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Trucker Volljährigkeit geprüft
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Latex ist geil

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:16.11.18 09:43 IP: gespeichert Moderator melden


Danke, danke, danke für die geniale Geschichte und super geschrieben. Warte sehnsüchtig auf die nächsten Folgen.
Danke an alle Autoren fürs schreiben ihrer Geschichten

Gruß truckercd
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HeMaDo
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:18.11.18 20:34 IP: gespeichert Moderator melden


Es tut mir leid, daß dieses Wochenende keine Fortsetzung kommt, aber ich habe einen größeren Fehler entdeckt und den muss ich erst mal ausbügeln. Ich fürchte, daß ich den Teil, der eigentlich gestern kommen sollte, noch mal komplett neu schreiben muss. Das wird aber eine Weile dauern.

HeMaDo

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Chrissi1 Volljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:18.11.18 23:51 IP: gespeichert Moderator melden


Na ich hoffe du verbrennst dir dann nicht die Finger am Bügeleisen sodass du nichtmehr weiterschreiben kannst.

Mach dir keinen Stress,
bei der Qualität die du hier ablieferst können wir auch noch etwas länger warten.

ABER BITTE NICHT ZULANGE

Gruss
Chrissi
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HeMaDo
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  Neue Horizonte - 2 Teil 85 Datum:25.11.18 00:41 IP: gespeichert Moderator melden


85



Ein scharfer, brennender Schmerz durchzuckte Sunrise’ Wange und sie versuchte, sich an die Stelle zu greifen, doch jemand hielt ihre Hand fest.
»Na, so schlimm scheint es dann ja doch nicht zu sein«, sagte jemand neben ihr.
Sie öffnete die Augen und schaute in das Gesicht einer ihr unbekannten. Doch dann erkannte sie die Ärztin, die sie heute Morgen untersucht hatte wieder. Diese tat irgend etwas in ihrem Gesicht und ein erneuter Schmerz zuckte durch ihre Wange. »Schön stillhalten, sonst wird das nichts und ich muss die Naht noch mal neu machen. Dann tut’s noch mal weh.«
’Was denn für eine Naht?’ fragte sich Sunrise und spürte erneut diesen Schmerz.
Die Ärztin drehte Sunrise Kopf nach rechts und tat etwas an ihrer anderen Wange. Das brannte ziemlich heftig, doch der Schmerz war schnell wieder vorbei.
»Also wer auch immer diese Zügel erfunden hat, du solltest dem Jenigen dankbar sein. Wären die nicht gerissen, dann würdest du jetzt im Krankenwagen liegen statt hier bei mir«, sagte die Ärztin, die gerade ein Pflaster von seiner Schutzfolie befreite und ihr auf die Wange klebte.
»Das war ich«, hörte sie Rebeccas Stimme links neben sich. »Aber anscheinend muss ich da noch mal nachbessern. Ich wollte Verletzungen damit eigentlich vermeiden.«
»Einen Moment noch Frau Winter, ich bin doch noch nicht fertig. Zwei Stiche brauche ich noch«, sagte eine andere Frauenstimme. Sunrise drehte den Kopf nach links und sah Herrin Rebecca auf einem Stuhl sitzen, den rechten Arm auf einem Tisch liegen und eine andere Frau war dabei, ihr eine lange Wunde am Arm zu nähen.
»Na, auf jeden Fall gratuliere ich Ihnen zu dieser Erfindung. Wenn der Zügel nicht gerissen wäre, wer weiß, was dann alles passiert wäre. So hat er nur ein paar leichte Verletzungen verursacht. Ich werde beim Verband dafür eintreten, daß solche Zügel Pflicht werden«, sprach die Ärztin weiter.
»Was ist denn passiert?«, wollte Sunrise wissen.
»Die Schnitte an deiner rechten Seite, also die hier an der Wange, die am Arm und auf deiner Brust, die kommen von einem Dornenbusch durch den du durch gelaufen bist. Der Riss an der linken Wange kommt von dem abgerissenen Zügel und die Striemen auf der linken Seite, die kommen von der Peitsche dieser anderen Fahrerin. Die hat dich ein paar Mal ziemlich heftig damit geschlagen. Aber nichts, was nicht balde wieder verheilt ist«, erklärte die Ärztin.

»Was passiert ist?«, fragte Rebecca mit einem ungläubigen Lachen. »Du bist passiert. Erst hast du dieses Gespann abgedrängt, so daß es fast vor einen Baum gefahren ist. Und nachdem diese Fahrerin dich danach mit ihrer Peitsche geschlagen hat, bist du ausgerastet. Du bist wie eine Wilde gelaufen und dabei durch diese Dornenhecke gerannt. Und dann haben sich auch noch die Zügel irgendwo verfangen und sind gerissen. Ich habe ja die ganze Zeit versucht, dich zum Anhalten zu bringen, aber dich hat ja noch nicht mal gestört, daß ich gebremst habe. Sei froh, daß die uns nicht genauso disqualifiziert haben, wie das Gespann aus Erlersheim.«
Sunrise schaute Rebecca betreten an. »Das wollte ich nicht«, sagte sie.
»Darüber reden wir später. Wenn sonst alles in Ordnung ist, gehen wir nach draußen. Wir werden dann mit dem Auto zurück gebracht«, sagte Rebecca und stand auf, nachdem die Frau ihren Arm noch einmal mit einem Desinfektionsmittel behandelt hatte.

Als auch Sunrise fertig verarztet war und noch eine Flasche zu Trinken bekommen hatte, gingen sie und Rebecca nach draußen. Eine viertel Stunde später kam der Besenwagen angefahren und nahm sie mit zurück aufs Gut. Dort angekommen gingen sie sofort in den Transporter, wo Rebecca Sunrise das Fell auszog um ihr ein frisches anzuziehen.
»Wir werden erst mal in aller Ruhe abwarten, was passiert. Du gehst jetzt da raus und wartest im Paddock, bis zur Siegerehrung. Madonna passt auf dich auf, falls noch etwas sein sollte. Und wenn du diesem Pony von Erlersheim begegnen solltest, lass dir nichts anmerken. Ob wir diese Fahrerin anzeigen, darüber sprechen wir heute Abend«, sagte Rebecca, während sie ihr half, das saubere Fell anzuziehen.
»Anzeigen?«, fragte Sunrise erstaunt. Sie hatte mit einer handfesten Standpauke gerechnet, doch auf keinen Fall damit, daß es auch noch darum gehen sollte, jemand anderen anzuzeigen.
»Ja, anzeigen. Was diese Frau da gemacht hat, ist Körperverletzung. Da sie eine Peitsche benutzt hat, sogar gefährliche Körperverletzung, wenn man es genau nimmt. Und ich werde auf gar keinen Fall zulassen, daß dich jemand schlägt«, sagte Rebecca entschlossen.
Sunrise schaute Rebecca einen Moment lang lächelnd an. Doch dann legte sie die Stirn in Falten. »Ähm, Herrin?«, fragte Sunrise und sah Rebecca fragend an.
Rebecca drehte sich zu ihr hin und machte ein ernstes Gesicht. »Ja, das was wir im Keller machen, fällt auch darunter, wenn man es genau nimmt. Aber erstens wird das nur dann verfolgt, wenn man einen Strafantrag stellt und zweitens gibt es einen Paragrafen, der eine Strafverfolgung ausschließt, wenn es mit deinem Einverständnis passiert.«
»Wirklich?«, fragte Sunrise.
»Ja, wirklich.«
Nun sah Sunrise Rebecca erleichtert an, trat zu ihr und lehnte sich bei ihr an, wobei sie den Kopf an Rebeccas legte.
Rebecca nahm Sunrise in die Arme und gab ihr einen Kuss.

»So, jetzt lass uns mal raus gehen«, sagte Rebecca, nachdem sie den Kuss gelöst hatten.
Sunrise nickte und folgte ihr nach draußen.
Als sie ins Freie traten, hörten sie aus dem Transporter, der neben ihrem stand, lautes Geschrei und eine Tür wurde aufgestoßen. Eine Frau kam heraus und jemand rief ihr hinterher: »Das werde ich auf keinen Fall zulassen. Sie fahren zurück aufs Gut und packen ihre Sachen. Und wenn Sie morgen, wenn wir wieder zurück sind, noch da sind, dann werde ich Sie eigenhändig raus werfen. Und glauben Sie bloß nicht, daß sie noch irgend wo eine Stelle als Trainerin bekommen.«
Sunrise und Rebecca erkannten diese Frau sofort wieder. Es war die Fahrerin, die Sunrise vorhin geschlagen hatte. Sie stapfte mit wütenden Schritten in Richtung der Straße davon und die Tür wurde lautstark zugeschlagen.

Sunrise und Rebecca sahen sich kurz an. Dann gingen sie weiter und Rebecca brachte Sunrise in den Paddock.
Sofort kam Madonna zu ihr und schaute sie eingehend an. »Wie geht’s dir? Alle haben gesagt, daß du schwer verletzt bist. Willst du dich lieber setzen?« Sie deutete auf einen der Strohballen, die am Zaun zum Nachbarpaddock lagen.
Sunrise verdrehte die Augen, setzte sich dann aber doch auf einen der Strohballen.
Madonna setzte sich zu ihr. »Nun sag schon, was ist denn passiert? Ich hab das Rennen nur auf dem Monitor im Transporter gesehen. Bist du wirklich so schwer verletzt?«
»Ich hab ein paar Schrammen, weiter nichts. Die Ärztin hat mich genäht. Es geht schon wieder«, sagte Sunrise beschwichtigend.
»Also auf den Aufnahmen war dein ganzes Gesicht voller Blut. Das hat furchtbar ausgesehen. Und dein Arm hat auch geblutet«, sagte Madonna.
»Das waren nur ein paar Dornen, nichts schlimmes.«
»Nur ein paar Dornen? Diese Frau hat dich mit der Peitsche geschlagen. Das geht doch mal gar nicht. Du musst sie anzeigen«, ereiferte Madonna sich nun.
»Jaa. Aber darüber will ich jetzt nicht reden. Herrin Rebecca hat gesagt, daß wir da heute Abend noch mal drüber sprechen.«
»Na, das will ich doch hoffen. Aber vielleicht hat sie damit gar nicht mal so Unrecht. Wahrscheinlich ist es wirklich besser, sich erst mal zu beruhigen. Aber dieses Pony, das hat dich schon zum zweiten Mal ausgetrickst. Wenn ich dem irgend wann mal begegne, dann… dann… dann mach ich das selbe mit ihr.« Madonna schien noch immer recht verärgert.

»Es tut mir leid«, sagte eine leise Stimme hinter ihnen.
Die Beiden drehten sich um und sahen dieses Pony, mit dem Rücken zu ihnen, auf einem Strohballen sitzen, der auf der anderen Seite des Zaunes lag.
»Was?«, fragte Madonna erstaunt.
»Ich wollte das nicht machen aber sie hat es mir so angesagt. Und wenn wir Ponys ungehorsam sind, werden wir bestraft«, sagte das Pony leise.
»Bestraft?«, fragte Sunrise.
»Wir sind alle Serva. Und wenn wir ungehorsam sind, dann werden uns Vergünstigungen gestrichen. Dann dürfen wir abends im Stall nicht mehr lesen oder kein Fernsehen mehr sehen oder keine Musik hören. Oder zusätzliche freie Tage werden uns gestrichen oder wir bekommen nur das normale Essen oder wir werden einen Tag lang irgend wo angekettet, so daß wir nur stehen können. Sie hat mir gedroht, daß ich wieder alleine in eine Box komme, wenn ich nicht gehorche. Ich will aber nicht mehr alleine sein. Und ich will nicht, daß Matri wieder alleine sein muss.«
»Wer ist Matri?«, fragte Sunrise, die noch nicht ganz verstand, worum es diesem Pony überhaupt ging.
»Matri ist ein anderes Pony bei uns«, sagte das Pony, ohne weitere Erklärung.
»Ich dachte, ihr dürft nicht mit anderen reden?«, mischte Madonna sich ein.
»Das dürfen wir auch nicht. Und wenn die Herrin das mit bekommt, dann bekomme ich ärger. Ich wollte nur sagen, daß es mir leid tut.«
»Und was passiert, wenn ihr mit anderen sprecht?«, hakte Madonna nach.
»Dann bekommen wir die Knebeltrense. Und die wird dann nur zum Fressen raus genommen.«
»Aha«, sagte Madonna.

Sunrise tippte Madonna an, bevor diese noch etwas sagen konnte und deutete in Richtung des Transporters, wo Rebecca und eine ihr unbekannte Frau standen. Die Beiden schienen sich zu streiten, zumindest sah es so aus, als sei Rebecca mit dem, was diese Frau sagte, nicht einverstanden, denn sie machte abweisende Handbewegungen und schüttelte immer wieder recht energisch den Kopf.
Nach einer Weile trennten sich die Beiden Frauen und Rebecca ging zurück in den Transporter, während die andere Frau in ihre Richtung kam.
»Raka!«, rief sie in einem recht scharfen Tonfall. Darauf hin sprang das Pony auf und lief schnell zum Tor des Paddocks. Sunrise und Madonna schauten unverhohlen dort hin. Die Frau kam in den Paddock herein und redete kurz mit dem Pony. Raka war wohl sein recht ungewöhnlicher Name, überlegte Sunrise.
Das Pony trat gelegentlich ein oder zwei Mal auf und schließlich nahm die Frau es, wenn auch etwas zurückhaltend in die Arme und tätschelte ihm den Rücken.

Doch dann wurde Sunrise’ und Madonnas Aufmerksamkeit abgelenkt, da einige Gäste kamen, sich an den Zaun des Paddocks stellten und zu ihnen sahen. Madonna nahm dies zum Anlass sich wie üblich in Pose zu werfen. Doch dieses Mal schenkten ihr die Leute nur wenig Aufmerksamkeit. Statt dessen sahen sie dauernd zu Sunrise herüber und schauten zwischendurch immer wieder auf Pads oder Comms, die sie bei sich trugen.
Beleidigt kam Madonna zu Sunrise und ließ sich, wenig elegant, auf den Strohballen fallen. »Ich glaube, die wollen dieses Mal nur dich sehen. Vielleicht solltest du denen mal zeigen, daß es dir gut geht.
»Meinst du? Lust dazu habe ich nicht gerade«, sagte Sunrise.
»Du bist doch nur feige«, sagte Madonna mit einem frechen Grinsen im Gesicht.
»Blödsinn. Ich will mich nur nicht so lächerlich machen, wie du das tust«, gab Sunrise zurück.
»Feigling«, sagte Madonna noch einmal grinsend.
»Soll ich das so machen wie du?«, fragte Sunrise und stand auf. Dann nahm sie ähnliche Posen ein, wie Madonna es immer tat, übertrieb dabei aber maßlos und zog jede Pose ins Lächerliche. Als sie sich schließlich mit dem Rücken schräg zu den Leuten stellte, sich weit vor beugte, bis ihr Kopf auf der Höhe ihrer Knie war und nach hinten drehte, so daß sie die Zuschauer ansah, die Zunge weit heraus hängen ließ und die Augen wild verdrehte, fing Madonna laut an zu lachen, so daß sie von dem Strohballen rutschte und sich schließlich lachend auf dem Boden wälzte.
Sunrise stellte sich nun seitlich zu den Zuschauern, hob ihr Knie fast bis zu ihrer Brust, legte den Kopf weit in den Nacken und machte einen übertriebenen Kussmund.

