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Jo_the_O
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Lebe Deine Träume und träume nicht Dein Leben...

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  RE: Geschichten von Alina und Natalie Datum:29.08.26 03:34 IP: gespeichert Moderator melden


© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 105)

Frisch geduscht und mit neuem Outfit trafen sie sich in der Lounge und nahmen noch einen Kaffee und ein Brot. Laura war auch wieder da und erläuterte
"Gleich kommen die Handwerker und werden die Tür zur Nachbar-Wohngruppe einbauen. Sie werden den Eingangsbereich zu Eurer Wohnung mit Industriefließ abhängen, damit Dreck und Staub dort bleiben und sich nicht verteilen können. Ihr wollt ja ohnehin ins Krankenhaus zu Sabine. Heute Abend wird hier alles fertig und wieder sauber sein, sodass Ihr Eure Wohnung, wie gehabt, nutzen könnt.

Die Umbauten nebenan beginnen danach. Vermutlich wird man hier etwas davon hören, aber wohl nicht im Spielzimmer oder in den individuellen Zimmern. Die Lounge grenzt jedoch direkt an und da wird sich eine Lärmbelästigung nicht vermeiden lassen.

Ich habe oben in dem Restaurant, das wir in den letzten Tagen auch schon genutzt haben, eine Reservierung vorgenommen. Wenn Ihr also wieder hier seid, geht es oben weiter. Ob mit oder ohne Sabine können wir jetzt ja noch nicht sagen. Aber, wir treffen uns jedenfalls oben."

Natalie nickte.

Gerrit fragte "Natalie, möchtest Du auf dem Hinweg fahren, dann übernehme ich die Rückfahrt?"

Natalie fragte erstaunt "Warum willst Du nicht beide Fahrten machen?"

"Ich möchte, dass Ihr Euch miteinander vertraut macht. Deshalb auch die Reihenfolge, am Ende fahre ich und sie hat beim Einparken in der Tiefgarage ihre gewohnte Fahrerin. Das macht es ihr leichter, sie ist sensibel." entgegnete Gerrit.

Natalie stimmte zu, der Summer ertönte, die Bauarbeiter waren da.

Natalie, Alina, Charly und Gerrit verließen die Wohnung und gingen in die Tiefgarage. Laura gab die Instruktionen für den Einbau der Tür von der Wohnung in den benachbarten Bereich.

Gerrit überreichte Natalie den Schlüssel. Sie stieg ein, checkte Sitzposition und Spiegel, es passte. Sie parkte aus, schaltete den Sound ein und fuhr Richtung Krankenhaus.

Sie wollte etwas fragen, Gerrit ahnte die Frage und hob die Hand. "Später!" sagte sie. Natalies Fahrspaß war fühlbar und kurz drauf trafen sie am Krankenhaus ein.

Sabine freute sich, sie zu sehen. Sie trug eine Manschette, die die rechte Schulter ruhig stellte und den rechten Unterarm vor dem Bauch fixierte. Rechts ging also noch weniger, als mit den Orthesen. Links ging etwas mehr, nur eine Handorthese. Sie hatte an der einen Seite Bewegungsfreiheit verloren, an der anderen Seite etwas dazu gewonnen, aber nur marginal. Die Beinorthesen fehlten.

Charly ging zum Arzt und fragte nach den Diagnostik-Ergebnissen. Es gab keine neuen Befunde, er übergab ihr die Orthesen und merkte an, dass es gut wäre, sowas auch kaufen zu können. Offenbar waren die Einzelanfertigungen immer noch nicht in Serie gegangen. Er informierte Charly darüber, dass der Krankentransport für die Rückfahrt zum Hotel in Kürze stattfinden würde.

Charly kam zurück ins Krankenzimmer und überbrachte die guten Nachrichten. Sabine strahlte und war glücklich, wieder nach hause zu können.

