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Wölchen Volljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:07.12.18 08:55 IP: gespeichert Moderator melden


So schade es auch ist,das die Geschichte endet.So bringst du sie ja zu einen schönen Ende.
Außerdem geht sie ja so zu sagen laut deiner Aussage in einer weiteren weiter.
Ein neu Anfang hilft einen oft,eine Geschichte zu bereinigen.Um sie wieder zu straffen und übersichtlicher zu Sachen.Hatte selbst schon öfter mit den ganzen Namen zu tun gehabt.Wer da nun wer war.

Was ich toll an den beiden Neue Horizonte Geschichten finde ist,wie sich die Personen nach und nach Entwickeln und stärker werden.Diese Entwicklung ist auch logisch und schlüssig.

Auf alle Fälle freue ich mich darauf wie es weiter geht.

mfg Wölchen
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HeMaDo
Stamm-Gast

Nordhessen


Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  Neue Horizonte - 2 Teil 87 Datum:08.12.18 22:37 IP: gespeichert Moderator melden


87



Am nächsten Morgen wachte Mara auf, weil es im Zimmer recht hell wurde. Etwas verwirrt schaute sie auf ihr Comm und bemerkte, daß es bereits elf Uhr Vormittags war.
»Ach du scheiße«, rief sie aus, sprang aus dem Bett und ging ins Bad um sich zu waschen. Sie zog ihre Unterwäsche an und die Tunika darüber. Dann rief sie Rebecca an.
»Na, ausgeschlafen?«, meldete diese sich scheinbar amüsiert.
»Entschuldigung Herrin, ich habe den Wecker wohl nicht gehört.«
»Nein, wie denn auch? Ich habe ihn ausgestellt. Wenn du dich angezogen hast, dann geh in die Küche, da steht etwas zu Essen. Aber ich bezweifele, daß der Kaffee noch heiß ist. Und danach fährst du in die Stadt. Dein Board steht in der Küche. Ich wünsch dir viel Spaß und sei bitte um 20 Uhr wieder zurück«, sagte Rebecca.
»Ja, aber ich...«, weiter kam Mara nicht.
»Kein Aber. Das Protokoll nimmt Mrs. Masons Tochter auf. Also amüsier dich schön. Ich muss jetzt weiter machen. Wir sind gerade im Hotel und anscheinend gibt es hier ein Problem. Also bis heute Abend mein Schatz.« Mit diesen Worten beendete Rebecca das Gespräch und ließ Mara etwas verwirrt zurück.

Sie ging in die Küche und tatsächlich stand auf dem Tisch ein Teller, Brötchen und Aufschnitt sowie ein Ei. In einer Warmhaltekanne fand sie Kaffee.
Sie setzte sich und begann, zu frühstücken. Der Kaffee war tatsächlich nicht mehr heiß, aber noch warm genug um ihn trinken zu können.
Nachdem sie gegessen hatte, wollte sie alles weg räumen. Sie nahm den Teller und die Tasse, um sie in die Spülmaschine zu stellen, dabei fiel ihr ein Zettel auf, der unter dem Teller gelegen hatte.
»Finger weg! Das mache ich später«, stand auf diesem.
Sie stellte beides, Teller und Tasse, wieder auf den Tisch und sah sich um. Tatsächlich war bereits alles, bis auf ihr Geschirr, gespült oder in der Spülmaschine.

Neben der Tür fand sie ihr Longboard und die dazu gehörende Schutzkleidung.
Sie nahm diese und zog sie an. Als sie das Board nehmen und nach draußen gehen wollte, fasste sie an ihre Tunika, dort wo sich die Innentasche befand. Diese war allerdings leer.
Also ging sie noch einmal nach oben, um ihre Geldbörse, die sie vor drei Monaten von Rebecca bekommen hatte, zu holen. Sie steckte diese in die Innentasche und ging wieder nach unten.
Dort nahm sie ihr Board und trug es über den Hof, da dieser mit hellem Kies bedeckt war.

An der Schirrhalle stand das Gerüst, welches vorgestern noch bei der Trainingshalle gestanden hatte und neben diesem standen mehrere der Arbeiter und schauten zu ihr. Sie drehte sich um, als ihr jemand hinter her pfiff. Es war die selbe Frau, die ihr vorgestern ein zweifelhaftes Kompliment über ihre Unterwäsche gemacht hatte. »Na, wieder diese nette Unterwäsche an?«, fragte diese lautstark und die andern Arbeiter lachten.
Etwas verärgert ging Mara zu der Frau. Sie hatte vorgestern schon überlegt, wie sie dieser Frau eins auswischen konnte und hatte so gleich die passende Antwort parat. »Sicher doch. Und ihre? Ist ihr Schlüpfer noch trocken oder schon feucht?«, fragte sie wenig respektvoll. Die anderen Arbeiter fingen an zu lachen und schauten grinsend zu ihrer Kollegin.
»Noch nicht, aber jemand der so hübsch ist, wie du, kann das ja ändern«, gab die Frau schlagfertig zurück.
»Lieber nicht«, sagte Mara und überlegte Krampfhaft, was sie noch sagen konnte. Doch dann fiel es ihr ein. »Meine Unterwäsche ist rostfrei. Vielleicht sollten Sie sowas auch mal probieren«, sagte sie und klopfte mit dem Knöchel durch den Stoff der Tunika hindurch auf das Taillenband, so daß ein gedämpftes, metallisches Geräusch erklang.
Die Frau schaute entgeistert zu Mara. Diese drehte sich um und ließ die Frau einfach stehen. Sie hörte noch, wie die anderen Arbeiter erneut lachten, drehte sich aber erst um, als sie den Hof bereits verlassen hatte. Sie stellte ihr Board auf die Straße, stellte sich darauf und winkte der Frau zu, bevor sie grinsend los fuhr.

Sie fuhr die frisch asphaltierte Straße die zur Hauptstraße führte entlang. Diese war neu und noch perfekt glatt und ohne jedes Schlagloch, also überlegte sie nicht lange und schaltete den Antrieb ein. Immer schneller werdend fuhr sie die Straße entlang. Erst als sie kurz vor der Einmündung auf die Hauptstraße war, schaute sie auf ihr Comm und schaltete sofort den Antrieb aus. Wäre sie mit einem Auto so schnell gefahren, wäre sie wahrscheinlich längst im Straßengraben gelandet.
Wenige Meter, bevor es auf die Hauptstraße ging, stellte sie das Board quer. Da gerade kein Auto zu sehen war, ließ sie es dann weiter rollen und schaltete auf der Hauptstraße den Antrieb wieder ein.
Sie genoss den Fahrtwind und ging in den wenigen, weiten Kurven tief in die Hocke, wobei sie jedes Mal die Plastikstopper in den Handschuhen über den Asphalt schleifen ließ.
Bei der nächsten Kreuzung sah sie von rechts ein Auto kommen und fuhr langsamer. Erst als dieses vorbei gefahren war, beschleunigte sie wieder und bog nach links ab, auf die Straße die in die Stadt führte. Dabei kam sie dem Auto immer näher, doch als sie das Ortsschild passierte, wurde sie langsamer, da es ab hier stetig Berg auf ging.

Sie fuhr nun gemütlich weiter und sah sich ein wenig um, was sie im Auto noch nie getan hatte.
Zu ihrer Rechten sah sie eine Kirche, die sie zuvor noch nicht bewusst wahrgenommen hatte und fragte sich, was diese jetzt wohl beherbergen würde.
Sie fuhr weiter die Straße hinauf. Rechts standen mehrere zweistöckige Reihenhäuser, die bereits zu der Zeit, als es noch einen König in England gab, stammen mochten. Als die Straße eine leichte Linkskurve machte, sah sie zur Linken eine Tankstelle. Vor dieser stand eine Frau mit Tunika, auf einem Besen gestützt und unterhielt sich mit einem älteren Mann.
Als sie diese Frau erkannte, überlegte sie nicht lange und fuhr auf das Gelände der Tankstelle. Der ältere Mann hatte sich offenbar gerade verabschiedet und ging nun die Straße hinauf.

»Hallo, Gas, Strom oder was altmodisches?«, fragte die Frau, als Mara vor ihr stehen blieb.
»Hallo Diana«, sagte Mara und nahm ihren Helm ab.
»Kennen wir uns?«, fragte diese erstaunt. Doch als sie Mara erkannte, ließ sie den Besen fallen und umarmte sie herzlich. »Hallo Mara, schön dich mal wieder zu sehen«, sagte sie fröhlich. »Was machst du denn um diese Jahreszeit hier? Macht ihr Urlaub?«
Mara zog sich die Handschuhe aus und steckte sie unter den Gürtel ihrer Tunika. »Nein, Urlaub ist das wohl nicht. Herrin Rebecca und Sonja, Charlotte und Frau Kroll sind hier wegen der Bauabnahme auf der Farm«, erklärte Mara.
»Verstehe«, sagte Diana. »Dann wirst du wohl nicht länger bleiben oder?«
»Eigentlich wollen wir erst am Samstag zurück fliegen«, antwortete Mara.
»Farm?«, fragte eine Männerstimme hinter ihnen. Mara drehte sich um und sah einen Mann in der Tür der Tankstelle stehen. Er hatte sich in den Rahmen gelehnt und hatte eine dampfende Tasse in der Hand, aus der er gerade einen Schluck trank.
Diana wandte sich dem Mann zu und knickste. »Das ist Mara, wir haben uns vor zwei Jahren auf dem Fest kennen gelernt. Ihrer Herrin gehört die alte Winther-Farm. Mara, das ist Collin, entschuldige, Mr. Galen, mein Herr«, stellte Diana die Beiden einander vor.
»Freut mich, Sie kennen zu lernen«, sagte Mara und knickste ebenfalls.
»Die Winther-Farm? Hab da ein paar Mal was hin gebracht. Scheint ja was ganz großes zu werden«, sagte der Mann. »Riesige Reithalle und Ställe und so.«
»Ja, das wird ein Gut für Ponys«, sagte Mara.
»Ponys?« Dianas Herr sah sie reichlich verwundert an.
»Ja mein Herr, Ponys. Die, die so tun als ob sie welche sind«, sagte Diana.
Nun hellte sich die Miene des Mannes etwas auf. »Ach so, verstehe. Für Pferde und so gibt’s hier ja schon genug. Dann bin ich ja mal gespannt, was das wird.«
Diana kicherte. »Ja, mal sehen«, sagte sie. »Hast du etwas dagegen, wenn ich mit Mara in die Fasgadh gehe?«
»Nein, mach nur. Aber denk dran, heut Abend kommen meine Eltern. Hab den Kuchen schon im Ofen«, sagte Dianas Herr. »Lass mich mit den Beiden bitte nicht zu lange alleine.«
»Keine Sorge. Ich bin rechtzeitig zurück«, sagte Diana. Sie stellte den Besen an die Wand des Gebäudes und nahm ein Fahrrad, welches dort lehnte.
»Winther… Wenn Ihrer Herrin die Winther-Farm gehört, hat sie vielleicht etwas mit der alten Liz zu tun?«, fragte Dianas Herr.
»Liz?«, fragte Mara.
»Elisabeth Winther. Hier haben sie alle nur Liz genannt«, erklärte Diana.
»Ah«, sagte Mara verstehend. »Ja, das war ihre Großtante.«
»War eine nette alte Lady, die alte Liz. Ist bis kurz vorm Ende jeden Freitag hier vorbei gekommen und hat ihren alten Bentley waschen lassen und voll getankt. Hab ihn immer noch in der Garage stehen. Schön zu gedeckt mit ’ner Plane. Sie hat ihn mir hinterlassen, aber ich trau mich nicht, den zu fahren. Ich hab noch nie ein Auto mit Benzinmotor gefahren. Sie hat vielen hier im Ort was vermacht. Meistens Kleinigkeiten. Reverend Michaels hat sie die beiden Löwen vermacht, die sie im Vorgarten stehen hatte. Stehen jetzt vorne am Eingang zur Kirche. Sie hat immer davon geredet, die Farm zu renovieren und zu verpachten. Ich glaub, das hat ihr ganz schön zu schaffen gemacht, daß die so runter gekommen ist. Genau wie das Schloss. Aber das sieht ja jetzt alles richtig gut aus. Hat sie also doch noch bekommen, was sie wollte, die alte Liz. Naja, wünsche euch viel Spaß. Bis nachher Diana.« Dianas Herr prostete ihnen mit der Tasse zu und ging zurück in das Tankstellengebäude.

»Sie war wohl sehr beliebt?«, fragte Mara, während sie Helm und Handschuhe wieder anzog.
»Mrs. Winther? Ja, ich hab sie kennen gelernt, als Collin, Entschuldigung, er möchte nicht, daß ich ihn Herr nenne, kurz nachdem ich zu ihm gekommen bin. Sie war eine nette, alte Lady. Ich glaube wirklich, ihr hätte gefallen, daß die Farm jetzt wieder so schön aussieht. Sie hat, als sie klein war, da gewohnt«, erzählte Diana. »Komm, lass uns los. Aber vorher sag ich den Anderen Bescheid.«
Sie nahm ein Comm aus der Tasche und tippte eine Nachricht. Dann setzte sie sich auf ihr Fahrrad und fuhr los.
Mara stellte sich auf ihr Board und fuhr neben Diana her durch die Stadt.
Während Mara sich mit ihrem Board kaum anstrengen musste, musste Diana sich auf ihrem Fahrrad ziemlich abstrampeln, um den Berg hinauf zu kommen. Mara ließ sich etwas zurückfallen, legte ihr die Hand auf den Rücken und schob sie, bis sie am Uhrenturm mitten in der Stadt angekommen waren.
Ab da fuhr Diana weiter vor, an einer Schule vorbei in der die Kinder anscheinend gerade Pause hatten bis zu einer Feuerwache, die im Gegensatz zu den überwiegend historisch aussehenden Gebäuden, sehr modern war und bogen dort ab, bis sie an die Kirche kamen, neben der sich das Café befand.
Sie nahm das Board unter den Arm und folgte Diana in das Café. Dort stand Antjes Herrin hinter dem Tresen und begrüßte Diana herzlich.
»Dich hab ich aber auch schon mal gesehen«, sagte sie zu Mara.
»Ja, Mara war vor zwei Jahren schon mal hier. Auf dem Stadtfest«, erklärte Diana.
»Ach ja, richtig. Deiner Herrin gehört die Winther Destille und die Farm, oder?«
»Ja Miss«, sagte Mara und knickste.
Die Frau lachte und deutete auf die Tür hinter dem Tresen. »Antje ist schon drinne. Sie hat gesagt, Kendra kommt auch balde. Möchtet ihr Kaffee und Kuchen?«
»Gerne Mrs. Blake«, sagte Diana und schob Mara durch die Tür in den kleinen Raum hinein, der mit allerlei gebrauchten Möbeln vollgestopft war. An der Wand hingen noch immer viele Bilder.
Auf einem der Sofas saß Antje. Sie sprang auf, als Diana und Mara herein kamen und begrüßte beide stürmisch.
Mara stellte ihr Board an die Kommode und zog ihre Ausrüstung aus, die sie auf die Kommode legte.
»Sag mal, ist das nicht etwas übertrieben, das ganze Zeug?«, fragte Diana und deutete auf die ganzen Sachen, die Mara auszog.
Mara zuckte mit den Schultern und setzte sich auf einen freien Platz. »Vielleicht. Aber Herrin Rebecca will das so. Sie hat Angst, daß mir was passiert. Und irgendwie macht es auch mehr Spaß, wenn man weiß, daß nicht so viel passieren kann.«
»Wer kauft jemandem bloß so ein Höllengerät?«, fragte Antje und deutete auf Maras Board.
»Das hat Herrin Rebecca mir letztes Jahr zum Neujahrsfest geschenkt«, sagte Mara empört.
»Kannst du damit eigentlich auch richtig schnell fahren oder geht das nur mit dem Motor?«, wollte Diana wissen.
Mara hob ihren Arm und schaute auf ihr Comm. »Also auf der Hauptstraße bin ich vorhin ein bisschen Schneller gefahren«, sagte sie und zeigte Diana ihr Comm, auf dem ihre Höchstgeschwindigkeit stand.
»Na, kein Wunder, daß du das alles anziehen musst«, sagte diese grinsend.
»Komm, lass mich auch mal sehen«, sagte Antje.
Als Mara ihr das Comm zeigen wollte, klopfte es zaghaft an der Tür.
»Komm rein Wenda«, rief Diana und sah zur Tür.
»Was gibt es denn, daß du uns gerufen hast?«, fragte die Frau, die gerade herein kam. Obwohl sie sicher einen halben Kopf größer war als Mara, machte sie den Eindruck, sich so klein wie möglich machen zu wollen, als sie Mara sah.
»Ach du Schande, an dich hab ich gar nicht gedacht. Tut mir leid. Eigentlich wollte ich nur Antje und Kendra Bescheid sagen. Na, egal, so kommst du wenigstens auch mal raus«, sagte Diana entschuldigend zu der Frau. Ihre Haare sahen genauso aus wie Maras, Kupferrot, lang und lockig.
»Soll ich wieder gehen?«, fragte die Frau schüchtern.
»Blödsinn. Setz dich«, sagte Antje und deutete auf einen freien Platz. »Wenda, das ist Mara, Ihrer Herrin gehört die Winther-Destille und die Winther-Farm. Mara, das ist Wenda. Ihre Herrin ist Miss Jones, sie ist Lehrerin an der Grundschule hier.«
Mara und Wenda begrüßten sich mit einem Handschlag und setzten sich wieder, als die Tür aufgestoßen wurde und Kendra herein kam. Sie hatte ein Tablett mit Tassen und einem ganzen Kuchen dabei, das sie auf den Tisch stellte. Ohne zu grüßen, setzte sie sich neben Wenda. »Wer ist gestorben?«, fragte sie statt dessen.
Diana lachte. »Niemand. Daß du immer an das Schlimmste denken musst. Du erinnerst dich an Mara?«
Kendra sah auf und hob die Hand. »Natürlich nicht. Ist ja schon fast zwei Jahre her. Ich kann mir Gesichter und Personen einfach nie merken«, sagte sie mit einem vor Ironie triefenden Unterton. »Hallo Mara.«
»Hallo Kendra«, sagte Mara amüsiert und hob die Hand ebenfalls zum Gruß.
»Bleibst du länger hier? Und was gibt’s neues?«, fragte sie an Mara gewandt.
»Nur diese Woche. Aber ich glaube, ich werde in Zukunft öfter hier sein, wenn die Farm eröffnet wird. Und was es neues gibt...« Statt etwas zu sagen, legte sie mit einem breiten Grinsen die linke Hand auf den Tisch.

Die vier schauten auf Maras Hand und schienen nicht ganz zu verstehen. Es war Antje, die als erste begeistert aufschrie. »Du und deine Herrin?«, fragte sie, worauf hin Mara grinsend nickte. Nun stieß auch Diana einen begeisterten Schrei aus und gratulierte Mara.
Als sie sich etwas beruhigt hatten, bewunderten alle eingehend den Ring mit dem Brillanten und Mara musste haarklein von dem doppelten Antrag erzählen, was Diana und Antje zum Lachen brachte. Kendra gratulierte Mara nun auch fröhlich, während Wenda laut seufzte.
»Was hast du denn?«, fragte Kendra sie.
»Ich wünschte, sie würde das auch machen«, sagte Wenda leise.
»Was? Darla? Du bist jetzt fast ein ganzes Jahr bei ihr und hast dich bis jetzt doch noch nicht mal getraut, zu ihr ins Schlafzimmer zu gehen«, sagte Kendra trocken, worauf hin Antje und Diana anfingen zu kichern. »Warum sollte sie dir da einen Antrag machen. Viel wahrscheinlicher ist doch, daß sie dich zurück bringt nach London, wenn du nicht endlich mal den Anfang machst.«
»Doch, war ich«, sagte Wenda. Obwohl sie ziemlich leise sprach, war deutlich der Trotz in ihrer Stimme zu hören.
»Was? Wann?«, fragten Antje und Diana fast gleichzeitig und schauten sie begeistert an.
»Vorgestern«, sagte Wenda leise.
»Los, erzähl endlich. Wie war es? Was habt ihr gemacht? Ich will alles wissen«, sagte Antje eindringlich.
»Es war schön«, sagte Wenda mit einem verlegenen Grinsen im Gesicht. »Und gestern Morgen hat sie mich gefragt, ob ich nicht bei ihr bleiben möchte, also ob ich jeden Abend in ihrem Zimmer schlafen will meine ich.«
»Und?«, fragte Antje neugierig.
»Ich habe ja gesagt.«
Antje und Diana kicherten und klatschten begeistert, während Kendra sich an Mara wandte. »Erzähl, was gibt es denn bei dir außer deiner Verlobung neues?«
Mara musste überlegen, was alles passiert war, nachdem sie das erste Mal hier gewesen war. Sie erzählte von Larissas Hochzeit und dem Jungesellinnenabschied, von dem Konzert auf Horizons, bei dem sie sogar Autogramme von der Band bekommen hatte, der Wette mit Miss Isabella und dem darauf folgenden, missglückten Wettbewerb zwischen ihnen beiden, von Silke, die während ihres Probemonats bei ihr und Rebecca gewesen war, ihrem ersten Turnier als Sunrise und den Preisen, die sie seitdem schon gewonnen hatte, ihren Flugstunden, daß sie nun als Rebeccas Sekretärin eingesetzt war und natürlich von der bevorstehenden Doppelhochzeit. Im Nachhinein betrachtet waren das schon sehr ereignisreiche zwei Jahre gewesen, stellte sie dabei fest und fragte sich, was wohl noch alles passieren würde.

»Na, da hast du ja einiges erlebt. Das aufregendste, was hier passiert ist, war das Feuer in Mrs. Potters Haus und die Bauarbeiten auf eurer Farm«, sagte Kendra lachend. »Ich weiß gerade nicht, ob ich dich beneiden soll oder nicht. Auf jeden Fall ist mein Leben viel ruhiger.«
Mara sah sie an und musste ebenfalls lachen.

Die fünf unterhielten sich eine ganze Weile, bis Wendas Comm sich meldete und sie gehen musste. Auch Diana musste kurz darauf gehen. Mit Antje, die gelegentlich im Café aushelfen musste und Kendra redete Mara noch lange, bis sie selbst zurück musste.
Sie zog sich ihre Schutzausrüstung an und fuhr zurück zur Farm. Als sie diese erreichte, sah sie das gebogene Schild über dem Eingang schon von weitem, da es von mehreren Strahlern hell angestrahlt war. Auf dem Bogen aus hellem Holz prangte in geschwungenen Lettern der Schriftzug ’achadh uaine’. Recht daneben ein Kreis in dem sich die Lettern A und U befanden und auf der linken Seite ebenfalls ein Kreis mit den Lettern R und W. In dem Zeichen auf der linken Seite erkannte sie das Brandzeichen wieder, welches damals auf der Vorstellung der Fellanzüge benutzt wurde, also musste das rechts das Brandzeichen der Farm sein.
Sie stieg von ihrem Board und da sie noch eine halbe Stunde Zeit hatte, schlenderte sie etwas über das hell erleuchtete Gelände um sich ein wenig umzusehen. Zwar hatte sie alles außer dem Hotel bereits gestern und vorgestern gesehen, doch dabei hatte sie ihre Aufmerksamkeit meist auf die vielen Details gerichtet, die sie für den Sachverständigen aufnehmen sollte, als auf das Ganze. Ohne viel nachzudenken ging sie zu dem ersten Stall. Die Tür war nicht verschlossen und obwohl es bereits recht spät war, hörte sie dort Stimmen. Sie fragte sich, wer das wohl sein mochte und folgte diesen. In dem zweiten Boxengang sah sie Rebecca und Emylia stehen, die in jeweils eine der Boxen schauten und sich lachend unterhielten.
Sie räusperte sich, um auf sich aufmerksam zu machen, dann betrat sie den Gang.
»Hallo mein Schatz«, sagte Rebecca und hielt ihr den Arm hin. Mara trat zu ihr, knickste und ließ sich von ihr in die Arme nehmen.
»Was meinst du? Sollen wir die Beiden über Nacht da drinne lassen?«, fragte Rebecca und deutete in die Box in der Charlotte stand und Rebecca verärgert an schaute.
»Ich glaube wohl, es hakt!«, sagte Charlotte. Die Boxen sind schön, ja, aber erstens, bleibe ich wenn dann nur als Holly über Nacht hier drinne und zweitens im Moment schon mal gar nicht. Außerdem, wie willst du mich denn daran hindern, einfach über die Tür zu steigen?«
»Na, das will ich sehen«, sagte Emylia, die nun ebenfalls zu Charlotte schaute.
»Nichts leichter als das«, sagte Charlotte. Sie ging zum hinteren Ende der Box, nahm Anlauf und sprang an das Gitter, welches die obere Hälfte der Tür bildete. Dort klammerte sie sich fest und stützte sich mit dem Stiefel am Holz der unteren Hälfte ab, während sie sich an den senkrechten Stangen des Geländers versuchte nach oben zu ziehen.
»Was bedeutet denn die gelbe Lampe da?«, fragte Mara und deutete auf die leuchtende Fläche die sich außen neben der Tür befand.
In diesem Moment schrie Charlotte auf und stieß sich mit den Füßen von der Tür ab. Sie landete gut einen Meter von der Tür entfernt auf dem Boden und schaute Rebecca nun recht verärgert an, doch diese und auch Emylia fingen an zu lachen.
»Tja, diese Lampe bedeutet, daß das Weidezaungerät angeschaltet ist, das mit dem Gitter verbunden ist. Und das hat Charlotte gerade herausgefunden«, sagte Rebecca, noch immer lachend.
»Ja, ich gebe zu, daß diese Boxen sicher sind. Hier wird man sicher auch ein Pony wie Sunrise nicht so leicht verlieren, wenn nicht jemand die Tür offen lässt oder jemand sie einfach heraus holt und an eine Kutsche anspannt, an die es gar nicht gehört«, sagte sie und schaute grimmig zu Mara.
»Ich wollte doch nur sehen, was in dieser Box war«, sagte Mara mit Unschuldsmiene. »Daß die Betreuerin mich an die Kutsche gespannt hat, dafür kann ich doch nichts. Und wenn jemand die Box offen lässt, dann ist es doch auch nicht meine Schuld.«
»Du hättest einfach in deiner Box bleiben können, anstatt raus zu gehen. Aber egal, sowas«, Charlotte deutete auf die Gitter »finde ich überhaupt nicht gut, egal ob auf einer Weide oder im Stall.«
Rebecca öffnete die Tür und ließ Charlotte heraus. »Ja, vielleicht war das ein wenig übertrieben. Aber die Firma, die die Technik für die Ställe gebaut hat, hat mir versichert, daß das absolut ungefährlich ist. Und bestellt habe ich das auch nicht explizit. Ich habe denen nur gesagt, daß sie die übliche Technik einbauen sollen. Anscheinend gehört das auch dazu.«
»Was ist das für eine Firma? Baut die etwa Ställe für echte Pferde?«, wollte Charlotte wissen.
»Ja, wieso fragst du?«
Charlotte ließ die Schultern hängen und sah Rebecca an. »Für sehr schwierige Pferde ist sowas sogar erlaubt, damit die nicht abhauen können. Aber da muss ein Tierarzt seine Zustimmung geben. Ich wüsste nicht, daß sowas in jede Box eingebaut werden darf.«
»Ich vermute mal, raus reißen kann man das nicht so einfach, aber wahrscheinlich kann man die Geräte, die den Strom erzeugen ausbauen oder zumindest abklemmen. Ich rede morgen mal mit der Firma«, sagte Rebecca und wandte sich zum Ausgang.
Mara, Charlotte und Emylia folgten ihr.

»Hey, was ist mit mir? Ihr könnt mich doch nicht so einfach hier drinne lassen«, rief Sonja aus der anderen Box heraus.
»Entschuldige, dich habe ich ganz vergessen«, sagte Rebecca und ging zurück um die Box in der Sonja stand, zu öffnen.
»Ja ja, vergessen, schon klar«, sagte Sonja beleidigt und folgte ihnen ins Haupthaus.
Dort wollte Mara Abendessen machen, doch Rebecca sagte, daß sie in ein Restaurant gehen wollten.
Alle gingen noch mal nach oben auf ihre Zimmer und machten sich frisch, dann fuhren sie in die Stadt um dort in einem Restaurant zu essen.

Nachdem sie sehr gut gegessen hatten, verließen sie das Restaurant und wollten wieder zum Auto gehen. Doch auf dem Weg dort hin deutete Emylia auf einen Pub. »Kommt, wir trinken noch was«, sagt sie und ging in den Pub. Notgedrungen folgten die Anderen ihr. Emylia stand bereits an der Theke und bestellte fünf Pint.
Der Wirt stellte diese auf der Theke ab und die Fünf nahmen ihr Bier. Sie setzten sich an einen der Tische und prosteten sich zu. Mara schaute Rebecca allerdings an und erst, als diese zustimmend nickte, trank Mara.
Viel Betrieb herrschte in dem recht großen Laden nicht. Der meiste Betrieb fand um das Dartboard und den Billardtisch herum statt. Doch auch am Nebentisch saßen einige Leute und unterhielten sich lautstark über ihre Arbeit, die neusten Sportergebnisse und Neuigkeiten aus der Gegend und der Welt.

Nachdem sie mehrere Runden Ale getrunken hatten, bestellte Rebecca ein Taxi, um zurück zur Farm zu kommen. Da es bereits recht spät war, gingen alle sofort in ihre Zimmer.
Nachdem Rebecca im Badezimmer war und bereits im Nachthemd heraus kam, ging auch Mara sich noch einmal frisch machen.
Sie hatte ihr Nachthemd im Bett liegen, weshalb sie nur mit ihrem Gürtel bekleidet heraus kam.
»Sag mal, was hältst du denn davon, den Gürtel abzulegen?«, fragte Rebecca, während Mara ihr Nachthemd anzog.
Mara sah sie an und grinste verlegen. »Gerne Herrin«, sagte sie. Sie stellte sich neben das Bett, zog das Nachthemd wieder aus, nahm die Arme in den Nacken und stellte die Beine auseinander.
Rebecca schaute sie einen Moment lang an und kicherte dann. »So meinte ich das eigentlich nicht.«
»Wie meinst du es denn?«, hakte Mara nach, ohne ihre Position zu verändern.
»Na ja, in dreieinhalb Monaten heiraten wir. Wie wäre es denn, wenn du ihn nicht mehr anziehst?«
»Was?«, fragte Mara erschrocken. »Du meinst, ihn gar nicht mehr anziehen?«
»Ja, warum denn nicht?«
»Wenn du das so möchtest, dann mache ich das Herrin.« Mara sah Rebecca ernst an.
»Das habe ich nicht gefragt. Ich möchte wissen, ob du ihn weiter tragen möchtest.«
»Du trägst deinen Gürtel doch auch, obwohl du das gar nicht müsstest«, sagte Mara.
»Das ist… Nein, das ist nichts anderes«, korrigierte sich Rebecca. »Warum trägst du den Gürtel?«
Diese Frage hatte Mara sich nicht nur einmal gestellt und so kam ihre Antwort schneller, als Rebecca das erwartet hätte: »Ich trage ihn für dich Herrin und ich trage ihn gerne Herrin. Weil er mir zeigt, daß ich dir gehöre«, sagte sie und Stolz schwang in ihrer Stimme mit.

Rebecca lächelte und zog Mara zu sich ins Bett. Sie drückte Mara an den Schultern auf die Matratze und beugte sich über sie. Ihr Bein wanderte zwischen Maras Beine und sie drückte mit dem Knie gegen Maras Gürtel. »Aber jetzt möchte ich doch, daß du ihn ablegst«, sagte sie, nahm das Band mit dem Schlüssel vom Hals und öffnete Maras Gürtel.
Mara wollte sich erheben, doch Rebecca legte die Hand auf ihr Brustbein und drückte sie zurück auf die Matratze. Sie nahm ihr den Gürtel ab und legte in neben das Bett. Dann beugte sie sich über Mara und ihr Gesicht kam dem Maras immer näher, bis ihre Lippen sich trafen.

Maras Stöhnen, als Rebeccas Hand zwischen ihre Beine wanderte, verklang ungehört in Rebeccas Mund.

- - -

»Wie war es denn in Schottland?« Isabella grinste anzüglich.
Doch Emylia ging darauf gar nicht ein. »Es war nett«, sagte sie lediglich.
»Nett? Ich gehe jede Wette ein, daß du mindestens ein ganzes Fass Whisky mitgebracht hast.«
»Übertreib es mal nicht«, sagte Emylia beleidigt. Dann sah sie sich kurz um und flüsterte: »Es waren nur zehn Kisten.«
»Sowas hab ich mir schon gedacht«, sagte Isabella »Dann freue ich mich ja schon auf eine ausgiebige Verkostung.«
»Du willst mir doch bloß mein Lebenswasser weg trinken. Das kannst du vergessen.« Emylia grinste frech und als Isabella ein etwas enttäuschtes Gesicht machte fügte sie hinzu: »Aber ich habe mit einigen Destillen Lieferverträge abgeschlossen. Und im Sommer wird es im Besucherzentrum eine Whiskyprobe geben. Und zwar als Eröffnung für einen sehr exklusiven Whiskyshop mit Restaurant und einigen Zimmern zur Übernachtung.«
»Ein Whiskyshop? Hier auf Horizons?«, fragte Isabella. »Willst du jetzt in das Spirituosengeschäft einsteigen?«
»Klar, warum denn nicht? Und der Shop wird nicht mehr auf dem Gelände sein. Das Besucherzentrum liegt sowieso ganz am Rand, oben bei der Flussbühne. Der Zaun, der jetzt vor dem Besucherzentrum lang läuft, wird verlegt und der Weg, der jetzt dahinter verläuft, wird zur Straße ausgebaut, damit die Ringstraße nicht unterbrochen ist.«
»Verstehe. Dann viel Glück dabei. Aber wehe, ich werde zu der Eröffnung nicht eingeladen«, sagte Isabella und prostete Emylia mit der Kaffeetasse zu. »Aber können wir jetzt bitte mal wieder zum Thema kommen? Immerhin haben wir nur noch dreieinhalb Monate Zeit.«
»Klar doch. Das Schloss habe ich für den Tag schon reserviert und das Catering ist auch schon mal vorgewarnt. Also, was machen wir zu erst? Das Essen, die Blumen, die Kleider, die Musik, den Jungesellinnenabschied oder was?«
Isabella nahm eines der Pads und tippte kurz darauf herum. »Also ich habe hier noch was. Die Fahrt vom Schloss ins Zentrum. Diese Sonja war bei mir und hat darauf bestanden, daß sie für Mara und Rebecca die Fahrt organisieren wollen. Sie hat was von einer Kutsche geredet.«
»Hmm, und was ist mit Johanna und Larissa? Sollen die laufen oder bekommen sie auch eine Kutsche?«, fragte Emylia.
»Ich weiß nicht, wie Johannas Familie darauf reagieren würde. Außerdem weiß ich nicht, wie viele Ponys Sonja hat. Sie hat gesagt, zehn müssen es für eine Kutsche schon sein.«
»Ok, setzen wir das auf die Liste mit den Dingen die noch geklärt werden müssen. Ich werde Johanna fragen, ob sie das angemessen findet und Sonja frage ich, ob sie eventuell auch zwei Gespanne zusammen bekommt.« Emylia schrieb diesen Punkt auf die Liste und machte ein Fragezeichen dahinter.