»Na, so schlimm scheint es ja nicht zu sein«, sagte jemand. Ohne ihre Pose zu verändern, drehte sie den Kopf und sah ihre Mutter, mit Melissa sprechen. Dabei verlor sie das Gleichgewicht und kippte wie ein Baumstamm nach hinten in den Sand. Tränen lachend rollte sie sich zur Seite und stand auf, was ohne die Arme zu Hilfe zu nehmen nicht ganz leicht war, doch als sie schließlich wieder stand, sagte Melissa: »Also Sexy war DAS auf keinen Fall.«
»Nicht wirklich«, sagte Maras Mutter. »So vergraulst du die Leute eher.«
Sunrise sah sich um und bemerkte, daß tatsächlich außer Melissa und ihrer Mutter niemand mehr am Zaun stand. Sie schob die Unterlippe vor und beugte sich weit zu den Beiden vor. »Das verstehe ich gar nicht. Madonna macht das doch genau so.«
»Nein, sie übertreibt nicht so«, erwiderte Melissa und deutete zu Madonna, die mittlerweile ernsthafte Probleme mit dem Luft holen hatte.
»Wo ist denn Papa?«, wollte Sunrise wissen.
»Er kommt gleich nach. Er muss noch einen Parkplatz suchen«, sagte Melissa.

Im selben Moment als Maras Vater vom Parkplatz kam, kam auch Rebecca aus den Transporter. Sie hatte zwei Führleinen in der Hand und stellte sich zu den Dreien an den Zaun.
»So, dann lasst uns mal gehen. Die Siegerehrung fängt gleich an. Da sollten wir schon dabei sein«, meinte Rebecca nach einer Weile. Sie ging in den Paddock und als Sunrise und Madonna zu ihr kamen, legte sie ihnen die Führleinen an. Bei Sunrise hakte sie diese allerdings nicht am Kopfgeschirr sondern am Ring ihres Halsbandes an, der aus dem Fell heraus schaute.
Zusammen gingen sie in Richtung der Rennbahn, wo die Siegerehrung stattfinden sollte. Kurz bevor sie diese erreichten, kam Charlotte zu ihnen und nahm Rebecca Madonnas Führleine ab.

Auf der Innenfläche der Rennbahn standen bereits die meisten der Ponys und sie gesellten sich dazu. Maras Vater, Melissa und ihre Mutter gingen zur Tribüne, wo sie sich freie Plätze suchten und sich setzten.
Es dauerte noch einige Minuten, bis ein Mann zu dem kleinen Podest ging, welches in der Nähe der Ziellinie aufgebaut war und sich auf dieses begab. Er nahm ein altmodisches Mikrofon in die Hand und begann zu sprechen.
»Meine Damen und Herren, liebe Ponys, wir haben heute spannende Rennen gesehen und bedanken uns bei allen Teilnehmern und natürlich auch bei allen Helfern, die es uns ermöglicht haben, dieses Turnier wieder einmal so erfolgreich stattfinden lassen.«
Die Zuschauer applaudierten und nachdem es wieder ruhiger geworden war, fuhr der Mann fort: »Leider hat es einen unschönen Zwischenfall gegeben, der uns dazu veranlasst hat, eines der Gespanne des Geländelaufes zu disqualifizieren. Weitere Konsequenzen für dieses Gespann und für die Fahrerin im Besonderen werden später durch die Schiedsstelle des Verbandes beschlossen.
Doch nun kommen wir zur Siegerehrung. Wir beginnen mit dem 400 Meter Sprint. Es gab zwölf Teilnehmende Gespanne, welche alle eine Platzierung erhielten.«

Der Mann rief nun die Gespanne auf. Zuerst gab es für die Plätze zwölf bis sechs grüne Schleifen, dann gab es für eines der Ponys von Erlersheim eine rote Schleife für den fünften Platz.
Happy, das Comicpony, wie Sunrise es nannte, bekam für den undankbaren vierten Platz eine blaue Schleife.
»Nun kommen wir zum dritten Platz. Dieser geht an Sunrise von Siebenbergen und ihre Partnerin Rebecca Winter.«
Rebecca führte Sunrise zu dem flachen Podest mit der Nummer drei und bekam von einer älteren Frau in einem angedeuteten Ponydress einen Pokal und eine Urkunde. Die Frau gratulierte beiden und heftete Sunrise eine weiße Schleife an den Schulterriemen des Geschirres.
»Auf Platz zwei Madonna de Louvre und ihre Partnerin Frau Charlotte Spielmann.«
Charlotte erhielt ebenfalls einen Pokal und eine Urkunde und Madonna bekam eine silberne Schleife angehängt.
»Und auf dem ersten Platz, Raka von Erlersheim. Da die Partnerin von Raka das Turnier bereits verlassen hat, nimmt Frau Ramona Porch die Preise entgegen.«
Tatsächlich führte die Frau, welche vorhin mit Rebecca gestritten hatte, das Pony zum Podest und bekam Pokal und Urkunde überreicht.
Nachdem der Mann noch einmal alle beglückwünscht hatte, gab es Applaus für alle Ponys und diese verließen dann das Siegerpodest und stellten sich wieder zu den Anderen auf die Innenfläche der Rennbahn.
Dann gab es die Siegerehrung für den 1000 Meter Lauf, bei dem Madonna wieder den zweiten Platz belegt hatte und zum Schluss dann sie Siegerehrung für den Geländelauf.
Raka von Erlersheim, die als siebte durchs Ziel gelaufen war, bekam allerdings keine Schleife, da sie für den Geländelauf disqualifiziert wurde. Sunrise, die nur wenige Meter neben ihr stand, konnte dieser ihre Enttäuschung deutlich ansehen. Als diese Frau Porch dem Pony die Schulter tätschelte, wunderte Sunrise sich etwas, da alle sagten, daß die Porch-Schwestern nicht gerade die freundlichsten Menschen waren und angeblich ihre Ponys auch nicht all zu gut behandelten. Diese Geste sah jedoch sehr nach einer recht freundschaftlichen Beziehung aus.

Schließlich wurden Sunrise und Rebecca aufgerufen, die dieses Mal den undankbaren vierten Platz errungen hatten. Wieder bekam Rebecca eine Urkunde überreicht und Sunrise bekam eine blaue Schleife, es war schon die vierte dieses Jahr. Doch da dies das erste Jahr war, an dem sie überhaupt an Turnieren teilnahm, fand Sunrise, daß das eine durchaus annehmbare Bilanz war, nahm sich aber gleichzeitig vor, nächstes Jahr besser zu werden.

»Hier noch eine offizielle Ansage«, sagte der Mann, nachdem alle Gespanne ihre Preise erhalten hatten und der Applaus verklungen war. »Wie gewohnt findet das erste Turnier der Klasse E auf Gut Marshagen statt. Die genauen Termine werden wie üblich bekannt gegeben. Und nun beende ich hiermit den offiziellen Teil dieses Turniers.

Nach dieser Ankündigung fand auf dem großen Platz die Show eines Stalles aus Arizona statt. Die Zuschauer und auch die meisten der Ponys und deren Partner standen um den Zaun um den mit Sand und Sägespänen belegten Platz herum. Wie die meisten der anderen Ponys waren auch Madonna und Sunrise am Zaun angebunden und hatten so eine gute Sicht auf den gesamten Platz. Wahrscheinlich sogar besser als die Zuschauer, die auf der Tribüne saßen.

Dann kamen die Ponys angetrabt. Durch das Gatter betraten die zwölf Ponys in einer Linie den Platz und folgten dabei der Stimme eines Mannes, der anscheinend irgend wo unter den Zuschauern am Zaun stand. Oft nutzte er statt gesprochener Kommandos Pfiffe, denen die Ponys folgten, bis sie in einer Linie in der Mitte des Platzes standen.

Sie verbeugten sich unter dem Applaus der Zuschauer und als dieser endete, begannen sie mit einer schön choreografierten Dressur, bei der sie hin und her liefen, mal über Kreuz, mal aufeinander zu. Dieser Tanz dauerte mehrere Minuten und wurde, wie zuvor der Einmarsch, überwiegend durch Pfiffe angeleitet.

Wieder gab es Applaus und die Ponys verließen den Platz. Dann betraten mehrere Helfer diesen und bauten aus faltbaren Zäunen einige Hindernisse und einen Pferch auf diesem auf. Als die Helfer den Platz wieder verlassen hatten, kam etwas Unruhe unter den Zuschauern auf, denn statt der Ponys wurden einige Schafe auf diesen getrieben. Diese trotten eher gemächlich in eine Ecke des Platzes und schauten sich blökend um. Jedes der Schafe hatte einen großen farbigen Flecken auf dem Rücken.
Dann betraten zwei der Ponys den Platz und trieben die Schafe um die Hindernisse herum in den Pferch. Dies geschah sehr schnell und präzise und die Ponys verließen den Platz danach wieder.

Nun sprach der Mann, welcher die Ponys bisher angeleitet hatte über die Lautsprecher: »Ladys und Gentleman, Sie haben gesehen, wie schnell es geht, diese kleine Herde in den Pferch zu bringen. Doch um Ihnen zu zeigen, daß das nicht so einfach ist, wie es aussieht, bitte ich zwei Zuschauer, dies selbst zu versuchen. Wer möchte es denn einmal versuchen?«. Fragte er mit einem unverkennbaren, amerikanischen Akzent.
Mehrere der am Zaun stehenden Ponys schauten zu ihren Partnern und einige davon hoben die Hand und meldeten sich.
Der Mann, der inzwischen den Platz betreten hatten wählte zwei der Ponys aus, die darauf hin von ihren Partnern auf den Platz geführt wurden. Die Ponys wurden in eine der Ecken gebracht und die beiden Partner mussten sich in der gegenüberliegenden Ecke auf den Zaun stellen, um einen besseren Überblick zu haben. Dann wurden die Schafe wieder aus dem Pferch gelassen und die Ponys mussten, von ihren Partnern angeleitet, versuchen, die sechs Schafe über den selben Kurs zu bringen, wie die beiden Ponys vorher das schon getan hatten. Doch so einfach, wie das vorher ausgesehen hatte, war es anscheinend wirklich nicht, die Schafe dazu zu bringen, da entlang zu laufen, wo sie sollten. Es dauerte eine ganze Weile, bis die beiden Ponys mit Hilfe ihrer Partner es geschafft hatten, die Schafe über den Kurs und in den Pferch zu bringen. Trotzdem ernteten die Beiden einen lauten Applaus, als sie es endlich geschafft hatten.

Dann betraten wieder zwei der amerikanischen Ponys den Platz und die Hindernisse sowie der Pferch wurden durch die Helfer wieder abgebaut und bei Seite geräumt.
»Die folgende Disziplin, das Cutting, hat seinen Ursprung bei den amerikanischen Rinderfarmern. Die Rinderherden wurden die meiste Zeit über auf großen Weiden gehalten und einmal im Jahr wurden sie auf die Farm getrieben. Die Kälber mussten gebrandmarkt werden und um das tun zu können, mussten sie von der Herde getrennt werden. Daraus entwickelte sich die Disziplin des Cutting. Für eine Rinderherde ist hier natürlich nicht genug Platz, aber Schafe sind ebenso Herdentiere, wie Rinder das sind, weshalb wir Ihnen dies nun vorführen können«, sagte der Mann und ging am Zaun entlang. Vor Rebecca und Charlotte blieb er stehen. »Bitte, sagen Sie mir, welches der Schafe soll von der Herde getrennt werden?«, fragte er Charlotte.
Diese schaute zu den Schafen und sagte: »Ich mag blau, also das mit dem blauen Fleck.«
»Das mit dem blauen Fleck«, sagte der Mann laut, so daß die anderen Zuschauer es auch hören konnten. Ohne Mikrofon rief er dann »Jess, blau.«
Sofort lief eines der beiden Ponys auf die Schafherde zu und begann diese zu umrunden. Das andere Pony ging ruhig auf die Herde zu und lief mitten in diese hinein, direkt auf das Schaf mit dem blauen Farbfleck zu. Geschickt trieb sie dieses Schaf aus der Mitte der Herde heraus an deren Rand und schaffte es schließlich, dieses von den anderen Schafen weg zu treiben. Das Schaf wollte natürlich wieder zurück zu den Anderen, doch das Pony lief, meist seitwärts, so daß es zwischen dem Schaf und der Herde blieb, bis das Schaf schließlich vor Charlotte am Zaun stand.
Charlotte und die anderen Zuschauer applaudierten dem Pony, während die zuschauenden Ponys mit den Hufen auftraten und so Beifall spendeten.

Das Pony ging wieder in die Ecke und das Schaf lief zu den anderen zurück. So ging es noch einige Male. Der Mann fragte jemanden aus dem Publikum, nach einer Farbe und eines der beiden Ponys trennte das entsprechende Schaf von der Herde und sorgte dafür, daß es nicht mehr zu dieser zurück kam.

Danach führten drei der Ponys der Truppe das Freestyle reining vor. Dies war so etwas wie die Kür bei der Dressur, lief aber wesentlich lockerer ab als diese. Es sah eher aus, als würden die Ponys zu der Musik tanzen. Die Schrittwechsel erfolgten passend zur Musik und auch die gelaufenen Figuren kamen präzise und genau, sahen aber sehr locker und leicht aus.

Beim anschließenden barrel race fragte der Mann nach den schnellsten Ponys, die sich unter den Zuschauern befanden und bat die Gewinner des Sprints auf den Platz. Da die Ponys, Trainer und Partner von Gut Erlersheim bereits dabei waren, sich für die Abfahrt fertig zu machen, standen auf einmal Madonna und Sunrise im Mittelpunkt, die den zweiten und dritten Platz beim Sprint errungen hatten.
Rebecca schaute Sunrise kurz an und als diese nickte, band sie sie vom Zaun los und sie gingen zusammen mit Charlotte und Madonna zum Tor des Platzes. Sie wurden herein gelassen und der Mann erklärte, worum es beim barrel race ging.
Die Ponys mussten dabei nacheinander nach einem fliegenden Start um drei im Dreieck aufgestellte Plastikfässer herum laufen. Zuerst im Uhrzeigersinn um das rechte Fass, dann um das linke und das hintere Fass links herum und wieder zur Startlinie zurück laufen.

Zuerst startete eines der beiden Ponys der amerikanischen Truppe. Es lief sehr schnell auf die Mitte der Startlinie zu und als es diese überquert hatte und die Zeit gestartet wurde, lief es auf das rechte Fass zu, umrundete es, lief dann auf das linke Fass zu und umrundete dieses ebenfalls. Von dort ging es zu dem hinteren Fass, welches es beim Umrunden leicht touchierte und kehrte dann zur Startlinie zurück. Da das Fass nicht umgefallen war, gab es keine Zeitstrafe und seine Zeit lag bei 29,3 Sekunden. Dann war Madonna an der Reihe und schaffte eine Zeit von 31,7 Sekunden.
Das zweite der amerikanischen Ponys hatte zwar nur 28,9 Sekunden gebraucht aber das linke Fass umgeworfen, weshalb seine Zeit bei 33,9 Sekunden lag.
Nun war Sunrise an der Reihe. Sie stand am Zaun und als der Mann das Signal zu los laufen gab, lief sie so schnell sie konnte los. Wie die drei vor ihr schwenkte sie, als sie die Linie überquerte nach rechts und umrundete das erste der drei Fässer. Beim Umrunden des zweiten Fasses berührte sie dieses leicht.
Das Laufen auf dem sandigen Untergrund war sehr ungewohnt, ebenso wie das Umrunden der Fässer, welches beides sehr viel Zeit kostete.
Sie umrundete das dritte Fass und lief in gerader Linie zur Ziellinie zurück.
»30,5 Sekunden«, rief der Mann, der die Zeit mit einer Stoppuhr gestoppt hatte.
Da das aber kein Wettbewerb war sonder nur eine Show, gab es natürlich keine Preise. Doch Sunrise und Madonna folgten Rebecca und Charlotte unter Applaus vom Platz und gingen zu ihrem Platz am Zaun zurück, wo sie wieder angebunden wurden.

Die Fässer wurden vom Platz geräumt und der Mann sagte die nächste und letzte Disziplin an. »Eine der bekannteren Disziplinen bei einem Rodeo ist das calf roping, also das Einfangen und Fesseln eines Kalbes. Dabei muss das Kalb mit einem Lasso eingefangen und alle vier Hufe zusammen gefesselt werden. Wir haben diese Disziplin etwas abgewandelt. Nun wird kein Kalb eingefangen sondern ein Pony.« Einige der Zuschauer begannen zu lachen, andere klatschten Beifall.
Während dessen hatten drei Ponys sowie ein Mann und zwei Frauen, den Platz betreten. Es wurde ausgelost, wer welches Pony einfangen musste und nach einem Pfiff versuchten die Leute, die drei Ponys einzufangen. Diese wichen den Lassos aus indem sie Haken schlugen oder sich einfach fallen ließen und schnell wieder aufstanden, wenn das Lasso sie verfehlt hatte. Es dauerte mehrere Minuten, bis endlich alle drei Ponys, denen dieser Wettkampf sichtlich Spaß machte, eingefangen und ihre Hufe an ihren ohnehin schon gefesselten Armen gefesselt waren.

