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 Glück ist, wenn du dein Kopfkino nicht mehr brauchst, weil die Realität viel besser ist!
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Hobbyhorsing
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Datum:07.10.26 11:24 IP: gespeichert
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Hobbyhorsing
Diese Geschichte ist reine Fantasie! Alle hier verwendete Namen sind frei erfunden und haben keinerlei Bezug auf lebende Personen.
Hinweis in eigener Sache:
Bei dieser Geschichte werde ich unterstützt von dem Forenmitglied „Windelfohlen“
Teil 1
Im Raum vermischten sich die verbrauchte Luft und der Schweiß, der bei den Übungen unweigerlich auftrat. Eine Gymnastikmatte verhinderte, dass Lydia auf dem blanken Boden liegen musste. Ihre Physiotherapeutin Vera kniete neben Lydia und arbeitete daran ihr wieder auf die Beine zu helfen.
Lydia hatte vor zwei Jahren einen Reitunfall und kämpfte sich jetzt wieder in ihr altes leben zurück.
Rückblick:
An einem nebeligen Samstagmorgen hatte Lydia ihr Pferd aus dem Stall geholt um damit einen gemütlichen Ausritt vorzubereiten. Sunflower, so der Name des Pferdes war nicht ihr eigenes Pferd, nein ein eigenes Pferd war zu teuer, so tätigte Lydia eine Reitbeteiligung. Sunflower war ein sehr gutmütiges, ja sehr ruhiges Pferd. An diesem Tag jedoch passierte dann auch das eigentlich unvorstellbare. Sunflower scheute beim Ausritt aus einem unerklärlichen Grund und warf Lydia dabei ab. Sie fiel so unglücklich, dass sie per Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden musste.
Dort stellte man dann eine schwere Verletzung der Wirbelsäule, einen Bruch des Oberschenkelhals, links und einen Wadenbeinbruch, rechts fest. Der Wadenbeinbruch war schnell verheilt, der Oberschenkelhalsbruch wurde mehrmals operiert und musste lange nach der OP noch mit einer Beinorthese gestützt werden. Die Wirbelsäulenverletzung brachte Lydia einen längeren Aufenthalt in einem Gipskorsett ein und wurde erst in den letzten Wochen auf eine Kunststoff-Orthese geändert. [Rückblick ende]
Nun lag es an Vera, die bereits unzählige Sitzungen mit Lydia verbracht hat, sie wieder zur alten Beweglichkeit zu therapieren. Die starre Beinorthese hatten sie schon wieder ablegen können, so gut funktionierte das Bein schon wieder, aber die Rumpforthese wird sie noch etwas gebrauchen.
„Lydia, hast du schon mal daran gedacht wieder zu reiten?“
„Oh man Vera, bleib mir ja mit dem Reiten weg! Davon habe ich die Nase gestrichen voll!“
„Verständlich, aber so ganz ohne Pferde? Wo du doch in diese Tiere so vernarrt bist!“
„Jetzt konzentriere ich mich erst mal auf mich und meine Gesundheit, dann wollen wir mal schauen!“
Nach dieser Therapiestunde legte Vera ihr wieder das Rumpfkorsett an und reichte den Gehstock, denn den brauchte Lydia noch um sicheren Halt zu haben. Lydia fuhr mit dem Bus wieder nach Hause. Dort in ihrem WG Zimmer hatte sie genug Ruhe, um die anstrengende Bewegungstherapie zu verarbeiten. Das machte sie, indem sie schnell einschlief, so anstrengend war diese Therapie.
Nach dem erholsamen Schläfchen sah sie auf dem Handy eine Nachricht aufblinken. Vera hatte ihr geschrieben, beim nächsten Mal doch bitte einen Gymnastikanzug anzuziehen.
