Kino.“ Sagte Julian.
Mara schaute ihn groß an. „Aber ich habe nichts anderes als die Tuniken.“
„Wie? Nur so was?“ fragte Maike.
„Ich habe noch Sportsachen und einen Umhang aber mehr gibt es an der Schule nicht.“ sagte Mara.
„Das ist ja nicht gerade viel. Aber praktisch stelle ich mir das schon vor. Du musst wenigstens nicht lange überlegen, was du an ziehst.“ meinte Maike lachend.
„Das wäre also genau das Richtige für dich.“ Julian schaute sie grinsend an. „Dann lasst uns mal fahren.“ Er öffnete die Tür und die beiden Frauen folgten ihm nach unten. Mara wollte sich ans Steuer setzen aber Julian meinte „Lass mal, ich hab jetzt auch frei. Also fahre ich selbst.“ Er setzte sich hinters Steuer. Mara nahm im Fond platz und Maike wollte vorne einsteigen. „Nee, du bitte auch nach hinten.“ sagte er grinsend und deutete auf die Pedale im Fußraum auf der Beifahrerseite. Mit einem Schmollmund stieg Maike zu Mara in den Fond.

Sie fuhren in die Stadt und Julian parkte in der Nähe eines großen Kinos. Er holte die bereits vorbestellten Karten ab. Dann kaufte er für alle Popcorn und Getränke. Da die Vorstellung gleich beginnen würde gingen sie in den Saal und setzten sich auf ihre Plätze. Bei dem Film, einer Komödie, hatten alle drei ihren Spaß und nach dem der Film zu Ende war gingen sie noch in eine Pizzeria wo sie zu Abend aßen und sich während dessen unterhielten. Maike wollte alles über die Schule wissen. Mara erzählte ihr gerne was sie wissen wollte.
„Wieso stand eigentlich Isabella letzte Woche auf einmal nackt vor mir?“ fragte Julian. Er bereute diese Frage sofort als Maike sah ihn herablassend an sah.
„So so, der liebe Herr König redet mit nackten Frauen.“ sagte sie.
Mara lachte als sie an Miss Isabellas Gesicht dachte das sie gemacht hatte als plötzlich ihre Tunika auseinander gefallen war. „Ein paar meiner Mitschülerinnen haben ihre Tunika mit Chirurgischem Faden präpariert. Der löst sich nach einer Zeit auf. Wir konnten ja nicht wissen, das so viele Leute dabei sein würden.“
„Ahh jaa.“ sagte Julian. „Und wegen einem Scherz musste ich mich dermaßen zusammen reißen um nicht nach unten zu sehen.“ Julian lachte.
Auch Maike lachte nun. „Na so schlimm wird es ja nicht gewesen sein, sie hatte ja wohl noch ihre Unterwäsche an.“
„Es gibt keine Unterwäsche unter der Tunika. Es gibt nur lange Hemden für den Winter. Aber sonst nicht.“ erklärte Mara.
„Willst du damit sagen, das du unter der Tunika auch nichts an hast?“ Maike sah sie groß an.
„Nein. Ich hab nur die Tunika an und die Sandalen. Sonst nichts.“
„Also das wäre nichts für mich.“ räumte Maike ein.
„Man gewöhnt sich daran. Ich glaube in anderen Sachen würde ich mich schon garnicht mehr wohl fühlen.“ sagte Mara.
„Trotzdem, Respekt. Ich hätte viel zu viel Angst, daß die Tunika auf geht. Die ist doch nur mit dem Gürtel zusammen, oder?“
„Ja, man muss nur aufpassen, daß man sie gut zu macht. Dann passiert auch nichts. Also mir ist sie noch nie auf gegangen. Und ich finde mit den Sportsachen hat man doch auch viel weniger an.“
„Sportsachen?“ hakte Maike nach.
„Ja, wir laufen jeden Morgen um den See und machen Sport. Da haben wir nur eine kurze Sporthose und ein Oberteil an. Egal ob im Sommer oder im Winter.“
„Und Socken nehme ich an.“ lachte Maike.
„Auch keine Socken. Am Anfang hatten wir noch Schuhe getragen aber das auch schon lange nicht mehr.“ erklärte Mara.
„Und das ist bei allen Serva so?“ fragte Julian.
„Dich interessiert doch bloß ob die Frauen die du siehst was drunter tragen. Das seh ich ganz deutlich an deinem Grinsen.“ Maike lachte als Julian verlegen drein schaute.
Mara schaute sie an. „Das weiß ich nicht. Das kommt darauf an, was ihr Herr oder ihre Herrin wollen.“

Sie unterhielten sich noch eine Weile weiter bis Julian bezahlte und sie wieder zurück fuhren.
An diesem Abend fiel Mara müde aber glücklich in ihr Bett und schlief schnell ein.

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  RE: Neue Horizonte Datum:27.02.17 20:23 IP: gespeichert Moderator melden


Bernd saß in der Küche und schaute zum wiederholten male Kikis Zeugnis an, er war überrascht über die guten Noten. Wenn sie das nächste Jahr genau so weiter machte, dann hatte sie ihre Abschluss so gut wie in der Tasche. Er war stolz darauf das sie trotz allem, was in den letzten Jahren passiert war so gut in der Schule war. Plötzlich hörte er sie aufgeregt schreien.
„Papa, komm schnell. Da ist sie. Im Fernsehen“ Kiki kam in die Küche gestürmt, fasste ihn am Ärmel und zog ihn mit sich ins Wohnzimmer. Im Fernsehen lief eine Nachrichtensendung in der gerade von irgend einer Demonstration in Frankfurt berichtet wurde. Eine strohblonde Reporterin, er hatte sie schon des öfteren gesehen und war der Meinung daß sie nicht nur außen blond war, berichtete gerade daß sich mehrere Hundert Menschen versammelt hatten. Hinter ihr, auf einer Bank saßen zwei Frauen, eine davon hielt den Kopf zur Seite und trank Limo aus einer Flasche.
„Papa, das ist sie. Ich weiß wo das ist, komm schnell.“ schrie Kiki beinah hysterisch. Sie zerrte ihn nach draußen zum Auto. Er war sich nicht sicher aber Kiki hatte Recht, es hätte ihre Schwester sein können.

Er folgte ihr zum Auto und setzte sich ans Steuer. Er Setzte den Wagen zurück, fuhr die Einfahrt hinunter und lenkte den Wagen dann Richtung Frankfurt. Das Navi zeigte etwa eine halbe Stunde bis zum Ziel an welches Kiki eingegeben hatte.
„Papa, fahr doch schneller.“ sagte Kiki ungeduldig.
„Ich mach doch schon so schnell es geht. Aber eine Stadt ist nun mal keine Schnellstraße. Ich kann ja schlecht über den Gehweg fahren.“ sagte er als ein Schild die Stadtgrenze anzeigte. Es dauerte nicht ganz eine halbe Stunde bis er den Wagen mitten in der Frankfurter Innenstadt vor einem großen Verwaltungsgebäude am Straßenrand ab stellte. Noch ehe der Wagen richtig zum Stehen gekommen war sprang Kiki heraus und lief an einer Imbissbude vorbei auf die Bank zu die sie im Fernsehen gesehen hatte. Eine der beiden Frauen saß noch auf der Bank. Sie hielt eine kleine Kerze in der Hand.
„Wo ist sie hin?“ rief Kiki. „Die Frau die hier bei ihnen war? Wo ist sie?“

Bianca sah erstaunt auf, eine junge Frau mit knallrot gefärbten Haaren stand vor ihr und schrie sie an. Verdutzt zeigte sie in die Richtung aus der diese gerade gekommen war.

Kiki rannte zurück und sah eine Frau mit roten Haaren in einen großen Wagen steigen. Ein Mann stieg auf der Beifahrerseite ein. „Mara!“ schrie sie ein paar mal so laut sie konnte aber diese hörte sie anscheinend nicht mehr. Sie rannte auf der Straße auf den Wagen zu als dieser gerade los fuhr und wäre beinahe angefahren worden. Die Fahrerin bremste mit quietschenden Reifen, hupte und fuhr weiter. Sie sah durch die Seitenscheibe wie diese ihr einen Vogel zeigte. Sie war sich ganz sicher das sie es war und rief noch einmal ihren Namen. Sie rannte hinter dem Wagen her und rief immer wieder so laut sie konnte ihren Namen. Aber der Wagen fuhr einfach weiter. Als der Wagen sich immer weiter entfernte sah sie auf das Nummernschild und prägte sich die Nummer ein. Sie blieb atemlos mitten auf der Straße stehen, die Hände auf die Knie gestützt und schaute dem Wagen hinterher.
„Scheiße! Scheiße! Scheiße!“ schrie sie dem Wagen hinter her. Mit Tränen in den Augen ging sie von der Straße und stand wieder vor der Bank. Sie setzte sich hin und weinte, das Gesicht in die Hände gestützt.
„Entschuldigung.“ sagte die Frau die noch immer auf der Bank saß. „Kannten sie die Frau?“
Kiki sah auf „Das war meine Schwester.“ sagte sie mit tränenerstickter Stimme. „Sie hat doch heute Geburtstag.“
Die Frau nahm sie in die Arme „Ihre Schwester? Sie heißt Mara?“
Kiki nickte „Ja.“ sagte sie leise. Die Frau gab ihr die kleine Kerze die sie in der Hand hielt. „Ich glaube dann sollten Sie die hier nehmen.“ Kiki sah die Frau fragend an. Sie brachte keinen Ton mehr heraus. „Wir haben eben ihren Geburtstag gefeiert.“ sagte Bianca.

„Entschuldigung, ich hoffe, meine Tochter hat sie nicht belästigt.“ Bernd sah zu der Frau die den Arm um Kikis Schulter gelegt hatte.“
„Papa, das war sie.“ Kiki sah in mit verheultem Gesicht an. „Ich bin ganz sicher das sie es war. Wir waren zu spät. Schreib dir das Nummernschild auf, bitte, schnell.“
Bernd holte ein sein Comm aus der Tasche. Kiki diktierte ihm die Nummer und er schrieb sie auf.
„Es war ein Fahrschulwagen.“ sagte die Frau. „Es hatte ein grünes F auf der Seite. Und nein, ihre Tochter hat mich nicht belästigt.“ die Frau stand auf und knickste „Mein Name ist Bianca.“ stellte sie sich vor.
Bernd setzte sich neben Kiki. „Ich bin Bernd, das ist Kiki. Eigentlich heißt sie ja Kira aber ihre Schwester hatte sie als sie klein war immer Kiki genannt.“
„Ihre Schwester, Mara, haben sie denn ein Bild von ihr?“ fragte Bianca.
Bernd holte seine Brieftasche aus dem Jackett und zeigte Bianca Maras Bild. „Ja, das war sie. Ganz sicher.“
Bernd sah sie an. Es dauerte einen Moment bis er seine Sprache wieder gefunden hatte. „Hat sie irgend was gesagt wo sie ist?“
„Nein, leider nicht. Sie hat nur gesagt daß sie noch in der Schule ist und gerade ihren Übungsmonat macht. Aber an welcher Schule sie ist, kann ich leider auch nicht sagen.“
„Das kann ja nur hier in der Nähe sein.“ sagte Bernd.
„Nein, wahrscheinlich nicht. Hier gibt es keine Schule. Die nächsten sind in Hamburg, Montreux, und Straßburg.“
„Hat sie denn sonst noch irgend was gesagt?“ wollte Bernd wissen.
„Nein, leider nicht. Tut mir leid.“ Bianca stand auf und knickste. „Es tut mir leid, aber da kommt mein Herr, ich muss mich leider verabschieden.“
„Ich danke Ihnen vielmals.“ sagte Bernd. Er stand auf und verbeugte sich.

Kiki hielt die Kerze fest umklammert in der Hand. „Wir waren zu spät Papa.“ sagte sie leise. „Ich habe sie in dem Auto gesehen. Sie hat mich nicht mal erkannt.“
„Hätte ich nicht das Chaos im Bad gesehen, hätte ich im ersten Moment auch nicht gewusst, daß du es bist die da mit feuerroten Haaren vor mir stand.“
„Was machen wir denn jetzt?“ fragte Kiki die noch immer weinte.
Bernd nahm sie in die Arme und streichelte ihr über die Haare. „Wir fahren wieder nach Hause und da telefoniere ich etwas. Und wenn ich nicht weiter komme, dann muss ich mal mit meinen Chef sprechen. Er kennt glaube ich jemanden bei der Polizei der uns weiter helfen könnte.“
„Danke Papa.“ Kiki vergrub ihren Kopf in seinem Jackett und weinte.

Während der gesamten Fahrt über hielt Kiki die kleine Kerze in den Händen wie einen Schatz.
Zu Hause angekommen nahm sie eine kleine Schale, schüttete etwas Sand hinein und steckte die Kerze in diesen. Die Schale stellte sie auf das Regal neben ihrem Bett, so daß sie sie abends sehen konnte wenn sie wieder einmal nicht einschlafen konnte.

- - -

Am nächsten Morgen gingen sie gemeinsam zum Frühstück und setzten sich an den Tisch der ihnen zugewiesen war. Hier durfte Frida sich setzen, da der Tisch zum Knien zu hoch war. „Darf ich ihnen etwas vom Buffet holen?“ fragte sie und wollte aufstehen.
„Lass mal gut sein, ich will mal selber sehen, was es alles so gibt.“ sagte Herrin Isabella. So gingen die Drei gemeinsam zum Buffet und holten sich ihr Frühstück. Nachdem sie fertig gegessen hatten, holte Herrin Isabella sich eine Zeitung und las diese bei einer Tasse Kaffee. Sie blätterte eine Seite um und ihr Blick veränderte sich. „Frida, schau dir das bitte einmal an und sag mir, ob du das selbe siehst wie ich.“ Sie reichte Frida die Zeitung und deutete auf ein Bild das unter einem Bericht von irgend einer Demonstration zu sehen war. Frida musste zwei mal hin sehen. Es zeigte zwei Frauen auf einer Bank, eine von ihnen hielt ein Stück Kuchen oder etwas ähnliches in der Hand auf dem eine Kerze steckte die die Andere gerade aus pustete.
„Mist, sie hatte gestern Geburtstag, das hab ich vollkommen vergessen.“ sagte Frida und erntete dafür missbilligende Blicke von Herrin Isabella und Maja. „Verzeihung Herrin.“ sagte sie.
„Also denkst du auch, das sie es ist?“
„Ganz bestimmt Herrin.“ sagte Frida.
„Was zum Geier macht sie in Frankfurt? Entschuldigt mich bitte, ich muss mal jemanden anrufen.“ sagte Herrin Isabella und stand auf.

„Wer ist das denn?“ wollte Maja wissen.
„Das ist Mara, eine meiner Mitschülerinnen. Die andere Frau kenne ich nicht.“ erklärte Mara.
„Ja, ich erinnere mich, ich habe sie bei der Versteigerung gesehen.“ sagte Maja.

Herrin Isabella kam nach wenigen Minuten zurück. Ihre Mine hatte sich wieder entspannt. „Glück gehabt. Sie war mit Julian in Frankfurt. Er hatte da geschäftlich zu tun. Also alles in Ordnung. Aber ich glaube ich muss mal bei der Zeitung fragen wie sie es mit den Rechten anderer so nehmen.“ sagte sie.

Nach dem Frühstück gingen die Drei in den Wellnessbereich des Hotels wo sie sich mit Gesichtsmasken, Massagen, heißen Umschlägen und Maniküre verwöhnen ließen. So gingen sie danach entspannt zum Mittagsbuffet im Speisesaal und danach wieder in den Park wo sie viele der Fahrgeschäfte und einige Shows besuchten. Herrin Isabella blieb auf einmal stehen und drückte Frida ihre Handtasche in die Hand. „Halt das mal.“ sagte sie und ging zu einer Bude in der man mit Bällen Dosen werfen konnte. Sie bezahlte und räumte geschickt fünf Dosentürme mit ihren fünf Bällen ab. Als Preis nahm sie sich einen riesigen Teddybären den sie grinsend Maja in den Arm drückte. Diese umarmte sie und gab ihr einen Kuss. Sie nahm ihre Handtasche zurück und so schlenderten sie noch etwas durch den Park.

Als im Park die Straßenlaternen an gingen beendeten sie den Tag und gingen zurück ins Hotel wo sie sich noch gemeinsam einen Film an sahen. Frida hockte sich wieder in den Sessel während Isabella und Maja es sich auf der Couch bequem machten.
Der Film endete und wie am Abend zuvor sagte Herrin Isabella „Jetzt ab in die Betten.“ Maja stand auf, knickste und ging ins Badezimmer.
„Was ist mit dir? Willst du hier sitzen bleiben?“ fragte Herrin Isabella als Frida keine Anstalten machte, auf zu stehen.
Frida schaute zu ihr auf und druckste herum. „Ich würde lieber hier schlafen heute Nacht.“ Sie wollte nicht noch einmal dabei zuhören müssen wie die Beiden sich vergnügten und lieber auf der Couch schlafen.
„Ich verstehe.“ sagte Isabella. „Es war dir unangenehm nehme ich an.“ Frida senkte den Blick und nickte. „Frida,“ sagte sie ruhig „an dem ersten Tag in der Schule bist du selbst zu Miss Wilhelmina gegangen und hast darum gebeten, genau so behandelt zu werden wie die anderen Schülerinnen auch.“ Frida nickte wortlos. „Und ich habe dir als du vor einer Woche zu uns gekommen bist gesagt, das du genau so behandelt wirst, wie jede andere Serva.“ wieder nickte Frida. „So etwas gehört nun mal dazu. Es gehört dazu, das du sowas mit bekommst und es gehört dazu, daß du darüber was du mit bekommst jedem gegenüber absolutes Stillschweigen zu halten hast. Du bekommst schon genug Sonderbehandlung, darüber solltest du mal nachdenken.“
„Wie meinen sie das Herrin?“ fragte Frida leise und sah sie fragend an.
„Komm mit.“ sagte Herrin Isabella und ging auf den Balkon.
„Es ist absolut nicht üblich, das eine Schülerin, egal ob frei oder nicht, ihren Probemonat bei einer Lehrerin absolviert. Meinst du nicht, das ist nicht schon Sonderbehandlung genug? Also solltest du dich einfach damit abfinden das, was gestern passiert ist mit zu bekommen.“
„Das ist es auch nicht nur Herrin.“ sagte Frida zögernd.
„Was ist es denn?“ Isabella schaute kurz zu ihr.
„Ich will doch auch nicht stören.“ sagte Frida leise. Sie schaute zu wie nach und nach die Lichter im Park erloschen. Maja kam, bereits im Nachthemd nach draußen, lehnte sich von hinten an Herrin Isabella, legte den Kopf auf ihre Schulter und die Arme um ihre Taille. „Hättest du gestört, hättest du sicher nichts mit bekommen.“ Maja kicherte leise und lehnte ihre Wange an Isabellas.