Nach dieser Vorführung wurden die Ponys wieder befreit und auch die anderen Ponys und deren Partner betraten den Platz. Dort stellten sie sich den Fragen der Zuschauer. Auch die Ponys unter den Zuschauern durften den Platz betreten und sich mit den Ponys unterhalten.
Sunrise und Madonna standen zusammen mit einigen anderen Ponys um eines der amerikanischen Ponys und unterhielten sich mit diesem. Sie erfuhren, daß nicht nur die Disziplinen in Amerika andere waren, auch viele Wettbewerbe wurden dort ganz anders, eben wie ein echtes Rodeo, veranstaltet, es gab aber auch Turniere wie in Europa.

Schließlich war es an der Zeit, zurück zum Transporter zu gehen. Dort duschten Sunrise und Madonna ausgiebig und kurz darauf saßen alle, auch Maras Vater, Melissa und ihre Mutter, am Tisch und aßen gemeinsam zu Abend.

-

Nach dem gemeinsamen Abendessen verschwanden Charlotte und Madonna in den hinteren Teil des Transporters. Sie baten darum, nicht gestört zu werden und so war allen klar, was sie dort vor hatten.

»Wer war eigentlich diese Frau, mit der du dich vorhin gestritten hast?«, wollte Melissa später von Rebecca wissen, als sie sich unterhielten.
»Das hast du mitbekommen?«, fragte Rebecca erstaunt. »Das war Ramona Porch. Ihr und ihrer Schwester gehört Gut Erlersheim. Charlotte hat mir erzählt, daß die mit ihren 15 Ponys zwar ziemlich weit oben mit spielen, aber schon seit einigen Jahren vergeblich versuchen, zu den Turnieren der Klasse A, zugelassen zu werden. Dazu fehlen ihnen wohl einfach Ponys, die dauerhaft Leistung bringen.«
»Und warum hast du dich mit ihr gestritten?«, hakte Melissa nach.
»Gestritten ist nicht der richtige Ausdruck«, sagte Rebecca eher amüsiert. »Sie hat mit nur schon zum dritten Mal ein Angebot gemacht, das ich angeblich nicht ausschlagen kann. Ihr hat einfach nicht gepasst, daß ich dieses angeblich so tolle Angebot, doch ausgeschlagen habe. Da ist sie etwas unleidlich geworden und ich habe das Gespräch beendet. Ich habe ihr gesagt, sie soll mich nicht mehr belästigen, aber wahrscheinlich wird sie trotzdem irgend wann wieder damit kommen.«
Mara, die mitbekommen hatte, worum es ging, war nun hellhörig geworden. Sie richtete sich auf und sah Rebecca an. »Was denn für ein Angebot?«, fragte sie.
»Sie hat mir dieses Mal vierhundert Tausend geboten«, sagte Rebecca, die diese Angebote einfach nur albern fand und sich deshalb keine Gedanken darum machte.
»Vierhundert? Für Sunrise?«, fragte Mara erschrocken.
»Ja, für Sunrise«, erwiderte Rebecca. »Aber darüber musst du dir keine Gedanken machen. Selbst wenn ich das könnte, würde ich darüber nicht mal eine Sekunde nachdenken.«

Obwohl Mara sich wieder genau wie zuvor bei ihr anlehnte, spürte Rebecca, daß deren Stimmung sich verändert hatte. Sie kraulte weiterhin Maras Nacken und beobachtete sie, während sie sich weiter unterhielten.

»Wie das mit den ganzen Wettbewerbsklassen funktioniert, habe ich immer noch nicht ganz verstanden«, sagte Bernd, um das Thema zu wechseln.
Etwas verwirrt von dem plötzlichen Themenwechsel, aber auch dankbar dafür, sah Rebecca ihn kurz an und begann zu erklären: »Es gibt insgesamt zehn gewertete Wettbewerbsklassen. Angefangen bei Turnieren innerhalb eines Stalles bis ganz nach oben zur Klasse A. In dieser gibt es jedes Jahr genau fünf Turniere, eines auf jedem Kontinent. Die drei niedrigsten Klassen sind offene Turniere, da kann jeder teilnehmen. Um zu einer höheren Klasse zugelassen zu werden, braucht ein Pony Punkte, die es durch Siege oder Platzierungen erhält. Um genug Punkte zu bekommen, muss ein Pony während der letzten 18 Turniere, an denen es teilgenommen hat, mindestens so viele Punkte bekommen haben, wie es bekommt, wenn es dauernd den vierte Platz errungen hätte. Punkte bekommt man immer, wenn man nicht ausgeschieden ist, also schon für jede grüne Schleife. Und für jeden Platz besser als dem siebten, bekommt man doppelt so viele Punkte wie für den nächst schlechteren. Und in jeder Klasse verdoppelt sich diese Punktezahl. Das heißt, man wird für die Klasse A zugelassen, wenn man in der Klasse B 18 mal Platz vier errungen hat oder in der Klasse C 18 mal Platz drei oder in Klasse D 18 mal Platz zwei und so weiter.
Aber damit auch neue Ponys eine Chance haben, sind viele Turniere bis zur Klasse F offene Turniere oder man braucht weniger Punkte um an diesen teilnehmen zu können.«

Bernd brauchte eine Minute, um das, was Rebecca da erklärt hatte, zu verstehen. »Und wie ist das bei unterschiedlichen Disziplinen? Zählen die Punkte der anderen Wettbewerbe da auch?«, fragte er.
»Nein. Es zählen immer nur Punkte aus der selben Gruppe. Also nur Wettbewerbe, die miteinander vergleichbar sind, damit zum Beispiel ein Pony, welches im Sprint gut ist, nicht auf einmal ohne Erfahrung bei einem Marathon am Start steht oder bei der Dressur.«
Im Laufe des Abends erklärte Rebecca den Dreien noch einiges über die Wettbewerbe und wie diese gewertet wurden. Mara war während dessen an Rebeccas Schulter eingeschlafen, schlief aber sehr unruhig und zuckte gelegentlich zusammen.

Das nahm Rebecca schließlich zum Anlass, den Abend zu beenden. Bernd und Melissa fuhren in das Hotel, in dem sie ein Zimmer hatten und Saskia ging zu ihren Camper, den sie auf dem Parkplatz des Hofes abgestellt hatte.
Rebecca und Mara zogen sich um und gingen ebenfalls schlafen.

-

Während der Nacht hatte Mara sehr unruhig geschlafen und war immer wieder aufgewacht. Sie machte sich trotz Rebeccas Versicherung, sie auf keinen Fall zu verkaufen Sorgen über das Angebot dieser Frau Porch. Auch als Rebecca ihr, mitten in der Nacht, erklärt hatte, daß sie Mara überhaupt nicht verkaufen konnte, half das nur wenig und Mara lag noch lange wach in Rebeccas Armen, die schon lange wieder eingeschlafen war.

Sie überlegte, ob jetzt vielleicht der passende Zeitpunkt war, das, was sie schon so lange vor hatte, endlich in die Tat umzusetzen. Wieder einmal stellte sie sich die Frage, ob es überhaupt angemessen war, was sie tun wollte. Darüber hatte sie bereits mit einigen Leuten gesprochen. Mit Frida, Maja, Vivian, Larissa und auch Johanna, deren Herrin. Und sogar mit Miss Isabella und Helen hatte sie darüber geredet. Sie hatte festgestellt, daß Johanna und Miss Isabella eher der Meinung waren, daß das kein Problem sei, während Maja, Frida und Larissa meinten, daß das vielleicht nicht so angemessen sein könnte. Helen und Vivian hatten beide nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, daß es drauf ankommt. Worauf, hatten sie allerdings nicht gesagt.
Sie fragte sich, ob es nicht so aussehen würde, als würde sie betteln, was sie auf keinen Fall tun wollte. Aber vielleicht war diese Situation ja genau das, was Helen und Vivian mit »es kommt darauf an« meinten.
Über diese Gedanken schlief sie schließlich ein.

Am anderen Morgen wachte Mara auf, als Rebecca, die bereits fertig angezogen war, sie zum Frühstück rief. Im Nachthemd verließ sie das Schlafzimmer und ging ins Bad. Kurz darauf setzte sie sich an den bereits gedeckten Tisch und frühstückte zusammen mit Charlotte, Rebecca und Pauline die, für Mara sehr unerwartet, in Jeans, Fleecepullover und Turnschuhen am Tisch saß.
Mit Hilfe von zwei Tassen Kaffee wurde Mara halbwegs wach und so half sie nach dem Frühstück, den Transporter für die Abfahrt fertig zu machen.
Rebecca setzte sich ans Steuer und fuhr den Transporter von der Wiese herunter auf die Straße. Kurz darauf kam auch schon Maras Mutter mit ihrem Camper angefahren. Da der Transporter nur drei Sitzplätze im Führerhaus hatte, fuhr Mara bei ihrer Mutter mit, weil sie sich mit dieser noch etwas unterhalten wollte.

Sie hatte sich nach dem Frühstück eine Tunika und warme Unterwäsche angezogen, da es doch schon recht kühl draußen war. In der Innentasche ihrer Tunika steckte die kleine Schachtel aus dunkelblauer Pappe, die sie seit einiger Zeit immer dabei hatte. Als sie auf dem Beifahrersitz saß und sich angeschnallt hatte, fasste sie in die Tasche und fühlte die Schachtel. Sie fragte sich, ob heute vielleicht der richtige Zeitpunkt war. Sie wollte mit ihrer Mutter darüber reden, doch noch bevor sie den Ort verlassen hatten, war sie bereits eingeschlafen.

Erst als sie auf einem größeren Parkplatz hielten, wachte sie wieder auf.
»Genau wie früher«, sagte ihre Mutter schmunzelnd. »Als Kind hast du im Auto auch immer geschlafen und bist aufgewacht, wenn wir angehalten haben.«
»Entschuldige Mama. Aber ich habe die letzte Nacht ziemlich schlecht geschlafen.«
»Das habe ich gemerkt. Du hast vorhin furchtbar ausgesehen. Aber es scheint dir ja jetzt besser zu gehen.«
Mara nickte knapp und schaute sich um. Der Parkplatz war von jeder Menge großer Bäume umgeben, deren Laub im Licht der tiefstehenden Vormittagssonne in bunten Farben leuchtete.
Der Transporter stand quer auf einer ganzen Reihe Parkplätze und neben diesem hatte Maras Mutter den Camper geparkt. Vor ihnen stand der Kombi von ihrem Vater. Melissa öffnete gerade die Tür und knickste, als er ausstieg und Rebecca kletterte gerade aus dem Führerhaus.

Mara löste den Sicherheitsgurt und stieg aus dem Camper aus. Sie tat es Melissa gleich und hielt ihrer Mutter die Fahrertür auf.
»Na toll, bei mir hast du das nicht gemacht«, sagte Rebecca, doch es klang nicht vorwurfsvoll sondern eher belustigt.
»Entschuldigung Herrin, aber du bist ja schon ausgestiegen«, murmelte Mara entschuldigend.
Rebecca nahm sie kurz in die Arme und gab ihr einen Kuss. »Alles in Ordnung mein Schatz«, sagte sie und streichelte ihr die Wange.

Charlotte und Pauline blieben bei den Autos, während die Anderen sich auf den Weg zu dem Restaurant machten, welches Rebecca ausgesucht hatte. Um dort hin zu gelangen, mussten sie eine gute Stunde am See entlang gehen. Dabei beeilten sie sich allerdings nicht besonders. Statt dessen genossen sie die Landschaft, die im Licht der Sonne in warmen Farben leuchtete auf der einen Seite und dem See auf der Anderen, dessen Oberfläche sich nur leicht kräuselte. Hin und wieder waren einige Enten am Ufer zu sehen und nur gelegentlich kamen ihnen Fußgänger entgegen.
Sie unterhielten sich über alle Möglichen Dinge und Rebecca und Mara hielten sich an der Hand.

Sie kamen an einer kleinen Landzunge vorbei, die einige Meter in den See reichte und von Gras bewachsen war. Auf dieser stand ein großer Baum, dessen Blätter braun, gelb und rot in der Sonne leuchteten und unter diesem stand, zum See gewandt, eine Bank.
Mara gefiel dieser Platz und sie überlegte, ob sie es wirklich tun sollte, doch sie entschied sich dazu, noch ab zu warten, ob sich nicht ein besserer Ort finden ließ. Und falls nicht, würden sie auf dem Rückweg bestimmt noch einmal hier vorbei kommen. Mit der linken fasste sie an die Stelle an der sich die Tasche ihrer Tunika befand und fühlte die kleine, unscheinbare Pappschachtel.

Kurz darauf kamen sie an einen breiten Holzsteg, der zu einer Insel im See führte, die fast komplett mit Bäumen bewachsen war. Rebecca deutete mit der Rechten auf diesen Steg und schlug den Weg ein, der auf diesen führte. Es kamen ihnen einige Leute entgegen, als sie diesen betraten.
Der Steg war bestimmt fünfzig Meter lang und lag nur wenige Zentimeter über dem Wasser, welches leise plätschernd an die Pfähle schlug, auf denen der Steg ruhte.

Auf der Insel angekommen, folgten sie dem mit Kies bedeckten Weg, der zwischen den Bäumen entlang führte. Nach einigen Metern führte der Weg aus dem kleinen Laubwald heraus und machte eine Biegung. Sie standen nun direkt vor einem großen, zweistöckigen Gebäude in Form einer Pagode. Die Wände und die Säulen, welche die Dächer trugen, waren in einem rotbraunen Farbton gehalten und das Dach glänzte golden in der Sonne. Die Fenster waren mit geschnitzten Gittern reich verziert und zum Eingang führte eine Treppe mit fünf Stufen hinauf.

Rebecca ging zusammen mit Mara, deren Hand sie noch immer hielt, die Treppe hinauf zum Eingang und die Anderen folgten ihnen.
Als sie das Gebäude betraten und sich in einer Art Vorraum befanden, kam eine Frau zu ihnen. Diese verbeugte sich tief vor ihnen und fragte mit einem starken Akzent: »Herzlich willkommen, was darf ich für Sie tun?«
»Ich hatte einen Tisch reserviert«, sagte Rebecca. »Auf den Namen Winter.«
Die Frau schaute in einem Buch, welches auf einem Pult neben der Tür lag nach und verbeugte sich erneut, dieses Mal vor Rebecca. Sie bat sie, ihr zu folgen und öffnete eine große Tür. Hinter dieser führte eine breite Treppe nach oben. Sie folgten der Frau und kamen in einen großen Gastraum in dem die Tische, ausnahmslos große, runde Tische mit mindestens sechs Stühlen, durch hüfthohe, geschnitzte Geländer voneinander abgetrennt waren. Nur an wenigen der Tische saßen andere Gäste. Die Frau führte sie quer durch den Raum an einen Tisch, der sich in der Ecke des Raumes befand, so daß an zwei Seiten große Fenster den Blick nach draußen ermöglichten.
Die Frau wies freundlich auf den Tisch und verbeugte sich erneut.
Während sie sich setzten, verschwand die Frau wieder.

Rebecca schob Mara in die Ecke, zwischen die beiden Fenster, so daß diese einen guten Blick nach draußen hatte, wenn sie sich umdrehte. Auf der einen Seite war der See zu sehen und auf der Anderen der herbstliche Wald.
Sie selbst setzte sich neben Mara und ihr gegenüber nahm Saskia, Maras Mutter Platz. Bernd setzte sich neben Mara und Melissa nahm zwischen ihm und Saskia Platz.
Mara fand es erstaunlich, daß ihre Mutter und Melissa sich so gut verstanden, freute sich aber natürlich auch darüber.

