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  BDSM = Fetischismus. Warum ist das so?
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Merlin_Uther Volljährigkeit geprüft
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Augsburg


Suche devotes Girli

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  BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:18.09.08 22:57 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo alle zusammen,

was ich mich schon immer gefragt habe, ist warum (scheinbar) alle BDSM-Interessierten bzw. SMler meistens auch Festischisten sind. So gut wie jeder kleidet sich gerne in Lack und Leder, auf SadoMaso-Parties gibt es nur Eintritt in entsprechendem Outfit. Fetischismus wird in einem Atemzug mit SM genannt, die meisten Foren sind Treffpunkte für BDSM und Fetischismus (wie auch dieses Forum).

Darüber wundere ich mich, als jemand der mit dem Thema Lack, Leder und anderen Fetischen eher weniger anfangen kann (außer man würde Bondage auch als Fetisch betrachten). OK,es gibt Frauen, die im hautengen Latexkostum schon sexy aussehen (vorausgetzt, sie haben die entsprechende Figur), weil dadurch betimmte weiblich Regionen besonders betont werden. Das ist aber alles, as ich diesem Theam abgewinnen kann. Meiner Meinung nach, hat das Thema Fetischismus nichts mit BDSM zu tun. Man muss das mal vom Kopkino her betrachten: z. B. Kidnappingspiele. Welcher Entführer würde sich für seine Tat in ein Latx-Kostüm zwängenß

Warum ist also Festischismus so eng mit BDSM verzahnt?

Grüße
Merlin
Suche devotes Girli - oder Switche!!
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Mystery
Keyholderin





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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:18.09.08 23:32 IP: gespeichert Moderator melden


Hallo!
Das ist wirklich eine interessante Frage. Eine Antwort habe ich darauf leider nicht. Warum BDSM meistens in Fetischklamotten praktiziert wird? Vielleicht weil diese Kleidung die Figur besonders betont.Latex ist wie eine zweite Haut, man ist nicht nackt, sondern trotzdem angezogen, das gibt sub vielleicht ein sichereres Gefühl und er/sie fühlt sich nicht ganz so ausgeliefert.
Andererseits gibt es genug sexy Wäsche, die die Figur betont und da frage ich mich auch, warum es denn ausgerechnet Latex, Lack und Leder sein muss.
Ich fange erst so allmählich an, mich mit Fetischklamotten zu beschäftigen und den meisten Sachen kann ich, ehrlich gesagt, nichts abgewinnen.
Ich finde es z. B. reizvoll, eine Session in Alltagsklamotten abzuhalten, ganz spontan, ohne große Vorbereitungen.
Liebe Grüße,
Mystery
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conny
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Wien


sklave von Herrin Rebeka

Beiträge: 364

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 01:13 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Warum ist also Festischismus so eng mit BDSM verzahnt?


Hallo

Zur Beantwortung dieser Frage könnte frau/mann wahrscheinlich eine Doktorarbeit schreiben, weil sie ziemlich komplex ist.

Ein paar Aspekte in Kürze:

Es stimmt nicht, dass alle BDSM-Leute auch FetischistInnen bzw. umgekehrt FetischistInnen automatisch BDSM-Menschen sind. Dies ist nicht einmal scheinbar so.

Du setzt Fetischismus mit LLL (Lack, Leder, Latex) gleich, dabei sind die häufigsten Fetische ganz andere.

Ich habe einmal eine (Spass-)Google-Hitparade der Fetische gemacht.
Die am weitest verbreiteten Vorlieben sind (weibliche) Dessous wie zB BH, Strümpfe, etc, (weibliche) Körperteile wie Haare, Brüste, etc, dann kommt die riesige Gruppe der Schuh-, Fuss-, Bein-, Stiefel-FetischistInnen, danach diverse ABC-Klamotten wie Bikini, Minirock, Jeans, Wetshirt, etc und erst unter ferner liefen kommt LLL.

Es ist auch nicht richtig, dass es auf SM-Parties nur Eintritt in entsprechenden Outfits gibt: Ich war schon im Satin-Babyoutfit, im Mohair-Catsuit, im Stoff-Dienstmädchenkleid, als Schulmädchen, im Transgender-Nuttenlook, als Cheerleadergirlie, etc auf Parties, wo ich neben LLL-Klamotten auch Uniformen aller Art, Transgender in Businesskostümen, Damen in O-Kleidern, Korsetts aus Stoff, Ponies, Hunde, Metallgewand, Zofen, Nonnen, usw gesehen habe.

Ich glaube das Klischee "BDSM und Lack/Leder/Latex gehören zusammen" ist auch eine sehr deutsche Eigenart.