„Sag mal, warum wirst du nicht Lehrerin? Das Zeug dazu hättest du auf jeden Fall.“ Sagte Herrin Isabella. Sie versuchte das Thema zu wechseln um Frida nicht noch mehr in Verlegenheit zu bringen.
„Ich soll Lehrerin werden Herrin? Sie haben doch selbst gesagt ich mache viel zu viel Unsinn und habe ein loses Mundwerk.“
„Warum denn nicht? Wenn ihr die Schule verlasst, werde ich auch gehen. Ich habe eine Stelle als Schulleiterin an einer anderen Schule angenommen, also fehlt eine Lehrerin. Und glaubst du allen ernstes, das du die Einzige bist, die in der Schule ihrer Lehrerin Streiche gespielt hatte? Wir waren zu dritt, alle Drei freie Schülerinnen. Und zu dritt haben wir eine Menge mehr angestellt als eure ganze Gruppe. Aber ich werde jetzt ganz bestimmt nicht sagen was das alles war, das würde vermutlich nur mich selbst treffen. Aber wir haben unsere Lehrerin nicht dazu gebracht, Hundefutter zu essen.“ sie lachte. „Jedenfalls, von uns hatte keine das Zeug dazu, gleich am ersten Tag zur Direktorin zu gehen und zu sagen wir wollen genau so behandelt werden wie die Anderen. Das ist erst passiert, als zwei andere Schülerinnen wegen etwas bestraft werden sollten, das wir angestellt hatten. Eine von Uns, Emylia, ist dann dazwischen gegangen. Da erst haben wir uns gesagt, daß es ungerecht ist wenn die Anderen bestraft werden und wir für das was wir angestellt hatten ungestraft davon kommen sollten.“
„Ich glaube, ich könnte das nicht Herrin. Andere zu schlagen meine ich.“ sagte Frida nachdenklich.
„Ich weiß, wäre es anders, hätte ich dir das auch nicht vorgeschlagen. Nichts ist schlimmer als eine Lehrerin die Spaß daran hat, andere zu schlagen. Aber auch solche Lehrerinnen gibt es genug.“ sagte Isabella.
Maja nickte zustimmend. „Ich hatte eine solche Lehrerin. Und als ich erfahren habe, das die Frau die mich gekauft hat selber Lehrerin ist, hatte ich eine Heidenangst bis sie mir erklärt hat, das sie nicht mal eine Gerte zu Hause hat. Aber das heißt nicht, das ich machen kann, was ich will. Sie hat genug andere Mittel und Wege jemanden zu bestrafen. Ein Schlechtes Gewissen kann viel schlimmer sein als geschlagen zu werden.“
„Ja. Ich weiß.“ sagte Frida leise. „Sowas wie an dem Tag als ich den Saft im Wohnzimmer verschüttet habe möchte nich nicht noch einmal erleben müssen.“
Isabella und Maja sahen sich kurz an, sie gingen zu Frida, zogen sie zu sich und nahmen sie in die Arme. „Manchmal frage ich mich, was so in dir vor geht.“ sagte Isabella. „Seit du bei uns bist, hast du dich komplett gedreht so als ob du ein ganz anderer Mensch bist.“
Frida zuckte mit den Schultern.
„Komm schon, ich hab das Gefühl irgend was ist mit dir.“ sagte Maja.
„Ich weiß es doch auch nicht. Das hat weh getan. Und so wie ihr Beiden, also Sie und du, so hat mich noch nie jemand behandelt. Meine Eltern interessieren sich doch kaum für mich, denen ist doch nur wichtig, das ich studiere und irgend wann mal die Firma übernehmen kann. Was ich will ist denen doch egal. Und die Lehrer im Internat, die waren Schlimmer als Sie in der Schule, die haben nur keine Gerte gehabt. Und die anderen Schüler die haben mich auch immer gemieden weil ich ja ach so tolle, reiche Eltern habe. Seit ich in der Schule bin hab ich das erste Mal richtige Freunde. Und bei ihnen hab ich das Gefühl das Sie sich jemand wirklich für mich interessiert und dem nicht egal ist wie es mir geht. Und als ich dann gesehen hab, wo ich hin gekommen bin da hatte ich einfach nur Angst gehabt wegen diesem blöden Streich. Und dann haben Sie noch nicht mal geschimpft.“
„Also darüber reden wir in drei Wochen noch mal, da mach dir mal keine falschen Hoffnungen.“ sagte Isabella.
„Und wenn schon? Wie schlimm kann das denn werden?“ sie löste sich aus der Umarmung der Beiden, stellte sich ans Geländer des Balkons und starrte auf die wenigen Lichter die noch im Park leuchteten.

„Kommt jetzt endlich in die Betten.“ sagte Herrin Isabella. Frida knickste, ging ins Bad und legte sich dann in ihr Bett. Maja und Herrin Isabella kamen kurze Zeit später ebenfalls ins Schlafzimmer und legten sich in ihr Bett.




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  RE: Neue Horizonte Datum:27.02.17 23:20 IP: gespeichert Moderator melden


Und wieder eine schöne Fortsetzung.Mal schaun wie es mit allen weiter geht.Mal schaun wie es mit Mara und Kiki weiter geht.Ob sie es schaffen sichzu treffen und ob ihr Vater eine Möglichkeit findet ihr zu helfen.Oder Später sogar Kiki ihr helfen kann.

Was mir jedoch etwas Sorgen bereited.Den meisten geht es beim Probemonat recht gut.Was ist aber,wenn später verkauft sind und es solche kleinen wie große Freiheiten und Gaben nicht mehr gibt.Sondern nur noch der harte und brutale Alltag?Unter der knute eines weniger barmherzigen Herr/in?

Naja lassen wir uns überraschen.

mfg Wölchen
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  RE: Neue Horizonte Datum:01.03.17 20:07 IP: gespeichert Moderator melden



Seit einer guten Stunde war Kim dabei das Mittagessen zuzubereiten. Sie schälte Kartoffeln, kochte diese und zerstampfte sie zu einem feinen Brei. Für das Huhn hatte sie eine Panade aus Ei, Mehl und jeder Menge Gewürzen zubereitet. Sie trennte zwei Eier und rührte die Eigelb unter den Kartoffelbrei und würzte diesen. Während das Gemüse im Topf kochte spritze sie die Kartoffelmasse auf ein Backblech und gab diese in den Ofen. Sie nahm das Fleisch aus der Marinade und frittierte es. Dann gab sie etwas Zucker und einen Löffel Rosenwasser in das restliche Eiweiß und rührte es mit einem Schneebesen schaumig. Auch diese Masse spritze sie auf ein Backblech uns stellte es erst einmal bei Seite.

Nachdem alles vorbereitet war deckte sie den Tisch in der Essecke. Sie legte eine frische Decke und Besteck, Glas und Serviette auf den Platz ihrer Herrin. Dann ging sie ins Wohnzimmer wo diese an ihrem Schreibtisch saß und etwas an ihrem Computer arbeitete. Kim verstand diese Zeichnungen nicht wirklich aber es sah nach irgend einem komplizierten Gerät aus. Sie ging zum Schreibtisch, stellte sich neben die Herrin und knickste. „Des Essen is fertig Herrin.“ sagte sie.
„Danke Kim.“ sagte Konstanze und stand auf. Sie ging gefolgt von Kim in die Küche und setzte sich an den ordentlich gedeckten Tisch. Kim brachte ihr sofort einen Teller mit dampfender Suppe. Sie aß schweigend. Es würde ihr sicher schwer fallen, auf den Komfort den sie während der letzten Wochen genießen konnte wieder zu verzichten. Vor allem das gute Essen hatte es ihr angetan, was sich allerdings auch in ihrer Figur widerspiegelte. In den letzten drei Wochen hatte sie gute zwei Kilo zugenommen. Nachdem sie die Suppe gegessen hatte räumte Kim den Teller ab und brachte ihr das Hauptgericht. Auf dem Teller befand sich links ein großes Stück paniertes Huhn, rechts daneben eine ordentliche Portion Gemüse und oben etwa zehn Herzoginnenkartoffeln. Alleine die Pfeffersauce war es Wert jede Sorge um die Figur fahren zu lassen. Das Fleisch war zart und das Gemüse genau auf den Punkt gegart. Obwohl sie bereits nach der Suppe der Meinung gewesen war, satt zu sein aß sie genüsslich auf. Nach dem Hauptgang stellte ihr Kim noch einen Teller mit zwei länglichen Baisers vor die mit Honig verziert waren. Sie konnte deutlich Kims Enttäuschung sehen als sie nur einen davon aß. Und die Dessertgabel dann auf den Teller legte.
„Es tut mir wirklich leid Kim, aber ich bin wirklich satt. Das war einfach zu viel. Am Besten du machst demnächst einfach kleinere Portionen.“ sagte sie als Kim den Teller ab räumte.
„Ja Herrin.“ sagte Kim und knickste. Sie brachte ihr einen Ascher, die Schachtel mit den Zigaretten und ein Feuerzeug.

„Sag mal Kim, gefällt es dir nicht bei mir?“ fragte Konstanze als sie rauchend am Tisch saß.
„Doch Herrin, wieso denn auch nicht?“ Kim wirkte etwas verwundert auf diese Frage.
„Du bist jetzt seit drei Wochen hier und hast nicht ein einziges Mal gelacht oder auch nur gelächelt. Selbst wenn ein lustiger Film im Fernsehen läuft hockst du nur im Sessel, hast den Kopf auf den Knien liegen und starrst stur gerade aus. Und morgens kommst du oft aus deinem Zimmer und hast rote Augen. Wenn du so weiter machst, hast du irgend wann richtige Tränensäcke. Und die stehen die ganz sicher nicht.“ Konstanze schaute sie eingehend an. So wie Isabella sie beschrieben hatte, als fröhlich und immer zu einem Scherz aufgelegt war Kim wohl doch nicht.
„Verzeihung Herrin.“ sagte Kim. Irgend etwas schien sie zu bedrücken.
„Ich hoffe sehr daß nicht ich es bin wegen der du traurig bist?“
„Nein Herrin,“ sagte Kim. „es is wegen Georgia, ich frag mich immer wie’s ihr jetz geht.“
„Georgia? Eine deiner Mitschülerinnen?“
Kim nickte nur und schluckte.
„Also gut, ich bin zwar keine Psychologin aber jetzt möchte ich schon wissen, worum es denn geht.“ sagte Konstanze und deutete auf den Stuhl ihr gegenüber.
Kim setzte sich zögernd und begann zu erzählen. Sie erzählte ihr von Georgia und was sie für diese empfand, von ihrer Angst, diese nach der Schule nie wieder zu sehen.
Konstanze hörte geduldig zu. Dann schaute sie Kim ernst an und sagte „Ich verstehe.“ sie stand auf und bevor sie die Küche verließ sagte sie „Ich muss mal mit jemandem sprechen. Ess du derweil und mach denn die Küche fertig.“
Kim knickste und sagte „Ja Herrin.“ sie fragte sich, was das sollte, erst fragte sie sie aus und verschwand dann einfach so. Doch sie stellte keine Fragen und tat was die Herrin gesagt hatte. Sie aß ein Stück Fleisch mit Gemüse und den übrig gebliebenen Baiser. Dann machte sie sich daran die Küche auf zu räumen und den Abwasch zu machen. Während dessen hörte sie durch die offene Tür zum Wohnzimmer wie die Herrin mit jemandem sprach. Dabei meinte sie einmal zu hören wie ihr Name fiel.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück sagte die Herrin „Kim, ich möchte, das du dir mal was anderes an ziehst. Ich habe dir im Schlafzimmer Sachen auf den Stuhl gelegt, die sollten dir passen. Wir fahren heute mal weg. Also beeil dich bitte.“
Kim knickste artig und ging in das Schlafzimmer der Herrin. Auf dem Stuhl lagen Kleider. Sie nahm diese und ging damit in ihr kleines Zimmer. Dort zog sie die Tunika aus und zog sich um. Erstaunt stellte sie fest, das die Herrin ihr sogar Unterwäsche heraus gelegt hatte. Sie zog den schwarzen, knappen Tanga und den dazu passenden BH an und fühlte sich dabei nicht gerade besonders wohl. Wie alle anderen Schülerinnen auch hatte sie jetzt ein Jahr lang keine Unterwäsche mehr getragen, wenn man von der knappen Sporthose und dem Sport-BH einmal ab sah. Außerdem hob der BH ihre Brüste weit nach oben. Sie zog die schwarzen, halterlosen Strümpfe an, das Material schmiegte sich an ihre Haut und glitt sanft über ihre Beine. Dann zog sie die dunkelblaue, weit ausladende Faltenhose an und das weißte, ärmellose Top durch das der schwarze BH durch schien. Darüber zog sie eine weite, leichte Sommerjacke in dem selben Blau wie die Hose. Sie betrachtete sich im Spiegel und sah einen komplett anderen Menschen. Sie überlegte, ob sie die Haare zusammen binden sollte, entschied sich aber dann dagegen, eine Serva hatte schließlich immer die Haare offen zu tragen wenn sie nicht gerade Hausarbeit verrichtete wo diese im Weg gewesen wären.

„Ich bin so weit Herrin.“ sagte sie als sie ins Wohnzimmer kam und knickste.
„Sehr schön. Du siehst aus wie eine richtige Dame.“ Die Herrin trug einen schwarzen Hosenanzug und eine weiße Bluse, so sah sie aus wie eine Geschäftsfrau. Sie ging zur Garderobe und gab Kim ein Paar schwarze Schuhe mit etwa zehn Zentimeter hohen Absätzen. „Ich hoffe ja, du kannst damit laufen, andere habe ich nicht, die dazu passen. Und deine Sandalen passen ja erst recht nicht dazu.“
Kim nahm die Schuhe und schlüpfte hinein. Sie schloss die schmalen Bänder mit den Schnallen und versuchte ein paar Schritte zu laufen. Es war zwar ungewohnt aber sie hatte solche Schuhe früher öfter getragen. So dauerte es nicht lange und sie bewegte sich sicher ohne zu stolpern oder um zu knicken.
„Geht ja.“ Konstanze lächelte und nahm ihre Tasche vom Garderobenhaken. Sie verließ die Wohnung und Kim folgte ihr ohne zu fragen wo es hin gehen sollte. Sie fuhren mit dem Aufzug nach unten. Anstatt in die Tiefgarage fuhren sie ins Erdgeschoss und verließen das Haus durch die Lobby. Vor dem Haus wartete bereits ein Taxi das sie zum Bahnhof brachte. Dort stiegen sie in einen Zug.

„Wenn wir bei der Baroness sind, bitte erschreck dich nicht und sieh dir alles gut an.“ sagte Konstanze, nahm ein Pad und begann zu lesen. Kim schaute aus dem Fenster. Die Landschaft zog rasend schnell an ihnen vorüber während der Zug beinahe lautlos und ohne jegliche Erschütterung auf seinen Schienen dem unbekannten Ziel entgegen schwebte.

Als der Zug nach einer guten Stunde gerade das dritte mal hielt stand Konstanze auf und deutete Kim ihr zu folgen. Sie verließen den Zug und standen in einem riesigen Bahnhof. Das Dach des Gebäudes bestand aus riesigen Glassegmenten die von filigranen, halbkreisförmigen Stahlträgern gehalten wurden. Von den Bahnsteigen führte eine Treppe nach unten. Sie verließen den Bahnhof und Konstanze ging zu einem Taxistand direkt vor dem Gebäude. Sie stiegen in den Fond eines Taxis und Konstanze nannte dem Fahrer die Adresse.

Es herrschte um diese Uhrzeit nicht all zu viel Verkehr und so dauerte die Fahrt gerade mal eine viertel Stunde. Als der Wagen anhielt und sie aus stiegen staunte Kim als sie das Haus sah. Es war ein richtiges Schloss. Das Zweistöckige Haus mit den hohen Fenstern war weiß verputzt und auf dem roten Dach befanden sich neben einem großen mehrere kleinere Erker. Über dem Eingang befand sich ein großes Vordach welches von vier weißen Säulen getragen wurde.
Konstanze ging direkt auf die doppelflügelige Eingangstür zu. Neben der Tür stand auf jeder Seite eine etwa einen Meter hohe Säule mit einer Figur darauf. Kim betrachtete sich die Figuren erstaunt. Es handelte sich um lebensechte Nachbildungen zweier nackter Frauen die mit geschlossenen Augen in der Pose einer Katze oder eines Löwen auf den Säulen saßen. An den Hälsen der Figuren befanden sich silberne Halsbänder von deren Ring eine Kette zu einer Öse in der Säule führte. Selbst die Haare waren von echten kaum zu unterscheiden, Kim vermutete das hier jemand einfach Perücken auf die Häupter der Figuren gesetzt hatte. Auch die Bemalung der Figuren war mehr als lebensecht, fast konnte man meinen, zwei echte Frauen saßen auf diesen Säulen. Kim ging zu der linken Säule und fuhr mit der Hand über die darauf sitzende Figur.
„Hey, lass das gefälligst. Das kitzelt doch.“ Die Figur öffnete die Augen. Sie sah Kim verärgert an und wich ihrer Hand aus. Diese erschrak und stieß einen leisen Schrei aus. Sie trat einen Schritt zurück und starrte auf die Figur. Sie wunderte sich darüber, daß tatsächlich eine lebende Frau auf der Säule saß.
„Entschuldigung.“ murmelte Kim, trat noch einen Schritt zurück und stellte sich hinter Herrin Konstanze. Diese lachte und sagte „Ich hab ja gesagt, nicht erschrecken. Es ist sicher ziemlich ungewöhnlich hier aber meine Schwester ist auch ein ziemlich ungewöhnlicher Mensch. Aber sie ist anders als ihr Ruf einen glauben lässt eine ganz nette.“
„Aber nur so lange man nicht gerade frech wird.“ sagte die Frau auf der rechten Säule. „Dann darf man hier Statue spielen.“
Wieder lachte Konstanze. „Was habt ihr denn angestellt?“
Die erste Frau antwortete „Wir wollten nicht Statue spielen, also dürfen wir erst heute Abend wieder hier runter.“ sagte sie und grinste breit. Die andere Frau sagte „Aber was macht man nicht alles für nette Gäste.“ sagte sie lachend. „Herzlich Willkommen Herrin Konstanze.“
Während Kim die Beiden noch immer erstaunt an starrte ging Herrin Konstanze nun zur Tür und betätigte den großen, schweren Türklopfer. Darauf hin öffneten sich beide Flügel der Tür. Die Beiden traten in eine große Eingangshalle und die Tür schloss sich leise wieder hinter ihnen.

Mitten in der Halle, auf einem Sockel stand mit leicht gespreizten Beinen eine weitere Serva. An ihren Fußgelenken trug sie zwei stählerne Ringe von denen sehr kurze Ketten zu Ringen in dem Sockel führten so das sie die Beine nicht weit bewegen konnte. Ihre Arme hielt sie hinter dem Rücken.
„Schönen guten Morgen Paula.“ sagte Herrin Konstanze.
Die Serva öffnete die Augen die sie bisher geschlossen gehalten hatte. „Auch ihnen einen schönen guten Morgen Herrin Konstanze und herzlich Willkommen auf Schloss Fähenberg. Ihre Schwester erwartet Sie im Wintergarten.“ sagte sie lächelnd und deutete nach links.

Kim schaute sich verstohlen in der Halle um. An den Wänden über den beiden großen Treppen die zu beiden Seiten der Halle nach oben führten hingen lebensgroße Gemälde von überwiegend nackten Frauen in verschiedenen Posen. Einige waren in Ketten gefesselt, Andere wieder trugen Kleidung aus einem glänzenden Material welches sich eng an ihren Körper schmiegte. Allen war aber gemein daß die Bilder sehr lebensecht gemalt waren und einen die Augen, so sie denn zu sehen waren, zu verfolgen schienen.
Herrin Konstanze ging von Kim gefolgt in die gezeigte Richtung. Sie ging durch eine Tür in einen großen Raum, fast ein Saal.. An den Wänden dieses Raumes befanden sich große Spiegel zwischen denen mehrere leere Podeste standen. Am Ende des Raumes befand sich eine breite Glastür hinter der in einem großen Sofa eine Frau saß und Tee trank. Als sie die Beiden bemerkte, stand sie auf und kam auf sie zu. Sie trug ein weit ausladendes barockes Kleid aus roter Seide. Darunter ein weißes Unterkleid welches durch das vorne offene Kleid zu sehen war. Vor ihrem Oberkörper wurde das rote Kleid durch drei breite Schleifen gehalten. Überall an diesem Kleid befanden sich breite Rüschen und Schleifen. Die kastanienbraunen Haare der Frau waren zu einer aufwändigen Hochsteckfrisur aufgetürmt. Als sie näher kam, stellte Kim fest, das ihr tief aufgeschlossenes Dekolletee, ihr Hals und ihr Gesicht gepudert waren.
„Konstanze.“ rief die Frau erfreut aus als sie ihr gegenüber stand. Sie begrüßte sie mit einer herzlichen Umarmung. Auch Kim wurde von ihr genau so herzlich begrüßt. „Du bist sicher Kim.“ sagte die Frau.
„Ja Herrin.“ sagte diese und knickste.
„Es freut mich, dich kennen zu lernen, ich bin Konstazes Schwester. Du kannst mich Herrin Valeria nennen.“ sagte sie lächelnd.
Noch einmal knickste Kim und sagte „Vielen Dank Herrin Valeria.“
„Kommt, setzen wir uns. Ihr seid sicher durstig von der Fahrt.“ sagte die Frau und klatschte in die Hände. Zwei Frauen die bisher in Nischen hinter dem Sofa gestanden hatten traten vor. Die Beiden waren nur mit kleinen, weißen Schürzen aus Spitze bekleidet die weniger verdeckten als sie zeigten. Sie hielten den Rock der Frau während diese sich setzte. Sie halfen auch Herrin Konstanze und Kim sich zu auf das Sofa zu setzen welches dem ersten gegenüber stand. Dann verließen sie den Wintergarten. „Also du hast mir ja schon ungefähr gesagt, worum es geht Konstanze. Ich würde sagen, wir trinken erst einmal einen Tee und dann zeigt Merle Kim das Haus. Dann können wir uns in aller Ruhe unterhalten.“ sagte Herrin Valeria.
„Eine gute Idee.“ sagte Herrin Konstanze.
„Was schaust du denn so erstaunt Kim?“ fragte die Frau und sah sie fragend an.
„Entschuldigung Herrin Valeria aber ich wusste garnicht, daß es überhaupt noch Adel gibt.“
„Ach das? Ganz unter uns, der verstorbene Baron hat diesen Titel gekauft, zusammen mit diesem Schloss und dem Anwesen rund herum. Der Titel sagt im Grunde genommen garnichts. Aber in gewissen Kreisen macht er natürlich einiges her.“ sagte die sie und lachte.
„Ich verstehe Herrin.“ sagte Kim.
Die beiden Frauen kamen zurück und brachten auf einem Tablett drei Tassen Tee, Zucker und Zitrone. Sie stellten die Tassen vor den Drei Frauen auf dem Tisch ab und stellten sich wieder in ihre Nischen. Kim sah zu den Beiden. Sie standen regungslos in den Nischen und schauten gerade aus. Eine der Beiden bemerkte Kims Blick, lächelte und zwinkerte ihr zu.
Nachdem die drei Frauen ihren Tee getrunken hatten sagte Herrin Valeria „Antonia, bring bitte Kim zu Merle, sie möchte ihr bitte das Haus und das Anwesen zeigen. Aber sag ihr bitte, wir essen pünktlich.“