Zu Hause legte Lydia ihre Rumpforthese stundenweise ab, damit die neu gewonnene Muskulatur keinen Schaden nimmt und sie so schneller auf dieses ungeliebte Accessoire verzichten kann. Lydia saß auf ihrem Bett und sah diese Beinschiene in der Ecke stehen. Man, was hatte sie dieses starre Gestell an ihrem Bein gehasst. Denn zusammen mit diesem Gipskorsett war sie so extrem hilflos und ständig auf Hilfe angewiesen. Da aber ihre vermeintlich besten Freunde auf einmal keine Zeit hatten sie im Krankenhaus oder anschließend zu Hause einmal zu besuchen, waren viele dieser Kontakte wie in Luft aufgelöst. Zudem kam auch noch unpassend diese Pandemie hinzu, was die Ausreden der „Freunde“ noch einfacher machte. Da tat es gut, dass ihre Mitbewohner in der WG, Aron und Leo Tag und Nacht für sie gesorgt haben. Beide haben für sie eingekauft, gekocht, gewaschen und auch einfach mal einen kuren Ausflug an die frische Luft gemacht.
Morgen ist der nächste Termin bei Vera und Lydia suchte in ihrem Schrank nach einem geeigneten Gymnastikanzug. Davon hatte sie mehr als genug, denn sie war lange aktiv in der Tanzgarde und auch im Reitverein beim Voltigieren. Und genau solch einen Voltigieranzug wollte sie morgen anziehen.
Gleich nach dem Frühstück war Lydia bereit und zog sich im Zimmer die Gymnastikhose an. Eine blaue Leggins, dazu ein Gymnastikbody in den Farben blau, wie die Hose, obergine und magenta. Sie wählte lieber die zweiteilige Gymnastikgarnitur, denn sie wusste nicht, was Vera mit ihr vor hatte und ein Einteiler ist unter Umständen dabei hinderlich! Lydia fühlte sich in alte Zeiten versetzt, denn es waren jetzt über zwei Jahre vergangen, dass sie dieses Trikot das letzte Mal getragen hatte. Fasziniert von dem seidigglatten Material streichelte sie über den Anzug und blickte dabei in den Spiegel. Sie hatte den Verdacht, dass es zu aufreizend wirken würde, aber sie sah, das dort im Spiegel eine Sportlerin war, die jeden Moment in das sportliche geschehen eingreifen will!
Lydia zwängte sich in ihre Rumpforthese und zog noch eine weite Trainingshose an und den Oberkörper hüllte sie in ein weites Sweatshirt. So konnte sie ohne dumme Blicke der Passanten mit dem Bus zur Physio fahren.
„Moin Lydia, hast du meine Nachricht bekommen?“
„Klar, aber für die dummen Blicke der anderen, habe ich noch eine Trainingshose über gezogen!“
„Dann mal runter mit den Klamotten und komm einmal hier vor den Spiegel!“
Lydia zog die Trainingshose aus und das Sweatshirt über den Kopf. Sie ging auf Vera zu und diese half ihr die Rumpforthese abzulegen.
„Wie fühlst du dich ohne diese Orthese?“
„Ein wenig wackelig und unsicher!“
„Das werden wir ab heute ändern, denn ab jetzt beginnt dein richtiges Training!“
„Oh, das klingt aber hoch wissenschaftlich!“
„Bleib mal so stehen und stelle erst fragen, wenn ich fertig mit dir bin!“
Lydia blieb stehen, so ruhig wie es ging, wie Vera von ihr verlangte. Vera kam mit einem Geflecht aus Gurten und Riemen!
„Stillhalten!“
Vera legte den oberen Riemen dieses Geflechtes um Lydias Hals und verschloss den Riemen mittels der angebrachten Gürtelschnalle. Dann folgte ein Bauchriemen, geschlossen mit einer Gürtelschnalle. Ein Brustriemen, geschlossen mittels Gürtelschnalle und zuletzt folgte ein Schrittriemen, der auch mittels einer Gürtelschnalle am Bauchriemen befestigt wurde.