Der Tisch war, wie auch die anderen Tische, bereits fertig gedeckt. Neben den Tellern, Schalen und Gläsern gab es allerdings kein Besteck sondern nur in Folie verpackte Essstäbchen, die auf kleinen Gestellen neben den Tellern ruhten. Die Servietten auf den Tellern waren wie ein Vogel gefaltet, jedoch sahen sie nicht so aus, wie die Schwäne, die Mara in der Schule gelernt hatte, zu falten sondern eher wie etwas seltsame Hühner oder Enten. Die Mitte des Tisches war allerdings bis auf einen großen Aufsatz, der sich drehen ließ, noch leer.

Es dauerte nur einige Minuten, bis ein Kellner zu ihnen kam. Dieser hatte, genau wie die Frau von eben, eindeutig asiatische Wurzeln. Er stellte neben jeden Teller eine Tasse dampfenden Tee und fragte dann noch nach den Getränkewünschen.
Als alle bestellt hatten, verschwand er und es dauerte nur wenige Minuten, bis er mit den bestellten Getränken zurück kam, diese servierte und wieder verschwand.

»Ich hoffe, er holt nur die Karten«, sagte Bernd belustigt und trank einen großen Schluck Bier.
»Also Bernd, am hellen Mittag schon Bier«, sagte Saskia amüsiert.
Bernd sah in die Runde. »Was denn? Ich muss doch nicht mehr fahren«, sagte er und sah zu Melissa, die leise kicherte.

»Das Essen kommt gleich«, sagte Rebecca. »Das habe ich vorbestellt.«
»Dann bin ich ja mal gespannt, was es gutes gibt«, sagte Bernd.
»Lasst euch überraschen«, meinte Rebecca und trank einen Schluck Tee.
Auch Mara trank vorsichtig von dem heißen Jasmintee und beteiligte sich an der langsam wieder aufkommenden Unterhaltung.

Es dauerte noch einige Minuten, bis das Essen serviert wurde. Eine Bedienung brachte zuerst mehrere Platten mit Reis, Gemüse, Sauce und dünnen Pfannkuchen. Dann kam sie noch einmal und brachte auf einem Servierwagen eine große Platte, welche mit einer Haube abgedeckt war. Ihr folgte ein Koch, zumindest sah er mit seiner weißen Schürze und der Mütze so aus. Er hob den Deckel der Haube ab und präsentierte eine ganze Ente, die goldbraun und glänzend gebacken war. Er schnitt die Haut der Ente ein und legte sie auf die Teller, die die Frau sich geben ließ. Rebecca nickte allen zu und nahm sich dann einen der Pfannkuchen, legte die Haut der Ente in diesen und rollte ihn zusammen. Die Anderen taten es ihr gleich und so aßen sie die knusprige Haut zusammen mit dem Pfannkuchen. Während dessen tranchierte der Koch die Ente und die Bedienung stellte die Platte dann in die Mitte des Tisches.
Als der Koch und die Bedienung wieder gegangen waren, begannen alle zu essen. Mara und auch Melissa warteten allerdings noch auf ein Zeichen von Rebecca und Bernd. Erst als diese nickten, begannen auch die Beiden zu essen.

Während des sehr köstlichen und sehr reichhaltigen Essens schlief die Unterhaltung etwas ein, aber Mara bemerkte, daß Rebecca auffallend oft zu ihr sah und sie mit einem seltsamen Blick musterte.
Als, nachdem die Ente und die meisten der Beilagen gegessen waren, die Bedienung auch noch Schalen mit einer dampfenden Suppe brachte, hielten alle sich die Bäuche und waren, nachdem sie auch die Suppe gegessen hatten endgültig satt.

Es war bereits früher Nachmittag, als sie das Restaurant wieder verließen und sich auf den Weg, zurück zu den Autos machten, denn alle hatten noch eine längere Fahrt vor sich.
Langsam spazierten sie den selben Weg zurück, den sie gekommen waren. Während Rebecca sich angeregt mit Melissa unterhielt und die Beiden auch Bernd in ihre Unterhaltung mit einbezogen, blieben Mara und ihre Mutter einige Schritte hinter den Anderen zurück.

»Du verstehst dich gut mit Melissa?«, fragte Mara ihre Mutter.
»Ja, warum denn auch nicht?«, fragte ihre Mutter. »Sie ist nett und ich denke, die Beiden passen ganz gut zusammen. Weißt du, daß ich deinen Vater verlassen habe, dafür kann Melissa ja nichts.«
»Und was ist mit dir?«, fragte Mara
»Mit mir?« Maras Mutter schaute Mara fragend an.
»Bist du gerne alleine?«
»Es war gut, eine Zeit lang alleine zu sein. Man hat niemanden, nach dem man sich richten muss und auf den man Rücksicht nehmen muss, aber ja, irgend wann ist das nicht mehr so schön. Aber such doch mal einen Mann, wenn es einen fast hundertprozentigen Überschuss an Frauen gibt.«
»Wieso denn unbedingt einen Mann«, fragte Mara.
Maras Mutter machte einen etwas nachdenklichen Eindruck. »Tja, wieso eigentlich? Vielleicht, weil ich es nicht anders kenne? Immerhin war ich mit deinem Vater zusammen, seit ich 20 war.«
Mara sah ihre Mutter an und kicherte verlegen. »Dann hast du ihn erst ein Jahr lang gekannt, bevor ihr geheiratet habt?«
»Es waren fast zwei Jahre«, sagte Maras Mutter und lachte leise.
»Wer hat denn eigentlich gefragt? Du oder er?«, wollte Mara wissen.
»Du bist ganz schön neugierig«, sagte Maras Mutter lachend. »Wenn ich gewartet hätte, bis er fragt, dann hätten wir wahrscheinlich nie geheiratet.«
»Wieso das denn?«
»Weißt du, dein Vater ist ein lieber, netter Mensch, aber er ist und bleibt eben ein Mann. Und Männern muss man manchmal einfach etwas auf die Sprünge helfen.«
Mara blieb kurz stehen und sah zu ihrem Vater, der zusammen mit Melissa und Rebecca einige Schritte vor ihnen ging. Sie griff in ihre Tunika und holte die Schachtel aus dieser hervor. Sie öffnete sie und zeigte sie ihrer Mutter. Diese schaute Mara lediglich an und nickte aufmunternd, ohne etwas zu sagen.

Nachdem Mara die Schachtel wieder in ihrer Tunika verstaut hatte, beschleunigten die Beiden ihre Schritte ein wenig, bis sie zu den Anderen aufgeschlossen hatten. Mara nahm Rebeccas Hand und so gingen sie weiter.
Nach einigen hundert Metern sah Mara die kleine Landzunge, die sie vorhin bemerkt hatte.
Sie warf ihrer Mutter einen kurzen Blick zu, die ihr zu nickte, dann verließ sie den Weg um mit Rebecca zu der Bank zu gehen.

Saskia hielt Bernd am Arm fest, damit er den beiden nicht folgte. Zu ihrer Überraschung tat Melissa bei ihr das Selbe. Diese beugte sich zu ihr und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Saskia sah Melissa an und kicherte leise. »Das dürfte dann ja mal interessant werden«, sagte sie und holte ihr Comm aus der Tasche, mit dem sie begann, Mara und Rebecca zu filmen. Auch Melissa holte ein Comm aus ihrer Tunika und begann, Bilder der Beiden zu machen. Nur Bernd sah den Beiden etwas erstaunt hinter her.

Langsam gingen Mara und Rebecca zu dem Baum auf der Landzunge. Auf dem Gras lag bereits eine Schicht bunter Blätter und die Sonne, die durch die Krone des Baumes schien tauchte die Bank in ein etwas unwirkliches Licht, welches durch die sich im leichten Wind bewegenden Blätter, die noch an dem Baum hingen, immer andere Farben annahm. Die Beiden setzten sich auf die Bank und hielten sich an den Händen, während sie schweigend auf den See schauten.

»Die Enten sind da«, sagte Rebecca und deutete auf den See. »Jetzt fehlen nur noch die Brötchen.«
Mara sah zu ihr und schaute dann wieder auf den See. Sie erinnerte sich an den Tag, als sie Rebecca das erste Mal getroffen hatte und sie von Herrin Andrea und Herrin Julia mit Handschellen aneinander gekettet in London zu dem kleinen See gegangen waren um mit den Brötchen die Rebecca gekauft hatte, die Enten dort zu füttern. Damals hatte sie mehrmals Rebeccas Hand berührt. Obwohl sie Rebecca damals erst einen Tag lang kannte und sich sicher war, sie nicht mehr wieder zu sehen, nachdem sie mit Herrin Julia wieder nach Hause gefahren war, hatte sie schon damals gemerkt, daß sie etwas für sie empfunden hatte, was über Freundschaft hinaus ging.
»Ich habe keine dabei«, sagte Mara und wollte in ihre Innentasche greifen.
»Ich leider auch nicht«, sagte Rebecca. »Aber ich habe etwas anderes.«
Mara war ein wenig erstaunt, als Rebecca aufstand und sich vor ihr auf ihr rechtes Knie kniete. Rebecca hatte auf einmal eine kleine, mit rotem Stoff überzogene Schachtel in der Hand und hielt ihr diese hin.
»Mara, willst du mich heiraten?«, fragte sie und sah ihr in die Augen.
Mara nahm beide Hände vor den Mund und Freudentränen rannen ihre Wangen herab. Sie brachte ein leises »Ja« hervor und nickte.
Als Rebecca den Ring aus der Schachtel nahm, fasste Mara in die Tasche ihrer Tunika und holte die kleine, blaue Pappschachtel aus dieser hervor. Sie rutschte von der Bank und kniete sich ihrerseits nun vor Rebecca und hielt ihr die Schachtel hin, die sie nun geöffnet hatte.
Rebecca stieß einen kurzen Schrei aus, als sie den Ring sah, den Mara ihr hin hielt. »Du auch?«, fragte sie, worauf hin Mara nickte.
»Ja«, sagte Rebecca und umarmte Mara fest, die vor Freude angefangen hatte, zu weinen. Mara erwiderte die Umarmung und so lagen die Beiden sich eine Weile in den Armen.

Als sie sich wieder voneinander gelöst hatten und beide es geschafft hatten, ihre Tränen unter Kontrolle zu bekommen, nahm Rebecca den Ring aus der Schachtel, nahm Maras linke Hand und steckte ihr den Ring an den Finger.
Mara holte nun ihrerseits den Ring aus der Schachtel und steckte ihn Rebecca an den linken Ringfinger. Dann erhoben sich die Beiden langsam wieder, umarmten sich fest und küssten sich.



[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 02.12.18 um 16:49 geändert
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:25.11.18 07:30 IP: gespeichert Moderator melden


das ist nicht zu übertreffen
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:25.11.18 14:23 IP: gespeichert Moderator melden


Toll.
Sie haben es beide entlich gemacht.Wurde auch Zeit.
Wünsch ihnen alles gute für die Zukunft.

mfg Wölchen
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  Das Ende dieser Geschichte Datum:25.11.18 14:32 IP: gespeichert Moderator melden


Deutlich mehr als 4 Millionen Zeichen und bisher 1206 Seiten in Word, Calibri 12pt, was ungefähr 2149 Normseiten entspricht. Als Taschenbuch wäre das ziemlich dick.
Zwei ziemlich große Tabellen als Merkhilfe und einen mittlerweile fast daumendicker Ordner mit Plänen, Skizzen und anderem Papierkram.
Das alles gehört zu dieser Geschichte dazu.

Mehr als eine viertel Million an Zugriffen, selbst bei ausgefallenen Teilen noch mehr als 5000 Zugriffe und kontinuierlich steigende Zugriffszahlen.
Ja, ich führe etwas Buch über die Zugriffszahlen, da die Resonanz hier nur von wenigen Einzelnen kommt, obwohl wesentlich mehr angemeldete Benutzer hier lesen, was man sehen kann, wenn man gelegentlich mal die Stalkingfunktion des Forums nutzt.

Ja, mehr Resonanz wäre schon schön, aber ich will hier nicht auch noch anfangen rum zu jammern. Ich habe mich dafür entschieden, diese Geschichte hier zu veröffentlichen und bleibe auch dabei, da es hier recht einfach ist, eine Geschichte einzustellen und man trotz der geringen Resonanz (Ja, ich wiederhole mich absichtlich!) viele Menschen erreicht und mir das Schreiben immer noch großen Spaß macht.

Aber ich schreibe das hier nicht, um zu jammern.

Vielmehr kündige ich das baldige Ende dieser Geschichte an.

Ja, diese Geschichte geht auf die Zielgerade. Sie ist einfach zu groß geworden. Es sind zu viele Nebendarsteller dabei und würde ich sie weiter führen, kämen sicher noch viel mehr dazu, was die Übersichtlichkeit nicht gerade verbessert. Außerdem weigert sich meine Textverarbeitung (oder vielmehr mein altersschwacher Rechner) obwohl ich schon alles aufgeteilt habe, langsam noch zügig zu arbeiten.

Ich habe geplant, noch maximal 5 (in Worten: fünf) Teile einzustellen und dann die Geschichte Enden zu lassen. (Ja, ich weiß, ich habe schon öfter mit meinen Prognosen daneben gelegen…)

Um die Geschichte sauber abschließen zu können, bitte ich einfach mal um etwas Feedback (Ja, schon wieder).
Wenn euch etwas einfällt, was unbedingt noch mit rein muss, offene Fäden, Dinge die noch geklärt werden müssen usw. dann immer her damit.
Zur Übersicht: Aktuell ist das Datum der Geschichte der 9. Oktober 2422. Enden wird sie definitiv im März 2423.

































So, haben alle ihre Kreislauftabletten genommen auf den Schreck?

Ja, die Geschichte Endet balde.
Aber sie wird weiter gehen, wenn auch nicht in diesem Unterforum sondern vermutlich unter den Fetischgeschichten. Aber als neue Geschichte mit nur wenigen alten Protagonisten und einer zum großen Teil bereits ausgearbeiteten Handlung. Der Arbeitstitel lautet achadh uaine. (ratet mal schön, was es damit auf sich haben könnte )

Also: Auch wenn ich sicher nicht alles umsetzen werde, immer her mit euren Anregungen, Wünschen, Beschwerden (Ja, auch die bitte).

HeMaDo


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 25.11.18 um 14:33 geändert
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:25.11.18 15:15 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo MeMaDo
auch ich bekenne mich dazu, viel zu lesen und wenig dem Autor zu danken.
Ich muss aber auch gestehen, ich warte jedesmal auf das Wochenende, wie es weitergeht.
Daher finde ich es klasse, dass du trotz der geringen Resonanz eine so tolle Geschichte weiter schreibst.
Mit der Länge der Geschicht hast du sicherlich recht, man soll enden, wenn der Höhepunkt erreicht ist. Dies ist nun mit dem Heiratsantrag geschehen.
Wenn ich eine Bitte habe, dann finde ein schönes Ende für
- Maja, Frida und Herrin Isabella, Fride ist sich ja nicht sicher, was nach der Studium kommt
- Bernd und Melissa, Bernd hat glaube ich ein Anrecht zu erfahren, warum Melissa bei ihm ist, denn das die Beiden sich mögen, ist aus der Geschichte heraus zulesen.
- und was wird aus Mara´s Schwester, wobei ich nicht weis, ob dies mit den 2 Jahren und dem Ende im März hin kommt.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:25.11.18 16:43 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo, ich kann deine Leistung beim Schreiben der Geschichte nur bewundern. Dankeschön sagen tut fast jeder einmal, auch ich immer wieder, nur reicht das nicht so eine Leistung zu würdigen. Trotzdem finde ich keine anderen Worte als : DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE DANKE.