»Gut. Dann hab ich hier noch etwas wichtiges. Larissas Familie.« Emylia zeigte auf den Punkt auf der Liste. »Wie viele werden denn von ihrer Familie kommen? Zwanzig? Dreißig?«
»Gar keiner«, sagte Isabella ernst.
»Wie jetzt? Gar keiner? Willst du mich auf den Arm nehmen?«
Isabella schüttelte den Kopf. »Frida hat Larissa gefragt. Anscheinend hat sich ihre Familie nicht gerade durch übertriebene Fürsorge ihr gegenüber hervor getan. Die Einzigen, die sie gerne dabei hätte, sind ihre Großeltern, aber von denen habe ich weder eine Adresse noch eine Nummer unter der wir sie erreichen könnten. Die sind anscheinend kurz nachdem Larissa an die Schule gekommen ist, umgezogen und Larissas Eltern will ich gar nicht erst damit behelligen.«
»Was ist denn mit ihren Eltern?«, fragte Emylia erstaunt.
»Hat Johanna dir das nicht erzählt? Vor zwei Jahren hatte sie die Beiden auf Larissas Geburtstag eingeladen. Aber keine Stunde später hat sie sie vom Wachdienst wieder raus werfen lassen. Was da genau vorgefallen ist, weiß ich auch nicht, aber anscheinend war das Einzige, was sie von sich gegeben haben, Beleidigungen und Vorwürfe Larissa gegenüber«, erzählte Isabella.
»Meinst du, sie würde sich freuen, wenn ihre Großeltern kommen würden?«, hakte Emylia nach.
»Keine Ahnung, aber in der Schule hat sie mir mal erzählt, daß die Einzigen, die sie vermisst, ihre Großeltern sind. Sie hat mir zwar noch was von einem Freund erzählt, aber ich glaube, wenn der kommen würde, würde das eher unter die Kategorie ’peinliche Vorfälle’ fallen.« Isabella hob kurz die Schultern.
»Wie meinst du das denn?«, wollte Emylia wissen.
»Wie hätte Dana es gefunden, wenn Rebecca oder ich auf eurer Hochzeit aufgetaucht wären?«
»Sie wäre vermutlich nicht besonders erfreut gewesen«, sagte Emylia und ihre Miene zeigte, daß sie verstand, was Isabella meinte. »Oh ja, das wäre wohl nicht sonderlich angebracht.«

»Ok, ich versuche, die Großeltern ausfindig zu machen. Dann zu dem Punkt, der wohl am dringendsten ist. Die Kleider.« Emylia holte einen Stapel Bilder aus ihrem altmodischen Aktenkoffer und legte diese auf den Tisch. »Johanna möchte gerne in Weiß heiraten. Mara und Larissa sowieso. Wie sieht es mit Rebecca aus?«
»Ich denke, das sollten wir mit den Vieren zusammen besprechen. Rebecca hat schon gesagt, für sie kommt kein Brautkleid in Frage.«
»Schade«, sagte Emylia mit ehrlichem Bedauern. »Das hätte sicher toll ausgesehen, alle Vier in weißen Kleidern. Aber da sprech du noch mal mit ihr. Sie soll sich was aussuchen und wir planen das dann zusammen mit Vivian und Frida. Wo sind die Beiden eigentlich? Sollten wir das nicht mit den Beiden zusammen machen?«
»Die Beiden sind im Bistro und planen irgend was. Ich rufe sie mal her.« Isabella nahm ihr Comm und schrieb Frida eine Nachricht.
»Was planen die denn? Und vor allem, was planen sie ohne uns?«, fragte Emylia.
»Ich glaube, den Jungesellinnenabschied von Larissa und Mara.«
»Hmm, das sollten wir dann wohl auch balde mal angehen. Aber zuerst lass uns mal wegen der Kleider mit den Beiden sprechen«, meinte Emylia.

-

»Ja, ich glaube dir ja, daß dir das Wochenende im Freizeitpark Spaß gemacht hat, aber ich denke nicht, daß wir das wiederholen sollten«, sagte Frida.
Vivian nickte und deutete auf eine Liste, die sie begonnen hatte.
Frida las sich diese durch. »Ich fürchte, Maras Schwester kannst du wieder streichen.«
Vivian sah Frida verwirrt an und gestikulierte ein ’Wieso?’
»Wieso? Weil ich aus sicherer Quelle weiß, das Kira in der Schule ist. Die Versteigerung findet in nicht mal einem Monat statt, also wird Kira wohl sicher nicht mehr hier sein.«
Vivian gestikulierte etwas und sah Frida fragend an.
»Nein, glücklich wird Mara darüber sicher nicht sein. Aber das werden wir nicht ändern können.«
Erneut gestikulierte Vivian, dieses Mal etwas länger.
»Nein, ich denke nicht, das Herrin Isabella das verschieben wird. Auch nicht für Mara.«
Vivian machte ein trauriges Gesicht.
»Mir tut das auch leid für Mara, aber das lässt sich nicht mehr ändern. Am Besten fragst du mal ihre Eltern nach ihren Schulfreunden. Da gibt es ein paar, mit denen sie noch regelmäßig Kontakt hat.«
’Und was ist mit Larissa?’, fragte Vivian.
»Was soll mit ihr sein. Ich werde auf jeden Fall Kim, Georgia, Chris und Lena fragen. Und wenn ich sie erreiche, fragte ich auch Caro und Mandy. Aber da bin ich mir nicht so sicher, daß sie das überhaupt wollen. Schulfreunde oder sowas habe ich schon versucht, ausfindig zu machen. Aber das ist schwierig, denn ihre Eltern kann ich kaum fragen. Aber ich habe Larissas Großeltern gefunden und sie eingeladen. Zu denen hatte sie, soviel sie in der Schule erzählt hat, immer ein gutes Verhältnis und die Beiden haben schon zugesagt, daß sie gerne kommen werden.«
’Ihre Großeltern sollen mit auf den Jungesellinnenabschied kommen’, fragte Vivian verwirrt.
»Was?« auch Frida war nur etwas verwirrt. »Nein, natürlich nicht, aber auf die Hochzeit sollen sie kommen.«
Vivian nickte grinsend. ’Das macht Sinn’, gestikulierte sie.
»Eben. Und jetzt lass uns mal was für den Jungesellinnenabschied überlegen«, sagte Frida und nahm ein Pad um im Netz nach passenden Ideen zu suchen. Vivian nickte und tat es ihr gleich.

»Ich hab’s«, rief Frida laut aus, so daß einige der anderen Gäste des Bistros erstaunt zu ihr schauten und Vivian vor Schreck ihr Pad fallen ließ.
»Entschuldigung«, sagte Frida und schrieb etwas auf ihrem Pad, welches sie dann Vivian zeigte, die, beide Daumen hebend und breit grinsend, ihre Zustimmung signalisierte.

Die Beiden arbeiteten einen Ablauf aus und vergingen sich dann in Details.
’Moment mal, wer soll das denn alles bezahlen?’, fragte Vivian.
»Kein Problem. Das Meiste kostet nicht viel und ich kenne ein Hotel, in dem wir übernachten können, wo es uns kaum etwas kostet. Da können wir wenn es sein muss, sogar eine ganze Etage mieten. Aber dann wird das nichts mit der Limousine. Da müssten wir fliegen.«
’Eine ganze Etage in einem Hotel, die nicht viel kostet? Das kann doch nur eine billige Absteige sein. Ich wusste gar nicht, daß du Stundenhotels kennst’ gestikulierte Vivian mit einem herablassenden Gesichtsausdruck.
»Stundenhotel? Was denkst du denn von mir?«, fragte Frida empört und zeigte Vivian die Seite eines Hotels.
’Hast du nicht gesagt, das kostet nicht viel? In dem Laden kann ich von dem, was ich im Jahr verdiene nicht mal eine Nacht schlafen.’ Vivian schüttelte den Kopf.
»Warte einen Moment, ich rufe mal den Besitzer an.« Frida nahm ihr Comm und tippte eine Nummer ein.
»Hej Papa«, sagte sie, als sich jemand meldete. Dann sprach sie auf Schwedisch eine ganze Weile mit ihrem Vater und beendete das Gespräch dann mit einem breiten Grinsen.
»So, das Hotel geht klar. Der Besitzer sagt, er redet mit dem Manager. Und er lässt uns auch Karten für ein Musical besorgen. Den lilla sjöjungfrun. Und für den Flug müssen wir mit Johannas Trauzeugin sprechen. Das Hotel schickt zwei oder drei Limousinen zum Flughafen, dann gibt’s doch eine Fahr mit der Stretchlimo.«
’Papa?’, fragte Vivian.
»Ja, das Hotel gehört meinen Eltern. Und der Manager ist ein wirklich netter Typ.«
’Und was ist das für ein Musical?’, hakte Vivian nach.
»Den lilla sjöjungfrun. Ähm, Die kleine Meerjungfrau von H. C. Andersen. Das kommt zwar eigentlich aus Dänemark aber in Stockholm gibt es dafür ein eigenes Theater, oder wie auch immer das heißt. Mit einem riesigen Wasserbecken in das man durch Scheiben rein sehen kann. Papa hat gesagt, wenn wir wissen, wie viele kommen, dann besorgt er die Karten.«
’So hätte ich das auch gekonnt, wen meine Familie mit Krösus verwandt wäre’, gestikulierte Vivian und sah Frida beleidigt an.
»Du weißt doch, Beziehungen sind alles«, gab Frida lachend zurück. »Jetzt sollten wir mal langsam überlegen, wer alles eingeladen werden muss.«

Währen die Beiden die Liste mit den Gästen für den Jungesellinnenabschied zusammen stellten, meldete sich Fridas Comm.
Sie sah sich die Nachricht an und sagte: »Wir sollen noch oben kommen. Frau Kroll und Herrin Isabella sitzen in der Bar und sind auch am Planen.«
Vivian nickte und stand auf. Zusammen gingen sie nach oben in die Bar in der um diese Tageszeit kaum Betrieb herrschte.

- - -

»Larissa, was ist denn los?« Johanna schaute Larissa hinterher, die gerade mit einem Pad in der Hand aus dem Schlafzimmer kam und in der Küche verschwand.
»Entschuldigung meine Herrin, aber ich suche etwas. Frida hat mich gefragt, ob ich niemanden einladen will. Aber wen soll ich denn einladen? Von meiner Familie will ich niemanden sehen. Und zu meinen Freunden aus der Oberschule habe ich doch keinen Kontakt mehr gehabt, seit ich in die Schule gekommen bin. Und von meiner Familie will ich nie wieder jemanden sehen«, sagte Larissa betrübt. »Nur meine Großeltern würde ich gerne wieder sehen, die haben immer zu mir gehalten. Aber ich weiß nicht, wo die jetzt wohnen. Nachdem ich in die Schule gekommen bin, sind sie weg gezogen weil sie meine Eltern auch nicht mehr sehen wollten. Jetzt suche ich nach ihrer neuen Adresse, Herrin.«
»In der Küche?«, fragte Johanna. Sie war aufgestanden und nahm Larissa in die Arme.
»Nein Herrin. Ich wollte mir ein Brot machen.«
»Hast du so einen Hunger oder isst du, weil du nervös bist?«, fragte Johanna.
Larissa senkte den Kopf. »Ich glaube, weil ich nervös bin, Herrin. Es sind doch nur noch drei Monate und Frida hat gesagt, daß sie und Vivian an dem Wochenende davor einen Jungesellinnenabschied geplant haben. Und am Montag müssen wir zu der Schneiderin nach Dresden und zu Helen soll ich auch noch mal kommen. Und Trish hat gesagt, wir sollen zu ihr kommen. Sie will ein Bild von uns malen. Und dann ist da doch noch...«
»Jetzt komm mal wieder runter meine Kleine«, sagte Johanna sanft und zog Larissa fest zu sich heran. »Zu Helen sollen wir doch zusammen kommen, immerhin ist sie die Standesbeamtin. Und zu Trish müssen wir auch zusammen, oder willst du alleine auf das Bild? Und sogar der Termin für den Jungesellinnenabschied ist der selbe und ob du es glaubst oder nicht, wir heiraten komischerweise am selben Tag, also werden wir da auch zusammen hin gehen.«
Larissa sah Johanna an und fing an zu kichern. »Das wäre wahrscheinlich schon komisch wenn wir das nicht am selben Tag machen würden«, sagte sie.
»Eben. Und auch wenn ich der Meinung bin, daß du mit 51 Kilo immer noch zu wenig auf den Rippen hast, denke ich, daß es nicht hilfreich ist, nur zu essen, weil du nervös bist. Also lässt du das bitte mal sein. Verstanden?«
»Ja, meine Herrin«, sagte Larissa und lehnte sich bei Johanna an.
Diese nahm ihr das Pad ab und legte es auf den Wohnzimmertisch. Sie fasste Larissas Arme und zog sie hinter deren Rücken, wo sie sie mit Hilfe der Manschetten, die Larissa trug, zusammen band. Dann öffnete sie mit ihrem Comm Larissas Keuschheitsgürtel und den stählernen BH, bevor sie sich selbst auf das Sofa setzte und Hausschuhe und Socken auszog.
»Komm her«, sagte sie und deutete auf ihre Füße.
»Ja meine Herrin«, sagte Larissa. Sie kniete sich vor Johanna auf den Teppich, legte sich dann auf den Bauch und rutschte näher zu ihr. Dann begann sie, Johannas Füße zu küssen und diese mit ihren Lippen und der Zunge zu verwöhnen.
Allmählich schien Larissa sich zu beruhigen und als sie die Augen schloss und anfing, wohlig zu brummen, wusste Johanna, daß sie sich langsam entspannte.
Es war erstaunlich, daß diese doch ziemlich erniedrigende Tätigkeit Larissa jedes Mal erneut dazu brachte, sich zu entspannen und sich zu beruhigen. Doch um herauszufinden, daß Larissa es um so leichter fiel, sich zu entspannen, je mehr sie sie erniedrigte, solange keine anderen Menschen anwesend waren, hatte sie nun auch lange genug Zeit gehabt.

Als sie der Meinung war, daß es nun genug war, stand sie auf und fasste Larissas Haare. An diesen ziehend, zog sie sie nach oben, bis sie vor ihr stand. Sie löste den Karabiner, der Larissas Handgelenke miteinander verband und zog ihre Arme nach vorne, um die Manschetten erneut miteinander zu verbinden. Dann verband sie diesen Karabiner mit Hilfe einer kurzen Kette mit Larissas Halsband, so daß sie die Arme nur etwa vierzig Zentimeter weit von diesem weg bewegen konnte. »So, und jetzt ab mit dir in die Küche. Es wird Zeit zum Abendessen. Es sind noch ein paar Bratwürste im Kühlschrank, die brätst du. Und dazu Kartoffelpüree und Blattsalat. Und als Nachtisch ist noch etwas Eis im Gefrierschrank.
Larissa sah Johanna mit gesenktem Blick an. »Ja, meine Herrin«, sagte sie und knickste tief. Dann ging sie in die Küche.

Johanna wusste natürlich, daß Larissa so etwas länger benötigte, um das Essen zuzubereiten, doch alleine der Anblick, wie sie sich abmühte war es das wert. Um das Ganze noch etwas demütigender für Larissa zu gestalten, holte sie aus dem Schlafzimmer den großen Dildo mit dem Saugnapf und befestigte diesen an der einzelnen Fliese, die sie in etwa 70 Zentimeter Höhe neben der Tür, extra für diesen Zweck, an die Wand geklebt hatte. Dann holte sie das kleine Gerät von der Fensterbank, das aussah, wie ein Küchenwecker. Doch dieses Gerät klingelte zufallsgesteuert in unregelmäßigen Abständen. Sie stellte es so ein, daß alle drei bis sieben Minuten für eine bis drei Minuten summte und stellte es neben den Herd.
Auch ohne, daß sie etwas sagen musste, wusste Larissa, was sie zu tun hatte.
Um sich das nicht entgehen zu lassen, setzte sie sich an den Küchentisch und las ein Buch auf ihrem Pad, wobei sie immer wieder zu Larissa schaute.
Anfangs, als sie entdeckte hatten, das beide diese Spielart mochten, war sie ein wenig über sich selbst erschrocken, als sie feststellte, daß es ihr gefiel und sie erregte, wie Larissas sich abmühte und sich erniedrigte, doch durch einige lange Gespräche hatte sie herausgefunden, daß Larissa es ebenso gefiel, so behandelt zu werden. Zwar nicht in dem Moment in dem das passierte, aber schon das Wissen darum, daß dies jederzeit passieren konnte, erregte Larissa sehr.
Allerdings glaubte Johanna schon lange nicht mehr, daß es Larissa nicht auch dann zumindest ein Stück weit gefiel, während es passierte, denn manchmal hatte sie dieses tiefgründige Lächeln im Gesicht und dieses Glänzen in den Augen.

Gerade als sie die Kartoffeln schälte, piepste das Gerät das erste Mal. Larissa legte das Messer weg und ging zu dem Dildo neben der Tür, den sie sich bis zum Anschlag einführte und dann begann, sich damit zu befriedigen. Als das Gerät aufhörte, zu piepsen, hörte Larissa auf und drehte sich um, um den Dildo mit dem Mund sauber zu lecken. Denn erst ging sie zurück an ihre Arbeit.
Während der eineinhalb Stunden, die Larissa für das Essen benötigte, piepste das Gerät insgesamt neun Mal und jedes Mal wurde Larissas erregtes Stöhnen lauter, als sie sich mit dem Dildo befriedigte.
Johanna konnte gar nicht anders, als bei diesem Anblick erregt zu sein und sie genoss diesen Anblick jedes Mal.

Nachdem das Essen endlich fertig war, Johannas Schlüpfer war bereits ziemlich durchnässt, brachte Larissa die Teller an den Tisch. Doch Johanna hatte etwas Anderes im Sinn. Sie beugte sich zu Larissas Füßen und löste den Karabiner zwischen den Manschetten und dann den an ihren Händen, die sie anschließend gleich wieder hinter Larissas Rücken fesselte. Dann nahm sie den Dildo von der Fliese und befestigte ihn mit dem Saugnapf in etwa 30 Zentimeter Höhe an der Tür des Küchenschrankes neben dem Tisch und deutete auf diesen. Larissa kniete sich vor den Schrank, hob den Hintern etwas an und führte sich den Dildo ein. Während dessen schnitt Johanna Larissas Bratwurst und stellte den Teller vor ihr auf den Boden. Larissa hob den Kopf und sah sie fragend an.
Johanna nickte lediglich und begann, zu essen. Sie beobachtete Larissa, wie sie mit auf dem Rücken gefesselten Händen, nur mit dem Mund, vom auf dem Boden stehenden Teller aß. Dabei glitt der Dildo immer wieder aus ihr heraus und in sie hinein.

Nachdem auch Larissa ihren Teller leer gegessen hatte, deutete Johanna ihr, dort zu bleiben, wo sie war. Sie stand auf und brachte beide Teller zur Spüle, dann holte sie zwei Schalen und gab Eis in diese. Eine der Schalen stellte sie vor Larissa und setzte sich, mit übereinander geschlagenen Beinen, auf den Stuhl. Ihre Schale nahm sie in die Hand und aß genüsslich ihr Eis, während sie Larissa dabei beobachtete, wie sie nur mit großer Mühe das Eis aus der recht tiefen Schale heraus leckte und sich dabei das Gesicht noch mehr beschmutzte, als sie es schon mit Kartoffelpüree, Salatdressing und Bratenfett getan hatte.

Larissa mühte sich sehr ab, das Eis aus der Schale zu lecken und dabei glitt der Dildo immer wieder aus ihr heraus, so daß sie sich etwas zurück lehnen musste, um ihn wieder tief in sich gleiten zu lassen. Sie fragte sich, was Herrin Johanna sich für heute Abend noch würde einfallen lassen und bei dem Gedanken daran, was ihr alles so einfallen könnte, schoss eine Welle der Erregung durch Larissas Unterleib.
Ja, es war entwürdigend und ziemlich gemein, was ihre Herrin hier mit ihr machte, doch sie hatte sich schon vor langer Zeit eingestehen müssen, daß sie es liebte, so von ihrer Herrin behandelt zu werden. Am liebsten wäre es ihr, wenn sie sie andauernd so behandeln würde, doch das würde nie passieren, wie Herrin Johanna ihr vor einer ganzen Weile klar gemacht hatte. Also genoss sie solche Abende wie diesen um so mehr. Sie fragte sich, wie weit sie selbst wohl gehen würde, doch wie immer kam sie zu dem Schluss, daß ihre Grenze noch lange nicht erreicht war.

Nachdem sie ihr Eis aufgegessen hatte, war Herrin Johanna aufgestanden und aus der Küche gegangen. Da sie nichts gegenteiliges gesagt hatte, wartete Larissa so wie sie war in der Küche. Aus dem Wohnzimmer hörte sie ein metallisches Klappern, welches sie gut kannte. So etwas wie Vorfreude machte sich in ihr breit.
Kurz darauf kam Herrin Johanna zurück. Sie fasste sie an den Haaren und drehte sie um, so daß sich ihr Gesicht direkt vor dem Dildo befand. »Saubermachen«, sagte Herrin Johanna.
Larissa beugte sich vor und leckte den Dildo ab, wobei sie ihren eigenen Saft schmeckte. Dann fasste Herrin Johanna sie erneut an den Haaren und zog sie mit sich. Larissa hatte mehr als einmal versucht, zu erreichen daß Herrin Johanna endlich einmal wirklich unnachgiebig und fest an ihren Haaren zog, doch jedes Mal, wenn sie sich dagegen gewehrt hatte, hatte Herrin Johanna sie los gelassen und gefragt, ob alles in Ordnung sei, statt einfach weiter zu ziehen und sie dazu zu zwingen mit zu kommen. Ja, Herrin Johanna verabscheute jede Art von körperlicher Gewalt, und dafür liebte sie sie um so mehr, aber manchmal wünschte sie sich trotzdem, daß sie es einfach tun würde.
Also folgte sie ihr auf den Knien kriechend bis zum Sofa. Vor diesem standen die beiden Ständer mit den Dildos. Herrin Johanna führte sie vor die eine Stange und schob ihr diesen Dildo in die Scheide hinein. Den anderen Ständer schob sie ihr vors Gesicht so daß sie den Dildo in dem Mund nehmen musste. Sofort begann sie, diesen mit dem Mund zu bearbeiten und Herrin Johanna setzte sich aufs Sofa und legte ihre Beine auf Larissas Rücken, dann schaltete sie den Fernseher an und schaute sich einen Film an.
Diesen hätte Larissa auch gerne gesehen und nicht nur die Hälfte der Dialoge mit bekommen. Doch so sanft Herrin Johanna auch war, so unnachgiebig war sie, wenn sie etwas ohne Gewalt erreichen konnte.

Der Film war balde zu Ende und allmählich machte die unbequeme Haltung sich bemerkbar, so daß sie mehrmals versuchte, ihren Rücken und ihre Beine etwas zu entlasten.
Herrin Johanna nahm die Füße von ihrem Rücken und sagte: »So lange dauert das nicht mehr mein kleines Spielzeug. Das hältst du doch sicher noch aus.«
Larissa drehte den Kopf in ihre Richtung und nickte. Ja sie würde es auf jeden Fall noch weiter aushalten. Sie wollte Herrin Johanna nicht enttäuschen.
Statt die Beine wieder auf Larissas Rücken zu legen, nahm sie diese auf den Boden und spielte mit den Füßen an Larissas kleinen, aber festen Brüsten herum.

Dann war der Film schließlich zu Ende und Herrin Johanna schickte sie ins Bad, nachdem sie den Karabiner gelöst hatte.
Mit einem leisen, saugenden Geräusch, glitt der Dildo aus ihrer Scheide heraus und sie kroch auf den Knien ins Bad. Erst als sie vor der Tür war, stand sie auf und streckte sich ausgiebig.
Im Bad duschte Larissa sich ausgiebig und ging, nachdem sie sich abgetrocknet hatte, ins Schlafzimmer, wo Herrin Johanna bereits auf sie wartete. Diese deutete nur zwischen ihre Beine. Larissa schlüpfte unter die Bettdecke, kroch zwischen den Beinen ihrer Herrin hinauf und nahm den betörenden Duft ihrer Erregung wahr und sofort begann sie damit, ihre Herrin nach allen Regeln der Kunst zu verwöhnen.
Erst nach einer ganzen Weile, Herrin Johanna war mehr als nur einmal heftig zuckend und laut stöhnend gekommen, sagte diese: »Komm her meine Kleine.«
Larissa kroch nun ganz nach oben und als sie neben ihr lag, zog Herrin Johanna sie zu sich heran und begann, sie zu küssen.
Larissa ließ ein langgezogenes Stöhnen ertönen, als Herrin Johannas Hand zwischen ihre Beine wanderte.



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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:10.12.18 20:29 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo

Also zu toppen ist das nicht mehr! Und ich weiß auch nur von
einem einzigen hier, der solch ein
schwindelerregendes Level, über so eine lange Zeit hält.

Von da her für Dich wie schon so oft:...
4 Portionen Motivation und...
5 Portionen DANK




Gruß Gozar
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  Neue Horizonte - 2 Teil 88 Datum:12.12.18 22:55 IP: gespeichert Moderator melden


88



»Holtz.«, meldete Claudia sich, als das Comm vor ihr piepste.
»Kroll hier. Ich habe kein Licht in meinem Büro.«
Claudia nahm sofort die Füße von der Konsole herunter und setzte sich unwillkürlich gerade hin, als sie die Stimme der Chefin erkannte. »Haben Sie schon versucht, es aus und wieder ein zu schalten? Manchmal hilft das bei den Lampen.«
»Nein, habe ich nicht. Aber in einer Stunde habe ich eine Besprechung, da wäre es schön, wenn ich wieder Licht hätte, das auch funktioniert.«
»Ja, das verstehe ich. Ich schicke sofort jemanden zu Ihnen.«
»Danke, aber ich hätte gerne wieder vernünftiges Licht, nicht wieder diese Schlafzimmerbeleuchtung. Das Letzte Mal hat es zwei Anläufe gebraucht, bis mir jemand die richtige Lampe eingebaut hat. Anscheinend steht in der Datenbank immer noch der falsche Typ.«
Claudia seufzte leise. »Können Sie mir denn sagen, welche Lampe sie brauchen?«
»Hören Sie mal, ich habe Elektronik studiert. Woher soll ich denn wissen, was für ein Lampentyp das ist?« Frau Kroll machte eine kurze Pause und nannte Claudia dann den Lampentyp, den sie gerne hätte. Claudia schrieb sich diesen auf und nahm sich vor, den entsprechenden Eintrag in der Datenbank gleich zu kontrollieren, nachdem sie Nadine los geschickt hatte.
»In Ordnung, ich schicke sofort jemanden los.«
»Danke, das wäre sehr nett«, sagte die Chefin und beendete das Gespräch.

Claudia holte einmal tief Luft und schloss für einen Moment die Augen. Sie lachte auf, als sie den Scherz begriff, den die Chefin eben gemacht hatte. Dann stand sie auf, um die Lampe, die ihr Frau Kroll durchgegeben hatte, aus dem Lager zu holen. Kurz darauf stand sie an Nadines Werkbank und gab ihr diese.
»Sag mal, kannst du endlich mal damit aufhören? Ich finde es ja toll, daß du dich dazu entschlossen hast, allen zu zeigen, daß du eine Frau und kein Kerl bist, aber ein Push-up? Das geht doch wohl an der Arbeit echt zu weit«, sagte sie, während sie von oben in Nadines sehr üppig aussehenden Ausschnitt schaute.
Nadine hob den Kopf und sah Claudia an. »Dann starr doch einfach nicht dauernd hin, wenn es dir nicht gefällt.«
»Meine Fresse, nicht gefallen? Du bist gut. Da kommt Frau ja kaum zum Arbeiten, wenn du so rum rennst. Hier, hol dir eine Stehleiter und fahr in den achten Stock im Verwaltungsgebäude. Die Chefin sitzt im Dunkeln.« Sie gab Nadine die Lampe.
»Muss das sein? Warum gehst du nicht selber hin?«, ereiferte sich Nadine.
»Ganz einfach, seit dem Vorfall in ihrem Spielplatz, du erinnerst dich vielleicht noch daran, ist sie auf mich aus irgend einem Grund nicht besonders gut zu sprechen. Vielleicht hat sie mir ja übel genommen, daß ich einfach so, ohne ihr Bescheid zu sagen, da rein bin um die beiden Frauen raus zu holen, die diese Linda da gefangen gehalten hat. Und außerdem scheinst du dich ja ganz gut mit ihr zu verstehen.«
Nadine stand auf und nahm ihr die Lampe ab. »Scheinbar besser als du«, sagte sie und ließ Claudia einfach stehen.
Mit der Lampe und einer Leiter verließ sie die Werkstatt und ging die paar Meter bis zum Verwaltungsgebäude zu Fuß. Mit dem Aufzug fuhr sie in den achten Stock und klopfte an die Tür des Vorzimmers. Sie betrat dieses und grüßte die Sekretärin, die dort an ihrem überdimensionalen Schreibtisch saß. Dieser war fast größer als das Büro von Frau Kroll.
»Gehen Sie rein Frau Renger, sie wartet schon sehnsüchtig«, sagte die Sekretärin und deutete auf die offene Tür des Büros der Chefin.
Nadine klopfte an die offene Tür und betrat das winzige Büro. Sie fragte sich immer wieder, wenn sie hier war, wie man in so einem kleinen Raum überhaupt eine Firma leiten konnte.
Frau Kroll deutete zur Decke und Nadine stellte die Leiter vor dem Schreibtisch auf.
»Tür zu«, sagte Frau Kroll, als Nadine auf die Leiter klettern wollte.
Nadine drehte sich noch einmal um, um die Tür zu schließen, dann stieg sie auf die Leiter und begann, die alte Lampe auszubauen.
»Ich nehme an, sie haben es sich nicht anders überlegt?«, fragte Frau Kroll.
»Nein, auf keinen Fall. Und wenn ich mein Leben lang Schulden habe deswegen, ist mir das auch egal«, gab Nadine entschlossen zurück.
»Soweit wird es nicht kommen. Ich habe Ihnen damals gesagt, daß ich Ihnen helfen werde und das Versprechen halte ich. Auch wenn Sie sich das vielleicht nicht vorstellen können, Sie sind maßgeblich daran beteiligt gewesen, daß Linda jetzt in Litla Dinum sitzt und da verrottet. Und alleine dafür hätten Sie sich einen Orden verdient. Und außerdem, ich habe nicht vor, Sie auszunehmen. Es bleibt dabei, wie wir das abgesprochen haben.«
»Vielen Dank«, sagte Nadine und brachte die alte Lampe die Leiter herunter.
»Kein Problem. Übrigens, Frau Milo hat gekündigt und ihre Stelle wird frei. Ich habe Frau Holtz dafür vorgesehen, diese Stelle zu übernehmen. Aber leider fehlt uns dann eine Teamleiterin. Was halten Sie davon, diese Stelle zu übernehmen?« Frau Kroll sah nur kurz zu Nadine herauf, die gerade die neue Lampe montierte.
»Was? Ich? Ich weiß nicht, ob ich dafür qualifiziert bin«, sagte Nadine.
»Wieso nicht? Sie machen doch sowieso schon das Selbe wie jetzt Frau Holtz. Der einzige Unterschied wäre, daß Sie dann auch die Verantwortung dafür tragen.«
»So habe ich das noch nicht gesehen. Und eine Beförderung finde ich auch nicht so schlecht.«, sagte Nadine. Sie stieg von der Leiter herunter und schaltete das Licht ein.
»Danke, jetzt kann ich endlich wieder sehen, was ich hier mache. Hier, ihre Beförderung«, Frau Kroll gab Nadine zwei Umschläge. Auf einem davon stand ihr Name und auf dem Anderen der von Claudia.
»Vielen Dank«, sagte Nadine. Sie steckte die beiden Umschläge in die Brusttasche ihres Overalls, nahm die Leiter und die alte Lampe und verabschiedete sich dann.

