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  BDSM = Fetischismus. Warum ist das so?
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Miauzi
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Und nun sind wir wie die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:26.09.08 19:05 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Nachtigall,

Zitat

Nichts einzuwenden gegen Neugierige, die sich einpassen oder sogar anregen lassen wollen. Aber ich verstehe die Aussage anders: Es sind ja wohl Leute gemeint, die sich da mal die Exoten angucken wollen, die kranken BDSMler, Faszination durchaus gepaart mit Überheblichkeit. Der Hauch des Verruchten aus Sicht eines Spanners. Was heißt da \"schlimm\"? Sie sind für die, die gern unter sich wären, ein störender Fremdkörper, für die, die die \"Normalos\" oder \"Spießer\" (auf \"unserer\" Seite gibt´s ja auch viel Überheblichkeit!) gerne schocken, kitzeln sie dagegen die Lust am Exhibitionismus.


Gerade die von mir angeführte Turnschuh-Träger stehen häufig für Ärger - da ihnen die Spielregeln unserer "Zunft" völlig fremd sind und sie ein auf Meta-Consens beruhendes Spiel von Menschen mit einer generelle Freiwildjagd auf die Mädels VERWECHSELN.

Es ist ihnen auch definitiv nicht beizubringen!!
Die kulturellen Unterschiede sind da gerade bei Leuten aus dem westasiatischen Raum erheblich - mit unserer "Kultur der Gewalt und Unterwerfung" können sie nichts anfangen!
Sie sind durch ihre Kultur mit z.T. komplett anderen "Vorgaben" versehen worden - wie z.B. die Rolle der Frau in einer Beziehung und das anwenden von körperlicher Gewalt.

Für einen "Unbedarften" sieht es von Aussen gleich aus - im Kern hat aber eine 24/7-Beziehung im europäischen Kulturraum ein völlig anderes Fundament als z.B. eine traditionelle anatolische Ehe.

An der Oberfläche können sich beide Kulturkreise wohl sehr gut austauschen und auch friedlich zusammen leben.
Nur geht es da ans "Eingemachte" (wie Sex in allen seinen Spielarten) - treten mit einem mal oft recht drastisch die Unterschiede zu Tage - was auch schnell von verbalen zu handgreiflichen "Debatten" führen kann.

Der Barbetreiber hat sich aus diesem Grund für einen "Dresscode" entschieden -> vorbeugend

Und wie gesagt - es ist eine Bar und keine Party-Lokation.

-------------
@Merlin_Uther,

in Strassenoutfits auf eine Party??

Tja - würde ich auch nie gehen - weil ich es einfach als UNANGEMESSEN betrachte!!

In eine traditionelle Nachbar kommt man als Kerl auch nicht ohne Schlips oder Fliege am Hals rein.

Angemessene Kleidung steht für einen gewissen Kulturstil und ich bin der Meinung - dass hier nicht jede Schranke fallen sollte.

Auf einem Fest (einer Party) "feiern" die Augen auch mit.

Wenn Mutter ihren 50. hat - wehe den Kindern - die sich nicht angemessen zur abendlichen Feier einfinden

-------------
@conny

Zitat

LLL ist in Deutschland in den meisten Fällen nichts anderes als eine Art Galauniform der BDSM-Szene für besondere Anlässe wie Parties.

Da muss ich Dir wiedersprechen!!

Als LLL-Träger bist Du hier in Berlin auf solchen Partys wie "Kunst&Sünde" eindeutig in der Minderheit!
Es sind alle gängigen Party-Outfits vom schwarzen Nadelstreifen-Massanzug (für Ihn) nebst verspielten Tanzkleidern aus Seide, Taft usw. (für Sie) bis hin zum Latex-Catsuit zu sehen.

Und da wird vom Wiener Walzer über Tango, Foxtrott und Samba alles bis zum neuesten Pop "aufgelegt".

Auf der Empore verlustizieren sich die Pärchen recht intim und in den Spielzimmern hört man die Bullwips klatschen (Vorsicht Klischee).

Auch in einschlägigen Läden für Party-Mode hängt Lack-Leder-Latex unter vielen Materialen.
LL ist längst "beliebig" geworden - also nix mehr besonderes - auch auf BDSM-Partys nicht.

Und die Leute in ihren LLL-"Uniformen" sind oft gar keine "reinen" SMer.
Die überwiegende Mehrheit der reinen SMer kann mit LLL eben nix anfangen

Ich werde zwar immer von meinen Bekannten regelmässig auf meine Outfits angesprochen und sie finden das ja auch an mir selbst schick...
..aber für sie ist dies nix.

Zitat

warum nicht jemand auch in Jeans und Sneakers auf eine BDSM/Fetisch-Party gehen darf, wo er ja vielleicht sogar Jeans-Fetischist ist und auch noch auf Bondage steht.

Auch dies ist prinzipiell möglich

Das hat die betreffende Person aber einen "Sonderstatus" - da man ihn von Stammtischen und Workshops her kennt.

Ich habe ja auch bei "Latex-Only-Partys" vorher angemeldete Gäste in Lack-Outfit reingelassen
(bei einem Anteil von ca. 10% solcher Gäste bei einer Party stört dies auch niemanden)

Miauzi
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conny
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sklave von Herrin Rebeka

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:27.09.08 02:50 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
@conny

Zitat

LLL ist in Deutschland in den meisten Fällen nichts anderes als eine Art Galauniform der BDSM-Szene für besondere Anlässe wie Parties.

Da muss ich Dir wiedersprechen!!

Als LLL-Träger bist Du hier in Berlin auf solchen Partys wie "Kunst&Sünde" eindeutig in der Minderheit!



Hallo Miauzi

Klar stimme ich Deinem Widerspruch zu, selbstverstänlich habe ich bewusst verallgemeinert, schließlich geht es mir nicht um jede einzelne Party, sondern um so etwas wie eine Tendenz.

Ich kenne die von Dir genannte Partyreihe nicht, aber wenn ich mir die Selbstdarstellung der Veranstalterin im Netz ansehe, dann wird dort von "Polygender-Party - die hedonistische Orgie" gesprochen. BDSM, SM, etc wird auf der Website, mit Ausnahme der Links, nicht einmal erwähnt. Ich glaube Dir sofort, dass es eine interessante, besuchenswerte Party ist und BDSM mag auch vorkommen, dürfte aber zumindest programmatisch nicht im Vordergrund stehen.

Wir müssen sicherlich nicht alles in Dutzende Schubladen packen, aber andererseits macht es auch keinen Sinn, jede wunderbar erotische, hedonistische Party zu einer BDSM-Party zu erklären, nur weil dort BDSM (am Rande) auch vorkommt. Und offensichtlich dürfte bei Deinem Beispiel ja nicht einmal die Veranstalterin einen erwähnenswerten Zusammenhang mit BDSM sehen.

Genauso würde ich übrigens eine gewöhnliche Erotik-Messe nicht als BDSM/Fetisch-Veranstaltung titulieren.

Zitat
Auch in einschlägigen Läden für Party-Mode hängt Lack-Leder-Latex unter vielen Materialen.
LL ist längst \"beliebig\" geworden - also nix mehr besonderes - auch auf BDSM-Partys nicht.



Auch da stellt sich für mich wieder die Frage, von was für einer Art Shop Du sprichst.
Bei Partymode-Shops gebe ich Dir sofort Recht.
Bei Shops, die sich selbst - und nur diese Selbstdefinition der BetreiberInnen ist für mich das wesentliche Kriterium - als BDSM- und/oder Fetisch-Läden bezeichnen, gibt es natürlich auch Korsetts, Rollenoutfits, Dessous, usw, aber dominieren dürfte immer noch LLL.