Die Mitarbeiter des Krankentransportdienstes betraten den Raum und setzten Sabine in ihren Rollstuhl. Alina wollte mitfahren, sie stimmten zu.

Die anderen verabschiedeten sich und gingen zum Parkplatz. Gerrit stieg auf der Fahrerseite ein und startete den Motor. Sie war auch glücklich, dass der Krankenhausaufenthalt von Sabine beendet war und fuhr beschwingt und dynamisch zurück zum Hotel. Nach dem Einparken in der Tiefgarage ging sie zusammen mit den anderen zum Tor, an dem der Krankentransport ankommen würde.

Gerrit übernahm den Rollstuhl und fuhr Sabine zum Krankenzimmer, in dem sie vorläufig die Nächte verbringen sollte. Laura erwartete sie schon.

"Holt ihr mal etwas Frisches zum Anziehen, die Tür unten ist drin und alles ist wieder sauber. Hat gerade so geklappt. Wir treffen uns in einer Stunde im Restaurant." meinte Laura.










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Jo_the_O
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Lebe Deine Träume und träume nicht Dein Leben...

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  RE: Geschichten von Alina und Natalie Datum:29.08.26 23:49 IP: gespeichert Moderator melden


© 2026 by Jo_the_O

Die Dienerin (Part 2, Kapitel 106)

Natalie schloss die Wohnungstür auf und machte Licht. Kein Dreck, kein Staub, alles sah aus, wie immer. Aber links war jetzt eine neue Tür. Dahinter waren gedämpfte Baustellengeräusche zu hören, offenbar hatte Laura dafür gesorgt, dass die Tür auf der anderen Seite mit Industriefließ abgehängt war, zum Schutz vor Lärm und Staub.

Charly holte das Outfit für Sabine, Partner-Look mit langem Rock. Gerrit übernahm es und brachte es hoch. Als sie im Krankenzimmer stand, fragte sie Sabine, ob sie den Rollstuhl weiter nutzen wollte.

"Ich weiß, er ist medizinisch nicht notwendig, aber ich fühle mich sicherer damit. Ein Arm ist komplett aus dem Verkehr gezogen und auch der andere taugt nicht wirklich zum Abfangen, wenn ich stolpere." erklärte Sabine.

Gerrit nickte und sah ihr liebevoll in die Augen "Schön, dass Du wieder hier bist. Wir haben Dich vermisst.
Aber nun ist es Zeit für Dich, wieder in die Regeln zurückzukehren 'Freie Rede Stopp!'."

Sabine blickte Gerrit erschrocken an und biss sich auf die Lippen. Während des Krankenhausaufenthalts hatte sie all das völlig vergessen.

Gerrit ergänzte "Ich habe gelernt und von jetzt an ist medizinisches Personal davon ausgenommen. Es ist einfach nicht praktikabel. Und, wie jetzt einfach mal ein paar Tage die freie Rede uneingeschränkt zuzulassen, widerspricht der Intention.

Übrigens, die Haube kommt erst morgen wieder zum Einsatz, ich möchte, dass wir gleich alle zusammen essen und trinken und Deine Rückkehr feiern. Lass Dich frisch machen und umziehen, wir tragen wieder Partner-Look, ich komm später und hole Dich ab."

Gerrit betrat die Lounge, die anderen hatten sich schon umgezogen. Natalie griff ihre Frage nochmal auf, die Gerrit im Auto kurzerhand abgewürgt hatte. "Warum willst Du, dass wir uns miteinander vertraut machen?" fragte sie.

"Als mein Vater nicht mehr fahren wollte, weil er sich aufgrund seines Alters unsicher fühlte, gab es direkt Probleme. Sie war offenbar so an ihn gewöhnt, dass sie bei mir ziemlich gezickt hat. In der Zeit musste ich bei Terminen immer einen Plan B im Ärmel haben und den hab ich oft gezogen. Es hat bestimmt acht oder neun Monate gedauert, bis sie mich akzeptiert hatte.