Draußen hielt die Sekretärin sie noch einmal auf.
»Kommen Sie am zehnten noch mal her, irgend wann nach Mittag, dann ist der neue Vertrag fertig zur Unterschrift«, sagte die Sekretärin.
»Ja, gerne«, erwiderte Nadine, bevor sie das Vorzimmer verließ und mit dem Aufzug nach unten fuhr. Als sie das Gebäude verließ, grinste sie breit und sie musste sich sehr zusammen reißen, als sie die Werkstatt betrat. Dort stellte sie die Leiter zurück und legte die alte Lampe auf ihre Werkbank. Dann ging sie in die Technikzentrale. Claudia war gerade nicht an ihrem Platz, also setzte Nadine sich kurzerhand auf Claudias Stuhl und nahm den Umschlag mit ihrem Namen darauf aus ihrer Brusttasche. Sie öffnete ihn und begann zu lesen. In dem Brief stand, daß sie mit Wirkung zum nächsten Ersten zur Teamleiterin befördert war und welche Aufgaben sie von da an haben würde. Tatsächlich unterschieden diese sich außer der Team- und der Einsatzplanung sowie ein paar anderen Kleinigkeiten, kaum von ihren jetzigen Aufgaben.
»Ich glaube ja wohl, du hast sie nicht mehr alle. Mach daß du von meinem Platz verschwindest.« Claudia war gerade wieder herein gekommen und stand, mit in die Hüfte gestemmten Armen, neben ihr.
»Nö, ich mache mir den Stuhl schon mal warm«, sagte Nadine.
»Den Stuhl warm? Wenn du nicht gleich von meinem Stuhl verschwindest, dann zeig ich dir mal, wie ich dich warm mache«, sagte Claudia, dieses Mal deutlich verärgert.
»Wieso dein Stuhl? Bald ist das meiner«, gab Nadine frech zurück.
»Vergiss es. So schnell wirst du mich nicht los. Und so lange ist das immer noch mein Stuhl. Wenn du so einen haben willst, dann geh gefälligst ins Lager und hol dir einen.«
»Nicht mehr lange. Nächsten Monat ist das meiner.« Nadine stand auf und drückte Claudia ihre Beförderung in die Hand.
»Hiermit wird Frau Nadine Renger… bla bla bla … zum ersten vierten... bla bla bla … Teamleiterin der Wartungsabteilung… bla bla bla … und ersetzt damit die frei werdende Stelle von Frau Claudia Holtz«, las Claudia.
»Was? Hast du mich etwa abgesägt?«, fragte Claudia und ließ sich in ihren Stuhl fallen. »Das darf doch nicht wahr sein. Frei werdende Stelle? Will sie mich etwas raus werfen?«
»So ungefähr«, sagte Nadine und gab Claudia den anderen Umschlag.
Diese öffnete ihn mit zitternden Händen und las ihn durch. Erst einmal, dann noch einmal.
Dann sprang sie auf und schlug mit dem leeren Umschlag nach Nadine. »Du blöde Kuh! Du kannst mir doch nicht so einen Schrecken einjagen du… du… du blöde Kuh. Warum hast du mir den nicht gleich gegeben?«
»Ich fand es so viel lustiger«, sagte Nadine grinsend und holte zwei Flaschen aus ihrem Spind. Sie öffnete diese und gab eine davon Claudia. Sie stießen mit dem alkoholfreien Bier an und prosteten sich zu.
»Dann hat sie also die Stelle in Genf bekommen«, meinte Claudia, nachdem sie einen großen Schluck getrunken hatte.
»Genf?«, fragte Nadine.
»Danielle hat sich an einer Forschungseinrichtung in Genf beworben. Sie kommt aus der Gegend und wollte schon lange wieder da hin zurück.«
»Verstehe«, sagte Nadine und trank noch einen Schluck.
»Jupp. Dann mal herzlichen Glückwunsch zur Beförderung«, sagte Claudia.
»Danke, dir ebenso.«

- - -

»Schau doch bitte nicht so beleidigt. Es tut mir wirklich leid mein Schatz. Ich habe damals einfach nicht daran gedacht, daß morgen die Versteigerung ist. Aber ich komme nach dem Konzert so schnell wie möglich wieder zurück. Morgen Abend bin ich bestimmt wieder hier.« Rebecca strich Mara durch die Haare und wollte ihr einen Kuss geben.
Doch Mara sah sie noch immer beleidigt an. »Bei Kira war ich gestern auch schon mal gewesen. Und sie hat versprochen uns sobald es geht, wieder zu besuchen. Und wenn es nicht geht, sind es auch nur zwei Jahre, bis ich sie wieder sehe.«
»Dann verstehe ich nicht, warum du immer noch so beleidigt bist«, sagte Rebecca und schaute Mara ratlos an.
»Du singst morgen auf einem riesigen Konzert und für Vivian hast du sogar auf ihrer Verlobung gesungen. Für mich noch nie.«
»Was? Deshalb bist du so beleidigt? Warum hast du denn nie was gesagt? Erstens ist das Konzert gar nicht so riesig und zweitens habe ich schon für dich gesungen. Damals in London«, versuchte Rebecca sich zu verteidigen, ahnte aber, daß sie es dadurch nur noch schlimmer machte. So beleidigt hatte sie Mara noch nie erlebt.

Mara sah Rebecca an und hatte langsam Mühe, weiterhin ernst zu bleiben. Sie hätte nie geglaubt, das Rebecca ihr das abnehmen würde. Als sie Rebeccas Gesicht sah, brach es schließlich aus ihr heraus. Sie versuchte noch, ihr Lachen zu unterdrücken, prustete aber dann, immer lauter werdend los, um schließlich laut zu lachen.
Rebecca sah sie zuerst sprachlos an, dann wurde ihr klar, daß Mara ihr die ganze letzte viertel Stunde etwas vorgespielt hatte. »Sag mal, hast du mir hier gerade etwas vor gemacht?«, fragte sie empört.
Es dauerte einen langen Moment, bis Mara sich wieder beruhigt hatte. Mit noch rotem Gesicht, sagte sie: »Ich finde es schon ziemlich doof, daß du ausgerechnet dieses Wochenende weg fährst. Und ich bin wirklich etwas beleidigt. Aber ich glaube, so schlimm wird es wohl nicht werden. Und wenn etwas ist, gehe ich zu Charlotte oder zu Larissa.«
Rebecca fühlte sich auf den Arm genommen. »Na warte, bis ich morgen wieder zurück bin, dann kannst du aber was erleben«, sagte sie und stieg in ihr Auto.
Mara, die ihr die Tür aufhielt, sagte breit grinsend: »Da freue ich mich schon drauf, meine Herrin« und schloss die Tür hinter Rebecca.
Diese ließ das Fenster herunter und grinste nun ebenfalls. »Ich mich auch, mein Schatz«, sagte sie lächelnd.
Mara beugte sich herunter und steckte den Kopf durch das Fenster, um ihr einen Kuss zu geben.
Rebecca erwiderte diesen und sagte dann: »Pass auf dich auf und wenn du weg gehst, denk daran, immer deine Geldbörse mit zu nehmen und mach keinen Unsinn.«
»Ich doch nicht«, sagte Mara. »Ich liebe Dich, meine Herrin«, fügte sie leiser hinzu.
»Ich dich auch mein Schatz. Bis morgen.« Rebecca schaltete den Wagen ein und fuhr los, während Mara ihr hinterher winkte, bis sie hinter der Kurve verschwunden war.

Mara ging noch einmal ins Haus um ihre Geldbörse zu holen, dann machte sie sich mit dem Elektrowagen, den sie gestern beim Zentrum mitgenommen hatte, auf den Weg zur Schule.
Auf dem Weg zum Schlafsaal in dem Kira und ihre Gruppe noch wohnten, begegnete ihr Miss Noemi.
»Hallo Mara, willst du dich von Kira verabschieden?«, fragte diese.
»Ja Miss«, sagte Mara und knickste vor der Lehrerin ihrer Schwester.
»Das ist schön. Aber mach dich drauf gefasst, daß die Anderen dir Löcher in den Bauch fragen. Du weißt ja selbst, wie das am letzten Tag vor der Versteigerung ist.«
»Ja Miss. Wir waren alle ziemlich nervös und ich hatte dauernd das Gefühl, auf’s Klo zu müssen.«
Miss Noemi lachte. »So genau wollte ich das jetzt nicht wissen. Aber vermutlich ist das eine ziemlich treffende Umschreibung. Dann versuch mal, die Mädels etwas zu beruhigen. Vielleicht gelingt es dir ja ein wenig.«
Mara knickste noch einmal, als Miss Noemi weiter ging und betrat denn den Schlafsaal und ging zu Kira.
Doch Miss Noemi hatte wohl Recht. Nachdem sie sich einige Minuten mit Kira unterhalten hatte, kamen einige der anderen Schülerinnen und stellten ihr jede Menge Fragen, die Mara geduldig der Reihe nach beantwortete. Erst zum Abend hin hatten sie und Kira ausreichend Zeit, sich noch etwas zu unterhalten. Als es schließlich Zeit zum Abendessen wurde, verabschiedeten sie sich voneinander, was nicht ohne lange Umarmungen und auch einigen Tränen von statten ging.
Als Mara gerade den Schlafsaal verlasen wollte, rief Kira sie noch einmal zurück.
»Kannst du die bitte mit nehmen und drauf aufpassen? Ich hole sie in zwei Jahren wieder ab.« Mit diesen Worten gab Kira Mara die Lederjacke die sie von ihrer Mutter bekommen hatte.
Mara nahm die Jacke entgegen und betrachtete sie kurz. Nun war es endgültig vorbei und sie brach in Tränen aus. Auch Kira fing nun an zu weinen und sie fielen sich in die Arme.

So hatten sie eine ganze Weile mitten im Schlafsaal gestanden, bis Miss Noemi zu ihnen trat. »Jetzt ist mal gut ihr Beiden«, sagte sie. »Komm Kira, es wird Zeit, zum Essen zu gehen. Die Anderen warten schon.«
Die Beiden sahen Miss Noemi an und nickten. Noch einmal umarmten sie sich und Kira ging zu den anderen Schülerinnen ihrer Gruppe und verließ mit ihnen zusammen den Schlafsaal.
Mara stand noch eine Weile da und schaute ihnen nach, als die Türe sich schon längst wieder geschlossen hatte. Sie straffte sich, wischte sich die Tränen mit dem Ärmel ihrer Tunika ab und verließ nun ebenfalls den Schlafsaal.

Langsam ging sie durch die fast leeren Flure und trat auf den Hof. Dort kam ihr eine andere Gruppe Schülerinnen entgegen, die ziemlich leise über en Hof gingen. So musste es damals wohl ausgesehen haben, als sie und ihre Gruppe am letzten Abend vor der Versteigerung aus dem Speisesaal kamen. Sie erkannte Silke, die neben zwei anderen Schülerinnen lief und ging auf sie zu.
»Hallo Silke, ich wollte dir viel Glück für morgen wünschen«, sagte sie.
»Vielen Dank Herrin Mara«, sagte Silke und knickste vor ihr.
»Lass das bitte, ich bin nicht deine Herrin.« Mara umarmte Silke und verabschiedete sich auch von ihr.
Erneut knickste Silke und folgte dann den anderen Schülerinnen in das Hauptgebäude.

»Na, ist dir kalt oder warum schleppst du die Jacke mit dir rum?«, fragte Isabella, die auf einmal neben Mara stand.
Mara wandte sich um und schüttelte den Kopf. »Nein Miss, Kira hat sie mir gegeben, damit ich auf sie aufpasse«
»Verstehe. Dann habt ihr euch voneinander verabschiedet?«
»Ja Miss. Ich wollte gerade nach Hause gehen.«
»Komm, ich nehm dich mit. Wir haben ja fast den selben Weg.« Miss Isabella deutete auf eines der Elektroautos.
»Danke Miss«, sagte Mara und stieg auf den Beifahrersitz und Isabella fuhr los.
»Magst du noch mit zu uns kommen? Dann brauchst du nicht für dich alleine zu kochen. Maja macht heute Lasagne.«
Mara musste nicht lange überlegen. Zu Hause alleine zu sitzen hatte sie im Moment keine besondere Lust, also nickte sie. »Vielen Dank Miss«.

»Ich hab noch Jemanden zum Essen mitgebracht«, rief Isabella in die Wohnung, als sie und Mara diese betraten.
Maja schaute aus der Küche heraus. »Also ich weiß nicht. Die Lasagne sollte eigentlich reichen. Und außerdem passt Mara sicher nicht in den Ofen.«
Während Mara ein wenig verwirrt zu Maja schaute schüttelte Isabella den Kopf. Sie holte tief Luft und sagte dann: »Ich habe noch einen Gast mit gebracht.«
Zu Mara gewandt sagte sie: »Das macht sie andauernd. Also such dir nie eine Frau, die Linguistik studiert hat, sonst blüht dir das auch.«
Mara brauchte einen Augenblick bis sie verstanden hatte, worum es ging. »Ich glaube, ich bin auch viel zu zäh.«
Isabella sah sie an und lachte. »Ja, das kann ich mir vorstellen, so viel Sport wie du auch machst.« Dann ging sie zu Maja und begrüßte diese mit einer Umarmung. »Wo ist denn Frida?«, fragte sie.
»Die hab ich in ihr Zimmer geschickt«, sagte Maja und wandte sich dann zu Mara. »Im Moment ist sie furchtbar. Seit sie diesen Kurs in Effizienz hat, versucht sie mir dauernd, zu erklären, was ich anders machen soll, damit ich effizienter arbeite. Wenn sie so weiter macht, dann lasse ich sie nicht mehr in die Küche. Wenn sie ihr Studium beendet hat, kann sie meinetwegen alles alleine machen und zwar so effizient, wie sie es will. Ich mache es so, wie ich es gewohnt bin.«
Mara kicherte leise, als sie Majas Gesichtsausdruck sah.
»Du weißt ja, wo ihr Zimmer ist, geh so lange zu ihr, bis das Essen fertig ist«, sagte Isabella.
»Ja Miss«, sagte Mara, knickste und ging durch das Wohnzimmer zu Fridas Zimmer. Sie klopfte und trat ein.
Frida saß an einem Computer und war dabei, irgend etwas zu tippen.
»Hallo Mara, was machst du denn hier?«, fragte sie, als sie sich umdrehte.
»Miss Isabella hat mich zum Essen eingeladen. Aber Maja wollte mich gleich in den Ofen stecken.«
Als Frida sie verwundert an schaute, erklärte Mara, was sich eben zugetragen hatte.
»Ach so. Ja, mich berichtigt sie auch andauernd«, sagte Frida und verzog das Gesicht.
»Das scheinst du ja auch zu machen.«
»Nee, ich versuche doch nur zu helfen, damit sie weniger Arbeit hat.« Frida verzog erneut das Gesicht. »Ich komme mir schon richtig schlecht vor, wenn ich dauernd irgend welche Skripte lese oder mir Vorlesungen ansehe, statt im Haushalt zu helfen, so wie es sein sollte. Ich bin schließlich eine Serva, da kann ich doch nicht dauernd hier rum sitzen und sowas machen«, sie deutete auf den Bildschirm auf dem einige kompliziert aussehende Formeln standen.
»Sei doch froh, daß du das von zu Hause aus machen kannst und dafür nicht an die Uni gehen musst«, sagte Mara. »Dann wärst du nicht mal hier.«
»Erinner mich nicht daran. In einem halben Jahr muss ich drei Monate an die Uni und danach ein halbes Jahr ein Praktikum machen. Zum Glück muss ich da nicht erst lange einen Platz suchen. Ich hab ja ungefähr zwei dutzend Firmen in denen ich ein Praktikum machen kann.«
»So viele?«, fragte Mara.
»Ja. Ich kann in eine von Papas Firmen gehen oder das Praktikum hier bei MarEmy machen. Und Frau Kroll hat mir angeboten, in einer der Firmen ihres Vater das Praktikum zu absolvieren. Aber ich glaube, ich muss da gar nicht lange überlegen. Mir wäre es am liebsten, das hier zu machen.« Frida deutete vage in die Richtung, in der sich die Fabrik befand.

Bevor Mara etwas sagen konnte, kam Isabella herein und rief sie zum Essen.
Die Lasagne schmeckte hervorragend und während des Essens kam das Gespräch auf die bevorstehenden Hochzeit.
»Aber nicht, daß ihr beiden auf einmal so ausrastet, wie Vivian und ich wieder irgend was zum Abschminken suchen muss«, sagte Isabella.
»Keine Sorge Miss. Ich lasse mich gar nicht erst schminken. Dann kann das gar nicht passieren«, sagte Mara kichernd. Ernst sagte sie dann: »Aber ich kann mir jetzt vorstellen, was Vivian damals gedacht haben muss.«
Eine Weile unterhielten sie sich nach dem Essen noch, dann war es Zeit für Mara, zu gehen.
Sie bedankte sich für das Essen und verabschiedete sich und ging dann zurück nach Hause.
So alleine wie jetzt war sie hier noch nie gewesen. Da sie auch nichts zu tun hatte, holte sie die ihren Korb aus dem Schrank im Salon, schaltete einen Film an und fing an, zu sticken.
Als der Film zu Ende war, packte sie alles wieder zurück in den Korb und ging nach oben. Sie wusch sich und ging dann zurück ins Bett, das ihr ohne Herrin Rebecca viel zu leer vor kam. Es fiel ihr schwer, einzuschlafen, also nahm sie ein Buch und begann zu lesen. Darüber fielen ihr schließlich die Augen zu.

Als am nächsten Morgen ihr Wecker klingelte, war sie zwar nicht wirklich ausgeschlafen, aber sie kletterte aus dem Bett, zog ihre Sportsachen an und lief ihre übliche Morgenrunde.
Wie üblich duschte sie nach dem Morgenlauf und ging dann in die Küche um zu frühstücken. Sie kochte sich eine Tasse Kaffee und ein einzelnes Ei, was sie irgendwie albern fand.
Sie brachte beides, zusammen mit dem Korb in dem sich die Marmeladengläser befanden, an den Tisch und holte dann die Brötchen aus dem Transportsystem.
Wie sie feststellen musste, hatte sie vergessen, zwei der Brötchen für heute abzubestellen. Doch mehr als zwei Brötchen schaffte sie nicht, also legte sie die überzähligen Brötchen auf die Küchenplatte, als sie den Tisch nach dem Frühstück wieder abräumte und beschloss diese trocknen zu lassen und sie zu Paniermehl zu mahlen.

Als die Küche wieder sauber war, ging sie in den Salon und las weiter in ihrem Buch, doch sie konnte sich nicht richtig darauf konzentrieren. Immer wieder musste sie an Kira denken.
Als schließlich ihr Comm piepste, war sie richtiggehend erleichtert. Sie ging nach oben um sich um zu ziehen. Die Sachen hatte sie sich bereits gestern Abend heraus gelegt. Sie zog eine einfache Hose und eine grüne Bluse an. Dann ging sie nach unten und holte ihre Lederjacke von der Garderobe.
Als sie nach draußen trat, stellte sie mit Schrecken fest, daß sie das Elektroauto gestern in der Schule gelassen hatte.
Sie schaute auf ihr Comm und fing an, zu laufen. Mit dem Elektroauto hätte sie es noch rechtzeitig zum Beginn der Versteigerung geschafft, doch so musste sie sich wirklich beeilen, um nicht zu spät zu kommen. Vor dem Tor der Schule blieb sie stehen um wieder zu Atem zu kommen. Dann trat sie durch das Tor.
Neben dem Tor stand hinter einem Tisch eine der Lehrerinnen und fragte sie, nach ihrem Namen.
»Mara Dorscher. Aber ich will nur meine Schwester noch mal sehen«, sagte sie.
»Dorscher«, die Lehrerin, Mara glaubte es war die Hauswirtschaftslehrerin, lächelte und holte eine Karte aus einem Karteikasten. Diese gab sie Mara und ließ sich von ihr eine Unterschrift geben.
»Dann viel Erfolg«, sagte die Lehrerin.
»Danke«, erwiderte Mara und trat in den Hof. Sie hatte es gerade noch rechtzeitig geschafft, denn die Schülerinnen standen nackt und in der Stellung zum Präsentieren vor der Bühne die neben dem Hauptgebäude aufgebaut war. Kira stand als zweite von links vor der Bühne und lächelte, als sie Mara sah.
Eigentlich wollte Mara sich noch von ihr verabschieden, doch dann betrat Miss Isabella schon die Bühne und bat alle Gäste, Platz zu nehmen. Mara stellte sich neben die Stuhlreihen und schaute zu Kira, die sehr nervös aussah. Sie erinnerte sich daran, wie sie sich gefühlt hatte, als sie so vor der Bühne gestanden hatte.
Während sie noch darüber nachdachte, rief Miss Isabella bereits die erste Schülerin, auf die Bühne.

-

Ihre Taschen hatten sie bereits gestern gepackt und nun holten sie noch alles aus dem Waschraum und packten ihre Nachthemden und die Sportsachen in ihre Reisetaschen mit dem Logo der Schule.
Kati ging nun schon zum dritten Mal in den Waschraum und schaute nach, ob sie wirklich nichts vergessen hatte. Je näher die Versteigerung rückte, desto nervöser wurde sie. Aus dem Fenster konnte sie sehen daß schon viele Gäste gekommen waren. Die Meisten von ihnen standen um das Buffet herum oder in kleinen Gruppen zusammen und tranken von den angebotenen Getränken.
Wie auch ihre Mitschülerinnen hatte sie nach dem Frühstück ihren Schrank ordentlich ausgewischt, das Bett abgezogen und die Bettwäsche in den Korb neben der Tür gebracht. Doch nun gab es nichts mehr zu tun als zu warten, also schaute sie, wie auch die Anderen, aus dem Fenster und sah dem Treiben auf dem Hof zu.

Schließlich öffnete sich die Tür des Schlafsaales und Miss Noemi kam herein. Alle stellten sich vor ihre Betten und knicksten, als diese vor ihnen her ging und sie ein letztes Mal inspizierte.

»Wenn ihr gleich da raus geht, dann seid ihr keine Schülerinnen mehr. Ihr seid Serva. Was ihr zu tun habt, brauche ich euch ja nicht zu sagen, das wisst ihr ja schon. Wir haben jetzt zwei Jahre zusammen verbracht. Es war nicht immer leicht für euch aber ich hoffe doch sehr, daß ich euch alles nötige beigebracht habe. Denkt immer daran, seid stolz auf das, was ihr erreicht habt und macht mir ja keine Schande«, sagte Miss Noemi. Dann kam sie zu Kati und umarmte sie herzlich. »Pass auf dich auf Kati und denk daran, immer erst nachdenken, bevor du etwas tust. Ich wünsche dir viel Glück«, sagte sie.
»Vielen Dank Miss«, erwiderte Kati und knickste vor ihrer Lehrerin.
Dann ging Miss Noemi zu Kira, umarmte diese ebenfalls und sagte: »Und du pass bitte auf, daß deine große Klappe dich nicht in Schwierigkeiten bringt. Ich wünsche dir viel Glück.«
Auch Kira bedankte sich und knickste, dann ging Miss Noemi weiter zu Madleine.

Nachdem sie bei Azra angekommen war, stellte Miss Noemi sich wieder in die Mitte. »So, dann raus mit euch«, sagte sie. Die Schülerinnen drehten sich zur Tür und Miss Noemi hielt ihnen diese auf.
»Halt«, sagte sie, als Kati an ihr vorbei gehen wollte. »Hast du nicht etwas vergessen?«
Kati sah sich um und stellte fest, daß die Anderen alle ihre Taschen dabei hatten. Schnell ging sie zu ihrem Bett und holte ihre Tasche. Dann gingen sie die wenigen Stufen herunter und stellten ihre Taschen im Windfang ab. Sie zogen ihre Tuniken aus und hingen sie an die Haken.

Kati fühlte sich ziemlich unwohl, so nackt vor die vielen Leute zu treten, doch sie folgte Miss Noemi und stellte sich auf den ersten Punkt vor der Bühne. Sie nahm die Arme in den Nacken und stellte die Beine schulterbreit auseinander, wie sie es gelernt hatte. So musste sie nun eine halbe Stunde stehen bleiben und sich von den Käufern begutachten lassen.

Als endlich alle standen, trat Miss Isabella auf die Bühne und erklärte, daß die erste Gruppe jetzt besichtigt werden könnte.
Es kamen einige Leute und betrachteten sie eingehend. Sie ließen sie sich drehen, knicksen und knien. Auch wenn sie genau das in den letzten Wochen mehrmals geübt hatten, war es doch ziemlich anstrengend und Kati geriet ins Schwitzen.
Bis eben hatte sie noch gehofft, daß Nadine oder Herrin Petra, bei der sie während ihres Probemonats gewesen war, sie ersteigern würden, doch keine der Beiden hatte sie bisher hier gesehen und sie war sich sicher, Nadine, die ausschließlich Hosen und Herrenhemden trug, zu erkennen, wenn sie sie sah. So wurde sie immer nervöser und fragte sich, wer sie wohl ersteigern würde. Als Miss Isabella schließlich die Gäste bat, Platz zu nehmen, hatte sie weder Herrin Petra noch Nadine gesehen.

»Meine Damen und Herren, ich eröffne hiermit die Versteigerung der Schule für Serva auf Horizons für März 2423. Es stehen 16 Serva aus zwei Gruppen zur Versteigerung. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, daß nur mit Bieterzulassung geboten werden darf.«
Sie machte eine kurze Pause und fuhr dann fort: »Als erstes kommt zur Versteigerung die Nummer 59-112101, Kati.«

Kati nahm die Hände herunter, drehte sich und ging zu der Treppe, die zur Bühne herauf führte. Dort stellte sie sich auf die mit rotem Klebeband markierte Stelle, drehte sich einmal um sich selbst, knickste und präsentierte sich dann wieder.

»Meine Damen und Herren, Kati ist 28 Jahre alt und 1 Meter 61 groß. Sie ist freiwillig Serva geworden und für fünf Jahre verpflichtet. Das Startgebot liegt bei 5000 Dollar«, sagte Miss Isabella.

Das erste Gebot kam von einem Mann, der in der ersten Reihe saß und bereits bei der Vorstellung großes Interesse an ihr gezeigt hatte.
Es folgten einige weitere Gebote von Leuten, die sie in den letzten Wochen bereits kennen gelernt hatte. Bei niemandem davon hatte sie ein schlechtes Gefühl gehabt, doch nun kam ihr alles sehr unwirklich vor und sie wünschte sich wieder nach Hause zu ihren Eltern. Diese hatten in den letzten zwei Jahren mehrmals angerufen und sie überreden wollen, wieder nach Hause zurück zu kommen, was sie aber jedes Mal abgelehnt hatte.
Sie fragte sich, ob sie das Richtige getan hatte, doch dazu war es jetzt wohl zu spät. Sie war offiziell Serva und hatte auch vor einer Woche, als Miss Isabella sie und natürlich auch die Anderen, gefragt hatte, ob sie wirklich Serva werden wollte, dem zugestimmt.

Kati war so in ihren Gedanken versunken, daß sie nur unbewusst mitbekam, wie die Gebote langsam stiegen. Sie wurde erst aus ihren Gedanken gerissen, als Miss Isabella laut sagte: »Geboten sind 9200 Dollar. 9200 Dollar zum Ersten.«
Aus dem Augenwinkel bekam Kati mit, wie Miss Isabella sich im Publikum umschaute.
»9200 Dollar zum Zweiten.« Miss Isabella hob ihren Hammer. Kati hatte nicht einmal mit bekommen, wer denn nun so viel geboten hatte.
Nun sah Kati eine Bewegung und eine Frau ganz hinten im Publikum, die zusammen mit drei anderen Frauen an einem der Tische stand, hob eine Karte in die Höhe. Diese Frau hatte bisher mit dem Rücken zur Bühne gestanden und drehte sich nun um. »Zehntausend«, rief sie laut.
Diese Frau sah sehr elegant aus. Zu einem langen, dunklen Faltenrock trug sie eine beige Bluse und darüber eine Jacke in der selben Farbe wie ihr Rock. Diese Frau hatte Kati selbst bei den Gesprächsterminen im vergangenen Monat noch nie gesehen.

Vor sich, in der ersten Reihe, bemerkte Kati eine Bewegung, als ein Mann demonstrativ die Hände hob, abwinkte und die Hände dann auf die Knie legte.
»Geboten sind 10000 Dollar«, rief Miss Isabella.
Sie zählte von drei herunter und ließ dann ihren Hammer auf das Pult fallen. »Kati mit der Nummer 59-112101 ist für 10000 Dollar an Frau Renger verkauft«, rief Miss Isabella laut und die Frau kam zur Bühne.
Frau Renger? Nadine hieß doch so. Aber das war ganz sicher nicht Nadine. Die hätte sie unter tausenden wieder erkannt mit ihren Holzfällerhemden, die sie immer getragen hatte, als sie sie besucht hatte.

Erst, als die Frau die fünf Stufen hinauf kam, war Kati sich sicher. Das war wirklich Nadine. Vor Erleichterung fiel ihr ein Stein vom Herzen und am liebsten wäre sie Nadine jetzt an den Hals gesprungen. Doch sie wusste, daß sie warten musste, bis diese den Preis bezahlt hatte und sie zu sich rief, was ihr allerdings gerade sehr schwer fiel.

Nadine wandte sich zum Gehen und winkte ihr zu. Kati nahm die Hände nach unten und folgte ihr. Nadine ging zurück zu dem Tisch an dem sie eben gestanden hatte und winkte sie zu sich.
»Hallo Kati«, sagte sie.
Kati schluckte und besann sich dann, was sie zu tun hatte. »Hallo, Herrin Nadine«, sagte sie leise und knickste.
Nadine betrachtete sie einen Moment lang, nahm dann ihre Hand, zog sie zu sich und nahm sie dann in die Arme. Kati erwiderte die Umarmung so fest sie konnte und hatte nicht vor, sie irgend wann zu lösen. Die ganze Anspannung, die sich in den letzten Tagen und Wochen in ihr breit gemacht hatte, entlud sich nun mit einem Mal und sie begann vor Erleichterung zu weinen. Es war ihr vollkommen egal, daß sie splitternackt hier stand und es war ihr egal, daß die ganzen Leute sie so sehen konnten und sie wahrscheinlich alle anstarrten. Sie klammerte sich regelrecht an Nadine fest und konnte nicht mehr aufhören zu weinen.

-

Kira schaute, wie die Anderen aus dem Fenster, doch Mara konnte sie nirgend wo entdecken, dabei hatte sie doch versprochen, heute her zu kommen.
Sie verließ ihren Platz am Fenster erst, als Miss Noemi herein kam und stellte sich dann vor ihr Bett.
Nachdem Miss Noemi sich von allen noch einmal mit einer Umarmung verabschiedet hatte, gingen sie nach draußen. An der Tür des Schlafsaales hielt Miss Noemi Kati noch einmal auf, da diese ihre Tasche vergessen hatte. Doch dann ging es nach draußen. Im Windfang zogen sie ihre Tuniken aus und hängten diese an die Haken. Auch ihre Taschen ließen sie dort. Dann verließen sie das Gebäude und stellten sich vor der Bühne auf.
So sehr sie auch versuchte, sich unauffällig umzusehen, Mara konnte sie nirgend wo entdecken.
Doch es kamen einige der Gäste und betrachteten sie, ließen sie sich drehen und knien.
Dann eröffnete Miss Isabella die Versteigerung und rief Kati auf.
Und dann sah sie Mara durch das Tor herein kommen. Sie konnte sehen, daß Miss Gertie dieser eine Karte gab. Dann kam Mara und stellte sich neben die voll besetzten Stuhlreihen und gestikulierte etwas.
Zwar hatte sie in den letzten zwei Jahren ein wenig von der Gebärdensprache gelernt, mit der Vivian sich verständigte, wenn sie zusammen mit Mara und ihren Freundinnen im Zentrum waren, doch verstand sie zuerst nicht, was Mara ihr sagen wollte. Also sah sie sie nur fragend an.
Langsamer und deutlicher wiederholte Mara die Gebärden. ’Entschuldigung, ich habe das Auto vergessen und musste laufen’, gestikulierte Mara, wenn sie das richtig verstanden hatte und sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Mara blieb neben der ersten Stuhlreihe stehen und schaute die ganze Zeit zu ihr. Nur einmal sah sie zu einem sehr seltsam gekleideten Mann. Dieser trug eine schwarze Stoffhose, ein weißes Hemd, eine schwarze Weste und, was am auffälligsten war, einen schwarzen Hut mit breiter Krempe und sah alles in allem irgend wie aus, wie aus dem vorigen Jahrtausend.

Kati wurde schließlich von einer Frau für 10000 Dollar gekauft.
Nachdem die Beiden die Bühne verlassen hatten, rief Miss Isabella: »nun kommt zur Versteigerung die Nummer 59-112102, Kira.«
Kira straffte sich und betrat die Bühne. Sie stellte sich auf das Kreuz aus rotem Klebeband, drehte sich und knickste. Dann präsentierte sie sich wieder und blieb so stehen, als Miss Isabella sagte: »Meine Damen und Herren, Kira ist 20 Jahre alt und 1 Meter 62 groß. Sie ist freiwillig Serva geworden und für zwei Jahre verpflichtet. Das Startgebot liegt bei 3000 Dollar«

Die ersten Gebote kamen nur zögerlich, doch als das Gebot bei 6300 Dollar lag, bot auf einmal eine Frau mit, die bisher noch kein Gebot abgegeben hatte. Diese Frau war Kira bereits bei der Besichtigung aufgefallen, denn sie hatte leuchtend blaue Augen, mit denen sie sie nun musterte. Die strohblonden, lockigen, kurzen Haare passten gut zu den blauen Augen und irgendwie war diese Frau ihr sympathisch.
Die Gebote stiegen nur noch langsam, aber mit nur zwei Jahren konnte sie auch nicht damit rechnen, daß jemand noch viel mehr bieten würde. Schließlich boten nur noch diese Frau mit den blauen Augen und ein reichlich unsportlich aussehender Mann mit, doch als die Frau 8200 Dollar bot, winkte dieser ab und legte die Hände demonstrativ auf die Knie.
Miss Isabella nannte das Gebot und zählte das Gebot an. Beim ’Dritten’ schlug sie mit ihrem Hammer auf das Pult. »Kira mit der Nummer 59-112102 ist verkauft für 8200 Dollar an die Bieterin mit der Nummer 47. Wenn Sie bitte zu mir kommen würden.«
’Wieso sagte Miss Isabella nur die Nummer und nicht den Namen der Bieterin, so wie sie es bei Kati getan hatte?’, fragte Kira sich, als diese Frau auf die Bühne kam. Sie bezahlte mit einer Karte und unterschrieb den Vertrag.
Dann winkte sie Kira, ihr zu folgen. Mitten auf dem Hof, dicht neben Mara, hielt Kiras neue Herrin an und wandte sich zu ihr. »So, du bist Kira?«
»Ja, Herrin«, sagte Kira.
»Schön dich kennen zu lernen. Ich bin Vanessa Schrader. Soweit ich weiß solltest du mich Herrin Vanessa nennen. Aber tu mir bitte einen Gefallen und Knicks nicht andauernd herum. Am Besten, du gehst jetzt deine Sachen holen. Ich nehme an, daß du dich noch von deinen Mitschülerinnen verabschieden willst. Das wird sicher noch etwas dauern. Ich gehe derweil mal zu dieser Frau da vorne und registriere den Kauf. Dann müssen wir nicht noch auf das Amt gehen.«
»Wie Sie wünschen, Herrin Vanessa«, sagte Kira und knickste.
»Was habe ich gerade gesagt?«
»Entschuldigung, Herrin«, sagte Kira und spürte wie sie rot im Gesicht wurde.
Kiras Herrin sah sie an und lachte leise. »Das rote Gesicht steht dir zwar, aber ich denke, es ist besser, du ziehst dir trotzdem etwas an.«
»Ja, Herrin Vanessa«, sagte Kira und wandte sich zum Gehen. Sie ging so schnell es ging in den Windfang des Gebäudes und zog ihre Tunika an. Dann nahm sie ihre Tasche und ging wieder nach draußen, wo Mara bereits auf sie wartete.
»Gratuliere«, sagte Mara und umarmte Kira. »8200 sind mehr als Herrin Julia für mich bezahlt hatte«
»Ja, jetzt ist es amtlich«, sagte Kira. »Jetzt bin ich eine Serva, genau wie du.«
Mara nickte nur und sie gingen zu dem Tisch an dem Kati und ihre Herrin zusammen mit zwei anderen Frauen standen. Kira ging zu ihnen und knickste. »Entschuldigung, haben Sie etwas dagegen, wenn ich mich von Kati verabschiede?«
Die Frau, die Kati ersteigert hatte, trat zur Seite. »Kein Problem«, sagte sie.
Mit einer festen Umarmung verabschiedete Kira sich von Kati, dann ging sie zusammen mit Mara zurück zur Tür des Schulgebäudes, wo sie auf die anderen wartete, um sich zu verabschieden.