Ich habe einmal die Selbstdarstellung von Profi-Dominas in verschiedenen Ländern statistisch ausgewertet, also in was für Klamotten stellen sie sich zB auf den Fotos ihrer Websites dar.
Dabei kam heraus, dass es nur sehr wenige deutsche Dominas gibt, die wenigstens 1 Bild ohne LLL auf ihrer Website haben.
Dies ist in England, Frankreich, und anderen europäischen Ländern, aber auch in den USA und Japan, völlig anders.
Dort sind sehr häufig Rollenoutfits, aber auch ganz normale Frau-von-nebenan-Alltags-Klamotten zu sehen und es gibt dort Dominas, die genau umgekehrt nicht ein einziges LLL-Bild haben.
Nun heißt das nicht, dass alle deutschen Kunden auf LLL-Klamotten stehen.
Im Gegenteil, mir erzählen Dominas, dass es den meisten Kunden entweder völlig egal ist, was sie an haben oder sie auf völlig durchschnittliche Kostüme, Röcke, Strümpfe, Dessous, usw aus Stoff stehen und nur eine Minderheit wünscht LLL.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt frau/mann, wenn Filme, Zeitschriften, Partybilder, usw verschiedener Länder verglichen werden.

Ich denke, es ist zu differenzieren zwischen der öffentlichen Darstellung von BDSM, auch und insbesonders der einschlägigen Szene-Medien und dem was wirklich passiert und gewünscht wird. Und es ist zu unterscheiden zwischen der öffentlichen Darstellung in deutschsprachigen Ländern und anderen Staaten.

Liebe Grüsse
conny


sklave von Herrin Rebeka
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Nachtigall
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fatal error in reality.sys - reboot universe (Y/N)?

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 07:10 IP: gespeichert Moderator melden


Interessante Frage, Merlin.

Ich verstehe deinen Ausgangspost zwar nicht so, dass du Fetisch auf LLL beschränkst (womit mein Schatz und ich beide nichts anfangen können), aber irgendein Pläsierchen scheinen wirklich viele zu haben. Bei uns ist es halt die feminine Kleidung an Monika (für mich gibt´s keinen Dresscode). Allerdings können wir auch "ohne". Die Weibchenrolle bleibt Monika aber auch ohne "Ausrüstung" erhalten.

Fesseln oder gefesselt werden empfinde ich übrigens genau so als Fetisch-Element, weil ja die Hilflosigkeit des einen Partners die Erregung beider steigert. Und das Hilfsmittel dazu, also der Fetisch, sind die Fesseln.

Außerdem würde ich BDSM und SM nicht gleichsetzen, sondern SM als Teilmenge von BDSM sehen - und zwar den Teil, der mich nicht betrifft. Schmerzerotik ist nichts für mich, unsere Spiele laufen im Bereich D/S und Bondage. Da kommen Schmerzen höchstens mal als echte Strafe vor.

Wahrscheinlich tritt die häufig beobachtete Themen-Kopplung in den beliebten Foren dadurch auf, dass viele verschiedene Kombinationen der Vorlieben möglich sind und zu den anfänglich diskutierten Fragen der Forumsbetreiber dann nach und nach die für die aktiven User interessanten Themen hinzu kommen. Aber in einem breit gefächerten Angebot wie gerade hier wird es für jeden User einige Bereiche geben, die für ihn nicht in Frage kommen. Klar, man schaut da trotzdem mal rein, aber selber spielen würde ich mit etlichen Elementen nicht wollen.

Toll ist es natürlich für jemanden, dem BDSM ganz neu ist: Man sieht eben schon beim Lesen, was einen anzieht und was einen abstößt. So ging es mir jedenfalls vor einigen Jahren, als ich hier eingetrudelt bin.


Liebe Grüße

Nachtigall
... sehr glückliche Besitzerin und KH des süßen CD Monika (Gugl-Gugl)

***
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Le Frosch
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 09:41 IP: gespeichert Moderator melden


In einem anderen Forum gab es kürzlich eine Diskussion mit ursprünglich anderer Fragestellung, deren Essenz allerdings war: Begrifflichkeiten wie SM, BDSM, Fetisch usw. haben fließende Grenzen und sind nicht allgemeingültig zu definieren, sondern haben für jedes Individuum eine eigene Bedeutung.

Einige waren sogar der Meinung, man sollte deshalb derlei Begriffe überhaupt selten verwenden, denn was für den einen Fetisch sei, sei es für den anderen nicht. Ich bin da noch zu keinem abschließenden Urteil gekommen, finde diese Auffassung aber auch eine Überlegung wert. Letztendlich könnte man daraus weiter schließen, daß auch die Kombination von Fetischen (oder vielleicht besser "Vorlieben"?) eine individuelle Sache ist.
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PAslave Volljährigkeit geprüft
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 11:50 IP: gespeichert Moderator melden


Fetische und BDSM sind rein individuelle Angelegenheiten, da hat jeder sicher andere Vorlieben.