Eine der beiden Frauen trat aus ihrer Nische heraus, stellte sich vor den Tisch und knickste. „Ja Herrin.“ sagte sie und hielt Kim die Hand hin. Diese stand auf und folgte ihr aus dem Wintergarten heraus in die Eingangshalle und die Treppe hinauf. Sie gingen noch eine weitere Treppe hinauf ins Dachgeschoss und kamen in einen langen Flur von dem mehrere Türen ab gingen. Antonia klopfte an eine der Türen und öffnete diese nachdem von drinne ein „Herein.“ ertönte.
Vor einem großen Schreibtisch saß eine nackte Serva mit langen, dunkelblonden Haaren und kaute auf einem Bleistift herum. Von dem Ring an ihrem Halsband führte eine schmale Kette zum Schreibtisch wo sie an einem Ring mit einem Schloss befestigt war.
„Hallo Merle, das ist Kim.“ sagte Antonia. „Die Herrin sagt, du sollst ihr bitte das Haus und das Anwesen zeigen.“
„Danke Antonia.“ sagte Merle. Antonia knickste und verließ das Zimmer. Dann wandte sie sich zu Kim. „Hallo Kim, ich weiß schon Bescheid.“ sagte sie und lächelte. Sie nahm einen Schlüssel aus einer Schublade und öffnete das Schloss welches die Kette mit ihrem Halsband verband.Kim schaute ihr staunend zu.
Merle bemerkte Kims Blick und lachte. „Die Baroness möchte das wir, wann immer es geht, angekettet sind. Es gibt natürlich Aufgaben bei denen das nicht so gut geht, aber hier am Schreibtisch ist das ja kein Problem.“ Kim nickte nur.
„Komm, ich zeige dir erst mal das Haus und stelle dir alle vor.“ sagte Merle und verließ das Büro. Kim folgte ihr durch den Flur.
Sie öffnete eine Tür und die Beiden traten in ein geräumiges Schlafzimmer mit großem Bett. An einer der Wände stand ein Kleiderschrank und daneben ein kleiner Schreibtisch. Es gab eine gemütliche Couch mit Tisch und an der Wand dieser gegenüber hing ein Fernseher. Eine weitere Tür führte in ein helles Badezimmer mit Vollbad und Dusche. „Das Zimmer hier ist Paulas und meines. Das Bad teilen wir uns mit Lotta und Mia. Aber das passt alles ganz gut.“ Sie ging in das Badezimmer und klopfte an die zweite Tür. „Jemand rief „Herein.“ und Merle öffnete die Tür. Sie befanden sich in einem Zimmer das ähnlich eingerichtet war wie der Erste. Auf dem Bett lag eine Frau und las. Von ihrem Halsband ging eine Kette zu einem Ring an der Wand über dem Kopfende des Bettes. „Halle Merle.“ sagte die Frau.
„Hallo Lotta.“ sagte Merle. „Das ist Kim, ich zeige ihr das Haus.“
„Hi Kim.“ sagte Lotta und winkte ihr zu. „Tut mir leid, aber ich kann gerade nicht auf stehen, Mia hat den Schlüssel mit genommen.“
„Was hast du denn angestellt?“ fragte Merle lachend.
„Ich war ihr heute Morgen zu lange im Bad.“ sagte Lotta schulterzuckend.
„Was is denn, wenn du mal musst?“ wollte Kim wissen.
Merle ging zu Lotta und hob die Bettdecke an. Bis auf eine dicke Windelhose war sie nackt. „Nicht mein Fall wenn du mich fragst, aber jede wie sie mag.“ Merle zwinkerte ihr zu. Sie ging aus dem Zimmer und Kim folgte ihr in den Flur.
Sie zählte die Türen und fragte „Wie viele Serva wohnen denn hier?“
„Im Moment sind wir zwölf Serva und natürlich die Baroness. Aber Alina und Clara werden uns in einem halben Jahr verlassen.“ sagte sie mit einem Anflug von Bedauern. „Clara wird dann frei sein und Alina wird sie begleiten.“
„Sie darf einfach so mit gehen?“ Kim sah sie erstaunt an.
„Natürlich, die Beiden sind ein Paar. Was denkst du denn warum es hier so viele Doppelzimmer gibt? Selbst als Serva ist es schwer bei einem hundertprozentigen Frauenüberschuss auf der Erde einen Mann zu finden, da muss man sich eben arrangieren. Und ich glaube, niemand wird behaupten wollen, das man dabei etwas verpassen muss.“ sagte Merle lachend.
„Ich weiß was du meinst.“ sagte Kim und dachte an Georgia.
Während Merle ihr einige der anderen Zimmer zeigte sagte sie „Aber es wird schwer sein, Nachfolgerinnen für die Beiden zu finden. Nur wird es nicht leicht werden das Haus in Ordnung zu halten, wenn zwei fehlen. Am liebsten wäre uns ja, wenn noch mehr hier wären, bereits zwei Serva zu finden die hier her passen ist ja nicht leicht. Aber wir suchen halt immer weiter.“ Sie öffnete eine Tür in der Mitte des Flures und zeigte Kim ein großes, helles Zimmer in dem einige Tische standen. Vor einem Fenster stand eine große Staffelei und auf einem Tisch daneben Farben, Pinsel und mehrere Paletten. Ein Tisch mit einer Nähmaschine stand in einer Ecke des Raumes und eine riesige Couchecke in einer anderen Ecke. „Das hier ist sowas wie unser Wohnzimmer, hier können wir uns aufhalten wenn gerade nichts zu tun ist. Lotta malt gerne.“ sie deutete auf das mit einem Tuch verdeckte Bild auf der Staffelei.
„Ihr macht auch Musik?“ fragte Kim und deutete auf ein Schlagzeug und eine Gitarre die in einer Ecke standen. Die gehören Franziska und Lotta, du hast sie sicher schon kennen gelernt. Sie spielen heute Statue vor der Haustür.“
„Ja, ich hab sie schon gesehen. Ich dachte erst es sin wirklich Statuen.“
„Ja, still sitzen können die Beiden gut.“ sagte Merle. „Die Baroness mag solche Details. Aber im Grunde genommen passiert das Meiste freiwillig.“
„Das Meiste?“ hakte Kim nach.
„Naja, wir sind immer noch Serva, auch wenn wir hier ziemlich viele Freiheiten genießen.“
„Dann hat die Baroness den Beiden befohlen sich dort hin zu setzen?“
„Das war ich. Ich bin hier sowas wie die Geschäftsführerin. Ich kümmere mich zusammen mit Eva um solche Sachen. Außerdem bin ich für das Weingut zuständig. Eva hat die Kellerei unter sich. Die Baroness sagt, was zu tun ist und wir teilen dann ein wer was zu tun hat. Putzen, Kochen, wer fährt und so weiter.“
„Hat die Baroness auch eine Freundin?“ fragte Kim.
„Die Baroness hat hier freie Auswahl.“ wieder lachte Merle.
„In der Schule haben wir gelernt, eine Serva kann zu sowas nich gezwungen werden.“ Kim sah sie erstaunt an.
„Nein, natürlich nicht, aber überleg doch mal, kaum jemand kauft eine Serva ohne auch Sex zu wollen. Ich habe gehört, du bist in deinem Probemonat, da ist das natürlich etwas Anders. Aber es gibt immer noch genug Möglichkeiten Zwang an zu wenden auch ohne es zu befehlen. Ich zum Beispiel würde dich vermutlich einfach wegen jeder Kleinigkeit extrem hart bestrafen. Und wenn ich nichts finde, dann lasse ich mir einfach einen Grund dazu einfallen. Und ganz nebenbei würde ich dir erklären, das du die Strafen ja durch gewisse freiwillige Leistungen abmildern kannst.“ Kim sah sie groß an, darüber hatte sie noch nie nach gedacht. „Schau nicht so. Sowas sollte dir doch eigentlich klar sein. Hier ist das anders. Wir machen das alle freiwillig. So etwas wie Eifersucht gibt es hier nicht. Auch oder erst Recht nicht der Herrin gegenüber. Im Gegenteil, wir mögen uns hier alle sehr.“ Merle führte sie weiter durch das Haus. Sie gingen in den ersten Stock wo sie Kim die Gästezimmer zeigte. „Ihr bleibt ja drei Tage hier, da kannst du dir das alles noch an sehen.“
„Des wusst ich garnich.“ sagte Kim. „Wie haben doch auch gar kein Gepäck dabei.“
„Na, für dich ist das ja auch nicht nötig. Im Notfall kannst du dir sicher bei jemandem eine Tunika aus leihen und eine Zahnbürste wird sich ganz bestimmt auch finden. Die Schwester der Herrin ist öfter mal hier und hat hier einen gut gefüllten Kleiderschrank.“
Sie gingen nun ins Erdgeschoss wo Paula noch immer auf dem Sockel in der Halle stand. Merle trat zu ihr, fasste den Ring an ihrem Halsband und zog sie zu sich herunter. Die Beiden küssten sich und Merle schloss die beiden Schlösser auf die Paulas Fußfesseln mit dem Sockel verbanden. „Nach dem Essen will ich dich wieder hier sehen.“
„Ja eure Hochwohlgeboren.“ sagte Paula grinsend.
Merle schaute sie nur an und gab ihr einen Klaps mit der Hand auf den nackten Hintern. Paula wackelte frech mit dem Po und bekam dafür noch einen Klaps. Sie wackelte weiter doch dieses Mal sagte Merle „Heute Abend im Keller. Ich muss Kim noch alles zeigen.“
„Wie du meinst Herrin.“ sagte Paula und grinste frech.
Sie gingen weiter und während Merle Kim den grünen Salon zeigte fragte diese „Wieso denn Herrin?“
„Weil sie versucht frech zu sein.“ sagte Merle lachend. Sie zeigte Kim die Küche wo zwei Frauen, Alina und Alessia, das Essen zubereiteten. Sie rührten in einem großen Topf Suppe und brieten Fleisch auf einer großen Pfanne. Beide waren an langen Ketten angeschlossen die in der Mitte der Küche von der Decke hingen. „Komm, hier stören wir nur. Ich zeig dir noch den Keller, dann ist es auch Zeit zum Essen.“ sie gingen eine weitere Treppe nach unten und befanden sich in einem großen Keller, offenbar war das gesamte Schloss unterkellert.
„Hier sind Waschküche, Vorratsräume und so weiter, alles was eben in einen Keller gehört. Hier ist das Schwimmbad“ sie öffnete eine Tür die zu einem großen Pool führte. „aber des interessanteste ist hier.“ sie öffnete eine Tür und betrat, gefolgt von Kim, einen großen Raum der nur schwach beleuchtet war. „Das Licht etwas heller.“ sagte sie und sofort wurde es heller im Raum.
Was Kim sah verschlug ihr die Sprache. Hätte sie es nicht besser gewusst, hätte sie diesen Raum als Folterkammer bezeichnet. Es gab eine richtige Streckbank und viele Vorrichtungen an, auf oder in denen man Menschen sicher gut foltern konnte, sogar eine eiserne Jungfrau stand mitten im Raum. In einer Ecke gab es einen Käfig aus Eisenstäben in dem eine Frau kniete und durch Ketten und Fesseln bewegungsunfähig war. Eine andere Frau stand hinter ihr und bearbeitete sie mit diversen Spielzeugen. Kim konnte deutlich sehen wie die Frau schwitzte und bemüht war, ihre Lust nicht laut heraus zu schreien. Doch das wäre ihr vermutlich sowieso nicht gelungen denn in ihrem Mund steckte ein großer Knebel in Form eines Balles auf den sie gerade fest zu beißen schien. Mit fasziniertem Entsetzen schaute Kim sich das Schauspiel an, unfähig sich ab zu wenden als sie hinter den Beiden eine Bewegung wahr nahm. An der Wand an einem großen X-förmigen Kreuz hing eine weitere Frau in Fesseln. An den Brustwarzen und den Schamlippen konnte Kim Klammern erkennen an denen an Ketten Gewichte hingen die hin und her schwangen.
„Das ist Mia.“ sagte Merle und deutete auf die Frau hinter den Käfig. Diese ließ kurz von der Frau im Käfig ab und winkte, hielt dann aber einen Finger vor die Lippen und deutete ihnen leise zu sein. Merle zog Kim wieder aus dem Raum heraus und schloss leise die Tür. „Das am Kreuz war Eva und im Käfig war Clara. Ich glaube, die Drei werden heute nicht zum Mittagessen da sein.“
„Was haben die Beiden denn angestellt das sie so bestraft werden?“ fragte Kim entsetzt.
Merle lachte laut. Als sie sich wieder beruhigt hatte sagte sie „Ich glaube, du verstehst da was falsch. Die Beiden haben nichts angestellt. Ist doch blöd, wenn man erst was anstellen muss um sich das zu verdienen. Darunter leiden doch allen Anderen auch. Denn wenn eine etwas anstellt, leidet ihre Arbeit darunter und das ist für alle schlecht. Also bittet man jemanden darum mit in den Keller zu gehen. Oder jemand nimmt einen einfach mit. Und Mia macht das besonders gerne wie du sicher gesehen hast.“ sie grinste breit.
„Sie wollen so behandelt werden?“ fragte Kim erstaunt.
„Zugegeben, wenn hier eine was wirklich schlimmes angestellt hat, kommt sie mitunter auch in den Keller. Aber mal ganz ehrlich,“ sagte Merle als sie wieder nach oben gingen „jede hat doch irgend einen Fetisch oder eine besondere Vorliebe. Bei Lotta sind es Windeln, bei Eva und Clara eben andere Sachen, wie du eben gesehen hast. Nur kennen viele sich selbst nicht mal so weit um das zu erkennen oder sie geben es nicht einmal vor sich selbst zu.“
„Und du?“ wollte Kim wissen.
„Seile.“ sagte Merle. Sie waren mittlerweile wieder in der Eingangshalle angekommen und sie führte Kim in ein Zimmer in dem sie bisher noch nicht waren. Merle nannte es den roten Salon. Tatsächlich war der größte Teil der Einrichtung und auch Wände, Decke und die Teppiche in rot gehalten. An den Wänden hingen auch hier einige Gemälde. Sie zeigte auf eines davon welches sie selbst zeigte wie sie in einem dichten Kokon aus Seilen von der Decke herab hing. Kim betrachtete das Bild und fand, das die Pose garnicht mal so schlecht aus sah. „Komm, lass uns mal rüber gehen, bevor du hier noch aus läufst.“ sagte Merle lachend. Kim spürte wie sie plötzlich rot wurde und wandte sich zögernd von dem Bild ab.
„Und die Herrin?“ fragte sie.
„Welche? Deine oder meine?“ Merle grinste breit.
„Meine? Was meinst du?“
„Sie steht, genau wie die ihre Schwester eher auf der aktiven Seite, aber wenn du es genauer wissen willst, fragst du sie besser selbst ob sie dich mal mit in den Keller nimmt.“ sagte Merle. Leise fügte sie hinzu „Sie ist in manchen Dingen ziemlich geschickt.“ Sie lachte als sie Kims entsetztes Gesicht sah.
„Ich hab ’nen ganzen Tag in der Schule im Keller gesteckt. Und des fand ich überhaupt nich toll.“ sagte Kim.
„Ich kenne den Keller in der Schule selbst. Da hab ich sicher öfter gestanden als viele Andere. Das ist aber auch etwas ganz anderes. Da stehst du nur rum, hast die schweren Eisen an Armen und Beinen und nach drei Stunden tun dir alle Knochen weh, weil du dich nicht bewegen kannst. Und wenn du dich einfach hängen lässt, scheuern dir nach einer Zeit die Eisen die Gelenke wund. Du bist alleine und dauernd geht das Licht an und aus. Sowas soll eine Strafe sein. Und das ist es auch ganz sicher. Das, was hier im Keller passiert ist etwas ganz anderes. Sicher tut es manchmal auch weh, aber Schmerzen können auch sehr befreiend sein.“ Kim sah sie verwundert an. Sie konnte sich nicht vorstellen, irgend etwas positives an Schmerzen zu sehen.

Merle führte sie in den grünen Salon in dem der große Esstisch bereits gedeckt war. Einige der Frauen standen bereits hinter den Stühlen und warteten. Merle führte Kim zu dem Stuhl links neben dem Kopfende und stellte sich hinter den Stuhl direkt daneben.
„Warte mal, so geht das aber garnicht.“ sagte sie und zog Kim mit sich. „Als Serva solltest du bei Tisch passend gekleidet sein.“
„Was meinst du mit passend gekleidet? Ihr habt doch alle garnichts an.“ sagte Kim als sie den Salon verließen und in ein Nebenzimmer gingen.
„Ja eben. Hier kannst du deine Sachen ab legen. Ich nehme mal an, die nächsten zwei oder drei Tage brauchst du die Sachen ja sowieso nur wenn wir raus gehen. Obwohl, da kannst du von mir eine Tunika haben, ist doch viel bequemer.“
Kim schaute Merle groß an.
„Schämen brauchst du dich doch nun wirklich nicht, wir haben doch alle nichts an.“ Merle lachte wieder einmal. Dieses Lachen hörte sich wie schon die Male zuvor sehr freundlich an. Kim zog ihre Kleider aus und legte sie ordentlich über einen Stuhl der in dem Raum stand.
„Nö, schämen brauchst du dich wirklich nicht.“ Merle musterte Kim von oben bis unten. Dann gingen sie zurück in den Salon und stellten sich wieder hinter die Stühle. Kurze Zeit später kamen die beiden Herrinnen hinein und stellten sich ebenfalls hinter ihre Stühle, Konstanze gegenüber von Kim und ihre Schwester am Kopfende des Tisches.
Merle beuge sich zu Kim „Der Stuhl, das ist deine Aufgabe.“ sie nickte in Richtung der Herrin. Kim sah sie fragend an. „Du musst ihr den Stuhl halten.“
Nun verstand Kim, ging zu Herrin Valeria, knickste und hielt ihr den Stuhl. Sie schob ihn etwas nach vorne so das sie bequem am Tisch saß. Dann stellte sie sich wieder hinter ihren Stuhl. Paula tat das Selbe bei Herrin Konstanze und als diese saß nickte Herrin Valeria kurz worauf hin sich die Serva ebenfalls setzten. Kim tat es ihnen gleich.
„Ich wünsche euch allen einen guten Appetit.“ sagte sie und begann sich das Essen auf den Teller zu legen. Auch Herrin Konstanze, die mittlerweile ebenfalls ein ähnliches Kleid wie sie trug fasste nun Essen auf ihren Teller. Als die Beiden fertig waren begannen auch die anderen Frauen damit und alle begannen zu essen.

Kim genoss trotz der Tatsache das sie nackt war das Essen. Alles war sehr lecker und sie aß mit viel Appetit.
„Wie findest du, was du bisher gesehen hast Kim?“ fragte Herrin Valeria während des Essens.
Kim schluckte einen Bissen herunter und sagte „Ich finde es alles ziemlich, ähm, interessant Herrin.“ sagte sie. Einige der Frauen lachten und auch die beiden Herrinnen fielen mit ein.
„Ja, ich glaube, das dürfte es für Außenstehende ziemlich treffend formulieren.“ sagte diese. „Könntest du dir vorstellen hier zu leben?“
Nun wurde Kim rot. „Ich weiß nich, des is alles sehr, ich weiß nich ob das alles was für mich wär Herrin.“ sagte sie verlegen.
„Ich nehme an, Merle hat dir viel zu viel gezeigt.“ die Herrin lachte. „Hier gilt, alles kann, nichts muss. Außer natürlich für einige bestimmte Dinge, wie die Kleiderordnung oder bestimmte Aufgaben wie das Begrüßen von Gästen und natürlich den üblichen Aufgaben einer Serva wie kochen, putzen und so weiter. Meine Schwester hat mir erzählt, du hast in der Schule eine Freundin?“ Kim nickte. „Ich nehme an, euch ist bewusst, daß das spätestens wenn ihr versteigert werdet, vorbei sein wird?“ Wieder nickte Kim. Das war ihr nur zu schmerzlich bewusst. „Nun, vermutlich wird niemand daran etwas ändern können. Aber ich gebe dir einen Rat: Genieße es, solange es dauert. Ein Jahr ist eine lange Zeit und es kann viel passieren.
Kim sah sie mit großen Augen an. Was wollte ihr die Baroness damit denn sagen, fragte sie sich.
„Nun iss weiter, sonst wird das schöne Essen noch kalt.“ sagte Herrin Valeria.