„Willst du aus mir ein Pferd machen?“
„Fast, warte ab, dann werde ich dir erklären, warum dieser Riemenbody für dich so hilfreich ist!“
Vera zog noch mal alle Riemen nach und dieser Riemenbody saß wie angegossen. Vera griff hinter den Spiegel, wo noch etwas an der Wand zu hängen schien. Sie holte ein Steckenpferd hervor und steckte die Stange in eine Vorrichtung am Body, wo sie nicht wegrutschen konnte. Das Steckenpferd hatte am Hals einen kurzen Riemen und damit verband Vera das Steckenpferd mit dem D-Ring am Halsriemen von Lydia.
„Ein Steckenpferd?“
„Ja, so bekommst du eine aufrechte Haltung und damit trainieren wir dein Gleichgewicht wieder! Die Beinmuskeln werden gleichzeitig mittrainiert! Leg deine Hände bitte an die kleinen Griffe oben unterhalb des Kopfes und gehe bitte im Raum hin und her!“
„Das ist doch affig!“
„Nein, du solltest mal sehen, wie schön gerade du jetzt läufst!“
„Mit einem Kinderspielzeug!“
„Hast du schon mal etwas von Hobbyhorsing gehört? Das ist eine neue Freizeitsportart, welche für uns Therapeuten auch sehr gut verwendet werden kann!“
„Kenne ich nicht, noch nie gehört!“
„Dann lass jetzt mal die Gedanken frei und konzentriere dich auf meine Ansagen!“
Vera gab Lydia den Auftrag die Beine bis in Kniehöhe anzuwinkeln und dabei weiter zu gehen. Widerwillig befolgte Lydia die Vorgaben und so plätscherte diese Therapiestunde vor sich hin.
Nach Ende der Stunde bekam Lydia wieder ihre Rumpforthese verpasst und es ging mit dem Bus wieder Heim. Dort machte sie sich sofort über das Thema „Hobbyhorsing“ schlau!
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Stamm-Gast
   Backnang

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RE: Hobbyhorsing
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Datum:08.10.26 05:55 IP: gespeichert
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Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.
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 Glück ist, wenn du dein Kopfkino nicht mehr brauchst, weil die Realität viel besser ist!
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RE: Hobbyhorsing
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Datum:10.10.26 13:41 IP: gespeichert
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Teil 2
Das Internet gab unzählige Vorschläge zum Thema heraus. Lydia bevorzugte zur ersten Information ein Video von einem Verein, welcher auch Wettbewerbe ausrichtete. In diesem Video war von Dressur und Springreiten die Rede und auch das gemeinschaftliche Ausreiten der Mitglieder wurde in den Vordergrund gestellt. Lydia fand es affig, wie sich meistens erwachsene Menschen bewegen, nur weil sie so ein Steckenpferd zwischen den Beinen haben.
Im Bereich der Dressur viel Lydia aber auf, das die Übungen von Vera dem der Personen dieses Videos gleich waren. Aufrecht stehend, mit hoch angewinkelten Beinen schritten diese Menschen durch das Bild und machten das Pferd während einer Dressurvorführung nach.
Das reichte Lydia als erste Information und sie machte sich daran sich von ihrer Rumpforthese zu befreien. Vorher aber ahmte sie noch einmal das gesehene nach. Durch ihre Orthese, war sie ja noch im aufgerichteten Modus und so hob sie ein Bein sehr hoch, machte einen Schritt nach vorn und wiederholte es mehrmals.
Tatsächlich, das hilf wirklich und die Haltung samt Gleichgewicht sind gleich besser. Das wird sie auf jeden Fall weiter verinnerlichen. Die Orthese abgelegt, überwog wie immer der Moment der Freiheit! Endlich wieder Mensch sein und nicht in dieser steifen Kunststoffschale künstlich in Form gehalten. Lydia machte wie jeden Abend noch ein paar Bodenübungen für Muskeln und Rücken, dabei betrachtete sie sich wie immer im Spiegel.