Ich persönlich brauche meine Herrin nicht im Fetischgewand, ich finde es in der Alltagskleidung sogar spannender. Wenn ich daran denke wie Herrin im Gummi schwitzt, wie manches Lederzeug einengt und wie unbequem High-Heels zu tragen sind, denke ich, das ist einer Herrin nicht würdig, das ist ja Sklavenkleidung.

Etwas anderes ist es, gemeinsam auf Partys zu gehen. Da wollen viele halt "Erscheinen" das ist dann auch spannend.
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Ösiland




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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 15:10 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Kombination von Fetischen (oder vielleicht besser \"Vorlieben\"?)


Fetische und Vorlieben sind schon zwei verschiedene Paar Schuhe.
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Ösiland




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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 15:17 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat


Warum ist also Festischismus so eng mit BDSM verzahnt?



Und warum gibt es bei der Vielzahl der Zutaten eine so deutliche Präferenz für die Farbe Schwarz?
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PAslave Volljährigkeit geprüft
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 15:40 IP: gespeichert Moderator melden


weil SM keine Fete-blanche ist
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Le Frosch
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 19:23 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Zitat
Kombination von Fetischen (oder vielleicht besser \"Vorlieben\"?)


Fetische und Vorlieben sind schon zwei verschiedene Paar Schuhe.

Ich habe ja geschrieben
Zitat
...denn was für den einen Fetisch sei, sei es für den anderen nicht...

Und WENN man die Begriffe individuell definieren muß, sind die Grenzen zwischen Fetisch und Vorliebe auch fließend. Das wollte ich ausdrücken.

Daher auch die Anführungszeichen, das "vielleicht" und das Fragezeichen...
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sub-u.
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 19:58 IP: gespeichert Moderator melden


[quote]
Warum ist also Festischismus so eng mit BDSM verzahnt?
[quote]

Hey merlin,

ich sehe da zwingend keinen Zusammenhang. O.k., meine Königin in unendlich langen Stiefeln mit nem Langarm lederbody, das hat schon was. Aber sie dominiert mich auch inner Jeans beim Einkauf bei Feinkost Albrecht.

Ich meine, es muss fein unterschieden werden, was aus dem BDSM Buffet genommen wird.

Ist es :

- BD
- DS
- oder SM ?

Ist ein riesiges Buffet, und jeder sollte sich dort nach Lust und Laune bedienen.

Welche Fetische noch hinzukommen ? Eigentlich egal, wenn 2 menschen siocvh dabei wohlfühlen.

War selbst hier im Forum überrascht, was es alles so gibt ( Zahnspangen....etc ) .

Durch meine DS Ehe bin ich in der Hinsicht super tollerant geworden... ( und das war ich bis dahin nicht )


vG
sub-u.

In Demut und Dankbarkeit verschlossen im CS 3000 von meiner Königin. Ja, es muss sein.
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Ösiland




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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:19.09.08 20:51 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Zitat
Zitat
Kombination von Fetischen (oder vielleicht besser \"Vorlieben\"?)


Fetische und Vorlieben sind schon zwei verschiedene Paar Schuhe.

Ich habe ja geschrieben
Zitat
...denn was für den einen Fetisch sei, sei es für den anderen nicht...

Und WENN man die Begriffe individuell definieren muß, sind die Grenzen zwischen Fetisch und Vorliebe auch fließend. Das wollte ich ausdrücken.

Daher auch die Anführungszeichen, das "vielleicht" und das Fragezeichen...


Die Grenze ist nicht fließend, sondern für jeden einzelnen absolut. Objektiv betrachtet ergibt sich daraus - eine größere Stichprobenanzahl angenommen - ein unregelmäßiger Grenzverlauf, aber das ist irrelevant. Was ein Fetisch ist, ist alleine für den einzelnen maßgebend. Und wenn ein Gegenstand oder ein Körperteil keine Fetisch-Wirkung mehr hat, dann ist es eben kein Fetisch mehr. Punktum. Grenze. Dann geht es harmlos mit Vorlieben weiter. Da aber die Wirkung, die Betroffene einem Fetisch zumißt, eine gänzlich andere ist, als eine Vorliebe zu bieten vermag, kann man mitnichten von einer fließenden Grenze sprechen.

Oder aber wir sprechen hier gar nicht von einem Fetisch, sondern gehen von einem stark aufgeweichten, schwammig unscharfen Fetisch-Begriff aus, der auf keinen Fall Aufnahme bei Krafft-Ebing gefunden hätte, so er überhaupt diesen Begriff schon auf Lager hatte.

