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Jo_the_O
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Lebe Deine Träume und träume nicht Dein Leben...

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  RE: Geschichten von Alina und Natalie Datum:15.08.26 03:40 IP: gespeichert Moderator melden


© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel siebenundachtzig - die Ziffer acht streikt wieder und ergibt ein Symbol)

Gerrit und Charly gingen Hand in Hand durch den Park und genossen die leichte Brise.

"Ich kann Deine Sorgen gut verstehen und es ehrt Dich, dass Du so fühlst. Aber etwas, was Du eben gesagt hast, war nur zur Hälfte richtig. Anfangs warst Du Werkzeug, dann hast Du aus einem tiefen Verständnis für die Psychologie der Unterwerfung eine eigene Rolle für Dich gefunden, bist hinein geschlüpft und hast sie ausgefüllt. Du bist vom Objekt zum handelnden Subjekt geworden. Und das war an dem Herzblut zu erkennen, wie Du das eben formuliert hast.

Weißt Du, was ich meine?" fragte Charly.

"Im Fühlen war mir das vorhin schon klar, aber ich hadere noch mit den Worten. Vielleicht könnte man sagen, ich bin jetzt das aktive Korrektiv. Ich muss darauf achten, dass Natalie nicht nur per Gelübde die Herrin über Sabine ist, sondern Stück für Stück auch alle Macht über sie erhält. Auf der anderen Seite muss ich dafür sorgen, dass Sabine daran nicht zerbricht und die Schulter sein, an der sie sich ausweinen kann." sagte Gerrit.

Charly dachte nach "Korrektiv ist schon nicht schlecht, ich würde noch einen Schritt weiter gehen. Ich denke, Du weißt es, traust Dich aber noch nicht, es auszusprechen. Du musst beide beeinflussen, Natalie, damit sie die richtigen Maßnahmen ergreift, die zum Ziel führen und Sabine, damit sie psychisch in eine Lage kommt, in der die Maßnahmen greifen können. Bei Dir laufen alle Fäden zusammen, Du steuerst alles, musst das aber tarnen. Für diese Aufgabe bist Du auch am besten geeignet. Du bist eine gute Psychologin, Natalie schätzt Dich sehr. Sabine hast Du ohnehin für Dich gewonnen und Du wirst sie bei Allem begleiten und auffangen. So hast Du alle Informationen und kannst sie gezielt einsetzen."

Gerrit warf ein "Ist das nicht ein doppeltes Spiel, ich trickse Natalie und Sabine gleichermaßen aus und übe eine Rolle aus, die mir nicht gebührt?" fragte Gerrit.

Charly sagte nachdenklich "Tritt mal einen Schritt zurück und betrachte die Situation. Hier ist heute ein Unterwerfungsvertrag geschlossen worden. Deine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass dieser Vertrag mit Leben erfüllt wird. Du bist sozusagen die Hohepriesterin des Vertrages. Du dienst beiden Vertragsparteien."

"Wow, das hast Du sehr gut analysiert, ich glaube ich habe meine Meisterin gefunden." staunte Gerrit.
Charly schüttelte den Kopf "Begriffen hattest Du das schon, aber hattest nur noch nicht die passenden Worte."

Gerrit überlegte lange und warf ein "Etwas an dem, was Du gesagt hast, stört mich trotzdem. Ich will nicht tarnen, dass ich die Kontrolle habe. Ich möchte ein Mandat, ich will am Anfang volle Transparenz und dann eine Entscheidung."

"Siehst Du, schon hast Du mich wieder getoppt, und Du hast meine Schwachstelle erkannt. Deine Lösung ist perfekt. Was ist mit Alina?" fragte Charly.

"Sie muss dabei sein. Sie ist Natalies Assistentin, meine Herrin und ebenso Sabines Pflegerin. Damit hat sie auch Zugang zu beiden. Sie soll meine Priesterin sein. Ich habe die Führung, sie bleibt an meiner linken Seite." forderte Gerrit.
Charly kicherte "Die Zitate haben mir in den letzten Tagen wirklich gefehlt. Im Ernst: Wie stellst Du Dir den Prozess konkret vor?" Gerrit antwortete "Ich denke, Ihr macht ein Lagerfeuer, ohne mich, und Du erklärst ihnen das Konzept. Wenn keine Fragen mehr sind, kann die Entscheidung fallen, bevor ihr mich holt. Ansonsten stehe ich noch für Rückfragen zur Verfügung und die Entscheidung fällt dann."