Sie fühlte sich in ihrem zweiteiligen Gymnastikanzug wohl. Zeigte er doch wie sportlich sie gebaut war und das obwohl hier und da kleine Pölsterchen von ihrem Babyspeck, wie sie es nannte, übrig geblieben ist. Oder hatte sich neu gebildet! Und wie sie so ihre Übungen absolvierte, sah sie ganz an der Seite im Spiegel ihren Voltigieranzug hängen. „Ob der mir noch richtig passt?“ Lydia stand von ihrer Turnmatte auf und griff nach dem Voltigieranzug.
Es war ein Einteiler, ein Overall aus Lycra. Enzianblau glänzend mit leichtem Glitter. Diesen Overall hatte sie zuletzt vor ihrem Unfall getragen, aber vielleicht passt er ja noch! Lydia zog ihren Gymnastikanzug und auch die Unterwäsche aus. Sie zog dann eine Microfaser Unterhose an, welche kaum sichtbar unter der Sportkleidung war. Dazu kam ein Sport-BH aus gleichem Material. Er gab ihren Brüsten aber die richtige Form und den nötigen Halt. Dann sollte das Experiment starten!
Lydia öffnete den Rückenreißverschluss und stieg mit einem Bein in den Voltigieranzug. Zu der Aufregung, ob dieser Anzug noch passt, kam noch dieses unbeschreibliche Gefühl von diesem Lycra auf der Haut dazu. Jeder Millimeter passte sich sofort dem Bein an und umhüllte es mit leichter Spannung. Dann das zweite Bein. Lydia war wie elektrisiert. Dieses Gefühl an den Beinen war unbeschreiblich und so zog sie den Overall schnell höher, damit sie am ganzen Körper diese Elektrizität spüren kann.
Der Overall umschmeichelte ihren Unterleib und ihre Pölsterchen vervollständigten diese Symbiose. Die Arme in den Ärmeln versenken und wieder überkam sie dieses elektrisierende Gefühl von Geborgenheit. Den Anzug noch zurecht gezupft und dann den Rückenreißverschluss verschließen.
Glückshormone schossen durch ihren Körper, als sie sich im Spiegel sah. Ja, genau so hatte sie sich in Erinnerung! Vor ihrem Unfall, stand sie das letzte Mal in diesem Voltigieranzug vor dem Spiegel. Lydia streichelte mit ihren Händen über den Anzug. Glatt, bis auf die Glitterflächen war dieser Anzug, er saß wie eine zweite Haut! Dann klopfte es an ihrer Tür!
„Ja, bitte!“
„Hallo Lydia ich wollte dich etwas fra….“
„Hallo Aron, wie kann ich dir helfen?“
„Bist du das, Lydia?“
„Selbstverständlich, wer denn sonst!“
„Endschuldige, aber du siehst in diesem Turnanzug umwerfend aus!“
„Das ist ein Voltigieranzug!“
„Egal, das mach dich nur noch umwerfender!“
Aron hatte beim Anblick von Lydia ganz vergessen, was er eigentlich von ihr wollte und hatte nur noch Augen für die hübsche Frau im Sportdress.
„Warum trägst du das heute Abend?“
Lydia berichtete ihm dann von der Physio und dem, was ihre Therapeutin ihr geraten hatte. Aron konnte sich davon noch gar nichts vorstellen, war aber erfreut, das so ein Trainingsprogramm dem Patienten helfen kann.