Danach brauchte ich keinen Plan B mehr, jetzt sind wir ein eingespieltes Team, das habt Ihr ja gemerkt. Da ich aber damit rechne, dass ich sie irgendwann nicht mehr fahren darf, möchte ich Euch frühzeitig aneinander gewöhnen, damit solche Probleme nicht noch mal auftauchen." erklärte Gerrit.

Natalie schmunzelte "Du bist sehr weitsichtig, aber im Moment steht das nicht zur Debatte. Ich habe Dir den Auftrag gegeben, Sabine zu formen und zu führen, außerdem bist Du zusammen mit Alina die Hüterin des Vertrages. Und Deine alte Existenz muss auch noch abgewickelt werden. Du wirst sie noch ziemlich oft fahren."

Gerrit nickte "Und das ist eben die Gelegenheit, Du fährst sie mal kurz, danach bin ich wieder da. Irgendwann fährst Du sie mal länger, auch dann bin ich anschließend wieder da. Je vertrauter Ihr miteinander werdet, um so problemloser wird am Ende der Übergang sein. Ein Auto ist eben auch nur ein Mensch und hat eine Seele, die gestreichelt werden will."

Alina staunte "Das hast Du sehr schön formuliert, echt philosophisch. Gehst Du mit Deinen Computern auch so um?"

Gerrit nickte "Da gibt es auch eine sehr schöne Geschichte zu, die wirklich beeindruckend ist, aber die erzähle ich lieber später, uns läuft die Zeit weg. Ich geh mich mal umziehen, Charly, lies mal bitte den Entlassungsbericht von Sabine, bin gespannt, ob die Striemen erwähnt sind."

Eine Weile später kam Gerrit wieder rein. Charly lachte "Du hattest den richtigen Riecher, die Formulierungen sind zwar vorsichtig, aber der Verdacht der Körperverletzung ist zwischen den Zeilen wohl zu erkennen. Fairerweise hat der Arzt aber auch erwähnt, dass sie ihm gesagt hat, dass sie auf Schmerz steht. Er hat eine Psychotherapie empfohlen." "Na, da ist sie ja hier in den besten Händen!" kicherte Gerrit.

Sie verließen die Wohnung und holten Sabine ab.

Im Aufzug nach oben erwähnte Gerrit, dass Sabine wieder Redeverbot hat. Natalie fragte "Den ganzen Abend?" "Weiß ich noch nicht, wird sich zeigen." entgegnete Gerrit.

"Wie hat sie es aufgenommen?" fragte Charly. "Sie hatte das alles im Krankenhaus längst vergessen und war erschrocken, hat aber gehorcht und ist still geblieben." antwortete Gerrit.

Auf dem Krankenzimmer saß Sabine abholbereit im Partner-Look im Rollstuhl, Gerrit schob den Rollstuhl in den Aufzug und sie fuhren zum Restaurant.

Als Sabine reingerollt wurde, gab es Applaus, Laura begrüßte sie herzlich und hieß sie willkommen. "Schön, dass Du wieder da bist!" rief sie und nahm sie in den Arm.
Gerrit rollte sie an den Tisch und ein Begrüßungssekt wurde gereicht. Gerrit hielt ihr das Glas mit einem Strohhalm hin und sie trank einen Schluck.

Charly berichtete Laura von dem Entlassungsbrief des Krankenhauses und meinte "Da musst Du mit dem Arzt aber noch mal etwas tiefer gehen, der hat wohl einiges nicht verstanden."

"Ja, ich hab es geahnt. Mit dem hatte ich vorher noch nicht zu tun. Ich denke, unsere Betriebsärztin sollte das machen. Die sind immerhin Kollegen, da ist das leichter." seufzte Laura.

Laura informierte das Team über die laufende Erweiterung der Wohnung von Natalie, Alina, Charly, Gerrit und Sabine. Sabine war begeistert, blieb aber still.