Charly nickte. "Dann machen wir das so. Übrigens, ich muss mich noch mit Laura treffen. Ich habe wohl noch Beinorthesen im Lager und will mit ihr abklären, ob die der Verordnung entsprechen. Willst Du noch ein bisschen die frische Luft genießen?" fragte Charly. Gerrit nickte und Charly zog ab.

Gerrit spazierte den Weg entlang, den sie mit Alina schon gegangen war, als sie die Sicherheit testeten. Sie ging weiter bis zum Geräteschuppen am Scheitelpunkt des Weges. Neugierig schaute sie unter den betreffenden Blumentopf auf der Veranda, der Schlüssel war da. Sie öffnete das Tor, betätigte den Notaus-Taster. Das Tor nach außen ließ sich öffnen. Sie kicherte, schloss das Tor und stellte den Strom wieder an. Das Tor war verriegelt. Sie schloss die Tür und legte den Schlüssel zurück.

Auf dem Rückweg kamen ihr Laura und Charly entgegen.
Laura blickte sie fragend an "Alles wie zuvor, aber ich habe nur den Geräteschuppen getestet."
Laura war sauer "Jetzt möchte ich aber wissen, wie verpeilt meine Sicherheitsleute sind. Gerrit, wir gehen außen rum und checken die anderen Schwachpunkte, Charly, Du kannst ja schonmal mit den anderen das Lagerfeuer abhalten."

"Geht nicht, wenn Laura keinen Schlüssel für den Schlüsselschalter hat, muss ich das Tor mit dem Notaus-Taster öffnen und von draußen kann ich den Strom nicht wieder einschalten, jedenfalls nicht, wenn das Tor zu ist, die andere Variante haben wir nicht getestet. Charly sollte mit kommen, ich zeig ihr, wie es geht." warf Gerrit ein.

Die drei gingen zurück zum Gerätehaus. Gerrit zeigte ihnen, wie es funktioniert, nahm sich ein handlanges Vierkantholz und kurz drauf war sie mit Laura außerhalb des Hotelgeländes.

Sie liefen am Zaun entlang zu den anderen Schwachpunkten. Am Tor, das sie kürzlich öffnen konnten, klebte noch das Pflaster. Gerrit nahm das Holz, schob es durch das Gitter und betätigte damit die Klinke. Das Tor war offen, sie zog es wieder zu. Die auseinander gebogenen Gitter im Zaun fanden sie nicht. "Drei Schwachstellen hattet ihr gefunden und nur eine wurde beseitigt, das gibt heiße Ohren." schimpfte Laura und sie gingen weiter.

"Wie geht es Dir nach den vielen Ereignissen und Veränderungen?" fragte Laura. "Du, ich weiß es gar nicht wirklich. Bist Du schon im Bilde mit der WC-Geschichte?" fragte Gerrit. Laura nickte. "Das war mit klarem Kopf gesehen, ganz eindeutig über griffig. Wie bin ich nur auf diese Idee gekommen? Charly hat es mir zwar erklärt, aber offenbar hab ich einfach im Moment keinen klaren Kopf, sonst wäre mir das nicht passiert." sagte Charly.

"Kommst Du damit klar, dass das jetzt der Normalzustand ist?" fragte Laura. "Da es für mich und für sie völlig ok und quasi selbstverständlich war, gehe ich davon aus. Sie hat sich ja auch gewünscht, von mir gepflegt zu werden. Wird schon klappen. Was mir mehr Sorge bereitet, ist die Frage, ob Alina sie heben kann, wenn sie übernimmt. Das müssen wir noch testen. Sabine rund um die Uhr pflegen, finde ich schon heftig."
"Wir haben hier eine kleine Krankenstation und zwei Krankenschwestern im Wechseldienst in Rufbereitschaft. Die Diensthabende hat hier einen persönlichen Bereich und ist schnell verfügbar. Sie kann einspringen." erklärte Laura. "Gut zu wissen, aber ich brauche alle Informationen, insofern wäre es mir lieb, nur im Notfall darauf zurückzugreifen." antwortete Gerrit.

Laura betrat mit Gerrit die Wohnung und brachte sie in die Lounge. Laura ging weiter ins Spielzimmer.

Als sie reinkam, verkündete Charly "Wir haben viel über das Konzept geredet, aber ein paar Fragen haben wir noch an Gerrit. Laura holte sie rein.