„Jetzt fällt mir wieder ein, warum ich gekommen bin!“
„Na dann schieß mal los!“
„Leo hat sich gemeldet, dass er am Wochenende nicht hier ist, sondern noch bei seinen Eltern bleibt. Wir hatten Karten für die Retro-Disco am Samstag und da wollte ich dich fragen ob du mich nicht begleiten möchtest!“
„Samstag sagst du, mal überlegen, ja doch da kann ich und komme gerne mit!“
„Klasse, es kann sich jeder Kleiden wie er will, Hauptsache Retrokleidung!“
„Klasse, ich glaube da hab ich auch was Passendes!“
„Super, dann hole ich dich gegen siebzehn Uhr ab?“
„Ja, dann bin ich fertig!“
Aron verließ wieder das Zimmer, ohne aber noch einmal auf diese Frau in Enzianblau zu schauen. Lydia legte den andren Gymnastikanzug und die Hose zusammen und legte es zur Schmutzwäsche. Sie aber ging in den Gemeinschaftsraum um im Fernsehen eine Doku über Reisen in ferne Länder zu sehen.
Aron saß schon im Raum und las in seinem Roman.
„Stört dich das TV Aron?“
„Nein, was willst du denn sehen?“
„Da kommt ein Reisebericht über Vietnam und Kambodscha, da würde ich auch gerne mal hin!“
„Interessant, da werde ich auch mal reinschauen!“
Lydia war es so auf dem Sofa nicht bequem, sie beschloss sich ihre Orthese anzuziehen, damit sie auf diesem durchgesessenen Sofa ihrem Rücken nicht noch mehr Schaden zufügt. Aron bekam große Augen und jappst nach Luft, denn Lydia hatte ihre Orthese über den Voltigieranzug angelegt und als sie sie setzte drückte die Orthese so unter ihre Brüste, dass sie jetzt gut zur Schau gestellt wurden.
„Ich habe dich sonst nicht mit dieser Orthese gesehen, aber bekommst du genügend Luft?“
„Aber klar doch, ich trage sie jetzt nur, weil mein Rücken sonst wieder schmerzt! Eigentlich trage ich sie unter meiner Kleidung!“
Arons Augen blieben aber an ihren Brüsten kleben! Lydia strich mit den Händen über die Orthese und anschließen über die hoch gedrückten Brüste.
„Möchtest du auch mal fühlen, Aron?“
Aron lief puterrot an, stand auf und setzte sich neben Lydia auf das Sofa. Schüchtern legte er seine Hand auf die Orthese. Betonhart, undurchdringbar fest fühlte sich die Oberfläche der Orthese an und dann, Hopsa, glitt seine Hand höher und er berührte ihre Brüste. Diese Kombination von dem glatten Lycra des Anzugs und die vom Sport-BH geformten Brüste wurden durch diese Orthese zu einer Einheit, welche Aron einen unvergesslichen Moment bescherte. Nie wieder würde er diesen Augenblick und diese Berührung wiederholen können.
Bei den Ländernachrichten vor der eigentlichen Doku wurde dann auch noch ein Bericht über den neuen Sporttrend, nämlich dem Hobby Horsing gesendet.
Aufmerksam schauten beide zu und saugten die Informationen zu dem neuen Trend auf.
„Währe das nicht auch was für dich?“
„Meine Therapeutin meint ja, aber ich muss mir das vielleicht mal in Wirklichkeit ansehen!“
„Vielleicht bekommst du dann ja wieder Lust für das Reiten?“
„Nein, das glaube ich nicht, dafür ist der Unfall noch zu deutlich zu spüren!“
Dann folgte die Doku und anschließend ging es zu Bett. Die Orthese abgelegt und den Voltigieranzug wieder ausgezogen ging es dann ans Schlafen. Der Traum in dieser Nacht handelte dann auch von Steckenpferden. Lydia sah sich mit anderen Zeitgenossen wie ein Reiter auf der Wiese herumspringen. Es wurde galoppiert und über Hindernisse gesprungen und die Reiter mit ihrem Steckenpferd machten dabei Pferdegeräusche!
Am nächsten Tag ging es wieder zur Physio. Vera erwartete sie schon und befreite Lydia zuerst von ihrer Orthese und dann legte sie ihr den Riemenbody wieder an. Das Steckenpferd in die Halterung gesteckt und die Hände wieder an den Handstücken fixiert ging es auch schon wieder los. Hoch das Bein und den Körper gerade halten. Dann wurde gehüpft und über das flache Hindernis, welches Vera gebaut hatte, gesprungen.