Das ist aber dann was anderes. Für mich gilt bei Fetisch immer die wissenschaftlich zugemessene Bedeutung. Hier scheint aber jedes bessere erotische Spielzeug oder Accessoire als Fetisch zu gelten.
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Miauzi
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Und nun sind wir wie die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:20.09.08 11:39 IP: gespeichert Moderator melden


Fetisch = BDSM

Ich muss ja immer schmunzeln - wenn sich die SMer im grössten BDSM-Forum (sklavenzentrale) über die vielen Fetischisten ärgern - die mit ihren LLL-Bildern die Galerie "zumüllen"

Warum auf einer SM-Partie ein scheinbarer LLL-Desscode??
Das ist eines der klassischen Missverständnisse in diesem Bereich!!
Nur mit SMern bekommt man die Parties nicht voll und ausserdem möchte man die Stino-Spanner draussen halten...
..ergo lässt man sich einen Dresscode einfallen - den es im privaten Bereich nicht gibt.

Ich kenne hier in Berlin einen Betreiber einer SM-Bar (die auch offen für Transen, Fetis und anderes "schräge" Volk ist) und habe öfters erlebt - wie am Einlass die typischen Proll-Typen (He Alter - kann man hier nicht Kerle beobachten - wie sie ihren NACKTEN Weiber schlagen..) standen!

Die hält man nur eben mit einem "Dresscode" draussen.

Andererseits scheint aber in der "öffentlichen" SM-Szene schwarz eine Art "Erkennungscode" zu sein.

Als ich meinen ersten SM-Stammtisch besuchte (ca. 100 Leute in einem öffentlichen Restaurant!!) - hatte ich das Gefühl - auf einer typischen italienischen Beerdigungsfeier zu sein...
...alle Herren im schicken schwarzen Fummel...
..die Damen eben so!
Ja und ich war die einzigste Transe und als Einzigste in Leder (Latex hatte ich zu hause gelassen)!!

Inzwischen geht es dort bunter zu...
..ich hatte dann konsequent angefangen - farbige Sachen zu tragen und recht schnell hatten sich einige Damen dem angeschlossen

Als Veranstalter von grösseren Parties muss man sich heute schon was einfallen lassen...
..und leider kommt da häufig ein dresscode heraus - der strenggenommen gar keiner ist.

Ich bin heute Abend mit meiner "Schnegge" im KitCat-Club...
..sie in Lack und ich in Latex...
..und wir werden mal wieder die buntesten Fetische beobachten können bis hin zum "Marathon-Läufer-Fetisch" (Sporthemd, -hose, weisse Kniestrümpfe und SPORTSCHUHE!!)

------
Der "wissenschaftliche" Fetischbegriff ist über 40 Jahre alt und strenggenommen vom Leben überholt...
..also was man da in der WHO-Liste (die berühmt-berüchtigten I-Nummern) findet - hat nix mit dem Leben tun - sondern ist eine theoretische Schwarz-Weiss-Schicht.

Zunehmend erkennen dies auch die praktizierenden Psychologen und Psychotherapeuten und passen ihre Einstellung zu den Themen BDSM und Fetisch an.
Leider sind es noch sehr wenige.
Als Transsexuelle brauche ich die Pflichtsitzungen für meinen "Jagdschein" und ich habe jemanden gefunden - für die weder BDSM noch Fetisch das K.O.-Kriterium ist...
..sondern für diese Dame sind es sinnvolle Erweiterungen der menschlichen Sexualität!!
("krank" im eigentlichen Sinne wären ja die "Normalen" - weil sie nicht so vielfältige Möglichkeiten haben - den "zivilisatorischen" Druck abbauen zu können)

------
Ich kenne einige Dominas über die private "Schiene"...
..die sind aber eben die Damen - die auch im privaten Leben einen eigenen Fetisch (Korsetts, Latex usw.) haben und auch offen dazu stehen.
Sie sind aber quasi eine Minderheit unter ihren Berufs-Kolleginnen.

Warum nun so viele Studios mit Fetisch-Bildern werben??
Sie zielen nicht nur auf das vorwiegende SM-Publikum sondern u.a. auch auf die LLL-Fetis mit einer nieder-präferenten SM-Neigung.

Eine Freundin von mir arbeitet als Trans-Domina in einem Studio - welches zunächst recht fetisch-frei in der Werbung war...
...lief nicht so gut - also haben sie im LLL-Bereich "aufgerüstet" und nun klappt es besser mit den Kunden.

Ein spannendes Thema - bei dem man niemals auslernt

Miauzi
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Merlin_Uther Volljährigkeit geprüft
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Augsburg


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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:22.09.08 17:19 IP: gespeichert Moderator melden


Vielleicht habe ich ja meinen Anfangspost etwas missverständlich geschrieben: natürlich beschränke ich Fetischismus nicht auf LLL, sondern meine damit das ganze Spektrum, wie Dessous-, Fuss-, Wäsche und sonstige Fetischismen. Ich bezeichne als Festisch ein Objekt, auf dass sich die sexuelle Lust konzentriert (so ist auch die offizielle Definition). Wenn conny schreibt:


Zitat

Es ist auch nicht richtig, dass es auf SM-Parties nur Eintritt in entsprechenden Outfits gibt: Ich war schon im Satin-Babyoutfit, im Mohair-Catsuit, im Stoff-Dienstmädchenkleid, als Schulmädchen, im Transgender-Nuttenlook, als Cheerleadergirlie, etc auf Parties, wo ich neben LLL-Klamotten auch Uniformen aller Art, Transgender in Businesskostümen, Damen in O-Kleidern, Korsetts aus Stoff, Ponies, Hunde, Metallgewand, Zofen, Nonnen, usw gesehen habe.


dann bestätigt er damit meine Aussage. Zu SMer-Parties hat man nur Zutritt in entsprechenden Outfit: Sei es in LLL, mit Korsett oder Zofenlock oder sonstiges. Auf jedenfall irgendein Fetischoutfit.

Auch in England und USA gibt es diverse Rollenoutfits: es heißt, dort stehen viele BDSM-Interessierte auf (Nazi) Uniformen. Außerdem brauche ich nur Bilder von BDSM-Aufmärschen beim CSD (sowohl in USA als auch in DL) anzusehen. Das ist schon sehr festischlike. Fussfetischisten scheinen auch sehr häufig in der Szene vertreten zu sein: Highheels und Pumps sind oft das Leitthema in Bondage- und SM-Geschichten.

Früher dachte ich immer: BDSM=Fetischismus ist ein Vorurteil von Außenstehenden, aber mittlerweile glaube ich das nicht mehr.
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Ösiland




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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:22.09.08 18:07 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Ich bezeichne als Festisch ein Objekt, auf dass sich die sexuelle Lust konzentriert (so ist auch die offizielle Definition).


Ich fürchte, da wird die Essenz der Aussage überlesen. Mit der Konzentration der sexuellen Lust auf ein Objekt ist wissenschaftlich gemeint, daß das Objekt der Begierde den Sexualpartner ersetzt (im Sinne von Karl Kraus´ Aphorismus: Dem Gesunden genügt das Weib. Dem Erotiker genügt der Strumpf, um zum Weib zu kommen. Dem Kranken genügt der Strumpf.), es zu einem Leidensdruck des Betroffenen kommt, zu Einschränkungen in wichtigen Funktionsbereichen (insbesondere betreffend die soziale Kontaktaufnahme und die Erwerbstätigkeit).
Insbesondere fällt alles, was von vornherin als erotisches Zubehör gedacht und gemacht wurde, nicht unter die Fetische.

Umgangssprachlich wird alles, was erotisch besonders ist, erotisch verstärkend wirkt, als Fetisch bezeichnet. Ich persönlich habe keine Freude mit unscharfen Begriffen.
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Augsburg


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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:23.09.08 20:56 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat


Ich fürchte, da wird die Essenz der Aussage überlesen. Mit der Konzentration der sexuellen Lust auf ein Objekt ist wissenschaftlich gemeint, daß das Objekt der Begierde den Sexualpartner ersetzt (im Sinne von Karl Kraus´ Aphorismus: Dem Gesunden genügt das Weib. Dem Erotiker genügt der Strumpf, um zum Weib zu kommen. Dem Kranken genügt der Strumpf.), es zu einem Leidensdruck des Betroffenen kommt, zu Einschränkungen in wichtigen Funktionsbereichen (insbesondere betreffend die soziale Kontaktaufnahme und die Erwerbstätigkeit).
Insbesondere fällt alles, was von vornherin als erotisches Zubehör gedacht und gemacht wurde, nicht unter die Fetische.


Nein, stimmt nicht ganz. Das Objekt muss nicht den Sexualpartner zwangsläufig ersetzen. Das Objekt muss nur die sexuelle Erregung verstärken. Das ist Festischmus. Wird aber der Sexualpartner durch das Objekt erstezt und es kommt zu einem Leidensdruck des Betroffenen (z. B. mit Einschränkungen auf die soziale Kontaktaufnahme),wie whipped scream es beschreibt, dann ist das krankhafter Festischismus. Der medizinische Fachausdruck ist hierfür ist: Paraphilie.

Genauso verhält es sich mit BDSMlern. Diese gelten im medizinischen Sinne nicht als paraphil. Kommt es allerdings bei dem Betroffenem zu einem Leidensdruck, der sich auf die einzelnen Lebensbereiche (z. B. Beruf, Privatleben) auswirkt, dann ist auch diese Person paraphil.
Also: Damit ein BDSMler / Fetischist als paraphil gelten, müssen zwei Dinge erfüllt sein:
1.) Er/sie muss derartige Sexualpraktiken über mindestens sechs Monate ausüben
2.) Der/die Betroffene steht unter einem Leidensdruck, der ein normals Leben verhindert.

Deswegen ist meine Definition von Festischismus richtig. Nachzulesen ist das auch auf Datenschlag.org/Papiertiger. Aber wir sollten nicht von Thema abschweifen.