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Während die anderen Serva aus Kiras Gruppe versteigert wurden, blieben Mara und Kira neben der Tür stehen und warteten auf die Anderen, die sich nach und nach zu ihnen gesellten. Die Herrschaften standen in der Nähe eines der Tische, an dem auch eine von Kiras Mitschülerinnen gestanden hatte, doch diese war kurz darauf ebenfalls zur Tür gekommen.
Nachdem auch die letzte aus dieser Gruppe versteigert worden war, verabschiedeten die ersten sich, was nicht ohne weitere Umarmungen und auch die ein oder andere Träne von statten ging.
Schließlich kam Kiras Herrin und sagte dieser, sie solle sich verabschieden.
Nachdem Kira sich von ihren Mitschülerinnen verabschiedet hatte, kam sie auch zu Mara um sich zu verabschieden.
Mara sah ihr hinter her, als sie zusammen mit der blonden Frau, die sie ersteigert hatte, durch das Tor ging. Dort drehte Kira sich noch einmal um und Mara winkte ihr ein letztes Mal. Sie würde sie wohl frühestens in zwei Jahren wieder sehen.

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Während sie noch zum Tor starrte, sah sie dort zwei Männer, die sich unterhielten. Normalerweise hätten diese nicht ihre Aufmerksamkeit erregt, doch einer der Beiden trug sehr altmodische Kleidung. Zu einer gerade geschnittenen, schwarzen Hose trug er ein weißes Hemd und darüber eine ebenfalls schwarze Weste. Über dieser trug er eine offene, schwarze Jacke mit einfachem Schnitt unter der ein Hosenträger zu sehen war. Auf dem Kopf trug er einen schwarzen, geraden Hut mit breiter Krempe unter dem einige braune Strähnen hervor schauten. Doch dieser Hut war bei weitem nicht so auffällig, wie der Bart. Mara musste nicht lange überlegen, daß dieser Bart auch Kinnvorhang genannt wurde.
Der andere Mann war eher unauffällig. Er hatte zu viel Bauch und war eher billig gekleidet.
Die Beiden schauten sich kurz um und schüttelten sich dann die Hand.

»Hier, um dich zu beruhigen«, sagte Miss Isabella, die auf einmal neben ihr stand und reichte ihr einen dünnen, dunkelbraunen Zigarillo.
»Danke«, sagte Mara und nahm den Zigarillo entgegen.
Miss Isabella gab ihr Feuer und folgte dann Maras Blick. »Also was der hier zu suchen hat, weiß ich wirklich nicht«, sagte sie und deutete auf den seltsamen Mann, den Mara eben bemerkt hatte. Mittlerweile stand er alleine neben dem Tor und sah zu den Schülerinnen der zweiten Gruppe, die nun vor der Bühne standen um sich von den potentiellen Bietern begutachten zu lassen.
Mara sah Miss Isabella fragend an.
»Das ist der Kerl, den Silke heiraten sollte. Nicht nur, daß wir ihm die Erlaubnis hier mit zu bieten, verweigert hätten, wir haben ihn auch noch auf die Sperrlisten in allen Schulbezirken setzen lassen.
»Aha?«, sagte Mara unverbindlich. Was hätte sie auch sonst sagen sollen?
»Religiöse Vereinigungen sind zwar nicht verboten, bekommen aber seit 2150 keinerlei staatliche Unterstützung mehr, wie du sicher weißt. Niemand hat etwas gegen Religionen an sich, aber es gibt auch Vereinigungen, die als Sekten eingestuft und allerhöchstens geduldet sind. Die Gemeinschaft, in der Silke aufgewachsen ist, fällt auch darunter. Und deren Angehörige dürfen per Gesetz keine Serva kaufen«, erklärte Isabella.

»Wie geht’s dir?«, fragte Isabella und wechselte so das Thema.
»Nicht so gut Miss. Jetzt ist sie zwei Jahre lang weg und das ist alles meine Schuld«, sagte Mara und zog recht nervös an dem Zigarillo.
Isabella seufzte langgezogen. »Hatten wir das nicht schon mal? Du bist ganz sicher nicht daran Schuld, daß Kira Serva geworden ist. Und außerdem sind es nur zwei Jahre. Und wer weiß, vielleicht erlaubt Frau Schrader ihr ja auch, sich mal bei dir zu melden. Soweit ich das mitbekommen habe, scheint sie ganz in Ordnung zu sein.«
»Ja, vielleicht.«, sagte Mara.
»Das wird schon werden. Mach dir keine unnötigen Sorgen. Deine Schwester ist schließlich kein kleines Kind mehr. Und sie weiß, wie man sich anständig verhält«, sagte Isabella. »Wahrscheinlich sogar anständiger als du«, fügte sie grinsend hinzu.
Mara bedachte sie mit einem empörten Blick. »Wieso das denn?«
»Komm schon, auch wenn du nicht dabei gewesen bist, meinst du denn, ich wüsste nicht, wer Frida beigebracht hat, was man mit einer Haarklammer und einem Schloss so alles anstellen kann? Ohne deine Mithilfe wäre mir damals wahrscheinlich erspart geblieben auf einmal nackt vor Julian König zu stehen.«
Beim Gedanken an diesen Anblick musste Mara laut lachen. »Aber wenigstens habe ich meine Lehrerinnen nicht zusammen geklebt.«
»Auch wieder wahr. Aber ich denke, das Einzige, mit dem Kira sich selbst Probleme einhandeln kann, ist ihre große Klappe«, sagte Isabella und sah zu Mara. »Das Problem hast du nie gehabt.«
»Ja, vermutlich.« Mara folgte Isabella zu einem in der Nähe stehenden Aschenbecher, wo sie ihre Zigarillos löschten.
»So, in einer viertel Stunde geht’s weiter. Ich muss mal wieder was tun.« Mit diesen Worten ging Isabella zu den Schülerinnen, die vor der Bühne standen.

Mara ging langsam hinter ihr her und blieb dann vor Silke stehen, die sie auffällig anschaute und mit den Augen rollte.
»Was ist denn?«, fragte sie leise. Lauter sagte sie: »Dreh dich um, ich will deinen Rücken sehen.«
»Danke«, sagte Silke. »Der Mann beim Tor, haben Sie ihn gesehen? Das ist der Mann, den ich heiraten sollte«, flüsterte sie.
»Stell dich«, sagte Mara im Befehlston. »Ja, ich habe ihn gesehen. Miss Isabella hat gesagt, er kann keine Serva kaufen«, sagte sie leise, als Silke gerade stand.
»Warum ist er dann hier?«, fragte Silke leise.
»Das weiß ich auch nicht. Und Miss Isabella hat auch keine Ahnung«, flüsterte Mara. Laut sagte sie im Befehlston: »Nimm die Strafhaltung ein!«
Silke kniete sich, nahm die Hände in den Nacken und beugte sich weit vor.
»Danke, stell dich wieder«, sagte Mara, als der dicke Mann, mit dem der Andere sich vorhin unterhalten hatte, vorbei kam. »Die Haltungen gehen sicher besser.« Als der Mann außer Hörweite war, sagte Silke leise: »Ich mache mir Sorgen.«
»Keine Angst, er kann dich ja nicht kaufen. Ich wünsche dir viel Glück«, sagte Mara und ging zu den Stuhlreihen, wo sie einen freien Platz in der dritten Reihe fand.

Mara fand es ein wenig seltsam hier zu sitzen und überlegte, ob sie nicht gehen sollte, jetzt, da Kira wahrscheinlich bereits auf dem Weg in ihr neues Zuhause war. Sie wollte gerade aufstehen, als Miss Isabella auf die Bühne trat und die Gäste bat, Platz zu nehmen. Nun wollte sie nicht wieder aufstehen und vielleicht jemanden stören, also blieb sie lieber sitzen.

Schon rief Miss Isabella die erste Schülerin auf die Bühne und die ersten Gebote wurden gemacht. Die Schülerin wurde schließlich für fast 12.000 Dollar an einen Mann aus der ersten Reihe verkauft, der darauf hin auf die Bühne ging und Miss Isabella eine Karte gab, die diese über ein Lesegerät hielt. Er bekam von Miss Isabella den Vertrag, den er unterschrieb und ging dann mit der Serva von der Bühne.
Genauso ging es bei den nächsten beiden Schülerinnen und Mara beobachtete die Bieter. Sie überlegte, wie es wohl wäre, selbst hier mit zu bieten, doch Herrin Rebecca würde ihr vermutlich den Kopf abreißen, wenn sie versehentlich eine Serva ersteigern würde.

Nun war Silke an der Reihe. Sie stellte sich auf die selbe Stelle auf der vorher auch die Anderen gestanden hatten. Aus eigener Erfahrung wusste Mara, daß sich dort, vermutlich aus Klebeband, eine Markierung auf dem Boden befand.
Die ersten Gebote kamen und der Preis stieg auf 7500 Dollar.
Dann bot der dicke Mann gleich 8000 Dollar.
So ging es einige Male zwischen diesem und zwei anderen Bietern, alles Männer, hin und her. Doch Mara fiel auf, daß jedes Mal, wenn der Dicke bot, er vorher nach rechts schaute. Sie folgte seinem Blick und sah, daß der der seltsam bekleidete Mann ihm Zeichen gab.
Wie Schuppen fiel es ihr von den Augen. Dieser dicke Mann bot für den Anderen und würde ihm Silke, nachdem er sie ersteigert hatte, vermutlich übergeben.
Sie überlegte fieberhaft, was sie tun sollte. Wenn sie doch bloß selbst so eine Bieterkarte hätte.
Dann fiel ihr ein, daß die Lehrerin am Tor ihr vorhin eine Karte gegeben hatte. Eilig holte sie diese aus der Innentasche ihrer Tunika.
»Bieterkarte Nummer 54« stand auf der Karte und darunter ihr Name.
Das Gebot stand bei 10500 Dollar. Sie beobachtete den Dicken und als dieser nach rechts schaute, folgte sie erneut seinem Blick. Der Mann am Tor hob alle fünf Finger einer Hand. Das konnte nur bedeuten, daß er 500 Dollar höher gehen wollte.
Mara überlegte gar nicht erst lange, hob die Karte hoch und rief: »Elftausend fünfhundert.«
Miss Isabella warf ihr einen erstaunten Blick zu und hob eine Augenbraue und auch Silke sah sie erstaunt an.
Mara sah, daß der Mann in der ersten Reihe abwinkte und die Hände herunter nahm.
Der Dicke sah scheinbar ratlos nach rechts. Wieder folgte Mara seinem Blick, doch inzwischen hatte der andere Mann, links neben ihr, eine Reihe weiter hinten, 12000 Dollar geboten.
Der Mann am Tor hob erneut fünf Finger.
Wieder hob Mara ihre Karte und rief »Dreizehn«.
Miss Isabella riss die Augen auf und starrte sie an.
»Dreizehntausend Dollar sind geboten für Nummer 59-112112«, rief Miss Isabella. »Bietet jemand mehr als dreizehntausend Dollar?«
Der andere Bieter hob demonstrativ die Hände und winkte ab.
Doch der Dicke bot 13500 Dollar.
Mara schaute zum Tor und der Mann dort steckte die Hände in den Hosenbund.
»Vierzehntausend«, rief Mara und hob die Karte, was ihr einen erneuten Blick und ein Kopfschütteln von Miss Isabella einbrachte.
Der Dicke schaute nach rechts und der Mann am Tor, nun fiel Mara auch endlich wieder ein daß der amerikanische Präsident, der einen eben solchen Bart getragen hatte, Adam Lincoln oder so geheißen hatte, hob beide Hände und winkte dann ab.
Mara fragte sich noch, was das heißen sollte, als der Dicke 15000 Dollar bot und ein leises Raunen durch die anwesenden Gäste ging.
Sie sah zu Miss Isabella und fragte sich, wie weit sie gehen konnte. Doch eigentlich war sie sowieso schon viel zu weit gegangen, als sie angefangen hatte, zu bieten.
Sie atmete tief durch, als Miss Isabella »15000 Dollar für Nummer 59-112112 zum Ersten« rief.
Der Mann am Tor grinste zufrieden.
Miss Isabella rief: »15000 Dollar zum Zweiten.«
Erneut hob Mara ihre Karte und rief: »Sechzehn«
Wieder ging ein Raunen durch die Menge und viele sahen zu ihr. Der Dicke schaute offenbar ratlos zum Tor, doch der Mann dort winkte ab und sah dabei sehr verärgert aus. Nun winkte der Dicke ab und legte seine Hände demonstrativ auf die Knie.
Miss Isabella sah mit offenem Mund zu Mara, besann sich dann aber auf ihre Aufgabe.
»Sechzehntausend Dollar zum Ersten«, rief sie und deutete mit ihrem Hammer auf Mara.
»Sechzehntausend Dollar zum Zweiten« Sie schaute zu dem Dicken, der den Kopf schüttelte.
»Sechzehntausend Dollar für Silke mit der Nummer 59-112112 zum Dritten«, rief Miss Isabella heiser und ließ den Hammer auf ihr Pult fallen.
»Verkauft für sechzehntausend Dollar an Frau Dorscher«, rief Miss Isabella und deutete Mara, zu ihr zu kommen.
Wie in Trance ging Mara die Stuhlreihe entlang, die Stufen zur Bühne hinauf und zu Miss Isabella. Sie holte ihre Geldbörse aus der Tasche und reichte Miss Isabella die Kreditkarte, die Herrin Rebecca ihr für Notfälle gegeben hatte.
»Darf ich mal fragen, was das sollte? Wenn Rebecca das erfährt, dann möchte ich nicht in deiner Haut stecken«, sagte Miss Isabella leise, als sie die Karte auf das Lesegerät hielt.
»Der Mann hat für den anderen geboten«, sagte Mara leise und unterschrieb den Kaufvertrag für Silke.
»Na dann, herzlichen Glückwunsch. Am Besten rufst du Rebecca gleich an und beichtest ihr. Dann hat sie Zeit, sich zu beruhigen.«
»Ja Miss«, sagte Mara. Sie ging von der Bühne und winkte Silke, ihr zu folgen.
»Warum?«, fragte Silke nur, als sie unten angekommen waren.
Mara fühlte sich gerade nicht in der Lage zu erklären, warum sie das getan hatte. Sie hatte ja selbst noch Probleme, das, was gerade passiert war, zu verstehen. Sie hatte einfach nur gehandelt, ohne nachzudenken, weil sie der Meinung war, das Richtige zu tun. Sie wollte auf keinen Fall, daß Silke von dem Mann gekauft wurde, den sie nie heiraten wollte.
»Geh dich bitte anziehen und dann stell dich da drüben an den Tisch zu deinen Mitschülerinnen«, sagte Mara, ohne Silke wirklich anzusehen.
»Ja Herrin«, sagte Silke, knickste und ging dann ins Schulgebäude.
Mara wollte sich eine ruhige Ecke suchen, um mit Herrin Rebecca zu sprechen. Hoffentlich war das Konzert schon vorbei.

»Hey, nicht vorbei gehen. Komm her«, rief auf einmal jemand von der Seite. Mara drehte sich um und sah Helen an einem Tisch sitzen.
Sie ging zu ihr und schaute sie fragend an.
»Gib schon her den Kaufvertrag. Dann mache ich das gleich amtlich«, sagte Helen und schaute Mara grinsend an.
Mara reichte ihr den Vertrag und Helen gab die Daten in ein Pad ein. »Dem hast du’s gegeben. Gut gemacht«, sagte sie, während sie Maras ID-Chip scannte.
»Ja, danke«, sagte Mara abwesend.
Helen gab ihr den Vertrag zurück. »Bin ja mal gespannt, was Rebecca dazu sagen wird.«
»Ja, ich auch«, erwiderte Mara, steckte den Vertrag zusammen mit der Bieterkarte und ihrer Kreditkarte in die Innentasche ihrer Tunika. Dann ging sie weiter bis zur Ecke des Verwaltungsgebäudes und tippte mit Zitternden Fingern Herrin Rebeccas Nummer auf dem Comm ein.

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 17.12.18 um 00:19 geändert
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jonnyf
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:13.12.18 08:23 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo HeMaDo,

einfach tolle Storie. Und wieder ein Seitenstrang, mit Silke, hervorgeholt und super "gelöst" durch Mara.

jonnyf
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Zwerglein Volljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:14.12.18 00:48 IP: gespeichert Moderator melden


Zuerst möchte ich mich, für den tollen Lesestoff, ganz herzlich bedanken.

Da war ja wieder einiges los.

Aber am meisten würde mich jetzt interessieren, wie Mara, ihrer Herrin, den Kauf einer Serva zu erklären versucht. ---ggg---

Gut, Rebecca ist keine Arme, aber das ihre Serva, ihre Kreditkarte so belastet, ist ungewöhnlich.

Vermutlich wird sie, wenn sie die Hintergründe erfährt, dem ganzen zustimmen.

Wie wird sich jetzt das Leben der 3 ändern

Vermutlich bekommt Silke erstmal Maras Zimmer, da sie ja offiziell Maras Serva ist, obwohl mit Rebeccas Karte bezahlt wurde.

Vielleicht macht Silke, mit Sunrise, auch Sulky Training??

Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

Gruß vom Zwerglein
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Wölchen Volljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:14.12.18 21:51 IP: gespeichert Moderator melden


Vielen Dank für diesen weiteren TEil.

Und da hatte ich die Tage darüber nachgedacht,das es doch toll und interessant wäre,wenn Mara eine Serva kaufen würde.Wie es aussieht du auch.

Mal sehn was daraus wird.

mfg Wölchen
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:15.12.18 10:39 IP: gespeichert Moderator melden


Hi HeMaDo

...vorab erst mal ein "dickes" Dankeschön, für deine unermüdliche Arbeit!

Das sieht ja danach aus als ob "Lady Rebecca" demnächst einen
zweispänner Sulki kaufen muß!
Aber Silkes Part hast du dadurch hervorragend aufgeschlüsselt und
zu einem tollen Ausklang gebracht!

*Respekt*

Für mich ein echt stimmiges Trio. Ich kann mir vorstellen das sich Rebecce freut,
auch wenn es, für sie,bestimmt eine kostengünstigere Lösung gegeben hätte.
Sie hatte sich ja eh schon, über eine Entlastung für Mara, Gedanken gemacht.
Also auch in dieser Richtung stimmig.

Über deinen Schreibstil brauche ich nicht viel sagen *perfekt wie immer*!
Auch die Story ist wie immer ganz großes Kino.

*TOP*

Gruß Gozar

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HeMaDo
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:16.12.18 23:14 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

Zuerst möchte ich mich, für den tollen Lesestoff, ganz herzlich bedanken.

Zitat

Vielen Dank für diesen weiteren TEil.

Zitat

...vorab erst mal ein \"dickes\" Dankeschön, für deine unermüdliche Arbeit!

Gerne doch
Aber mir macht es im Moment auch einfach selbst viel Spaß zu schreiben.



Zitat

Aber am meisten würde mich jetzt interessieren, wie Mara, ihrer Herrin, den Kauf einer Serva zu erklären versucht. ---ggg---

Gut, Rebecca ist keine Arme, aber das ihre Serva, ihre Kreditkarte so belastet, ist ungewöhnlich.

Vermutlich wird sie, wenn sie die Hintergründe erfährt, dem ganzen zustimmen.

Wie das ausgeht, kann man gleich hier nachlesen

Aber daß Mara einfach mal so 16000 ausgibt, ist eine ziemliche Überschreitung ihrer Kompetenzen. Und ob das unter die Kategorie ’Notfall’ fällt, darüber lässt sich trefflich streiten.



Zitat

Vielleicht macht Silke, mit Sunrise, auch Sulky Training??

Das bleibt bis zur nächsten Geschichte wohl ein kleines Geheimnis.



Zitat

Und da hatte ich die Tage darüber nachgedacht,das es doch toll und interessant wäre,wenn Mara eine Serva kaufen würde.Wie es aussieht du auch.

So lange musste ich darüber eigentlich nicht nachdenken, es kam mir sogar ziemlich naheliegend vor.



Zitat

Das sieht ja danach aus als ob \"Lady Rebecca\" demnächst einen 
zweispänner Sulki kaufen muß!

All zu viele Wettbewerbe für Zweispänner gibt es leider nicht, so daß das erst mal keine Option sein dürfte. Doch auch zu diesem Thema muss ich dich vertrösten und auf die nächste Geschichte verweisen.

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HeMaDo
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  Neue Horizonte - 2 Teil 89 Datum:16.12.18 23:15 IP: gespeichert Moderator melden


89



»Du hast was?«, ertönte Herrin Rebeccas Stimme aus Maras Comm, was diese unwillkürlich zusammen zucken ließ.
»Ich habe Silke gekauft. Für sechzehntausend Dollar«, sagte Mara. Sie hielt den Blick gesenkt, obwohl Rebecca sie durch das Comm unmöglich sehen konnte.
»Bleib, wo du bist und rühr dich nicht von der Stelle. Ich komme so schnell es geht«, rief Rebecca.
Mara durchzuckte ein Gedanke, den sie noch weniger mochte, als nachher Herrin Rebecca gegenüber zu stehen und ihr erklären zu müssen, was sie getan hatte.
»Nein Herrin, bitte nicht«, sagte sie energischer als sie das eigentlich wollte.
»Was? Soll ich etwa hier auf dem Empfang bleiben und mir Gedanken darüber machen, was du da getan hast?« Rebecca schrie jetzt scheinbar in ihr Comm.
»Nein Herrin. Aber fahr bitte nicht so schnell. Bitte fahr vorsichtig.«
»Ich soll was?« Rebeccas Stimme schien plötzlich viel ruhiger. »Ist das dein Ernst?«
»Bitte Herrin«, sagte Mara leise. Sie konnte hören, wie Rebecca gerade tief Luft holte.
»Ja, du hast ja Recht. Aber glaub mir, du kannst dich trotzdem auf was gefasst machen, wenn ich nach Hause komme.«
»Ja Herrin. Es tut mir leid.«
»Das hättest du dir vielleicht vorher überlegen sollen. Ich hoffe ja, daß du einen guten Grund hattest.«
»Ich hoffe es Herrin.«
»Ich fahre gleich los. Ich bin in ungefähr drei Stunden zu Hause.«
»Ja Meine Herrin. Ich liebe dich«, sagte Mara, wobei sie fast flüsterte.
Rebecca stockte einen Moment. »Ich dich auch. Wir sehen uns zu Hause«, sagte sie dann und beendete das Gespräch.

- - -

Zu viert saßen sie im Zentrum und hatten gerade etwas zu Essen bestellt. Statt zu Herrin Nadine nach Hause waren sie hier her gefahren. Herrin Nadine hatte Frau Paulsen und Emma, die ebenfalls auf der Versteigerung waren, eingeladen.
Kati saß links neben Herrin Nadine und sah sie immer wieder lächelnd an. Auch Nadine lächelte jedes Mal, wenn ihre Blicke sich trafen.
»Warum seid ihr eigentlich hier?«, fragte Kati Emma und ihre Herrin.
Frau Paulsen lachte. »Ich habe doch gesagt, wir kommen wenn es soweit ist, damit dich nicht irgend jemand ersteigert. Erinnerst du dich?«
Kati nickte. Vor einem Jahr, als sie während ihres Probemonats bei Emma und Herrin Petra gewesen war, hatte diese ihr das versprochen.
»Genau deswegen hab ich dich gekauft. Damit du nicht zu irgend jemandem musst. Immerhin weiß ich ja wie ungeschickt du sein kannst. Wer weiß, in was du dich dabei rein geritten hättest«, sagte Nadine lachend.
Kati schaute sie verwundert an. »Nicht weil du mich, ähm Entschuldigung Herrin, Sie haben mich nicht gekauft, weil sie mich mögen?«
»Doch, sonst hätte ich das nicht getan. Wenn ich dich nicht mögen würde, hätte ich ja keinen Grund gehabt, mir Sorgen um dich zu machen«, sagte Nadine. »Aber das heißt nicht, daß du gleich in mein Schlafzimmer kommen sollst. Vorher müssen wir uns nämlich noch gründlich überlegen, wie es weiter gehen soll. Schließlich sollst du ja nicht den ganzen Tag über das Wohnklo mit Gästezimmer putzen. Und so viel Wäsche, die gewaschen werden muss habe ich nicht. Selbst wenn du die mit Waschbrett und Kernseife unten am Fluss waschen würdest, würde das kaum lange genug dauern um dich den ganzen Tag zu beschäftigen.«
»Entschuldigung, wenn ich mich da einmische, aber ich habe da vielleicht eine Idee«, sagte Frau Paulsen.
»Was denn für eine?«, fragte Nadine interessiert.
»Nun ja, wenn Sie eine Serva eine Ausbildung machen lassen, wird das vom Staat gefördert«, sagte Frau Paulsen.
»Eine Ausbildung? Das ist ja eine gute Idee, aber ich denke, wir alle wissen, daß Kati manchmal ein wenig ungeschickt sein kann«, wandte Nadine ein.
»Ich glaube, daß sie das in den Griff bekommen kann, wenn Sie ihr helfen. Ich habe da eine Idee, was sie machen könnte. Als sie während ihres Probemonats bei uns war, habe ich gemerkt, daß sie sehr gut mit Tieren umgehen kann. Sicher könnte sie studieren, aber ein Medizinstudium, auch wenn es ein veterinärmedizinisches ist, ist ziemlich Zeitaufwändig und für eine Serva ist das wohl kaum das Richtige.« bei diesen Worten schaute Emma ihre Herrin schmollend an. Diese zog Emma zu sich, bis ihre Stirn Emmas berührte. »Schau nicht so, ich will ja auch noch was von dir haben«, sagte sie und wandte sich dann wieder an Nadine: »Aber eine Ausbildung als Tierarzthelferin wäre vielleicht etwas. Die dauert drei Jahre und die Zeit, die sie etwas im Haushalt machen kann sowie die Freizeit kommen dabei auch nicht zu kurz. Das sollte auf jeden Fall reichen um sich bei Ihnen einzuleben und danach können Sie immer noch entscheiden, wie es weiter gehen soll.«
»Das hört sich vernünftig an. Aber irgend wie habe ich das Gefühl, daß Sie sich das schon länger überlegt haben«, sagte Nadine.
»Ehrlich gesagt ja. Diese Überlegungen habe ich schon damals angestellt, nachdem ich Emma ersteigert hatte.« Frau Paulsen grinste Emma an. »Und ich denke, für Kati wäre das auch das Richtige. Wenn Sie sich dafür entscheiden, könnte ich eine Kommilitonen von mir anrufen, die hier in Jena eine Praxis hat und sie fragen, ob Kati ihre Ausbildung bei ihr machen kann oder ob sie einen Kollegen oder eine Kollegin kennt, die eine Auszubildende suchen.«
»Das klingt gut. Ich glaube, das werden wir so machen«, sagte Nadine.
»Entschuldigung?« Kati schaute Nadine fragend an.
»Ja?«, fragte diese.
»Werde ich denn gar nicht gefragt, ob ich das überhaupt möchte?«, fragte Kati.
Frau Paulsen und auch Emma sahen Kati an, schüttelten die Köpfe und machten »Ts ts ts«
Nadine grinste breit. »Nein, du bist eine Serva und wirst nicht gefragt.«

Die Vier unterhielten sich noch eine Weile, während sie auf das Essen warteten. Als dieses kam, aßen sie in aller Ruhe. Dann mussten Frau Paulsen und Emma jedoch wieder gehen, da sie mit dem Zug her gekommen waren und sie auch nicht zu spät wieder zu Hause sein wollten.
Auch Nadine und Kati verließen das Zentrum.
»Ich weiß nicht, wie weit du dich hier auf dem Gelände auskennst, aber am Montag müssen wir dich erst mal hier anmelden. Und soweit ich weiß, bekommst du dann auch ein Comm, damit du hier ein und aus gehen kannst. Ich hab mir einen Tag dafür frei genommen. Ich hoffe ja, daß das reicht«, erklärte Nadine, während sie zu dem Wohnblock fuhren, in dem Nadines Wohnung lag.

Dort angekommen, betraten sie die Lobby, fuhren mit dem Aufzug nach oben und Nadine öffnete die Wohnungstür.
Sie ging voraus ins Wohnzimmer und sagte: »Herzlich willkommen in deinem neuen Zuhause.«
Kati sah sie an und hatte ein Glitzern in den Augen. »Entschuldigung«, sagte sie, fiel Nadine um den Hals und begann zu weinen.
Für Nadine war so etwas eine vollkommen neue Situation. Sie legte die Arme um Kati und drückte sie an sich.
»Ich hatte schon Angst, du hättest mich vergessen«, sagte Kati schniefend und vergrub ihren Kopf an Nadines Schulter.
Auch Nadine liefen einige Tränen die Wange herab und sie standen noch eine lange Weile so mitten im Wohnzimmer und keine wollte die Andere los lassen. »Wie könnte ich dich denn vergessen?«, fragte Nadine.

- - -

»Wo sind wir hier, Herrin?«, fragte Kira, als Herrin Vanessa das Auto durch die Straßen einer Stadt lenkte.
»Oh, du kannst ja doch sprechen«, sagte Herrin Vanessa und schaute kurz zu Kira, die schüchtern auf dem Beifahrersitz saß und sich neugierig umschaute. »Das hier ist Bamberg. Das da vorne links ist der Markt.« Sie deutete auf einem Platz vor einem ziemlich alten Haus, welches aber sehr gut in Schuss war. Dann lenkte sie den Wagen nach links, ohne dabei auf den Gegenverkehr zu achten. Ein entgegenkommendes Auto musste stark bremsen und der Fahrer hupte und machte eine ziemlich eindeutige Geste, mit der er ihren Geisteszustand in Frage stellte.
Vor einer Brücke stellte sie den Wagen auf einen Parkplatz und schaltete ihn aus.
Schnell stieg Kira aus und hielt ihr die Tür auf.
»Danke«, sagte Herrin Vanessa und stieg aus dem Wagen. »Hol deine Tasche raus, ab hier laufen wir.«
Dann holte sie ein Comm aus ihrer Handtasche und wählte einen Kontakt.
»Schrader hier. Ich habe den Wagen an der unteren Brücke abgestellt. Nummer 197. Auf der Ostseite«, sagte sie und beendete das Gespräch.
»So ein Leihwagen ist einfach eine praktische Sache. Komm, lass uns da vorne einen Kaffee trinken, bevor wir nach Hause gehen«, sagte sie zu Kira und ging um das Haus herum. Nun befanden sie sich auf dem kleinen Platz, den sie eben als Markt bezeichnet hatte und gingen auf ein Café zu.
Sie gingen in den Laden und Herrin Vanessa suchte einen Tisch und wollte sich setzen. Schnell stellte Kira ihre Tasche ab und hielt ihr den Stuhl.
Herrin Vanessa setzte sich und Kira schob ihr den Stuhl vor, dann stellte sie sich neben den Tisch.
»Setz dich bitte«, sagte Herrin Vanessa und wartete, bis Kira saß. »Ich weiß, daß das zu deinen Aufgaben gehört, aber ich bin weder Alt noch gebrechlich. Du brauchst mir also keine Autotür aufhalten. Und den Stuhl kann ich auch noch gerade so selbst an den Tisch schieben. Und wenn ich mich gesetzt habe, dann kannst du dich auch setzen, ohne zu warten, bis ich etwas sage.«
»Entschuldigung, Herrin«, sagte Kira und starrte auf den Tisch.
»Wofür denn? Dafür daß du das tust, was du gelernt hast? Das ich es nicht ganz so streng nehme ist doch nicht dein Fehler. Andere Dinge werde ich vermutlich etwas strenger handhaben. Aber wenn du dich an das hältst, was du gelernt hast, werden wir bestimmt gut miteinander auskommen.« Herrin Vanessa gab Kira die Mappe mit der Karte des Cafés. »Der Cheesecake ist hier hervorragend. Den solltest du mal versuchen.«
Kira schaute sich die Karte an und stellte fest, daß es hier mindestens ein Dutzend Sorten Cheesecake gab. Als die Bedienung kam, bestellte Herrin Vanessa einen Kaffee Latte und ein Stück Strawberrycheesecake.
Kira wählte einen Cappuccino und einen Schokoladencheesecake.