Nachdem alle auf gegessen hatten, klatschte Herrin Valeria in die Hände. Die Beiden Frauen die in der Küche das Essen zubereitet hatten räumten den Tisch ab und brachten dann große Schüsseln mit gezuckerten Erdbeeren, Milch und Schlagsahne herein. Sie setzten sich wieder und alle nahmen sich vom Nachtisch. Bevor sie anfingen diesen zu essen sagte Herrin Valeria: „Franziska? Luisa?“ und deutete auf Konstanze und Kim. Diese fragte sich, was das zu bedeuten hatte.
Die Beiden nickten grinsend und rutschten elegant von ihren Stühlen unter den Tisch. Die anderen Frauen begannen zu essen und auch Kim ließ sich die Erdbeeren schmecken über die sie Sahne gegeben hatte. Herrin Konstanze lächelte sie kurz an und schloss dann die Augen. Plötzlich spürte Kim eine Berührung zwischen ihren Beinen. Erschrocken nahm sie diese zusammen doch zwei Hände drückten sie sanft auseinander und begannen sie zu streicheln. Sie sah zu Herrin Konstanze die ihr grinsend zu nickte. Kim wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte, aber sie konnte ja jederzeit sagen, daß sie das nicht wollte. Die Hände wanderten langsam ihre Beine hinauf bis zu ihrer Scham und begannen sie nun dort sanft zu streicheln. Die Berührung erregte sie über alle maßen und als sie spürte wie nun ein Kopf zwischen ihre Beine wanderte legte sie die Hände still auf den Tisch und blieb bewegungslos sitzen. Sie sah wie ihre Herrin ungerührt weiter aß während ihr Blick leicht abwesend war. Kim wusste, sie konnte jederzeit sagen das es aufhören sollte und war sich sicher das auch gleich tun zu wollen, doch das hatte auch noch einen Augenblick Zeit. Ihre Hand verkrampfte sich um den Löffel den sie noch immer hielt. Gleich würde sie sagen es soll aufhören, einen Augenblick noch. Auch ihre Herrin hatte nun die Hände still auf den Tisch gelegt und stöhnte leise. Sie hörte noch jemanden leise stöhnen. Sie bemerkte daß sie selbst das war. Jetzt musste es aufhören, sagte sie sich und öffnete den Mund, doch sie brachte nur ein weiteres Stöhnen heraus, lauter als zuvor. Schnell schloss sie den Mund wieder und spürte wie sie dieser Welt entrückte. Es brach über ihr zusammen und riss sie mit sich in eine andere Welt in der nichts um sie herum noch von Bedeutung war.

Als sie die Augen wieder öffnete saß ihre Herrin ihr noch immer gegenüber und war dabei genüsslich ihr Dessert zu essen. Franziska und Luisa saßen wieder an ihren Plätzen und aßen ebenfalls. Sie hob ihren Löffel auf der auf dem Tisch lag, schaute sich verstohlen um und aß weiter. Niemand schien sich übermäßig dafür zu interessieren was eben geschehen war. Nur Paula, die ihr gegenüber saß lächelte sie gelegentlich an.

„Was war des denn eben?“ fragte sie Merle nachdem Herrin Valeria die Tafel aufgehoben hatte und alle den Tisch verlassen hatten. Sie war ihr nach oben in ihr Zimmer gefolgt und zog sich gerade eine Tunika an die Merle ihr geliehen hatte.
„Was meinst du?“ fragte diese sie mit einer Unschuldsmiene die jedem Taschendieb zum Freispruch verholfen hätte.
„Des am Tisch mein ich, als Franziska oder Luisa bei mir unterm Tisch war.“ sagte Kim noch immer ein wenig entrückt.
„Sieh es als kleines Willkommensgeschenk der Gastgeberin an die Gäste an.“ sagte Merle.
„Haben die Beiden des auch freiwillig gemacht?“ fragte Kim als sie recht ungeschickt versuchte das Thema zu wechseln.
„Sicher, sie hätten auch nein sagen können.“
„Was wäre dann passiert?“
„Dann hätte die Herrin die nächsten Beiden gefragt.“ ein leichtes Grinsen machte sich auf Merles Gesicht breit.
„Und wer wäre des gewesen?“ wollte Kim wissen.
„Ich sag mal so, so einfach wärst du bei mir nicht davon gekommen.“ Nun grinste Merle so breit es nur ging. Kim spürte wie sie rot anlief und wäre am liebsten im Boden versunken.

„Komm, wir gehen nach unten.“ Merle ging bereits aus dem Zimmer. „Wenn du willst, kannst du dich ja revanchieren.“ sagte sie lachend.
„Revanchieren? Wie denn und bei wem denn? Ich weiß ja nich mal, wer von den Beiden des war.“ Kim sah sie ratlos an.
„Das Wie ist ganz einfach. Die Beiden dürfen sich ja nicht bewegen so lange sie auf ihren Säulen sitzen. Und hinter ihnen ist ja mehr als genug Platz daß du dich hinter sie stellen kannst. Bei wem kann ich dir auch nicht sagen. Da müsstest du sie schon selbst fragen.“
„Ich glaub, des lass ich lieber.“ sagte Kim.
„Tja, dann werden die Beiden wohl oder Übel noch eine ganze Weile warten müssen.“ Noch immer grinste Merle breit.
„Wieso denn des?“
„Ganz einfach, die Beiden werden heute Abend nachdem sie von ihren Säulen herunter kommen, eingeschlossen werden. Sie sitzen noch die nächsten beiden Tage da. Und abends werden sie eben verschlossen.“ sagte Merle in aller Seelenruhe.
„Was meinst du denn mit eingeschlossen? In ihrem Zimmer?“
„Nein. Warte, ich zeig es dir.“ anstatt die Treppe herunter zu gehen ging Merle in eines der Zimmer. Dieses war ziemlich seltsam eingerichtet fand Kim. Alles war in grell bunten Farben gehalten und auch die Möbel waren alles Andere als gewöhnlich. Ein Bett gab es nicht, nur einige dicke Decken lagen auf einer großen Matratze an der Wand direkt neben der Tür. Auch eine Couch fehlte, statt dessen gab es auf dicken Balken stehend zwei große Kisten aus Holz, eine in etwa einem Meter Höhe, die Andere fast unter der Decke groß genug daß darin jemand darin liegen konnte. Die Kisten wiesen an ihren Vorderseiten große, runde Öffnungen auf. Kim schaute hinein und sah daß diese Kisten innen weich gepolstert waren. Auch einige dicke Bretter die in unterschiedlichen Höhen an dieser Konstruktion befestigt waren gab es, auch diese waren dick gepolstert. Ein Fernseher hing an der Wand neben der Tür zum Badezimmer. Der Schrank teilte den Raum in zwei Teile. In der zweiten Hälfte befanden sich auf dem Fußboden zwei Näpfe mit Wasser. Außerdem gab es etwas was Kim an ein Katzenklo erinnerte, nur war dieses wesentlich größer als gewöhnlich.
„Was ist des denn?“ fragte sie erstaunt.
„Ich sag ja, jeder hat so seinen Fetisch.“ sagte Merle. „Und die Beiden spielen halt gerne Katze, mit allem Drum und dran.“ sie deutete auf die Kisten. „Meistens schlafen sie zusammen da drinne.“ Sie ging zum Schrank und öffnete diesen. In diesem Teil des Schrankes befanden sich keine Kleider. Statt dessen gab es mehrere Holzkisten in denen Merle nun etwas suchte. In einigen befanden sich gepolsterte Ringe aus Stahl die gerade dick genug waren um als Hand oder Fußreifen durchgehen zu können. Es gab einige Ketten und Schlösser. „Das hat übrigens jede von uns. Bei Paula hast du die Fußeisen ja schon gesehen. Als ich gesagt habe, sie werden eingeschlossen, meinte ich die hier.“ sie hielt Kim ein seltsames Gestell aus flachen Stahlteilen hin. Es erinnerte entfernt an einen Tanga, nur war dieses Teil komplett aus Stahl gefertigt und auf der Innenseite mit einem schwarzen, weichen Material gepolstert.
„Was is des denn?“ wollte Kim wissen. Zwar hatte sie eine leise Ahnung aber wirklich glauben, was sie sah konnte oder vielmehr wollte sie jedoch nicht so recht.
„Das ist ein Keuschheitsgürtel. Den hat hier auch jede. Den ziehen die Beiden nachher an, sowie sie von ihren Säulen herunter dürfen.“
Kim starrte weiterhin dieses Teil an. Merle legte diesen und einen weiteren Keuschheitsgürtel auf eines der Bretter vor dem Fenster. „Jetzt wissen sie, was sie zu tun haben. Aber ich sag es ihnen unten gleich noch mal.“
„Aber wieso denn?“ fragte Kim.
„Ganz einfach,“ sagte Merle „um dich ein wenig zu erpressen.“ sie grinste breit. „nun liegt es an dir, ob sie drei Wochen lang enthaltsam leben müssen oder ob du ihnen eine kleine Revanche gönnst.“
„Drei Wochen?“ rief Kim aus.
„Naja, hast ja recht, drei Wochen sind ziemlich wenig. Sagen wir vier Wochen.“
Kim klappte die Kinnlade herunter.
„Die Beiden haben während der nächsten fünf Mahlzeiten ja noch genug Zeit, dich zu überreden.“
Kim schaute sie groß an. Während jeder Mahlzeit die sie hier einnehmen sollte, sollte das Selbe wie vorhin noch einmal passieren? „Und… Und es gibt keine Chance, daß sie die vorher ausziehen dürfen?“
„Doch, für jedes Mal das du dich bei ihnen revanchierst bekommen sie eine Woche abgezogen.“
„Aber des is ja gemein.“ sagte Kim entsetzt. „Was wäre denn, wenn wir einfach sagen würden, daß ich es getan hab?“
„Das würden die Beiden nie machen. Genau so wenig wie sie sich selbst Erleichterung verschaffen würden wenn sie auf ihren Säulen sitzen oder sie sich duschen. Eine Serva darf nicht lügen, das weißt du ja. Und hier kommt noch dazu, daß hier nur dann alles funktioniert wenn wir ehrlich zueinander sind und Anweisungen wirklich befolgen. Sonst würde es hier drunter und drüber gehen. Ich gebe dir mal ein Beispiel. Du hast vorhin gesehen daß ich am Schreibtisch angekettet war. Wenn das dauernd jemand kontrollieren oder sogar mit dem Schlüssel hinter mir her rennen müsste, was denkst du denn, wie diejenige noch andere Arbeiten erledigen sollte? Deshalb haben wir alle den Schlüssel für unsere Schlösser meistens bei uns. Außerdem, überleg mal, was wäre wenn es zum Beispiel brennen würde. Niemand könnte rechtzeitig alle Schlösser öffnen wenn alle schlafen. Deshalb funktioniert das hier nur wenn alle mit machen.“ Merle sah Kim ernst an. „Ansonsten würde hier alles nur mit Strafen funktionieren. Und auch dafür hat niemand hier Zeit. Vielleicht wenn noch zwei oder drei Serva mehr hier wären, aber schön wäre das dann nicht mehr hier. Richtig ernste Strafen gibt es hier sowieso kaum. Nur für Lügen gibt es ziemlich harte Strafen. Aber das hat nicht die Baroness beschlossen sondern wir selbst.“
„Aber warum?“
„Warum? Weil alle hier sie sehr gerne haben. Sie müsste das alles hier nicht machen. Für sie würde es doch vollkommen ausreichen wenn sie zwei oder drei Serva hätte. Den ganzen Rest könnte sie genau so gut von einem Reinigungsdienst machen lassen und von einem Landschaftsgärtner und so fort. Das Geld dazu hat sie nämlich. Sie verdient alleine mit dem Weingut genug um sich das leisten zu können. Sie tut das alles nicht für sich. Ihr ging es einmal ganz genau so wie es dir im Moment geht. Auch sie hatte eine Freundin an der Schule bis sie versteigert wurde. Sie hat sie nie wieder gesehen. Deshalb hat sie einigen von uns eben diese Chance gegeben. Und deshalb will keine von uns es ihr unnötig schwer machen.“
„Ich verstehe.“ sagte Kim. „Aber wie passt des mit den Keuschheitsgürteln denn dazu?“
Merles Gesichtsausdruck wurde wieder etwas weicher als er war während sie Kim das alles erklärt hatte. „Ganz einfach, das macht einfach jemandem Spaß. In diesem Fall mir und ein bisschen auch Franziska und Luisa. Aber manchmal ist das auch einfach zur Strafe. Ich sag ja, wirklich schlimme Strafen gibt es hier kaum. Und mal ein paar Tage oder Wochen keusch zu sein hat noch niemandem geschadet.“ sie sah Kims Gesichtsausdruck und lachte. „Aber die Baroness denkt sich schon mal kleine Gemeinheiten aus, ganz abseits von irgend welchen manchmal einfach notwendigen Strafen.“
„Und was hat sie von alle dem?“
„Zum Beispiel das jede Nacht eine, zwei oder auch mal mehr von uns bei ihr im Bett liegen. Oder auch unter den Tisch kommen wenn keine Gäste da sind.“ Merle zwinkerte ihr zu.
„Sie befiehlt des einfach?“
„Anders herum würde es nicht klappen. Würde sie fragen bräuchte sie ein viel größeres Bett.“
Nun war es an Kim los zu lachen. „Ich verstehe. Würde sie des einfach fragen würdet ihr wahrscheinlich alle zu ihr kommen. Ich glaub, des kann ich sogar verstehen.“
„So in etwa.“ Merle fiel in Kims Lachen mit ein.
„Warum denn nich einfach ein großes Zimmer mit einem riesigen Bett in dem alle Platz haben?“
„So ein bisschen Anstand wollen wir auch noch halten.“ Merle versuchte zwar ernst zu bleiben, was ihr aber nur schwerlich gelang. „Komm, wir wollen langsam mal nach unten gehen.“

Die Beiden gingen nach unten und verließen das Haus. Neben der Tür saßen Franziska und Luisa wieder auf ihren Säulen angekettet. Merle stellte sich zwischen die Beiden. „Ich habe eben eure Gürtel raus gelegt. Die dürft ihr die nächsten vier Wochen tragen.“ sagte sie.
„Uff, gleich vier Wochen? Das ist ganz schön heftig.“ sagte Luisa während Franziska grinsend zu Merle schaute. „Ist in Ordnung. Aber mach dich auf was gefasst.“

„Was meinte sie damit, du sollst dich auf was gefasst machen?“ fragte Kim als Merle sie durch den Park führte.
Merle musste lachen. „Ich habe keine Ahnung, was sie vor hat. Aber ich fürchte, ich werde es noch merken. Vier Wochen können ganz schön lang werden.“
Sie gingen auf ein kleines, achteckiges Gebäude zu das in den Hang gebaut war. Zwei Auffahrten führten rechts und links davon in einem Bogen zur oberen Etage.
„Das hier war früher mal eine Kapelle. Die ist im 19ten Jahrhundert abgebrannt und dann wurde das sogenannte Belvedere gebaut. Das heißt so viel wie schöne Aussicht. Von hier hat man einen schönen Ausblick auf das Schloss und die Terrassen.“ dozierte Merle und schloss die Eingangstür auf. Sie gingen hinein und sie verschloss die Tür wieder hinter sich. Kim machte große Augen als sie sich um sah. An der hinteren Wand stand ein großes X aus Holz. Wo für das war, konnte sie sich nach dem sie das Kreuz im Keller gesehen hatte gut vorstellen.
„Was passiert jetzt? Willst du mich hier dran binden?“ fragte sie etwas verängstigt.
Merle sah sie an und lachte. „Wenn du willst gerne. Aber eigentlich wollte ich dir den Weinberg zeigen. Dazu müssen wir hier nach oben.“ sie deutete auf eine schmale Treppe im hinteren Bereich des Gebäudes. „Was meinst du? Möchtest du es mal ausprobieren?“
„Lieber nich.“ sagte Kim und ging an dem Kreuz vorbei zu der Treppe.
„Du weißt ja nicht, was du verpasst. Der Ausblick ist wirklich toll. Man kann das ganze Schloss von da aus sehen.“ sie deutete auf das Kreuz. „Aber das musst du wissen.“
Kim schüttelte nur den Kopf, die Aussicht daraus so wie Eva an diesem Kreuz zu hängen begeisterte sie nicht gerade.
„Na, dann nicht.“ Merle lachte. „Bis zum Herbst muss das alles noch weg. Beim Weinfest können die Besucher hier nämlich alles besichtigen. Sogar das Schloss und den Park.“ Sie ging gefolgt von Kim die Treppe nach oben in eine große Garage in der mehrere Elektrowagen standen. Die Meisten davon waren offensichtlich für die Bewirtschaftung der Weinberge bestimmt. Merle ging an den Wagen vorbei und öffnete die Tür im hinteren Bereich der Garage. Dort trat sie ins Freie. Kim folgte ihr und war froh, das Gebäude wieder zu verlassen.

Draußen befanden sich mehrere Leute die gerade einem Fremdenführer zu hörten. „Prima, Justus macht gerade eine Führung, da hängen wir uns einfach dran.“ sagte Merle „Dann brauch ich nicht alles erzählen, er kann das viel besser als ich.“
Nachdem Justus der Gruppe etwas zum Belvedere gesagt und einige Fragen beantwortet hatte führte er die Gruppe einen schmalen Weg entlang der den Weinberg hinauf führte. Er erklärte den Unterschied zwischen verschiedenen Rebsorten und welche Weine wie gewonnen wurden. Sie kamen nach einer viertel Stunde an einem kleinen, runden Türmchen an. Dieses, so erklärte Justus war früher einmal eine Unterkunft für Erntehelfer gewesen und wurde nun als Ferienhaus vermietet.
„Von hier haben sie einen herrlichen Blick über das gesamte Anwesen.“ sagte Justus und deutete mit dem Arm einmal im Halbkreis herum. „Links können sie die moderne Kellerei sehen. Diese können Sie eben so besichtigen wie die alte Kellerei rechts. Nur das Schloss mit den Terrassen davor und dem Park dahinter sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.“
„Das kann ich mir denken.“ sagte eine ältere Frau aus der Gruppe. „Wenn auch nur die Hälfte der Gerüchte stimmt die man sich über die Baroness erzählt, dann will die natürlich nicht, das irgend jemand davon etwas mit bekommt.“
Merle kicherte leise vor sich hin. „Was für Gerüchte erzählt man sich denn über mich? Verzeihung, ich meine natürlich über die Baroness“ fragte sie lachend.
Die Frau sah sie bedeutungsvoll an. „Sie soll junge Serva kaufen, die man nie wieder sieht. Angeblich trinkt sie deren Blut und badet darin um sich ihre Jugend zu erhalten.“
Nun lachte Merle. „Also das kann ich nicht so bestätigen, ich wohne schon seit fast hundertzehn Jahren, ähm, natürlich seit zehn Jahren im Schloss und habe so etwas noch nie zu Gesicht bekommen.“ Die Besucher schauten nun alle zu ihr, einige hatten ihre Anspielung verstanden und lachten.
Die Frau sah sie leicht verärgert an. „Sie sollten keine Witze darüber machen junge Frau. An den Meisten Gerüchten ist doch immer auch etwas Wahrheit dran.“
„Das, was sie da gerade erzählt haben, stammt aus den Geschichten über Elisabeth Báthory, die sogenannte Blutgräfin die im 16ten und 17ten Jahrhundert im damaligen Ungarn lebte. Aber hier findet so etwas ganz sicher nicht statt. Natürlich gibt es Dinge die auch hier besser hinter verschlossenen Türen gehalten werden, wie in jedem anderen Haus auch. Aber wenn Sie möchten, zweimal im Jahr, nämlich im Oktober zum Weinfest und im Sommer zum Sommerfest können Sie auch das Schloss und den Park besichtigen.“
„Sie scheinen sich mit dieser Geschichte ja gut auszukennen junge Frau. Ich nehme an, an den Tagen an denen man auch das Schloss besichtigen kann, wird es natürlich keine Hinweise darauf geben was dort tatsächlich passiert. Sonst würde es wohl viel öfter auch Führungen durch das Schloss geben.“ erwiderte die Frau.
Merle sah sie ernst an. „Natürlich habe ich mich über diese Geschichte informiert. Wenn Sie möchten und Unterhaltung der etwas düsteren Art bevorzugen, es gibt genügend Filme in denen das Leben der Gräfin Báthory beschrieben wird. Wenn man andauernd solche Gerüchte über sich hört, fragt man sich natürlich wie diese entstanden sind und wo sie her kommen. Und ganz unter uns, Selbstverständlich wird das Schloss an den Tagen an denen die Führungen statt finden ganz besonders ordentlich und gründlich aufgeräumt und geputzt. Immerhin ist das kein Museum das nur für Besucher da ist sondern es leben Menschen dort die auch gerne mal nicht alles perfekt aufgeräumt hinterlassen. So etwas möchte man doch niemandem zeigen. Und ganz ehrlich, möchten Sie denn daß jeden Tag 60 bis 100 Leute durch ihr Wohnzimmer laufen und sich ansehen, wie Sie leben und wohnen? Möchten Sie das diese Leute dann andauernd irgend welche sinnigen Kommentare abgeben wie ’Ach das ist ja ein besonders reizvoller Teppich’ oder ’Sieh dir doch mal diese furchtbaren Gardinen an’ oder vielleicht ’Schau dir mal diese Bilder an, das muss ja eine wirklich seltsame Familie sein die hier lebt.’? Ich möchte das jedenfalls nicht.“
Die Frau wollte noch etwas sagen, schloss aber schnell den Mund und hob empört den Kopf. Doch Merle war noch lange nicht fertig mit ihrer Erklärung. „Wissen Sie was? Es geschehen tatsächlich sehr sehr schreckliche Dinge dort.“ sie schaute sich um und sagte leise und in verschwörerischem Tonfall „Wir sind mehrere Serva dort und wir müssen tatsächlich alle arbeiten. Wir werden dazu gezwungen zu Putzen und auf zu räumen. Und wir müssen Gartenarbeit verrichten, stellen sie sich das einmal vor, einfach nur entsetzlich so etwas, finden Sie nicht auch? Und das Schlimmste ist, einige von uns müssen sogar Kochen und Essen zu bereiten, ganze drei mal am Tag, das ist doch einfach nur schrecklich, oder etwa nicht?“ sie schaute die Besucher an die alle, bis auf diese Frau lachten. „Und ich muss sogar Freunden der Baroness das Anwesen zeigen. Das ist so eine schlimme Aufgabe, das ich mich hier mit ihr zusammen einfach an die Führung halte damit mir diese schwere und aufreibende Aufgabe etwas erleichtert wird.“
Die Frau sah sie verärgert an. Merle ließ sich durch diesen Blick noch weiter anstacheln. „Wissen Sie was? Wir bekommen richtiges Essen, stellen Sie sich das einmal vor. Richtiges Essen mit Fleisch, Gemüse und frischem Obst. Wasser und Brot bekommen wir überhaupt nicht. Und wir haben nicht mal Strohsäcke sondern müssen in richtigen Betten mit weichen Matratzen und warmen Decken schlafen, wie soll das nur eine Serva aushalten? Und keine von uns ist geknebelt. Wir werden gezwungen miteinander zu reden und die Baroness zwingt uns dazu zu duschen oder sogar zu baden. Jeden Tag.“ sagte sie mit weinerlichem Tonfall und schüttelte sich demonstrativ „Ich bin ja so froh darüber das ich mich, wenn ich am Schreibtisch sitze, anketten darf. Denn sonst müsste ich doch den ganzen Tag frei herum laufen. Und nicht mal ausgepeitscht werden wir regelmäßig.“ sie drehte sich um und zog die Arme aus der Tunika so das alle ihren Rücken sehen konnten. „Sehen Sie das? Nicht ein einziger Striemen. Sehen Sie?“ sagte sie gespielt weinerlich und schloss die Tunika bevor sie sich wieder um drehte.