Charly fragte "Wo liegen Deine Prioritäten?" Gerrit antwortete "Im Prinzip hat der Vertrag oberste Priorität und dabei geht es darum, ihn mit Leben zu füllen. Da sind die beiden Vertragspartner maßgebend. Ich muss es also schaffen, zusammen mit Alina, beide so zueinander zu führen, dass eine stabile Konstellation entsteht, die eine innere energetische Waage hat. Es gibt aber noch eine darüber liegende Ebene: Niemand darf durch die Entwicklung seelisch ernsthaft beschädigt werden."

Charly hakte nach "Warum gerade die Beschränkung auf seelische Beschädigung?" Gerrit dachte nach "Die Garantie der körperlichen Unversehrtheit ist nicht in jedem Zweig des BDSM möglich oder gar erwünscht, deshalb habe ich das ausgespart."

Charly fragte "Wem gilt Deine Loyalität?" Gerrit antwortete "Das hab ich durch das lange Gespräch mit Dir begriffen. Loyalitätsgefühle stören in dieser Situation nur. Hier sind zwei Vertragspartner, die zusammen geführt werden sollen. Das ist die Aufgabe. Sie müssen am Ende in einer Konstellation landen, die für beide erfüllend, bindend und dauerhaft ist. Dafür zu sorgen, ist meine Aufgabe, zusammen mit Alina. Wie wir sie erfüllen, obliegt allein uns. Wir sind dem Vertrag verpflichtet."

Charly fragte "Was heißt das für die Vertragspartner?" Gerrit antwortete "Sie müssen sich uns öffnen, grenzenlos und auf unsere Ratschläge hören. Solange ich in mir beziehungsweise mit Alina zusammen keine Linie habe, passiert nichts konkretes und wir werden weiter nach Lösungen suchen. Der Zeitplan liegt bei uns."

Charly fragte "Wieso hast Du dieses Konzept so gnadenlos offen gelegt? Teile davon sind durchaus gelebte Praxis, aber diese Transparenz ist neu."

Gerrit antwortete "Ich weiß, das Spiel über Eck hat eine lange Tradition. Schon in 'Die Geschichte der O' war es enthalten. Aber ich möchte nicht hinter Sabines Rücken Informationen an Natalie geben, die Grundlage für weitere Schritte in Sabines Unterwerfung auslösen und sie zugleich als 'Schwester' auffangen, ohne dass sie weiß, dass sie diese Schritte mir zu verdanken hat.

Die Transparenz hat den Vorteil, dass solche Situationen nicht auftauchen. Trotzdem kann das Spiel über Eck stattfinden, nur werde ich, respektive wir, beiden Seiten gegenüber offen sein. Wir hoffen, dass wir das gut genug erklären können, in beide Richtungen, sodass das jeweilige Vertrauensverhältnis bestehen bleibt, die Wirkung aber dennoch da ist.
Die Demütigung der 'Komplizenschaft' ist damit auch nicht vom Tisch, da wir uns der Auswirkungen unserer Aktionen durchaus bewusst sein werden und damit auch der Tatsache, dass wir jemandem weh tun. Oder jemanden beeinflussen, der uns eigentlich übergeordnet ist. Und die Verantwortung für den Vertrag, dem wir verpflichtet sind, trägt ein Übriges dazu bei. Das ist das Konzept. Wir hoffen auf Euer Vertrauen und darauf, dass es wirklich funktioniert." endete Gerrit.

"Ich denke, damit sind die Fragen geklärt und wir können zur Abstimmung schreiten." sagte Charly. Gerrit warf ein "Ich möchte bei der Abstimmung nicht dabei sein, ich bin ohnehin nicht stimmberechtigt. Aber einen Wunsch habe ich noch: Wir leben hier alle zusammen und ich könnte mir vorstellen, eine 'Hands Up' Abstimmung könnte Probleme aufwerfen. Ich empfehle eine geheime Abstimmung und nur eine Einstimmigkeit sollte gelten."

Charly nickte. Laura nahm Gerrit an die Hand und verließ mit ihm die Wohnung.

Sie stiegen in den Aufzug und landeten kurzdrauf in dem Restaurant, in dem sie schon gewesen waren.