»Erzähl mir mal ein wenig über dich. Warum bist du eigentlich Serva geworden? Auch wenn man ein Stipendium bekommt, sowas macht man doch nicht leichtfertig«, forderte Herrin Vanessa Kira auf.
Kira schaute kurz auf. »Eigentlich wegen meiner Schwester«. Sagte sie und begann zu erzählen, wie es für sie war, als Mara auf einmal verschwunden war, wie sie sie in den Nachrichten gesehen hatte und dann angefangen hatte, sie zu suchen und wie sie schließlich in die Schule gegangen und auf Horizons Mara endlich wieder gesehen hatte.
Dabei unterbrach Herrin Vanessa sie nur selten um etwas nachzufragen und als sie fertig mit erzählen war, hatten sie den Kuchen schon aufgegessen.
»Du hast deine Schwester sehr gerne, oder?«
»Ja Herrin. Irgendwie vermisse ich sie schon.«
»Ich habe nur zwei Brüder, also kann ich da nicht mit reden. Komm, lass uns nach Hause gehen.« Herrin Vanessa zahlte und stand dann auf. Kira nahm ihre Tasche und sie verließen das Café. Sie gingen über die Straße und dann in eine schmale Gasse, der sie knapp hundert Meter folgten.
Sie betraten ein weiß verputztes Haus in dem sich ein Kiosk befand und gingen in den zweite Stock. Dort schob Herrin Vanessa den Schlüssel in das Schloss der einzigen Wohnungstür auf dieser Etage.
Bevor sie allerdings aufschloss sagte sie etwas betreten: »Du fragst dich sicher, warum ich überhaupt eine Serva kaufen wollte. Ich fürchte, den Grund wirst du gleich sehen. Bitte erschreck dich nicht zu sehr.« Sie schloss auf und öffnete die Tür. Bereits im Flur sah Kira, daß Herrin Vanessa es mit der Ordnung nicht all zu genau nahm. Überall lagen und standen etwa einen Meter lange Papprollen herum. An der Wand zur Rechten hingen mit Pinnadeln befestigt Zeichnungen, Bilder und Pläne. Vor der Garderobe türmte sich ein Haufen Schuhe und an der Garderobe hingen neben einigen Jacken und Mänteln sogar Shirts und ein Nachthemd. Der Teppich war zwar offenbar erst vor kurzem gesaugt worden, aber nur dort, wo keine Flechtkörbe mit Papprollen oder Pappkartons standen.
»Da vorne rechts ist die Küche und links gegenüber das Wohnzimmer. Das Bad ist da und das ist mein Büro. Dein Zimmer ist hier, gegenüber vom Bad. Sieh dich ruhig um, aber schau nicht zu genau hin.«
Kira war selbst nie die ordentlichste Person gewesen, bis sie in die Schule gekommen war, doch als sie sich umschaute, wunderte sie sich, wie man so überhaupt wohnen konnte. Überall lagen Papprollen herum und selbst im Wohnzimmer lagen mehrere Stapel mit gefalteten Plänen und der Esstisch war unter mehreren Schichten Papier begraben. Auf dem Sofa im Wohnzimmer lagen mehrere Decken und vor der Fensterbank stand ein Bügelbrett. Die gebügelten Kleidungsstücke lagen in mehreren Stapeln auf der Fensterbank und in einem Korb befand sich Wäsche, die anscheinend noch gebügelt werden musste.
Der einzige Raum, der etwas ordentlicher war, war die Küche. Aber auch hier lagen auf dem Tisch mehrere Bücher, deren Titel verrieten, daß es um Architektur ging. Und in den Schränken befanden sich nur wenige Lebensmittel. Selbst im Kühlschrank herrschte, abgesehen von mehreren Packungen Fertigessen, welches ganz bestimmt keinen Kühlschrank benötigte um frisch zu bleiben, gähnende Leere.
Schließlich ging Kira in das Zimmer, welches ihres sein sollte. Dort fand sich zu ihrem Erstaunen keine solche Unordnung. Das Bett und der Kleiderschrank waren offenbar neu aber auf dem Teppich konnte man noch Abdrücke von Umzugskartons sehen, wie sie überall im Flur herum standen. Anscheinend waren diese hier gelagert worden, bevor sie in den Flur geräumt worden waren.
»Das hier ist mein Schlafzimmer«, sagte Herrin Vanessa, als Kira aus ihrem Zimmer heraus kam und öffnete die entsprechende Tür. Auch hier sah es ein wenig chaotisch aus und im Kleiderschrank befanden sich kaum Kleider. Diese waren anscheinend alle im Wohnzimmer oder hingen an der Garderobe.
»Ähm«, sagte Kira und wollte etwas sagen.
»Ja, ich weiß. Ich kenne die Schlafzimmerregel. Aber ich hoffe doch sehr, daß die nur gilt, wenn ich auch darin bin«, sagte Herrin Vanessa und sah Kira fragend an.
Bis jetzt wusste sie nicht recht, was sie von Herrin Vanessa halten sollte, doch nun, wo sie genau so verlegen aussah, wie sie sich bis jetzt gefühlt hatte, war sie ihr sogar ziemlich sympathisch. Sie fing an zu kichern. »Ich denke schon Herrin. Aber ich finde sie ziemlich albern. In den meisten Fällen ist doch sowieso klar, warum jemand eine Serva kauft. Entweder um den Haushalt in Ordnung zu halten oder fürs Schlafzimmer. Warum ist es dann so schlimm, einer Serva gleich zu sagen, was man von ihr erwartet. Das würde es leichter machen. Für die Serva und für die Herrschaft.«
»Du hättest nichts dagegen, wenn ich dich bitten würde, ähm… also wenn ich dich bitten würde, ins ähm, Schlafzimmer zu kommen?«, fragte Herrin Vanessa verwundert.
Kira sah sie kurz an und legte den Kopf zur Seite. Ihr fiel ein Satz ein, den Miss Noemi während des erweiterten Sexualkundeunterrichts, wie sie es nannte, gesagt hatte. »Auch eine Serva findet es sicher besser, wenn man sich um sie bemüht, anstatt gleich mit der Tür ins Haus zu fallen oder darauf wartet, daß sie den ersten Schritt macht«, zitierte sie Miss Noemi. »Das hat unsere Lehrerin mal gesagt und ich finde irgend wie, daß das ziemlich gut passt.«
»Das hört sich ziemlich nach einer romantischen Beziehung an. Was ist aber, wenn es nur um das Eine geht?«, wollte Herrin Vanessa wissen.
»Ich glaube nicht, daß es da einen großen Unterschied gibt«, sagte Kira und verließ das Schlafzimmer wieder. »Soll ich gleich anfangen, Herrin«, fragte sie als sie wieder im Flur stand.
Herrin Vanessa sah sie erschrocken an. »Also das geht jetzt mir zu schnell.«
»Ich meinte, ob ich mit Aufräumen anfangen soll. Deshalb bin ich doch hier, Herrin?«, sagte Kira kichernd.
Herrin Vanessa schaute sie erneut recht verlegen an. »Ja, ich denke, das ist eine gute Idee. Aber möchtest du nicht erst mal deine Sachen einräumen und dich, ähm, einrichten?«, fragte Herrin Vanessa.
»Das kann ich auch später noch machen, Herrin«, sagte Kira.
»Bei mir scheitert es meistens schon daran, daß ich nicht mal wüsste, wo ich anfangen sollte. Dann wünsche ich dir viel Erfolg« erwiderte Herrin Vanessa.
Als Kira mit einem Haufen Wäsche aus dem Wohnzimmer kam und ins Schlafzimmer brachte, schaute sie ihr hinter her und ging in die Küche, wo kurz darauf das Geräusch einer Kaffeemaschine ertönte.

- - -

Auf dem Weg zu dem Tisch, an dem Silke zusammen mit den anderen Serva ihrer Gruppe stand, die bereits versteigert worden waren, nahm Mara von dem Tablett, welches eine der Schülerinnen durch die Reihen der Gäste trug, ein Glas mit Sekt und nahm einen großen Schluck. Sie hatte zwar nie verstanden, wieso Alkohol beruhigend sein sollte, doch wenn das stimmte, dann war das sicher keine all zu schlechte Idee. Sie trank das Glas aus und stellte es auf das Tablett einer anderen Schülerin, dann ging sie zu dem Tisch.
Als Silke sie sah, knickste diese und schaute sie erwartungsvoll an.
»Ich warte noch, bis Miss Isabella fertig ist. Ich glaube, ich muss mit ihr reden. Und außerdem kannst du dich dann noch von deinen Mitschülerinnen verabschieden«, sagte Mara zu ihr.
»Vielen Dank, Herrin«, sagte Silke. »Darf ich fragen, warum Sie das getan haben Herrin?«
Mara fasste Silke an der Schulter und zog sie etwas bei Seite. »Hast du auf den dicken Mann geachtet, der dich ersteigern wollte?«, fragte Mara.
»Ja Herrin. Er war mir nicht besonders sympathisch, aber das ist doch kein Grund, daß Sie mich gleich kaufen.«
»Der wollte dich nicht. Er hat für den Mann geboten, den du heiraten solltest. Die Beiden haben sich andauernd Zeichen gegeben«, erklärte Mara.
»Was? Dann hätte ich doch zu ihm gehen müssen?«, fragte Silke bestürzt.
»Ich denke schon. Warum sonst sollte er dem Dicken Zeihen geben, wie viel er bieten soll?«
»Dann… dann...« Silke musste schlucken und Tränen liefen ihre Wange herunter. »Vielen Dank Herrin«, sagte sie leise.
Aus einer Eingebung heraus zog Mara Silke zu sich und nahm sie in die Arme. »Schon gut, jetzt kann er dich nicht mehr kaufen.«
»Vielen Dank«, sagte Silke noch mal, bevor Mara die Umarmung löste.
»Bleib hier stehen und warte auf mich«, sagte Mara und ging in Richtung Tor. Von dort aus sah sie, daß der Dicke und der andere Mann sich stritten und zu einem Auto gingen. Noch immer streitend stiegen sie ein und fuhren davon.

Erleichtert, daß dieser Mann weg war, ging Mara zum Buffet, wo sich nun auch viele der anderen Gäste bedienten, da die Versteigerung beendet war.
»Eigentlich gehört es sich ja nicht, daß eine Serva sich hier am Buffet bedient.«
Mara wandte sich zu Miss Isabella um, die sie gerade angesprochen hatte. »Ich habe gerade 16000 Dollar hier gelassen, da kann ich doch sicher auch mal was essen. Außerdem werde ich das ganz sicher brauchen. Mit nüchternem Magen möchte ich Herrin Rebecca nachher nicht unbedingt unter die Augen treten müssen«, sagte sie und legte sich einige Pastetchen auf den Teller.
»Da hast du wahrscheinlich Recht. Aber jetzt erklär mir doch bitte mal, warum du das getan hast.«
Mit vollem Teller ging Mara zu einem freien Tisch und Miss Isabella folgte ihr. Dort erzählte Mara ihr, was sie gesehen und weshalb sie Silke ersteigert hatte.
»Die haben zusammen gearbeitet? Wenn das so ist, dann gehörst du nicht bestraft sondern solltest einen Orden bekommen. Den Typen werde ich auch gleich auf die Sperrliste setzen lassen«, sagte Miss Isabella.
»Das ist gut. Aber Herrin Rebecca wird mich trotzdem umbringen, wenn sie nach Hause kommt.«
»Wenn du ihr das erklärst, wird sie das ganz sicher nicht tun.«
Mara schüttelte den Kopf. »Mir fallen ziemlich viele Sachen ein, die ich hätte machen können anstatt Silke gleich zu kaufen. Ich hätte Ihnen zum Beispiel etwas sagen können, oder zumindest einer der Lehrerinnen. Und ich hätte ihr auf jeden Fall Bescheid sagen sollen.«
»Wie hättest du das denn tun sollen? Wäre dafür denn genug Zeit gewesen?«
»Das spielt doch keine Rolle. Ich habe etwas getan, was ich nicht hätte tun dürfen. Die Karte hat Herrin Rebecca mir für Notfälle gegeben«
»Na, wenn das mal kein Notfall war.«, sagte Miss Isabella und nahm sich eine der Pasteten von Maras Teller. »Die Anderen sind alle weg. Du solltest jetzt mit Silke nach Hause gehen. Und Kopf hoch. So schlimm wird es schon nicht werden.«
»Ja, das ist wohl das Beste.« Mara ließ den Kopf hängen und wollte zu Silke gehen.
»Denk dran, daß wir morgen zum Frühstück kommen um die Planung für eure Hochzeit weiter zu bringen«, sagte Miss Isabella noch, als Mara gehen wollte.
»Ach du Schande. Sie wird die Hochzeit absagen«, sagte Mara und riss die Augen weit auf.
»Das wird sie ganz bestimmt nicht machen. So weit solltest du sie aber schon kennen. Und jetzt holst du mal ganz tief Luft und beruhigst dich wieder anstatt so einen Blödsinn zu verzapfen. Sicher wird sie erst mal sauer sein. Aber wenn du ihr erklärst, was passiert ist, dann wird sie sich wieder beruhigen. Und dann könnt ihr zusammen bereden, wie es weiter geht. So schlimm ist es nämlich nicht, wenn man zwei Serva zu Hause hat«, sagte Miss Isabella. »Hmm, meistens jedenfalls«, fügte sie dann hinzu und ließ Mara einfach stehen.

Mara aß die letzte Pastete und ging dann zu Silke, die mittlerweile alleine an dem Tisch stand.
»Entschuldige. Aber ich habe noch mit Miss Isabella geredet. Nimm deine Sachen und dann lass uns nach Hause gehen«, sagte Mara. Sie wartete, bis Silke ihre Tasche genommen hatte und ging dann nach draußen, wo sie eines der Elektroautos nahmen und nach Hause fuhren.

-

»Ist alles in Ordnung Herrin?«, fragte Silke, als sie ins Haus gingen.
»Ich weiß es nicht«, sagte Mara niedergeschlagen. Ganz egal, wie sie es drehte und wendete, sie hatte ganz eindeutig etwas getan, was sie nicht hätte tun dürfen. Und dieses Mal war es nicht so etwas wie als Sunrise weg zu laufen, so daß alle im Stall sie einen ganzen Tag lang gesucht haben. Dieses Mal war sie selbst es, die einen Fehler gemacht hatte. Und zwar einen richtig großen Fehler. Sie hatte etwas getan, was außerhalb jeder Eigenverantwortung lag und dazu hatte sie auch noch einen Haufen Geld ausgegeben, das ihr gar nicht gehörte. »Herrin Rebecca wird ziemlich wütend sein, wenn sie nach Hause kommt. Ich glaube, daß du das nicht unbedingt mitbekommen musst. Am Besten gehst du nach oben. Du weißt ja noch, wo dein Zimmer ist.«
»Ich würde gerne bei Ihnen bleiben, Herrin Mara. Immerhin bin ich ja auch Schuld daran.«
»Nein, wenn jemand wirklich nichts dafür kann, dann bist du es. Bitte geh nach oben und räum schon mal deine Sachen ein. Ich rufe dich nachher. Wenn du Hunger hast, ich glaube, im Schrank in der Küchenzeile sind noch ein paar Fertiggerichte. Wahrscheinlich wird es nachher eine ganze Weile dauern.«
»Ja. Herrin Mara«, sagte Silke, nahm ihre Tasche und ging nach oben.

Als Silke nach oben gegangen war, schaute Mara auf ihr Comm. Es war jetzt schon fast drei Stunden her, seit sie Herrin Rebecca angerufen hatte. Sie musste also balde kommen.
Mara ging in den Keller und holte eine Peitsche, eine ziemlich fiese Singletail, aus dem Spielzimmer. Dann zog sie ihre Kleider aus, legte diese sorgfältig zusammen und legte sie auf den kleinen Tisch neben der Treppe. Dann stellte sie sich neben die Tür und sah aus dem kleinen Fenster nach draußen.
Es dauerte noch eine halbe Stunde, bis Rebeccas Wagen die Einfahrt hinauf kam.
Mara nahm die Peitsche und kniete sich in die Mitte der Halle, mit dem Gesicht zur Tür. Sie nahm die Hände mit den Handflächen nach oben, vor sich und hielt die Peitsche. Den Kopf nahm sie nach oben und senkte den Blick.
Kurz darauf öffnete sich die Tür. Mara wagte es nicht, auf zu sehen und hielt den Blick eisern vor sich auf den Boden gerichtet.

»Ja, ich bin vorsichtig gefahren«, sagte Herrin Rebecca und trat in ihr Blickfeld. Vielmehr trat sie gerade so nah vor Mara, daß diese ihre Stiefel sehen konnte.
»Vielen Dank meine Herrin«, sagte Mara leise.
»Und jetzt möchte ich, daß du mir erzählst, was passiert ist. Und zwar von vorne«, sagte Rebecca, ohne Mara aufstehen zu lassen.
Mara begann leise aber deutlich zu erzählen, was passiert war. Angefangen bei ihrer Verspätung, wegen der sie um ein Haar Kiras Versteigerung verpasst hätte, daß die Lehrerin am Eingang der Schule ihr die Bieterkarte gegeben hatte und davon, wie sie die beiden Männer beobachtet hatte, wie sie sich unterhielten. Sie erzählte von Silkes Versteigerung, und daß sie den dicken Mann dabei beobachtet hatte, wie der Mann, den Silke hätte heiraten sollen ihm Zeichen gegeben hatte und wie die anderen Bieter nacheinander Ausgestiegen waren, bis nur noch der dicke Mann übrig war und beinahe den Zuschlag bekommen hatte, worauf hin sie schließlich gegen ihn geboten und schließlich, für 16000 Dollar den Zuschlag bekommen hatte.
Daß sie nach der Versteigerung die beiden Männer hatte streiten sehen ließ sie ebenso wenig aus wie das Gespräch mit Miss Isabella und daß Helen gleich den Kauf offiziell registriert hatte.

»So ähnlich hat mir Isabella das auch erzählt, als sie mich angerufen hat. Und was denkst du, sollen wir mit Silke jetzt machen?«, fragte Rebecca und klang dabei wesentlich weniger verärgert als Mara befürchtet hatte.
»Ich weiß es nicht, Herrin Rebecca«, sagte Mara.
»Dann werden wir das wohl zusammen überlegen müssen. Und wenn wir uns morgen mit den Anderen treffen, dann können wir notfalls Isabella um Rat fragen.«
Nun sah Mara doch auf. »Sie sagen die Hochzeit nicht ab?«, fragte sie und senkte sofort wieder den Blick.
»Warum sollte ich das tun? Du hast einen Fehler gemacht. Du hättest Isabella Bescheid sagen können, was da zwischen den beiden Männern abgelaufen ist. Oder Helen, die war ja auch dabei. Aber darüber nachzudenken ist es jetzt zu spät. Das hat aber nichts damit zu tun, daß ich dich liebe. Aber für eine Serva, die du ja bist und auch selbst sein möchtest, ist das nun mal eine sehr weite Überschreitung deiner Befugnisse.« Rebecca machte eine kurze Pause.
»Du hast die Peitsche schon in der Hand. Was denkst du, wie deine Strafe ausfallen sollte?«
Mara schluckte. Sie hatte genug Zeit gehabt, sich auf diese Frage eine Antwort zu überlegen. »Hundertsechzig«, sagte sie.
»Ich bin der Meinung, das ist ein wenig übertrieben. Du bekommst zweiunddreißig. Und ich möchte, daß du bis sechzehn mit zählst«, sagte Rebecca, trat zu Mara und nahm ihr die Peitsche aus der Hand. Sofort nahm Mara ihre Haare nach vorne und legte die Hände in den Nacken, bevor sie sich vor beugte, bis ihre Stirn den Boden berührte.
»Silke, du kannst runter kommen. Knie dich bitte da hin«, hörte Mara Herrin Rebecca sagen. Anscheinend hatte Silke oben auf dem Treppenabsatz gestanden und alles mit angehört.
Aus den Augenwinkeln sah sie, wie Silke die letzten Stufen der Treppe herunter kam, vor Herrin Rebecca knickste und sich dann am Fuß der Treppe auf den Teppich kniete.

Ohne Vorwarnung traf Mara der erste Schlag, quer über den Rücken. Er nahm ihr den Atem und es dauerte einen Moment, bis sie sich so weit gesammelt hatte, daß sie laut und deutlich »Eins« sagen konnte. Sie war froh, daß ihr Gesicht verdeckt war und so niemand ihre Tränen sehen konnte.
Als der zweite Schlag sie traf, hatte sie diesen bereits erwartet und sagte »Zwei.«
Nach dem vierten Schlag hatte sie den Rhythmus erkannt und konnte sich besser auf die Schläge einstellen.
Nach dem zehnten Schlag spürte sie, daß ihr Rücken wie Feuer brannte und sie wünschte sich, nicht mit zählen zu müssen. Der Teppich unter ihrem Gesicht war mittlerweile von ihren Tränen durchnässt, als der nächste Schlag ihren Rücken traf und sie »Elf.« sagte.
Nach sechzehn Schlägen spürte sie, wie sie zitterte. Sie war froh, auf dem Boden zu knien, sonst wäre sie wahrscheinlich schon längst umgefallen.

Der nächste Schlag ließ etwas auf sich warten und so traf er sie nicht richtig vorbereitet. Aber sie musste nicht mehr mit zählen. Also hielt sie die Augen geschlossen und wartete still auf den nächsten Schlag. Dieser zerrte an ihrem Bewusstsein und der nächste Schlag, der sie traf drang ohne Umweg über ihr Gehirn in ihr Bewusstsein und riss es mit sich. Die nächsten Schläge bekam sie nur noch am Rande ihres Bewusstseins mit, welches irgend wo, weit ab der Realität, herum trieb.
Es dauerte eine lange Zeit, bis sie realisierte, daß die Schläge aufgehört hatten und noch länger dauerte es, bis ihr Bewusstsein wieder in ihren Körper gefunden hatte. Sie spürte, daß jemand sie unter den Armen fasste und ihr auf half. Sie ließ sich einfach mit geschlossenen Augen führen, ohne wirklich zu realisieren, wo hin sie geführt wurde. Dann spürte sie etwas kaltes auf ihrem schmerzenden Rücken und eine Berührung. Sie hörte das leise Zischen einer Sprühflasche und wieder spürte sie eine Kühle, die den Schmerz etwas linderte. Ein leichtes Brennen durchzuckte sie, als etwas, wahrscheinlich eine steriles Abdecktuch, auf ihren Rücken gelegt wurde. Dann lag ihr Kopf auf einmal auf Herrin Rebeccas Beinen und sie spürte, wie diese eine Decke über sie legte. Sie rutschte näher an Herrin Rebecca heran und legte einen Arm um deren Rücken. Den anderen Arm schlang sie um deren Beine. Doch da war noch etwas, was dort lag. Statt dem Leder des Sofas spürte sie Stoff und darunter ein Bein.
Sie fragte sich, ob Herrin Rebecca auf einmal drei Beine hatte, dann spürte sie deren Hand in ihrem Nacken, die sie sanft streichelte und hörte ein leises Schluchzen, als würde jemand weinen. Bewegen wollte sie sich jetzt gerade nicht und über die Frage, wer das war, schlief sie schließlich ein.

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Mara wachte auf, als es hell im Zimmer wurde. Sie öffnete langsam die Augen und blickte auf Rebeccas Hosenbeine. Sie fragte sich, warum sie angezogen im Bett lag und allmählich kam ihr die Erinnerung an diesen seltsamen Traum wieder in ihr Bewusstsein. Sie hatte, nachdem sie sich von Kira verabschiedet hatte, Silke ersteigert. Sie schüttelte den Kopf. Warum hätte sie das tun sollen?
Sie versuchte, ohne Rebecca zu wecken, sich etwas zu drehen, als ein stechender Schmerz ihren Rücken durchflutete und stöhnte leise auf. Allmählich bemerkte sie, daß sie tatsächlich auf dem Sofa im großen Salon lagen. Herrin Rebecca war noch angezogen und sie lagen unter mindestens zwei Wolldecken.
»Guten morgen meine Herrin«, sagte sie in Rebeccas Schoß, der sich genau vor ihrem Gesicht befand, als sie ein Geräusch hörte und Rebecca sich bewegte.
»Guten Morgen mein Schatz«, sagte Rebecca von irgend wo bei ihren Beinen. »Na, hast du gut geschlafen?«
»Ja Herrin, aber ich habe einen ziemlich komischen Traum gehabt. Ich habe geträumt, daß ich Silke ersteigert habe.«
»Das war kein Traum«, sagte Rebecca und richtete sich langsam unter leisem Stöhnen auf. »Für meinen Rücken ist das mal gar nichts, so zu liegen.«
Während Mara den Kopf etwas zurück nahm, damit Rebecca sich setzen konnte, rutschte etwas von deren Hüfte direkt vor Maras Gesicht. Für einen Moment schauten sich Mara und Silke in die Augen. Dann dämmerte Mara, daß es kein Traum gewesen war und sie Silke tatsächlich ersteigert hatte. Beide richteten sich auf und sahen sich, über Rebecca hinweg, verlegen an.
»Warum liegen wir hier?«, fragte Mara, nachdem sie es geschafft hatte, ihren Blick von Silke zu lösen.
»Ganz einfach. Du warst ziemlich schnell eingeschlafen und Silke hat sich die Schuld dafür gegeben, daß ich dich bestraft habe. Sie war ziemlich aufgelöst und ich habe versucht, sie zu beruhigen. Irgendwann ist sie dann auch eingeschlafen und weil ich euch nicht wecken wollte, hab ich euch einfach schlafen gelassen. Aber jetzt geht ihr beiden mal nach oben und macht euch frisch. Und dann deckt mal den Tisch für’s Frühstück. In einer halben Stunde kommen nämlich Johanna, Larissa und die Anderen. Ich hoffe ja, daß du genug Brötchen für alle bestellt hast.«

Mara sprang auf und wäre dabei fast über die Wolldecke gefallen. »Ach du Schande, das habe ich vollkommen vergessen«, rief sie aus.
Rebecca seufzte. »Ab nach oben mit euch. Ich bestelle schnell Brötchen.«
»Ja Herrin«, sagte Mara und wollte gehen.
»Hey, du hast da was vergessen«, sagte Rebecca und deutete zu Silke, die noch immer reichlich verstört neben ihr auf dem Sofa saß.
»Silke, kommst du?«, fragte Mara.
Nun stand Silke auf und knickste. »Ja Herrin«, sagte sie und folgte Mara aus dem Wohnzimmer.
»Darüber sollten wir am Besten nie wieder ein Wort verlieren«, sagte Mara verlegen, als sie auf dem Treppenabsatz angekommen waren.
»Ja Herrin«, sagte Silke und ging in Richtung ihres Zimmers.
Mara ging schnell ins Bad und machte sich frisch. Zum Duschen reichte die Zeit nicht mehr, also setzte sie sich, mit der Zahnbürste im Mund, auf die Toilette, schloss den Schlauch an den Anschluss ihres Gürtels und ließ diesen vom warmen Wasser durchspülen. Dann folgte der warme Luftstrom und als sie trocken war, wusch sie sich und ging dann ins Ankleidezimmer, wo sie warme Unterwäsche und eine Tunika anzog.

Keine zehn Minuten später kam ihr Rebecca auf der Treppe entgegen.
»Na, wach?«, fragte diese mit einem leichten Grinsen im Gesicht.
»Ja Herrin. Das war ziemlich pein...«, sagte Mara. Weiter kam sie nicht, weil Rebecca sie im Nacken gepackt hatte und sie küsste.
»Das war es ihr sicher auch. Und jetzt ab in die Küche. Brötchen habe ich bestellt, die sollten gleich an kommen.«
»Danke Herrin«, sagte Mara und ging in die Küche, wo sie Eier aufsetzte und die Kaffeemaschine anstellte. Als sie zum Kühlschrank ging um den Aufschnitt zu holen, kam Silke herein.
»Geh du ins Esszimmer und deck schon mal den Tisch. Wir sind neun Leute«, wies Mara sie an.
»Ja, Herrin«, sagte Silke und ging zur Tür die zum Esszimmer führte.
»Silke«, sagte Mara, als diese gerade hinaus gehen wollte.
Silke blieb stehen und drehte sich noch einmal um.
»Entschuldige, das war alles ziemlich komisch. So sollte es eigentlich nicht sein, wenn eine Serva ins Haus kommt. Herzlich Willkommen.«
»Vielen Dank Herrin«, sagte Silke und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht.
Mara erwiderte dieses Lächeln. »Aber tu mir bitte einen Gefallen, nenn mich nicht Herrin. Die Herrin hier ist Herrin Rebecca.«
»Aber wie soll ich Sie denn sonst nennen? Sie haben mich doch ersteigert, also sind Sie meine Herrin.«
Mara seufzte leise. Sie begann eine Ahnung davon zu bekommen, wie es Herrin Rebecca mit ihr gegangen sein musste. Sie nickte und sagte: »Vielleicht hast du Recht. Jetzt mach bitte den Tisch fertig.«
»Ja Herrin«, sagte Silke, knickste noch einmal und ging dann ins Esszimmer.

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Rebecca kam die Treppe herunter und hörte Maras Stimme aus dem Esszimmer: »Nein nein nein, das passt nicht. Die Herrin sitzt am Kopfende und die Serva sitzt links von ihrer Herrin. Also sitze ich da und du da. Rechts von der Herrin kommt der wichtigste Gast. Das ist Johanna. Aber Larissa sitzt links von ihr, also rechts neben der Herrin. Die Nächsten sind dann auf der Seite Johannas und Larissas Trauzeugen, also erst Frau Kroll und dann Frida. Und auf der Seite kommen dann Miss Isabella und Vivian.«
Rebecca hörte einen Moment lang zu und öffnete, als es klopfte, die Tür. Nacheinander kamen Johanna und Larissa, Emylia, Dana, Isabella, Maja, Frida, Vera und Vivian herein. Rebecca legte einen Finger auf die Lippen und deutete in Richtung Esszimmer.
»Aber Frida ist doch Miss Isabellas Serva, also muss sie doch neben ihr sitzen«, kam nun Silkes Stimme aus dem Esszimmer.
Isabella sah Rebecca fragend an.
»Scheint nicht so einfach zu sein, die Sitzordnung«, sagte Rebecca.

Isabella ging leise zum Esszimmer und lehnte sich in den Türstock. Eine Weile beobachtete sah sie den Beiden amüsiert, wie sie immer wieder eines der Gedecke von einer auf die andere Seite schoben.
»Man kann nicht immer alles richtig machen. Manchmal muss man die Sitzordnung einfach aus dem Bauch heraus planen. Aber es fehlen sowieso noch drei Gedecke. Ich schlage vor, ihr legt die noch auf und geht dann das Essen aus der Küche holen«, sagte Isabella und grinste, als Mara vor Schreck beinahe eine Tasse fallen ließ.
»Wieso denn noch drei Miss?«, fragte Mara, als sie die Tasse aufgefangen hatte, die über den Tisch rollte.
»Weil Dana, Vera und Maja auch noch da sind. Man kann doch zu einem Sonntagsfrühstück nicht nur einen Partner einladen. Auch wenn sie mit dem, was es zu besprechen gibt, nichts zu tun haben, geht das einfach nicht. Die einzigen, die wirklich feste Plätze haben, seid ihr Drei. Rebecca sitzt am Kopfende, links von ihr du Mara und dann kommst du Silke. Die Anderen suchen sich ihre Plätze schon selber aus. Schließlich ist das kein offizieller Empfang sondern ein gemütliches Sonntagsfrühstück. Am Besten, ihr legt noch drei Gedecke auf und wir suchen uns unsere Plätze einfach selbst aus. Und vielleicht sollte eine von Euch schon mal das Essen her holen.«
Isabella beobachtete die Beiden, wie sie in der Küche verschwanden.
»Und ihr Drei hört gefälligst mal auf zu kichern, ihr wisst es doch auch nicht besser«, sagte Isabella zu Larissa, Vivian und Frida gewandt, die im Flur standen und an sich halten mussten, um nicht los zu lachen.
»Vielleicht wäre es ja angebracht, wenn ihr den Beiden mal helft«, sagte Isabella streng. Sie deutete auf Frida und sagte: »Los, ab mit dir. Dann können wir heute noch Frühstücken.«
Als Frida keine Anstalten machte, in die Küche zu gehen, sagte Isabella. »Ich kann dich auch noch mal nach Hause schicken. Im Kleiderschrank hängt noch eine französische Dienstmädchenuniform, die genau deine Größe hat Fräulein. Dann braucht Silke für dich kein Gedeck aufzulegen, weil du alle bedienst.«
Frida sah Isabella entgeistert an, knickste und ging in die Küche um zu helfen.
Vera tippte Vivian an, die ebenfalls knickste und in die Küche ging. Larissa benötigte keine weitere Aufforderung und half Silke beim Decken. Immerhin hatte sie selbst auch so eine Uniform im Kleiderschrank hängen und fürchtete, diese tragen zu müssen.

»Gewöhn dich schon mal dran«, sagte Mara zu Silke. »So ist das nun mal, wenn deine Lehrerin die beste Freundin deiner Herrin ist und auch gleich in der Nachbarschaft wohnt.«
»Was soll ich denn da sagen? Meine Lehrerin ist jetzt meine Herrin«, sagte Frida und erntete ein leises Kichern der Anderen.
’Na danke, daß ihr mich da auch noch mit rein zieht’, gestikulierte Vivian.
Larissa übersetzte Vivians Gebärden für Silke, worauf hin diese ebenfalls anfing zu kichern.

Es dauerte nicht lange, da war der Tisch endlich gedeckt und Mara holte die drei Eier, die sie noch zusätzlich gekocht hatte, aus dem Topf. Sie stellten die drei Kaffeekannen auf den Tisch und stellten sich dann zu beiden Seiten neben die Tür des Esszimmers. Mara ging in den kleinen Salon, wo die Anderen es sich inzwischen bequem gemacht hatten und sagte Bescheid, daß das Essen fertig war.
Als die Anderen herein kamen, knicksten die Fünf und setzten sich dann zu ihren Herrinnen an den Tisch, die eine ziemlich freie Sitzordnung wählten.

»Also mal ganz von dem Anlass abgesehen, ich finde ja, so ein Frühstück könnten wir öfter mal machen«, sagte Maja.
»Na, du hast gut Reden. Warum hast du denn nicht geholfen?«, fragte Frida sie schmollend.
»Ganz einfach mein Schatz, weil ich nicht so rum gekichert habe. Und außerdem habe ich nicht so eine schicke Dienstmädchenuniform im Schrank hängen«, erwiderte Maja, zog Frida zu sich heran und gab ihr einen Kuss.
»Na, das lässt sich ändern«, sagte Isabella. »Aber die Idee finde ich nicht schlecht. Ich schlage vor, in vier Wochen bei dir Emylia.«
»Nee, lass mal. Ich hab keine Serva, dann müsste ich das alles ja alleine machen«, gab Emylia zurück.
»Ach? Hast du nicht? Soweit ich weiß sind da zwei von Leonies Schülerinnen bei dir zu Hause. Die könnten sicher auch mal eine kleine Auffrischung brauchen«, sagte Isabella.
»Die Beiden? Dann darfst du aber nicht erwarten, daß sie in der Tunika den Tisch decken. Nicky hat ihre Tunika gebleicht und so knapp gekürzt, daß sie sie sich nicht bücken darf, wenn sie die trägt«, erwiderte Emylia grinsend.

»Und? Wie soll es bei euch Dreien jetzt weitergehen?«, fragte Isabella und schaute zu Rebecca.
»Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Aber in nicht mal drei Monaten ist die Hochzeit. Ich denke dann drüber nach, wenn die vorbei ist.«
»Du hast vergessen daß ihr danach drei Wochen nach...«, sagte Isabella und unterbrach sich gerade noch rechtzeitig. »Na ja, daß ihr in die Flitterwochen fahrt. Und Silke alleine hier zu lassen geht mal gar nicht.«
Rebecca schloss kurz die Augen und schüttelte den Kopf. Als sie sie wieder öffnete, schaute sie Mara an. »Na, da lass dir mal etwas einfallen. Schließlich bist du ja Silkes Herrin«, sagte sie grinsend.
Erschrocken ließ Mara das Brötchen und das Messer fallen, welches klirrend auf dem Teller landete und sah Rebecca mit großen Augen an.
»Wenn du Mara genug erschreckt hast, dann lasst uns bitte mal dazu kommen, wozu wir alle hier sind. Ich schlage vor, daß ihr Drei euch nachher mal zusammen setzt. Und am Besten bleibt Isabella auch mal dabei. Ich finde nämlich, Mara hat vollkommen richtig gehandelt. Was hätte sie denn sonst tun sollen? Oder hättest du an ihrer Stelle so schnell gewusst, wie du anders verhindern sollst, daß Silke doch noch zu diesem Typen kommt?«, sagte Emylia und sah Rebecca dabei an. »Ich finde aber, daß ihr das erst mal unter euch ausmachen solltet und Isa als Lehrerin und Schulleiterin dabei ruhig helfen kann. Und außerdem, auch wenn es uns alle hier interessiert, wie ihr das löst, finde ich nicht, daß das so breit getreten gehört.«
Mara sah Emylia dankbar an, während Rebecca fragte: »Woher weißt du denn schon wieder was überhaupt passiert ist?«
»Isabella hat es mir erzählt. Wir denken nämlich beide, daß es durchaus eine gute Idee ist, diese Gemeinschaften mal genauer unter die Lupe zu nehmen und vielleicht die ein oder andere Serva, die sich noch bei denen befindet, da raus zu holen. Was die machen ist nämlich illegal, zumindest, wenn Serva dabei involviert sind«, erklärte Emylia. »Aber lasst uns bitte endlich mal zum Thema kommen.«
»Emylia hat Recht. Ich bleibe nachher noch hier, dann können wir mal reden. Aber jetzt wollen wir eine Hochzeit planen. Also lasst uns erst mal den Ablauf besprechen«, meinte Isabella.