Ich stimme Dir zu, dass LLL längst beliebig geworden ist, schließlich gab es zumindest Lack auch schon bei H&M oder dem Otto-Versand, und auf einer BDSM-Party - eben wegen des häufigen Vorkommens - nichts besonderes ist.

Zitat
Und die Leute in ihren LLL-\"Uniformen\" sind oft gar keine \"reinen\" SMer.
Die überwiegende Mehrheit der reinen SMer kann mit LLL eben nix anfangen


Da stellt sich die Frage, was ein "reiner SMer" ist?
Diesen Begriff lese ich das erste Mal und kann gar nichts damit anfangen.

Wenn ich das von mir sehr geschätzte Zentralorgan der deutschsprachigen SM-Szene, die "Schlagzeilen", als Beispiel nehme, dann frage ich mich, warum von den letzten 50 Coverfotos, bei ca. 30 Bildern LLL in irgendeiner Form vorkommt. Da ich davon ausgehe, dass Grimme & Co intelligente Leute sind und sie ihre Zeitschrift vor allem an SM-Leute verkaufen möchten, werden sie auf dem Cover in erster Linie das abbilden, was den durchschnittlichen SM-Menschen zum Kauf der Zeitung animiert und nicht etwas, womit er gar nichts anfangen kann.



Zitat
Zitat

warum nicht jemand auch in Jeans und Sneakers auf eine BDSM/Fetisch-Party gehen darf, wo er ja vielleicht sogar Jeans-Fetischist ist und auch noch auf Bondage steht.

Auch dies ist prinzipiell möglich




Ich finde, hier solltest Du Merlin nicht falsche Hoffnungen machen, da er vermutlich kein "gleicherer Szene-Promi" ist, wird er auf mindestens 9 von 10 Parties nicht mit Jeans und Turnschuhen hineinkommen.


Grundsätzlich stimme ich aber in vielen Punkten mit Dir überein. Ich stelle auch fest, dass mittelfristig schon ein Trend zu bunteren, vielfältigeren Party-Outfits gegeben ist, deshalb habe ich Merlin ja auch einige Alternativen, die jenseits von Jeans und Turnschuhen auch möglich sind, genannt.

Liebe Grüsse
conny

sklave von Herrin Rebeka
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Miauzi
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Und nun sind wir wie die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:27.09.08 15:40 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Conny,

die von mir erwähnte "Kunst&Sünde" ist eine BDSM-Party reinsten Wassers - nur das sie halt so bunt rüberkommt - wie letztlich die Szene wirklich ist

Sie ist aber von vorn herein nicht als reine Play-Party angelegt - denn dann müsste sie eigentlich in einem grossen Domina-Studio stattfinden.

Randnotiz:- in Berlin organisiert z.B. das Stuio "Avalon" regelmässig solche Play-Partys und auf denen sieht man einen höheren Durchschnitt von LLL-"Menschen".
Dies gilt besonders zu Pfingsten - da dann im Rahmen des GFB-Wochenendes die SMer unter den LLL-Fetischisten im "Avalon" ihre "Po-Verhau- und Fessel-Party" zelebrieren.

Nebenbei - die Veranstalter von "Kunst&Sünde" organisieren auch den "Salon Nior" - den grössten SM-Stammtisch hier in Berlin (mit so 100-120 Teilnehmern pro "Sitzung").
Inzwischen gibt es diese Partys auch in München, Hamburg und im Ruhrpott.

Was mich (mit 46 Jahren) auf vielen BDSM-Partys abschreckt ist die sehr eintönige Musik-Wahl -> letztlich fast ausschliesslich Techno (in allen seinen Varianten) und oft so laut - dass verbale menschliche Kommunikation fast nur noch im Vorraum/Foyer möglich ist...
..und genau auf diesen Partys sieht man zwar viele LLL-"Menschen" - aber so gut wie niemanden "spielen" (also SM Fehlanzeige).

Da steht zwar "BDSM" aussen drauf - ist aber letztlich nur normale Disko mit ein bissel "dresscode" und die wenigen fanatsievoll gekleideten LLLer dienen dann noch als "optische Lockvögel".

So gab es hier einige Zeitlang im Berliner Kitty für in Latex gekleidete Partygäste freien Eintritt!
Ich denke mal - dass sich dies selbst kommentiert

Meine ersten Latex-Sachen habe ich vor über 12 Jahren bei Neckermann bestellt - lange bevor die Lack "entdeckt" hatten.
Ist längst wieder rausgenommen...
..dafür taucht jetzt häufiger die diversen Beate-Uhse-Kollektionen in normalen Versandhaus-Katalogen als "romantische" oder "erotische" Wäsche auf

Einen komplett anderen Weg gehen die Läden der "Gothik"-Szene.

--------
Zitat

Wenn ich das von mir sehr geschätzte Zentralorgan der deutschsprachigen SM-Szene, die \"Schlagzeilen\", als Beispiel nehme, dann frage ich mich, warum von den letzten 50 Coverfotos, bei ca. 30 Bildern LLL in irgendeiner Form vorkommt. Da ich davon ausgehe, dass Grimme & Co intelligente Leute sind und sie ihre Zeitschrift vor allem an SM-Leute verkaufen möchten, werden sie auf dem Cover in erster Linie das abbilden, was den durchschnittlichen SM-Menschen zum Kauf der Zeitung animiert und nicht etwas, womit er gar nichts anfangen kann.


Die gleiche Frage kannst Du übrigens auch in der SZ (sklavenzentrale) stellen!!
Für ein Startseiten-Bild (quasi das Pendent zum zeitschriften-Cover) braucht es:
- Modell nicht älter als 25 Jahre
- möglichst lange Blonde Haare
- Konfektionsgrösse nicht über 36
- unbedingt müssen nackte Titten oder der Po nebst offener Spalte zu sehen sein
- und auf keinen Fall irgendwelche SM-Praktiken

Alternativ geht noch ein reinrassiges Fetisch-Bild - auf Hochglanz per Photoshop nachbearbeitet...
..quasi ein reines Katalogbild.

Das mach mehr als 75% aller Startseiten-Bilder aus...
..und wer sich darüber am heftigsten aufregt - sind eben die "reinrassigen" SMer - die mit Fetischen nix am Hut haben

Das betonen sie immer wieder.. als haben sie quasi eine innere Abscheu vor "Berührungen" mit Leuten - die SM als ERGÄNZUNG aber nicht alleinigen Lebensinhalt betrachten.
Oh man - welche Diskussionen dazu hatte ich schon in "HenrisBar" zu diesem Thema *kicher*

Wenn wir unsere Latex-Party in dieser Bar machen - haben die SMer eine Stasse weiter ihre monatliche Play-Party (Quälgeister).
Die viel einmal aus und sie standen quasi den Abend im Freien. Deren Chef rief in der Bar an - ob wir ihnen (trotz unseres Dresscodes) "Asyl" gewähren könnten.
Haben wir auch gemacht und ich hatte mich schon auf einige sehr verblüffte Gesichter gefreut...
..was ja dann auch eintrat -> SM meets Latex-Fetisch.
Da waren einige SMer doch sehr verblüfft (diplomatisch ausgedrückt) - wie "komisch" angezogen andere Menschen rumlaufen können *schmunzel*

Daswegen sage ich seit der Zeit auch immer "reine SMer".
(diese halten oft auch nix von der Kontenkunst eines Herr Grimme *mal anmerk*)

--------
Warum jetzt die Schlagzeile mit klassischen fetisch-Bildern wirbt??
Na - man möchte sich breiter aufstellen!!