Laura schaute Gerrit an und sagte bedächtig "Du stellst die BDSM-Welt, oder zumindest unsere Konfession aber ziemlich auf den Kopf." Gerrit antwortete "Eigentlich nicht, die Verfahrensweisen gab es vorher auch, die Transparenz ist das wirklich neue. Ich denke, damit lässt sich durchaus eine bessere Verzahnung bewirken, weil jeder alles weiß. Dass jetzt die Fäden bei der 'Hohepriesterin der Unterwerfung' zusammen laufen, wie Charly sie genannt hat, ist für die Herrin sicherlich gewöhnungsbedürftig. Aber die Hohepriesterin tritt ab, wenn die Konstellation ausgewogen und der Vertrag erfüllt ist. Zu dem Zeitpunkt hat sie alles, was sie braucht, um ihr Eigentum selbstständig zu führen und in der Waage zu halten. Und die Sub wird jeden Schritt verstanden haben und genau wissen, dass es wirklich ihre Bestimmung ist."

"Was macht die Hohepriesterin dann?" fragte Laura.

"Ich denke, sie wird maximal leiden und das wird für sie nicht überraschend kommen, immerhin hat sie ihrer Herrin das Zepter aus der Hand genommen. Aber das hat sie immer für den Vertrag getan und damit im Interesse ihrer Herrin und im Interesse der neuen Sub. Sie hat die beiden miteinander verschweißt." antwortete Gerrit. "Sie hat sich also geopfert?" fragte Laura. "So kann man es nennen." sagte Charly. "Erwartest Du das für Dich?" fragte Laura. Gerrit seufzte "Ich weiß nicht, was dann geschehen wird, aber ich bin bereit."

"Hast Du eine Ahnung, warum wir hier sind?" fragte Laura. "Einweihungsparty für unsere neue Wohnung, außerhalb der Wohnung?" fragte Gerrit. "Ja, aber nicht nur das. Ich bin ziemlich sicher, dass Du im Bezug auf den neuen Vertrag heute, die Hohepriesterin sein wirst. Und das wollen wir feiern." "Das ist noch nicht entschieden, warten wir es ab. Aber ein Weißbier würde ich zur Einweihungsparty schon nehmen. Und so ein griechischer Vorspeisenteller wäre auch nicht schlecht."

Charly und die anderen kamen rein, Sabine, in ihrem Rollstuhl, hatte jetzt auch die Beinorthesen an. Sie platzierten sich am Tisch. Laura winkte die Kellnerin herbei und sie nahm die Getränkebestellungen auf.

Charly verkündete das Ergebnis der geheimen Abstimmung: Positiv und einstimmig.

Laura applaudierte und die anderen fielen ein.

Die Getränke kamen und noch ein Vorspeisenteller dazu.

Gerrit gab Sabine zu trinken und fütterte sie. Sie hatten sich schnell aufeinander eingespielt.
Der Chef-Techniker 'Netzwerk' war da und fragte nach ihren Wünschen bezüglich des Netzwerk-Anschlusses. Gerrit bevorzugte eine direkte Verbindung zum externen Router und wollte eine öffentliche IPv4 Adresse, Sabine plädierte für eine v6-Adresse. Sie einigten sich auf beides. So hatten sie alle Möglichkeiten.

Miriam, die Konzept-Koordinatorin des Bunker-Projekts saß nebenan und erklärte Sabine die Planung für den Bunker. "Ich wollte schon immer mal im Bunker wohnen." erklärte Sabine begeistert. Miriam holte die Pläne raus und breitete sie vor Sabine aus. Sabine war fasziniert, besonders, als sie von der privaten Wohnung erfuhr. "Ist da auch Platz für mich?" fragte sie. "Haben wir heute ergänzt." sagte Miriam und strahlte. Sabine war gerührt.

Lauras Telefon klingelte und sie ging raus.

Als sie wieder da war, schlug sie mit einer Gabel an ihr Glas. Alle verstummten. Laura verkündete "Ich habe gerade einen Anruf vom Institut nebenan bekommen. Natalie, Ihr könnt hier bleiben, ein Kollege vom Institut hier hat sich bereit erklärt, Dein Seminar bei Deinem Institut zu übernehmen, wenn Du seines hier übernimmst, gleiches Thema. Ich hab dem Leiter das Problem erklärt, ohne ins Detail zu gehen. Und er hat sich reingekniet, mit Erfolg. Ihr könnt also alle hier bleiben, der Abreisetermin Sonntag Abend hat sich damit erledigt."

"Wir können hier bleiben!" freute sich Alina. "Dann brauche ich keine Krankenschwester ab Sonntag Abend" seufzte Sabine erleichtert.

Der Hauptgang kam.




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