Emylia legte ein Pad auf den Tisch und fing an, den Ablauf, den Frida, Vivian, Isabella und sie selbst zusammen ausgearbeitet hatten, vorzulesen und zu erklären.
Es gab einige Fragen und ein paar Kleinigkeiten mussten noch geändert werden, doch alles in allem gefiel der geplante Ablauf allen sehr gut.

»Aber eine Sache habe ich noch. Soll es denn eine oder zwei Torten geben?«, fragte Isabella.
Die vier Bräute sahen sich etwas ratlos an.
’Also ich bin für zwei Torten’, gestikulierte Vivian. ’Das sieht hübscher aus finde ich.’
»Vivian hat Recht. Es sieht doch irgend wie doof aus, wenn auf einer Torte vier Bräute aus Marzipan stehen. Außerdem könnt ihr dann jede eine Torte aussuchen, die euch gefällt«, unterstützte Frida Vivians Vorschlag.
»Na, ihr Beiden wollt doch bloß von zwei Torten naschen«, sagte Vera, die die ganze Zeit über schweigend zugehört hatte, lachend.
Vivian hob grinsend einen Daumen.
»Na ja, eigentlich müssen die Torten ja so groß sein, daß alle Gäste von beiden ein Stück bekommen. Immerhin gehören viele Gäste ja auch zu beiden Paaren«, meinte Frida.
’Prima, dann müssen wir die Torten auch noch aussuchen’, gestikulierte Vivian breit grinsend und alle lachten.
»Tut mir leid Vivian, aber das müssen die Vier selbst machen«, sagte Frida lachend.
’Wieso denn? Die müssen doch zur Deko passen’, gestikulierte Vivian und schaute Frida schmollend an.
»Nein, müssen sie nicht. Die Torten müssen den Brautpaaren gefallen. Und du bekommst auf der Hochzeit ja was davon ab«, wandte Vera ein. »Wie hättest du es denn gefunden, wenn Rebecca an deiner Stelle die Torte ausgesucht hätte? Dann wäre dir doch das Probieren entgangen.«
Vivian sah sie groß an und nickte nur.
»Ich kenne da einen prima Konditor in Weimar«, sagte Emylia. »Wenn ihr wollt, mache ich euch da mal einen Termin für die kommende Woche.«
Rebecca und Johanna sahen sich kurz an und stimmten dann zu.
»Wie wäre es denn mit Cupcakes? Die könnte ich selber machen«, überlegte Mara.
Nach einem kurzen Moment des Schweigens schaute Rebecca sie an und sagte: »Ja, du stellst dich zwei Tage vor unserer Hochzeit in die Küche und backst 300 Cupkakes. Ich denke mal, daß wir alle da etwas Anderes zu tun haben.«
»Es müssten doch nur 150 sein. Dann würde ich Cakepops machen«, verteidigte Larissa Maras Vorschlag.
Wieder herrschte einen Moment lang Schweigen und in die Stille, die durch ein gelegentliches Prusten unterbrochen wurde, sagte Isabella: »Also wärt ihr Beiden noch in der Schule, würde ich euch jetzt sofort in die Küche schicken und euch zwei Stunden Zeit geben, um jeweils 25 Stück zu machen.«
Mara und Larissa sahen sich kurz an und nickten. Doch als sie aufstehen wollten, hielt Isabella sie auf. »Lasst mal gut sein. Ich halte es auch nicht für eine gute Idee, wenn ihr das macht. Es gibt so kurz vor der Hochzeit einfach noch genug, was zu tun ist und wenn etwas schief geht, dann fehlt euch die Zeit zum Backen.«
»Dann eben nicht«, sagte Larissa und die beiden blieben schließlich sitzen.

Emylia reichte jeder eine eigens ausgedruckte Checkliste, auf der bereits die meisten Punkte abgehakt waren. Frida nahm ihre Liste und schaute sie sich durch.
»Hier fehlen noch ein paar Punkte«, sagte sie. »Was ist denn mit dem Fotografen?«
’Das macht eine Kollegin von mir’, erklärte Vivian, worauf hin Frida diesen Punkt abhakte.
»Hochzeitskleider?« Frida hob den Kopf und schaute fragend in die Runde.
»Die sind in Arbeit. Nächste Woche sind die ersten Anproben«, bestätigte Emylia.
»Und die Einladungen?«
Nun sahen alle etwas ratlos zu Frida. »Ach du Schande. Die müssen wir schnellstens machen. Aber dazu fehlen noch die vollständigen Gästelisten. Von Larissa haben wir noch gar keine Liste«, sagte Emylia und alle schauten zu Larissa.
Johanna rutschte ganz nah zu ihr und zog sie zu sich heran. Dennoch konnten alle sehen, daß einige Tränen Larissas Wangen herab liefen.
»Wen soll ich denn einladen? Die Einzigen, die kommen, sind doch sowieso da. Die brauche ich doch nicht noch extra einladen«, sagte sie, nachdem Johanna sie wieder beruhigt hatte.
»Also ich möchte das mal klar stellen. Die meisten Namen haben wir ja schon. Aber ich möchte, daß wirklich jede von euch Vieren alle Namen aufschreibt, die sie selber einladen möchte. Und ich möchte, daß ihr Vier auch die aufschreibt, die ihr gerne dabei haben möchtet, ganz egal, ob ihr denkt, daß sie nicht kommen können oder ob ihr keine Adresse habt. Wir müssen nämlich sowieso drei verschiedene Einladungen drucken. Zwei, für die Gäste, die nur Johanna und Larissa oder Rebecca und Mara einladen und eine für die Gäste, die beide einladen. Nicht, daß jemand zwei Einladungen bekommt und denkt, sich für eine der beiden Hochzeiten entscheiden zu müssen«, sagte Isabella.
»Dann soll ich Kira auch auf die Liste setzen?«, fragte Mara vorsichtig.
»Ja, auch Kira«, bestätigte Isabella. »Ach so. Wenn zwei oder mehrere von dein Eingeladenen zusammen gehören, schreibt die zusammen auf, damit die dann eine Einladung bekommen«, fügte sie hinzu.

»Wo wir schon mal dabei sind, lasst uns gleich mal überlegen, wie die Einladungen aussehen sollen. Das machst am besten du Vivian«, sagte Emylia.
Vivian stand auf und schob einige Teller bei Seite, dann holte sie aus einer Tasche einen kleinen Projektor und stellte ihn auf den Tisch, so daß er sein Bild an die Wand neben der Tür zum Flur warf und alle das Bild sehen konnten.
Sie nahm ein Pad und das Bild einer Einladung erschien auf der Wand.
Es dauerte eine Weile, bis sie sich die vielen Vorlagen angesehen hatten und nur noch wenige in der engeren Auswahl blieben. Schließlich einigten sie sich auf eine der Vorlagen, die Vivian ziemlich schnell bearbeitete, bis endlich alle Vier damit zufrieden waren.
Die beiden Bilder der Vorder- und Rückseite der Karte zeigten unten den Schattenriss einer Wiese und an den Rändern jeweils eines Baumes. Auf jeder Seite befand sich noch der Schattenriss eines Paares, welches Hand in Hand über diese Wiese ging und in verschiedenen Rot- und Rosatönen flogen Schmetterlinge um die beiden Paare herum.
»Also ich weiß ja nicht, aber sollten da nicht wir abgebildet sein?«, fragte Larissa, die sich scheinbar wieder gefangen hatte.
’Das kommt noch. Aber dazu brauche ich ein paar Bilder von euch. Die muss ich gleich noch machen, dann mache ich die Karten nachher fertig’, gestikulierte Vivian.
»Gleich? Aber ich muss mir doch noch was passendes anziehen«, wandte Johanna ein.
’Das geht schon, es ist doch nur ein Schattenriss. Da sieht man nicht wirklich wer da drauf ist’, erklärte Vivian.
Zusammen überlegten sie sich noch den Text, der auf den Karten stehen sollte und Vivian fügte diesen auch gleich in die Bilder ein.

Emylia schaute sich die Listen an und verteilte noch einige Aufgaben.
»Eins fehlt ja noch. Der Jungesellinnenabschied«, sagte sie schließlich.
»Ich denke, daß wir das nicht unbedingt besprechen sollten, wenn die Bräute dabei sind«, sagte Isabella. »Wenn ihr Beiden Hilfe beim Planen braucht, dann fragt uns ruhig, wir können da sicher helfen«, sagte sie zu Vivian und Frida.
»Nö. Alles schon geplant«, sagte Frida frech und hielt ihr ein Pad unter die Nase.
Mara und Larissa drehten sich zu ihr um einen Blick auf das Pad zu erhaschen.
»Hey, das geht euch nix an. Ihr Beiden werdet noch früh genug sehen, was wir geplant haben«, sagte Frida und drehte das Pad so, daß sie es nicht mehr sehen konnten.
Die Beiden schauten sie schmollend an. »Nur mal kurz schauen«, sagte Mara.
»Nö«, sagte Frida und schaltete den Bildschirm des Pads nun aus.
»Ist das alles schon sicher?«, fragte Isabella.
»Na, dann viel Spaß dabei«, sagte sie und nickte anerkennend, als Frida ihr bestätigte, daß die Planung schon abgeschlossen und alles gebucht war.

»Gut, dann ist im Moment ja erst mal alles geklärt«, meinte Isabella. »Dann können wir das hier also für heute beenden und wir sehen uns in zwei Wochen bei Emylia wieder.«
Bevor Emylia noch etwas sagen konnte, stimmten die Anderen zu.
»Also so haben wir aber nicht gewettet«, sagte Emylia. »Außerdem, wieso denn auf einmal in zwei Wochen?«
»Zu spät. Und in zwei Wochen deshalb, weil wir ja noch mal zusammen kommen müsen wegen der weiteren Planung«, sagte Isabella grinsend.

Alle machten sich fertig zum Gehen und verabschiedeten sich schließlich. Nur Isabella blieb, nachdem die Anderen gegangen waren noch da.

»Lasst und bitte mal in den kleinen Salon gehen«, sagte Isabella, nachdem alle gegangen waren.
»Silke, würdest du bitte mal den Tisch abräumen und die Küche wieder sauber machen? Wir rufen dich gleich«, sagte sie zu Silke.
Diese schaute Mara fragend an und als Mara schließlich nickte, begann sie, den Tisch abzuräumen.

»Eigentlich finde ich ja, daß sie dabei sein sollte, schließlich geht es ja um sie«, sagte Rebecca, nachdem sie im kleinen Salon saßen.
»Ja, aber ich finde es äußerst unhöflich, über jemanden zu reden, wenn er oder sie dabei ist. Und außerdem denke ich, daß ihr Beiden das erst mal unter euch abklären solltet«, erklärte Isabella.
»Also ich denke, ändern lässt es sich ja sowieso nicht mehr«, ergriff Rebecca das Wort. »Zurück zur Schule können wir sie auf keinen Fall schicken. Dann würde dieser Mann, der auf sie geboten hatte, sie ja bekommen. Und nach Allem, was sie erzählt hat, ist das für mich keine Option.«
»Aber zufrieden bist du damit auch nicht«, stellte Isabella fest.
»Ehrlich gesagt nicht. Zumindest nicht so kurz vor unserer Hochzeit.«
Mara senkte den Kopf und sagte leise: »Es tut mir leid Herrin. Aber ich wusste wirklich nicht, was ich machen sollte.«
Rebecca zog Mara zu sich heran und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. »Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich der Meinung, daß du kaum etwas falsch gemacht hast. Ja, du hättest vielleicht Helen Bescheid sagen können, damit sie es dann Isabella sagt und der Typ ausgeschlossen wird. Aber ich weiß auch nicht, wie ich in diesem Moment an deiner Stelle gehandelt hätte. Jetzt ist Silke nun mal hier und wir müssen sehen, daß wir das irgend wie regeln.«
»Du magst sie nicht, oder?«, fragte Mara.
»Das stimmt doch nicht Mara. Silke ist ein lieber und netter Mensch. Und ich bin mir sicher, daß wir gut miteinander auskommen werden. Aber ich frage mich, wie es für sie wohl ist. Und ich denke, daß sie auch einiges an Zuwendung brauchen wird. Außerdem wird sie wohl einiges lernen müssen, was sie in der Schule nicht gelernt hat, was für dich und mich aber selbstverständlich ist. Immerhin ist sie Serva geworden, weil sie nicht mal wusste, daß man für Lebensmittel bezahlen muss. Ich vermute, daß sie in dieser Hinsicht auch noch viele andere Dinge nicht weiß. Ich glaube zwar, daß wir mit der Zeit einen Weg finden, wie wir drei miteinander auskommen und daß sie auch lernen wird, wie sie sich zu verhalten hat. Aber abgesehen davon, daß du sie ohne meine Erlaubnis gekauft hast, ist der Zeitpunkt einfach ziemlich ungünstig. In nicht einmal drei Monaten heiraten wir und dann fliegen wir drei Wochen nach…. Dann sind wir drei Wochen auf Hochzeitsreise. Und normalerweise wären wir beiden dann die meiste Zeit über ganz alleine. Und da würde ich mich nur ungerne zurückhalten müssen, weil wir sie mit nehmen müssen. Ich denke, dir wird es ebenso gehen. Aber hier lassen können wir sie auch nicht. Wäre sie schon länger bei uns, wäre es sicher kein Problem, sie so lange in die Schule zu schicken. Aber nach so kurzer Zeit wäre das für sie nicht gut. Wie wärst du dir denn vorgekommen, wenn Julia dich nach drei Monaten in die Schule geschickt hätte, weil sie in Urlaub gefahren wäre?«
Mara sah Rebecca betrübt an. »Nicht so gut, glaube ich. Das ist alles meine Schuld«, sagte sie und schluckte. »Wie wäre es denn, wenn du mit ihr weg fährst? Dann bleibe ich so lange hier.«
Rebecca musste husten und sah Mara an. »Sag mal geht’s noch? Das ist immerhin unsere Hochzeitsreise. Ich finde es ja gut von dir, daß du das vorschlägst, aber das ist doch nun mal wirklich nicht Sinn und Zweck der Sache. Dir hat doch jemand was auf den Kopf gegeben«, sagte sie verärgert. »Bevor ich das mache, sage ich die Hochzeitsreise lieber ganz ab.«
Mara schaute betreten auf den Boden und eine Träne lief ihre Wange herunter.

»Rebecca, bleib bitte mal ruhig«, sagte Isabella und wandte sich dann an Mara die nun vor sich hin weinte. »Wie würdest du das denn machen?«, fragte sie sie.
Mara schniefte laut und wischte sich die Tränen am Ärmel ihrer Tunika ab. »Ich weiß nicht, Miss.«
»Komm schon, irgend eine Idee musst du doch haben. Du bist zwar eine Serva und sollst tun, was deine Herrin dir sagt, aber eine Vorstellung wie man das lösen könnte, wirst du doch auch haben, oder?«
Mara nickte, schwieg aber.
Rebecca atmete mehrmals tief ein und wieder aus. »Nun sag schon. Noch blöder als die Idee, daß du zu Hause bleibst, kann es gar nicht sein.«
»Ich würde noch ein Zimmer buchen und sie mit nehmen«, flüsterte sie und wagte es nicht, Rebecca oder Isabella anzusehen. Daher sah sie auch nicht, daß Isabella und Rebecca sich kurz ansahen und Isabella leicht nickte.
»Das ist auch die einzig sinnvolle Möglichkeit«, sagte Rebecca.
»Gut, dann sage ich.. ähm, ich sage Bescheid, daß ihr noch ein Zimmer braucht und buche noch einen Platz im Flieger dazu«, sagte Isabella.
»Aber das geht doch nicht. Das kostet doch viel zu viel«, sagte Mara leise.
Nun musste Rebecca lachen. »Also das ist doch wohl das geringste Problem. Das kostet weniger, als du innerhalb von zehn Minuten auf der Versteigerung ausgegeben hast. Und wenn wir die Hochzeit so, wie sie geplant ist komplett bezahlen müssten, dann würde das in diesen Kosten auch unter gehen.«
»Was? So teuer ist das?«, fragte Mara und Rebecca merkte, daß sie gerade etwas falsches gesagt hatte.
»Was denkst du denn, was alleine die Saalmiete und die Bewirtung kosten würden? Und die Unterbringung der Gäste und so? Das macht doch den größten Teil der Kosten aus aber dafür müssen wir hier auf Horizons so gut wie gar nichts zahlen. Und das Essen, die Deko und unsere Kleider müssen sowieso bezahlt werden«, erklärte sie ruhig.
»Aber das musst du doch trotzdem alles bezahlen«, sagte Mara.
»Ja. Und? Das mache ich für dich mein Schatz. Weil ich dich liebe und weil ich möchte, daß wir eine schöne Hochzeit haben, an die wir noch lange zurück denken können. Aber darüber haben wir schon einmal gesprochen. Und das, was ich damals gesagt habe, das gilt heute noch genau so.« Rebecca drehte sich zu Mara und legte ihre Hände auf deren Wangen. Sie drehte Maras Kopf zu sich und schaute ihr in die Augen. »Ich bewundere dich ehrlich dafür, daß du dir darüber solche Gedanken machst und daß du so bescheiden bist, aber ich möchte auch nicht, daß du dir deswegen Sorgen machen musst. Für dich mache ich das nämlich mehr als nur gerne.«
»Da das ja jetzt geklärt ist, sollten wir vielleicht auch mal mit Silke reden«, sagte Isabella, nachdem Rebecca und Mara sich eine Weile in die Augen gesehen hatten.
»Richtig«, sagte Rebecca. »Geh bitte in die Küche und mach uns Tee und kommt denn beide her.«
»Ja meine Herrin«, sagte Mara leise. Sie schaute Rebecca noch einmal verliebt an und stand dann auf. Sie knickste und ging dann in die Küche um Tee zuzubereiten.

Zusammen mit Silke kam Mara zurück in den kleinen Salon, wo sie zuerst den Tee servierten. Auf ein Zeichen Rebeccas hin, setzte Mara sich. Silke hingegen blieb neben dem Tisch stehen und wartete.
Erst als Mara ihr sagte, sie solle sich setzen, kniete sie sich, wo sie war, vor den Tisch.
»Silke, setzt dich bitte«, sagte Rebecca und deutete auf den freien Sessel.
Silke stand auf und setzte sich auf die vorderste Kante des Sesseln von wo sich etwas verschüchtert um sah.
»Also, wir haben gerade über dich gesprochen. Wie du weißt, heiraten wir in nicht mal drei Monaten. Und danach fliegen wir für drei Wochen weg und wir können dich ja kaum drei Wochen lang alleine hier lassen, ganz davon abgesehen, daß das auch nicht erlaubt ist.«, sagte Rebecca und schaute Silke ernst an.
Diese erwiderte den Blick und sagte dann traurig: »Ich verstehe. Dann packe ich am Besten gleich meine Sachen« und wollte aufstehen.
»Sitzen bleiben«, sagte Rebecca. »Wieso müssen eigentlich immer alle gleich das Schlimmste annehmen? Liegt das irgend wie an der Schule?«, fragte Rebecca und schaute zu Isabella, die mit den Schultern zuckte. »Schau mich nicht so an, an mir liegt das bestimmt nicht.«
»Du brauchst deine Sachen ganz sicher nicht zu packen. Wir haben beschlossen, daß du mit kommen wirst. Also wirst du deine Sachen doch noch packen müssen, aber erst für die Hochzeitsreise. Isabella wird den Flug buchen und dafür sorgen, daß du im Hotel ein Zimmer bekommst. Und dabei wird sie darauf achten, daß du auch wirklich ein eigenes Zimmer bekommst und nicht nur ein extra Bett in unser Zimmer gestellt wird«, sagte Rebecca und schaute Isabella eindringlich an.
Diese grinste breit. »Wäre sicher lustig gewesen«, sagte sie.
»Genau deshalb habe ich das noch mal erwähnt«, sagte Rebecca und wandte sich dann wieder an Silke: »Da Mara dich gekauft hat, wird sie auch für dich verantwortlich sein und du wirst tun, was sie dir sagt. Aber wenn ich dir etwas sage, gilt das natürlich genau so, immerhin bin ich Maras Herrin. Wenn es irgend welche Probleme damit gibt, dann fragst du bitte nach. Wenn du etwas anstellst, wird es an Mara sein, dich zu bestrafen, da werde ich mich heraus halten.«
Maras Kinnlade klappte herunter und sie sah Rebecca entsetzt an. »Aber das kann ich doch nicht, Herrin.«
»Das habe ich bei dir auch lernen müssen, warum solltest du das nicht auch schaffen?«, fragte Rebecca. Dann fuhr sie zu Silke gewandt fort: »Morgen werdet ihr in die Verwaltung gehen, da wird Mara dich anmelden und du bekommst ein Comm, damit du ins Haus kommst, wenn du raus gehst. Vorher bitte ich dich, das Haus nicht alleine zu verlassen. Im Lauf der nächsten Wochen wird Mara dafür sorgen, daß du etwas zum Anziehen bekommst. Und darüber möchte ich keine Diskussion. Auch wenn du in der Schule sicher genug Tuniken bekommen hast, brauchst du trotzdem ein paar andere Sachen zum Anziehen. Mara weiß ja ungefähr, was du so alles brauchst.
Alles Andere wird Mara dir erklären, wenn es an der Zeit ist. Sie wird dir auch sagen, was du zu tun hast und dir deine Aufgaben geben. Aber wenn du irgend welche Probleme hast, egal, was es ist, kannst du auch zu mir kommen. So, das war’s erst mal von mir.
Nein, eins habe ich noch. Du brauchst weder mich noch Mara zu siezen. Das passt einfach nicht, finde ich. Aber auch wenn Mara deine Herrin ist, möchte ich trotzdem, daß du mich auch mit Herrin anredest. Wie du Mara ansprichst, das macht bitte unter euch aus. Hast du so weit irgend welche Fragen?«
Silke schaute zu Mara und dann zu Rebecca. »Nein Herrin, im Moment nicht, glaube ich.«
»Das wird noch kommen. Aber jetzt erst mal herzlich willkommen hier, Silke.«
»Vielen Dank Herrin Rebecca«, sagte Silke. Sie sah noch immer ziemlich verschüchtert aus, wie sie auf der Kante des Sessels saß.

»Was soll Silke denn für Sachen zum Anziehen bekommen?«, fragte Mara noch immer etwas ratlos.
»Alles, was sie so braucht. Ich denke, ungefähr das, was du auch so an Sachen hast. Aber am Anfang erst mal nur die wichtigsten Sachen. Der Rest kommt dann nach und nach«, sagte Rebecca.
»Alles?«, fragte Mara verwundert.
»Natürlich alles. Was bringt es denn, wenn sie nur die Hälfte an Kleidern hat?«, fragte Rebecca.
»Ja, Herrin, ich verstehe. Muss sie auch alles anziehen?«, wollte Mara noch wissen.
Darauf hin sah Rebecca sie etwas erstaunt an. »Was bringt es denn, ihr etwas zu kaufen, wenn sie es dann nicht anzieht?«
»Ja, Herrin«, sagte Mara und warf Silke einen etwas seltsamen Blick zu.

»Na, dann ist das ja auch erst mal geklärt. Aber wenn du irgend welche Probleme hast, dann kannst du auch jederzeit zu mir oder wenn dir das Lieber ist, zu Miss Noemi kommen.« Isabella prostete Silke mit der Teetasse zu und trank einen Schluck.

»So, dann macht ihr mal die Küche fertig und dann zeigst du Silke noch mal das Haus. Aber passt auf dem Dachboden etwas auf, da steht nämlich ein Haufen Zeug rum, was noch von Andrea ist. Vielleicht sollte das alles mal sortiert werden«, sagte Rebecca.
»Wir haben einen Dachboden?«, fragte Mara verwundert.
»Wusstest du das nicht? Was denkst du denn, wofür die große Luke in der Decke im Flur vor dem Wäschezimmer ist? Aber am Besten, den lasst ihr einfach aus. Das sollten wir uns lieber mal irgend wann zusammen ansehen, nicht daß noch jemand sich da oben verletzt.«
»Ja Herrin«, sagte Mara. Sie stand auf und winkte Silke, mit zu kommen. Die Beiden knicksten vor Rebecca und gingen dann in die Küche.

Als sie in der Küche waren, atmete Mara erleichtert auf. Grinsend sah sie Silke an. »Ich weiß zwar noch nicht, wie das in Zukunft alles funktionieren soll, aber das werden wir wohl schon irgendwie hin bekommen.« Sie ging zu Silke und umarmte sie fest. »Herzlich willkommen«, sagte sie.
»Vielen Dank Herrin«, sagte Silke, worauf hin Mara das Gesicht ein wenig verzog. »Vielen Dank, daß Sie... daß du mich gekauft hast. Als ich gesehen habe, daß dieser Lukas auch da war, habe ich solche Angst gehabt, daß ich ihn doch noch heiraten muss.«

»Komm, lass uns hier Ordnung machen, dann zeige ich dir das Haus«, sagte Mara nach einer Weile und ließ Silke los. Darauf hin begannen sie zusammen, die Küche und das Esszimmer aufzuräumen.
Anschließend zeigte Mara Silke das Haus. Oben bei den Gästezimmern fingen sie an und als sie in Rebeccas und Maras Ankleidezimmer waren, fragte Silke: »Wie soll ich Sie… dich denn nun eigentlich anreden?«
»Am Besten einfach mit meinem Namen«, sagte Mara.
»Aber das geht doch nicht. Du bist doch meine Herrin.«
»Wieso denn nicht? Wir sind schließlich beide Serva. Da ist es doch egal, daß ich deine Herrin bin.«
»Ja Her… Ja Mara«, sagte Silke verlegend grinsend.

Schließlich kamen sie im Keller an und Mara zeigte Silke alle Räume, die sie ihr vor einem Jahr schon einmal gezeigt hatte, wobei sie auch den Fitnessraum, das Schwimmbad und das Spielzimmer nicht ausließ. Dort betrachtete Silke eingehend die Spielgeräte. »Das vor einem Jahr, das war seltsam. Ich habe darüber noch ziemlich lange nachdenken müssen. Ob wir das noch mal machen können?«, fragte sie leise.
»Lieber nicht ohne Herrin Rebecca zu fragen«, meinte Mara.

Sie gingen wieder nach oben, wo sie das Mittagessen zubereiteten.
Nach dem Essen gingen sie in den großen Salon, wo Mara sich zu Rebecca auf das Sofa setzte. Diese schaute einen Film an und Mara hatte den Korb mit ihrem Stickzeug aus dem Schrank geholt und arbeitete, angelehnt an Rebecca, weiter an ihrem Wandbild, während Silke schüchtern auf der vordersten Kante eines Sessels saß.
Rebecca tippte Mara an und deutete zu Silke.
Mara schaute zu dieser und sagte: »Silke, du kannst dich ruhig bequem hin setzen. Wenn du möchtest, kannst du dir auch eine Decke holen und dich zudecken. Das ist wirklich bequem. Und im Kaminzimmer kannst du dir auch gerne ein Buch holen und lesen.«
»Vielen Dank«, sagte Silke. Sie stand auf und ging in Richtung der Tür zum Kaminzimmer. Bevor sie dieses betrat, sah sie noch einmal zu Mara, so als würde sie um Erlaubnis bitten. Mara nickte ihr aufmunternd zu und sie ging in das Kaminzimmer. Sie kam eine Weile später mit einem Buch wieder heraus und holte sich eine Decke in dem Schrank, den Mara ihr gezeigt hatte. Sie kuschelte sich in die Decke ein und begann zu lesen.


[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 20.12.18 um 02:25 geändert
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:17.12.18 17:46 IP: gespeichert Moderator melden


Super genial weiter geschrieben und spannend wie immer. Und immer wieder danke danke danke danke danke danke danke danke.
Danke an alle Autoren fürs schreiben ihrer Geschichten

Gruß truckercd
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:17.12.18 20:36 IP: gespeichert Moderator melden


Hi HeMaDo

Tja was soll ich sagen... Da hab ich mich in Lady Rebeccas Reaktion ja gar nicht mal so verschätzt.

Und ich könnte mir Vorstellen, das es sich Rebecca auch nicht nehmen lässt, die beiden, für die sonntägliche Spazierfahrt auch beide, vor den Sulky zu schirren!

TOP Fortsetzung

Bin gespannt was als nächstes kommt!

Gruß Gozar
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:24.12.18 20:52 IP: gespeichert Moderator melden




Ich wünsche allen Lesern und auch allen anderen, die das hier lesen, ein frohes, zufriedenes und ruhiges Weihnachtsfest.


HeMaDo


p.s.
Status der Geschichte:
4 Seiten gelöscht und leider aktuell (die nächsten zwei Tage) nur wenig Zeit zum weiter schreiben.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:26.12.18 00:36 IP: gespeichert Moderator melden


***

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von HeMaDo am 26.12.18 um 00:38 geändert
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  Neue Horizonte - 2 Teil 90 Datum:26.12.18 00:37 IP: gespeichert Moderator melden


Da ich mit diesem Teil anfangs überhaupt nicht zufrieden war, und ich einige Seiten noch einmal komplett neu schreiben musste, kommt dieser Teil erst heute. Aber dafür ist dieser Teil auch ein klein wenig länger geworden als üblich.

Da in diesem Teil einige Personen vorkommen, die sonst nicht erwähnt wurden, gibt es dieses Mal eine Übersicht über diese Charaktere.


Name
Evelin und Karina Schulfreundinnen von Larissa
Lisa und UlrikeSchulfreundinnen von Mara
FridaLarissas Trauzeugin, Serva
Vivian Maras Trauzeugin, Serva
Chris, Kim und GeorgiaMitschülerinnen von Mara und Larissa in der Schule für Serva,
Chris ist Lehrerin an der Schule in Straßburg
TanjaChris' Serva
VeronikaServa auf Horizons, Freundin von Larissa und Mara
KiraMaras Schwester, Serva
AlvaFridas Schwester,
Lebt in Stockholm





90



Kira verabschiedete sich von Biggi, die sie bereits zwei Tage, nachdem Herrin Vanessa sie ersteigert hatte, bei ihrem morgendlichen Dauerlauf kennen gelernt hatte. Sie ging zum Bäcker um Brötchen zu kaufen und lief dann die letzten hundert Meter zurück. Am Briefkasten leuchtete die Lampe, die mitteilte, daß sich Post darin befand. Auch hier war das recht ungewöhnlich, da die meisten Dinge per Nachricht übers Netz erledigt wurden. Wahrscheinlich handelte es sich aber wieder um irgend welche Pläne, die Herrin Vanessa für ihre Arbeit benötigte.
Kira öffnete den Briefkasten mit ihrem Fingerabdruck und holte den Umschlag heraus. Für die üblichen Briefe oder Päckchen war dieser Umschlag viel zu klein. Handelte es sich etwa tatsächlich um einen echten Brief? Wenn jemand sich die Mühe machte, einen Brief zu schreiben, konnte es sich nur um etwas sehr wichtiges oder etwas sehr persönliches handeln. Kira nahm diesen Brief und lief die 43 Stufen in den zweiten Stock und betrat die Wohnung. Den Brief und die Brötchen legte sie auf den Küchentisch, dann ging sie duschen und sich anziehen.
Anschließend ging sie wieder in die Küche, um das Frühstück vorzubereiten. Sie kochte sich eine Tasse Kaffee und bereitete die Maschine vor, um frischen Kaffee kochen zu können, wenn Herrin Vanessa aufstand.

Sie hätte gerne schon weiter aufgeräumt, doch Herrin Vanessa konnte recht unleidlich werden, wenn sie zu früh geweckt wurde, was Kira einmal erlebt hatte, seit dem wartete sie leise in der Küche auf ihre Herrin, bis diese aufstand.
Sie nahm sich ein Pad und las die neusten Nachrichten. Als sie diese gelesen hatte, schaute sie auf die Uhr. Bis Herrin Vanessa aufstand, dauerte es noch mindestens eine ganze Stunde.
Eigentlich hätte sie mit Biggi noch einen Kaffee trinken können, doch heute musste diese zum Zahnarzt und hatte deshalb keine Zeit gehabt.

Sie kicherte leise, als sie sich daran erinnerte, wie sie Biggi kennen gelernt hatte. Diese war ebenfalls Serva und wie auch Kira sollte sie ihren Morgenlauf so fortsetzen, wie in der Schule. Wie Kira mittlerweile wusste, war das eine Empfehlung, die jede Herrschaft von der Schule bekam.
Sie war, als sie gerade einmal vier Tage hier gewesen war, morgens durch eine schmale Gasse gelaufen und im dunkeln an einer Ecke mit Biggi zusammen gestoßen. Diese hatte sich so erschreckt, daß sie laut aufgeschrien hatte und es hatte einige Zeit gedauert, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Auf den Schreck waren sie zusammen einen Kaffee trinken gegangen und Kira wäre an diesem Morgen beinahe zu spät nach Hause gekommen.

Es war noch reichlich Zeit, bis Herrin Vanessa aufstehen würde, also begann Kira, eine Partie Go gegen den Computer zu spielen. Schließlich hörte sie die Tür des Schlafzimmers. Sie stellte die Kaffeemaschine und den Eierkocher an. Gerade, als Herrin Vanessa im Bademantel aus dem Bad kam, stellte Kira den frischen Kaffee und das weich gekochte Ei auf den Tisch.
»Guten Morgen Kira«, sagte Herrin Vanessa.
Kira erwiderte den Gruß und knickste. Sie setzte sich, nachdem ihre Herrin Platz genommen hatte und schnitt dieser eines der Brötchen auf, welches sie auf deren Teller legte.