Das war ja schon an den Versuchen eines Fetisch-Magazins wie "Marquis" zu sehen - immer neue Fetisch-Nischen zu entdecken und wir sich aufzubereiten...
..bis es dann zum "HeavyRubber"-Magazin kam - welches Latex sehr gut mit BDSM verbindet.

Klar gibt es eine nicht unbeträchtliche Schnittmenge zwischen BDSM und Fetisch - einige bedienen dies schon - andere haben dies gerade für sich als verbreiterte Plattform entdeckt.

Ich persönlich finde dran nix schlimmes - da ich mich als latex-tragende natur-dominante Transe so wunderbar zwischen den "Welten" bewegen kann.

LG Miauzi
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:27.09.08 17:13 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

Da stellt sich die Frage, was ein \"reiner SMer\" ist?
Diesen Begriff lese ich das erste Mal und kann gar nichts damit anfangen.


Da haste recht, Conny. Ich glaube auch nicht, dass es "reine SMer" gibt. Das wäre dann per Definition jemand, der sich aus dem BDSM-Bereich nur auf SM beschränkt, also sprich er/sie hat nur Spaß an Schmerzen. Sicherlich ist jeder BDSM-Interessierte breiter aufgestellt, als dass er/sie nur SM betreibt. Jeder macht ein bisschen mehr, als nur eine Sache. So wie Miauzi den Begriff in ihrem vorherigen Thread erklärt hat, würde ich eher vom "reinen BDSMlern" sprechen. Aber gerade die gibt es ja meiner Meinung nach nicht (oder nur sehr selten), so wie ich in meinem Anfangspost zur Diskussion gestellt habe. OK, vielleicht bin ich die Aussnahme, oder habe ich andere Aussnahmen noch nicht getroffen?

Außerdem bezweifle ich, dass sich viele Leute in der SZ über Fetisch-Bilder ägern. Das ist mir noch nie aufgefallen.

Zitat

Ich finde, hier solltest Du Merlin nicht falsche Hoffnungen machen, da er vermutlich kein \"gleicherer Szene-Promi\" ist, wird er auf mindestens 9 von 10 Parties nicht mit Jeans und Turnschuhen hineinkommen.


Na ja, ganz so wichtig ist das für mich ja nicht. Ich kann auch ganz gut Leben, wenn ich auf keine Szene-Parties gehe.

Zitat

Einen komplett anderen Weg gehen die Läden der \"Gothik\"-Szene.



Was soll denn die "Gothik-Szene" sein? Du meinst whol eher die "Gothic-Szene". Aber das ist dann doch etwas anderes.


Viele Grüße
Merlin

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Merlin_Uther am 27.09.08 um 17:16 geändert
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Miauzi
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:27.09.08 20:34 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo Merlin,

ich kenne mehrere Schreibweisen für "Gothic-Szene"

Und Du glaubst nicht - wie viele dort ausgeprägte Fetischisten oder BDSMer sind.

Ich war Anfang letzten Jahres in der Nähe von Bonn auf eine Gothic-Party (mehr durch Zufall -> sprich wurde eingeladen).
Auf der sah ich mehr Leutchen (eben "Schwarze Kinder") aktiv bei heftigen SM-Spielchen als bei vielen "klassischen" SM-Play-Partys.
Da wurden auch keine Türen geschlossen oder Vorhänge zugezogen


Zitat

Außerdem bezweifle ich, dass sich viele Leute in der SZ über Fetisch-Bilder ägern. Das ist mir noch nie aufgefallen.

Gibt schon den einen oder anderen tread dazu - kommt mindestens 1-2 mal in Monat vor.

Davon mal abgesehen:
Etliche Besucher unserer "Salon Noir" mögen zwar in der SZ "registriert" sein - nehmen aber schon lange nicht mehr aktiv am Forum teil.
Einige sagen - dass es ihnen zu fetisch-lastig wäre - auch wegen der Bilder - die nix mit SM zu tun haben

Ich kann letztlich nur wiedergeben - was man mir da in Gesprächen mitteilt...

LG Miauzi
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:28.09.08 18:31 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat


ich kenne mehrere Schreibweisen für \"Gothic-Szene\"

Und Du glaubst nicht - wie viele dort ausgeprägte Fetischisten oder BDSMer sind.


Doch, sicherlich ist das so. Ist auch meine Beobachtung. Auch wenn das 2 paar Stiefel sind, so ist doch die eine Szene affin mit der anderen. Verhält sich vermutlich so wie mit den Rollenspielern.

Grüße
Melin
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:28.09.08 21:38 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo all,

Zitat

Das mach mehr als 75% aller Startseiten-Bilder aus...
..und wer sich darüber am heftigsten aufregt - sind eben die \"reinrassigen\" SMer - die mit Fetischen nix am Hut haben


Mit meinem Hang zu Stahl, Leder und teilweise Gummi bin ich demnach kein reinrassiger Smer.
In der Tat nerven mich dennoch die ewig gleichen Bilder, aber das tun sie in den normalen Printmedien auch. Um lebendige BDSM-Bilder zu sehen, muss man schon tief in die Antikkiste greifen.

Die SZ hat in irgendeiner Ausgabe mal angemerkt, dass sie im Prinzip gar keine andere Wahl mehr haben ohne sich u.U. Ärger ins Haus zu holen. Ich überfliege die Ausgaben meist nur noch. Auch die Texte sind kaum noch ohne Weichspüler oder Zeigefinger zu haben.

Zitat

Das betonen sie immer wieder.. als haben sie quasi eine innere Abscheu vor \"Berührungen\" mit Leuten - die SM als ERGÄNZUNG aber nicht alleinigen Lebensinhalt betrachten.



No problem, wenn die lifestyler denn auch auf Parties das smigere Gegenüber sich selbst sein lassen. Es hat zugenommen, dass die lifestyler willkürlich bereits länger laufende, sehr tiefergehende Sessions stören. Dass sie das völlige Abgetauchtsein wahrscheinlich nicht nachvollziehen können, gibt Ihnen nicht den Freibrief zu schlechtem Benehmen, meine ich.

Wir persönlich bevorzugen klar definierte (dresscode) und auf uns zugeschnittene leisere Playparties in nicht zu großem Rahmen. Bietet sich nichts an, bleibe ich eben zu Hause.


LG miriam_MP

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von m_MP am 28.09.08 um 21:41 geändert
Es gehört zu einem der am besten gehüteten Geheimnisse, dass in jedem sadomasochistischen Verhältnis der \"Sklave\" stets der offensivere der beiden ist: Er verlangt seine Versklavung mit weitaus größerer Insistenz als der \"Herr\" seine Herrscherrolle. (E. Bornemann)

Infos zum Forum: \"Einführung - FAQ - Hilfestellung von A bis Z\"

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Miauzi
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Und nun sind wir wie die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:29.09.08 01:28 IP: gespeichert Moderator melden


@Merlin,

ich kann Dir zur "Verbandelung" Fetisch&BDSM-Szene mit der Gothic-Szene nur eigene Beobachtungen schildern.

Wenn ich da nachdenke - wieviele Latex-"Freaks" zuauf das WGT nach Leipzig fahren und nicht auf den parallel stattfindenden GFB in Berlin - kommt man schon ins grübeln.
Die gleiche Tendenz sehe ich z.B. bei den Messeausstellern...
..speziell bei SM-Möbeln findet man mehr Hersteller in Leipzig als in Berlin.