"Ich hab heute noch zwei Spezialisten da gehabt, die das Gemeinschaftsbad im neuen Bereich durchgecheckt haben. Mein Eindruck hat sich bestätigt, die Wasserleitungen sind vollkommen zu, nicht nur die Hähne. Das nochmal wieder zu reanimieren, kostet ziemlich viel Geld und ich sehe den Nutzen nicht. Ein Vorschlag der beiden war, die Wasserzuführung zu dem Raum zu kappen und die Armaturen auszubauen. Dann könnte man den Raum einer anderen Verwendung zuführen. Überlegt Euch, was das sein könnte." empfahl Laura.

Natalie nickte "Das werden wir tun."

Miriam fragte Sabine, wie sie sich im Krankenhaus gefühlt habe.
Gerrit machte klar, dass Sabine Sprechverbot hat.

"Du bist aber streng, sie ist endlich wieder hier und darf nicht sprechen." meinte Miriam.

Gerrit seufzte "Sie hat jetzt mehrere Tage uneingeschränkt sprechen dürfen, hat dabei auch die Regel vergessen. Ich muss sie jetzt wieder einfangen, um dem Auftrag zu entsprechen, den mir Natalie gegeben hat. Und es tut mir weh, das zu tun, aber ich bin selbst Eigentum von Natalie und das wiegt schwerer, als mein Schmerz."

Gerrit hatte Tränen in den Augen und sah Sabine an. Ihr kamen auch die Tränen, aber sie schien auch stolz auf Gerrit zu sein. Stolz darauf, dass sie ihre Herrin über alles stellte, auch über die Liebe, die sie beide verband. Sie wünschte sich, so zu werden, wie Gerrit. Sie hatte das Gefühl, die Zusammenhänge zu verstehen.

"Soll ich Dir die Erlaubnis geben, zu sprechen?" fragte Gerrit.

Sabine schüttelte den Kopf. Gerrit weinte.

Die Vorspeise wurde serviert.









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Jo_the_O
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  RE: Geschichten von Alina und Natalie Datum:30.08.26 22:56 IP: gespeichert Moderator melden


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Die Dienerin (Part 2, Kapitel 107)

Gerrit schob Sabine einen weiteren Happen in den Mund und lauschte der Diskussion, die sich inzwischen um das Bunker-Thema entwickelt hatte. Allerdings waren das mehr einzelne Zwiegespräche, die parallel abliefen. Gerrit konnte den unterschiedlichen Fäden nicht mehr folgen und schlug mit einer Gabel an das leere Sektglas.

"Wir wollten eigentlich Sabines Rückkehr feiern, aber wenn sich das Thema Bunker schonmal ergibt, dann sollten wir das strukturiert und nicht quer durcheinander machen." intervenierte Gerrit und sah Laura an.

Laura hob den Kopf "Sehr richtig, Gerrit, Du hast die Führung, ich bin an Deiner linken Seite!" kommandierte sie.

Gerrit kicherte und salutierte "Also, wir wollen keine richtige Sitzung machen, aber ich möchte zwei Punkte ansprechen, die mir durch den Kopf gegangen sind.

Zum einen ist da die Landesregierung. Je mehr ich darüber nachdenke, um so unwohler wird mir bei dem Gedanken, dass die Landesregierung hier mitmischt.

Zwar geht es eigentlich nur darum, den alten Bunker im Bedarfsfall der Landesregierung als realen einsatzfähigen Bunker zur Verfügung zu stellen. Aber man darf die Verzahnung mit dem Land, die sich daraus ergibt, nicht unterschätzen. Und die wird enger, als uns lieb sein kann.

Auch wenn jetzt eher unser Plan B kommuniziert wird, es wird sich nicht vermeiden lassen, dass sie auch unseren Plan A mitbekommen. Wie sie darauf reagieren, ist nicht absehbar, und da sie über die Zuschüsse dann schon einen Fuß in der Tür haben, haben wir das Heft des Handelns eben nicht mehr in der Hand.