„Wenn ich dann mal weiter machen darf?“ fragte Justus, der sie amüsiert an sah.
Merle knickste vor ihm und sagte „Aber gerne doch.“
Justus verbeugte sich tief, viel zu tief vor einer Serva wie Kim fand. Er setzte seine Erklärungen zu dem Anwesen, zur Kelterei und den Weinbergen fort. Dabei führte er die Gruppe langsam durch den Weinberg zurück nach unten.
„Da hast du aber gleich mit so ziemlich allen Klischees aufgeräumt.“ sagte Kim leise zu Merle.
„Sowas macht mich wirklich wütend. Ich weiß nicht, woher diese Gerüchte kommen, sowas hört man bei fast jeder Führung mindestens einmal. Selbst in den Schulen bekommen wir das zu hören wenn wir zu einer Versteigerung kommen. Aber zu versuchen sie aus der Welt zu schaffen wird wohl nie gelingen. Denn jedes Mal wenn man ein Gegenargument dazu bringt ist das natürlich an den Haaren herbei gezogen. Ich fürchte, selbst wenn man jemanden einladen würde, mal selbst ein paar Tage oder sogar Wochen hier zu leben würde das nichts helfen, denn dann hätten wir natürlich vorher alle Beweise dafür gut versteckt.“ sagte Merle und klang ein wenig traurig.
„Machen Sie sich nichts draus.“ einer der Gäste war zu den Beiden getreten Er hatte offenbar mit gehört was Merle gesagt hatte. „Ich lebe seit fünf Jahren mit einer Serva zusammen. Und die Nachbarn sind alle der Überzeugung ich hätte nichts besseres zu tun als sie den ganzen Tag lang zu schlagen und zu quälen. Ich kenne solche Gerüchte nur zu gut. Und sie zu entkräften wird nie funktionieren. Wir haben uns einfach damit abgefunden und machen uns einen Spaß daraus diese Gerüchte selbst zu nähren. Mittlerweile leben wir nach dem Motto: wenn es dir nicht gelingt, so etwas zu entkräften, dann sorge wenigstens dafür, das du selbst deinen Spaß daran hast, was die Leute so sagen. Und Sie“ er deutete auf Merle „haben das ja scheinbar ganz gut im Griff.“

Mittlerweile war die Gruppe und mit ihr auch Merle und Kim auf dem Besucherparkplatz vor der Kellerei angekommen wo Justus die Besucher verabschiedete.
„Eine Führung durch die Kellerei machen wir aber jetzt nicht noch mit.“ sagte Merle zu Kim. „Ich kenne die schon fast auswendig und für dich dürfe das im Moment auch eher uninteressant sein.“
Kim nickte nur und sie gingen zurück zum Schloss. Am Eingang saßen Franziska und Luisa noch immer auf ihren Säulen.
„Na, wie sieht’s aus Kim?“ Merle deutete zu den Beiden.
„Tut mir leid, aber ich kann des nich. Ich hab jetzt schon ein schlechtes Gewissen. Wegen der Sache beim Essen mein ich.“ sagte Kim bedauernd.
„Du meinst wegen deiner Freundin?“
Kim nickte.
„Ist schon in Ordnung Kim.“ sagte Merle verständnisvoll. Sie wandte sich an die Beiden auf ihren Säulen: „Ihr könnt jetzt auch mal Feierabend machen.“ sagte sie.
„Danke Merle.“ sagten die Beiden, schlossen die Ketten auf und stiegen von den Säulen herunter. Beide knicksten vor Merle und gingen ins Haus.
Auch Merle ging, gefolgt von Kim ins Haus. Sie gingen nach oben in das Wohnzimmer wo die Meisten der Frauen bereits saßen und es sich, jede auf ihre Art und Weise bequem gemacht hatten. Nur Antonia und Jana fehlten. Die Beiden, so erklärte Merle waren bei den Herrinnen, die sich noch immer im Wintergarten aufhielten. Merle setzte sich einfach auf Paulas Schoß die in einem Sessel saß und lehnte sich bei ihr an. Kim nahm auf einem freien Sessel Platz und schaute Lotta zu die vor der Staffelei stand und malte. Sie trug noch immer eine Windel die von einer Gummihose gehalten wurde und den Eindruck machte, bereits ziemlich voll zu sein.
„Is das nich ziemlich unbequem?“ Kim sah Merle an und deutete zu Lotta.
„Das fragst du sie am Besten selber.“ sagte Merle. „Lotta, Kim wollte grad wissen ob deine Windel nicht unbequem ist.“ sagte sie etwas lauter.
Lotta drehte sich um und schaute zu Kim. „Ich finde es nicht all zu unbequem.“ sagte sie „Außerdem, man gewöhnt sich schnell dran. Dann fehlt einem was, wenn man sie nicht trägt.“ sie grinste breit. „Außerdem muss man dann höllisch aufpassen. Wenn man sich einmal dran gewöhnt hat und sie dann mal nicht tragen darf, dann kann schnell mal was passieren.“ meinte sie lachend.
Kurze Zeit später kamen Franziska und Luisa ins Zimmer. Beide trugen den Keuschheitsgürtel den Merle ihnen vorhin heraus gelegt hatte. Die Beiden gingen auf alle Vieren und stolzierten wie Katzen im Zimmer herum. Luisa rieb ihren Kopf an Kims Beinen und legte sich dann auf ihre Füße. Franziska, die das mit bekommen hatte, sprang vom Sofa herunter auf dem sie es sich bequem gemacht hatte und ging ebenfalls zu Kim. Mit einem leichten Hieb versuchte sie Luisa weg zu scheuchen. Diese wollte sich das nicht gefallen lassen und verpasste Franziska ebenfalls einen leichten Hieb mit der Hand ins Gesicht. Schnell entspann sich eine richtige Kabbelei wie man sie auch unter echten Katzen sehen konnte.
„Schluss jetzt ihr Beiden!“ rief Merle laut. Die Beiden standen auf, gingen zu ihr, sagten „Entschuldigung Merle.“ und knicksten.
„Ja ja, schon gut. Hört einfach auf damit. Sonst gibt’s Ärger.“ sagte Merle. Sie stand auf, ging zu Kim und legte ihr eine Hand auf die Schulter. So laut, das alle im Raum es hören konnten sagte sie „Passt mal bitte auf, Kim möchte nicht spielen. Es ist ihr unangenehm, also werden wir sie in Ruhe lassen, so lange sie hier ist. Das gilt für alle.“ sie warf Mia einen strengen Blick zu. „Verstanden?“
Alle schauten zu Kim und nickten. „In Ordnung Herrin.“ sagte Mia mit einem leicht bedauernden Ausdruck im Gesicht.
„Werd mal nicht frech Mia.“ Merle lachte und wandte sich dann zu Franziska und Luisa die es sich auf der Rückenlehne der Couch gemütlich gemacht hatten. „Für euch Beide heißt das leider das ihr die nächsten vier Wochen die Gürtel an behalten werdet. Denn eigentlich hatte ich geplant, das Kim euch die Zeit verkürzen kann. Aber ich kann sie verstehen, es ist alles neu für sie. Also benehmt euch ihr gegenüber.“
„Heißt das, wir dürfen so lange sie hier ist, garnicht spielen?“ fragte Luisa.
„Damit hast du die nächsten Wochen ja sowieso keine Probleme, oder?“ Einige der Frauen lachten. „Nein, das heißt es nicht. Nur lasst sie einfach raus.“ Sie schaute auf die Uhr neben der Tür „Alina, Alessia, ich glaube, es wird Zeit, das Abendessen zuzubereiten.“
Die Beiden standen auf, knicksten tief vor Merle und gingen hinaus.
„Tut mir leid, ich will euch keine Umstände machen.“ sagte Kim.
Lotta kam zu ihr, kniete sich vor ihr auf den Boden und nahm ihre Hände. „Ist doch in Ordnung, Mach dir keine Gedanken deswegen. Die Einzigen die damit Probleme haben werden sind Franziska und Luisa. Und die können es vertragen.“

Kim hatte die ganze Zugfahrt über nicht ein Wort gesagt, selbst jetzt wo sie wieder zu Hause waren redete sie nur das nötigste. Konstanze beobachtete sie wie sie ihre Arbeit erledigte. Sie tat dies gewissenhaft und still, doch hin und wieder konnte Konstanze ein Lächeln in ihrem Gesicht sehen. Nun saßen sie zusammen am Küchentisch und aßen gemeinsam zu Abend.
„Was denkst du Kim?“ fragte Konstanze.
„Ich weiß nich so recht. Des is alles ziemlich seltsam gewesen. Aber irgend wie fand ich des schon toll wie sich alle verstanden haben und des die Baroness des alles so mit macht.“ Kim dachte über die letzten drei Tage nach.

- - -

„Da vorne links.“ sagte der Mann im Fond. Herr Julian und er schienen sich bereits länger zu kennen.
„Entschuldigung Herr aber da darf ich nicht rein.“ sagte Mara.
„Dann einfach grade aus und die nächste links. Irgend wie kommen wir schon da hin.“
Mara fragte sich, ob der Mann sie auf die Probe stellen wollte. Aber so doof konnte doch kein Mensch sein um verkehrt herum in eine Einbahnstraße zu fahren. Seit über einer halben Stunde kutschierten sie diesen Mann bereits durch diese Gegend in der sie sich überhaupt nicht auskannte. Endlich fand sie eine Straße in die sie einbiegen konnte. Sie hielt an der Ampel und wartete auf grün. Als diese um sprang fuhr sie weiter. „Da vorne wieder links? Dann kommen wir sicher irgend wo da raus wo sie hin wollten.“ fragte sie.
„Danke, nicht nötig. Halten Sie bitte mal da rechts.“ er zeigte auf die einzige freie Lücke in einer Reihe parkender Autos. Mara parkte in der engen Lücke ein in die das Auto gerade so herein passte. Sie tippte Julian an und deutete auf das Parkverbotsschild.
„Das passt schon, Sie steigen ja nicht aus. Unterschreiben Sie das hier bitte.“ er reichte ihr ein Papier und einen Stift nach vorne.
„Was ist das Herr?“ fragte Mara.
„Einfach unterschreiben.“ sagte Julian.
Mara unterschrieb das Papier und der Mann reichte ihr eine Karte nach vorne. „Da hinten bitte auch unterschreiben.“ sagte er. Wieder unterschrieb sie ohne wirklich zu wissen, was sie da gerade unterschrieb. Sie wollte ihm die Karte zurück geben.
„Das ist ihrer. Ich muss hier jetzt aussteigen. Gleich kommt der nächste. Herzlichen Glückwunsch Mara. Einen schönen Tag noch. Ihnen auch Herr König.“ er stieg aus, schloss die Tür und beugte sich zu Julian ins offene Fenster. „Also mit null Fehlern besteht selten jemand. Glückwunsch Herr König.“ sagte er und ging den Gehweg entlang um eine Ecke.
„Was war das denn gerade?“ wollte Mara wissen.
„Hast du schon mal angesehen, was du da unterschrieben hast?“ fragte Julian und tippte auf die Karte die Mara noch immer in der Hand hielt.
Sie drehte die Karte um. Auf der Vorderseite befand sich ein Bild von ihr selbst. ’Führerschein’ stand ganz oben auf der Karte. Mit offenem Mund schaute sie zu Julian und dann wieder auf die Karte, ihren Führerschein.
„Aber, wie denn? Ich hab sie doch immer nur gefahren Herr. Und eine Prüfung hab ich doch auch nicht gemacht.“ sagte sie verwirrt.
Julian sah sie an und lachte. „Na, was denkst du denn, was das eben war? Eine Stadtrundfahrt sicher nicht. Und die Theorie hast du gestern abgelegt. Als ich dich gebeten habe den Prüfungsbogen für einen anderen Schüler zu lösen der nicht da war. Du erinnerst dich?“
„Aber… Aber… Ich weiß garnicht, was ich sagen soll.“ Sie schaute sich die Karte an und konnte nicht glauben was Julian gerade gesagt hatte. Sie hätte nie im Leben gedacht, als Serva noch einen Führerschein zu bekommen.
„Wie wäre es mit ’danke’?“ sagte Julian schmunzelnd.
Mara drehte sich auf dem Sitz um, umarmte Julian und sagte „Vielen Dank Herr.“
Dieser lachte und sagte „Jetzt bring uns mal nach Hause. Immerhin gibt’s was zu feiern.“
„Ja Herr.“ sagte Mara strahlend. Sie lenkte den Wagen aus der engen Parklücke heraus und fuhr los.



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HeMaDo
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  RE: Neue Horizonte Datum:04.03.17 22:18 IP: gespeichert Moderator melden


Bisher habe ich es meistens tatsächlich geschafft, alle zwei Tage einen Teil der Geschichte hier ein zu stellen. Aber das werde ich ab jetzt wohl nicht mehr schaffen. Denn der Vorsprung zwischen bereits geschriebenen und hier eingestelltem ist mittlerweile auf null geschrumpft.
Aber ich werde weiter schreiben und die Geschichte hier einstellen. Allerdings werde ich diese Geschichte beenden nachdem die Schülerinnen mit der Schule fertig sind.
Das heißt aber nicht, daß es nicht weiter geht. Denn eigentlich sollte dieser Teil nur ungefähr 10 bis 20 Seiten lang werden und einige Charaktere in die eigentliche Geschichte einführen. Das Ganze hat sich allerdings ein wenig verselbstständigt und ist größer geworden als geplant.
Die eigentliche Geschichte wird, nach dem diese hier balde zu einem Ende kommen wird, einen eigenen Platz hier bekommen. Außerdem wird wohl irgend wann die Baroness auf ihrem Schloss eine eigene Geschichte bekommen.

Ich möchte mich hier erst einmal bei allen bedanken, die hier und per PN Kommentare geschrieben haben und mir viele Anregungen gegeben und mir gezeigt haben, was ich ich verbessern kann.
Ich möchte hiermit alle Leser dazu aufmuntern, die Geschichte zu kommentieren wenn sie es für nötig halten oder wenn Fragen aufkommen. Entweder direkt hier oder per PN.

HeMaDo





9 – Wieder in der Schule


„Du warst bei einem König, ich bei einem Kaiser.“ sagte Mandy lachend zu Mara. Die Beiden hatten es sich auf Fridas Bett bequem gemacht die noch immer nich wieder zurück war. „Da war ich glaube ich besser dran.“
Mara schaute sie mit einem breiten Grinsen an. Sie holte eine Karte aus ihrer Tasche und zeigte sie Mandy. „Herr König ist Fahrlehrer. Schau mal was ich bekommen habe.“
„Du hast den Führerschein gemacht?“ Mandy starrte sie unverhohlen an.
Mara hüpfte begeistert auf dem Bett herum. „Jaa, ich hätte nie gedacht, daß das so einfach geht.“
„Na toll, du bist den ganzen Tag Auto gefahren und hast nen Führerschein. Ich musste dauernd irgend welche Kisten schleppen und hab einen Jahresvorrat an Fischkonserven“ sie zog das Wort überbetont in die Länge „bekommen, wer braucht denn sowas?“ sagte Lena. „Was ist denn mit dir Larissa? Du hast bisher noch garnichts gesagt.“
Larissa schaute sie mit einem Schulterzucken an. „Ich hab garnichts bekommen. Ich musste die meiste Zeit über Sekretärin spielen. Dabei kann ich nicht mal gut schreiben.“
„Sekretärin ist immer noch besser als dauernd nur Wäsche waschen.“ sagte Chris. „Ich hab immer noch ganz aufgeweichte Hände. Und du hast den ganzen Tag wahrscheinlich in einem Büro gesessen und getippt und telefoniert.“
„Von wegen in einem Büro. Im Flugzeug und in Hotels.“ Larissa sah sie etwas entnervt an „Der Herr hat mich fast die ganzen vier Wochen rund um die Welt gezerrt. Das war ganz schön anstrengend. Raus aus dem Flieger, rein in ein anderes Hotel. Zum Glück brauchte ich fast nie mit zu seinen Terminen und konnte wenigstens ausschlafen wenn nichts anderes zu tun war.“
„Na, dann hast du wenigstens etwas von der Welt gesehen. Wahrscheinlich mehr als wir alle zusammen in unserem ganzen Leben sehen werden.“ sagte Mandy.
„Oh ja, ganz toll. Ich hab Flughäfen in ungefähr 20 verschiedenen Ländern gesehen und noch mehr Hotels. Und das einzige, was ich bekommen habe war das hier.“ sie zog eine hellblaue Abaya aus ihrer Tasche die mit goldenen Stickereien verziert war. Und aussuchen durfte ich sie mir auch nicht.“
„Wow, die sieht ja hübsch aus.“ sagte Georgia bewundernd.
„Der Herr hat auch gesagt, ich sehe darin toll aus. Und dieser komische Scheich in Abu Dhabi fand das leider auch so.“ Larissa verzog das Gesicht als sie das sagte.
„Du warst in Abu Dhabi? Da muss es doch toll sein.“ fiel Mandy ein.
„Naja, es ist nicht so toll wie in Dubai. Aber das hab ich auch nur aus dem Hotelfenster gesehen.“
„Was war denn mit dem Scheich?“ Mara sah sie interessiert an.
„Der Herr hat mich zu einem Empfang mit genommen. Und dieser Scheich wollte mich dem Herrn abkaufen. Für 40 Kamele. Er wollte mich als seine elfte Frau haben. Und als der Herr gesagt hat, das ich noch auf der Schule bin hat er gesagt, daß er wenn ich versteigert werde ganz sicher her kommen und mich kaufen will.“
„Larissa als Haremsdame, das ist doch ganz bestimmt ein tolles Leben.“ Mara lachte.
„Bist du denn verrückt?“ rief Larissa laut aus. „Der Typ ist mindestens 60 Jahre alt. Zum Glück hat der Herr ihm nicht gesagt, in welcher Schule ich bin und wann ich versteigert werde.“
„Das kann man sicher heraus finden. Ich weiß das die Schulen vor jeder Versteigerungen die Akten der Serva öffentlich ins Netz stellen so daß jeder sie sehen kann.“ sagte Lena nachdenklich. „Am Besten du redest mal mit Miss Isabella darüber.“
„Wo ist sie eigentlich? Sollte sie nicht hier sein und zusehen das wir alle wieder hier auftauchen?“ Larissa sah Lena nachdenklich an.
„Ich weiß auch nicht. Aber Kim und Frida sind auch noch nicht hier.“ gab Lena zurück.
In diesem Moment öffnete sich leise die Tür zum Schlafsaal und Kim kam herein. Georgia sprang auf, rannte zu ihr und fiel ihr um den Hals. Die Beiden umarmten und küssten sich lange.