Schaue ich so in meinem Bekanntenkreis herum - stellte ich fest - dass viele SMer und Fetis strenggenommen "schwarze Kinder" sind

Also finde ich eigentlich - dass die Frage anders formuliert gehört:
statt
BDSM=Fetischismus

müsste es lauten
Sind BDSM und Fetischismus Teilmengen des "Schwarzen" Lebensstils??

LG Miauzi

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sklave von Herrin Rebeka

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:29.09.08 12:32 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Wenn ich da nachdenke - wieviele Latex-\"Freaks\" zuauf das WGT nach Leipzig fahren und nicht auf den parallel stattfindenden GFB in Berlin - kommt man schon ins grübeln.

Schaue ich so in meinem Bekanntenkreis herum - stellte ich fest - dass viele SMer und Fetis strenggenommen \"schwarze Kinder\" sind

Also finde ich eigentlich - dass die Frage anders formuliert gehört:
statt
BDSM=Fetischismus

müsste es lauten
Sind BDSM und Fetischismus Teilmengen des \"Schwarzen\" Lebensstils??



Hallo

Gothic ist zunächst einmal eine Form von (Jugend-)Kultur, die mit BDSM/Fetisch gar nichts zu tun hat.

Da geht es um Anders-Sein als die Mainstream-Jugend und -Erwachsenenwelt, ein bisschen auch um Provokation, um Abgrenzung, sowie Ablehnung des Mainstream, es geht um Suche, Neugier und Entdeckung anderer Welten, es geht um andere Musik, um andere Optik, um (teilweise) andere Werte, Einstellungen, usw
Es gibt viel mehr Verzahnungen der Gothic-Szene zur Life-RollenspielerInnen-Szene (nicht zu verwechseln mit BDSM/Fetisch-Roleplay), zur Mittelalter-Szene und anderen Szenen, als zu BDSM.

Die Verknüpfung von BDSM/Fetisch zu Gothic ergibt sich zunächst vor allem durch die Musik. Viele Gothic-Gruppen und deren Liedtexte thematisieren BDSM/Fetisch-Themen, sowie düstere Inhalte wie Tod, Schmerz, Leiden, Blut, etc. Bei manchen Gruppen ist eine Verbindung auch optisch bei ihren Bühnenshows oder CD-Covern, -bildern zu sehen.

Die Uniform-Farbe der Gothic-Szene ist schwarz, wodurch sich hier eine weitere Verbindung zur BDSM-Szene ergibt.
Und nachdem es bei Gothic auch um Anderssein geht, sind viele Gothic-Leute auch auf der Suche nach einer anderen (Nicht-Mainstream-)Sexualität, wodurch sich BDSM/Fetisch als eine mögliche andere Form anbietet, wobei es allerdings vor allem um Neugierde und Ausprobieren geht.
Dauerhaft dürfte der Anteil von BDSM/Fetisch-Leuten bei Gothic-Leuten kaum höher sein, als bei anderen Gruppen.
Hinzu kommt, dass sich der Großteil der Leute mit zunehmenden Alter von Gothic zumindest optisch und in der Lebensweise irgendwann abwendet, weil es eben doch in erster Linie eine Jugendkultur ist und als 30jährige/r sieht frau/mann auch ziemlich alt aus unter mehrheitlich 15-20jährigen. Ich stelle laufend fest, wie sich Gothic-Leute verändern, wenn sie in der Mainstream-Realität ankommen, wenn sie zB Kinder bekommen, Ausbildungen beenden, einen anderen Job haben, etc
Manche entfernen sich ganz, bei anderen bleibt lediglich die Musik und etwas Nostalgie und einige wechseln zB zur Mittelalter-Szene oder natürlich auch zur BDSM/Fetisch-Szene.

Insoferne ist Deine Einschätzung der "schwarzen Kinder" durchaus zutreffend, nur quantitativ würde ich sie auch nicht überbewerten. Sie machen auch in der SM-Szene nur eine Minderheit aus.

Ich kenne auch einige Leute, die jedes Jahr zum WGT nach Leipzig fahren und die zum Teil auch häufiger Latex anziehen und/oder auf BDSM stehen. Bei denen hat das WGT absolut nichts mit BDSM zu tun (obwohl es jetzt auch eine SM-Party am Rande des WGT gibt) und sie würden das WGT auch nicht als BDSM/Fetisch-Veranstaltung bezeichnen bzw. überhaupt keinen Zusammenhang sehen und kämen gar nicht auf die Idee, irgendeine Parallelität oder gar Konkurrenz zum GFB in Berlin herzustellen. Für sie sind das zwei völlig unterschiedliche Welten.
Sie fahren zum WGT, um FreundInnen und Bekannte aus der ganzen Welt wiederzusehen, um Musik zu hören, um zu sehen, was es Neues gibt oder um gemeinsam Party zu feiern. Da mag es auch BDSM/Fetisch/Sex geben, aber wenn überhaupt, dann nur sehr am Rande.

Und dann gibt es noch einen kritischen Punkt der vermeintlichen oder tatsächlichen Verzahnung von BDSM/Gothic, der häufig in einschlägigen Gothic-Foren formuliert wird:
Manche SM-Menschen, die mit Gothic gar nichts am Hut haben, glauben, im Gothic-Bereich leicht "Beute" - besonders bei jungen Frauen/Mädchen - zu machen, da sie vermuten, dass sich dort viele junge Leute herumtreiben, die auch im sexuellen Bereich (noch) auf der Suche sind.
Was für Dich, Miauzi, Männer mit moslemischem Migrationshintergrund sind, entspricht in etwa dem in Verhalten, usw, was für viele Gothic-Leute, SM-Meister mit Bierbauch und Halbglatze sind.


Liebe Grüsse
conny

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Miauzi
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Und nun sind wir wie die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:29.09.08 17:55 IP: gespeichert Moderator melden


Gothic = Jugend-Kultur??

Das mag mal so gewesen sein

Und vielleicht wird es von vielen noch so wahrgenommen - weil halt die jungen Gothics in entsprechenden "Gewandungen" nebst Frisur bzw. MakeUp "identifizierbar" sind.

Inzwischen hat aber das WGT einen eigenen Kindergarten (siehe Mittelalterdorf) und ich treffe immer wieder Menschen meiner Altersklasse Ü40 - die sich mir gegenüber als Gothics "outen".
Und das ist auch normal - wenn man bedenkt - seit wann es diese Sub-Kultur gibt!!

Die Fetisch-Party in Leipzig hat mehr Besucher als der Ball zeitgleich in Berlin...
..da mag allein auch daran liegen - dass bei 20-30.000 WGT-Besucher genügend Minderheit (10% reichen ja schon) für BDSM bzw. Fetisch vorhanden ist.
Die Party findet nicht "am Rande" statt *lächel*

Zitat

Sie fahren zum WGT, um FreundInnen und Bekannte aus der ganzen Welt wiederzusehen, um Musik zu hören, um zu sehen, was es Neues gibt oder um gemeinsam Party zu feiern.

Jep...
..und nicht gerade wenige frönen ihrem Korsett-Fetisch dabei - oder ihrem Mittelalterkleider-Fetisch oder...

Merkste was - wir reden hier nicht über Fetisch als "psychologische Krankheit" - sondern über ein sehr intensiv und leidenschaftliches betriebenes "Hobby"

Und da sind wir wieder am Ausgangspunkt!!
Wer z.B: "Fetisch" als "Krankheit" betrachtet und nicht als eine "leidenschaftliche Passion" - wird immer wieder bestimmte Aspekte anders sehen müssen

Insofern reden/schreiben wir beide hier über die selbe Sache - nur benutzen wir 2 völlig verschiedene "Sprachen"

LG Miauzi
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conny
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:30.09.08 01:36 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Gothic = Jugend-Kultur??