„Ich habe dann nach dieser Anwendung für drei Wochen Urlaub!“
„Oh, schon! Was kann ich in der Zwischenzeit machen um nicht einzurosten?“
„Du bekommst gleich den Riemenbody und das Steckenpferd mit nach Hause und einen Handzettel mit Bildern die Übungen für dich zeigen. Dann kannst du die nächste Zeit zu Hause üben!“
„Wie kann ich den Riemenbody selbstständig anziehen?“
„Das ist leider nicht möglich, dazu wirst du Hilfe brauchen!“
„Außer Aron und ab nächste Woche Leo habe ich da niemanden der mir helfen kann!“
„Das klingt, als würdest du kein Vertrauen in die Burschen haben!“
„Bei Leo weiß ich das nicht, aber Aron hatte mich gestern im Voltigieranzug und Orthese gesehen! Der war ganz schön unter Strom! Du verstehst?“
„Kann ich mir vorstellen! Sportkleidung an Frauen wirkt auf Männer immer aufregend und anregend! Aber da musst du durch, sonst ist der Trainingsrückstand zu groß!“
„Na, ich denke, es wird schon gut gehen!“
Während Lydia ihre Orthese anlegte, verstaute Vera den Riemenbody in einer Tasche und das Steckenpferd bekam auch eine lange Tüte, allerdings schaute dort der Kopf oben heraus! Zurück ging es dann unter den Blicken der Passanten im Bus zur Wohnung. Das Steckenpferd in die Ecke gestellt und den Riemenbody im Schrank verstaut.
Lydia ging in die Küche, denn heute Abend hatte sie zusammen mit Aron das Abendessen geplant. Kartoffeln, Gemüse und Zwiebeln waren schnell geschält und wartete jetzt auf Aron, denn der wollte noch etwas Fleisch mitbringen und dann ein Abendessen zaubern. Die verbleibende Zeit nutzte Lydia um nach einem Sportgeschäft zu recherchieren, welches auch Anzüge für Voltigieren oder rhythmische Sportgymnastik im Angebot hatten. Das Ergebnis war sehr gut, denn im gleichen Ort war ein großes Sportmodengeschäft anwesend und das wollte sie gleich morgen aufsuchen!
Um das Abendessen nicht zu gefährden, hatte Lydia ihre Orthese unter ihrer normalen Tageskleidung getragen, denn sonst hätte Aron schlimmstenfalls das Essen anbrennen lassen. So ging aber alles gut und es wurde ein wunderbarer Abend.
Das Sportgeschäft im Ort entpuppte sich als Glücksfall. Eine schier unerschöpfliche Auswahl an Gymnastikkleidung und auch Voltigieranzügen waren hier vorrätig. Kein Wunder, denn dieses Geschäft war Ausrüster des ortsansässigen Vereins für Hobbyhorsing. So kam es dann auch, dass Lydia ein kleines Vermögen für neue Sportanzüge ausgegeben hatte.
Beim Gespräch mit der Inhaberin erfuhr Lydia auch, das der Verein zwar neue Mitglieder aufnimmt, jedoch keine Ausbildung für Neueinsteiger in diese Sportdisziplin vornimmt. „Es gibt noch nicht genügend ausgebildete Trainer!“ war die Begründung. Lydia aber hatte von der Inhaberin mehrere Adressen bekommen, bei denen eine Ausbildung für das Hobbyhorsing angeboten wird.
Lydia war zurück in ihrem WG Zimmer und zog einen der neu erworbenen Lycraoveralls an. Unglücklich bei diesem Modell war nur der sehr hoch angesetzte Reißverschluss. Lydia bekam ihn nicht richtig zu greifen und so musste sie zu Aron rüber gehen um ihn um Hilfe zu bitten. Lydia klopfte an seine Zimmertür und als hätte Aron darauf gewartet, öffnete sich sofort die Tür. Aron stockte der Atem, denn vor ihm stand Lydia mit einem Lycraoverall in Leopardenoptik!