»Oh, was ist das denn?«, fragte Herrin Vanessa und nahm den Brief, der Kira auf ihren Platz gelegt hatte.
»Der war vorhin im Briefkasten, Herrin.« Neugierig schaute Kira zu ihrer Herrin, als diese den Brief öffnete, doch was in diesem stand, konnte sie nicht erkennen.
»Ohje«, sagte Herrin Vanessa, als sie den Brief gelesen hatte.
»Ist etwas nicht in Ordnung, Herrin«, fragte Kira.
»Nein, nein, alles in Ordnung, aber ich fürchte, ich muss mir ein neues Kleid kaufen. Aber was heißt denn ’die Bräute tragen weiß und blau’?«, sagte Herrin Vanessa etwas verwundert.
Kira sah von dem Brötchen auf, welches sie gerade mit Marmelade und Honig bestrich. »Die Gäste sollten auf keinen Fall weiß oder Cremefarben tragen. Und auch wenn die Bräute nicht Weiß tragen, sollten Gäste diese Farben auf keinen Fall tragen, weil diese Farben den Brautleuten vorbehalten sind. Deshalb wird das in der Einladung zu einer Hochzeit meistens erwähnt, damit nicht doch ein Gast in den selben Farben kommt«, erklärte Kira, was sie in der Schule gelernt hatte.
»Oh. Danke, das wusste ich noch nicht.«
»Gerne, Herrin«, sagte Kira und begann, ihre Brötchenhälfte zu essen, wobei sie ein wenig betrübt schaute. Sie dachte daran, daß in ein paar Wochen auch Mara und Rebecca heirateten und sie nicht dabei sein konnte.

Herrin Vanessa nahm einen einfachen, handgeschriebenen Zettel aus dem Umschlag, den sie bisher nicht bemerkt hatte. Sie las ihn und schaute zu Kira. »Die Braut ist eine ehemalige Kommilitonin. Wir waren ziemlich eng befreundet und wir haben uns versprochen, wenn eine von uns heiraten sollte, dann lädt sie die Andere auf die Hochzeit ein. Aber anscheinend bin ich auch auf den Jungesellinnenabschied eingeladen. Der ist eine Woche vor der Hochzeit. Ich nehme an, ich kann dich nicht eine ganze Woche allein lassen, oder?«, fragte sie.
»Ich würde schon nichts anstellen, Herrin. Aber auch wenn ich freiwillig Serva bin, fürchte ich, daß das nicht erlaubt ist«, sagte Kira. Allerdings hatte sie keine besondere Lust, ausgerechnet jetzt auf eine Hochzeit zu gehen, auf der sie wahrscheinlich niemanden kannte. Viel lieber wäre sie auf Maras Hochzeit gegangen.
»Daß du nichts anstellen würdest, glaube ich dir gerne, aber wenn das nicht erlaubt ist, dann kommst du wohl am Besten mit. Brauchst du dann auch noch ein Kleid?«
»Das ist Ihre Entscheidung, Herrin. Ich habe zwar eine festliche Tunika, aber die ist leider blau. Ansonsten müsste ich eine der einfachen Tuniken anziehen«, sagte Kira und deutete an sich herunter.
»Also das geht mal gar nicht. Dann lass uns aufessen und dann gehen wir ins Einkaufszentrum.«

Kira war heilfroh, daß sie mit dem Bus fuhren. Herrin Vanessas Fahrstil mit dem Auto war sehr eigenwillig und sie fuhr deshalb selbst wohl auch nicht besonders gerne mit dem Auto.
Kira schaute abwesend aus dem Fenster und bedauerte es, nicht auf Maras und Rebeccas Hochzeit gehen zu können.
»Du scheinst nicht gerade begeistert zu sein«, riss Herrin Vanessa sie aus ihren Gedanken.
»Entschuldigung, Herrin. Aber meine Schwester heiratet auch balde. Daran musste ich gerade denken.«
»Du magst sie sehr, nicht wahr?«
»Wir haben uns früher ziemlich oft gestritten. Aber als sie dann weggelaufen war, da habe ich gemerkt, wie sehr ich sie vermisse«, sagte Kira und eine Träne rann ihre Wange herab.
Herrin Vanessa bemerkte Kiras Stimmung und stand auf. Trotz des recht vollen Busses, nahm sie Kira in die Arme und versuchte, sie zu trösten. »Was hältst du denn davon, wenn du ihr nachher, wenn wir wieder zu Hause sind, schreibst. Und vielleicht erlaubt ihre Herrin ihr ja auch, daß du mit ihr sprichst.«
»Wirklich?«, fragte Kira und nahm die Packung Papiertaschentücher entgegen, die Herrin Vanessa ihr gab. Sie wischte sich die Tränen weg und putzte sich die Nase.
»Ja, warum denn nicht? Ich denke, daß da nichts gegen spricht, wenn ihre Herrin ihr das erlaubt.«
»Vielen Dank, Herrin«, sagte Kira. Ihre Laune hatte sich bereits wieder verbessert und sie freute sich darauf, mit Mara zu sprechen. Rebecca würde ganz sicher nichts dagegen haben.

Als sie am späten Nachmittag wieder heim kamen, waren sowohl Herrin Vanessa als auch Kira reichlich erschöpft, doch Kira hatte nun zwei neue, Tuniken, eine in einem rotbraun mit beigen Säumen und eine hellgraue mit vielen Stickereien und verzierten Nähten und Herrin Vanessa hatte zwei neue Kleider und diverse Accessoires sowie zwei neue, hellblaue Stoffhosen und einige Shirts und außerdem drei Paar neue Schuhe. Zu Mittag hatten sie in einem gemütlichen Restaurant am Hafen, direkt am Wasser, gegessen und waren danach noch durch das Einkaufsviertel am Hafen spaziert und hatten sich die Schaufenster diverser Schuh- und Kleidungsgeschäfte angesehen.
Der Tag hatte Kira großen Spaß gemacht und sie und Herrin Vanessa hatten sich gut unterhalten und verstanden sich sehr gut miteinander.

Kira zweifelte etwas daran, daß es Zufall gewesen war, daß sie dann noch in einer Seitenstraße auf einen ziemlich großen Sexshop gestoßen waren. Lachend und kichernd hatten sie sich über die jugendfreie Auslage im Schaufenster unterhalten und diesen Laden dann schließlich betreten.
Im Laden waren sie dann noch eine ganze Weile durch die Regale gegangen und hatten sich alles angesehen, wobei sie viele der Teile teils lachend, teils verwundert kommentiert hatten und sich bei so manchen Dingen fragten, wie das wohl überhaupt jemandem gefallen konnte.
Schließlich hatten beide dann auch hier noch einige Teile gekauft, wobei Kira auffiel, daß Herrin Vanessa überwiegend Dinge kaufte, die man kaum alleine benutzen konnte. Grinsend sah sie die Teile an, die Herrin Vanessa da in den Korb legte. Sie ahnte, worauf das hinauslaufen würde und als dann noch mehr oder weniger unauffällig ein kompletter Satz Lederfesseln mit samt dazu gehörenden Lederriemen, mit denen man diese am Bett befestigen konnte, in den Korb wanderte, musste Kira sich eingestehen, daß sie das schon gerne mal ausprobieren würde.

»Huch, was ist das denn? Das gehört doch sicher nicht hier her.« Herrin Vanessa war unvermittelt stehen geblieben, so daß Kira sie fast in sie hinein gelaufen wäre. Sie standen vor einem Sulky vor dem zwei Schaufensterpuppen im kompletten Ponyoutfit mit Fell, Schweif, Geschirr, Trense und Kopfputz angeschirrt waren.
Kira schaute sich das Ensemble an. »Sowas hat meine Schwester auch«, sagte sie und deutete auf die Schaufensterpuppen. »Sie hat letztes Jahr auf ein paar Turnieren mitgemacht und sogar einige Preise gewonnen.«
Herrin Vanessa fuhr fasziniert mit der Hand über deinen der Fellanzüge. Och als sie auf das Preisschild sah, sagte sie: »Komm, lass uns nach Hause fahren. Sonst wird es zu spät. Und morgen früh muss ich wieder ins Büro. Sonst schaffe ich den Auftrag nicht, an dem ich gerade arbeite.«
Sie nahm den Korb und ging zur Kasse, wo sie alles bezahlte. Dann verließen sie den Laden und gingen zur nächsten Haltestelle, von wo aus sie zurück nach Hause fuhren.

- - -

»Hier sind sie!«, rief Frida auf und hielt drei der Umschläge in die Luft. Sie sprang auf und tanzte grinsend um den Tisch, wobei sie immer wieder »Ich hab sie« rief. Vivian schaute ihr schmollend dabei zu, während Isabella, Emylia und auch Dana ihr lachend zusahen.
Frida setzte sich wieder an den Tisch, nahm das Obstmesser, welches ihr als improvisierter Brieföffner diente und öffnete die Umschläge.
’Nun sag schon’, drängelte Vivian und schaute neugierig auf die drei Karten, die Frida so hielt, daß nur sie selbst sie sehen konnte.
Sie setzte ein betrübtes Gesicht auf und sagte: »Also Evelin und Karina werden wohl«, dann grinste sie breit und legte zwei der Karten auf den Tisch »doch kommen.«
»Mensch, mach es doch nicht so spannend«, sagte Emylia, die die Füße auf einem großen, ledernen Sitzkissen, auf dem Stuhl saß und alle beobachtete. »Was ist nun mit ihren Großeltern.«
»Die freuen sich, daß wir sie eingeladen haben und kommen selbstverständlich zur Hochzeit ihrer Enkeltochter«, sagte Frida zufrieden grinsend.
»Davon sagen wir ihr aber noch nichts. Das bleibt eine Überraschung«, sagte Isabella.
»Los, weiter, sonst werden wir nie fertig«, sagte Emylia und deutete auf den Stapel mit den noch ungeöffneten Karten.
»Das sagt die Richtige. Sitz da mit ihrem Hintern auf dem Stuhl und lässt sich wie ein Pascha bedienen. Du hast doch bisher noch keine einzige Karte auf gemacht«, beschwerte Isabella sich.
Emylia nahm die Füße von ihrem Sitzkissen, griff sich einen der noch nicht geöffneten Umschläge und öffnete diesen. »Noira Winter freut sich, auf die Hochzeit ihrer Tochter eingeladen zu sein und sagt ihr Erscheinen zu«, sagte Emylia. Dann legte sie die Füße wieder hoch. »So, jetzt hab ich auch eine auf gemacht. Sie nahm ihr Pad und hakte den Namen auf der Liste ab.
Frida und Vivian sahen sich an und lachten. Dann nahm jede einen der Umschläge und öffnete diesen. So ging es eine ganze Zeit weiter. Die Meisten der eingeladenen Gäste sagten ihr Erscheinen zu.
»Frau Vanessa Schrader sagt zu, bittet aber darum, ihre Serva mit bringen zu dürfen«, sagte Dana, die sich an Emylias Stelle mit an den Tisch gesetzt hatte und den Anderen half, die Karten zu öffnen.
»Vanessa Schrader, plus eins. Abgehakt«, sagte Emylia.
Isabella hob den Kopf und sah auf. »Vanessa Schrader? Wieso kommt der Name mir so bekannt vor?«, fragte sie verwundert.
Emylia sah auf ihr Pad. »Keine Ahnung. Die hat Johanna eingeladen, kommt aus Bamberg. Sie kommt schon am Achtzehnten, zum Jungesellinnenabschied. Ist wohl eine Freundin, die Johanna beim Studium kennen gelernt hat.«

Isabella zuckte mit den Schultern und nahm sich den nächsten Umschlag.
Plötzlich hielt sie inne und rief: »Kira!« und alle sahen erschrocken zu ihr. Sie nahm ein Pad und begann, darauf herum zu tippen. »Ich wusste doch, daß mir der Name bekannt vor kommt. Die war vor zwei Monaten auf der Versteigerung. Und ratet mal, wie die Serva heißt, die sie ersteigert hat.«
Alle sahen sie verständnislos an, da außer Isabella niemand der Anwesenden bei der Versteigerung gewesen war.
»Die Serva heißt Kira!«, rief sie grinsend.
Grinsend sahen sich Frida und Vivian an, die ein Pad nahm und etwas darauf herum tippte.
»Aber verratet es nicht Mara. Die wird sich was freuen«, sagte Frida grinsend.

- - -

»Ich bin ja wirklich froh darüber, daß du dich bereit erklärt hast, zu fahren, aber etwas beleidigt bin ich ja doch schon.« Herrin Vanessa sah zu Kira, die sich auf die Straße und den Verkehr konzentrierte.
»Entschuldigung, Herrin. Aber etwas Angst habe ich schon, wenn Sie fahren«, sagte Kira, ohne sie an zu sehen.
Herrin Vanessa sah Kira an und fing an zu lachen. »Das hat mein Fahrlehrer schon zu mir gesagt. Aber ich kann dich beruhigen. Ich fahre auch nicht gerne und ab jetzt lasse ich dich einfach fahren. Du machst das nämlich ziemlich gut.«
»Danke, Herrin«, sagte Kira und schaute sie erleichtert an.
Sie lenkte den Wagen auf die Auffahrt der Schnellstraße und beschleunigte ihn ohne zu zögern, bis die Automatik übernahm und keine zehn Meter hinter einem anderen Wagen einfädelte.

»So. Jetzt kannst du nicht weg laufen«, sagte Herrin Vanessa auf einmal.
Kira sah sie verwirrt an. »Ich laufe doch gar nicht weg, Herrin.«
»Oh doch, jedes Mal, wenn ich das Thema ansprechen wollte, bist du bisher ausgewichen und hast vorgegeben etwas wegräumen zu müssen oder irgendwo zu putzen. Du bist sogar abends um neun in den Keller gegangen und hast der Wäsche im Trockner zugesehen.«
Kira schloss kurz die Augen und atmete tief durch. Sie ahnte, was nun kommen würde. »Ja, Herrin«, sagte sie verlegen.
»Sollte eine Serva nicht ehrlich zu ihrer Herrschaft sein?«, fragte Herrin Vanessa, wartete aber nicht auf eine Antwort. »Ich hatte schon den Eindruck, daß es dir Spaß gemacht hat. Also, warum möchtest du nicht mehr zu mir ins Schlafzimmer kommen?«
Kira hatte sich diese Frage selbst schon einige Male gestellt, genaugenommen jedes Mal, wenn Herrin Vanessa sie darum gebeten hatte. »Ich kann das einfach nicht, Herrin. Außerdem sind Sie doch die Herrin. Und wie soll das denn gehen? Tagsüber sind Sie die Herrin und abends soll ich dann…«, sagte Kira, sprach aber nicht weiter.
»Vielleicht habe ich dich damit einfach zu schnell überfallen. Aber das lässt sich nicht mehr ändern. Trotzdem, ich bleibe dabei. Ich glaube, daß du damit ganz gut zurecht kommst und ich habe den Eindruck, daß es dir schon gefallen hat.«
»Ja schon, Herrin. Aber es kommt mir einfach falsch vor. Immerhin bin ich doch die Serva.«
»Das ist also das Problem?«, fragte Herrin Vanessa, worauf hin Kira stumm nickte.
»Hättest du auch dann noch ein Problem damit, wenn wir eine Regel finden, die das eindeutig klärt?«
Kira sah Herrin Vanessa fragend und überlegte eine Weile. Sie drehte ihre Gedanken hin und her und betrachtete es von allen Seite, die ihr in den Sinn kamen, doch in diesem Fall sah sie keine Probleme. »Ich glaube, dann würde das schon gehen, Herrin.«
»Na, also. Warum hast du das denn nicht gleich gesagt? Das hätte dir sicher einiges an Grübeleien ersparen können und ich hätte mich nicht dauernd fragen müssen, ob ich etwas falsch gemacht habe.«
»Entschuldigung, Herrin«, sagte Kira betreten.
»Na, jetzt, wo das geklärt ist, ist doch erst mal alles in Ordnung. Und wenn wir es langsam angehen lassen, ist es vielleicht auch einfacher. Und vielleicht kaufe ich doch mal irgend wann dieses Ponykostüm, was wir da im Sexshop gesehen haben. Und vielleicht kann deine Schwester mir ja ein paar Tipps geben.«
»Und wer soll mir die geben?«, fragte Kira ungläubig.
»Ich weiß nicht. Vielleicht die Herrin deiner Schwester«, sagte Herrin Vanessa, worauf hin Kira sie ansah und anfing zu grinsen.
»Das würde Ihnen gefallen?«
»Wer weiß. Warum denn nicht? Das stelle ich mir schon ziemlich interessant vor.«
»Ich weiß nicht«, sagte Kira und machte wieder ein nachdenkliches Gesicht. »Aber im Schlafzimmer wir das nicht gehen.«
»Nein, vermutlich nicht. Wo passiert sowas denn normalerweise?«
»Auf Horizons gab es einen richtigen Stall mit Rennbahn, Trainingshalle und so«, sagte Kira nach kurzem Nachdenken.

Während sie sich weiter unterhielten, meldete sich auf einmal der Autopilot des Wagens. Kira sah auf und übernahm das Steuer wieder, als dieser das Auto von der Schnellstraße herunter auf eine Autobahn lenkte.
Sie fuhren noch eine viertel Stunde auf der Autobahn weiter und als das Navi anzeigte, daß sie von dieser nun herunter fahren musste, schaute Kira sich die Gegend an, in der sie sich befanden. Je weniger Kilometer das Navi anzeigte, desto mehr kam Kira die Gegend bekannt vor und als sie schließlich von der Landstraße herunter auf eine gut ausgebaute Zubringerstraße fuhren, sah Kira auf das Navi.
»Herrin?«, fragte sie, als sie nur noch zwei Kilometer zu fahren hatten.
»Ja?«
»Eine Frage, wie heißt ihre Kommilitonin eigentlich?«
»Du meinst, die die heiratet?«
»Ja, Herrin.«
»Sie heißt Johanna. Johanna Davids. Und ihre Braut heißt Larissa. Wieso fragst du?«
Kira trat viel zu heftig auf die Bremse und lenkte den Wagen an den Straßenrand. Sie sah Herrin Vanessa grinsend an und einige Tränen flossen ihre Wangen herab und sie fing an, immer lauter werdend, zu lachen.

- - -

»Larissa, mach bitte mal die Tür auf, ich habe gerade nichts an«, erklang Johannas Stimme aus dem Schlafzimmer.
Larissa sah an sich herunter. Sie selbst war doch auch nackt, bis auf die Lederbänder an ihren Armen und Beinen sowie die Ketten, die diese zusammen hielten und ihre Bewegungsfreiheit auf das absolute Minimum einschränkten. Sie überlege, wer da gerade geklingelt haben mochte, doch die ersten Gäste hatten sich für frühestens in drei Stunden angekündigt. Also konnten das höchstens Mara, Frida oder Frau Kroll sein und die hatten sie alle schon in diesem Zustand gesehen, mehr oder weniger zumindest. Also trippelte sie mit kleinen Schritten zur Tür, während es noch einmal klingelte.
Als sie im Flur am Spiegel vorbei ging, schaute sie sich kurz an. Ihre Haare waren etwas wirr und sie war ziemlich verschwitzt. Und außerdem stand von der festen Lederplatte vor ihrem Mund ein ziemlich großer, schwarzer Dildo hervor. Daß sich ein ähnlich dicker aber wesentlich kürzerer Dildo in ihrem Mund befand, konnte man natürlich nicht sehen. Aber immerhin hatte Herrin Johanna sie ja zur Tür geschickt, also konnte sie nun wirklich nichts dafür, wie sie gerade aussah. Sie öffnete umständlich die Wohnungstür und aus purer Gewohnheit wies sie mit ihren gefesselten Armen in Richtung Wohnzimmer und knickste, als die Tür ganz offen war.

Doch vor der Tür standen weder Frau Kroll noch Mara oder eine ihrer Trauzeugen.
»Ent… Entschuldigung, ich glaube, wir sind hier falsch. Wir wollten zu Larissa Liebl«, sagte eine der beiden Frauen.
Larissa hatte keine Ahnung, wer die Beiden waren, doch sie kannten ihren Nachnamen, den sie seit fast fünf Jahren nicht mehr gehört hatte.
»Was wollen Sie denn von ihr?«, wollte sie fragen, doch der Knebel machte daraus nur ein unverständliches Mumpfen.
»Larissa? Ist das Emylia?«, kam Herrin Johannas Stimme aus dem Schlafzimmer. »Schick sie doch schon mal ins Wohnzimmer und sag ihr, ich komme gleich.«
»Sind Sie heute nicht schon oft genug gekommen?«, murmelte Larissa grinsend in ihren Knebel.

»Larissa?«, fragte eine der beiden Frauen und musterte sie eingehend.
Larissa nickte lediglich und schaute sich die Beiden genau an. Es dauerte einen Moment, bis sie Karin und Evelin, ihre beiden besten Freundinnen aus der Oberschule erkannte, sie schrie freudig in ihren Knebel, nickte heftig und hüpfte freudig herum, so daß der große, schwarze Dildo vor ihrem Mund wild auf und ab schwang.
»Wie… wie siehst du denn aus?«, fragte Karina, die als Erste ihre Sprache wieder gefunden hatte.
Larissa grinste verlegen und winkte die Beiden dann herein. Sie deutete auf die Tür zum Wohnzimmer und als die Beiden im Flur waren, schloss Larissa die Tür. So schnell sie konnte, ging sie in Richtung Schlafzimmer. Als sie merkte, daß sie mit zehn Zentimeter Schrittweite kaum voran kam, hüpfte sie einfach weiter.
Im Schlafzimmer angekommen, wo Johanna gerade dabei war, ihren Rock anzuziehen, deutete sie aufgeregt in Richtung Wohnzimmer.
»Was hast du denn?«, fragte Johanna und nahm ihr endlich den Knebel ab.
»Evelin ist da und Karina«, sagte sie aufgeregt und wollte schon wieder aus dem Schlafzimmer hüpfen.
»Das ist nicht Emylia?«, fragte Johanna entsetzt.
»Nein, das sind Evelin und Karina. Wir waren zusammen in der Oberschule.«
»Ach du Schande. Und die Beiden haben dich so gesehen?«, fragte Johanna entsetzt.
Wieder nickte Larissa aufgeregt und wollte erneut ins Wohnzimmer hüpfen. Doch Johanna hielt sie am Arm und nahm ihr dann die Ketten zwischen ihren Fesseln ab. »Geh ins Bad und wasch dich bitte. Und dann zieh dir eine Tunika an, bevor du wieder raus gehst.«
»Ja, meine Herrin«, sagte Larissa und lief ins Badezimmer, wo sie sich schnell wusch und versuchte, ihre Haare etwas zu bändigen. Zurück im Schlafzimmer zog sie sich eine Tunika an und lief dann wieder ins Wohnzimmer.
Dort standen ihre beiden Freundinnen etwas ratlos herum und Larissa lief auf sie zu und umarmte beide fest.
»Wo kommt ihr denn her?«, fragte sie aufgeregt.
»Wir haben die Einladungen bekommen, zu deiner Hochzeit.« Karina hielt Larissa eine Karte hin.
»Ich freue mich ja so, daß ihr gekommen seid«, sagte Larissa. Sie umarmte die Beiden erneut und brach dann in Freudentränen aus.
»Ich dachte schon, es würde niemand kommen«, sagte sie, während sie noch immer vor Freude weinte. »Ich wusste doch gar nicht, wo ihr jetzt wohnt.«

Als Johanna das Wohnzimmer betrat, löste Larissa die Umarmung und stellte alle einander vor. Johanna schaute die Beiden etwas betreten an. »Es tut mir leid, aber ich dachte nicht, daß Larissa so die Tür auf machen würde«, sagte sie mit einem vorwurfsvollen Blick in Larissas Richtung.
»Sie haben doch gesagt, daß ich auf machen soll, Herrin«, sagte Larissa und grinste dabei breit.
»Ja, das war wohl mein Fehler«, gestand Johanna ein und seufzte leise. Was haltet ihr denn davon, wenn ihr ins Zentrum geht? Da könnt ihr euch in Ruhe unterhalten«, fragte Johanna, der es sichtlich unangenehm war, Larissa in so eine Situation gebracht zu haben.
»Gerne, Herrin«, sagte Larissa und deutete Karina und Evelin, mit zu kommen.
»Wie lange bleibt ihr denn?«, fragte Larissa, während sie mit der Magnetbahn ins Zentrum fuhren.
»Ich dachte, bis zu deiner Hochzeit. Diese Frau Nyberg, die uns die Einladungen geschickt hat, hat geschrieben, wir sollten heute schon kommen, weil du morgen deinen Jungesellinnenabschied feierst«, sagte Karina.
»Prima, dann bin ich doch nicht alleine«, sagte Larissa freudig. »Wo wohnt ihr denn so lange?«
»Diese Frida hat uns in einem Hotel hier auf dem Gelände untergebracht. Aber wo sind wir denn hier eigentlich?«
»Hier gibt es ein Hotel?«, fragte Larissa erstaunt.
»Ja, das ist in einem richtigen Schloss«, erklärte Evelin.
»Das wusste ich noch gar nicht«, sagte Larissa, als die Bahn am Zentrum hielt. Zusammen gingen sie ins Bistro, wo sie sich einen freien Tisch suchten und sich unterhielten.
Evelin und Karina stellten jede Menge Fragen, die Larissa bereitwillig beantwortete und sie unterhielten sich lange, hauptsächlich darüber, was sie, nachdem sie die Schule beendet hatten, getan hatten.

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Mara war gerade dabei, Wäsche zusammen zu legen und in den Schrank zu räumen, als Silke herein kam.
»Was machst du denn hier?«, fragte Mara. »Du sollst doch nicht ins Schlafzimmer kommen.«
»Entschuldige bitte«, sagte Silke und hielt Mara ein pinkes Sweatshirt unter die Nase. »Frida hat gesagt, ich soll dir das geben. Du sollst das anziehen und dann runter kommen, sagt sie.«
Mara nahm das Shirt und schaute es sich an. ’Aus dem Weg, ich bin ̶p̶̶r̶̶i̶̶n̶̶z̶̶e̶̶s̶̶s̶̶i̶̶n̶ Braut’, stand auf dem Shirt. Nun öffnete Silke ihre Tunika und Mara sah, daß sie ein ähnliches Shirt trug. ’Ich bin nur zum Feiern hier’, stand auf diesem.
Mara sah es sich an und lachte. »Aber das ist doch erst morgen«, sagte sie verwundert.
»Mhmm«, machte Silke. »Da stehen ganz viele unten in der Halle und Frida sagt, daß nur noch du fehlst.«
»In der Halle? Jetzt? Aber ich kann doch nicht einfach so weg. Ich muss doch noch die Wäsche machen.«
»Nein, musst du nicht. Die Anderen warten schon auf dich«, sagte Rebecca, die gerade herein gekommen war und ein ähnliches Shirt trug. Sie umarmte Mara und gab ihr einen Kuss. »Ich wünsche dir viel Spaß mein Schatz.« Rebecca deutete Silke, zu gehen und als diese das Schlafzimmer verlassen hatte, zog sie Mara die Tunika aus und das Shirt, welches diese in der Hand hielt, an. Dann gab sie ihr eine Hose von dem Stapel frisch zusammen gelegter Wäsche und sagte: »Los, zieh das an und dann ab mit dir. Isa und die Anderen warten schon auf mich.«
Mara zog schnell die Hose an und suchte sich ein Paar Schuhe, die sie schnell anzog. »Ich muss doch noch was anderes zum Anziehen mit nehmen«, sagte Mara und wollte noch eine Tasche packen.
»Das hat Vivian gestern schon mit genommen«, erklärte Rebecca lachend.
Mara ging noch einmal zu Rebecca und umarmte sie. »Dir auch viel Spaß«, sagte sie und ging, nach einem Kuss, nach unten.

Tatsächlich war die ganze Halle voll mit Leuten. Da waren Trish und Veronika, Vivian, Frida und Larissa. Dann sah Mara Kim, Georgia und Chris. Sie lief die Treppe herunter und umarmte die Drei überschwänglich. Etwas Abseits standen zwei Frauen, denen sie bisher noch keine Beachtung geschenkt hatte, weil sie dachte, es seien Freundinnen von Larissa, doch dann erkannte sie, daß es Lisa und Ulrike waren.
Bevor Mara Serva wurde, waren sie mehr gut miteinander befreundet, doch dann war der Kontakt leider abgebrochen und erst vor Kurzem hatten sie sich wieder getroffen. Sie fiel auch ihnen um den Hals und begrüßte sie freudig, was nicht ohne viel Geschrei von Statten ging.
Als diese Begrüßung schließlich beendet war, schaute Mara sich um. Alle trugen ähnliche Sweatshirts. Auf Larissas stand, wie auch auf ihrem eigenen: ’Aus dem Weg, ich bin ̶p̶̶r̶̶i̶̶n̶̶z̶̶e̶̶s̶̶s̶̶i̶̶n̶ Braut’. Auf Vivians und Fridas Shirts stand: »Stimme er Vernunft’, was Mara laut lachen ließ. »Ausgerechnet ihr beiden«, sagte sie grinsend.
Auf den Shirts der Anderen stand lediglich ’Brautgefolge’, nur auf dem Shirt einer Frau, die noch immer etwas abseits stand und sich die Kapuze weit ins Gesicht gezogen hatte, stand statt dessen: ’Schwester der Braut’.
»Ich wusste gar nicht, daß du eine Schwester hast«, sagte sie zu Larissa.
Larissa sah sie an und sagte: »Ich bin ein Einzelkind. Ich habe keine Schwester«, wobei sie das Wort ’ich’ stark betonte.
Mara ging zu der Frau, die bisher den Kopf gesenkt gehalten hatte und sah sie an. Die Frau zog die Kapuze nach hinten und sah sie breit grinsend an. »Hallo Mara«, sagte Kira und umarmte Mara.
Mara schrie überrascht auf. »Was machst du denn hier?«, fragte sie.
»Ich wusste bis gestern auch nicht, daß wir hier her kommen. Aber Herrin Vanessa ist eine Freundin von Johanna. Sie feiert mit den Anderen und hat gesagt, ich soll mit euch mit gehen«, erklärte Kira freudestrahlend.

»Bevor hier noch jemand anfängt zu heulen, lasst uns endlich los«, drängte Frida zum Aufbruch.
Sich laut unterhaltend gingen die insgesamt 15 Frauen nach draußen zur Bahn.
»Wo fahren wir denn hin?«, wollten Mara und Larissa wissen, als sie in der Bahn saßen und diese sich in Bewegung gesetzt hatte.
’Abwarten’, gestikulierte Vivian breit grinsend. ’Das wird eine Überraschung.’

»Oha, Sollen wir etwa fliegen?«, fragte Lisa und deutete kichernd auf das Flugzeug, auf das sie geradewegs zu gingen, nachdem sie am Flugplatz aus der Bahn gestiegen waren. »Das wird Mara aber gar nicht gefallen. Wie wollt ihr sie denn da rein bekommen?«
Mara hatte das natürlich mitbekommen. »Ich gehe einfach selber rein«, sagte sie, streckte Lisa frech die Zunge heraus und stieg die Treppe hinauf in das kleine Passagierflugzeug.
Lisa betrat zusammen mit den anderen den Flieger und setzte sich auf den Platz neben Mara. »Wer bist du und was hast du mit Mara gemacht? Wegen deiner Flugangst sind wir damals auf der Abschlussfahrt nach Rom gefahren anstatt nach Dublin zu fliegen«, sagte Lisa.
»Jetzt habe ich eben keine Flugangst mehr«, sagte Mara, der dieses Thema etwas unangenehm war.
»Jetzt sag nur noch, daß du auch schwimmen gelernt hast«, sagte Lisa kichernd.
»Ja, habe ich«, erwiderte Mara und grinste breit.

»Sind alle da?«, fragte Frida und zählte einmal durch. »Dann kann es ja los gehen.«
Sie ging nach vorne ins Cockpit und sagte dem Piloten Bescheid, daß es los gehen konnte.
Alle schnallten sich an und kurz darauf hob das Flugzeug ab.
Obwohl alle angeschnallt waren, entspann sich eine von Kichern und Lachen unterbrochene Unterhaltung zwischen den Frauen und als der Pilot schließlich ansagte, daß sie sich wieder abschnallen konnten, stellten Frida und Vivian sich vor die Sitze in den Mittelgang.
»Als ausgebildete Lehrerin ist ab jetzt ganz offiziell Chris für die Meisten von uns verantwortlich«, sagte Frida.
Chris sah sie an, schlug die Hände vor dem Gesicht zusammen und sagte: »Ach du Schande, womit habe ich das nur verdient? Und warum steht auf euren Shirts denn dann ’Stimme der Vernunft’?«
Vivian und Frida sahen sich kichernd an. ’Diese Stimme ist vernünftig genug um zu wissen, wann sie schweigen sollte’, gestikulierte Vivian, was Frida anschließend übersetzte, worauf hin alle anfingen zu lachen.

»So, wir sind jetzt zwar in der Luft und kommen auch am Sonntag wieder zurück, aber leider haben wir ein kleines Problem«, sagte Frida, nachdem sie sich wieder beruhigt hatten und alle sahen sie fragend an.
»Das Problem ist, daß der Besitzer uns zwar das Flugzeug zur Verfügung gestellt hat, aber einen netten Flugbegleiter, der auch noch bereit ist, uns oben ohne zu bedienen, wollte er leider nicht extra anheuern.«
Die Anderen fingen laut an zu buhen. Doch Frida machte beschwichtigende Gesten, bis es wieder etwas ruhiger war. »Deshalb wird das wohl jemand von uns machen müssen.«
Auf einmal schwiegen alle und die Meisten schauten recht unbeteiligt aus den Fenstern.
»Daß es so viele Freiwillige gibt, hatte ich mir ja fast gedacht. Also wird wohl das Los entscheiden müssen.« Frida tippte Vivian an, die aus einer Reisetasche zwei Stoffbeutel heraus holte und einen davon Frida gab. Die Beiden gingen an den Sitzen der Anderen vorbei und ließen, VIvian rechts und Frida links, jede in einen der Beutel greifen und eine bunte Glaskugel ziehen. Nur Larissa und Mara ließen sie dabei aus.
Frida schaute in ihren Beutel in dem sich noch eine der Kugeln befand.
»In jedem Beutel waren vier Kugeln. Also sollte auf jeder Seite eine von Euch eine rote, eine gelbe, eine grüne oder eine blaue Kugel haben. Und ich würde sagen, Diejenige mit der gelben Kugel...«, als sie das sagte, nahm Veronika ihre Kugel, steckte sie in den Mund und schluckte sie herunter.
Frida sah sie überrascht an. »Ich wollte eigentlich sagen, daß Diejenige mit der gelben Kugel schon mal raus ist. Davon ist nämlich noch eine übrig.« Sie hielt die letzte noch verbliebene Kugel, diese war gelb, hoch, worauf hin Veronika sie mit offenem Mund an sah. Frida ging zu ihr und reichte ihr mit den Worten: »Wohl bekommt’s« diese Kugel.
»Diejenigen mit den blauen Kugeln werden also jetzt unsere Flugbegleiterinnen geben. Wer hat denn die blauen Kugeln?«, fragte Frida, worauf hin sich Silke und Karina meldeten.
»Prima, dann kommt mal nach vorne.«, sagte Frida.