Das mag mal so gewesen sein

Und vielleicht wird es von vielen noch so wahrgenommen - weil halt die jungen Gothics in entsprechenden \"Gewandungen\" nebst Frisur bzw. MakeUp \"identifizierbar\" sind.

Inzwischen hat aber das WGT einen eigenen Kindergarten (siehe Mittelalterdorf) und ich treffe immer wieder Menschen meiner Altersklasse Ü40 - die sich mir gegenüber als Gothics \"outen\".
Und das ist auch normal - wenn man bedenkt - seit wann es diese Sub-Kultur gibt!!


Hallo Miauzi

Natürlich ist es normal, dass Du auch über 40jährige Gothic-Leute triffst. Ich kenne auch welche, die sind über 50 und gehen auf die 60 zu.

Es gibt auch 50jährige Punks oder 40jährige BesucherInnen von Boy-Group-Konzerten.
Deswegen ist Punk trotzdem eine Form der Jugendkultur und die Boy-Group bleibt eine Teenie-Band.

Genauso verhält es sich mit Gothic. Der überwiegende Teil dieser Szene sind schon eindeutig Leute, die jünger als 40 sind.
Dies kannst Du auch im Fall vom WGT zB auf den offiziellen Fotogalerien der BesucherInnen relativ leicht überprüfen.

Was Du so wenig charmant als "Kindergarten" bezeichnest, das ist das WGT, da fahren auch tatsächlich Leute mit Kindern hin.
Denn das WGT ist zuerst einmal ein Musikfestival, welches über 4 Tage geht und pro Tag ca.40 Konzerte umfasst, wo sehr viel, was im Gothic-Bereich Rang und Namen hat, aufspielt.
Dies ist der erste Hauptgrund, warum dort 20.000 Leute Jahr für Jahr hinkommen und Eintritt bezahlen, weil sie diese Konzerte besuchen möchten.

Zitat
Die Fetisch-Party in Leipzig hat mehr Besucher als der Ball zeitgleich in Berlin...
..da mag allein auch daran liegen - dass bei 20-30.000 WGT-Besucher genügend Minderheit (10% reichen ja schon) für BDSM bzw. Fetisch vorhanden ist.
Die Party findet nicht \"am Rande\" statt *lächel*



Nun, ich weiss ja nicht, wie Du "am Rande" definierst.
Aber wenn es ein Festival mit 20.000 BesucherInnen gibt, bei dem es ungefähr 150-160 Einzelveranstaltungen, darunter 1 Fetishparty, dann ist das für mich am Rande dieses Festivals.
Parallel zur Fetish-Party gab es beim letzten WGT 9 andere Veranstaltungen, darunter Konzerte von Weltenbrand, Fields of the Nephilim, Persephone, usw - Das klingt nicht gerade nach zentraler Bedeutung der Fetish-Party.

Und ob die Fetisch-Party überhaupt eine Fetisch-Party ist und/oder was viele TeilnehmerInnen mit dieser Art Fetisch-Party verbinden, das ist zum Teil nicht sehr schmeichelhaft für die "Fetisch-Szene", gar nicht bei mir, sondern bei den Gothic-Leuten, denn die Kritiken sind dort zum Teil vernichtend, auch nachzulesen im offiziellen WGT-Forum.

Zitat
..und nicht gerade wenige frönen ihrem Korsett-Fetisch dabei - oder ihrem Mittelalterkleider-Fetisch oder...


Ich denke, viele Mittelalter-Leute würden es - zu Recht - als Beleidigung auffassen, wenn Du sie flapsig als FetischistInnen bezeichnest.
Die meisten Leute dort tragen nicht Mittelalterkleider, weil sie einen (sexuellen) Fetisch diesbezüglich haben.
Hier geht es auch nicht in erster Linie um Kleider, sondern auch und vor allem um Lebensweisen des Mittelalters, um dessen Kultur, Gebräuche, Sitten, Traditionen, Musik, Literatur, etc - mit Sexualität hat dies absolut nichts zu tun. Ich kenne gerade einige Mittelalter-Leute, für die all dies ein ernsthaftes Anliegen, mit dem sie sich intensiv beschäftigen, ist und die sich dagegen verwahren würden, wenn sie oberflächlich auf ihre Bekleidung reduziert werden oder gar als FetischistInnen beschimpft werden, denn bei ihnen ist der Begriff "Fetisch" sehr wohl negativ besetzt.


Zitat
Merkste was - wir reden hier nicht über Fetisch als \"psychologische Krankheit\" - sondern über ein sehr intensiv und leidenschaftliches betriebenes \"Hobby\"



Da bin ich wieder bei Dir, auch ich betrachte Fetisch nicht per se als Krankheit, allerdings hat für mich Fetisch, so wie vermutlich für die meisten Menschen, schon einen sexuellen Zusammenhang, denn wenn jede Vorliebe und jedes Hobby als Fetisch bezeichnet wird, dann wären tatsächlich alle Menschen irgendwie FetischistInnen. Das verwässert den Begriff wieder derartig, dass sich am Schluss wirklich niemand mehr auskennt.

Ich denke, zwischen den Welten und Szenen zu wandeln ist großartig, aber deshalb müssen ja nicht alle Begriffe in einen Topf geschmissen und solange umgerührt werden, bis alles ein konturenloser Einheitsbrei ist. Dies würde letztlich alles gleich machen, wodurch irgendwann das Wandeln auch keinen Spass mehr macht, weil es die verschiedenen Welten auflöst.

Liebe Grüsse
conny


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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:01.10.08 21:08 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Gothic ist zunächst einmal eine Form von (Jugend-)Kultur, die mit BDSM/Fetisch gar nichts zu tun hat.

genauso verhält es sich mit Gothic. Der überwiegende Teil dieser Szene sind schon eindeutig Leute, die jünger als 40 sind.
Dies kannst Du auch im Fall vom WGT zB auf den offiziellen Fotogalerien der BesucherInnen relativ leicht überprüfen


Ich würde auch sagen, dass Gothic keine Jugend-Kultur ist. Auch wenn ein Großteil jünger als 40 ist - als Jugendlcihe bezeichnet man die Altersgruppe zwischen 14 - 21 Jahren. Im allgemieinen ist die Gothic-Musik viel zu düster um als Jugendkultur sich durchsetzen zu können. Jugendliche hören Popp.



Zitat
Es gibt viel mehr Verzahnungen der Gothic-Szene zur Life-RollenspielerInnen-Szene (nicht zu verwechseln mit BDSM/Fetisch-Roleplay), zur Mittelalter-Szene und anderen Szenen, als zu BDSM.



Ich würde so gar die Behauptung aufstellen, dass Rollenspieler BDSM-Affin sind. Bin selbst einer - wenn auch nur p&p und kein LARPER. Gut ich sollte nicht von mir auf andere schließen. Aber auch Rolenspieler haben Gewaltphanatasien und träumen von geilen Elfentussen, die von bösen Schurken in dunklen Höhlen angekettet wurden.