„Hallo Aron, störe ich?“
„Äh, ähm, nein, ich wollte gerade, was kann ich für dich tun?“ stotterte Aron.
„Kannst du mir bitte den Reißverschluss schließen?“ dreht sich dabei mit dem Rücken zu ihm.
„Ja“, räuspert sich, „selbstverständlich!“ und schließt den Reißverschluss.
Dieser Gymnastikoverall in der Leopardenoptik sah an Lydia sündhaft gut aus. Aron betrachtete die Person die ihm gegenüber stand von oben bis unten und bekam ein Problem.
Der Mund wurde trocken und ließ sich nicht mehr schließen, seine Augen ließen nicht von dieser Frau in diesem hautengen und seidigglatten Overall. Er war geblendet!
„Kann ich sonst noch was für dich tun?“ stammelte er mit trockenem Mund.
„Ja, würdest du mir bitte auch beim anlegen des Riemenbody für mein Training helfen?“
„Riemenbody, hab ich noch nicht gehört, aber wenn du mir sagst was ich machen soll, wird es schon klappen!“
Zusammen gingen sie in Lydias Zimmer und dort holte sie den Riemenbody aus dem Rucksack. Dieses Knäuel an Riemen machte für Aron keinen Sinn, Lydia aber erklärte ihm was zu tun sei und so fing Aron an den Riemenbody anzulegen.
„Das ist wie bei meiner Rumpforthese, nur bequemer!“
„Könnte ich auf Anhieb nicht bestätigen, ich habe beides noch nicht tragen dürfen oder müssen!“
Nach Lydias Anleitung legte Aron zuerst den Halsriemen um und schloss diesen an der Riemenschnalle. Die weiteren Riemen folgten, als hätte Aron das schon mehrmals gemacht, aber am Schrittriemen hatte er dann doch Bedenken.
„Komm, lass gehen, zieh den Schrittriemen hoch und schließe ihn an der Schnalle!“
„Meinst du, nicht das ich dir weh tue!“
„Lass knacken Kumpel!“
Aron griff nach dem Schrittriemen und zog ihn durch die Beine nach hinten. Den Riemen steckte, wie die anderen auch, in die Riemenschnalle und zog ihn fest.
„Fester bitte!“
„Noch fester?“
„Zieh bitte, ich sage dir, wenn es fest genug ist!“
Aron zog an dem Riemen und Lydia bewegte ihr Becken dabei. Aron zog noch fester!
„Stopp! Jetzt ist es genug!“
Aron betrachtete sein Kunstwerk. Diese Leopardenfrau mit diesem Riemenwerk an ihrem Körper. Der Schrittriemen saß sehr fest auf ihrem Unterleib, der Hüftriemen betonte die Figur und der Brustriemen stellte die Brüste der Leopardin ins richtige Licht! Lydia griff nach dem Steckenpferd, sicherte es in der Aufnahme am Riemenbody und stellte eine Verbindung zwischen Halsriemen und Pferdekopf mittels einer Leine her.
„Und wofür ist die ganze Prozedur jetzt wichtig gewesen?“
„Aron, schau mir jetzt mal zu, dann wirst du es schon erkennen!“
Lydia legte die Hände an die Griffe des Steckenpferdes und begann wie ein Pferd zu laufen. Die Beine hoch angewinkelt und dann Schritt für Schritt im Zimmer auf und ab. Aron öffnete die Tür und Lydia stolzierte nun in der ganzen Wohnung hin und her! Lydia wurde die ganze Zeit von Aron nicht aus den Augen gelassen. Dieser schaute genau zu und stellte sich vor, wie er Lydia an der Leine durch den Stadtpark führen würde. Aber das war nur ein Traum von Aron, der sich mit Sicherheit nie bewahrheiten wird.