Freue mich schon auf deine nächste Geschichte.
Danke an alle Autoren fürs schreiben ihrer Geschichten

Gruß truckercd
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:25.11.18 16:54 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo, auch von mir ein herzliches Dankeschön für deine klasse geschriebenen Geschichte(n). Ich warte auch immer gespannt auf die Fortsetzungen und auch schon mit Vorfreude auf deine weiteren Storys.
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:25.11.18 22:20 IP: gespeichert Moderator melden


Sei Gegrüßt HeMaDo

Von mir....ein paar....

Anregungen / Fragen / Wünsche!

Anre.
Stall und Destille in Einklang und Nachbarschaft in Schottland ?!!!!

Frage
Kann man Whiskey mit einem achtspännigen Ponnygirlfuhrwerk ausliefern?

Anre.
Die beiden Bergwerksflüchtlinge finden zueinander!!!
(Es waren glaube ich Kati und Nadine??)

Frage
Was hat es mit diesem Buch auf sich diesem "Volant" ( Elena/Helen )

Und für mich vor allem .....
Wunsch

Lass Mara und Rebecca weiterleben !!!
In welcher Geschichte auch immer!

Hochachtungsvoll "Gozar"
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:26.11.18 19:20 IP: gespeichert Moderator melden


Danke schon mal DerFeger und *Gozar* für die Anregungen. Da wird sich ganz sicher was machen lassen.


Zitat

- Maja, Frida und Herrin Isabella, Fride ist sich ja nicht sicher, was nach der Studium kommt

In dieser Geschichte wird Fridas weiterer Werdegang wohl nicht mehr komplettiert werden. Und ob sie in der Fortsetzung auftaucht, kann ich nicht sagen. Aber zumindest erwähnen kann ich das in der Fortsetzung ja. Das notiere ich mir mal für diese.



Zitat

-Bernd und Melissa, Bernd hat glaube ich ein Anrecht zu erfahren, warum Melissa bei ihm ist, denn das die Beiden sich mögen, ist aus der Geschichte heraus zulesen

Das notiere ich mir mal für diesen Teil, auch wenn die Beiden in der Fortsetzung sicher mal auftauchen werden. Immerhin ist Bernd ja Maras Vater und wird dort sicher auch mal vorkommen.



Zitat

-und was wird aus Mara´s Schwester, wobei ich nicht weis, ob dies mit den 2 Jahren und dem Ende im März hin kommt.

Das Ende der zwei Jahre Schulzeit für Kira, Nadine und Silke ist der Grund, diese Geschichte erst im März enden zu lassen. Sonst hätte ich schon ein schönes Ende für Silvester 2422 / Neujahr 2423 gehabt.



@Gozar:
Einen Teil deiner Anregungen und Fragen gehört in die Fortsetzung und wird da mit einfließen und beantwortet.
Aber...:
Zitat

Kann man Whiskey mit einem achtspännigen Ponnygirlfuhrwerk ausliefern?

Erstens: Jetzt muss ich mal meckern und klugscheißen. Ok, wohl eher Klugscheißen.
Auch wenn das nicht wirklich festgelegt ist, Whiskey wird im Allgemeinen das Zeug genannt, welches in den Staaten aus Mais gebraut wird.
In Schottland wird (normalerweise) nur Whisky aus Gerstenmalz hergestellt.
Aus Irland kommt Irish Whiskey (mit e), aber da ist das Irish davor wichtig.
Bei Whisk(e)ys aus anderen Ländern kommt es meistens darauf an, in welcher Tradition sich die Brenner sehen, also eher in der schottischen oder der irischen Brenntradition.
So, genug Kluscheiß verbreitet

Zweitens: Wieso nur acht und nicht zehn? Sieht doch viel besser aus.



Zitat

Die beiden Bergwerksflüchtlinge finden zueinander!!! (Es waren glaube ich Kati und Nadine?)

Das habe ich noch auf dem Schirm. Das wird auf jeden Fall noch in dieser Geschichte aufgeklärt.



Zitat

Was hat es mit diesem Buch auf sich diesem \"Volant\" ( Elena/Helen )

Also Helen hat ihren Folianten ja schon in Teil 52 bekommen.
Was es genau damit auf sich hat, und wo dieser Foliant her kommt, steht in der Geschichte "Ihr Weg":
https://www.kgforum.org/display_5_2419_96789.html



Zitat

Lass Mara und Rebecca weiterleben !!!
In welcher Geschichte auch immer!

Auch wenn die Beiden nicht mehr so ganz die Hauptfiguren sein werden, werden sie in der Fortsetzung auf jeden Fall wieder ganz vorne mit dabei sein.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:01.12.18 18:15 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo

Ich lese diese Geschichte seit April 2017 mit.
Fahre ich in Urlaub dann schaue ich immer, dass ich am Wochenende Internet-Anschluss habe, damit ich die neue Fortsetzung lesen kann. Habe ich mal eine schlechte Woche, Depressionen oder Stress auf der Arbeit, dann hilft mir deine Geschichte mich besser zu fühlen.

Ich bin ein Romantiker.
Schon seit einer längeren Zeit habe ich gehofft, dass sich die Beiden das Ja-Wort geben und letzten Sonntag habe ich zum ersten Mal vor Rührung geweint.
Mir war auch immer bewusst, sollten sie heiraten wäre das dann der Schluss der Geschichte.

Ich Danke dir, deine Geschichte hat mir in den letzten eineinhalb Jahren sehr geholfen über vieles hinweg zu kommen und ich hoffe, dass es nicht das Letzte war, was wir von dir hören.

Patrick

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:01.12.18 18:16 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo

Ich lese diese Geschichte seit April 2017 mit.
Fahre ich in Urlaub dann schaue ich immer, dass ich am Wochenende Internet-Anschluss habe, damit ich die neue Fortsetzung lesen kann. Habe ich mal eine schlechte Woche, Depressionen oder Stress auf der Arbeit, dann hilft mir deine Geschichte mich besser zu fühlen.

Ich bin ein Romantiker.
Schon seit einer längeren Zeit habe ich gehofft, dass sich die Beiden das Ja-Wort geben und letzten Sonntag habe ich zum ersten Mal vor Rührung geweint.
Mir war auch immer bewusst, sollten sie heiraten wäre das dann der Schluss der Geschichte.

Ich Danke dir, deine Geschichte hat mir in den letzten eineinhalb Jahren sehr geholfen über vieles hinweg zu kommen und ich hoffe, dass es nicht das Letzte war, was wir von dir hören.

Patrick

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:01.12.18 19:54 IP: gespeichert Moderator melden


padis spricht mir aus der Seele!!!

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  RE: Neue Horizonte - 2 Teil 86 Datum:02.12.18 15:20 IP: gespeichert Moderator melden


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»Also ich muss ja wirklich sagen, die Idee, ist erstklassig. Nur, wer soll denn dann alles da oben leiten?« Charlotte lehnte sich etwas zurück und trank einen Schluck.
»Tja, das ist eine gute Frage.« Emylia schaute zu Sonja und Charlotte. »Wir müssen sowieso noch jemanden einstellen. Entweder für Horizons oder für hier. Mir wäre es aber lieber, eine von euch beiden übernimmt das. Das solltet ihr aber unter euch ausmachen.«
Charlotte und Sonja sahen sich kurz an.
»Also ich würde das liebend gerne machen. Allein die Landschaft da oben ist ja herrlich. Und die Aussicht direkt an der Quelle dafür«, sie hielt kurz das Glas hoch und trank einen Schluck »zu sein, ist sehr verlockend. Aber Pauline hat eine Arbeit, die ihr auch sehr viel Spaß macht und sie wird sicher nicht aufhören wollen.«
Sonja nickte bedächtig. »Also ob Leonie in Schottland oder in Jena als Konditorin arbeitet, ist relativ egal. Aber ich müsste das mit ihr natürlich vorher besprechen.«
»In Ordnung. Klärt das bitte in aller Ruhe. Und wenn ihr euch entschieden habt, sagt mir Bescheid. Dann kann ich Nin sagen, ob sie die Stelle für Schottland oder Horizons ausstellen soll«, sagte Emylia.
»Ich dachte, Horizons schreibt keine Stellen aus«, sagte Rebecca.
»Tun wir normalerweise auch nicht, aber für manche Stellen ist das einfach nötig. Es kommt nur sehr selten jemand vorbei und sagt ’Hey, ich trainiere human Ponys, habt ihr eine Stelle für mich?’«, erklärte Emylia. Dann hob sie ihr leeres Glas und sagte: »Wenn davon noch was übrig ist, dann würde ich noch einen Schluck nehmen.«
Rebecca lachte, holte die Flasche aus der Bordbar und reichte sie Emylia.
»Danke«, sagte diese und schenkte sich einen großzügigen Schluck Whisky ein. »Wie lange brauchen wir noch?«
»Etwa eine halbe Stunde noch. Mara sagt mir dann Bescheid. Alleine landen darf sie noch nicht.«
»Ich hoffe ja, daß es da oben nicht so kalt ist, wie ich befürchte«, sagte Emylia und sah aus dem Fenster.
Rebecca schaute auf das Pad, welches auf dem Tisch lag. »Im Moment sind es 4 Grad. Frieren tut es nur selten. Aber dafür ist es im Sommer auch nur selten wärmer als 20 Grad. Warme Unterwäsche sollte man also auf jeden Fall einpacken«, sagte Rebecca lachend.
»Bei so einem Klima ist es ja kein Wunder, daß die Schotten so viel Whisky trinken«, meinte Emylia trocken.

-

Die Linie auf dem Navigationsdisplay machte eine langgezogene Linkskurve, der Mara folgte. Sie trank den letzten Schluck ihres Kaffees und schaute aus dem Fenster. Zur Rechten sah sie nur das tiefe Schwarz des Wassers und die rot blinkenden Lichter einer der riesigen Windfarmen, die Europa mit Strom versorgten.
Zur Linken sah sie vereinzelte Lichter an der Küste und nur wenige Kilometer entfernt, direkt an der Küste, hell leuchtend, eine Stadt. Das musste laut dem Navi Aberdeen sein. Obwohl Schottland bei weitem nicht so dicht besiedelt war, wie das Festland, gab es hier einiges an Verkehr in der Luft. Sie schaltete das Radar um und beobachtete die Instrumente, als das Flugzeug sich leicht nach links neigte.
Sie hatte sich eben bei der Luftüberwachung in Edinburgh angemeldet und einen neuen Kurs bekommen, der sie etwas weiter in Richtung der Küste brachte. In etwa 20 Minuten würden sie ihr Ziel erreichen. Bis dahin war nur wenig zu tun.

Ihr Blick fiel auf ihre linke Hand. Sie betrachtete den Ring aus Weißgold und den kleinen Stein, einen Diamanten im Brillantschliff, eingehend. Sie erinnerte sich an den Tag vor fast fünf Monaten, als Rebecca ihn ihr an den Finger gesteckt hatte und ein Lächeln fuhr ihr über das Gesicht. Sie hatte damals die selbe Idee gehabt und wollte Rebecca einen Heiratsantrag machen. Doch diese war ihr zuvor gekommen, trug aber den Ring, den Mara von ihrem gesparten Taschengeld gekauft hatte genauso wie sie Rebeccas Ring trug.

Seit diesem Tag, den sie ganz bestimmt nie wieder vergessen würde, war einiges passiert. Sie hatte begonnen, nun offiziell den Pilotenschein zu machen und seit dem schon mehrere zig Flugstunden, zuerst mit einer Fluglehrerin und seit kurzem mit Rebecca als Begleiterin absolviert und die erste theoretische Prüfung, die schwerer war, als sie gedacht hatte, bestanden.
Auf der Silvesterfeier, auf der sie zusammen mit Kira und ihren Eltern gewesen waren, hatte ihre Mutter ihnen ihren neuen Freund vorgestellt.
Kurz nach Neujahr waren sie und Rebecca nach Nürnberg geflogen und Rebecca hatte offiziell die Firma übernommen. Dabei hatte diese sie als ihre Sekretärin eingesetzt, was mit einigen Vollmachten verbunden war, die Mara ein wenig unruhig werden ließen.

Auf der Konferenz bei der diese Übergabe stattgefunden hatte, hatte Noira, Rebeccas Mutter, die Ringe bemerkt und war, als Rebecca ihr von ihrer Verlobung erzählt hatte, vor all den leitenden Angestellten aufgesprungen, hatte sie ziemlich fest umarmt und ihr mehr als nur herzlich gratuliert.
Mara kicherte leise, als sie an Rebeccas Gesicht dachte, als Noira dieser danach die Hand geschüttelt hatte und ihr gratulierte, nachdem sie »Na, wurde ja auch endlich mal Zeit«, gemurmelt hatte.
Nach dem ziemlich förmlichen Essen mit den leitenden Angestellten der Firma hatte Noira sie dann zu einem Juwelier geschleppt, wo sie sich, obwohl sie noch gar keinen Termin für die Hochzeit geplant hatten, die Hochzeitsringe aussuchen sollten.

Einige Tage nach ihrer Rückkehr aus Nürnberg hatte Rebecca ihr morgens ein Fell heraus gelegt und sie noch vor dem Frühstück in den Stall gebracht, wo sie nur leichtes Training absolviert hatten. Abends hatte Rebecca sie aber nicht wieder mit nach Hause genommen sondern sie in ihre Box gebracht. Sie war mehr als eine ganze Woche lang im Stall geblieben und war in dieser Zeit immer tiefer in die Ponyrolle gefallen. Auch wenn sie beim Schlafengehen Rebeccas Nähe vermisst hatte, hatte sie diese Woche doch sehr genossen.
Charlotte würde sich sicher noch lange an diese Woche zurück erinnern, denn irgend wie hatte Sunrise es einmal nach dem Frühstück geschafft, aus der Box zu schlüpfen und war aus reiner Neugierde in eine andere Box gegangen. Allerdings war kurz darauf eine der Betreuerinnen gekommen. Diese hatte ihr ein schweres Geschirr angelegt und sie anschließend zusammen mit drei anderen Ponys vor eine Kutsche gespannt. Die Frau, die dann mit ihr und den drei Gastponys ausgefahren war, war bis nach Jena gefahren. Diesen Tag hatte Sunrise sehr genossen und sie hatte erst nach dem Abendessen, überhaupt mitbekommen, daß alle sie gesucht hatten. Die Betreuerin hatte sie, da sie in der falschen Box war, mit einem anderen Pony verwechselt, so daß niemand bemerkt hatte, daß sie statt diesem ausgefahren war. Charlotte hingegen war an diesem Abend ziemlich unruhig gewesen und hatte Sunrise den Rest der Woche kaum aus den Augen gelassen.

Während sie sich an diese Woche zurück erinnerte, lachte Mara leise. Doch dann riss die Stimme der Flugüberwachung sie aus ihren Gedanken. Sie meldete sich und bekam einen neuen Kurs mitgeteilt, der sie direkt zum Ziel brachte. Sie rief Rebecca über die Sprechanlage und schaltete das ’bitte anschnallen’-Schild ein.
Kurz darauf kam Rebecca ins Cockpit und setzte sich auf den Pilotensitz. Unter Rebeccas Aufsicht meldete sie die Landung an und musste die Triebwerke in die senkrechte Stellung bringen, da es hier keine Landebahn gab. Rebecca hatte die Hand am Steuerhorn und beäugte alles, was Mara tat kritisch.
Mara verlangsamte das Flugzeug immer weiter, bis es direkt über der Landefläche schwebte. Dann drosselte sie die Triebwerke langsam und ließ das Flugzeug immer tiefer sinken, bis es sanft auf dem asphaltierten Platz mit den gelben Markierungen und dem großen, leuchtenden L aufsetzte. Sie schaltete die Triebwerke aus und meldete sich bei der Flugüberwachung ab. Dann prüfte sie noch einmal alle Instrumente und schaltete diese nacheinander aus.