Zitat

Ich denke, viele Mittelalter-Leute würden es - zu Recht - als Beleidigung auffassen, wenn Du sie flapsig als FetischistInnen bezeichnest.
Die meisten Leute dort tragen nicht Mittelalterkleider, weil sie einen (sexuellen) Fetisch diesbezüglich haben.
Hier geht es auch nicht in erster Linie um Kleider, sondern auch und vor allem um Lebensweisen des Mittelalters, um dessen Kultur, Gebräuche, Sitten, Traditionen, Musik, Literatur, etc - mit Sexualität hat dies absolut nichts zu tun. Ich kenne gerade einige Mittelalter-Leute, für die all dies ein ernsthaftes Anliegen, mit dem sie sich intensiv beschäftigen, ist und die sich dagegen verwahren würden, wenn sie oberflächlich auf ihre Bekleidung reduziert werden oder gar als FetischistInnen beschimpft werden, denn bei ihnen ist der Begriff \"Fetisch\" sehr wohl negativ besetzt. .



Du hast du recht. Mittelalter-Leute haben nichts mit Fetischismus zu tun. Das sind wirklich 2 paar Stiefel. Aber ich möchte doch betonen, dass Mittelalter-Festvials nichts mit dem historischen Mittelalter zu tun haben. Bei diesen Eventes ghet es nicht um die historisch korrekte Darstellung des Mittelalters, sondern um das spezielle Ambiente und Atmosphäre.
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:01.10.08 21:16 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Merkste was - wir reden hier nicht über Fetisch als \"psychologische Krankheit\" - sondern über ein sehr intensiv und leidenschaftliches betriebenes \"Hobby\"

Und da sind wir wieder am Ausgangspunkt!!
Wer z.B: \"Fetisch\" als \"Krankheit\" betrachtet und nicht als eine \"leidenschaftliche Passion\" - wird immer wieder bestimmte Aspekte anders sehen müssen.


Sollte das wieder ein Seitenhieb auf mich sein? Du hättest meine Threads besser lesen sollen. Außerdem - wie schon gesagt- die Diagnose von Paraphilie ist auch kulturelles Problem.


Gruß
Merlin
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:06.10.08 16:06 IP: gespeichert Moderator melden


Ein paar Bemerkungen zu der Frage: BDSM = Fetisch?.
Dieses Thema erschöpfend zu behandeln, braucht es eine wissenschaftliche Arbeit, dazu fehlen mir die Kenntnisse, so daß es, wie üblich, nur eine rhapsodische Sammlung von Bemerkungen dazu gibt.

@Miauzi
Der Fachbegriff Fetischismus ist ganz sicher nicht überholt, zur Erinnerung:
Fetisch hat wenigstens zwei Bedeutungen:
1. etwas, dem irrationale Kräfte zugeschrieben werden, und das verehrt werden soll. Beispiele: Der Wachstumsfetischismus in unserer Gesellschaft, der Konsumfetischismus etc.

2. der sexuelle Fetischismus, das bedeutet, der sexuelle Reiz geht von irgendeiner Sache aus, oder von einem Körperteil. In extremen Fällen läßt den denjenigen eine Frau total kalt, jedoch „das Ding“ erregt ihn total. (Ich weiß sehr genau, wovon die Rede ist.) D. h. der Fetisch ist keine „Liebhaberei“ sondern echte Notwendigkeit.
Ich weiß allerdings nicht, ob das nur eine männliche Angelegenheit ist, oder ob es das bei Frauen auch gibt.
Damit ist das Ganze sicher eine psychische Eigenschaft (->Paraphilie), ob das als krankhaft zu bezeichnen ist, weiß ich nicht. Man kann es so oder so sehen.
Therapiert werden kann man nur, wenn man dabei mitmacht und wenn ein Leidensdruck besteht. Therapie kann nicht „verordnet“ werden.

Ich weiß natürlich auch nicht, ob die „Bekleidung“ ein „echter Fetisch“ ist. D.h. macht die Kleidung die Erregung, oder, das was drinsteckt, das ist sicher nicht so einfach zu trennen.
Vielleicht ist es so, daß die Bedeutung für Fetisch dabei ist, sich zu verändern. Das ist ja z.B. bei „geil“ auch schon passiert. Zu Goethes Zeiten gab es die Bezeichnung „geiler Pflanzenwuchs“ später war das die Bezeichnung für „sexuell leicht erregbar“ oder im sexuell erregten Dauerzustand. („Geiles Weib“ -> rette sich, wer kann, sie zerrt ihn sofort ins Bett.) Heute bedeutet es nur noch besonders, ja was eigentlich? Jedenfalls nicht irgendwie besonders sexuell.

Sado/Maso ist wohl auch noch nicht verstanden, denn dabei scheint es ja Erregung durch beherrschen und erniedrigen zu geben, wenn man den Herren Masoch, Sade & Co glauben soll.
(Der Ritter Masoch kannte im Prinzip schon den Cuckold, ich erinnere mich dunkel an einen Text von ihm, in dem so etwas ähnliches vorkam.)
SM muß nicht notwendigerweise körperlich spürbar sein, sondern es kann auch rein auf der Beziehungsebene laufen, ich glaube, dafür gibt es massenhaft Beispiele.

Ich glaube nicht an eine zwangsläufige Verknüpfung von BDSM und Fetischismus, wahrscheinlich hängt das von der Art des Fetisches ab.

Aber es kommt sicher vor, daß beides verknüpft ist.

Beides könnte durch eine Konditionierung entstanden sein (der sattsam bekannte Pawlow).
Es gibt aber auch das Erzeugen von paradoxen Reaktionen (Stichwort Gehirnwäsche)
Da sind natürlich Kombinationen von beidem vorstellbar.

Diese Dinge laufen wahrscheinlich in sehr früher Kindheit ab und sind deshalb oft im Gedächtnis nicht mehr ohne weiteres zugreifbar.

Vieles, das in den Kinderzimmern läuft, wird gar nicht als so schlimm wahrgenommen, wie es wirklich ist.
„Warum weinst du denn? Ich hab doch nur Spaß gemacht.“ Der „Spaß“ war dann vielleicht die Drohung der totalen Vernichtung oder die Drohung allein gelassen zu werden oder ähnliches.
Keiner „bekommt den anderen richtig mit“ d.h. die einen sehen nicht, daß sie vier Meter große allmächtige Riesen sind und die anderen sehen nicht, daß sie nicht richtig in ihrer Kleinheit wahrgenommen werden. Was bleibt, ist beim einen blankes Entsetzen und Horror, beim anderen nur die Verwunderung darüber.

Heutzutage werden sie oft total allein gelassen mit irgendwelchen Playstations etc, das führt sicher auch zu einer Verkümmerung, Einschränkung der Wahrnehmung und des Denkvermögens. (zu einer Verdummung)

Diese Effekte können dann auch zu einer „Erstarrung“ führen, man spürt gar nichts mehr.
Mir kommt es so vor, als wären teilweise die starken Reize nötig, weil sonst zu wenig gespürt wird.
Die genannten Dinge sind die „harten“ Sachen, der Übergang zu anderen Dingen ist fließend.
Ich habe denn Eindruck, daß „LLL“ meistens nur ein Acessoir, ein Erkennungszeichen ist.
BDSM ist im Grunde paradox: „Ich gebe freiwillig meine Freiheit auf...“
Das ist dasselbe wie: „Ein Kreter sagt: alle Kreter lügen.“
Außerdem bestimmt der/die SUB oft, was gemacht wird -> dto.

Noch eine allgemeine Bemerkung:
Ich lese manchmal „Stinos“ (Woher kommt die Bezeichnung?) und Vanilla, kommt mir manchmal etwas abwertend vor (Vielleicht täusche ich mich. Hoffentlich.)

Und weiter, kommt es mir vor, als wenn man sich in der Szene „fortschrittlicher“ fühlt. Teilweise sogar „elitär“.
Ob das angemessen ist, weiß ich auch nicht.