Selbst wenn wir da vielleicht im Moment offene und tolerante Ansprechpartner haben, wird das in Zukunft so bleiben? Die entscheidenden Personen sind politische Beamte, die werden nach Wahlen gern mal ausgewechselt. Und dann kann sich für uns die Situation komplett ändern.

Außerdem erinnere ich mich an Kerngedanken aus der Vorplanung 'wir wollen nicht nur unter der Erde, sondern auch unter dem Radar bleiben'. Mischt die Landesregierung hier mit, können wir das knicken. Die ist nämlich dem Parlament, zumindest im Haushaltsausschuss Rechenschaft schuldig, und dann haben wir die Parlamentarier auch noch an der Backe.

Also, keine Diskussion jetzt, nehmt meine Gedanken mit, sucht Eure Positionen und wir sprechen auf der nächsten Sitzung detailliert über alles.

Der zweite Punkt betrifft die Herangehensweise bei der Planung. Ich denke, wir haben da einen methodischen Fehler gemacht. Der bestehende Bunker-Rohbau hat uns inspiriert. Da trafen Fantasien auf vorhandene Fakten und ein Plan entstand. Unser Fehler liegt darin, dass wir uns zu sehr an den vorhandenen Details, Grundriss, Mauern oder Zimmergröße orientierten.

Wir haben unsere Planung um das Bestehende drumherum entwickelt. Aus Kostengründen ist das nachvollziehbar, aber wir haben dabei die wichtigste Perspektive vernachlässigt. Die unserer Kunden, also der Gäste. Was sind das für Leute, in welchen Konstellationen kommen sie, was erwarten sie von den Räumen und vom Service. Da die Club-Idee im Raum steht, ist damit auch die Frage tangiert 'wen wollen wir eigentlich als Mitglieder im Club haben, denn das sind ja später auch unsere Gäste'.

Wir müssen uns etwas mehr um diese Fragen kümmern, bevor wir die innere Gestaltung des Bunkers festklopfen, denn die sollte sich erst daraus ergeben.

Den Anstoß zu diesen Überlegungen hat übrigens Laura heute morgen gegeben. Sechs Zimmer in dem neuen Bereich könnten fünf Büros und einen Technikraum ergeben, aber dann sähe es bei uns wie im Amt aus. Mit drei größeren Zimmern kommt unsere Team-Idee eher zur Geltung. Da sprang dann bei mir der Gedankengang auf den Bunker über und das waren gerade die Resultate." schloss Gerrit und sah Laura an.

Laura lächelte "Sehr durchdacht und konstruktiv, ich werde das bei der nächsten Sitzung aufgreifen. Ich bin froh, dass Du im Team bist.
Du darfst jederzeit mein Flügelmann sein."

Gerrit kicherte "Quatsch, Du darfst meiner sein."

Natalie und Alina mussten lachen.

"Was hat Dich an Top Gun eigentlich so fasziniert?" fragte Laura, ebenfalls lachend.

Gerrit dachte nach "Die Story ist schon nicht schlecht, die Dialoge sind Kult, aber das wichtigste ist für mich die F14. Das ist immer noch mein Lieblingsflugzeug."

Laura fragte "Hast Du mal drin gesessen?"

Gerrit schüttelte den Kopf "Real nicht, aber ich hatte auf dem Computer den Microsoft Flight Simulator und in einem Erweiterungspack war die F14. Ich hab kaum noch andere Flugzeuge geflogen, über 2000 Flugstunden sind da zusammen gekommen."

"Aber das war doch ein Computerspiel." warf Miriam ein.

Gerrit erwiderte "Ja und nein. Die Physics waren so gut umgesetzt, dass in Amerika für den Flugschein nur die Hälfte der notwendigen Flugstunden auf einer realen Maschine absolviert werden musste, für die andere Hälfte reichte der Microsoft Simulator. Mit den richtigen Bedienelementen war das schon extrem realistisch."