Während sie und Rebecca das Flugzeug sicherten, sahen die Anderen sich draußen um. Viel zu sehen gab es allerdings nicht, denn es war alles nur spärlich beleuchtet.
Als sie fertig waren, holten alle ihr Gepäck aus dem Flugzeug und folgten dem Weg, der auf beiden Seiten alle 20 Zentimeter mit schwachen, gelben Lämpchen markiert war, bis zum Haupthaus.
Dort kannte Mara sich aus und schaltete zuerst das Licht in der großen Küche ein, nachdem Rebecca die Eingangstür aufgeschlossen hatte.
In der Küche war es angenehm warm und der Kühlschrank gut gefüllt. Neben dem Holzofen lag ein ordentlicher Stapel Brennholz und alles war sauber geputzt.
»So, was haltet ihr denn davon, wenn wir uns etwas frisch machen und dann Essen gehen«, fragte Rebecca, nachdem vor allem Emylia und Charlotte sich ein wenig in der Küche umgesehen hatten.
»Wie sollen wir denn in die Stadt kommen?«, fragte Sonja, die als Einzige bereits hier gewesen war und wusste, daß die Stadt einige Kilometer entfernt war.
Rebecca sah sie an und grinste. »Draußen in der Scheune steht eine Kutsche. Wie wäre es, wenn du und Sunrise uns da hin fahrt?«
Mara sah Rebecca erschreckt an, während Sonja nur die Stirn runzelte. »Lass mal gut sein«, sagte Sonja. »Ich würde gerne entspannt essen und nicht auf dem Heimweg wieder alles abarbeiten.«
»War nur ein Vorschlag«, sagte Rebecca noch immer grinsend. Sie wandte sich an Mara: »Keine Angst, das würde ich dir nicht zumuten.« Sie fasste Maras Hand und streichelte ihr mit der freien Hand über die Wange, bevor sie ihr einen Kuss gab.
»Draußen steht irgendwo ein Leihwagen. Lasst uns schnell die Sachen nach oben bringen und dann können wir los fahren«, sagte sie zu den Anderen.

Nachdem alle wieder in der Küche waren, nahm Rebecca ihr Comm und suchte auf diesem die Seite auf der man das Licht einschalten konnte. Kurz darauf flammten draußen mehrere Lichter auf. Sie verließen das Haus durch den Kücheneingang und fanden das Auto neben dem Haus stehend. Rebecca gab Mara den Schlüssel, der auf dem Küchentisch gelegen hatte und nachdem alle eingestiegen waren, fuhren sie in die Stadt.
»Wo fahren wir denn hin Herrin?«, fragte Mara, als sie den Weg in Richtung Hauptstraße entlang fuhren.
»Zum Winthers Inn«, sagte Rebecca, worauf hin Mara nickte. Zwar war sie das letzte Mal vor mehr als einem Jahr hier gewesen, doch den Weg hatte sie noch in Erinnerung.
Eine viertel Stunde später waren sie in der Stadt und Mara lenkte den Wagen auf den Besucherparkplatz der Destille.

Um diese Jahreszeit herrschte in dem Restaurant nicht all zu viel Betrieb, da die Touristen erst in ein oder zwei Monaten in größerer Anzahl in die Gegend kommen würden. Daher saßen sie kurz darauf zu fünft mitten in Gastraum und hatten trotzdem kaum Leute um sich herum. Es dauerte auch nicht all zu lange, bis sie ihr bestelltes Essen vor sich stehen hatten und dieses genüsslich aßen.

»Sag mal, das ist doch eine Destille«, wandte Emylia sich an Rebecca.
Diese sah auf und fragte misstrauisch »jaa?«
»Meinst du, es wäre möglich, die mal zu besichtigen? Und es gibt doch sicher auch die Möglichkeit, das, was hier gebrannt wird, zu probieren.« Emylia sah Rebecca erwartungsvoll an.
Rebecca musterte Emylia und fing dann an zu lachen. »Daß sowas von dir kommt, habe ich mir schon gedacht«, antwortete Rebecca, nachdem sie nicht mehr lachen musste. »Das hab ich schon eingeplant. Morgen früh kommt Missis Mason, die Architektin für die Bauabnahme. Die ist auf drei Tage angesetzt und ihr solltet schon dabei sein. Aber für Donnerstag habe ich mit Mister Fraser eine Besichtigung arrangiert. Und anschließend gibt es eine Verkostung.«
»Na, da bin ich ja beruhigt.«, sagte Emylia, worauf hin Sonja leise lachte.
Mara warf Rebecca einen fragenden Blick zu, worauf hin Rebecca sich ihr zu wandte. »Ich weiß mein Schatz«, sagte sie. »Tut mir leid, aber bei der Abnahme musst du schon mit dabei sein. Immerhin musst du hier auch alles kennen lernen. Aber du kannst am Nachmittag ins Café fahren, wenn du möchtest. Und am Donnersteg reicht es ja, wenn du uns fährst.«
»Danke Herrin«, sagte Mara und lächelte. Sie hatte sich bereits darauf gefreut, Diana, Kendra und Antje, die einzigen Serva, die in der Stadt wohnten, wieder zu sehen.

»Also, so wie ihr beiden euch immer anseht, glaubt man nicht, daß ihr schon zwei Jahre zusammen seid. Man könnte fast meinen, ihr hättet euch erst vor ein paar Wochen kennen gelernt«, sagte Emylia und verdrehte die Augen.
Rebecca nahm demonstrativ Maras Hand und hielt diese. »Du bist ja nur neidisch«, sagte sie zu Emylia, worauf hin Sonja und Charlotte lachten.

»Wann ist es denn eigentlich so weit?«, fragte Sonja und sah zu Rebecca und Mara, die noch immer die Hände hielten.
»Im Mai. Am letzten Samstag«, sagte Rebecca, worauf hin Mara sie lächelnd an sah.
»Also in nicht mal vier Monaten?« fragte Charlotte, worauf hin Rebecca nickte. Charlotte hob ihr Glas und prostete den Beiden zu.
»Moment mal«, sagte Charlotte. »Das geht doch gar nicht. An dem Wochenende heiratet doch auch eine Kollegin von Pauline. Johanna, glaube ich.«
»Natürlich geht das. Warum denn auch nicht?«, fragte Rebecca gespielt verwundert.
Charlotte zuckte darauf hin mit den Schultern.
»Johanna arbeitet auch in der Entwicklung und Larissa, Johannas Verlobte ist Maras Schulkameradin. Die Beiden hatten die Idee, eine Doppelhochzeit daraus zu machen. Und ich finde diese Idee gar nicht mal schlecht«, meinte Rebecca.
Nun schaute Mara Rebecca kurz an und diese nickte.
»Als wir den Termin festgelegt hatten, wollte ich Larissa eigentlich fragen, ob sie meine Trauzeugin sein wollte, aber dann hat sie gesagt, daß sie mich das Selbe fragen wollte und daß sie und Johanna am selben Tag heiraten wollen. Aber das geht ja nicht. Und da hatten wir die Idee, daß wir unsere Hochzeiten zusammen feiern können«, sagte Mara.
»Verstehe, deshalb also«, sagte Emylia lachend.
»Wisst ihr denn schon, wo hin die Hochzeitsreise gehen soll?«, wollte Sonja wissen.
»Das müssen wir glaube ich noch überlegen«, sagte Mara.
»Ach? Müssen wir das?«, fragte Rebecca schmunzelnd. Mara sah sie darauf hin verwundert an.
»Also ich weiß das schon«, sagte Rebecca und ihr Schmunzeln verwandelte sich in ein breites Grinsen. »Aber das wirst du erst erfahren, wenn wir da sind. Das ist eine Überraschung.«
Mara sah sie darauf hin schmollend an.
Rebecca fasste Mara im Nacken, zog sie zu sich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. »Du wolltest doch selbst, daß ich alles entscheide. Also beschwer dich nicht, wenn ich das auch mache. Ich bin mir ziemlich sicher, daß es dir gefallen wird.«
Mara nickte und rutschte mit ihrem Stuhl näher zu Rebecca. Sie legte den Kopf an ihre Schulter und nickte.

Den Rest des Abends unterhielten sich die Fünf über die bevorstehende Doppelhochzeit.
Emylia, die als Johannas Trauzeugin mit Isabella, Frida und Vivian, den anderen Trauzeuginnen, die Hochzeit vorbereitete, plauderte ein Wenig aus dem Nähkästchen und sorgte für einige Lacher, als sie die erstaunte Reaktion der Kantinenchefin beschrieb, die zusammen mit einem Teil ihrer Crew das Catering übernehmen sollte, als diese erfuhr, wie viele Gäste zu einer Hochzeit kommen würden.

Schließlich wurde es Zeit, zurück zur Farm zu fahren, da die Architektin schon um acht Uhr zusammen mit den Verantwortlichen der Baufirmen kommen wollte.

-

Am nächsten Morgen war Mara wie üblich recht früh aufgestanden und hatte nach ihrem Morgenlauf das Frühstück für alle zubereitet. Auch wenn es natürlich etwas mehr Arbeit war, machte es ihr Spaß, das Essen für fünf Leute zuzubereiten. Für den Holzherd gab es eine große, viereckige Pfanne die auch auf den elektrischen Herd passte. Diese hatte sie mit vier der sechs Herdplatten angeheizt und buk darauf eine größere Menge Pfannkuchen nach amerikanischer Art.
Als die Anderen um kurz nach sieben noch recht verschlafen herunter kamen, schenkte sie Kaffee ein und stellte jeder eine Tasse auf den Platz. Da alle noch etwas verschlafen waren, verlief das Frühstück ziemlich ruhig. Erst kurz vor acht gingen Sonja und Charlotte nach oben auf ihre Zimmer, um sich anzuziehen. Rebecca und Emylia, die bereits angezogen waren, tranken noch einen Kaffee und warteten auf die Architektin und die Verantwortlichen der am Bau beteiligten Firmen.
Mrs. Mason erschien kurz vor acht zusammen mit Finley, ihrer Tochter, die Mara als Sunrise bei ihrem letzten Besuch in Schottland bereits kennen gelernt hatte, als Erste. Dann kamen nach und nach die Anderen und warteten in der Küche, bis endlich alle anwesend waren.

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Nachdem Rebecca Mara als ihre Sekretärin eingesetzt hatte, hatte sie ein spezielles Pad gekauft, welches dazu gedacht war, Protokolle von Gesprächen, Veranstaltungen und anderen Treffen anzufertigen. Zuerst freute Mara sich sehr über dieses Gerät, welches laut Anleitung die Arbeit als Protokollführerin oder Sekretär erheblich erleichtern sollte. Doch bereits einen Tag später hatte Mara beschlossen, dieses Gerät nur dann einzusetzen, wenn es unbedingt notwendig war. Sie hatte es am Abend mit ins Schlafzimmer genommen um sich die Anleitung durchzulesen und sich mit den Funktionen vertraut zu machen. Es sollte alle Gespräche aufzeichnen und in eine juristisch sichere Textform bringen, indem es die Stimmen aller an einem Gespräch beteiligten erkannte und alles Gesagte mit Hilfe einer Spracherkennung auf das Display brachte. Zusätzlich konnte man mit der dazu gehörenden Kameradrohne oder einem Comm Bilder machen und in das zu erstellende Protokoll einfügen. Geräusche, die das Gerät nicht zuordnen konnte, speicherte es als Tonaufnahme ab. So lange noch niemand das erstellte Protokoll unterschrieben hatte, konnte man Textstellen und Tonaufnahmen markieren, kommentieren und auch löschen, was das Gerät ebenfalls speicherte.
Mara las sich die Anleitung durch und probierte einige der Funktionen aus. Als sie sich am nächsten Morgen nach dem Frühstück, als Rebecca in ihre Werkstatt gefahren war, erneut mit dem Gerät beschäftigte, fand sie ein aufgezeichnetes Protokoll. Was sie dort gelesen hatte, trieb ihr die Schamesröte ins Gesicht. Nicht unbedingt, weil sie sich für das, was dort schwarz auf weiß zu lesen war, geschämt hätte, sondern darüber, daß dieses Gerät alles so detailliert aufgeschrieben hatte, daß jeder der dieses Protokoll lesen würde, genau so gut hätte dabei gewesen sein können.
Auf dem Pad stand:

Gesprächsprotokoll Nummer 1

Start: Mittwoch, 11 Januar 2423, 22:16:12 Uhr
Ende: Donnerstag, 12 Januar 2423, 01:23:17 Uhr

Person 1: Herrin (identifiziert durch Äußerung von Person 2)
Person 2: Mara (identifiziert durch Äußerung von Person 1)


Herrin: Komm, leg das Teil jetzt weg und mach das Licht aus.
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
Herrin: Komm schon, es ist schon spät. Du kannst dir das morgen weiter ansehen.
Mara: Ja meine Herrin.
Mara: Gute Nacht meine Herrin.
Herrin: Gute Nacht mein Schatz.
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Herrin – abspielen}
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Herrin – abspielen}
Herrin: Dreh dich um.
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Herrin – abspielen}
Mara: Ja.
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Herrin – abspielen}
Herrin: Du schmeckst gut. Auch mal probieren?
{Lautäußerung von Herrin – abspielen}
{unbekanntes Geräusch – abspielen}
Mara: Ja, bitte. Mehr.
{Lautäußerung von Mara – abspielen}
{Lautäußerung von Herrin – abspielen}
Mara: Ja.
Mara: Ja.


Vor jeder Zeile stand eine Uhrzeit, mit Stunde, Minute, Sekunde und sogar zehntel Sekunden. In dieser Weise ging es über mehrere dutzend Seiten. Als Mara einige der Tonausschnitte abspielte, kam ihr die letzte Nacht wieder ziemlich klar in Erinnerung.
Am Ende des Protokolls stand:

Hinweis: Dieses Protokoll enthält mehrere Lautäußerungen. Bitte markieren Sie diese, um sie zu benennen.
Hinweis: Dieses Protokoll enthält mehrere unbekannte Geräusche. Bitte markieren Sie diese, um sie zu benennen.
Hinweis: Dieses Protokoll wurde automatisch beendet, nachdem über einen Zeitraum von 30 Minuten nicht gesprochen wurde, über einen Zeitraum von 30 Minuten keine Lautäußerungen erfolgten und über einen Zeitraum von 30 Minuten keine Geräusche aufgenommen wurden.
Wichtiger Hinweis: Dieses Protokoll wurde von keiner der beteiligten Personen unterzeichnet. Es ist daher nicht Beweisfähig.


Mara hatte dieses Protokoll dann noch verwendet um die Funktionen dieses Pads auszuprobieren. Unter anderem gab es die Möglichkeit, eine Datenbank mit Geräuschen und sogar eine mit Lautäußerungen aus dem Netz zu laden.
Diese Datenbank war, wie sich herausgestellt hatte, sehr detailliert und so stand dort als Lautäußerung zum Beispiel: Spitzer Schrei, leises Stöhnen oder Quieken. Die Geräusche wurden mit Klatschen oder Brummen beschrieben, so daß dieses Protokoll nun tatsächlich sehr eindeutig zu lesen war.
Während sie das Protokoll gelesen hatte, war ihre Hand ohne ihr Zutun unter die Tunika und zwischen ihre Beine gewandert, doch der Stahl ihres Keuschheitsgürtels hatte verhindert, daß sie sich Erleichterung verschaffen konnte und so war sie den ganzen Tag über sehr erregt und als Rebecca schließlich nach Hause gekommen war, wiederholte sich etwas ähnliches, wie in dem Protokoll gestanden hatte, im kleinen Salon.

Das Protokoll hatte Mara allerdings gelöscht, nachdem sie sich mit den ganzen Funktionen des Pads vertraut gemacht hatte. Außerdem hatte sie beschlossen, daß dieses spezielle Pad, solange es nicht benötigt wurde, ausgeschaltet in der dazu gehörenden Tasche bleiben und das Büro auch nur dann verlassen sollte, wenn es benötigt wurde.