Eine Stunde war Lydia jetzt in der Wohnung unterwegs und Aron half ihr, ganz Gentlemen, aus dem Riemenbody und wollte auch den Reißverschluss am Overall wieder öffnen.
„Lass den mal zu, ich werde den Overall noch ein wenig tragen!“
„OK, du kannst jederzeit zu mir kommen! Denkst du denn auch an morgen Abend, da ist doch die Retro-Disco!“
„Ja klar, ich habe auch schon etwas Passendes zum Anziehen gefunden!“
„Darf ich fragen was?“
„Ja, darfst du, aber du bekommst keine Antwort! Las dich überraschen!“
Lydia ging wieder in ihr Zimmer, rollte die Gymnastikmatte aus und machte noch ein paar Bodenübungen. Die Zeit verging im Fluge und der Abend mit der Retro-Disco stand kurz vor dem Start. Aron kam aus seinem Zimmer und von Lydia war weit und breit noch nichts zu sehen. Hatte sie den Termin vergessen?
„Lydia, bist du noch nicht fertig?“ klopft an ihre Tür.
„Zwei Minuten, dann bin ich fertig!“ ruft sie zurück.
Dann öffnet sich die Tür und Lydia trat in einem Jumpsuit der 70er Jahre heraus. Dieser Einteiler mit der Schlaghose und den weiten Ärmeln war schon ein hingucker, der Taillengürtel zeichnete die Grenze zwischen dem engen Hosenteil und dem weiter geschnittenem Oberteil. Von den Brüsten bis zu den Schultern wurde dieser curryfarbene Jumpsuit von mit Pailletten besetzten Streifen getoppt.
Aron holte tief Luft und machte sich mit der 70er Discoqueen auf den Weg zur Party. Etwa siebzig Prozent der Anwesenden Gäste waren wie Lydia in Retro Kleidung angezogen. Musik vergangener Jahre regnete aus den Lautsprechern auf das Publikum und es wurde getanzt wie Anno Dazumal. Als Getränke wurden aus der guten alten Zeit. Es wurde Afri-Cola und Exportbier in Flaschen gereicht und im Catering gab es Käsespieße, Mettigel und halbierte Eier mit Remoulade, sowie Kartoffel- und Nudelsalat! Die Stimmung war einzigartig!
„Lydia, darf ich dir Bernadette vorstellen!“
„Hallo Bernadette!“
„Hallo Lydia!“
„Bernadette hat Beziehungen zum Reitverein! Ich habe mit ihr über dein Hobbyhorsing gesprochen!“
„Ja Lydia, bei uns kannst du das auch trainieren, wir haben da so eine Abteilung! Kannst ja mal vorbeikommen!“
„Vielleicht, gib Aron mal die Adresse, ich kann mir das so nicht merken!“
„OK, ich schicke ihm eine Nachricht, würde mich freuen dich dort mal zu treffen!“
Der Abend lief dann noch bestens. Es wurde bis zum umfallen getanzt und der DJ legte unermüdlich eine Platte nach der anderen auf!
Irgendwann, die Sonne ging schon wieder auf, waren Aron und Lydia auf dem Heimweg. Der Duft von frischen Brötchen füllte die Luft und die beiden beschlossen dort von der Bäckerei von diesem verführerisch duftenden Gebäck etwas mitzunehmen und vor dem Schlaf zu Frühstücken.
So geschehen saßen beide noch in ihrer Partykleidung am Küchentisch bei frischem Kaffee und noch lauwarmen Brötchen. Sie unterhielten sich noch über den Abend und Aron schrieb Lydia noch die Adresse auf, welche er von Bernadette bekommen hatte. Lifestyle Pony and Hobbyhorsing im Steppenweg, so lautete die Anschrift dieses Vereins. Seltsamer Name, der aber neugierig machte!
Hinweis in eigener Sache:
Es folgt eine Pause von etwa 4 Wochen, dann spätestens geht es weiter! Versprochen!
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