Silke sah zu Mara und als diese erst mit den Schultern zuckte und dann nickte, stand Silke auf und ging zu Frida. Auch Karin, die sich etwas zierte, ging schließlich zu Frida.

»Ich denke, oben ohne müsst ihr das nicht machen. Das war nur als Scherz gedacht«, sagte Frida leise zu den Beiden. »Ihr sollt nur allen etwas zu Trinken bringen und dafür sorgen, daß die Gläser nicht leer werden. Der Champagner und die Gläser sind da vorne in der Bordküche.« Sie deutete auf die kleine Nische in der sich ein Kühlschrank, eine Kochstelle und ein Schrank mit Geschirr befanden.
Silke ging zuerst zu der kleinen Küche, holte mehrere Flaschen aus dem Kühlschrank und öffnete diese. Während sie einschenkte, brachte Karin den Anderen die bereits gefüllten Gläser.

Nachdem alle, auf Maras Nicken hin sogar Silke, ein Glas hatten hob Frida das ihre und sagte: »Auf die Bräute« und prostete den Anderen zu.
Alle hoben ihre Gläser und tranken etwas.

Langsam fingen alle an, sich miteinander zu unterhalten und der Flug wurde, auch durch einige Spiele, die Frida und Vivian sich ausgedacht hatten, sehr lustig. Als sie dann landeten, war die Stimmung sehr heiter und alle unterhielten sich lachend und kichernd miteinander.
Sie verließen das Flugzeug und staunten nicht schlecht, als auf einmal gleich drei Limousinen neben dem Flugzeug hielten. Deren Fahrer kümmerten sich sofort um das Gepäck und hielten ihnen dann die Türen auf.

»Wo sind wir hier eigentlich?«, fragte Larissa, die zusammen mit Frida in einer der Limousinen saß, während sie durch die Stadt fuhren.
»Das ist Stockholm. Wo anders habe ich einfach kein Hotel gefunden«, erklärte Frida grinsend.
»Ein Hotel gefunden? Hier? Es würde mich nicht wundern, wenn dein Name auf dem Hotel stehen würde«, sagte Larissa kichernd.
»Nein, das nicht, aber ich kenne den Besitzer recht gut.« Frida zuckte verlegen mit den Schultern.

Die Fahrt zum Hotel dauerte fast zwei Stunden, aber das nur deshalb, weil sie dabei nicht auf direktem Weg fuhren sondern an allen möglichen Sehenswürdigkeiten vorbei kamen, die Frida ihnen, über ihr Comm, eingehend vorstellte und so hatten alle einen ersten Eindruck über die Stadt, als sie im Hotel ankamen.
Dort wartete bereits die nächste Überraschung auf sie.
Der Manager des Hotels hieß sie persönlich willkommen und wünschte ihnen einen angenehmen Aufenthalt. Auf den Zimmern, die alle nebeneinander lagen und fast eine halbe Etage einnahmen, gab es für jede ein Willkommenspacket mit einer Auswahl an Süßigkeiten und anderen Kleinigkeiten und in jedem Zimmer stand eine Flasche Sekt für sie bereit.
Larissa und Mara teilten sich eine große Suite mit zwei Schlafzimmern und Wohnzimmer, in dem sich alle kurz darauf einfanden.

Frida und Vivian hatten sich einige lustige Spiele ausgedacht, die sie nun spielten.
Später am Nachmittag gingen sie zusammen in eines der Restaurants des Hotels um dort zu Abend zu essen. Danach trafen sie sich wieder im Wohnzimmer de Suite und unterhielten sich noch eine ganze Weile, bis nach und nach alle in ihre eigenen Zimmer gingen um sich schlafen zu legen.

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Am nächsten Morgen trafen sie sich erneut in der Suite von Mara und Larissa zu einem ausgiebigen Sektfrühstück.
Es war bereits neun Uhr, als Frida sich erhob. »Und jetzt, wo wir alle erst mal satt sind, gibt es ein ganz besonderes Sightseeing, das es noch nicht einmal für Touristen gibt«, kündigte sie an.
»Noch mal Sehenswürdigkeiten ansehen?«, fragte Kira eher gelangweilt. »Das hatten wir doch gestern schon.«
Frida sah sie breit grinsend an. »Ich glaube, das wird dir auch gefallen. Und ich verspreche euch, daß ihr alle euren Spaß haben werdet. Außerdem habe ich hier noch etwas für Larissa und Mara«, sagte sie und zog einen Stapel kleiner Karten aus ihrer Gesäßtasche heraus. Mit diesen Karten ging sie zu Mara und Larissa, die nebeneinander auf einem der Sofas saßen und noch ein letztes Toast aßen.
Sie fächerte den Kartenstapel auf und hielt ihn Mara hin, die sie erstaunt an schaute. »Was soll ich denn damit?«, fragte sie.
»Du sollst eine Karte ziehen. Aber noch nicht ansehen«, sagte Frida.
Mara ahnte bereits, was nun kam und zog eine der Karten. Dann war Larissa an der Reihe und anschließend wieder Mara. Abwechselnd mussten sie Karten ziehen, bis beide je fünf Karten in der Hand hielten.
»Auf den Karten befinden sich ein paar Aufgaben für euch Beide. Aber bitte noch nicht anschauen«, erklärte Frida.
»Und dann brauchen wir noch jemanden, die Bilder macht.« Sie hielt eine Kamera in der Hand und hielt sie Silke hin, doch diese schüttelte den Kopf. »Ich kann damit nicht umgehen«, sagte diese.
Also hielt Frida die Kamera Tanja, Chris’ Serva hin. Diese nahm die Kamera und schaute sie sich kurz an, bevor sie ein Bild von Frida machte. »Kein Problem«, sagte sie, worauf hin Frida zufrieden nickte. »Mach ruhig so viele Bilder wie möglich«, sagte Frida, dann gab sie Vivian ein Zeichen und diese kam mit zwei T-Shirts, die sie Mara und Larissa reichte.
Larissa entfaltete das Shirt und sah es sich an, dann fing sie an zu lachen, zog ihr Sweatshirt aus und das T-Shirt an.
»Das andere kannst du erst mal drüber ziehen. Das brauchen wir noch nicht«, sagte Frida und forderte Mara auf, es wie Larissa zu machen.
Mara war etwas verlegen, zog aber dann das Sweatshirt aus. Unter diesem trug sie lediglich ihren stählernen BH, was einiges Kichern auslöste. Sie zog das T-Shirt schnell an, um ihren BH zu verdecken.
Auf den Shirts waren an verschiedenen Stellen mehrere Herzen aufgedruckt und in diesen Herzen standen Beträge von einem bis zehn Dollar. Die Herzen mit den höchsten Beträgen befanden sich genau auf den Brüsten und am Nabel, während die anderen Herzen sich darum herum befanden.
Beide zogen die Sweatshirts über diese Shirts und dann verließen alle zusammen das Hotel.

Weit mussten sie allerdings nicht gehen, denn nur wenige Meter neben dem Hotel betraten sie den Eingang einer U-Bahn-Station. Mit einer Rolltreppe ging es weit nach unten, fast 25 Meter, wie Frida erklärte. Unten angekommen bewunderten alles erst einmal die U-Bahn-Station, deren Wände und Decke, welche aus roh behauenem Fels bestanden, sowie die Stützpfeiler bunt angemalt waren. An den Wänden der Station befanden sich mehrere kleine Pavillons mit verschiedenen Geschäften.
Vor einem der Pfeiler stehend, stand eine junge Frau, auf die Frida, die die Führung übernommen hatte, zu ging. Die Beiden begrüßten sich mit einer Umarmung und Bussis und Mara erkannte Alva, Fridas Schwester.
Frida stellte ihre Schwester allen vor und erklärte, daß diese sich hier bestens auskannte und nun die Führung übernehmen würde.

Sie verbrachten den ganzen Tag nur in den Stationen der U-Bahn, die Alva als die größte Kunstausstellung der Welt bezeichnete. Aber in den verschiedenen Stationen waren nicht nur sehr viele Kunstwerke von teilweise sehr bekannten Künstlern ausgestellt, sondern in den Stationen gab es auch jede Menge Geschäfte und, etwas abseits der eigentlichen Stationen, in den Schutzräumen die während des Krieges erbaut worden waren, lebten sogar Menschen. Alva erklärte ihnen daß es so etwas wie eine eigene Gesellschaft gab, die hier unten lebte, die sich hauptsächlich aus Künstlern und Leuten mit einem alternativen Lebensstil zusammen setzte. Es gab sogar Schulen, Kindergärten, ein Krankenhaus und natürlich jede Menge Geschäfte in den Bereichen, in denen diese Leute lebten. Diese waren so etwas wie eigene Dörfer, deren öffentliches Leben sich in kleinen oder großen Kavernen unter der Stadt abspielte. Und genau in diesen Kavernen, platser, wie Alva sie nannte, hielten sie sich die meiste Zeit auf und wurden von den Bewohnern sehr freundlich begrüßt, die sie immer wieder dazu einluden, eine Kleinigkeit zu Essen oder ihnen etwas zu Trinken anboten.

Frida und Vivian forderten Larissa und Mara auf, die Karten mit den Aufgaben hervor zu holen. Die Beiden holten die Karten heraus und schauten sich erste Aufgabe an.
Die Aufgaben kannten sowohl Mara als auch Larissa bereits von Vivians Jungesellinnenabschied und so wussten beide ungefähr, was sie erwartete.
Doch auch für die Anderen hatte Frida eine Aufgabe. Sie verteilte Bingokarten mit vier mal vier Feldern und Stifte. In den Feldern standen verschiedenen Begriffe, die sie suchen und ankreuzen sollten, wenn sie sie gefunden hatten. Zum Beweis musste dafür mit dem Comm ein Bild gemacht werden und Frida sagte, daß es für die Ersten die vier Begriffe waagerecht, senkrecht oder diagonal gefunden hatten, auch Preise gab.
»Also bei den ganzen Kunstwerken hier, kann ich mir ja vorstellen, eine Meerjungfrau zu finden, aber wo soll man denn hier eine Kutsche finden?«, fragte Georgia.
Silke, die etwas betreten auf ihre Karte schaute fragte: »Und einen Wasserfall wird es hier bestimmt auch nicht geben.«
Doch Frida grinste nur und sagte: »Ich glaube schon, daß ihr das alles zusammen bekommen könnt. Diese Begriffe hat Alva ausgesucht und die kennt sich hier unten ziemlich gut aus.«
Darauf hin schauten sich alle etwas genauer um und gelegentlich machte eine er Frauen mit ihrem Comm ein Bild und hakte einen Begriff auf ihrer Karte ab.

Larissa und Mara brauchten den gesamten Vormittag, um ihre Aufgaben zu erledigen. So musste Mara Waschzettel von Unterhosen sammeln, wozu sie Passanten ansprach und fragte, ob sie diese aus deren Unterhosen heraus schneiden durfte. Sie musste einen Musiker finden, der ihr ein Ständchen spielte, was aber in in den U-Bahn-Stationen nicht all zu schwer war, da es in fast jeder der Stationen Musiker gab, die hier musizierten. Dann musste sie auf einem belebten Platz eine mindestens fünf Minuten lange Rede halten, warum man heiraten sollte. Doch dann hatte sie eine Aufgabe, die sich als ziemlich schwierig erwies. Sie musste einen Poledance aufführen. Doch Alva kicherte, als Mara diese Aufgabe vorlas und sagte allen, sie sollen mit ihr mit kommen. Sie ging zum nächsten Bahnsteig und stieg in die nächste Bahn, wo hin ihr die Anderen folgten. Nach einigen Stationen stiegen sie aus und folgten Alva geradewegs zu einer kleinen Bar, die um diese Uhrzeit bereits geöffnet hatte. In dieser Bar gab es auch eine kleine Bühne auf der es die zu Maras Aufgabe gehörende Stange gab. Hier sprach Alva kurz mit dem Besitzer der Bar und Mara konnte diese Aufgabe, wenn auch mit nur wenig Publikum, erfüllen.
Gerade als sie die Bar wieder verlassen wollten, rief Karina laut »Bingo!« und machte ein Bild vom Modell eines Segelschiffes, welches in einer Vitrine neben dem Eingang stand. Sie kreuzte den Begriff ’Schiff’ auf ihrer Karte an und hielt diese grinsend in die Luft.

Mara hatte zwar mit ihren Aufgaben einiges zu tun, sie hatte gerade die nächste Karte vorgelesen, auf der stand, daß sie sich von einem Passanten einen Drink spendieren lassen sollte, dennoch bemerkte sie, daß Frida Silke gelegentlich in die ein oder andere Richtung schickte und diese darauf hin kurz darauf lächelnd zurück kam.

»Was gibt es denn eigentlich für Preise?«, wollte Karina von Frida wissen.
Frida nahm ihr Comm und sagte dann: »Also ich habe das einfach mal so festgelegt, damit nachher niemand sagen kann, daß ich das willkürlich verteile. Du hast als Erste eine Waagerechte Reihe ausgefüllt und bekommst, gesponsert von der Firma Nyberg, ein neues Comm.« Darauf hin klatschten alle Beifall und Karina bedankte sich grinsend. »Die Erste, die eine senkrechte Linie hat, bekommt, gesponsert von der Firma Kroll eine Kamera. Und der Firma MarEmy habe ich auch einen Hauptpreis abschwatzen können, nämlich das hier.« Sie zeigte ein Bild auf ihrem Comm, welches ein komplettes Keuschheitsgürtelensemble zeigte, mitsamt Arm- und Schenkelbändern sowie einem passenden, stählernen BH und einigen dazu gehörenden Einsätzen für den Gürtel. Es erklangen einige Pfiffe, Lachen und Klatschen. »Den bekommt Diejenige von euch, die zuerst eine diagonale Linie zusammen hat.«
»Also ich weiß ja nicht, ob ich mich für die, die den bekommt, freuen soll oder nicht«, sagte Karina lachend. »Aber wie kommt man denn an solche Preise? Noch dazu, wie bekommt man die Firmen dazu, sowas zu sponsern? Und dann, was ist denn MarEmy? Nyberg habe ich schon gehört, die bauen Bagger, Schiffe, Flugzeuge und Comms und sowas und Kroll kennt ja wohl auch jeder. Aber MarEmy?«
Frida grinste, als sie antwortete: »Das ist ganz einfach: Rebeccas Trauzeugin heißt Emylia Kroll, ihrem Vater gehört die Firma Kroll. Und MarEmy gehört ihr. Die machen nichts Anderes als Sexspielzeug. Und Nyberg, sagen wir mal so, ich kenne da jemanden und als ich erzählt habe, daß Emylias Vater etwas Sponsert, hat mein Bekannter es sich natürlich nicht nehmen lassen, auch etwas dazu bei zu tragen.«
»Ich verstehe«, sagte Karina lachend.

Mara war inzwischen mit einem Glas aus der Bar in der sie eben waren, wieder gekommen und prostete allen zu, damit hatte sie auch ihre letzte Aufgabe erfolgreich beendet.

Larissas Aufgaben waren ähnlich wie Maras. Sie musste innerhalb von zehn Minuten so viele Unterschriften auf ihrem Shirt sammeln wie möglich, jemanden finden, mit dem sie einen Walzer tanzte, was sie getan hatte, als der Musiker Mara ein Ständchen gespielt hatte und als schwerste Aufgabe 5 BHs sammeln. Das erwies sich als nicht all zu leicht, doch nach einer halben Stunde hatte sie schließlich fünf Frauen gefunden, die ihr ihren BH schenkten, wozu sie einiges an Überredungskunst brauchte, es aber schließlich zur Belustigung Aller schaffte.
Die letzten beiden Aufgaben, nämlich 10 Leute finden, die sich von ihr umarmen lassen wollten, und 5 Ehepaare finden, die ihr und auch Mara nützliche Tipps für die Ehe gaben, hatte sie dann auch recht schnell erledigt.
Dann fuhren sie alle wieder mit U-Bahn einige Stationen weiter und fanden sich schließlich in der größten U-Bahn-Station wieder, die sie sich vorstellen konnten. Diese erstreckte sich über ganze vier Ebenen, die bis in 35 Meter Tiefe reichten, wie Alva erklärte und auf jeder Ebene gab es eine Unmenge an kleinen und großen Geschäften.
Auf einer Zwischenebene, auf der reger Betrieb herrschte, riefen sowohl Ulrike als auch Tanja laut ’Bingo’ und machten ein Bild von der Statue eines Königs. Ulrike hatte als Zweite eine waagerechte Linie, wofür Frida ihr einen kleineren Preis versprach und Tanja hatte als Erste eine senkrechte Linie vollständig.

Frida und Larissa ließen sich von beiden die Bilder zeigen und erklärten, daß es die Preise geben würde, wenn sie wieder im Hotel waren.

Nun hatten Vivian und Frida für Larissa und Mara noch zwei weitere Aufgaben. Dazu mussten sie sie Sweatshirts ausziehen und bekamen je eine Schere mit abgerundeten Spitzen, wie sie auch in Verbandskästen zu finden war. Die Beiden mussten nun Passanten finden, die die Herzen aus den T-Shirts ausschneiden wollten und dafür die entsprechenden Beträge zahlten. Frida gab das Startzeichen. Nach einer viertel Stunde hatte Mara, kurz nach Larissa endlich alle Herzen verkaufen können und beide ernteten von den Anderen einen Applaus.
Sie zogen ihre Sweatshirts wieder an und folgten Alva dann in eine weitere Kaverne. Hier, so versprach diese, würde es etwas zu Essen geben, was gut in die Zeit passte, da es gerade ein Uhr nachmittags war.
Als sie die nahezu riesige Kaverne, sie war, wie Alva erklärte, mit 30 Metern die höchste künstliche Kaverne im ganzen U-Bahn-System, machte Silke ein Bild mit ihrem Comm und sagte eher verlegen: »Bingo.«
Das Bild hatte sie von einem Wasserfall gemacht, der sich am Rand der Kaverne von ganz oben in einen kleinen Teich am Boden ergoss.
»An dieser Stelle hat es während des Krieges einen Wassereinbruch gegeben«, erklärte Alva und zeigte auf den Wasserfall.
Silke hatte nun als Erste eine diagonale Linie auf ihrer Karte ausgefüllt und Frida erklärte ihr grinsend, daß sie damit den Keuschheitsgürtel gewonnen hätte. »Herzlichen Glückwunsch. Wenn du Fragen dazu hast, können dir Mara und Rebecca sicher ein paar Tipps geben, immerhin tragen die Beiden sowas ja dauernd«, erklärte Frida breit grinsend. »Und Mara als deine Herrin, ist bestimmt bereit, auf den Schlüssel dazu aufzupassen.«
Die Anderen applaudierten kichernd, worauf hin Silke sehr verlegen aussah, da es ihr etwas unangenehm war, so im Mittelpunkt zu stehen.

Auf dem Weg durch die Kaverne nahm Mara Frida bei Seite. »Sag mal, das hast du doch absichtlich so gedreht, daß Silke den bekommt, oder?«, fragte Mara.
»Ich weiß gar nicht, wo von du redest. Die Begriffe habe ich von Alva, die weiß, was es hier alles so zu sehen gibt und die sind auch rein zufällig auf die Karten gekommen. Außerdem hast du selbst gesehen, daß alle die Karten selbst gezogen haben. Und woher sollte ich denn wissen, in welcher Reihenfolge die ganzen Sachen zu finden sind?«, sagte Frida mit einer übertrieben unschuldigen Miene, die jeden Richter von ihrer Unschuld überzeugt hätte und Mara recht skeptisch bleiben ließ.

Nachdem sich alle in einer Pizzeria ausgiebig gestärkt hatten, drängte Alva auf einmal darauf, weiter zu gehen. Sie verließen die Kaverne, nicht ohne noch einmal einige Bilder gemacht zu haben und gingen dann zum Bahnsteig.
Mit der U-Bahn fuhren sie fast eine viertel Stunde lang und stiegen zusammen mit mehreren anderen Fahrgästen an einer recht kleinen Station aus. Hier verließen sie den Untergrund, in dem sie sich den ganzen Vormittag aufgehalten hatten und kamen vor einem kleinen Bootsanlieger wieder an die Oberfläche.
Frida ging auf ein kleines Häuschen zu, in dem eine ältere Frau saß und in einem Buch las. Mit dieser unterhielt sie sich kurz auf Schwedisch und deutete den Anderen dann, ihr in ein kleines Wartehäuschen zu folgen.
»Das nächste Boot kommt in zehn Minuten«, erklärte sie.
»Und wo hin fahren wir mit dem Boot?«, fragte Larissa neugierig.
»Also wenn du das nicht siehst, dann solltest du dir vielleicht mal eine Brille besorgen«, sagte Frida lachend und deutete auf die Wände des Wartehäuschens.
’Den lilla sjöjungfrun’ war in den Verputz des Häuschens über einigen Postern geschrieben und in den Ecken standen verschiedene Figuren, die Meisten von Meerjungfrauen, herum und in eine der Wände war über die gesamte Breite ein Aquarium eingelassen, in dem zwischen den Steinen und Ästen, die die übliche Dekoration eines solchen Aquariums bildeten, ebenfalls Meerjungfrauen standen und schwammen.
»Ja, ähm, irgend was mit Meerjungfrauen, das habe ich ja verstanden. Und weiter?«, fragte Larissa, nachdem sie sich die Plakate angesehen hatte. »Ich kann, wie du sicher weißt, kein Schwedisch.«
»Dann lass dich einfach überraschen. Übrigens, keine Angst, das ist nachher alles auf englisch«, sagte Frida geheimnisvoll.
Larissa zuckte mit den Schultern und betrachtete sich weiter die Plakate.

Als nach zehn Minuten tatsächlich ein Boot anlegte, verließen sie das Wartehäuschen und stiegen, zusammen mit einigen anderen Leuten, auf das recht große Boot. Dieses brachte sie auf eine Insel auf der ein großes Gebäude stand. Auch hier waren das Hauptthema der Dekoration wieder Meerjungfrauen.
Sie betraten das Gebäude und fanden sich in einem großen und prächtigen Foyer wie in einem Theater wieder. Die Einrichtung hier war überwiegend in blau und grün gehalten und in einer Wand befand sich eine riesige Scheibe hinter der einige Fische herum schwammen. Doch nicht nur Fische schwammen hier herum sondern zum Erstaunen Aller auch einige Meerjungfrauen. Diese hatten tatsächlich FischSchw***nze, Flossen und den Oberkörper von Frauen und Männern. Sie winkten den Leuten vor der Scheibe gelegentlich zu und verschwanden dann außerhalb des Sichtbereiches, um kurz darauf wieder aufzutauchen, herum zu schwimmen und zu winken.
Sie vollführten einige Kunststücke oder sprangen am oberen Rand der Scheibe, aus dem Wasser heraus um dann wieder unter zu tauchen.

Frida winkte die Anderen zu sich und sie gingen zu einer Abtrennung. Dort holte Frida aus ihrer Tasche Eintrittskarten heraus und verteilte diese. Der Mann hinter dem Durchgang in der Abtrennung kontrollierte die Karten und sie betraten den Bereich hinter dieser Abtrennung.
»So, wir können noch etwas trinken und vielleicht noch mal auf die Toiletten gehen. Dann können wir zu unseren Plätzen gehen. Die Vorstellung fängt in ungefähr einer dreiviertel Stunde an. Ihr dürft zwar nicht filmen, aber Bilder machen ist ohne Blitz und ohne Licht erlaubt«, erklärte Alva.

Nachdem sie sich etwas zu trinken geholt hatten, kam Silke zu Mara. »Entschuldige bitte, Mara«, sagte diese.
Mara seufzte innerlich, denn jedes Mal, wenn Silke sie anredete, ließ sie ihren Namen wie das Wort ’Herrin’ klingen. »Ja?«, fragte sie.
»Dürfen wir denn überhaupt hier sein?«, fragte Silke.
»Unsere Herrinnen haben uns das ja erlaubt. Und Larissa und ich sind sowieso frei. Wieso sollten wir denn nicht hier sein dürfen?«
»Na ja«, sagte Silke verlegen. »Weil wir doch alle Frauen sind. Und dürfen wir denn ohne einen Mann überhaupt hier sein?«
Mara erinnerte sich an das, was Silke ihr alles von ihren früheren Zuhause erzählt hatte und an die Einschränkungen denen alle Frauen dort unterlagen.
»Silke, wir brauchen hier nicht auf einen Mann zu hören, nur weil wir Frauen sind. Wir dürfen alleine überall hin gehen, wo wir wollen. Na ja, du als Serva nicht, aber wenn Herrin Rebecca oder ich es dir erlauben, darfst du auch alleine überall hin gehen. Auch ins Theater oder ins Kino und überall sonst«, erklärte Mara.
Silke sah sie verlegen an. »Entschuldigung, es tut mir leid. Ich wollte dich nicht schon wieder damit belästigen«, sagte sie und wandte den Kopf zur Seite.
Trotzdem sah Mara Silkes trauriges Gesicht. Sie zog sie zu sich heran und nahm sie in die Arme. »Du brauchst dich nicht dafür zu entschuldigen Silke«, sagte sie. »Ich weiß doch, daß du vieles noch nicht weißt. Und ich habe dir auch gesagt, daß du fragen sollst.« Sie drückte Silke noch einmal und ließ sie dann gehen. »Aber jetzt solltest du einfach nicht darüber nachdenken. Wir sind hier, weil wir Spaß haben wollen und weil wir uns ein Theaterstück ansehen wollen.«
»Danke, Mara«, sagte Silke, wobei das Wort ’Mara’ erneut den selben Klang hatte, als würde sie statt dessen ’Herrin’ sagen und sie gingen wieder zu den Anderen.

Als Mara und Silke wieder bei den Anderen waren, sagte Frida: »So, jetzt wo alle wieder hier sind, kann ich es euch ja verraten. Wir sind hier um uns ein Musical anzusehen. Es heißt, wie ihr euch vielleicht schon denken könnt: ’Die kleine Meerjungfrau’. Das hat Hans Christian Andersen geschrieben. Der war zwar Däne aber hier in Stockholm gibt es eben ein eigenes Theater dafür. Lasst uns schon mal rein gehen und unsere Plätze suchen.«
Sie gingen durch einen der Durchgänge in den Zuschauerraum und suchten ihre Plätze, die zum Glück gut ausgeschildert waren.

Statt einer Bühne gab es hier ein riesiges Becken, dessen Wände aus Glas bestanden. Dieses hatte mehrere Ausläufer, welche zwischen den Sitzreihen hindurch führten. In diesem Becken befand sich als Kulisse ein großer Palast und darüber, etwas zur Seite versetzt ein Strand. Weitere Details blieben allerdings im Dunkel verborgen, da nur der Zuschauerraum beleuchtet war. Doch hin und wieder schwammen einige Meerjungfrauen durch das Becken und belustigten die immer zahlreicher anwesenden Zuschauer mit kleinen Kunststücken und indem sie Verstecken oder Fangen spielten.

Daß das Stück anfing, war zuerst gar nicht zu bemerken, denn nur langsam wurde das Schloss des Meereskönigs immer heller erleuchtet. Eine der Meerjungfrauen die eben noch das Publikum belustigt hatte, fing nun an zu singen und wurden von hellen Scheinwerfern angestrahlt.

-

Als sie das Theater in dem das Musical gespielt wurde, verließen, waren alle noch sehr beeindruckt von diesem.
Die Geschichte hatte im Gegensatz zu dem Märchen ein Happy End, doch als die Prinzessin es nicht übers Herz gebracht hatte, den Königssohn und seine Braut zu töten und schon dabei war, sich in Meeresschaum aufzulösen und ein sehr trauriges Abschiedslied einstimmte, war sogar die ein oder Andere Träne geflossen. Aber am Ende hatte die Prinzessin dann doch noch ihren Prinzen heiraten können und war zum Menschen geworden. An ihrer Statt war es dann die böse Hexe, die sich in Schaum auflöste und alle, auch die Meermenschen feierten glücklich und zufrieden die Hochzeit des jungen Paares.

Erst als sie die U-Bahn-Station vor dem Hotel verließen und Alva sich von ihnen verabschiedete, waren alle wieder weit genug in die reale Welt zurück gekehrt, doch die Eindrücke dieses Musicals würden ihnen sie sicher noch eine lange Zeit in Erinnerung bleiben.

-

Auf dem Rückflug am nächsten Morgen war es sehr ruhig im Flugzeug. Lediglich Tanja, Kira und Silke unterhielten sich lachend und kichernd über den gestrigen Abend.
Als sie zurück ins Hotel kamen, hatte Frida nämlich noch eine weitere Überraschung geplant: eine Sexspielzeug- und Dessous-Party.

Die Frau, die diese ausrichtete, kam kurz nachdem alle wieder im Hotel waren und baute ihre Sachen im Wohnzimmer der Suite von Mara und Larissa auf. Bevor die Frau, die allen recht sympathisch war, mit ihrer Präsentation begann, verteilten Frida und Vivian noch die Preise die sie für das Bingo ausgerufen hatten, dann begann die Frau mit ihrer Präsentation. Doch es erwies sich, daß die Idee eine solche Sexspielzeugparty zu veranstalten, keine all zu gute Idee war. Denn lediglich Chris, Tanja, die Schulfreundinnen von Larissa und Mara sowie Silke, also nur die Hälfte der Frauen, zeigten besonderes Interesse an den Spielzeugen, die die Frau ihnen vorstellte und lediglich Silke hatte überhaupt keine Erfahrung mit solcherlei Spielzeugen.
Dennoch wurde es, nicht zuletzt dank einer größeren Menge Sekt, den Frida geordert hatte, aber auch dank der Anekdoten, die die Anderen zu erzählen wussten, ein recht ausgelassener und lustiger Abend.

Der reichlich geflossene Sekt war dann auch der Grund für den sehr schweigsamen Rückflug. Doch alle waren sich darüber einig, daß es dennoch ein sehr gelungener Jungesellinnenabschied war, den Frida und Vivian ausgerichtet hatten und alle sprachen den Beiden ein großes Lob aus, das den Fauxpas mit der Sexspielzeugparty etwas abmilderte.

Doch als sie wieder auf Horizons angekommen waren, verabschiedeten sie sich voneinander und gingen zurück nach Hause oder in das Schloss, in dem Diejenigen wohnten, die zu Gast hier waren.



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Wölchen Volljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:26.12.18 16:15 IP: gespeichert Moderator melden


Ein weiterer schöner Teil.
Auch wenn es heist bald Abschied von der Geschichte zu nehmen.

Trotzdem vielen Dank für all deine Mühe.

mfg Wölchen
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:26.12.18 16:19 IP: gespeichert Moderator melden


Was lange wärt wärd ändlich gut!
Und so lange hat´s ja gar nicht gedauert!
Supertolle Fortsetzung! Von Tränen der Rührung bis
tränendem Lachen war alles dabei. Als die gelbe Kugel verschluckt wurde,
hätte ich bald meinen Kaffee an den Monitor gepustet so musste ich lachen.

Über deinen Schreibstil brauche ich wieder einmal nix zu sagen! Erste Liga!

Alles andere..... *TOP*

Gruß Gozar
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:26.12.18 19:39 IP: gespeichert Moderator melden


Jetzt konnte ich mal 2 Fortsetzungen am Stück lesen.
Hat ziemlich lange, bei dem vielen Text, gedauert.
Aber jetzt bin ich durch, und muss einfach feststellen, die Story ist nicht nur gut, nein sie ist phänomenal.
Eigentlich wollte ich noch mehr schreiben, aber ich werde schon wieder gedrängt,mich endlich fertigzumachen, da wir noch fort wollen.
Darum mache ich es jetzt kurz und sage EINFACH:
herzlichen DANK.

Viele Grüße, ein schönes Restweihnachten und einen
guten Rutsch in 2019, wünscht Dir und allen Lesern
das Zwerglein
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Chrissi1 Volljährigkeit geprüft
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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:27.12.18 21:39 IP: gespeichert Moderator melden


Wie sollte es man den auch anders erwarten.
Wie immer eine großartige Fortsetzung.

Schade das sich die Geschichte weiter dem Ende nähert.
Aber wenn die nächste genauso Gut wird wie diese hier dann kann man darüber das vernachlässigen.

Danke für deine Arbeit uns diesen Teil doch eher zu präsentieren.

Gruß Chrissi

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HeMaDo
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Immer wenn mir jemand sagt, ich sei nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin froh darüber.

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  RE: Neue Horizonte - 2 Datum:30.12.18 04:28 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

Auch wenn es heist bald Abschied von der Geschichte zu nehmen.


Zitat

Schade das sich die Geschichte weiter dem Ende nähert.


Ja, diese Geschichte ist mit dem folgenden Teil zu Ende.
Aber wie schon erwähnt, ist die nächste Geschichte bereits in Arbeit, auch wenn sie vermutlich nicht gleich nächste Woche folgen wird. Und im Gegensatz zu dieser Geschichte ist steht der Plot bereits zu einem großen Teil.



Zitat

Supertolle Fortsetzung! Von Tränen der Rührung bis 
tränendem Lachen war alles dabei. Als die gelbe Kugel verschluckt wurde,
hätte ich bald meinen Kaffee an den Monitor gepustet so musste ich lachen.

*lach*
Am Besten keinen Kaffee trinken, wenn man etwas liest. Ich weiß selbst, wie das so ist.

Für den nächsten Teil empfehle ich, einige Taschentücher zurecht zu legen, jedenfalls habe ich die das ein oder andere Mal beim Schreiben benötigt.




Zitat

Hat ziemlich lange, bei dem vielen Text, gedauert.

Auch der nächste Teil ist ein wenig länger geworden (In Zahlen: Statt wie üblich 14 Seiten sind es 22 geworden.)
Aber ich habe es einfach nicht fertig gebracht, diesen Teil noch aufzuteilen. Ich hätte einfach nicht gewusst, wo ich da die Schere hätte ansetzen sollen.


Ich danke für das viele Lob und wünsche Allen schon mal einen guten Rutsch und ein glückliches und zufriedenes Jahr 2019

HeMaDo
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