-

Nun holte Mara dieses Pad aus seiner Ledertasche und schaltete es ein. Auf ein Zeichen von Rebecca las sie die Erklärung zur Aufzeichnung vor, der alle Beteiligten zustimmen mussten. Die Meisten der Anwesenden kannten diese Art der Protokollierung bereits. Sie nannten ihre Namen, ihre Funktion und stimmten der Aufzeichnung zu.
Zum Schluss sagte Mara selbst: »Ich bin Mara, Herrin Rebeccas Sekretärin. Ich stimme der Aufzeichnung zu.«

Da sie gestern angekommen waren, als es bereits dunkel war, hatte Mara von all den Umbauten auf der Farm kaum etwas sehen können. Doch nun staunte sie, wie sehr sich alles hier verändert hatte. Das Einzige, was geblieben war, war das Haupthaus, welches bereits bei ihrem letzten Besuch hier renoviert war.
Nun blickte sie auf einen großen Hof, der von mehreren großen Gebäuden umgeben war. Mitten auf dem Hof befand sich ein eingezäunter und mit schwarzen Gummimatten bedeckter Bereich. Zu ihrer Linken befand sich eine große Halle mit zwei doppelflügeligen Toren die in Richtung des Innenhofes zeigten. Die Wände dieser Halle waren mit vielen, recht großen Fenstern bestückt und ein Stück hinter dieser Halle, quer dazu, befand sich eine weitere Halle, die jedoch normale Fenster besaß und scheinbar etwas kleiner war. Zu ihrer Rechten gab es ein weiteres, großes Gebäude, mit sieben kleineren Außenpaddocks davor und dahinter befand sich ein achteckiges Gebäude, um das herum sich ein doppelter Zaun aus übermannshohen Stahlträgern und Gittern befand. Alle diese Gebäude bestanden aus hellem Holz und waren mit hellroten Ziegeln gedeckt.
Rund um den eingezäunten Bereich herum standen mehrere Kleintransporter. Arbeiterinnen Arbeiter waren dabei, die Wände der Gebäude mit einer dunklen Farbe zu streichen und ein leicht beißender Geruch wehte von diesen herüber, der wohl von der Farbe stammte.

»Keine Sorge, der Geruch verfliegt in ein oder zwei Wochen. Das ist das Holzschutzmittel, das gerade auf allen Außenwänden aufgetragen wird. Innen sind die Holzelemente nur geölt, aber außen ist ein guter Schutz für das Holz nötig«, sagte Mrs. Mason und deutete auf die große Halle zu ihrer Linken. »Ich schlage vor, wir beginnen mit der Trainingshalle.«
Die Anderen stimmten ihr zu und so gingen sie zu der großen Halle, die sie durch eines der Tore betraten.

Der Boden der Halle war mit einer Mischung aus Sand und Sägespänen bestreut und rund herum befanden sich leicht schräg gestellte Bretter an den Wänden, die von der Unterkante der Fenster bis zum Boden reichten.
Die Dachkonstruktion bestand aus mehreren Holzträgern. Diese liefen an der Oberseite spitz zu, so wie das Dach, welches auf ihnen ruhte und waren an der Unterseite konkav gewölbt. Das Dach war vom First aus in einer Breite von gut fünf Metern zu beiden Seiten hin mit einem Lichtband ausgestattet, welches das Tageslicht herein ließ und die Halle sehr hell und freundlich aussehen ließ.
Die Halle war etwa fünfzig Meter lang und halb so breit. Die linke Schmalseite befand sich offensichtlich nicht an der Außenwand, statt dessen gab es hier mehrere Türen.

Zuerst führte Mrs. Mason die Ausstattung der Halle ausführlich vor. Sie fuhr die Abdeckungen des Lichtbandes und der Fenster mehrmals zu und wieder auf, schaltete die Beleuchtung ein und schob schließlich mit dem Stiefel den Bodenbelag bei Seite, so daß der Untergrund zum Vorschein kam. »Der Untergrund besteht aus vier Zoll dicken Gummimatten und darunter befindet sich eine Schicht aus Kies und eine Drainage«, erklärte sie. »Das ist der selbe Untergrund wie auch in den Boxen der Ställe und den Paddocks. Der Belag besteht zu 80 Prozent aus Flusssand und zu 20 Prozent aus Sägemehl. Der Belag für die Außenbereiche lagert noch in den Containern um ihn nicht jetzt schon dem Wetter auszusetzen.«

Charlotte schaute sich kurz in der Halle um und lief dann einige Meter weit.
»Ich hätte Madonna mit bringen sollen«, sagte sie. »Dann hätten wir das alles schon ausprobieren können.«
Sonja lachte. »Oder Dahlia. Aber wir haben ja Holly. Die wird das nachher sicher gerne mal ausprobieren wollen.«
Charlotte sah Sonja kritisch an. »Wieso denn Holly? Warum nicht Ruby oder Sunrise?«

Rebecca lachte über diese Unterhaltung. »Ob Sunrise will, können wir sie ja nachher fragen. Aber Holly und Ruby sollten dann auf jeden Fall auch dabei sein.«
Sonja und Charlotte schauten sie an und schwiegen.
»Jetzt aber bitte mal wieder zurück zur Arbeit«, sagte Rebecca.

Mrs. Mason erklärte einiges über die Konstruktion der Halle und zeigte ihnen dann die Nebenräume, die sich durch die Türen an der linken Seite erreichen ließen. Es handelte sich hauptsächlich um Lagerräume für Werkzeuge und Trainingsmaterial. Aber es gab auch einen kleinen Vorbereitungsraum sowie einen Sanitärbereich und über diesen Räumen, durch eine Treppe zu erreichen, einen Aufenthaltsraum und eine Art Zuschauerraum, die mit Fenstern in die Halle ausgestattet waren. In der Mitte der Halle, fast unter dem First, gab es einen weiteren Raum mit Fenster zur Halle. Dieser war etwas vor gesetzt und noch einmal etwas erhöht. Von hier aus konnte man die gesamte Halle gut übersehen und es gab ein Pult mit Mikrofonen. Daneben befand sich ein Pult mit mehreren großen Bildschirmen und einigen Schaltern. Von hier aus konnte man die gesamte Technik, wie die Lautsprecher, die Beleuchtung, die Abdeckungen der Fenster und die Dachluken steuern.

Als sie zurück in die Halle gingen, bat Mr. Wilkins, er hatte sich vorhin als Bausachverständiger vorgestellt, Mara einige Bilder mit der Drohne zu machen. Dabei deutete er auf die Bereiche, von denen er die Bilder haben wollte und schaute sich diese auf Maras Pad an. Die Bilder ließ er sich auf sein eigenes Pad schicken und schrieb einige Kommentare zu diesen.
Er bat Charlotte und den Chef der Technikfirma, sich in die Sprecherkanzel zu begeben und die verschiedenen Funktionen noch einmal vorzuführen.
Mr. Wilkins schaute sich viele Details der Halle sehr gründlich an und ließ Mara immer wieder Bilder machen.
Während sie damit beschäftigt war, Bilder aufzunehmen bemerkte Mara, daß auf dem Pad einige Textzeilen erschienen.

{Frau Kroll verlässt den Raum}
{Frau Winter verlässt den Raum}
{Mrs. Mason verlässt den Raum}
{Frau Haberland verlässt den Raum}


stand dort. Tatsächlich hatten die Vier die Halle verlassen und standen draußen vor dem geöffneten Tor. Emylia verteilte gerade etwas an die Anderen und kurz darauf stieg blauer Rauch über ihren Köpfen auf.
»Hey, macht gefälligst das Tor zu, es zieht«, ertönte Charlottes Stimme aus den Lautsprechern und das Tor schloss sich ohne daß jemand es bewegte.
»Geht doch«, sagte Charlotte, als es geschlossen war.

Mr. Wilkins schaute sich noch eine ganze Weile in der Halle um und kroch sogar auf allen Vieren in die Ecken der Halle um sich dort etwas anzusehen und Bilder zu machen, die er dann auf Maras Pad schickte.
Als er im Inneren fertig war, ging er zusammen mit Mara und gefolgt von den Anderen nach draußen, wo er sich alles eingehend anschaute. Mit Hilfe eines Gerüstes, welches die Maler aufgestellt hatten, kletterte er sogar auf das Dach um sich dieses anzusehen. Mara musste ihm notgedrungen folgen, blieb aber lieber auf dem Gerüst stehen. Das Dach wollte sie nicht unbedingt betreten.

»Entschuldigung«, rief von unten eine Frauenstimme, als Mara Mr. Wilkins dabei beobachtete, wie er auf dem Dach herum lief, als befände er sich auf dem Boden. Mara sah nach unten, dort stand eine Frau im Blaumann und hatte die Hände in die Hüften gestemmt. »Sorry, aber wir müssen das Gerüst mal weiter schieben, können Sie mal runter kommen?«, rief die Frau.
Mara rief Mr. Wilkins und erklärte ihm, daß die Maler das Gerüst verschieben wollten. Er sagte Mara, daß sie schon mal nach unten gehen könne, er selbst wollte sich noch etwas ansehen.
Also kletterte Mara die Leitern in dem Gerüst herunter.
»Nette Unterwäsche«, sagte die Frau, die noch immer neben dem Gerüst stand.
»Was?«, fragte Mara überrascht.
»Man kann ihre Unterwäsche von unten sehen«, sagte die Frau grinsend, hob die Augenbrauen und zwinkerte Mara zu.
Mara schaute an sich herunter und errötete. Daran, daß man von unten gut unter die Tunika sehen konnte, hatte sie noch nie einen Gedanken verschwendet und nahm sich vor, in Zukunft besser aufzupassen, daß so etwas nicht noch einmal passierte.

Die Besichtigung nur dieser einen Halle hatte insgesamt drei Stunden gedauert. Gleich darauf ging es zu der nächsten Halle. Es handelte sich um die Schirrhalle, in der alles was an Ausrüstung benötigt werden würde, gelagert werden. Diese war nur wenig kleiner als die Trainingshalle, erschien im Inneren jedoch viel kleiner, da sie in mehrere Bereiche aufgeteilt war. Es gab Stellplätze für Wagen und Sulkys und einen Bereich in dem Strohballen eingelagert werden konnten. In einer Ecke der Halle befand sich eine Anlage zum Mischen von Sand und Sägemehl und an der vorderen, kurzen Wand gab es einen Bereich in dem es zwanzig abgeteilte Räume von zwei mal drei Metern Größe gab, die durch Seitenwände voneinander getrennt waren. Vorne gab es nur ein halbhohes Gitter, in dem sich Türen befanden. Dies waren, wie Mara erfuhr, Boxen in denen Trainer und Helfer alles, was sie für ihre Arbeit benötigten, lagern konnten. Außerdem gab es eine Werkstatt für einen Stellmacher.
Auch die Besichtigung dieser Halle dauerte gute drei Stunden. Doch diese wurde unterbrochen, da Mrs. Mason für 13 Uhr einen Caterer bestellt hatte, der für alle Anwesenden ein ausgiebiges Mittagessen brachte, welches sie in der Küche des Haupthauses einnahmen.

Obwohl die Besichtigung der beiden Hallen und der Longierhalle mitsamt der darum herum verlaufenden Führanlage nicht sonderlich anstrengend war, waren alle froh, als der Tag vorüber war und sie in der Küche saßen. Mara hatte im Ofen ein Feuer entfacht und zwei Aufläufe in das Backrohr geschoben. Das Abendessen verlief recht still, nur Sonja und Charlotte diskutierten zusammen mit Emylia, die sich gelegentlich einmischte, darüber, wie später alles aufgezogen werden sollte.
Mara verstand nicht so recht, worum es überhaupt ging, bis Rebecca ihr schließlich erklärte, daß die Farm und das Hotel zwar ihr gehörten, der Stall aber von Horizons gepachtet werden sollte, von wo dessen Betrieb auch geleitet werden sollte. Dies sollten entweder Sonja oder Charlotte übernehmen, die sich aber beide noch nicht sicher waren, ob sie diese Aufgabe annehmen wollten. Das Hotel und alles was damit zu tun hatte, gehörte Rebecca und sollte von einem erfahrenen Hotelmanager geleitet werden. Dieser war heute Morgen auch kurz anwesend, hatte aber mit dem Stall nichts zu tun, weshalb er wieder ins Hotel gegangen war, welches sich, etwas zurückgesetzt, neben den beiden Stallgebäuden befand, um dort die Einrichtungsarbeiten weiter zu überwachen und zu leiten.
Hotel und Stall sollten in Zukunft zusammen arbeiten. Wie diese Zusammenarbeit genau aussehen sollte, musste aber erst noch erarbeitet werden. Doch im Grunde genommen ging es darum, daß einige der im Stall untergebrachten Ponys den Hotelgästen für Ausfahrten zur Verfügung stehen sollten, daß Leute die die Trainerausbildung machen wollten, im Hotel untergebracht werden sollten und daß Paare hier für eine paar Wochen wohnen sollten, bei denen einer der Partner für eine Weile als Pony leben wollte.

Nach dieser Erklärung verstand Mara zumindest, warum Sonja oder Charlotte die Leitung des Stalles hier übernehmen sollten.
Mara überlegte kurz und befand für sich, daß das zwar sicher eine interessante Aufgabe sein würde, sie selbst sich aber ganz bestimmt nicht darum reißen würde. Sie gefiel sich selbst viel besser in Sunrise’ Rolle als Pony und musste nicht lange überlegen, um für sich festzustellen, daß eine solche Verantwortung für sie selbst viel zu groß war. Deshalb bewunderte sie auch Emylia, die alleine nicht nur MarEmy leitete sondern auch noch Horizons. Und auch Rebecca bewunderte sie dafür, daß sie anscheinend keine Probleme damit hatte, mit der Maschinenbaufirma, der Destille und nun auch noch der Farm und dem Hotel gleich für drei Firmen verantwortlich zu sein. Sicher, in der Maschinenbaufirma gab es Geschäftsführer und in der Destille den Produktionsleiter, die ihr einen großen Teil der Aufgaben abnahmen, doch die wirklich wichtigen Entscheidungen musste sie wohl selbst treffen. Mara fragte sich, wen sie wohl als Geschäftsführer für die Farm und das Hotel einsetzen würde. Schließlich gehörte nicht nur die Verwaltung der Gebäude und des Hotels dazu sondern wie sie erfahren hatte, auch die Verwaltung der zu der Farm gehörenden Felder, Ländereien.
Sie selbst hatte zwar während ihrer Ausbildung zumindest theoretisch gelernt, wie man einen Laden zu führen hatte, aber da sie bisher nur als Verkäuferin gearbeitet hatte, hatte sie nur sehr wenig Kenntnisse darüber, was es bedeutete, als Geschäftsführerin einen Laden eigenständig zu führen. Aber das wenige, was Gaby ihr gezeigt hatte, war bereits sehr viel gewesen und natürlich ergab sich daraus auch eine große Verantwortung, nicht nur für den geschäftlichen Erfolg sondern auch für die Mitarbeiter.

»Hey, wie du die Idee findest, habe ich gefragt«, sagte Emylia und stupste Mara an.
Mara schreckte aus ihren Gedanken und sah Emylia erstaunt an. »Ent… Entschuldigung, ich glaube, ich habe nicht zugehört«, sagte sie verlegen.
»Na, das hab ich gemerkt«, sagte Emylia und grinste Mara breit an.
»Was denn für eine Idee?«, fragte Mara.
»Emylia hatte die großartige Idee, den Whisky, der in der Destille gebrannt wird, mit einem Wagen ausliefern zu lassen, der von Ponys gezogen wird«, erklärte Sonja.
Mara schaute Emylia unverwandt an. »Wo hin denn?«, fragte sie.
»Na, überall hin, wo er getrunken wird«, gab Emylia leicht beleidigt zurück.
»Sollen die Ponys schwimmen?«, fragte Mara ein wenig verwirrt.
»Schwimmen?« Emylia sah nun wirklich beleidigt aus.
»Der meiste Whisky wird doch nach Europa geliefert. Oder sollen sie nur den ausliefern, der in England und Schottland getrunken wird? Das wird aber auch ganz schön weit.« Mara erinnerte sich an die Statistiken von der Destille, die sie gesehen hatte. Nur ein kleiner Teil des Whiskys wurde nach England verkauft und in Schottland wurde er nur hier in der Gegend getrunken, weil die meisten Leute den Whisky der in ihrer eigenen Gegend gebrannt wurde, bevorzugten, wie sie erfahren hatte.
Emylia verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, während sie Mara anschaute. »Dann eben nicht. Ich dachte, das wäre eine gute Idee, die Destille und die Farm zu verbinden.«
»Vielleicht könnte man den Whisky der hier im Ort getrunken wird mit einem Gespann an die Pubs liefern«, wandte Mara ein. »Aber viel ist das wahrscheinlich nicht.«
»Hmh«, machte Emylia. »War ja nur eine Idee.« Sie nahm das Glas, welches vor ihr stand und trank einen Schluck. »Wie auch immer, es wird Zeit. Ich gehe mal langsam ins Bett.« Sie trank den letzten Schluck aus und stand auf. Auch Sonja und Charlotte gingen kurz darauf in ihre Zimmer.