Die Behauptung die „Normalen“ seien „krank“ finde ich, mit Verlaub, tollkühn. (Mir sind die Anführungszeichen nicht entgangen, d.h. die Behauptung wird schon, zu recht, relativiert.)
Wie dem auch sei, die meisten, auch die „normalen“ haben sicher längst noch nicht alles, was es in dem „normalen“ Bereich gibt, z. B. Stichwort „Tantra“ etc. total ausgelotet. (Chakren aktivieren, „innere Flöte spielen“ etc.)

Ich selber bin leider nicht in der glücklichen Lage, derlei Dinge ausprobieren zu können, dazu braucht man die passende Partnerin, und die sind sehr, sehr schwer zu finden.
Ich selber rechne mich zu den Fetischisten, SM im eigentlichen physischen Sinn ist für mich nur eine Randerscheinung.

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:12.10.08 16:24 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo!

Es wurde schon gesagt, dass es eine nicht unerhebliche Schnittmenge zwischen BDSM und LLL gibt. Mich würde interessieren, wie es dazu kommt? Hat ein LLLler schon BDSM-Sex, nur weil er seine Kluft anlegt? Ist ein BDSMler schon auf dem Gebiet des LLL, weil er sich gründlich auf die Session vorbereitet und seiner Meinung nach "angemessene" Kleidung anlegt?

Es wurde angeführt, dass kaum BDSM-Seiten zu finden sind, die sich nicht mit LLL-Bildern präsentieren. Ich behaupte mal kühn, das liege daran, dass diese Bilder so einfach verfügbar sind. Ein Model in Klamotten zu stecken und abzulichten ist so viel einfacher, als ein ansprechendes BDSM-Foto zu schießen. Wenigstens bei mir findet extrem vieles im Kopf statt, unsichtbar für die Kamera. Anders gesagt würden vielleicht die BDSMigen Feinheiten im Foto untergehen, würde man sie nicht mit einem deklarativen Outfit kennzeichnen. Nimmt man sich mal ein Foto her und stellt sich die Personen in Feinripp vor, rümpft man doch gleich die Nase, weil es nicht "ansprechend" aussieht. Umgekehrt kann ein Latexkleid auch nicht über Speckröllchen und Cellulite, sowie die schäbigen Möbel und den Staubsauger im Hintergrund wegtäuschen. Ein Foto ist eine Komposition vieler Zutaten, jede einzelne davon muss für den Zusammenhang abgeschmeckt werden, damit das Resultat dem Gourmet-Gaumen mundet.

Schließlich differenziere ich zwischen dem, was ich tatsächlich tue und dem, was ich mir ansehe. Bilder mit LLL sind hübsch anzuschauen. Aber bei Hochglanzbildern sind die Flecken auf dem Leder wegretuschiert. Das Latex ist makellos und bestens eingeölt ... nicht so weiß angelaufen, wie es im Schrank hängt. Der Fetischist freut sich auf das schwitzige Gefühl, der BDSMler erträgt es mehr schlecht als recht. Während der Fetischist das Anziehen zelebriert und sich von einer Schale in die nächste wirft, wird der BDSMler es als Mittel zum Zweck sehen, um am lästigen aber notwendigen Türsteher / Dresscode vorbei zu kommen. Was für den Fetischisten Selbstzweck ist, dient dem BDSMler nur einem höheren Ziel.

LG
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Miauzi
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Und nun sind wir wie die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:22.10.08 23:12 IP: gespeichert Moderator melden


Das Thema hatten wir gerade letzte Woche auf der Fetisch-Party zur "Venus".

Wenn ich da hätte zuordnen sollen...
..der ist jetzt vorwiegend ein LLL-Mensch oder der da ein BDSM-Mensch...
...wäre ich echt ins Grübeln gekommen

Aber um mal mit einem Gerücht aufzuräumen:
Zitat

Das Latex ist makellos und bestens eingeölt ... nicht so weiß angelaufen, wie es im Schrank hängt.


Kein professioneller Fotograf möchte beim "Knipsen" das Latex auf Hochglanz verspiegelt vor seiner Kameralinse haben!!
Da wird keine einzige Aufnahme etwas
(hatte dazu Rücksprache mit einigen Szene-Fotografen geführt)

Da wird vor den Aufnahmen das Öl abgewischt - so das es komplett matt ist.

Der "Glanz" und die "Spiegeleffekte" entstehen ausschliesslich durch die Bildbearbeitung!

Deshalb sind ja so viele Latex-Fetis so verblüfft - dass es bei ihren "Knipsereien" niemals ein ähnliches Ergenis entsteht - wie in den Hochglanz-Magazinen

Das ganze bitte nur als Anmerkung verstehen
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Mme Sade
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:03.12.08 06:23 IP: gespeichert Moderator melden


Darf ich dieses Thema kurz wieder aufleben lassen?

Für mich persönlich gehören Lack und Leder zum BDSM dazu. Ich möchte von mir nicht behaupten, dass es ein Fetisch ist, aber ich mag die Kleidung, weil Lack, Leder, Stiefel meine "Rolle" gut unterstützt. Ich fühle mich darin wohl, alles ist mit den Outfits rund, wenn ich spiele.
Weg von z.B. Alltagsjeans. Alltagsklamotten verbinde ich zu sehr mit realem Leben. Die haben in meinem Spiel einfach nichts zu suchen. Mein Spiel ist nicht Alltag.

Besten Gruß
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conny
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:06.12.08 16:44 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Für mich persönlich gehören Lack und Leder zum BDSM dazu. Ich möchte von mir nicht behaupten, dass es ein Fetisch ist, aber ich mag die Kleidung, weil Lack, Leder, Stiefel meine \"Rolle\" gut unterstützt. Ich fühle mich darin wohl, alles ist mit den Outfits rund, wenn ich spiele.
Weg von z.B. Alltagsjeans. Alltagsklamotten verbinde ich zu sehr mit realem Leben. Die haben in meinem Spiel einfach nichts zu suchen. Mein Spiel ist nicht Alltag.



Madame,

Ich denke, dass das vermutlich viele Leute so sehen werden. Lack, Leder oder Stiefel haben in deutschsprachigen Ländern ein "dominantes Image" und machen aus praktisch jeder Frau (zumindest optisch) eine Domina.
Dies entspricht dem gängigen Rollenbild, genauso wie zum klassischen Brautrollenbild ein weißes Kleid gehört oder der richtige Dresscode bei Begräbnissen hierzulande schwarz ist.

Nun ist dagegen überhaupt nichts einzuwenden, andererseits frage ich mich, woher dieses Rollenbild kommt und - noch wichtiger - entspricht dieses Bild auch in jedem Fall den tatsächlich inneren Bedürfnissen oder werden hier lediglich gesellschaftliche Konventionen und traditionelle Erwartungsvorstellungen anderer Leute befriedigt?

Von den SM-Namensgebern, den Herren de Sade und von Sacher-Masoch, kann dieses Rollenbild nicht stammen, da es zu deren Zeit zB Lack noch gar nicht gab oder das meistzitierte Werk des Zweiteren "Venus im Pelz" lautet.
Auch in der weit verbreiteten "Geschichte der O" wird eine andere Optik propagiert oder aus anderen Ländern dürfte dieses Rollenbild auch nicht importiert sein, weil von dort eher Schottenröckchen oder Kimonos als BDSM-Outfits zu uns herüberschwappen.