Während sie ihre Schränke wieder ein räumten und die schmutzige Wäsche in die Körbe neben der Tür brachten unterhielten sich die Frauen und berichteten was sie alles erlebt hatten. Nur Kim war sehr schweigsam. Sie war bei einer Frau die irgend welche Geräte für eine große Firma entwarf gewesen und hatte ihr im Haushalt geholfen. Sie sagte zwar, das sie auch eine ganze Woche bei deren Schwester gewesen waren, aber wo das war und was sie erlebt hatte, darüber schwieg sie sich aus.

„Ach du Schande, die küssen sich.“ rief Chris lauthals und zeigte aus dem Fenster.
„Blödsinn, die umarmen sich doch nur.“ sagte Mandy die wie alle nun aus den Fenstern schauten. Frida stand im Hof neben dem Tor und umarmte eine Frau. Als diese durch das Tor verschwand winkte Frida ihr hinter her. Langsam drehte sie sich um und kam auf den Eingang des Hauptgebäudes zu.
„Sag mal, weint die?“ Larissa drückte die Nase dicht ans Fenster um besser sehen zu können.
Frida kam mit gesenktem Kopf auf den Eingang zu. Als sie näher kam konnten alle ihre geröteten Augen erkennen.

Es dauerte eine ganze Weile bis Frida in den Schlafsaal kam. Wortlos ging sie zu ihrem Bett, warf die Tasche darauf und begann diese aus zu räumen ohne den Anderen Beachtung zu schenken.
„Ist alles in Ordnung mit dir?“ fragte Chris. Sie war zu ihr gegangen und schaute ihr beim Ausräumen zu.
Frida nickte und machte „Mhm.“
„Verstehe. Wie war’s denn bei dir?“
„Gut.“ sagte Frida ohne auf zu sehen.
Nun wurde es Chris zu bunt. „Weißt du eigentlich, das wir morgen große Probleme bekommen werden? Ich glaube nicht, das Miss Isabella die Sache mit der Tunika vergessen hat.“
Frida sah auf und drehte sich um. „Nein, hat sie nicht. Sag einfach nichts, wenn sie fragt. Ich sage einfach daß ich dafür verantwortlich bin. Wenn ihr euch nicht meldet, dann passiert euch nichts. Dann gehe ich eben alleine in den Keller oder so.“ sie zuckte mit den Schultern als sei ihr das vollkommen egal. Chris sah sie verständnislos an. Frida räumte weiter ihre Sachen ein, zog ihr Nachthemd an und legte sich in ihr Bett.

„Was ist denn mit der los?“ Auch Kim die gerade dazu gekommen war, sah sie verständnislos an. „Könnt ihr euch eigentlich vorstellen was das für ein Theater wird wenn sich niemand meldet? Dann gehen am Ende noch wir alle in den Keller. Die ist doch bestimmt stinksauer. Immerhin hat sie auf einmal nackt vor den ganzen Gästen gestanden.“
„Das sag mal Frida, sie scheint das alles ja überhaupt nicht zu interessieren.“ Chris schaute verärgert zu Frida die die Decke an starrte.

„Schön, das ihr alle wieder hier seid.“ Miss Isabella war in den Schlafsaal gekommen ohne daß jemand sie bemerkt hatte. So schnell es ging stellten die Frauen sich vor ihre Betten.
Chris glaubte ein Lächeln auf Fridas Gesicht gesehen zu haben als Miss Isabella sich bemerkbar gemacht hatte. Sie versuchte verstohlen einen Blick auf Frida zu erhaschen, konnte diese aber nicht sehen.
„Bleib gefälligst still stehen Kim.“ sagte Miss Isabella und ließ ihre Gerte auf Kims Oberschenkel klatschen. Sofort stellte diese sich wieder gerade hin.
„Ich weiß, das ihr euch sicher alle viel zu erzählen habt. Dazu habt ihr nachher auch noch bis zum zu Bett gehen Zeit. Aber zuerst mal, ich habe die Bewertungen von euren Herrschaften bekommen. Keine von Euch hat sich einen Ausrutscher erlaubt. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden mit euch. Aber darüber werden wir morgen noch mal eingehend reden. Es gibt da nur eine Kleinigkeit die ich mit euch heute noch zu bereden habe.“ sie ging vor der Reihe der Frauen auf und ab. „Irgend ein Scherzkeks meinte, meine Tunika zu präparieren so daß sie vor einigen Gästen auseinander gefallen ist und ich nackt vor allen da stand. Ich möchte nicht die ganze Gruppe wegen etwas bestrafen müssen, was vermutlich drei oder vier von euch angestellt haben. Also wäre es schön, wenn die Jenigen einfach vortreten würden, die dafür verantwortlich sind.“
Nach einem kurzen Moment trat Frida vor. Kim schaute kurz zu Chris und sah, daß diese ebenfalls vor getreten war. Sie zögerte einen kurzen Moment und trat ebenfalls einen Schritt vor.
„Und du bist ganz sicher, daß du nicht rein zufällig mit dabei gewesen bist und meine Zimmertür geöffnet hast?“ Miss Isabella war vor Mara stehen geblieben und schaute sie eindringlich an.
„Ja Miss Isabella, da bin ich mir ganz sicher.“ sagte Mara. Sie war davon überzeugt, daß sie ihr nicht glauben würde.
„Ja Frida?“ Miss Isabella hatte sich zu ihr gewandt als diese die Hand gehoben hatte.
„Herrin Isa… Miss Isabella, Mara hatte nichts damit zu tun, die Tür habe ich selbst geöffnet. Und das mit ihrer Tunika war ich auch ganz alleine. Kim und Chris haben nur im Flur gestanden und haben aufgepasst. Sie hatten nichts damit zu tun.“ Alle schauten nun zu Frida. Sie hatten damit gerechnet, daß sie die Anderen in Schutz nehmen würde aber nicht damit, das sie die Schuld ganz alleine auf sich nehmen wollte.
„Ich verstehe.“ sagte Miss Isabella. „Ich bin nicht besonders nachtragend, vor Allem da ich diesen Scherz eigentlich auch noch recht witzig finde.“ Alle starrten sie staunend an „Das soll aber nicht heißen, das ich so etwas noch einmal erleben möchte, zumal eine Wiederholung nichts weiter als ein einfallsloser Abklatsch wäre.“ sie hob ihre Stimme „Aber eine Strafe habt ihr Drei euch ganz sicher verdient. Frida, es ehrt dich, daß du versuchst, deine Mitschülerinnen in Schutz zu nehmen. Aber ich werde ganz sicher keinen Unterschied machen wer nun was genau getan hat. Das ist mir im Grunde genommen auch ziemlich egal. Ihr wart alle Drei daran beteiligt, also werdet ihr auch alle Drei bestraft werden.“ sie trat einen Schritt zurück und schaute die Schülerinnen eine nach der Anderen an. „Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag, wir sehen uns morgen früh wieder.“ Sie drehte sich um, ging zur Tür und verließ den Saal.

Als Miss Isabella gegangen war redeten die Schülerinnen alle durcheinander „Ich glaube ich gehe gleich zur Ärztin und hole mir eine Tube von der Salbe für den Rücken.“ sagte Chris. „Ich kann mir schon denken, was auf uns zu kommen wird. Muss ja für sie ein riesiger Spaß sein wenn sie uns drei morgen vor der ganzen Schule auspeitschen wird.“
„Meinst du etwa das macht ihr Spaß“ fragte Frida die neben ihr stand.
„Ganz sicher sogar.“ sagte Lena.
„Wie kannst du sowas einfach so behaupten? Woher willst du das denn wissen?“ Frida biss die Zähne zusammen um Lena nicht an zu schreien. Sie drehte sich statt dessen wortlos um und legte sich wieder in ihr Bett. Die Anderen schauten sie erstaunt an, ließen sie aber in Ruhe.
Sie setzten sich zusammen auf Kims und Georgias Betten und unterhielten sich bis es endlich Zeit war zum Abendessen.

„Hallo Isabella, schon wieder zurück?“ Miss Wilhelmina deutete auf den Stuhl ihr gegenüber.
„Hallo Miss Wilhelmina. Ja, ich musste Frida ja wieder zurück bringen. Außerdem müssen die Schülerinnen ja sehen, das ich auch hier bin und sie nicht machen können was sie wollen. Nicht, das noch mal jemand in mein Zimmer einbricht und irgend welche Streiche ausheckt.“
„So wie einen Lockstoff für Mücken in deine Tuniken zu sprühen zum Beispiel?“ Miss Wilhelmina lachte als sie Isabella an sah.
Diese schaute sie mit offenem Mund an.
„Schau nicht so Isabella. Du hast damals immer diese Bonbons gegessen und eines der Papiere in meinem Zimmer verloren. Ich habe mich schon an dem Abend gefragt, was du wohl angestellt hast. Aber so wirklich gemerkt habe ich das erst am Vormittag als wir im Garten waren.“
„Ich hatte immer gehofft, sie wüssten nicht, das ich das gewesen war.“ sagte Isabella. „Aber warum haben sie nie etwas gesagt?“
„Was hätte ich denn sagen sollen? Außer dem Bonbonpapier hatte ich ja keinen Beweis. Und da du damals noch als freie Schülerin behandelt werden musstest, was hätte ich denn da groß tun sollen ohne mich selbst lächerlich zu machen? Aber vielleicht werde ich einer deiner Schülerinnen bei Gelegenheit ja mal einen Tipp geben, wo man so einen Lockstoff her bekommt.“ Miss Wilhelmina grinste nun breit.
„Und ich hatte die ganzen Jahre gedacht, Sie wüssten nicht, daß ich das war.“ Isabella ließ die Schultern hängen.
„Jemanden so im Ungewissen zu lassen, kann auch eine Strafe sein Isabella.“
„Auf jeden Fall. Ich habe ein paar Wochen lang kaum geschlafen weil ich dachte, sie kommen irgend wann einfach nachts in den Saal und machen das Selbe mit meinen Tuniken.Ich wünschte, mir würde eine eben solche Strafe für die Drei einfallen die meine Tunika bearbeitet haben.“
„Dabei kann ich dir leider nicht helfen. Aber du hast ja noch die ganze Nacht Zeit, dir etwas anderes einfallen zu lassen als sie auszupeitschen oder in den Keller zu stecken. Obwohl ich deinen Einfallsreichtum den du bisher an den Tag gelegt hast um das zu vermeiden sehr bewundere, wird dir wohl dieses Mal nichts anderes übrig bleiben. Und du weißt selbst, daß du es nicht so einfach auf sich beruhen lassen kannst.“ Miss Wilhelmina sah sie nun ernst an.
„Ich weiß. Aber mit etwas Glück fällt mir noch etwas angemessenes ein. Es würde mir nicht nur bei Frida äußerst schwer fallen.“
Miss Wilhelmina sah Isabella ernst an „Es tut mir wirklich leid, daß es soweit gekommen ist. Vielleicht ist es auch zum Teil meine Schuld. Ich hätte mir für sie etwas anderes einfallen lassen sollen als sie für die vier Wochen zu dir zu stecken. Aber hinterher ist man immer schlauer. Aber eines halte dir immer vor Augen, ich kann einfach nicht zulassen, daß du sie jetzt anders behandelst als vorher. Ich kann mir gut vorstellen wie schwer das für dich sein muss. Aber sollte ich sehen, daß du dein Verhalten ihr gegenüber änderst, egal ob du es ihr leichter oder schwerer machen solltest, wird mir nichts anderes übrig bleiben, sie aus deiner Gruppe heraus zu nehmen.“ Isabella beugte sich vor, legte die Arme auf Miss Wilhelminas Schreibtisch, legte den Kopf auf diese und schaute zur Seite. „Hast du schon eine Idee, wie es weiter gehen soll Isabella?“
„Ich habe nicht die geringste Ahnung Miss Wilhelmina.“ sagte Isabella.
„Ich kann dir da leider nicht weiter helfen Isabella. Aber ich habe eine Verpflichtung denen gegenüber die sich an dieser Schule befinden. Und das betrifft nicht nur die Schülerinnen sondern auch die Lehrerinnen. Wenn du also einen Rat brauchst, meine Tür steht dir immer offen.“
„Danke Miss Wilhelmina.“ Isabella richtete sich auf und setzte sich wieder gerade in den Stuhl.
„Du weißt genau daß ich niemanden einfach so hängen lasse. Weder Deine Schülerinnen noch dich. Und jetzt lass uns mal geschäftlich werden.“ Miss Wilhelmina öffnete eine Schublade ihres Schreibtisches, holte eine Flasche Sherry und zwei Gläser heraus.
„Danke, aber für mich bitte nicht.“ sagte Isabella.
Miss Wilhelmina stellte die Flasche wieder zurück. „Gut, dann nicht“ sie schmunzelte als sie die Schublade wieder schloss. „Ich habe hier den Lehrplan. Vermutlich machst du es genau so wie das letzte mal?“
„Sicher, ich denke, es hat sich bewährt. Aber bevor ich damit anfange, mir auf die Füße treten zu lassen, möchte ich morgen noch einen Tag dazu nehmen mit den Schülerinnen über ihren Probemonat zu reden.“
„Dir auf die Füße treten zu lassen? Also mir ist beim Tanzunterricht niemand auf die Füße getreten. Ich habe sie immer zusammen üben lassen.“ Miss Wilhelmina lachte laut auf.
„Wenigstens muss ich mich nicht damit herum schlagen, ihnen beizubringen Musik zu machen. Wenn ich mich da an meine eigenen Versuche erinnere läuft es mir kalt den Rücken herunter.“
„Ich weiß nicht, was du willst. Soweit ich weiß wird in der Grundschule noch immer Blockflötenunterricht gegeben. Vielleicht ist bei einigen ja etwas davon hängen geblieben. Aber einige sind vermutlich auch einfach vollkommen unmusikalisch.“ sie schaute schmunzelnd zu Isabella. „Nicht wahr?“
„So schlimm kann ich doch garnicht gewesen sein. Ich hatte mir sogar schon überlegt, Ihnen zum Geburtstag ein Ständchen auf der Flöte zu geben. Am Besten ich nehme mir noch Lena und Chris dazu.“ nun war es Isabella die breit grinste.
„Da bin ich aber froh, daß es noch lange genug dauert bis ich Geburtstag habe und du das bis dahin sicherlich schon vergessen hast. Aber unterschätz die Beiden mal nicht. Sie haben zwar angegeben, kein Instrument spielen zu können aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denk mal an deine Mitschülerin, Rebecca. Sie konnte nicht nur Gitarre spielen sondern hatte auch noch klassischen Gesangsunterricht bevor sie hier her kam. Und in ihrer Akte stand von beidem kein Wort.“
„Dann besteht ja noch Hoffnung. Und wenn alles nichts hilft, Bongos oder Cajón gehen immer. Irgend wie jedenfalls. Und das zu spielen hat ja auch gewisse optische Reize.“
Nun musste Miss Wilhelmina laut lachen. „Da muss ich dir recht geben. Vor allem in einer Tunika.“
„Das sehe ich genau so. Maja kann ja auch nur Cajón spielen. Und wenn sie da drauf sitzt, das hat wirklich was. Ziemlich Sexy wenn ich das so sagen darf.“ Isabella lächelte breit.
„Wir werden sehen was sie können. Ich glaube zwar nicht, daß wir dieses Jahr ein Wunderkind dabei haben aber wer weiß. Auf jeden Fall werden sie in ein paar Wochen zumindest soweit sein, daß sie sich nirgend wo zu schämen brauchen.“ Mit diesen Worten verabschiedete Isabella sich und ging nachdenklich über den Hof. Als sie gerade ins Hauptgebäude gehen wolle, begann sie breit zu grinsen. Sie drehte sich um und verließ den Hof durch das große Tor.

- - -

„Einen wunderschönen guten Morgen Miss Winter.“ die Vorhänge wurden zurück gezogen und die Morgensonne schien durch das große Fenster direkt auf das Bett.
„Ob der Morgen gut wird oder nicht, das kann ich dir sagen wenn du mich noch drei Stunden schlafen lässt.“
„Nun kommen Sie schon, der Doktor kommt gleich vorbei. Und ich glaube, er hat gute Nachrichten für Sie.“
„Nicole, ich habe dir schon bestimmt hundert mal gesagt, du sollst mich Rebecca nennen. Und ob das gute Nachrichten sind, wer weiß. Wenn er mir sagen würde, das ich wieder irgend was machen kann ohne das mir der Rücken nach zehn Minuten weh tut, das wären mal gute Nachrichten.“
„Das fragen Sie ihn am Besten selbst Miss Winter, Verzeihung, Rebecca natürlich.“ sagte die Schwester lachend. Sie stellte ihr das Frühstück auf den Tisch vor dem Fenster.
Rebecca stand auf und griff nach ihren Krücken. Langsam ging sie zum Tisch und setzte sich. „Na, das nenne ich mal eine gute Nachricht.“ sie deutete auf den Kaffee. „Wenn ich den trinken darf, kann es ja nur besser werden.“ Sie schenkte sich Kaffee aus der kleinen Kanne in die Tasse, gab Milch und Zucker dazu und rührte bedächtig in der Tasse herum. Vorsichtig nahm sie einen Schluck, schloss die Augen und genoss den Kaffee. „Also ich habe sicher schon besseren Kaffee getrunken aber über diesen hier freue ich mich ganz besonders. Ich hoffe ja, das es nicht nur ein Fehler der Küche war daß ich den bekomme.“
Wieder lachte Nicole. „Ich kann ihnen… entschuldige, ich kann dir ganz offiziell sagen, daß du wieder alles essen und trinken darfst was du willst.“ Sie hob die Haube vom Teller auf dem zwei Brötchen lagen, zusammen mit Wurst und Käse, kleinen Schälchen mit Marmelade und Butter. „So steht es jedenfalls in deiner Krankenakte.“
„Na, wenn das mal kein Lichtblick ist. Dauernd nur Haferbrei und matschiges Weißbrot ist ja schlimmer als das Essen damals in der Schule. Da haben wir besseres Essen bekommen als ich in den letzten acht Monaten hier.“
Nicole setzte sich zu ihr und schnitt ihr ein Brötchen auf. „Also in der Schule muss es ja sehr interessant gewesen sein. Jedenfalls nach dem, was du mir so alles erzählt hast.“
Rebecca sah sie an und lachte. Sofort hielt sie inne und hielt sich die Rippen die wieder schmerzten. „Auf jeden Fall hatte ich keine Krankenschwester die sich den ganzen Tag nur um mich gekümmert hat.“
„Das ist eben der Vorteil wenn man Privatpatientin ist. Ein eigenes Zimmer und eine Schwester nur für dich alleine. Naja, fast. Ich habe ja auch noch andere Patienten um die ich mich kümmern muss. Aber die hat es nicht so schlimm erwischt wie dich.“
„Trotzdem, im Moment wäre ich lieber wieder in der Schule. Oder bei meinem Ex-Mann, obwohl, mit Männern brauchst du mir erst mal nicht mehr zu kommen.“
„Das kann ich verstehen.“ sagte Nicole. „Aber was willst du denn machen? Die Seite wechseln?“
Rebecca musste lachen. Sie verschluckte sich an dem Kaffee den sie gerade trank und hustete, dabei hielt sie sich wieder die Rippen. „Wer weiß, vielleicht. Oder ich lasse den Quatsch gleich ganz sein. Obwohl,“ sie musterte Nicole demonstrativ von oben bis unten „Hat vielleicht auch was.“
Nun konnte sich Nicole nicht mehr halten und lachte lauthals los. Rebecca bewunderte ihre fröhliche Art die ihr auch zu einem guten Teil geholfen hatte, all das hier zu überstehen.
„Na, wenn das mal kein netter Empfang ist.“ Die Beiden drehten sich um und sahen zur Tür. Der Arzt kam herein und stellte sich vor den Tisch. „Schönen guten Morgen Miss Winter. Ich freue mich, das sie schon aufstehen können und es vor Allem auch wollen.“ er reichte ihr die Hand.
„Auf jeden Fall, ich will schließlich nicht ewig hier bleiben. Wenn ich hier raus bin, will ich endlich wieder arbeiten.“ sagte Rebecca und deutete auf den freien Stuhl.
„Danke.“ Der Arzt setzte sich und legte die mittlerweile daumendicke Akte auf den Tisch „Raus kommen Sie auf jeden Fall, wenn auch nicht sofort. Heute kommt erst mal der Gips ab und dann bekommen Sie einige Rehamaßnahmen. Aber ob Sie jemals wieder fliegen können, bezweifele ich doch sehr.“
Rebecca sah ihn gleichgültig an. „Das habe ich mir schon gedacht. Aber ich habe ja auch noch studiert. Als Designerin bekommt man immer eine Stelle.“
„Wieso arbeiten Sie denn nicht als Serva? Es gibt genug Leute, die jemanden suchen der ihnen im Haus hilft. Von meinem Standpunkt aus gesehen wäre das sicher eine gute Wahl. Sie müssten nicht nur sitzen oder stehen sondern würden sich bewegen. Das ist für ihren Rücken auf jeden Fall das Beste. Zumindest besser als den ganzen Tag lang hinter einem Schreibtisch zu sitzen.“ sagte der Arzt.
„Das halte ich jetzt für einen schlechten Witz. Wer will denn eine Serva die so“ sie deutete an sich herunter „aussieht? Das hätte ich vorher tun sollen, dann wäre das alles hier vermutlich garnicht erst passiert.“
„Nun machen Sie es nicht schlimmer als es ist. Die meisten der Narben werden wieder verheilen. Und andere werden wir noch behandeln so das sie nicht mehr zu sehen sein werden. Das wird zwar nicht leicht für Sie werden aber es wird nicht all zu viel zurück bleiben. In einem Jahr wird man fast nichts mehr sehen.“
„Mal sehen, vielleicht bleibe ich auch einfach zu Hause und mache garnichts.“
„Also leisten könnten Sie sich das bestimmt. Sie bekommen ja jetzt schon jetzt eine ordentliche Rente. Und soweit ich es mit bekommen habe hat man diesen Mann vor ein paar Tagen ja auch verurteilt.“ der Arzt schaute sie nun ernst an. „Aber sich einfach aus zu ruhen, dafür sind sie mit nicht mal 35 Jahren einfach zu jung. Und gesund ist das für Sie auch nicht.“
„Ich weiß. Und ich werde auf jeden Fall wieder arbeiten. Aber eins sage ich ihnen, das Andreas verurteilt wurde, befriedigt mich nicht im geringsten. Er hat nur eine Bewährungsstrafe bekommen. Mir wäre es lieb, wenn man ihn lebenslang ins Gefängnis gesteckt hätte.“
„Immerhin kannst du von dem Schmerzensgeld und der Entschädigung sicher ein ziemlich gutes Leben führen.“ sagte Nicole.
„Ja, das kann ich sicher. Aber wirklich befriedigend ist das auch nicht. Mir wäre es lieber wenn ich wieder ganz gesund würde. Dafür würde ich auch gerne auf das ganze Geld verzichten.“ sagte Rebecca ernst.