Alina fragte "Hast Du auch Luftkämpfe geflogen?"

Gerrit schüttelte den Kopf "Das war mit diesem Simulator nicht möglich. Ich hab gern Streckenflüge gemacht, um die Instrumenten-Navigation zu lernen, zudem Kunstflug-Manöver, Rolle, Immelmann, Looping, Abschwung.

Und ich hatte ein paar anspruchsvolle kurze Sessions, soll ich Euch die wichtigste erzählen?" fragte Gerrit.

Natalie nickte "Wir sind gespannt."

Gerrit konzentrierte sich "Das Szenario beginnt in der Bucht von San Francisco. Dort liegt der Flugzeugträger Nimitz. Die F14 steht auf der Startposition, das Go kommt und der Shooter schießt Dich mit dem Katapult vom Deck.

In drei Sekunden von Null auf über 200 Knoten. Takeoff, die Maschine steigt, Schub drosseln, die Nase sanft runter drücken. Auspendeln auf 30 Fuß über dem Meeresspiegel, nochmals Schub nachjustieren.

Die Golden Gate Bridge anpeilen, mittig, in der Schifffahrtsroute. Schauen, ob keine Schiffe da sind, Höhe im Blick behalten. Die Brücke wird schnell größer, Höhe Ok, kein Verkehr auf dem Wasser, es geht los.

Zwischen Fahrbahn und Meeresspiegel unter der Brücke durch. Dahinter Schub geben, steigen, steile Rechtskurve, Alcatraz unter Dir, Maschine auf Geradeauskurs bringen, die Bay Bridge anpeilen, oberhalb der Fahrbahn zwischen den beiden großen Pylonen durch.

Dahinter steile Rechtskurve und auf den Anflugkurs vom San Francisco International Airport, Gleitpfad beachten, Seitenwind korrigieren, Schub rausnehmen, Ausschweben und Touchdown.

Wenn die F14 steht, sind 15 Minuten vergangen und Du hast richtig Adrenalin im Blut. Und Du kennst Deine heutige Tagesform."

"Miau!" kommentierte Sabine. Gerrit lachte "Miau ist erlaubt - und Danke."

Alina staunte "Unter der Brücke durch, das ist echt ein Stunt. Ist es auch mal schief gegangen?" fragte sie.

Gerrit nickte "Ja, durchaus. Zwei oder drei Mal bin ich im Wasser gelandet, was in der Realität wohl tödlich gewesen wäre. Deshalb hab ich danach auch sehr darauf geachtet, nicht unter 30 Fuß zu kommen. Das hat dann aber manchmal, wenn ich nicht so gut drauf war, dazu geführt, dass ich zu hoch war. Da musste ich dann rechtzeitig Schub geben und drüber hinweg fliegen, in die Brücke gekracht bin ich jedenfalls nie."

Laura schüttelte den Kopf "Jetzt verstehe ich, warum Du Top Gun so verinnerlicht hast, die F14 ist der Schlüssel."

Gerrit schmunzelte "Ich finde die Maschine einfach schön. Und ihr Flugverhalten gefiel mir sehr.

Auf dem Simulator gab es eine Aufzeichnungsfunktion, da konnte man sich nachher den absolvierten Flug im Replay ansehen und dabei auch die Perspektiven auswählen. Ich hab mir oft den Flug, den ich gerade gemacht hatte, nochmal aus der Flügelmann-Perspektive angesehen, schräg links oder rechts dahinter. Ich hab den Anblick sehr genossen, vor allem, wenn ich Kunstflugmanöver geflogen hatte, da konnte man die F14 von allen Seiten betrachten. Wirklich schade, dass jetzt wohl alle Maschinen ausgemustert sind."

Der Hauptgang wurde serviert.






[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Jo_the_O am 31.08.26 um 00:42 geändert
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