»Dann lass uns auch nach oben gehen«, sagte Rebecca und stand ebenfalls auf.
»Ich muss noch hier aufräumen Herrin«, sagte Mara. Sie stand auf und begann damit, den Tisch ab zu räumen und das Geschirr in die Spülmaschine zu stellen. Rebecca schaute kurz zu ihr und half ihr beim Aufräumen.

»Also langsam glaube ich fast, wir brauchen noch jemanden, der uns im Haushalt hilft. So geht das einfach nicht«, sagte Rebecca, als sie eine der Auflaufformen abtrocknete, die Mara mit der Hand gespült hatte, da sie nicht mehr in die Spülmaschine passte. »Vielleicht sollten wir eine Serva kaufen«, sagte sie kichernd.
Mara ließ darauf hin die Pfanne, die sie gerade spülte fallen, so daß diese im Wasser landete, von dem sie einen großen Schwall abbekam. »Was? So wie Miss Isabella?«, fragte sie entsetzt.
Rebecca schaute sie an und musste lachen, als sie sie in ihrer durchnässten Tunika vor der Spüle stehen sah. »Mara, das war doch nur ein Scherz«, sagte sie, stellte die Auflaufform auf den Tisch und nahm Mara in die Arme.
Diese atmete erleichtert auf. »Ich dachte schon, du meinst das ernst.«
»Nein, ich habe doch dich mein Schatz. Aber so geht das trotzdem nicht.« Sie fuhr Mara mit der Hand durch die Haare. »Komm, lass das Wasser raus und spül alles ab, dann gehen wir nach oben. Das kann bis morgen früh auch alleine trocknen.«
Mara nickte und löste sich aus Rebeccas Umarmung. Dann spülte sie mit dem Brauseschlauch das restliche Geschirr in der Spüle ab und ging dann mit Rebecca nach oben, wo sie sich sofort ihre durchnässte Tunika auszog und in den Wäschekorb steckte. Obwohl sie erst einen Tag hier waren, war dieser bereits halb voll, also würde sie morgen wohl auch noch Waschen müssen.
Nackt, nur mit ihrem Gürtel bekleidet, ging sie ins Bad, wo sie sich wusch und zog dann ihr Nachthemd an. Als Rebecca aus dem Bad kam, lag sie bereits im Bett und war eingeschlafen.
Rebecca legte sich zu ihr und nahm sie in die Arme. Im Schlaf kuschelte Mara sich bei ihr an, ohne aufzuwachen.
’Irgend was müssen wir wohl wirklich machen’, überlegte Rebecca, während sie Maras Hand hielt.

-

Am nächsten Morgen war Mara etwas früher aufgestanden. Nachdem sie eine halbe Stunde gelaufen war und sich geduscht hatte, holte sie die Tüte mit den Brötchen herein, die sie gestern bestellt hatte und bereitete das Frühstück zu. Sie legte fünf Eier in einen Topf und stellte diesen auf den Herd, dann stellte sie alles nötige auf den Tisch. Nebenbei spülte sie auch noch das restliche Geschirr und räumte auch das, was sich in der Spülmaschine befand, in die Schränke.
Um halb sieben kochte sie Kaffee und stellte die letzten Teller auf den Tisch. Sie nahm sich eine Tasse des frisch gebrühten Kaffees und setzte sich an den Tisch. Sie legte die Arme auf den Tisch, beugte sich vor und legte den Kopf auf diese. So ungefähr musste sich Lilly wohl jeden Morgen fühlen, wenn sie wie so oft unausgeschlafen in den Laden kam und erst nach zwei Tassen schwarzem Kaffee ansprechbar war.

Mit einem fröhlichen »Guten Morgen!« kamen Sonja und Charlotte in die Küche. Mara hob den Kopf und wollte aufstehen. »Bleib sitzen, den Hampelmann kannst du für Andere machen«, sagte Sonja. Sie setzte sich Mara gegenüber an den Tisch und schenkte sich Kaffee ein. Charlotte tat das Selbe und begann damit, sich ein Brötchen zu machen. Kurz darauf kamen Emylia und etwas später Rebecca herunter. Beide Male stand Mara auf, knickste und schenkte Kaffee ein.
»Hast du auch Eier gemacht?«, fragte Rebecca.
Mara riss die Augen auf und ging schnell zum Herd. Das meiste Wasser war bereits verkocht. Sie nahm den Topf vom Herd und ließ kaltes Wasser über die Eier laufen, die sie dann heraus nahm und zum Tisch brachte.
Charlotte schaute auf die Eier. »So wie’s aussieht, bekomme ich kein weich gekochtes Ei, oder?«, fragte sie.
»Entschuldige, ich setze noch mal welche auf«, sagte Mara und ging zum Kühlschrank um neue Eier zu holen.
»Lass gut sein. Dann ess ich eben ein hartgekochtes«, sagte Charlotte und pellte das Ei, welches sie dann in Scheiben schnitt und zusammen mit Schinken und Käse auf ein Brötchen drapierte. »Ich finde es ja schon toll, überhaupt mal ein Ei zum Frühstück zu bekommen. Zu Hause gibt’s ja nicht mal ordentliches Frühstück. Normalerweise ess ich zum Frühstück ein Sandwich aus der Kantine und trinke Kaffee aus dem Vollautomaten im Büro.«
»Ach? Echt?«, fragte Emylia. »Warum bestellt ihr euch denn kein Frühstück in der Kantine? Das kommt ziemlich pünktlich und sogar die Brötchen sind noch warm, wenn es ankommt und die Eier sind genau so, wie man sie haben will.«
»Du hast gut Reden. Ob du eine halbe Stunde früher oder später in dein Büro kommst, ist doch vollkommen egal. Ich schaffe es morgens meistens gerade so, rechtzeitig aus dem Bett zu kommen. Pauline hat es da schon besser. Solange sie ihre Arbeit fertig bekommt, kann sie kommen und gehen, wann sie will. Aber wenn ich mal fünf Minuten nach acht ankomme, ist im Stall ja schon die Hölle los«, sagte Charlotte mit vollem Mund.

Pünktlich um acht Uhr kamen Mrs. Mason und die anderen an der Abnahme Beteiligten und nachdem alle einen Kaffee getrunken hatten, Mara hatte diese Zeit genutzt, um den Tisch abzuräumen, ging es wieder nach draußen. Wegen des andauernden Nieselregens schlug Mrs. Mason vor, sich heute zu erst die Ställe anzusehen.

Es gab zwei Stallgebäude, die über einen Zwischenbau miteinander verbunden waren. Die beiden Stallgebäude hatten je einen Hauptgang von dem links die beiden Boxengänge abzweigten. Zur Rechten gab es mehrere Türen zu den Nebengebäuden.
In jedem der Boxengänge gab es rechts und links je sieben Boxen, also insgesamt 56 Stück.
Geplant waren ursprünglich nur 50 Boxen, doch Mrs. Mason erklärte, daß es mit zwei identischen Gebäuden sogar noch weniger gekostet hatte, als wenn man eines der beiden Gebäude kürzer gebaut hätte.
Jede der Boxen war drei mal drei Meter groß und von der Nachbarbox mit einer zweieinhalb Meter hohen Holzwand getrennt. Die vordere Wand war nur eineinhalb Meter hoch und darüber befand sich ein etwa einen Meter hohes Gitter.
Gegenüber der Gangseite gab es eine Tür, deren obere Hälfte man getrennt öffnen konnte. Diese führte zu dem zu jeder Box gehörenden Außenpaddock der, wie auch die Boxen und die Gänge davor, mit schwarzen Matten aus Gummigranulat ausgestattet war. In den Boxen würde später Heu oder Stroh liegen und in den Paddocks das Sand-Sägemehlgemisch.
In jeder der Boxen gab es eine Liege, die man hoch klappen konnte und neben dem Eingangstor ein kleines Regal. An der Wand zum Gang hin gab es ein Panel mit Notrufknopf, einer Bedienung für eine Audioanlage, für die es kabellose Kopfhörer gab und einigen anderen Schaltern für Licht und Lüftung. An der Wand neben dem Regal gab es eine Klappe im Holz, deren Funktion Mara nicht erkennen konnte sowie eine Tränke.
Außerdem gab es in jeder Box eine Nasszelle, die man durch eine Tür, neben der zum Paddock, erreichen konnte.

Der Techniker führte, nachdem alle sich die Boxen angesehen hatten, die Funktion des Panels vor. Damit ließ sich auch diese Klappe öffnen, hinter der sich ein Bildschirm befand. Dieser konnte Bilder einiger Außenkameras anzeigen, man konnte sich im Netz einbuchen und sogar Filme ansehen. Alles wurde mit dem Panel bedient, dessen Schalter sehr groß und für die Bedienung mit Hufhandschuhen ausgelegt waren.

Die Boxen sah Mr. Wilkins sich nur stichprobenartig an, achtete dabei aber auf viele Details, von denen er wieder Bilder machte und etwas dazu schrieb.
Nachdem alle Funktionen, wie das Licht, die Rollblenden unter den Lichtbändern in der Decke und die Lautsprecher und Kameraanlage, die sich sowohl mit Hilfe von Pads und Comms als auch aus einem zentralen Überwachungsraum aus bedienen ließen, überprüft waren, ging es schließlich in die Nebengebäude.
Im ersten Nebengebäude gab es im Erdgeschoss eine voll ausgestattete Küche mitsamt Vorratslager und Kühlräumen, Waschräume und WCs und ein kleines Materiallager.
Im Obergeschoss gab es dann zwei große Wellnessbereiche und Aufenthaltsräume und im Dachgeschoss gab es mehrere Schlafräume mit mehreren Betten sowie einen Aufenthaltsraum mitsamt Küchenzeile.

Das Nebengebäude des zweiten Stalles war ähnlich ausgestattet, nur daß es hier statt der Küche einen Sanitätsbereich im Erdgeschoss gab. Im Obergeschoss gab es mehrere Büros und sogenannte Bereitschaftsräume sowie die Überwachungszentrale von der aus alles in den Ställen gesteuert und überwacht werden konnte und im Dachgeschoss gab es wieder Wohnräume, diese aber als Einzelzimmer mitsamt eigener Dusche ausgestattet.

Dann ging es in das vierstöckige Zwischengebäude, welches die beiden Ställe über einen langen Flur miteinander verband. Hier gab es auch zwei Treppenhäuser und Ausgänge zu beiden Seiten des Gebäudes hin.
Von den Ausgängen die nach links führten, erreichte man den Bereich zwischen den Ställen. Dieser konnte mit verschiedenen Stoff- und Folienbahnen überspannt werden, um ihn je nach Wetter anpassen zu können.

Im Zwischenbau selbst gab es eine große Umkleide und ein vollautomatisches Lager.
Mara verstand nicht ganz, wozu diese Umkleide überhaupt da war, was Sonja ihr erklärte.
Jemand, der als Pony als Gast her kam, konnte diesen Bereich als Mensch betreten, sich hier umziehen und ihn auf der anderen Seite als Pony verlassen. In dem Lager wurde dann entweder die Zivilkleidung oder die Ponyausrüstung gelagert, nachdem alles bei Bedarf gereinigt worden war.

Im ersten Obergeschoss des Zwischenbaus gab es noch eine Sattlerwerkstatt, eine Schneiderei und eine Wäscherei sowie ein Ausrüstungslager.
Das zweite Obergeschoss und das Dachgeschoss dienten, wie auch die Dachgeschosse der beiden Nebengebäude, als Wohnbereich für Betreuer und Trainer.
Aus den Fenstern des Dachgeschosses hatte man einen guten Ausblick über das gesamte Gelände, welches sich seit dem sie das letzte Mal hier gewesen waren, sehr verändert hatte. Durch die Bauweise aus Holz, welches gerade mit einer dunklen Holzschutzfarbe angestrichen wurden und die Ziegeldächer fügten sich die Gebäude gut in die hügelige Landschaft ein, die man von hier ebenfalls sehen konnte.

Unterbrochen durch ein ausgiebiges Mittagessen, welches wieder Mrs. Mason organisiert hatte, dauerte die Besichtigung der Ställe fast den ganzen Tag. Die Besichtigung des Longierplatzes und der zweiten Führanlage, die durch ein Wasserbecken führte, dauerte danach nur eine gute Stunde.

Obwohl, oder vielleicht auch gerade weil Mara sich den Tag über kaum bewegt oder angestrengt hatte, war sie schon während sie das Abendessen zubereitete ziemlich müde, so daß sie sich, nachdem sie den Tisch abgeräumt hatte, entschuldigte und nach oben ging, wo sie sich nach dem Umziehen ins Bett fallen ließ und schnell einschlief.
Daß Rebecca später nach oben kam, sich zu ihr legte und ihren Wecker ausschaltete, bekam sie nicht mehr mit.



[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 08.12.18 um 23:11 geändert
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:02.12.18 17:16 IP: gespeichert Moderator melden


@padis,

Zitat

Ich lese diese Geschichte seit April 2017 mit.
Fahre ich in Urlaub dann schaue ich immer, dass ich am Wochenende Internet-Anschluss habe, damit ich die neue Fortsetzung lesen kann. Habe ich mal eine schlechte Woche, Depressionen oder Stress auf der Arbeit, dann hilft mir deine Geschichte mich besser zu fühlen

Es freut mich, daß dir diese Geschichte so gefällt und dir hilft, dich besser zu fühlen.


Zitat

Ich bin ein Romantiker.
Schon seit einer längeren Zeit habe ich gehofft, dass sich die Beiden das Ja-Wort geben und letzten Sonntag habe ich zum ersten Mal vor Rührung geweint.

Ich muss zugeben, daß auch ich manchmal ziemlich romantisch veranlagt bin.
Beim Schreiben hatte ich schon des Öfteren Pipi in den Augen. Das erste Mal glaube ich, als Kira ihre Schwester in Frankfurt gesehen und dann doch verpasst hat. Das war noch in Teil 1. Seit dem passiert das gelegentlich immer mal wieder.



Zitat

ich hoffe, dass es nicht das Letzte war, was wir von dir hören.

Das das Ende dieser Geschichte nicht das Ende ist, hatte ich ja bereits geschrieben.
Eigentlich hatte ich ja eine ganz andere Geschichte geplant, aber aus irgend einem Grund dann doch fallen lassen. Also wird es hierzu eine Fortsetzung geben.

Ob die Fortsetzung direkt nach dem Ende hier folgt oder ob ich ein paar Wochen Vorlauf benötige, kann ich aber noch nicht sagen.


@all:

Ich hoffe, mit Teil 86 einen kleinen Vorgeschmack auf die Fortsetzung geben konnte und wünsche Allen einen schönen ersten Advent.


HeMaDo





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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:02.12.18 17:35 IP: gespeichert Moderator melden


Wieder sehr genial und detailreich beschrieben...- danke HeMaDo!
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*Gozar*
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Beiträge: 229

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:02.12.18 22:10 IP: gespeichert Moderator melden


Hi HeMaDo

Wie gewohnt von Dir eine Fortsetzung, die Dich,
wiedereinmal, in eine andere Liga schiebt!!!

Ich brenne vor Erwartung auf das Kommende.

Vielen Dank für Deine unermüdliche Arbeit!

Gruß Gozar
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:07.12.18 05:17 IP: gespeichert Moderator melden


Kann mich Gozar nur anschließen und vielen Dank für alles.
Danke an alle Autoren fürs schreiben ihrer Geschichten

Gruß truckercd
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