Viele Grüße
Merlin


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Miauzi
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Berlin


Und nun sind wir wie die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:23.09.08 21:34 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat

Also: Damit ein BDSMler / Fetischist als paraphil gelten, müssen zwei Dinge erfüllt sein:
1.) Er/sie muss derartige Sexualpraktiken über mindestens sechs Monate ausüben.
2.) Der/die Betroffene steht unter einem Leidensdruck, der ein normals Leben verhindert.


Und genau diese und andere Definitionen sind vom realen Leben längst überholt!!

Aber bitte - wer sich unbedingt selbst als krank einstufen möchte - der soll dies tun...
..aber bitte als medizinischer Laie nicht andere diagnostizieren!!

Ich selbst betrachte "Fetisch" für MICH als Erweiterung meiner Sexualität - sie dient AUCH als "Verstärker".
Klar habe auch auch ohne Fetische Spass am Sex - aber mit wird er nicht so schnell langweilig.

Und ich habe hierbei "Rückendeckung" seitens der Medizin - sprich von meiner eigenen Psychotherapeutin


Zitat
Zu SMer-Parties hat man nur Zutritt in entsprechenden Outfit:

Auch dies ist wiederrum so nicht richtig!!
Man hat in normalen Strassen-Outfit zu solchen Partys keinen Zutritt - z.B. sind Turnschuhe ein absolutes NO-GO

Aber dies hat ganz klar die Funktion - bestimmte "Fraktionen" unserer recht vielfältigen Bevölkerung draussen zu halten!!

Man kann ja mal z.B. auf die Seite vom Berliner KitCat-Club gehen und sich durchlesen - was im Umkehrschluss erlaubte Dresscodes sind...
..da und bei anderen Lokalitäten bzw. Veranstaltungen findet man ellenlange Listen mit z.T. recht amüsanten Bezeichnungen wie:
"TV-Outfit"

Da meint man nicht - dass man als Fernseher kommt - sondern die "Fraktion" der Party-Transen.
Drag-Queens werden übrigens separat angesprochen.

Die wenigstens Partys heute sind reine SM Partys...
..schon mit dem Begriff "BDSM" werden andere Gruppierungen mit einbezogen und letztlich zielt man aber als Veranstalter auf die viel zahlreichere fetisch-Szene ab.

"Reinrassige" SMer fühlen sich da (wo es so bunt zugeht) meistens sowieso nicht wohl und sehnen die guten "Alten Zeiten" herbei - als alles noch schön getrennt war

----

Zitat

Auch in England und USA gibt es diverse Rollenoutfits: es heißt, dort stehen viele BDSM-Interessierte auf (Nazi) Uniformen.


In der deutschen Schwulenszene sind derzeit SA-Uniformen der Hit - da braucht man gar nicht über den Teich zu schielen.
Die Homosexuellen-Szene schüttelt über die Heteros wegen deren Differenzier- und Einteilungs-"Wut" ehe nur den Kopf...
..und meint zu Recht - dass bei alledem man nicht vergessen soll - seinen Spass dabei zu haben

---------------


Zitat

Deswegen ist meine Definition von Festischismus richtig. Nachzulesen ist das auch auf Datenschlag.org/Papiertiger.

Und genau darüber haben wir heute im SZ-Forum schmunzeln müssen - dass jetzt nicht mehr "Die Geschichte der O" die Bibel der Szene ist - sondern das "Datenschlag" dazu avanciert ist

Miauzi
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Augsburg


Suche devotes Girli

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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:25.09.08 22:26 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat


Und genau diese und andere Definitionen sind vom realen Leben längst überholt!!

Aber bitte - wer sich unbedingt selbst als krank einstufen möchte - der soll dies tun...
..aber bitte als medizinischer Laie nicht andere diagnostizieren!!


GRR!!! Willst du damit mit sagen, dass ich mich selbst und alle anderen User des Forums als krank ansehe? Du hättest meinen Post genau lesen sollen: Diagnosekriterum 1.) und 2.) müssen erfüllt sein. Wenn du dich von meiner Seite als krank eingestuft siehst, dann würde das ja bedeuten, dass du aufgrund deiner Neigungen so unter Leidensdruck stehst, dass du kein normales Leben mehr führen kannst. Übrigens ist die Diagnose, ob jemand paraphil ist, kein rein medizinisches, sondern auch ein sozialwissenschaftliches Problem!

Warum ist diese Definition längst vom realen Leben überholt?? Bitte erläutere dies. Na gut sie ist etwas schwammig, aber dennoch relativ neu.



Zitat

Man hat in normalen Strassen-Outfit zu solchen Partys keinen Zutritt - z.B. sind Turnschuhe ein absolutes NO-GO.


Meine Rede! Ist doch das, was ich kritisiere.