Rebecca hatte mittlerweile aufgegessen und legte sich auf ihr Bett. „So Herr Doktor, Sie sind ja sicher nicht hier um Smalltalk zu halten. Tun Sie, was sie nicht lassen können.“
„Das ist richtig. Sie kennen das ja schon.“ er schaute sich zuerst ihre Arme und Beine an und bewegte diese wo es ging. Dann betrachtete er sich die Narben an ihrem Hals und am Brustkorb. Zum Schluss musste sie sich auf den Bauch drehen und er schaute sich ihren Rücken an.
„So, dann man Butter bei die Fische.“ sagte er „Arme und Beine sind gut verheilt und da bleibt nichts zurück. Auch ihre Inneren Verletzungen sind vollständig geheilt, da bleibt nichts zurück. Nur mit ihrem Rücken werden sie vermutlich noch sehr lange zu kämpfen haben. Aber da kann auch ich nichts machen, leider.“ nachdem er sie untersucht hatte, setzte sie sich auf die Bettkante. „Nachher werden wir ihnen den Gips ab nehmen und ab morgen beginnen Sie dann mit den Übungen zum Muskelaufbau und dem Ausdauertraining. Das wird zwar sicher nicht immer ganz leicht werden aber in ein paar Monaten können Sie nach Hause gehen. Sie müssen dann zwar noch eine Weile jede Woche hier her kommen zur Untersuchung und für ihr Rückentraining aber danach sind sie uns endgültig los.“ Der Arzt verabschiedete sich und ließ Rebecca und Schwester Nicole alleine.

„Was machst du denn, wenn du hier raus bist?“ wollte Nicole wissen. Sie half Rebecca gerade beim Anziehen.
„Ich weiß noch nicht. Aber zuerst werde ich wohl oder übel zu meiner Mutter gehen müssen bis ich eine eigene Wohnung hab. Aber das wird so schnell passieren wie es nur irgend wie geht. Aber jetzt will ich erst mal so schnell es geht zum Doktor und diesen lästigen Gips los werden.“
„Wenn du eine Arbeit suchst, ich habe eine Adresse, da solltest du dich auf jeden Fall mal bewerben. Eine alte Schulfreundin von mir arbeitet da. Sie sagt, es ist zwar etwas ungewöhnlich aber von den Bedingungen her muss es erstklassig sein. Sie wohnt die meiste Zeit auf dem Gelände und bekommt dort auch alles was man zum Leben braucht ziemlich günstig. Und das obwohl sie dafür auch noch außergewöhnlich gut bezahlt wird.“ sie holte eine Karte aus ihrer Hosentasche heraus und gab sie Rebecca.
Diese nahm sie und las:

Aderra Nin
Personalabteilung
Horizons

Darunter stand eine Nummer und auf der Rückseite befand sich ein Logo, in einem Kreis befanden sich in der unteren Hälfte drei geschwungene Linien. Irgend wo hatte sie dieses Logo bereits gesehen. Aber sie konnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wo das gewesen war.
„Ich habe sie letztes Jahr mal besucht. Es ist wirklich etwas außergewöhnlich dort aber ich glaube, wenn mein Vertrag hier ausläuft, werde ich mich dort auf jeden Fall mal bewerben.“ meinte Nicole.
„Danke Nicole, aber darüber mache ich mir im Moment erst mal keine Gedanken. Jetzt will ich erst mal diesen Gips los werden.“ sagte Rebecca, nahm ihre Krücken und humpelte zur Tür.


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  RE: Neue Horizonte Datum:07.03.17 20:59 IP: gespeichert Moderator melden


„Aufstehen ihr faule Bande, die Tage an denen ihr machen konntet, was ihr wollt, sind erst mal wieder vorbei.“ rief Miss Isabella lachend. Sie schaute zu den Schülerinnen die alle etwas orientierungslos aus den Betten sprangen. Kim und Georgia sprangen zu beiden Seiten aus Kims Bett. Beide versuchten, sich mit der Decke zu bedecken, was dazu führte daß Kim der Länge nach ins Bett zurück fiel.

Tatsächlich dauerte es länger als gewöhnlich bis endlich alle in ihren Sportsachen vor den Betten standen. Nur Frida stand bereits dort, noch bevor Miss Isabella den Schlafsaal betreten hatte. Sie hatte sich die ganze Zeit über nicht gerührt und schaute stur gerade aus. Während die Anderen sich noch umzogen ging sie zu Frida, stellte sich vor sie und bedachte sie mit einem fragenden Blick. Kaum merklich zuckte Frida mit den Schultern und kniff die Lippen zusammen.

Endlich standen Alle vor ihren Betten und waren bereit zum Frühsport. Miss Isabella öffnete die Tür und alle folgten ihr nach draußen. Sie liefen als ob nichts gewesen war die Runden um den See und übten danach ihre Haltungen. Die Schläge mit der Gerte hatte keine der Frauen vermisst und es dauerte zu Anfang eine Weile bis alle diese ohne einen Laut hin nahmen. Als sie zurück kamen rief Miss Isabella „Nach dem Waschen ist Inspektion. Also denkt daran.“ sie hielt eine Hand voll Wachsstreifen hoch. Die Meisten sahen erschrocken zu ihr, keine hatte während der vergangenen vier Wochen daran gedacht sich regelmäßig zu rasieren. Im Bad wollte Lena damit anfangen, sich zu rasieren. Doch Mandy sagte „Lass das besser sein. Wenn du jetzt noch versuchst, dich zu rasieren, schneidest du dich nur. Lass sie das lieber machen, das tut zwar etwas weh aber ist besser als dir noch eine Entzündung einzufangen weil du dich geschnitten hast.“
Lena schaute sie groß an. Die anderen stimmten Mandy zu und so gingen sie frisch geduscht nach draußen und stellten sich nackt vor ihre Betten. Die Arme streckten sie weit vor.

Nachdem Miss Isabella sie inspiziert hatte meinte sie „Hatte ich mir ja fast gedacht. Aber ich mache euch einen Vorschlag, ihr legt euch freiwillig hin und jeweils zwei von euch wechseln sich ab die Andere zu enthaaren. Das geht schneller als wenn ich wieder jede von euch ans Bett fesseln und euch einzeln dran nehmen muss.“
Die Schülerinnen stimmten ihr zögernd zu und so verteilte Miss Isabella die Wachsstreifen an die Schülerinnen und sie sagte „Frida und Mara, die sind für euch, Lena und Larissa, hier, bitte sehr. Georgia und Kim, viel Spaß dabei. Mandy, Caro und Chris, ihr müsst euch eben zu dritt abwechseln.“
Während die Schülerinnen sich gegenseitig enthaarten, ging sie durch die Reihe und gab Kommentare ab wie „Mach das nicht so langsam, das tut nur unnötig weh.“, „Da hast du noch was vergessen.“, „Reiß dich zusammen, bist doch selbst schuld.“ oder „“Dankt daran, nachher gut mit dem Tuch abreiben.“
Es dauerte so nur etwas mehr als eine halbe Stunde bis alle wieder sauber enthaart vor ihren Betten standen.
„Sehr schön, so sieht das doch viel besser aus.“ sagte sie. „Und jetzt zu euch Dreien.“ sie schaute zu Chris, Kim und Frida. „Eigentlich sollte ich euch ja auspeitschen oder noch besser, in den Keller stecken, so für eine Woche oder so.“ sie hob die Stimme „Wisst ihr eigentlich, wie peinlich das war, vor Julian auf einmal nackt da zu stehen? Ihr drei kommt jetzt hier her. Und zwar flott!“
Die Drei kamen zu ihr und stellten sich nebeneinander auf. Dabei verschränkten sie die Arme hinter dem Rücken und schauten gerade aus.
„Wehe ihr dreht euch um.“ sagte sie und trat hinter die Drei. Die anderen Schülerinnen konnten sehen, das sie unter ihrer Tunika Armbänder aus Metall hervor holte die Paarweise mit einer kurzen Kette verbunden waren. Sie legte den Dreien diese Armbänder an.
„So, jetzt umdrehen.“ sagte sie.
Die Drei drehten sich um und sahen sie fragend an.
„Ihr habt dafür gesorgt, das ich nackt vor den Gästen gestanden habe. Und dafür möchte ich mich jetzt bei euch revanchieren indem ich euch zeige, wie toll es ist nackt herum laufen zu dürfen. Diese Handfesseln habe ich gestern Nachmittag in einem Sexshop gekauft, die schenke ich euch. Und weil man ein Geschenk ja auch angemessen würdigt, macht es euch sicher nichts aus, sie bis Freitag an zu behalten.“ sie sah die Drei mit einem breiten Grinsen an.
„Aber wie sollen wir denn so essen oder uns waschen oder was anziehen Miss?“
„Tja, das ist ja nicht mein Problem. Da es draußen schön warm ist, macht es euch ja sicher nichts aus, ohne die Tunika herum zu laufen. Und die anderen Sachen, da müsst ihr eben eure Mitschülerinnen bitten, euch zu helfen. Aber ich glaube, ihr seid ganz schön unhöflich. Für ein Geschenk sollte man sich doch auch bedanken, oder etwa nicht?“ sagte Miss Isabella mit einem süffisanten Grinsen im Gesicht und stellte sich vor Frida. Diese schaute sie an, knickste und sagte „Vielen Dank Herrin Isabella.“
Dann stellte sie sich vor Kim und auch diese knickste und sagte „Vielen Dank Miss Isabella.“ Auch bei Chris wiederholte sich das selbe.
„Gerne geschehen. Ich muss doch meine Schneiderin und ihre Gehilfinnen angemessen dafür belohnen daß sie eine so tolle Arbeit an meiner Tunika geleistet haben. Und jetzt alle ab zum Frühstücken.“ sagte sie. „Euch drei will ich auch bei jeder Mahlzeit sehen. Da gibt es keine Ausnahme.“ Sie drehte sich um und verließ den Schlafsaal.

„Die is ja heute mal so richtig fies. Anscheinend is ihr der Urlaub nich bekommen.“ sagte Kim und verließ zusammen mit den Anderen den Schlafsaal. Als Frida als Letzte aus dem Saal kam, stellte Miss Isabella sich vor sie. „Komm bitte noch mal kurz mit.“ sie schob sie zurück in den Saal.

Die Anderen knieten bereits an einem der Tische und frühstückten als Frida in den Speisesaal kam. Sie stellte sich hinter eine andere Schülerin und sprach mit ihr. Darauf hin nahm diese Schülerin noch ein zweites Tablett und legte ihr das Essen darauf. Sie brachte es ihr noch zum Tisch, stellte es ab und Frida knickste als sie sich bei ihr bedankte. Mit einem breiten Lächeln setzte sie sich an den Tisch und bat Larissa, die neben ihr kniete, ihr zu helfen.
„Sag mal, findest du das so toll gefüttert zu werden das du so grinst?“ wollte diese wissen.
Frida sah sie an „Nein, überhaupt nicht, aber es gibt schlimmeres als das hier.“
„Sag mal, warum hast du Miss Isabella eigentlich vorhin Herrin genannt und was wollte sie denn noch von dir?“ fragte Mandy.
„Sie hatte mir noch was ge...“ als sie den Mund öffnete steckte ihr Larissa ein mit Salami belegtes Brötchen in den Mund. Sie biss ab und kaute bevor sie weiter sprach. „Sie hat mir noch was gesagt.“ beendete sie den Satz und öffnete den Mund, worauf hin Larissa ihr wieder das Brötchen in den Mund steckte und sie wieder davon ab biss.

Nach dem alle fertig waren mit Essen sagte Chris „Also, nackt rum rennen ist echt blöd, aber daran gefüttert zu werden könnte ich mich glatt gewöhnen.“ sie grinste Mara breit an die sie gefüttert hatte.
„Vergiss es, such dir morgen jemand anderen zum Füttern.“ sagte diese und streckte ihr die Zunge heraus.
Nur Georgia und Kim schien es überhaupt nichts aus zu machen. Georgia hatte Kim damit geneckt indem sie ihr das Brötchen hin gehalten und es ihr immer wieder weg gezogen hatte als sie gerade zu beißen wollte. Anscheinend hatten Beide ihren Spaß an der Sache.
Sie gingen zurück in den Schlafsaal und warteten auf Miss Isabella.
Larissa stellte sich neben Frida und fragte noch einmal „Warum hast du Miss Isabella denn nun Herrin genannt?“
„Gewohnheitssache.“ sagte Frida und tat etwas geheimnisvoll.
„Wie meinst du das denn?“ Larissa sah sie eindringlich an.
Frida schaute zu ihr und seufzte. „Was soll’s? Irgend wann erfahrt ihr es ja sowieso.“ sagte sie. „Ich war die vier Wochen bei ihr gewesen.“
Larissa starrte sie mit großen Augen an. „Du ärmste.“ sagte sie nach einem Augenblick leise.
Mara, die das mit bekommen hatte ging zu ihr. „Das kann doch garnicht sein, du bist doch von dieser Serva ersteigert worden.“
„Eine Serva kann doch keine andere Serva ersteigern.“ sagte Frida. „Das war Maja, Herrin Isabellas Frau.“
„War es denn sehr schlimm?“ fragte Mara.
Frida warf ihr einen seltsamen Blick zu „Nein, es war überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil.“ sagte sie zum großen Erstaunen der Anderen.
„Du warst doch nicht etwa bei ihr im Schlafzimmer?“ Larissa sah sie eindringlich an.
„Nein.“ sagte Frida und schaute Larissa groß an. „Wie kommst du denn darauf?“
„Na, wenn es dir doch so gut gefallen hat?“ meinte Larissa.
„Also ich war nicht bei ihr im Schlafzimmer. Aber vielleicht warst du das ja bei deinem Herren?“ nun sah Frida breit grinsend zu Larissa.
„Das war nur unser Probemonat.“ sagte Georgia „Ich bezweifele, das überhaupt eine von uns im Schlafzimmer ihrer Herrschaften war.“
Die Meisten schüttelten die Köpfe. Nur Kim sah sich in der Runde um während Mara Georgia an sah. „Also ich war im Schlafzimmer von Herrn Julian.“ sagte sie. Und alle Köpfe drehten sich zu ihr.
„Du?“ fragte Larissa ungläubig.
„Ja, was ist denn daran so schlimm?“ Mara schaute sie fragend an.
„Du hast mir deinem Herren geschlafen?“ wollte Larissa es nun genau wissen.
„Was?“ Mara schaute sie entsetzt an „Nein, natürlich nicht. Ich habe es aufgeräumt.“
Wieder schauten sie Alle an. Es war Chris die zuerst begann, zu kichern. Es dauerte nur wenige Augenblicke bis alle laut lachten. Mara wusste nicht, was das sollte und schaute hilfesuchend zu Larissa. „Schön, daß ihr offenbar alle euren Spaß habt.“ Miss Isabella war unbemerkt in den Schlafsaal gekommen und stand nun in Mitten der Schülerinnen. „Scheint ja ein lustiges Thema zu sein, lasst mich doch mal mit lachen.“
„Bleibt sitzen.“ sagte sie als die ersten Schülerinnen auf stehen wollten. „Also, ich höre?“
„Ich weiß es auch nicht Miss.“ sagte Mara und schaute sie fragend an. „Ich habe gesagt, das ich bei Herr Julian im Schlafzimmer war, ich verstehe nicht warum alle denken ich hätte mit ihm geschlafen. Ich habe doch nur aufgeräumt.“
Miss Isabella atmete tief durch und warf Mara einen kurzen Blick zu den diese nicht deuten konnte. „Ich finde es ja sehr nett von euch, über Mara zu lachen. Ihr solltet euch schämen.“ sagte sie zu den Anderen. „Setzt euch.“ sie deutete auf die Betten. Kurz darauf saßen alle auf den drei Betten von Frida, Mara und Lena um sie herum.

„Also gut.“ sagte Miss Isabella. „Eigentlich hatte ich nicht vor, das Thema jetzt an zu sprechen, aber anscheinend ist es ja doch nötig.“ sie holte kurz Luft. „Sexualkunde ist eigentlich ein Thema, das nur dann angesprochen wird, wenn es nötig ist. Bei dir Mara ist es das offenbar. Aber anscheinend bei euch Anderen auch, so unreif wie ihr euch gerade verhalten habt.“ Alle sahen sie etwas betreten an. „Es ist so, wie ihr wisst, bedarf es der Zustimmung einer Serva wenn die Herrschaften mit euch schlafen wollen oder irgend etwas anderes in der Richtung machen wollen.“ Sie sah sich kurz um und bemerkte daß alle mehr oder weniger nickten. „Alles was mit Sex zu tun hat darf nicht ohne eure Zustimmung geschehen. Und wenn eine Serva ins Schlafzimmer ihres Herren oder ihrer Herrin kommt, wird das im Allgemeinen als Zustimmung gesehen.“ Sie sah, daß Mara ziemlich rot wurde. „Anscheinend war das außer Mara ja jeder von euch bereits bekannt. Mal so gefragt, wer von euch hat denn überhaupt schon Erfahrungen damit gemacht?“
Sie schaute sich um und war einigermaßen erstaunt, daß sich außer Georgia, Kim und Chris auch Larissa meldete. „Sonst niemand?“ fragte sie in die Runde. „Um so schlimmer, daß ihr alle lacht wenn Mara eine Frage stellt, die ihr Anderen doch nur deshalb beantworten könnt weil ihr die Antwort auch nur von anderen gehört habt. Aber egal, das macht unter euch aus.“ sie sah in die Runde. „Na schön, ändern wir den heutigen Unterricht mal etwas. Wir treffen uns in zehn Minuten im Unterrichtsraum. Ihr Beide“ sie deutete auf Larissa und Georgia „kommt mal mit, ihr Anderen geht schon mal vor und bestellt was zu trinken in der Küche. Also Kaffee, Saft und Wasser.“ Sie stand auf und ging, gefolgt von Larissa und Georgia aus dem Schlafsaal. Die Anderen sahen sich fragend an. Sie standen langsam auf und folgten den Dreien aus dem Schlafsaal. Sie gingen in den Unterrichtsraum in dem sie vor mehr als einem Monat Rechtskunde gelernt hatten. Dort legten sie die Kissen bereit und Caro ging zum Comm und rief in der Küche an wo sie Getränke bestellte. Es dauerte einige Minuten bis Miss Larissa herein kam, gefolgt von Georgia und Larissa, die jede einen schweren Koffer schleppten hinein.
Im selben Moment brachte eine andere Schülerin einen Servierwagen mit den Getränken herein. Sie deutete auf die beiden Koffer und grinste breit. „Na, dann viel Spaß“ sagte sie und ging wieder.