Meine These zum Ursprung von Lack, Leder und Stiefeln als Dominauniform lautet, dass es letztlich ganz simpel eine Marketingstrategie und auch Notwendigkeit im Bereich der professionellen Dominas war.
Nicht von ungefähr wurden professionelle Dominas im letzten Jahrhundert auch "Stiefelfrauen" genannt.
Schließlich war es notwendig, dass es eine Art Uniform gab, um sich einerseits von Sexworkerinnen in typisch weiblichen Dessous abzugrenzen und andererseits gleichzeitig dem Kunden Mann auf den ersten Blick und in attraktiver Form zu signalisieren, was hier angeboten wird.
Diese Outfits wurden dann in Dominadarstellungen in den Medien weiterverbreitet und letztlich auch im privaten Bereich übernommen.
Mittlerweile werden Lack, Leder und Stiefel auch gerne von weiblichen Subs oder in BDSM-fernen Bereichen getragen, ja sind praktisch schon mainstreamig beliebig geworden, wodurch der Dominauniformcharakter immer mehr verloren geht, was zu einer - meiner Meinung nach - begrüßenswerten optischen Vielfalt im Bereich der Profi-Dominas von heute, aber auch im privaten BDSM-Bereich, führt und wahrscheinlich immer mehr führen wird.

Wenn ich also wieder zu meiner Ausgangsfrage zurückkehre und mit dem Ursprung des optischen Rollenbildes verknüpfe, dann ergibt sich, dass das Lack-, Leder-, Stiefel-Bild jedenfalls als Uniform und Schublade zur Befriedigung der Männer gedacht und gemacht wurde, möglicherweise sogar von Männern selbst kreiert wurde, die Wünsche der Frauen spielten dabei so gut wie keine Rolle.

Und da frage ich mich, hat die dominante Frau von heute ein Rollenbild, welches ihren inneren und eigenen Vorstellungen entspricht und kommt deshalb zum Lack-, Leder-, Stiefel-Bild oder vollzieht sie oft Gesehenes und Gehörtes nach? Wobei ich hier hinzufügen muss, dass ich das nicht wertend meine und beide Varianten für legitim halte.

Mit besten Grüßen
conny

sklave von Herrin Rebeka
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Mme Sade
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:06.12.08 22:01 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo conny!

Ich denke es ist viel abgekupfert. Ursprünglich empfinde ich nicht mal die Geschichte der O dem BDSM zu Grunde liegend. Ich denke eher dass BDSM, ohne dass das Kind einen Namen hatte, schon vor Christi Geburt stattgefunden hat. Knien, Beten, Sündenvergebung, Buße tun, Anbetung, Keuschheit, Opfergaben, Selbstkasteiung, etc., etc., etc. ...
Der Mensch ist halt n Nachmacher.

Zu mir: Ich mag die Klamotten einfach, finde sie stehen mir gut, kaschieren hier und da n paar Fehlerchen etc..
Jeder, der eine Rolle im Theater spielt, trägt rollen-entsprechende Kleidung. Ähnlich geht es mir. Ich fühle mich im BDSM- Theater sehr wohl. Und das geht mit den klischeehaften Stiefeln und was dazugehört bei mir am Besten.

Nicht, dass ich nicht auch schon in Jeans gespielt hätte. Das ist für mich allerdings sehr, sehr neu und erst mit meinem jetzigen Spielpartner aufgetreten. Es geht. Aber irgendwie gibt es mir selbst nicht so den Kick wie bei der 100% Verwandlung. Ich weiß nicht wieso, aber ich fühle mich tatsächlich, wenn ich so darüber nachdenke, einen kleinen Hauch noch dominanter mit den ollen Klamotten. Mist, ja! Der Verwandlungswunsch geht aber ganz und gar nicht von meinem Spielpartner aus. Er will mich im Spiel in Normaloklamotten und ungeschminkt. Daher trifft die Aussage bei mir momentan nicht zu:
Umgezogen als Wichsvorlage für M/mann fungieren.

Dennoch behälst du Recht:

-Alles ist halt n bisserl Klischee und sicher auch Marketing! Ausgenommen sind hier die echten Fetische! Dahinter steckt sicher keine Klischeedenke und kein Marketing-Irgendwas.

-Kleidung macht nicht unbedingt die Domina.

Das alles ist aber zweitrangig, findest nicht?
Wenn es zweien gefällt, dann ist alles okay so.

Besten Gruß und auch dir einen schönen 2. Advent, falls du es noch rechtzeitig liest.
Mme Sade

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conny
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:07.12.08 13:43 IP: gespeichert Moderator melden


Madame,

Zitat
Der Verwandlungswunsch geht aber ganz und gar nicht von meinem Spielpartner aus. Er will mich im Spiel in Normaloklamotten und ungeschminkt. Daher trifft die Aussage bei mir momentan nicht zu:
Umgezogen als Wichsvorlage für M/mann fungieren.



Ich denke, dass es in punkto Stellenwert der Bekleidung als Bestandteil einer Gesamtinszenierung zum Teil völlig unterschiedliche Perspektiven von Frau und mann gibt. Das ist aber natürlich eine Verallgemeinerung und gilt sicher nicht nur im BDSM-Bereich.

Meiner Erfahrung nach, steht die Mehrheit der submissiven männer auf dominante Frauen in 0815- und/oder in Alltagsrollen-Klamotten(Berufe, Haushalt, etc).
Ich vermute, dass hier drei Aspekte eine Rolle spielen könnten.
Zum Einen denken männer tagsüber wesentlich häufiger an Sex. Die Frauen, die ihnen dabei (Arbeit, Straße, usw) begegnen und sie zu diesen Gedanken "animieren" und quasi als Wichsvorlagen dienen, sind in der Regel alltagstauglich angezogen.
Zum Anderen träumen viele subs von einer funktionierenden Kombination von Alltag und Sex/Fetisch/BDSM und wollen gerade nicht, dass BDSM ein besonderes Ereignis ist, weshalb logischerweise auch keine besondere Kostümierung notwendig ist. Die Realität sieht natürlich oft anders aus.
Und schließlich spielt sicherlich eine Rolle, was das individuelle dominante Ursprungs-Rolemodel (zB Mutter, Schwester, Tante, Lehrerin, erste Freundin) an hatte.


Zitat
-Alles ist halt n bisserl Klischee und sicher auch Marketing! Ausgenommen sind hier die echten Fetische!


Ja, das stimmt. Die Diskrepanz zwischen Klischeevorstellungen bzw. BDSM-gesellschaftlichen Konventionen und tatsächlichen Wünschen scheint im BDSM-Bereich allerdings besonders groß zu sein.
So habe ich im Laufe der Jahre bestimmt ein paar hundert BDSM-Leute kennengelernt.
Von den angeblich so gängigen Fetischen sind mir tatsächlich zahlreiche Latex-Fetischistinnen und -Fetischisten begegnet und auch viele Fuss-/Strumpf-/Schuh-/Stiefel-Fetischisten, aber noch nie ein bekennender Lack- oder Leder-Fetischist.
Dafür kenne ich Leute, die oberarmlange Opern-Handschuhe, Jeans, Overknees, Strickjacken, gerippte Tanktops, Kniestrümpfe und Legwarmer, Rollkragenpullis, natürlich Crossdressing, alle möglichen Formen von Dessous und (meist weiblichen) Körperteilen, Amputee, Piercings, Tattoos, Zwangsjacken, Korsetts, diverse Pet- oder Rollenvarianten, Windeln, Living Furniture, Gipsbeine, usw, usw ... als ihren Fetisch bezeichnen.

Mit besten Grüßen
conny


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