Zitat
Aber dies hat ganz klar die Funktion - bestimmte \"Fraktionen\" unserer recht vielfältigen Bevölkerung draussen zu halten!!


Sind die so schlimm?



Zitat

..schon mit dem Begriff \"BDSM\" werden andere Gruppierungen mit einbezogen und letztlich zielt man aber als Veranstalter auf die viel zahlreichere fetisch-Szene ab.


Der Begriff BDSM ist eindeutig und bezieht auch nicht andere Gruppierungen mit ein. Es ist der Überbriff - wie der Name Bondage&Discipline, Dominance&Submission, Sadism&Masochism schon sagt- für sexuelle Praktiken, die auf Machtausübung bzw. Unterwerfung und Schmerzzufügung bzw. Schmerzerduldung beruht. Nicht mehr und nicht weniger.

Zitat
In der deutschen Schwulenszene sind derzeit SA-Uniformen der Hit - da braucht man gar nicht über den Teich zu schielen.


Echt, wusste ich gar nicht!!!

Grüße
Merlin
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:26.09.08 01:21 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Ich fürchte, da wird die Essenz der Aussage überlesen. Mit der Konzentration der sexuellen Lust auf ein Objekt ist wissenschaftlich gemeint, daß das Objekt der Begierde den Sexualpartner ersetzt


Hallo

Wenn ich mir die Einstellung vieler Männer zu Autos, Fussball, usw überlege und sie in Zusammenhang mit "offiziellen" Statistiken über Frequenz, Intensität, etc des ehelichen Geschlechtsverkehrs in Durchschnittshaushalten sehe, dann könnte frau/mann durchaus den Schluss ziehen, dass zahlreiche Männer schon lange Frau gegen Auto, Fussball, etc als Objekt der Begierde eingetauscht haben und es somit sehr, sehr viele Fetischisten geben muss. Oder sind wir überhaupt gar alle FetischistInnen?

Auch ist durchaus zu hinterfragen, ob die Buchstabenkombination BDSM tatsächlich so eindeutig definiert ist.
zB B steht für die meisten Menschen für Bondage, die damit wieder häufig lediglich "Fesseln oder beengende Zwangspraktiken" verbinden.
Das englische Wort Bondage heißt aber auch Gefangenschaft, Gewahrsam, Hörigkeit, Sklaverei, Leibeigenschaft, Unfreiheit, Verpflichtung, Zwang, usw
Oder macht ein Fussfetischist mit dem Spezialgebiet rote, halterlose Netzstrümpfe, jetzt eine BDSM- und/oder Fetisch-Praktik, wenn er einer entsprechend bekleideten Dame die Beine abschleckt? Klar Fetisch, weil er ja nur das Stoffteil liebkost und ihn die Dame nicht die Bohne interessiert, wenn sie Vintage-Nahtnylons mit Lederstraps tragen würde. Natürlich BDSM, schließlich geht es um Submission, also Unterwerfung, erniedrigende Körperhaltungen und Tätigkeiten, da die Dame erst durch rote Netzstrümpfe für ihn zur ultimativen Domina wird, aus welchen Gründen auch immer.


Ich denke, dass der Threadstarter zu Recht einen Zusammenhang von BDSM und Fetischoutfits zieht, allerdings nur dann, wenn er die optischen Darstellungen auf verschiedenen BDSM-Websites, in Mainstream-Filmen, Zeitungen, etc und die Partydresscodes als Kronzeugen bemüht.
Und natürlich hat er Recht, dass auf Bildern deutschsprachiger Websites überwiegend LLL-Outfits zu sehen sind, dass bei den meisten BDSM/Fetisch-Parties LLL tonangebend ist und whipped scream hat auch Recht, dass auf BDSM-Veranstaltungen ohne Dresscode die Farbe schwarz dominiert.

Für mich stellt sich die Frage, ob diese BDSM-Websites, Mainstream-Medien und Partydresscodes die Wirklichkeit im Sinne von Alltagsverhalten abbilden und ob es eine Art Uniformierung gibt?

Und hier sage ich, natürlich gibt es eine Uniformierung und das ist auch völlig normal.

So bin ich erst unlängst in der Businesslounge der Lufthansa am Flughafen London-Heathrow gesessen und dachte mir, "hier sehen alle Leute gleich aus und sie verhalten sich auch gleich". Die Damen in (weissen) Hemdblusen, in Kombination mit Kostümen oder Hosenanzügen, die Herren in dunklen Anzügen mit Krawatte und alle sind sie mit einer Hand ganz wichtig mit Computern oder sonstigen Geräten beschäftigt, während sie in der anderen Hand mit inkludierten Speisen und Getränken hantieren.

Jede Gesellschaft hat offizielle Uniformen und informelle Uniformen. Es gibt deklarierte Uniformen für Militär, Polizei, Kellner oder Postboten und sich mehr oder weniger ergebende Dresscodes für Lehrer, für SportlerInnen, für Bauarbeiter und Manager, für das Rockkonzert und für den Ball, für das Trendlokal und die Vorstadtkneipe, für die Hochzeit und die Beerdigung.