Die Schülerinnen knieten sich auf die Kissen und Miss Isabella nahm vor der Tafel Platz. „Warum kauft jemand eine Serva?“ fragte sie in die Runde. Sie sprach weiter ohne eine Antwort ab zu warten „Vergesst eure Antworten. Jemand kauft eine Serva nicht nur als Hilfe im Haushalt oder bei der Arbeit sondern auch weil er oder sie Sex will. Auch wenn es hundert mal freiwillig ist ob ihr da mit macht, das ist eine Tatsache die nicht von der Hand zu weisen ist. Welche Möglichkeit hat jemand denn wenn er nicht bekommt, was er will? Die einen warten einfach ab und sind dann frustriert, was ihr auf jeden Fall zu spüren bekommt. Andere verkaufen euch einfach wieder, was auch nicht die beste Lösung ist. Denn was passiert denn, wenn ihr wieder verkauft werdet? Ihr werdet wieder gekauft, aus dem selben Grund. Und wieder Andere versuchen euch auf die eine oder andere Art dazu zu überreden. Im Extremfall geht das so weit, das ihr für jede noch so winzige Kleinigkeit sehr hart bestraft werdet und ganz nebenbei erfahrt, daß ihr die Strafen abmildern könnt, indem ihr ins Schlafzimmer kommt.“
Die Schülerinnen sahen sie betreten an.

„Seht mich nicht so an, was habt ihr denn erwartet? Daß ihr den ganzen Tag den Haushalt macht und abends dann gemütlich fernsehen könnt? Sicher, sowas gibt es auch. Es gibt Leute, die wollen wirklich nur jemand, der im Haushalt hilft oder sich um die Kinder kümmert oder einfach nur jemanden um Gesellschaft zu haben. Aber das ist nur ungefähr ein Viertel aller Leute die eine Serva kaufen. Die anderen drei Viertel wollen früher oder später auch daß ihr zu ihnen ins Bett kommt, und dabei ist es egal, ob es sich um Männer oder Frauen handelt. Und es sind ungefähr doppelt so viele Frauen, die eine Serva kaufen wie Männer. Es gibt einige Leute, die sind so fair, euch vor der Versteigerung zu fragen ob ihr bereit wärt, mit ihnen zu schlafen. Aber viele sind das leider nicht. Also könnt ihr euch darauf auf keinen Fall verlassen.“ Sie schaute erneut in die Runde. „Ich kann mir vorstellen, daß das ein ziemlich unangenehmes Thema für euch ist. Aber wäre es euch lieber, ich würde euch anlügen oder euch diese Tatsachen verschweigen? Damit wäre euch nicht geholfen.“
„Eigentlich kann ihnen das doch ziemlich egal sein Miss.“ sagte Mandy missmutig.
Miss Isabella schaute sie ernst an. „Wenn du denkst, es ist mir egal, was mit euch nach der Schule passiert, dann hast du dich aber getäuscht. Auch wenn ich nachher nicht mehr viel machen kann um euch zu helfen, aber ich kann es jetzt tun. Ich kann euch auf das, was euch erwartet so gut ich es kann vorbereiten. Und glaub mir Mandy, ich weiß ganz genau, wie es ist, wenn eine Serva absolut unvorbereitet ist. Es gibt nämlich genug Lehrerinnen die dieses Thema einfach unter den Teppich kehren. Euch hiermit zu konfrontieren ist nicht sehr angenehm, weder für euch noch für mich. Aber ich mache es trotzdem, ganz bestimmt nicht für mich sondern weil es für euch wichtig ist.“ Sie ging zu dem Servierwagen und holte sich eine Tasse Kaffee. „Bedient euch.“ sagte sie. Die Schülerinnen holten sich ebenfalls etwas zu trinken. Etwas belustigt sah sie zu, wie Frida vor Mara knickste und sie fragte ob sie ihr ein Glas Saft geben könne.
„So, wie es hier die nächsten Tage und vielleicht Wochen weiter geht, das bestimmt ihr mal selbst. Aber eines gleich vorweg: ich werde weder praktischen Unterricht geben noch euch irgend welche Schmuddelfilme zeigen. Das könnt ihr beides ohne mich besser.“ sie deutete auf die beiden großen Koffer die neben der Tür in einer Ecke standen. „Und was garnicht geht, ist euch irgend welche Hemmungen zu nehmen. Und noch was, der normale Lehrplan geht trotzdem weiter. Heute Nachmittag ist der Tanzunterricht dran. Und die üblichen Wiederholungen müssen wir auch noch irgend wie machen, also stellt euch schon mal darauf ein, nach dem Abendessen noch ein oder zwei Stunden dran zu hängen.“
Ein leises Murmeln stellte sie ein. Miss Isabella schaute in die Runde. „Was wollt ihr denn? Ich kann das auch einfach sein lassen und euch mit dem was ich euch gerade erzähl habe stehen lassen. Wenn ihr glaubt, das reicht euch, dann bitte. Also? Was wollt ihr nun?“
„Also ich würde gerne mehr wissen Miss.“ sagte Mara und errötete.
„Gut, was ist mit euch?“ sie schaute die Anderen an. Chris zuckte nur mit den Schultern, die Anderen außer Larissa nickten nur. „Gut, dann fangen wir einfach mal irgend wie an.“ sagte sie.

Den Vormittag über erklärte Miss Isabella den Frauen das es beim Sex nicht nur darauf hinaus läuft, sich einfach hin zu legen, wie Mara sich das vorgestellt hatte sondern daß und wie sie selbst aktiv werden sollten. Kurz vor dem Mittagessen sagte sie dann „Also gut, dann beenden wir das heute mal. War ja für uns alle peinlich genug.“ die Schülerinnen lachten leise. „Ich sehe mal zu, daß morgen unsere Ärztin dazu kommt und euch ein wenig über Hygiene und so erzählt.“ Sie stand auf und wuchtete die beiden Koffer auf je einen Tisch der Tische die an der rückwärtigen Wand das Unterrichtsraumes standen.
„Das hier sind Paul und Paula. Wenn jemand heimlich üben will, tut euch keinen Zwang an. Der Raum hier und die beiden Nachbarräume sind die nächsten Wochen reserviert, da könnt ihr euch abends austoben.“ sie öffnete einen der Koffer. Vom Halsansatz bis zu den Knien aus einem ziemlich echt aussehenden Material nachgebildet lag der Oberkörper einer Frau auf dem Tisch. Aus dem zweiten Koffer kam ein eben solcher Torso zum Vorschein, nur daß es sie hierbei um einen männlichen Körper handelte, dessen Glied schlaff herunter hing.
„Der is ja niedlich.“ sagte Larissa und alle fielen in ihr Lachen mit ein.
„Täusch dich da mal nicht.“ sagte Miss Isabella und winkte sie zu sich. „Paul ist ziemlich variabel um es mal so auszudrücken.“ Sie holte eine Fernbedienung aus dem Koffer und tippte auf dieser herum was zur Folge hatte das sich das Glied der Puppe steil aufrichtete und auf einen Tastendruck seine Größe änderte.
„Na, immer noch so niedlich?“ fragte Miss Isabella grinsend. Larissa schaute mit großen Augen auf das nun riesige Teil und schüttelte nur den Kopf.
„Komm, helf mit mal, die Beiden auf den Boden zu legen. Nicht, das noch jemandem was passiert.“ Larissa fasste den Torso am oberen Ende und Miss Isabella unten, so legten sie ihn auf eine Matratze vor dem Tisch, das Selbe taten sie mit dem anderen Torso. „Ist besser so, eine eurer Vorgängerinnen meinte, auf dem Tisch etwas zu“ sie machte eine kurze Pause „zu üben. Dabei ist der Tisch zusammen gebrochen. Dabei ist nicht nur das Tischbein gebrochen sondern auch das Bein der Schülerin.“ nachdem beide auf dem Boden lagen sagte sie „Wenn ihr Fragen habt, hier sind die Anleitungen. Und wenn dann immer noch was unklar ist, ihr könnt gerne zu mir kommen und fragen. Wenn es jetzt keine Fragen mehr gibt, machen wir hier morgen Abend weiter. Dann muss ich den Unterrichtsplan nicht groß umstellen und wir können die Zeit besser nutzen.“
Sie sah sich im Raum um, keine der Frauen hob die Hand.
„Miss Isabella?“ fragte Kim, die durch die Fesseln die Hand nicht heben konnte und knickste.
„Ja Kim?“
„Also, ich war ja bei Herrin Konstanze und da haben wir auch ihre Schwester besucht.“ sagte Kim, man konnte ihr ansehen daß ihr das Thema recht unangenehm war. „Also ich frag mich, was denn mit so Sachen wie mit Seilen und Ketten und so und mit so anderen Sachen is.“
Miss Isabella sah sie fragend an „Was meinst du denn für andere Sachen?“
„Naja,“ Kim errötete leicht „So Sachen wie mit Kreuzen und Streckbank und Käfigen und so.“
Nun wurde auch Miss Isabella etwas rot um die Nase. „Und sowas hast du bei Konstanze gesehen? Ich glaube, ich muss mal bei Gelegenheit mit ihr reden.“
„Naja, nicht bei Herrin Konstanze sondern bei ihrer Schwester.“
„Da hab ich keine Ahnung von.“ gab Miss Isabella zu. Sie schien kurz nach zu denken. „Aber ich glaube, ich kenne da jemanden. Mal sehen ob sie uns mal besuchen möchte.“

Die Schülerinnen gingen gemeinsam zum Mittagessen. Da sie etwas spät dran waren, fanden sie keinen Tisch mehr an den sie zusammen sitzen konnten. Das hatte zur Folge daß Frida, Chris und Kim andere Schülerinnen bitten mussten ihnen zu helfen. Miss Isabella, die am Lehrertisch kniete beobachtete Frida dabei wie sie sich von einer Schülerin aus der jüngsten Gruppe füttern ließ.
„Warum um alles in der Welt sind deine Schülerinnen nackt und wieso müssen sie sich füttern lassen?“ Miss Wilhelminas Frage riss sie aus ihren Gedanken.
Isabella sah auf und stellte fest, das die Schulleiterin sich neben sie gekniet hatte. „Ich habe ihnen zum Dank für die gute Schneiderarbeit an meiner Tunika diese Handfesseln geschenkt. Und da sie wissen, wie man ein Geschenk würdigt, tragen sie sie die ganze Woche lang.“
Miss Wilhelmina sah sie schmunzelnd an. „Findest du das nicht etwas hart? So eine ganze Woche lang meine ich.“
„Ich glaube, das macht ihnen nichts aus.“ sagte Isabella mit Unschuldsmiene.
„Vermutlich ändert sich das spätestens in zwei Tagen. Dann wünschen sie sich sicherlich, daß du sie einmal ausgepeitscht hättest. Aber jetzt müssen sie da einfach durch. Las sie nur so nicht nach draußen und schon garnicht laufen, nicht daß noch etwas passiert.“
„Keine Angst Miss Wilhelmina, zum Morgenlauf nehme ich ihnen die Fesseln ab.“ erklärte Isabella.
„Dann bin ich beruhigt.“ sagte Miss Wilhelmina.
Während sie aßen sagte Isabella „Miss, ich habe ein Bitte. Eine meiner Schülerinnen, Kim hat nach etwas ungewöhnlichen Dingen gefragt. Sie war wohl bei Konstanzes Schwester, wer auch immer das sein mag und hat da Dinge gesehen die zu erklären ich ganz sicher nicht die Richtige bin. Aber ich habe eine Bekannte die so etwas professionell macht. Die würde ich gerne mal am Vormittag einladen um den Frauen ein wenig zu erzählen.“
„Ich kenne Konstanzes Schwester. Ich war schon mal bei ihr und weiß, was du meinst. Eigentlich finde ich dein Idee ganz gut. Allerdings denke ich, daß es besser wäre, wenn du mit deinen Schülerinnen zu deiner Bekannten fährst. Alles zu erklären dürfte wohl hier etwas schwierig werden wenn sie nicht gerade mit einem voll ausgestatteten Laster hier anrückt.“ sagte Miss Wilhelmina.
„Ich hatte nicht an einen umfangreichen Anschauungsunterricht gedacht.“ entgegnete Isabella.
„Das überlasse ich dir, aber du weißt doch, Fragen kommen immer auf.“ gab Miss Wilhelmina zurück. „Also frag deine Bekannte und mach einen Termin aus. Über die Modalitäten werden wir uns schon einig.“

- - -

Am nächsten Tag nach dem Morgenlauf, Chris, Kim und Frida durften dafür die Fesseln abnehmen und die Sportsachen an ziehen, wurden aber sofort wieder gefesselt nachdem sie zurück gekommen waren, ging es in den kleinen Saal. Dort trafen sie auf Miss Noell. keine der Schülerinnen hatte die besten Erinnerungen an sie. Das letzte Mal hatten sie sie in einer albernen Verkleidung gesehen und wurden hart dafür bestraft, über diese gelacht zu haben.
„Schönen guten Morgen.“ sagte sie und lächelte die Frauen freundlich an. Diese knicksten und erwiderten ihren Gruß zaghaft.
„Nun mal nicht so schüchtern, hier bleibt die Gerte ganz sicher stecken und ich glaube, das wir alle die nächsten paar Wochen unseren Spaß haben werden.“ sagte sie während Miss Isabella sich neben der Tür an die Wand gelehnt hatte.
Die Schülerinnen wussten nicht, was auf sie zu kam und sahen Miss Noell ungläubig an.
„Wer von euch kann denn tanzen?“ fragte diese. Frida, Lena, Georgia und Mandy traten vor.
„Na, prima.“ sagte Miss Noell lächelnd. „Dann zeigt mal, was ihr könnt.“ Sie ging zum Comm, tippte darauf herum und ein langsamer Walzer erklang. „Nee nee, so geht das aber nicht. Isabella, kannst du die drei mal bitte los machen?“
Miss Isabella winkte Chris, Kim und Frida zu sich und löste ihnen die Fesseln. „Die kommen nachher wieder dran.“ sagte sie. Die Drei rieben sich die Handgelenke und gingen zurück zu den Anderen in die Reihe.
„So, dann noch mal, zeigt mal, was ihr könnt.“ Frida ging zu Georgia, knickste vor ihr und hielt ihr die Hand hin. Lena tat das Selbe bei Mandy und die vier begannen zu dem Walzer zu tanzen, allerdings gab es etwas Verwirrung weil nicht klar war, wer führen sollte. Miss Noell half ihnen lachend und so dauerte es nicht lange und die beiden Paare tanzten einen etwas ungeschickten Walzer.
Miss Noell schaltete die Musik aus und sagte „Also, ich glaube, auch bei euch geht das noch besser. Aber das bekommen wir schon noch hin.“

So vergingen die nächsten drei Tage recht entspannt damit daß die Schülerinnen vormittags tanzen lernten, was balde recht gut klappte und allen viel Spaß machte. Am Nachmittag wurde alles was sie bereits gelernt hatten in unterschiedlichen Situationen wiederholt. Dies brachte den Schülerinnen wieder einige Striemen vom Miss Isabellas Gerte ein so daß es ihnen Abends schwer fiel sich im Unterrichtsraum richtig zu konzentrieren. Doch keine der Frauen wollte den Unterricht der sich eher als eine recht lockeren Gesprächsrunde entpuppte, verpassen.
„Ich hab zwar gesagt, ich gebe hier keinen praktischen Unterricht aber etwas Übung kann nicht schaden.“ Sie deutete auf einige Zeichnungen an der Tafel die ziemlich eindeutig Oralverkehr in verschiedenen Variationen zeigten. Die Frauen sahen sie groß an.
„Wie ihr seht, haben sich Paul und Paula dazu entschlossen es sich in den Nachbarräumen bequem zu machen. Dort nebenan befindet sich Paula“ sie zeigte nach rechts. „und dort Paul.“ nun wies sie auf die andere Seite. „Denkt dran, das ist wirklich freiwillig, aber schaden kann es auch bestimmt nicht.“ sagte sie. „Also wer will zu erst?“
Es war Larissa die als Erste auf stand und nach links zeigte. Miss Isabella nickte und Larissa verließ den Raum. Nun stand auch Frida auf, zeigte mit dem Kopf nach rechts und verließ ebenfalls den Raum. Es dauerte eine Weile bis zuerst Frida und etwas später Larissa wieder zurück kamen. Larissa ging sofort zu dem Servierwagen und nahm sich ein Glas Saft das sie sofort in einem Zug aus trank.
„Da ist nichts schlimmes drinne, hauptsächlich Wasser, Agar, Salz, Konservierungsstoffe und garantiert künstliche Aromastoffe. Also nichts anderes als in jeder Fertigmahlzeit.“ Miss Isabella grinste breit. „Da gehen so ungefähr fünf Liter rein. Und am Anfang hatte Paul irgend wie Schluckauf und die ganzen fünf Liter kamen auf einmal raus, die Schülerin sah danach ein wenig mitgenommen aus.“
Die Schülerinnen mussten bei der Vorstellung lachen, selbst Larissa konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Nach und nach war jede Schülerin an der Reihe gewesen. Larissa meinte „Ich glaube, die Beiden dürften ziemlich fertig sein.“
„Vermutlich.“ meinte Miss Isabella trocken. „Dann lasst uns auch mal Feierabend machen. Ich wünsch euch noch einen schönen Abend.“ Sie stand auf und verließ den Unterrichtsraum. Die Schülerinnen gingen zurück in den Schlafsaal und unterhielten sich, wenn auch ein wenig verhalten über die letzten Stunden.

„Wie läuft der Unterricht Isabella?“ Miss Wilhelmina saß im Bademantel in einem der Sessel in ihrem Büro. Sie hatte gerade zwei Gläser Sherry auf den Tisch gestellt und prostete Isabella zu.
„Sie haben offenbar verstanden daß es notwendig ist. Aber wenn ich mir das hier“ sie deutete auf ein Pad welches sie mit gebracht hatte „so ansehe, dürften die Meisten wohl noch etwas Übung brauchen. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, mir gefällt das nicht. Schlimm genug, daß sowas überhaupt nötig ist.“
„Nun komm schon, Überleg mal, wie es Maja ging als sie zu dir gekommen ist. So ganz ohne Hintergedanken hast du sie ja sicher auch nicht gekauft, oder?“
„Natürlich nicht. Aber ich habe sie ganz sicher zu nichts gezwungen.“
„Ach nein? Dann wärst du also auch zufrieden gewesen wenn sie nie in den Bett gekommen wäre? Machen wir uns nichts vor, jede Serva weiß, daß es im Grunde genommen unvermeidlich ist.“ Sie trank einen Schluck und schaute Isabella eindringlich an.
„Ich nehme an, dein Schweigen soll nein bedeuten.“ sagte sie nach einer Weile. „Ich finde da ja auch nichts verwerfliches bei. Die Schülerinnen sind alt genug. Und wenn sie wissen, was auf sie zu kommt, können sie sich darauf einstellen.“ sie machte eine kurze Pause „Weißt du, manchmal denke ich, daß es besser wäre wenn es diese sogenannte Freiwilligkeit nicht gäbe“
„Vielleicht haben Sie da sogar recht. Aber es gefällt mir trotzdem nicht.“
Miss Wilhelmina sah sie ernst an. „Gerade von dir ist das ziemlich scheinheilig. Ich weiß, das du dir Gedanken um deine Schülerinnen machst, aber von Maja hast du genau das erwartet was du jetzt und hier so vehement ablehnst. Ich finde es viel schlimmer, sie vollkommen unvorbereitet da raus zu lassen. Auch wenn eine Serva von der Gesellschaft respektiert wird, Jeder weiß, was von ihr erwartet wird. Da halte ich es nur für Fair, daß sie selbst das auch wissen.“
„Da habe Sie vermutlich recht Miss.“ Isabella ließ die Schultern hängen.
Miss Wilhelmina schenkte ihr noch mal ein, prostete ihr zu und Isabella prostete zurück. Miss Wilhelmina brach das Schweigen nach einer Weile „Hast du denn schon was von deiner neuen Schule gehört?“
Isabella sah auf. „Ich war letzte Woche dort und habe den endgültigen Vertrag unterschrieben. Nach der Versteigerung werde ich meinen restlichen Urlaub nehmen und dann dort anfangen. Die jetzige Schulleiterin bleibt noch ein Jahr länger damit die Stelle nicht so lange unbesetzt bleibt.“
„Ich verstehe.“ sagte Miss Wilhelmina. „Dann ist es also jetzt amtlich, daß du uns verlassen wirst.“
Isabella nickte.
„Dann herzlichen Glückwunsch. Auch wenn ich es ehrlich bedauere, dich zu verlieren, ich freue mich für dich. Du bist eine meiner besten Lehrerinnen und ehrlich gesagt, denke ich, daß du eine Stelle als Schulleiterin verdient hast.“
„Danke Miss Wilhelmina.“ Isabella hob das Glas und die beiden prosteten sich zu. Sie leerten die Gläser und Isabella verabschiedete sich.


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