Dresscodes haben auch einen Sinn: Frau/Mann will dazugehören, etwas signalisieren, aber sich natürlich auch abgrenzen, selbstverständlich gibt es auch wirtschaftliche und andere Interessen.

Warum sollte jetzt der BDSM-Bereich der einzige Lebensbereich unserer Gesellschaft sein, wo es keine Uniform geben sollte?

Und hier haben sich in unterschiedlichen Ländern, abhängig von Mentalität, Traditionen und gesellschaftlichen Gesamtzusammenhängen eben unterschiedliche Trends entwickelt.

Ich wage die These zu behaupten, dass die Gesamtgesellschaft in Ländern wie England, USA oder Japan wesentlich uniformierter in allen Lebensbereichen ist und mit Uniformen jeder Art von Militär über Schuluniform bis zu gleichförmigen Bürooutfits wesentlich unbefangener und gelassener umgegangen wird, als etwa in Deutschland oder Österreich. Dies hat wahrscheinlich historische und andere Gründe.
Wenn in einem Land Schuluniformen völlig normaler Bestandteil des Strassenbildes sind, dann ist es nur logisch, dass diese auch Fetischobjekte sind. Erst in den letzten Jahren steigen immer mehr Schulen auch in Deutschland oder Österreich auf Uniformen um. Ich denke, in 10, 20 Jahren wird auch hier Schuluniform ein wichtiger Fetisch sein.

Weil es in Deutschland keine vernünftig attraktiven Gesellschaftsvorbilder gegeben hat, hat sich eben LLL langsam als Quasi-Ersatzuniform für Parties im BDSM-Bereich herausgebildet.

Nur dies bedeutet nicht, dass alle diese Party-BesucherInnen auch LLL-FetischistInnen sind, so wie BeerdigungsteilnehmerInnen nicht alle Fans der Farbe schwarz sind.
Diesbezüglich gibt es überhaupt keinen Zusammenhang von Fetischismus und BDSM und die Darstellungen auf BDSM-Websites geben natürlich absolut kein Alltagsbild wieder.

LLL ist in Deutschland in den meisten Fällen nichts anderes als eine Art Galauniform der BDSM-Szene für besondere Anlässe wie Parties.
Die häufigste Tagesuniform für Stammtische, etc ist schwarz.
Und ansonsten sind die Leute bei SM-Sessions zu Hause oder anderswo in Bademantel und Feinripp genauso gekleidet, wie in Jeans, Dessous, Anzug, LLL oder sonst was.

Jetzt ist es natürlich legitim zu hinterfragen, warum nicht jemand auch in Jeans und Sneakers auf eine BDSM/Fetisch-Party gehen darf, wo er ja vielleicht sogar Jeans-Fetischist ist und auch noch auf Bondage steht.
Mein Antwort wäre: Weil dann der Reiz des Besonderes weg ist, die Party kein Event, sondern Alltag ist und letztlich tot. Es wäre genauso, wenn die Herren am Wiener Opernball nicht mehr Frack tragen müssen, sondern im Arbeitsanzug herumlaufen würden.

Liebe Grüsse
conny

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Nachtigall
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  RE: BDSM = Fetischismus. Warum ist das so? Datum:26.09.08 12:59 IP: gespeichert Moderator melden


Zitat
Zitat
Aber dies hat ganz klar die Funktion - bestimmte \"Fraktionen\" unserer recht vielfältigen Bevölkerung draussen zu halten!!
Sind die so schlimm?
Nichts einzuwenden gegen Neugierige, die sich einpassen oder sogar anregen lassen wollen. Aber ich verstehe die Aussage anders: Es sind ja wohl Leute gemeint, die sich da mal die Exoten angucken wollen, die kranken BDSMler, Faszination durchaus gepaart mit Überheblichkeit. Der Hauch des Verruchten aus Sicht eines Spanners. Was heißt da "schlimm"? Sie sind für die, die gern unter sich wären, ein störender Fremdkörper, für die, die die "Normalos" oder "Spießer" (auf "unserer" Seite gibt´s ja auch viel Überheblichkeit!) gerne schocken, kitzeln sie dagegen die Lust am Exhibitionismus.

Ich könnte drauf verzichten. Allerdings tummle ich mich auch nicht auf Fetisch- oder BDSM-Parties, und die letzte besuchte Erotik-Messe fand ich auch nicht spannend genug, um mir das bald wieder geben zu müssen...


Gruß

Nachtigall

[Edit]: Dieser Eintrag wurde zuletzt von Nachtigall am 26.09.08 um 13:01 geändert
... sehr glückliche Besitzerin und KH des süßen CD Monika (Gugl-Gugl)

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